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Scherbenland - No other Choice

Muss Man Gesehen Haben!?
Muss Man Gesehen Haben!?

99 plays · May 30, 2026

Diese Woche ist Emilia ganz allein vor dem Mikrofon und hat diesmal als Überraschung und Basti-Ersatz gleich zwei Filme besprochen:  erst Scherbenland von Lutz Pehnert über Ton Steine Scherben, RAPK und Maike Rosa Vogel. Es geht um Berlin-Kreuzberg und die Frage, ob der Traum vom Paradies wirklich ausgeträumt ist. Der zweite Film eröffnete die Freiluftkinosaison: No Other Choice von Park Chan-wook. Dieser Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der seinen Job verliert und nur schwer mit diesem Schicksalsschlag umgehen kann. Immer tiefer in die Verzweiflung getrieben, fasst er schließlich einen mörderischen Plan. In den Hauptrollen des humorvollen Thrillers spielen Lee Byung-hun als Familienvater Man-su, Son Ye-jin als seine Frau Mi-ri, Park Hee-soon, Seon-chul und Lee Sung-min. Aber muss man diese Filme gesehen haben? Hört rein und findet es heraus! Hinterlasst uns eine Sprachnachricht und werdet Teil der nächsten Episode: www.mussmangesehenhaben.de [http://www.mussmangesehenhaben.de/]

Transcript

Speaker: Willkommen zu einer neuen Ausgabe Muss man gesehen haben.

Speaker: Hier sind eure Gastgeber Emilia und Bastian.

Speaker: Hallo, willkommen zu einer neuen Episode.

Speaker: Diesmal nur mit mir.

Speaker: Der Basti ist irgendwo in Berlin und verdient sich ein bisschen Ruhe und ist dort im Urlaub.

Speaker: Und wir wünschen ihm natürlich die beste Pizza und den besten Aperol.

Speaker: Und ich hoffe, ihr könnt euch mit mir jetzt auch begnügen.

Speaker: Ich bin ein bisschen angeflogen, aber bedeutet eigentlich, glaube ich, nur für mich, dass ich den Sommer über kerngesund durchspringen werde.

Speaker: Und das nehme ich jetzt einfach in Kauf.

Speaker: Ich war im Kino für euch und habe diesmal sogar zwei Filme mitgebracht.

Speaker: Einen natürlich als Ersatz für Basti.

Speaker: Keine Sorge, es ist tatsächlich nur eine Solo-Folge.

Speaker: Die nächsten werden wir dann einfach wieder wie gewohnt unsere Filmurteile fällen.

Speaker: Also, wie immer fangen wir dann mit der Frage an.

Speaker: In welchem Kino warst du denn eigentlich, Emilia?

Speaker: Danke für die Frage.

Speaker: Ich war, nachmittags, weil ich es sehr gerne mag, am Nachmittag im Kino zu sein, im York-Kino und habe mir dort den Film Schermland angesehen.

Speaker: Scherbenland erzählt von einer Band, deren erstes Album mit der Frage begann, warum geht es mir eigentlich so dreckig?

Speaker: Und von einer Stadt, die durch ihre Lieder verändert wurde.

Speaker: Anfang der 1970er Jahre wird Kreuzberg zum Experimentierfeld einer Gegenkultur.

Speaker: Mit Songs wie Macht kaputt, was euch kaputt macht, alles verändert sich und der Traum ist aus, geben Tonsteine Scherben einer Generation eine Stimme.

Speaker: Ihre Musik begleitet Hausbesetzungen, politische Kämpfe und die Suche nach einem anderen Leben.

Speaker: Der Film folgt den Spuren dieser Zeit und fragt, was ist von diesem Aufbruch geblieben?

Speaker: Und was passiert, wenn die Hymnen der Scherben auf die Songs der Gegenwart treffen?

Speaker: In Berlin von heute begegnet Scherbenland MusikerInnen, deren Lieder vom Leben im Kiez erzählen.

Speaker: Darunter das Rap-Trio Rapcar und die Songweiterin Maike Rosafogel.

Speaker: Ihre Musik entsteht aus dem Alltag eines Bezirks, der sich zwischen Mythos, Gentrifizierung und neuen kulturellen Energien bewegt.

Speaker: Ein Film über Musik und Poesie als Widerstand damals und heute.

Speaker: Und über die Frage, ob beides noch immer die Kraft hat, eine Stadt zu verändern.

Speaker: Ja, das habe ich jetzt vom Flyer abgelesen.

Speaker: Ich würde jetzt tatsächlich noch ein Zitat ablesen über diesen Film aus der Zeitung.

Speaker: Und zwar entlang dreier Generation MusikerInnen erzählt der Dokumentarfilm Scherbenland von der Geschichte Kreuzberg und seinen BewohnerInnen.

