Transcript
Speaker: Wenn ich heute mein damaliges jetzt kennenlernen würde, würde ich sagen, du bist komplett gaga.
Speaker: Mein absoluter Favorit ist immer noch in einer Baumarktwerbung, als ich gehört habe, die Bodenfliese Sevilla.
Speaker: Sevilla?
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich habe von meinem geistigen Auge gesehen den Marketer, der gesagt hat, wir können nicht Sevilla sagen, weil die Fliese findet keiner.
Speaker: Ich habe manchmal so ein bisschen das Gefühl, wir werden so ein bisschen gesehen wie die russischen Oligarchen.
Speaker: ihre Münzen und das Sprechervolk streuen.
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mike Rider Deep Talk.
Speaker: Heute bei mir zu Gast Georg Zuman.
Speaker: Hallo Georg.
Speaker: Hi, servus.
Speaker: Georg ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Innenhof Studios.
Speaker: Wiener oder österreichische Sprecher und SchauspielerInnen kennen dich als Studio und freuen sich, wenn du anrufst, weil du dann in der Regel gebucht wirst, wenn der Georg anruft.
Speaker: Erzähl du einfach ein bisschen mehr über dich.
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Wir haben die Innenhofstudios gegründet 2007 am Papier, 2008 sind wir in die Location in der Schwarz-Spanien-Straße eingezogen.
Speaker: Ich bin an sich ein Quereinsteiger in der Branche, das heißt, ich habe etwas, was, glaube ich, eher unüblich ist in unserer Branche.
Speaker: Ich habe Wirtschaft studiert ursprünglich.
Speaker: Ich muss auch dazu sagen, ich habe es tatsächlich fertig studiert.
Speaker: Ich war dann in ein paar Unternehmen tätig und ich habe dann so eine Art vorgezogene Midlife-Crisis bekommen und habe mir gedacht, auf wessen Schreibtisch würde ich denn gerne mal sitzen, wenn ich groß und stark bin.
Speaker: Und bin dann zu dem ernüchternden Ergebnis gekommen, dass es eigentlich keinen Schreibtisch im Unternehmen gibt, den ich mir wirklich wünschen würde.
Speaker: Und dann die Karriereentscheidung in Frage gestellt.
Speaker: Das war so passend um meinen 30.
Speaker: Geburtstag herum.
Speaker: Und habe dann mit meinem Freund, dem René Kornfeld, irgendwie ein Bier getrunken und wir sind dann auf die wahnwitzige Idee gekommen, dass wir seine Tonstudio-Geschichte, wo er damals noch hauptsächlich Musik gemacht hat und Bands betreut hat,
Speaker: als Tontechniker, dass wir das in die Richtung B2B ändern und uns halt wirklich auf den Werbemarkt und Postproduktionsmarkt werfen.
Speaker: Ich muss sagen, ich bin wahnsinnig froh, dass es geklappt hat.
Speaker: Ich habe nicht gewusst, wie wenig Ahnung ich von der Branche habe, als ich gestartet habe.
Speaker: Naja gut, aber das ist ja jetzt fast 20 Jahre her.
Speaker: Genau, ja.
Speaker: Das muss man ja auch sagen.
Speaker: Aber ich muss sagen, wenn ich heute mein damaliges jetzt kennenlernen würde, würde ich sagen, du bist komplett gaga.
Speaker: Da greifst du mir tatsächlich auch schon vor, das ist tatsächlich eine meiner Lieblingsletzten Fragen, aber das macht nichts.
Speaker: Ich würde tatsächlich gerne vorher noch einhaken.
Speaker: Du hast Wirtschaft studiert an der Wirtschaftsuni.
Speaker: An der Wirtschaftsuni in Wien, genau.
Speaker: Ich kenne niemanden aus der Tonstudio-Film-Werbebranche, der da so, sage ich jetzt mal,
Speaker: Business-mäßig.
Speaker: Wie kam es tatsächlich?
Speaker: Da möchte ich gerne noch ein bisschen mehr darüber hören.
Speaker: Wie kam es zum Studium?
Speaker: Nein, wie kam es dazu, dass ich... Wie kam es dazu, dass du als WU-Mensch in die Tonstudio, in die kreativen Branche gewechselt bist?
Speaker: Das ist eine relativ...
Speaker: eigentlich eine relativ schlüssige Geschichte, wenn man sie kennt.
Speaker: Und zwar ist es so, als ich 18 war, ich habe wahnsinnig gerne Musik gemacht.
Speaker: Ich habe in ganz vielen Bands gespielt und wollte eigentlich mit 18 unbedingt Musik studieren.
Speaker: Mein Problem war nur, dass mein Vater sich sein Studium finanziert hat als Musiker.
