Transcript
Speaker: So ein Geräusch leiert sich zusammen aus im Schnitt 20 verschiedenen Geräuschen, würde ich sagen.
Speaker: 20?
Speaker: Ja, aber ich bin mir ganz sicher, dass das Sprechen einer bestimmten Sprache und Dialekt sich auswirkt auf die Psyche.
Speaker: Durch den Prozess des Schaffens und des Kreativen und einen Textschreiben tatsächlich zu irgendwelchen Themen und den umzusetzen mit Geräuschen und Musik und Harmonien und Melodien,
Speaker: Das ist schon eine krasse Verarbeitungsmöglichkeit für mich und wahrscheinlich die überhaupt für mich.
Speaker: Mike Rider Deep Talk Menschen
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mike Rider Deep Talk.
Speaker: Heute bei mir zu Gast ist Mira Kempf.
Speaker: Mira ist Musikerin, Musikwissenschaftlerin, Tontechnikerin und Sounddesignerin.
Speaker: Und wir zwei kennen uns von den Hörspielen der Masters of the Universe.
Speaker: Da macht sie das Sounddesign und die Mischung und die Audio-Postproduktion.
Speaker: Herzlich willkommen, Mira.
Speaker: Schön, dass du da bist.
Speaker: Dankeschön.
Speaker: Schön, hier zu sein.
Speaker: Ja, Mira, wir kennen uns von den Masters of the Universe Hörspielen.
Speaker: Da, wie gesagt, machst du die Audio-Postproduktion und Sounddesign und so.
Speaker: Du hast aber auch ein paar von den Soundtracks komponiert.
Speaker: Erzähl mal vielleicht ein bisschen abseits dieser Sachen von dir.
Speaker: Wer bist du?
Speaker: Wo kommst du her?
Speaker: Wo gehst du hin?
Speaker: Warum tust du das, was du tust?
Speaker: Ja.
Speaker: Große Frage.
Speaker: Schwer für mich, das schnell einzugrenzen.
Speaker: Ja, get it over with.
Speaker: Also ich komme schon tatsächlich aus der Musik.
Speaker: Musik und Geräusche haben mich immer schon beschäftigt und interessiert.
Speaker: Als Kind Klavier gespielt und Querflöte, E-Gitarre.
Speaker: Viel so aus dem klassischen Kontext früher, Orchester und Co.
Speaker: und sowas.
Speaker: Genau, und dann habe ich Musikwissenschaft studiert, systematische Musikwissenschaften, auch um gleichzeitig noch ein Standbein mir zu etablieren, dass ich eben nicht nur als freischaffende Musikerin dastehe, sondern auch noch andere Arbeitsbereiche im Feld der Musik mir sozusagen damit aufmachen kann.
Speaker: Mhm.
Speaker: Musikwissenschaften habe ich studiert, lange auch den akademischen Weg gefolgt sozusagen und gedacht, dass ich da mehr machen würde.
Speaker: Und dann hat sich aber tatsächlich durch Bands, durch Musikmachen, durch Sounddesign für verschiedene Projekte mehr und mehr herauskristallisiert, dass sich dieses Praktische mir mehr Spaß macht und mir mehr fehlt.
Speaker: Und dann habe ich noch mal eine Ausbildung gemacht zum Audio-Techniker und Sounddesigner, um dann auch jetzt...
Speaker: Sounddesign zum Beispiel für die Retrofabrik machen zu können.
Speaker: Cool, sehr cool.
Speaker: Lass mich nochmal nachfragen, wie kann ich mir das vorstellen mit der systemischen Musikwissenschaft?
Speaker: Was steckt da dahinter?
Speaker: Ist das Musikpsychologie oder was hast du da gelernt und wie wendest du das vielleicht auch im Idealfall an in deinem künstlerischen oder kreativen Schaffen?
Speaker: Ja, genau, wo man das anwendet, gleich vorweg, ist natürlich manchmal schwierig zu sagen, weil das dann irgendwie intuitiv passiert und so ein bisschen in dieses Grundwissen einfließt, wahrscheinlich mehr.
Speaker: Systematische Musikwissenschaft steht so im Gegensatz zu historischer Musikwissenschaft, das ist das allgemein Bekannte, da beschäftigt man sich mit europäischer Musikgeschichte.
Speaker: Und systematische Musikwissenschaft hieß früher Vergleichende Musikwissenschaften, hat so ein paar Namensänderungen durchgemacht.
Speaker: Hat also mehr Musikpsychologie, Musiksoziologie und Musikethnologie als Schwerpunkte.
Speaker: Und Tonstudio, Produktion, Akustik und alles, was damit zu tun hat.
Speaker: War das für dich schon immer klar, dass die Musik dein Weg ist und deine Berufung, wenn man so will?
Speaker: Weil das klingt jetzt schon nach einem sehr straighten Weg.
Speaker: Andere wissen von Anfang an, sie wollen SchauspielerInnen werden oder...
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: Oder war das für dich lange ein Hobby und dann ist es irgendwie auch durch Zufall zum Beruf geworden?
Speaker: Nee, es war tatsächlich irgendwie immer schon klar, ohne dass ich mir bewusst Gedanken oder eine Entscheidung getroffen hätte früher.
Speaker: Es ist irgendwie so...
Speaker: gewachsen mit der Zeit, vielleicht kann man so sagen.
Speaker: Ich habe immer schon viel gesungen und dann den Klavierunterricht genommen, in eine Musikklasse gekommen, wo wir dann auch Orchester hatten und Musik LK in der Schule.
Speaker: Es war schon immer sehr auf Musik ausgerichtet, mein Leben.
Speaker: Und das aber auch mit Absicht.
Speaker: Also das war schon gewollt von mir immer schon als Kind.
Speaker: Inwiefern das dann irgendwie eine bewusste Entscheidung ist oder nicht als Kind, ist natürlich schwierig zu sagen.
Speaker: Aber mit 19 nach dem Abi war es für mich klar, dass ich auf jeden Fall mit Musik was machen möchte.
Speaker: Und einfach nur den Weg über die Hochschule und ein Instrument zu lernen, wäre doch ein bisschen zu eng geworden für mich.
Speaker: Deswegen, dass möglichst das Feld ein bisschen zu öffnen schon.
Speaker: Ja.
Speaker: Irgendwie mehr Möglichkeiten sich... Ja, verstehe.
Speaker: Du bist ja auch als Kind viel rumgekommen, so wie ich aus unserem Vorgespräch weiß.
Speaker: Also du bist aus Hamburg, hast aber auch als Kind eine Zeit lang im Ausland gelebt.
Speaker: Magst du da vielleicht ein bisschen drüber erzählen und ob da auch Musik von anderen Kontinenten oder aus anderen Ländern dich auch schon geprägt und begleitet hat oder war das eher schon die schulische, sozusagen die Hamburger Zeit oder so?
Speaker: Ja, also wir haben als Kind, als ich Kind war, sind meine Eltern mit mir nach Nigeria gezogen, zwei Jahre, weil sie da gearbeitet haben beide.
Speaker: Da war ich zwei bis vier.
Speaker: Also da gab es noch kein aktives Musikleben in meinem Leben.
Speaker: Danach haben wir noch ein Jahr in Dänemark gewohnt.
Speaker: Meine Mutter ist Dänin.
Speaker: Meine Eltern haben damals keine Wohnung gefunden in Hamburg und so gab es so ein bisschen hin und her.
Speaker: Aber es ist schwer zu sagen, ob mich das direkt geprägt hat.
Speaker: Das war ja auch alles mehr noch so im vorbewussten Leben.
Speaker: Unterbewusst mit Sicherheit.
Speaker: Also es hat mich immer sehr interessiert, die westafrikanische Musik generell, um das mal als Oberbegriff, das ist natürlich...
Speaker: sehr weit gefasst.
Speaker: Aber das hat mich immer schon interessiert und deswegen auch mein Studium von der Musikethnologie und meiner Magisterarbeit habe ich dann auch über Musik in Westafrika, über verschiedene musikalische Konzepte geschrieben.
Speaker: Insofern hat das schon einen Einfluss gehabt, aber ich kann nicht sagen, dass ich da besonders viele Rhythmen oder was man vielleicht sowas oder irgendwelche bestimmten Musiken gehört hätte, die ich dann später...
Speaker: noch im Kopf gehabt hätte.
Speaker: Aber mit Sicherheit hat das sehr viel Grenzen geöffnet.
Speaker: Also einfach nur Hörgewohnheiten verändern.
Speaker: Ob es dann Soundscape, also die Umgebungsgeräusche sind einfach die Natur, die anders klingt, die Sprache oder die Musik aus dem Ghetto-Blaster.
Speaker: Das ist ja schon mal ein großer Einfluss auf jeden Fall.
Speaker: Sind denn deine Eltern auch Musiker oder Kreative?
Speaker: Bist du in einer kreativen Familie aufgewachsen?
Speaker: Nein, also mein Vater ist Arzt, deswegen hat er damals auch gearbeitet in einem Krankenhaus.
Speaker: Meine Mutter ist Grafikerin, also schon künstlerisch, aber eher visuell.
Speaker: Klavier gespielt hat sie allerdings auch und es liegt so ein bisschen in meiner Familie, mein Großvater auch.
Speaker: Durch ihn habe ich dann auch Klavierunterricht bekommen und meine Uroma wollte immer schon Sängerin werden und so.
Speaker: Also es gibt da schon so ein paar Umsätze.
Speaker: Aber nie so, dass ich jetzt als das Kind einer Familie von lauter Musikern auch Musiker werden sollte.
Speaker: Ja, also jetzt keine klassische Musiker.
Speaker: Nee, genau.
Speaker: Okay, verstehe, verstehe.
Speaker: Ich finde das ja ein bisschen witzig, dass wir jetzt miteinander reden, weil wir kennen uns ja schon, aber irgendwie auch gar nicht.
Speaker: Oder eigentlich kennst du mich viel besser als ich dich in Wahrheit.
Speaker: Nur für den Kontext oder damit das alle verstehen.
Speaker: Ich bin der Erzähler in den Masters of the Universe Hörspielen und die Mira macht die Audio-Postproduktion.
Speaker: Und ich schicke ihr eigentlich immer
Speaker: Einfach nur so eine Stunde oder zwei Session irgendwie mit allen Takes und dem ganzen privaten Gelaber dazwischen.
Speaker: Aber nur von meiner Seite, weil der Regisseur ist ja auch zu mir dazugeschaltet, den höre nur ich.
Speaker: Und du, Mira, hast dann eigentlich nur die eine Hälfte eines Gesprächs und die Takes, die dazu für dich zu verarbeiten sind sozusagen.
Speaker: Und ich muss dann immer am Ende der
Speaker: oder muss, ich möchte, dann am Ende über der Take sowas sagen wie, ja, also Matthias fand den zweiten Take gut, nur das Ende, bitte nimm vom dritten, weil da habe ich irgendwie besser, keine Ahnung, da habe ich es mehr gemeint oder ich weiß nicht genau.
Speaker: Hörst du dir das eigentlich alles an, auch das dazwischen, was ich mit dem Matthias privat rede oder wenn er dann irgendwas erzählt, was ihm dann einfällt oder so?
Speaker: Ja, also...
Speaker: Einiges liegt ja auch schon ein bisschen in der Materie an sich sozusagen.
Speaker: Also bei dir als Erzähler könnte ich theoretisch größere Sprünge machen.
Speaker: Allerdings kommen ja auch da manchmal, also ich könnte visuell vorgehen sozusagen.
Speaker: Ich sehe ja die Hüllkurven, die Aufnahmen und ich weiß, welchen Text du sprechen musst.
Speaker: Und wenn ich ihn einmal gesehen habe sozusagen und er sich dann wiederholt, das erkennt man schon wieder.
Speaker: Aber das kann immer mal sein, dass du einen Satz von dem ganzen Blog nur wiederholst, weil Matthias gesagt hat, mach mal diesen einen Satz nochmal umklebt, schneid den rein dann.
