Einleitung und Ziele des Podcasts
00:00:02
Speaker
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Akustikimpulse, dem Podcast mit dem Rundumblick in die Branche, damit du am Zahn der Zeit bist, wenn es darum geht, dein Geschäft erfolgreich und sorgenfrei zu führen.
00:00:16
Speaker
Und hier mindestens einer deiner Hosts, Gabor Kartei und Klaus Thielisch.
Vorstellung der Gastgeber und Gäste
00:00:22
Speaker
Herzlich willkommen bei der nächsten Folge der Akustik-Empulse.
00:00:27
Speaker
Wir sind heute wieder einmal nicht nur zu zweit, sondern auch schon wieder zu dritt.
00:00:32
Speaker
Klaus ist mit dabei, guten Tag.
00:00:35
Speaker
Hallo in die Runde, hallo an die Zuhörenden.
00:00:37
Speaker
Und wir haben den Andreas Schenk mit dabei, damit die Leute schon mal wissen, wie die Stimme klingt.
00:00:43
Speaker
Sag auch mal kurz Hallo.
00:00:45
Speaker
Ja, auch von mir ein herzliches Hallo natürlich an euch beide und alle, die zuhören.
00:00:50
Speaker
Freut mich sehr, dass ich dabei sein darf.
00:00:54
Speaker
Wir haben uns vor kurzem erst kennengelernt auf dem Netzwerktreffen.
00:00:58
Speaker
Das ist jetzt auch schon wieder ein Monat her, dass die Zeit vergeht.
00:01:02
Speaker
Und ja, wir sind am Vorabend zusammengesessen.
00:01:06
Speaker
Steffi war da auch mit dabei.
00:01:08
Speaker
Josefine, die ihr auch schon aus dem Podcast kennt, war ebenfalls mit dabei.
00:01:14
Speaker
Klaus natürlich auch und ihr seid ja sogar gemeinsam zum Netzwerktreffen gefahren und ihr hattet im Voraus auch noch nicht so viele Behörungspunkte, außer dass du natürlich auch bei den Akustikpionieren bist und gar nicht so weit weg wohnst von ihm und das wohl schon eine ganze Weile.
Andreas Schenks beruflicher Werdegang
00:01:33
Speaker
Ja, damit die Leute einfach mal wissen, mit wem wir es hier zu tun haben, gib mal einen groben
00:01:40
Speaker
Überblick darüber, wer du bist, was du machst, natürlich so in Bezug auf die Akustik.
00:01:51
Speaker
Andreas Schenk ist mein Name, das habt ihr ja schon gesagt.
00:01:54
Speaker
Ich glaube, meinen Beruf muss ich auch nicht vorstellen.
00:01:57
Speaker
Das ist schon relativ klar.
00:02:01
Speaker
Selbstständig bin ich jetzt seit 2013 mit zwei kleinen Geschäften, eins in Münzingen und eins in Dettingen an der Ernst.
00:02:12
Speaker
War tatsächlich so, dass es sich als Gelegenheit ergeben hat, mich selbstständig zu machen und die Gelegenheit, die wollte ich nicht auslassen.
00:02:23
Speaker
Ganz ehrlich gesagt war es so, dass ich mehr Sorge hatte, dass ich es bereue, wenn ich es nicht mache, als umgekehrt.
00:02:30
Speaker
Nach einigen Gesprächen habe ich mich dann dafür entschieden, dass ich mich selbstständig mache, dass ich das in Angriff nehme.
00:02:37
Speaker
Damals mit fast 50.
00:02:41
Speaker
Die Reaktion meiner Mutter war wirklich sehr lustig, die mir dann sagte, macht man das in deinem Alter noch?
00:02:49
Speaker
Ja, ich habe es in meinem Alter noch gemacht und tatsächlich auch nie bereut, muss ich wirklich sagen.
00:02:57
Speaker
Ich habe es mir einfacher vorgestellt, das muss ich auch sagen.
00:03:00
Speaker
Auch den tatsächlichen Arbeitsaufwand dahinter, den konnte ich ja nicht so einschätzen.
00:03:07
Speaker
Aber bereut habe ich es nicht eine Sekunde bisher.
00:03:11
Speaker
Das ist sehr schön zu hören.
00:03:14
Speaker
Was sagt deine Mama mittlerweile?
00:03:17
Speaker
Ja, mittlerweile fragt sie, ob alles gut läuft, ob alles in Ordnung ist.
00:03:25
Speaker
Aber meine Schwester sagt, dass meine Mutter das im Verwandtenkreis doch öfter mal ganz stolz erzählt, dass ihr Sohn selbstständig ist.
00:03:35
Speaker
Von daher alles gut.
00:03:40
Speaker
Ja, also das ist etwas, Klaus, berichtige mich, aber die meisten tatsächlich, die wir hier quasi im Podcast haben, sind entweder dann schon seit 30 Jahren selbstständig und haben in
00:03:58
Speaker
mehr oder weniger jungen Jahren gestartet oder natürlich jetzt relativ frisch vor ein paar Jahren, ebenfalls mehr oder weniger in jungen Jahren.
Entscheidung zur Selbstständigkeit und Unternehmertum
00:04:08
Speaker
Also meinen Respekt für jeden, der sich selbstständig macht, ganz egal in welchem Alter.
00:04:12
Speaker
Und in jungen Jahren Respekt davor einfach, ja, ich weiß es ja mittlerweile auch, was es bedeutet, selbstständig zu sein, zwar nicht in der Akustik, aber in vielerlei anderen Dingen.
00:04:24
Speaker
Und ja, jeder, der hier zuhört, kann sich das auch noch vorstellen.
00:04:28
Speaker
Hatten wir schon jemanden?
00:04:30
Speaker
Mit diesem Kaliber, Klaus?
00:04:32
Speaker
Ja gut, ich kann bloß aus persönlicher Erfahrung, weil ich habe mich auch mit 50 selbstständig gemacht.
00:04:37
Speaker
Und von daher sagt man ja heute, 50 ist es neue 40 und von daher sind wir ja nicht so alt gewesen, zumindest nicht gefühlt.
00:04:43
Speaker
Aber es spricht genau das an, was ich eigentlich immer sage.
00:04:46
Speaker
Es gibt keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt.
00:04:49
Speaker
Man muss einfach nur von der Sache als solches überzeugt sein und dahinterstehen mit Herzblut und dann wird man auch Erfolg haben.
00:04:56
Speaker
Vor allen Dingen sehe ich sogar einen großen Vorteil, wenn man schon eine gewisse Reife und Lebenserfahrung hat, dass man eben vielleicht auf einen längeren Erfahrungsschatz zurückblicken kann und dann eben sagen kann, okay, das habe ich erlebt und so möchte ich es machen oder so möchte ich es auch nicht machen.
00:05:09
Speaker
Und ja, von daher, ich fand schon auch das Gespräch auf der Hinfahrt zum Netzwerktreffen total spannend und ich freue mich da jetzt auch drauf, dass wir da heute vielleicht nochmal direkt ein bisschen tiefer einsteigen können.
00:05:20
Speaker
Ja, definitiv, das werden wir.
00:05:23
Speaker
Fünf Minuten sind wir jetzt drin und haben schon mal ein bisschen so grob umrissen.
00:05:29
Speaker
Wie war denn dein Werdegang bis dahin, also bis zur Selbstständigkeit?
00:05:33
Speaker
Hast du dann mit 47 die Ausbildung gemacht oder früher?
00:05:38
Speaker
Die Ausbildung habe ich tatsächlich schon viel, viel früher gemacht und bei mir tatsächlich als Umschulung habe ich das gemacht.
00:05:50
Speaker
Ich war mir auch am Anfang gar nicht mal so sicher, ob es der richtige Beruf für mich ist, ob die Vorstellungen, die ich habe, so auch zutreffen.
00:06:00
Speaker
Und ich hatte das damals dann so gemacht, ich habe mir vier Wochen Urlaub genommen, habe dann vier Wochen Praktikum gemacht in einem Betrieb, die damals gesagt haben, ja, Praktikum, ja, gerne, auch vier Wochen machen Sie gerne, aber Sie nehmen keine Umschüler.
00:06:18
Speaker
Ja, nach dem Praktikum war es dann so, dass dann Chef und Chefin immer mal auf mich zugekommen sind und gesagt haben, ja, also sie würden mich doch auch als Umschüler nehmen.
00:06:31
Speaker
Das heißt, ich habe dann auch meinen Platz schon gehabt und ich habe dann ganz klassisch eben die Ausbildung in Lübeck gemacht.
00:06:39
Speaker
Danach habe ich dann tatsächlich die Firma gewechselt.
00:06:43
Speaker
Ich wollte nicht in dem Betrieb bleiben, wo ich ausgebildet wurde.
00:06:48
Speaker
Und habe mir dann auch einen größeren Familienbetrieb besucht, die damals acht Filialen hatten, wo ich dazugekommen bin, sind dann auf über 30 Filialen gewachsen und mittlerweile aber verkauft.
00:07:07
Speaker
Und ja, was ich da gemacht habe, war dann tatsächlich, dass ich auch gleich gesagt habe, dass ich an Meister und Filialleitung interessiert bin.
00:07:18
Speaker
Und ich habe mich von Anfang an für das erste Jahr als Springer zur Verfügung gestellt.
00:07:24
Speaker
Das, was ja eigentlich nie irgendjemand machen möchte, dazu habe ich mich gleich mal freiwillig gemeldet, weil ich einfach die Leute, die in der Firma arbeiten, gerne kennenlernen wollte.
00:07:37
Speaker
Und ich wollte auch die Arbeitsweisen kennenlernen.
00:07:40
Speaker
Also man kann sich immer beides abschauen.
00:07:43
Speaker
Also ich habe wirklich Leute kennengelernt,
00:07:46
Speaker
wo ich total beeindruckt war, mit was für einer Qualität die arbeiten, wie gut die ihre Sache machen.
00:07:54
Speaker
Und ich habe auch Leute kennengelernt, wo ich gesagt habe, nee, so möchte ich die und die Dinge nicht machen.
00:08:01
Speaker
Und das war beides sehr hilfreich für mich.
00:08:04
Speaker
Und ich sage mal, wo ich dann tatsächlich meinen Meister gemacht habe, in die Filialleitung gestartet bin, hatte ich ein sehr gutes Netzwerk.
00:08:13
Speaker
Ich wusste, wer ist wo spezialisiert, wer kann was sehr gut, wen kann ich da um Rat fragen.
00:08:22
Speaker
Und das hat mir total geholfen.
00:08:24
Speaker
Das war eine wirklich super Sache.
00:08:28
Speaker
Um es ganz kurz noch zeitlich einordnen zu können, du hast bisher leider unterschlagen, wann du denn deine Umschulung gestartet hast.
00:08:34
Speaker
Und vielleicht kannst du in dem Atemzug auch kurz erzählen, was du da vorgemacht hast und was dich dann eben dazu bewegt hat, nochmal einen neuen Weg zu gehen.
