Become a Creator today!Start creating today - Share your story with the world!
Start for free
00:00:00
00:00:01
Avatar
17 Plays6 hours ago

Diese Woche sind Emilia und Basti mit einem ziemlich schweren Brocken aus dem Kino zurückgekommen: Nürnberg von James Vanderbilt, mit Russell Crowe als Hermann Göring, Rami Malek als US-Gefängnispsychiater Douglas Kelley und Michael Shannon als Chefankläger Robert H. Jackson. Der Film erzählt von den Wochen vor und während des Hauptkriegsverbrecherprozesses ab November 1945, in denen das Völkerrecht geboren wurde. Ein Psychiater, ein Massenmörder, viele Gespräche. Und die Frage, die einen so schnell nicht mehr loslässt: Was ist eigentlich das Böse?

Aber muss man ihn gesehen haben? Hört rein und findet es heraus.
Hinterlasst uns eine Sprachnachricht und werdet Teil der nächsten Episode:
www.mussmangesehenhaben.de

___
REGIE
James Vanderbilt

DREHBUCH
James Vanderbilt, Jack El-Hai

DARSTELLER*INNEN
Hermann Göring - Russell Crowe
Douglas Kelley - Rami Malek
Robert Jackson - Michael Shannon
Sir David Maxwell Fyfe - Richard E. Grant
Howard Triest - Leo Woodall

KAMERA
Dariusz Wolski

MUSIK
Brian Tyler

---
SHOW NOTES
The Holdovers
Astor Film Lounge
22 Zellen in Nürnberg
Jack El-Hai, Der Psychiater und die Nazis
Mad Men
Die Nürnberger Prozesse, arte Doku
Nürnberg 45 - Im Angesicht des Bösen, ZDF Doku
Peter Kurth
Margo's Got Money Troubles
Martha Gellhorn

Jetzt auch die ganze Folge auf YouTube sehen:
https://youtu.be/iBC5HZIxPlA

Abonniert den Newsletter:
https://mussmangesehenhaben.substack.com

Und hinterlasst uns gerne eine positive Bewertung auf der Podcast-Plattform Eurer Wahl, um uns zu unterstützen.
Danke Euch!

Transcript

Begrüßung der Zuhörer

00:00:07
Speaker
Willkommen zu einer neuen Ausgabe Muss man gesehen haben.
00:00:10
Speaker
Hier sind eure Gastgeber Emilia und Bastian.
00:00:13
Speaker
Da sind wir wieder.
00:00:14
Speaker
Hallo Basti.
00:00:16
Speaker
Hallo liebe Emilia.
00:00:17
Speaker
Schön dich zu sehen.
00:00:17
Speaker
Schön dich zu sehen.
00:00:18
Speaker
Hi na.

Besprechung von Kinobesuchen

00:00:20
Speaker
Wir waren wieder im Kino.
00:00:23
Speaker
Wir waren wieder im Kino.
00:00:24
Speaker
Ja, Tatsache.
00:00:25
Speaker
Und es war sehr, sehr schön.
00:00:27
Speaker
Ich überlege gerade, ob ich erst das Intro mache und dir dann sage, in welchem Kino ich war oder ob ich dir gleich sage, in welchem Kino ich war und ich dann das Intro mache.
00:00:33
Speaker
Ich würde sagen, vielleicht gehe ich einfach zuerst und sage zuerst, in welchem Kino ich war.
00:00:37
Speaker
Dann frage ich dich, in welchem Kino du warst und dann kannst du sagen, in welchem Kino du warst und das Intro machen.
00:00:44
Speaker
Wunderbar, so machen wir das.
00:00:45
Speaker
Klingt auch super.
00:00:46
Speaker
Einwandfrei.
00:00:47
Speaker
Ja, ich war in meinem fast so Wohnzimmerkino, würde ich sagen.
00:00:52
Speaker
Gefühlt gehe ich da am öftesten hin, gerade in dem wunderbaren Rollberg-Jork-Kino.
00:00:57
Speaker
Ah, da war ich auch schon mit dir.
00:00:58
Speaker
Das ist ein sehr schönes Kino.
00:00:59
Speaker
Genau, stimmt.
00:01:00
Speaker
Da haben wir die Holdovers.
00:01:02
Speaker
Die Holdovers angeschaut.
00:01:03
Speaker
Sehr schöner Film.
00:01:04
Speaker
Auch eine Folge kann man sich gerne zurückklicken, falls man Lust hat, auf einen guten Weihnachtsfilm.
00:01:09
Speaker
Ja.
00:01:10
Speaker
Ich empfehle ihn an Weihnachten vor allem, wollte ich auch gerade sagen.
00:01:12
Speaker
Das wäre, glaube ich, am sinnvollsten.
00:01:14
Speaker
Aber auch sonst ist er gut.
00:01:15
Speaker
Und du, du meintest gerade, du warst in einem Special-Kino.

Einführung in das Thema: Film 'Nürnberg'

00:01:20
Speaker
Ja, also was heißt Special-Kino?
00:01:21
Speaker
Aber ich war in der Astor Film Lounge in München, das ist ein ehemaliger, oder im Ari.
00:01:25
Speaker
Und ich muss ehrlich gestehen, ich war da noch nie.
00:01:28
Speaker
Aber der Film, den wir heute besprechen, also Nürnberg sieht ja jeder in der Überschrift, wenn er auf die Kachel auf Spotify oder wo auch immer drücker klickt.
00:01:35
Speaker
Der lief tatsächlich nur vereinzelt in München, vor allem im Original und das war eins der wenigen Kinos, wo der gezeigt wurde und ich bin da rein.
00:01:43
Speaker
Wie gesagt, war da noch nie.
00:01:44
Speaker
Und es ist so eine schöne Atmosphäre, also alles so, auch so grüner Plüsch und du hast eine richtige Bar und da stehen überall Aperitive, also Sekt und Orangensaft und da kann man sich einfach was wegnehmen und es war total schön, die haben auch Service am Platz.
00:01:58
Speaker
Und ich war im Club-Kino unten und

Historischer Kontext der Nürnberger Prozesse

00:02:03
Speaker
da ist das Kino auf beiden Seiten von deckenhohen Bücherregalen gesäumt und da stehen auch tatsächlich, wer hätte das gedacht, Bücher drin.
00:02:11
Speaker
Und echte Bücher.
00:02:12
Speaker
Ich habe sogar welche rausgenommen und geschaut, ob das jetzt nur so war.
00:02:14
Speaker
Meterbücher sind Meterware.
00:02:16
Speaker
Nee, tatsächlich Billetristik, vor allem, soweit ich das gesehen habe.
00:02:18
Speaker
Vielleicht auch Sachbücher.
00:02:19
Speaker
Aber ich habe vor allem Billetristik gesehen.
00:02:21
Speaker
Und es steht pickepacke voll bis oben unter die Decke.
00:02:23
Speaker
Es ist voll mit Büchern.
00:02:25
Speaker
Und das war natürlich für mich ein totaler Treffer ins Herz, dieses Kino.
00:02:29
Speaker
Also wirklich total schön.
00:02:30
Speaker
Da kann man auch noch ein Weißbier dann bestellen am Platz.
00:02:32
Speaker
Die kommen dann an und machen das.
00:02:33
Speaker
Also es war wirklich ein richtig schönes Kinoerlebnis.
00:02:36
Speaker
Und ich kann es nur empfehlen.
00:02:38
Speaker
Ich

Psychologische Studien im Film

00:02:39
Speaker
werde da jetzt öfter hingehen.
00:02:40
Speaker
Es ist ein wunderschönes Kino.
00:02:41
Speaker
Danke, Astor Film Lounge in München.
00:02:44
Speaker
Sehr nice.
00:02:45
Speaker
Ja, und ich muss wieder mal sagen, ich kriege kein Geld dafür, dass ich es sage.
00:02:47
Speaker
Also von daher, dass es wirklich kommt von Herzen.
00:02:49
Speaker
Ja.
00:02:51
Speaker
So.
00:02:51
Speaker
Gut.
00:02:52
Speaker
Dann sage ich gleich mal an, worüber wir uns heute unterhalten.
00:02:56
Speaker
Ich habe schon gesagt, wir unterhalten uns über den Film Nürnberg.
00:02:59
Speaker
Für alle, die es nicht wissen, aber ich glaube, es ist doch einigermaßen historische Grundkennung.
00:03:04
Speaker
In dem Film geht es um die Nürnberger Prozesse 1945 und 1946.
00:03:08
Speaker
Der Schauplatz ist deshalb der Saal 600 im Nürnberger Justizpalast, wo der internationale Militärgerichtshof ein Tribunal gegen die 24 Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes, also die man zu fassen bekommen hat, muss man ja auch sagen, denn es gab ja natürlich viele, die sich der Justiz entzogen haben, indem sie Selbstmord

Themen von Gerechtigkeit und Rache

00:03:25
Speaker
begangen haben, unter anderem eben Adolf Hitler.
00:03:28
Speaker
Aber die, die eben noch übrig waren, die die Leute, die die Alliierten aufgefasst haben, gegen die wurde dort verhandelt und der prominenteste von ihnen war Hermann Göring, eigentlich der zweithöchste Mann im Staat hinter Adolf Hitler.
00:03:46
Speaker
Über die Nürnberg-Prozesse muss man auch wissen, es war das größte Medienspektakel seiner Zeit.
00:03:51
Speaker
Also es gab noch nie etwas Ähnliches.
00:03:53
Speaker
Es gab dafür tatsächlich technische, technologische Erneuerungen, die es so noch nicht gab.
00:03:57
Speaker
Es gab Simultandolmetschungen in Echtzeit.
00:03:59
Speaker
Das, was für uns selbstverständlich ist, wenn man jetzt in die UN schaut, das gab es damals noch nicht.
00:04:02
Speaker
Das war amerikanische Technologie.
00:04:04
Speaker
Und das ganze Gerichtssaal wurde voller Lampen gehängt, dass sogar die Angeklagten dort Sonnenbrillen tragen mussten, weil es so hell war.
00:04:13
Speaker
Weil man natürlich noch nicht die Filmempfindlichkeit hatte, die man jetzt hat oder so.
00:04:16
Speaker
Da braucht man richtig Licht, dass man da reingekarrt hat.
00:04:19
Speaker
Also es war ein richtiges, richtiges Spektakel.
00:04:21
Speaker
Und der Film handelt eben von diesen Prozessen.
00:04:24
Speaker
Und vor allem geht es aber um die Beziehung zwischen einem amerikanischen Militärpsychologen, Douglas Kelly,
00:04:30
Speaker
der damit beauftragt wird, die 24, am Ende sind es noch 22, einer begeht Selbstmord und ein anderer wird dann nicht aufgegriffen, wie auch immer.
00:04:39
Speaker
Er soll sich anschauen und eben bewerten, ob sie für den Gerichtsprozess zur Verfügung stehen, ob sie irgendwelche psychologischen Hindernisse erkennen können.
00:04:50
Speaker
Er soll vor allem auch erkennen, sie studieren.
00:04:52
Speaker
ob es denn auch psychologische Merkmale gibt, an denen man das Böse erkennen kann.
00:04:56
Speaker
Oder ob es vielleicht sogar genetisch bedingt ist.
00:04:58
Speaker
Solche Fragen haben die Leute damals auch umgetrieben.
00:05:00
Speaker
Mittlerweile wissen ja natürlich, dass das nicht so ist.
00:05:02
Speaker
Und diese Beziehung, die sich dann entwickelt zwischen Hermann Göring und Douglas Kelly, gespielt von Rami Malek und Hermann Göring von Russell Crowe, muss ich an dieser Stelle auch sagen, sehr gut gespielt, die ist dann ein bisschen so diese Verdichtung dieser Ideologien, die dort aufeinanderprallen.

Reflexion über die Darstellung von Gerechtigkeit

00:05:16
Speaker
Und es geht am Ende des Beziehungsvorsitzes,
00:05:18
Speaker
Am Ende geht es in dem Film um eigentlich die Frage, was ist das Böse?
00:05:24
Speaker
Wie wird man zu einem Massenmörder?
00:05:25
Speaker
Woran kann man das erkennen?
00:05:26
Speaker
Kann man es über Ken erkennen?
00:05:28
Speaker
Und vor allem aber stellt eine ganz, ganz wichtige Frage, finde ich, und die ist, Recht oder Rache?
00:05:35
Speaker
Und da es diese Prozesse gab, haben sich natürlich die Alliierten damals für das Recht und nicht für die Rache entschieden.
00:05:41
Speaker
Und in dem Film wird relativ deutlich, warum das wichtig war.
00:05:45
Speaker
Und ich glaube, wir können in unserer Besprechung heute auch ein bisschen darauf eingehen, warum das wichtig war, warum das Epochal war und was sich daraus alles entwickelt hat und warum der Film nach wie vor jetzt, obwohl es mittlerweile 81 Jahre her ist, immer noch hoch, hoch relevant und aktuell ist.
00:05:58
Speaker
Leider.
00:05:59
Speaker
Ja, ich würde dazu aber nochmal sagen, vor allem das Filmthema ist hochaktuell und wichtig.
00:06:05
Speaker
Also ich würde jetzt gar nicht mal den Film jetzt schon so auf dem Silbertablett präsentieren, um zu sagen, oh, das ist ein sehr wichtiger Film.
00:06:11
Speaker
Ich finde einfach, der Hintergrund des Films ist da...
00:06:16
Speaker
Sehr wichtig.
00:06:17
Speaker
Du möchtest noch kein Urteil vorwegnehmen, meintest du?
00:06:19
Speaker
Ich möchte, genau.
00:06:21
Speaker
Ich wollte das aber jetzt auch noch nicht an ein Urteil verknüpfen, aber ich glaube, wichtig ist der Film, unabhängig davon, aber gut oder schlecht ist, auf jeden Fall.
00:06:29
Speaker
Sowas würde ich schon vorwegnehmen, aber es soll jetzt nicht als Urteil gegenüber dem Film generell angesehen werden.
00:06:34
Speaker
Jetzt habe ich eine Frage für dich, gleich zu Anfang.
00:06:36
Speaker
Okay, ich bin gespannt.
00:06:38
Speaker
Was ist der 8.
00:06:39
Speaker
Mai für dich?
00:06:42
Speaker
Ich weiß, was du am 1.
00:06:43
Speaker
Mai immer machst.
00:06:46
Speaker
In Berlin.
00:06:48
Speaker
Was assoziierst du mit dem 8.
00:06:50
Speaker
Mai?
00:06:53
Speaker
Der 8.
00:06:54
Speaker
Mai.
00:06:54
Speaker
Oh, wow.
00:07:00
Speaker
Der ist ja noch gar nicht so lange her.
00:07:02
Speaker
Erst ein paar Tage liegt er hinter uns.
00:07:04
Speaker
Der liegt erst ein paar Tage.
00:07:07
Speaker
Das war keine Fangfrage oder so.
00:07:09
Speaker
Ich wollte genau wissen, was dir da durch den