Speaker: Insofern werde ich den Teufel tun, wenn ich alles anzuhören, weil wenn ich genau das verpasse, bei den anderen Sprechern gibt es natürlich auch noch so Interjektionen oder so, die man dann im Dialog vielleicht da mit einbauen will.
Speaker: So ein A, Ö, Ach, M.
Speaker: Das heißt, ich werde mir auf jeden Fall jede Hüllkurve mindestens kurz anhören.
Speaker: Aber es ist ja auch manchmal ganz interessant und lustig mit dem Arbeitsalltag noch so ein bisschen.
Speaker: Und dass du deine Takes nochmal markierst, das finde ich eigentlich ganz gut.
Speaker: Das macht Spaß.
Speaker: Und auch, dass du zu mir direkt sprichst.
Speaker: Da bist du nämlich der Einzige tatsächlich.
Speaker: Ja, ihr da draußen, Cast von irgendwie 20 Leuten.
Speaker: Mira ist auch ein Mensch.
Speaker: Kann man auch einfach ansprechen.
Speaker: Ja, da freue ich mich tatsächlich immer.
Speaker: Merke ich selber, ja stimmt, wir sind ja alle Menschen.
Speaker: Ja, das war aber tatsächlich eine Idee von Matthias.
Speaker: Ich bin ja überhaupt nicht auf die Idee gekommen oder Matthias hat mich auf die Idee gebracht.
Speaker: Moment mal, Mira hört ja gar nicht, was er sagt als Feedback zu dem und dann...
Speaker: Hast du in den ersten Folgen, hat er immer noch gesagt, aber dann muss ich mich danach immer noch mal mit ihr unterhalten und weißt du, ungefähr da bei dem Teil, da hätte ich gerne das, wenn du das einfach direkt danach sagst, dann haben wir das erledigt.
Speaker: Und das fühlte sich am Anfang ein bisschen komisch an, aber es ist total effizient zu sagen.
Speaker: Ich finde das auch super.
Speaker: Ich habe mit Matthias tatsächlich da auch nochmal direkt drüber gesprochen danach und er sagte dann zu mir, es wäre aber gut, also er möchte gar nicht zu viel seiner Meinung mitgeben,
Speaker: weil er ja vielleicht auch manche Sachen dann nicht mehr genau, dann hat er das gerade gehört, aber vielleicht war der erste Take doch schon ganz gut und man hat ja eine gewisse Aufmerksamkeitsspanne für die Takes gerade sozusagen.
Speaker: Das heißt, manchmal kann es auch sein, dass ihr beide den gut findet, aber ich merke im Kontext zusammen mit den anderen Sprechern ist eigentlich der erste Take der bessere noch.
Speaker: Das heißt, ich höre mir trotzdem auch alles nochmal an und dann gucke ich, was Matthias gesagt hat.
Speaker: Ja, spannend.
Speaker: Das stimmt natürlich, weil den großen Überblick, den hast du.
Speaker: Da laufen ja erstmal alle Fäden zusammen und du merkst, okay, was ist denn das Tempo der Szene, die ich da jetzt vielleicht beschreibend einleite oder sind wir jetzt gerade...
Speaker: in einer düsteren oder in einem Kampfgeschehen oder was auch immer.
Speaker: Das weiß ich natürlich inhaltlich auch.
Speaker: Aber es gibt ja so viele Level an Intensität, in denen man voll reinknallen kann, voll auf die 12 mit 120 Prozent reinbreitern irgendwie in so eine Nummer oder sich vielleicht ein bisschen Raum zur Steigerung zu lassen und so weiter.
Speaker: Und den Kontext haben wir natürlich nicht.
Speaker: Auch Selbststände-Erzähler entkoppelt ist von der Hand.
Speaker: In der inneren Handlung muss er trotzdem in den Kontext passen.
Speaker: Und das kann der Matthias natürlich auch nicht beurteilen, weil der nicht alles am Schirm hat, weil er nicht alles vor sich liegen hat.
Speaker: Und manche Aufnahmen vielleicht auch noch gar nicht gemacht wurden, was dann am Ende alles zusammenkommt.
Speaker: Ja, richtig, total spannend.
Speaker: Aber es ist gut, trotzdem so Vorlieben zu hören von euch beiden.
Speaker: Wer hat dann das letzte Wort?
Speaker: Ich.
Speaker: Geil.
Speaker: Im Endeffekt hat natürlich die Retrofabrik immer das letzte Wort.
Speaker: Das ist klar.
Speaker: Das kann schon mal sein, dass die sagen, I'm contractually obligated to say... Das ist schon auch korrekt.
Speaker: Es kann schon sein, dass die sagen, na, der eine Take, da hast du da nicht noch einen anderen vielleicht, der...
Speaker: wo er nicht, weiß ich nicht, oder sie nicht.
Speaker: Der war scheiße.
Speaker: Hab ich gehört, wie scheiße der war?
Speaker: Das war alles Geschmackssache.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Okay, ja, witzig.
Speaker: Hast du denn
Speaker: persönlichen Bezug zu Masters of the Universe.
Speaker: Bist du He-Man, He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He-He
Speaker: Ich wollte gerade sagen, weil du heißt, als Musikerin heißt du Mira.
Speaker: Genau.
Speaker: Das ist schon ein extrem cooler Name, der eigentlich keinen anderen Schluss zulässt.
Speaker: Aber ich wollte dich jetzt nicht in eine Ecke malen und dann kommst du aus der Nummer nicht mehr raus.
Speaker: Nee, nee, aber das ist genau richtig.
Speaker: Das war schon ein Bezug darauf.
Speaker: Und das war tatsächlich alles noch vor diesen Hörspielgeschichten und so weiter.
Speaker: Deswegen ist das schon ein lustiger Zufall.
Speaker: Shira, natürlich auch He-Man.
Speaker: Das war so...
Speaker: Vielleicht aber mehr die Begeisterung der kleinen Brüder oder großen Brüder.
Speaker: Und ich mit meiner Freundin, wir sind natürlich aufgesprungen, wenn Shira kam.
Speaker: Das war schon empowering sozusagen mit acht.
Speaker: Da zu sitzen vorm Fernseher und dann kommt auf einmal so eine Frau und ist die stärkste Frau.
Speaker: Das fand ich schon ganz schön cool.
Speaker: Aber in dieser Tiefe, in der ich jetzt reinsteige, natürlich in die ganze Welt.
Speaker: Handlungsentwicklung und Charaktere, also die Geschichte der Charaktere und so.
Speaker: In dieser Tiefe war ich natürlich als Kind.
Speaker: Die Lore.
Speaker: Aber spannend, oder?
Speaker: Wie ist das für dich?
Speaker: Ist das ein Flashback oder empfindest du das neu, wenn du jetzt diese Geschichten und die Charaktere wiederentdeckst oder als Arbeitsauftrag jetzt zum Leben erwecken musst?
Speaker: Ja, beides wahrscheinlich so ein bisschen.
Speaker: Also es werden irgendwie alte Sachen und Erinnerungen wieder erweckt und man erkennt auf einmal doch noch irgendwelche Charaktere, von denen man gar nicht mehr wusste, dass man sie schon mal kannte wieder.
Speaker: Aber auch ganz viel Neues natürlich, ganz viel Neues.
Speaker: Gibt es eigentlich einen Unterschied in Anführungsstrichen oder wie groß ist der Unterschied zwischen einer Komposition für ein Hörspiel, für einen Soundtrack, zum Beispiel Masters of the Universe und deiner Arbeit als Musikerin?
Speaker: Also du machst elektronische Livemusik hauptsächlich.
Speaker: gehst du da ganz anders?
Speaker: Ich kann es mir wirklich gar nicht vorstellen.
Speaker: Ich kann ein bisschen Lagerfeil-Gitarre.
Speaker: Auch cool.
Speaker: Wonderwall und so.
Speaker: Ich habe viel gespielt.
Speaker: Ein bisschen Gitarre spiele ich, aber ich habe nie was komponiert oder so.
Speaker: Das ist einfach nur eine völlig andere Welt.
Speaker: Ja, das hat auch ein bisschen gedauert, bis ich da hingekommen bin tatsächlich.
Speaker: Ich habe jetzt nicht als Kind oder Jugendliche schon immer Songs geschrieben oder so.
Speaker: Texte vielleicht, aber ich habe auch Gitarre gespielt und viel gesungen dazu, aber auch mehr Bekanntes.
Speaker: Genau, dann kam dieses elektronische Musikproduzieren oder auch in anderen Bands.
Speaker: Es ist schon für mich eine ganz andere Herangehensweise jetzt für diese Soundtrack-Sache das zu machen.
Speaker: Also einmal haben wir ein anderes musikalisches Grundgerüst sozusagen.
Speaker: Das ist
Speaker: spielt sich fester auf dem, wie soll ich das sagen, musikalischen, europäischen Kontinent ab, vielleicht kann man das so sagen.
Speaker: Wir sind da mehr in so einem klassischen Kontext.
Speaker: Also einmal natürlich, weil wir schon Musik haben.
Speaker: Die ist ja nicht nur von mir, also die ganze Ausgangsmusik.
Speaker: Das heißt, alles, was ich jetzt noch dazu komponiere, soll ja schon irgendwie dazu passen.
Speaker: Also am besten aus einem Guss klingen.
Speaker: Das heißt, natürlich habe ich mich daran zu orientieren.
Speaker: Mhm.
Speaker: Das Nächste ist, dass ich da eher in so einem klassischen Orchester denke, als dass ich jetzt einen Beat programmiere, in dem ich
Speaker: viele Geräusche zum Beispiel nutzen würde.
Speaker: Da kommen wir vielleicht später noch was zu.
Speaker: Ja, unbedingt.
Speaker: Da hätte ich noch ein Wort zu verliehen.
Speaker: Ja, auf jeden Fall zu dem positiven.
Speaker: Gerne, gerne.
Speaker: Also genau.
Speaker: Und hier haben wir halt Instrumente, klassische Instrumente.
Speaker: Wie setze ich das jetzt zusammen?
Speaker: Haben wir die Streicher Spicato oder Pizzicato oder gestrichen?
Speaker: Wie viele Cello setzen wir da drunter, Shelley?
Speaker: Und nehmen wir den Contrabass oder doch eine Drone vielleicht mal?
Speaker: Also so konstituiert sich das sozusagen schon mal ein bisschen fester in der Rahmenbedingung, was da überhaupt möglich ist.
Speaker: Und dann haben wir natürlich so verschiedene Themen auch, die wir damit bearbeiten wollen.
Speaker: Also die Musik soll ja auch eine Funktion erfüllen direkt und nicht nur Leihwerk sein.
Speaker: Das heißt, sie soll Stimmungen transportieren, konkrete Stimmungen.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und da muss man natürlich so ein bisschen mit Motiven und so arbeiten, dass man das dann auch wiedererkennt, beziehungsweise vielleicht weiterverarbeiten kann, weiter modulieren kann, ein Thema weiter verändern kann.
Speaker: Ich würde da gerne noch ein bisschen auf den Unterschied eingehen, weil Gefühle transportieren ja beide Musiken, ob das jetzt elektronische Livemusik ist oder ein Beat oder auch jede andere Kunstform von Musik, während der Soundtrack ja quasi eine Auftragsarbeit ist, um mit einer ganz klaren, konkreten Vorgabe zu
Speaker: das hätte ich gerne, bitte erzeuge diese Stimmung, dieses Gefühl, diese Tonalität oder so.
Speaker: Ist es dann, komponierst du freie Musik anders?
Speaker: Also weißt du vielleicht gar nicht, wo es hingeht, wenn du dich an ein neues Set setzt oder so?
Speaker: Ja, genau so, tatsächlich.
Speaker: Wenn ich
Speaker: freie Musik mache, ohne Zweck und festen Output dafür sozusagen, dann habe ich vielleicht eine Idee im Kopf, vielleicht eine Melodie oder vielleicht auch ein Geräusch, was ich gerne benutzen möchte, musikalisch.