Speaker: Also mein Vater kannte halt wirklich die Seite Musiker.
Speaker: Einerseits in irgendwelchen Coverbands in damals noch verrauchten Wirtshäusern zu spielen für das klassische Gulasch und Seidelbier und andererseits halt auch durch irgendwelche Orchester zu tingeln als Musiker im klassischen Bereich.
Speaker: Für den war das so die absolute Horrormeldung, dass der Sohn jetzt tatsächlich diese furchtbare Hacke ausüben will.
Speaker: Und aus einem Schutzgedanken heraus haben sie mir einfach gesagt, nicht um die Burg wirst du Musik studieren.
Speaker: Und dann war mein 18-jähriges Ich so drauf, dass ich gesagt habe, okay, gut, also...
Speaker: war das komplett naheliegende für mich damals, wenn ich schon nicht in einer Band spielen kann, um mein Leben total zu verdienen, dann kann ich wenigstens lernen, wie man Bands managt.
Speaker: Und habe mich deshalb für ein Wirtschaftsstudium entschieden.
Speaker: Was hast du für ein Instrument gespielt?
Speaker: In den Bands habe ich hauptsächlich Schlagzeug gespielt, aber sonst auch am Klavier herumgeklimpert, auf der Gitarre herumgezupft.
Speaker: und halt wirklich viel Spaß gehabt, auch ein bisschen was zu komponieren und so.
Speaker: Also ich glaube, das ist schon etwas, was viele Leute, die ein Tonstudio betreiben, auch eint, dass sie, ich sage es mal immer so, ein bisschen so gescheiterte Musikerexistenzen sind.
Speaker: Wobei gescheitert ein sehr weitläufiger Begriff ist.
Speaker: Absolut.
Speaker: So wie Sprecher gescheiterte Schauspieler sind, sage ich jetzt auch einfach.
Speaker: Ich nehme es jetzt einfach mal mit einschließend, stelle ich es jetzt mal daraus.
Speaker: Es ist halt immer die Frage, wie man jetzt Scheitern definiert.
Speaker: Man könnte auch sagen, irgendwo mal ein bisschen abgebogen und etwas Ähnliches gemacht.
Speaker: Oft ist der Gescheiterte ja auch der kommerziell Erfolgreicher.
Speaker: Ich meine, du hast ja auch Familie, ich auch und ich muss sagen, die ersten Jahre als Schauspieler hätte ich die so nicht ernähren können, wie ich es jetzt als Sprecher tun kann.
Speaker: Aber ich glaube trotzdem eint uns die Frage, dass wenn wir irgendwelchen Oldschool-Berufen nachgehenden Menschen sagen, was wir tun, die Frage bekommen, oh, davon kann man leben.
Speaker: Ja, stimmt.
Speaker: Und was machst du wirklich?
Speaker: Das ist ein schönes Hobby.
Speaker: Okay, witzig, spannend.
Speaker: Ja, und auf jeden Fall zurück zum Studium.
Speaker: Dann wie das Leben halt so spielt.
Speaker: Ich habe das dann einfach gemacht.
Speaker: Und dann bist du irgendwann in dem Trott drinnen, hast halt deine ganzen Studienkollegen, die bewerben sich da, die bewerben sich dort.
Speaker: Und irgendwann mal...
Speaker: sitzt du dann in einem Großkonzern und füllst Excel-Tabellen aus und denkst irgendwie, also zumindest habe ich es mir halt damals so gedacht, ja, und wenn ich sie nur noch besser ausfülle, dann bekomme ich dann irgendwann einmal eine noch bessere Position im Unternehmen und dann wird es aber wirklich cool.
Speaker: Und wie gesagt, es gab dann halt diesen kurzen Moment der Klarheit irgendwann mal, wo ich mir dann gedacht habe, na gut,
Speaker: Wann und wo wäre es denn cool?
Speaker: Und da bin ich draufgekommen, da gibt es keine Vision für mich, dass ich sage, in dem Konzern oder in dem Konzern diese oder jene Position würde mich jetzt tatsächlich erfüllen.
Speaker: Und so gesehen ist dann das wirklich im wahrsten Sinne des Wortes aus einem Bier im Scharnigarten entstanden.
Speaker: Was er aufs Aufschwicht, Georg?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Nein, so eine Geschichte war es nicht wirklich.
Speaker: Es wird natürlich schön passen.
Speaker: Nein, aber es war wirklich so, dass ich mich mit René getroffen habe und der hatte damals eben schon das Tonstudio und hat gesagt, ja, keine Ahnung, er möchte das irgendwie ändern und er möchte gerne so...
Speaker: irgendwie im Musikbereich Tonstudio zu betreiben, ist halt super mühsam.