Debatte über die Todesstrafe und Demokratie

00:07:11
Speaker
Kopf geht.
00:07:12
Speaker
Nicht viel.
00:07:14
Speaker
Was isst du denn mit dem 8.
00:07:16
Speaker
Mai?
00:07:17
Speaker
Also das ist ja auch überhaupt gar kein Problem, deswegen frage ich ja, weil wir haben ja in Deutschland für durchaus einige Ereignisse in unserer Geschichte Feiertage.
00:07:27
Speaker
Dazu gehört zum Beispiel der 3.
00:07:28
Speaker
Oktobertag der Deutschen Einheit.
00:07:31
Speaker
9.
00:07:31
Speaker
November auch, wobei es kein Feiertag, aber es ist zumindest ein Erinnerungstag zu den Pogromen, Reichskristallnacht und so weiter.
00:07:38
Speaker
Der 8.
00:07:39
Speaker
Mai ist in Deutschland allerdings kein Feiertag.
00:07:41
Speaker
Und deswegen kannst du mit dem 8.
00:07:42
Speaker
Mai, assoziierst du auch nicht allzu viel, weil wenn du dort frei hättest und es dort etwas zu gedenken gäbe, dann wüsstest du das natürlich.
00:07:49
Speaker
Und das ist schon mal die allererste Frage, warum ist der Tag oder der 8.
00:07:52
Speaker
Mai kein Feiertag?
00:07:55
Speaker
Darf ich dir die Frage stellen?
00:07:57
Speaker
Basti, warum ist eigentlich der 8.
00:07:58
Speaker
Mai in Deutschland kein Feiertag?
00:08:01
Speaker
Danke, dass du mir meine rhetorische Frage nochmal so vorsetzt.
00:08:05
Speaker
Also der ist kein Feiertag, weil, also am 8.
00:08:08
Speaker
Mai ist ja Ende des Zweiten Weltkriegs und deshalb ist es der Tag der Befreiung von der Nazi-Diktatur und dem Nazi-Terrorregime durch die

Technische und authentische Darstellung der Prozesse

00:08:17
Speaker
Alliierten.
00:08:18
Speaker
Meiner Meinung nach ist das ein Grund, den zum Feiertag zu erklären, weil wenn wir nicht befreit worden wären von der Nazi-Diktatur, dann hätten wir alles das, was wir jetzt für selbstverständlich erachten, nämlich freie Meinungsäußerung, Demokratie, all das, was unser Leben auszeichnet und ihm große Qualität verleiht, hätten wir all das nicht.
00:08:35
Speaker
Aber das ist ein sehr groß aufgemachtes Gedankengespiel, weil wie du schon gesagt hast, das ist jetzt über 80 Jahre her.
00:08:42
Speaker
Wer weiß, wer weiß,
00:08:45
Speaker
Ja, aber wir hätten ja trotzdem... Es geht ja nicht um den Zeitpunkt, es geht ja darum, dass wir trotz alledem von einer Diktatur befreit wurden.
00:08:54
Speaker
Ob das jetzt 45 war oder ob das 55 gewesen wäre oder wann auch immer, aber wir hätten befreit werden müssen, weil aus eigenem Antrieb haben wir es ja nicht geschafft, ganz offensichtlich.
00:09:03
Speaker
Also von daher ist es gar nicht so abstrakt.
00:09:05
Speaker
Die Frage ist ja nicht nach dem wann, sondern die Frage ist ja, dass es geschehen ist.
00:09:09
Speaker
Und deshalb ist es ein Grund dafür, finde ich zumindest, sich daran zu erinnern.
00:09:13
Speaker
Ist natürlich allerdings, in der deutschen Geschichte war es schwierig.
00:09:16
Speaker
Lange Zeit wurde als Tag der Niederlage gesehen, was natürlich, finde ich, historisch betrachtet eine wirklich...
00:09:25
Speaker
sehr problematische Sichtweise ist.
00:09:26
Speaker
Und erst 1985 wurde das dann tatsächlich mit einer Rede von Richard von Weizsäcker im Bundestag, auch zum Tag der Befreiung, offiziell im Wortgebrauch der deutschen Regierung.
00:09:35
Speaker
Und ich finde, das ist ganz wichtig, auch zur Einleitung, das so mal zu kontextualisieren, weil ich glaube, wenn man das nicht als Tag der Befreiung sieht, den 8.
00:09:43
Speaker
Mai, dann unterliegt man schon einer gewissen historischen, ja, ähm,
00:09:50
Speaker
die auch das Bild danach durchaus eintrüben könnte.
00:09:54
Speaker
So, so wie dazu.
00:09:56
Speaker
Okay.
00:09:56
Speaker
Jetzt bist du dran.
00:09:57
Speaker
Was ist denn in dem Film das Erste, was dir so, jetzt, wenn du ihn nochmal Revue passieren lässt, was hast du am allerersten in Erinnerung?
00:10:06
Speaker
Welche Eindrücke vom Film?
00:10:08
Speaker
Die Eindrücke des Films, also ich finde, was es ganz gut eben beginnt mit, es beginnt eben mit der, äh,
00:10:19
Speaker
Kapitulation des Hermann Görings, der in seinem Taxi sitzt mit seiner Tochter zusammen und die weiße Fahne schwingt, um sich eben den Alliierten zu ergeben.
00:10:32
Speaker
Und dann wird er eben verhaftet und

Kritik an amerikanischer Perspektive und Narrativ

00:10:38
Speaker
dann beginnt man ja nebenbei aber auch die Reise des Douglas Kelly, also des Psychologen, nebenbei mitzuerleben, wie er eben nach Deutschland kommt und in einem Zug sitzt und dann eine Journalistin auch noch kennenlernt und einberufen wird, um eben zu sagen, okay, er ist jetzt verantwortlich, die
00:11:01
Speaker
psychologische Betreuung der Nazis zu übernehmen.
00:11:07
Speaker
Ja.
00:11:08
Speaker
Man muss auch sagen, dass Douglas Kelly keine erfundene Figur ist, ist eine echte Figur.
00:11:12
Speaker
Es gibt auch ein Buch von ihm, das ist derselbe Psychiater eben, in dem Film gespielt von Rami Malek, wie schon gesagt, der das eben gemacht hat, die diese Untersuchungen durchgeführt hat über, wie gesagt, fast ein Jahr.
00:11:24
Speaker
Und das Buch heißt 22 Zellen in Nürnberg.
00:11:27
Speaker
Das ist seine Wiedergabe dessen, was er dort eben festgestellt hat, von seinen Untersuchungen.
00:11:32
Speaker
Und darauf basiert der Film zum Teil... Große Hoffnungen, warum er eben diesen Job dann auch annimmt.
00:11:37
Speaker
Dann zu sagen, okay, als Psychologe hat man dann eben noch die Chance auf den großen Buch.
00:11:41
Speaker
Den kann man auch vorwegnehmen, glaube ich, als kleiner Funfact.

Balance zwischen historischer Genauigkeit und Unterhaltung

00:11:45
Speaker
Floppte total.
00:11:46
Speaker
Ist leider...
00:11:47
Speaker
Ist nicht gut angekommen in Amerika.
00:11:49
Speaker
Weil es dann nicht mehr in die Zeit passte, weil die Leute einfach des Krieges müde waren und darüber wenig hören wollten.
00:11:55
Speaker
Das wird so zumindest kolportiert oder das wird als Grund oft genannt.
00:12:00
Speaker
Dann gibt es aber auch noch das Buch von Jekyll High.
00:12:03
Speaker
Das ist der Psychiater und die Nazis.
00:12:06
Speaker
Auf dem basiert die
00:12:08
Speaker
Genau, auf dem basiert das Buch eigentlich.
00:12:10
Speaker
Das ist nochmal so diese Meta-Ebene, wo er eben sich den Fall Douglas Kelly anschaut, was er gemacht hat und was das eben historisch auch aussagt.
00:12:18
Speaker
Darauf basiert das Ganze.
00:12:19
Speaker
Also es ist durchaus basierend auf wahren Begebenheiten.
00:12:23
Speaker
Nicht nur natürlich die Nürnberger Prozesse, sondern auch die anderen ProtagonistInnen, die dort mitspielen.
00:12:28
Speaker
Das ist ja schon mal wichtig zu wissen auch.
00:12:30
Speaker
Genau.
00:12:32
Speaker
Hermann Göring wird festgenommen, hast du schon gesagt.
00:12:34
Speaker
Sagt dann auch, mein Gepäck ist hinten im Kofferraum.
00:12:37
Speaker
So etwas, wie soll ich sagen, natürlich selbstsicher und jemand, dem seine Sachen immer hinterhergetragen werden.
00:12:45
Speaker
Da wird auch schon gleich eine Charakterkomponente aufgemacht.
00:12:48
Speaker
Und dann geht das ja so weiter und ich finde, was ich dann auch gleich spannend fand und da wird gleich so ein bisschen der Ton gesetzt auch für den Film ist, es

Abschließende Gedanken und Empfehlungen

00:12:55
Speaker
ist dann so ein Umschnitt, dann klopft jemand nachts an die Tür im Regen in Washington und es öffnet jemand die Tür, das ist dann Robert Jackson, ein Richter des Supreme Court, des obersten Gerichtshofs in den USA und ihm wieder erzählt, dass Hermann Göring gefasst wurde und dass...
00:13:09
Speaker
Was er sich wünschen würde mehr oder weniger, dass er dort aktiv wird, weil die Alliierten eigentlich sich vorstellen könnten, die alle an die Wand zu stellen und zu erschießen innerhalb von 48 Stunden.
00:13:18
Speaker
Wo man auch sagen kann, man kann das so ein bisschen nachvollziehen, woher der Gedanke kommt.
00:13:25
Speaker
Man hat jetzt nicht gerechnet, wie mit Emilia, aber... Also ich finde, sie sitzt ja dann eben auch mit mehreren und dann geht es, wie du von Anfang an ja eben auch gesagt hast, eben um die Frage, was man tut.
00:13:38
Speaker
Ob man sich jetzt eben recht oder ob man Gerechtigkeit walten lässt und wie diese Art von Gerechtigkeit dann eben aussehen soll.
00:13:44
Speaker
Weil sie ja dann eben auch auf das stoßen und sagen, naja, es kann ja nicht sein, dass Amerika jetzt als einziger...
00:13:51
Speaker
da ist und dann eben diesen Trial hält, sondern wenn, müssen es ja alle vier sein.
00:13:56
Speaker
Also es muss England sein, Amerika sein, Russland sein und

