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Chabos

Muss Man Gesehen Haben!?
Muss Man Gesehen Haben!?

317 plays · Oct 11, 2025

Heute erwartet Euch eine ganz besondere Folge. Entgegen der Ankündigung letzte Woche, melden wir uns doch nicht aus dem Kino, sondern haben heute, aus aktuellem Anlass, zwei ganz besondere Gäste in der Folge: Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch. Die beiden schreiben zusammen Drehbuch und führen auch gemeinsam Regie. Ihr letztes Werk, die achtteilige Serie Chabos, ist seit Ende August in der ZDF-Mediathek verfügbar.  Als Basti eines Nachts einen Anruf von Emilia erhielt, in dem sie ihm begeistert von Chabos erzählte, stand ziemlich schnell fest, die Köpfe hinter der Serie wollen sie unbedingt kennenlernen. Langer Rede, kurzer Sinn: Emilia schrieb eine Einladungsmail und heute sind ihr die beiden gleich sehr spontan nachgekommen. Darum geht es in Chabos: Peppi ist ein etwas einsamer Mittdreißiger, der für ein KI-Unternehmen online deren Produkte bewirbt. Als er eines Abends seinen Frust über das Leben in einer Karaoke-Bar ertränkt, trifft er auf einen alten Schulkameraden, der ihm von einem bevorstehenden Klassentreffen erzählt zu dem Peppi nicht eingeladen ist. Das reißt bei ihm offene Wunden auf und er begibt sich die Suche nach den Gründen, warum man ihn bei der Einladung übergangen hat. Chabos ist ein wildes Abenteuer über das Erwachsenwerden, das mit Filmkonventionen bricht. Es ist eine Serie über Freundschaft und die Liebe und wie leicht es ist, beides zu verlieren. Chabos ist eine Coming-Of-Age-Serie der ganz besonderen Art, vollgespickt mit gesellschaftskritischen Perspektiven und einer unglaublichen Nostalgie-Dichte.  Aber muss man die Serie gesehen haben? Hört rein und findet es heraus. Hinterlasst uns eine Sprachnachricht und werdet Teil der nächsten Episode: www.mussmangesehenhaben.de ___ REGIE Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch DREHBUCH Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch DARSTELLER*INNEN Peppi/Niko - Johannes Kienast Peppi (jung) - Nico Marischka PD - David Schütter PD (jung) - Jonathan Kriener Enes 'Alba' Mistefa - Erol Afsin Alba (jung) - Loran Alhasan Gollum - Max Mauff Gollum (jung) - Arsseni Bultmann KAMERA Nikolaus Schreiber --- Hier geht's zur Serie: https://www.zdf.de/serien/chabos-100 --- SHOW NOTES Brainwashed - Sexismus im Kino [https://www.imdb.com/de/title/tt10410506/?ref_=fn_all_ttl_1] Bechdel-Test [https://de.wikipedia.org/wiki/Bechdel-Test] Jetzt auch die ganze Folge auf YouTube sehen: https://youtu.be/sWVxUE5_nI0 Abonniert den Newsletter: https://mussmangesehenhaben.substack.com [https://mussmangesehenhaben.substack.com/] Und hinterlasst uns gerne eine positive Bewertung auf der Podcast-Plattform Eurer Wahl, um uns zu unterstützen. Danke Euch!

Transcript

Speaker: Willkommen zu einer neuen Ausgabe Muss man gesehen haben.

Speaker: Hier sind eure Gastgeber Emilia und Bastian.

Speaker: Einen wunderschönen guten Morgen, Basti.

Speaker: Guten Morgen, liebe Emilia.

Speaker: Schön, dich zu sehen zu so früher Stunde.

Speaker: Ich glaube, so früh waren wir tatsächlich noch nie unterwegs wie heute, oder?

Speaker: Ich glaube, wir waren da schon mal, wir haben aber aus Gründen davon dann abgesagt.

Speaker: Aber wir sind heute so früh dran, weil wir haben ganz besondere Gäste.

Speaker: Wir haben heute eine ganz besondere Folge.

Speaker: Wir haben zwar gesagt, dass wir uns wieder aus dem Kino melden werden diese Woche, aber aus aktuellem Anlass, weil wir die Möglichkeit hatten, mit zwei ganz besonderen jungen Filmemachern zu sprechen, haben wir das heute vorgezogen und haben heute zwei Gäste bei uns.

Speaker: die wir ganz lieb begrüßen wollen.

Speaker: Hallo, guten Morgen, Micky Pahrt und Arkadi Rahet.

Speaker: Ihr beide seid Regisseure und Autoren.

Speaker: Ihr kennt euch aus euren Zwanzigern, habt zusammen Film studiert in Köln, wenn ich das richtig recherchiert habe.

Speaker: Und ihr seid die Filmemacher der Serie Chabos.

Speaker: Yes.

Speaker: Hallo, schönen guten Morgen.

Speaker: Guten Morgen.

Speaker: Schön, dass ihr da seid.

Speaker: Danke für die Einladung.

Speaker: Sehr schön, dass ihr da seid.

Speaker: Das klang gerade so crazy.

Speaker: Ihr kennt euch aus euren Zwanzigern.

Speaker: Ja, so lange ist das alles schon her, auch mit Chabos 2006, dass man so jung war.

Speaker: Fühlt sich auf jeden Fall schon sehr...

Speaker: lange an.

Speaker: Also ihr macht zusammen Filme seit 15 Jahren.

Speaker: Ist das korrekt?

Speaker: Ist das schon so lang?

Speaker: Warte mal, ich bin jetzt... Ja, das kommt hin.

Speaker: Also seit 15 Jahren.

Speaker: Ich meine, wir machen das nicht seit 15 Jahren so wie jetzt gerade in Choregi, aber wir kennen uns halt

Speaker: 15 Jahren und eigentlich war es schon sehr früh eine Co-Regie, ohne dass wir wirklich wussten, dass es eine Co-Regie ist.

Speaker: Also als wir angefangen haben, erste Kurzfilme zu machen, hatten wir die Vorstellung, dass ein Regieassistent sowas ist wie ein zweites Augenpaar und ein Co-Regisseur und so haben wir

Speaker: Die ersten Filme gemacht in Regie, Regie Assistent und immer so durchgewechselt und als wir so am ersten professionellen Set waren, haben wir so verstanden, dass das, was wir eigentlich schon damals gemacht haben, eigentlich schon eine Co-Regie war und dann haben wir es irgendwann auch so genannt.

Speaker: Ich finde es wahnsinnig spannend tatsächlich, wie ihr zusammenarbeitet, oder wollen wir dann auch noch später drauf eingehen, wie ihr dann eigentlich zusammenarbeitet, weil es ja durchaus nicht so üblich ist.

Speaker: Beim Film gibt es ja auch klare Hierarchien und es gibt ja auch Abläufe und jeder hat so seinen Platz.

Speaker: Aber das zusammen Drehbuch zu machen und Regie ist ja eher untypisch, aber da würde ich nachher nochmal drauf eingehen, finde ich sehr, sehr spannend.

Speaker: Wir haben euch ja vor allem deshalb eingeladen, wir sind auf euch gekommen wegen der Serie, die aktuell im ZDF zu sehen ist.

Speaker: Die ging am 22.

Speaker: August diesen Jahres online, nennt sich Chabos und ist unserer Meinung nach ein ganz fantastisches Werk und deswegen sind wir wirklich wahnsinnig froh, dass ihr heute da seid und dazu würden wir euch einfach gerne ein paar Fragen stellen, schauen wie ihr euch zu der Serie gekommen seid und auch ein paar andere kleine Fun Facts dazu.

Speaker: möchtest du kurz erzählen, worum es denn in der Serie geht?

Speaker: Sehr, sehr gerne.

Speaker: Sehr, sehr gerne.

Speaker: Ich habe jetzt ein bisschen was aufgeschrieben dazu.

Speaker: Ihr könnt uns dann auch gerne oder mich auch gerne korrigieren, wenn ich total daneben liege, eurer Meinung nach.

Speaker: Es wäre nicht das erste Mal in eurem Leben.

Speaker: Also seid da bitte überhaupt gar nicht schüchtern.

Speaker: Ja, also...

Speaker: Wie gesagt, die Serie ging ja online am 22.

Speaker: August, wurde auch vorab schon von Leuten wie Sibylle Bergen und Anke Engelke, also wirklich großen Persönlichkeiten der deutschen Fernseh- und Filmlandschaft, hochgelobt für das innovative Erzählformat und ist deshalb eigentlich schon mit viel Rückenwind auch gestartet.

Speaker: Und ich fasse mal die Serie so ganz grob zusammen, ja, ohne, also zumindest, es gibt einen kleinen Überblick, worum es geht.

Speaker: Also es geht vor allem um Peppi, das ist der stete Mittelpunkt der ganzen Geschichte, auch Nico genannt, aber in seiner Jugend Peppi.

Speaker: Der ist ein Mit-30er, der etwas einsam für ein KBI-Unternehmen arbeitet und dort ihre Produkte bewirbt und als er eines Abends seinen Frust über sein etwas eintöniges Leben in einer Karaoke-Bar betrinkt, trifft er einen alten Schulkameraden, der ihn von einem Klassentreffen erzählt, zu dem er allerdings gar nicht eingeladen ist.

Speaker: Und das reißt bei ihm so ein paar offene Wunden auf und er begibt sich dann auf die Suche nach den Gründen, warum denn er gerade jetzt bei der Einladung übergangen worden ist.

Speaker: Und das wird dann ein wildes Abenteuer über das Erwachsenwerden, das mit vielen Filmkonventionen bricht.

Speaker: Es ist eine Serie über Freundschaft und über Liebe und auch wie leicht beides zu verlieren ist.

Speaker: Und dabei ist es eigentlich eine Coming-of-Age-Serie, die ganz untypisch ist, weil sie auch wirklich vollgespickt ist mit sehr vielen gesellschaftskritischen Perspektiven und dennoch auch einer unglaublichen Nostalgiedichte.

Speaker: Und diese Nostalgiedichte, ich habe mich da auch selber oft ertappt, so die Fußball-WM zum Beispiel 2006 ist eigentlich ein paralleler Erzählstrang.

Speaker: Es gibt viele Talkshow-Formate, ich meine, wer erinnert sich da noch dran?

Speaker: Ihr natürlich, aber so Hans Meiser und wie sie alle heißen, es ging ja von 13 bis 17 Uhr, war ja nur Talkshow-Formate damals im Fernsehen da.

Speaker: Casting-Shows kommen vor.

Speaker: Ein Mann, der mit Klingeltönen sein Vermögen gemacht hat.

Speaker: Jürgen Domian kommt auch vor.

Speaker: Also es ist wirklich eine wahnsinnig Dichte an Nostalgie, die da eben vorhanden ist.

Speaker: Und gleichzeitig zeigt die Serie, die ja auch sehr viel Wärme hat, aber auch ein Deutschland in den Nullerjahren, das durchaus homophob ist, rassistisch, frauenfeindlich, ohne es allerdings darauf zu reduzieren und führt uns da auch eigene Vorurteile vor Augen.

Speaker: Und

Speaker: Und durchaus, wenn man die Serie sieht, finde ich, merkt man ihm die ganze Zeit an, dass es ein Projekt ist, in dem ihr beide euch selbst verwirklicht habt.

Speaker: Und das würde ich jetzt einfach mal so in den Raum schicken, das könnt ihr dann beantworten, ob das richtig ist oder nicht.

Speaker: Genau, das wäre jetzt erstmal mein Intro.

Speaker: Und dazu dann die Einstiegsfrage.

Speaker: Wer von euch beiden wurde denn eigentlich nicht zum Klassentreffen eingeladen?

Speaker: Also mein Klassentreffen ist ins Wasser gefallen wegen Corona.

Speaker: Es gab ein zehnjähriges Klassentreffen und seitdem nicht mehr stattgefunden.

Speaker: Also lustigerweise, ich war einmal beim Klassentreffen nach fünf Jahren.

Speaker: Also es war dann, keine Ahnung, was war das dann?

Speaker: 2015.

Speaker: Und zufällig letztes Jahr, 2024, genau, glaube ich, einen Monat vor der Produktion von Chabos, gab es dann auch ein Klassentreffen.

Speaker: Und ich wusste aber schon, so meine engsten Freunde, da schreibt man natürlich noch, ich habe auch Freunde noch aus der Schulzeit, von denen wusste ich schon, die werden alle nicht kommen, weil die irgendwie verhindert sind, aus anderen Städten sind.

Speaker: Und dann dachte ich mir aber, gut, okay, ich gehe vorbei und habe dann auch so mit mir ein bisschen gehadert.

Speaker: Das ist ja auch dann so ein bisschen aufregender, wenn man da keine Andockstationen hat und so.

Speaker: Und bin dann auch, weiß ich noch, erst mal so vorbeigejoggt, weil es war auf so einem...

Speaker: Schützenfest irgendwie wurde das organisiert und hab erstmal so geguckt.

Speaker: Aber in Düsseldorf?

Speaker: In Düsseldorf, in Düsseldorf.

Speaker: Und hab so geguckt, irgendwie sehe ich hier irgendjemanden und dann dachte ich aber danach, ja, nee, komm, ich mach's jetzt als Recherche für Chabos, weil ich muss wissen, was passiert jetzt wirklich auf dem echten Klassentreffen.

Speaker: Und dann, ähm, komm ich da hin und seh halt so einen Tisch mit so drei Leuten, die ich kenne, mit denen ich auch wirklich nicht viel zu tun hatte.

Speaker: Und, äh,

Speaker: schau dann halt so und denk mir, okay, die anderen sind bestimmt irgendwie hier drinnen, holen sich grad was und guck überall und es ist wirklich kein einziger Mensch da.

Speaker: Und nur diese drei Leute,

Speaker: Und wir waren dann so eine Schicksalsgemeinschaft.

Speaker: Und letztendlich war es ein super cooler Abend.

Speaker: Ich habe mit Leuten gesprochen, mit denen ich vorher nie so intensiv gesprochen habe.

Speaker: Und wir saßen da bis 1 Uhr.

Speaker: Und es war eine super coole Erfahrung.

Speaker: Was ist denn da bei dir in der Stufe los gewesen, dass da niemand kommen wollte?

Speaker: Es ist krass.

Speaker: Es ist super krass.

Speaker: Es wurde per Instagram eine Mail rumgeschickt.

Speaker: Und die Person...

Speaker: Keiner wusste auch, wer das losgetreten hat, aber von den Leuten, die da waren, war keiner die Person, die das initiiert hatte.

Speaker: Interessant, interessant.

Speaker: So ein bisschen ist das tatsächlich auch in dem Film wiedergegeben.

Speaker: Ein paar autobiografische Elemente gibt es dann auch in der Serie, oder?

Speaker: Nehme ich jetzt mal an.

Speaker: Aber nicht so dramatisch.

Speaker: Beide wurden eingeladen.

Speaker: Würdet ihr euch denn als nostalgisch beschreiben?

Speaker: Also ich habe das Gefühl, Nostalgie ist sowas, woran man sich klammert, wenn man in der Gegenwart sich häufig unwohl fühlt.

Speaker: Das ist sowas, woran wir uns zurücksehen.

Speaker: Und ich glaube, was wir machen wollten, also was so die Nostalgie angeht, wir haben das immer so ein bisschen als einen Lockstoff eigentlich gesehen, dass wir so diese Nostalgie drumherum werfen und dass die Leute reinzieht.

Speaker: Und dann eigentlich andere Themen durchaus verhandelt werden.

Speaker: Also das ist schon Nostalgisches, aber ohne diese Nostalgie zu verklären.

Speaker: Das war so mein Gefühl.

Speaker: Oder Micky?

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Ich muss auch so ein bisschen an so eine Parallele denken zu dem, was Arcadi mal mit dem Lockstoff so beim Horrorfilm.

Speaker: Finde ich es immer richtig geil, wenn am Anfang so alles so richtig schön freundlich ist und das sind irgendwelche

Speaker: Freunde, die auf eine Reise gehen, aber man weiß schon, ah, das wird noch eskalieren und irgendwie so diese, die Nostalgie ist irgendwie bereichert dadurch, wenn es irgendwie noch so diese Spannung hat, ah, das wird auch nochmal hier düster werden.

Speaker: Weil so eine pure Nostalgie ist, ja, verklärt ja auch vieles, was man dann in der Serie auch sieht, dass nicht alles so

Speaker: Schön war, wie man sich das vorstellt.

Speaker: Wir haben immer gesagt, wir machen eine ungeschönte Nostalgie, weil das ist ja eigentlich jetzt gerade, wenn wir uns umblicken, wir sind ja wirklich in einer Zeit von Krisen und man sehnt sich wirklich nach irgendwie so nach Vergangenem und dem, was immer funktioniert hat.

Speaker: Wir sehen das ja, dass jetzt...

Speaker: Bulli ist zurück, Stefan Raab ist zurück.

Speaker: Es werden laufend Formate, Filme, Serien aufgelegt, die dich in so eine Comfortzone zurückbringen sollen.

Speaker: Und das wollten wir eigentlich genau nicht machen.

Speaker: Also wir wollten natürlich das Nostalgische, dass Leute denken, ach krass und so, so war das ja alles.