Speaker: Und ja, es war auch damals gerade so, 2007, 2008, da war halt wirklich so der erste Niedergang der Musikindustrie, wo dann halt Napster und so weiter Thema war und iTunes.
Speaker: Ich glaube, ich war gerade am Entstehen.
Speaker: Bitte nicht mich festnageln, wenn ich da Zahlen, Daten, Fakten durcheinander bringe, aber ich weiß, Spotify und sowas gab es noch nicht.
Speaker: Dieses ganze Geschäftsmodell und alle haben sich gedacht, gut, du wirst das Internet niemals kontrollieren können und du wirst niemals mehr Geld verdienen mit Musik, weil sich alle Leute MP3s runterladen werden bis ans Ende aller Tage.
Speaker: Und da war dann halt irgendwie so die Idee, ja, warum gehen wir nicht in den Bereich Werbung und Film und bauen uns da was auf.
Speaker: Und ich habe mir irgendwie gedacht, ja, das wäre irgendwie eine geile Sache, die mir wahnsinnig Spaß machen würde.
Speaker: Und ja, auch so die Rollenverteilung war für uns damals schlüssig.
Speaker: So der René, der einiges an Erfahrung schon tontechnisch hatte und da auch wirklich Referenzen vorzuweisen hatte.
Speaker: Und ja, ich war halt der Meinung, gut, ich kann zumindest ein bisschen was kalkulieren und so.
Speaker: kommt mir auch jetzt noch zu gut.
Speaker: Das ist ja oft auch wirklich die Achillesferse eines kreativen Businesses, dass du entweder in der Kunst total gut bist oder in der wirtschaftlichen Seite.
Speaker: Beides ist oft sehr schwierig und ich glaube da
Speaker: ergänzt ihr euch sehr gut und das ist, glaube ich, ein Schlüssel oder einer der Schlüssel zu einem nachhaltigen Fortbestehen und das, ja, wie gesagt, ich weiß selber, wie das ist mit der buchhalterischen Seite, mit der Akquise-Seite, mit der Marketing-Seite, das ist alles nichts, was einem Musiker oder einem Schauspieler weder oft in die Wiege gelegt ist, noch beigebracht wird.
Speaker: Weil eben das Wirtschaftsthemen sind, die auf der Schauspielschule, auf dem Konservatorium, was auch immer, nicht behandelt werden.
Speaker: Ja, ich muss auch ehrlich gestehen, das ist jetzt ein Part, den man potenziell schneiden könnte, glaube ich.
Speaker: Sehr gut, der bleibt drin.
Speaker: Bitte.
Speaker: Mit Anlauf.
Speaker: Nein, ich muss auch gestehen, das ist jetzt zum Beispiel auch so ein klassisches Thema, wo wir ein bisschen runterleiden, dass wir natürlich, wenn wir...
Speaker: da wir gezwungen sind, auch für unsere Kunden immer wieder Gagen mit Sprecherinnen und Sprechern zu verhandeln, dass ich einfach auch merke, okay, gut, da gibt es irgendwie sehr selten auf Seiten der Sprecher irgendwie so auch ein gewisses Feingefühl, dass sie jetzt unterscheiden können, okay, biete ich jetzt einen Deal an, der irgendwie Sinn machen würde, weil Kunde konnte schlüssig darlegen,
Speaker: warum er den gerne haben würde.
Speaker: Und es gibt schlüssige Argumente aus meiner Sicht.
Speaker: Oder ob ich jetzt wirklich anrufe, um quasi zu bescheißen.
Speaker: Und das ist etwas, was mir, das fällt mir ehrlich gesagt manchmal wirklich schwer, das so zu schließen.
Speaker: Kontenanz zu wahren, wo ich mir einfach denke, hey, Alter, bitte halt mir keinen Vortrag über Preisdumping oder sonst was.
Speaker: Wir reden über einen Deal.
Speaker: Ja, lass uns da gerne später noch, da möchte ich schon, da kommen wir auf jeden Fall nachher nochmal drauf zurück.
Speaker: Ich würde es nur gerne ein bisschen chronologisch halten, weil ich fürchte, sonst verbringen wir anderthalb Stunden mit diesem Thema.
Speaker: Und dann habe ich nichts anderes mit dir besprochen.
Speaker: Dann schneiden.
Speaker: Nein, nein, nein.
Speaker: Schauen wir mal.
Speaker: Ich finde das total richtig und wichtig, was du sagst.
Speaker: Und das ist ja auch einer der Gründe, weshalb ich Mike Rider gegründet habe, weil ich gemerkt habe, so viele Kolleginnen und Kollegen sind handwerklich super, tun sich total schwer mit Verhandeln, mit Preisegestalten und so weiter.