Schlussfolgerung und Ausblick auf zukünftige Inhalte

00:14:02
Speaker
Frankreich sein.
00:14:04
Speaker
Genau, die vier alliierten Mächte.
00:14:08
Speaker
Und wie man das eben macht und dann eben davor steht und zu sagen, wird das eben eine große Farce?
00:14:16
Speaker
Oder weil die Assistentin ja dann auch sagt, dass das der absolute...
00:14:22
Speaker
Und Albtraum ist, um das überhaupt zu organisieren und auf die Beine zu stellen.
00:14:26
Speaker
Genau, er hat dann nämlich eine Unterhaltung mit seiner Frau kurz darauf, nachdem der nächtliche Besucher gegangen ist und er in den Austausch mit seiner Frau tritt und sie ihm sagt, wie stellst du das überhaupt vor, das ist überhaupt gar nicht möglich, es gibt keine Gesetze, die für sowas geschaffen sind, es gilt die Souveränität der Staaten.
00:14:41
Speaker
Und wie möchtest du einen solchen Prozess aufziehen?
00:14:44
Speaker
Noch dazu auch technologisch, weil du brauchst ja auch vier Sprachen, mindestens eben die der Alliierten, plus eben auch Deutsch.
00:14:51
Speaker
Wie stellst du dir das vor?
00:14:52
Speaker
Und da wird schon mal zum ersten Mal so dieser Ton gesetzt, dass es wirklich etwas noch nie dagewesenes, ein komplettes Novum, eine Zensur in der Historie bedeuten muss, wenn man diesen Prozess führen möchte.
00:15:05
Speaker
Und es wird eben wichtig, warum die Entscheidung, das Recht und nicht auf Rache zu setzen, so wichtig ist.
00:15:16
Speaker
Denn es wird dann auch im Verlauf dieser Unterhaltung gezeigt, es werden dadurch juristische Begründungen,
00:15:23
Speaker
Verbrechen oder juristische Bewertungen geschaffen, die es davor noch gar nie gab.
00:15:26
Speaker
Zum Beispiel Verbrechen gegen den Frieden gab es noch nie.
00:15:29
Speaker
Es gab Verbrechen gegen die Menschlichkeit gab es noch nie.
00:15:31
Speaker
Völkermord gab es bis zu diesem Zeitpunkt der Nürnberger Prozesse noch nie.
00:15:35
Speaker
Das sind alles Begriffe des Völkerrechts, die jetzt mittlerweile für uns geläufig sind, die es aber davor noch nie gab.
00:15:41
Speaker
Und das ist genau dieser juristische Neuanfang, weil die
00:15:47
Speaker
dieser Prozess meiner Meinung nach eine zivilisatorische Notwendigkeit war, um auch wieder einen Punkt der Menschlichkeit neu zu definieren.
00:15:58
Speaker
Und das hat Robert Jackson erkannt und deswegen hat er sich dann eben dafür eingesetzt, dass diese Gerichtsverhandlung eben auch stattfindet und begann das aufzuziehen.
00:16:10
Speaker
Genau.
00:16:11
Speaker
So, man befindet sich also in Nürnberg, im zerbombten Nürnberg.
00:16:15
Speaker
Die Nazis werden eingeflogen, zusammen mit dem Psychologen.
00:16:22
Speaker
Und jetzt wird eben dieser große...
00:16:27
Speaker
noch nebenbei aufgebaut und es kommt eine große Medienaufmerksamkeit dazu und Douglas Kelly fängt eben seine Arbeit an, wird dabei unterstützt von Sergeant Howey Treist, gespielt von Leo Woodow.
00:16:45
Speaker
Und hat dann bezieht sozusagen seine ganzen
00:16:50
Speaker
Befehle vom Colonel, Colonel, Colonel, Bertin Andrews, gespielt von John Slattery, den man vor allem, würde ich sagen, aus Mad Men kennt.
00:17:09
Speaker
Stimmt, ja, stimmt, da kann ich dir, danke, daher kann ich dir, genau.
00:17:13
Speaker
Ja, hat mich total gefreut, den zu sehen, er spielt den Colonel, jetzt habe ich es,
00:17:19
Speaker
Fantastisch, sehr gut.
00:17:21
Speaker
Ein sehr anderes Gesicht mal zu sehen von ihm und eine andere schauspielerische Seite.
00:17:27
Speaker
Der muss auch so ein bisschen gewissener, wie er dargestellt wird, offensichtlich, weil der ist zum Beispiel durch den Gerichtssaal immer mit der Peitsche, also mit so einer Reitrute, so heißt das, gelaufen und hat dann immer auf die Zeugenstände geschlagen und so.
00:17:40
Speaker
Also der hat schon versucht, ein bisschen Terror den Leuten so beizubringen und deswegen, der spielt den sehr, sehr gut.
00:17:48
Speaker
Und dann auch noch eine große, finde ich, Besetzungsüberraschung ist Colin Hanks.
00:17:55
Speaker
der Sohn unseres heißgeliebten, tollen Schauspieler Tom Hanks als der Dr. Gustav Gilbert.
00:18:03
Speaker
Also ich würde sagen, besetzungstechnisch ein sehr interessanter Mix mit Rami Malek und Russell Crowe in den Hauptrollen, die sich ja sehr viel Screenside einnehmen.
00:18:21
Speaker
Genau, und dann gibt es dann eben auch noch so eine gewisse Zeitgeschichte, wo ich gesagt habe, ich weiß nicht, ob es das für mich gebraucht hätte, und zwar die Geschichte zwischen dem Psychologen und der Frau von Hermann Göring, wo er die dann aufsuchen soll und die Briefe wiedergibt, um dann eben
00:18:46
Speaker
als Psychologe gesagt, und das ist natürlich ganz toll, wenn ich jetzt noch den persönlichen Kontakt zur Familie habe, weil dadurch verstehe ich mehr über den Menschen Hermann Göring.
00:18:58
Speaker
Genau, also ich glaube, in dem Film, ich habe mich, glaube ich, so ein bisschen schwer damit getan, wo der Hauptfokus drin lag.
00:19:07
Speaker
Ob man sagt, man geht jetzt wirklich über die Prozesse und macht das als Hauptfokus oder man nimmt eben die Person und die Beziehung zwischen Hermann Göring und dem Douglas Kelly.
00:19:18
Speaker
Und ich finde, man hat sich da nicht so ganz festgelegt.
00:19:22
Speaker
Und das, finde ich, merkt man dem Film an.
00:19:24
Speaker
Und das hat dann eben auch so eine gewisse...
00:19:27
Speaker
Also was ich zum Beispiel dann schwierig fand, ist zu sagen, die Nürnberger Prozesse, die sollten wirklich erzählt werden mit einer Hartnäckigkeit und mit etwas, was der Geschichte würdig ist und da aber nicht in irgendwie so ein Story-Ding verfallen.
00:19:51
Speaker
Wenn du verstehst, was ich meine.
00:19:52
Speaker
Ich weiß nicht, wie es dir dabei ging.
00:19:55
Speaker
Also ich würde mal sagen, die Beziehung zu der Familie von Hermann Göring, finde ich, dient zweierlei Aspekten.
00:20:04
Speaker
Zum einen dient sie, um zu zeigen, dass Douglas Kelly, der Psychiater, eben sich auch, der wird in den Bann gezogen von Hermann Göring.
00:20:13
Speaker
Er hat durchaus eine Persönlichkeit, die einen in den Bann ziehen kann.
00:20:18
Speaker
Er ist durchaus charismatisch, wird auch in dem Film gezeigt.
00:20:21
Speaker
Das finde ich teilweise auch problematisch.
00:20:23
Speaker
Allerdings ist es historisch doch auch belegt, dass das so gewesen sein soll zumindest.
00:20:29
Speaker
dass er auch rhetorisch sehr, sehr gut war, wie man ja dann auch, da kommen wir später drauf zu sprechen, wenn er dann ins Kreuzverhör genommen wird von Robert Jackson eben und im Zeugenstand seine Aussage macht.
00:20:38
Speaker
Ich glaube, wozu es dient, ist eben das zu zeigen, dass er eben in den Bann von Hermann Göring fällt.
00:20:43
Speaker
Natürlich sieht er auch die Möglichkeit, die Familie von Hermann Göring, da tiefere Einblicke zu gewinnen für seine Arbeit und auch für das Buch, das er schreiben möchte, natürlich.
00:20:50
Speaker
Aber ich glaube, das ist vor allem auch das, weil es durchaus auch dieses Professionelle übersteigt.
00:20:54
Speaker
Da ist eine persönliche Komponente.
00:20:56
Speaker
Ich glaube, das zeigt uns,
00:20:57
Speaker
Der andere Aspekt, dem es dient, ist auch eben Hermann Göring als einen Familienmenschen zu zeigen, der er historisch auch war.
00:21:03
Speaker
Und das öffnet dann so eine, fast so eine Nichtvereinbarkeit zwischen einem Menschen, der ja eigentlich für den Massenmord steht, eines Terrorregimes und dann auf der anderen Seite jemand ist, der ein so großer Familienmensch ist, der seine Tochter liebt über alles, Briefe schreibt, die durchaus sehr emotional und voller Liebe sind, ähm,
00:21:25
Speaker
Und ich glaube, das ist aber auch relativ wichtig, weil wir dann wieder auf diesen Punkt zu sprechen kommen, dadurch, dass man das Böse an sich ist keine Singularität.
00:21:34
Speaker
Das Böse an sich ist nichts etwas, worauf man klar mit dem Finger weisen kann und sagen kann, das ist das Böse.
00:21:40
Speaker
Und ich glaube, das wird dadurch erreicht, dass diese Beziehung zu seiner Familie dadurch in den Vordergrund gerückt wird.
00:21:46
Speaker
Und es einem dadurch nicht so einfach macht zu sagen, der war böse und deswegen können wir das auch so ein bisschen ausgliedern.
00:21:53
Speaker
Der Film an sich, also als das, was wir jetzt gesehen haben, der fragt ja die Frage gar nicht so intensiv.
00:22:02
Speaker
Der sagt ja im Prinzip einfach nur, oh, hier ist die Geschichte zwischen dem Psychologen und Hermann Göring vor...
00:22:10
Speaker
den Nürnberger Prozessen und dann gibt es sozusagen den zweiten Teil, wo es um die Nürnberger Prozesse geht, wo wir also im Gerichtssaal sitzen, wo es dann auch dazu geht, also sozusagen, Hermann Göring wurde auch nicht am ersten Tag vernommen, es geht dann um die
00:22:30
Speaker
Genau, also dass er dann eben vernommen wird.
00:22:31
Speaker
Um den großen Tag geht es davor, wird irgendwie das allererste Mal vor internationalem Publikum eben auch die Videomaterial aus den Kanzetts gezeigt und was er dann, ja,
00:22:48
Speaker
was ein sehr krasses, stilistisches Mittel ist.
00:22:51
Speaker
Und ich finde das auch sehr gut, dass das nochmal gezeigt wurde.
00:22:55
Speaker
Aber ich finde einfach, dass der Film an sich sich eben nicht so ganz festgelegt hat, worum es jetzt eigentlich gehen soll.
00:23:03
Speaker
Hm, okay.
00:23:05
Speaker
Also ich würde, ja...
00:23:09
Speaker
Ich glaube, also und ich finde schon, dass das zum Teil gelingt.
00:23:12
Speaker
Ich finde, dass eben, es treffen ja auch Ideologien aufeinander in diesem Prozess natürlich.
00:23:17
Speaker
Da hast du es auf der einen Seite, hast du eben demokratische Länder wie Großbritannien, die USA und Frankreich und dann hast du natürlich auch noch die Sowjetunion, die auch im Ganzen so ein bisschen rausfällt, sag ich mal, weil sie eben nicht demokratisch ist, aus diesem Grund.
00:23:34
Speaker
Und da prallen natürlich auch ein paar Welten aufeinander und
00:23:38
Speaker
Jetzt kann man sagen, es ist gut oder schlecht gemacht, da können natürlich die Meinungen auseinandergehen, aber ich glaube, das ist ja das, was tatsächlich dann passiert, diese Verdichtung der beiden Charaktere.
00:23:47
Speaker
Ein Douglas Kelly, der eben für das amerikanische Demokratische steht und ein Hermann Göring, der eben für das totalitäre Deutschland steht.
00:23:56
Speaker
Ja, aber eben auch ein Douglas Kelly, der der Einzige sein will, zu dem Hermann Göring am Ende dann doch die große Bindung aufbaut und sich öffnet.
00:24:05
Speaker
Und das wird ja dann zum Beispiel eben dann problematisch, wenn eben dieser zweite...
00:24:11
Speaker
Doctor kommt, also gespielt von Colin Hanks, der Gustav Gilbert, der ja dann sagt, ich verstehe, warum du hier irgendwie gelogen hast, aber es geht eben nicht nur um das Buch, sondern es geht schon eben auch um die Arbeit, die wir hier leisten müssen.
00:24:26
Speaker
Was ja auch ein spannender Aspekt ist, aber wo es dann eben doch der große Fokus mehr um Hermann Göring geht, als um den eigentlichen Prozess.
00:24:34
Speaker
Wobei der zweite Psychiater ja dann auch Vorschlag, wir können das Buch zusammenschreiben.
00:24:38
Speaker
Also ganz frei von Ambitionen ist der auch nicht.
00:24:40
Speaker
Und der wird ja auch dazugeholt, weil man eben eine zweite Meinung möchte und Douglas Kelly es durchaus dann auch Grund gibt, eben diese Nähe zu Heimann Göring auch kritisch zu beachten.
00:24:50
Speaker
Das ist auf jeden Fall so.
00:24:52
Speaker
Ich finde, ja, das stimmt.
00:24:56
Speaker
Ich glaube, dass...
00:24:59
Speaker
dass Douglas Kelly einfach, das zeigt das auch, auch über Eitelkeit verfügt.
00:25:05
