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20 | Ein bewegtes Leben in der Hörakustik // Außendienst zum amerikanischen Master of Audiology image

20 | Ein bewegtes Leben in der Hörakustik // Außendienst zum amerikanischen Master of Audiology

S1 E20 · Akustik Impulse
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42 Plays8 months ago

In dieser Folge haben wir Max Bauer zu Gast. Einen sehr wissbegierigen Menschen mit viel Erfahrung in der der Hörakustik. Von der Ausbildung 1997 über sechs eigene Fachgeschäfte bis hin zum Master of Audiology an der renommierten Salus University in den USA: Max hat schon einiges erlebt und sich dabei immer wieder neu erfunden.

Wir sprechen mit ihm über:

  • Seinen Weg vom Akustiker zum Unternehmer und wieder zurück zum „Nerd in Weiß“
  • Die Herausforderungen beim Aufbau und Verkauf mehrerer Fachgeschäfte
  • Seine Social-Media-Zeit mit Erik Gitter: YouTube, Podcast, Instagram
  • Wie er trotz fehlendem Bachelor für ein US-Masterprogramm zugelassen wurde
  • Warum er heute bei Neuroth im Bereich Forschung & Entwicklung arbeitet
  • Und welches Buch er gerade schreibt, um die Welt des Hörens endlich verständlich zu machen

Max gewährt spannende Einblicke in den Bewerbungsprozess an einer US-Uni, den daran gebundenen TOEFL-Test, Anerkennung des deutschen Meisterbriefs und wie er über ein Podcast-Interview zu seinem heutigen Job kam.

Eine Folge voller Inspiration, Neugier und Pioniergeist, genau wie Max selbst.

Wichtige Links:

hoergeraete-insider.de
agentur-tielesch.de
akustik-pioniere.de

---

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Transcript

Einführung in den Podcast Akustikimpulse

00:00:02
Speaker
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Akustikimpulse, dem Podcast mit dem Rundumblick in die Branche, damit du am Zahn der Zeit bist, wenn es darum geht, dein Geschäft erfolgreich und sorgenfrei zu führen.
00:00:16
Speaker
Und hier mindestens einer deiner Hosts, Gabor Kartei und Klaus Thielisch.
00:00:22
Speaker
Wieder einmal ein herzliches Hallo zu den Akustik-Impulsen.
00:00:25
Speaker
Wir haben heute wieder einen Gast mit dabei.
00:00:28
Speaker
Aber zuerst begrüße ich einmal ganz kurz den Klaus, der natürlich auch wieder dabei ist.
00:00:31
Speaker
Hallo.
00:00:32
Speaker
Hallo, guten Morgen in die Runde.
00:00:34
Speaker
Genau, guten Morgen für uns.
00:00:36
Speaker
Je nachdem, wann ihr zuhört, vielleicht auch schon ein schönes Wochenende oder guten Abend oder

Vorstellung von Max Bauer

00:00:40
Speaker
sonst irgendwann.
00:00:40
Speaker
Ist auch völlig egal.
00:00:42
Speaker
Heute soll es um den lieben Max gehen, den Max Bauer.
00:00:47
Speaker
Sag doch auch einmal kurz Hallo, damit die Leute schon mal deine Stimme kennen.
00:00:50
Speaker
Grüß euch, ihr zwei, liebe Zuhörer, grüß Gott.
00:00:54
Speaker
Wunderbar.
00:00:55
Speaker
Ja, und es ist für mich heute besonders spannend, da ich mich auf diese Folge sehr gut vorbereitet habe, so wie ich es gern habe und zwar gar nicht.
00:01:08
Speaker
Fragen wirklich aus dem Interesse kommen, das ich selbst auch habe.
00:01:14
Speaker
Klaus, du kennst ihn auch noch nicht so gut.
00:01:17
Speaker
Du weißt natürlich ein bisschen mehr, was er tut, was er macht und so weiter, aber auch du wirst Neues erfahren, hatten wir ja kurz im Vorgespräch schon.
00:01:24
Speaker
Und ja, ich finde es einfach immer spannend, direkt sozusagen aus dem Affekt zu handeln und zu fragen und nicht schon, ich sage mal, alle Bücher von jedem gelesen zu haben und dann nachzufragen, wie war denn das, erzähl doch mal dies und jenes.
00:01:38
Speaker
Das ist einfach weniger authentisch aus meiner Meinung nach oder aus meiner Erfahrung nach.

Max Bauers beruflicher Werdegang

00:01:44
Speaker
Und ja, besonders spannend auch, dass du, Max, von dem einen oder anderen Gast, den wir hier auch schon mal hatten, ja, empfohlen wurdest und deswegen bin ich ganz besonders gespannt, was du so zu erzählen hast.
00:01:59
Speaker
Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich zum Klaus übergeben soll oder zum Max.
00:02:03
Speaker
Klaus, was meinst du denn?
00:02:05
Speaker
Gib direkt an den Max weiter, weil vielleicht kann er mal so ein paar einleitende Worte zu seiner Person machen.
00:02:09
Speaker
Und ich freue mich, wie gesagt, auf ein super spannendes Gespräch, weil eins weiß ich sicher, heute gibt es Impulse und das ist ja unser Ziel.
00:02:17
Speaker
Das machen wir.
00:02:18
Speaker
Ja, dann erzähl doch gerne mal Max.
00:02:19
Speaker
Das ist wohl jetzt mein Part.
00:02:21
Speaker
Erstmal nochmal vielen Dank für die Einladung.
00:02:23
Speaker
Ich freue mich sehr, bei euch dabei zu sein.
00:02:25
Speaker
Podcast finde ich immer geil.
00:02:27
Speaker
Ich habe ja selber einen mit dem Erik gemacht und es geht da auch weiter.
00:02:30
Speaker
Leider machen wir ihn nicht mehr zusammen.
00:02:33
Speaker
Mal schauen, was in Zukunft los sein wird.
00:02:35
Speaker
Aber ich freue mich sehr, dass ihr jetzt einen habt, den ich auch in Zukunft wahrscheinlich sehr, sehr, sehr gerne hören werde.
00:02:42
Speaker
So, ja, Maximilian Bauer oder Max Bauer heiße ich.
00:02:45
Speaker
Ich bin jetzt mittlerweile auch schon 45 Jahre alt.
00:02:48
Speaker
Vom Kopf würde ich mich jetzt mehr so auf Anfang 30, Ende 20 schätzen, aber der Körper ist nun mal 45.
00:02:57
Speaker
Ich bin also 80er Jahrgang.
00:02:59
Speaker
Ich bin in München aufgewachsen und habe 1997 mit meiner Ausbildung zum Hörgeräteakustiker angefangen.
00:03:07
Speaker
Wurde dann 2000 fertig, habe dann noch ein bisschen gearbeitet in der Firma, in der ich gelernt habe.
00:03:14
Speaker
Und dann bin ich erst mal raus aus der Branche, nochmal Schulbank gedrückt, war dann eine kurze Zeit selbstständig, nachdem ich auch da zwei Semester mal studiert habe.
00:03:24
Speaker
Da können wir gerne später genauer drauf eingehen.
00:03:27
Speaker
Jetzt reiße ich es einfach mal nur ganz kurz ab.
00:03:30
Speaker
Dann bin ich wieder eingestiegen in die Branche bei Hörgeräte Seilfahrt.
00:03:36
Speaker
Ich habe damals den Außendienst, ich habe die Altenheime besucht.
00:03:43
Speaker
Und Menschen, die einfach nicht mehr mobil waren, die habe ich dann mit Hörgeräten versorgt.
00:03:48
Speaker
Und 2010 habe ich Meisterprüfung abgelegt und habe mich dann auch sehr schnell selbstständig gemacht.
00:03:55
Speaker
Das war damals in Diesen am Ammersee.

Herausforderungen und Geschäftsstrategien von Max Bauer

00:03:59
Speaker
Mit meinem ersten Geschäft, dann ist erstmal nichts passiert.
00:04:03
Speaker
2014 habe ich das zweite Geschäft gegründet, auch am Ammersee.
00:04:06
Speaker
Und dann ging das so weiter, bis ich am Schluss tatsächlich sechs Geschäfte hatte.
00:04:11
Speaker
Das hat zehn Jahre gedauert.
00:04:13
Speaker
Und ja, dann kam eben die Idee, dass...
00:04:18
Speaker
dass ich was anderes machen möchte.
00:04:20
Speaker
Also ich habe gemerkt, dass ich mich da so aufarbeite, weil ich es nicht geschafft habe, von der reinen Geschäftsführung, also nur noch in die reine Geschäftsführung zu gehen.
00:04:29
Speaker
Ich war also aufgerieben zwischen
00:04:33
Speaker
100% am Kunden zu stehen und 100% alle anderen Aufgaben auch noch zu machen.
00:04:38
Speaker
Und ja, es war eine anstrengende Zeit und irgendwann haben wir eben beschlossen, nachdem da ständig Angebote reingeprasselt kamen, dass wir einen Teil verkaufen und ich habe
00:04:50
Speaker
nur ein Geschäft behalten, weil ich bin ja nach wie vor immer noch Vollblutakustiker und wollte also eher in diese nerdige Schiene, sage ich mal rein.
00:04:58
Speaker
Also ich wollte voll und ganz nur mich noch ums Fachliche kümmern, aber trotzdem als Selbstständiger, aber eben nur noch mit einem Geschäft.
00:05:06
Speaker
Und ich habe dann...
00:05:08
Speaker
Eine liebgewonnene, wir haben uns persönlich sehr angenähert und konnten so gut miteinander, dass ich eben eine frühere Mitarbeiterin als Partnerin dazugenommen habe und wir haben sozusagen 50 Prozent, hat jeder Anteile an dem Geschäft gehabt und es hat wunderbar funktioniert.
00:05:27
Speaker
Da hatte ich eben nur noch dieses eine Geschäft mit einer Kollegin, keine Mitarbeiterin, sondern Kollegin dann,
00:05:33
Speaker
Und war da eigentlich auch glücklich.
00:05:36
Speaker
Bin in meiner Nerd-Rolle voll aufgegangen.
00:05:38
Speaker
Und da habe ich ja auch angefangen mit Social Media eben.
00:05:41
Speaker
Also damals auch schon mit den mehreren Geschäften, aber da hatte ich nicht wirklich einen Kopf dazu.
00:05:45
Speaker
Und dann habe ich da richtig Gas gegeben.