Speaker: Aber das heißt, ihr habt dann dieses Tonstudio gegründet und seid in den berühmten Innenhof gezogen.
Speaker: Jetzt seid ihr wirklich ein Veritables, Etabliertes, kann man schon so sagen.
Speaker: Es gibt natürlich noch ein paar wirkliche Big Player hier in Österreich, aber nach dieser Handvoll Big Player seid ihr dann schon, finde ich, so...
Speaker: New Kids on the Block.
Speaker: Man muss es immer korrekt wiedergeben.
Speaker: Also wir sind nicht das erste Dolby Atmos zertifizierte Studio in Wien.
Speaker: Es gab nur mal eine eigene Zertifizierung, die nannte sich Dolby Atmos Home.
Speaker: Und wir sind tatsächlich das erste Atmos Home zertifizierte Studio in Wien geworden.
Speaker: Weil es eben von Netflix eine Zeit lang den Versuch gab, den von unserer Seite auch sehr schlüssig nachvollziehbaren Versuch gab, die Audio-Postproduktion rauszunehmen aus den großen Kinomischsälen.
Speaker: und in Studios zu geben, die zwar einerseits von Drollby zertifiziert sind, aber auf der anderen Seite so ungefähr eine vergleichbare Größe haben wie ein, sage ich jetzt mal, Wohnzimmer.
Speaker: Mit der Heimkinoanlage.
Speaker: Genau, ja, long story short, wir haben mehr oder weniger Wohnzimmer,
Speaker: die Technik, die du in einer Kinoregie hast, in einem großen Kinosaal, in Wohnzimmergröße hineingepfropft.
Speaker: Also absoluter Technik-Overkill.
Speaker: Das Schöne ist, das Studio klingt wirklich, wirklich gut.
Speaker: Es klingt wirklich geil.
Speaker: Ich muss auch immer sagen, ich höre mich immer sehr gerne, wenn ich da was spreche, dann in der Post.
Speaker: Der Nachteil ist, dass
Speaker: Leider hat Netflix diese Geschichte dann nicht mehr weiterverfolgt und dann doch wieder verstärkt in die Kinoseele gegangen ist mit den Tonmischungen.
Speaker: Das ist uns aber dann trotzdem sehr zugute gekommen, weil wir uns dann auch in dem Bereich Dolby Atmos Music etabliert haben.
Speaker: und da eben dann für Universal einige Produktionen in Atmos gemastert haben.
Speaker: Aber erzähl mal ein bisschen, weil man fängt ja nicht an, als Studio mit Netflix und Universal zu arbeiten.
Speaker: Der Vergleich eines Sprechers wäre, meine ersten Aufträge waren Aufbauanleitungen für Industrieregale oder so.
Speaker: Wie war das bei euch?
Speaker: Wie lange hat das gedauert, bis ihr die...
Speaker: Die Kunden, die man sich gerne ins Schaufenster stellt, bis ihr die hattet.
Speaker: Erzähl mal ein bisschen über den Werdegang.
Speaker: Also ich kann nur sagen, ich weiß nicht, wie es bei dir war, bei uns hat es viel zu lange gedauert.
Speaker: Viel, viel, viel, viel zu lange.
Speaker: Wir haben auch nicht begonnen mit einem Dolby Atmos zertifizierten Studio,
Speaker: sondern ich kann mich noch genauer erinnern, als wir bei uns in der Schwarz-Spanier-Straße eingezogen sind, war mein Bürotisch dieses 70-Euro-Kastl, da gibt es so einen PC-Einzelarbeitsplatz bei Ikea mit so einer ausziehbaren Schublade für eine Tastatur, weil wir hatten alles Geld, das wir hatten in diesen Studio-Umbau investiert und
Speaker: Es war dann im Endeffekt so, dass bei uns im Büro einsam und allein mein Ikea-Kästchen gestanden ist.
Speaker: Geil.
Speaker: Mit der Ausziehtastatur und dem PC, den ich von zu Hause mitgenommen hatte.
Speaker: Und dein Sohn musste seitdem am Boden PC spielen.
Speaker: Ja, also...
Speaker: Das ist auch wirklich etwas, was ich den Leuten sage, wenn sie dann fragen, wie schafft man das oder wie kommt man dorthin?
Speaker: Es ist immer sehr, sehr trügerisch.
Speaker: Du siehst halt bei den vermeintlich großen Unternehmen immer nur den Status Quo.
Speaker: Und es ist einfach wichtig, dass du, glaube ich, in unserer Branche,
Speaker: über lange Zeit einfach konsistent gute Arbeit ablieferst.
Speaker: Und ich halte ja auch ab und an Vorträge immer noch vor Sprecherinnen und Sprechern.
