Transcript
Speaker: Ich war 17 bis 18, 18 bis 19.
Speaker: Genau, da habe ich das erste Mal geheiratet.
Speaker: Scheiße.
Speaker: Es kommen sehr viele Kunden und sagen, sie waren dort und die sagen, also das geht nicht.
Speaker: Ich sage, geht nicht, gibt es nicht.
Speaker: Es gibt immer eine Art, eine Lösung gibt es immer.
Speaker: Getrennt habe ich mich.
Speaker: Ich habe plötzlich auch keine Wohnung mehr gehabt.
Speaker: Ich war auf der Straße dann.
Speaker: Es war wirklich, es war einfach alles zu Ende.
Speaker: Dann geht's los.
Speaker: Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mike Rider Deep Talk.
Speaker: Heute bei mir im Studio zu Gast Sascha Rieger.
Speaker: Hallo Sascha, schön, dass du da bist.
Speaker: Danke, dass ich kommend durfte.
Speaker: Sascha, wer ihn nicht kennt, später kennt ihr ihn alle.
Speaker: Sascha, du bist Webdesigner, kommst aber ursprünglich aus der Kunst und solange ich dich kenne, bist du eigentlich immer selbstständig unterwegs.
Speaker: Du bist handwerklich sehr begabt, machst sehr viel, du machst Möbel, Upcycling zum Beispiel, malst, hast dein Haus selber gebaut und so.
Speaker: Was ich ja wirklich sehr, sehr bewundere.
Speaker: Also ja, das großen Respekt dafür.
Speaker: Erzähl uns vielleicht ein bisschen mehr über dich.
Speaker: Ich habe gedacht, du fangst kleiner an, aber du kommst gleich mit einer Spannweite.
Speaker: Naja, was mich halt fasziniert.
Speaker: Ich bin sehr früh von zu Hause ausgezogen und die Kunst war das, was mich eigentlich immer interessiert hat, dadurch...
Speaker: habe ich von zu Hause nicht so viel mitbekommen, welche Richtungen jetzt wichtig wären oder dass deine Eltern irgendwie gesagt haben, du musst das und das studieren, studieren.
Speaker: Sondern ich konnte mich eigentlich entwickeln, wie es halt gekommen ist.
Speaker: Und dadurch, dass mein Vater Modegeschäfte hatte, war für mich naheliegend, dass ich in eine Modesschule gehe.
Speaker: Da habe ich mich für hetzend auf entschieden.
Speaker: Da war ich zwei Jahre zwar okay, aber war nicht wirklich das, was ich wollte.
Speaker: Und dann bin ich auf die Angewandte gegangen.
Speaker: Da war ich extremst jung, war ich 17, mit außerordentlichem Talent.
Speaker: Aber dieses freie Arbeiten war für mich irgendwie schwierig.
Speaker: Okay.
Speaker: Ja, und nach einem Jahr habe ich mir gedacht, ich fange wieder mal was Neues an.
Speaker: Was hast du auf der Angewandten studiert?
Speaker: Bildheurerei, genau.
Speaker: Okay, wow, nicht schlecht.
Speaker: Und nach einem Jahr hast du dann gewechselt?
Speaker: Ja, also, wie ich war, wir haben...
Speaker: eine tolle Abteilung, wir haben da tolle Werkstätten gehabt, man hat irrsinnig viel machen können, aber irgendwie musst du dir wirklich die Zeit selber einteilen, du hast Struktur gebraucht, ich hatte überhaupt keine Struktur, ich habe damals schon alleine gelebt, ja, ich
Speaker: Ich bin mal früher, mal später aufgestanden und ich bin da nicht hineingekommen.
Speaker: Und deswegen habe ich mir gedacht, was anderes wäre besser für mich.
Speaker: Und habe nach einem Jahr entschieden, ich gehe woanders hin.
Speaker: Und habe gewechselt zu Produktgestaltung und Keramik bei Matteo Thun.
Speaker: Und es ist ja so, dass du egal, du bist auf der Angewandten und du studierst und du möchtest jetzt woanders hin, dann musst du ja neulich eine Aufnahmsprüfung machen.
Speaker: Das heißt, ich habe auch dort wieder neulich eine Aufnahmsprüfung gemacht und wieder geschafft.
Speaker: Ja.
Speaker: Also am Talent ist nicht gescheitert?
Speaker: Nein, das war nicht das Problem.
Speaker: Eher an der Disziplin?
Speaker: In der Produktgestaltung lief das ganz anders ab.
Speaker: Da hast du mehr Disziplin gebraucht, weil du mehr Vorgaben gehabt hast.
Speaker: Du musstest da sein zu gewissen Zeiten.
Speaker: Du hast angefangen mit einem Töpferkurs.
Speaker: Das hat sich aufgebaut.
Speaker: Das war in der Bildhauerklasse ganz anders.
Speaker: Das hat sich zwar auch in einer gewissen Weise aufgebaut,
Speaker: Aber es hat dir niemand gesagt, wann du da sein musst, wann du arbeiten sollst.
Speaker: Ob du jetzt drei Wochen da gewesen bist oder nicht, war egal.
Speaker: Das ging bei Produktdurstaltung nicht.
Speaker: Also es ist spannend.
Speaker: Es ist wesentlich mehr Eigenverantwortung, wesentlich mehr Freiheit und dadurch aber wahrscheinlich, wenn du jetzt mit 17 diese Strukturen und und diszipliniertes Arbeiten und Planen und so, die noch nicht hattest, diese Strukturen da zurechtzukommen, ist wahrscheinlich schwierig.
Speaker: Ja, es ist schwierig.
Speaker: Im Nachhinein hätte ich die Klasse gerne fertig gemacht, weil es wirklich sehr spannend gewesen ist, aber der Weg hat mich einfach woanders hingeführt.
Speaker: Aber Produktkostellung und Keramik war auch nicht so klar, was ich mir gedacht habe und habe das dann auch wieder nach einem Jahr sein lassen.
Speaker: Okay.
Speaker: Ja, aber ich meine, man kann sich da Dinge einfach mitnehmen und dann sehen, dass es es nicht.
Speaker: Ich weiß nicht, wenn ich war 17 bis 18, 18 bis 19.
Speaker: Ah ja, genau, da habe ich das erste Mal geheiratet.
Speaker: Scheiße.
Speaker: Stimmt, nein, ich weiß schon, was war.
Speaker: Du sagst dann, ob wir das rausschneiden sollen.
Speaker: Nein, das ist nicht so wichtig.
Speaker: Ah, jetzt habe ich wieder den Punkt gefunden.
Speaker: Ich habe diese zwei Jahre auf der Angewandten gemacht, abgesehen davon, dass ich...
Speaker: beim zweiten Studium nicht so genau gewusst habe, ob das wirklich meine Richtung ist, hat mich das System um keinen... ein bisschen angefixt.
Speaker: Also mir haben viele Strukturen nicht gefallen, die dort waren.
Speaker: Und dann habe ich mit meiner...
Speaker: meinem jugendlichen Übermut mir gedacht, ich mache mich selbstständig.
Speaker: Und habe mich eigentlich noch in der Klasse, glaube ich, wenn ich jetzt den Zeitplan so im Kopf habe, mich selbstständig gemacht.
Speaker: Ende des Jahres oder Ende des Studienjahres, glaube ich.
Speaker: Und habe im 19.
Speaker: Bezirk eine Galerie aufgemacht.
Speaker: Geil, eine Bildergalerie.
Speaker: Ja, eine Kunstgalerie.
Speaker: 120 Quadratmeter,
Speaker: Nur mit Schulden.
Speaker: Okay, Wahnsinn.
Speaker: Krass.
Speaker: Aber das heißt, dieser Antrieb, selbstständig zu sein, ich kenne dich ja nur selbstständig, war schon immer da.
Speaker: Der war immer schon da.
Speaker: Also
Speaker: Ja, der war immer schon da.
Speaker: Weißt du warum, woher das kommt?
Speaker: Oder wie war das denn dein Antrieb der Unabhängigkeit?
Speaker: Ich glaube, ich habe einfach zu viele Interessen.
Speaker: Also ich habe eigentlich sehr früh angefangen.
Speaker: Ich glaube, mit elf habe ich meine erste Fotokamera bekommen.
Speaker: Das war eine kleine Kompaktkamera von meiner Großmutter.
Speaker: Mit 13 habe ich mir die erste Spiegelreflexkamera am Flohmarkt gekauft.
Speaker: Das war eine Olympus OM1.
Speaker: Die hat 100 Shilling gekostet.
Speaker: Dann habe ich mir noch zwei Objektive am Flohmarkt gekauft.
Speaker: Das war das Erste, was mich interessiert hat.
Speaker: Ich habe unglaublich viel fotografiert.
Speaker: Ich habe so viel fotografiert, dass ich Filme gar nicht entwickeln habe lassen, weil ich das Geld gar nicht dazu gehabt habe.
Speaker: Malen hat mich interessiert, Bilderei hat mich interessiert, Keramik hat mich interessiert, Fotografie hat mich interessiert, Mode hat mich interessiert.
Speaker: Es war einfach zu viel.
Speaker: Und mein Vater war immer selbstständig.
Speaker: Also war das für mich der logische Weg.
Speaker: Aber bist du dann auch kreativ aufgewachsen oder hast du dir das selbst aus Neugier und aus diesem Spieltrieb und aus diesem... Ja, was heißt genau kreativ aufgewachsen?
Speaker: Du meinst jetzt, ob ich in einem kreativen Umfeld, im Künstlerumfeld aufgewachsen bin?
Speaker: In einem kreativen Haushalt, ob Musik oder sowas... Nein, kann man so nicht sagen.
Speaker: Nein, gar nicht.
Speaker: Ich bin...
Speaker: Dadurch, dass ich bis hin bei meiner Mutter war, die eher... Sie ist 1973 geboren, wir haben lange in Amsterdam gelebt und ja, wir haben gelebt, sagen wir mal so.
Speaker: Also mit Kunst habe ich nicht viel zu tun gehabt in dem Zeitraum.
Speaker: Dann war ich drei Jahre im Heim bis zu meinem elften Lebensjahr.
Speaker: Da hast du mit Kunst auch nicht viel zu tun.
Speaker: Und erst danach eigentlich, als ich dann zu meinem Vater gekommen bin, durch die Reisen mit ihm...
Speaker: habe ich einen Zugang zu Kunst gefunden und habe gleich einmal, war ich begeistert.
Speaker: Ich kann mich erinnern, ich war mit meinem Vater in Spanien in Caracas und Figures.
Speaker: Ich glaube, wenn ich mich richtig erinnere, in Figures ist das, Caracas oder Figures, weiß ich jetzt nicht, das ist ein Museum vom Salvador Dalí.
Speaker: Das war einer der ersten, die mich unglaublich fasziniert haben.
Speaker: Und dann ist es halt so weitergegangen.