00:08:41
Speaker
Ja, also tatsächlich habe ich, jetzt muss ich kurz überlegen, 1997 habe ich die Umschulung gestartet.
00:08:56
Speaker
Und davor habe ich einen ganz, ganz anderen Beruf gemacht.
00:09:00
Speaker
Ich war Schwimmmeister.
00:09:03
Speaker
Im Volksmund sagt man Bademeister.
00:09:06
Speaker
Aber es ist der falsche Begriff, Bademeister.
00:09:09
Speaker
Es gibt einen Masseur, einen medizinischen Bademeister und das ist ganz was anderes.
00:09:13
Speaker
Im Schwimmbad als Schwimmmeister hatte ich auch schon meinen Meister gemacht und als Bäderbetriebsleiter gearbeitet.
00:09:25
Speaker
Ich habe es dann allerdings aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machen können.
00:09:29
Speaker
Und auch für mich ein schöner Beruf, war gut.
00:09:33
Speaker
Heute würde ich es nicht mehr machen wollen, weil es sich eben sehr verändert hat.
00:09:37
Speaker
Früher gab es keine Security in den Bädern.
00:09:41
Speaker
Das haben wir alles selber regeln können und es war schon deutlich besser.
00:09:46
Speaker
Würde ich so heute nicht mehr haben wollen.
00:09:48
Speaker
Aber es hat sich eh erledigt gehabt.
00:09:51
Speaker
weil ich das Beruf gesundheitlich einfach nicht mehr machen konnte.
00:09:54
Speaker
Und ja, dann habe ich geschaut, was hat mir an meinem Beruf denn am besten gefallen.
00:10:02
Speaker
Und das war immer der Umgang mit den Menschen und eben auch immer auf so eine helfende Art und Weise.
00:10:07
Speaker
Das hat mir auch sehr gefallen und das wollte ich unbedingt wieder haben.
00:10:13
Speaker
Auch einen Beruf, der technisch anspruchsvoll ist, wollte ich wieder haben.
00:10:19
Speaker
Und dann, ja, nach Möglichkeit, was Rückenfreundliches, wo sich die Belastung auch ein bisschen steuern lässt.
00:10:26
Speaker
Und das trifft ja alles zu.
00:10:28
Speaker
Also die Wahl, also ich denke heute noch, das war eine gute Idee, dass ich erst mal dieses Praktikum gemacht habe, vier Wochen lang und dann,
00:10:40
Speaker
Ja, für mich genau die richtige Berufswahl.
00:10:42
Speaker
Also das hat gepasst.
00:10:43
Speaker
Ich habe mich von Anfang an auch super wohl gefühlt.
00:10:46
Speaker
Ja, das merkt man aber auch insgesamt und wenn man mit dir ein bisschen Zeit verbringt, du hattest es eben erwähnt, du warst der Springer, du hast dich freiwillig dafür gemeldet und du hast gerade auch erzählt, so dieser Umgang mit den Menschen oder die Kontaktnähe und auch das Helfen, dass das in dir steckt und das merkt man, du bist sehr interessiert, du fragst sehr viel und hörst dann auch zu.
00:11:12
Speaker
Das ist eine Kombination, die auch nicht viele können.
00:11:14
Speaker
Die haben entweder das eine oder das andere oder keins von beiden.
00:11:20
Speaker
Und das ist eine Grundvoraussetzung generell natürlich für eine gute Beratung, um sich dann auch auf die Menschen einlassen zu können.
00:11:30
Speaker
Und was mich da jetzt noch interessieren würde, also eine Umschulung zu machen,
00:11:40
Speaker
für die Hörakustik.
Interesse an Hörakustik und Umschulung
00:11:42
Speaker
Wie ist es denn dazu gekommen?
00:11:43
Speaker
Hattest du vorher auch schon Berührungspunkte mit dem Thema oder gegenüber das Geschäft war dann ein Laden?
00:11:51
Speaker
Erzähl das gerne mal.
00:11:52
Speaker
Ja, also erstmal, Gabor, vielen Dank für deine lobende Worte.
00:11:58
Speaker
Ich bin froh, dass wir im Podcast sind, dass keine Kamera an ist, sonst hätte ich jetzt meine Röte verbergen müssen, hier vorm Bildschirm.
00:12:08
Speaker
Ja, also tatsächlich hatte ich gar keine Berührungspunkte mit der Hörakustik, sondern es gab so ein Berufsinformationszentrum, ich glaube, die gibt es heute auch noch.
00:12:23
Speaker
Und ich wusste, ich muss was anderes machen.
00:12:26
Speaker
Und dann gab es da einen Rechner und da konnte man die Bedingungen, die man gerne haben möchte, eingeben.
00:12:33
Speaker
Und dann habe ich das gemacht und da kamen dann zwei Sachen raus, Medizintechniker und Hörgeräteakustiker.
00:12:41
Speaker
Also es kamen mehr raus, aber die zwei Sachen waren oben.
00:12:44
Speaker
Und Hörgeräteakustiker war dann das, wo ich dann gleich gesagt habe, oh ja, das würde mich wirklich sehr interessieren.
00:12:53
Speaker
Und dann habe ich eigentlich erst angefangen, mich über den Beruf zu informieren.
00:13:00
Speaker
Wo ist die Berufsschule?
00:13:02
Speaker
Also wo gibt es überhaupt Betriebe?
00:13:05
Speaker
Wie ist die Ausbildung, ne?
00:13:10
Speaker
Und so bin ich das Thema dann angegangen.
00:13:13
Speaker
Ein großes Problem war tatsächlich, dass ich den Weg eigentlich nicht richtig gegangen bin.
00:13:21
Speaker
Weil eigentlich war es so, also die Umschulung lief über die Arbeitsagentur und eigentlich macht man erstmal, erstmal hat man ein Beratungsgespräch, dann gibt es einen Eignungstest und dann gibt es eigentlich Vorschläge von der Arbeitsagentur und dann vermittelt die Arbeitsagentur, dass man mal in den Betrieb reinschnuppern darf und dann wird irgendwas entschieden.
00:13:46
Speaker
Und das war immer ein ganz großes Problem, dass ich gesagt habe, ich weiß schon, was ich will.
00:13:52
Speaker
Und ich habe schon meinen Umschulungsplatz.
00:13:56
Speaker
Ich habe schon ein Praktikum gemacht vier Wochen lang.
00:14:01
Speaker
Das war wirklich ganz, ganz schwierig.
00:14:04
Speaker
Das wollte es so umsetzen.
00:14:12
Speaker
Ja, da bringst du die deutsche Bürokratie an die Grenzen.
00:14:20
Speaker
Und dann war es noch so, dass zu der Zeit, wo ich die Umschulung gemacht habe, damals gab es noch keine zweijährige Umschulung in Lübeck.
00:14:33
Speaker
Das hat Lübeck nicht gemacht.
00:14:35
Speaker
Und damit war die Ausbildung natürlich auch deutlich teurer als jetzt eben zum Beispiel eine Ausbildung zu Medizintechnikern.
00:14:42
Speaker
Und das war dann das zweite Problem.
00:14:44
Speaker
Aber man muss sich da halt dann schon mal ein bisschen auf die Hinterfüße stellen und dann hat das schon auch geklappt.
00:14:51
Speaker
Ja, ich glaube, wenn man da wirklich plausibel darlegen kann, dass man wirklich Lust darauf hat, hey, ich habe schon ein Praktikum gemacht, der möchte mich haben.
00:14:59
Speaker
Ich werde künftig dem Arbeitsamt nicht mehr oder nicht, du lagst wahrscheinlich nicht sehr lange, wenn überhaupt,
00:15:08
Speaker
sozusagen auf den Taschen in Anführungszeichen, dann sind die schon sicherlich bereit, mit sich reden zu lassen.
00:15:14
Speaker
Aber tatsächlich auch der Mitarbeiter, der dann dort sitzt am Rechner auf der anderen Seite, na ja, der darf auch nicht einfach so mal eben entscheiden, ja klar, kein Problem, machen wir ein Jahr länger, mal eben hier eine Ausbildung finanzieren.
00:15:27
Speaker
Das kann ich mir schon vorstellen, dass das ein paar Hürden bedeutet.
00:15:34
Speaker
Ja, was ich sehr lustig fand, diese Eignungstester.
00:15:41
Speaker
Also wie gesagt, in meinem alten Beruf hatte ich auch schon Meisterschule besucht und Meistertitel erworben.
00:15:48
Speaker
Und dann sitzt man im Einstellungstest und man muss dann einen Aufsatz schreiben und man muss dann mal- und geteilt Aufgaben auf dem Blatt Papier rechnen.
00:16:00
Speaker
Also keine Hilfsmittel erlaubt.
00:16:02
Speaker
Und der ging so, weiß ich nicht, Viertelstunde und dann hat man mir feierlich eröffnet, dass ich für den Beruf des Höheranstalters durchaus eignet würde.
00:16:14
Speaker
Also ich habe mich wegschmeißen können vor Lachen, aber ich habe es mir natürlich verkniffen, ja gut.
00:16:26
Speaker
Aber es ist ja heutzutage noch einfacher, dass man Akustiker wird und man muss ja heute bloß noch den Laden aufschließen können.
00:16:31
Speaker
Dann ist man ja schon qualifiziert.
00:16:34
Speaker
Nein, nein, es ist doch irre.
00:16:36
Speaker
Aber schön, dass es dann trotzdem funktioniert hat.
00:16:39
Speaker
Denn somit kannst du jetzt wirklich dann seit 97 dann doch schon auf 28 Jahre auch zurückblicken.
Technische Fortschritte und Arbeitskultur in der Akustik
00:16:46
Speaker
Und das war eine bestimmte ereignisreiche Zeit, die dann eben dann den vorläufigen Höhepunkt auch mit der Selbstständigkeit gefunden hat.
00:16:55
Speaker
Wie war denn so für dich, um da kurz auch direkt mal einzuschreiben, wie war es denn für dich von der Arbeitsweise?
00:17:00
Speaker
Hat sich da in der Zeit bis zur Selbstständigkeit oder auch in der Selbstständigkeit jetzt vieles verändert oder denkst du, wir sind da eher noch so in vielen Bereichen unterwegs, wie es auch damals schon war?
00:17:13
Speaker
Also ich würde es mal so ausdrücken.
00:17:18
Speaker
Technisch natürlich hat sich, das weiß ja jeder, hat sich da einmal die Welt, die Akustikerwelt komplett umgekrempelt.
00:17:28
Speaker
Von links nach rechts und zurück wieder von rechts nach links.
00:17:32
Speaker
Und da ist ja immer noch kein Ende absehbar, wo es technisch hinläuft.
00:17:39
Speaker
Und da kamen immer wieder auch technische Errungenschaften,
00:17:42
Speaker
die ich mir so nicht hätte vorstellen können, wo ich auch selber immer wieder überrascht war, dass das jetzt geht, dass die Dinge funktionieren.
00:17:53
Speaker
Ansonsten von der Arbeitsweise selber, ja, ich glaube, es hat sich also schon viel verändert.