Max Bauers Medienprojekte und Weiterbildung

00:05:48
Speaker
Und da kennen mich noch einige davon, glaube ich, von meinem YouTube-Kanal.
00:05:52
Speaker
Damals noch Neues hören und jetzt dann eben Hörgeräte Insider, der Blog, nicht eher den Blog Hörgeräte Insider, der Instagram-Kanal und eben der...
00:06:03
Speaker
Der Podcast mit den zwei Hörst du besser, den wir dann auch in Hörgeräte Insider umbenannt haben.
00:06:08
Speaker
Es war alles totales Durcheinander.
00:06:10
Speaker
Aber das Durcheinander hat sehr gut funktioniert.
00:06:15
Speaker
Der Erik war mein absoluter, also Erik Gitter, grüß dich, wenn du es hörst, mein absoluter Homie, was Social Media angeht.
00:06:22
Speaker
Und wir haben so viel Spaß gehabt und so viel Schmarrn gemacht auf unseren Live-Shows da einmal im Monat.
00:06:30
Speaker
Ja, das Ganze ist jetzt erst mal pausiert.
00:06:35
Speaker
Vielleicht tut sich ja wieder was.
00:06:36
Speaker
Wir sind beide nach wie vor, glaube ich, gut drauf und hätten Lust.
00:06:39
Speaker
Er arbeitet jetzt bei Advanced Bionics und ich bei Neurot, aber habe eben noch so eine Zwischenstation hingelegt.
00:06:48
Speaker
Also während dem Social Media.
00:06:50
Speaker
Ich muss sagen, dass der eine Amerikaner mich da sehr geprägt hat.
00:06:53
Speaker
Das ist der Dr. Cliff.
00:06:54
Speaker
Den habe ich verfolgt damals, als er noch 30.000
00:06:58
Speaker
Follower hat er, jetzt ist er bei knapp 400.000 oder vielleicht hat er auch schon die 400.000 und der heißt ja Dr. Cliff.
00:07:05
Speaker
Und ich merkte, wieso hat der einen Doktor?
00:07:08
Speaker
Und dann habe ich gedacht, das ist ja so cool.
00:07:11
Speaker
Und dann habe ich mich da reingefuchst, wie das amerikanische Prinzip funktioniert und habe ich gesehen, dass das alles Akademiker sind, die Audiologen und dass man da eben Bachelor und entweder ein Master oder ein Bachelor und dann ein Doctor of Audiology machen kann.
00:07:25
Speaker
Und dann habe ich gedacht, das will ich auch, ja.
00:07:27
Speaker
Und dann ging die Reise los.
00:07:30
Speaker
Dann habe ich gedacht, okay, das schaffe ich aber nicht gleichzeitig zum Geschäft.
00:07:34
Speaker
Und dann war ja immer der Deal mit meiner Partnerin.
00:07:38
Speaker
Du, irgendwann verkaufen wir auch mal wieder, wenn wir Lust haben.
00:07:42
Speaker
Es muss nicht bis in die Rente sein, dieses Geschäft.
00:07:45
Speaker
Und dann haben wir uns eben so entschieden, haben ein tolles Angebot gekriegt und haben verkauft.
00:07:49
Speaker
Und ich bin sofort, also nach einem Jahr,
00:07:53
Speaker
Bewerbungsfristen und allen Genehmigungen und so bin ich ja eingestiegen in der Salus University.
00:07:59
Speaker
Also es gibt zwei Universitäten in Amerika, die ein Distance-Programm anbieten.
00:08:05
Speaker
Das ist die AT Steel University in Phoenix, Arizona und Salus University, die jetzt Salus Drechsel University heißt bei Pennsylvania.
00:08:14
Speaker
Und der Bewerbungsprozess hat sich über ein Jahr hingezogen, weil ich ja keinen richtigen Bachelor habe.
00:08:19
Speaker
Das heißt, ich bin ja Hörakustikmeister, habe aber keinen akademischen Bachelorabschluss.
00:08:24
Speaker
Und die kennen das nicht.
00:08:27
Speaker
Die Amerikaner können mit dem dualen System bei uns nichts anfangen.
00:08:30
Speaker
Und diesen Bachelor Professional,
00:08:33
Speaker
Und ja, der hat mir zum Schluss ein bisschen geholfen, muss ich sagen.
00:08:37
Speaker
Also das ist dieser Titel, den man sich als Handwerksmeister jetzt seit ein paar Jahren geben darf, damit es, ich weiß auch nicht, das System dahinter verstehe ich nicht ganz, ich glaube, dass es gleichwertiger wirkt oder irgendwie so, ja.
00:08:50
Speaker
Also ich war dann beim World Education Service und bei der Handwerkskammer und in Lübeck bei der Akademie für Hörakustik.
00:09:00
Speaker
Und dann ging es eben so weit, dass tatsächlich die Universität mit dem Chef der Akademie für Hörakustik telefoniert hat.
00:09:10
Speaker
Und dann auf einmal kam am nächsten Tag die Meldung, ja, du bist dabei.
00:09:14
Speaker
Ja.
00:09:16
Speaker
Also die haben den Handwerksmeister anerkannt als Äquivalent zum amerikanischen Bachelor of Science.
00:09:24
Speaker
Und dann musste ich noch den Lehrplan von 1997 ins Englische übersetzen, damit die wissen, was ich kann.
00:09:31
Speaker
Ja, klar.
00:09:31
Speaker
Ja, und das habe ich alles gemacht.
00:09:35
Speaker
Und dann kam Congratulations, ich brauche nur noch den Töffel-Test und dann geht es los.
00:09:40
Speaker
Und dann habe ich, also der Töffel-Test, für alle, die das jetzt nicht wissen, Töffel steht für Test of English as a Foreign Language.
00:09:47
Speaker
Da gibt es eben so einen bestimmten Score, den jede Universität selber festlegen kann, wie hoch der sein soll, damit du da studieren darfst.
00:09:55
Speaker
Dann habe ich wochenlang auf diesen Test gebüffelt und dann habe ich den gemacht und ich war so müde nach diesem Test.
00:10:01
Speaker
Das sind vier Stunden am Stück und das kannst du dir nicht vorstellen.
00:10:05
Speaker
Durch die Kamera an deinem Computer schaut die ganze Zeit eine durch.
00:10:10
Speaker
Also die kontrollieren, ob du da Spicker hast oder irgendwie sowas.
00:10:13
Speaker
Also das geht alles gar nicht.
00:10:14
Speaker
Du kannst kein anderes Fenster im Computer aufmachen.
00:10:16
Speaker
Also das ist bescheißsicher, ja.
00:10:20
Speaker
Und das war mit der härteste Test in meinem Leben.
00:10:22
Speaker
Und ich habe eben ausreichend den Score ausreichend bestanden oder ausreichend geliefert.
00:10:29
Speaker
Und dann war ich da voll dabei.
00:10:31
Speaker
Und dann habe ich zwei Jahre lang den Master gemacht.
00:10:36
Speaker
Und auch bestanden und alles.
00:10:39
Speaker
Also ich habe den Titel.
00:10:41
Speaker
Und dann hat es mich verschlagen zur Firma Neuroth.
00:10:47
Speaker
Und da bin ich nach wie vor.
00:10:48
Speaker
Da habe ich den Lukas Schenko, der Inhaber, den habe ich kennengelernt, indem ich das, was ihr gerade macht, indem ich ihm ein Interview angeboten habe auf dem Podcast.
00:10:59
Speaker
Und er hat mich eingeladen und es war sehr schön.
00:11:01
Speaker
Und dann kam ein Jobangebot.
00:11:04
Speaker
So kann man es auch machen.
00:11:05
Speaker
So kann man es auch machen, genau.
00:11:07
Speaker
Und dann habe ich darüber nachgedacht.
00:11:08
Speaker
Dann haben wir ein paar Mal telefoniert und dann waren wir zusammen.
00:11:10
Speaker
Dann haben wir gesagt, das passt.
00:11:12
Speaker
Genau.
00:11:13
Speaker
Und dann bin ich da eben im Business Development jetzt gelandet.
00:11:15
Speaker
Forschung und Entwicklung heißt das kleine Team, wo ich Mitglied bin.
00:11:19
Speaker
Wow.
00:11:20
Speaker
Also ich habe gerade so das Gefühl, du bist jetzt 28 Jahre in der Branche, aber irgendwie hast du schon drei Leben in der Akustik durch.
00:11:30
Speaker
Ja, ja, ja.
00:11:33
Speaker
Also deine Memoiren werden auf jeden Fall umfangreich werden.
00:11:37
Speaker
Ich schreibe es tatsächlich gerade an dem Buch.
00:11:40
Speaker
Ja, sehr cool.
00:11:42
Speaker
Also ich habe schon ganz viele Anknüpfungspunkte, aber wenn du gerade schon das Thema Buch kurz in den Raum geworfen hast, an was du denn im Buch, zu welchem Thema schreibst du denn?
00:11:49
Speaker
Es geht, du kannst es dir nicht vorstellen, aber es geht ums Hören.
00:11:55
Speaker
Es ist so, ich will jetzt noch nicht zu viel verraten, aber aus meiner Perspektive und ich will da keinem zu nahe treten, es ist nur meine Perspektive, dass in unserer Branche gibt es entweder Lehrbücher, die für andere, die jetzt nicht Akustiker werden wollen, langweilig sind natürlich.
00:12:10
Speaker
Es gibt so kleine Ratgeber,
00:12:13
Speaker
wo keine große Tiefe herrscht, also so eine Art Apotheken-Rundschau-Niveau.
00:12:19
Speaker
Und dann gibt es halt richtig hardcore, meistens englischsprachigen Research-Content.
00:12:24
Speaker
Und ich glaube, eine Lücke füllen zu können mit meinem Buch, indem ich das Hören und alle Krankheiten und Therapien, die es gibt, oder überhaupt den Hörvorgang, der wirklich deutlich komplizierter ist, als man ihn sich vorstellt,
00:12:40
Speaker
wie es in meinen Möglichkeiten liegt, zu erklären, so, dass jemand, der tatsächlich noch nie vorher was mit Hörgeräten, Cochlea-Implantaten, Misophonie, Hyperakusis und was weiß ich alles zu tun hat, der dieses Buch lesen kann und danach schlau ist.
00:12:56
Speaker
Das ist mein Anspruch und ich hoffe,

Max Bauers Schriftwerk und Lernmotivation

00:12:59
Speaker
dass ich das erfüllen kann.
00:13:01
Speaker
Genau.
00:13:01
Speaker
Ich bin soweit eigentlich schon durch.
00:13:02
Speaker
Ich brauche eigentlich nur noch Bilder und einen Lektor und eine schöne Formatierung und alles, ja.
00:13:10
Speaker
Wow, da freue ich mich drauf.
00:13:11
Speaker
Es freut mich, dass du dich freust.
00:13:16
Speaker
Ja, auch Klaus ist ja begeisterter Autor, kommt ja auch demnächst noch ein Buch raus.
00:13:20
Speaker
Ja, ja, ich bin jetzt auch in den finalen Zügen, da geht es jetzt um Verkaufspsychologie in der Höheakustik und bin eigentlich an einem ähnlichen Punkt wie du.
00:13:28
Speaker
Also im Prinzip ist es durchgeschrieben, jetzt muss ich nochmal drüber gehen, Lektorat und dann bin ich glaube ich auch da.
00:13:34
Speaker
zu Euha, was das Ziel ist, dann fertig und freue mich auch da wieder eben den Leuten ein bisschen was mit an die Hand zu geben, weil ich bin, was uns vereint, wir sind beides glaube ich Fortbildungs-Junkies.
00:13:47
Speaker
Du bist sehr in der Audiologie da auch verhaftet, was ich großartig finde.
00:13:51
Speaker
Und bei mir geht es eben um das Thema Persönlichkeitsentwicklung, Verkaufen, Marketing.
00:13:55
Speaker
Das sind so meine Themen, für die ich brenne.
00:13:57
Speaker
Und natürlich, wenn man in der Branche unterwegs ist, hat man immer auch den Blick darauf, was passiert denn auch in den technischen Entwicklungen und so weiter.
00:14:04
Speaker
Finde ich super gut.
00:14:04
Speaker
Aber jetzt übergebe ich mal einen Gabor, der hat bestimmt im Rahmen deiner Einleitung die eine oder andere Frage sich schon zurechtgelegt.
00:14:11
Speaker
Ja, definitiv.
00:14:12
Speaker
Und ich habe schon gemerkt, wir werden mindestens noch eine weitere Folge machen.
00:14:18
Speaker
Wir können jetzt fünf Minuten pro Thema, das du nur angeschnitten hast, irgendwie nehmen und dann sind wir schon bei der Stunde.
00:14:24
Speaker
Sehr gerne, gar kein Problem.
00:14:25
Speaker
Ja, aber das ist vielleicht gar nicht so das Ziel.
00:14:27
Speaker
Also das heißt, mein Vorschlag ist immer, okay, lass uns so tief reingehen in ein Thema, wie wir einfach Lust haben.
00:14:33
Speaker
Und wenn da am Ende halt noch viele Themen übrig sind, dann machen wir halt nochmal eine Folge.
00:14:38
Speaker
Können wir ja auch machen.
00:14:40
Speaker
Also ich habe ja einiges auch aufgeschrieben.
00:14:44
Speaker
Das Erste, was ich mir auch in Fett markiert habe, du hast zwei, dreimal davon gesprochen, dass du so in eine Nerdrolle geschlüpft bist und so weiter in diese Richtung.
00:14:54
Speaker
Absichtlich, genau.
00:14:56
Speaker
Ja, und was genau bezeichnest du da so, also dich selbst dann quasi als Nerd, wo sagst du, bist du ein bisschen spezieller als die anderen, dass du manche Themengebiete wahrscheinlich mehr beleuchten möchtest als andere?
00:15:11
Speaker
Ja.
00:15:12
Speaker
Also ich würde sagen, dass es bei uns in der Szene, ich kenne jetzt nicht so viele andere Szenen, aber ich glaube, bei uns ist so ziemlich jeder, der sich wirklich dafür interessiert, auch irgendwo ein Nerd.
00:15:22
Speaker
Also es gibt da ziemlich viele, die sich da total reinfuchsen in Themen.
00:15:26
Speaker
Und bei mir war es immer so, mich hat das wahnsinnig aufgeregt, wenn ich was nicht verstanden habe.
00:15:31
Speaker
Und ich habe viel nicht verstanden.