Speaker: Noch kurz, Regie führte Lutz Behner, der ist ein geschichtsinteressierter Autor und Regisseur.

Speaker: Und Co-Regie führte Ferdinand Hübner,

Speaker: der auch als freier Journalist arbeitet und vor allem Interessen an Kultur und Musik hat.

Speaker: Premiere hatte der Film auf dem Achtung Berlin Filmfestival in Berlin Babylon.

Speaker: Die Hates, Hates, Hates kommen vor allem von der Band Tonsteine Scherben.

Speaker: Der Autotune Rap kommt von der Jungspundbande Rap Car.

Speaker: Und ich glaube, das Car steht wahrscheinlich für Kreuzberg.

Speaker: Und eben von der Mike Rosa Vogel.

Speaker: Wer jetzt denkt, ja, Berlin, weiß ich nicht, finde ich irgendwie gar nicht so gut, interessiert mich gar nicht, der darf schon mal zum zweiten Film vorspulen.

Speaker: Alle anderen können jetzt bei mir bleiben.

Speaker: Und zwar plaudere ich jetzt mal kurz erst dem Nick, Kerstin.

Speaker: Ich bin tatsächlich mit Rio Reiser aufgewachsen, die anderen beiden KünstlerInnen sagen mir gar nichts.

Speaker: Aber was sozusagen diese Künstlervereine sind, sind gewisse Anarchiehymnen und das Thema Lokalpatriotismus, also sowohl Rio als auch Rapcar als auch

Speaker: Maike, reden eben viel über die Stadt und woher sie kommen.

Speaker: Und es geht auch um Gentrifizierung und den kleiner werdenden Raum für Künstler, um diese Luxushäuser, die jetzt entlang der Spree zu aufploppen.

Speaker: Wer sich das vorstellen kann, vor allem so in Friedrichshain, da bei der Uber Arena, ist das...

Speaker: Sehenloses Land, so würde ich das benennen.

Speaker: Und als Ur-Berlinerin würde ich gerne auch sagen, dass so Filme mich immer total interessieren, Filme und Dokumentation, die mir etwas über Berlin erzählen, das ich eben nicht kenne.

Speaker: Also sprich West- und Ostberlin und vor allem diese Zeit, als ich das dann alles durch die Mauer wieder vereinigen sollte.

Speaker: Ich persönlich kann mir das überhaupt nicht so richtig vorstellen, was es eigentlich bedeutet, in einer Stadt groß geworden zu sein, die geteilt war.

Speaker: Ich finde das total irre!

Speaker: Ich finde das wirklich ganz verrückt, mir das vorzustellen.

Speaker: Und ich weiß, dass meine Eltern zum Beispiel viel in Ostberlin gelebt haben und immer, wenn die erzählen, gibt es immer noch so, weiß ich nicht, immer irgendwas in meinem Kopf, das sagt so, hä?

Speaker: Aber das mal kurz nur von mir.

Speaker: Und dazu erzählt tatsächlich auch die Sängerin Maike von ihrem Privileg, in Frankfurt geboren und aufgewachsen zu sein und damit ihre Eltern sowohl nach West-Berlin als auch nach Ost-Berlin reisen zu könnten.

Speaker: Und sie beschreibt diese Unterschiede und auch, wie sie die als Kind eben wahrgenommen hat und sagt dann auch zu Friedrichshain, dass sie das irgendwie so konsumbefreit fand und das Gefühl hatte, dass die Leute...

Speaker: viel freier waren, weil sie vergleicht das eben dann mit ihrer Kindheit, wie sie

Speaker: also so von Werbung und Kapitalismus zugebombt wurde.

Speaker: Und dann sagt sie eben auch, obwohl irgendwie gefühlt alles da war, hatte ich trotzdem mir das, was ich wollte.

Speaker: Und dann sagt sie aber auch, dass diese Freiheit der Freunde ihrer Eltern für sie als Kind so da waren und ihre Eltern das auch nicht verschönt haben und versucht haben, das eben zu erklären.

Speaker: Aber es dann eben auch so eine Situation gab, als die...

Speaker: Kinder der Freunde der Eltern, also die Ostberliner, dann meinten, ja, vielleicht können wir uns hinter den Sitzen irgendwie doch verstecken.

Speaker: Die Mutter dann einfach nur meinte so, pssst, nicht so laut.

Speaker: Und das dann eben auch so einen Schatten geworfen hat über die Freiheit in Ostberlin.

Speaker: So eben diese Sängerin.

Speaker: Und ich persönlich finde eben solche Geschichten total spannend.

Speaker: Und im Gegensatz zu ihrer Geschichte stehen da eben diese drei Jungs,

Speaker: Mitte, Ende 20, weiß ich nicht genau, mit ganz verschiedenen geografischen Hintergründen in Kreuzberg aufgewachsen sind, im sogenannten Problembezug.