Speaker: Spannend.
Speaker: Ja gut, aber dann erklärt sich mir auch so ein bisschen, dass du schon so früh dieses innere Bedürfnis hattest nach Selbstbestimmtheit und nach deinen Regeln zu leben und dein Leben zu gestalten, so wie du das möchtest.
Speaker: Ich habe zwar nicht so lange bei meinem Vater gewohnt, es war eine spannende Zeit, wir haben viel gereist, aber ich war auch viel allein.
Speaker: Und mit 14 bin ich dann ausgezogen und dann habe ich mein Leben selbst gestaltet.
Speaker: Also ja, eine logische Entwicklung nehme ich mal an oder denke ich halt einmal.
Speaker: Ja, weiß ich nicht.
Speaker: Aber dann finde ich es umso stärker, was du dir daraus alles aufgebaut hast.
Speaker: Ja, finde ich auch.
Speaker: Ja, finde ich Wahnsinn, weil im Endeffekt eben, du bist jetzt schon fast 20 Jahre selbstständig.
Speaker: Das zweite Mal, wenn man es genau nimmt, muss man schon dazu sagen.
Speaker: Also
Speaker: Die Selbstständigkeit mit 18 ist natürlich vollkommen in die Hosen gegangen.
Speaker: Also ohne Geld, nur mit Krediten und tollen Ideen geht es halt nicht wirklich.
Speaker: Und das war eine Galerie.
Speaker: Ich habe nicht wirklich viele Ausstellungen gemacht, aber durch diesen Kontakt zur Angewandten und dann der versuchte Kontakt eben nach Deutschland zu dieser Art Cologne.
Speaker: In Köln ist die, glaube ich, wenn ich mich richtig erinnere.
Speaker: habe ich mir so ein paar Künstler hergeholt, habe Ausstellungen gemacht, die haben Geld gekostet, nichts eingebracht und irgendwann einmal war ich halt zahlungsunfähig.
Speaker: Da war meine Selbstständigkeit und meine Ehe am Ende.
Speaker: Unter der Ehe.
Speaker: Hat jetzt gar nichts damit zu tun gehabt, wenn man es genau nimmt.
Speaker: Okay, gut.
Speaker: Ja, aber dann umso cooler, dass du dir trotzdem nochmal den...
Speaker: den Weg ausgesucht hast.
Speaker: Ja, war ein langer Weg dann von dort bis zur neuen Selbstständigkeit.
Speaker: Also da war viel, also hohe Schulden, die Verzweiflung, dass ich eigentlich mein Leben gelebt habe und jetzt nur mehr für die Schulden arbeite.
Speaker: Jeden beschissenen Job angenommen habe, der mir über den Weg gelaufen ist.
Speaker: Und wenn ich 300 Schilling verdient habe in der Nacht,
Speaker: Also es war wirklich, mein Selbstvertrauen war ein bisschen im Keller.
Speaker: Und dadurch, dass ich so viel Gläubiger hatte, habe ich dann auch irgendwann einmal den Stecker gezogen und bin nach einem Ärger gegangen, eine Zeit lang.
Speaker: Okay.
Speaker: Das war aber nur eine Art Flucht.
Speaker: Also ja.
Speaker: Verstehe.
Speaker: habe dann meine nächste Ehefrau kennengelernt und habe aber, ich glaube, mit 28 oder so habe ich einen außergerichtlichen Ausgleich gemacht.
Speaker: Also habe sozusagen mit meinen 10-Gläubigen einen Prozentsatz vom Kapital angeboten und das hat der Zeit lang gedauert, aber irgendwann habe ich das über die Bühne gebracht und so mit 30 konnte ich dann wieder neu starten.
Speaker: Okay, wow.
Speaker: Also fast zehn Jahre hast du es mit dir rumgetragen.
Speaker: Ja, zehn Jahre im Gastgewerbe gearbeitet, um die Schulden zu bezahlen.
Speaker: War hart.
Speaker: Krass, ja, glaube ich dir.
Speaker: Und dann war noch gar nichts von Selbstständigkeit die Rede.
Speaker: Also das war für mich, mein Selbstvertrauen war noch nicht wirklich wieder da.
Speaker: Ich habe mir nicht vorstellen können, noch einmal mich selbstständig zu machen, weil dieses Scheitern war immer im Raum.
Speaker: Selbstständig machen geht schnell einmal, aber man muss halt auch davon leben können.
Speaker: Und zu dem Zeitpunkt hatte ich schon zwei Kinder.
Speaker: Mhm.
Speaker: Genau, und auf der Angelegenheit habe ich auch wieder angefangen.
Speaker: Das nochmal angefangen.
Speaker: Habe ich nochmal angefangen.
Speaker: Habe ich dann mit dem Lehramt angefangen.
Speaker: Ich habe mit der Studienberechtigungsprüfung angefangen, mit dem Lehramt angefangen und wollte halt in die Richtung mich entwickeln.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber lass uns nochmal zurückgehen, weil das interessiert mich.
Speaker: Wie, kannst du dich erinnern, wie bist du damit umgegangen?
Speaker: Mit diesem gigantischen, mit dem größten aller Rückschläge, der Pleite und diesem...
Speaker: Boden unter den Füßen weggezogen zu bekommen und eigentlich immer die Existenzgrundlage, weil du arbeitest ja dann wirklich nur noch für andere und lebst am Existenzminimum.
Speaker: Also man muss dazu sagen, verursacht habe ich den Scheiß ja selber.
Speaker: Ja, ja, klar.
Speaker: Nein, überhaupt keine Frage.
Speaker: Das wollte ich jetzt nicht.
Speaker: Also klar, aber mich interessiert, weil es gibt ja dann trotzdem noch zwei Möglichkeiten.
Speaker: Entweder man dichtet sich ab, in welcher Form auch immer und zieht sich zurück und gibt auf oder so.
Speaker: Oder man arbeitet sich im Schweiß seines eigenen Gesichts aus solchen Situationen heraus und baut sich was Neues auf.
Speaker: Und das interessiert mich, ob dir da irgendwas bewusst ist.
Speaker: Also das Problem ist, wenn du in der Situation bist, wo alles zusammenbricht, und das war ja zu dem Zeitpunkt nicht nur, dass meine Selbstständigkeit zusammengebrochen ist, sondern
Speaker: Ich hatte damals ein Leasingauto, das hatte einen Totalschaden.
Speaker: Es gab keine Versicherung mehr, lange Geschichte.
Speaker: Getrennt habe ich mich.
Speaker: Ich habe plötzlich auch keine Wohnung mehr gehabt.
Speaker: Ich war auf der Straße dann.
Speaker: Es war einfach...
Speaker: alles zu Ende.
Speaker: Schön, dass du da bist.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und ich habe mich dann einmal monatelang zurückgezogen, habe bei Freunden gewohnt und dort habe ich einfach nicht gewusst, wie es weitergeht.
Speaker: Dann gehst du halt einen Schritt nach dem anderen.
Speaker: Also ich habe zuerst auch hier in Wien, habe ich mir gedacht, das ist für mich vorbei eigentlich.
Speaker: Deswegen habe ich mich entschieden, was ich noch hatte war ein Laptop, den habe ich einer Freundin gegeben.
Speaker: Also habe ich sozusagen als Pfand, damit sie mir ein Geld borg, damit ich mir flog.
Speaker: Und ich habe mich umgehört im Freundeskreis, ob irgendjemand weiß, egal wo ein Zimmer, nur nicht in Österreich.
Speaker: Und das war ihm zufälligerweise in New York.
Speaker: Okay.
Speaker: Und da hatte ich für sechs Monate dann ein Zimmer.
Speaker: Ich habe es zwar nach drei Monaten abgebrochen, aber primär bin ich dann dort hingeflogen und habe einmal einfach drei Monate gar nichts gemacht.
Speaker: Also ich habe wirklich, es war ganz interessant, ich kannte das ja nicht.
Speaker: Ich habe in einem Haus gewohnt, wo du unten so einen Lebensmittelnladen hast.
Speaker: Der war 24 Stunden offen.
Speaker: Es ist vollkommen egal, ob du in der Nacht schläfst oder am Tag schläfst.
Speaker: Also ich habe irgendwie nach einer gewissen Zeit einen Tagesrhythmus gehabt von 26 Stunden.
Speaker: Das heißt,
Speaker: Ich habe einmal in der Nacht an einem Tag geschlafen, weil es war ja nicht wichtig, weil ich aufstehen, wenn ich schlafen gehe.
Speaker: Es war irgendwie ganz, ganz seltsam.
Speaker: Und ich bin im Kaffeehaus gesessen, im Park gesessen, habe Füße fotografiert.
Speaker: Ich habe ganz, ganz, ganz viele Füße fotografiert.
Speaker: Mit Einwilligung, Einverständnis derjenigen?
Speaker: Das brauchst du nicht.
Speaker: Nein, von Füßen wüsste ich jetzt nicht.
Speaker: Ich glaube, das war...
Speaker: 93 oder 94, weiß ich jetzt nicht mehr.
Speaker: Die habe ich auch lange nicht entwickelt.
Speaker: Nirgends habe ich sie entwickeln gelassen.
Speaker: Das ist spannend.
Speaker: Ich bin jetzt sozusagen am Ende meiner nächsten Ehe und nehme mir die Zeit, Dinge aufzuarbeiten, die in meiner ersten Ehe passiert sind.
Speaker: Entschuldigung.
Speaker: Zeitversetzte Selbsttherapie.
Speaker: Ja.
Speaker: Nein, okay, wie auch immer.
Speaker: Auf jeden Fall war ich dann ein paar Monate in New York und dann ist mir das Geld ausgegangen.
Speaker: Und ich bin eigentlich über Miami geflogen, weil ich habe eigentlich Verwandtschaft in Miami und wollte dort noch eine Zeit lang bleiben, um mich, ja, um, weiß ich nicht, zu mir zu finden, um einfach mich von diesem Stress zu erholen.
Speaker: Das ging aber nicht, weil mein Onkel gerade mit der Firma Probleme gehabt hat.
Speaker: Meine Großmutter wollte nicht, dass ich bleibe und ich musste dann wieder zurück.
Speaker: Und dann war ich wieder, also früher halt zurück in Wien und ja, ohne Wohnung, ohne Job.
Speaker: Und dann habe ich bei meinem Vater in der Firma angefangen.
Speaker: Und dadurch habe ich mir auch relativ schnell eine Wohnung organisieren können.
Speaker: Und dann habe ich halt angefangen, das mit den Schulden anzugehen.
Speaker: Es waren Private und Banken dabei.
Speaker: Also es war ein bisschen problematisch.
Speaker: Schwieriger, komplizierter.
Speaker: Kannst du dich noch erinnern, wie sich das angefühlt hat, dann so diese ersten...
Speaker: Selbstverdienten, selbstver- zurückgezahlten Geschichten.