Die Rolle der Akustiker im Gesundheitswesen

00:15:33
Speaker
Ich glaube auch, dass andere viel nicht verstehen, aber denken vielleicht nicht so drüber nach und wissen gar nicht, dass sie es noch nicht verstanden haben.
00:15:40
Speaker
Ja.
00:15:42
Speaker
Das Nerdige ist immer das, dass mich das Fachliche wahnsinnig interessiert hat.
00:15:50
Speaker
Ich komme aus einer Familie, die Schwierigkeiten mit Ohren hat.
00:15:53
Speaker
Meine Mutter ist hochgradig schwerer, ist schwerer, eine Pädagogin gewesen und trägt selber zwei Cochlea-Implantate.
00:16:01
Speaker
So ziemlich jeder in meiner Familie hat einen Tinnitus, mal mehr darunter leidend und mal nicht.
00:16:08
Speaker
Und ich hatte eigentlich immer...
00:16:11
Speaker
Das Gefühl, was wir hier machen, muss am Schluss der Hörgeräteträger, ich mag das Wort Kunde immer gar nicht so gern, okay Klaus, du bist da wahrscheinlich, ich finde es immer so schön, die Amerikaner nennen es, sagen immer Patient, also Patient, wobei jetzt auch nicht krank sind, aber ich finde, der Kunde ist zu wenig für mich.
00:16:30
Speaker
Die kaufen keine Unterhosen oder keine Flipflops, sondern sie kommen zu uns mit einem gigantischen Problem.
00:16:36
Speaker
Sie sind sozial isoliert schon und haben das lange rausgezögert und leiden, ohne das selber zu wissen, teilweise eben schon irgendwo an der vielleicht Depression deswegen.
00:16:47
Speaker
Also die, die zu uns kommen, kommen nicht, weil sie einfach nur irgendwas kaufen wollen, sondern keiner will ja zum Akustiker.
00:16:53
Speaker
Das Problem ist so groß, dass sie sich irgendwann überwinden oder getrieben werden.
00:16:58
Speaker
Und
00:16:59
Speaker
Wir haben eine gewisse Verantwortung und das muss ich immer wieder betonen, dass wir nicht einfach irgendwas verkaufen.
00:17:06
Speaker
Wir müssen alle davon leben, es ist unser Job, wir brauchen Geld, aber gleichzeitig sind wir an einer sehr großen Bringschuld, indem wir uns diesen Beruf ausgesucht haben.
00:17:17
Speaker
Also die zählen auf uns, die wollen nicht einfach nur das Hörgerät, was noch im Schrank ist, was weg muss kaufen, sondern
00:17:24
Speaker
Das Problem soll gelöst werden.
00:17:27
Speaker
Und das ist so ein bisschen Spannungsfeld.
00:17:28
Speaker
Und ich möchte, also ich kann nur jeden motivieren, der noch nicht in der Nerd-Rolle steckt.
00:17:36
Speaker
Also das Wort Nerd passt eigentlich gar nicht.
00:17:38
Speaker
Mir ist noch nie ein anderes eingefallen.
00:17:40
Speaker
Also sich da in die Technik jeden Tag was Neues zu lernen, was sozusagen unserer Aufgabe nachkommt, unseren Patient-Kunden, wie auch immer,
00:17:55
Speaker
so gut wie möglich zurück ins normale Leben über die Hörgeräte zu helfen.
00:17:59
Speaker
Das ist für mich das Wort Nerd, anders kann ich es jetzt nicht beschreiben.
00:18:03
Speaker
Und warum Nerd?
00:18:04
Speaker
Weil ich halt, meine Frau regt sich da tierisch drüber auf, aber ich bin halt nur am Fachliteraturwälzen.
00:18:10
Speaker
Also ich habe so ein bisschen so ein ADS-Problem, glaube ich auch, dass ich dann gar nicht mehr zuhöre, ja.
00:18:17
Speaker
Also man kann alles übertreiben.
00:18:20
Speaker
Vielleicht sollte man da einen Mittelweg finden, ja.
00:18:23
Speaker
Aber es ist halt dieser, wie du es glaube ich auch vorhin gesagt hast, dieser Wissensdurst, ist beides Wissensdurst,
00:18:32
Speaker
der nie aufhört.
00:18:34
Speaker
Also nur weil man irgendwelche Titel hat oder so, hört ja die Neugier nicht auf.
00:18:39
Speaker
Man kann nicht aufhören, Fachbücher zu lesen und sich dann doch irgendwo wieder zu spezialisieren.
00:18:45
Speaker
Und natürlich habe ich auch so ein bisschen den Drang,
00:18:49
Speaker
so das hinaus in die Welt zu tragen durch Social Media.
00:18:52
Speaker
Vielleicht ist da auch so eine gewisse Inszenierung dabei oder so.
00:18:55
Speaker
Das will ich jetzt gar nicht abstreiten, aber hauptsächlich kommt es mir schon darauf an, irgendwie immer wieder zu motivieren und zu sagen, Leute, wir haben eine Bringschuld.
00:19:04
Speaker
In dem Moment, wo du Akustiker wirst, ist es so, dass wir verkaufen hier nicht einfach irgendwas.
00:19:09
Speaker
Die Leute haben ein Problem und vertrauen sich uns an und dann müssen wir auch liefern.
00:19:13
Speaker
So.
00:19:13
Speaker
Ja, also in der Branche wiegt das Ganze natürlich noch gewaltig viel mehr als in manch anderen Sachen.
00:19:21
Speaker
Also auch von Schuhladen erwarte ich, dass die bestmögliche Beratung kommt.
00:19:27
Speaker
Aber naja, es ist halt nicht ganz so schlimm, wenn der Schuh mal ein bisschen drückt und ich 10 Euro mehr bezahlt habe oder auch 100 Euro mehr bezahlt habe, aber ein Hörgerät beeinträchtigt halt wirklich das komplette Leben.
00:19:42
Speaker
Ganz genau, gerade bei Kindern.
00:19:45
Speaker
Ja, auch das, auch das.
00:19:46
Speaker
Und auch Thema Cochlea und so weiter und so fort.
00:19:51
Speaker
Ich finde das mega spannend und die Herangehensweise auch absolut richtig.
00:19:57
Speaker
Jetzt ist es natürlich so, was verlangt man von jedem einzelnen Azubi, Kollegen, Geselle, Meister?
00:20:04
Speaker
Wo sollte man die Latte hinlegen?
00:20:08
Speaker
Es darf immer noch jeder selbst für sich entscheiden, wie sehr er oder sie sich dann in diese Dinge einliest und auch dann Fortbildungen tätigt, aber halt so ein gewisses Grundniveau sollte natürlich da sein.
00:20:20
Speaker
Ganz genau.
00:20:22
Speaker
Was mich jetzt nochmal interessiert, gibt es so
00:20:26
Speaker
Zwei, drei Beispiele vielleicht von Themen, wo du gemerkt hast, sobald du dich da noch wirklich speziell eingearbeitet hast, kannst du dem Hörgeräteträger, dem Kunden, dem Patient, wie auch immer, kannst du demjenigen, der gerade einen Bedarf hat, wirklich besser helfen?
00:20:47
Speaker
Ja, total.
00:20:49
Speaker
Und noch einen Zusatz quasi da hinzu, einfach damit es noch deutlicher wird, wo man dem wirklich besser helfen kann und was sonst eben fehlt, wenn man sich eben nicht damit so stark befasst.
00:21:08
Speaker
Das eine ergibt ja irgendwie, das ist ja die Umkehrthese oder wie auch immer man das nennen will.
00:21:12
Speaker
Also als Beispiel kann ich jetzt hier Tinnitus und zentrales Hören anführen.
00:21:18
Speaker
Also Tinnitus, das Klingeln im Ohr, kann so viele Ursachen haben.

Komplexität und Verantwortung in der Hörakustik

00:21:24
Speaker
Es kann behandelbar sein, wenn man es richtig macht.
00:21:27
Speaker
Aber man muss es erst verstehen.
00:21:31
Speaker
Und selbst die Leute, die sagen, sie verstehen es, tun es meistens nicht, weil ich tue mir auch schwer und ich lese so viel und unterhalte mich so viel mit Kollegen und lerne auch an der Universität nach wie vor sehr viel.
00:21:44
Speaker
Es ist schwer zu verstehen, weil die Theorien widersprechen sich auch teilweise, die da aufgestellt werden.
00:21:51
Speaker
Selbstverständlich, das ist Wissenschaft.
00:21:53
Speaker
Das muss auch sein.
00:21:55
Speaker
Das ist gut so.
00:21:55
Speaker
Ganz genau.
00:21:56
Speaker
Und ich möchte nicht sagen, dass ich jetzt irgendwie alles über Tinnitus weiß, aber ich kann nur sagen, dass ich alles dafür tue, um ihn zu verstehen und um mein Wissen da auch entsprechend weiterzugeben.
00:22:08
Speaker
Und also wenn ich zu einem Arzt gehe, egal ob es jetzt Tinnitus ist oder keine Ahnung, irgendeine Nervenkrankheit oder was, dann erwarte ich, wenn ich da hingehe, dass derjenige sich damit wirklich beschäftigt, dass sich der dafür interessiert, wie ich als Mensch damit umgehe und dass wir dann zusammen eine Lösung finden.
00:22:30
Speaker
Das ist das Wichtige und es gibt, wenn man sich wirklich damit beschäftigt, gerade mit Tinnitus, der jetzt durch Muskelverspannungen und so ausgelöst wird, warum pfeift es dann eigentlich im Kopf, wenn ich mir den Nacken versteife oder so?
00:22:43
Speaker
Das musst du ja erstmal verstehen.
00:22:45
Speaker
Und ich glaube, dass ich angefangen habe, das zu verstehen und andere Sachen auch.
00:22:51
Speaker
was auch damit zusammenhängt, was das Gehirn eigentlich mit dem macht, was die Ohren hören, wie das funktioniert.
00:23:00
Speaker
Es gibt ja so Darstellungen, da hängt einfach so der Hörnerv vom rechten Ohr zum linken Ohr rüber, wie so eine Wäscheleine und von links nach rechts und dann glaubt man, dass das so funktioniert.
00:23:12
Speaker
Das wird einem so vereinfacht so dargestellt.
00:23:16
Speaker
Und ja, so ist es halt eben nicht.
00:23:19
Speaker
Und wenn man das verstanden hat, kann man Patienten oder Kunden ganz anders begleiten auf dem Weg der Reorganisation des Gehirns oder gerade des auditorischen Gehirns oder der Hörbahn des Kortexes.
00:23:38
Speaker
und versteht diese Phasen, die sie durchmachen in dieser Readaption.
00:23:45
Speaker
Zum Beispiel das Wort Hörentwöhnung kann ich nicht mehr hören.
00:23:48
Speaker
Ich glaube, da werden die Leute auch schon verrückt, weil ich die immer damit nenne.
00:23:52
Speaker
Hörentwöhnung gibt es nicht.
00:23:54
Speaker
Das Wort Entwöhnung ist ein aktiver Prozess.
00:23:57
Speaker
Ich gewöhne mir das Rauchen ab.
00:23:59
Speaker
Das ist eine Entwöhnung.
00:24:00
Speaker
Das wollte ich selber, aber das Hören will ich mir nicht entwöhnen.
00:24:03
Speaker
Es findet ein maladaptiver Umbauprozess in der Hörbahn und in der Hörrinde statt, der nicht einfach nur eine Entwöhnung ist.
00:24:13
Speaker
Es sind tatsächlich organische Veränderungen im Gehirn.
00:24:18
Speaker
Das kann man messen, was da passiert.
00:24:21
Speaker
Das sind Prozesse, wie dass die tonotopische Karte sich im Gehirn
00:24:26
Speaker
primären auditiven Kortex verändert, was nicht einfach eine Entwöhnung ist.