Speaker: Und die erzählen dann eben einfach von dem Abhängen in den Hinterhöfen, vom Grasrauchen, vom Taggen, beziehungsweise Graffiti-Sprühen.

Speaker: Zwischendurch werden dann auch immer Räumungsvideos aus der Vergangenheit eingespielt, so wie diese ganzen Hundertschaften der Polizei mit den Knüppeln und den Wasserwerfern, diese ganzen Kids und Jugendlichen aus den Häusern schleifen und

Speaker: die einfach gesagt haben, hey, ihr zwingt uns hier so ein System auf und wir haben irgendwie eine andere Idee.

Speaker: Und ich finde, das ist heute so krass undenkbar, wenn man irgendwie daran überlegt, dass früher

Speaker: Leute sich dazu entschieden haben zu sagen, das Haus steht leer, wir gehen da jetzt rein zusammen und heute dieser Kampf um überteuertes WG-Zimmer so groß wird und man sich gar nicht mehr entscheiden kann, in welchem Bezirk oder Kiez man gerne leben würde, sondern einfach eben hofft und dieses Spiel versucht mitzuspielen, um irgendwann dann lucky zu sein.

Speaker: Und da gibt es auch noch ein Zitat, das ich gefunden habe über den Film, das besagt, was zu Rio Reisers Zeiten die Besetzung des Bethanien Krankenhauses war, also das sogenannte Rauchhaus, darüber gab es da auch den ganz berühmten Song, ist im heutigen Kreuzberg die Kündigung wegen Eigenbedarfs.

Speaker: Lassen wir mal sacken.

Speaker: Also es geht in dem Film dann auch noch um die erste Mai-Demo, um für seinen Kiez zu stehen.

Speaker: Es gibt ganz ruhige und schöne Standbilder von zum Beispiel dem Gemüseverkäufer, den Späti-Besitzern, den Dünner-Verkäufern und eine Szene mit einem Müllmann im Kiez, der ein absolutes Sonnenschein ist und gesagt hat, Deutschland hat mich mit offenen Armen empfangen und ich habe eine Wohnung und ich habe einen Job.

Speaker: Ich bin froh, hier angekommen zu sein.

Speaker: Es geht aber auch andersrum um eine Geschichte, um einen Postboten mit Burnout, der als die Mauer gefallen wurde, viel mehr Verantwortung bekommen hatte und sich aber keiner so wirklich, jemand darum gekümmert hat, wie das, was es auch bedeutet, eine Verbindung mit den Menschen einzugehen als Postbote, sondern eben das dann immer hieß, schneller, weiter und mehr.

Speaker: Sozusagen um den Kampf, um die Verwirklichung des Traumes ums Paradies.

Speaker: Kommen wir zu meinem Lieblingszitat.

Speaker: Es gibt eine Szene, wo Maike auf dem Grundstück der neuen Zukunft steht, also auf dem neuen Grundstück der neuen Zukunft, das war ja vorher näher am Ostkreuz, und sagt, solange es die neue Zukunft und das RAW-Gelände gibt, ist mein Berlin immer noch Berlin.

Speaker: Ich würde das sogar noch ergänzen und denken, wenn es solche Sachen wie auch den Holzmarkt und vor allem

Speaker: Leute, vergesst das, der Berufer fällt nicht.

Speaker: Gibt es immer noch so eine Art Freiheit, die andere Großstädte, glaube ich, nicht haben.

Speaker: Also verglichen jetzt zum Beispiel mit London, Paris und New York.

Speaker: Dann kommen wir zu meiner Lieblingsszene.

Speaker: Die Lieblingsszene.

Speaker: Da habe ich euch zwei mitgebracht.

Speaker: Und zwar einmal sind es die Originalaufnahmen aus dem Rauchhaus mit der Räumung.

Speaker: Und dann gibt es eine Szene, wo Rapcar am 1.

Speaker: Mai, also am Abend vom 1.

Speaker: Mai, am jetzigen Reiserplatz ein Konzert geben.

Speaker: Und ich finde das total bemerkenswert, weil es einfach...

Speaker: Somit auch eine Geschichte erzählt von einfach drei Kids, die so einen Traum hatten und dann in der Musikschule gefördert wurden und da irgendwie im Keller Mucke machen durften und jetzt eben sagen, hey, wir kommen aus dem Kiez und wir stehen hier für was und wir sprechen eben auch so die Probleme an.

Speaker: Dieser Film stellt mir natürlich dann nicht nur eine Frage oder die Frage, ob man ihn gesehen haben muss.

Speaker: Sie stellt mir tatsächlich auch noch die Frage, ob man Rapcar und die Maike auch gehört haben muss.