Speaker: Und
Speaker: Und das Spannende ist dann eigentlich, sich selber in diesen Flow irgendwie zu bringen.
Speaker: Und dann kann das immer weiter fließen und sich weiter verändern.
Speaker: Am Ende kann auch mal gar nichts rauskommen natürlich.
Speaker: Oder was nicht wirklich einzuordnendes, was ich vielleicht nicht direkt anwenden kann für mein Musikprofil oder so nicht hochladen möchte.
Speaker: Darum geht es ja auch gar nicht so sehr.
Speaker: Und es geht eigentlich dann mehr um das Experimentieren mit den Klängen, während es passiert auch.
Speaker: Gar nicht so sehr dieses fertige Produkt, was ich dann am Ende fertigstellen möchte.
Speaker: Und das muss perfekt sein.
Speaker: Das wird es ewig.
Speaker: Also es wird immer nur irgendwo so ein Zeitpunkt sein, wo man...
Speaker: das dann eventuell beenden kann und sagen, hier, jetzt ist es gerade so, ich könnte auch noch zwei Jahre weiterarbeiten.
Speaker: Ich wollte gerade fragen, ist es denn dann jemals fertig?
Speaker: Nee, eigentlich nicht.
Speaker: Das finde ich auch sehr schwierig.
Speaker: Im Gegensatz jetzt zu diesem Sounddesign oder die Soundtracks, wobei, da können wir auch gleich nochmal, die können ja auch immer weiter sich verändern noch.
Speaker: Ja gut, dass du dann das nochmal variierst und sagst, okay, ich mache jetzt von dieser Fingerübung oder von diesem Thema noch eine Weiterentwicklung oder so.
Speaker: Klar.
Speaker: Aber das andere musst du ja dann irgendwann sagen, so Mira, jetzt muss das Licht der Welt erblicken.
Speaker: Live mal ausprobiert werden oder ins Presswerk oder online hochladen irgendwo.
Speaker: Genau.
Speaker: Oft ist es ja so, dass man nicht ganz alleine da mit im Boot sitzt sozusagen, sondern noch mit anderen Musikern zusammen das gemacht hat.
Speaker: Dann ergibt sich das mal so oder auch mal gar nicht.
Speaker: Also es kann ja in beide Richtungen gehen.
Speaker: Entweder sagt dein Mitmusiker so und in zwei Wochen muss es fertig sein übrigens, muss raus.
Speaker: Was du dann da hast, hast du und was nicht, nicht.
Speaker: Oder man hat kein festes Abgabedate und will es eigentlich nur so gut wie möglich machen und dann kann man auch mal Jahre mit dem gleichen Projekt immer weiterarbeiten.
Speaker: Das ist dann eher die Aufgabe eines Produzenten, oder?
Speaker: Dem Ganzen eine Form und eine Struktur zu geben und zu sagen, ich nehme dir jetzt diese Entscheidung ab, weil sonst gehst du 100 Jahre mit dem Schwanger und dann kommt das Album nie raus.
Speaker: Da sagst du einen richtigen Punkt.
Speaker: Ja, es wäre schön, wenn ich einen Produzenten oder noch einen Manager oder sowas, aber das Ding ist ja, oder Mixer oder Mastering-Ingenieur, das Ding ist ja, dass ich da alles selber mache tatsächlich.
Speaker: Und das macht es nicht unbedingt einfacher, diese Entscheidung zu treffen.
Speaker: Zum Beispiel, was so einen Mix angeht.
Speaker: Durch Erfahrung ist mir aufgefallen, ich habe ja jetzt eigentlich alles gelernt, das Handwerk extra gelernt, um das auch machen zu können.
Speaker: Es ist sehr viel einfacher für andere Musiker, die Mixer und die Masterings fertigzustellen.
Speaker: So viel in diesen kleinen Details noch, die eventuell noch besser werden können.
Speaker: Man weiß ja seine ganzen Fehler, die sind einem ja schon bewusst.
Speaker: Oder man ist betriebsblind, kann ja auch sein.
Speaker: Dass man...
Speaker: Sachen hat, wo man gar nicht hinschaut, weil das ist so selbstverständlich.
Speaker: Und dann kommt jemand von außen, hört mit frischen Ohren drauf und sagt, also das müssen wir aber nochmal ganz, ich will ja jetzt nicht zu stark hineinfuhrwerken, aber so geht's nicht.
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Und vor allem, was jetzt so
Speaker: Auftragssachen angeht.
Speaker: Und da ist es irgendwie noch klarer, dass man auch diese kritikfähig sein muss, beziehungsweise das nicht persönlich nehmen oder sein Ego nicht irgendwie im Vordergrund haben.
Speaker: Und wenn das so die eigenen Sachen sind, dann habe ich ja eigentlich auch Nachenfreiheit sozusagen.
Speaker: Da kann ja jemand sagen, das war schlecht, ich würde es vielleicht trotzdem rausbringen.
Speaker: Also das ist ja auch viel Geschmackssache, beziehungsweise wo ist was fertig, wo lebt es aber vielleicht gerade noch davon, dass es nicht ganz perfekt ist.
Speaker: Das ist irgendwie schwer in Worte zu fassen für mich, aber es gibt eine Lebendigkeit auch in diesem Unperfekten und für mich, für meine Ästhetik.
Speaker: Und das kann auch abflauen mit mehr und mehr Perfektion.
Speaker: Weil es dann so glatt gebügelt und durchorchestriert ist und keine Sehne mehr hat, dadurch, dass du alle Ecken und Kanten abgeschliffen hast, oder?
Speaker: Genau, es dürfen auch kleine Fehler, in Anführungsstrichen, was das denn sein mag.
Speaker: Ja, oder halt, was ich aber eigentlich fragen wollte, ist das jetzt mehr eine Bürde, oder?
Speaker: Gute Frage.
Speaker: Für dich.
Speaker: Das ist tatsächlich auch ein bisschen tagesformabhängig, würde ich sagen.
Speaker: Also ich bin nicht immer in der Lage, meinen Geist frei fließen zu lassen und einfach in diesen Flow reinzukommen und jetzt mache ich mal aus diesen Wasserplatschen ein Stück.
Speaker: Mhm.
Speaker: das funktioniert nicht immer.
Speaker: Man hat natürlich Methoden und so, auch um da näher heranzukommen, aber manchmal ist da auch einfach die Tür zu.
Speaker: Und da finde ich diese Herangehensweise, also da beide Schienen zu haben, da bin ich ganz dankbar für, da finde ich es ganz cool, so ein direktes, konkretes Ziel zu haben.
Speaker: Das muss jetzt irgendwie unheimlich klingen, das Stück.
Speaker: Bedrohlich erst und dann eskalierend oder dramatisch oder traurig.
Speaker: Das hilft einem auch, da irgendwie konkret ranzugehen und Ideen auszuprobieren, Instrumentierungen auszuprobieren, Melodien und so, Besetzung von Instrumenten.
Speaker: Deswegen finde ich das eigentlich keine Bürde, sondern das...
Speaker: Beides ganz interessant.
Speaker: Okay, cool.
Speaker: Dann ist vielleicht auch so ein bisschen eine Phasenformfrage.
Speaker: Es ist nicht jeden Tag Zeit, ein Stück oder einen Song abzuschließen oder zu mischen oder sich so.
Speaker: Und nicht jeden Tag Zeit für das andere, was...
Speaker: wo du vielleicht heute jetzt einfach Bock hättest, einfach nur dich in Rausch zu spielen und zu schauen, was dann am Ende des Tages davon übrig geblieben ist oder dabei rauskommt oder so.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Manchmal geht das, manchmal geht das auch nicht.
Speaker: Genauso wie auch das Funktionale Komponieren sozusagen für die Soundtracks.
Speaker: Auch nicht immer.
Speaker: Man kommt nicht immer in den Flow.
Speaker: Es ist ja nicht ein reines Handwerk sozusagen.
Speaker: Bei dem Sounddesign ist es noch mehr, also da hat es nicht so viel mit Flow.
Speaker: Da kann auch ein Flow dazukommen, aber da ist es natürlich mehr handwerklich direkt.
Speaker: Sobald es musikalisch wird,
Speaker: kann es nicht immer funktionieren.
Speaker: Und am nächsten Tag habe ich es dann in einer halben Stunde fertig und sitze vielleicht am Tag vorher vier Stunden und zerbreche mir den Kopf da dran und es wird einfach nicht besser oder anders.
Speaker: Ja, das finde ich total spannend.
Speaker: Glaubst du, braucht es diese vier Stunden an sich selbst und an dem Ding abzuarbeiten, um dann am nächsten Tag mit einer frischen Birne oder dem...
Speaker: dem Pragmatismus nach dem, was man gestern durchgemacht hat, das Ding auf den Boden zu bringen?
Speaker: Oder ist es eine Lektion, die du dir einfach immer wieder in Erinnerung rufen musst, wo du dir einfach immer wieder dir eine blutige Nase holst und es wissen willst und es trotzdem machst?
Speaker: Ja, auch gute Frage.
Speaker: Finde ich auch schwierig.
Speaker: Würde ich auch sagen, sowohl als auch.
Speaker: Also wenn ich mir...
Speaker: zu sehr einen abbrechen muss, sodass ich mich selber nur noch frustriere und anfange mehr und mehr zu zweifeln, dann ist es vielleicht nicht die beste Voraussetzung, um am nächsten Tag die Tür ganz aufmachen zu können.
Speaker: Aber trotzdem ist es auch wichtig, dass man diese Zeiten hat, in denen man davor sitzt, glaube ich, und da nichts rauskommt.
Speaker: Ja, manchmal muss auch einfach Scheiße erstmal rauskommen.
Speaker: Entschuldigung, meine Wortwahl.
Speaker: Manchmal muss das Kind nicht sein.
Speaker: Manchmal muss auch erstmal Mist rauskommen vielleicht.
Speaker: Wir dürfen alles in Fickenscheiße so.
Speaker: Es ist alles raus.
Speaker: Gut.
Speaker: eigentlich das, was ich auch sagen wollte, inhaltlich.
Speaker: Manchmal muss es halt irgendwie kurz ein bisschen Dreck rauskommen, damit es auch irgendwie wieder sauberer fließen kann.
Speaker: Damit du weißt, was du nicht willst.
Speaker: Ja, das auch, genau.
Speaker: Also, oh Gott, so auf gar keinen Fall.
Speaker: Das ist ja völliger Bullshit.
Speaker: So wie bei der Berufswahl.
Speaker: Manchmal muss man auch ein paar Monate in der Kohlemine schutteln, bevor man sich ganz, ganz sicher ist, dass man bitte unbedingt alles daran setzt, einen kreativen Beruf zu ergreifen und von dem leben zu können.
Speaker: Weil man nicht die 40 Jahre, auf keinen Fall die nächsten 40 Jahre in der Kohlemine schutteln will.
Speaker: Ja, schon.
Speaker: Also es wird immer diese Tiefen und Höhen dafür auch haben, glaube ich, alle kreativen Berufe.
Speaker: Wahrscheinlich das kennen.
Speaker: Was die Tiefen nicht weniger frustrierend macht in dem Moment.
Speaker: Also ich möchte nicht hier die Wand zum Kalenderspruch aufmachen.
Speaker: Das klingt jetzt so super weise und abgeklärt von mir.
Speaker: Weißt du, Mira, manchmal machst du... Aber es stimmt halt.
Speaker: Das kann trotzdem wahnsinnig frustrierend sein.
Speaker: Immer wieder.
Speaker: Und wenn du in so einer eher blockierten Phase bist,
Speaker: Hilft dir da eher die Musiktheorie oder die rationale Herangehensweise aus der wissenschaftlichen Perspektive?
Speaker: Das muss jetzt aber eigentlich so funktionieren.