Speaker: Was war das für ein Gefühl?
Speaker: Kein gutes.
Speaker: Nein?
Speaker: Nein, überhaupt nicht.
Speaker: Weil es ein Fass ohne Boden war.
Speaker: Es waren so viele, dass wenn ich mit einem angefangen habe, es überhaupt nichts gebracht hat.
Speaker: Ich habe damals...
Speaker: Ich glaube, es waren drei oder vier Banken und der Rest waren Verbindlichkeiten von zum Beispiel einer Fußbodenheizungsfirma, dann die Ablöse von dieser Galerie, die ich gehabt habe.
Speaker: Die habe ich auch monatlich zurückbezahlt und irgendwann mal aufgehört.
Speaker: Es waren ein Dutzend, glaube ich, insgesamt.
Speaker: Und damals waren die Zinsen, wenn du im Verzug warst, extremst hoch.
Speaker: Das heißt, dem wäre ich nie Herr geworden.
Speaker: Ich kann mich erinnern, die Bank Austria hat mir verrechnet, glaube ich, 16,5 Prozent Zinsen.
Speaker: Also, wie willst du?
Speaker: Da kommst du eigentlich nicht mehr raus.
Speaker: Dein Arsch gehört Ihnen eigentlich.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Danke.
Speaker: Und deswegen habe ich mit dem Privaten angefangen, da habe ich alles Mögliche gemacht.
Speaker: Da habe ich Geld zusammengespart, dann habe ich Zeichnungen denen angeboten und Renovierungen.
Speaker: Ich habe versucht, wirklich sehr kreativ zu sein, um dem irgendwie Herr zu werden.
Speaker: Ja, spannend.
Speaker: Ist das für dich kreativ auch lösungsorientiert?
Speaker: Ja, also wenn ich nicht kreativ gewesen wäre, auch was den ausgerichtlichen Ausgleich betrifft, kreativ in Formulierungen, kreativ in, ja, da wäre ich wahrscheinlich nicht so schnell da rausgekommen.
Speaker: Also ich kann mich erinnern, mir haben sehr viele empfohlen, einen Anwalt zu nehmen, um diesen ausgerichtlichen Ausgleich zu machen und ich habe gesagt,
Speaker: Wozu?
Speaker: Der kostet mich, der formuliert das in einem Deutsch, das ich wahrscheinlich nicht einmal verstehe.
Speaker: Ich schreibe das so, wie es ist.
Speaker: Ich habe damals schon einen doppelten Punch-Scheibenvorfall gehabt, war körperlich beeinträchtigt, habe sowieso eigentlich zu dem Zeitpunkt nicht gedacht, dass ich jemals wieder erfolgreich sein werde, also werde ich halt mein Leben lang einen Job machen.
Speaker: Summe X verdienen, ein Drittel geht an die Schuld.
Speaker: Und auch mit der Argumentation, ich bin Jungvater, habe zwei Kinder, ich habe alles probiert.
Speaker: Ja, witzig.
Speaker: Ich finde das sehr spannend, weil Kreativität eben auch für mich der Umgang mit Widerständen und mit der konstruktive und vielleicht auch unorthodoxe Umgang mit Problemen, Widerständen und so ist und gar nicht das
Speaker: nur oder so wie man es jetzt im allgemeinen versteht ja dieses sich kreativ auszuleben in der form auch immer jeder geht es anders an er hat ja jetzt das hat sich natürlich super angefühlt weil ich habe damals dann schon lange im gastgeber gearbeitet
Speaker: und dann habe groß nah jetzt kann ich wieder anfangen also womit auch immer aber zumindest kann ich auf was hinsparen ja sonst kannst du dir einfach nichts leisten auto reise kann nichts ja und was hat dich dazu getrieben wieder in die selbstständigkeit zu gehen das war noch ein langer weg bis dorthin das war ein langer weg da waren erst zwei kinder auf der welt
Speaker: 2000, 2001.
Speaker: 2004 ist dann der Sandro gekommen und da habe ich dann gewusst, ich möchte mit 40 nicht mehr im Gasgeber stehen.
Speaker: 2006 habe ich dann mit der Ausbildung am Wi-Fi angefangen, mit der Webdesign-Ausbildung.
Speaker: Und 2007 habe ich mich selbstständig gemacht.
Speaker: Richtig.
Speaker: Ja.
Speaker: Obwohl sich eigentlich, also mein Umfeld oder meine Frau waren jetzt nicht gerade jetzt dafür.
Speaker: Okay.
Speaker: Ich verstehe, ja.
Speaker: Also es war ja so, ich habe immer noch, also da hat sich natürlich mein Selbstwertgefühl hat sich wieder erholt.
Speaker: Ich war wieder kreativ, ich habe wieder fotografiert, ich habe auch wieder gemalt.
Speaker: Aber ich habe auch wieder Ausstellungen gemacht.
Speaker: Das war halt so neben dem Job.
Speaker: Aber es war irgendwie auch klar, ich kann mich nicht hundertprozentig auf die Kunst einlassen, weil wenn du Kinder hast, geht es sich halt nicht aus.
Speaker: Also wenn du das Glück hast, dass du die richtigen Kontakte hast, aber ich hatte keine fertige Ausbildung und ich habe zwar hin und wieder was verkauft, aber das war halt, das ist sich nicht ausgegangen.
Speaker: Das war nicht die Basis, auf der man eine Familie hat.
Speaker: Und für mich war es klar, ich muss es andersrum machen.
Speaker: Ich brauche irgendeinen Job, der mir Spaß macht und die Kunst ist sozusagen zwar jetzt mein Herz, da liegt mein Herz drinnen, aber ja, das ist halt nicht ausgegangen.
Speaker: Ja, ich finde es auch schön, ehrlich gesagt, die Kunst von dem Druck zu befreien, damit Geld verdienen zu müssen.
Speaker: Das ist das Um und Auf eigentlich.
Speaker: Also das war.
Speaker: Es wäre mir schon ein Wunsch gewesen, davon leben zu können, aber nicht unter Druck Kunst zu produzieren.
Speaker: Also das war für mich immer.
Speaker: Also da hatte ich totalen Widerwillen.
Speaker: Das ist nicht das, was mich interessiert hat.
Speaker: Ich kann das machen, was mir Spaß macht, wann ich es will, weil es mir Spaß macht und weil es aus mir herauskommt.
Speaker: Nicht, weil jemand ein Porträt von seiner Tochter haben will oder weil jemand ein Vorzimmer geschweißt haben will, sondern ich kann meine Lampen entwickeln, ich kann meine Möbeln entwickeln, ich kann meine Bilder malen.
Speaker: Ja, das ist ein anderer Zugang.
Speaker: Und vielleicht schaffe ich es, dass ich mit 60 nicht mehr arbeiten muss, weil ich so geschickt war in meinem Leben und nur mehr von der Kunst leben kann.
Speaker: Man wacht ja als selbstständiger oder als kreativer Selbstständiger oftmals auf und fühlt sich erst einmal arbeitslos oder fühlt sich erst einmal so, okay, jetzt muss ich mich auf die Suche begeben nach der nächsten Verdienstmöglichkeit.
Speaker: Das ist richtig.
Speaker: Es ist, wie es ist, wenn man keine Kinder hat.
Speaker: Aber dadurch, dass wir vier Kinder haben, oder dass ich vier Kinder habe, war es ein unglaublicher Druck.
Speaker: Du brauchst genug Geld am Ersten.
Speaker: Und wenn dann das Konto im Minus war, gehen sich die Überweisungen noch aus.
Speaker: Und wann ist der nächste Auftrag oder wann zahlt der eigentlich?
Speaker: Wie bist du mit sowas umgegangen?
Speaker: Naja, wie gehe ich mit sowas um?
Speaker: Ich glaube, dass ich heute schlechter damit umgegeben werde als früher, weil irgendwie du wächst halt in die ganze Sache hinein.
Speaker: Genauso wie jeder fragt mich, wie kann man vier Kinder haben?
Speaker: Also ich komme mit meinem einen nicht zurecht.
Speaker: Du wächst in die Dinge rein.
Speaker: Ja, dann muss natürlich schon auch...
Speaker: Du musst es wollen und du musst lernen und in die Situation hineinwachsen, aber du lernst auch mit dem Druck umzugehen.
Speaker: Also sich dem schon bewusst aussetzen und sich damit konfrontieren.
Speaker: Ja, du kannst ja nicht aus.
Speaker: Ja, du kannst schon aus.
Speaker: Du kannst anfangen zu trinken.
Speaker: Achso, naja.
Speaker: Du kannst plötzlich unkontrollierte Gefühlsausbrüche bekommen.
Speaker: Dass man Ventile sich findet, weil der Druck eben so stark wird.
Speaker: Nein, was mir da geholfen hat, war meine erste Selbstständigkeit.
Speaker: Wirklich?
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Weil auch wenn es oft knapp war, habe ich schon ganz gut umgehen können mit dem, was ich hatte.
Speaker: Weil wenn du so früh so viele Schulden hast,
Speaker: und wirklich nicht weißt, wie du dir Essen kaufst oder wie du... Ich meine, na ja, brauche ich gar nicht drüber reden.
Speaker: Das möchtest du nicht, dass dir nochmal passiert.
Speaker: Und ich habe das Glück, dass ich natürlich auch in kennster Weise... Ich habe kein Suchtverhalten.
Speaker: Also ich bin im Frust, sauch ich mir das an oder rauch ich mir ein oder sonst irgendwas.
Speaker: Das hat mich nie interessiert.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, aber ich glaube, was du gerade als erstes gesagt hast, ist sehr spannend, nämlich dieses ganz, ganz dringende Bedürfnis, so eine Erfahrung nicht nochmal machen zu wollen.
Speaker: Ich glaube, es ist egal, was dem da zugrunde liegt, ob das jetzt Geld ist oder Machtmissbrauch ausgesetzt zu sein oder Ohnmachtsgefühle dieser Art können, glaube ich, ein sehr starker Antrieb sein.
Speaker: Ja.
Speaker: alles zu tun und diese berühmte extra meile zu gehen die man braucht um sich was aufzubauen oder richtig wenn du kannst es nicht immer beeinflussen es kann ja genauso noch mal passieren ja es gibt genug denen es dann noch mal passiert ist vielleicht habe ich gehabt oder habe ich es richtig ich weiß es nicht aber ich habe ein gutes beispiel
Speaker: Ich habe mich dann 2007 selbstständig gemacht und 2008 hatten wir das erste, wie sagt man da, so eine Finanzkrise.
Speaker: Das war die Weltwirtschaftskrise 2008.
Speaker: Richtig.
Speaker: Und ich habe drei Monate nicht einen einzigen Auftrag gehabt.
Speaker: Das war jetzt, ich meine, ich hatte damals noch nicht so große Investitionen und noch nicht so hohe Kosten.