00:18:05
Speaker
Damals war es so, als ich mich beworben habe, dann nach der Umschulung,
00:18:11
Speaker
Da war ich ein Bewerber von vielen und ich hatte Vorstellungsgespräche, Gespräche mit dem Filialleiter und, und, und und war total happy, dass ich dann den Job bekommen habe.
00:18:26
Speaker
Also eine ganz andere Situation wie heute.
00:18:30
Speaker
wo wir ja froh sind, wenn man irgendeinen Mitarbeiter finden kann, sodass man mehrere Bewerber hat und auswählen kann, wer hat das schon.
00:18:42
Speaker
Also bei uns schon lange nicht.
00:18:47
Speaker
Und damit hat sich natürlich auch die Arbeitsweise verändert.
00:18:51
Speaker
Also ich sage mal, früher in dem Betrieb, in dem ich gelernt
00:18:59
Speaker
gefragt, ob man am Wochenende arbeiten kann, wenn da eine Veranstaltung ist.
00:19:02
Speaker
Das sind die Leute eingeteilt worden.
00:19:05
Speaker
Und damit war es gut.
00:19:07
Speaker
Und wenn es abends länger gedauert hat, hat es abends länger gedauert.
00:19:10
Speaker
Da gab es nicht sowas wie Überstunden abfeiern oder da Zeiten aufsammeln.
00:19:21
Speaker
Ich finde es gut, dass es sich so verändert hat, dass es heute fairer ist.
00:19:25
Speaker
Das hat immer etwas mit Respekt und Arbeitnehmern gegenüber zu tun.
00:19:32
Speaker
Und bei uns ist es selbstverständlich, wenn wir irgendwas haben, dass wir unsere Mitarbeiter fragen, wer Zeit hat.
00:19:38
Speaker
Wobei ich sagen muss, meistens brauche ich es gar nicht, weil die Mitarbeiter von Sicht das schon untereinander regeln, wer da wann kann.
00:19:47
Speaker
Und das finde ich schon viel schöner, als das früher gewesen ist.
00:19:53
Speaker
Was ich auch als Veränderung beobachtet habe, solche Dinge wie jetzt Akustikpioniere oder eben auch andere Dinge, da hat es ja schon auch Anläufe früher gegeben.
00:20:08
Speaker
Aber die Akustiker waren da untereinander sicher, ich sage mal so spinnefeind,
00:20:16
Speaker
dass man sowas nicht zusammen aufziehen konnte.
00:20:19
Speaker
Und dass das heute anders ist, dass man heute da doch mehr Interesse hat, miteinander auch zu arbeiten und miteinander vorwärts zu kommen, das finde ich auch eine sehr positive Entwicklung.
00:20:33
Speaker
Also das sind so für mich die groben Veränderungen seit den vielen Jahren, in denen ich jetzt in der Akustik bin.
00:20:42
Speaker
Ja, sehr interessant auch mal von so einer Herangehensweise das Ganze zu sehen.
00:20:51
Speaker
Du hast es quasi gesagt, so gut, technisch natürlich gibt es Fortschritte, aber du bist es auch hier wieder mehr auf dieses Menschliche, dieses Miteinander eingegangen.
00:21:01
Speaker
Und das zeigt einfach, dass darauf bist du, was heißt gepolt, da bist du sensibel, sensibilisiert und da fühlst du quasi,
00:21:13
Speaker
Das Umfeld, alles, was so um dich herum geschieht.
00:21:18
Speaker
Und das war ja auch quasi auf dem Netzwerktreffen, wo wir uns ganz viel auch darüber unterhalten haben.
00:21:24
Speaker
So einfach den Umgang auch mit den Menschen, allem drum und dran, auch mit Mitarbeitern.
00:21:30
Speaker
Wir hatten jetzt vor kurzem den Simon bei uns im Podcast und er nennt seine Mitarbeiter auch eher Kollegen als Mitarbeiter.
00:21:42
Speaker
Und ich glaube, wenn man eben das selbst so ausstrahlt,
00:21:49
Speaker
kommt das auch so zurück.
00:21:51
Speaker
Du hattest ja gerade erwähnt, also wenn du mal irgendwie frei brauchst für eine unternehmerische Aktivität oder auch privat, da findet sich schon fast automatisch jemand, der sich dann auch meldet.
00:22:04
Speaker
Du meldest dich, also ich schätze dich so ein, dass du auch jederzeit überall irgendwie mal gerne auch einspringst, sofern es dir möglich ist und ja, entsprechend zieht man dann auch solche Menschen mit an.
00:22:20
Speaker
Ja, Klaus, hast du diesbezüglich noch ein paar Dinge?
00:22:23
Speaker
Sonst würde ich nämlich schon wieder auf das Nächste aufspringen.
00:22:27
Speaker
Ich denke, wir haben noch so viele Themen, die wir ansprechen können.
00:22:33
Speaker
Stell deine nächste Frage.
00:22:34
Speaker
Ich glaube, das ist etwas, was jetzt schon gut beleuchtet wurde.
00:22:37
Speaker
Es geht hier wirklich um den menschlichen Aspekt.
00:22:39
Speaker
Es geht um das Miteinander.
00:22:41
Speaker
Und ich glaube, das ist etwas, was uns alle vereint.
00:22:44
Speaker
Ja, auf jeden Fall.
00:22:46
Speaker
Aber du hast mich gerade auf eine weitere Idee gebracht, bevor ich das stelle, was ich eigentlich fragen wollte.
00:22:54
Speaker
Und zwar auch dieses Menschliche.
00:22:56
Speaker
Wir hatten das ja jetzt...
00:22:58
Speaker
Ja, dass wir das Ganze bezogen mal auf Kollegium oder Kollegen, auf Mitarbeiter, vielleicht auch Partner, innerhalb eines Netzwerks, dass man sich da auch austauscht, was ich auch natürlich sehr, sehr, sehr schön finde, auch mit den Akustikpionieren.
00:23:13
Speaker
Da kommen wir dann auch später nochmal drauf.
00:23:16
Speaker
Jetzt mal bezogen auf die Kunden.
00:23:20
Speaker
Du hattest auch vorhin erwähnt, du konntest dir das von Anfang an gut vorstellen und du wolltest ja den Kontakt zu den Kunden.
00:23:29
Speaker
Wie hat sich das denn verändert?
00:23:33
Speaker
Vielleicht auch damals, als du Azubi warst, als Umschüler, bis hin zum Gesellen und dann auch später zur Übernahme, was heißt Übernahme, Eröffnung eines Fachgeschäfts.
00:23:45
Speaker
Gibt es da vielleicht Veränderungen innerhalb dieser Zeit, wie man mit den Kunden umgegangen ist oder vielleicht auch wie du mit denen umgegangen bist?
00:23:53
Speaker
Ja, also natürlich, da gab es schon Veränderungen.
00:23:59
Speaker
Als ich mit der Ausbildung angefangen habe, da war das so, dass ich erst mal keinen Zeitdruck, keinen Verkaufsdruck, gar nichts hatte.
00:24:11
Speaker
Also viel Freiheit und das habe ich auch sehr genossen.
00:24:17
Speaker
auch die Möglichkeit zu haben, einfach zuhören zu können und Dinge eben auch gut erklären zu können.
00:24:27
Speaker
Das waren für mich schon immer auch so die Sachen, die Punkte, die mir wichtig waren.
00:24:32
Speaker
Und das hat sich nachher dann schon auch verändert.
00:24:36
Speaker
Also der Verkaufsdruck, der ist dann mehr geworden.
00:24:40
Speaker
Es gab dann irgendwann auch mal...
00:24:44
Speaker
Ja, so ein Modell, wo man am, also so ein Provisionsmodell, was ich nie gut gefunden habe.
00:24:53
Speaker
Ich kenne da auch kein Modell, was ich jetzt wirklich gerecht finden würde.
00:24:58
Speaker
Und dann kam noch eine Sache, dass in der Firma, in der ich zuletzt gearbeitet habe, vor der Selbstständigkeit dann ein QM-System eingeführt wurde.
00:25:11
Speaker
Und das wurde sehr, sehr hochgehängt.
00:25:13
Speaker
Also wer gegen QM, wer nicht QM-konform gearbeitet hat, der wurde auch abgemahnt.
00:25:22
Speaker
Und das hat dann eben sehr seltsame Stilglüten auch getrieben, dass Mitarbeiter dann zum Beispiel, wenn jemand mit Wünschen kam, die man jetzt nach QM nicht erfüllen konnte, da hat man die Kunden weggeschickt und hat gesagt, nee, kann man nicht machen, ja.
00:25:38
Speaker
Weil hat der Mitarbeiter das nicht nach QM gemacht oder abgemahnt?
00:25:43
Speaker
Wenn der Kunde mit seiner Verordnung wieder aus dem Laden rausgegangen ist, hat es ja keiner gewusst, dass der überhaupt da war.
00:25:49
Speaker
und da das war für mich auch so nach zu arbeiten ganz ganz schwierig einfach auch beides immer im kopf zu haben was sind die möglichkeiten wie man es am besten für den kunden und wie muss aber nach dem machen wir hat es also es hat
00:26:12
Speaker
mich immer viel Kraft gekostet.
00:26:14
Speaker
Und für mich war das schon so, dass ich gesagt habe, so mag ich eigentlich nicht arbeiten.
00:26:19
Speaker
Und ja, dann mit der Selbstständigkeit hatte ich dann praktisch wieder die Freiheit, die Dinge selber regeln zu können, selber bestimmen zu können.
00:26:29
Speaker
Wie viel Zeit wollen wir uns nehmen?
00:26:34
Speaker
Auf welche Weise möchten wir verkaufen?
00:26:38
Speaker
Auch da gibt es ja große Unterschiede.
00:26:41
Speaker
Und für mich ist das auch so, Klaus, du hast das auch mal so schön formuliert, ich glaube in deinem ersten Buch.
Vertrauen und Kundenerwartungen im Geschäft
00:26:50
Speaker
Kaufen ist letztendlich auf den Punkt gebracht Vertrauenssache und genau, ja, ich liege da richtig, oder Klaus?
00:26:58
Speaker
Also Vertrauen ist eine der größten Währungen, auf die wir einzahlen müssen und das müssen wir uns erarbeiten und letztendlich, dass wir unser Handwerk verstehen müssen.
00:27:06
Speaker
Davon ist dann auszugehen, das erwartet der Kunde, aber es geht um diesen Umgang mit den Menschen und da ist das Vertrauen eine ganz, ganz große Trumpfkarte, wenn man die wirklich weiß, wie man die bespielt und das Ganze dann auch von Herzen aus macht.
00:27:19
Speaker
Es geht darum, der Leitsatz in dem ersten Buch ist ja im Prinzip, dass es darum geht herauszufinden, was der Kunde braucht und ihm dann dabei zu helfen, die passende Lösung zu bekommen.
00:27:27
Speaker
Und das in einem sehr, sehr undurchsichtigen Markt wie die Hörgeräteversorgung, weil das ist für die Leute von außen nicht vergleichbar.