Hörplastizität und Problemlösungsansätze in der Hörakustik

00:24:30
Speaker
Jetzt gewöhnen Sie sich wieder dran.
00:24:32
Speaker
Gott sei Dank ist das Ganze plastisch.
00:24:34
Speaker
Man kann mit einer guten Hörgeräteversorgung und Geduld und Wissen, wie man, wie mit welcher Gewöhnungszeit man was tun sollte, kann man das Ganze den Kunden damit sehr gut unterstützen, dass
00:24:48
Speaker
dass die tonotopische Landkarte sich wieder reorganisiert, sodass das Ganze wie früher funktioniert.
00:24:56
Speaker
Natürlich nicht 100%, aber es ist ziemlich gut machbar.
00:25:00
Speaker
Also wenn man weiß, dass alles beim Hören plastisch, außer die verbreiterten Filter in der Cochlea, das ist, was kaputt ist, ist da im Moment noch kaputt.
00:25:10
Speaker
Da gibt es noch keine Medikamente.
00:25:11
Speaker
Es wird daran gearbeitet, aber sie gibt es noch nicht.
00:25:14
Speaker
Alles andere ist eigentlich plastisch.
00:25:17
Speaker
Wenn man das weiß, wie das alles, wie das überhaupt funktioniert, kann man sich auch Therapien wie Training oder andere Sachen oder spezielle Methoden in der Anpassung, dass man vielleicht auch mal schaut, was für ein Verarbeitungstyp ist das.
00:25:29
Speaker
Wie unterscheide ich Verarbeitungstypen?
00:25:31
Speaker
Da kommt man dann langsam drauf, wenn man sich da wirklich reinfuchst.
00:25:34
Speaker
Und das ist der Scheiß, warum ich ständig irgendwas im Internet oder in dem Buch lese und meine Frau so angenerbt ist.
00:25:40
Speaker
Genau.
00:25:41
Speaker
Ja.
00:25:46
Speaker
Selbst ich finde das interessant, weil es mir einfach zeigt, das ist ja immer jeder aus seiner eigenen Branche.
00:25:54
Speaker
Vielleicht kurz noch ein Hintergrund für dich.
00:25:55
Speaker
Ich bin nicht aus der Akustikbranche, also überhaupt gar nicht.
00:25:58
Speaker
Ich bin da jetzt eben durch Klaus auch reingerutscht.
00:26:01
Speaker
Und ich sehe aber überall eben diese Parallelen.
00:26:05
Speaker
Jede Branche sagt, wir sind so speziell.
00:26:07
Speaker
Wir sind so speziell.
00:26:07
Speaker
Ja, das ist ja auch so.
00:26:11
Speaker
Ihr seid speziell, natürlich also von Typen her und allem drum und dran und trotzdem gibt es so viele krasse Gemeinsamkeiten.
00:26:21
Speaker
Einfach dieses Thema, es gibt ein Problem, mit dem jemand zu einem kommt und man geht mal davon aus, es gibt eine Lösung.
00:26:34
Speaker
Ja.
00:26:35
Speaker
Und naja, auch du hast es gerade quasi recht ausführlich ausgeführt.
00:26:43
Speaker
Und das war für mich jetzt aber auch nochmal so ein Augenöffnen.
00:26:47
Speaker
Also bis auf jetzt wohl eine Sache, vielleicht gibt es noch eine andere Sache, ist alles machbar.
00:26:53
Speaker
Ja, da meldet sich gerade noch jemand anderes.
00:26:55
Speaker
Oh ja, da hat einer Hunger, oder?
00:26:59
Speaker
Nee, ich glaube, der hat gerade einen Vogel aus dem Fenster beobachtet.
00:27:01
Speaker
Oh ja.
00:27:04
Speaker
Aber es stimmt uns auf jeden Fall zu.
00:27:08
Speaker
Ja, also bis auf ganz wenige Dinge sind die Dinge in der Wissenschaft bereits jetzt schon so klar definiert, dass es zumindest eine Lösung gibt dafür.
00:27:21
Speaker
Und man muss sie halt finden und man muss halt aufmerksam sein, zuhören, nochmal genauer schauen und das haben halt alle Probleme an sich.
00:27:31
Speaker
Es gibt immer irgendwie eine Lösung und je mehr man es eben weiß, je mehr man sich damit beschäftigt und ja, es gibt natürlich auch, du hattest eben den Arzt angesprochen, der halt seinen
00:27:44
Speaker
Ablauf ganz klar beschrieben hat, weil es eben eine Vorgabe ist, aber auch dieser darf doch selbst denken und sich überlegen, okay, was kann es denn noch sein, wenn ich in dem Fall wirklich Patienten ein Jahr lang schon habe und gar nicht helfen konnte.
00:28:00
Speaker
Was gibt es vielleicht noch?
00:28:01
Speaker
Genau.
00:28:03
Speaker
Also ich finde das total spannend, weil in den Ausführungen von Max war gerade immer wieder das Thema Komplexität da und die Verantwortung, die wir dem Kunden gegenüber haben.
00:28:11
Speaker
Und das ist eben das, was mich an unserer Branche so reizt.
00:28:14
Speaker
Ja, weil wenn wir schon eine Herausforderung haben, eine Bezeichnung zu finden, ob wir von Kunde, Patient oder was auch immer sprechen, finde ich eigentlich sehr positiv, weil das heißt, wir haben da einen ganz anderen Prozess.
00:28:25
Speaker
Wir haben, was die Anpassungen angeht, einen anderen Prozess.
00:28:29
Speaker
Wir haben einen anderen Prozess auch, was das Kennenlernen der Menschen hat, weil ein Verkauf findet bei uns, wenn er denn stattfindet, ja auch über Wochen und Monate statt.
00:28:37
Speaker
Dann begleiten wir die Menschen ja auch im weiteren Lebensweg.
00:28:40
Speaker
Und das ist schön.
00:28:40
Speaker
Also wir haben einen komplexen Beruf.
00:28:42
Speaker
Deswegen ist Fortbildung für mich ein Muss in allen Bereichen, persönlich und der komplexe Vorgang des Hörens.
00:28:50
Speaker
Den muss man mal zumindest mal so weit begriffen haben, dass man auch dem Kunden dann wieder erklären kann, dass es Lösungen gibt, aber dass die eben nicht Schema F immer abgearbeitet werden können.
00:29:01
Speaker
Weil letzten Endes, lieber Max, ich glaube, da kannst du zustimmen, müssen wir aus dem Bedarf, der wahrscheinlich da ist, wenn eine Verordnung da ist, dann auch erstmal noch ein Bedürfnis machen, dass er sich wirklich auch auf die Reise mit uns begibt.
00:29:12
Speaker
Er muss uns vertrauen und er muss sein Problem sehen.
00:29:17
Speaker
Wenn er keins hat, hat er keins.
00:29:21
Speaker
Er muss den Mehrwert sehen, was wir für ihn tun können.
00:29:25
Speaker
Und wenn er dann ein glücklicheres oder sie, ich will ja nicht immer von ihm sprechen, wenn sie oder er dann ein glücklicheres, erfülltes Leben hat mit dem, was wir ihm angepasst haben, haben wir alles richtig gemacht.
00:29:38
Speaker
Ja, absolut.
00:29:39
Speaker
Also ich glaube auch, was man den Personen dann einfach zuerst klar machen darf, ist, dass das Thema, mit dem sie jetzt zu mir kommen, das kriegen wir hin.
00:29:53
Speaker
Das ist möglich und man darf dann aber eben auch ehrlich sein, wir kriegen wahrscheinlich recht schnell eine Verbesserung hin und sie entscheiden letztendlich,
00:30:07
Speaker
wie zufrieden sie sein wollen, zumindest mit.
00:30:10
Speaker
Natürlich, es gibt Grenzen in der Versorgung, das definitiv.
00:30:14
Speaker
Man darf auch nicht sagen, wir kriegen ein hundertprozentiges Hörvermögen wieder hin, ganz egal, was da kommt.
00:30:20
Speaker
Und dennoch darf man ja letztendlich sagen, okay, wir probieren einfach einige Dinge aus über einen Zeitraum, den sie mitbestimmen.
00:30:27
Speaker
Ich finde das eine faire Herangehensweise.
00:30:31
Speaker
So würde ich das zumindest machen.
00:30:33
Speaker
Das nennt sich die Shared Decision Making.
00:30:36
Speaker
Da gibt es ja auch Bücher darüber, über Person-Centered-Care.
00:30:39
Speaker
Das Ida-Institut, was da zu dem Thema viel ausgearbeitet hat und geforscht hat, ist ja leider nicht mehr weiter finanziert worden von der Demand-Gruppe.
00:30:48
Speaker
Ich war ein ganz großer Fan, international kennen die eigentlich alle, nur die Deutschen weniger.
00:30:54
Speaker
Also dieses Person-Centered-Care, das, was du gerade beschrieben hast, ist ja sogar schon normativ oder es ist beschrieben worden.
00:31:03
Speaker
Man macht das automatisch ganz viel richtig.
00:31:06
Speaker
Wichtig ist eben die Empathie.
00:31:08
Speaker
Wir müssen natürlich jetzt nicht mitweinen oder so, aber wir müssen einfach die Sorgen verstehen können.
00:31:15
Speaker
Shared Decision Making.
00:31:16
Speaker
Wir informieren den Kunden oder die Kundin und sie oder er sollen sich beteiligen an der Entscheidung.
00:31:24
Speaker
Also nicht nur kaufe jetzt ein billigeres oder teures Gerät, sondern zu verstehen, welche Bauform zum Beispiel für mich dann doch richtig ist, was in mein Leben passt, weil alles hat Vor- und Nachteile.
00:31:35
Speaker
Aber was passt für mich in mein Leben, das machen Kundenkunde.
00:31:39
Speaker
Gute Ärzte und Krankenhäuser auch, dass sie sagen stationär oder ambulant, gibt es beides, hat Vor- und Nachteile, was passt in ihr Leben.
00:31:48
Speaker
So sollten wir eben auch arbeiten und das machen ganz viele Akustiker alles total richtig, ja.
00:31:54
Speaker
Das kriege ich auch immer wieder mit.
00:31:55
Speaker
Also ich mache ja sehr viele Interviews dann auch bei Akustikern und deren Kunden erzählen mir ja auch sehr viel, wie sie halt dort abgeholt worden sind und anfangs halt erstmal sehr verhalten in den Laden reingegangen sind oder auch Angehörige, die halt erzählt haben, so ja, ich habe meine Mutter hier hingebracht, die war überhaupt gar nicht begeistert.
00:32:14
Speaker
Hat dann aber gemerkt, okay, ja, die kümmern sich wirklich gut um mich, die wollen mir helfen und irgendwann haben sie dann auch gesagt, ja gut, okay, ich glaube schon, dass ich da ein bisschen einen Hörverlust vielleicht eventuell habe.
00:32:29
Speaker
Und es könnte mir gegebenenfalls dann doch helfen.
00:32:33
Speaker
Und am Ende sind sie halt sehr glücklich, dass da eben dran geblieben wurde.
00:32:38
Speaker
Und es eben nicht nur ist, ja, also wir haben hier drei Möglichkeiten.
00:32:41
Speaker
A, B, C, suchen Sie was aus und tschüss, weil das wird nicht funktionieren.
00:32:45
Speaker
Und dann eben, was du eben auch schon angesprochen hast, ist das Hörtraining.
00:32:49
Speaker
Machen auch immer mehr Leute, also immer mehr Akustiker, bieten das mit an, um
00:32:54
Speaker
Und erzielen damit auch sehr gute Ergebnisse und generieren dadurch auch wieder, dass wir den Klaus wieder freuen, sehr viele Empfehlungen.
00:33:03
Speaker
Ja, auf jeden Fall.
00:33:04
Speaker
Das darf man nicht unterschätzen, das, was parallel zur Hörgeräteversorgung läuft.
00:33:09
Speaker
Es gibt natürlich
00:33:10
Speaker
Verschiedene Arten von Hörtraining, manche finde ich besser, manche weniger gut, aber egal, als alles erstes finde ich es überhaupt gut, sich damit zu beschäftigen.
00:33:20
Speaker
Und der Kunde oder die Kundin, ich bleibe jetzt auch bei Kunden einfach, ja.
00:33:24
Speaker
Ja, ist gut.
00:33:25
Speaker
In dem Moment, wo man sich mit dem Hören beschäftigt und anfängt, seine Hörgeräte zu verstehen und sein Gehör zu verstehen, ist das Training eigentlich schon erfolgreich.
00:33:35
Speaker
Auch wenn das Training selber vielleicht mal besser, mal schlechter ist.
00:33:39
Speaker
Es schafft ein Bewusstsein fürs Hören.
00:33:42
Speaker
Und das finde ich ganz toll.
00:33:46
Speaker
Das ist genau der Punkt.
00:33:47
Speaker
Also wir haben jetzt schon viele Sachen jetzt angesprochen.
00:33:49
Speaker
Also wichtig ist, dass wir ein bisschen über den Tellerrand schauen, dass wir einfach am Ball bleiben und uns wirklich in dieser wundervollen Branche auch weiterentwickeln.
00:33:56
Speaker
Und die aktive Mitarbeit des Kunden ist natürlich entscheidend.
00:34:00
Speaker
Ja, ich war jetzt gerade auch wieder die ganze Woche auf sogenannten Servicetagen, wo ich dann wieder mit Endkunden beschäftige.
00:34:05
Speaker
meiner Kunden zu tun habe.
00:34:07
Speaker
Und eine der ersten Fragen ist halt immer so, Mensch, wie ist denn die Tragezeit von Ihnen?
00:34:11
Speaker
Trage Sie es jeden Tag?
00:34:12
Speaker
Wie viele Stunden?
00:34:13
Speaker
Und ich kann da 100 Prozent sagen, wenn nach der Frage, wenn er sagt, ich mache es morgens rein, ich mache es abends raus und ich bin sogar schon mal unter die Dusche gegangen, weil ich es vergessen habe, dann kommen danach unabhängig von der Technologie wahnsinnig viele Erfolgsgeschichten.
00:34:26
Speaker