Speaker: Und da sind die Gerichtshows und die Talkshows und die Musik.

Speaker: Aber dass man doch schon so einen Blick da drauf hat und sich denkt, ah, okay, so geil war es aber doch nicht.

Speaker: Und man will vielleicht auch gar nicht dahin zurück.

Speaker: Also ich finde, das gelingt euch total gut, wirklich.

Speaker: Genau das, was du gesagt hast, so dieser Lockstoff ist genau das, was es ist.

Speaker: Man fühlt sich erstmal abgeholt, aber dann, ich habe sie auch als finsteres Coming-of-Age bezeichnet, so wie du gerade auch gesagt hast.

Speaker: Also diese Finsternis, die da in dem Ganzen schlummert.

Speaker: Es ist viel Oberfläche, viel von dem, was eben diese Nostalgie bedient.

Speaker: Und auf der anderen Seite, wenn du aber tiefer schürfst, kommt einiges zu Tage, was du eigentlich nicht unbedingt möchtest und willst, auch gesellschaftlich.

Speaker: Ja, ich glaube, wo die Nostalgie quasi legitim ist oder jetzt auch gar nicht an die Zeit gebunden ist, ist natürlich die Ebene der Freundschaft, wo einfach Jugendfreundschaften eine ganz spezielle Qualität haben in dem Sinn, dass man als Jugendlicher nicht so viel zu tun hat, alle an einem Ort wohnt und dass natürlich man sich täglich sieht und dadurch wirklich eine Tiefe entsteht, die man im Leben schwer nur wieder irgendwie herstellen kann.

Speaker: Und ich glaube, davon

Speaker: lebt ja auch wieder in jeder Generation die Nostalgie und die Verehrung der Jugend eigentlich, die man selber hatte.

Speaker: Und ich glaube, das spielt ja natürlich, ist etwas, womit jede Generation nostalgisch wird.

Speaker: Glaubst du aber, dass es bis jetzt auch noch so ist, also dass die Freundschaften, die sozusagen heute geknüpft werden, die ja viel mehr was mit sozialen Medien zu tun haben und viel mehr mit eben diesem Internet, dass das auch noch so, also wenn die zurückblicken auf das Jahr 2025, wenn die dann 15, 16 waren, ob die das dann auch so sehen würden?

Speaker: Konjunktiv?

Speaker: Das ist eine schwierige Frage, da kann ich ja nur spekulieren.

Speaker: Ich sage es mal anders.

Speaker: Ich bin froh, dass wir alle, die wir hier sind, beides miterlebt haben, dass wir eine Jugend hatten, wo wir uns auch noch mehr in Real getroffen haben und jetzt trotzdem Best of Both Worlds auch quasi diese digitale Welt so miterleben.

Speaker: Ich glaube schon, dass da was verloren geht.

Speaker: Was aber nicht heißt, dass man nicht auch über Internet Freundschaften pflegen kann.

Speaker: Ich weiß noch, in der Corona-Zeit habe ich mit meinen alten Freunden sehr viel über Online dann irgendwie League of Legends gezockt.

Speaker: Das klingt jetzt so banal, aber das funktioniert schon.

Speaker: Ja.

Speaker: Okay.

Speaker: Ich würde jetzt mal ein bisschen, erst mal, bevor wir noch ein bisschen tiefer in die Serie einsteigen, würde ich erst mal kurz wissen wollen von euch, das, was ich vorhin vorgelesen habe, hat euch das irgendwo, kam euch das bekannt vor oder lag ich voll daneben mit der Einschätzung, die ich so geliefert habe mit dem Intro?

Speaker: Du meinst, wie du die Serie zusammengefasst hast?

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Ist ja gut, wenn man das an euch misst und nicht an mir.

Speaker: Ach so, nee, precisely.

Speaker: Also auf jeden Fall.

Speaker: Ich finde, ich kam mir selber oder wir kamen uns immer so komisch vor, wenn wir die Serie gepitcht haben, weil irgendwie man muss die Serie auch verkaufen, ganz vielen Leuten gegenüber, also Sendern, dann irgendwann auch Teammitglieder in Schauspielern.

Speaker: Man hat immer gesagt, ja, das ist eine Serie, es geht um einen Mitte-30-jährigen Millennial, der wird nicht zum Klassentreffen eingeladen und das löst halt bei ihm sowas aus.

Speaker: Und das klang halt echt immer so ein bisschen wie so ein High-Concept-Pitch,

Speaker: Dass man so eine Idee hat und dann

Speaker: ist es schwer eigentlich in so einem Pitch der Serie gerecht zu werden, weil es ja auf diesen zwei Zeitebenen stattfindet.

Speaker: Es ist ja eigentlich eine Coming-of-Age-Serie auf zwei Zeitebenen.

Speaker: Das ZDF wusste auch, glaube ich, ganz lange nicht, wie sie sie vermarkten sollen.

Speaker: Also vermarktet man die Serie jetzt als Comedy oder als Drama oder jetzt sagen sie Dramedy, aber irgendwie ist ja alles eine Dramedy.

Speaker: Und bis heute, wenn du durchs Internet guckst, dann wird das manchmal als Comedy gelabelt, manchmal als Drama.

Speaker: Und es ist eigentlich so ein bisschen hybrid.

Speaker: Es ist auf diesen zwei Zeitebenen eigentlich Coming-of-Age in der Gegenwart und in der Vergangenheit, weil es ist auch nochmal ein erwachsenes Coming-of-Age von dem erwachsenen Peppi.

Speaker: Es wird ja auch gesagt, dass es so eine Adaption von der britischen Serie Lethut ist.

Speaker: Ihr habt ja auch mit der BBC zusammengearbeitet.

Speaker: Ist das eine Serie, mit der ihr aufgewachsen seid?

Speaker: Wo kommt diese Verbindung her?

Speaker: Oder...

Speaker: Also ganz ursprünglich, die Genese von Chabos ist so, dass wir eigentlich, wir hatten überhaupt nicht vor, eine Serie zu machen.

Speaker: Wir haben zu der Zeit an einem Kinofilm geschrieben und es kam eine alte Bekannte auf mich zu, die ich von früher kannte und die jetzt bei der BBC arbeitet und sagte, die hat einen Kurzfilm von uns gesehen, das war Lea Gamula.

Speaker: Die Producerin, die bei der BBC gearbeitet hat, bis vor kurzem.

Speaker: Genau, er arbeitet nicht mehr dort.

Speaker: Genau.

Speaker: Und die kam auf uns zu, die hat unseren Kurzfilm gesehen und hat gesagt, ich fand euren Kurzfilm so gut, Muzzlethoff Cocktail heißt der.

Speaker: Und habt ihr Lust, vielleicht was zusammen zu machen?

Speaker: Die BBC arbeitet so, dass die natürlich ganz viele erfolgreiche Serien hat und versucht, diese Serien in andere Länder zu bringen.

Speaker: Also es ist irgendwo auch ein Lizenzgeschäft.

Speaker: Und die hat gesagt, guck mal, wir schicken euch einfach mal ein paar Serien zu und schaut mal da drauf.

Speaker: Und eine dieser Serien war Led Hood.

Speaker: Und unter uns gesprochen, wir haben die so geguckt und dachten, naja,

Speaker: Also so richtig umgehauen hat uns das jetzt nicht.

Speaker: Ja, dann gab es noch eine Fußballserie.

Speaker: Für Fußball interessieren wir uns auch nicht so besonders.

Speaker: Aber was Lethut halt gemacht hat und was sehr besonders war, ist, das war eine Serie, die in UK, ich glaube in Leeds hat es gespielt.

Speaker: Oder in Leeds in den Nullerjahren.

Speaker: Und es ging um einen Millennial, der sich so gefragt hat, wie der so unglücklich geworden ist.

Speaker: Und dafür hat er in seine Vergangenheit zurückgeblickt.

Speaker: Und das ist dann letztendlich auch, wenn wir heute auf Chabos gucken, das ist wirklich das Einzige, Einzige, was wir davon übernommen haben.

Speaker: Also diese Prämisse von Mitte-30-jähriger Mann fragt sich, wer der Typ geworden ist, der heute ist und blickt auf seine Vergangenheit zurück.

Speaker: Aber die Geschichte von Chabos ist ganz eigenständig.

Speaker: Also es gibt diese Geschichte nicht.

Speaker: Es gibt kein Klassentreffen.

Speaker: Es gibt auch keine Freunde, die in der Gegenwart noch mal auftauchen.

Speaker: Lettoth ist eine Straight-France.

Speaker: vertikal erzählte Serie, episodisch, es ist Comedy und es geht immer um einzelne Episoden aus der Jugend, aber gar nicht um eine zusammenhängende Geschichte, die sich immer weiterentwickelt.

Speaker: Ja, also es ist wirklich nach dem Prinzip, er sitzt in der Kneipe als Erwachsener, trinkt Bier und dann fragt er sich, warum bin ich eigentlich so biersüchtig und dann sieht man, wie er als Jugendlicher irgendwie schon Bier getrunken hat und dann gibt es das Gleiche.

Speaker: Warum bin ich doof zu meiner Freundin und dann sieht man es wieder in der Gäste.

Speaker: Dann sieht man, wie er seine erste Freundin kennengelernt hat, sowas, ja.

Speaker: Okay.

Speaker: Aber das ist... Nee, wir haben uns gefragt eigentlich, also das war so ein No-Brainer, würde man sagen.

Speaker: Man hat das gesehen und man hat sich so gefragt, so Moment mal, Nullerjahre, wir haben dann ein bisschen recherchiert, was gibt es eigentlich, was auf die Nullerjahre guckt?

Speaker: Ich meine, das ist eine Zeit, wo 16 Millionen Deutsche ihre Jugend verbracht haben, also 20 Prozent der Deutschen, die waren entweder Kinder oder Jugendliche zu der Zeit.

Speaker: Und wir haben lauter Serien

Speaker: die in den 80ern spielen, in den 90ern spielen.

Speaker: Es gab eine kleine Welle in 90er-Serien und so weiter.

Speaker: Und es gibt einfach nichts über die Nullerjahre.

Speaker: Und das hat uns eigentlich so total direkt aufmerksam gemacht, weil wir haben uns gedacht, okay, warum bildet nicht die sogenannte Generation Y, Millennials, warum wird das nicht abgebildet?

Speaker: Und das ist, also wieso gibt es keine Serie, die dieses Gefühl dieser Zeit erzählt, eine Jugendkultur, eine Mode, eine Musik,

Speaker: eine Unbeschwertheit von der ganzen Generation.

Speaker: Und das hat uns total gecatcht.

Speaker: Und dann dachten wir, okay, das ist spannend.

Speaker: Jetzt mal abgesehen von Leto und so weiter.

Speaker: Wie habt ihr euren Writers Room gestaltet?

Speaker: Also ich könnte mir vorstellen, dass es sofort super Spaß macht, weil ihr habt ja irgendwie die Jugend verbracht, um zu sagen, oh, wir müssen das noch mit reinbringen, das noch mit reinbringen, bam, bam, bam, um das dann zu ordnen, um zu sagen, okay, und jetzt gestalten wir Charaktere dazu oder hattet ihr erst die Charaktere?

Speaker: Wo ihr sagt, okay, wem schieben wir welchen Archetyp zu aus den Nullerjahren und wer hört welche Musik?

Speaker: Oder wie habt ihr euch das, war das eher einfach oder war es dann doch auch eher überwältigend?

Speaker: Und was konntet ihr beide persönlich auch noch reinbringen?

Speaker: Vorm Writer's Room waren wir noch mal ganz lange unterwegs mit der Mappe, aber das kannst du erzählen, Micky.

Speaker: Ja.

Speaker: Genau, es gibt erstmal eine Mappe, die wird hergestellt.

Speaker: Da muss man auch schon eine Art kleinen, ganz groben Staffelbogen, nur damit jeder weiß, worüber man überhaupt spricht.

Speaker: Sonst kann man ja dieses Projekt gar nicht weiter anstoßen, nicht an Leute bringen.

Speaker: Und dann kam es zum Writers Room.

Speaker: Der ist dann sehr kurz.

Speaker: Das sind fünf Tage, eine Woche.

Speaker: Und wir waren mit zwei tollen Autorinnen im Room.

Speaker: Das war Anna Dimitrova und Juri Sternburg.

Speaker: Und man kommt aber natürlich an und man kennt sich nicht persönlich.

Speaker: Man hat natürlich Sachen voneinander gelesen, schätzt das, findet sich toll, aber man muss natürlich auch erstmal warm werden.

Speaker: Und das bedeutet, so eine Woche von fünf Tagen, wo man auch das in einer gewissen Art auch noch protokollieren muss, was dort alles entsteht, ist jetzt gar nicht so viel.

Speaker: Und man kommt auch schon, wie gesagt, mit so einer Art kleinem Staffelbogen, mit einer Idee, wo super viel auch behauptet ist, wo super viel noch nicht funktioniert, kommt man da hin.

Speaker: Und hat auf einmal aber diesen Room, wo man dann anfängt, die Figuren auszumalen, wo jeder ein bisschen was aus seiner Jugend preisgibt und wo man sehr viel Spaß hat und wo die Figuren Substanz bekommen.

Speaker: Weil auch der Juri zum Beispiel ist, glaube ich, ein bisschen älter als wir.

Speaker: Eher Richtung 40, würde ich sagen.

Speaker: Die Anna war damals eher, glaube ich, 23 oder so.

Speaker: Und so haben sich diese Figuren dann...

Speaker: da zusammengesetzt und ein Leben eingehaucht bekommen.

Speaker: Aber die wirklich...

Speaker: Sisyphos-Schundarbeit, die kommt danach, weil dann muss man irgendwie alles zusammenbauen, dann muss alles irgendwie Sinn machen.

Speaker: Und in den Drehbüchern wird auch noch mal 10.000 Mal wirklich das alles umgeschmissen, weil man merkt, ach, der Vater, den wir von PD erzählen, das ist vielleicht doch lieber eine Mutter.

Speaker: Oder nein, der Vater war doch gut und dann muss man es wieder überall verändern.

Speaker: Also es passiert noch wahnsinnig viel.

Speaker: Und ja.

Speaker: Also im Writer's Room klingt immer alles ganz toll.

Speaker: Da sagen immer, das wird alles super und dann sitzt man zu Hause vor dem Scherbenhaufen.

Speaker: Also das ist so meine Erfahrung.

Speaker: Weil der Writer's Room ist natürlich immer, wenn man vom Writer's Room spricht, dann ist meistens, muss man auch kurz definieren, was ist damit eigentlich gemeint.

Speaker: Weil so die amerikanischen Writer's Rooms sind natürlich ganz andere Systeme, wie Serien entstehen.

Speaker: Das ist nicht irgendwie eine Brainstorming-Runde von vier Leuten, die sich mal für fünf Tage treffen und mal Ideen austauschen und ein bisschen was ans Magnetboard heften, sondern das sind ja richtige Etagen, hohe Büroräume, wo irgendwie Autoren mit ihren Assistenten und nochmal Assistenten und Dialog-Editors und so weiter über Wochen und Monate da sitzen und Serien entwickeln, ja.

Speaker: Wenn wir sagen Writer's Room, dann ist das eher sowas wie ein Kick-Off, wo man sich einfach Leute holt, die klug sind und die Ideen haben und einfach rumspinnt.

Speaker: Und dann geht man mit ganz vielen losen Fäden nach Hause.

Speaker: Vielleicht, Akadi, ganz kurz, darf ich einmal was reinwerfen zum Thema Rumspinnen?

Speaker: Also es kommen dann auch viele absurde Ideen.

Speaker: Es gab einen Handlungsstrang, wo Alba...

Speaker: aus der Vergangenheit wiederkommt, um sich zu rächen dann bei Peppy und dann versucht Polly seine Schwester zu verführen als Rache.

Speaker: Also so absurde Gedanken kommen da und werden teilweise weiterverfolgt und ja, es ist wirklich so eine erst kreative Explosion, wo man dann aber auch nochmal neu gucken muss, was nehmen wir hier wirklich mit.

Speaker: Ja, aber so muss es ja auch sein.

Speaker: Das ist ja alles freie Assoziation im Endeffekt.

Speaker: Also, dass man sich halt selber keine Denkverbote auferlegt oder schon die Richtung so vorgibt, dass man dann irgendwie aus dieser Richtung gar nicht mehr ausbrechen kann.

Speaker: Genauso muss es ja dann auch sein.

Speaker: Und das hat euch ja offensichtlich ganz gut getan, weil es ist wirklich fantastisch geschrieben.

Speaker: Ich finde auch die Dialoge, die ihr habt, finde ich wahnsinnig gut.

Speaker: Die sind wahnsinnig flüssig und wirklich gar nicht aufgesetzt, sondern es ist alles so ganz, ganz natürlich.

Speaker: Aber es gibt auch so viele Sachen, die sind auch so reicher, weil so viele Themen angerissen werden, auch gesellschaftlich.

Speaker: Und ich glaube, das passiert ja auch nur, indem man sich zusammensetzt und mal irgendwo die Köpfe zusammenstecken und schaut, wo stehen wir eigentlich, wo waren wir damals.