Speaker: Und da denke ich mir, dass das Wichtigste ist, dass du dir einfach für keinen Job zu schade bist, im Sinne von strategisch denken oder sowas.
Speaker: In meinen Augen ist das ein Riesenfehler.
Speaker: Also wenn du die Möglichkeit hast,
Speaker: für Geld zu arbeiten, dann solltest du es auch tunlichst machen.
Speaker: Natürlich wichtig, weil wir hier bei MyCryder sind, natürlich ohne deine Seele zu verkaufen, logischerweise.
Speaker: Aber grundsätzlich ist es einfach so, du kriegst einen großen Kunden und einen großen Job nicht einfach so, weil die Leute, die diese Jobs verteilen,
Speaker: sich ihre Zulieferer aussuchen.
Speaker: Und in unserer Branche ist es unterm Strich eigentlich auch nicht wichtig, dass du jetzt 20, 200, 2000 Euro günstiger bist, sondern das entscheidende Kriterium, um überhaupt mal gefragt zu werden, ist das,
Speaker: ob man dir zutraut, dass du diesen Job auf die Erde bringst, also wirklich sauber abarbeiten kannst.
Speaker: Und ich glaube, das gilt für Sprecher genauso wie für Tonstudios.
Speaker: Da gebe ich dir total recht an.
Speaker: Ich muss natürlich die Kirche im Dorf lassen.
Speaker: Gerade am Anfang sage ich auch immer, hey, du brauchst die Erfahrung, du brauchst die Routine.
Speaker: Es ist immer so ein schmaler Grad von wie stark, wie alt,
Speaker: Wie erziehe ich meine Kunden oder nicht?
Speaker: Nehme ich alles an am Anfang?
Speaker: Es ist auch immer abhängig von der einzelnen Lebenssituation.
Speaker: Manche arbeiten nebenher, haben weniger finanziellen Druck, manche sind alleinerziehend, müssen, wie auch immer.
Speaker: Da würde ich mir nicht anmaßen, alles über einen Kamm zu scheren und zu sagen, das ist gut, das ist schlecht.
Speaker: Aber de facto ist es natürlich so, wie du sagst, eine Kampagne wird nicht an jemanden vergeben, der noch keine Erfahrung hat, der noch keine Referenzen vorzuweisen hat, dem man sich anhören kann, wie er die kleinen und mittleren Dinger gerockt hat oder halt auch nicht, um dann eine Entscheidung zu treffen, weil es hängt ja so viel mehr dran.
Speaker: Du bist ja eigentlich eines der kleinsten Rädchen im Getriebe, wenn auch ein sehr präsentes.
Speaker: Aber das Gesamtbudget, was dann mit deiner Leistung steht oder fällt, ist halt gigantisch.
Speaker: Und ich habe es selber mehr als einmal erlebt, dass dann panische Anrufe kamen.
Speaker: Die Slots für die Schaltung sind schon gebucht und die sind morgen.
Speaker: Und es kam gerade von ganz oben, dass die Kampagne in der Form nicht das Haus verlassen darf.
Speaker: Kannst du bitte kommen und heute, jetzt.
Speaker: einen neuen Take liefern.
Speaker: Aber gleichzeitig, wenn man sich, ich sage jetzt mal überspitzt,
Speaker: sich auf dem Fiverr Niveau einarbeitet und etabliert, dann wird man halt auch aus dem Fiverr Job Level nie rauskommen.
Speaker: Also es ist immer so ein bisschen wie ein Langlaufen, so ein Schritt vor, ein zurück, dann was kann ich mir erlauben abzulehnen oder anzunehmen und so weiter.
Speaker: Also, was du jetzt gesagt hast, da sind sehr viele Punkte dabei, wo ich einhaken möchte.
Speaker: Jetzt würde ich gerne zurückspulen.
Speaker: Kein Problem, sicher.
Speaker: Damit ich nicht alles vergesse.
Speaker: Aber das Erste, was du gesagt hast, Kundenerziehung, ich glaube gar nicht, ich persönlich mag den Begriff, obwohl es sehr oft fällt, dieses sich die Kunden erziehen, gar nicht so.
Speaker: Ich denke mir einfach, aus meiner persönlichen Sicht, Kunden musst du nicht erziehen, du musst sie auf eine gewisse Art und Weise erzielen.
Speaker: beraten, du musst ihnen erklären.
Speaker: Die Leute kommen einfach nicht aus diesem informierten Umfeld, aus dem wir kommen.
Speaker: Es ist auch nicht Ihre Aufgabe, das zu argumentieren und zu erklären, wie du sagst, und nicht die Aufgabe des Kunden, mein Business zu verstehen und für mich zu...