Speaker: Mein Büro war im Wohnzimmer.
Speaker: Aber die Kinder waren da.
Speaker: Das Vierte ist gerade gekommen.
Speaker: Und das war nicht lustig.
Speaker: Und ein Freund von mir hat die Security-Firma gehabt und hat die Security am Radosplatz gemacht.
Speaker: Und da halt kein Job reingekommen ist und ich nicht gewusst habe, wie es weitergeht.
Speaker: Und da war ich wieder sozusagen so weit.
Speaker: Also ich war nicht so weit, dass ich Schulden hatte, aber ich war so weit, dass ich nicht wusste, wie es weitergeht.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: habe ich ihn gefragt, ob ich am Radhaushalplatz Eislauf, also Security fahren kann.
Speaker: Und er hat gesagt, ja, kein Problem, habe dort angefangen.
Speaker: Ich habe einen Dienst gehabt von sieben Stunden.
Speaker: Ich habe es gehasst.
Speaker: Ich habe mir sieben Stunden lang vorgesagt, ich will das nicht, ich will das nicht, ich will das nicht.
Speaker: Dann habe ich den Dienst zu Ende gemacht, bin nach Hause gegangen und habe mir gesagt, nein, ab morgen läuft es.
Speaker: Ja, wirklich.
Speaker: Und am nächsten Tag habe ich einen Auftrag gekriegt.
Speaker: Ja, wirklich.
Speaker: Es war einfach wirklich super und ab dann ist es losgegangen.
Speaker: Und es waren natürlich schwierige Zeiten.
Speaker: Teilweise nicht, weil die Aufstagslage nicht gestimmt hat, sondern weil, wie es halt so ist in einer Familie, Eheprobleme, was auch immer.
Speaker: Es gibt verschiedene Dinge.
Speaker: Die Aufstagslage hat sich immer gut entwickelt bei mir.
Speaker: Meine Muppa, also ich sag mal so, wenn du gut bist, brauchst du keine Werbung machen, weil die Mundpropaganda da ist und die hat sich immer, also das hat sich immer so entwickelt.
Speaker: Ja, da haben wir uns eh schon mal öfter drüber unterhalten, über was es braucht, um wirklich nachhaltig erfolgreich zu sein.
Speaker: Und erfolgreich muss ja jetzt nicht heißen,
Speaker: Millionen, Milliarden zu verdienen, sondern einfach gut und relativ sorgenfrei leben zu können oder so eine Familie nähern zu können, sich ein bisschen was aufzubauen.
Speaker: Du hast ja sogar ein Haus gebaut.
Speaker: Auch selber, das muss ich auch noch mal kurz an dieser Stelle erwähnen, dass du da selbst Hand angelegt hast.
Speaker: Finde ich Wahnsinn.
Speaker: Hast du dir das alles selber beigebracht?
Speaker: Ja, das ist, wenn du kreativ bist, bist du meistens interessiert an vielen Dingen.
Speaker: Und dadurch, dass ich halt keine Ausbildung abgeschlossen habe und vielleicht, da gab es für mich persönlich Defizite in gewissen Bereichen.
Speaker: Die haben mich interessiert.
Speaker: Oft war nicht die Zeit oder das Geld, dass ich das mache, aber ich habe über die Jahre hinweg, hat sich ein Freund von mir für meine Kunst interessiert und hat mir immer wieder mal was abgekauft und hat mich unterstützt, hat sich sein Haus und seine Wohnung herrichten lassen.
Speaker: mit Lichtobjekten und Bildern und sonstigen Dingen.
Speaker: Und der wollte damals unbedingt was geschweißt haben.
Speaker: Und ich habe gesagt, ich kann nicht schweißen.
Speaker: Aber ich mache es.
Speaker: Nein.
Speaker: Nein.
Speaker: Und dann habe ich gemeint, ja, ich zahle dir einen Schweißkurs.
Speaker: Cool.
Speaker: Und sein Sohn, der ein bisschen jünger ist als ich, der wollte auch schweißen und dann haben wir uns halt einen Schweißkurs geteilt und wie oft waren wir dort?
Speaker: Wir waren sechsmal dort, ja.
Speaker: Und dann haben wir uns gleich ein Schweißgerät gekauft und haben es ausprobiert.
Speaker: Und durchs Üben sind wir halt dann draufgekommen, wie es funktioniert.
Speaker: Und du musst das halt tun.
Speaker: Also alles, ich habe so viele Dinge das erste Mal gemacht.
Speaker: Das erste Mal eine Wasserleitung, eine Kupferwasserleitung verlegt.
Speaker: Habe ich auch nicht gewusst, wie man es macht.
Speaker: Dann hat man halt jemand gezeigt, wie man es macht.
Speaker: Und dann habe ich es gemacht.
Speaker: Und sowas beim Schweißen auch und bei vielen anderen Dingen auch.
Speaker: Und deswegen habe ich auch...
Speaker: Eigentlich drei Häuser gebaut, wenn man es genau nimmt.
Speaker: Drei Häuser?
Speaker: Ja, stimmt eigentlich.
Speaker: Also man muss dazu sagen, Sie sehen jetzt Kleingartenhäuser, aber bei so klein sind es ja gar nicht wirklich.
Speaker: Auf einem Grund eben zwei.
Speaker: Und nach der Trennung halt dann noch ein drittes...
Speaker: Damit ich meinen Kindern ein bisschen nah sein konnte.
Speaker: Ja, ist ja auch wichtig.
Speaker: Aber ich finde es schön, was du gesagt hast, weil wir können die allermeisten Dinge nicht.
Speaker: Und die allermeisten Menschen haben dann eine Zurückhaltung, eine Blockade, wie auch immer, und sagen, ich will mich damit gar nicht auseinandersetzen.
Speaker: Ich kann das nicht.
Speaker: Es interessiert mich nicht.
Speaker: Und ich sage jetzt mal, vielleicht bei so etwas wie Stromleitungen ist das auch gut.
Speaker: Nein, die habe ich auch selber gemacht.
Speaker: Okay.
Speaker: Aber es ist ja eben auch, wie du es gemacht hast oder gerade beschrieben hast, ein Weg, sich zu interessieren, sich zu fragen, um Hilfe zu bitten, um Rat zu fragen und sich dann was abzugucken und was beizubringen und zu üben.
Speaker: Das finde ich wahnsinnig bewundernswert.
Speaker: Das ist
Speaker: Geht nicht, gibt es nicht.
Speaker: Das ist auch ein Spruch, den ich in meinem Business habe.
Speaker: Es kommen sehr viele Kunden und sagen, sie waren dort und die sagen, das geht nicht.
Speaker: Es gibt immer eine Art, eine Lösung gibt es immer.
Speaker: Vielleicht muss man nur einen anderen Weg finden, um auf die Lösung zu kommen.
Speaker: wenn ich diese Einstellung nicht hätte, wenn ich nicht dieses Aufstehmandl wäre, das ich bin, hätte ich mich nicht nochmal selbstständig gemacht, weil so einfach war die zweite Selbstständigkeit dann auch wieder nicht.
Speaker: Mit der Ausbildung am Wifi kriegst du keinen Job, weil du keine Erfahrung hast und die Ausbildung jetzt nicht so umfangreich und lang ist, dass dich eine Agentur nimmt.
Speaker: Selbstständig machen ist eigentlich fast nicht möglich, weil du eigentlich fast keinen Auftrag alleine ausführen kannst.
Speaker: Ich habe nur das Glück gehabt, dass ich auf der Wife jemanden kennengelernt habe, eine Trainerin, mit der ich mich so gut verstanden habe, dass wir dann Aufträge miteinander gemacht haben und in den ersten zwei Jahren mit ihrer Hilfe halt alles fertigstellen konnte und dadurch extremst viel gelernt habe.
Speaker: Und Aufträge angenommen habe, wo ich vielleicht nicht das Wissen hatte, um es tatsächlich umzusetzen, ja, aber ich wusste, wohin ich mich wenden muss, um es umsetzen zu können.
Speaker: Und dabei lernst du ja etwas, ja.
Speaker: Ja, und so habe ich es eigentlich mit allen gemacht.
Speaker: Ob ich mit Holz gearbeitet habe, ob ich mit Metall gearbeitet habe.
Speaker: Also ich muss sagen, einer der spannendsten Dinge, die ich gelernt habe, war das Schweißen.
Speaker: Also seit ich schweißen kann, das macht aber sowas von Spaß.
Speaker: Du kannst so ihre Sachen machen.
Speaker: Ich kann mich erinnern, es ist ja hauptsächlich, ich finde es immer interessant, Dinge zu machen, die aus der
Speaker: aus der Rolle fallen oder die nicht im klassischen Sinne sind.
Speaker: Für alle, die jetzt dazuhören und nicht auf YouTube schauen, ich finde es total schön, wie deine Augen begonnen haben zu leuchten, als du vom Schweißen erzählt hast.
Speaker: Das ist wirklich, man fühlt die Freude und die Begeisterung und das innere Kind und den Spieltrieb irgendwie, der da plötzlich zum Vorschein kommt und
Speaker: Ich kann mich erinnern, wie ich das erste Mal eine Wasserleitung verlegt habe, wie es richtig ist.
Speaker: Also ich habe zuerst geübt im Garten, dann habe ich die erste Wasserleitung verlegt, dann war die unticht.
Speaker: Und dann habe ich einen Arbeiter gehabt, den habe ich halt kennengelernt und er hat gesagt, du machst das falsch.
Speaker: und dann so schwer ist es ja dann im endeffekt nicht ja es ist halt du musst genau schauen wie es geht du musst das üben und es ist einfach so cool wenn es dann funktioniert das ist schon befriedigend sehr viel oder ja aber eigentlich war man bei der selbst ich habe gesagt ich die zweite selbstständigkeit war nicht so ohne ja also da hinein zu kommen
Speaker: hat jahre gebraucht bis ich dann dort war wo ich wo ich eigentlich hin wollte wirklich davon leben zu können nein ich habe jetzt den faden verloren das ist das ist ein guter punkt weil die meisten die ich so kenne wo es wo es nicht funktioniert mit der selbständigkeit da scheitert es meistens an am langen atem an dieser disziplin so lange
Speaker: und über alle Widerstände drüber zu gehen und so lange dran zu bleiben und weiterzuarbeiten und sich diese mühsame Aktivierungsenergie zu erarbeiten, die es braucht, bis ein Business dann mal läuft, bis man so viele Kunden hat, die dann zu gegebener Zeit wiederkommen, dass sich eine gewisse Kontinuität, ein gewisser Grundeinkommen, ein Grundrauschen irgendwie so
Speaker: einstellt, dass man nicht mehr so ganz von der Hand in den Mund lebt und in der Hoffnung, dass jetzt doch noch vielleicht fünf vor Monatsende noch ein Auftrag reinkommt, weil sonst... Ich denke mir, das Problem ist überhaupt, wenn du von einem Beruf in den anderen wechselst, sozusagen, also Beruf im Sinne von ich habe im Gastgeber gearbeitet und habe mich dann selbstständig gemacht.