Speaker: Und ihr habt ja auch einen Blick auf die Gesellschaft heute sehr stark, das ist zumindest mein Eindruck, die ja durch diese Nostalgie, die ihr vorhin schon gesagt habt, einfach nur reflektiert.

Speaker: Und in dem Zusammenhang ist ja zum Beispiel auch die Serie sehr, geht ja, eigentlich zieht der so ein bisschen, oder ist ein Frontalangriff aufs Patriarchat auch ein bisschen.

Speaker: Würdet ihr dem zustimmen?

Speaker: Ja, Frontalangriff, es steckt auf jeden Fall da sehr stark drin.

Speaker: Also ich meine, Männlichkeit hat sich auch stark gewandelt in den letzten 20 Jahren, wo man eigentlich meinen würde im ersten Moment so, naja, was ist 2006 ja eben erst gewesen, was ist da jetzt groß passiert?

Speaker: Und wenn man aber anfängt, darüber nachzudenken und altes Material sich anzugucken, also ich habe früh alles gefilmt, ich habe das schon mal erzählt, also dass ich so ein Club-Handy hatte sehr früh, ein Motorola und habe viele Videos gemacht damit.

Speaker: Das ist so ein Handy, was Peppi jetzt auch in der Serie hat, das Motorola-Päbel.

Speaker: Wollte ich gerade sagen, genau.

Speaker: Genau, ich habe das hier liegen, glaube ich.

Speaker: Aber ich habe damit halt sehr viel gefilmt und was hat man gefilmt?

Speaker: Man hat irgendwie Freunde gefilmt, Schule, Vorsaufen, Partyabende, Shisha rauchen, Schuleschwänzen.

Speaker: Und wenn man sich das heute anguckt, dann denkt man sich wirklich, also das ist unfassbar peinlich, ja, also nicht nur, wie man ausgesehen hat, sondern wie man wirklich gesprochen hat, ja, wie man sich artikuliert hat, wie man, also wie die Jungs im Chor Schwuchtel rufen, weil das eigentlich ein super gängiges Schimpfwort war eigentlich, also sich die ganze Zeit gegenseitig als schwul oder irgendwas als schwul zu beleidigen.

Speaker: wie eigentlich die ganze Zeit so ein Auskämpfen von Hierarchie war, wie man mit Frauen umgegangen ist, wie man über Mädchen gesprochen hat.

Speaker: Jetzt kann man sagen, ja okay, das sind halt Jugendliche, aber ich glaube, das hat sich schon sehr viel geändert in Bezug auf Sexismus, Diversität, Umgang mit Minderheiten.

Speaker: Und dieser Kontrast ist halt krass, dass man sich vorstellt, als wir im Schnitt saßen und wir mussten uns natürlich das ganze Asitoni-Video irgendwie minutiös angucken, jetzt nochmal für den Schnitt um Stellen aussuchen, wo du dir gedacht hast, alter Schwede, das war ein Superstar.

Speaker: Also Asitoni, das war zu der Zeit, also den konnte jeder rauf und runter zitieren bis zum Get-No und nicht, weil das irgendwie...

Speaker: ein Idiot war, der da auf der Couch lag und man auf den herabgeschaut hat, sondern weil man dachte, okay, der Typ ist irgendwie total kultig.

Speaker: Und der ist cool.

Speaker: Authentisch.

Speaker: Und er sagt es mal.

Speaker: Und das ist halt so krass.

Speaker: Und auch wie Männlichkeit, also wie emotional unerreichbar man war,

Speaker: Ich glaube, das ist auch ein Problem oder ein Ding von vielen Männern heute, also dass man Männer irgendwie alles sein dürfen, nur nicht verletzlich und Männer weinen und so diese ganzen Dinger, die man wirklich aufgesogen hat.

Speaker: Ich merke schon, dass das wirklich in der jungen Generation anders verhandelt wird.

Speaker: Und natürlich...

Speaker: Ein letzter Satz.

Speaker: Natürlich sind die Nullerjahre auch total das Echo für heute.

Speaker: Es ist ein Nährboden für die Gegenwart.

Speaker: Also diese ganzen Themen, Männlichkeit, Rassismus, Patriarchat,

Speaker: Die haben sich natürlich verändert, aber die sind lange nicht überwunden.

Speaker: Also natürlich viel, was heute in der Gesellschaft passiert, hat da seine Ursprünge genommen.

Speaker: Also Leute, die so aufgewachsen sind, die so geprägt sind, die das vielleicht auch teilweise nicht reflektiert haben, die verhalten sich heute, die stimmen auch, die wählen bestimmte Sachen heute.

Speaker: Also das ist alles in einem Zusammenhang.

Speaker: Genau, an der Gegenwartsebene sieht man ja auch nochmal, und das haben wir gar nicht so bewusst gemacht, also zumindest nicht so als großen Plan, aber wenn man sich die Frauenfiguren anschaut und sieht, was aus denen heutzutage geworden ist, die eine hat eine Eisdiele, die andere ist große Rapperin, die andere hat eine funktionierende Familie,

Speaker: okay, sie geht fremd, aber immerhin hat sie eine Familie und kriegt das auch in den Griff und so.

Speaker: Aber die Männer sind halt durch die Bank eigentlich völlig entweder emotional distanziert und verkaltet oder ihr Leben ist irgendwie ökonomisch, nicht im Griff wie bei Gollum oder sind drogensüchtig.

Speaker: Und ich glaube schon, dass auch so eine...

Speaker: Vielleicht eine Beobachtung, wo neue Sprengkraft auch irgendwie drin liegt.

Speaker: Also irgendwie Männer, die es nicht hinkriegen jetzt in der Gegenwart und die irgendwie unzufrieden, frustriert sind und ein großes Problem werden könnten auch noch.

Speaker: Und alles, was du dazu liest, ist ja genau so.

Speaker: Es ist ja genau so eigentlich alles, was man dazu heute liest.

Speaker: Die gefährlichste Gruppe sind halt mittelalte Männer, ja, für die Welt, für Frauen, für die Welt, für die Gesellschaften.

Speaker: Ja,

Speaker: Egal wo, auch auf der Welt.

Speaker: Das ist ja auch ganz wichtig, mal festzuhalten.

Speaker: Ihr habt ja in dem Film was, weil du auch gerade gesagt hast, es hat sich einiges verändert.

Speaker: Das wäre jetzt eigentlich ein ganz guter Übergang auch für die nächste Frage von mir, weil in dem Film kommt auch was sehr Wichtiges vor, was ich gar nicht wusste, habe ich von euch tatsächlich gelernt.

Speaker: Der Bechtel-Test.

Speaker: Finde ich total spannend.

Speaker: Tatsächlich, wie der tatsächlich durchgeführt wird.

Speaker: Er ist quasi ein Gradmesser dafür, wie

Speaker: frauenfeindlich oder zumindest wie wenig Frauen Berücksichtigung finden in so einem Film, also wie männerdominiert er ist.

Speaker: Und es sind eigentlich nur vier Fragen, die will ich mal kurz nennen.

Speaker: Also gibt es mindestens zwei Frauen in dem Film, haben beide einen Namen, sprechen sie miteinander und unterhalten sie sich über was anderes als Männer.

Speaker: Und wenn man diese vier Fragen jeweils einmal nur mit Nein beantwortet, dann lässt es schon darauf schließen, dass der Film durchaus eine sehr männerdominante Perspektive einnimmt.

Speaker: In dem Film wird dann auch eingeblendet, welche Filme diesen Test nicht bestanden haben.

Speaker: Das fand ich auch total stark.

Speaker: Zum Beispiel Avengers Toy Story Krieg der Stern und Herr der Ringe.

Speaker: Unbedingt überraschend tut das jetzt nicht.

Speaker: Und was dann aber passiert, und das macht ihr so toll, und da möchte ich auch auf einen dramaturgischen Kniff von euch zurückkommen, das Durchbrechen von der vierten Wand.

Speaker: Das heißt, Peppy spricht mit uns als ZuschauerInnen in der Serie auch.

Speaker: Ja, Akadi, du hattest irgendwo mal gesagt, das ist der filmische Cocktail.

Speaker: den ihr in euren Projekten gerne immer wieder reinbringt.

Speaker: Also genau die vierte Wand und eben dokumentarisches Footage und so.

Speaker: Das bringt ihr ja bei Tabus auch wieder mit rein.

Speaker: Ja, ich weiß nicht, das ist total zufällig.

Speaker: Also wir haben uns jetzt gar nicht auf die Fahne geschrieben, diejenigen zu sein, die jetzt irgendwie so Brechtschütztheater machen und immer die vierte Wand durchbrechen.

Speaker: Das haben wir halt in einem Kurzfilm gemacht und hier hat sich das einfach fast aufgedrängt.

Speaker: Einerseits wegen der Vorlage Ledwood, andererseits natürlich, weil es dir immer die Möglichkeit, also dieser Kniff bietet dir immer die Möglichkeit, so eine Komplizenschaft zwischen Publikum und Protagonisten herzustellen und

Speaker: sozusagen das Publikum einzuladen und zu sagen, hey, nehmt meine Hand und kommt mit und wir verbünden uns jetzt hier und reflektieren eigentlich gemeinsam das, was da gerade passiert.

Speaker: Und das ist natürlich eine Gratwanderung, weil dieser Kniff kann auch stark anfangen zu nerven, schnell.

Speaker: Also wenn du immer so einen Erklärbär mitgeliefert bekommst, sozusagen einen Beipackzettel, der dir immer so sagt, so ja, so und so, ihr habt gerade das und das gesehen, aber so und so und so.

Speaker: Und man muss sehr vorsichtig damit so...

Speaker: handhaben und das sehr dosieren.

Speaker: Man kann das natürlich auch in jeder Szene theoretisch machen und es gab auch einfach im Drehbuch noch mehr Szenen am Anfang, wo dann nochmal Peppi erwachsen reinkommt und dann nochmal das Ganze kommentiert.

Speaker: Man ist auch verführt, das irgendwie zu machen und dann haben wir es in späteren Schritten einfach auch gegen Ende der Serie immer weiter reduziert, weil wir dachten, okay, der Zuschauer kann das auch irgendwie

Speaker: selber deuten und man hat auch inzwischen verstanden, dass Peppy, wenn er mit der Kamera spricht und das macht es noch interessant, halt eben nicht immer die Wahrheit sagt oder sich selber irgendwie illusioniert und sich besser darstellt, als er eigentlich ist.

Speaker: Also ich finde, ihr habt das sehr gut dosiert tatsächlich.

Speaker: Ich finde nicht, dass es, was ja passieren kann, dass es so ein Gimmick auch wird.

Speaker: Von wegen, wir haben jetzt keine Ideen mehr, deswegen setzen wir das jetzt ein.

Speaker: Das ist überhaupt nie der Fall.

Speaker: Ich sehe es immer wohl dosiert.

Speaker: Auch die Übergaben, das ist ja auch das Wichtige.

Speaker: So oft der Übergang von, wie Peppi dann im Raum steht, eben mit dem jungen Peppi, also der ältere, der Nico, mit dem jungen Peppi.

Speaker: Da gibt es ja auch Kameraübergaben und so weiter und so fort.

Speaker: Die klingen auch wahnsinnig gut.

Speaker: Einmal geht es dann um das Aufkommen von Online-Pornografie, der

Speaker: geht er in so einen Raum rein, erklärt dann so quasi die Sachlage damals und dann geht er wieder raus und dann geht die Kamera, schwenkt dann um auf die Szene 20 Jahre zuvor.

Speaker: Also das ist alles sehr feinsinnig und auch sehr poetisch gelöst, finde ich.

Speaker: Ich würde einmal noch gerne auf diesen Bechtel-Test zurückkommen, weil nach diesem Bechtel-Test eben genau das passiert.

Speaker: Die Kamera, Peppi spricht mit uns, den ZuschauerInnen und dann fragt er, wie ist das denn, das ist eigentlich jetzt heute in der Filmindustrie und die Kamera schwenkt um und

Speaker: Und man sieht ein Filmset, wo nur Männer stehen.

Speaker: Also Boom Operator, Sound, Kamera, alles nur Männer.

Speaker: Und dadurch auch so eine gewisse Selbstironie von euch an den Tag gelegt wird, was ich auch super finde.

Speaker: Aber wie seht ihr denn das heute, den Film?

Speaker: Ist es nach wie vor ein großes Problem in der Filmindustrie, dass es eine sehr große Männerdominanz gibt?

Speaker: Oder ist es nur in bestimmten Bereichen?

Speaker: Oder ist es ganz allgemein?

Speaker: Es ist ganz allgemein.

Speaker: Also es ist jede Statistik,

Speaker: die du dazu durchliest, von Frauen hinter der Kamera wirst du sehen, dass das komplett ungleich verteilt ist, dass bis heute eigentlich die Gewerke dominiert werden, natürlich von Männern, die

Speaker: Die Gründe sind natürlich historisch dafür und auch der Bechtel-Test.

Speaker: Ich meine, wichtig ist Schritt 1 überhaupt erstmal ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass wir in dieser Situation uns überhaupt befinden.

Speaker: Also ich meine, viele Jahrzehnte hast du das überhaupt nicht wahrgenommen und es hat sich dahingehend schon was geändert, dass du natürlich mehr Frauen an den Filmhochschulen hast,

Speaker: dass du natürlich auch, dass darauf auch geachtet wird, dass du mehr weibliche Regisseurinnen, Kamerafrauen im Debütbereich hast und so weiter.

Speaker: Aber sobald sozusagen das in den zweiten, dritten Film geht, sobald die Budgets höher werden, siehst du eigentlich diese ungleiche Verteilung, wie es schon immer gegeben hat.

Speaker: Ja, da hat sich echt wenig getan.

Speaker: man könnte sagen, es ist die letzten zehn Jahre, haben sich dahingehend verändert, dass schon mehr Frauen hinter die Kamera gekommen sind.

Speaker: Und natürlich werden dann auch die Geschichten andere.

Speaker: Also wenn wir mehr weibliche Autorinnen und Regisseurinnen haben, die erzählen natürlich auch, ich meine das ist banal, was ich sage, aber die erzählen natürlich auch aus einer anderen Perspektive und inszenieren Frauenfiguren anders.

Speaker: Ich meine, wir haben

Speaker: Der Bechtel-Test ist ja dazu da, um zu zeigen, dass wir über Jahrzehnte Frauenfiguren da gehabt haben, die eigentlich nur dafür da sind, um ihre männlichen Helden zu unterstützen, anzuhimmeln.

Speaker: Das sind die Love Interests, das sind diejenigen, die sich über die männlichen Figuren unterhalten und gar kein Eigenleben führen.

Speaker: Man kann jetzt genauso sagen, wenn wir in das migrantische Filme machen, schauen, wir können in andere Gruppen schauen, wie beispielsweise Türken,

Speaker: Deutsch-Türken im deutschen Film dargestellt werden.

Speaker: Das waren auch über Jahrzehnte nur Dönerverkäufer, Blumenhändler oder Drogendealer.

Speaker: Wir können das sagen über queere Figuren, die eigentlich immer nur gezeigt wurden mit ihrem Coming-out, was super problematisiert wurde.

Speaker: Die haben immer wahnsinnig darunter gelitten, dass sie schwul sind.

Speaker: Genau das Gleiche gilt, was glaube ich noch gar nicht so weit fort ist und gar nicht so viel passiert ist, sind Menschen mit Behinderung.

Speaker: Also achtet mal da drauf.

Speaker: Wenn Leute im Rollstuhl in Filmen und Serien dargestellt werden, die sitzen eigentlich immer traurig am Fenster und gucken raus zu den anderen, die Fußball spielen.

Speaker: Also das sind alles so Sachen, die natürlich, wenn diese Gruppen hinter die Kamera kommen, die können das dann auch verändern.

Speaker: Und ich meine, die größte Gruppe sind halt die Frauen in dem Fall.

Speaker: Ja, was man aber schon sagen kann, wenn jetzt die Kamera bei uns wirklich am echten Set rumgeschwenkt hätte, was sie nicht tut, das sind natürlich alles Komparsen, die dort stehen.

Speaker: Ja, ja, das, ja.

Speaker: Ja, ja, ich wurde das schon mal gefragt, deswegen erzähle ich es.

Speaker: Ja, wollte ich auch sagen, was in der Tchick ist, das finde ich klar, das ist auch irgendwie das erste Mal der Blick hinter die Kamera, wo man sagt, oh, das stehen ja wirklich ein Haufen Leute.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, der Regisseur ist sogar wirklich ein Regisseur, aber naja, worauf ich hinaus wollte ist, an unserem echten Sets war es natürlich ein bisschen anders, da ist die Verteilung wahrscheinlich so 30, 70, würde ich jetzt mal sagen.

Speaker: Und da sind auch Frauen eher dann in bestimmten Gewerken und Männer sind dann eher in den männlichen Gewerken, die Licht tragen.

Speaker: Also es ist schon noch durch Rollenbilder geprägt auf jeden Fall, allerdings auf redaktioneller Ebene im ZDF und auch auf produzentischer Ebene in der Zusammenarbeit mit dem BBC haben wir doch sehr eng und sehr gut mit Frauen zusammengearbeitet, mit Lea Gamula, die wir schon genannt hatten.