Speaker: Ich sage mal so, du kannst es vergleichen mit, für uns ist jetzt im Supermarkt Bio ganz natürlich und glaube ich so ziemlich in allen Köpfen angekommen.
Speaker: Aber wenn du dir jetzt vorstellst, jemanden, der noch nie etwas vom Bio gehört hat, geht in einen Supermarkt und plötzlich liegt neben der Zucchini eine Bio-Zucchini, die doppelt so teuer ist, dann
Speaker: ohne diese ganze Beratungs- und Erklärarbeit, die wir mitbekommen haben, dann wird er einfach nur eine Zucchini sehen, die doppelt so teuer ist wie die Zucchini, die daneben liegt.
Speaker: Aber die Tatsache, dass du eben sagen kannst, gut, da sind halt keine schädlichen Pestizide,
Speaker: Zum Einsatz gekommen oder irgendwelche anderen Sachen, die dann halt vielleicht nicht in deinem Körper landen, bewirkt dann doch im Endeffekt, dass die Leute sagen, ja, ich kaufe Bio, weil ich habe vielleicht keinen Bock auf Pestizide oder ich habe vor, das zu einem Brei zu machen und meinem Baby zu verfüttern und keine Ahnung, was.
Speaker: Ist wahrscheinlich besser.
Speaker: Und ähnliche Erklärarbeit leistest du ja auch, wenn du eine Firma hast oder Einzelunternehmer bist.
Speaker: Und da sind wir auch bei dem Fiverr-Niveau.
Speaker: Es ist ja auch sehr ähnlich, das was ihr als Sprecher tut, das was wir als Tonstudios tun, wird in der Regel vom Kunden als sehr einfache, sehr niedere Tätigkeit angesehen.
Speaker: Ihr seid einfach die Typen, die vor dem Mikrofon stehen und ein bisschen labern und dafür viel zu viel Geld bekommen und wir sind die Typen, die vor irgendeinem Computer oder Mischpult sitzen, auf dem roten Record-Knopf drücken
Speaker: Und den Rest machen ja sowieso die endgeilen Plugins und die Software und das Mischpult mit den vielen bunten Lichtern drauf.
Speaker: Und wenn du da halt den Leuten erklärst, was du halt bekommst, und da geht es eben darum um Verfügbarkeit, da geht es darum um Konsistenz, da geht es darum um Response-Zeiten etc.
Speaker: etc.
Speaker: Alles, was du gesagt hast.
Speaker: Hey, die Kampagne wurde abgeschossen.
Speaker: Schreib mal nach, keine Ahnung, Fuhlsbüttel, deinem Fiverr-Sprecher, der angibt auf Fiverr, er hat zwei Wochen Response-Zeit.
Speaker: Hey, der CEO hat sich eingeschaltet, morgen in der Früh muss die Kampagne online gehen.
Speaker: Ich glaube nicht, dass der sagt, oh ja, klar, ich habe jetzt einmal für 50 Euro einen Take gesprochen, logisch arbeite ich für dich spätnachts auch mal.
Speaker: Ja, ja, total.
Speaker: Völlig richtig.
Speaker: Und ich glaube, das wird allgemein sehr unterschätzt, sehr häufig die Business-Komponente an.
Speaker: Es ist halt nun mal...
Speaker: eine selbständige Tätigkeit, die im Sprecherfall immer ein Einzelunternehmen ist.
Speaker: Im Tonstudio Fall oft auch EPU mit einer Handvoll Mitarbeitern, manchmal auch groß, aber auch nie.
Speaker: Ich habe noch nie ein Tonstudio mit mehr als 20 Mitarbeitern.
Speaker: gesehen oder so.
Speaker: Also nicht in Österreich.
Speaker: Nein, gut, nicht in Österreich.
Speaker: Ja, ja, richtig, richtig.
Speaker: Aber auch da nie in einer Konzernstruktur oder in einer... Ja, ja.
Speaker: Und diese Business-Seite, die wird uns nirgends beigebracht.
Speaker: Also ich habe weder auf der Schauspielschule noch in der Sprecherfortbildung oder privaten Sprechschule noch irgendwo sonst einen wirtschaftlichen Teil, einen verkaufenden Teil, einen buchhalterischen Teil der Ausbildung genossen.
Speaker: Ja, ich glaube auch gar nicht, dass wirtschaftliche Ausbildung im Sinne von Buchhalterisch etc.
Speaker: so wichtig ist.
Speaker: Also ich glaube, wenn du die Grundrechnungsarten beherrschst, dann bist du schon ziemlich weit vorne.
Speaker: Was mir aber immer wieder auffällt, gerade wenn ich so im Zuge von Sprecherkursen da einen Vortrag über die geschäftliche Seite der Tätigkeit halte,
Speaker: ist es einfach so, dass die Leute massiv unterschätzen, wie wichtig das Zwischenmenschliche, quasi die Begleitmusik für ihren Job ist.