Speaker: Das ist ja oft, dass du das dann gleichzeitig machst.
Speaker: Du denkst dir,
Speaker: du machst dich selbstständig, du kannst nicht von heute auf morgen so viele Aufträge haben, dass du davon leben kannst, bleibst du halt noch zwei Tage im Gastgewerbe.
Speaker: Genau.
Speaker: Das war bei mir auch so.
Speaker: Das habe ich im ersten Jahr gemacht, bin aber draufgekommen, dass das Problem ist, dass du dich in keines der beiden Berufe hundertprozentig einlässt.
Speaker: Also ich brauche, ich muss mich hundertprozentig darauf einlassen.
Speaker: Ich muss den Kopf aus dem anderen raushaben, um im anderen drin zu sein.
Speaker: Und dann bin ich 100% dabei.
Speaker: Das war für mich irgendwie das Ding.
Speaker: Und ab dem Zeitpunkt, wo ich sozusagen das Gasgebe gelassen habe und dann diese sieben Stunden am Eis gelaufen bin und am nächsten Tag gesagt habe, nein, ich will das nicht, das muss funktionieren, habe ich natürlich wahrscheinlich auch Glück gehabt.
Speaker: Ich weiß es nicht.
Speaker: Aber für mich war es ganz...
Speaker: Klar, ich will das, weil ein Zurück, wohin soll ich denn zurück?
Speaker: Was wäre weiterarbeiten, bis ich nicht mehr gehen konnte wegen meinen Bandscheiben?
Speaker: Nein.
Speaker: Sondern da musst du dir halt da, wo du bist, eine Nische suchen und schauen, dass du in irgendeinem Bereich anders bist, besser bist als jemand anderer.
Speaker: Ein Netzwerk aufbauen hat lange gedauert, aber es hat funktioniert und es funktioniert sehr gut.
Speaker: Ja, ich glaube, das ist die berühmte Resilienz, von der man spricht, oder?
Speaker: Wenn man einfach dieses, nein, ich muss das jetzt durchdrucken und es gibt keine andere realistische Möglichkeit für mich, in der ich glücklich werden kann.
Speaker: mit der ich glücklich werden kann ja klar gibt es möglichkeiten klar kann ich gerne ich habe ja auch einige jobs gemacht die ich rückblickend betrachtet nur gemacht habe damit ich mir klar mache was ich wie ich nicht mein leben wie lange bist du jetzt selbstständig ich bin jetzt elf jahre ich bin jetzt 17 jahre selbstständig 25 haben wir ja ja
Speaker: 17, 18, ja.
Speaker: Das Schöne in der Selbstständigkeit nach einer gewissen Zeit, das wirst du wahrscheinlich auch so sehen, ist, wenn du irgendwann einmal nicht mehr
Speaker: angewiesen bist, alles anzunehmen.
Speaker: Wenn du dir dann wirklich sozusagen ein Umfeld schaffen kannst, mit Leuten zu arbeiten, mit denen du gern arbeitest.
Speaker: Und dafür habe ich jetzt ungefähr, ich habe jetzt glaube ich zwölf Jahre gebraucht, bis ich sozusagen die Kunden, die ich einfach nicht haben wollte, also dass wir uns halt getrennt haben und jetzt wirklich mit den Leuten arbeiten, wo es einfach Spaß macht.
Speaker: Es soll ja jeder dabei Spaß haben und glücklich sein.
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Und dann geht es, glaube ich, auch schneller und leichter.
Speaker: Es geht ganz anders.
Speaker: Es ist einfach super.
Speaker: Ich habe irgendwann mal angefangen zu lernen, nicht alles muss ich selber machen.
Speaker: Ich bin so eher der Typ, ich muss alles selber machen.
Speaker: Ich kann nichts abgeben.
Speaker: Aber so ist es nicht.
Speaker: Du kannst abgeben.
Speaker: Ich arbeite mit Textern, Grafikern und das funktioniert toll.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, das ist schön.
Speaker: Ist für dich, weil ich weiß, du bist doch ein begeisterter Garten-Selbst-Anbauer.
Speaker: Ist das für dich auch kreative Arbeit?
Speaker: Ja, unbedingt.
Speaker: Gartenarbeit?
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Also es ist erstens mal kreative Arbeit, es ist ein Ausgleich.
Speaker: Ich brauche den Kontakt zur Natur.
Speaker: Ich fühle mich in einer Wohnung...
Speaker: Wirklich?
Speaker: Ja.
Speaker: Also ich habe seit drei Jahren eine neue Partnerschaft.
Speaker: Eine Freundin.
Speaker: Und die hat eine Wohnung gehabt.
Speaker: Und wir waren im Sommer im Garten und im Winter bei ihr.
Speaker: Und nach drei Monaten ist für mich, werde ich einfach unrund.
Speaker: Also ich brauche das auch im Winter einfach runterzugehen.
Speaker: Es gibt immer Arbeit im Garten.
Speaker: Winter und Sommer.
Speaker: Im Winter natürlich weniger.
Speaker: Aber dadurch, dass ich halt handwerklich...
Speaker: geschickt bin, sage ich jetzt einmal, mache ich halt alles selber.
Speaker: Ich mache die Hochbeete, die Randgerüste, verbinde ich mit Kunstwerken und du kannst dann natürlich im Winter auch was tun.
Speaker: Das Gemüse.
Speaker: Ja, und das schafft ein unglaublich angenehmes Lebensgefühl.
Speaker: Richtig.
Speaker: Ja.
Speaker: Es fühlt sich einfach richtig an, weil es fühlt sich so vieles heute nicht richtig an.
Speaker: Also,
Speaker: Allein wenn ich den ORF aufdrehe und die Nachrichten lese, da fühlt sich gar nichts mehr richtig an.
Speaker: Und wenn du halt recht verbunden bist mit der Natur, dann...
Speaker: ist das wie meditieren ja es bringt in eine mitte es bringt es in der ja es bringt seine ende verhältnismäßigkeit irgendwie das das habe ich auch das gefühl wenn man wenn man so ein wenn ich lange nicht in der natur bin dann habe ich habe ich immer mehr das gefühl dass
Speaker: dass das Leben oder was um uns herum passiert, wie auch immer, totaler Wahnsinn, mich mehr persönlich betrifft und erschlägt.
Speaker: Und
Speaker: Und wenn ich wieder einen Entkopplungstag oder Wochenende oder was auch immer hatte, dann ist es plötzlich irgendwie alles nur noch halb so wild.
Speaker: Und es ist immer noch schrecklich, aber es ist nicht mehr, es betrifft mich persönlich, es zieht mich nicht so stark in seinen Bann.
Speaker: Ja.
Speaker: Es nimmt nicht so meine gesamte Aufmerksamkeit und mein gesamtes Leben ein, wie wenn ich nicht in der Natur bin.
Speaker: Und gleichzeitig hast du halt einfach einen Ort, an dem du gern bist und den du gestalten kannst, wie du willst.
Speaker: Und ich bin ja auch begeisterter Hobby-Balkon-Gerd.
Speaker: Das ist einfach so schön, diesen Lebenszyklus zu verfolgen und dann am Ende auch was zu haben, was man ernten kann und wovon man was hat.
Speaker: Auch zusätzlich, das ist schön.
Speaker: Es ist unglaublich, die Natur ist einfach sensationell.
Speaker: Ja, also meditativ ist es definitiv.
Speaker: Aber bei kreativ war ich mir nicht sicher, weil es ja doch auch einfach viel Arbeit ist.
Speaker: Es ist unglaublich viel Arbeit.
Speaker: Es ist viel mehr Arbeit, als man glaubt.
Speaker: Ich habe sieben Hochbeete und ich experimentiere gerne noch mal dumm.
Speaker: Also ich probiere jedes Jahr immer ein paar neue Sachen dazu, vom Kürbis bis zum, also alles, was man halt gerne isst im Prinzip.
Speaker: Oder ich schaue auch, was auch Freunde gerne essen, weil sieben Hochbeete baust du so viel an, dass du es eh selber nicht essen kannst, also alleine essen kannst.
Speaker: viele gehen nach Plan vor, dass du sagst, okay, das und das passt zusammen, das baust du an und dieses und jenes.
Speaker: Ich sehe das ein bisschen kreativ, ich probiere das halt aus und fühle mich hinein, ob es zusammenpasst oder nicht.
Speaker: Und ich glaube, ich habe ein ganz gutes Gefühl und ich möchte auch, dass das
Speaker: optisch schön ist.
Speaker: Also ich baue einfach Pflanzen zusammen an.
Speaker: Ich habe große Ranggitter, die zweieinhalb Meter in die Höhe gehen und dann sind oben miteinander verbunden, wo die verschiedensten Dinge raufwachsen können.
Speaker: Kürbis und Co.
Speaker: Und das ist einfach unglaublich schön anzuschauen.
Speaker: Und das ist auch so, ich bin ja sozusagen in einem Kleingarten, ja,
Speaker: Und wenn die Leute vorbeigehen, es bleibt ja jeder Zweite stehen und bewundert mein Gemüse und bewundert meine Hochbäder und bewundert halt alles.
Speaker: Ich finde, du hast auch einen sehr, sehr schönen Garten.
Speaker: Man fühlt sich wirklich unheimlich wohl und es ist wirklich kein, also ich bin kein Schrebergarten, also Kleingarten Österreich, Schrebergarten auf Deutsch.
Speaker: Eigentlich kein Freund davon, aber deiner ist genau nicht das Stereotyp eines Kleingartens, sondern eben wild und vielfältig trotzdem gepflegt, aber es gibt jedes Mal was Neues zu entdecken.
Speaker: Wenn ich da bin, gibt es jedes Mal auch was Neues zum Probieren oder so.
Speaker: Das ist total schön.
Speaker: Das ist
Speaker: Das Tolle ist, dass ich, wenn ich jetzt nicht viel Wohnraum habe, ich habe Wohnraum, Büro, Werkstatt, Garten, Gemüse in einem.
Speaker: Also ich habe alles, was ich brauche.
Speaker: Ich müsste eigentlich nie wieder rausgehen.
Speaker: Ja, das kann ich gut nachfühlen.
Speaker: Das zieht mich da auch immer weiter hin.
Speaker: Ja, ich kann es nur empfehlen.
Speaker: Also ich glaube, es ist auch so eine Lebensabschnittsgeschichte.
Speaker: Hättest du mich vor zehn Jahren gefragt, hätte ich gesagt, ich wohne fünf Gehminuten vom Museumsquartier mitten im Zentrum der Stadt.
Speaker: Das interessiert mich überhaupt nicht, da irgendwo im Wiener Wald oder so zu wohnen.