Speaker: Und dementsprechend kommen wir jetzt zum Fazit.

Speaker: Ich finde nicht, dass man den Film gesehen haben muss.

Speaker: Ich finde, es soll, dass es solche Filme gibt.

Speaker: Ich finde das als Nachmittagskino irgendwie spannend.

Speaker: Ich hatte aber auch einfach das Gefühl, dass das so ein bisschen...

Speaker: willkürlich war und man nicht so richtig wusste, was man eigentlich erzählen wollte.

Speaker: Also es fühlte sich irgendwie auch so ein bisschen, so jetzt im Nachhinein, wie Instagram an.

Speaker: Also man hat irgendwie Footage und man packt das irgendwie so zusammen, aber es fehlt irgendwie dann doch sich nochmal hinsetzen und eine Woche an so Feinheitenschrauben.

Speaker: Ich finde das total spannend, diese Einblicke sowohl zur Sängerin als auch zu den Rap-Kids, als auch nochmal die Originalaufnahmen von Rio zu sehen.

Speaker: Aber mir fehlte so ein bisschen die wirkliche Verbindung.

Speaker: Also ich saß so ein bisschen da und war so, hä, you okay?

Speaker: Was ich trotzdem spannend fand, war mir die Zuschauer anzugucken im Kino.

Speaker: Weil es war total... Entweder waren es wirklich ganz ältere Herrschaften, da fragt man sich vielleicht, ja, hatten die viel zu viel Zeit.

Speaker: Und gehen deshalb ins Nachmittagskino.

Speaker: Kann ja sein.

Speaker: Aber es gab dann eben auch so ganz Junge.

Speaker: Und ich glaube, das verbindet dann eben diese Rio Reiser-Fans mit eben Leuten, wie die Rap K gerne hören.

Speaker: Und das verbindet natürlich dann auch wieder Generationen.

Speaker: Das hat mir dann irgendwie sehr gut gefallen.

Speaker: Ich finde, ja, wie gesagt...

Speaker: Muss man nicht gesehen haben.

Speaker: Nee, Freunde, muss man nicht gesehen haben.

Speaker: Und würde das trotzdem jetzt noch mit einem sehr positiven Zitat beenden.

Speaker: Und zwar Der Film geht sehr unprätentiös vor.

Speaker: Es gibt keine erklärende Auftexte.

Speaker: Stattdessen stehen Alltagsszenen und Stimmungen im Vordergrund.

Speaker: In einem Mix aus Archivmaterial und Gegenwartsaufnahmen wird ein buntes Viertel mit einer bewegten Vergangenheit porträtiert.

Speaker: Würde ich mitgehen.

Speaker: So.

Speaker: Wer möchte, darf jetzt natürlich Halt dich an meiner Liebe fest hören.

Speaker: So zum Runterkommen.

Speaker: Und dann kommen wir eben auch schon zum zweiten Fan.

Speaker: Liebe Filmfans, ich war mal wieder im Kino.

Speaker: In welchem Kino warst du denn, Emilia?

Speaker: Danke der Nachfrage.

Speaker: Diesmal war ich nicht nur im Kino, sondern habe tatsächlich jetzt auch die Freiluft-Kinosaison eröffnet.

Speaker: Echt?

Speaker: Wo denn?

Speaker: In der von Maike Rosa Vogel als Berlin deklarierten Neuen Zukunft.

Speaker: Da war ich tatsächlich das letzte Mal, um mal ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, bei Call me by your name.

Speaker: Wie ich finde, ein Film, den man nicht gesehen haben muss.

Speaker: Die neue Zukunft ist ein Ort einer vielfältigen Subkultur, Subkulturoase, mit zum Beispiel einem Programmenkino, Konzerten, Theater, Partys und einem Biergarten.

Speaker: Ich würde ihn jetzt nicht besonders als idyllisch bezeichnen, denn so ungefähr alle zwei bis drei Minuten fährt er die S-Bahn lang.

Speaker: Aber für alle, die sagen, oh, das ist cooles Berlin-Feeling, go for it.

Speaker: Für alle, die sagen, das klingt überhaupt nicht idyllisch, was wäre denn idyllisch?

Speaker: Immerher sag es uns, würde ich tatsächlich das Café am Neuen See empfehlen.

Speaker: Das war's für jetzt.

Speaker: Wer noch mehr haben möchte, schreibt uns doch gerne auf unserer Instagram-Seite.

Speaker: No other choice.

Speaker: Der Film No Other Toys ist ein südkoreanischer, schwarzhumoriger Thriller von Park Chang-wook, der unter anderem für Oldboy und Decisions to Leave bekannt ist.

Speaker: Der Film basiert auf dem Roman The Axe von Donald Westlake, der sowieso auch schon mal verfilmt wurde.