Also wo dann wirklich eine Dankbarkeit da ist, dass man eine Lösung gefunden hat und alle, die sagen, ich mache es mal rein, wenn der Nachbar kommt oder wenn ich mal zum Stammtisch gehe, danach kommen natürlich so die klassischen Vorurteile, das klappt ja bei keinem Hörgeräteträger und die liegen ja eh nur in der Schublade.
00:34:40
Speaker
Also deswegen ist für mich immer so wichtig, dass wir als Akustiker das schaffen, die Leute auch ein Stück weit da mitzunehmen, zu begeistern und die einfach wirklich auch mit einem Leuchten in den Augen zu sagen, ja, wir gehen es gemeinsam an, wir finden eine Lösung.
00:34:53
Speaker
Und wenn wir das geschafft haben, Max, ich glaube, du warst lange im Fachgeschäft und in deinem theoretischen Hintergrundwissen.
00:34:58
Speaker
20 Jahre oder so, ja.
00:35:00
Speaker
Also wenn wir das haben und das Vertrauen entsteht ja auch dadurch und Vertrauen entsteht auch durch Begeisterung und Ehrlichkeit und all die Dinge müssen wir in unserem Job bieten.
00:35:09
Speaker
Deswegen ist für mich die Branche so großartig, weil wir einfach gar nicht in der Lage sind, irgendwie hier zu arbeiten.
00:35:16
Speaker
Ja, nicht Gutes tun zu wollen, nicht Herzblutakustiker zu sein, außer man macht Dienst nach Vorschrift, aber das sind eigentlich nicht diejenigen, mit denen wir so zu tun haben.
00:35:25
Speaker
Also ich danke dir, dass du das angesprochen hast mit der Tragezeit, weil da kommen wir eigentlich schon wieder darauf zurück, das zentrale Hören zu verstehen.
00:35:33
Speaker
Ja.
00:35:35
Speaker
Ich habe da meine eigene Philosophie mir in der Anfangszeit, wo in der Aktivierungsphase nenne ich das.
00:35:43
Speaker
Ich finde die Begriffe aus der Cochlea-Implantationsbranche viel schöner.
00:35:48
Speaker
Die aktivieren ja auch die Cochlea-Implantate.
00:35:52
Speaker
Dass man eben nach einer gewissen Zeit, da gibt es Studien, die sagen eben 14 Stunden pro Tag ist eine ideale Zeit, also den ganzen Tag.
00:36:01
Speaker
Am Anfang aber nicht.
00:36:02
Speaker
Man sollte sich da eben langsam dran gewöhnen.
00:36:04
Speaker
Das liegt an dem absoluten Chaos, was entsteht, wenn das, ich nenne jetzt auch das ganz plump das Gehirn, obwohl es natürlich...
00:36:13
Speaker
spezielle Regionen im Gehirn sind, aber eben diese Reize bekommt.
00:36:17
Speaker
Und wenn die Reize nur hier und da immer mal wieder gegeben wird, ist es nicht die Gewöhnung, sondern die
00:36:26
Speaker
Du musst dir vorstellen, wir hören ja nicht nur mit einem Teil des Gehirns, was dann hört, sondern da ist ja auch noch das limbische System mit dabei, was bewertet, wovor es Angst hat oder was es toll findet.
00:36:37
Speaker
Dann der Thalamus, der ist der sogenannte Gatekeeper, der entscheidet, was wird überhaupt aktiv weitergeleitet an dich, was du hörst, weil du hörst ja den ganzen Tag so viel, was überhaupt nicht wichtig ist und das blendest du selber aus.
00:36:50
Speaker
Und das braucht eine stabile Versorgung mit auditiven Reizen, dieses ganze System.
00:36:55
Speaker
Und das funktioniert nur, wenn das Hörgerät nach dieser Aktivierungsphase gleichmäßig getragen wird.
00:37:01
Speaker
Erst dann kommt das ganze System zur Ruhe.
00:37:05
Speaker
Und deswegen haben wir diesen Erfolg, wenn Leute, das merken die selber, die Hörgeräte so tragen, als wenn es normal wäre.
00:37:13
Speaker
In der Früh aufstehen Hörgeräte rein, abends wieder raus.
00:37:16
Speaker
Dann findet dieses System zur Ruhe.
00:37:20
Speaker
Und wenn man es eben nur so episodenhaft trägt, dann fängt das Ganze immer von vorne an und geht wieder zurück.
00:37:26
Speaker
Und das limbische System weiß überhaupt nicht mehr, was wichtig ist, was falsch ist, was Warnsignale sind, was schön ist.
00:37:34
Speaker
Der Thalamus weiß nicht mehr, welche Filter er anwenden soll.
00:37:38
Speaker
Alleine das räumliche Hören, was in der oberen SOC, Superior Oliveri Complex, dafür ist der zuständig.
00:37:49
Speaker
Nicht mal das findet zur Ruhe und kann die Signale deuten.
00:37:54
Speaker
Also das ist genau das, was du jetzt automatisch gesagt hast, ist dieses...
00:38:00
Speaker
die Grundlage für eine erfolgreiche Hörgeräteversorgung.
00:38:04
Speaker
Ich finde es trotzdem super, super spannend, so wie du es jetzt ausgeführt hast.
00:38:07
Speaker
Du konntest es mir auch hier, ich möchte mich nicht mehr ganz den Laien bezeichnen, weil ich sehr viel gehört habe.
00:38:15
Speaker
Und dennoch habe ich ja letztendlich nicht wirklich Ahnung davon, wie das Ganze funktioniert.
00:38:20
Speaker
Mir ist natürlich klar, dass ein Gehirn nicht einfach nur
00:38:23
Speaker
ein Ort ist, bei dem dann alles dumpf abgebildet wird, sondern ganz viele Teile miteinander kommunizieren müssen und ja, manche Menschen können Geräusche nicht ganz so gut filtern, einfach, das ist dann halt ein anderes Thema nochmal, auf das man dann auch wieder eingehen darf.
00:38:40
Speaker
Ja,
00:38:42
Speaker
Und so wie du das jetzt mir aber klar gemacht hast, so ist es ja letztendlich mit allem.
00:38:47
Speaker
Das ist ganz egal, wenn ich im Sportbereich mal abdrifte und sage, okay, ich habe halt meine Wettkämpfe, ja, wenn ich immer nur zum Wettkampf da bin und da stehe.
00:39:00
Speaker
und muss da performen.
00:39:01
Speaker
Ich bin aufgeregt, ich bin nervös, ich bin überfordert, ich habe überhaupt gar keine Ahnung, was ich da mache.
00:39:06
Speaker
Genauso wie dein Hören überfordert ist und aufgeregt und Ding, obwohl gar nichts ist.
00:39:10
Speaker
Es ist es halt einfach, es muss zur Ruhe kommen, es muss diesen Rhythmus haben.
00:39:14
Speaker
Das ist vielleicht sogar noch krasser, weil, also...
00:39:18
Speaker
sozusagen begebe ich mich ja dann, sobald ich anfange, mal ein Hörgerät zu tragen und mein Gehirn oder alles das, was damit zu tun hat, auf einmal wieder ganz neue Reize bekommt, ist einfach eine Überforderung da.
00:39:34
Speaker
Und die kann nicht weggehen, wenn das nicht Normalzustand ist.
00:39:39
Speaker
Ja, genau.
00:39:41
Speaker
Das finde ich super spannend.
00:39:43
Speaker
Absolut.
00:39:44
Speaker
Also das ist großartig, weil das war jetzt die Erklärung, die wahrscheinlich jeder Akustiker, der ein paar Tage dabei ist, weiß mit diesen Zufriedenheitsgeschichten, die man bekommt, wenn Leute es wirklich regelmäßig tragen.
00:39:55
Speaker
Und jetzt war eben mal der Hintergrund.
00:39:56
Speaker
Hast du eine Idee, Max, warum sowas noch nicht so wirklich in Schulungen Einzug gefunden hat?
00:40:02
Speaker
Ja, aber manchmal ist doch das Entscheidende.
00:40:04
Speaker
Also ich versuche ja auch manchmal, wenn ich mit Kunden spreche, und das meine ich jetzt nicht despektierlich, sage ich, ich erkläre es im Sendung mit der Mausstil, weil da werden ja auch komplexe Dinge einfach erklärt.
00:40:13
Speaker
Der Kunde muss ja nur im Prinzip die Zusammenhänge verstehen.
00:40:16
Speaker
Du hast es ja gerade auch mit relativ einfachen Worten jetzt gemacht, weil die Tiefe würde viele wahrscheinlich überfordern, aber wenn man denen einfach sagt, Mensch, das passiert,
00:40:24
Speaker
Und das mit dem Wächter und solchen Dingen, das sind einfach Bilder, die die Leute im Kopf injizieren haben.
00:40:29
Speaker
Das ist das, wofür ich kämpfe.
00:40:31
Speaker
Also wofür ich kämpfe ist eigentlich, ich kann jetzt natürlich, in erster Linie bin ich meinem Arbeitgeber verpflichtet, ja.
00:40:39
Speaker
Also dieses zentrale Hörn ist ein, also es gibt das periphere Hörn und das zentrale Hörn.
00:40:46
Speaker
Das periphere Hörn hört nach der Cochlea auf, der kleinen Hörschnecke.
00:40:49
Speaker
Und das zentrale Hörn fängt dann mit dem Hörnerv an.
00:40:52
Speaker
Übrigens ist der zwei Zentimeter lang und geht nicht bis zum Ohr.
00:40:56
Speaker
Nach zwei Zentimetern ist da der Hirnstamm, der hört der auf, weil diese Kabel von links nach rechts, von wegen, dass der Hörnerv da 10, 15 Zentimeter oder so lang wäre, ist Quatsch.
00:41:08
Speaker
Also wir sollten uns viel mehr mit dem zentralen Hören beschäftigen und das tue ich für meinen Arbeitgeber und das.
00:41:17
Speaker
Es wird da entsprechende Sachen geben, auf die ich jetzt natürlich nicht so eingehen kann, weil wir auch einen gewissen Wettbewerbsvorteil damit haben wollen.
00:41:27
Speaker
Trotzdem kann ich nur allen empfehlen, sich da mehr damit zu beschäftigen.
00:41:30
Speaker
Es gibt leider gute Fachliteratur, ist eigentlich so gut wie immer auf Englisch.
00:41:36
Speaker
Da muss man halt schauen.
00:41:38
Speaker
Der eine kann es besser, der andere schlechter.
00:41:41
Speaker
Ja, die, die gut Englisch lesen, Englisch können, haben da natürlich einen Vorteil.
00:41:46
Speaker
Ja, also man sollte sich damit wirklich, es ist nicht so einfach, wie man denkt und
00:41:51
Speaker
Ich dachte auch, es geht von jeder inneren Haarzelle nur ein Nervenstrang weg.
00:41:57
Speaker
Ist Quatsch.
00:41:58
Speaker
Gehen bis zu zehn weg.
00:41:59
Speaker
Also das sind so ganz einfache Sachen, die verstanden werden müssen.
00:42:04
Speaker
Und dann kommst du auch drauf, was ist ein Hidden Hearing Loss?
00:42:10
Speaker
Warum haben manche Leute Probleme?
00:42:12
Speaker
zu verstehen, obwohl das Tonaudiogramm bei Null ist.
00:42:15
Speaker
So, da hört sogar bei Ohrenärzten auf, die sagen, der hört doch, ist ihr Problem, tschüss, kann man nicht machen.
00:42:20
Speaker
Sie lügen, sie hören gut.
00:42:21
Speaker
Genau.
00:42:22
Speaker
Dass das aber daran liegt, dass wir eben drei verschiedene Nervenfasern haben, die einen sind zuständig für leise Eingänge, die anderen für mittlere und die anderen für lauten
00:42:32
Speaker
für den lauten Eingang und wenn dann die für den mittleren und lauten Eingang geschädigt sind und wir nur noch mit den Nervenfasern besonders gut hören, die für leise Eingänge zuständig sind, dann hörst du halt die leisen Piepsdöne im Audiogramm gut, tust dir aber in Gesprächen wahnsinnig schwer.
00:42:47
Speaker
Und gerade dann, wenn noch das SNR-Verhältnis schlecht ist, wenn dann noch laute Hintergrundgeräusche da sind, ist das Katastrophe für die betroffene Person.
00:42:56
Speaker
Und keiner hilft ihm, weil das Thema niemand versteht.
00:42:59
Speaker
Hidden Hearing Loss habe ich auch noch nicht hundertprozentig verstanden.
00:43:02
Speaker
weil es da verschiedene Ansätze gibt.
00:43:04
Speaker
Du hast zum Beispiel, wenn du OREs aufnimmst, autoakustische Emissionen, dann siehst du, bei einem normalen Audiogramm können 30% der äußeren Hasennesszellen, die ja für die Tuning-Kurven zuständig sind, damit wir möglichst die Frequenzen fein voneinander trennen, können 30% dieser äußeren Hasennesszellen defekt sein und wir haben trotzdem noch ein normales Tonaudiogramm.
00:43:29
Speaker
Und da fängt man einfach an zu grübeln und so langsam zu verstehen, wo oder ich habe es ja immer noch nicht alles verstanden, ja, aber ich bin da halt sehr neugierig und versuche alles in mich aufzusaugen, was ich an Informationen irgendwie bekomme, um dann doch nochmal ein bisschen schlauer zu werden jeden Tag.
00:43:48
Speaker
um dieses Phänomen hören, was so komplex ist und leider oft total vereinfacht dargestellt wird.
00:43:53
Speaker
Man meint immer, ja, da ist die Schnecke und dann werden das elektrische Signale und die gehen an Hörnerv ins Gehirn.
00:43:59
Speaker
Das wäre so schön, wenn es so einfach wäre, aber das ist einfach tausendmal komplexer und ich habe auch noch nicht alles verstanden.
00:44:05
Speaker
Und selbst die, die es mir beibringen und das sind in der Regel die,
00:44:09
Speaker
Die Autoren, also unsere Professoren veröffentlichen eigentlich alle selber und leider halt auch viel mit Tierversuchen, aber anders geht es halt oft nicht.
00:44:19
Speaker
Selbst die wissen noch wenig.
00:44:23
Speaker