00:27:34
Speaker
Ja, weil die sehen erstmal alle identisch aus, mehr oder weniger.
00:27:37
Speaker
Bei einem Fernseher kann man sich an der Bildschirmdiagonale und an der Auflösung vielleicht noch irgendwie im Vorfeld schlau machen.
00:27:43
Speaker
Aber bei der Hörgeräteversorgung und der Handwerkskunst dahinter ist es deutlich schwieriger.
00:27:47
Speaker
Aber da bin ich dir komplett bei dir.
00:27:50
Speaker
Ja, und ich sage mal, das hat sich dann eben nochmal wieder geändert mit der Selbstständigkeit.
00:27:55
Speaker
Also dann die Dinge wieder so machen zu können, wie ich sie richtig finde.
00:28:01
Speaker
Und das Vertrauen bei uns, das, was tatsächlich ganz oben steht.
00:28:10
Speaker
Also wir alle nehmen uns die Zeit, die wir brauchen.
00:28:13
Speaker
Es gibt da auch bei den Mitarbeitern keine Vorgaben,
00:28:23
Speaker
Das muss sich auch keiner rechtfertigen, wenn es länger dauert, sondern wir machen das so, wie wir sagen, dass es richtig ist.
00:28:30
Speaker
Und ich sage mal, so ein zweiter Punkt, der sich auch in der Beratung nochmal verändert hat, aus meiner Sicht, ganz früher war es schon so, dass ich da gerne über die Technik erzählt habe.
00:28:42
Speaker
Also was denn die Technik kann?
00:28:45
Speaker
Und ich habe dann auch gerne mal so ein paar Features beschrieben, was so ein modernes,
00:28:52
Speaker
Achtkanalgerät, denn jetzt Tolles kann mit acht Stellern dran, die man im Schraubendreher vertreten kann.
00:29:02
Speaker
Wenn ich da heute anfangen möchte, Features zu erklären, da kann man
00:29:07
Speaker
Da kann ich den ganzen Tag mit verbringen.
00:29:11
Speaker
Und es versteht ja auch niemand und es braucht auch niemand verstehen.
00:29:15
Speaker
Das müssen wir wissen, aber in der Beratung mache ich das überhaupt gar nicht mehr und ich glaube auch keiner von uns wäre da noch irgendwelche Features erklärt.
00:29:27
Speaker
Ja, wenn der Kunde mal durchblitzen lässt, dass er technisch affin ist, sehr interessiert ist und alles, dann kann man sowas natürlich schon mal mit anbringen, aber im Endeffekt selbst diese Person, die
00:29:43
Speaker
Dann interessiert es im Endeffekt nicht, was da drin ist.
00:29:46
Speaker
Hauptsache, es ist wirklich das richtige Gerät für ihn oder Sie.
00:29:51
Speaker
Ja, weil da möchte ich noch ganz kurz eingrätschen.
00:29:54
Speaker
Was geht wirklich darum, der Kunde fragt sich immer nur, was bringt es mir?
00:29:58
Speaker
Der will ein Ergebnis kaufen und deswegen müssen wir in Nutzen reden und nicht in irgendwelchen...
00:30:02
Speaker
mit Fachjargon oder mit irgendwelchen Features glänzen.
00:30:06
Speaker
Und wenn wir eben diese Features, sprich die Merkmale nennen, dann müssen wir nachher das trotzdem dann noch eben so übersetzen, dass der Kunde weiß, in welchen Situationen er welche Nutzen hat.
00:30:15
Speaker
So, das ist halt total wichtig, weil das ist die Veränderung in der Beratung.
00:30:18
Speaker
Früher war das hier deutlich anders gestrickt, aber heute geht es eher um die Emotion dahinter und vor allen Dingen Menschen kaufen keine Hörgeräte, sondern Menschen kaufen Verbesserung der Lebensqualität und damit auch Ergebnisse.
00:30:32
Speaker
Ja, hast du gut auf den Punkt gebracht.
00:30:35
Speaker
Ja, genau so sehe ich das auch.
00:30:40
Speaker
Und wenn ich jemanden habe, der tatsächlich sehr technikaffin ist, was ich dann immer ganz gerne mache, dass ich denjenigen dann mal
00:30:48
Speaker
bei der Programmierung der Geräte mal in die Anpasssoftware mit reinschauen lasse.
00:30:53
Speaker
Da sieht man, was sich verändert, da sieht man ein paar Kurven und Werte und ich glaube, das ist viel interessanter als so eine Übersicht, was für Features im System arbeiten.
00:31:04
Speaker
Aber das musst du ganz am Rand.
00:31:23
Speaker
Um das Thema dann noch jetzt rund zu bekommen, dann sind wir nämlich auch in der Selbstständigkeit von dir komplett angelangt.
00:31:30
Speaker
Du hast schon ein, zwei Sachen genannt, warum du gesagt hast, okay, du möchtest dich mit 50 jetzt noch selbstständig machen.
00:31:37
Speaker
Kannst du das vielleicht so ein bisschen konkretisieren, was wirklich dazu geführt hat, dass du gesagt hast, also ich würde es bereuen, wenn ich es jetzt nicht machen würde?
00:31:46
Speaker
Das war nicht so, dass ich gesagt hätte, ich muss mich jetzt unbedingt selbstständig machen und jetzt suche ich mal, wo ich das machen kann, wo das geht, sondern das ist als Angebot auf mich zugekommen.
00:31:58
Speaker
Und dann ist es bei mir schon so gewesen, dass eben erst mal so Gedankenspiele losgegangen sind.
00:32:05
Speaker
Wie wäre das denn, wenn ich selbstständig arbeiten würde?
00:32:09
Speaker
Was würde ich denn anders machen?
00:32:12
Speaker
Wie würde ich mir denn meinen eigenen Arbeitsplatz überhaupt gestalten?
00:32:16
Speaker
Mit welcher Software würde ich arbeiten?
00:32:18
Speaker
Mit welchen Herstellern würde ich denn gerne arbeiten?
00:32:22
Speaker
Und je mehr ich diese Gedanken spiele, dann so für mich, so vor mich hingesponnen habe, desto attraktiver wurde es einfach.
00:32:31
Speaker
Und ich sage mal, das war dann für mich so ein richtiges Freiheitsgefühl.
00:32:36
Speaker
So viel Freiheit haben zu können,
00:32:40
Speaker
Ich würde es jetzt heute schon eher wieder auch ein bisschen einschränken.
00:32:45
Speaker
Manchmal, wenn ich mit Freunden zusammensitze, dann sage ich manchmal auch so ein bisschen scherzhaft, ja, ich habe die totale Freiheit, mir aussuchen zu können, wann ich meine 60 oder 70 Stunden die Woche arbeite.
Freiheit und Herausforderungen der Selbstständigkeit
00:33:03
Speaker
Also das ist wieder so die Kehrseite, aber es ist für mich schon immer noch so.
00:33:09
Speaker
Also sagen zu können, ja, da habe ich eine Idee und so möchte ich den Raum einrichten oder die Messanlage gefällt mir oder andere Dinge, die ich jetzt eben wieder auf dem Akustik-Kongress gesehen habe, wo es ja auch tolle Sache, möchte ich haben und dann kaufe ich das.
00:33:29
Speaker
Das ist ein Riesenstück Freiheit.
00:33:32
Speaker
denke, die Freiheit, die habe nicht nur ich, die hat letztendlich auch jeder im Betrieb.
00:33:39
Speaker
Also wenn Mitarbeitende auf mich zukommen und sagen, ja, aber ich hätte gerne dies oder das.
00:33:46
Speaker
Bisher gab es noch nicht den Fall, dass wir gesagt haben, nee, machen wir aber nicht.
00:33:51
Speaker
Ich bin ja froh, wenn solche Wünsche da sind und jemand eben mit Equipment arbeiten möchte und eben sagt, ja, eine
00:34:02
Speaker
Tolle Lautheitsskalierung hätte ich gerne.
00:34:05
Speaker
Das ist doch super.
00:34:06
Speaker
besser kann es doch gar nicht funktionieren.
00:34:11
Speaker
Das deckt sich mit einer Aussage von Simon, eins zu eins.
00:34:13
Speaker
Ist genau das Gleiche gewesen.
00:34:15
Speaker
Das finde ich toll.
00:34:16
Speaker
Und da merkt man auch wieder, dass wir unterschiedliche Personen, aber mit ähnlichen Ansichten auch wirklich anziehen hier.
00:34:23
Speaker
Und in diesem Netzwerk dann quasi.
00:34:25
Speaker
Das ist sehr, sehr schön zu hören.
00:34:29
Speaker
Hattde ich gerade noch eine Frage im Kopf, bezogen auf die Freiheit.
00:34:36
Speaker
Achso, nein, nicht bezogen auf die Freiheit, sondern tatsächlich, damit ich da auch nochmal im Klaren darüber bin, du hast jetzt zwei Fachgeschäfte.
00:34:46
Speaker
Seit wann ist das dann so?
00:34:47
Speaker
Auch schon seit Beginn dann mit dieser Möglichkeit oder ist das zweite dann mit hinzugekommen?
00:34:52
Speaker
Das Zweite ist mit dazugekommen.
00:34:55
Speaker
Also erst die Möglichkeit hatte ich in Münzingen bekommen und dann habe ich mich erst mal da selbstständig gemacht und meine Frau Diana Klaus, du kennst sie ja auch gut.
00:35:11
Speaker
Gabo, ihr habt euch, glaube ich, noch nicht kennengelernt.
00:35:15
Speaker
Und ja, meine Frau ist ja mal mindestens mit genauso viel Herzblut, wie ich auch, genauso akustik Meister.
00:35:24
Speaker
Und ja, dann nachdem unser gemeinsamer Sohn dann das Alter erreicht hatte, dass wir gesagt haben, ja, jetzt können wir beide eben auch arbeiten, haben wir dann praktisch die zweite Filiale eröffnet.
00:35:40
Speaker
Das war dann gute zwei Jahre später.
00:35:46
Speaker
Also es war tatsächlich so, dass meine Frau genau da, wo wir uns selbstständig gemacht haben, ist meine Frau dann schwanger geworden.
00:35:56
Speaker
Und dann hatte sich die Situation dann nochmal etwas geändert.
00:36:01
Speaker
Wir haben vorher in Esslingen gewohnt und ich bin jeden Tag dann von Esslingen nach Münsingen gefahren.
00:36:07
Speaker
Das möchten wir natürlich nicht, wenn dann ein Baby da ist und dann sind wir hier zusammen nach Münsingen gezogen.
00:36:15
Speaker
Und ja, dann nach guten zwei Jahren war es dann so, dass wir gesagt haben, ja, also das kriegen wir schon hin, dass wir dann noch ein zweites Geschäft auch dazu haben.
00:36:27
Speaker
Okay, ja, also dann auch da trotzdem zusätzlich noch weitere Verantwortung mit ins Leben gekommen, im wahrsten Sinne des Wortes.
00:36:36
Speaker
Ja, war auch schön zu hören, zu erfahren, wie das dann einfach gemeinsam letztendlich als Familie dann auch funktioniert.