Speaker: Die Handlung dreht sich um Mann zu.

Speaker: Und hier würde ich schon mal gerne erwähnen, dass ich wahrscheinlich nicht alle Namen akkurat aussprechen werde.

Speaker: Wer mir da das nächste Mal behilflich sein will, darf uns gerne eine Sprachnotiz schicken über die Sprachnotizfunktion auf unserer Website oder nur die Benachrichten nochmal über unsere Instagram-Seite.

Speaker: Also, Manso arbeitet schon langjährig als Angestellter in einer Papierfirma und da muss ich sagen, ich komme nicht drum herum, die ganze Zeit an Michael Scott und The Office zu denken und ich verfluche das amerikanische Fernsehen.

Speaker: Aber zurück zum Film.

Speaker: Also, Mansu wird nach 25 Jahren plötzlich wegrationalisiert.

Speaker: Denn die Firma wird von Amerikanern übernommen.

Speaker: Und so verlieren eben mehrere Arbeiter ihren Job.

Speaker: Alle kriegen eine Abfindung und eine Gruppentherapie, bei der die negativen Schicksalsschlag mit Tippen auf die Brust und die Schläfe

Speaker: und generell im Gesicht als neue Chance manifestiert werden soll.

Speaker: Anfangs versucht er verzweifelt wieder Arbeit zu finden, doch der Konkurrenzdruck wie auch der Druck der eigenen Familie, denn es gibt kein Geld mehr die Hunde durchzufittern, das Haus soll verkauft werden, er soll ein kleineres Auto bekommen, die Frau kann kein Tennis mehr spielen und das allerschlimmste Netflix soll gekündigt werden.

Speaker: Und dazu auch die Angst vor dem sozialen Abstieg treiben ihn immer mehr in die Verzweiflung.

Speaker: Schließlich entwickelt er einen Plan.

Speaker: Er beginnt damit, andere Bewerber auszuschalten, um eben selbst bessere Chancen auf einen neuen Job zu bekommen.

Speaker: Also kurz gesagt, normaler Familienvater wird zum Superkiller.

Speaker: Die Hauptrollen, und hier bitte verzeiht mir, spielen Lee Brion Hoon als Man Suu

Speaker: und Son Ye Yin, also seine Ehefrau Miri.

Speaker: Außerdem sind Pak Hee Song, Lee Song Min, Yeom Hiran und Cha Seong Wong, auch mit von der Partie.

Speaker: So, jetzt wäre der Teil, wo ich Basti fragen würde, Basti, was würdest du tun, um in deinem Job bessere Chancen zu bekommen?

Speaker: Aber, das kann er ja vielleicht nächstes Mal beantworten,

Speaker: Ich muss sagen, dass ich mich am meisten darüber gefreut habe, dass der Film nicht so brutal ist, wie er im Trailer aussieht.

Speaker: Das finde ich ein absolutes Plus.

Speaker: Wer sich eventuell an die Diskussion über Borgonia erinnert, weiß warum.

Speaker: Wer nicht, kann sich die Borgonia-Folge gerne nochmal anhören.

Speaker: Aber zurück zum Film.

Speaker: So, wir lernen einen sehr erfolgreichen Mann kennen, der sich im Papierbusiness eben hochgearbeitet hat und ab und zu kommt er dazu, dass Leute irgendwie fragen, hä, Papierbusiness, warum machst du denn das?

Speaker: Und dann erklärt er eben nochmal überall, wo Papierbusiness drinsteckt und es geht eben um Flyer und normales Papier hinaus und das ist irgendwie ein ganz nettes Zitat, das habe ich

Speaker: leider nicht mehr gefunden, aber was weiß ich, es fängt, ich denke jetzt irgendwie leider die ganze Zeit an Zigaretten, aber es steckt unter anderem auch in Zigaretten und ganz vielen anderen Sachen drin.

Speaker: Ich verspreche euch, es ist nicht nur das Ungesunde.

Speaker: Der Mann zu liebt auch ein sehr konservatives Leben, denn seinem Konstrukt ist eben der Mann des Familien überhaupt, der Ernährer.

Speaker: Die Frau soll sich um das Haus, um ihr Aussehen kümmern.

Speaker: Natürlich spielt sie klischee-mäßig auch noch Tennis.

Speaker: Wusste ich nicht, dass das in Korea auch so ein Ding ist.

Speaker: Also natürlich spielen die da Tennis, aber ich glaube, als Klischee und Bild ist das doch meist in Amerika oder amerikanischen Filmen.

Speaker: Dann ist natürlich der Junge voll Pubertär und kifft die ganze Zeit mit seinen Freunden.

Speaker: Nur die Geschichte der Tochter finde ich tatsächlich auch mit unter den tragischen Handlungsstrang.