Speaker: Oder ist es so, dass du eher versuchst, alles über den Haufen zu werfen und out of the box, keine Ahnung, okay, dann nehme ich jetzt irgendwie diese Kugelschreibermine und diesen, weiß ich nicht, die Reibe und dann versuche ich irgendwas, damit das alles bricht, was ich jetzt gerade versucht habe, zu zerdenken.
Speaker: Ja, wahrscheinlich schon eher der Ansatz.
Speaker: Es ist irgendwie gar nicht so leicht.
Speaker: Ich finde es schwierig einzuschätzen bei mir selber, wie viel ich eigentlich an meinem theoretischen Wissen bewusst anwende, das, was ich vorhin meinte.
Speaker: Das meiste ist dann irgendwie intuitiv verinnerlicht schon.
Speaker: Und wenn ich darüber nachdenke, dann kann ich dir schon sagen, ja klar, das mache ich deswegen, das habe ich deswegen gemacht.
Speaker: Aber ich denke diese Schritte nicht vorher, sondern die mache ich alle schon direkt sozusagen.
Speaker: Was aber jetzt zum Beispiel Musikkomponieren jetzt im Free Flow angeht, wenn es nicht Auftragsarbeit ist, da versuche ich tatsächlich eher ganz rauszukommen.
Speaker: Also da kann es...
Speaker: eher sein, dass ich dann mal rauskehre und irgendwelche Geräusche aufnehme.
Speaker: Wirklich mit dem Field Recorder dann zu gehen und zu sagen, so klingt jetzt irgendwie die Landstraße oder der Weih.
Speaker: Und dabei Geräusche finde ja auch.
Speaker: Man wird ja auch anders aufmerksam dann auf Geräusche und es gibt ja unglaublich
Speaker: coole Geräusche, die viel zu wenig Aufmerksamkeit kriegen in unserer alltäglichen Wahrnehmung und auch sehr musikalische Geräusche und damit dann irgendwie zu arbeiten, das setzt ganz viel frei, also da merke ich, komme ich ganz schnell in den Flow, wenn ich zum Beispiel
Speaker: eine Froschaufnahme habe und dann mal gucke und da kommt dann wieder das theoretische Wissen, das dann analysiere und höre, ah ja, die quaken ja hier ein A hauptsächlich oder lass es ein Cis sein.
Speaker: Und dann finde ich die Hummeln und die Hummel summt
Speaker: auf, keine Ahnung, was, denkt ihr was aus?
Speaker: Es sind natürlich nicht ganz klare Frequenzen, aber es sind klare Töne, die wir als Töne wahrnehmen können.
Speaker: Und die lassen sich auch stimmen und tunen.
Speaker: Und so solche Sampler-Instrumente zu bauen, zum Beispiel mit tiefgepitchten Hummeln als Cello-Orchester,
Speaker: Das macht Spaß.
Speaker: Die Frösche haben ihren eigenen Rhythmus beim Quaken und so weiter.
Speaker: Also so kann sich ganz viel plötzlich ergeben, wenn man genau hinhört und das mal nachbaut und das Musik baut.
Speaker: Das finde ich ganz... Megaspannend.
Speaker: Ja, das ist...
Speaker: klingt nach sehr, sehr kleinteiliger und aufwendiger Arbeit eigentlich.
Speaker: Also aufwendig im Sinne von, das bereitet dir jetzt sicher keine körperliche Anstrengung, aber es ist halt so, für das, wie selbstverständlich und leicht und
Speaker: Ja klar, dass dann am Ende klingt, was der ganze Prozess davor oder bis dahin ist ja völlig absurd.
Speaker: Also im positiven Sinne.
Speaker: Ja crazy.
Speaker: Vor allem, wenn ich mir jetzt überlege, okay, also elektronische Musik oder so hat so viele...
Speaker: Tonspuren, also so viele Effekte und Instrumente und Rhythmen und Wechsel und Ding.
Speaker: Wow, okay, das ist ein Haufen Arbeit.
Speaker: Ja, schon.
Speaker: Aber das macht ja auch Spaß.
Speaker: Da hat man dann das Gefühl, so eine Wirklichkeit leben zu können.
Speaker: Aber wobei, wo du viele Tonspuren sagst, also das Sounddesign für die He-Man-Hörspiele, das hat auf jeden Fall noch ein weites Meer.
Speaker: Wirklich?
Speaker: Spuren, ja.
Speaker: Ja, erzähl mal ein bisschen.
Speaker: Ich habe ja überhaupt keine Vorstellung davon.
Speaker: Ich denke, in der Szene sind drei Leute.
Speaker: Ich überzähl da, okay.
Speaker: Dann hast du eine Musikspur für mein Ohr.
Speaker: Erzähl mal ein bisschen, was steckt denn da alles noch dahinter oder drunter oder dazwischen?
Speaker: Ja, also wir haben ja einmal viele Sprecher tatsächlich, so zwischen 20 und 30 Sprecher schon mal.
Speaker: Das kann auch manchmal...
Speaker: Ja, ein großes Puzzle sein, wenn dann einfach 15 Sprecher in einer Szene zusammen sprechen und jeder sagt irgendein Wort.
Speaker: Dann kommt das Mixing natürlich davon, von den einzelnen Sprechern, jede Aufnahme.
Speaker: ist ja anders gemacht.
Speaker: Jedes Mikrofon ist anders, jeder Raum wurde anders, jeder Pegel wurde anders eingestellt, jeder Popschutz ist unterschiedlich weit vom Mikro entfernt.
Speaker: Das heißt, da muss ich erstmal ganz viel die ganzen Sprecheraufnahmen angleichen, dass die einigermaßen so klingen, als würden sie auch nicht mehr.
Speaker: Genau, Entschuldigung für den Kontext, dass ich unterbreche.
Speaker: Nee, bitte.
Speaker: Jeder nimmt woanders auf.
Speaker: Ich habe hier meine Kabine, die klingt so, wie meine Kabine klingt und mein Mikro und ich mit diesem Mikro.
Speaker: Und es gibt, und wir sind ja über ganz Deutschland und Österreich verteilt,
Speaker: Und jeder nimmt woanders auf, in einem anderen Raum, mit einem anderen Mikrofon, hat einen anderen Raumklang und so weiter.
Speaker: Und da kümmerst du dich darum, dass das nicht so völlig zusammengewürfelt klingt.
Speaker: Genau.
Speaker: Aus einem Guss, wie als wären wir in einem Raum und hätten das alles.
Speaker: Ja, so gut es geht, genau.
Speaker: Und dann kommen diese ganzen Sound-Elemente dazu.
Speaker: Und da haben wir natürlich einmal...
Speaker: Man könnte es Tonart der Umgebung nennen, jetzt in so einem Soundscape-Sprech.
Speaker: Also wir haben sozusagen die ganzen hintergründigen Geräusche, die wir nicht richtig in unser Bewusstsein nehmen.
Speaker: Was aber die ganze Situation konstituiert.
Speaker: Was für einen Wind haben wir?
Speaker: Ist das in den Bergen?
Speaker: Wie ist der Raumanteil auf den Sprechern und auf den Geräuschen?
Speaker: Also ganz viele unterbewusste Geräusche.
Speaker: Geräusche.
Speaker: Zum Beispiel oder einfach nur das Reiben von Klamotten, was natürlich keine Signalfunktion haben soll, aber auch nicht fehlen darf.
Speaker: Und dann haben wir die ganzen Signalgeräusche.
Speaker: Es passiert irgendwas.
Speaker: Die Tür geht auf oder der Alarm geht an.
Speaker: So kann man das so ein bisschen schon mal einteilen.
Speaker: Diese verschiedenen Geräusch Dimensionen.
Speaker: Und dann haben wir darüber, und da muss man natürlich gucken, also da baue ich ja jeden Sound, wenn es ihn noch nicht
Speaker: Wir haben im Moto-Universum viele Sounds, die es nicht gibt auf unserer Welt.
Speaker: Und da muss man dann gucken, wie man die zusammenbaut und so.
Speaker: Jetzt komme ich direkt ins Labern, unterbrich mich gerne.
Speaker: Nein, unbedingt.
Speaker: Wie baust du so einen Sound?
Speaker: Und wie viel Arbeit ist das?
Speaker: Das klingt ja alles jetzt sehr, sehr organisch und echt und hochwertig.
Speaker: Und ich bin mir sicher, dass es das nicht in der Stock-Footage-Sound-Library XY gibt.
Speaker: Nee, leider nicht.
Speaker: Das weißt du nicht.
Speaker: Manche Sachen vielleicht.
Speaker: Die Schritte im Kies sind oder sowas.
Speaker: Ja, klar.
Speaker: So diese Standarddinger, da macht das tatsächlich dann auch nicht so viel Sinn.
Speaker: Da habe ich mir am Anfang noch viel zu viel.
Speaker: Da habe ich für jeden einzelnen Sprecher eigene Schritte konstruiert und mit eigenen Schuhen und so weiter.
Speaker: Das, glaube ich, macht nicht so viel Sinn.
Speaker: Ich habe auch gehört, du hast mich dicker gemacht.
Speaker: mehr gewogen.
Speaker: So ein bisschen älter.
Speaker: Ich bin nicht der Weihnachtsmann, mir war.
Speaker: Jetzt richtig sehe ich.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Entschuldigung.
Speaker: Ja, bitte erzähl mal.
Speaker: Aber so ein Geräusch, was nehmen wir denn mal?
Speaker: Leach saugt sich fest.
Speaker: Obwohl, das kann man auch noch ein außerirdischeres Geräusch vielleicht.
Speaker: Ähm.
Speaker: Fällt dir gerade eins ein?
Speaker: Ich habe natürlich da jetzt nichts vorbereitet.
Speaker: Ich bin jetzt natürlich ein sehr sprachlich fokussierter Mensch als Sprecher und mir fällt es spontan nur ein, dass zum Beispiel auf Buzz auf, der ein humanoider Bienen
Speaker: Krieger ist, immer so ein Flirren auf der Stimme drauf liegt, selbst wenn er natürlich nicht fliegt, sondern so als würde er eben wie einen Anteil von Insekt oder sowas haben in seiner Sprache.
Speaker: Ist das was, was komplex herzustellen ist oder ist das einfach nur ein One-Click-Ding?
Speaker: Ne, da haben wir schon länger dran gearbeitet, bis uns das auch gefallen hat.
Speaker: Das ist schon eine längere Chain, sagt man dann, ne?
Speaker: Also eine Effekt-Chain sozusagen, das eine durch das nächste, durch das nächste, durch das nächste.
Speaker: Und jetzt, wo wir die aber fertig und stabil gebaut haben, lässt sich die auch immer wieder einsetzen.
Speaker: Dann ist es ein One-Click, du greifst auf das ganze Endprodukt zu sozusagen.
Speaker: Sozusagen, genau.
Speaker: Ich kann die Chain mir dann wieder reinladen.
Speaker: Aber die erstmal herzustellen, das hat schon länger gedauert, ja.
Speaker: Da gibt es so ein paar Kleinigkeiten, aber manche fallen vielleicht auch nicht auf.
Speaker: Zum Beispiel haben wir auch bei Trapjaw ein leichtes Kieferknirschen dabei, Metallknirschen und so.
Speaker: Vielleicht auch, also ich kann mich auch erinnern, es gibt so ein paar Ungetümer, die jetzt auch nicht klingen wie aus der Monster-pre-recorded Stock-Footage-Library.
Speaker: Also die klingen ja teilweise wirklich so, wie ich noch nie Monster gehört habe.
Speaker: Ja, wie schön.
Speaker: Das ruft mich.
Speaker: Ja, diese Stimmbearbeitung, die machen mir auch tatsächlich viel Spaß.
Speaker: Das sind natürlich keine voreingestellten Effekte, die ich raufhaue und dann ist das fertig.