Speaker
Wir sehen diese Eitelkeit in Hermann Göring, die sehen wir ständig, vor allem dann auch, wenn er in den Zeugenstand tritt.
00:25:12
Speaker
Und wir sehen dann aber auch, dieses Buch, das er schreibt und diese Nähe zu Hermann Göring aufbaut, ist auch eine gewisse Eitelkeit, die dann Douglas Kelly zeigt.
00:25:19
Speaker
Und auch da, das funktioniert für mich deshalb, weil es zeigt, obwohl es zwei unterschiedliche Ideologien sind, die aufeinandertreffen, es gibt dort auch Ähnlichkeiten.
00:25:27
Speaker
Und es geht dann wieder zu dieser Frage hin, was ist böse, was ist nicht böse, wo findet man das, sind es die Deutschen.
00:25:32
Speaker
Aber man sieht dort auch, dass es dort Aspekte gibt, in denen sie sich durchaus auch überschneiden und eine Schnittmengen gibt.
00:25:37
Speaker
Und deswegen finde ich das gar nicht mal so verkehrt.
00:25:39
Speaker
Ja, ich weiß gar nicht, ob...
00:25:42
Speaker
Ich finde halt, wie gesagt, dass mir die Frage aus dem Film jetzt nicht gestellt wurde, was ist böse oder was ist nicht.
00:25:48
Speaker
Und deshalb meine ich auch, dass ich damit Schwierigkeiten hatte, um zu sagen, was transportiert dann dieser Film?
00:25:53
Speaker
Welche innere Nachricht?
00:25:57
Speaker
Ist es irgendwie einmal...
00:26:03
Speaker
diese Beziehung oder diese grundlegende Geschichte aufzuweisen und zu thematisieren und zu sagen, oh, so war das bevor den Prozessen, geht es um den Prozess und geht es jetzt darum, zu sehen, warum Hermann Göring charismatisch irgendwie sagen konnte, oh, ich hatte aber gar keine Ahnung, war dann doch aber der Machtbefehlshaber im Krieg und mit einer der besten Buddies von Adolf Hitler.
00:26:30
Speaker
Und ich fand es dann eben auch alles ein bisschen zu doll aus dieser amerikanischen Perspektive erzählt.
00:26:39
Speaker
Und wie du sagst, ich meine, es ist ein historischer Prozess, der sehr wichtig war und wo es zu sehr vielen neuen Entstehungen gekommen ist, aus eben vier verschiedenen Ländern.
00:26:56
Speaker
Und...
00:26:59
Speaker
Ich glaube, mir fehlte einfach sehr so eine Festlegung von, worum es letztendlich eigentlich gehen sollte.
00:27:10
Speaker
So über den ganzen Film hinweg.
00:27:12
Speaker
Ja.
00:27:15
Speaker
Ja, also mir ging es jetzt tatsächlich nicht so.
00:27:20
Speaker
Ich finde, das ist ganz gut miteinander verwoben.
00:27:24
Speaker
Also das finde ich schon, wie gesagt, weil ich dann die Dinge immer auch so ein bisschen als Analogie oder als Verdichtung eben verstanden habe.
00:27:32
Speaker
Zwischen zwei Systemen oder auch mehreren Systemen, die dann eben anhand von Charakteren einfach nochmal, ich sag's schon wieder, verdichtet wurden.
00:27:40
Speaker
noch mal ein bisschen vereinfacht wurden vielleicht auch.
00:27:43
Speaker
Aber, und es zeigt eben auch, dass es aber eben juristisch und menschlich auch Überschneidungen gibt.
00:27:49
Speaker
Und ich glaube, das war auch wichtig.
00:27:51
Speaker
Also es gibt nicht die reine Form der Rechtsprechung.
00:27:53
Speaker
Es sind auch immer menschliche Schicksale, die da mit reinspielen, auch menschliche Überlegungen.
00:27:57
Speaker
und auch sehr, sehr viele Emotionen und man sich Mühe geben muss, die aus diesem Verfahren herauszuhalten.
00:28:02
Speaker
Das ist ja eigentlich auch die große Herausforderung eines jeden Prozesses und von Gerichtsverfahren insgesamt, das so zu formalisieren, dass man eben sich an den Fakten orientiert und nicht an der emotionalen Gefühlslage.
00:28:14
Speaker
Und ich glaube, das kam in dem Film schon auch ganz gut raus.
00:28:19
Speaker
Ich fand schon, dass die Charaktere auch, also ich fand auch zum Beispiel Michael Shannon, muss man in dem Moment auch erwähnen, hab ich noch nicht gemacht, der eben den Robert Jackson spielt.
00:28:28
Speaker
Bevor wir in den Prozess einsteigen, der macht nämlich ganz zu Anfang eben auch, wir sehen seine Sicht auf die Dinge.
00:28:34
Speaker
Ich finde, ganz kurz, es gibt eine wahnsinnig starke Szene in dem Film, jetzt nicht meine Lieblingsszene, auch so an dem Grund, aber eine sehr starke Szene, wo Robert Jackson Douglas Kelly auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg trifft, nachts.
00:28:49
Speaker
Und er mit ihm ins Gespräch geht und er eigentlich, dort findest du den Grund dafür, warum er meint, es muss ein Gerichtsverfahren geben.
00:28:57
Speaker
Weil er sagt, hier auf dem Reichsparteitagskalender wurden die Rassengesetze geschaffen.
00:29:01
Speaker
Und anhand dieser Rassengesetze gab es dann eben all diese Toten, es gab die furchtbaren Töten.
00:29:10
Speaker
Terror-Exzesse der Nazis, weil eben dort diese Rassengesetze das so festgelegt haben.
00:29:14
Speaker
Das heißt, dieses Übel, dieser Terror ist hier entstanden aufgrund von Gesetzen, die hier verabschiedet wurden.
00:29:23
Speaker
Und genauso wie dieses Unrecht mit Gesetzen begonnen hat, muss es auch mit dem Recht wieder enden.
00:29:29
Speaker
Das ist seine logische Schlussfolgerung daraus.
00:29:32
Speaker
Und das finde ich wahnsinnig stark.
00:29:33
Speaker
Und das war eben dort.
00:29:35
Speaker
Und es zieht sich dann auch so durch, Robert Jackson,
00:29:39
Speaker
Was spannend ist, er hat ja auch eine Eröffnungsrede für den ganzen Prozess, der dann stattfindet und der ist natürlich gekürzt, das waren nämlich original 78 Seiten.
00:29:47
Speaker
So viel Zeit ist dann doch nicht in so einem Film, aber gekürzt wurde es trotzdem im Wortlaut so weitergegeben und das finde ich auch sehr gut, weil da kommt das, was wir bisher auch zusammen besprochen haben, auch gut zusammen, wird da zusammengeführt, warum denn dieser
00:30:01
Speaker
Und das wichtig ist für jetzt und auch für die Zukunft.
00:30:04
Speaker
Und ich will nur zwei Sachen daraus sagen.
00:30:06
Speaker
Und das eine ist, er sagt zum einen, civilization cannot tolerate their being ignored, also dieses Unrecht, diese Untaten, because it cannot survive their being repeated.
00:30:17
Speaker
Also wenn sich das nochmal wiederholen sollte, wird die Zivilisation das nicht überleben.
00:30:23
Speaker
Und er sagt auch, power must be paying tribute to reason.
00:30:26
Speaker
Also muss sich dem menschlichen Geist unterordnen.
00:30:32
Speaker
Und das finde ich wahnsinnig spannend.
00:30:34
Speaker
Und wenn du diese Szene siehst, wird auch vieles, vieles klar, warum diese Nürnberger Prozesse so wichtig waren.
00:30:40
Speaker
Ja.
00:30:42
Speaker
Ja, genau.
00:30:45
Speaker
Und dann geht dieser Prozess so weiter mit allen Aufs und Ab, wie das Gerichtsprozesse natürlich haben.
00:30:54
Speaker
Und dann macht Douglas Kelly etwas ganz Verhängnisvolles.
00:30:59
Speaker
Er betrinkt sich in all dem, was passiert natürlich.
00:31:03
Speaker
Er versucht seine gesamten...
00:31:06
Speaker
Ja, sein Emotionalen zu ertrinken im Suff und offenbart sich dann bei einem Stelldichein der amerikanischen Journalistinnen, die er gleich zu Anfang kennengelernt hat und dann ist eine große Schlagzeile und er wird dann quasi unernhaft aus der Armee entlassen.
00:31:23
Speaker
Ja, kann man nachvollziehen.
00:31:26
Speaker
Und er soll das Weite suchen und sich nicht mehr blicken lassen, wie dir gesagt.
00:31:31
Speaker
Ja, weil er sich einer bösen, bösen Frau anvertraut hat.
00:31:37
Speaker
ausgenutzt hat und wusste, was er zu tun hatte.
00:31:40
Speaker
Naja.
00:31:42
Speaker
Naja, Männer halt.
00:31:43
Speaker
Was soll ich sagen?
00:31:44
Speaker
Ich meine, ja.
00:31:47
Speaker
Und dann möchte er eigentlich das verlassen, aber sieht dann eben, dass Robert Jackson vielleicht dem Charme der Propaganda Hermann Görings irgendwie auch unterlegen sein könnte.
00:31:59
Speaker
Und je nachdem, wie das ihm aufgefasst wird.
00:32:02
Speaker
Genau.
00:32:04
Speaker
Diese Außenwirkung wäre natürlich fatal, weil es natürlich um die Deutungshoheit dieses Prozesses für alle nachfolgenden Generationen für die Geschichte ist.
00:32:12
Speaker
Und dann erarbeiten sie einen Plan.
00:32:14
Speaker
Ja.
00:32:15
Speaker
Und auch wegen der sehr ruheseligen, fiktiven Geschichte des Sergeant Howey, der dann noch extra an den Bahnhof kommt, um ihn doch davon zu überzeugen, weiter für die Sache zu stehen.
00:32:29
Speaker
Ja.
00:32:31
Speaker
Und dann entwickeln sie einen Plan.
00:32:33
Speaker
Und dann sitzen sie alle wieder zusammen im Prozessraum.
00:32:39
Speaker
Und der Psychologe wird zwar von der Seite beäugt, aber irgendwie dann doch akzeptiert.
00:32:48
Speaker
Und dann kann man ja sagen, wird Hermann Göring dann doch zu Fall gebracht.
00:32:56
Speaker
Mit seinem, so aus seinem eigenen Ego auch ein bisschen einen Strick gedreht.
00:33:01
Speaker
Genau, diese bedingungslose Loyalität, das ist eigentlich das, was ihnen dann so zum Verhängnis wird.
00:33:09
Speaker
Es zeigt aber, das muss man auch sagen, der Prozess...
00:33:12
Speaker
Wird sehr, sehr gut wiedergegeben.
00:33:14
Speaker
Also ich habe mir auch noch ein paar historische Aufzeichnungen angeschaut.
00:33:19
Speaker
Auf YouTube gibt es Dokumentationen darüber.
00:33:23
Speaker
Würdest du welche empfehlen?
00:33:24
Speaker
Ich würde eine ganz besonders sogar empfehlen und zwar auf Arte gibt es eine zweiteilige Doku-Reihe oder Reihe, aber es gibt zwei Teile über die Nürnberger Prozesse.
00:33:33
Speaker
Und da gehe ich nachher noch kurz drauf ein.
00:33:35
Speaker
Aber ich finde, wenn man den Film gesehen hat, muss man sich diese Dokumentation anschauen, weil sie sehr in die Tiefe geht.
00:33:44
Speaker
Sie lässt auch Beobachter, BegleiterInnen der Prozesse damals zu Wort kommen.
00:33:50
Speaker
Also wirklich Leute, die dort vor Ort waren, die das aufgeschrieben haben, JournalistInnen, die dort ihre Aufzeichnungen gemacht haben.
00:33:57
Speaker
Und das ist unglaublich spannend.
00:33:58
Speaker
Das ist ein sehr reichhaltiges Kallidoskop alles integriert.
00:34:02
Speaker
Und wenn man diesen Film gesehen hat, Nürnberg, sollte man sich auf jeden Fall diese zwei Teile, die sind 45 Minuten, auch noch anschauen, weil es wirklich diese Prozesse in einen historischen Kontext stellen, die man wirklich auch so sehen und verstehen sollte.
00:34:18
Speaker
Also die kann ich sehr, sehr stark empfehlen.
00:34:20
Speaker
Kann man einfach auf Art suchen, ist da verfügbar.
00:34:23
Speaker
Genau.
00:34:27
Speaker
Ja, was mir halt auch aufgefallen ist, gibt es ein Wort, meinst du?
00:34:32
Speaker
Also ich habe ein Wort gehört in dem ganzen Film, das kam halt wahnsinnig häufig vor, das war die Endlösung der Juden, also da verstecken sich dann in diesem Prozess die ganzen Angeklagten.
00:34:45
Speaker
Sonder vier.
00:34:48
Speaker
Was?
00:34:48
Speaker
Wie?
00:34:48
Speaker
Jetzt muss ich kurz... Das sind ja vier Wörter.
00:34:53
Speaker
Die Endlösung.
00:34:54
Speaker
Das ist sehr klugscheißerisch, aber du hast natürlich vollkommen recht.
00:34:57
Speaker
Das mache ich sonst auch sehr gerne.
00:35:01
Speaker
Ich meinte aber Endlösung eigentlich an sich.
00:35:23
Speaker
Und das ist eine Sprache, die du dann auch, wenn du dann auch die Arte Dokumentation zum Beispiel schaust, auch ganz, ganz oft hörst, wenn du diese Originalaussagen der Angeklagten hörst.
00:35:33
Speaker
Das ist mir auch aufgefallen, als ich mir den Film angeschaut habe.
00:35:36
Speaker
Eben.
00:35:38
Speaker
Und das ist aber auch in Wirklichkeit sehr, sehr oft der Fall gewesen.
00:35:41
Speaker
Also nur um zu sagen, wirklich, die haben sich sehr, sehr viel Mühe gegeben, die wirklichen Prozessaufnahmen von damals sich anzuschauen und das in den Filmen wirklich auch sehr, sehr gewissenhaft einzuarbeiten.
00:35:53
Speaker
Ja, das hatte ich auch das Gefühl, das muss ich auch sagen.