Speaker: Denn die hat irgendwie eine Inselbegabung, die wird aber erst später im Film entdeckt.

Speaker: Da fehlt irgendwie diese Entwicklung, richtige Beziehungen aufzubauen.

Speaker: Und ich glaube, das kommt vor allem durch die fehlende Aufmerksamkeit der Eltern, die sich dann eben noch verstärkt über die Entwicklung des Films und auch die Entwicklung des Vaters, der eben dann entschließt, nicht mehr das routinierte Leben zu haben und unterstützend als Familienvater da zu sein, sondern

Speaker: ja zum Superkiller wird sozusagen.

Speaker: Der Film bleibt definitiv in guter Erinnerung durch viele Szenen und Szenarien und durch die Kameraeinstellungen.

Speaker: Denn es wird zum Beispiel extrem weit rausgesoomt und extrem weit reingezoomt.

Speaker: Es werden Bilder übereinandergelegt, was manchmal ja auch sehr kitschig sein kann, aber in diesem Film funktioniert es sehr gut, zum Beispiel bei Telefonaten.

Speaker: wird irgendwie gezeigt, links im Bild ist der Vater, rechts im Bild ist Frau, Ehefrau und dann sind die sozusagen so übereinander.

Speaker: Es wird auch viel mit Farbe gearbeitet und auch viel mit dem Licht gespielt, wie beispielsweise bei den Bewerbungsgesprächen, da gibt es so eine extreme Sonneneinstrahlung in das Gebäude gegenüber.

Speaker: das dann reflektiert wird und so auf ihn scheint, dass er so geblendet ist, dass er die Chefs nicht sieht, bei denen er eben dieses Bewerbungsgespräch hat und er wirkt dadurch sehr bleich.

Speaker: Auch damit wird diese Szene so wahnsinnig unangenehmer.

Speaker: Wir empfinden tatsächlich Pflanzen eine sehr große Rolle und die wirkt dann tatsächlich auch so ein bisschen metaphorisch, weil Pflanzen

Speaker: Pflanzen, so der Weg des Lebens.

Speaker: Es geht um Photosynthese und Wurzeln fassen.

Speaker: Und jetzt würde ich hier Basti wahrscheinlich auch nochmal fragen, was für ihn Zusammenhalt bedeutet, was man dafür alles tut und welche Geheimnisse man eben im Garten begraben kann oder eben wie viele Leichen man im Keller versteckt.

Speaker: Wie gesagt, zur nächsten Folge dann.

Speaker: Was ich schwierig finde, ist zum Beispiel das Gefühl, dass sich das Tempo des Films so uneinig ist.

Speaker: Weil manchmal funktioniert das gut und schnell.

Speaker: Der Film ist witzig, hat eben diesen schwarzen Humor mit dabei, geht in die Tiefe.

Speaker: Und dann gibt es aber so Szenen, wo man das Gefühl hat, der Wind wird so aus den Segeln genommen.

Speaker: Es geht dann irgendwie viel mehr darum zu sagen, oh, wie toll man scenarisch Szenen irgendwie zeigen kann.

Speaker: Aber es hat dann irgendwie wenig was mit der Handlung zu tun und es fehlt dann eben so ein bisschen am Tempo, was dann eben auch so Auf- und Abs hat.

Speaker: Also wenn man sich an Filme erinnert, wo einfach das Tempo so großartig funktioniert, ist man ja die ganze Zeit dabei.

Speaker: Aber wenn man irgendwie so ein bisschen auch alleingelassen wird, braucht man so ein bisschen Zeit zu verstaufen, um zu sagen, ach,

Speaker: Okay.

Speaker: Ich glaube, ich habe das jetzt verstanden.

Speaker: Auf wie lange geht die Szene noch?

Speaker: Okay.

Speaker: Nee, sieht toll aus.

Speaker: Nee, sieht wirklich gut aus.

Speaker: Geht's jetzt weiter?

Speaker: Und das hat dann eben auch so ein bisschen das Gefühl, dass es so ein bisschen übererklärt wird.

Speaker: So mein Gefühl.

Speaker: Visuell ist der Film aber ein richtig, richtig tolles Spektakel.

Speaker: Ich würde das Wort Spektakel einfach so stehen lassen.

Speaker: Es sind sehr mutige Szenen dabei und ich finde auch, da kann sich der Deutsche mag, sich gerne mal was angucken.

Speaker: Also definitiv nichts für den Kleinbildschirm, sondern vorne geht ins Kino.

Speaker: Es ist ein sehr witziger Film.

Speaker: Er ist sehr clever.

Speaker: Es gibt so Slapstick, die mal funktioniert und mal nicht funktioniert.

Speaker: Aber ich glaube, das kann man diesem Film verzeihen.