Speaker: Also ich habe jetzt selten, also was heißt selten, ich habe noch nie einen Kunden erlebt,
Speaker: der gesagt hätte, ich will diesen Sprecher nicht mehr, weil der Stimmsitz ist nicht korrekt.
Speaker: Oder ich will diese Sprecherin nicht mehr, weil die S-Zischen mir zu laut.
Speaker: Oder huch, was für ein miserabler Glottisschlag.
Speaker: Kein Mensch hat mir das jemals gesagt.
Speaker: Aber was ich gehört habe, war einfach,
Speaker: Der ist aber schon ein bisschen komisch.
Speaker: Wieso grüßt mich der Sprecher nicht, wenn er ins Studio kommt?
Speaker: Was?
Speaker: Ja, es gibt Leute, die kommen einfach ins Studio und laufen in die Kabine und ignorieren die Leute, die da sitzen.
Speaker: Ja.
Speaker: Oder ich habe Leute erlebt, die haben allen die Hände geschüttelt, die eine Krawatte und einen Anzug haben hatten, außer dem CEO, der halt sich sein einziger leisten konnte, im T-Shirt da zu sitzen.
Speaker: Das kam halt auch nicht tierisch an.
Speaker: Aber ganz kurz vielleicht für unsere Zuhörerinnen und Zuschauer zur Erklärung.
Speaker: Ihr begleitet vom Team 4 die Werbesprecherausbildung, wo dann die AbsolventInnen,
Speaker: des Moduls am Ende ihre Demos aufnehmen und einen eine Art Praxistag oder ein habe ich auch gemacht kann man auch gar so ja ja nein was heißt Geständnis also es hat mir es hat es hat mir den es hat mir sehr viel geholfen an dieser Stelle Werner Wawruska danke und auch danke dir und so also das da habe ich sehr viel gelernt und was ich was ich eben vorher auch
Speaker: Mikrofonsprech technisch.
Speaker: Klar hatte ich eine Bühnensprech Ausbildung, super, aber wir sprechen selten für den dritten Rang in der Kabine und so.
Speaker: Und da begleitet ihr sozusagen die Kurse und du gibst auch einen kurzen Einblick in den Business Alltag und genau, nur damit wir alle auf demselben Stand sind.
Speaker: Dazu gekommen ist es eben in den Anfangstagen, da haben wir uns verlaufen.
Speaker: Du wolltest nämlich einfach wissen, wie die ersten Jobs waren.
Speaker: Die ersten Jobs, die wir hatten, waren eben...
Speaker: Anrufbeantworter für irgendwelche kleinen Unternehmen und eben auch Begleitung von diversen Sprecherkursen, wo wir damals noch CDs erstellt haben.
Speaker: Und da war unser Job als Tonstudio schlicht und ergreifend der, auf den bekannten roten Knopf zu drücken und die Schnauze zu halten.
Speaker: Und nachdem wir aber zeitgleich
Speaker: Das waren unsere ersten Kunden.
Speaker: Anrufbeantworter und diese Sprecherkurse.
Speaker: Und zeitgleich haben wir dann aber immer wieder in die Werbewelt hineinschnüffeln dürfen und mal dort einen Hörfunkspot aufgenommen, mal da...
Speaker: Ich habe das Voice-Over für einen TV-Spot aufgenommen, weil sonst keiner Zeit hatte.
Speaker: Wir haben dann eben mitbekommen, wie die Werbewelt funktioniert, wie die Werber ticken, wie Sprecher ausgewählt werden etc.,
Speaker: und haben gesehen, dass es da eine wahnsinnige Diskrepanz gab zwischen dem, was die Sprachcoaches in ihren Kursen vermitteln und dem, was wir in der Realität, also in der Praxis, nicht in der Realität, in der Praxis mitbekommen haben.
Speaker: Und dann war es halt irgendwie so ein bisschen dieser Bold Move, einfach zu sagen, ja, wir schreiben mal ein Konzept für eine Sprecherausbildung,
Speaker: die eben Studiozeit beinhaltet und die eben auch ein bisschen, sag ich jetzt mal, Wissen aus der Praxis, nämlich aus der Studiopraxis, aus der wirtschaftlichen Praxis beinhaltet.
Speaker: Und diesen Kurs gibt es jetzt eben auch seit es unser Tonstudio gibt.
Speaker: Also das war eine der ersten Geschichten.
Speaker: und ist eigentlich noch ein historisches Erbe, weil es ist der einzige Kurs, den wir betreuen als Tonstudio, sonst machen wir wirklich ausschließlich Werbung, aber weil es eben unser Baby war, läuft er immer noch.