00:36:44
Speaker
Also ohne Rückhalt der Familie.
00:36:49
Speaker
Also Eltern und Geschwister ist das eine, aber dann natürlich innerhalb einer Partnerschaft auch,
00:36:55
Speaker
innerhalb einer Ehe, ja, das wird sonst nicht funktionieren, nicht gut.
00:37:00
Speaker
Und ja, umso schöner zu hören, dass ihr da beide quasi oder dass ihr jetzt zu dritt quasi da glücklich seid.
00:37:10
Speaker
Das ist sehr schön.
00:37:11
Speaker
Und das ist auch aus meiner Sicht wirklich ein Riesenvorteil, den wir da haben.
00:37:18
Speaker
Würde meine Frau jetzt in einem anderen Beruf arbeiten und ich sage mal ein ganz normales Angestellten-Dasein haben, da ist es vielleicht dann schon auch schwierig, da das Verständnis aufzubringen für jemanden, der selbstständig arbeitet.
00:37:35
Speaker
Und so, wir machen das zusammen und wir wissen, wovon wir reden und was eben einfach auch nötig ist und weil man eben auch mal nicht sagen kann, ja, jetzt machen wir das, was wir uns privat vorgenommen haben, egal was mit dem Geschäft ist, sondern dann muss man zurückstecken und wir haben auch schon Urlaube ausfallen lassen, abgesagt, abgebrochen.
00:38:00
Speaker
Ja, und mach das mal mit einer Partnerin, die eben
00:38:07
Speaker
also die das nicht kennt.
00:38:08
Speaker
Da wird das dann schon sehr schwierig.
00:38:11
Speaker
Die auch nur vielleicht zweimal im Jahr Urlaub nehmen kann und hat das gemacht und dann kommst du und sagst, ja geht doch nicht.
00:38:21
Speaker
Und unser Sohnemann ist jetzt im September auch schon elf geworden und ja mittlerweile, also wenn er im Geschäft ist, er unterhält sich da auch ganz nett mit Kunden und erzählt auch schon freisig.
00:38:38
Speaker
Er hat zwar ganz andere Pläne, er möchte mal Geologie studieren, geht jetzt auch aufs Gymnasium, aber auch für ihn ist es ein Thema, was ihn durchaus fasziniert.
00:38:50
Speaker
Ja, alle Wege führen nach Rom, ja, also wer weiß, vielleicht kommt er über die Geologie auch noch zurück.
00:38:59
Speaker
Okay, das heißt, ihr habt von Beginn an das auch gemeinsam geführt, hat
00:39:07
Speaker
Wie war das bei ihr bezogen auf Angestelltenverhältnis etc.?
00:39:11
Speaker
Oder hattet sie dann erstmal Mutterschaftsurlaub, das war Elternzeit oder wie nennt man das noch gleich?
00:39:19
Speaker
Ja, das war so das erste Mal.
00:39:22
Speaker
Elternzeit war das, glaube ich.
00:39:25
Speaker
Und da war es auch so, dass meine Frau dann auch nicht mitgearbeitet hat.
00:39:32
Speaker
Also ich sage mal so ein paar Kleinigkeiten mal.
00:39:34
Speaker
Aber sonst gab es das nicht und das wollten wir auch beide nicht, weil wir gesagt haben, die Zeit, die ist einfach wichtig, dass die fürs Kind da ist.
00:39:43
Speaker
Und ich sage mal, ein Kind zu haben, was dann eben herläuft, das wollten wir beide nicht, von Anfang an nicht.
00:39:49
Speaker
Und ja, wenn das Kind dann größer wird und ich sage mal, dann eben,
00:39:57
Speaker
im Kindergarten, in der Schule dann eben ja auch versorgt ist.
00:40:01
Speaker
Warum soll man dann nicht auch arbeiten?
00:40:04
Speaker
Das ist ja eine normale Sache.
00:40:06
Speaker
Aber dass das Kind dann irgendwie so mitläuft, das wollten wir auf keinen Fall.
00:40:14
Speaker
Okay, das habt ihr offenbar geschafft.
00:40:17
Speaker
Das ist doch sehr angenehm.
00:40:20
Speaker
Ja, ich denke auch.
00:40:24
Speaker
Okay, ja, mich interessiert jetzt, weil wir hatten seither...
00:40:28
Speaker
Ich habe nicht wirklich die Zeit, darüber zu sprechen.
00:40:31
Speaker
Aber worüber haben Klaus und du dich in dem Auto unterhalten?
00:40:36
Speaker
Wahrscheinlich gab es ganz viel, aber was waren dann vielleicht so die ausschlaggebenden Punkte, wo ihr gemerkt habt, oh, wir haben sehr viel Gesprächsstoff gemeinsam.
Reiseerfahrungen und persönliche Werte
00:40:46
Speaker
Ach, das war so ein umfangreiches Gespräch, wirklich von Höckchen zu Stöckchen über die berufliche Vergangenheit, über auch einen anderen Akustikpionier, Marco Binder, mit dem auch Andreas zusammengearbeitet hat und eben so eins zum anderen zusammenkam.
00:41:04
Speaker
Und wir haben uns, und das ist etwas, was ich auf jeden Fall auch noch mal kurzfristig thematisieren will,
00:41:09
Speaker
Auch viel private Dinge unterhalten, war ein super angenehmes, offenes Gespräch, aber auch so über das Motorradfahren, über Reisen.
00:41:16
Speaker
Und da habe ich gemerkt, da würde ich mit Andreas gerne mal nochmal einen ganzen Abend verbringen, weil da so viele spannende Dinge dabei waren, was er schon erlebt hat.
00:41:25
Speaker
Aber da wird es auf jeden Fall nachher noch einen kurzen Ausflug dahin gehen.
00:41:30
Speaker
Ja, ansonsten, also von meiner Seite aus war es einfach, die Fahrzeit ging im Nu vorbei und habe einfach gemerkt, ja, das passt sowohl menschlich als auch auf fachlicher Ebene extrem gut zusammen und deswegen kam sofort die Idee, auch so einen Podcast zu machen.
00:41:45
Speaker
Ich weiß nicht, wie es für dich war, Andreas.
00:41:47
Speaker
Ja, also kann ich nur ganz genau so bestätigen.
00:41:51
Speaker
Also die Zeit ging ruckzuck rum, waren sehr interessante Gespräche.
00:41:57
Speaker
Wenn ihr möchtet, also ich kann gerne mal so die Geschichte vielleicht, die ich bei meinen Reisen erlebt habe, die mich am meisten bisher inspiriert hat und die mich auch immer noch immer wieder sehr beschäftigt, kann ich dir auch gerne kurz erzählen.
00:42:18
Speaker
Sehr gerne, wieso nicht?
00:42:20
Speaker
Das sind, ja, ich bemühe mich, dass ich nicht so ausschweife.
00:42:26
Speaker
Wir fangen nicht wieder ein.
00:42:28
Speaker
Ja, genau, wenn es zu lang wird, dann bitte ruhig Bescheid sagen.
00:42:33
Speaker
Ja, das war für mich tatsächlich ein ganz besonderes Erlebnis auf einer Motorradreise eigentlich in die Mongolei und dann von der Mongolei nochmal dann nach Vladivostok in Russland zurückgekommen.
00:42:53
Speaker
Und also, Vladivostok liegt zu einer Grenze zu Nordkorea.
00:42:59
Speaker
Und das ist für mich auch das landschaftlich absolut schönste Stück gewesen zum Motorradbereisen.
00:43:07
Speaker
Und da gab es ein Erlebnis, dass wir so spät am Nachmittagabend unterwegs waren.
00:43:15
Speaker
Und da haben wir einen Rollstuhlfahrer überholt, also an dem wir vorbeigefahren sind, der mit seinem Rollstuhl da unterwegs war.
00:43:24
Speaker
Das hat mich dann schon so zum Nachdenken gebracht.
00:43:27
Speaker
Ich habe dann so gedacht, wo will der hin mit seinem Rollstuhl?
00:43:31
Speaker
Da war weit und breit nichts.
00:43:33
Speaker
Die nächste Ortschaft, in der wir übernachtet haben, die war 20, 25 Kilometer weg.
00:43:42
Speaker
Dann sind wir dort angekommen, haben übernachtet und ich habe eigentlich gar nicht mehr weiter an den Rollstuhlfahrer gedacht.
00:43:51
Speaker
Und gerade wo wir mit Frühstücken allen fertig waren, unsere Motorräder wieder gepackt hatten und weiter wollten, kam er an.
00:43:59
Speaker
Und dann sind wir da auch ein bisschen ins Gespräch gekommen.
00:44:02
Speaker
Und der Rollifahrer war zu dem Zeitpunkt 73 Jahre alt, ist in Moskau gestartet.
00:44:15
Speaker
und wollte nach Japan.
00:44:17
Speaker
Das war sein Ziel mit Rollstuhl.
00:44:21
Speaker
Ja, ohne wird noch schwer.
00:44:25
Speaker
Ja, aber ich sage mal, für mich absolut faszinierend.
00:44:33
Speaker
Dem fehlen beide Beine, dem fehlt eine Hand und an der anderen Hand hat er noch so, ich weiß nicht, drei Finger gehabt, ja.
00:44:41
Speaker
Und damit ist er unterwegs.
00:44:43
Speaker
Und wir hatten sehr viel Spaß bei dem Gespräch, bei der Unterhaltung, die wir so hatten.
00:44:52
Speaker
Der war total witzig, der Mensch, sehr unterhaltsam.
00:44:57
Speaker
Und du hast gemerkt, er hat sich nicht eine Sekunde daran aufgehalten, was er nicht mehr kann durch seine Rehnerungen.
00:45:05
Speaker
Der hatte einen Traum.
00:45:06
Speaker
Der hatte den Traum, mit seinem Rolli nach Japan zu kommen.
00:45:11
Speaker
Und der hat Zelt zusammengepackt, das, was er eben braucht, wie der ein Zelt aufbaut, wie der das macht.
00:45:18
Speaker
Ich habe keine Ahnung, ich kann mir nicht mal vorstellen, wie das funktionieren könnte, aber er macht es.
00:45:23
Speaker
Er ist da schon zigtausend Kilometer, also ich weiß nicht, 3000 Kilometer weg gewesen von Moskau, die er da schon mit seinem Rollstuhl zurückgelegt hat.
00:45:33
Speaker
Und das hat mich tatsächlich sehr inspiriert, das hat mich auch total beeindruckt, die eigenen Möglichkeiten zu sehen.
00:45:47
Speaker
Hätte er mir vorher erzählt, dass er das machen möchte,
00:45:50
Speaker
Hätte ich wahrscheinlich gedacht, das schafft er nie.
00:45:52
Speaker
Das ist nicht machbar.
00:45:54
Speaker
Aber er hat seine Möglichkeiten gesehen und er hat sich ja nicht verschätzt.
00:45:57
Speaker
Er hat es richtig eingeschätzt.
00:45:58
Speaker
Er war ja unterwegs.
00:46:01
Speaker
Großartig, Andreas.