Speaker: Und jetzt ist es so.
Speaker: Das muss nicht unbedingt sein.
Speaker: Da gebe ich natürlich recht, dass es oft so ist.
Speaker: Bei mir war es nicht so.
Speaker: Nein?
Speaker: Nein, gar nicht.
Speaker: War es schon immer so?
Speaker: Es war immer schon so.
Speaker: Okay.
Speaker: Und ich bin auch schon mit 23 rausgezogen.
Speaker: Also mit 23 habe ich mir in Eichgraben ein 40 Quadratmeter Häuschen gemietet und habe dort eine Zeit lang gewohnt.
Speaker: Also seit ich 23 bin, bin ich von Wien raus.
Speaker: Ich bin gerne in Wien.
Speaker: Wien ist eine tolle Stadt.
Speaker: Aber es ist...
Speaker: Ich stehe da früh auf, mache mir einen Kaffee und setze mich auf die Terrasse.
Speaker: Und da scheint mir die Sonne.
Speaker: Und da bleibe ich eine Stunde sitzen oder eine halbe Stunde, bis es halt ausgeht.
Speaker: Klar kann ich das auf einer Terrasse auch machen, wenn ich eine Wohnung habe, aber es ist trotzdem ein anderes Gefühl.
Speaker: Ja.
Speaker: Und nein, in Wien wohnen hat mich seitdem eigentlich nie wieder interessiert.
Speaker: Mhm.
Speaker: Ja, das glaube ich dir.
Speaker: Also weiter in die Stadt rein geht es bei mir auch sicher nicht mehr.
Speaker: Das ist eher noch weiter raus.
Speaker: Woher kommt dein Antrieb, Sascha?
Speaker: Das frage ich mich manchmal selber.
Speaker: Weil ich höre dir so gerne zu und ich weiß ja auch, was du alles so machst und ich bewundere das und ich bin selber auch ein sehr umtriebiger Mensch und starte gerne neue Projekte, aber es interessiert mich, woher kommt dein Antrieb?
Speaker: Das würde ich manchmal wirklich selbst gern wissen.
Speaker: Es ist manchmal so, dass wenn ich an einem Tag nichts gemacht habe, also wirklich nichts gemacht habe, also im Sinne von von mir aus nur, wenn ich keine Ahnung, muss jetzt gar nicht für meinen Job sein oder dass ich geputzt hätte oder was auch immer, sondern dass ich zwar mal einer alten Frau über den Weg geholfen habe.
Speaker: Wenn jetzt wirklich gar nichts da ist, dann bin ich unzufrieden.
Speaker: Weil ich denke mir, es ist wichtig, etwas zu tun.
Speaker: Und auch Gutes zu tun.
Speaker: Ich setze mich sehr viel mit diesen Gedanken auseinander.
Speaker: unsere Erde, Umweltschutz, Mülltrennung.
Speaker: Also ich bin da unglaublich dahinter, auch was meine Freundin betrifft zum Beispiel.
Speaker: Weil es machen sich ganz viele Menschen keine Gedanken, wenn sie irgendwas aufmachen und das wegschmeißen.
Speaker: Entschuldigung, dass ich ein bisschen abdrifte, aber ich schaue mir oft Videos an, wo, natürlich Handwerksvideos, ja.
Speaker: wo sie mit Plastikteilen irgendwas machen, mit Deckeln, mit Flaschen und dann bohren sie hinein.
Speaker: Und wenn du mit einem Bohr in ein Plastik bohrst, dann entsteht Plastikmüll, kleiner Plastikmüll.
Speaker: Das ist extremst gefährlich, weil der kommt in die Umwelt.
Speaker: Mikroplastik.
Speaker: Das ist eigentlich Mikroplastik.
Speaker: Das fällt dann runter, dann weht der Wind weg, dann ist es im Garten.
Speaker: Mir ist aufgefallen, ich habe einen Biomüll und
Speaker: Und nach fünf oder sechs Jahren des Biomülls ist mir aufgefallen, dass ich immer mehr Plastik drinnen habe.
Speaker: Richtig?
Speaker: Ja.
Speaker: Wahnsinn.
Speaker: Ich meine, abgesehen von Spielzeugteilen, aber wirklich, Deckeln, kleine, also immer mehr Plastik.
Speaker: Und das kommt von einem unachtsamen Handhaben der Dinge.
Speaker: Und wir, ja, da müsste man viel mehr machen, aber wir sind schon wieder abgeschweift.
Speaker: Ja, du wirst unzufrieden.
Speaker: Ich werde unzufrieden.
Speaker: Ich bin jemand, der sein ganzes Leben lang schon Pläne gehabt hat.
Speaker: Das heißt, ich habe einen Plan, ich habe Träume und ich habe Pläne.
Speaker: Und ich habe Pläne, die gehen auf morgen.
Speaker: Es gibt Pläne, die möchte ich in einer gewissen Zeit erledigt haben.
Speaker: Es gibt Pläne, die gehen über mehrere Jahre.
Speaker: Und dann schaue ich mir, dass ich diese Pläne auch umsetze und verwirkliche.
Speaker: Und das funktioniert auch ganz gut.
Speaker: Ich wollte mit 40 unbedingt zwei kleine Wohnungen kaufen in Oberösterreich.
Speaker: Das habe ich gemacht.
Speaker: Ich habe Substandardwohnungen gefunden, günstigst.
Speaker: Ich habe sie hergerichtet und ja, jetzt habe ich sie.
Speaker: Kredite laufen zwar noch, aber...
Speaker: Aber ich habe ganz, ganz viele Ideen und das hält mich am Leben.
Speaker: Also das hält mich, das gibt mir unglaublich viel Energie.
Speaker: Ob du dich erinnern kannst?
Speaker: Nein, du bist noch zu jung.
Speaker: Entschuldigung.
Speaker: In den 90er Jahren gab es... Ja, in den 90er Jahren war ich schon auf der Welt....gab es diese XXX-Fesseln.
Speaker: Es gibt noch Leute, die sich daran erinnern.
Speaker: Die haben unter anderem in diesen Gasometern stattgefunden.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich habe hinter der Bar gearbeitet.
Speaker: Und das war wirklich, da waren acht bis zehn Stunden Techno.
Speaker: Und das Arbeiten, der Stress, war für mich wie eine Droge.
Speaker: Das heißt, ich war wirklich gut drauf.
Speaker: Also umso lauter, umso stressiger, umso besser.
Speaker: Und da haben ja wirklich viele Leute Drogen genommen.
Speaker: Und die Leute habe ich gefragt, was bist du, ich will das auch haben.
Speaker: Nichts, kein Alkohol, kein Garliks.
Speaker: Das bin einfach nur ich.
Speaker: Das kann ich aber unterschreiben.
Speaker: Ich habe auch länger als Barkeeper gearbeitet in einem Hostel, in einem großen, also mit über 400 Betten und mit dem ausgeschriebenen Ziel, dass die Touristen das Hostel nicht verlassen, dass sie möglichst in der Bar auch den Abend verbringen und so.
Speaker: Das war wirklich rauschartig.
Speaker: Das ist eine Happy Hour jagt die nächste und es wollen plötzlich 150 Leute was von dir.
Speaker: Du bist irgendwie nur zu zweit oder so.
Speaker: Du wirst dann wirklich so zur Maschine.
Speaker: Und dann am Ende so einer Schicht ist man so völlig...
Speaker: leer und ausgebrannt und eine Hülle seiner selbst.
Speaker: Aber es war total erfüllend, auch wenn es massiv anstrengend war immer.
Speaker: Ja, das ist halt das aus meiner Vergangenheit.
Speaker: Aber heute ist es so, dass ich finde das Leben unglaublich schön.
Speaker: Ich finde, es ist nicht wichtig, ein teures Auto zu haben, eine große Wohnung zu haben.
Speaker: Ich finde es wichtig, dass man
Speaker: sich wohlfühlt da wo man ist, dass man glücklich ist, dass man mit der Natur verbunden ist, das gibt mir unglaublich viel.
Speaker: Also ich freue mich jetzt schon unglaublich auf den Frühling.
Speaker: Wenn ich am Computer sitze und an irgendeinem Projekt arbeite und ich komme nicht weiter, ist das für mich so wie, wie, keine Ahnung,
Speaker: Drei Cafés, Power pur.
Speaker: Ich muss dieses Problem jetzt lösen.
Speaker: Oft ist es besser, du machst eine Pause, aber das ist dann schwierig, weil ich so auf diesem Ding bin.
Speaker: Ich habe auch wirklich festgestellt, wenn ich so auf scheinbar unlösbare oder im Moment unlösbare Probleme und Situationen getroffen bin, dass ich dazu tendiert habe, wirklich so eine Fifty-Fifty-Entscheidung zu treffen.
Speaker: Entweder ich drifte völlig in die Passivität ab und igel mich auch mental ein und ziehe mich zurück.
Speaker: Oder ich mache einfach irgendwas und es kann auch sein, ich gehe jetzt duschen oder ich rasiere mich oder also es ist völlig anders, was nichts mit der Sache zu tun hat.
Speaker: Ich gehe was einkaufen, aber ich mache was.
Speaker: Ich komme irgendwie ins Tun und in die Bewegung und sich zu seiner Umwelt zu verhalten, in welchem Sinne auch immer.
Speaker: Und wenn ich das erledigt habe, hat sich oft zumindest ein Schritt oder sogar irgendwie eine Lösung oder eine Alternative aufgezeigt, auf die ich vorher einfach nicht gekommen wäre.
Speaker: Kennst du das?
Speaker: in diesem oft konzentrierten und gestressten Adrenalinschub gewisse Dinge nicht siehst.
Speaker: Und dann gehst du weg und kommst in drei Stunden wieder und dann war das nur ein kleines Problem und du hast das plötzlich sofort gesehen.
Speaker: Oder du tauschst dich halt, ich habe früher eine Partnerin gehabt, mit habe ich mich ausgetauscht und da sind wir oft dann schnell auf das Problem gekommen.
Speaker: Aber das ist nur ein Punkt eigentlich, sondern
Speaker: was mich schon auch antreibt, sind meine Kinder.
Speaker: Also die Familie, die Kinder.
Speaker: Die Kinder, die man nicht weiß, die sind jetzt schon alle quasi erwachsen oder schon erwachsen.
Speaker: Jetzt müsstest du ja eigentlich nicht mehr für sie sorgen.
Speaker: Ist es dir immer noch wichtig, ein Vorbild zu sein?
Speaker: Du müsstest ihnen ja jetzt so eigentlich nichts mehr geben, oder?
Speaker: Mein Ansatz war nie, meinen Kindern ein Vorbild zu sein.
Speaker: Ich wollte es ihnen immer.
Speaker: Im Gegenteil.
Speaker: Ich habe ihnen immer gezeigt, wie man es nicht macht oder wie blöd ich sein kann.