Speaker: Eva Holtmann vom BBC, Nina, die auch mitproduziert hat, Nina Sollich, und auch beim ZDF Christel Filippi, unsere Redakteurin, die das Projekt wirklich auch sehr intensiv geprägt hat im Drehbuch.

Speaker: Also auf der Ebene waren Frauen dann wirklich sehr stark daran auch beteiligt und haben uns da auch ein paar Mal korrigiert und nochmal gesagt, ja, schaut da nochmal hin bei bestimmten Themen.

Speaker: Das merkt man der Serie auch an.

Speaker: Also das ist ja genau das ist ja das Wichtige, wie du auch gesagt hast, diese blinden Flecken gibt es ja überall dort, wo es eben keine Repräsentation gibt.

Speaker: Das ist ja nicht nur in der Politik, sondern eben auch in der Kunst.

Speaker: Und je nachdem, wo eben eine Übermacht oder ein Überhang herrscht an gewissen gesellschaftlichen Gruppen, wird es sehr, sehr viele blinde Flecken geben.

Speaker: Und auch sehr viel Ignoranz.

Speaker: Und deswegen ist es so wichtig, da eben darauf hinzuweisen und dein Bewusstsein zu schaffen.

Speaker: Und ich finde, das gelingt euch durch die Serie eben wahnsinnig gut.

Speaker: Wir haben das Thema immer schon auch wieder behandelt, auch in dem Podcast hier.

Speaker: Ein großartiger Film ist zum Beispiel Brainwash.

Speaker: Den haben wir schon ganz oft genannt, wo es eben genau darum geht, wie Frauen im Film eben dargestellt werden und so weiter.

Speaker: Deswegen, tolle Szene, fand ich richtig gut.

Speaker: Gut, wenn ein Mann das sagt, auf jeden Fall.

Speaker: Ja, ich wollte, deswegen, danke, lieber Akadi, deswegen wollte ich gerade zu Emilia rübergehen und sie fragen, ob sie das denn auch so sieht, weil eigentlich ist der Unbeurteil das Entscheidende.

Speaker: Nicht meins, hast du vollkommen recht.

Speaker: Siehst du das auch so?

Speaker: Ja, ich sehe das auch so.

Speaker: Wunderbar, okay.

Speaker: Dann, ich würde sagen, was ja auch euch wahnsinnig gut gelingt, das ist jetzt eher eine technische Frage, aber ihr habt ja zum Beispiel für die ganzen... Ich glaube, da nochmal zurückzukommen, weil jetzt habe ich dich ja ab und zu bestätigt, aber dass auch sowas wie der Bechtetest einem ja so nicht wirklich bewusst ist, wenn man jetzt nicht...

Speaker: viel mit Filmen zu tun hat.

Speaker: Und dann sitzt man plötzlich davor und ist bei euch in der Szene, wo er eben auch diese Szene anhält und dann wird ja auch die Szene überschrieben, um zu sagen, eins, zwei.

Speaker: Und wie man sich dann eben danach fühlt und dann so ein bisschen schockiert ist, um zu sagen, wie viele Filme finde ich als Frau eigentlich wirklich toll, ähm,

Speaker: Vor allem so 80er Jahre Kids Filme, wo es dann einfach ist, wo man sagt, sie hatte nicht mal einen Namen.

Speaker: Es ist wirklich einfach nur das Mädchen von nebenan.

Speaker: Und dann, man sich selber auch ein bisschen hinterfragt und dann selber irgendwie sagt, wie schön wäre das, wenn sich das dann eben dahingehend ändert.

Speaker: Und so.

Speaker: da eben mehr Power dazu kommt.

Speaker: Ich finde, man kann Schabos durchaus auch vorwerfen oder, was heißt vorwerfen, es war viel auf jeden Fall Diskussion, als wir die Serie gemacht haben.

Speaker: Ich meine, wir leben in einer Zeit, wo genau das diskutiert wird und man wird sagen, okay, wir brauchen mehr...

Speaker: andere Perspektiven und hier kommt eine Serie mit vier Typen, wo es um vier Typen geht, die auch noch so miteinander sprechen, die so miteinander kommunizieren und man kann natürlich sagen, okay, was ist mit den Frauenfiguren, wo sind ihre Perspektiven, ich will eigentlich noch länger mit Pina mitgehen, was passiert bei der eigentlich, ich will mit Natti sein, ich will mit Polly sein und so weiter und so fort und ich glaube, es ist ganz wichtig, dass diese Serien existieren, aber hier in dem Fall

Speaker: war es von vornherein wirklich die Absicht zu sagen, okay, es geht um die Männer und es ist eine subjektiv männliche Perspektive, mit der wir auf die Nullerjahre blicken.

Speaker: Und ich persönlich fände das total spannend, eigentlich zu sagen, okay, man dreht das jetzt nochmal um und macht jetzt genau so eine Serie mit vier Frauenfiguren, weil

Speaker: Und fragt sich, wie war das eigentlich zu der Zeit aus der weiblichen Perspektive, die wir dann nicht schreiben können, wahrscheinlich nicht so gut, sondern müsste sich Autorinnen suchen, aber das wäre interessant.

Speaker: Ich glaube, es ist wichtig, dass es das auch gibt, aber man kann halt mit Schabos natürlich nicht diesen Anspruch haben, diesen ganzheitlichen zu sagen, man bildet alles ab und man schafft alles da unterzubringen.

Speaker: Chayas, Staffel 2.

Speaker: Ich wollte gerade sagen, das ist ja fast so ein Anteaser.

Speaker: Ich könnte mir das sehr gut vorstellen, aber natürlich stecken wir da nicht drin.

Speaker: Das fragen wir euch nachher noch dazu.

Speaker: Lieber Micky, du bitte.

Speaker: Genau, was ich noch sagen wollte, ist, unser Plan war es auch so ein bisschen, Emilia, weil du das meintest mit dem Bechteltest, was jetzt nicht jeder kennt.

Speaker: Und genau, auch nicht jeder ist an so einem Filmset mal gewesen, das hast du auch gesagt.

Speaker: Wir wollten auch eine Serie machen für Leute außerhalb der Filmbranche einfach, die sich nicht irgendwie jeden Tag...

Speaker: in dieser Bubble bewegen, wo natürlich auch ein anderer Wissensstand ist, wo man sich einfach sehr viel mit so Themen beschäftigt und das hat man einfach teilweise nicht, wenn man in anderen Feldern sich befindet.

Speaker: Kann man haben, aber muss man nicht und das war uns auch irgendwie wichtig, da Leute abzuholen und teilweise auch dann Dinge zu reproduzieren, aber um zu sagen, okay, wir holen die Leute auch da ab, wo sie irgendwie standen, wirklich vor 20 Jahren und

Speaker: So kriegt man sie und dann zeigt man am Ende, wird der Spiegel vorgehalten.

Speaker: Und das ist so genial.

Speaker: Ich finde, es ist die erste Schulhof-Szene, wo ihr die Jungs miteinander sprechen lasst und das dann um dieses 5-Cent-Stück geht.

Speaker: Spiel geht und dann kommt der alte Papi, guckt in die Kamera und sagt halt, so war das eben.

Speaker: Ich kann hier nichts beschönigen.

Speaker: Es stimmt halt.

Speaker: Man hat Schwuchze gesagt, man war super sexistisch und ich finde, dass ihr da einfach auch gesagt habt, wir lassen das so stehen, wir machen das super direkt und jeder, der ja in der Zeit

Speaker: gelebt hat oder eine Erinnerung dazu hat, kann er eigentlich auch nur kurz irgendwie die Schultern hochziehen, sich so ein bisschen verstecken und sagen, ich zum Beispiel, ja auch, absolut, ja.

Speaker: Ja, aber es ist natürlich immer eine Gefahr, wenn man das reproduziert, wenn man das so zeigt und auch wieder verfestigt, dem wieder eine Bühne bietet natürlich und gleichzeitig aber nicht halt eben, wie wir schon meinten, die ganze Zeit den Peppi daneben stehen lassen will, der sagt, das sagt man aber nicht.

Speaker: Da braucht man auch irgendwie das Vertrauen in den Zuschauer, dass er das weiterguckt und das...

Speaker: aushält eine Zeit lang und dass wir das am Ende auch wieder abreißen und zeigen, okay, was passiert, wenn man sich so verhält auf lange Sicht, was passiert mit der Freundschaft, wenn diese toxischen Verhaltensweisen sich im Freundeskreis durchziehen, der Freundeskreis zerfällt letztendlich.

Speaker: Aber es ist schon ein Wagnis und es ist ein gewisses Risiko, eine Gefahr.

Speaker: Aber wir glauben, die Leute machen es sowieso.

Speaker: Und ich glaube auch nicht, dass das heutzutage besser ist.

Speaker: Ich glaube, wir arbeiten vor allem unter der Prämisse, dass wir viel mehr an den mündigen Zuschauer, an das mündige Publikum glauben, als an die so vormundenden Filmemacher oder Autor.

Speaker: weil das ist auch das, was sehr häufig passiert, was ich jetzt ganz persönlich fühle, wenn ich deutsche Filme, Serienproduktionen schaue, dass mir nicht zugetraut wird, das selber zu reflektieren, darüber nachzudenken, dass das für mich immer wieder eingeordnet wird und damit wird es auch uninteressant, weil bevormundend, weil mir abgesprochen wird,

Speaker: das selber einzuordnen.

Speaker: Und es wird immer wahnsinnig viel erklärt, findest du das nicht auch?

Speaker: Einmal wird es gespielt, dann wird es noch irgendwie erklärt, was gespielt wird und dann wird es im Dialog danach aber auch nochmal erklärt, sodass absolut jeder abgeholt wird, um zu wissen, was hier gerade passiert.

Speaker: Also nicht bei euch, nur um keine Missverständnisse zu haben, nicht bei euch, aber es ist...

Speaker: gängiger Vorrang.

Speaker: Aber wir kennen das auch aus Drehbuchgesprächen.

Speaker: Ich meine, man muss dazu sagen, wir leben ja auch total in einer Second-Screen- Gesellschaft.

Speaker: Also das sollte ja der Anspruch sein, dass du eine Serie produzierst, wo die Leute nicht mit dem Handy sitzen.

Speaker: Also dass du den Leuten eigentlich von vornherein direkt beibringst, okay, das ist nicht diese Art von Serie, wo du halt irgendwie auf deinem Handy was machen kannst und parallel so ein bisschen mithören, weil es wird dir eh alles dreimal wiederholt.

Speaker: Also

Speaker: Das musst du direkt setzen in der Geschwindigkeit, in dem Tempo.

Speaker: Du musst deinen Werkzeugkasten sofort ausbreiten in den ersten zehn Minuten, dass die Leute wissen, okay, hier muss ich aufpassen.

Speaker: So, das ist der Anspruch.

Speaker: Und gleichzeitig auch die Härte, die Sprache, wie die Leute miteinander kommunizieren, das musst du auch setzen.

Speaker: Und

Speaker: darauf vertrauen, dass die Leute das so sehen und ich glaube, man kann nicht vermeiden, dass es natürlich irgendwelche Kids gibt, die dann sagen, ah, irgendwie finde ich den ganz cool, ja, ich finde cool, wie der es gesprochen hat, aber wenn man nachhaltig ist und dranbleibt, dann, wie Micky gerade gesagt hat, dann sieht man auch im Verlauf der Erzählung des gesamten Bogens, dass das zu nichts Gucken geführt hat.

Speaker: Aber tatsächlich bin ich so eingestiegen.

Speaker: Bei mir ploppte eure Serie überall bei Instagram auf und dann heißt es gesagt, ja, okay, dann schaue ich halt jetzt auch mal eine deutsche Serie wieder.

Speaker: Bin irgendwie in der ZDF-Mediathek dreimal falsch abgebogen und habe gedacht, wieso ist das so unfassbar unübersichtlich?

Speaker: Habe sie dann tatsächlich gefunden, saß aber in meinem Laptop.

Speaker: Das ist die neue ZDF-Mediathek.

Speaker: Das ist die neue ZDF-Mediathek.

Speaker: Oh Gott, ganz... Naja, war ich ja auch noch nicht so oft, ist auch alles neu für mich.

Speaker: Du bist auch nicht die Zielgruppe eigentlich.

Speaker: Aber was schade ist, jedenfalls sitze ich mit meinem Laptop auf dem Schoß und bin davon ausgegangen, okay, ja...

Speaker: Es gibt ja auch okay deutsche Serien, wo man sagt, war ganz gut, aber man hat ja trotzdem noch seine zehn E-Mails irgendwie nebenbei geschrieben.

Speaker: Und ich habe es versucht, habe dann aber tatsächlich meinen Laptop weglegen müssen, habe mir dann meine Kuscheldecke genommen und habe diese Serien durchgebinged.

Speaker: Ja, fantastisch.

Speaker: Gibt es nichts zu sagen.

Speaker: Also ich meine...

Speaker: Ja, das ist crazy, aber was hat dich denn dann so abgeholt, sag ich mal, weil du bist ja ein bisschen jünger auch, ne?

Speaker: Ich glaube, was war es, 97, 98?

Speaker: 97, genau.

Speaker: Was hat dich da so abgeholt?

Speaker: Also ich kann es, ich glaube einerseits einfach mit dieser Ehrlichkeit.

Speaker: Ich fand dieses Durchbrechen der vierten Wand, ähm,

Speaker: Also meistens gibt es ja eben diese Gefahr, vor allem im deutschen Fernsehen, um dann eben diesen großen Erklärbär zu spielen.

Speaker: Ich fand, glaube ich, dieses Thema künstliche Intelligenz, das ihr angeschnitten habt, aber was überhaupt gar kein Thema ist.

Speaker: Es ist einfach irgendwie sein Beruf, weil wir leben eben jetzt in der Zeit.

Speaker: Und so ganz genau weiß man auch gar nicht, was Peppi wirklich beruflich macht.

Speaker: Irgendwas mit Kühlschränken.

Speaker: Genau, aber es reicht auch vollkommen.

Speaker: Und trotzdem erinnere ich mich auch an so eine Schulhof-Situation, obwohl 2006 war ich nicht 16, sondern 10.

Speaker: Aber ja, also nicht, dass ich jetzt super nostalgisch geworden bin, aber es war einfach super spannend, um zu sagen, oh wow, man traut sich jetzt was, was ihr ja am Anfang gesagt habt, um zu sagen, wo wird das denn so abgebildet, vor allem auch im deutschen Fernsehen,

Speaker: dass man sagt, oh, das ist eine Zeit, an die man sich irgendwie erinnert, in der man da war.

Speaker: Und dann muss ich sagen, alle haben es fantastisch gespielt.

Speaker: Ich freue mich immer, Anke Engeke zu sehen, die ja da tatsächlich nur eine Nebenrolle hat.

Speaker: Aber dann sind da irgendwie...

Speaker: Alle, alle durchweg, also sowohl die alten, älteren Schauspieler und dann ihre jüngere Besetzung.

Speaker: Ich finde, das habt ihr vom Cast her so wahnsinnig gut gelöst.

Speaker: Man glaubt jedem Pärchen, auch die ganze Entwicklung und...

Speaker: Ja, ich war dann drin.

Speaker: Danke, wie du da bist.

Speaker: Darf ich auch ganz kurz noch, dem kann ich mich nur anschließen übrigens, ich würde das nur gerne ergänzen, dass ich auch finde, dass sie auch wahnsinnig.

Speaker: Ja, dazu habe ich Basti ganz aufgeregt, dann angerufen, habe gesagt, du musst diese Serie gucken, du musst, du musst.

Speaker: Das stimmt.

Speaker: So war das.

Speaker: Ich habe einen nächtlichen Anruf schon fast bekommen von Emilio und gesagt, hey, ich habe diese Serie auf ZDF gesehen, die musst du dir unbedingt reinziehen.

Speaker: So war das wirklich.

Speaker: Ich finde ja, was euch gelingt und das ist nur eigentlich ergänzend noch zu, was Emilio gesagt hat, ihr landet ja auch gleich mit der ersten Szene irgendwie...

Speaker: Die ganze Prämisse der Serie ist ja da gleich schon mit drinnen.

Speaker: Also es ist ja Peppy im Auto, er durchbricht gleich die vierte Wand, er sagt, eine Serie über Millennials muss kommen.

Speaker: Es ist ganz klar, wo die Reise hingeht.

Speaker: Also ihr seid ja auch gar nicht irgendwie versteckt oder versucht es irgendwie nur andeutungsweise zu machen, sondern ihr brecht gleich die ganze Tür ein, gleich am Anfang der Serie und setzt den Ton.

Speaker: Und ich glaube, das hat mich persönlich auch wahnsinnig abgeholt.

Speaker: Also dieses von wegen, gar nicht mehr um den heißen Brei,

Speaker: Hier, das ist die Serie, darum geht es mehr oder weniger, das ist unser Ziel, take it or leave it.

Speaker: Und das fand ich wahnsinnig mutig und den Mut, der sollte belohnt werden, auf jeden Fall, finde ich.

Speaker: Ja, gerade am Anfang...

Speaker: Am Anfang der Serie, die ersten 15 Minuten, da wird einem immer gesagt von der Produktion und überall hört man es natürlich, bei Serie ist das das Allerwichtigste, da Leute abzuholen und mitzunehmen und ja, bei uns gibt es dann die super crazy Intro im Auto, wo Peppi einen einfach direkt anschreit und glaube ich schon...