Je mehr man weiß, desto weniger, mehr weiß man, dass man nichts weiß, so ungefähr.
00:44:28
Speaker
Also es ist, ich kann nur jeden ermutigen, da immer, immer wieder Fachliteratur zu wälzen.
00:44:33
Speaker
Es ist so interessant, es kann sehr erfüllend sein und man hat einfach das Gefühl, seine Patienten, Kunden, Kundinnen besser betreuen zu können, ja.
00:44:47
Speaker
Okay, auch hier wieder sehr, sehr viel dabei gewesen und also gefühlt haben wir jetzt ein Thema angeschnitten und immer noch nicht durch, aber ich finde es wirklich toll, einfach du, man merkt bei dir die Begeisterung für diese Themen, man merkt bei dir aber auch, dass du dich wirklich damit beschäftigt hast und du
00:45:08
Speaker
Du könntest mit ganz vielen Fachbegriffen, die auch hier innerhalb der Branche wahrscheinlich niemand so richtig versteht, um dich werfen und versuchst trotzdem das Ganze.
00:45:16
Speaker
Es gibt ja die Kollegen, die noch viel besser sind als ich.
00:45:20
Speaker
Ja, ich meine das wirklich sehr lobenswert ist einfach, dass du versuchst, dich so auszudrücken, dass es halt wirklich jeder versteht.
00:45:30
Speaker
Ja, das ist das Wichtige.
00:45:32
Speaker
Weil sonst bringt es nichts.
00:45:32
Speaker
Also auch Fachliteratur...
00:45:35
Speaker
Ist ja schön und gut, nur wenn ich jedes dritte Wort googeln muss und da auch wieder gucken muss, was bedeutet die Erklärung von dem Wort.
00:45:44
Speaker
Das ist das Müselige, so geht es mir aber auch.
00:45:46
Speaker
Ja, das denke ich, das denke ich mir.
00:45:48
Speaker
Ich kenne es mich auch so durch, ja.
00:45:49
Speaker
Dann noch die Fremdsprache, ne?
00:45:51
Speaker
Genau, genau.
00:45:52
Speaker
Alles drum und dran.
00:45:53
Speaker
Ja, den Töffeltest hast du ja auch ausführlich beschrieben.
00:45:55
Speaker
Ja, aber beim Töffeltest, also bestehst du den Score, den du haben musst, aber merkst dann, es gibt im Englischen doch mehr Wörter, die du nicht kennst, als die, die du schon kennst.
00:46:04
Speaker
Ja, natürlich.
00:46:04
Speaker
Gerade dann, wenn es auch nochmal ins Akademische geht.
00:46:08
Speaker
Ins Akademische geht, genau.
00:46:08
Speaker
Richtig, ne?
00:46:10
Speaker
Aber also wirklich, ich finde alles, was du bisher so erzählt hast, absolut verständlich.
00:46:16
Speaker
Einerseits, was das Kognitive angeht, aber auch so der Kontext dahinter, warum es dann wichtig ist oder warum es Sinn macht, sich mit diesen Themen noch mehr zu beschäftigen.
00:46:29
Speaker
Es ist nicht ganz so einfach, den klassischen Akustiker, den ich kenne, Inhaber geführt, sich dann noch täglich mit Fachliteratur oder zusätzlichem Studium oder Master und so.
00:46:42
Speaker
Man ist da im Alltagsgeschäft gefangen und das ist sehr, sehr schade.
00:46:46
Speaker
Genau, hast du ja auch nicht ganz geschafft, da rauszukommen.
00:46:49
Speaker
Richtig, richtig, schwierig, ganz schwierig.
00:46:51
Speaker
Deswegen frage ich da nicht nach Tipps.
00:46:52
Speaker
Nee, da darfst du mich nicht fragen, da musst du irgendwie Lebens, keine Ahnung, Psychologen oder wen fragen.
00:47:01
Speaker
Da hat man zum Beispiel den Tilo ein, wegen Zeitmanagement und so.
00:47:06
Speaker
Aber nicht jeder muss ja alles wissen, das ist ja das Schöne hier, man kann sich ja wissen, was dazu holen.
00:47:13
Speaker
Klaus, möchtest du da nochmal spezifisch rein?
00:47:15
Speaker
Ansonsten würde ich nochmal gerne in ein anderes Thema gehen, was mich auch brennend interessiert.
00:47:19
Speaker
Also ich fand das Thema jetzt überragend.
00:47:22
Speaker
Das hat bei mir auch nochmal wahnsinnig viele Denkanstöße jetzt gegeben, auch vielleicht nochmal die ein oder andere Begrifflichkeit zu überdenken, wie die Höranstrengung und solche Dinge.
00:47:31
Speaker
Höranstrengung ist ein eigenes Thema, das ist super.
00:47:34
Speaker
Nicht verwechseln mit Entwöhnung.
00:47:36
Speaker
Höranstrengung ist perfekt mein Lieblingsthema für mich.
00:47:39
Speaker
Danke dir, weil da habe ich mich versprochen.
00:47:40
Speaker
Also ich wollte wirklich die Hörentwöhnung sagen, weil Höreinstrengung ist ja auch messbar und ist auch ein großes Thema, wo ich auch großartig finde.
00:47:47
Speaker
Aber es gibt einfach so Dinge, wo ich sage, okay, wir verwenden manchmal Begrifflichkeiten, die vielleicht gar nicht so passen und wir müssen es einfach schauen, dem Kunden dann so zu erklären, dass er eben die Motivation hat.
00:47:57
Speaker
Aber Weiterbildung ist wichtig.
00:48:00
Speaker
Diesen Prozess zu verstehen, je mehr ich das weiß, desto leichter tue ich mich nachher auch dem Kunden gegenüber, die Expertise auszurollen.
00:48:08
Speaker
Und nochmal, die größte Währung ist Vertrauen.
00:48:11
Speaker
Wenn ich einmal einen Kunden habe, der sagt, wow, was der erzählt,
00:48:15
Speaker
ist klasse, der hat mich verstanden, der hat mir geholfen.
00:48:18
Speaker
Dann habe ich auch die Kundenbindung, die halt auch wichtig ist und dann werden automatisch weitere Empfehlungen entstehen und das sind einfach Dinge, die ich halt wichtig finde, weil ich ja immer der Meinung bin, wir müssen uns ein Stück weit differenzieren, auch von dem Wettbewerb da draußen.
00:48:30
Speaker
Wir haben eine Marktlandschaft, die ist breit und ist auch gut so, dass es so ist und ich bin eben jetzt für die kleinen und mittleren inhabergeführten Betriebe, das ist so meine Hauptzielgruppe,
00:48:40
Speaker
Und wenn wir da uns gemeinsam aufstellen, bin ich einfach nur begeistert, weil wir eine tolle Zukunft für uns haben werden.
00:48:45
Speaker
Und deswegen, Gabor, überleite ich an dich über, dass du gerne das nächste Thema aufgreifen kannst, weil ich habe auch noch so zwei, drei Sachen, die man noch einstreuen kann und fand es jetzt bis hierhin schon mega spannend.
00:48:55
Speaker
Und wir werden sicherlich in den Shownotes natürlich auch noch die ein oder anderen weiteren Informationen dann geben.
00:49:00
Speaker
Auf jeden Fall, auf jeden Fall.
00:49:03
Speaker
Ja, also ein Thema, was ich auch nur kurz anschneiden darf, habe ich gehört, ist das Thema, also nicht, was genau du tust bei einem aktuellen Arbeitgeber, aber ich meine, was ist deine Tätigkeit?
00:49:17
Speaker
Also wohin bist du jetzt gerutscht?
00:49:18
Speaker
Wir haben gehört von allen, von deinen Geschäften, von Weiterbildung und so weiter und so fort.
00:49:23
Speaker
Aber was machst du denn jetzt eigentlich quasi aktuell?
00:49:26
Speaker
Eigentlich genau das, was ich euch gerade erzählt habe.
00:49:28
Speaker
Also ich bin bei der Firma Neuroth, das ist ein österreichischer,
00:49:32
Speaker
Wir sind in acht Ländern aktiv.
00:49:34
Speaker
In Deutschland sind wir ganz klein mit nur sechs oder mittlerweile vielleicht sieben oder acht Filialen im südbayerischen Raum.
00:49:42
Speaker
Wir haben ein Business Development, also eine Einheit, die sich damit beschäftigt, dass wir in Zukunft besser werden, immer besser werden und uns auf die aktuelle Marktlage anpassen.
00:49:55
Speaker
einschwingen oder vielleicht sogar selber den Markt mitgestalten.
00:49:59
Speaker
Und ich bin in dieser kleinen Gruppe, in einer noch kleineren Gruppe, wir sind fünf Personen, das nennt sich Forschung und Entwicklung, R&D.
00:50:09
Speaker
Und wir haben da sehr viele, also wir sind zu fünf, die haben eigentlich fünf verschiedene
00:50:18
Speaker
wie soll ich sagen, nicht Charaktere, sondern Bildungshintergründe der Personen, der Kollegen.
00:50:24
Speaker
Und meine Aufgabe ist es eigentlich, gerade immer sicherzustellen, dass wir mit allem, was wir veröffentlichen oder in was wir arbeiten, dass das auf sicheren, dass das sicher Evidenz passiert ist.
00:50:40
Speaker
Also dass wir nicht irgendwas raushauen,
00:50:44
Speaker
ich will jetzt nicht sagen, dass es irgendjemand anders täte, aber dass wir auf jeden Fall safe sind, was wir da entwickeln, dass das funktioniert und dass es dafür Beweise gibt, dass es eben funktioniert, wo wir dann nicht in die unschöne Lage kommen und merken, es ist Quatsch und weiß da jemand nach, dass es nicht stimmt.
00:51:06
Speaker
Also was wir machen, können wir belegen und
00:51:11
Speaker
Und wir hoffen und glauben, mit dem, was wir da entwickeln, eben zu
00:51:17
Speaker
einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.
00:51:20
Speaker
Ich muss jetzt ganz vorsichtig sein.
00:51:22
Speaker
Also die Projekte an und für sich kann ich euch jetzt nicht erzählen.
00:51:28
Speaker
Die werden dann irgendwann schon bekannt, aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich es euch noch nicht erzählen.
00:51:33
Speaker
Aber es geht einfach, wie du dir denken kannst, darum, die Firma Neurot weiterzubringen, als sie eh schon ist und für unsere Kunden, die uns vertrauen, eben ein
00:51:46
Speaker
Sie weiter glücklich zu machen und mehr noch zum Profi für Besseres hören zu werden, immer weiter sozusagen zu wachsen und stabil die Marke Neuro weiterzubringen und zu repräsentieren.
00:52:00
Speaker
So kann man es, glaube ich, beschreiben, ohne dass ich zu viel verrate.
00:52:03
Speaker
Okay, ja, der Arbeitgeber hört mit.
00:52:06
Speaker
Der hört mit natürlich.
00:52:08
Speaker
Das ist ja auch richtig so ein absolutes Verständnis.
00:52:11
Speaker
Ihr seid jetzt, ja, selbst wenn es ein Hersteller wäre oder ganz egal in welche Richtung, jeder hat halt ein Thema mit, ich sag mal, irgendwo Konkurrenz und es ist immer schwierig,
00:52:25
Speaker
Also ich denke, du selbst hast dann auch mit dir immer mal wieder so ein bisschen zu ringen, ja, das ist doch Wissen, das sollte jeder Akustiker wissen, dass die Menschen besser geholfen werden kann und gleichzeitig muss aber halt so die Wettbewerbsfähigkeit bestehen bleiben.
00:52:39
Speaker
Genau, also was ich ja machen kann, ist generell über fachliche Sachen zu reden, aber ich werde natürlich von meinem
00:52:47
Speaker
Natürlich.
00:52:48
Speaker
Arbeitgeber bezahlt dafür, dass ich dem Arbeitgeber einen Mehrwert bringe, dass wir unserem Wettbewerb voraus sind.
00:52:56
Speaker
Und das ist ganz klar und das will ich auch tun.
00:52:58
Speaker
Und sobald die Sachen dann draußen sind, darf es ja jeder versuchen zu kopieren.
00:53:04
Speaker
Wir sind dann schon wieder weiter.
00:53:07
Speaker
Aber das alles, was uns kopiert, macht uns ja stark.
00:53:10
Speaker
Also das bedeutet ja, wir haben was richtig gemacht.
00:53:12
Speaker
Ja.
00:53:12
Speaker
Auch das, genau.
00:53:13
Speaker
Man kann ja auf der Meta-Ebene irgendwo sprechen und wenn es in den Teil geht, sagt man ja, dann wird halt Neurota.
00:53:21
Speaker
Und es ist ja jetzt auch nicht so, als wüsste ich irgendwelche total krassen Sachen, die jemand anders überhaupt nicht weiß.
00:53:27
Speaker
Also wir kochen alle mit Wasser.
00:53:29
Speaker
Aber man hat verschiedene Ideen, wie man bei verschiedenen Herausforderungen vielleicht manche Sachen besser lösen könnte.
00:53:38
Speaker
So würde ich es jetzt mal beschreiben.
00:53:39
Speaker
Sagen wir es so, das Wissen, das du hast, hast du dir auch angeeignet.
00:53:43
Speaker
Natürlich.
00:53:44
Speaker
Über Studium, dann auch in Amerika.
00:53:49
Speaker
Und das, jetzt kommen wir nämlich wieder weg von deinem Arbeitgeber.
00:53:53
Speaker
Wie gesagt, war kurz, fünf Minuten.
00:53:56
Speaker
Ist aber vollkommen ausreichend.
00:54:00
Speaker
Du hast beides erlebt.
00:54:01
Speaker
Du hast die Ausbildung in Deutschland erlebt.
00:54:03
Speaker
Du hast viele Fortbildungen hier durchgemacht.
00:54:06
Speaker
Du hast hier mehrere Filialen gehabt.
00:54:09
Speaker
Du hast sie dann wieder reduziert und kannst, denke ich mal, aus deiner Sicht schon mal ganz gut über den deutschen Markt, über die Fortbildung und so weiter hier sprechen.
00:54:17
Speaker