00:46:02
Speaker
Das ist wirklich begeistert.
00:46:03
Speaker
Man kann so viel daraus lernen.
00:46:06
Speaker
Deswegen glaube ich dir auch sofort, dass das eine der prägendsten Dinge in deinem Reiseleben war.
00:46:12
Speaker
Weil es ist etwas, wo wir alle davon lernen können.
00:46:15
Speaker
Also wir haben das ja ganz oft, dass man manchmal sich selber Dinge nicht zutraut oder andere einem Dinge nicht zutrauen.
00:46:22
Speaker
Und es gibt diesen alten Spruch, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
00:46:25
Speaker
Ja, den finde ich ein bisschen abgedroschen.
00:46:27
Speaker
Aber es ist tatsächlich so, wir sind eigentlich diejenigen, die uns selber unsere Zukunft gestalten können.
00:46:33
Speaker
Und da müssen wir einfach das Fokus auf unsere Stärken und das Positive haben.
00:46:36
Speaker
Und da passieren unglaubliche Dinge.
00:46:38
Speaker
Also ich sage schon mal vielen Dank, weil ich nehme da auch einiges mit aus der Geschichte.
00:46:43
Speaker
Ja, also finde ich auch sehr, sehr exklusiv das Ganze, gerade im Hinblick darauf, du hattest gesagt, das ist sein eigener Traum.
00:46:55
Speaker
Und ich glaube, ganz, ganz viele Menschen heutzutage können das gar nicht mehr, einfach nur mal für sich zu sein, für sich zu denken und die Dinge für sich zu machen, sondern müssen das überall sofort teilen.
00:47:09
Speaker
Also heutzutage gibt es auch inspirierende Geschichten,
00:47:14
Speaker
Aber das ist halt die Frage, wie erfährt man überhaupt davon?
00:47:17
Speaker
Mittlerweile ist es halt so, also derjenige, den du dort getroffen hast, ja, mittlerweile wäre so jemand vielleicht mit einem Kamerateam unterwegs, ja, um das Ganze zu teilen.
00:47:28
Speaker
Also diese Person selbst jetzt vielleicht nicht, aber ganz viele versuchen dann natürlich zu zeigen, guck mal, wie toll ich bin, guck mal, was ich so toll mache.
00:47:38
Speaker
Oder natürlich auch,
00:47:40
Speaker
Thema Inspiration, schaut mal, was sogar ich kann.
00:47:45
Speaker
Ihr seid soweit körperlich gesund und schafft euch die ganzen Probleme alle selbst.
00:47:51
Speaker
Auch das kann ja eine Botschaft sein.
00:47:53
Speaker
Aber ich finde, das Inspirierendste an dieser Geschichte ist, oder an dem Erlebnis, das du hattest,
00:48:01
Speaker
dass die Person das wirklich für sich selbst gemacht hat und sich gesagt hat, hey, ist mir alles egal, was andere denken, andere glauben und mir ist auch egal, wer davon erfährt, ich mache das einfach und fahre mit meinem Rollstuhl nach Japan.
00:48:13
Speaker
Also das ist ja spannend.
00:48:17
Speaker
Genau das war für mich eben auch der Punkt, dass ich gar nicht das Gefühl hatte, er wollte da irgendwas beweisen, sondern er wollte diese Reise machen.
00:48:27
Speaker
Und das mit 73 und eben im Rollstuhl.
00:48:35
Speaker
Und was mich eben auch so beeindruckt hat, dass er die Möglichkeit eben schon gesehen hat und gesagt hat, doch, ich kann das, es geht.
00:48:50
Speaker
Und dann eben auch ins Tun gekommen ist.
00:48:52
Speaker
Und ich sage mal, was Träume angeht, ja, ich finde, Träume sind ganz, ganz wichtig.
00:48:57
Speaker
Ich sehe da immer so zwei Extreme in unserer Gesellschaft.
00:49:02
Speaker
Auf der einen Seite, dass man ganz viele Träume hat und unbedingt jeder Traum in Erfüllung gehen muss.
00:49:13
Speaker
Das ist fast wie eine Liste, die abgearbeitet werden muss, so eine Bucketliste.
00:49:18
Speaker
Und das muss ich noch gemacht haben und jenes muss ich noch gemacht haben.
00:49:23
Speaker
Oder dann eben andere Menschen, die so im Alltag verhaftet sind, dass die eigentlich gar keine Träume mehr haben, die leben mehr oder weniger so vor sich hin.
00:49:33
Speaker
Ich denke, die Träume, die einem wichtig sind, die zu verwirklichen, das ist toll, ist ein großes Privileg, wenn man das machen kann, wenn man auch die Möglichkeiten dazu hat.
00:49:43
Speaker
Das ist eine sehr, sehr schöne Sache.
00:49:46
Speaker
Auf der anderen Seite halte ich es aber auch für gesund, wenn Träume übrig bleiben, wenn nicht jeder Traum in der Führung geht.
00:49:54
Speaker
Ja, so ein gesundes Gleichgewicht, was sollte da mal irgendwie herrschen.
00:49:58
Speaker
Wenn wir jetzt mal den Schwenk von dieser Geschichte in die Hörakustik auch nochmal machen, gerade so auf die Selbstständigkeit mit eigenen Fachgeschäften, mit Mitarbeitern und
00:50:15
Speaker
Was kannst du denn so aus deinen Reisen und so weiter, was hast du denn davon und von dem, was du gerade erzählt hast, auch mit den eigenen Träumen, einerseits die natürlich zu verwirklichen, zu schauen, dass man nicht im Alltag komplett gefangen ist, trotz 60, 70 Stunden, Wochen.
00:50:31
Speaker
Wie versuchst du das denn bei dir selbst umzusetzen und wie ist das konform mit der Selbstständigkeit?
00:50:41
Speaker
Also, wenn ich die Frage richtig verstanden habe, Gabor, also was ich von meinen Reisen praktisch zu den Kunden und vielleicht auch Mitarbeitern mit hin transportiert habe, ist das so gemeint?
00:50:57
Speaker
Das zum einen, vielleicht die Ebene Kunden und Mitarbeiter und dem Umgang damit und allem drum und dran, dann aber auch die Ebene, dann vielleicht als zweites für dich als Inhaber von Fachgeschäften, wie du das für dich selbst dann auch leben kannst.
00:51:17
Speaker
Ja, also dann möchte ich die zweite Frage zuerst beantworten.
00:51:22
Speaker
Wie ich das für mich selber lebe, dass tatsächlich für mich ganz andere Dinge durch die Reisen, die ich schon machen konnte, durch die vielen Menschen, die ich in anderen Kulturen kennenlernen durfte, dadurch hat sich mein Leben schon verändert, meine Ansprüche auch.
00:51:46
Speaker
Ich lebe in einer tatsächlich kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung.
00:51:53
Speaker
ein normales Auto.
00:51:55
Speaker
Ich habe nicht die großen materiellen Ansprüche.
00:51:59
Speaker
Ich möchte das in Frage stellen.
00:52:01
Speaker
Jemand, der Freude daran hat, soll das alles auch haben und nach Möglichkeit von Herzen genießen.
00:52:07
Speaker
Aber für mich, ich brauche das gar nicht so.
00:52:11
Speaker
Also ich möchte nicht sagen, ich brauche nichts Materielles.
00:52:13
Speaker
Das stimmt nicht, das wäre falsch.
00:52:15
Speaker
Aber ich brauche da, ich kann, ich sage mal, in dem Punkt bescheiden sein,
00:52:21
Speaker
Die Kontakte sind für mich viel wichtiger, die menschlichen Kontakte.
00:52:27
Speaker
Und eben auch sowas weitermachen zu können, wohin gehen zu können, wo ich niemand kenne und darauf zu hoffen, dass man viele nette, freundliche Menschen trifft, mit denen man viele Erfahrungen wieder teilen kann.
00:52:43
Speaker
Also das ist das, wie mich diese Reisen letztendlich verändert haben.
00:52:49
Speaker
Und was der Punkt ist, was jetzt so Kunden und Mitarbeiter angeht, dadurch, also was ich wirklich gelernt habe, jeder Mensch trägt sein Päckchen und wir sind immer sehr schnell im Urteilen.
00:53:08
Speaker
Wir haben Vorurteile, wir können gar nicht anders als Vorurteile zu haben und ich
00:53:16
Speaker
Ich versuche immer mir dessen auch bewusst zu sein, dass ich Vorurteile habe, dass sie nicht stimmen müssen, dass sie nicht richtig sein müssen.
00:53:25
Speaker
Und das erlebe ich ganz oft, wenn ich Kunden besser kennenlerne.
00:53:30
Speaker
dass ich dann ein ganz anderes Bild von den Menschen bekomme und von Mitarbeitern übrigens auch.
00:53:39
Speaker
Ich betrachte unsere Mitarbeiter nicht als Familie, sondern wir verstehen uns gut.
00:53:45
Speaker
Ich bin sehr dankbar für das Team, was ich um mich herum habe.
00:53:48
Speaker
Das ist wirklich ein Riesengeschenk, dass ich die Menschen bei mir in der Firma habe.
00:53:54
Speaker
Aber ich unterstütze die Leute viel lieber, dass sie in ihren Familien gut klarkommen und da eben das Beste für sich bekommen und eben das Beste von sich geben können.
00:54:07
Speaker
Und ich betrachte uns jetzt nicht als eine Akustikerfamilie.
00:54:12
Speaker
Aber die Menschen trotzdem, die Mitarbeiter und die Kunden auf eine persönliche Art kennenlernen zu dürfen, das ist schon auch immer was ganz Besonderes.
00:54:22
Speaker
Und ganz oft schon, dass sich da mein Bild völlig verändert hat.
00:54:26
Speaker
Von ganz schwierigen Kunden.
00:54:28
Speaker
Ich habe mal eine Kundin gehabt, so als kleiner Schwank vielleicht noch kurz.
00:54:32
Speaker
Mit wollte ich abbrechen.
00:54:34
Speaker
Die war so wüst, die ist reingekommen, hat die Hörgeräte hingeschmissen.
00:54:41
Speaker
Und ich habe dann irgendwann gesagt, so können wir nicht mehr miteinander arbeiten.
00:54:45
Speaker
Ich wollte das beenden.
00:54:46
Speaker
Und dann sitzt sie vor mir und weint und erzählt mir ihre Geschichte.
00:54:52
Speaker
Und erst da habe ich verstehen können, was überhaupt mit ihr gewesen ist.
00:54:58
Speaker
Und dann ein paar Taschentücher zu reichen und einfach mal nur zu sagen,
00:55:04
Speaker
ja, ich verstehe da ihren Schmerz, ich kann das nachvollziehen.
00:55:09
Speaker
Das hat gereicht und wir sind wunderbar miteinander klargekommen und es ist eine wirklich gute Hörgeräteversorgung draus geworden und sie ist noch viele, viele Jahre ins Geschäft gekommen.
00:55:22
Speaker
Und ich weiß nicht, ob sie überhaupt noch lebt, ist schon auch jetzt lange Zeit her und das war noch in der Firma, in der ich vorher gearbeitet habe.