00:35:56
Speaker
Also ist ja auch in der Recherche, wenn wir jetzt nochmal zu den Funfacts drüber gehen, sagen die das ja eben auch.
00:36:00
Speaker
Wobei Funfacts könnte man jetzt in dieser Episode eben aufstreichen und sagen einfach Filmfacts vielleicht.
00:36:07
Speaker
Ja, Hintergrundwissen auch.
00:36:08
Speaker
Hintergrundwissen.
00:36:11
Speaker
Ja, also bis zu diesem bestimmten Punkt, wenn es dann eben losgeht, habe ich eben dann auch das Gefühl, dass da sehr historisch sauber gearbeitet wurde.
00:36:22
Speaker
Ja, es gibt zwei Sachen tatsächlich.
00:36:23
Speaker
Es gibt also dieses, dass Douglas Kelly unehrhaft aus der Armee verabschiedet wurde, stimmt nicht.
00:36:28
Speaker
Das ist tatsächlich eine Zuspitzung, einfach eine dramaturgische Zuspitzung.
00:36:32
Speaker
Der wurde sogar befördert, während er da war.
00:36:35
Speaker
Also dieser Bruch, der dort gezeigt wird, hat dann eigentlich eher mit seinem späteren Leben zu tun, weil, das hast du ja schon vorweggenommen, das Buch dann tatsächlich auch ein Flop wird.
00:36:45
Speaker
Und es geht eher in diese Richtung.
00:36:46
Speaker
Aber das hat tatsächlich nicht stattgefunden.
00:36:50
Speaker
Und was man auch sagen muss, was ich vorhin gesagt habe, dass Robert Jackson eben dieses ganze Verfahren an sich reicht, dieses Tribunal, Pläne dafür gab es zuvor auch schon.
00:36:57
Speaker
Also er hat es jetzt nicht im Alleingang auf die Beine gestellt, sondern man hat sich dann an ihn gewendet, aber es gab schon Pläne, eben ein Tribunal aufzustellen und das dann gerichtlich aufzuarbeiten.
00:37:07
Speaker
Das gab es auch.
00:37:09
Speaker
Das waren vor allem so diese zwei, die mir da in den Sinn kommen.
00:37:12
Speaker
Aber ansonsten war es wirklich historisch sehr gut wiedergegeben.
00:37:15
Speaker
Im Prozess.
00:37:18
Speaker
Im Prozess, genau.
00:37:19
Speaker
Ja, absolut.
00:37:20
Speaker
Ja, die privaten Geschichten, ich meine, da ist ja immer eine Interpretationssache.
00:37:24
Speaker
Wie fandst du denn Hermann Göring?
00:37:25
Speaker
Also wie hat der denn auf dich gewirkt in dem Film?
00:37:27
Speaker
Also Russell Crowe in dem Fall dann.
00:37:29
Speaker
Ich glaube, ich würde das gerne in meinen Schusspiläder hier mit einfließen lassen.
00:37:33
Speaker
Okay, ja gut.
00:37:34
Speaker
Aber ich nehme die Frage mit.
00:37:36
Speaker
Ich werde sie nicht unbeantwortet lassen, versprochen.
00:37:40
Speaker
Okay, wunderbar.
00:37:42
Speaker
Ja, sollen wir dann mal... Zum Hintergrundwissen?
00:37:46
Speaker
ins Hintergrundwissen gehen, weil wir sind ja schon ein bisschen da gewesen tatsächlich, oder?
00:37:50
Speaker
Ja, ich finde auch, lass uns das doch einfach vertiefen.
00:37:52
Speaker
Ich habe das Gefühl, du hast auf jeden Fall sehr viel Hintergrundwissen und ich bin da jetzt ganz gespannt tatsächlich.
00:38:00
Speaker
Ich hoffe, du hast auch was.
00:38:01
Speaker
Das ist ja gerade die Dialektik, die das ausmacht.
00:38:07
Speaker
Fun Facts.
00:38:25
Speaker
werden ja die meisten der Angeklagten hingerichtet.
00:38:29
Speaker
Ich glaube, das kann man vorwegnehmen, das ist ja historisch belegt.
00:38:31
Speaker
Also ich glaube, es ist jetzt kein Spoiler.
00:38:33
Speaker
Ich glaube, die meisten oder viele wissen das ja auch.
00:38:36
Speaker
Und deswegen ist es ganz interessant, weil der echte Robert Jackson, der Chefankläger der US-Amerikaner, der war tatsächlich gegen das Todesurteil und hat sich aber dort dann der Meinung der Mehrheit gebeugt.
00:38:51
Speaker
Und ich finde, wenn man das jetzt aber betrachtet, tatsächlich finde ich das...
00:38:55
Speaker
Eigentlich wahnsinnig schade, aber eines, was ich mir gedacht habe, was ich mir den Film angeschaut habe, ist, es ist schön und es ist wichtig und so gut, dass es Rechtsgrundlagen gab, die über die Souveränität von Staaten hinausgehen, dass diese Präzedenz geschaffen wurde.
00:39:09
Speaker
Aber stell dir doch mal vor, was das für ein Zeichen für die Demokratie gewesen wäre, wenn sie gesagt hätte,
00:39:15
Speaker
Hier zeigen wir den Unterschied zwischen totalitären Regimen und zwischen der Demokratie.
00:39:21
Speaker
Wir achten das Leben ganz gleich, wer vor uns steht.
00:39:24
Speaker
Und wenn hinter dem Schuldbruch kein Urteil des Todes gestanden hätte, sondern sie hätten die Leute am Leben gelassen, glaube ich, wäre das ein Denkmal für die Demokratie gewesen und somit eine verpasste Chance.
00:39:34
Speaker
In meinen Augen.
00:39:35
Speaker
Ja, aber was wäre dann jetzt in deinem Augen, als jemand, der sozusagen die Geschichte...
00:39:44
Speaker
heutzutage anders reflektieren kann als da, eben ein gutes, gut dastehendes Urteil.
00:39:58
Speaker
Ich bin ja kein Jurist.
00:40:00
Speaker
Alles außer dem Todesurteil.
00:40:03
Speaker
Also was heißt alles?
00:40:04
Speaker
Also ich finde...
00:40:07
Speaker
Das ist ja genau der Punkt.
00:40:08
Speaker
Ich glaube, es wäre die Möglichkeit gewesen, für die Demokratie zu sagen, wir sind besser als das Totalitäre.
00:40:15
Speaker
Aber meinst du nicht, dass wir dann daraus eben auch gelernt haben, um dann zu sagen, aufgrund dessen, dass das so passiert ist, haben wir uns dazu entschieden, besser zu werden?
00:40:28
Speaker
Oder du meintest, es hätte einfach schon früher eine Entscheidung dazu sein sollen, zu sagen, wir haben uns für Demokratie entschieden und dementsprechend sollten wir
00:40:38
Speaker
deuten wir nicht.
00:40:39
Speaker
Ich finde, Todesstrafe und Demokratie passen einfach nicht zusammen.
00:40:42
Speaker
Ganz einfach.
00:40:43
Speaker
Ich glaube, etwas, wofür ein Staat Menschen verurteilt, sich desselben Vorgangs dann doch auch schuldig zu machen, ist ein Widerspruch an sich.
00:40:53
Speaker
Und deshalb glaube ich, so sehr man, und vor allem Todesstrafe hat ja auch etwas von Rache.
00:40:58
Speaker
Und
00:41:00
Speaker
Und ich finde, wenn man einen Prozess anstößt, um zu sagen, wir wollen eben genau das nicht, wir wollen keine Vergeltung, wir wollen keine Rache, wir wollen Recht, dann finde ich, um das konsequent zu Ende zu denken, hätte man auf die Todesstrafe verzichten müssen.
00:41:15
Speaker
Spannend.
00:41:17
Speaker
Das mögen andere Leute anders sehen, aber für mich, finde ich, ist das tatsächlich widersprüchlich und auch nicht konsequent zu Ende gedacht.
00:41:27
Speaker
Ja, so viel dazu.
00:41:28
Speaker
Das war Robert Jackson, der eigentlich gar nicht für die Todesstrafe gestanden hätte.
00:41:32
Speaker
So, was ist denn deins?
00:41:33
Speaker
Was sagst du denn als nächstes?
00:41:34
Speaker
Das, was du erzählt hast über den Gerichtssaal, wie der aufgebaut ist und wie toll eben auch die ganzen Übersetzungssysteme und Teamesysteme mit den ganzen Teams da...
00:41:49
Speaker
hingebracht worden, würde ich jetzt noch mal kurz sagen, dass es einmal die gelben und einmal die roten Glühbirnen waren mit einem neuen System von IBM, die, wenn es rot geleuchtet hat, die Geschwindigkeit zum Beispiel des Redners zu stoppen, damit das ganze Team mit Schritt halten konnte.
00:42:07
Speaker
Und im Film sieht man zwar die Lampen, aber nie, dass sie benutzt werden.
00:42:11
Speaker
Ah, okay.
00:42:14
Speaker
Vielen Dank dafür.
00:42:16
Speaker
Dankeschön.
00:42:18
Speaker
Ich muss auch mal schnell schauen, was ich, ich habe nämlich tatsächlich viel zu viel.
00:42:23
Speaker
Ja, aber dann gib uns doch alles einmal.
00:42:28
Speaker
Ich habe es doch einen kurzen, also gedreht wurde er hauptsächlich in Ungarn.
00:42:33
Speaker
Genau, im Donaupalast, glaube ich.
00:42:35
Speaker
Ja.
00:42:37
Speaker
Da wurde alles nachgebaut.
00:42:39
Speaker
Also es war nicht an den Originalschauplätzen, aber man kann sehen, wenn man auch die Art der Dokumentation sieht, dass das wirklich sehr, sehr, also im Detail nachgebaut wurde.
00:42:48
Speaker
Auch die Zellen und alles, sogar die Türen.
00:42:49
Speaker
Darf ich ganz kurz klugscheißen?
00:42:51
Speaker
Warum wurde das eigentlich in Nürnberg gedreht?
00:42:54
Speaker
Hat nicht Amerika Geld genug?
00:42:56
Speaker
Nein, lieber Hörer,
00:42:57
Speaker
Eigentlich nicht, weil Hollywood fährt gerade ziemlich an die Wand und vordenken dann eben Filmteams, große historische Filme zu drehen, die eventuell hoffentlich wieder Geld einspielen, aber nicht so viel Geld kosten.
00:43:10
Speaker
Genau, vor allem in osteuropäischen Ländern.
00:43:13
Speaker
Warum?
00:43:13
Speaker
Weil es sehr billig ist.
00:43:14
Speaker
Finden wir das gut?
00:43:16
Speaker
Nein.
00:43:19
Speaker
Kleiner Exkurs.
00:43:22
Speaker
Vielen Dank für den Exkurs.
00:43:24
Speaker
Das ist spannend.
00:43:26
Speaker
Ich kann jetzt auch nicht beurteilen, ob man da Nürnberg hätte drehen dürfen.
00:43:29
Speaker
Es gibt ja noch das Erinnerungszentrum dort.
00:43:31
Speaker
Den Gerichtssaal gibt es auch nach wie vor.
00:43:33
Speaker
Den Gerichtssaal 600.
00:43:34
Speaker
Der wurde auch lange Zeit noch benutzt.
00:43:37
Speaker
Mittlerweile aber nicht mehr.
00:43:39
Speaker
Selbst wenn ich ein Studio dafür aufbauen könnte.
00:43:43
Speaker
Ich meine ja nur, dass die Entwicklung von den ganzen, also warum es in einem sehr schwierigen Gericht umgeht.
00:43:51
Speaker
Ja, das ist richtig.
00:43:55
Speaker
Mal schauen, wie die Antwort in Zukunft darauf aussehen wird.
00:43:58
Speaker
Genau, das hatte ich aber auch im Donaupalast in Budapest.
00:44:05
Speaker
Was auch spannend ist, darauf komme ich auch noch zu sprechen, das kam im Film nicht wirklich rüber oder wurde auch nicht so inszeniert, dass als die
00:44:16
Speaker
KZ-Videos.
00:44:17
Speaker
Es gab ja während dieses Prozesses Videos über, oder es wurde ein Zusammenschnitt der Aufnahmen aus den KZs, die die Armeen dort zusammengestellt hatten, nachdem sie sie befreit hatten.
00:44:29
Speaker
Videos, aus denen einem der Terror entgegenspringt.
00:44:35
Speaker
Die so furchtbar sind, wie ich noch nichts anderes in meinem Leben gesehen habe, tatsächlich.
00:44:40
Speaker
Und während diese Bilder dort gezeigt wurden, ähm,
00:44:46
Speaker
hatte man in dem Gerichtssaal tatsächlich aber auch, und das war tatsächlich auch eine visuelle Konfrontation, die man ganz bewusst gesucht hat, war der Film, der Saal abgedunkelt und es lief der Film auf der Leinwand eben und den mussten sich dort alle anschauen, eigentlich fast alle zum ersten Mal.
00:45:01
Speaker
Aber die Angeklagten, die hatten dort Lichter eingebaut vor ihnen, dass in dem dunklen Saal tatsächlich nur die Angeklagten von unten wie mit so einem Horrorlicht angestrahlt wurden.
00:45:12
Speaker
Das kommt im Film nicht raus, aber war tatsächlich während der Verhandlung so und viele haben danach berichtet, dass das so eine Gegenüberstellung war, die eigentlich fast schon auch ein bisschen ein Urteil enthalten hat.
00:45:25
Speaker
Genau.
00:45:26
Speaker
Was hast du noch?
00:45:28
Speaker
Ich hätte noch zwei.
00:45:30
Speaker
Oh ja, Mensch, zwei noch.
00:45:33
Speaker
Der eine ist ein klugscheißer Funfact.
00:45:38
Speaker
Sehr gern.
00:45:39
Speaker
Und der andere ist ein Ambis-Augenverdreh-Funfact.
00:45:46
Speaker
Welchen würdest du zuerst haben wollen?
00:45:51
Speaker
Ähm, den Augenverdreh-Funfact zuerst.
00:45:55
Speaker
Es gibt eine Szene, wo sich Rudolf Hess und Hermann Göring begegnen im Gefängnis und sich gegenseitig stolz noch einmal Sieg Heil zu rufen.
00:46:09
Speaker
Das ist amerikanische, wie sagt man, Freiheit, künstlerische Freiheit gewesen, um vielleicht auch mal einfach so was Deutsches mit reinzubringen, denn das ist tatsächlich gar nicht passiert.
00:46:21
Speaker
Da rolle ich jetzt ein bisschen mit den Augen.
00:46:25
Speaker