Du hast aber auch natürlich nicht den kompletten Werdegang in Amerika gemacht und auch über ein Fernstudium und nicht vor Ort.
00:54:25
Speaker
Doch, ich war auch vor Ort.
00:54:27
Speaker
Auch, aber… Nicht nur, genau.
00:54:29
Speaker
Ja, okay.
00:54:30
Speaker
Und dennoch natürlich ein Unterschied zu einem Amerikaner, der dort aufgewachsen ist und den kompletten Werdegang inklusive Bachelor auch dort gemacht hat und dann den Master.
00:54:42
Speaker
Kannst du da mal ein bisschen drauf eingehen, wo du die Unterschiede siehst?
00:54:45
Speaker
Was lernen die Amis quasi, was wir hier nicht lernen und was andersrum?
00:54:50
Speaker
Ich habe schon ein paar Gedanken im Kopf, aber mich kann nicht beeinflussen.
00:54:52
Speaker
Ja, ja.
00:54:53
Speaker
Das ist jetzt natürlich wieder nur, wie ich es wahrgenommen habe.
00:54:59
Speaker
Es haben beide Systeme Vor- und Nachteile.
00:55:01
Speaker
Das deutsche System hat den Vorteil, es kostet nichts.
00:55:04
Speaker
Du verdienst sogar noch Geld als Azubi.
00:55:06
Speaker
Das wäre unvorstellbar in Amerika.
00:55:09
Speaker
Da verschulden sich die Leute, die Studenten bis über einen Kragen, kriegen aber auch eine sehr gute Ausbildung dafür.
00:55:17
Speaker
Also der Unterschied ist, in Deutschland hast du ja dieses duale System aus schulischer Ausbildung und praktischer Ausbildung im Fachgeschäft und in Amerika ist es so, du hast eigentlich nur, also nicht nur, du hast eine akademische Ausbildung und hast dann nur im letzten Jahres deiner Doctor of Ordeology Ausbildung kommt der praktische Teil dazu.
00:55:36
Speaker
Und du drückst so lange die Universität, ohne tatsächlich an Patienten gearbeitet zu haben.
00:55:44
Speaker
Das kommt erst im letzten Jahr.
00:55:46
Speaker
Dafür ist die Ausbildung rein theoretisch aus meiner Sicht deutlich besser.
00:55:51
Speaker
Das heißt, du arbeitest sehr viel mit Originalquellen.
00:55:54
Speaker
Du liest die Studien.
00:55:55
Speaker
Es gibt, ich glaube, 60 oder mehr Universitäten, an denen du Audiologie studieren kannst.
00:56:00
Speaker
Es ist also nicht zentralisiert.
00:56:02
Speaker
Und das kann Vor- und Nachteile haben.
00:56:05
Speaker
Ich will mir da jetzt, ich weiß schon, das gefällt jetzt vielleicht nicht jedem, wenn ich das sage, aber ich finde diese, wie sagt man denn dazu, dieses Nicht-Zentrale, diese Wettbewerbssituation, die unter den Universitäten herrscht, finde ich gut, weil die Universitäten damit Studenten anwerben, wenn sie besonders gute Professorinnen und Professoren haben.
00:56:29
Speaker
Das heißt, es ist ein gesunder Wettbewerb da, die Ausbildung besser zu machen als die andere Universität, weil man ja mit den Studenten Geld verdient.
00:56:41
Speaker
Und jeder will natürlich an das Geld der Studenten.
00:56:44
Speaker
Es ist ganz normaler Markt da drüben.
00:56:47
Speaker
So ist es ja bei meiner Universität auch.
00:56:51
Speaker
Und was vielleicht gut ist an dem deutschen System mit der zentralen Ausbildung, wir haben ja nicht so viele Azubis, es werden ja auch irgendwie jedes Jahr weniger, habe ich gehört.
00:57:06
Speaker
Was ist gut daran?
00:57:08
Speaker
Ich versuche irgendwas zu finden.
00:57:10
Speaker
Also die ist ja so gesehen gut und die kann auch den
00:57:15
Speaker
die Branche mitgestalten.
00:57:17
Speaker
Allerdings fehlt mir dieser Wettbewerbsgedanke, dass man sagt, wenn ich jetzt eine andere Akademie gründen würde, ich habe noch hochwertigere Dozenten und vielleicht noch schönere Räume und das Ganze ist interaktiver, digitaler, wie auch immer.
00:57:33
Speaker
Den Gedanken habe ich schon.
00:57:35
Speaker
Ich mache mir damit jetzt natürlich nicht viele Freunde, aber so bin ich halt.
00:57:41
Speaker
Sie ist praktischer, die Ausbildung in Deutschland, was auch nicht schlecht ist.
00:57:47
Speaker
Man kommt früher in die tatsächliche Berührung mit den Betroffenen.
00:57:53
Speaker
Aber
00:57:55
Speaker
Man könnte halt deutlich mehr lernen, aber du schaffst es halt nicht.
00:57:58
Speaker
Wie soll das gehen, wenn du im Fachbetrieb dafür auch zuständig bist, Rückhörer zu tauschen oder Ultraschallbad selber zu reinigen?
00:58:06
Speaker
Irgendwer muss es ja machen.
00:58:08
Speaker
In der Zeit hast du halt keine Zeit zu lernen.
00:58:11
Speaker
Das ist klar.
00:58:13
Speaker
Also mit irgendwas muss man dann leben.
00:58:15
Speaker
Das hat alles Vor- und Nachteile.
00:58:18
Speaker
Ja, verstehe ich.
00:58:40
Speaker
Denn wir haben einen tollen Beruf und wir haben eine wirklich wertstiftende Tätigkeit und die muss man nach außen darstellen.
00:58:46
Speaker
Und ich glaube, wir könnten natürlich auch andere Leute nochmal anziehen, wenn wir da ein bisschen andere Wege gehen würden, weil manchmal hinken wir halt auch durch unsere Bürokratie in Deutschland auch so ein bisschen dem eigentlichen Anspruch hinterher, dass wir eben dann auch Dinge in der Berufsschule oder im Meisterkurs lernen, die einfach gar nicht mehr up to date sind.
00:59:04
Speaker
Aber das ist ein anderes Thema.
00:59:05
Speaker
Ich habe auch noch viel gelötet damals in meiner Ausbildung.
00:59:08
Speaker
Ich habe seitdem nie mehr gelötet.
00:59:09
Speaker
Ich habe das nie gebraucht.
00:59:10
Speaker
Was muss man bitte löten?
00:59:12
Speaker
Warum sollten heute Schüler löten können?
00:59:13
Speaker
Wenn die mit einem Lötkolben in die Nähe von einem Hörgerät kommen, ist das Hörgerät kaputt.
00:59:19
Speaker
Genau, also das hat sich sehr verändert.
00:59:21
Speaker
Und da ist gut, dass du das sagst, weil in Deutschland ist die Branche ja ein Handwerk.
00:59:26
Speaker
In Amerika und im Rest der Welt nicht.
00:59:29
Speaker
Nirgendwo ist das ein Handwerk, weil es ja gar nicht überall diese Craftsmanship oder wie auch immer man das übersetzen will, gibt.
00:59:35
Speaker
Das bedeutet, also ich kann manchmal den Gedanken nicht ganz nachvollziehen von den deutschen Kollegen.
00:59:41
Speaker
Ja, wenn ich jetzt aber die Abdrücke nicht mehr mache oder so, dann ist es ja gar kein richtiges Handwerk mehr.
00:59:47
Speaker
Das ist was, was wir uns selber ausgedacht haben, dass es ein Handwerk ist.
00:59:50
Speaker
Das ist nicht Gott gegeben ein Handwerk, dieser Beruf, ja.
00:59:56
Speaker
den Spruch kann im Rest der Welt eigentlich niemand nachvollziehen.
01:00:00
Speaker
Ich denke, du verfolgst halt alles nach dem Ansatz, wie kann ich den Menschen am besten helfen und ob das jetzt ein Handwerk ist oder ein Studium oder sonst irgendwas oder fiktiv.
01:00:14
Speaker
Also wenn du eine Methode kennenlernen würdest, bei der du viermal pfeifen müsstest,
01:00:19
Speaker
Dann wäre das doch genauso gut.
01:00:21
Speaker
Ist doch wurscht, ob ich ein Handwerk machen will.
01:00:22
Speaker
Der Kunde muss ja auch profitieren davon.
01:00:25
Speaker
Ja, aber das wäre das Kundenorientierte, das Erfolgsorientierte, dass man allein darauf schon mal basieren sollte.
01:00:33
Speaker
So gut wie alle Entscheidungen.
01:00:35
Speaker
Natürlich, du hast es auch eben angesprochen, mal kurz, jeder muss irgendwie sein Geld verdienen.
01:00:39
Speaker
Soll auch jeder Geld verdienen.
01:00:41
Speaker
Unbedingt.
01:00:41
Speaker
Ist auch richtig.
01:00:42
Speaker
Auch gerne viel.
01:00:44
Speaker
Alles wunderbar.
01:00:45
Speaker
Aber der Fokus halt auf dem Kunden muss gegeben sein.
01:00:47
Speaker
Genau.
01:00:48
Speaker
Genau.
01:00:49
Speaker
Aber ja, dieses Thema mit, hier ist es ein Handwerk, woanders nicht oder auch, naja, bei uns ist die Ausbildung kostenlos beziehungsweise man bekommt sogar Geld dafür, woanders nicht.
01:01:02
Speaker
Das sind halt, denke ich mal, ganz andere Themen.
01:01:05
Speaker
Also da kann jetzt die Akustikbranche selbst nichts dafür, sondern so ist einfach das System hier.
01:01:10
Speaker
In Amerika ist das ein systemisches Problem.
01:01:13
Speaker
Ja, das ist ein anderes Problem, entsteht dadurch, ja.
01:01:16
Speaker
Ja, also es kann, wenn du keine reichen Eltern hast oder die Bank dir das Geld nicht leiht, kannst du diverse Berufe nicht ausüben.
01:01:24
Speaker
Das ist einfach so.
01:01:25
Speaker
Also viele Audiologen haben nach ihrem Studium locker mal 200.000 Dollar Schulden.
01:01:31
Speaker
Und die Zinsen sind bei 5 Prozent oder was.
01:01:33
Speaker
Da kommst du kaum runter.
01:01:34
Speaker
Du willst ja auch noch ein Haus und ein Auto und so weiter.
01:01:39
Speaker
Und du verdienst so als Audiologe im Schnitt so 100, wenn du Glück hast, 120.000 Dollar im Jahr.
01:01:45
Speaker
Das ist vom Verhältnis zu dem, was du ausgibst erst in der Ausbildung.
01:01:49
Speaker
Das hört sich jetzt erstmal viel an.
01:01:50
Speaker
Es ist auch deutlich mehr, als der Deutsche verdient.
01:01:52
Speaker
Aber der Deutsche hat keine 200.000 Dollar Schulden, wenn er Geselle geworden ist, ja.
01:01:58
Speaker
Naja, einmal das und die Lebenserhaltungskosten sind dort jetzt auch nicht gerade.
01:02:03
Speaker
Die sind da natürlich auch normal.
01:02:04
Speaker
Wenn du jetzt nicht im absolut ländlichen Bereich wohnst, kostet das schon das McDonalds-Menü doppelt so viel wie bei uns, ja.
01:02:12
Speaker
Also das kann man halt nicht ganz vergleichen, aber ich fand es mal generell interessant zu schauen, okay, was waren denn zum Beispiel Dinge, die du jetzt wirklich durch das Studium in Amerika für dich mitnehmen konntest, wo du sagst, das muss hier auch mit rein.
01:02:30
Speaker
Das kann nicht sein, dass das niemand hier lernt.
01:02:35
Speaker
Also nochmal, ein Audiologe ist ja kein Hörgeräteakustiker.
01:02:38
Speaker
Ein Audiologe ist jemand, der Diagnosen durchführen darf.
01:02:42
Speaker
Das dürfen wir in Deutschland ja nicht.
01:02:43
Speaker
Und der sich nicht nur mit dem Hören, sondern auch mit dem Gleichgewichtsorgan beschäftigt.
01:02:50
Speaker
Und mit Cochlea-Implantaten werden wir sehr gut ausgebildet.
01:02:54
Speaker
Mit wir meine ich in dem Fall wir amerikanische Audiologen.
01:02:57
Speaker
Wir Amis.
01:02:58
Speaker
Wir Amis, genau.
01:03:00
Speaker
Er wird eigentlich mehr auf die Klinik.
01:03:03
Speaker
Also Klinik heißt, die sagen Klinik zu einer kleinen Hörgerätebude, aber auch Klinik eben im Krankenhaus.
01:03:12
Speaker
Darauf wirst du eigentlich vorbereitet.
01:03:14
Speaker
Die Ausbildung ist, also der Scope of Practice ist größer.
01:03:20
Speaker
Du lernst auch viel mehr über auditive Verarbeitungsschwierigkeiten, über Communication Strategies, also Hörtaktik.
01:03:30
Speaker
AVWS habe ich gerade schon erzählt.
01:03:32
Speaker
Tinnitus ist ein Riesenthema.
01:03:35
Speaker
Ja, und eben alles, was mit Cochlea-Implantaten zu tun hat, ist faktisch schon zentral.
01:03:41
Speaker
Und da habe ich mir eben viel abgeschaut, wie so ein Hörgeräteprozess eigentlich ablaufen oder wie wir ihn verändern könnten, nämlich eben deutlich mehr an der
01:03:52
Speaker
Cochlea-Implant, an dem Ablauf, an diesem Prozess orientieren.
01:03:58
Speaker
Allein das Wort Aktivierung gefällt mir eben schon gut.
01:04:01
Speaker
Und dann hast du ja da auch Sprachheilpädagogen, die dich betreuen in der Zeit.
01:04:06
Speaker
Und es wird zum Beispiel immer in größeren Abständen werden diese Feinjustierungen vorgenommen.
01:04:11
Speaker
Und du wirst medizinisch permanent betreut und du wirst vom Logopäden oder Sprachheilpädagogen
01:04:19
Speaker
eben betreut, das ist in Amerika, das Speech-Language-Pathologist, was bei uns, ich weiß nicht, ich würde es als Logopäde oder Sprachheilkraft, ich weiß nicht, Sprachheilpädagogik, also eins von den beiden sozusagen
01:04:34
Speaker
Diese Berufe sind da drüben sehr eng verwandt.
01:04:36
Speaker
Es gibt viele, die als erst einen Bachelor in Speech-Language Pathology machen und dann einen Doctor in Audiologie machen.