Speaker: völlig drüber ist.

Speaker: Schon eine Gefahr, da viele Leute zu verlieren und es ist ja dann irgendwie auch drei Zeitebenen direkt und man hat ja dann irgendwie noch den Rücksprung da in die Firma mit den Kühlschränken und so.

Speaker: Wo wir es aber echt viel ausprobiert haben und es letztendlich

Speaker: versucht haben, auch einsteigerfreundlicher irgendwie zu machen, aber wir sind dann dabei gelandet und fanden es auch irgendwie geil, halt einfach dieses in die Fresse, hier geht's los, hier passiert viel.

Speaker: Die AK, die meinte eigentlich direkt so zu zeigen, hier muss man ein bisschen aufpassen.

Speaker: Was aber, glaube ich, so ein kleines, oder was mich, glaube ich, persönlich, wenn ich die Serie wahrscheinlich nicht kennen würde,

Speaker: Vielleicht hätte dir das auch irritieren würde, ist, man hat ja am Anfang so einen kleinen Ausschnitt aus der 2006er Ebene, wo man auf den Schulhof kommt für zwei Minuten und dann ist man eigentlich 15 Minuten lang in der Gegenwart.

Speaker: Und es gibt ja auch so Serien, wo man nur so ganz kurz immer so flashbackweise in die Vergangenheit geht.

Speaker: So vielleicht so 10 Prozent immer nur so kleine Schlaglichter sieht.

Speaker: Und bis man eigentlich versteht, dass die Serie wirklich so gleichwertig auf beiden Ebenen läuft, dauert es ja dann doch so ein bisschen.

Speaker: Wie war das für euch?

Speaker: Ja, also ich glaube, man...

Speaker: Das ist ja das Schöne daran, dass man dann eben dranbleiben möchte, um dann eben zu verstehen, geht es jetzt eigentlich nur darum, dass er egotechnisch einmal in seiner Vergangenheit alle Charaktere vorstellen muss, bis er den Bösewicht findet, der einen nicht eingeladen hat und dann aber eben merkt, wie sehr...

Speaker: eben zwei Geschichten erzählt werden und er dann sich ja selber in seiner Vergangenheit irgendwie weiter und weiter erinnert, um dann zu sagen, oh, lag es eventuell daran.

Speaker: Und dann gibt es ja, und dann findet man ihn aber plötzlich als 15-, 16-Jährigen wieder, der ja...

Speaker: voll pubertär, seine eigenen Probleme hat, Mädchen, dann geht es in seiner Familie irgendwie ein bisschen bergab, Mama, Papa streiten sich die ganze Zeit, die Beziehung zu der Schwester und es sind ja zwei Geschichten, die eben dadurch vereint sind, dass der eine durchlebt wurde und die andere jetzt erst durchlebt wird.

Speaker: Und dann gibt es natürlich, ich finde es, ja, hat es einen Sinn ergeben?

Speaker: Ja, es hat total Sinn ergeben.

Speaker: Ich wollte, ähm,

Speaker: Einmal darauf eingehen, aber auch das, was du davor gesagt hast und was auch Bastian gesagt hat, dass du ihn angerufen hast und dass du gesagt hast, normalerweise setzt du dich mit einem Laptop dahin und schreibst Mails und das ist jetzt eine Serie, die irgendwie schnell ist und Geschwindigkeit hat und dich reinzieht und so.

Speaker: Und ich glaube, das Wort, was ich dir anbieten würde zu benutzen, ist Immersion.

Speaker: Das ist das, was wir immer in allen Projekten eigentlich versuchen und das wäre jetzt unser Kameramann hier, der hat nur eine Vokabel zur Verfügung, das ist eigentlich immer immersiv, immersiv, immersiv.

Speaker: Also es möglichst immersiv zu gestalten.

Speaker: Wir haben immer gesagt, eigentlich schon sehr früh, es muss immersiv sein und es muss Spaß machen.

Speaker: Weil es darf auf gar keinen Fall langweilen und dieser Anfang, also die Zahlen sind irgendwo zwischen, es gibt unterschiedliche Statistiken dazu, aber zwischen 70 und 80 Prozent aller ZuschauerInnen entscheiden sich innerhalb der ersten,

Speaker: sieben Minuten für oder gegen eine Serie.

Speaker: Und das ist natürlich, wenn du das weißt, man kann das jetzt total kritisch sehen, dass sich unser Sehverhalten so geändert hat durch Serien, Konsum, Streaming, dass wir nicht mal mehr länger als sieben Minuten schaffen, überhaupt etwas zu konsumieren, ohne das abzudrehen oder so.

Speaker: Aber ist ja egal.

Speaker: Das sind jetzt die Spielregeln und mit denen müssen wir irgendwie umgehen,

Speaker: Und ich kenne das ja auch selber.

Speaker: Weil es ist auch eine tolle Herausforderung.

Speaker: Ja, also.

Speaker: Okay.

Speaker: Ja, ich meine, wenn uns jemand eine Viertelstunde mehr geben würde, hätten wir auch nichts dagegen.

Speaker: Aber das ist.

Speaker: so und ich kenne das auch von mir selber, wie man da sitzt und denkt sich, ne, wack, wack, wack, next.

Speaker: Genau und das ist aber... Vielleicht ganz kurz.

Speaker: Ne, nur im Kino zum Beispiel, da hast du ja gezahlt für das Ticket, dann sitzt du halt in diesem dunklen Raum und dann guckst du halt einfach weiter und dann hat man auch mehr Zeit und bei der Serie hast du ja, wenn es halt nicht Jabos ist, dann ist es, keine Ahnung, die nächste Kachel direkt daneben.

Speaker: Es gibt so viele Angebote, genau.

Speaker: Es ist so viel, was an Angebot da ist, im Streaming-Angebot.

Speaker: Das ist natürlich die große Herausforderung, überhaupt die Leute dann bei der Stange zu halten, solange ich glaube, dass euch das aber auch vor allem deswegen gelingt.

Speaker: Oder wolltest du noch sagen, Akali, ich weiß, du warst auch noch nicht fertig, gell?

Speaker: Nein, ich glaube, vielleicht wollen wir auch das Gleiche sagen.

Speaker: Ich wollte nur das abschließen mit Immersion.

Speaker: Das ist natürlich...

Speaker: So ein tiefes Eintauchen und die Einbindung von allen Sinnen in Erfahrungen, das ist das, was die Leute sagen, wenn sie sagen, und dann habe ich es gebinged oder es hat mich reingezogen oder so.

Speaker: Also dass die Umgebung weggeht und man einfach wirklich reingeht, man mit den Figuren, mit den Menschen in den Settings und so ist.

Speaker: Und das ist natürlich viel Arbeit auf allen Ebenen.

Speaker: Das funktioniert natürlich über die Auflösung, über das Sounddesign, über die Musik.

Speaker: Aber auch über die Inszenierung, dass du eigentlich, ich finde, Chavos funktioniert so oder das haben wir versucht eigentlich so zu machen, dass du permanent so kleine Dopaminspritzen bekommst.

Speaker: Ja, also es ist entweder ein Gag oder ein Song oder ein visueller Eindruck.

Speaker: Oder eine Pointe, die gesetzt wird.

Speaker: Also die ganze Zeit, da musst du die Schlagzeile einfach so hochhalten.

Speaker: Und das ist einfach viel Arbeit und fordert alle Gewerke in allen Departments, fordert das sehr viel von den Leuten ab.

Speaker: Weil die ganze Zeit, um diese Immersion halten zu können, muss jeder über sich hinausgehen.

Speaker: Egal, ob das die Komposition ist, der Schnitt, die Kameraarbeit, das Schauspiel.

Speaker: Und das ist eigentlich etwas, was wir jetzt nicht unbedingt

Speaker: gewöhnt sind in deutschen Produktionen, die so, die in solchem Umfang stattfinden.

Speaker: Also wenn wir jetzt fürs ZDF arbeiten, mit den Budgets, die wir haben, also jeder ist eigentlich verpflichtet, mehr zu machen als das, was üblich ist und auch als das, was er bezahlt bekommt, um nur so ganz offen einfach zu sagen, weil das ist nicht, ich sag mal, das ist nicht üblich, dass du, dass ein Team so lange und so aufwendig an einer Serie dann auch arbeitet, ja.

Speaker: Und vor allem kann ich mir vorstellen, dass ja auch, also es ist super herausfordernd, aber diese Gefahr ist so, also wenn man nur ein Minimal, also so ein Milchchen übertreibt, kann es albern werden.

Speaker: Dann verdrehen die Leute die Augen, dann kann es irgendwie abrutschen oder dann, also entweder es ist zu viel oder zu wenig.

Speaker: Und da irgendwie diese Balance zu halten.

Speaker: Und ich kenne das auch aus meiner Erfahrung, dass... Wie lange habt ihr, also wenn ihr sagen würdet, von Idee bis Ausstrahlung, wie... Was war der Zeitraum?

Speaker: Also wenn man, ich glaube, mit dem Konzept...

Speaker: Das würde ich mal abziehen, weil das Konzept liegt ja oft irgendwie lange irgendwo rum und wir haben ja in der Zeit was anderes gemacht.

Speaker: Ich glaube, ab Start, sagen wir mal, wir beginnen mit dem Projekt bis zur Ausstrahlung waren es genau zwei Jahre eigentlich.

Speaker: Zwei Jahre, oder?

Speaker: Ja, genau zwei Jahre.

Speaker: Und davor nochmal anderthalb Jahre Klinkenputzen mit einer Lockline so ungefähr, ja.

Speaker: Aber da passiert nicht so viel in diesen anderthalb Jahren und dann auf einmal mit dem Startschuss, okay, ihr seid jetzt im Writers Room und jetzt geht's richtig los.

Speaker: Also da verdichtet sich die Arbeit auf einmal und dann arbeitet man da wirklich jeden Tag dran.

Speaker: Weil sonst ist man gezwungen als Filmmacher ja auch, Filmmacherin mehrere Töpfe quasi am Kochen zu halten, weil man nie weiß genau, geht das Projekt wirklich durch?

Speaker: Und auch bei Chabos war es lange...

Speaker: ein Fragezeichen, ob das funktioniert auch noch wirklich lange noch nach dem Writers' Room waren wir nicht sicher, ob es wirklich passiert, weil da auch irgendwelche Gremien sich treffen mussten und Unsicherheiten bestanden.

Speaker: Das dauert dann immer.

Speaker: Das ist eine Frechheit.

Speaker: Sorry.

Speaker: Damit lernt man dann irgendwann auch mal umzugehen, aber auch nicht so richtig.

Speaker: Man weiß es, aber es ist auch nie irgendwie so, man bedauert es doch trotzdem auch irgendwie über die gesamte Phase einer Schaffenszeit so ein bisschen.

Speaker: Was heißt man bedauert es?

Speaker: Also es ist einfach eine...

Speaker: Ich habe versucht, das offen auszudrücken.

Speaker: Das sind jetzt keine Individuen, die das so wollen, aber es ist natürlich ein krass strukturelles Problem und eine komplette asymmetrische Verteilung von Macht.

Speaker: Auf der einen Seite hast du die Macher, die freischaffend, prekär sich durchs Leben schleppen.

Speaker: müssen ständig ihre Energie in Filmprojekte machen, reinstecken, wo man ganz lange nicht weiß, okay, wird das jemals irgendwie überhaupt was werden?

Speaker: Und auf der anderen Seite hast du so ein System von Wächtern, Förderinstitutionen, Sendern, die sich einmal, zweimal im Jahr zu einer Sitzung treffen,

Speaker: Die sitzen natürlich auf gut bezahlten Stellen, gehen Urlaubstagen.

Speaker: Das soll auch total so sein, aber diese Leute tragen natürlich null persönliches Risiko.

Speaker: Und das war jetzt ein sehr langer Satz.

Speaker: Was auch dazu?

Speaker: Was dazu kommt, dass man auch gar nicht so, wir als Kreative oder was wir in unserer Arbeitsweise gemerkt haben, ist, wir sind eigentlich am besten, wenn wir uns auf eine Sache wirklich konzentrieren und nicht halt eben diese fünf Töpfe so am Laufen, hier das eine, hier das andere, sondern während wir Chabos gemacht haben, haben wir auch wirklich nur das gemacht und da war gar kein geistiger Raum, irgendwas anderes zu machen.

Speaker: Wir haben immer gesagt so,

Speaker: Ach ja, wenn das abgedreht ist und wir im Schnitt sind, dann wird es ja chillig, dann bereiten wir das nächste vor.

Speaker: Der Schnitt, der war auch...

Speaker: irgendwie ist das natürlich kein Drehtag, wo du jetzt zwölf Stunden am Set bist und irgendwie noch abends im Hotel irgendwie die nächsten Tage vorbereiten musst, das nicht.

Speaker: Aber trotzdem ist es fordernd, dass man sich da nicht so gut wie Akadi sagt, wenn man halt irgendwie den zeitlichen Aspekt und den geltlichen Aspekt durch seinen persönlichen Einsatz kompensieren muss, dann ist da keine Zeit für ein anderes Projekt und das ist auf jeden Fall ein Riesenproblem, dass man da immer in so einen

Speaker: eigentlich geht und wenn es dann nicht klappt, dann ist es halt doof.

Speaker: Umso bemerkenswerter, dass es so viele Leute dennoch gibt, die eben mit so viel Qualität und mit so viel Leidenschaft und einem Durchhaltevermögen, muss man ja auch mal sagen, dann immer wieder solche Projekte, wie ihr jetzt macht, ohne es vergleichen zu wollen, weil es ist einzigartig, aber es gibt ja doch durchaus viele andere Leute, die auch eben Drehbücher schreiben und so weiter.

Speaker: Das mal ein Shoutout an dieser Stelle für all diese Leute, die das ihr Leben lang so durchziehen.

Speaker: Was mich, also nur ganz kurz, was mich auch richtig reingezogen hat tatsächlich in eure Serie, ist einfach, dass für mich alle Szenen unheimlich stark sind.

Speaker: Also es ist nicht so von wegen, dass die Szene sich einfach so fortsetzen, um die Geschichte zu erzählen, sondern jede Szene in sich ist tatsächlich wahnsinnig gut strukturiert.

Speaker: Die Kameraarbeit ist wahnsinnig gut.

Speaker: Wer war euer Kameramann oder Kamerafrau?

Speaker: Kameramann, glaube ich.

Speaker: Nikolaus Schreiber.

Speaker: Nikolaus Schreiber.

Speaker: Mikolaus Schreiber.

Speaker: Großer Shoutout an dieser Stelle auch an ihn.

Speaker: Wahnsinnig schöne Bilder, richtig gut alles aufgelöst auch.

Speaker: Das bringt mich nämlich zu der Einfrage, die ich eigentlich vorhin schon mal angedeutet hatte.

Speaker: Ihr habt ja in den zwei Zeitachsen, also 2.6 und dann 2.25, habt ihr ja auch unterschiedliche

Speaker: visuelle Elemente benutzt.

Speaker: Also das eine ist ganz klar 4 zu 3, wie man damals ja noch gefilmt hat und dann im heutigen ist es 16 zu 9.

Speaker: Du hast auch diese Halation, also diese Lichtsäume teilweise im Gegenlicht noch 2005.

Speaker: Habt ihr das tatsächlich auch schon so geschrieben, so technisch, also im Drehbuch, dass ihr gesagt habt, da machen wir das und da machen wir das so?

Speaker: Habt ihr das mit dem Kameradepartment dann abgestimmt oder habt ihr sogar gesagt, wir drehen das auch mit anderen Optiken?

Speaker: Wie war da der Ablauf für euch?

Speaker: Andere Kameras, andere Optiken, wie habt ihr das geplant?

Speaker: Ne, das ist etwas, wo man sich wirklich schon sehr früh erste Gedanken macht, nämlich, ich habe das mal von irgendjemandem gehört, bei Arthouse-Filmen ist es oft so, man braucht erstmal so 60 Minuten, bis man versteht, wer es eigentlich wäre und wenn es Zeitsprünge gibt, so, wo bin ich eigentlich hier?

Speaker: Und oft hat das gar keinen dramaturgischen Wert, sondern es ist nicht irgendwie ein Geheimnis, was spannend ist, sondern es ist einfach nur nervig.

Speaker: Und wir dachten uns, okay, wir wollen, wir wollen, ja, es gibt ja echt so Filme, da checkst du erst so nach 60 Minuten, ach, das ist der Bruder, ach so.

Speaker: Das habe ich öfter, Micky, tatsächlich.

Speaker: Ja, das hat gar keinen, also manchmal hat das auch einen Wert und das ist auch manchmal cool, aber oft ist es einfach nur unnötig.

Speaker: Und wir dachten, wir wollen es einfach halten und wir finden es auch geil, damit zu spielen.

Speaker: Und diese Idee, das zu trennen, war relativ früh da, schon in dieser Konzeptionsphase, Finanzierungsphase, dass wir irgendwie gesagt haben, okay, da gab es dieses 4 zu 3, das ist doch perfekt.

Speaker: Das wurde in diesem Jahr danach umgeschaltet und die WM war sogar, glaube ich, noch in 4 zu 3.