Ja, die haben das ja auch eingebaut deshalb, weil dann gibt es ja nachher noch eine Szene, wo Douglas Kelly versucht, Hermann Göring ins Vertrauen zu ziehen, so ein bisschen.
00:46:35
Speaker
Und für ihn ist das anders, für Hermann Göring eben preiszugeben, dass das, was Rudolf Hess sagt, nämlich er hätte eine Amnesie, er könnte sich an nichts mehr erinnern, das wäre Beweis dafür, dass er nicht daran leidet.
00:46:48
Speaker
Und das ist dann eben so ein verschwörerischer Moment zwischen Douglas Kelly und Hermann Göring.
00:46:53
Speaker
Weil
00:46:54
Speaker
Und das ist ganz spannend, weil die Angeklagten haben ja versucht, und Hermann Göring vor allem während des ganzen Gerichtsverfahrens, eine einheitliche Front zu bilden zwischen denen, die dort auf der Anklagebank saßen und sich nicht gegenseitig zu belasten.
00:47:06
Speaker
Und dennoch findet dann dort eben dieser Austausch statt und das macht dann auch ein bisschen die Nähe der beiden im weiteren Verlauf des Filmes aus.
00:47:14
Speaker
Also deswegen, aber es hat nicht stattgefunden.
00:47:15
Speaker
Habe ich mir aber da schon gedacht, tatsächlich.
00:47:18
Speaker
Das habe ich mir im Film schon gedacht.
00:47:19
Speaker
Das ist so bestimmt nicht stattgefunden.
00:47:21
Speaker
Okay, ja, wie gesagt.
00:47:23
Speaker
Gut.
00:47:25
Speaker
Ich habe eine, weil du ja gerade auch schon gesagt hast, dass in Budapest gedreht wurde.
00:47:29
Speaker
Und das finde ich sehr, sehr spannend.
00:47:31
Speaker
Das ist eigentlich einer meiner Lieblingsfunfacts.
00:47:34
Speaker
Die ganzen StatistInnen dort in diesem Gerichtssaal, die waren natürlich UngarInnen.
00:47:39
Speaker
Und viele von denen waren älter.
00:47:42
Speaker
Das heißt, viele von denen haben noch ersterhand mitbekommen, wie es ist, unter einem kommunistischen Terrorregime zu leben, unter einem totalitären Regime zu leben.
00:47:52
Speaker
Und
00:47:53
Speaker
Als der Take gefilmt wurde zwischen der Zeugenaussage Hermann Göring und Robert Jackson, diese Konfrontation, die haben sich entschlossen, das in einem durchzufilmen.
00:48:04
Speaker
James Vanderbilt, der Regisseur, wollte das so, um diese Dynamik und auch dieses Erschöpferische in diesen beiden Positionen dadurch besser in den Vordergrund zu stellen.
00:48:16
Speaker
Und als sie fertig waren, 25 Minuten hat dieser Take gedauert, offensichtlich,
00:48:22
Speaker
sind die Statistinnen aufgesprungen und haben applaudiert.
00:48:27
Speaker
Weil sie das so gelungen fanden, diese Konfrontation, und sie sich dort so wiederentdeckt und gefunden haben, dass sie da einfach spontan Standing Ovations gespendet haben.
00:48:39
Speaker
Ja.
00:48:40
Speaker
Jetzt hast du nur einen.
00:48:41
Speaker
Also.
00:48:42
Speaker
Ja, jetzt können aber, glaube ich, die Zuhörenden gerne auch die Augen verdrehen, wenn ich diesen jetzt preisgebe.
00:48:49
Speaker
Aber wisst ihr was?
00:48:50
Speaker
Mir doch egal.
00:48:51
Speaker
Jedenfalls hat Göring einen Herzinfarkt und unser toller Psychologe will ihn natürlich retten und helfen und behilflich sein und gibt ihm eine Notfallbehandlung mit Aspirin-Tabletten.
00:49:08
Speaker
Jedoch wurde Aspirin erst viele, viele Jahre später für Herzinfarkte eingesetzt.
00:49:19
Speaker
Okay, da siehst du mal.
00:49:20
Speaker
Medizinisch total schlecht recherchiert.
00:49:22
Speaker
Oder sie haben sie einfach nur gegeben, so als Placebo vielleicht.
00:49:25
Speaker
Obwohl, er sagt in der Szene auch, Espirin, Espirin.
00:49:28
Speaker
Na ja, Hauptsache, man kriegt was zum Kauen in dem Moment.
00:49:32
Speaker
Besser als nur gute Wünsche.
00:49:35
Speaker
Vielleicht.
00:49:37
Speaker
Okay.
00:49:39
Speaker
Ich habe noch einen und ich glaube, dann haben wir es auch mehr oder weniger.
00:49:43
Speaker
Also von meiner Seite aus zumindest.
00:49:46
Speaker
Die ganzen Zellen sind ja sehr, sehr klein.
00:49:49
Speaker
Offensichtlich, ich glaube, acht Quadratmeter waren sie insgesamt, wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe.
00:49:53
Speaker
Und James Vanderbilt hat sich ganz bewusst dagegen entschieden, Wände einzureißen.
00:49:59
Speaker
Das heißt also, dass man natürlich mehr Platz hat, dass man die Kameras besser bewegen kann und so.
00:50:03
Speaker
Das ist ja durchaus gängig, manchmal so eine Soundstage oder so, dass man eben nur die drei Wände hat und dann die vierte ist eben offen und da filmt man dann alles durch.
00:50:11
Speaker
Und er hat sich aber ganz bewusst dagegen entschieden, weil er gesagt hat, alles, was wir brauchen, Ton, Licht und so weiter und so fort, dann ist es da richtig eng,
00:50:18
Speaker
Und so möchte ich diese Konfrontation, diese Limitierung auch dazu nutzen, auch diesen klaustrophobischen Effekt, den so eine enge Zelle auf dich hat, nochmal dadurch zu erhöhen.
00:50:27
Speaker
Und deshalb keine Soundstage, keine vierte Wand eingerissen.
00:50:32
Speaker
Die haben sich da alle ganz schmuggelig eingerichtet und dann auf engstem Raum gedreht.
00:50:38
Speaker
Genau.
00:50:40
Speaker
Absolut, genau.
00:50:41
Speaker
Na gut, du hast auch nichts mehr?
00:50:43
Speaker
Nein.
00:50:44
Speaker
Nein, dann würde ich jetzt, würden wir zu den Zitaten gehen, oder?
00:50:50
Speaker
Ja, das müsste ich tatsächlich einmal überspringen.
00:50:52
Speaker
Da ist mir nichts weiter groß.
00:50:57
Speaker
Das macht ja nichts.
00:50:58
Speaker
Okay, aber ich bin trotzdem sehr gespannt auf deinen Filmzitat.
00:51:02
Speaker
Ich kann ja dann auch ein zweites machen, wenn du jetzt keins hast.
00:51:04
Speaker
Ja, genau.
00:51:05
Speaker
Basti nimmt mein Filmzitat mit auf.
00:51:10
Speaker
Ich telepathiere das jetzt ganz kurz.
00:51:12
Speaker
Bitte telepathiere es mal.
00:51:13
Speaker
Ja, okay.
00:51:14
Speaker
Wunderbar ist es angekommen.
00:51:15
Speaker
Super, vielen Dank.
00:51:16
Speaker
Das Filmzitat.
00:51:18
Speaker
Also, wir haben, und das ist, ich finde, die Eröffnungsrede von Robert Jackson, die wiedergegeben wird, ist sehr, sehr wichtig und in dem Film auch sehr, sehr gut, weil sie tatsächlich, also die Rede von Robert Jackson wurde auch historisch betrachtet, wird immer noch als eine der besten Reden im Sinne des Völkerrechts betrachtet.
00:51:36
Speaker
Selbst jetzt, 81 Jahre später noch.
00:51:38
Speaker
Und er sagt eben zum einen, um das auch dann in Kontext zu schaffen für das, was dort passieren wird, dann über die nächsten Monate, das nächste Jahr in Nürnberg, er sagt, wir dürfen niemals vergessen, dass nach demselben Maß, mit dem wir die Angeklagten heute messen, auch wir morgen von der Geschichte gemessen werden.
00:51:56
Speaker
Und dieser Satz ist deshalb wichtig, weil er zeigt, dass die Weltengemeinschaft einer universellen Form der Rechenschaft bedarf.
00:52:05
Speaker
Das heißt, es darf niemanden geben, egal an welcher Stelle er eine Staate steht, an der er über dem Recht steht und sich nicht mehr zu verantworten hat gegenüber auch der internationalen Weltengemeinschaft.
00:52:15
Speaker
Und das hat genau dieser Prozess auf den Weg gebracht.
00:52:19
Speaker
Und das direkte Resultat daraus, aus diesem Satz, kann man heute daran erkennen, dass wir noch immer einen internationalen Strafgerichtshof haben in Den Haag, wo sich Leute zu verantworten haben, die eben Völkerrecht gebrochen haben und dann dort verurteilt werden.
00:52:35
Speaker
Wenn uns zum Beispiel an Slobodan Milosevic, Jugoslawienkrieg und so weiter und so fort und das passiert nach wie vor und das ist deshalb wichtig und das ist dieser Satz auch ein sehr, sehr wichtiger.
00:52:46
Speaker
Deshalb mein Zitat des Films.
00:52:47
Speaker
Und weil ich jetzt noch eins habe, weil du mir ja gerade noch teleportiert hast, würde ich einfach nochmal den einen zu bedenken geben, den ich vorher schon gesagt habe, auch aus dem Eröffnungsplädoyer, wo Robert Jackson dann eben sagt,
00:53:04
Speaker
Und er sagt, civilization cannot tolerate their being ignored, also diese Unrechtstaten, because it cannot survive their being repeated.
00:53:14
Speaker
Und ja, das heißt, man muss recht sprechen und das einordnen, weil wir sonst den eigenen Untergang dadurch agitieren würden.
00:53:27
Speaker
Und deswegen auch ein wahnsinnig wichtiger Satz.
00:53:29
Speaker
Und jetzt noch wichtiger denn je, glaube ich, weil da war ja, sag ich mal, das Wettrüsten und atomare Abschreckung noch nicht so weit fortgeschritten, wie das heute der Fall ist.
00:53:37
Speaker
Und heute wissen wir, dass dieser Satz deshalb noch wichtiger ist, als sogar damals, als er gesagt wurde.
00:53:42
Speaker
Weil wenn eine solche Form der Konfrontation noch einmal geschehen sollte, dann ist unsere Zivilisation tatsächlich dem Ende geweiht.
00:53:50
Speaker
Genau.
00:53:51
Speaker
Deswegen auch ein guter Satz.
00:53:53
Speaker
Ja, danke.
00:53:55
Speaker
Danke für die Wiedergebung meines Lieblingszitats.
00:53:57
Speaker
Dankeschön.
00:54:00
Speaker
Hat die Übertragung gut funktioniert?
00:54:02
Speaker
Ja, sehr gut.
00:54:03
Speaker
Sehr gut, okay.
00:54:03
Speaker
Wunderbar.
00:54:04
Speaker
Sehr schön.
00:54:05
Speaker
Dann kommen wir zur Szene des Films.
00:54:07
Speaker
Die Lieblingsszene.
00:54:09
Speaker
Ja, ich finde tatsächlich die Szene des Films, also diesmal würde ich auch die Szene des Films sagen und ich Lieblingsszene, aber ich glaube, wenn man eben diese Originalaufnahmen sieht und dann auf der großen Leinwand.
00:54:26
Speaker
Aus den KZs meinst du, oder?
00:54:27
Speaker
Genau, aus den, ja.
00:54:32
Speaker
Es ist einfach eine unkontrollierbare körperliche Reaktion darauf.
00:54:39
Speaker
Ja.
00:54:41
Speaker
Und ich finde das auch sehr gut, dass sie das ausgehalten haben.
00:54:47
Speaker
Also dass es keine Schnitt-Schnitt-Situationen waren, sondern pro KZ wurden da wirklich Originalszenen gezeigt.
00:54:56
Speaker
Und ja.
00:55:02
Speaker
Das würde ich jetzt als Szene des Films.
00:55:05
Speaker
Ich habe genau dieselbe Szene.
00:55:08
Speaker
Weil...
00:55:10
Speaker
Ich glaube, in diesem Film, es gibt nichts, was das auch nur annähernd dieses Entsetzen, dieses Terrorregime der Nazis auch nur ansatzweise so wiedergibt wie diese Aufnahmen.
00:55:24
Speaker
Und ich war nicht das erste Mal, dass ich sie gesehen habe.
00:55:26
Speaker
Ich habe die bereits in anderen Dokumentarfilmen gesehen und jedes Mal, wenn ich sie sehe,
00:55:30
Speaker
es ist einfach unvorstellbar.
00:55:33
Speaker
Ich will es auch gar nicht wiedergeben, weil es natürlich auch manche Leute triggern könnte, aber es ist etwas, was man dennoch auch einmal gesehen haben muss, um das Ausmaß dieses Unrechts, dieses Terrors wirklich begreifen zu können.
00:55:47
Speaker
Das kann man, wenn man diese Bilder gesehen hat und deswegen ist das für mich auch die Szene des Films und
00:55:53
Speaker
Ich würde auch noch einen Schritt weiter gehen, weil genau nach der Szene ist nämlich auch noch eine sehr, sehr wichtige Szene, wo Douglas Kelly nämlich dann zu Hermann Göring in die Zelle geht.
00:56:04
Speaker
Und natürlich müssen wir uns erinnern, niemand hatte diese Bilder zuvor gesehen und diese...
00:56:09
Speaker
Und wirklich dieser industrielle Massenmord war ja mehr oder weniger ein Gerücht in dieser Zeit noch.
00:56:15
Speaker
Es kam ja alles erst gerade so nach und nach, wurden diese Informationen preisgegeben, man war sich nicht sicher.
00:56:22
Speaker
Es ist natürlich auch eine Frage von Propaganda dann oft in solchen Kriegsfragen.
00:56:25
Speaker
Man weiß nicht genau, wie man das zuordnet.
00:56:27
Speaker
Das heißt, Douglas Kelly hat das zum ersten Mal gesehen und das Ausmaß begriffen und läuft zu Hermann Göring in die Zelle und konfrontiert ihn damit.