Speaker: Aber ich weiß natürlich, welche Effekte ich nehmen kann, welche Formanten werden gepitcht, wenn ich die runteraktaviere und so ein paar Sachen, so ein paar Werkzeuge habe ich da.
Speaker: Und dann muss man die zusammensetzen und gucken, wie das dann irgendwie gut funktioniert, die Sprachverständlichkeit einigermaßen erhalten bleibt und so.
Speaker: Das ist immer das Schwierige.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, und so bei anderen Sounds, wenn es um Sounddesign von irgendwelchen Geräuschen geht, die wir nicht haben,
Speaker: dann muss man halt tatsächlich mal gucken, wie das sich zusammensetzt.
Speaker: Also dann gehe ich meistens so vor, dass ich mir überlege, was für Materialien haben wir hier erstmal.
Speaker: Wir brauchen irgendwas mit Metall oder wir brauchen was mit Insektenflügeln oder was auch immer es dann ist.
Speaker: Wir brauchen erstmal irgendwie eine Materialsichtung.
Speaker: Es ist Holz eher, es ist Stein.
Speaker: Und dann nähere ich mich langsam an und
Speaker: Ja, es ist irgendwie schwierig, da so eine feste Herangehensweise zu beschreiben.
Speaker: Es ist natürlich jedes Mal ein bisschen unterschiedlich bei jedem Geräusch, je nachdem, was das mit sich bringt.
Speaker: Aber so ein Geräusch leiert sich zusammen aus im Schnitt 20 verschiedenen Geräuschen, würde ich sagen.
Speaker: 20?
Speaker: Ja, schon.
Speaker: Jetzt verstehe ich, warum du so viele Spuren hast.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Crazy.
Speaker: Crazy.
Speaker: Das ist dann nicht alles gleichzeitig sozusagen.
Speaker: Wir haben ja auch mit der Wahrnehmung, also wir haben ja wirklich, einmal könnte ich aus Versehen Sounds maskieren, mit den gleichen Frequenzen, das will ich natürlich nicht.
Speaker: Außerdem baut unser Gehirn ja auch Geräusche als zusammenhängend wahr, wenn sie
Speaker: nah genug aneinander liegen.
Speaker: Und so, das ist dann sowas, was man zum Beispiel in systematischer Musikwissenschaft alles lernt.
Speaker: Okay.
Speaker: Und das kannst du dann verwenden, um gewisse Effekte zu erzeugen, sozusagen.
Speaker: Genau, richtig.
Speaker: Zu verstärken.
Speaker: Genau.
Speaker: Also zum Beispiel, da mal so als Beispiel, habe ich einen lauten Schockeffekt bezeichnet.
Speaker: hätte man vielleicht die Tendenz, dann alles, was sich an lauten Schockgeräuschen, die dazukommen, da ist einmal das Steinepoltern, das Metallknarren, die Stiefel auf dem Stein, die wegfliegenden Steine, keine Ahnung, also Glicks-Sachen, die dürfen auf keinen Fall alle im gleichen Moment den Hauptausschlag haben, weil dann hörst du eigentlich nichts.
Speaker: Dann hörst du einen lauten und kriegst überhaupt nicht diese...
Speaker: diese Tiefe von unterschiedlichen Geräuschen mit.
Speaker: Da würde ich eher das so versetzen, dass wir das trotzdem als einen wahrnehmen.
Speaker: Aber wir haben die verschiedenen Aspekte des Geräusches trotzdem noch deutlicher im Ohr.
Speaker: Also es geht jetzt gar nicht darum, eine Geschichte zu erzählen und zu sagen, die Explosion passiert und zuerst fliegen die Steine weg, dann haut es den Typen um und der landet dann auf dem Holztisch, der zerbricht.
Speaker: Nee, genau, das ist die andere.
Speaker: sondern es geht wirklich darum, innerhalb dieser drei bis fünf Millisekunden Abstände das Geräusch zu layern, damit es mehr Tiefenwirkung hat.
Speaker: Genau.
Speaker: Geil.
Speaker: Danke, du hast das viel besser gesagt.
Speaker: Das gehört dein Doktor mir in theoretischer Musikwissenschaft.
Speaker: Nein, aber das hätte ich tatsächlich so, also wenn du es nicht vorher anschaubisch erklärt hättest, hätte ich es jetzt nicht so gut.
Speaker: Ich bin ein sehr guter Abstauber.
Speaker: Opportunistisch zusammengefasst und mit dem ganzen Fame für mich.
Speaker: Okay, ja, das finde ich wirklich extrem spannend, weil das ist natürlich für mich, eine Explosion ist eine Explosion.
Speaker: Und ja, es gibt vielleicht einen Unterschied, ob jetzt eine Explosion, keine Ahnung, unter Wasser ist oder ein, weiß ich nicht, ein
Speaker: Ein Vulkan, der explodiert versus eine Stange Dynamit oder so.
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Aber es gibt ja dann noch tausend verschiedene Explosionen innerhalb dieses Registers und Facetten und Farben und Formen.
Speaker: Das ist ja eine völlig wahnsinnig kleinteilige Arbeit.
Speaker: Es dauert einfach auch extrem lange.
Speaker: Also es ist, wenn viel passiert, man wundert sich manchmal nicht.
Speaker: Bist du dann auch so geräuschtaub, dass du irgendwann so fünf Stunden an so einem Ding gesessen bist und dir denkst, ich weiß jetzt gar nicht mehr, was war jetzt besser, wenn ich das jetzt fünf Millisekunden noch dazu oder nicht oder das versetzen oder nicht?
Speaker: Ja, das ist die eine Sache und das andere ist, dass ich auch einfach empfindlich werde irgendwann.
Speaker: Also ich bin überreizt irgendwann dann von Geräuschen und beim Mixen merkt man das auch immer besonders doll.
Speaker: Also dann kann man, irgendwann hört man nicht mehr, was gut ist und was schlecht.
Speaker: Wenn es jetzt um das Bauen von Geräuschen und Sounddesign geht, dann kann ich die Grenze sozusagen noch ein bisschen weiter treiben da.
Speaker: Ja.
Speaker: Und es wird irgendwann schwierig, das stimmt auch, dass ich irgendwann in so einem kompletten Geräuschtunnel bin, dass ich das schwer trennen kann sozusagen.
Speaker: Das klingt jetzt aber vielleicht auch ein bisschen merkwürdig.
Speaker: Also das hatte ich auch immer schon so, dass ich manchmal denke, jemand spielt Musik draußen und dann mache ich das Fenster auf und dann fällt auf einmal...
Speaker: die Geige und die Trompete zusammen.
Speaker: Und es waren eigentlich nur die S-Bahn, die vorbeigefahren ist und ein Auto, was gebremst hat und so.
Speaker: Und das hatte sich aber schon, ich war mir ganz sicher, mich nur gewundert, warum nachts jemand so laut klassische Musik im Innenhof spielt.
Speaker: Und so geht es auch manchmal andersrum natürlich.
Speaker: Wenn ich dann an meinen Geräuschen sitze und irgendwelche anderen Geräusche passieren ja auch mal.
Speaker: Es klingelt an der Tür oder was weiß ich.
Speaker: Das kann manchmal heftig sein.
Speaker: Also das kann ein bisschen...
Speaker: trippig fast sein, wenn man irgendwie diese verschiedenen Realitäten zusammenschweißt oder so.
Speaker: Wie bist du eigentlich zu der Hörspielreihe gekommen?
Speaker: Noch vielleicht zum Abschluss, bevor wir uns noch anderen Themen zuwenden.
Speaker: Tatsächlich bin ich weiterempfohlen worden, glücklicherweise.
Speaker: Ich hatte zuerst mit Thomas Birker zu tun gehabt.
Speaker: Dreamland-Hörspiele.
Speaker: Genau.
Speaker: Und dann war da irgendwie...
Speaker: ein bisschen Mangel am Mann.
Speaker: Und dann wurde ich weiterempfohlen.
Speaker: Glück gehabt.
Speaker: Gute Leute werden weiterempfohlen.
Speaker: So ist das.
Speaker: Ja, schön.
Speaker: Möchtest du eigentlich auch mal sprechen?
Speaker: Oder hast du schon gesprochen?
Speaker: Kommst du vor?
Speaker: Also vielleicht jetzt noch gar nicht bei der Bote.
Speaker: Was sprichst du eigentlich?
Speaker: Entschuldigung, tue ich dir unrecht.
Speaker: Also irgendeine Mengenaufnahme gab es mal tatsächlich irgendeinen Satz.
Speaker: Ich weiß jetzt aber nicht mehr welcher.
Speaker: Ich würde sehr gerne mal sprechen.
Speaker: Im Moment ist es gerade so ein bisschen, eventuell gibt es eine Rolle, die frei ist.
Speaker: Mal gucken.
Speaker: Ich habe aber keine große Erfahrung damit, aber ich würde es sehr gerne.
Speaker: Ich finde es total cool.
Speaker: Ich hätte mega Bock.
Speaker: Okay.
Speaker: Aber leichter gesagt als getan.
Speaker: Ja, natürlich.
Speaker: Aber das ist ja auch an der Quelle.
Speaker: Also auch von der Regie und so und auch von dem ganzen mehr drin als du ist wahrscheinlich wirklich niemand.
Speaker: Sorry, liebe Autoren, Gona und Alex.
Speaker: Aber so auf allen Ebenen, auf allen Sinnesebenen und mit dieser, wie wir es vorher besprochen haben, mit dieser kleinteiligen Beschäftigung und
Speaker: Und die Charaktere in- und auswendig zu kennen, wie die gehen, wie die sind, wie sie reden und so weiter.
Speaker: Du hast ja wahnsinnig viel Vorlagen, an denen du dich orientieren kannst und in die du dich einfügen kannst.
Speaker: Ja, das stimmt natürlich.
Speaker: Ich fürchte, dich enttäuscht zu wissen.
Speaker: Wahrscheinlich wird es auch nicht gleich She-Ra werden.
Speaker: Ja.
Speaker: Im Spin-off wahrscheinlich nicht gleich als die Hauptrolle.
Speaker: Nein, also wenn ich nur irgendeine kleine Nebenrolle, ich hätte mega Bock, das würde mir voll Spaß machen.
Speaker: Ich finde Sprache auch, also ich habe ja auch Phonetik studiert, Sprachlaufforschung.
Speaker: Ja stimmt, das habe ich gar nicht erwähnt, das tut mir leid.
Speaker: Stimmt, das macht nichts, das mache ich jetzt.
Speaker: Ja, mach das.
Speaker: So wie es so in meiner Art ist, nein, gar nicht, nur weil es gerade passte.
Speaker: Ich finde Sprachlaute tatsächlich schon immer wahnsinnig spannend.
Speaker: Das hat natürlich auch damit zu tun, dass ich zweisprachlich aufgewachsen bin und man irgendwie immer versucht hat, das zu übersetzen.
Speaker: Und warum sagt ihr jetzt das?
Speaker: Und du kannst das gar nicht sagen.
Speaker: Und dann habe ich auch während meines Musikwissenschaftsstudiums, habe ich da auch mit Phonetik sozusagen auch verschiedene Forschungen gemacht über Dialekte im Deutschen zum Beispiel.
Speaker: Eigene Forschungen gemacht über Prosodie und das ist also die Klangmelodie unserer Sprache, die ja auch in Dialekten dann extrem variabel ist.
Speaker: Welcher ist der hässlichste Dialekt für dich?
Speaker: Oh, das ist schwer zu sagen.
Speaker: Also die unangenehmste im Ohr.
Speaker: Voll interessant.
Speaker: Also ich muss eine Sache vorwegstellen.
Speaker: Das hat ja auch wiederum, da kommen wir dann auch kurz in Musikpsychologie wieder rein.
Speaker: Das hat ja mit unseren Hörgewohnheiten zu tun.
Speaker: Sehr diplomatisch abgelenkt von der Beantwortung.
Speaker: Nicht drauf festnageln.