Speaker: Es gibt auch ein paar Stellen, die so ein bisschen albern sind.

Speaker: Ich habe mich jetzt dafür entschlossen, wenig zu spoilern.

Speaker: Einfach...

Speaker: weil das dann doch ermutigt, mehr ins Kino zu gehen.

Speaker: Was ich tatsächlich am allerbesten finde, ist die Zusammenarbeit von Musik und Sound.

Speaker: Sprich, man ist so gewöhnt, emotional von Musik getragen zu werden, glaube ich.

Speaker: Und hier gibt es so viele Szenen, die manchmal nur mit einem einzigen Sound und das auch wirklich minutenlang leben.

Speaker: Also es gibt eine Tanzszene, wo...

Speaker: die Ehefrau hingeht und auf ihren Mann wartet und findet dann eben einen Tanzpartner.

Speaker: Und es gibt dann so eine Spannung durch so Eifersucht.

Speaker: Und die ganze Zeit gibt es aber nur das Klackern und das Schleifen des tanzenden Paares.

Speaker: Und ich finde, das ist eine sehr stark gewählte Art und Weise,

Speaker: auch dieses Spiel mitzumachen.

Speaker: Und davon gibt es einige Szenen.

Speaker: Und andersrum gibt es dann aber eben auch wirklich

Speaker: Szenen mit viel Musik, also mit ganz tollen Stücken, die eben, das sind dann koreanische Songs, aber die eben übersetzt werden mit Untertitel und total zur Szene passen.

Speaker: Also es gibt Autofahrsszenen und es gibt auch die erste Mordszene, wird so wahnsinnig laut mit einem Song überspielt.

Speaker: Und das passt alles gar wunderbar.

Speaker: Also das hebe ich hiermit gerne nochmal sehr hoch.

Speaker: Dann kommen wir einmal zu den Fun Facts.

Speaker: So, das Haupthaus wurde für den Film extra gebaut.

Speaker: Der Produktionsdesigner Ryo Seonghi

Speaker: schuf eine Mischung aus dem französischen Baustil und mixte den dann eben mit den wohlhabenden Koreaner aus den 70er und 80er Jahren.

Speaker: Schönes Haus!

Speaker: Guter Garten.

Speaker: Die Dreharbeiten begannen im August 2024 und endeten im Januar 2025 mit einer Gesamtproduktionsdauer von fünf Monaten.

Speaker: Die Nachbearbeitung des Films war für den April 2025 geplant, um eben, und da kann ich aus Erfahrung sprechen, Festivals sind so wichtig für Filme, da immer gut eine Deadline im Kopf zu haben.

Speaker: Und sie wollten halt unbedingt den Film in Cannes prämieren, haben dann aber zu spät eingereicht, deshalb eben Venice.

Speaker: Dort gab es dann aber eine neunminütige Ovation und der wurde hochgelobt von der Kritik.

Speaker: Park Chang-wook wollte den Film ursprünglich tatsächlich als US-Produktion drehen und hat sich dann später dazu entschieden, das doch als koreanischen Film zu machen.

Speaker: Spannend, denn unter anderem Netflix hatte Interesse bekunden, sowohl wie Christian Bale und Nicole Kidman.

Speaker: Der Regisseur arbeitete fast 20 Jahre lang an diesem Projekt.

Speaker: Der Film wurde dem griechisch-französischen Regisseur Costa Gavras gewidmet, der eben vorher diesen Film The X schon mal gedreht hat.

Speaker: Dann kommen wir zu den Lieblingszitaten.

Speaker: Da habe ich jetzt fünf, aber die sind sehr kurz.

Speaker: Und zwar kann man die als, glaube ich, auch Gesellschaftskritik sehen.

Speaker: Und so ist der Film, glaube ich, auch sehr gedacht worden, weil am Ende tatsächlich auch noch KI eine Rolle spielt.

Speaker: Also ich werde es jetzt nicht auf Koreanisch sagen, sondern auf Deutsch.

Speaker: In dieser Welt gewinnt nicht der Beste, nur der Letzte.

Speaker: Arbeitslosigkeit macht aus Menschen Monster.

Speaker: Es gibt immer jemanden, der deinen Platz will.

Speaker: Moral bezahlt keine Rechnungen.

Speaker: Und ich finde den am stärksten.

Speaker: Die Gesellschaft feuert dich zuerst und verurteilt dich danach.

Speaker: Dann kommen wir zu meiner Lieblingsszene.

Speaker: Die Lieblingsszene.

Speaker: Und zwar gibt es eine unfassbare Performance der Schauspielerin, sozusagen eine Doppelschauspielerin, die die Doppelschauspielerin spielt.

Speaker: Verzeiht mir, dass ich den Namen jetzt gerade nicht weiß.

Speaker: Sie ist eben...