00:56:35
Speaker
Und sagt ihm, wie konnte dir sowas nur tun?
00:56:38
Speaker
Und Hermann Göring ihm dann ganz entspannt... Er sagt nicht, wie konntest du sowas nur tun?
00:56:42
Speaker
Er sagt, wusstest du davon?
00:56:45
Speaker
Oder wie kannst du so tun?
00:56:46
Speaker
Ja, genau.
00:56:48
Speaker
Aber er fragt ihn dann aber auch, wie konnte dir sowas zulassen?
00:56:52
Speaker
Aber das erste ist, genau, wusstest du das?
00:56:55
Speaker
Und dann antwortet aber Hermann Göring ihm...
00:56:58
Speaker
er solle sich doch nicht so moralisch über ihn stellen.
00:57:00
Speaker
Immerhin haben sie einen Knopf gedrückt und damit 150.000 Menschenleben auf einen Schlag ausgelöscht, als sie die Atombombe über Hiroshima und Nagasaki gezündet haben.
00:57:09
Speaker
Und das ist auch ein wichtiger Punkt, weil es zeigt, dass auch die Amerikaner überhaupt nicht moralisch nicht angreifbar sind.
00:57:17
Speaker
Und das aber auch die Problematik des Völkerrechts generell auf den Punkt bringt, finde ich, dass nicht die Szene so gut, weil
00:57:25
Speaker
Wenn wir das Völkerrecht nur partikular anwenden und nicht für alle gleichermaßen, dann wird es unglaubwürdig und verliert einen normativen Wert.
00:57:34
Speaker
Und tatsächlich sind wir an dem Punkt gerade in der Welt, wo genau das passiert.
00:57:38
Speaker
Das Recht des Stärkeren ersetzt wieder die Stärke des Rechts.
00:57:42
Speaker
Und deswegen ist meiner Meinung nach dieser Film auch immer noch so aktuell und stößt eine Debatte an, denke ich, die wir führen müssen, gesellschaftlich.
00:57:52
Speaker
Genau.
00:57:53
Speaker
Deswegen...
00:57:54
Speaker
Das ist die Szene des Films.
00:57:57
Speaker
So, dann sollen wir.
00:58:00
Speaker
Ja, lass doch mal.
00:58:02
Speaker
Lass doch mal.
00:58:04
Speaker
Jünter.
00:58:09
Speaker
Jünter, wo bleibst du denn?
00:58:12
Speaker
Der Jünter war noch besser.
00:58:13
Speaker
1.2, 3, 4, 5,
00:58:19
Speaker
Nein.
00:58:19
Speaker
Ja.
00:58:20
Speaker
Nein, gar nicht.
00:58:21
Speaker
Ja, unbedingt.
00:58:24
Speaker
Gar nicht.
00:58:24
Speaker
Gar nicht.
00:58:29
Speaker
Ich bin so enttäuscht von diesem Film.
00:58:32
Speaker
Ja?
00:58:32
Speaker
Mhm.
00:58:35
Speaker
Ja, dann schieß mal los.
00:58:35
Speaker
Erzähl mal.
00:58:36
Speaker
Ich finde, also aufgrund der Thematik ist das natürlich eigentlich ein Film, den man sehen müsste, um...
00:58:44
Speaker
dich eben all das, was du gesagt hast und alles nochmal in Erinnerung zu rufen und zu sagen, okay, wo stehen wir, wie kann ich mein geschichtliches Hintergrundwissen aufbessern.
00:58:56
Speaker
Aber letztendlich finde ich diesen Film, einen veramerikanisierten Film über deutsche Geschichte, ich finde ihn ab und an wirklich auch sehr billig, weil so viele Anschlussfehler da drin sind.
00:59:10
Speaker
Da sind so viele Sachen, wo ich denke, das kann doch nicht wahr sein.
00:59:14
Speaker
Also wie kommt denn das dazu?
00:59:17
Speaker
Ich finde, was mich, glaube ich, am meisten stört, ist, dass die Amis Deutsche spielen sollen.
00:59:24
Speaker
Wo ich denke, warum geht man da nicht in Kollaboration zusammen mit deutschen Schauspielern?
00:59:29
Speaker
Also es gibt auch deutsche Schauspieler, die kann man ja kurz benennen.
00:59:31
Speaker
Das sind zum Beispiel Andreas Pietermann, Dieter Riesel und Peter Jordan.
00:59:35
Speaker
Aber zum Beispiel...
00:59:37
Speaker
habe ich gedacht, warum spielt denn kein Peter Kurt zum Beispiel an Hermann Göring?
00:59:43
Speaker
Warum muss ich mir... Oh, das ist eine sehr gute Wahl gewesen, da gebe ich dir vollkommen recht.
00:59:46
Speaker
Dankeschön.
00:59:47
Speaker
Aber warum muss ich mir eben...
00:59:54
Speaker
Fake-Deutsche mit Ami-Akzent angucken, wenn ich denke, also ich verstehe nicht und ich habe das Gefühl, es wird irgendwie dadurch auch nicht so ganz ernst genommen.
01:00:03
Speaker
Ich finde, ich bin fast gestorben, als es diese Fake-Geschichte gab über...
01:00:09
Speaker
wer heißt er dann gleich, über nochmal den Sergeant Howey, wo er dann irgendwie in dieses seichte, nochmal auf die Tränen drückende Geschichte kommt, die nicht wahr ist und die nicht wahr ist.
01:00:23
Speaker
Und dann war er plötzlich dann doch der Deutsche und der Münchner, wo ich gedacht habe, da möchte ich dann aber auch so einen strammen Münchner haben, der in einem sehr schlechten oder vielleicht dann auch sehr guten amerikanischen Akzent oder einfach einem englischen Akzent wie diese Geschichte erzählt.
01:00:40
Speaker
Also nur ganz kurz wegen der Sache mit Howie.
01:00:42
Speaker
Er offenbart sich dann, als er ihn eben nochmal zurückholen möchte und sich seiner historischen Verantwortung bewusst machen möchte.
01:00:48
Speaker
Douglas Kelly wartet auf dem Bahnhof auf ihm und erzählt ihm seine Lebensgeschichte, um ihn nochmal zu motivieren.
01:00:52
Speaker
Und dass er eben auch aus jüdischer Herzstammung kommt und zu sagen, ja, meine ganze Familie ist nicht mehr zusammen und es gibt sie nicht mehr.
01:00:59
Speaker
Dann finde ich auch, also es ist nicht der Film, um jetzt groß nochmal zu sagen, wo sind denn die Frauenrollen?
01:01:07
Speaker
Aber die Frauenrollen, die da waren, wobei die da war ganz toll, Hermann Görings Frau, die hat das ganz toll gemacht, auch das Kind finde ich auch sehr gut.
01:01:14
Speaker
Die waren dann auch Deutsche, aber ich habe diese Journalistengeschichte nicht verstanden.
01:01:21
Speaker
Um dann zu sagen, also selbst wenn es faktisch korrekt ist, finde ich, wie es erzählt wurde, fand ich das nicht gut.
01:01:26
Speaker
War es aber nicht.
01:01:28
Speaker
Also das meinte ich, der Journaliste meinte, das war ja faktisch nicht richtig.
01:01:32
Speaker
Und das eben, was ich denke, die ganze Zeit über den Podcast schon sage, mir war einfach nicht bewusst, was dieser Film...
01:01:39
Speaker
also wofür er steht oder stehen möchte.
01:01:42
Speaker
Und das finde ich schwierig mit diesem historischen Hintergrund und auch wo wir jetzt stehen.
01:01:51
Speaker
Und ich finde, also ich möchte unserem Regisseur, dem es meiner Bilder nicht zu nahe treten, aber vielleicht sollte man das in eine Verantwortung geben mit schon mehr erfahrenen Regisseuren.
01:02:03
Speaker
Und ich glaube, es war jetzt irgendwie sein zweiter,
01:02:06
Speaker
Er hat 13 Jahre an dem Projekt gearbeitet, muss man auch mal in der Verhältnis sagen.
01:02:09
Speaker
13 Jahre.
01:02:10
Speaker
Ja, vielleicht hätte er ja noch zwei Jahre länger das machen können.
01:02:15
Speaker
Ich finde einfach als Film, also nicht die Geschichte an sich, ich finde es einfach filmisch, fand ich, ist wirklich fast eine Katastrophe.
01:02:22
Speaker
Das tut mir sehr leid.
01:02:25
Speaker
Patastro finde ich sehr harsch.
01:02:27
Speaker
Fand ich jetzt nicht.
01:02:30
Speaker
Möchtest du noch oder warst du durch?
01:02:32
Speaker
Ich glaube, ich habe geurteilt.
01:02:37
Speaker
Ich habe geurteilt, okay.
01:02:39
Speaker
Also hier finden wir auch gerade, finden ein Gerichtsprozess statt, wo die Beweisaufnahme jetzt erfolgt.
01:02:45
Speaker
Ich stimme deiner Kritik in vieler Art und Weise durchaus zu.
01:02:49
Speaker
Das tue ich.
01:02:51
Speaker
Auch das mit dem eben, ich muss nur in einer Ferne sagen, Russell Crowe ist glaube ich Australier, ist gar keine Army, aber wie auch immer.
01:02:57
Speaker
Ich glaube sogar Neuseeländer.
01:02:59
Speaker
Aber trotz alledem, dafür kennt man ihn nicht.
01:03:03
Speaker
Ich finde, das spricht einfach nur für meinen Punkt.
01:03:06
Speaker
Falls ich ihn jetzt persönlich beleidigt habe und gesagt habe, er ist Abi, dann nehme ich das...
01:03:12
Speaker
Das ist vollkommen, aber ich glaube, da wird sich jetzt auch niemand dran stören.
01:03:15
Speaker
Also ich teile vieles davon.
01:03:17
Speaker
Ich finde auch, das, was du gesagt hast, ich finde, natürlich ist es, ich habe eine ARD-Kritik gehört, da haben sie gesagt, er ist pathetisch an Stellen, wo er nicht pathetisch sein sollte.
01:03:26
Speaker
Die Szene mit Howie ist genauso ein Beispiel.
01:03:28
Speaker
Ich weiß, es ist auch ein bisschen, reißt mich aus der Geschichte raus, weil da wird auf die Tränendrüse gedrückt und ich frage mich auch, wie er nach vier Jahren so akzentfrei amerikanisches Englisch spricht.
01:03:37
Speaker
Da bin ich schon sehr beeindruckt, muss ich sagen.
01:03:40
Speaker
Aber das ist jetzt eine technische Frage.
01:03:42
Speaker
Natürlich gibt es die.
01:03:43
Speaker
Also ich bin in der Kritik bei dir.
01:03:47
Speaker
Und die hast du auch sehr gut vokalisiert.
01:03:48
Speaker
Vielen Dank dafür.
01:03:49
Speaker
Das heißt, da muss ich das nicht machen.
01:03:51
Speaker
Da muss ich jetzt nicht die Kritik bringen, aber ich will sagen, warum ich denke, dass der Film wichtig ist und dass man ihn sich anschauen sollte.
01:03:57
Speaker
Weil ich finde...
01:03:59
Speaker
Jeder Mensch sollte sich ein Urteil selber darüber machen, ob der Film gut ist oder nicht, weil das Thema so wichtig ist.
01:04:06
Speaker
Und weil der Film eine Debatte anstößt, dennoch, die wir führen müssen und die, ich finde, immer noch nicht in der Breite so geführt wird.
01:04:14
Speaker
Wenn ich mir anschaue, dass die AfD bei uns mittlerweile die stärkste Kraft des Landes ist, dann haben wir wohl offensichtlich historisch vieles noch nicht verstanden.
01:04:23
Speaker
Und ich glaube, dass der Film trotz seiner Schwächen
01:04:26
Speaker
auf viele dieser Fragen auch sehr gute Antworten gibt oder es zumindest in einen historischen Kontext setzt, der diese Debatte durchaus stark bereichern kann.
01:04:36
Speaker
Und genau aus diesem Grund sage ich, man sollte sich den Film anschauen, weil wir sehen,
01:04:43
Speaker
in diesem Film, was es bedeutet, das internationale Recht aufzugeben, das Völkerrecht aufzugeben, was gerade tatsächlich passiert, was uns blüht, wenn das geschieht.
01:04:53
Speaker
Und das in einen historischen Kontext zu setzen, der uns schon einmal vor Augen geführt hat, was es bedeutet,
01:04:59
Speaker
ja, mit menschlichem Leben, mit der Menschlichkeit so nachlässig und so brutal umzugehen, wie wir das schon einmal in unserer Geschichte gemacht haben.
01:05:06
Speaker
Deswegen, von meiner Seite aus, muss man sich den Film unbedingt ansehen.
01:05:11
Speaker
Und dann möchte ich noch ganz kurz ergänzen.
01:05:15
Speaker
Und dann aber bitte mit der Arte-Doku, mit den zwei Teilen, weil dann wird ein richtiger Schuh draus.
01:05:21
Speaker
Ja, also jetzt bitte.
01:05:22
Speaker
Aber es gibt ja auch einen viel älteren Film, irgendwie Anfang der 2000er, der heißt irgendwie Nürnberg im Namen der Opfer.
01:05:30
Speaker
Den habe ich tatsächlich nicht gesehen.
01:05:31
Speaker
Es gibt auch im ZDF gerade einen Film über einen Protagonisten.
01:05:36
Speaker
Den habe ich noch nicht gesehen.
01:05:37
Speaker
Würde ich auch noch gerne sehen.
01:05:39
Speaker
Aber ich habe den nicht gesehen, den du gerade ansprichst.
01:05:41
Speaker
Ja, ich auch nicht.
01:05:42
Speaker
Aber ich habe das Gefühl, vielleicht ist das auf jeden Fall ein Film.
01:05:46
Speaker
Egal.
01:05:47
Speaker
Aber ich gehe auf jeden Fall mit.
01:05:49
Speaker
Man kann gerne, sollte dich mit dem Thema auseinandersetzen.
01:05:52
Speaker
Und dann eben, ich würde lieber die Dokumentation gucken als diesen Film noch mal.
01:05:57
Speaker
Die kann ich dir wärmstens ans Herz legen.
01:06:00
Speaker
Und das ist auch gleich der beste Übergang vielleicht zur Szene der Woche.
01:06:06
Speaker
Jünter!
01:06:07
Speaker
Die Szene der Woche.
01:06:09
Speaker
Hast du eine?
01:06:10
Speaker
Sag, sag, hast du eine?
01:06:12
Speaker
Hast du eine?
01:06:13
Speaker
Hast du alles vorbereitet?