01:04:44
Speaker
Also die Berufe sind viel verwobener und die machen auch so viel Sinn zusammen, weil die Verarbeitung der Sprache in beiden zentral ist, ja.
01:04:56
Speaker
Und diese Betreuung von einem Fachnetzwerk, die könnten wir uns in Deutschland abschauen, was nicht bedeutet, dass das in Amerika wunderbar funktionieren würde.
01:05:07
Speaker
Das Gesundheitssystem ist eine Katastrophe, aber theoretisch funktioniert es halt.
01:05:13
Speaker
Dass das ein bisschen übergreifender alles gesehen wird oder PET-Akustik.
01:05:19
Speaker
Es gibt jetzt keine spezielle Ausbildung wie den PET-Akustiker in Deutschland, weil das halt alles schon sehr, sehr gut einem beigebracht wird da drüben.
01:05:28
Speaker
Da braucht es jetzt nicht noch eine Zusatzausbildung, dass man vielleicht die PET-Akustik ein bisschen zentraler mit reinnimmt.
01:05:36
Speaker
Also wenn ich mir was wünschen dürfte, was in Deutschland...
01:05:39
Speaker
in den Lehrplan aufgenommen werden sollte, dann wäre es deutlich mehr PET-Akustik und alles, was mit Cochlea-Implantaten zu tun hat, weil ich denke, dass Cochlea-Implantate auch eine in Zukunft immer stärker werden wird,
01:05:54
Speaker
weil immer früher implantiert wird und die Patienten, die implantiert wurden, in der Regel sehr zufrieden sind und gut mit ihren CIs zurechtkommen.
01:06:03
Speaker
Das ist sogar mir schon aufgefallen, dass dieses Thema, das ist ja immer ein...
01:06:12
Speaker
Ja, wenn ich jemanden berate, kann ich ihn nur so gut beraten von den Dingen, die ich auch kenne, die ich auch verstehe irgendwo und überhaupt auf dem Schirm habe.
01:06:24
Speaker
Und also soweit ich informiert bin, dürfte mich sehr, sehr gerne berichtigen, hat das Thema Kochlea mit der Akustika-Ausbildung sehr wenig mit zu tun.
01:06:40
Speaker
Sprich, wenn jemand reinkommt, versuche ich es halt immer mit meinem Handwerk dann auch zu beheben, dieses Thema.
01:06:48
Speaker
Und ich erkenne dann vielleicht gar nicht, dass...
01:06:54
Speaker
das, was vielleicht besser helfen würde, gegebenenfalls eben das Cochlea-Implantat.
01:06:58
Speaker
Da gibt es halt auch den Interessenkonflikt.
01:07:00
Speaker
Du verdienst ja in dem Moment, wo du selber zum Beispiel jetzt Power-HDOs oder wie auch immer anpasst, natürlich erst mal mehr, als wenn du die Person, die eigentlichen CI, wo du glaubst, wenn du dich damit beschäftigt hast, dass die Person mit einem CI besser versorgt wäre, dann schickst du sie ja weg.
01:07:21
Speaker
Und hast sie erst, wenn das Zentrum, dieses audiologische Zentrum in dem Krankenhaus mit, wie soll ich es denn sagen, manche sind da nicht so kooperativ, nennen wir es mal so.
01:07:33
Speaker
Also du brauchst da einen guten Draht zu der Einheit, zu der audiologischen.
01:07:38
Speaker
Die schicken die dann auch wieder zurück, wenn die Implantation stattgefunden hat, damit du Ersatzteillieferant bist.
01:07:46
Speaker
Leider gibt es da eine gewisse Arroganz teilweise.
01:07:51
Speaker
nicht immer, aber bei manchen, die den Akustiker dann nicht so richtig einbinden wollen.
01:07:55
Speaker
Er sollte natürlich oder sie sollte gut geschult sein in diesem Bereich und da mangelt es halt noch.
01:08:01
Speaker
Man kann da diese CI-Ausbildung machen.
01:08:03
Speaker
Ich weiß aber, dass der Lehrgang auch nicht so besonders, naja, wie soll ich sagen, ein Freund hat mir erzählt, dass er nicht so gut sein soll.
01:08:10
Speaker
Ja.
01:08:15
Speaker
Das bedeutet, da ist noch eine gewisse Wissenslücke und das System müsste halt irgendwie so geschaffen sein, dass der Akustiker nicht dieses, wie soll man sagen, abgesprochen wird.
01:08:27
Speaker
Dieser Interessenkonflikt halt hat.
01:08:31
Speaker
Es ist dann so, du kannst dann...
01:08:34
Speaker
an dem Patienten, du darfst ihm dann wohl nach sechs Jahren den Prozessor wieder verkaufen, aber das wolltest versuchen, also dieses Gerät hinterm Ohr, nicht das Implantat selber, es besteht ja aus zwei Teilen, so ein Implantat.
01:08:45
Speaker
Du hast die Elektrode, Array, sagt man da, hast du sozusagen, wird in den Knochen implantiert und da geht dann die Elektrode in die Schnecke rein und dann hast du den Prozessor außen und der wird, der veraltet ja wie Hörgeräte auch, ja.
01:09:02
Speaker
Und da kriegst du auch alle sechs Jahre neun und da verdienst du dann Geld damit.
01:09:07
Speaker
Aber es gibt dann auch Kliniken, auf einmal die, die den dann selber verkaufen.
01:09:10
Speaker
Also da muss die Rolle, muss mehr geklärt werden vom Hörakustiker in dem ganzen System.
01:09:15
Speaker
Das ist ein bisschen schade.
01:09:17
Speaker
Aber es ist so, die Krankenhäuser reißen sich ja um jeden, den sie implantieren können, weil das ist eine der letzten profitablen Geschäfte überhaupt für Krankenhäuser.
01:09:28
Speaker
Bei allem anderen zahlen die ja drauf.
01:09:30
Speaker
Gut standardisiert, gibt es einen gewissen Regelsatz, den sie sowieso bekommen und so weiter.
01:09:34
Speaker
Können sie gut einplanen wahrscheinlich.
01:09:36
Speaker
Ja, da gibt es.
01:09:37
Speaker
Gibt es genug dafür.
01:09:39
Speaker
Aber das habe ich auch jetzt wirklich mitbekommen, dass Akustiker, also einige Akustiker, sich dann doch wirklich sehr damit beschäftigt haben und das eben auch mit anbieten und dann auch wirklich sehr, sehr gerne mit den Kliniken auch kooperieren.
01:09:55
Speaker
Richtig, also ich will jetzt keinen Namen nennen, aber es gibt Kollegen, die haben das voll verstanden, ihr Netzwerk da aufzubauen, was ich vorhin eben gemeint hatte, dieses Team,
01:10:07
Speaker
aus verschiedenen Fachpersonen, Fachkreisen, dass man da sich ein Team aufbaut und dann auch profitiert, weil man sich gegenseitig
01:10:18
Speaker
ja auch Personen sozusagen weiterempfiehlt, wo man glaubt, dass er da Hilfe bekommt.
01:10:29
Speaker
Und jeder, der dieses Thema CI jetzt angreift, wird, glaube ich, doch irgendwann davon profitieren, auch jetzt vielleicht nicht in den nächsten ein, zwei Jahren, aber es wird, die Hörgerätebranche wird sich so verändern, dass ich nicht weiß, ob jedes Geschäft das Ganze überleben wird.
01:10:46
Speaker
Ja,
01:10:47
Speaker
Ich kann jetzt noch nicht sagen, was die Disruption sein wird, aber es ist jetzt ja kein Geheimnis, wenn die Biha schon E-Mails verschickt, dass wahrscheinlich der Festbetrag sich deutlich verändern wird oder sogar ganz wegfällt und dann...
01:11:03
Speaker
Ich weiß nicht mal, wie das ist.
01:11:05
Speaker
Ich habe so ein bisschen Angst, dass irgendwann nicht mal mehr die Meisterpflicht da ist, dass die wegfallen würde.
01:11:14
Speaker
Da ist nichts dran, was ich jetzt sage.
01:11:16
Speaker
Es sind nur Fantasien von mir.
01:11:20
Speaker
Es ist einfach nur ein Gedanke, der in mir wohnt.
01:11:23
Speaker
Dass das sehr disruptiv sein wird und man sollte sich dann schon eben als Fachmann oder Fachfrau hervortun können und so ein Netzwerk mit Kliniken und so zu haben, kann dann sehr nützlich sein.
01:11:37
Speaker
Genau.
01:11:38
Speaker
Du sprichst mir aus dem Herzen, weil das genau das, was mich auch antreibt, dass wir einfach schauen, wie bereiten wir uns ein Stück weit auf die Zukunft vor.
01:11:45
Speaker
Und das ist ja sehr, sehr vielschichtig, weil wir haben eine Glaskugel und da denken wir, glaube ich, in dieselbe Richtung.
01:11:50
Speaker
Es wird Veränderungen geben und es wird massive Veränderungen geben.
01:11:53
Speaker
Und deswegen, ja, wir haben heute schon unsere Rekordfolge, was die Zeit angeht.
01:11:57
Speaker
Aber sie ist so wahnsinnig spannend.
01:12:00
Speaker
Ja, ich nehme auf jeden Fall mal ein paar Dinge mit.
01:12:02
Speaker
Also das Thema Aktivierung finde ich toll und zwar Aktivierung im Hörgerätekontext, aber eben auch vielleicht Aktivierung für einen selber, mal andere Dinge auch anzugehen.
01:12:11
Speaker
Denn jetzt gerade hast du eigentlich die Steilvorlage für mich gebracht, so auch nochmal ein Thema so kurz reinzuwerfen, was mir halt wichtig ist.
01:12:18
Speaker
Du hast gesagt, es wird Veränderungen geben.
01:12:21
Speaker
Du bist gerade aktuell bei deinem Arbeitgeber für Business Development, also für eine Geschäftsentwicklung zuständig und das würde ich ganz gerne mal an die Akustiker rausgeben.
01:12:30
Speaker
Beschäftigt euch auch mal mit eurer persönlichen Geschäftsentwicklung.
01:12:33
Speaker
Wohin soll die Reise gehen?
01:12:34
Speaker
Welche Weichen muss ich vielleicht stellen?
01:12:36
Speaker
Weil das wird für die Zukunft wirklich existenziell wichtig sein.
01:12:39
Speaker
Und von daher, ich bin mega happy und habe auf alle Fälle schon mir notiert, wir machen eine Zusatzfolge, lieber Max, wo wir dann mal so auf das Thema Social Media eingehen.
01:12:50
Speaker
Können wir auch gerne.
01:12:51
Speaker
Ja, und vielleicht wirst du so ein paar Geschichten aus dem Paulaner Garten erzählen.
01:12:55
Speaker
Das haben wir für Anekdoten schon gehabt, weil es kann natürlich auch sehr unterhaltsam sein.
01:13:00
Speaker
Also für heute bin ich begeistert und wer aus der Folge nichts mitnimmt, dem kann man echt nicht helfen.
01:13:05
Speaker
Zitat.
01:13:06
Speaker
Das ist ein kleiner Insider, weil das hatten wir neulich in einem Interview auch, wo jemand gesagt hat, also wenn du das nicht machst, dann kann ich dir auch nicht helfen und irgendwie ist es so ein kleiner, netter Insider geworden.
01:13:23
Speaker
Ja, mir hat es auch großen Spaß gemacht und jeder, der mit mir Kontakt haben möchte, findet mich auf LinkedIn.
01:13:29
Speaker
Maximilian Bauer und fertig, freue ich mich.
01:13:31
Speaker
Okay, kommt auch mit in die Shownotes.
01:13:33
Speaker
Wir haben noch so ein, zwei andere Sachen, die wir da mit reinpacken.
01:13:36
Speaker
Also auch im Podcast, auch wenn es momentan ein bisschen pausiert hat, ist sicherlich, wenn es nur halb so interessant ist wie die Folge...
01:13:43
Speaker
Und unbedingt auf hörgeräte-insider.de, da schreibe ich ganz viel über das zentrale Hören.
01:13:53
Speaker
Wenn sich jemand dafür interessiert, kriegt er da von mir absolut kostenlose und werbefreie Informationen.
01:13:59
Speaker
Ja, scheiden wir alles raus.
01:14:01
Speaker
Nein.
01:14:04
Speaker
Max, vielen Dank für deine Zeit.
01:14:07
Speaker
War mir echt eine große Freude und ja, ich hoffe, wir sehen uns dann spätestens auf der Euher, dann das nächste Mal live von den Farben.
01:14:12
Speaker
Ich bin auch schön drauf, euch zu sehen persönlich und sehr gerne.
01:14:16
Speaker
Jederzeit machen wir das wieder.
01:14:18
Speaker
Okay, das freut mich.
01:14:19
Speaker
Also hat mir wirklich auch sehr viel Spaß gemacht.
01:14:22
Speaker
Ja, Klaus und ich, wir haben jetzt gleich noch ein Gespräch.
01:14:24
Speaker
Wir müssen uns jetzt darauf wappnen, dass wir demnächst einen neuen Mitarbeiter haben.
01:14:28
Speaker
Wir haben gehört, wenn der Max in einem Podcast ist, wechselt der den Arbeitgeber.
01:14:33
Speaker
Aha, okay.
01:14:36
Speaker
Da wird es nicht los, Freunde, alles klar.
01:14:39
Speaker
Nein, nein, nein.
01:14:40
Speaker
Und ja, ich hoffe, euch hat es auch gefallen.
01:14:44
Speaker
Und ja, gebt uns noch gerne mal Feedback, gerne auch auf LinkedIn, beim Klaus, bei mir, unter den Folgen jeweils, auf Spotify, auf was weiß ich, egal wo ihr das so mitbekommt.
01:14:54
Speaker
Und ja, wir wünschen euch eine schöne Woche.
01:14:59
Speaker
Bis zum nächsten Mal und danke fürs Zuhören.
01:15:01
Speaker
Macht's gut.
01:15:02
Speaker
Danke, Max.
01:15:02
Speaker
Danke, Klaus.
01:15:03
Speaker
Sehr gerne.
01:15:04
Speaker
Ciao.
01:15:05
Speaker
Ciao, ciao.
01:15:06
Speaker
Wir hoffen, du konntest aus dieser Folge etwas für dich mitnehmen.
01:15:10
Speaker
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