00:55:32
Speaker
Aber so verändern sich eben Dinge, wenn man sich persönlicher kennenlernt.
00:55:38
Speaker
Und das habe ich besonders auf den Reisen mitgenommen.
00:55:42
Speaker
Ja, also mich inspiriert so das Gesamte, so was du erzählst, wie du das erzählst und das bestätigt einfach so die Gespräche, die wir rund um das Netzwerktreffen hatten.
00:55:57
Speaker
Erst einmal möchte ich nochmal hervorheben.
00:56:00
Speaker
Du hast schon wieder so etwas gesagt, wo ich möchte, dass das hervorgehoben wird.
00:56:07
Speaker
Du hattest gesagt, du triffst gerne Menschen, mit denen man sich unterhalten kann, von denen man sich vielleicht inspiriert fühlt und so weiter und so fort.
Empathie und Kundenbeziehungen
00:56:14
Speaker
Und ja, Klaus, du erwähnst das immer wieder, das Gesetz der Anziehung.
00:56:20
Speaker
Wie viele Menschen gibt es, die sich beschweren, dass überall nur myrische Menschen rumlaufen und alle nur Probleme haben?
00:56:27
Speaker
Die erwarten auch genau das und haben dann entsprechend die Ausstrahlung nach außen und ziehen genau das an.
00:56:35
Speaker
bei dir scheint das irgendwie anders zu sein.
00:56:37
Speaker
Du triffst Menschen, die dich inspirieren, du hältst die Augen offen, die Ohren offen und das in jeglicher Hinsicht, ob das bei dir im Privaten ist, auch in der Vergangenheit mit vielen Reisen, hast dadurch gelernt, was dir wirklich wichtig ist, was dir nicht so wichtig ist und es ist ja gar kein Punkt von du möchtest es dir gar nicht leisten oder du kannst dir es nicht leisten oder sonst irgendwas, sondern sagst halt, ja, das ist
00:57:03
Speaker
erfüllt mich und ich möchte das eben so für mich leben.
00:57:07
Speaker
Und ja, im Hinblick auf die Kunden, das, was du jetzt auch gerade erzählt hast, auch bezüglich Vorurteile, ja, der erste Weg, um sozusagen vorurteilsfrei zu werden, ist zu akzeptieren und zu wissen, dass man Vorurteile hat.
00:57:25
Speaker
Das hast du ja schön herausgearbeitet.
00:57:29
Speaker
Den ersten Eindruck,
00:57:32
Speaker
der bleibt nun mal.
00:57:33
Speaker
Oder was heißt der bleibt?
00:57:34
Speaker
Den gibt es nun mal.
00:57:35
Speaker
Also man kann halt nicht das dritte Treffen auf das erste verlegen.
00:57:39
Speaker
Das funktioniert nicht.
00:57:41
Speaker
Und entsprechend werden wir aus den Erfahrungen aus der Vergangenheit geprägt.
00:57:47
Speaker
Und das sind dann halt unsere Vorurteile, die wir dann wieder auf die neue Person oder die Situation münzen.
00:57:53
Speaker
Und wenn man sich dessen aber bewusst ist, kann man eben direkt schauen, vielleicht ist es ja anders.
00:58:01
Speaker
Auf was achtest du denn vielleicht jetzt auch mehr, wenn es jetzt mal bezogen auf die Kunden ist?
00:58:08
Speaker
Was hast du denn für dich so im Umgang festgestellt, dass du eben mehr oder weniger vorurteilsfrei an die Sache rangehst, um somit vielleicht schneller mit dem Kunden sozusagen warm zu werden?
00:58:21
Speaker
Ja, also es ist tatsächlich so, dass ich mir immer wieder sehr bewusst mache, dass ich die Leute sehr wohl in Schubladen stecke, dass ich sehr wohl da eben auch Vorurteile habe.
00:58:33
Speaker
Und ich finde, da frage ich mir, habe ich das richtig verstanden?
00:58:42
Speaker
Ich frage auch manchmal,
00:58:46
Speaker
Solche Dinge wie, habe ich Sie richtig verstanden, denken Sie, dass ich unehrlich zu Ihnen bin?
00:58:52
Speaker
Also auch solche Sachen frage ich durchaus.
00:58:55
Speaker
Ich lasse das nicht einfach im Raum stehen.
00:58:58
Speaker
Ich spiegle auch gerne zurück.
00:59:02
Speaker
Danke für Ihre Freundlichkeit, das hat mir total gefallen.
00:59:05
Speaker
Also das mache ich.
00:59:07
Speaker
Und so ein dritter Punkt vielleicht noch, dass ich mir tatsächlich auch bewusst mache, ich kann die Leute, die zu mir kommen, die verändere ich nicht.
00:59:17
Speaker
Ich kann aber mein Verhalten ändern.
00:59:20
Speaker
Oder das kann ich bestimmen, wie möchte ich mich verhalten.
00:59:24
Speaker
Und wenn ich möchte, dass es bei mir in der Anpasskabine freundlicher zugeht, kann ich natürlich die Erwartung haben, hoffentlich habe ich in Zukunft noch viel mehr freundlichere Kunden oder ich bin einfach freundlicher.
00:59:37
Speaker
Damit habe ich auch mehr Freundlichkeit bei mir in der Anpasskabine.
00:59:41
Speaker
Ich kann mich dich tatsächlich nicht sauer vorstellen.
00:59:45
Speaker
Nicht, dass es das nicht geben könnte, aber ich kann das nicht.
00:59:49
Speaker
Ja, doch gibt es schon.
00:59:53
Speaker
Ich kann auch richtig sauer werden, aber das ist tatsächlich sehr selten bei mir.
00:59:57
Speaker
Ja, das kenne ich aber auch von mir.
01:00:01
Speaker
Es ist eine Entscheidungssache.
01:00:03
Speaker
Wir haben alle Facetten in uns drin und es ist auch wichtig, damit eben auch so eine Selbsterkenntnis zu haben.
01:00:08
Speaker
Aber wir können vieles steuern und das war für mich jetzt auch schon wieder eine...
01:00:13
Speaker
richtungsweisende Geschichte, weil es geht wirklich darum, wir können uns da, glaube ich, alle so eine kleine Scheibe abschneiden, weil wir können immer gegenseitig voneinander lernen, weil der Umgang mit den Mitarbeitenden, aber auch den Kunden, den kann ich definitiv vor allem als Inhaber natürlich steuern, indem ich da einfach auch etwas vorlebe und gewisse Werte vertrete, die einfach
01:00:36
Speaker
durchweg positiv sind.
01:00:36
Speaker
Und das sehe ich bei euch, Andreas, sehr stark, weil ich kenne ja auch die einen, anderen von deinen Mitarbeitenden ja auch ganz gut schon seit geraumer Zeit.
01:00:45
Speaker
Und ja, die haben sich auch gesucht und gefunden.
01:00:48
Speaker
Und das ist wirklich etwas, wo ich einfach merke, ja, da ist Wertschätzung da.
01:00:51
Speaker
Die kommen auf dich zu, wenn es auch mal der Schuh drückt und haben da einfach auch keine Ängste, irgendwann mal Dinge anzusprechen.
01:00:56
Speaker
Und ich glaube, ihr seid immer auf der Suche nach einer Lösung, weil letzten Endes funktioniert ja nur, wenn wir alle in einem Boot sitzen und in dieselbe Richtung rodern.
01:01:05
Speaker
Ja, und das ist tatsächlich so ein Punkt, wo ich auch ein bisschen stolz drauf bin.
01:01:12
Speaker
Seit 2013 sind wir selbstständig.
01:01:16
Speaker
Und wie du das sagst, das ist immer ganz wichtig für uns gewesen, wenn jemand ein Problem hat, eine Lösung finden zu können.
01:01:24
Speaker
Und bisher ist es noch nicht bei uns vorgekommen, dass jemand mit einem Problem gekommen ist und wir haben sagen müssen,
01:01:33
Speaker
Da haben wir keine Lösung für.
01:01:34
Speaker
Das kriegen wir nicht geregelt.
01:01:36
Speaker
Sondern bei uns sind auch schon krasse Sachen passiert.
01:01:40
Speaker
Also auch Mitarbeiter, an denen schon schlimme Sachen passiert sind.
01:01:45
Speaker
Und wir haben für alles bisher immer eine gute Lösung finden können.
01:01:50
Speaker
Und immer so, dass es für alle dann letztendlich auch in Ordnung war.
01:01:54
Speaker
Und das ist in meinen Augen auch nicht selbstverständlich, dass das geht.
01:02:00
Speaker
Also ganz viele denken ja schon in Problemen anstatt erstmal oder sehen auch nur die Probleme anstatt in Lösungen zu denken und allein dieser Schritt hilft ja schon ganz viel und sind wir schon wieder beim Thema Vorurteil, wenn man dem Gegenüber dann auch immer nur...
01:02:16
Speaker
böse Sachen unterstellt, der hat das gemacht, nur weil er mich ärgern wollte zum Beispiel.
01:02:21
Speaker
Das war eben das Beispiel mit der Kundin kurz genannt, ohne konkret zu werden, aber die ihre Hörgeräte hingeschmissen hat.
01:02:31
Speaker
Bei vielen ist da halt einfach aus, sie schmeißen raus und möchten gar nicht mehr mit der Person sprechen.
01:02:37
Speaker
Du hast auch gesagt, so geht es nicht weiter, aber was ist denn wirklich los und hast dazugehört.
01:02:42
Speaker
Und ja, dann hat sich das aufgelöst.
01:02:45
Speaker
Und so kann man auch mit Mitarbeitern sprechen.
01:02:48
Speaker
Letzten Endes, damit ich es vielleicht nicht ganz so unkonkret stehen lasse, das Problem war bei ihr die Familie.
01:02:55
Speaker
Sie ist verheiratet, hat drei Kinder, die haben den eigenen Betrieb auch gehabt.
01:03:02
Speaker
Und die haben untereinander so einen ganz komischen Umgang wohl miteinander.
01:03:09
Speaker
Und da wurde ständig drüber gelästert, dass sie jetzt Hörgeräte braucht.
01:03:13
Speaker
Jetzt ist sie alte Frau mit Hörgeräten.
01:03:16
Speaker
Und das war die Lachnummer.
01:03:18
Speaker
Da wurde abgelästert drüber.
01:03:20
Speaker
Und wenn sie dann trotz Geräten mal was nicht verstanden hatte, dann ist sie damit aufgezogen.
01:03:28
Speaker
war das, wo an ihr genagt hat, also die Geräte und wir konnten da gar nichts dafür.
01:03:35
Speaker
Aber wenn du die Situation kennst, wenn du weißt, was da bei ihr los ist und wenn ich mir das mal vorstelle, in so einer Familie leben zu müssen, wo man so einen Umgang miteinander pflegt, also das ist schon sehr hart.
01:03:54
Speaker
Ja, da sind wir schon wieder im Thema der Familientherapie.