Speaker: Ich finde es tatsächlich wichtig zu berücksichtigen, auch in meiner eigenen ästhetischen Beziehung,
Speaker: in meinem eigenen ästhetischen Urteilen über auch Musik und Klänge, aber auch natürlich über Sprachklang.
Speaker: Also es ist einfach sehr individuell und es hat mit wahnsinnig vielen geprägten Sachen zu tun.
Speaker: Aber es ist tatsächlich so, dass ich glaube, mir...
Speaker: ostdeutsche Dialekte ein bisschen schwieriger fallen.
Speaker: Aber ich sage ganz ehrlich, und süddeutsch auch, das liegt daran, dass ich in Hamburg aufgewachsen bin natürlich.
Speaker: Ja, verstehe ich total.
Speaker: Aber österreichisch zum Beispiel, wienerisch, man kann ja auch nicht gleich österreichisch sein, wienerisch mag ich zum Beispiel auch voll gerne.
Speaker: Und es ist interessant zu sehen, weil es ja eigentlich...
Speaker: jetzt mal so ganz abstrakt von außen, eher Richtung Süddeutsch geht zumindest als Hamburgisch.
Speaker: Von mir aus betrachtet.
Speaker: Das würde sich bestimmt, weiß ich nicht.
Speaker: Nein, nein, das stimmt schon.
Speaker: Also es ist definitiv, also was zum Beispiel wirklich ganz, ganz ähnlich ist, ist das Bayerische und das Salzburgerische oder so.
Speaker: Das ist ja wirklich auch geografisch sehr nah beieinander.
Speaker: Und da würde ich sagen, das ist, ja, kupft wie katscht.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber ja, ich persönlich bin in Augsburg aufgewachsen, also in München und in Augsburg.
Speaker: Und ich hole mir jetzt wahrscheinlich 300.000 Feinde, weil ich wirklich das Augsburgerische als so unangenehm empfinde.
Speaker: Das ist so gutural, das ist so, in Österreich würde man sagen, dirf.
Speaker: Also urtümlich, aber auf eine...
Speaker: keine Kraftausdrücke verwenden.
Speaker: Auf eine so einfach gestrickte Art und Weise.
Speaker: Also wenn ich das jetzt mal kurz, um ein Beispiel zu geben, das ist immer sehr so.
Speaker: Also jetzt fahren halt immer gescheit rein.
Speaker: Die reden da wirklich alle so.
Speaker: Also ich denke, Alter, wir sind...
Speaker: Hörst du dir eigentlich zu?
Speaker: Macht dir das Spaß, so zu reden?
Speaker: Empfindest du das als angenehm?
Speaker: Nee, also ich persönlich halt nicht, aber ich springe jetzt einfach schon vor ins Wegefeuer, in dem wir landen werden, wenn wir weiter über dieses Thema reden.
Speaker: Aber es hat mich tatsächlich dazu bewogen, dass ich sehr...
Speaker: ja, ich kann das verstehen und nachmachen, aber so möchte ich nicht reden.
Speaker: Das ist mir nicht angenehm.
Speaker: Es fühlt sich nicht gut an für mich zum Beispiel.
Speaker: Deswegen habe ich dich gefragt, ob das irgendwie, es muss ja gar nicht das, was einem am weitesten entfernt ist, sein.
Speaker: Nee, das stimmt.
Speaker: Das finde ich aber einen sehr interessanten Punkt.
Speaker: Eigentlich wollte ich Musikwissenschaften und Skandinavistik studieren, um genau die Auswirkungen der Sprache auf was auch immer.
Speaker: Das wird jetzt zu weit gehen.
Speaker: Aber ich bin mir ganz sicher, dass das Sprechen einer bestimmten Sprache und Dialekt sich auswirkt auf die Psyche.
Speaker: Also ich selber habe zum Beispiel gemerkt, dass ich...
Speaker: Es hat natürlich immer viele Faktoren.
Speaker: Es ist irgendwie schwer zu sagen, wenn ich jetzt Dänisch spreche, dann hat es natürlich auch den Faktor, dass es meine Muttersprache ist.
Speaker: Es ist schwer rauszurechnen, sozusagen, um das ganz klar zu haben.
Speaker: Aber ich habe mich immer schon als Kind gewundert, warum ich eigentlich besser... Ich fühle mich zufriedener, wenn ich Dänisch spreche.
Speaker: Es ist irgendwie weicher und runder für mich.
Speaker: Es ist irgendwie melodischer und...
Speaker: Ja, und weicher.
Speaker: Und Deutsch ist halt schon so eine krass, also gestochen und eignet sich super, aber für Wissenschaften und für rationales Denken merke ich selber.
Speaker: Also wenn ich mit meiner dänischen Familie über wissenschaftliche Themen spreche, dann muss ich auch Deutsch sprechen.
Speaker: Und es funktioniert viel besser.
Speaker: Natürlich auch, weil ich nicht alle Worte weiß, aber es hat auch was mit dem Klang zu tun, tatsächlich.
Speaker: Also das muss ja nichts Allgemeines sein, aber für mich persönlich
Speaker: Wie wirkt das so?
Speaker: Ja, also ich bin ja in Rumänien geboren und bin dann mit drei oder so nach Deutschland gekommen und habe da erst Deutsch gelernt und habe...
Speaker: Also, ja, so letoromanische Sprachen, auch wenn Rumänisch einen sehr starken russischen, manche türkische Einflüsse auch hat, ist es trotzdem wesentlich melodischer.
Speaker: Wesentlich, ja, und Deutsch ist so krass, das Vokabular ist und du kannst wirklich alles auf Deutsch sagen und es ist sehr differenziert und sehr toll für Poesie und so weiter.
Speaker: Mhm.
Speaker: Aber irgendwann habe ich einen Meme gesehen, dass das so gesagt hat.
Speaker: Tell someone you love them every day, but also shout it at them in German so they know life is also terrifying.
Speaker: Also es ist irgendwie, was Deutsch so gut beschreibt, finde ich.
Speaker: Schöne Vorstellung, ja.
Speaker: Ja, das ist halt, aber ich mag es trotzdem.
Speaker: Ich kann Dinge sagen, die kann ich auf Englisch oder auf Rumänisch nicht sagen.
Speaker: Ja, ich weiß genau, was du meinst.
Speaker: Und du sprichst auch Rumänisch?
Speaker: Ja, ich spreche auch Rumänisch, genau.
Speaker: Und wie fühlt sich für dich der Unterschied an zwischen Rumänisch und Deutsch?
Speaker: Also ich muss ja ganz ehrlich sagen, ich spreche nicht mehr so viel Rumänisch.
Speaker: Und mein aktiver Wortschatz ist wahrscheinlich so auf dem eines 14-Jährigen stehen geblieben irgendwann oder so, weil ich mich einfach nicht genug auf Rumänisch beschäftige.
Speaker: Und jetzt je älter ich werde, desto weniger Familie von mir lebt noch dort.
Speaker: Und desto weniger Anlass habe ich jetzt auch, das zu praktizieren.
Speaker: Tatsächlich, wenn ich wirklich ganz ehrlich bin, spreche ich nur noch ab und zu mit meiner Oma am Telefon.
Speaker: Und wenn ich dafür bezahlt werde, wähle ich was auf Rumänisch.
Speaker: Und dann bereite ich halt den Text vor.
Speaker: Aber ich glaube, es kommt auch sehr stark
Speaker: drauf an, was du emotional mit einer Sprache verbindest.
Speaker: Und ich will jetzt nicht irgendwie eine Therapiestunde aufmachen oder so, aber ich hatte teilweise nicht so eine geile Kindheit.
Speaker: Und wenn du das assoziierst mit die Teile, die nicht so geil waren, passieren auf Rumänisch, dann sprichst du die Sprache auch nicht so gerne.
Speaker: Ich habe zum Beispiel kein intrinsisches Bedürfnis gehabt, meiner Tochter Rumänisch beizubringen, sondern hätte es als totale
Speaker: Aufgabe empfunden oder Bürde fast oder als Herausforderung, weil ich will ihr natürlich nicht meine Erfahrungen da mitgeben, sondern wenn, dann soll sie das gerne wertfrei und aus Spaß und Liebe an der Sprache lernen.
Speaker: Und dann habe ich es lieber gar nicht gemacht.
Speaker: Ja, obwohl ich in Rumänien geboren bin und jetzt in Österreich lebe auch schon lange, ist definitiv deutsches Deutsch, also hochdeutsch, sorry Österreich, meine sprachliche Heimat.
Speaker: Und ja, um da vielleicht den Kreis zu schließen und mir die Wiener auch noch ein bisschen...
Speaker: abschwenztig zu machen.
Speaker: Für mich klingt Wienerisch total entweder arrogant oder wehleidig.
Speaker: Also es ist entweder so, na geh bitte, musst du es nicht sagen, geh, kümmer nicht, oder so.
Speaker: Oder es ist so ein Stock im Arsch, Aristokraten-Ding, wo ich, geh bitte woanders hin.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Aber das wird witzigerweise von vielen, also von den meisten Deutschen, die ich kenne, als total sympathisch empfunden.
Speaker: Das ist gar nicht so sehr so.
Speaker: Ja, interessant.
Speaker: Aber ja, ich habe trotzdem alle Menschen lieb.
Speaker: Nur mal fürs Propagol, bis vielleicht gecancelt werden.
Speaker: Ja, mega spannend, sowas.
Speaker: Ich habe ja zum Beispiel als Dänen auch, wenn es auch nicht immer leicht geht,
Speaker: Leute zu finden, die es nachvollziehen können, dass man die Sprache gerne spricht und das schön findet.
Speaker: Vom Klang der Sprachen her, das ist halt so krass individuell, wollte ich nur nochmal sagen.
Speaker: Und was du schon gerade gemeint hast mit deiner persönlichen Biografie, wie auch bei mir dann natürlich, weil es meine Mutter ist und ich in Deutschland zur Schule gegangen und alles Stressige war, irgendwie Deutsch, Urlaub und sowas alles war auf Dänisch von mir, Geschwistern.
Speaker: Das heißt, ja klar, natürlich, dann prägt dich das natürlich positiv.
Speaker: Auch wenn es klingt, als hättest du eine heiße Kartoffel im Bier.
Speaker: Ja, dann kannst du es auch mal sagen.
Speaker: Sehr gerne, sehr gerne.
Speaker: Ja, ist schon spannend, was das macht und wie sich das anders anfühlt, ob du Rumänisch oder Wienerisch oder Bayerisch sprichst oder Hochdeutsch.
Speaker: Die ganze Person, also das Wort kommt ja auch nicht von ungefähr, Personus anders schwingt und eine andere Ausstrahlung bekommt.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, und witzigerweise werde ich von den meisten Deutschen aber schon als Österreicher eingeordnet.
Speaker: Also österreichisch gelesen, wenn man so möchte.
Speaker: In der Außenwahrnehmung.
Speaker: Und ich denke, ja, natürlich habe ich mich angepasst.
Speaker: Natürlich ist meine Frau Wienerin und dann, wenn man irgendwie...
Speaker: Uuuuh, Patrick Dangerzone.
Speaker: 13 Jahre zusammen ist, 13,5 Jahre zusammen ist.
Speaker: Man muss auch leiden.
Speaker: Nein, das Wienerische auch nicht so.
Speaker: Das ist schon okay.
Speaker: Aber dann übernimmt man natürlich Anteile der Sprache.
Speaker: Aber in meiner Selbstwahrnehmung klinge ich wesentlich besser.
Speaker: unösterreichischer als vielleicht für dich aus Hamburg oder so.
Speaker: Harter Themenwechsel, wenn das für dich okay ist.
Speaker: Ist okay.
Speaker: Ist okay.
Speaker: Ist okay.
Speaker: Ist okay.
Speaker: Bist du denn glücklich mit dem, was du tust?
Speaker: Ja, große Frage auch.
Speaker: Ich bin sehr glücklich im Moment.