01:06:15
Speaker
Ich würde gerne einfach die Serie der Woche machen, anstatt die Szene der Woche.
01:06:21
Speaker
Okay, machen wir so.
01:06:21
Speaker
Das sehen wir heute nicht so eng.
01:06:23
Speaker
Oh, danke.
01:06:24
Speaker
Ja, gerne, ich weiß.
01:06:25
Speaker
Ich bin heute in Geberlaune, merkt man, oder?
01:06:27
Speaker
Total.
01:06:28
Speaker
Und das ist Margaret Got Money Troubles, basiert auf dem gleichnamigen Roman und ist zu sehen auf Amazon Prime.
01:06:44
Speaker
Können wir verlinken?
01:06:46
Speaker
Jünter verlinkt.
01:06:47
Speaker
Danke, Jünter.
01:06:48
Speaker
Und es ist eine ganz tolle, also Elle Fanning als Hauptrolle, ist eine ganz tolle Serie über einen College-Dropout aufgrund von Schwangerschaft, die versucht mit einer sehr tatsächlich ruhigen Familienzusammenstellung, also die Mama war Kellnerin bei...
01:07:11
Speaker
Heißt es Hooters?
01:07:12
Speaker
Ich glaube, es heißt Hooters.
01:07:14
Speaker
Dieses Restaurant?
01:07:15
Speaker
Ja, es gibt so eine Restaurant.
01:07:16
Speaker
Wo die leicht bekleidet, die Damen.
01:07:18
Speaker
Ja, das ist Hooters.
01:07:19
Speaker
Und der Vater ist oder war im
01:07:27
Speaker
Nicht Ringer, sondern Wrestling-Köpfer.
01:07:31
Speaker
Ah, okay.
01:07:32
Speaker
Finde ich spannend.
01:07:34
Speaker
Und muss dann eben so ihr Leben durchschlagen.
01:07:37
Speaker
Und er findet sich sozusagen neu.
01:07:41
Speaker
Und ich finde das eine sehr gute Serie.
01:07:45
Speaker
Sehr schön anzuschauen.
01:07:46
Speaker
Nicole Kidman spielt mit und ist auch Wrestling-erin.
01:07:53
Speaker
Wrestlingerin?
01:07:54
Speaker
Wrestlingerin.
01:07:55
Speaker
Und Michelle Pfeiffer spielt mit und spielt die Mutter.
01:07:58
Speaker
Also es ist eine wirklich, wirklich gut besetzte, spannend, lustige, aber irgendwie auch so Drama, Dramacomedy-Serie, die ich gerade sehr gut weggebinged habe.
01:08:13
Speaker
Okay, wie viele Folgen?
01:08:16
Speaker
Sieben.
01:08:18
Speaker
Ah, okay.
01:08:19
Speaker
Ist die schon abgedreht, die erste Staffel?
01:08:21
Speaker
Oder kommen jetzt gerade aktuell noch welche dazu?
01:08:23
Speaker
Ich habe eine Kommt drauf.
01:08:25
Speaker
Ja, meistens sind sie ja so acht oder so zehn.
01:08:26
Speaker
Sieben wäre jetzt auch ein bisschen komisch.
01:08:28
Speaker
Aber okay.
01:08:29
Speaker
Gut, werden wir zu verlinken.
01:08:30
Speaker
Vielen Dank dafür.
01:08:31
Speaker
Ich habe tatsächlich als Szene der Woche etwas aus der Arte-Doku mir rausgesucht, weil die mich wirklich beschäftigt hat seit dem Film sehr.
01:08:42
Speaker
Und zwar gibt es, weil ich ja schon gesagt habe, es gibt diese...
01:08:45
Speaker
auch die Original-Ausschnitte aus Tagebüchern und so von ProzessbeobachterInnen, die dort eben auch vor Ort waren.
01:08:51
Speaker
Und es gab zum Beispiel einen russischen Karikaturisten, der auch dort, sieht man seine Karikaturen hat, das ist glaube ich die Menagerie der Unmenschlichkeit oder so genannt, wo er dann all die Angeklagten als Tiere, als ganz wirklich erbarmungswürdige, hässliche Tiere gezeichnet hat.
01:09:06
Speaker
Aber es gab eben auch SchriftstellerInnen,
01:09:08
Speaker
die sich dazu Stellung bezogen haben, die das mitgeschrieben haben.
01:09:13
Speaker
Und eine von denen war zum Beispiel Martha Gelbaum, eine US-amerikanische Journalistin.
01:09:18
Speaker
Und die Szene in der Dokumentation, wo sie die Angeklagten in kurzen geschriebenen Karikaturen widerspiegelt und einfängt, ist, finde ich, ganz komplex.
01:09:32
Speaker
großartig.
01:09:34
Speaker
Muss man sich unbedingt ansehen und auch anhören, was sie dazu zu sagen hat.
01:09:39
Speaker
Und das gepaart mit den Bildern im Close-Up in Schwarz-Weiß.
01:09:42
Speaker
So gut getroffen.
01:09:45
Speaker
Wirklich ganz große Schauempfehlung.
01:09:47
Speaker
Von mir auch.
01:09:48
Speaker
Merci.
01:09:50
Speaker
Ja, so, das war's.
01:09:52
Speaker
Übrigens in der Doku kommt auch an, weil du vorhin gesagt hast, keine guten Frauenrollen, weil es auch gar keine Frauen gab.
01:09:58
Speaker
Nur die Stenografistinnen und ansonstiges, wieder total unbeteiligt.
01:10:03
Speaker
Die Männer legen die Welt in Schutt und Asche und dann urteilen sie selber darüber, wie man jetzt am besten verfährt.
01:10:08
Speaker
Das waren die Zeiten damals.
01:10:10
Speaker
naja, verwundern tut es nicht wirklich.
01:10:12
Speaker
Wir hoffen auf bessere.
01:10:14
Speaker
Wir hoffen auf bessere, genau.
01:10:16
Speaker
Liebe Emilia!
01:10:16
Speaker
So, um diese etwas eventuell schwierigere Podcast-Folge zu beenden mit ein bisschen Leichtigkeit, haben wir ja
01:10:26
Speaker
angeteasert bei der letzten Staffel, dass wir gerne ab und zu, ab und zu, kommt drauf an, wer was vorbereitet hat.
01:10:33
Speaker
Ja, und ich verkack's immer, sind wir mal ganz ehrlich, deswegen, ja, danke.
01:10:36
Speaker
Die Folge beenden wollen mit Spielspaß und Freude, in diesem Fall einfach Films, Facts und Fun.
01:10:45
Speaker
Und ich würde dir jetzt einfach 12 Filme nennen.
01:10:52
Speaker
Und du wirst mir verraten, zwischen 4 und 8, wie viele Sequels es gibt.
01:11:01
Speaker
Was, zwischen 4 und 8?
01:11:02
Speaker
Also jeder dieser 12 Filme hat entweder 4 oder 8 Sequels?
01:11:05
Speaker
Nein, zwischen 4 und 8.
01:11:07
Speaker
Entweder 4, 5, 6, 7 oder 8.
01:11:09
Speaker
Genau.
01:11:10
Speaker
Aber mindestens gibt es vier und bei vier Sequels ist das schon das Original mit eingebegriffen?
01:11:14
Speaker
Also ein Film und drei Sequels sind dann vier, oder was?
01:11:17
Speaker
Ja, wie viele Filme es insgesamt gibt.
01:11:19
Speaker
Ah, okay, ja, wunderbar.
01:11:20
Speaker
Dann bin ich jetzt bei dir, Entschuldige.
01:11:22
Speaker
So, okay, dann fangen wir mit etwas sehr Einfachem an.
01:11:26
Speaker
Und jeder, der Lust hat, kann ja mitraten.
01:11:28
Speaker
Und zwar Harry Potter.
01:11:29
Speaker
Ja, unbedingt.
01:11:31
Speaker
Acht.
01:11:31
Speaker
Sehr gut.
01:11:34
Speaker
Dann Die Hard.
01:11:36
Speaker
Die Hard.
01:11:37
Speaker
Fünf.
01:11:38
Speaker
Sehr gut.
01:11:38
Speaker
Ja, habe ich alle gesehen.
01:11:42
Speaker
Der letzte ist nicht so toll, ganz ehrlich.
01:11:44
Speaker
Nur eineinhalb Stunden lang.
01:11:45
Speaker
Der fährt ein bisschen raus.
01:11:48
Speaker
Ja, immer an Weihnachten, natürlich.
01:11:50
Speaker
Das Fest der Liebe.
01:11:52
Speaker
So, wie würde ich mir bis jetzt nicht sagen, ist Lethal Weapon, sagt dir das was?
01:11:58
Speaker
Lethal Weapon, natürlich.
01:11:59
Speaker
Mel Gibson.
01:12:01
Speaker
Mel Gibson, Danny Glover.
01:12:03
Speaker
Ich glaube, davon gibt es auch fünf.
01:12:06
Speaker
Fünf oder sechs.
01:12:07
Speaker
Fünf, sage ich jetzt mal.
01:12:09
Speaker
Vier.
01:12:10
Speaker
Vier, ah doch, nur vier?
01:12:11
Speaker
Ah, okay.
01:12:12
Speaker
Die X-Men.
01:12:14
Speaker
Oh, das ist aber echt schwierig.
01:12:17
Speaker
Boah, da gibt es so viele.
01:12:18
Speaker
Ich gehe jetzt mal auf...
01:12:21
Speaker
Acht.
01:12:22
Speaker
Sieben.
01:12:22
Speaker
Aber sehr gut.
01:12:26
Speaker
Das ist jetzt wieder was Einfaches.
01:12:27
Speaker
Rambo.
01:12:29
Speaker
Rambo gibt es drei.
01:12:33
Speaker
Vier.
01:12:33
Speaker
Den habe ich verpasst.
01:12:34
Speaker
Den vierten habe ich noch nie gesehen.
01:12:36
Speaker
Mad Max.
01:12:39
Speaker
Mad Max müsste es... Oh, aber jetzt mit den ganzen modernen auch noch.
01:12:42
Speaker
Wahrscheinlich, die zählen auch dazu, oder?
01:12:43
Speaker
Jetzt nicht die originalen, die australischen.
01:12:46
Speaker
Nehme ich jetzt mal ganz stark an.
01:12:47
Speaker
Dann sind es schon jede Menge.
01:12:48
Speaker
Dann sind es, glaube ich, mittlerweile... Also Fury Road, boah, da muss ich jetzt auch raten.
01:12:52
Speaker
Ich glaube... Sieben?
01:12:55
Speaker
Und bei den Originalen?
01:12:56
Speaker
Wenn wir bei den Originalen bleiben?
01:12:57
Speaker
Da sind es, glaube ich, drei.
01:12:59
Speaker
Sehr gut, drei.
01:13:00
Speaker
Dann, weiter.
01:13:01
Speaker
Terminator.
01:13:04
Speaker
Oh, da gibt es mittlerweile...
01:13:08
Speaker
Fünf?
01:13:10
Speaker
Vier.
01:13:11
Speaker
Vier?
01:13:11
Speaker
Dann gibt's The Hunger Games.
01:13:14
Speaker
Da gibt's... Gibt's da Spin-Offs oder so?
01:13:18
Speaker
Nee, es gab nur drei.
01:13:18
Speaker
Aber du hast gesagt, mindestens vier.
01:13:20
Speaker
Also dann müssen es vier sein.
01:13:21
Speaker
Ja.
01:13:22
Speaker
Nee.
01:13:22
Speaker
Ja, dann sind es vier.
01:13:24
Speaker
Dann gibt es Kung Fu Panda.
01:13:28
Speaker
Oh, Kung Fu Panda.
01:13:30
Speaker
Oh, wow.
01:13:33
Speaker
Ich würde sagen drei.
01:13:34
Speaker
Ich glaube mehr sind es nicht.
01:13:36
Speaker
Und letztes wäre Predators.
01:13:43
Speaker
Oh.
01:13:43
Speaker
Alien wäre auch noch spannend gewesen, aber okay.
01:13:46
Speaker
Predator vier.
01:13:56
Speaker
Ich finde aber, dadurch, dass du dich immer nur um einen verschätzt hast, würde ich dir jetzt fast sogar, ich gebe dir einen Punktabzug.
01:14:04
Speaker
Oh, danke.
01:14:05
Speaker
Mensch, du bist aber sehr großzügig heute.
01:14:07
Speaker
Dankeschön, danke.
01:14:09
Speaker
Ich finde, es war gar nicht so schlecht.
01:14:10
Speaker
Sich von der Saison bemerkenswert.
01:14:12
Speaker
Ach, dankeschön.
01:14:14
Speaker
Mit diesem Gefühl laufe ich jetzt der Welt freudestrahlend mit offenen Armen entgegen.
01:14:21
Speaker
Das hast du heute zur Werke gebracht.
01:14:22
Speaker
Und zurück ins nächste Kino, damit wir eine nächste Folge aufnehmen.
01:14:26
Speaker
Wunderbar.
01:14:27
Speaker
Alles klar.
01:14:28
Speaker
In zwei Wochen, du musst sagen, was in zwei Wochen passiert, weil ich bin im Urlaub, muss ich an dieser Stelle sagen.
01:14:33
Speaker
Ich war sie jetzt im Urlaub.
01:14:34
Speaker
Ihr werdet trotzdem nicht alleine auf irgendetwas warten müssen, denn es gibt eine dritte Folge, diesmal ohne Basti, der hoffentlich braun gebrannt zurückkommt und sich die Auszeit sehr verdient hat.
01:14:49
Speaker
Total braun gebrannt, komme ich wieder.
01:14:51
Speaker
Du wirst mich kaum wiedererkennen, wahrscheinlich.
01:14:53
Speaker
Also dann in zwei Wochen, die nächste Folge ohne mich, nur mit Emilia.
01:14:56
Speaker
Wahrscheinlich ist das sowieso viel besser so.
01:14:59
Speaker
Und dann sehen wir uns in vier Wochen wieder und da freue ich mich auch schon sehr drauf.
01:15:03
Speaker
Vielen, vielen Dank für heute.
01:15:04
Speaker
Es war wie immer ein großes, großes Fest mit dir, obwohl das Thema schwierig war, aber ich habe große Freude gehabt mit dir und danke an euch fürs Zuhören.
01:15:12
Speaker
Tschüss!
01:15:13
Speaker
Bis dann, bis zum nächsten Mal.
01:15:14
Speaker
Tschüss!
01:15:16
Speaker
Das war Muss man gesehen haben mit Emilia Bernsdorf und Bastian Fischer.
01:15:22
Speaker
So, das Urteil ist gefallen.
01:15:24
Speaker
Wie Forrest Gump sagen würde, das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen.
01:15:28
Speaker
Man weiß nie, was man kriegt.
01:15:30
Speaker
Genau wie bei Filmen.
01:15:31
Speaker
Manchmal ein Treffer und manchmal reden wir lieber nicht drüber.
01:15:36
Speaker
Und jetzt kommt der Teil, wo wir euch brauchen.
01:15:39
Speaker
Wenn euch die Folge gefallen hat, lasst uns eine Bewertung da.
01:15:43
Speaker
Kommentiert, schreibt uns, sagt uns eure Meinung.
01:15:45
Speaker
Wir lesen wirklich alles.
01:15:47
Speaker
Auf Instagram findet ihr uns auch.
01:15:49
Speaker
Hinter den Kulissen, mit Kino-News und gelegentlich auch Fotos von uns.
01:15:53
Speaker
Wie Schwarzenegger schon sagte, I'll be back.
01:15:56
Speaker
In unserem Fall, we'll be back.
01:15:58
Speaker
Bis in zwei Wochen mit dem nächsten Film.
01:16:01
Speaker
Tschüss!