Speaker: Oder nee, die war das Erste, was 16 zu 9 war.

Speaker: Ich glaube auch, dass er her, genau.

Speaker: Ja, und dafür würde es, glaube ich, umgeschaltet.

Speaker: Und die Gegenwart ist halt, glaube ich, nicht ganz 16 zu 9, die ist 1,83, keine Ahnung, ich weiß es nicht genau, der Nikolaus könnte es sagen bis auf die Nachkommastelle.

Speaker: Oder Basti kann das doch mal nacherklären.

Speaker: Ja, ich kann es dir nicht genau sagen, vielleicht ist es ein anamorphotisches Format, aber ist auch vollkommen egal.

Speaker: Es ist auf jeden Fall breiter als die 2000er, die Nullerjahre, genau.

Speaker: Und so tastet man sich daran, man geht irgendwie rein mit diesem Gefühl, okay, das muss ich stark davon absetzen.

Speaker: Und dann ist halt der Kameramann, während wir noch geschrieben haben, der Nikolaus ist dann auch schon am Arbeiten tatsächlich.

Speaker: Quasi auch unbezahlt geht er dann auch schon rein und liest das Drehbuch mehrmals, macht Ausarbeitung wirklich zu jeder Szene, bereitet Ideen vor, die er uns dann eigentlich später präsentiert.

Speaker: Und kommt wirklich einerseits mit konkreten Szenenideen, andererseits mit größeren Ideen für Zeitebene, Gegenwart.

Speaker: Okay, die muss gesetzter sein, hier wollen wir wenig Handkamera, die sind erwachsen geworden, alles ruhiger.

Speaker: Es ist aber auch düsterer, die Farben sind andere, es ist eine andere Jahreszeit, es ist Herbst.

Speaker: Es ist alles entsättigter, es gibt weniger Bewegung und wenn, dann nur sehr kontrolliert.

Speaker: Und in der Gegenvergangenheit, wie du meinst, diese vibrierenden Farben, Filter, die das Licht noch mal so softer machen, die diesen Sommer zum Leben erwecken.

Speaker: Und das entsteht dann irgendwie in der Zusammenarbeit und im Gespräch.

Speaker: Dann diskutiert man und das ist einfach ein schöner Prozess oft.

Speaker: Film ist ein sehr kollaboratives Unterfangen.

Speaker: Ja, halten wir an dieser Stelle fest.

Speaker: Und das ist ja auch das Schöne, das macht ja auch den Reiz aus tatsächlich.

Speaker: Also für mich zumindest auch, finde ich immer wieder schön.

Speaker: Ich würde tatsächlich jetzt mal euch mit so ein paar Zitaten, weil ich habe ja schon gesagt, eure Dialoge sind auch ganz fantastisch in der Serie.

Speaker: Deswegen verdient es so einen ganz eigenen Block, finde ich.

Speaker: Wir haben mal so ein paar Zitate rausgesucht, würden euch gerne damit konfrontieren.

Speaker: Und dass sie die dann vielleicht auch einordnet und sonst jetzt und hier transportiert, weil es ja tatsächlich auch sehr häufig eine gesellschaftskritische Komponente hat.

Speaker: Dazu werde ich nur die Szene so ein bisschen mal andeuten, damit die Leute zumindest so ein bisschen eine Ahnung haben, ohne zu viel zu verraten.

Speaker: Die erste, die ich aufgeschrieben habe oder die wir aufgeschrieben haben, ist eine Szene, in der, also es ist ja so, dass Peppi kriegt irgendwann Post, die haben sich illegal einen Film runtergeladen,

Speaker: Er muss dann 3500 Euro bezahlen und er weiß nicht, wo das Geld herkommen soll.

Speaker: Dann spielen sie einige Situationen durch und Lösungen, wie sie an das Geld kommen.

Speaker: Und am Ende des Tages ist es dann aber so, dass sie sich auf eine krumme Tour festlegen, für die Alba, ein Freund von ihm vor allem verantwortlich ist, der dann dabei vollkommen unter die Räder kommt.

Speaker: Und ich glaube, man könnte auch sagen, dass seine Freunde ihn durchaus verraten.

Speaker: Und irgendwann später sehen sie sich dann wieder nach all den Jahren, spürt ihn Peppi auf und er sitzt im Auto und irgendwie möchte er sich bei ihm entschuldigen, aber er ist sich auch irgendwie nicht so ganz klar bewusst, was habe ich denn falsch gemacht, er ist auch so ein bisschen so, verfällt in so eine Selbstgerechtigkeit und macht dann so eine halbherzige Entschuldigung und Alba sagt dann zu ihm darauf,

Speaker: Du hast auf dich geschaut und bist damit gut durchgekommen.

Speaker: Danke für die Lektion.

Speaker: Und mit diesem Satz entlässt er ihn dann wieder und quasi ist dann die Sache damit erledigt.

Speaker: Meine Frage an euch ist es so, geht es denn im Leben darum, gut durchzukommen oder geht es durchaus um mehr?

Speaker: Und bevor ihr das beantwortet, hattet ihr ja vorher erwähnt, dass ihr andersrum auch überlegt habt, einen anderen Strang zu erzählen.

Speaker: Anstatt dass er dir ein bisschen über ihm steht und einfach sein Leben weiterlebt, zu sagen, okay, ich werde mich jetzt an ihm rächen.

Speaker: Wie lange hat denn das gedauert, da eigentlich die Entscheidung zu treffen, um zu sagen, wir lassen ihn jetzt als den Klügeren dastehen und nicht als den, der dann die Rache nimmt?

Speaker: Also ich kann mich ehrlich sagen, ich kriege das zeitlich gar nicht mehr zusammen, weil diese Arbeit, wir sitzen dann über Monate zu Hause an unseren Computern und benutzen ein Programm, das heißt Mural.

Speaker: Und dieses Mural hat so hunderte von Karteikärtchen und Strängen von einzelnen Figuren,

Speaker: Und die ständig, also wenn ich dir erzählen würde, was da alles stattgefunden hat in dieser Serie, also wenn du teilweise das aufmachst, also ich habe es letzten selber nochmal gelesen, also es ist ja unfassbar peinlich, also auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Speaker: Deswegen irgendwie kommt das natürlich dann so, dass du sagst, nee, was ist das denn für ein Quatsch?

Speaker: Also ich meine, was hat man da ausgedacht und dann änderst, dann legst du es nochmal alles um.

Speaker: Und ich glaube, in dem Fall, also in diesem konkreten Fall, war es natürlich...

Speaker: also am spannendsten damit zu spielen mit dem Unerwartbaren, also dass Alba halt irgendwie von den allen zumindest derjenige, also ich meine, man erfährt auch sehr wenig über ihn, über den Erwachsenen, Alba, aber scheinbar derjenige ist, der sein Leben noch mit am besten auf die Kette bekommen hat, oder?

Speaker: Und nicht so ist, wie alle irgendwie denken, dass er irgendwie abgestürzt ist von einem Knast ist oder abgehauen ist oder so, ja.

Speaker: Vielleicht, was man noch sagen konnte, also in dem Sinne ist es einerseits schon ernst gemeint, weil Alba sagt ja auch, wenn die da im Schwimmbad sind und so gefilmt werden, ja was macht ihr später mal, sagt Alba, ich kaufe Oma Mercedes und ein Haus oder irgendwie so.

Speaker: Und das hat er letztendlich erreicht und impliziert er so ein bisschen damit, dass er sich nur auf die Karriere fokussiert hat, höchstens noch auf seine Tochter und sonst.

Speaker: Also das, was wir uns gedacht haben, das sieht man vielleicht nicht alles, aber dass er so ein Typ ist, der komplett nur so auf diese Arbeitssache gegangen ist und eigentlich auch nie wieder...

Speaker: so gute Freunde wie damals gefunden hat.

Speaker: Und das ist auch irgendwie die Tragik hinter dieser Figur, die eigentlich so der absolute Dualitätsmensch war, der jetzt da vereinsamt in seiner supergeilen, lautstärkedichten Auto isoliert sitzt.

Speaker: Und natürlich ist er da irgendwie dankbar dem Peppy gegenüber, aber da schwingt natürlich sehr viel Schmerz auch darin, über diesen Verrat, was

Speaker: da verloren wurde, nämlich halt die Freundschaft und auch die Fähigkeit, Leuten vielleicht zu vertrauen.

Speaker: Ja, das schwingt da auf jeden Fall mit.

Speaker: Also für mich, wenn ich mir als Zuschauer schwingt das da auf jeden Fall mit.

Speaker: Aber nochmal kurz die Frage, meint ihr, es geht darum, im Leben gut durchzukommen oder gibt es durchaus auch andere wichtige Dinge im Leben, auf die man achten sollte?

Speaker: Ich sage jetzt mal Gesellschaft.

Speaker: Also rhetorischer kann man die Frage ja nicht stellen, oder?

Speaker: Ja.

Speaker: Da hast du vollkommen recht.

Speaker: Lass mich die Frage vielleicht so stellen.

Speaker: Wie meint ihr denn, was ist denn der soziale Schmierstoff?

Speaker: Was ist das, was unsere Gesellschaft tatsächlich zusammenhält?

Speaker: Was könnte das sein?

Speaker: Toleranz und einfach auch Dinge auszuhalten und nicht zu allem eine Meinung zu haben und Leuten zuzuhören und miteinander zu sprechen.

Speaker: Ich glaube, das ist zumindest, wenn man

Speaker: irgendwie in die sozialen Medien schaut und den Fernseher anmacht, so das, was uns in den letzten Jahren, glaube ich, verloren gegangen ist und was auch Peppi verloren gegangen ist.

Speaker: Also ich meine, Peppi ist unglaublich selbstzentriert.

Speaker: Also dem geht es ja, was auch interessant ist, ich weiß nicht, wie es euch ging, aber ich stand manchmal am Set und dachte mir, ob das funktionieren wird.

Speaker: Also das ist ja eigentlich wirklich so ein Bastard, der Typ.

Speaker: Und der Johannes hat es auch... Ja, und dann auch so sehr wehleidig und mitleidig dann, um zu sagen, oh Gott, und ich und ich und ich und er...

Speaker: man saß manchmal in Leseproben und der Johannes Kinas, der Hauptdarsteller, der in Peppi spielt, der hat immer gesagt, der hat immer was gelesen und hat gesagt, hast du ein idioter Typ, mein Gott.

Speaker: Und er musste sich wie so... Und das hat man sich wirklich gefragt, also wirklich so ein kompletter Egomane, ja, also der, du hast die Szene bei Alba im Auto gerade beschrieben, ich meine, er steigt aus und fragt dann nochmal, sag mal, das mit dem Klassentreffen, das war's nicht du, oder?

Speaker: Und also das ist halt...

Speaker: Total.

Speaker: Also, dass man sich wirklich, und so kam auch, dass wir aus diesem Gefühl, was wir schon beim Drehbuchschreiben hatten, haben wir am Ende diesen Cliffhanger, also das Polly, nochmal in die Kamera kommentiert und sagt, so Leute, hier 240 Minuten, diesem Typen, der mich wirklich laber, laber, laber, ja, der einen hier irgendwie vollheult, weil du musstest es irgendwie nochmal brechen, also das kannst du ja nicht wirklich ernst nehmen, sonst das ist so eine Lamoyanz,

Speaker: die dich da die ganze Zeit voll schwallt.

Speaker: Ja, und ich weiß nicht, ich glaube, ich bin mir nicht sicher, ob das für jeden so gut funktioniert.

Speaker: Also, ein Kommentar auf YouTube, den ich unter dem Trailer mal gelesen habe, der ging so, bitte keine zweite Staffel, ich will gar nicht wissen, was der Psychopath seiner Schwester angetan hat.

Speaker: Also, das fand ich irgendwie... Das fand ich total wichtig eigentlich beobachtet.

Speaker: Ja, also...

Speaker: Ja, das hat auch keine Pointe, ich habe überhaupt nicht auf deine Frage geantwortet, aber nein, selbstverständlich, auch wenn die Frage rhetorisch war, geht es nicht darum, einfach durchzukommen.

Speaker: Total ertappt, Arkadius, total ertappt, deswegen habe ich ja nochmal nachgeschärft am Ende, aber du hast ja beantwortet, was der soziale Schmierstoff so ein bisschen ist, was ist denn deiner Meinung nach, Micky?

Speaker: Ja, ich glaube, das steckt da auch in der Szene, in dem, was verloren gegangen ist und wo nach sich beide Freunde eigentlich im Auto da auch sehen, nämlich irgendwie schon nach so einer authentischen Freundschaft irgendwie.

Speaker: Und Peppi braucht das irgendwie ganz stark, hat so eine innerliche Not danach, aber will sich eigentlich nicht eingestehen, weil natürlich die Schuld.

Speaker: Und ich glaube, da können Leute schon andocken, dass man irgendwas getan hat vielleicht früher, was nicht so cool war.

Speaker: Vielleicht ist es auch nur, sich nicht gemeldet zu haben oder...

Speaker: keine Ahnung, was Doofes gesagt zu haben und sich dann deswegen distanziert und Sachen fallen lässt und dann schon irgendwie dieser Schritt, Schwäche zu zeigen und wie Peppy einfach hinzugehen, weil was soll er halt anderes tun, um es besser zu machen?

Speaker: Er kann eigentlich nur da hingehen und einfach hingehen, ehrlich sein, Schwäch zeigen, kann, muss der Einzige anfangen, sowas will man machen.

Speaker: Ich hätte noch eine Szene, eigentlich sind es zwei, auch ein Zitat.

Speaker: Das ist eigentlich fast meine Lieblingsszene, beziehungsweise in der Kombination auch.

Speaker: Also es gibt eine Szene, wo Peppi sich tatsächlich mit seiner Familie am Tisch befindet und sie unterhalten sich so und auf einmal geht es irgendwie darum, um Geschlechterbenennung und das eskaliert irgendwie total.

Speaker: Sein Vater sagt, ja, wir können ja alle irgendwie sein, was wir sein wollen.

Speaker: Morgen sind sie halt Jungs und zieht es natürlich so absolut ins Lächerliche.

Speaker: die sexuelle Identität.

Speaker: Und dann dreht sich Peppi irgendwann zur Kamera und sagt, mein Vater hat sich nicht irgendwo hinbewegt, der ist einfach da stehen geblieben, wo er vor 20 Jahren gewesen ist.

Speaker: Und das finde ich schon einen sehr starken Satz tatsächlich, weil wir erleben es ja gerade, warum haben wir so viel Populismus, woran liegt das?

Speaker: Die Frage wird dadurch aufgeworfen.

Speaker: Aber was ich dann ganz spannend fand,

Speaker: Es gibt dann auch noch die Szene dann später in einer anderen Folge, wo Peppy bei der Launchparty der Single von Masha ist.

Speaker: Und sie reden über Rap.

Speaker: Und Masha ist eine Rap-Künstlerin und Peppy stellt sich dazu und meint, er muss jetzt auch dazu irgendwie seinen Beitrag leisten.

Speaker: Und sagt halt dann, dass Rap ja früher irgendwie so viel härter war.

Speaker: Und jetzt ist er irgendwie so soft.

Speaker: Und in dem Moment wird eigentlich Peppy zu seinem Vater in der Situation davor.

Speaker: Und Peppy ist stehen geblieben.

Speaker: Und es zeigt so, wie schnell es geht.

Speaker: Also dieses Urteil kann man natürlich schnell feststellen und andere Leute über andere Leute urteilen, aber man selber ist dem natürlich überhaupt gar nicht davor gefeit.

Speaker: Jetzt ist meine Frage an euch, was kann man denn gegen das Stehenbleiben tun?

Speaker: Kinder kriegen, also... Ja, das hilft wahrscheinlich wirklich sehr, aber die können ja erstmal nicht so viel, das dauert ja dann ein bisschen.

Speaker: Das kommt dann erst, ja.

Speaker: Aber ich glaube schon, so mit jungen Leuten... Man kann sich dann glaube ich wenig Meinung bilden, wenn man so viel Verantwortung dann hat und dann bewegt man sich ja einfach viel auf Spielplätzen und zwischen Kindergeburtstagen hin und her.

Speaker: Und junge Meinungen, auch noch so vielleicht, ja.

Speaker: Ja, ich glaube so als Regisseure, die oft irgendwie zufällig Coming-of-Age-Sachen schreiben und kommen wir immer wieder mit jungen Leuten in Kontakt und hatten oft jüngere Protagonistinnen und auch jetzt hier wieder...

Speaker: diesen starken Cast, die als Persönlichkeiten auch super starke, interessante, coole, inspirierende Persönlichkeiten sind.

Speaker: Und einfach mit solchen Leuten, wenn es jetzt nicht über einen Job ist, irgendwie anders in Kontakt zu kommen, ist einfach super bereichernd.

Speaker: Und zu sehen, wie sehen die das?

Speaker: Wie können die auch mit so einem Stoff connecten?

Speaker: Was ist heute immer noch so?

Speaker: Wo sind die ganz anders?

Speaker: Zum Beispiel...

Speaker: Die vier Jungs und auch die Mädchen, die haben so gefragt, warum sagt der Peppi das nicht einfach alles seinen Freund?

Speaker: Warum ist er nicht viel offener?

Speaker: Warum erzählt er nicht von den Problemen zu Hause?