Speaker: Echt?
Speaker: Ja.
Speaker: Ich glaube, dass meine Kinder beides vernünftiger und konservativer sind als ich.
Speaker: Wirklich?
Speaker: Ja.
Speaker: Okay.
Speaker: Was mir wichtig ist, dadurch, dass ich mich vor vier Jahren getrennt habe, ist, dass ich meine Beziehung zu meinen Kindern so entwickelt habe, wie ich es mir eigentlich vorgestellt habe.
Speaker: Und das ist mir gut gelungen.
Speaker: Das hat lange gedauert.
Speaker: Und wir haben, ich habe zu allen einen wirklich...
Speaker: Also für mich, ich bin begeistert, ja, wie sich diese Beziehungen verschieden, aber toll entwickelt haben.
Speaker: Oft habe ich, ich kann mich erinnern, zu meinem ältesten Sohn, wie er ausgezogen ist, habe ich jahrelang ganz, ganz, ganz wenig Kontakt gehabt, ja, weil er ihn einfach nicht gebraucht hat oder nicht wollte.
Speaker: Und ich glaube, das hat drei Jahre gedauert.
Speaker: Und irgendwann kam dann, kam er dann,
Speaker: weil irgendwas interessiert hat oder irgendwas wollte.
Speaker: Und dann hat er plötzlich mit mir unglaublich lang telefoniert, wo ich schon nicht mehr wusste, was ich sagen soll.
Speaker: Und über diese Hürden sind wir drüber und jetzt haben wir ein ganz tolles Gesprächsthema und sehen uns regelmäßig.
Speaker: Also es ist einfach schön.
Speaker: Und daraus, wie sagt man,
Speaker: daraus nicht zieht.
Speaker: Davon zerrt man irrsinnig viel.
Speaker: Es gibt einem unglaublich viel.
Speaker: Aber möchtest du dir da was aufbauen, dass du ihnen was hinterlässt?
Speaker: Hinterlassen ist ein großes Thema.
Speaker: Ich möchte schon was hinterlassen.
Speaker: Was verstehst du nun durch hinterlassen?
Speaker: Materielles oder christliches Eigentum?
Speaker: Das weiß ich nicht.
Speaker: Nein, ich habe schon auch den Antrieb, mir was aufzubauen, aber jetzt nicht zwingend für mich selbst, sondern etwas, worauf dann meine Kinder aufbauen können oder dass es meine Kinder später etwas leichter haben vielleicht oder nicht dieselben...
Speaker: Prozesse durchleben müssen, dieselben Widerigkeiten oder so.
Speaker: Das ist ein schwieriges Thema, weil die Frage ist, was ist besser?
Speaker: Ja.
Speaker: Es kommt einmal primär auf die Person an, glaube ich, wie er damit umgeht.
Speaker: Ja, ich möchte meinen Kindern was hinterlassen.
Speaker: Allein schon deswegen, weil
Speaker: Ich habe keine leichte Kindheit gehabt, aber meine Großmutter hat sozusagen eine kleine Wohnung mir oder uns hinterlassen und das war die einzige Möglichkeit, jetzt diese anderen beiden kleinen Wohnungen zu kaufen.
Speaker: Sonst hätte ich das gar nicht machen können.
Speaker: Und mit diesen...
Speaker: damit habe ich jetzt die Möglichkeit, meine Pension aufzufetten oder nicht aufzufetten, ein bisschen aufzubessern und unter Umständen auch meinen Kindern etwas zu hinterlassen, damit sie auch die Möglichkeit haben, das Leben ein bisschen einfacher zu gestalten.
Speaker: Weil es ist schon so, dass du
Speaker: Heutzutage mit einem normalen Beruf, wenn du jetzt nicht unbedingt der Mensch bist, der sagt, er will viel Geld verdienen, das war nie mein Antrieb, sondern ich wollte etwas machen, was mir Spaß macht.
Speaker: Und wie viel ich damit verdiene, war immer zweitrangig.
Speaker: Das ist manchmal ein Fehler, aber mir war es lieber so.
Speaker: das habe ich den faden verloren tschuldigung dass es deine kinder ein bisschen leichter ja genau also wenn man es geht ja nicht darum dass du jemanden million vererbst ja sondern es geht einfach so ein bisschen wenn einmal jemand zum beispiel die hälfte oder ein bisschen eigentum hat in dem man wohnen kann oder es ist einfach das leben ein bisschen einfacher und da meine kinder
Speaker: Jetzt nicht im Wohlstand, also sie sind schon im Wohlstand aufgewachsen, aber es ist nicht so wie viele, die wir kennen, die halt keine Lehre gemacht.
Speaker: Und der eine will jetzt studieren, jetzt macht er halt die Studienberechnungsprüfung.
Speaker: Dazwischen hat er fünf Jahre gearbeitet.
Speaker: Also ich hätte auch nicht für vier Kinder jetzt ein Studium finanzieren können.
Speaker: Ja, wie auch immer.
Speaker: In dem Sinne, ja, ich möchte, dass jeder ein bisschen was kriegt und das Leben ein bisschen leichter hat.
Speaker: Das ist richtig.
Speaker: Aber du hast einen guten Punkt angesprochen, ob das jetzt besser ist oder ob gerade diese Widrigkeiten und Probleme und Hindernisse eigentlich, ob es die nicht eigentlich vielleicht sogar braucht.
Speaker: Also oft braucht es das.
Speaker: Ich glaube, es ist mal Charaktersache.
Speaker: Und dann ist es die Frage, in welchem Ausmaß.
Speaker: Also wir haben doch schon ein gewisses Alter erreicht.
Speaker: Ich bin ein bisschen älter als du.
Speaker: Aber wir können alle schon auf gewisse Geschichten zurückgreifen.
Speaker: Wenn ich jetzt hernehme zum Beispiel, ein guter Freund von mir, der hat sehr früh geerbt, also mit 18, hat das dann, glaube ich,
Speaker: damit hätte man sich damals eine Eignungswohnung kaufen können, der hat das Leben leichter gehabt und er hat damit nur Blätzing gemacht.
Speaker: Er hat es halt zum Leben genommen wahrscheinlich.
Speaker: Er hat es verlebt.
Speaker: Er hat es verlebt, ja.
Speaker: Und mit 25 war es weg.
Speaker: Und dann hat er Schulden gebaut.
Speaker: Und diese Schulden haben sein Leben verpfuscht.
Speaker: Definitiv, er hat die Schuld nicht fertig gemacht und hat keinen Beruf ausgegeben.
Speaker: Es war nie notwendig, oder?
Speaker: Wenn du jetzt gerade in dieser prägenden Zeit, Anfang, Mitte 20, eben nicht den Druck hast, irgendwas selbst leisten zu müssen, um leben zu können.
Speaker: Das Problem ist, dass er mit dem etwas machen konnte, das ihn nachhaltig weitergebracht hätte.
Speaker: Das hat er nicht.
Speaker: Jetzt hat er einen Lebensstandard gelebt, der nicht seinem eigentlichen Einkommen entsprochen hat.
Speaker: Jetzt war das irgendwann einmal weg und er hat weiter so gemacht.
Speaker: Er hat Schulden gebaut und das hat natürlich eine Zeit lang gedauert, bis ihm das über den Kopf gewachsen ist.
Speaker: Und dann war es zu spät.
Speaker: Und dann hat er lange gebraucht, um da rauszukommen.
Speaker: Also er ist nie rausgekommen.
Speaker: Er ist so alt wie ich und ist immer noch in dieser Schuldenspirale drinnen.
Speaker: Das sagt eigentlich eher alles aus.
Speaker: Also damit will ich sagen, das war jetzt nicht die Unsumme.
Speaker: Andere machen damit was.
Speaker: Es kommt wirklich auf den Menschen an.
Speaker: Leichter macht es einem das Leben auf jeden Fall, wenn man damit das Richtige...
Speaker: Ja, stimmt, stimmt.
Speaker: Aber es ist sicher auch kombiniert mit dem Kompass, den du als Vater deinen Kindern mitgibst.
Speaker: Richtig.
Speaker: Was Eigenverantwortung angeht, was den Umgang mit Geld angeht.
Speaker: Es kommt vor allem extremst viel auf die Erziehung an, was du mit deinen Kindern machst, ob du viel Zeit mit ihnen verbringst, ob du ihnen das Leben zeigst, ob du ihnen ein einseitiges Leben zeigst oder ein weltoffenes Leben zeigst.
Speaker: es kommt auf so viele Dinge an.
Speaker: Also bei mir kann ich sagen, ich habe zwar einen Vater gehabt, der Anhoffis ich genug gehabt hätte, der sehr knausig war.
Speaker: Ich aus einem bestimmten Grund sehr früh ausgezogen bin und ich hatte nichts.
Speaker: Wenn ich damals mehr gehabt hätte, weiß ich nicht, ob aus mir so ein toller Mensch geworden wäre, wie ich jetzt bin.
Speaker: Das war schön gesagt.
Speaker: Ja, das
Speaker: Das kann ich auch so unterschreiben.
Speaker: Ich meine, man weiß natürlich nie diese Multiversum-Geschichte, was wäre gewesen, wenn das und das nicht passiert wäre.
Speaker: Ja, aber ich meine, ich habe so viele Dinge machen müssen schon aus einer gewissen Not heraus.
Speaker: Da hätte man sich das Leben schon einfacher machen können.
Speaker: Ich meine, wäre wahrscheinlich in gewissen Dingen besser gewesen.
Speaker: Ich hätte nicht drei Bandscheibenvorfälle und so.
Speaker: Ja, aber eben, wie du gerade gesagt hast, was wäre, wenn...
Speaker: Ja, ich bin ja inzwischen auch sehr versöhnlich mit meiner persönlichen Geschichte.
Speaker: Das heißt jetzt nicht, dass ich wegen dieser Geschichte so selbstständig, erfolgreich und was ich mir nicht alles aufgebaut habe und so geworden bin.
Speaker: Eigentlich eher trotz dieser Umstände, die eigentlich dafür sprechen würden, dass ich durch die Ritzen der Gesellschaft gehe.
Speaker: hätte fallen sollen oder so.
Speaker: Aber ich glaube, wenn man es schafft, sich davon nicht komplett unterkriegen zu lassen, lernt man da so viel, was einem den Arbeitsalltag so relativiert oder so verwendet.
Speaker: Probleme in ein anderes Verhältnis rückt, weil man schon mit ganz anderen existenziellen Geschichten konfrontiert war, dass es gut tut.
Speaker: Trotzdem bin ich ja auch, deswegen habe ich dich gefragt, in diesem wirklich persönlichen Zwiespalt, wie viel
Speaker: Möchte ich es meinen Kindern erleichtern?
Speaker: Wie, also, weißt du, was ich meine?
Speaker: Kindern?