Speaker: sehr theatralisch und sie betrügt ihren Ehemann, dann wird der Ehemann erschossen und am Schluss findet sich sozusagen, kommt irgendwie der Kreisel so ein bisschen zurück und sie sitzt eben nochmal vor der Polizei und spielt sich einen Ast ab,

Speaker: um sozusagen sich selber so ein bisschen zu schützen, um nicht in Verdacht zu kommen und lenkt dadurch auch eben diesen Verdacht zu Mansour ab und wie sie das macht, um irgendwie mit dieser Erklärung und diesem von Tränen zu Rührseligkeit, das hat eine solche Komik und das macht so unfassbar viel Spaß, da zuzugucken.

Speaker: Absolut das Highlight für mich.

Speaker: So.

Speaker: Kommen wir zum Fazit.

Speaker: Ich finde, man soll den Film gesehen haben, ja.

Speaker: Ich finde das ganz gut, sich eben mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen und sich damit weiterzubilden.

Speaker: Ich finde den Film nicht weltbewegend.

Speaker: Ich finde, man merkt, dass der Regisseur 20 Jahre daran gearbeitet hat und er wirkt irgendwie so ein bisschen selbstverliebt.

Speaker: Vor allem zum Ende hin fehlt es so an Genialität.

Speaker: Und es fühlt sich dann eben tatsächlich so ein bisschen an wie der ZDF-Erklärbär.

Speaker: Also es wird alles irgendwie nochmal und nochmal und nochmal wiederholt.

Speaker: Es ist ganz toll anzuschauen.

Speaker: Und wie gesagt, diese Spielerei mit Musik und Sound, das hat mich schwerst, schwerst beeindruckt.

Speaker: Ich finde es ihnen auch wahnsinnig gut gespielt.

Speaker: Es ist ein toller, toller Leinwandfilm.

Speaker: Und vor allem, wenn jetzt die Freiluft-Kinosaison eröffnet ist, macht er auch richtig Spaß.

Speaker: Er hat seine Längen.

Speaker: Was ich diesem Film mitgeben würde, ist eben auch nochmal Kill You Darlings, Darling.

Speaker: So, damit sind wir jetzt fast am Ende.

Speaker: Ich hoffe, ihr habt irgendwie durchhalten können mit mir und meiner angekratzten Stimme.

Speaker: Ich verlasse euch dann trotzdem nochmal nicht mit der Szene der Woche, sondern der Film der Woche.

Speaker: Diesmal ist es tatsächlich ein deutschsprachiger Film.

Speaker: Kein deutscher, ein österreichischer Film.

Speaker: Denn No Other Choice hat mich an meinen...

Speaker: Also er gehört definitiv zu meinen Top 10 Lieblingsfilmen.

Speaker: Und zwar ist das ein Josef Hader Film.

Speaker: Und der heißt Wilde Maus.

Speaker: Und da geht es auch um jemanden, der sein und wie er damit umgeht.

Speaker: Und was schwarzen Humor und überhaupt Humor angeht, ist dieser Film.

Speaker: Eine 12 von 10.

Speaker: Ich liebe ihn wirklich sehr.

Speaker: Ich glaube, den kann man gerade auch nochmal in der ZDF Mediatik anschauen.

Speaker: So, das war es von mir.

Speaker: Ich danke euch sehr fürs Zuhören.

Speaker: Ich freue mich natürlich auch auf dich, Basti, falls du zugehört hast und dass wir uns in zwei Wochen wiedersehen.

Speaker: Und ansonsten, ja, frohes ins Freiluftkino gehen, frohes ins Kino gehen.

Speaker: Ich bedanke mich.

Speaker: Macht's gut!

Speaker: Das war Muss man gesehen haben mit Emilia Bernsdorf und Bastian Fischer.

Speaker: So, das Urteil ist gefallen.

Speaker: Wie Forrest Gump sagen würde, das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen.

Speaker: Man weiß nie, was man kriegt.

Speaker: Genau wie bei Filmen.

Speaker: Manchmal ein Treffer und manchmal... Reden wir lieber nicht drüber.

Speaker: Und jetzt kommt der Teil, wo wir euch brauchen.

Speaker: Wenn euch die Folge gefallen hat, lasst uns eine Bewertung da.

Speaker: Kommentiert, schreibt uns, sagt uns eure Meinung.

Speaker: Wir lesen wirklich alles.

Speaker: Auf Instagram findet ihr uns auch.

Speaker: Hinter den Kulissen, mit Kinonews und gelegentlich auch Fotos von uns.

Speaker: Wie Schwarzenegger schon sagte, I'll be back.

Speaker: In unserem Fall, we'll be back.

Speaker: Bis in zwei Wochen mit dem nächsten Film.

Speaker: Tschüss.

Speaker

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