01:03:59
Speaker
Ich kenne das auch als Tanzlehrer, da kommen Paare zu einem, die das machen, um wieder zueinander zu finden.
01:04:07
Speaker
Und in der Hörakustik, da bringt man auch Familien, teilweise auch wieder zusammen, wo einfach dann klar ist, nur weil du ein Hörgerät hast, bist du nicht...
01:04:20
Speaker
Gerade für die Mitmenschen, für die Familienmitglieder, auch ihr dürft euren Teil dafür tun, dass die Person sich dann auch wohl fühlt.
01:04:30
Speaker
Ich kann mir vorstellen, dass das sehr gewissermaßen verstörend ist für eine betroffene Person und dann aber auch, sobald das einfach mal auf dem Tisch liegt, ein Verständnis von beiden Seiten aufkommt und man dann wieder zurückkommt.
01:04:47
Speaker
gerne miteinander und gut miteinander arbeiten kann.
01:04:51
Speaker
Und ich möchte auch schon so ein bisschen so fast schon in Richtung finales Fazit Richtung gehen.
01:04:56
Speaker
Also diese Schubladen, die brauchen wir auch tatsächlich, weil wir haben so eine Reizüberflutung Tag für Tag, dass wir da wirklich eben auch relativ schnell sortieren müssen.
01:05:05
Speaker
Wir dürfen halt nur eines nicht, und das lebt Andreas ja wirklich vor, dann die Schublade zumachen, sondern wir müssen einfach gucken, dass wir den Spalt offen lassen, weil Dinge verändern sich.
01:05:13
Speaker
Es ist auch so, dass wir Menschen uns verändern, je nachdem in welcher Situation wir gerade stecken.
01:05:17
Speaker
Und gerade in unserem Beruf sind wir ja dabei, dass wir Menschen vielleicht wieder zurück in ihr normales, gewohntes Leben helfen, weil Kommunikation halt eines der wichtigsten Dinge ist.
01:05:27
Speaker
Und das kam jetzt, glaube ich, richtig gut raus.
01:05:31
Speaker
So, ich habe mir schon mein finales Fazit zurechtgelegt, würde aber ganz gerne an euch beide weitergeben, weil ich fand es hochspannend, hochinspirierend und kann nur jetzt schon mal vorab sagen, ja, großartiges Gespräch.
01:05:43
Speaker
Vielen Dank an euch beide.
01:05:45
Speaker
Ja, danke dir, Klaus, für deine Teilnahme.
01:05:51
Speaker
Wir sind jetzt überhaupt gar nicht auf das Netzwerktreffen beziehungsweise auch generell die Akustikpioniere zu sprechen gekommen.
01:05:59
Speaker
Ich möchte das jetzt auch nicht großartig ausweiten.
01:06:03
Speaker
Also auch mir hat das Gespräch
01:06:06
Speaker
Sehr, sehr gut gefallen.
01:06:07
Speaker
Könnt mir auch vorstellen, dass wir da nochmal zusammensitzen.
01:06:13
Speaker
Aber wenn die Zeit noch reinpasst bei dir, Andreas, möchtest du vielleicht noch kurz darauf eingehen, warum du sagst, die Akustikpioniere sind ein Teil deines Fachgeschäfts sozusagen, der Idee, der Philosophie.
01:06:29
Speaker
Und was du so ein bisschen...
01:06:35
Speaker
gefühlt hast auf dem Netzwerktreffen, wo du sagst, letztendlich, okay, das war die richtige Entscheidung?
Vorteile der Akustikpioniere-Gruppe
01:06:42
Speaker
Ja, also das sind für mich tatsächlich mehrere Aspekte.
01:06:46
Speaker
Der erste Aspekt ist der, also ein großer Teil oder der größte Teil bei den Akustikpionieren geht ja ums Thema Marketing.
01:06:59
Speaker
Und Marketing ist aus meiner Sicht immer das Thema gewesen, was wir als kleiner Betrieb nicht richtig gut können.
01:07:10
Speaker
Wenn ich mich alleine hinsetzen möchte und ich möchte alleine Marketing machen, ich möchte Zeitungsanzeigen entwerfen, tolle Texte,
01:07:18
Speaker
Da stoße ich sehr, sehr schnell an meine Grenzen.
01:07:19
Speaker
Das ist nicht das, was ich gelernt habe und was ich gut kann.
01:07:23
Speaker
Und das haben uns, ich sage mal, die großen Betriebe, die Ketten immer voraus gehabt.
01:07:28
Speaker
Mit studierten Leuten und ganzen Abteilungen im Marketing, die können das wesentlich besser.
01:07:39
Speaker
Und die Akustik-Pioniere waren für mich...
01:07:42
Speaker
zuerst mal die Chance, das gleiche Niveau haben zu können, ohne dass ich, ich sage mal, jetzt befürchten muss, ich kann das finanziell gar nicht stemmen.
01:07:56
Speaker
Also wenn ich jetzt eine Fernseherwerbung machen wollte, das wäre überhaupt nicht im Entferntesten bezahlbar.
01:08:02
Speaker
Und bei den Akustikpionieren ist es so, ist es,
01:08:06
Speaker
Aus meiner Sicht ein sehr, sehr hohes Niveau, sehr professionell, sehr, sehr schön.
01:08:13
Speaker
Und das ist der zweite große Aspekt für mich, dadurch, dass wir das ja schon auch zusammen machen.
01:08:21
Speaker
macht es einfach viel mehr Spaß.
01:08:23
Speaker
Also bei dem Meeting, was wir hatten, wir haben da Arbeitsgruppen gemacht, an unterschiedlichen Themen gearbeitet, aber ich habe niemanden gesehen, der jetzt für mich so ausgesehen hätte, als hätte es ihm keinen Spaß gemacht.
01:08:37
Speaker
Und vielleicht auch, wenn die Thematik an sich, mit der man da gerade beschäftigt war, durchaus schwierig und anspruchsvoll war und
01:08:46
Speaker
Aber es hat jedem Spaß gemacht, jeder hat Freude daran gehabt und das Miteinander war einfach toll.
01:08:53
Speaker
Und das ist eben für mich auch das, wo ich sage, das ist die richtige Richtung, zusammen Dinge zu bewegen, zusammen Dinge zu machen und da noch Spaß dabei haben.
01:09:04
Speaker
Also viel besser geht es ja gar nicht.
01:09:06
Speaker
Okay, ja, das waren drei Minuten Zusammenfassung, worüber wir sicherlich auch drei Stunden sprechen könnten.
01:09:13
Speaker
Aber das ist wunderbar, war ja genauso gewünscht.
01:09:16
Speaker
Ja, also auch ich sehe es einfach so, wir sind wirklich eine Gruppe, die miteinander arbeitet und nicht gegeneinander, allein durch den Gebietsschutz begründet, aber einfach, weil wir alle in dieselbe Richtung denken.
01:09:26
Speaker
Und so können wir uns gegenseitig inspirieren und ich finde es auch toll, dass da halt so viele unterschiedliche Typen zusammenkommen, auch unterschiedliche Werdegänge und ich finde es immer ganz gut, wenn man sich einfach auch an anderen Leuten dann orientieren kann oder auch gemeinsam dann mal sich austauschen.
01:09:41
Speaker
Das war so auch mein Fazit an der ganzen Geschichte.
01:09:44
Speaker
Und von daher, wow, was für ein tolles Gespräch.
01:09:47
Speaker
Auch hier ist die Zeit wieder verflogen.
01:09:51
Speaker
Das ist echt Wahnsinn.
01:09:52
Speaker
Von daher, ich gebe jetzt, bevor ich an euch die finalen Worte wieder übergebe, wie immer, noch kurz eine Sache mit, weil wir hatten vorhin mal über Träume und Ziele gesprochen.
01:10:00
Speaker
Und da gibt es eine Sache, die ich echt ganz gerne mit den Zuhörenden teilen will, weil Träume sind Ziele, die noch keinen Termin haben.
01:10:06
Speaker
Und es ist auch gut, solche Träume zu haben, nur wenn ihr was in die Welt bringen wollt, wenn es umgesetzt werden soll, dann gebt dem ganzen Kind ein Datum und dann werdet ihr sehen, dann werden ganz viele Dinge passieren, die euch auch dann Schritt für Schritt diesen Zielen nachbringen.
01:10:20
Speaker
Und wichtig ist, Ziele und Träume sollten einfach inspirierend sein, dass man sich wohlfühlt.
01:10:25
Speaker
Und deswegen ist das mein Schlusswort.
01:10:27
Speaker
Wir haben alle Träume und Ziele und wir wollen die auch gemeinsam jetzt in dem Bereich Akustik weiterleben.
01:10:33
Speaker
Aber bitte vergesst euer Privatleben nicht, weil da kann man, wie wir es heute gelernt haben, auch sehr, sehr viel für sein weiteres Leben noch mitnehmen.
01:10:42
Speaker
Also jeder, der auch dann wirklich Herzblutakustiker ist, macht es nicht ausschließlich für die Gesellschaft, für die Menschen, die ihr versorgt und für die Mitarbeiter.
01:10:55
Speaker
Guckt auch, dass ihr eigene Themen irgendwie mit angeht und nicht nur den Urlaub, weil man den jetzt unbedingt braucht, sondern weil man ihn gerne möchte oder was auch immer das ist.
01:11:08
Speaker
Das ist auch quasi mein Appell, dass man
01:11:11
Speaker
die Zeit auf diesem Planeten auch für sich nutzt.
01:11:18
Speaker
Dafür gibt es Tools, um solche Dinge besser zu ermöglichen.
01:11:21
Speaker
Eines davon sind dann auch die Akustikpioniere.
01:11:25
Speaker
Und ja, ich bedanke mich bei jedem, der hier zugehört hat.
01:11:30
Speaker
Und vor allem dann aber natürlich auch bei dir, Andreas.
01:11:34
Speaker
Danke für deine Teilnahme, für deine Worte, deine Zeit.
01:11:39
Speaker
Und ja, was gibt es denn vielleicht von dir noch als Schlusswort an alle Zuhörer?
01:11:47
Speaker
Ja, also ein großes Schlusswort von mir gibt es, glaube ich, nicht.
01:11:51
Speaker
Ich möchte mich nochmal ganz herzlich bedanken, dass ich dabei sein durfte.
01:11:54
Speaker
Ich habe mich wirklich lange auf das Gespräch heute gefreut.
01:12:00
Speaker
Das Einzige, was ich ein bisschen schade finde, dass es schon wieder so gut wie vorbei ist.
01:12:05
Speaker
Sonst auch jederzeit gerne, gerne wieder.
01:12:09
Speaker
Und ich habe das sehr genotzt.
01:12:17
Speaker
Alles klar, dann wünschen wir euch noch einen sehr schönen Tag.
01:12:21
Speaker
Schönen Tag, schönes Wochenende, gute Nacht.
01:12:24
Speaker
Bis zum nächsten Mal.
01:12:31
Speaker
Wir hoffen, du konntest aus dieser Folge etwas für dich mitnehmen.
01:12:35
Speaker
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