Speaker: Ja, also mein Stiefsson ist schon auch mein, also den Noah empfinde ich schon auch als mein, das ist auf dem Papier.
Speaker: Aber ich glaube, der hat schon das, was er, der hat schon für ein Leben bekommen.
Speaker: Ja, nein, das meine ich ja jetzt auch gar nicht.
Speaker: Aber jetzt grundsätzlich, die Lea wächst jetzt gerade auf und mit dem Noah habe ich ja jetzt auch die letzten zehn Jahre irgendwie verbracht.
Speaker: Stimmt, Wahnsinn.
Speaker: Ja, stimmt.
Speaker: Auch bald elf Jahre eigentlich.
Speaker: Ja, Wahnsinn.
Speaker: Wahnsinn.
Speaker: Genau, und da ist natürlich nochmal was anderes.
Speaker: Beim Stiefkind hat man natürlich nicht das Mitspracherecht oder die Kompetenz.
Speaker: Ja, aber das ist es ja gar nicht.
Speaker: Das ist gar nicht der Punkt.
Speaker: Nein, also was lebe ich ihm vor?
Speaker: Das ist eigentlich das, was...
Speaker: Und ich kann nicht mehr tun, als mit gutem Beispiel voranzugehen, in Anführungsstrichen.
Speaker: Aber was ich eigentlich sagen wollte, wurscht ob jetzt zwei, ein oder fünf Kinder, du bist ein junger Vater.
Speaker: Das heißt, die Frage ist immer,
Speaker: Du hast dich weitaus früher selbstständig gemacht als ich.
Speaker: Ich glaube, du bist doch recht geschickt im Wirtschaftlichen, vielleicht noch ein bisschen geschickter als ich.
Speaker: Weiß ich nicht, ja.
Speaker: Das heißt, du hast unter Umständen, wenn deine Tochter dann 20, 25 ist, vielleicht doch mehr als ich und kannst dich auf eine andere Art und Weise unterstützen.
Speaker: Bei mir ist es eher so, dass ich sage,
Speaker: Wenn meine Kinder wahrscheinlich 35, 40 sind, würden sie in Genuss kommen von meiner Unterstützung.
Speaker: Ich unterstütze sie jetzt auch, aber das sind kleinere materielle Dinge.
Speaker: mein Sohn möchte jetzt studieren und es war mir einfach ein Bedürfnis, ihm einen Computer dafür zu kaufen.
Speaker: Das ist halt das, was ich beitragen kann.
Speaker: Miete kann ich ihm nicht zahlen, das geht sich bei mir nicht aus.
Speaker: Aber ja, das wollte ich machen.
Speaker: Und wenn ich, ich habe meine Eigentümer jetzt sozusagen so aufgeteilt, dass halt
Speaker: jedes Kind eins bekommt, wenn ich sterbe.
Speaker: Oder ich möchte es wahrscheinlich machen, bevor ich sterbe, weil ich so viele Geschichten kenne, wo sich die Geschwister dann zerstritten haben und das möchte ich nicht.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: wie geht es dir mit mit wachstum dass du im nächsten jahr mehr verdienen solltest müsstest als im letzten jahr weißt du was ich meine gar nicht ums verdienen sondern ich glaube ich kann man umsatz oder geht um umsatz es geht aber irgendwie habe ich so das gefühl dass das ist so gesellschaftlich auch vom wachstumskapitalismus her so sind wir sehr stark so geprägt dass das ist eigentlich dass ein gesundes business immer wächst
Speaker: oder sich weiterentwickelt, neue Zweige erschließt irgendwie und dass ein Gleichstand, ein Stillstand in Anführungsstrichen auf einem guten Niveau fast wie ein Rückschritt empfunden wird.
Speaker: Oder so geht es mir zumindest.
Speaker: Ja, so wird es in der Gesellschaft empfunden.
Speaker: Ich bin kein Intellektueller, aber ich habe einen Hausverstand.
Speaker: Also ewig kann uns das so nicht weiterführen, meiner Meinung nach.
Speaker: Also immer Wachstum kann nicht sein.
Speaker: Also das wird nicht funktionieren.
Speaker: Irgendwann stoßen wir hier an irgendwelche Grenzen.
Speaker: Für mich persönlich war es nie wichtig, dass ich nächstes Jahr mehr Umsatz mache, dass ich nächstes Jahr mehr Gewinn mache.
Speaker: Das habe ich eh vorher schon erwähnt.
Speaker: Mir ging es nie darum, viel Geld zu machen.
Speaker: Mir ging es darum,
Speaker: Spaß zu haben, glücklich zu sein, gut leben zu können.
Speaker: Dafür muss ich nicht jedes Jahr mehr Geld machen.
Speaker: Ich habe jetzt meine Bilanzen nicht im Kopf, aber ich kann sagen, dass ich keine großen Sprünge gehabt habe.
Speaker: Ich habe schon, also natürlich in den ersten zehn Jahren,
Speaker: sind meine Umsätze schon gewachsen, dann ist es irgendwann einmal gleich geblieben.
Speaker: Als Selbstständiger hast du, also wenn du jetzt auf Stundenbasis arbeitest, doch auch Grenzen, die dir gesetzt sind.
Speaker: Für mich war es jetzt zum Beispiel in den letzten zwei Jahren weitaus wichtiger, eine Viertagewoche zu haben, nicht fünf, sechs Tage zu arbeiten zu müssen.
Speaker: Das habe ich lange genug gemacht.
Speaker: Also mir war
Speaker: Lieber, ich verdiene ein bisschen weniger und habe dafür mehr Life Balance.
Speaker: Ja, verstehe ich total.
Speaker: Also ich finde das einen ganz falschen Ansatz, aber das ist mir sowieso.
Speaker: Mir sind in dem Weltgeschehen viele Dinge...
Speaker: so fremd und und ich kann sie nicht nachvollziehen und ich verstehe es sind so intelligente menschen die dort überall sitzen aber irgendwie kommt nichts intelligentes dabei heraus ich finde ich kann wohl noch sagen nein ich finde es total legitim ist zu sagen und es ist
Speaker: Es ist auf jeden Fall von dem Punkt her, dass es eigentlich die kompetentesten Menschen in diesen Verantwortungspositionen sein sollten.
Speaker: Dafür passiert echt ganz schön viel Müll.
Speaker: Vielleicht noch eine letzte Frage, bevor wir zum Ende kommen.
Speaker: Gibt es etwas, was du bereust, wenn du zurückblickst, wo du dir denkst, das hätte ich wirklich...
Speaker: Bei allem, du hast ja wirklich viel erlebt, auch Rückschläge und so, aber wie wir schon besprochen haben, aus diesen ganzen Dingen kann ja auch was Gutes passieren.
Speaker: Ich denke mir, irgendwas zu bereuen macht keinen Sinn.
Speaker: Es bringt dich im Leben nicht weiter.
Speaker: Ich habe viele Fehler gemacht, ich habe viel Blödsinn gebaut in meinem Leben.
Speaker: Da würden wir mehrere Podcasts brauchen, um das zu erzählen.
Speaker: Es gibt aber Dinge, die ich vielleicht gern gemacht hätte.
Speaker: Also ich glaube, was ich wirklich gern gemacht hätte, ist, die Bildhauer-Klasse hätte ich gern abgeschlossen, weil einfach sehr spannend gewesen ist.
Speaker: Die Leute waren spannend, die Werkstätten waren spannend, es war coole
Speaker: coole Atmosphäre.
Speaker: Ist aber so.
Speaker: Es wird irgendwas Gutes gehabt haben.
Speaker: Vielleicht hat sich mein künstlerischer Stil dadurch eigenständiger entwickelt.
Speaker: Kann man nie wissen.
Speaker: Also nein.
Speaker: Ich finde es total spannend, dass du eben gesagt hast, wenn es um was bereuen geht,
Speaker: Dann kam nicht etwas, was du gemacht hast, sondern etwas, was du nicht gemacht hast.
Speaker: Und das ist eigentlich, glaube ich, sehr symptomatisch, weil ich habe nur mal gelesen, dass das den meisten Menschen so geht, wenn man sie auf dem Stärpebett fragt, was...
Speaker: gibt es etwas, was sie bereuen würden und so.
Speaker: Und dann sind es immer die Dinge, die sie nicht gemacht haben, dass sie nicht damals der einen Frau gesagt haben, dass sie sie lieben oder dass sie das eine den Traum nicht verfolgt haben und in diese Unsicherheit gegangen sind, sondern in der Sicherheit einer Anstellung geblieben sind, in einem Brotberuf, der sie nicht erfüllt oder sowas.
Speaker: Also das habe ich auch gelesen in verschiedensten Zusammenhängen, angefangen von Vatersein bis was auch immer.
Speaker: Ich möchte aber nicht, dass das passt jetzt gar nicht zu dem, was ich gesagt habe.
Speaker: Weil ich bin eigentlich jemand, der wirklich das tut, was er gerne tut.
Speaker: Und ich bereue nichts, was ich nicht getan habe oder was ich getan habe.
Speaker: Und
Speaker: Ich sage an meinem Sterbebett sicherlich nicht, dass ich es bereue, dass ich die Klasse nicht fertig gemacht habe.
Speaker: Nein, klar.
Speaker: Also diesen Konnex möchte ich nicht herstellen.
Speaker: Nein, stimmt.
Speaker: Aber ich weiß, was du meinst.
Speaker: Ich habe es jetzt natürlich bewusst aus dem Zusammenhang gerissen, weil du hast jetzt auch nicht gesagt, dass du es bereust, sondern ich verstehe schon.
Speaker: Ich verstehe, was du meinst, aber das wollte ich nur richtigstellen.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Richtig und richtig.
Speaker: Also ich möchte tatsächlich heute im Jetzt leben und auf die Bedürfnisse meiner Kinder eingehen können und nicht sagen müssen, dass wenn ich dann am Sterbebett liege, ich hätte das und das machen müssen, weil das ist Bullshit.
Speaker: Wir können unser Leben gestalten und wir können die Dinge in die Hand nehmen, wenn wir wollen.
Speaker: So schwer ist es nicht.
Speaker: Das ist doch ein schönes Schlusswort.
Speaker: Danke dir Sascha.
Speaker: Herzlichen Dank.
Speaker: Schön, dass du da warst.
Speaker: Hat mich total gefreut.
Speaker: Danke auch an euch, dass ihr dran geblieben seid.
Speaker: Das war es für heute mal wieder mit Mike Ryder Deep Talk.
Speaker: Wenn ihr Nachrichten habt, gerne an deeptalk at mike-rider.com und wenn euch die Folge gefallen hat, liked sie, bewertet den Podcast und abonniert das Format.
Speaker: Ihr wisst, das alles bringt mir die Gunst des Algorithmus und ich freue mich, wenn ihr nächstes Mal wieder dabei seid bei der nächsten Folge Mike Ryder Deep Talk.
Speaker: Ciao.