Speaker: Ich finde, diese Aufgabe gerade für die Retrofabrik, wenn du darauf anspielst jetzt, oder meinst du noch allgemeiner?
Speaker: Ich meinte das tatsächlich, also ich meinte, du kannst es hören oder verstehen, wie du willst.
Speaker: Ich tatsächlich hatte gedacht eher so an, also ja, allgemein an diese selbstständig, als Musikerin, als Künstlerin,
Speaker: kreative Dienstleisterinnen in Wahrheit, wenn man es jetzt noch stärker voneinander trennen will, ist ja sau hart, oder?
Speaker: Also ist ja total volatiles und irgendwie heutzutage echt härtestes Business der Welt.
Speaker: Ja, das stimmt.
Speaker: Aber genau aus dem Grund habe ich auch versucht, mich so ein bisschen mehrgleisiger, wenn du so willst, aufzustellen.
Speaker: Also ich bin glücklich damit, um das mal kurz vorwegzunehmen, so wie es läuft.
Speaker: Und mir war ja auch schon immer klar, das war jetzt auch keine Neuigkeit für mich am Anfang meines Studiums, dass das jetzt nicht das Jurastudium ist, was auf jeden Fall, oder Medizin, was eine fertige Berufsausbildung am Ende stellt, mit vielen freien Stellen.
Speaker: Also, dass es holprig werden kann, darauf bin ich sozusagen immer schon eingestellt gewesen.
Speaker: Die Frage hat sich nicht so richtig gestellt, weil es irgendwie so klar war, dass es irgendwie mit Musik im weitesten Sinne mit Klang zu tun haben muss, weil ich sonst gar nicht lebensfähig bin, so richtig.
Speaker: Oh, wow.
Speaker: Es war gar nicht so eine Entscheidung gewesen, das klingt jetzt auch so dramatisch, aber das war irgendwie, ich meine das undramatisch, aber es war einfach ganz klar,
Speaker: Ich muss irgendwas in die Richtung machen und ich weiß, das geht nicht immer.
Speaker: Man muss Rücklagen bauen.
Speaker: Und das hat ja auch ganz gut funktioniert.
Speaker: Dann deswegen noch diese Ausbildung dazu gemacht, sodass es eben nicht nur, man könnte sagen, das sind auch kreative Berufe natürlich im Endeffekt, wo man viele Entscheidungen treffen muss.
Speaker: sowas wie Workshops unterrichten oder Bands aufnehmen.
Speaker: Du unterrichtest auch, ja.
Speaker: Genau.
Speaker: Das ist dann so ein bisschen weg von diesem kreativen Schaffen.
Speaker: Und ergibt sozusagen, gibt einfach ein paar mehr Möglichkeiten, dann irgendwie sich auch diese kreativen Arbeitsprozesse irgendwie zu ermöglichen oder einzubauen.
Speaker: Ja, schafft dir dann den Freiraum, die Sicherheit.
Speaker: dass es auch mal, weiß ich nicht, zwei Monate Flaute sein kann und du dich in den kreativen Prozess begeben kannst oder wie auch immer, ohne dass du gleich schauen musst, wo die nächste Miete herkommt wahrscheinlich.
Speaker: Ja, das finde ich nämlich wirklich spannend.
Speaker: Ich glaube, man muss für sowas auch so ein bisschen gemacht sein, was nicht heißt, also
Speaker: dass jeder Kreative automatisch in dieser Unsicherheit oder mit diesem Potenzial jeden Tag eigentlich erstmal quasi arbeitslos aufzuwachen wird.
Speaker: und zu schauen, wo man jetzt den nächsten Gig herkriegt oder zu schauen, die wenigsten von uns sind ja so, dass sie sagen, so und dann habe ich jetzt eine Tour und dann bin ich im Studio, ich habe auch den festen, keine Ahnung, Auftragskunden, für den ich immer alles komponiere oder so.
Speaker: Das meine ich jetzt eigentlich so in diese Richtung gedacht.
Speaker: Macht ihr das zu schaffen?
Speaker: Also
Speaker: Oder bist du jetzt schon so breit aufgestellt, dass du jetzt eigentlich gar nicht mehr in diese Bredouille kommst?
Speaker: Im Moment nicht, zum Glück.
Speaker: Aber diese Zeiten hat es natürlich gegeben.
Speaker: Trotzdem bin ich nicht der Typ, glaube ich, der komplett in Panik verfällt, sozusagen.
Speaker: Also ich habe natürlich immer diese Situation gehabt, dass man gucken muss, dass man auch Sachen machen muss, auf die man jetzt nicht so viel Lust hat.
Speaker: Einfach durchgezogen werden müssen.
Speaker: Aber es hat irgendwie funktioniert.
Speaker: Also irgendwie...
Speaker: geht es immer weiter und mal besser und mal schlechter.
Speaker: Also es ist irgendwie... Stand ich zumindest noch nicht vor der Überlegung, ob ich das alles sein lassen muss und was ganz anderes, was ganz Praktisches mache oder... Weiß ich nicht, nur Kaffee jobbe oder nur noch unterrichte oder nur noch im Studio Aufnahmen mache für andere Bands oder so.
Speaker: Aber es muss natürlich immer so ein bisschen dabei sein,
Speaker: wo man dann wie lange in den sauren Apfel beißt, ist halt extrem unterschiedlich und es verändert sich halt auch alles sehr schnell.
Speaker: Ein Auftrag mal super sein und dann sind die nächsten vier, fünf Monate auf jeden Fall wieder fertig geplant sozusagen und dadurch dann auch wieder mehr Zeit für andere Sachen vorzubereiten und so.
Speaker: Aber ich würde mal sagen, diese extra Ausbildung, die ich gemacht habe, das hat schon auch seinen Grund gehabt.
Speaker: Gerade was ich meine, ich wollte nicht nur in der akademischen oder nur Musik machen.
Speaker: Das hat mir viel weitergeholfen auf jeden Fall, da viel mehr praktische Anwendungen zu können.
Speaker: Mehr, wenn du so willst, Dienstleistungen im Bereich von kreativen Arbeiten anbieten zu können.
Speaker: Und hat die Musik auch für dich einen etwas klischeehaften therapeutischen Charakter?
Speaker: Also dass du dich durch Songs schreiben oder durch Musik hören oder komponieren dadurch durchkommst, durch so eine schwere Phase?
Speaker: Ja, mit Sicherheit schon.
Speaker: Also auch das ist irgendwie schwer, finde ich, genau anzusehen.
Speaker: Bei sich zu analysieren.
Speaker: Also ich würde sagen, dass ich das aus dem Grund tatsächlich auch schon mein ganzes Leben lang mache, weshalb das so eine riesige Rolle spielt für mich, dass ich jeden Tag Klavier gespielt habe, nachdem ich ein bisschen konnte und Flöte und so.
Speaker: Also das hat, ich wollte auch Musiktherapeut werden früher.
Speaker: Okay.
Speaker: By the way.
Speaker: Das hat es absolut.
Speaker: Also ich weiß, ich muss mich ans Klavier setzen, wenn ich geradezu gestresst bin und dann muss ich eine halbe Stunde spielen.
Speaker: Alles andere funktioniert nicht auf gleiche Weise.
Speaker: Sport funktioniert nicht genauso gut für mich wie für die meisten Menschen.
Speaker: Und wenn ich was komponiere, da sind es natürlich verschiedene Sachen, was ich meinte.
Speaker: Manchmal ist man in so einem Flow drin, Musik aus guter Laune zum Beispiel macht, eine ganz andere Dynamik mit sich bringt.
Speaker: Aber gerade auch in schweren Zeiten, wo eigentlich kompletter Stillstand psychisch ist,
Speaker: Da hat es mir extrem viel geholfen, weil das irgendwie die Essenz für mich ist.
Speaker: Wir haben ja ein Vorgespräch geführt und da hast du eben angedeutet, dass deine Familiengeschichte mit relativ viel Tod und Verlust geprägt war.
Speaker: Mhm.
Speaker: hat dir da die Musik, oder magst du das teilen?
Speaker: Und wenn ja, hat dir die Musik da, wie hat dir die Musik geholfen?
Speaker: Hat dir dich vielleicht über Wasser gehalten oder so?
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Ich mag das gerne teilen, das ist gar kein Problem.
Speaker: Es ist eher, dass ich so ein bisschen Schwierigkeiten habe, die richtigen Worte zu finden vielleicht da.
Speaker: Aber ich kann das mir überhaupt nicht vorstellen ohne Musik.
Speaker: Also abgesehen von meinem Leben generell,
Speaker: wie ich mit diesen Todesfällen, also worauf du anspielst, mein Vater, der sich das Leben genommen hat, vor allem aber noch mein Bruder, der vor ein paar Jahren gestorben ist, das ändert natürlich, das verändert das, das ist schwer zu sagen für mich, das verändert irgendwie meine Gesamtpositionierung für mich im Leben oder so ein bisschen.
Speaker: Und das Musikmachen,
Speaker: bringt mich zur Essenz oder so, kann ich es eher sagen.
Speaker: Das ist echt schwer zu formulieren.
Speaker: Das fühlt sich vielleicht ein bisschen an, wie ein Glas Wasser zu trinken oder sowas.
Speaker: An die frische Luft zu gehen, um mal wieder durchzuatmen oder einen Waldspaziergang zu machen.
Speaker: Ja.
Speaker: sich in irgendeine Musik reinzubegeben und eher noch das, was ich selber mache.
Speaker: Also wenn ich Klavier ein Chopin-Stück spiele, dann ist es halt zu einem bestimmten Punkt geht es dann.
Speaker: Dann kann ich vielleicht durch meine Motorik meine Gedanken ein bisschen verändern für eine Zeit lang.
Speaker: Und durch den Prozess des Schaffens und des Kreativen und einen Text schreiben,
Speaker: irgendwelchen Themen und den umzusetzen mit Geräuschen und Musik und Harmonien und Melodien.
Speaker: Das ist schon eine krasse Verarbeitungsmöglichkeit für mich und wahrscheinlich die überhaupt für mich die größte mögliche.
Speaker: Also es gibt ja immer viele Ansätze und ich würde auch keine abweisen, aber die effektivste ist es immer gewesen, dann zuerst.
Speaker: Musik selber zu machen, ist auch eine Sache.
Speaker: Oder mit meinen Freunden zusammen Musik zu spielen.
Speaker: Also das Spielen, das aktive Spielen und nicht das Komponieren und Nachdenken.
Speaker: Das würde ich erst mal sagen.
Speaker: Gibt es denn auch was Positives für dich, was aus diesen schlimmen Erfahrungen dann im Endeffekt übrig geblieben ist oder rausgekommen ist bei dir?
Speaker: Ja, also Positives mit Sicherheit, auch manchmal schwer greifbar, was nach so einer Beschäftigung mit Tod vielleicht und so einer Auseinandersetzung mit Trauer passiert.
Speaker: Ich glaube, das Wichtigste, das klingt vielleicht auch ein bisschen schwer zu sagen, die Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Leben an sich, einen Menschen sterben zu sehen, meinen eigenen Bruder,
Speaker: Vielmehr kann man einem Menschen vielleicht auch nicht zeigen oder so, so krass gesagt.
Speaker: Also gar nicht, dass ich jetzt auf meinen eigenen Tod mich dadurch vorbereitet fühle oder so, aber die Beschäftigung mit dem Sein und dem Nichtsein ganz generell und vielleicht auch dadurch wieder ein bisschen Leichtigkeit in das Sein zu bringen, während man lebt.
Speaker: Das ist schon ganz schön viel wert.
Speaker: Und überhaupt die Auseinandersetzung mit Sterben.
Speaker: Ich habe auch eine Zeit lang überlegt, ein Bestattungsinstitut zu gründen zum Beispiel, weil ich das sehr interessant finde, eigentlich darüber zu sprechen mit Menschen.
Speaker: Ich glaube, das können auch die wenigsten.