Speaker: Man merkt, da ist eine andere Durchlässigkeit, die man da lernen könnte.

Speaker: Auch in so Männerbünden quasi, wo man einfach offener ist, über Schwächen spricht.

Speaker: Und ja, ich glaube, wenn man irgendwie die Chance hat,

Speaker: mit jüngeren Leuten in Kontakt zu treten, sei es über Beruf, sei es über jüngere Geschwister oder I don't know, Hobbys, ist das auf jeden Fall sehr bereichernd, ja.

Speaker: Ja, cool, danke.

Speaker: Ich habe noch ein Zitat, das finde ich auch sehr spannend.

Speaker: Wir haben ja schon erzählt, es gibt diesen Parallelen der Zellstrang der BM 2006, kommt ja auch immer wieder vor, auch immer wieder im Radio.

Speaker: Ich finde, das macht die generell ja auch super in der Serie.

Speaker: Es gibt ja auch immer wieder so Nachrichten-Blogs, so gerade in der Früh, wo du dir da merkst, Jan Ulrich hat gedopt und so, wo du auch immer sagst, ja scheiße, genau das war ja da auch noch.

Speaker: Und so weiter.

Speaker: Und dann sind sie bei dem Halbfinale der WM damals Deutschland-Italien, wo ja dann Deutschland nach Verlängerung 2 zu 0 ausgeschieden ist, wo dann auch wieder sehr viele so rassistische Stereotypen hochgeholt werden, so von wegen du bist ja nur Pizzalieferant.

Speaker: War ja damals wirklich so.

Speaker: Ich meine, man muss sich echt fremd schämen heutzutage, wenn man sich das nochmal so überlegt.

Speaker: Ich habe mich oft fremd geschämt, als ich es mir angeschaut habe.

Speaker: Und dann sagt aber irgendwann Peppi, er steht in der Küche und hat so ein Muffin in der Hand und steckt so eine Deutschlandfahne rein und sagt dann, irgendwie war es wieder cool, eine Deutschlandfahne zu schwenken.

Speaker: Ich habe danach nie wieder eine angefasst, aber andere haben sie nie wieder weggelegt.

Speaker: War das so ein bisschen, weil ich habe tatsächlich mich dann auch...

Speaker: dahin überprüft, wie war denn das damals?

Speaker: Es war ja so zum ersten Mal, dass man in Deutschland tatsächlich wieder so die Deutschlandfahne sich ans Auto gemacht hat, es gab Deutschlandfahne an den Häusern, so dieser, es war so eine Form von Fußballpatriotismus, würde ich sagen.

Speaker: War das aber vielleicht auch so eine Art Sündenfall?

Speaker: Weil ich meine, wir sehen ja jetzt, Rassismus in Deutschland nimmt auf jeden Fall zu, Antisemitismus nimmt zu.

Speaker: Wir sind in einer Gesellschaft, die sich ja eher in die Richtung hin radikalisiert als deeskaliert.

Speaker: War das so eine Art Sündenfall vielleicht auch für euch, wenn ihr zurückblickt?

Speaker: Also Sündenfall, ich meine, ich war zu der Zeit 14 und ich glaube, das konntest du natürlich von einem 14-Jährigen jetzt nicht abverlangen, das zu reflektieren.

Speaker: Ich meine, ich habe jetzt nochmal eine andere Biografie und einen anderen Hintergrund und für mich war das schon auf jeden Fall, auch wenn ich das damals nicht in Worte fassen konnte, schon was Merkwürdiges auf einmal irgendwie überall Deutschland fahren zu sehen.

Speaker: es gibt Leute, wenn du heute darüber liest, es gibt Leute, die sich damit auseinandersetzen, Soziologen,

Speaker: Historiker, die sagen, die eine direkte Linie zeichnen von der WM 2006 zur AfD im Deutschen Bundestag heute.

Speaker: Also natürlich war 2006 das Jahr, wo der deutsche Patriotismus wieder entstanden ist, wo es irgendwie auf einmal cool war und gut war, Nationalität abzufeiern und was eigentlich in der Generation drüber gar nicht denkbar war.

Speaker: Und das ist die Einzelhandlung.

Speaker: Und ich meine, diesen Sommer einzigartig, dass man sich wirklich irgendwie als Einheit gefühlt hat und so weiter und so fort.

Speaker: Und andererseits hast du die ganzen Effekte, die das auch mit sich gebracht hat.

Speaker: Und tatsächlich haben manche Leute die Deutschlandfahrende seitdem nicht zum ersten Mal rausgeholt und auch nicht mehr weggelegt.

Speaker: Also das Tabu der Deutschlandfahrende aus dem Fenster zu hängen, ans Auto zu machen und so ist auf jeden Fall 2006 kassiert worden.

Speaker: Ich muss nur ganz kurz sagen, ich finde die Szene halt auch einfach großartig, wie Peppi da in der Küche steht, diese Deutschlandfahne in das Muffin reinsteckt erst, dann nimmt er die Fahne wieder raus und nimmt einen ganz großen Bissen aus dem Muffin.

Speaker: Ich finde, da ist auch so viel Symbolik und so viel tatsächlich auch poetische Dramatik drin irgendwie.

Speaker: Also die Szene finde ich richtig, richtig gut.

Speaker: Micky und du, wie siehst du das?

Speaker: Also ich bin wirklich nie ein großer Fußballfan gewesen und ich konnte da wirklich wenig mit anfangen.

Speaker: Ehrlich gesagt, ich habe glaube ich Gott sei Dank nie eine Deutschlandfahne irgendwie auf der Wange gehabt, aber hätte ich Fußball geil gefunden, wäre es wahrscheinlich passiert.

Speaker: Ja, man sieht, glaube ich, einfach, was so Massenbewegungen für einen Reiz haben auf Leute, wie das Spaß macht, sich mit irgendwas Größerem zu identifizieren.

Speaker: Und das Schöne daran, also weil es gibt, glaube ich, schon ein gutes Gefühl irgendwo in so einer Masse komplett aufzugehen,

Speaker: ohne groß irgendwas dafür tun zu müssen, sondern einfach rein daraus, dass du Deutscher bist, rein aus Identität und auf der anderen Seite die Gefahr, dass man da bestimmt sich zu Sachen hinreißen lässt, die man sonst so gar nicht tun würde außerhalb der Gruppe, ja.

Speaker: Ja, ich glaube da, also ich bin durchaus Fußballfan.

Speaker: Ich glaube, ich hatte auch irgendwann mal eine Deutschlandfahne auf der Wange.

Speaker: Jetzt ist es, aber ich halte es da so ein bisschen wie Peppi.

Speaker: Mir war das da auch tatsächlich sehr fremd jetzt.

Speaker: Also mit wie alt war ich da?

Speaker: 26, etwas weniger als jetzt.

Speaker: Aber ja, deswegen finde ich das ganz interessant, weil ich glaube tatsächlich auch meinem Empfinden, dass da ein bisschen was sich auch geändert hat zu dem Zeitpunkt dann.

Speaker: Es gibt ja auch noch viele Szenen, also ich finde ja auch die Szene, es gibt ja auch die Szene mit Pina, sie versuchen ja Geld zu bekommen, diese 3500 Euro zu bezahlen und haben dann eben die Idee auch von einem Mädchen in der Schule, Nacktbilder eben zu verkaufen an Mitschüler, MitschülerInnen.

Speaker: Es gibt dann sogar die Idee, das als Abo zu verkaufen, dass man mehrere Bilder hat und so weiter und so fort.

Speaker: Also es werden wirklich ganz große Untiefen aufgemacht.

Speaker: Und am Ende wird dann eine Webseite veröffentlicht, es kommt raus und am Ende ist die Frau, das Mädchen, Pina, diejenige, die dann zu hören bekommt, du bist ja selber schuld, wenn du solche Bilder verschickst vom Schuldirektor.

Speaker: Und auch dann bei Alba später, als man ihn dann als den Verbrecher ansieht, der er eigentlich gar nicht war, sagt dann auch die Polizei sehr, ähm,

Speaker: Sehr glücklich eigentlich, dass er Ausländer ist, den schieben wir gleich ab und der hat auch noch eine Oma und er sagt, ja, die schieben wir gleich mit ab.

Speaker: Meint ihr, wir haben in Deutschland auch ein strukturelles Rassismusproblem in öffentlichen Stellen, in Behörden, in, ja, also gerade da, wo es eigentlich am wenigsten der Fall sein sollte?

Speaker: Alles, was wir dazu wissen, kann man nur mit Ja beantworten.

Speaker: Also ich meine, alles, was dazu erhoben, recherchiert wird, ist das so, oder?

Speaker: Also ich meine, und es ist damals noch viel, viel stärker gewesen als heute.

Speaker: Also ich finde halt, eine andere Szene ist zum Beispiel, wo ich immer so dran denken musste, ich bin in Oberhausen zur Schule gegangen und

Speaker: mit einem großen migrantischen Anteil in der Schule und auch im Freundeskreis.

Speaker: Und für uns war es ganz selbstverständlich, dass wenn du mit bestimmten Leuten abends feiern gehst, dass du auf keinen Fall reinkommst.

Speaker: Deswegen gehst du einfach nicht mit denen.

Speaker: Und anders, ich meine, das passiert heute noch genauso.

Speaker: Nur damals wurde einfach ganz offen gesagt, das für dich heute nicht.

Speaker: Du weißt warum, ja.

Speaker: So, und deine Frage zum Strukturellen, du hast jetzt nur nach Rassismus gefragt, oder auch zu Pina,

Speaker: Ja, also es kommen ja eigentlich zwei Sachen zusammen.

Speaker: Du hast recht.

Speaker: Das eine ist Rassismus und das andere ist dann tatsächlich natürlich auch so die Frau, die eigentlich immer selbst in der Verantwortung steht, wenn ihr irgendwie Gewalt oder sonst nichts widerfährt.

Speaker: Ja, also ich meine, heutzutage gibt es ja Worte dafür.

Speaker: Ich meine, ich glaube, heute würde man das als Slutshaming bezeichnen.

Speaker: Damals war es einfach nur, also mich hat das wirklich an jeder Schule, ich weiß nicht,

Speaker: Ich dachte eigentlich, das war so ein Phänomen an unserer Schule, was natürlich total...

Speaker: total falsch war, weil als wir das dann aufgeschrieben haben, also dass Nacktfotos von Frauen rumgingen und dass jeder die hatte und dass man die Frau und das Mädchen dafür verantwortlich gemacht hat, dass sie ja irgendwie eine Bitch ist, dass sie diese Fotos irgendwie gemacht hat oder rumgeschickt hat oder so.

Speaker: Man hat natürlich nie über den Typen gesprochen, der die dann verbreitet hat, der dann häufig der Freund war, der das dann irgendwie an seinen Jungs geschickt hat und auf einmal hat das die ganze Schule.

Speaker: Und dass dieses Phänomen, ich erinnere mich an das Casting von den Erwachsenen Schabos,

Speaker: dass halt echt jeder ins Casting kam und egal woher die aus Deutschland kamen, jeder hatte diese Geschichten an der Schule und auch heute, jetzt wo Chabos raus ist, melden sich ja Leute bei einem und die sagen, ey, genau diese Geschichte gab es bei uns und so, über diese Frauen, wo Nacktbilder kursierten überall und das finde ich schon echt krass.

Speaker: Ich meine, gut, das war kurz vor den Anfängen oder mit den Anfängen des Internets, ja, also man war noch nicht vertraut damit.

Speaker: Ich glaube, natürlich hat

Speaker: sowas eine total digitalisierte Form angenommen heute.

Speaker: Also das gibt es natürlich weiterhin noch viel krasser und es wird jetzt noch viel, viel schlimmer werden mit KI-Manipulationen und KI-Pornografie und sowas.

Speaker: Also ich glaube, da wissen wir noch gar nicht, was auf uns zukommt.

Speaker: Aber das waren wirklich die Anfänge, diese Verbreitung von Nacktbildern überall und natürlich die Täter-Opfer-Umkehr und das Verantwortlich-Machen von den Geschädigten für das, was passiert ist.

Speaker: Ja, es war auch sehr schwierig, da eine Linie zu finden, was Peppy dann noch macht, wie er noch irgendwie als Identifikationsfigur gelten kann, weil wenn man sich das mal vorstellt, man stellt wirklich diese Bilder hoch,

Speaker: Das ist ja so ein krasser, so eine Skrupellosigkeit und so ein Vergehen einfach.

Speaker: Und da irgendwie diese Linie zu finden, okay, er druckt sie nur aus, schlimm genug klaut sie seinem Freund, immerhin aus dieser Geldnot.

Speaker: Aber das war so ein Ding, wo wir auch echt viel Angst hatten, boah, geht man dann noch mit ihm mit?

Speaker: Ja, man geht mit, weil es jeder irgendwie selber erlebt oder gemacht oder mindestens dabei war und dann auch nicht eingeschritten ist und so.

Speaker: man an sein jüngeres Ich vielleicht erinnert fühlt und sich auch vertappt.

Speaker: Ich weiß nicht, Bastian, ob du da irgendwie sowas an deiner Schule auch sowas erlebt hast.

Speaker: Lass mich mal so sagen, es war jetzt so extrem wie das nicht, aber es gab bei uns in der Schule, um aus den Nähkästchen zu plaudern, auch natürlich, ich kennst es, es gab

Speaker: Diese Mädels, die waren halt nicht so populär wie andere.

Speaker: Also in dem Alter, 14, 15, hat er viel damit zusammengehangen, wie schnell entwickeln sich Mädchen, wie interessant werden sie für Jungs.

Speaker: Und die, die etwas später dran waren, wurden extremst diskriminiert von den Jungs.

Speaker: Also total.

Speaker: Das gab es bei uns ganz, ganz, ganz viel.

Speaker: Und das war ganz furchtbar, finde ich, auch nach wie vor.

Speaker: Allerdings bin ich damals wahrscheinlich auch nicht so eingeschritten, wie ich das jetzt hoffentlich machen würde, weil es viel normaler war.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Und ich glaube, das ist halt das Gute, dass wir zumindest vielleicht sagen können, manches ist vielleicht besser, aber ohne uns auf die Schulter zu klopfen, weil wie du gerade gesagt hast, die Probleme bestehen nach wie vor, immer noch.

Speaker: Vielleicht reden wir manchmal ein bisschen anders drüber, aber das heißt nicht, dass die Probleme deswegen weg sind.

Speaker: Nur das alleine anders drüber reden, macht es auch noch nicht besser.

Speaker: Es ist ein Anfang.

Speaker: Also ja, von daher kann ich dir da nur beipflichten.

Speaker: Absolut.

Speaker: Ich würde jetzt mal vielleicht zu dir wiederkommen, liebe Emilia.

Speaker: Wir haben ja noch ein paar Fragen zu euch, zu eurer Zusammenarbeit.

Speaker: Ich würde aber auch einmal nochmal unsere Lieblingsrunde machen, um zu sagen, vielleicht können wir alle nochmal unsere absolute Lieblingsszene der Serie teilen.

Speaker: Und ich glaube, dann müssen wir auch langsam, langsam gen Ende kommen.

Speaker: Also ich würde da den Gästen gerne den Vorlauf lassen.

Speaker: Unbedingt.

Speaker: Wer auch immer kann gerne Schnick, Schlack, Schnuck machen.

Speaker: Was denn eure... Oh, das ist echt schwierig.

Speaker: Also wenn es für euch schwierig ist, für mich ist es schon schwierig.

Speaker: Also für euch muss es ja noch viel schwieriger sein.

Speaker: Also bei uns oder bei mir vermischt sich natürlich absolut mit Lieblingsszene, okay, welche Szene war wie zu drehen.

Speaker: Zu inszenieren, weil ich meine, manche Szenen waren wirklich ein absoluter Albtraum.

Speaker: Ich habe wirklich eine Folge wie Nattis Haus, da möchte ich in meinem Leben nie wieder hin mit diesen 100 Komparsen auf diese Party.

Speaker: Das war wirklich nichts.

Speaker: Nichts, wo man sagt, okay, das hat irgendwie Spaß gemacht und dementsprechend ist das schwer und weil sich das natürlich auch die ganze Zeit wandelt bei mir.

Speaker: Also manche Szenen, die man sehr, sehr gerne mochte, mag man jetzt eigentlich gar nicht mehr.

Speaker: Aber okay, ich denke kurz nach, vielleicht Micky, vielleicht weißt du was und dann kannst du einfach schneller sein.

Speaker: Ja, vielleicht, ich sag mal, ich mach mal so, eine Szene und einen Moment.

Speaker: Ja, wir werden dich auch nicht darauf festlegen.

Speaker: Also wir wissen, dass sich das in einem Jahr auch anders artikulieren könnte, genau.

Speaker: Ja, das war eigentlich eine Szene, die im Schnitt noch nicht so cool war.

Speaker: Nämlich ist das, wenn Gollum mit der Pizza zu Pina kommt an die Tür und irgendwie ist dieser Flur nicht so schön und so.

Speaker: Und dann haben wir getrennt geschnitten, quasi in Zweierteams, uns dann mal durchgewechselt und so.

Speaker: Und Arcadia hat mit Tobi geschnitten.

Speaker: Und die haben dann diesen Song da eingebaut.