Speaker: Und wenn du das ehrlich und aufrichtig und empathisch kannst,
Speaker: dann ist das eine Überlegung wert.
Speaker: Wenn du dich halt auch damit konfrontieren willst, im Arbeitsalltag sozusagen.
Speaker: Aber ich würde das gerne nochmal unterstreichen, was du gesagt hast, weil mir geht es auch so, ich habe wirklich ein Gefühl, man
Speaker: Man steckt ja nicht drin in anderen Menschen und so, aber ich habe das Gefühl, viele, viele Menschen haben große Angst vor dem Tod und wollen sich damit überhaupt nicht auseinandersetzen oder gar nicht daran denken.
Speaker: Ja nicht, das Schlimmste, was ist, die Vorstellung, dass es irgendwann mal zu Ende ist.
Speaker: Und für mich persönlich, ich kann jetzt nichts garantieren oder mit Sicherheit sagen, dass ich meinen Frieden damit gefunden habe, aber was es auf jeden Fall ausgelöst hat in mir, ist das Bewusstsein, dass ich...
Speaker: Ich bin halt am Leben und ich darf das genießen und ich darf mich darum kümmern und alles machen.
Speaker: Es hat so einen anderen Relationsrahmen geschaffen, dadurch, dass es mich halt begleitet hat, eine
Speaker: ganze Zeit lang in meinen Zwanzigern.
Speaker: Ob ich wollte oder nicht.
Speaker: Und das ist aber jetzt, rückblickend betrachtet, schaue ich dem einfach sehr gelassen entgegen.
Speaker: Weil ich mir denke, ich habe so viele Dinge, die so schön sind und die nur so schön sind, weil es auch irgendwann mal vorbei sein wird.
Speaker: Wenn es denn ewig wäre,
Speaker: wäre es ja nicht mehr besonders.
Speaker: Ja.
Speaker: Das ist für mich so ein versöhnlicher Gedanke.
Speaker: Und vielleicht aus der Not eine Tugend gemacht oder so.
Speaker: Müssen dann bitte die Psychotherapeuten, die hier zuhören, können dann gerne.
Speaker: Es ist ja auch so ein Thema, wie du selber schon meintest, dass man sehr...
Speaker: Sehr tabuisiert in unserer Gesellschaft eigentlich, darüber zu sprechen.
Speaker: Ich glaube, mir hätte das selber in diesen Phasen, wo es mir schlecht ging, wenn ich mir vorstelle, dass ich einen Podcast gefunden hätte, wo zwei Leute ehrlich über ihre Erlebnisse mit Leben und Tod sprechen, hätte ich das, glaube ich, mega cool gefunden.
Speaker: Das war gar nicht denkbar.
Speaker: sowas sich zu suchen.
Speaker: Ich meine, da gab es jetzt auch nicht so viele Podcasts und so, das war jetzt nicht so.
Speaker: Ja, ja, aber irgendein Undock-Pod, wurscht ob das jetzt ein Buch oder vielleicht ein Talk-Diskussionsformat im Fernsehen ist oder eine Radiogeschichte oder so.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Ja, weil ich glaube auch, dass das also es wird ja mit deswegen tabuisiert, weil es tabuisiert wird sozusagen.
Speaker: Also wie soll jemand auch irgendwie was dazu sagen, wenn er nie zu dem Thema mit dem Thema konfrontiert wurde?
Speaker: Weißt du, was mir gerade einfällt, wo du das erzählst?
Speaker: Bei mir ging es sogar so weit, als mein Großvater väterlicherseits gestorben ist, haben mir meine Eltern das nicht erzählt.
Speaker: Weil ich war gerade in Italien auf Urlaub.
Speaker: Wir haben so eine Italien-Tour gemacht mit meiner damaligen Freundin und meinem besten Freund.
Speaker: Zu ihm nach Hause quasi, da wo er herkommt.
Speaker: nach Apulien.
Speaker: Und meine Eltern haben mir das erst nach der Beerdigung gesagt, aber als ich noch im Urlaub war und haben mir damit die Entscheidung abgenommen, ob ich jetzt den Urlaub abbreche und zurückfliege oder weiß ich nicht.
Speaker: Und dachten, sie tun dir einen Gefallen.
Speaker: Genau, und dachten, sie tun mir einen Gefallen damit.
Speaker: Und ich war aber so sauer,
Speaker: weil sie mir diese Entscheidung abgenommen haben und weil es jetzt auch gar nicht darum ging.
Speaker: Also es ging mir einfach darum, dass ich damals schon erwachsen war und bitte gerne diese Entscheidung selbstständig treffen und auch ich hätte das bitte einfach gerne gewusst und dann hätte ich einen Weg gefunden, damit umzugehen.
Speaker: Ja.
Speaker: Und das war der klassische Fall von das Gegenteil von gut ist gut gemeint.
Speaker: Witzigerweise hat es dann zum Ergebnis gehabt, dass wir dann unser eigenes Abschiedsritual gemacht haben in Apulien.
Speaker: Und zwar sind wir zum Grab vom Großvater, vom Antonio, von meinem damaligen besten Freund.
Speaker: und haben uns dort hingesetzt und so ein kleines Abschiedsritual gemacht und uns erinnert.
Speaker: Also ich habe ihnen von ihm erzählt und so.
Speaker: Und das war total schön und total intim und besser als jede Beerdigung und jedes inszenierte oder organisierte Event.
Speaker: Mhm.
Speaker: Und das war Sommer in Süditalien.
Speaker: Und ich schwöre es dir, plötzlich zieht aus dem Nichts so ein gewaltiger Sturm auf und ein Gewitter und ein Platzregen und ein Blitz und Donner, dass die Erde untergeht.
Speaker: Und wir waren dort auf diesem Friedhof in nirgendwo so eine halbe Stunde hingelaufen, irgendwie in T-Shirt und kurzer Hose.
Speaker: Das war so krass.
Speaker: Das war so krass.
Speaker: Und
Speaker: Das hätte ich in der Form nie erlebt, wenn das nicht alles so gekommen wäre, wie es gekommen ist.
Speaker: Vielleicht Glück im Unk, oder wir sind so bescheuert, aber ein schönes Ende, eine besondere Geschichte.
Speaker: Gleichzeitig finde ich trotzdem, dass man es gerade Erwachsenen, also ich habe mich nicht wie ein Erwachsener behandelt gefühlt.
Speaker: So vielleicht.
Speaker: Ja, kann ich verstehen.
Speaker: Und trotzdem kann ich auch deine Eltern verstehen.
Speaker: Die haben natürlich gedacht, was das Beste ist für ihren Sohn jetzt gerade.
Speaker: Ja.
Speaker: Die müssen diesen Urlaub genießen können oder sowas wahrscheinlich.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Dass sie jetzt nicht mich vor diese unmögliche Entscheidung, fliege ich jetzt irgendwie 3000 Kilometer zurück.
Speaker: Und dass du vielleicht auch denkst, sie würden es erwarten, dass du kommst und sowas.
Speaker: Ja, ja, genau.
Speaker: Dass ich mich dann verpflichtet fühle und so.
Speaker: Und ja, zurückblickend betrachtet, ich habe da schon lange nicht mehr drüber gesprochen oder mich schon lange nicht mehr drüber erinnert, aber das war so ein krasser Abend.
Speaker: Das war so intensiv und so schön und ich habe noch nie mich so wohl gefühlt in einem absoluten Gewitter und Sturm, dass die Welt untergeht.
Speaker: Und ja, das...
Speaker: Ja, werde ich mein Leben lang nicht vergessen.
Speaker: Ja, das ist krass, auch mit solchen Beerdigungsritualen und so.
Speaker: Da könnte man bestimmt auch noch ewig drüber.
Speaker: Ja, aber jetzt haben wir genug über den Tod geredet.
Speaker: Erzähl mal vielleicht noch zum Abschluss ein bisschen was Leichtes.
Speaker: Das klingt so bescheuert, aber was steht denn auf deinem persönlichen Zettel für nächstes Jahr?
Speaker: Was ist so dein Ausblick?
Speaker: Wo geht deine Reise hin?
Speaker: Also erstmal bin ich noch ziemlich viel natürlich für die Retrofabrik am Arbeiten.
Speaker: Das ist schon mein Hauptding im Moment.
Speaker: Ansonsten verschiedene kleinere Sachen.
Speaker: Mixing-Aufträge, Workshop machen.
Speaker: Es gibt so diverse Sachen.
Speaker: Ich weiß nicht genau, wie weit ich jetzt aushole.
Speaker: Manche Sachen sind ja auch noch nicht spruchreif.
Speaker: Oder gibt es was, worauf du dich total freust oder so, wo du schon reden darfst oder kannst, ohne es zu jinxen?
Speaker: Ja, ich weiß auch nicht genau.
Speaker: Ich bin da mal ein bisschen unsicher.
Speaker: Das kann ja auch irgendwie eine Auswirkung auf einen selber haben, nicht nur auf die Sache oder andere Leute.
Speaker: Ich glaube, ich bleibe da erstmal noch so ein bisschen allgemein.
Speaker: Da werden ein paar Sachen passieren.
Speaker: Es sind auch ein paar Sachen geplant.
Speaker: Okay.
Speaker: Aber alles im Soundbereich natürlich.
Speaker: Ja, dann reden wir darüber, wenn es soweit ist.
Speaker: Ja, das ist gut.
Speaker: Aber ich möchte dir noch eine letzte Frage stellen und die stelle ich eigentlich allen meinen GästInnen.
Speaker: Wenn du deinem 19-jährigen Ich begegnen würdest, was würdest du ihr sagen?
Speaker: 19.
Speaker: Kann auch 18 sein.
Speaker: Mit 18, 19 ging es mir ganz gut.
Speaker: Ich glaube aber jetzt rückbetrachtend würde ich mir sagen...
Speaker: Und dass ich vielleicht schon ein bisschen mehr ruhig auf mich vertrauen kann, dass das, was ich kann, das kann ich dann auch ganz gut und muss nicht immer denken, die Erfahrung habe ich noch nicht gemacht, deswegen warte ich jetzt und stelle mich nach hinten und so weiter.
Speaker: Sondern da hätte ich, glaube ich, auch schon ein bisschen mehr nach vorne treten können.
Speaker: Das würde mir, das hat lange gedauert sozusagen.
Speaker: Es war auch oft anstrengend, da irgendwie hinzukommen.
Speaker: Ja.
Speaker: Vielleicht sowas, ja.
Speaker: Das kann ich sehr gut nachfühlen, ja.
Speaker: Mira, ich danke dir.
Speaker: Ich danke dir für deine Offenheit, für das tolle Gespräch und mir hat es großen Spaß gemacht.
Speaker: Ich hoffe, dir auch.
Speaker: Ja, mir auch, Patrick.
Speaker: Das ist spannend.
Speaker: Ja, nächstes Mal wird das wieder ein einseitiges Gespräch, wenn ich irgendwelche Regieanweisungen von Matthias weitergebe.
Speaker: Achso, ich glaube.
Speaker: Aber ich freue mich trotzdem drauf.
Speaker: Und du takes Schicke.
Speaker: Nein, mir hat es wahnsinnig großen Spaß gemacht, mit dir zu plaudern und auch die tieferen und etwas schwereren Themen anzuschneiden.
Speaker: Ja, danke.
Speaker: Danke auch, Patrick.
Speaker: Das war schön.
Speaker: Danke auch an euch, dass ihr dabei geblieben seid.
Speaker: Wer das jetzt hört, ist mein persönlicher Held oder meine Heldin.
Speaker: Wenn ihr Nachrichten habt, wenn ihr was dazu sagen wollt, gedankenlos werden wollt oder so, gerne an deeptalk.mike-rider.com oder auch
Speaker: über jeden handelsüblichen Social-Media-Kanal.
Speaker: Alle Nachrichten führen zu mir.
Speaker: Danke, dass ihr dabei geblieben seid.
Speaker: Alles Liebe und bis bald.