Speaker: Was ist das?

Speaker: 50 Cent?

Speaker: Candy Shop.

Speaker: Candy Shop.

Speaker: Ist das Candy Shop?

Speaker: Ja.

Speaker: Und wenn Gollum sich so umdreht mit der Pizza und sie sagt so, ja, Pizza hätte ich schon Lust.

Speaker: Und er dreht sich um und dann kommt so einmal noch Candy Shop.

Speaker: Das ist auf jeden Fall...

Speaker: Ein großer Moment für mich immer wieder, den ich lustig finde.

Speaker: Und er so guckt.

Speaker: Und sonst, ich glaube, meine Lieblingsszene auch im Hinblick auf, wie es gefilmt war.

Speaker: Wir haben die sehr früh gefilmt, tatsächlich.

Speaker: Am sechsten Tag, wo man denkt, das ist verrückt.

Speaker: Und zwar die Szene, wenn die beiden Peppys sich begegnen und miteinander sprechen.

Speaker: Ja.

Speaker: Und die hat mich irgendwie beim Rewatch jetzt zum Release, da hab ich noch mal alles geguckt, hat mich doch noch mal so emotional berührt.

Speaker: Und die mag ich wirklich sehr gerne, auch mit ihrer kleinen...

Speaker: irrealen, surrealen Ebene und halt auch dann für uns so mit dem Fakt und auch so wie krass von den Schauspielern, dass sie das am sechsten Tag einfach so schon alles gefühlt haben, was sie eigentlich am Ende der Reise fühlen sollten.

Speaker: Das finde ich so im Nachhinein echt beachtlich und verrückt, dass die da schon so weit waren, wahrscheinlich weiter als wir.

Speaker: Und ja, deswegen diese Szene.

Speaker: Arcade, ich gebe dir auch noch ein bisschen Vorlauf, weil ich würde mich da anschließen, weil ich glaube, das ist auch meine Lieblingsszene.

Speaker: Einfach weil es mit allem so bricht und wenn der Junge, der ja noch nicht so viel Verantwortung für sein Leben übernehmen kann, weil er eben noch relativ grün hinter den Ohren ist und irgendwie denkt, okay, ich mache zwar hier die Scheiße, aber vielleicht kriege ich irgendwie dann doch die Kurve und vielleicht habe ich dann irgendwann den Mut, um mich bei meinen Freunden zu entschuldigen, sitzt dann neben seinem großen Ich und guckt ihn mehr oder minder an und sagt, wirklich?

Speaker: Wie kann, wieso, warum wärst du, also auch in der Gegenwart dann zu sagen, die fünf Minuten später weiß ja der große Peppi im Prinzip, dass er eventuell noch hinterhergerannt hätte können und so.

Speaker: Und ich finde es dann schön, wenn du sagst, es war direkt am Anfang, weil ich glaube, als Schauspieler,

Speaker: hofft man ja entweder auf die große Szene, die entweder sofort am Anfang ist oder am Ende.

Speaker: Also entweder hat man das alles schon mal gespielt oder man baut sich das eben so auf, um dann aber von dieser Szene, dass ja dann so die große Explosion ist und die Emotionen, um dann eben von der

Speaker: diese Stufen runter zu machen und zu sagen, da muss ich jetzt so hocharbeiten, das habe ich jetzt schon gespielt, bedeutet, ich kann dann in der und der Szene eben, muss ich ein bisschen mehr Pianissimo machen.

Speaker: Und ja, doch, die Szene hat mich, glaube ich, auch sehr überrascht, dass man ja da auch so ein bisschen dazwischen ist und sagt, das kann auch ganz...

Speaker: doll kitschig wirken oder ein bisschen zu sehr gewollt, wenn dann plötzlich Vergangenheit und Gegenwart miteinander auf so hässliche Plastikstühlen setzt.

Speaker: Und das ist euch fantastisch gelungen.

Speaker: Ja, große Szene finde ich auch.

Speaker: Jetzt haben wir dir ganz viel Zeit gegeben, Akadi.

Speaker: Ich habe auch viele, ich habe nachgedacht auch, ich meine, das ist natürlich das, was ihr jetzt gesagt habt, das ist ja low-hanging fruit.

Speaker: Also ich meine, die beiden Pappys auf dem emotionalen Peak, auf jeden Fall.

Speaker: Ich habe so verschiedene Momente.

Speaker: Ich mag sehr...

Speaker: Auch in demselben Fall, ich mag sehr den Überfall, wie die den Subway-Laden überfallen, weil ich finde, wir haben es einfach irgendwie technisch gut umgesetzt, wie dieser Laden überfallen wird und was dann im Anschluss passiert, wenn sie an diesem Feuer sind, wenn sie sich freuen, wenn dann Peppi aber verhaftet wird, irgendwie läuft, also erst wird Gollum abgeholt, dann ist Peppi zu Hause, guckt Richterin Barbara Saalisch, wird dann irgendwie abgeführt von dieser Polizei.

Speaker: Zu diesem sehr düsteren Soundtrack sitzt dann der Polizei gegenüber, geht nach Hause, diese ganze Daido-Sequenz, wo wir White Flag hören, wie er auf der Suche ist nach Alba.

Speaker: Parallel dazu der erwachsene Peppy, wie er seine Freunde aufsucht, wie er zu PD gedenkt, er ist schwul, mit dem irgendwie in diesen Gay-Club geht.

Speaker: Also dieser ganze...

Speaker: Jetzt, wo du es angesprochen hast, ja, ist das super.

Speaker: Dieser ganze Part, um was ich eigentlich, also das ist, glaube ich, so meine Lieblingssequenz, nenne ich es, und die geht aber noch rüber, nämlich in die nächste Folge, die ja mit Domian startet.

Speaker: Also ich glaube, all das könnte ich mir... Also da kann ich eigentlich die komplette Folge 7 und 8...

Speaker: Nein, nein, nein, nicht die komplette sieben, es ist so ab Mitte sieben bis Mitte acht so, weil ich finde die acht geht ja, weil die musst du als eins sehen, weil die geht ja nahtlos weiter, wie er dann, und das sind auch meine Lieblingsmomente, wie er mit Domian spricht, in die Schule geht, mit seinen Eltern sprechen will, trainiert, wiederkommt, den Vater so erbärmlich in diesem Badezimmer sitzen sieht und dann entscheidet, Bartosz zu erpressen.

Speaker: Und ich höre jetzt auch auf, aber dann Bartosch erpresst, von dem er aufs Maul kriegt und dann mit Alba in dieser Garage steht.

Speaker: So das finde ich, wahrscheinlich würde ich dann, okay, um mich zu entscheiden, würde ich dann die Garagenszene mit Pepe Jung und Alba nehmen, weil die schon ziemlich spät gedreht wurde, die haben wir ungefähr jetzt vor einem Jahr gedreht.

Speaker: Es war schon ziemlich kalt, das war glaube ich Ende September oder Anfang Oktober sogar schon und Loran, der den Alba spielt und Nico, der den Peppi Jung spielt, die standen in dieser Garage und Loran hatte in diesem, die Szene war eigentlich gar nicht so gedacht und der Loran, der wirklich ein krass talentierter und auch kluger Kopf ist, der hat sich dann so überlegt, der kam dann irgendwann

Speaker: Nach der Leseprobe meinte, Micky Arcadia, ich habe mir gedacht, was ist, wenn Alba eigentlich weiß, dass Peppy ihn jetzt hier anlügt und das aber trotzdem so mitmacht und so.

Speaker: Und dann hat er das so gespielt und da dachte ich wirklich hinter dem Monitor, okay, die Szene ist besonders und die ist dann auch besonders geworden in der fertigen Serie.

Speaker: Ja, Punkt.

Speaker: Also man sieht ja alleine, danke, man sieht ja, nein, ich kann das total verstehen, weil was du gerade gezeigt hast, ist ja, dass Chabos einfach so unglaublich dicht gewoben ist und das macht sie ja auch so stark.

Speaker: Also wir könnten jetzt wirklich uns noch zwei Stunden hinsetzen und in diese Szene, allein die du gerade beschrieben hast, noch tiefer einsteigen.

Speaker: Du und ich wahrscheinlich, ich weiß nicht, ob Vicky und Anna gerade nicht auch irgendwie mehr missen.

Speaker: Ich hatte gerade bei Arkadi das Gefühl, er könnte da auch noch mehr dazu beitragen, aber das wollen wir jetzt gar nicht herausfordern.

Speaker: Ich will nur ganz kurz noch sagen, ich habe zwar schon zu den Szenen, weil du es gerade gesagt hast, dieser Gay Club mit PD, finde ich auch so eine großartige Szene.

Speaker: Weißt du auch warum?

Speaker: Weil es uns in dem Moment auch mit unseren eigenen Vorurteilen konfrontiert.

Speaker: Also ihr hebt halt wirklich so einen Spiegel hoch

Speaker: an die ZuschauerInnen, so von wegen, ja hier, dachtest du wohl, ist aber gar nicht so.

Speaker: Und das ist das Großartige, das macht diese Szene super.

Speaker: Und noch einmal kurz, die Anfangsszene ist einfach klasse, weil du weißt nicht, kommt jetzt eine Autoverfolgung auf dich zu.

Speaker: Also das ist wirklich euch richtig gut gelungen.

Speaker: Fantastisch viele gute Szenen.

Speaker: Genau.

Speaker: Dann, liebe Emilia.

Speaker: Kommen wir zum Fazit noch einmal?

Speaker: Kommen wir zum Fazit.

Speaker: Absolut, wir machen jetzt einfach mal den Count unseres Gag und dann sagen wir mal, was wir zu Chabos denken.

Speaker: Muss man unbedingt gesehen haben.

Speaker: Also es wird jetzt niemanden überraschen, glaube ich, der jetzt hier die letzten eineinhalb Stunden zugehört hat.

Speaker: Also ganz klare Empfehlung, die muss man unbedingt gesehen haben.

Speaker: Ja.

Speaker: Was sagt Regie und das Autor und du, die da auch noch mit dahinter stehen und zu sagen, ja, müsst ihr gesehen haben?

Speaker: Muss man gesehen haben.

Speaker: Ja, wenn man Millennial ist, muss man die Seele auf jeden Fall gucken.

Speaker: Also da führt nichts dran vorbei und wenn man eine Freundschaftsstory sehen will, dann auch, glaube ich, ja.

Speaker: Dann hätten wir noch eine Frage zum Schluss, oder, Emilia, für euch?

Speaker: Stell sie.

Speaker: Soll ich?

Speaker: Darf ich?

Speaker: Du darfst.

Speaker: Ich habe eh so viel geredet heute, deswegen dachte ich, ich gebe sie an dich weiter.

Speaker: Na gut.

Speaker: Es gibt ja einen Satz, der in der ganzen Serie immer wieder vorkommt und den finden wir ganz großartig.

Speaker: Tatsächlich ist immer, wenn Peppi so ein bisschen was erklärt, in der Zeit zurückgeht und das ein bisschen so einordnet, warum man denn damals so geredet hat.

Speaker: sagt er dann immer so, ja das war halt damals so.

Speaker: Und?

Speaker: Hat es uns geschadet?

Speaker: Und deswegen meine Frage, unsere Frage zum Abschluss an euch, hat es euch denn geschadet, in den Nullerjahren aufzuwachsen?

Speaker: Also ich glaube, es hat uns mit Sicherheit geschadet, aber es hat uns natürlich in dem Sinne nicht geschadet, weil wir jetzt eine Serie daraus machen konnten und das ganze Giftmülllager jetzt im ZDF auskippen konnten.

Speaker: Also...

Speaker: Von daher, ich meine, das kehrt sich ja irgendwann um, wenn man anfängt, irgendwie kreativ zu sein und Kunst zu machen und so, dann kehren sich die Nachteile um, wenn man die einfach wirklich ausbreiten kann.

Speaker: Und so, wenn man ehrlich ist, aber klar hat es uns geschadet.

Speaker: Also, selbstverständlich.

Speaker: Aber schön, dass das ZDF sich als Giftmülllager dazu bereitet, hat euch da einen konstruktiven Umgang mitzugewehren.

Speaker: Micky, wie schaut es bei dir aus?

Speaker: Ja, ich finde, Akkadia hat das schon gut auf den Punkt gebracht.

Speaker: Aber ganz ehrlich, ich glaube, jede Zeit schadet immer ihren Kindern und ich wäre nicht lieber jetzt geboren, deswegen, ich bin sehr happy damit und ja.

Speaker: Wunderbar.

Speaker: Ich danke euch vielmals.

Speaker: Genau, Vicky Akali, ihr seid zwar schon Preisträger, aber wir hoffen, dass ihr jetzt mit Shabos alles abräumt, was abzuräumen geht.

Speaker: Unsere Stimme habt ihr?

Speaker: Ja, einmal Oscar für die Serie.

Speaker: Warum nicht?

Speaker: Wir sind wahnsinnig gespannt auf eure Arbeiten.

Speaker: Wer weiß, ob ihr auch irgendwann mal Solo was zusammen, also eben dann nicht zusammen macht.

Speaker: Aber ihr steht, glaube ich, ganz oben bei uns auf der Liste und wir wünschen euch absolut das Beste und sind ganz doll gespannt auf eure weiteren Arbeiten.

Speaker: Vielen, vielen, vielen Dank für eure Zeit.

Speaker: Dankeschön.

Speaker: War ein großer Spaß, große Freude, euch kennenzulernen, mit euch gesprochen zu haben.

Speaker: Vielen, vielen herzlichen Dank.

Speaker: Vielen, vielen Dank.

Speaker: Wir sind ja immer sehr langsam in unserem Machen.

Speaker: Vielleicht sehen wir uns in vier bis fünf Jahren dann wieder.

Speaker: Hoffentlich.

Speaker: Du, wir machen es einfach so, wenn ihr meint, ihr hättet was zu erzählen, dann ruft ihr einfach an, schreibt eine Mail, dann habt ihr sofort einen Slot bei uns.

Speaker: Das ist hiermit versprochen.

Speaker: Okay?

Speaker: Dankeschön.

Speaker: Was auch cool ist, vielleicht in der Zwischenzeit noch eine Idee.

Speaker: Vielleicht, Lettut kann ja von jedem Land, in jedes Land verkauft werden.

Speaker: Vielleicht sehen wir noch eine französische Version oder keine Ahnung, eine spanische.

Speaker: Es wäre sehr lustig, was daraus wird, das französische Chabos.

Speaker: Chabot.

Speaker: Chabot.

Speaker: Wir halten die Augen offen.

Speaker: Wenn euch was zu Ohren kommt, dann sagt gerne Bescheid.

Speaker: Vielleicht machen wir dazu noch mal eine separate Folge.

Speaker: Genau.

Speaker: Also ich danke euch vielmals, wir danken euch vielmals fürs Kommen, für die ganze Zeit, die ihr euch entgegengebracht habt und viel, viel Erfolg und euch da draußen, vielen Dank fürs Zuhören heute zu dieser ganz speziellen Episode.

Speaker: Unterstützt uns auf Social Media, liked die Folgen, das würde uns einen großen Gefallen tun und wir hören uns wieder in zwei Wochen.

Speaker: Wir freuen uns auf euch.

Speaker: Das war Muss man gesehen haben mit Emilia Bernsdorf und Bastian Fischer.

Speaker: Hey Basti.

Speaker: Was denn, liebe Emilia?

Speaker: Ratte mal, von wem dieses Zitat kommt.

Speaker: Es kommt im Leben nicht darauf an, wie viel du austeilst, sondern darauf, wie viel du einstecken kannst.

Speaker: Das kommt natürlich vom einzig wahren Rocky Balboa.

Speaker: Ja, es kommt vom einzig wahren Rocky.

Speaker: Und das?

Speaker: Irgendjahr!

Speaker: Wenn du gut in etwas bist, mach es nie umsonst.

Speaker: Das war Heath Ledger in The Batman.

Speaker: Boom!

Speaker: Als The Joker.

Speaker: Nein, Heath Ledger in Batman als The Joker.

Speaker: So rum.

Speaker: Ich glaube, jetzt müsste es stimmen, oder?

Speaker: Ja, total korrekt.

Speaker: Du bist richtig gut heute.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: Danke fürs Kompliment.

Speaker: Meinst du, wir sollten... Ja, vielleicht also gleich.

Speaker: Aber ich habe noch eins.

Speaker: Eins habe ich noch.

Speaker: Dann hau mal raus.

Speaker: Okay, also ready?

Speaker: Ready.

Speaker: Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen.

Speaker: Das ist natürlich aus Fight Club.

Speaker: Natürlich ist es aus Fight Club.

Speaker: Ja, very good.

Speaker: Und deswegen, liebe Leute, wollen wir von dem Geld, das wir noch nicht haben, Dinge kaufen, die wir für diesen Podcast brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir definitiv mögen.

Speaker: Nämlich euch Filmbegeisterte.

Speaker: Also, wenn euch dieser Podcast gefällt, supportet, liked und donatet, was das Zeug hält.

Speaker: Die Links dazu findet ihr wo, liebe Emilia?

Speaker: Unten in den Show Notes.

Speaker: Und damit verabschieden wir uns.

Speaker: Bis zum nächsten Mal.

Speaker: Ciao.

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