Speaker: Okay, okay.
Speaker: Da haben wir uns auch vor, ich glaube, elf oder zwölf Jahren, als ich das gemacht habe, also die Transition von Radio und Schauspiel und so zum selbstständigen Sprechen hin, habe ich diesen Kurs auch gemacht und da haben wir uns eigentlich zum ersten Mal
Speaker: Dann sind wir uns begegnet und dann war aber auch erst mal lange nichts.
Speaker: Ich habe natürlich auch immer wieder Updates geschickt und so.
Speaker: Und irgendwann hast du dann gesagt, ja, jetzt, also am Anfang, Patrick, das war ja nicht so berühmt.
Speaker: Aber man hört, dass du an dir gearbeitet hast und so.
Speaker: Ich weiß nicht mehr, was das erste war, aber ich glaube, es war so ein Einreichfilm, ein Awardfilm, irgendwas, was jetzt keinem wehtut, wenn es jetzt nicht berühmt ist oder wenn es jetzt nicht alle vom Hocker reißt, was so einmal läuft.
Speaker: Aber es ist schon auch so, dass ich mir denke, dass Sprecher schon ein bisschen die Funktion von Tonstudios in diesem Punkt unterschätzen.
Speaker: Du kannst mir jetzt ehrlich sagen, ich habe manchmal so ein bisschen das Gefühl, wir werden so ein bisschen gesehen wie die russischen Oligarchen, die ihre Münzen und das Sprechervolk streuen.
Speaker: Aber die Tatsache ist schon die, dass wir großes Interesse haben und ich glaube, da spreche ich für alle meine Branchenkollegen, dass wir natürlich auch Leute aufbauen und Menschen eine Chance geben, weil so schön es ist, etablierte und tolle Stimmen zu haben, die zuerst
Speaker: Menge der wirklich etablierten Leute ist überschaubar und gleichzeitig fordern eben alle Agenturen und alle Filmproduktionen neue, frische Stimmen, weil sie sagen, okay, ich habe jetzt Stimme XY bei fünf verschiedenen Kunden schon untergebracht, manche haben viel mehr als fünf große Kunden gesprochen,
Speaker: Wir brauchen mal jemanden Neuen und idealerweise jemanden, der neu ist, aber es auch kann und lässig klingt.
Speaker: Nur, wie wir vorhin schon besprochen haben, es ist Erfahrung ein großer Punkt.
Speaker: Und ich glaube trotzdem, wenn du wirklich mal längere Zeit so richtig bei echten Jobs verbringst, ist der Lerneffekt viel, viel größer, als wenn du
Speaker: wenn du einfach im Studio vor dich selbst hinübst, einfach aufgrund der Anspannung, weil du halt wirklich liefern musst und weil es jetzt wirklich darum geht, dass das Zeug on Air gehen soll und nicht nur einfach irgendeine Demo ist, wo ich dann sage, hey, war ein lustiger Sonntagnachmittag.
Speaker: Da hat meine Stimme jetzt großartig geklungen und jetzt habe ich fünf schöne Gedichte aufgenommen für meine Soundcloud.
Speaker: Und du hast auch nicht vier Stunden Zeit, aus 13.000 Takes einen schönen Master-Take zusammenzuschneiden, sondern in Wahrheit musst du das Ding idealerweise in einer Handvoll Takes reinnageln, wie der Shoutout an Detlef Tams, an dieser Stelle deutscher Kollege, der immer sagt, er hat den Job aber geil reingenagelt.
Speaker: Das ist nicht von mir, aber ich finde, es passt sehr gut.
Speaker: Und zu der russischen Oligarchennummer möchte ich einmal vehement widersprechen.
Speaker: Ich habe es nur nicht gleich getan, weil ich wissen wollte, wohin der Satz sich entwickelt.
Speaker: Nein, das glaube ich nicht.
Speaker: Nein, Tim, das glaube ich nicht.
Speaker: Okay, wunderbar.
Speaker: Nein, aber tatsächlich, was ich schon glaube, ist, dass es bei vielen Kolleginnen und Kollegen
Speaker: die vor allem nicht hauptsächlich oder im beruflichen Alltag viel mit Tonstudios zu tun haben, eine sehr große Unwissenheit herrscht und die Unwissenheit resultiert,
Speaker: oft in Angst.
Speaker: Und aus der Angst heraus traut man sich selten, Fragen zu stellen.
Speaker: Da herrscht schneller mal ein Misstrauen.
Speaker: Und gerade am Anfang gibt es ja keine persönliche Beziehung zueinander.
Speaker: Also man kennt sich nicht, man kriegt den ersten Anruf.
Speaker: Da ist jemand, der sagt dann vielleicht auch noch irgendeinen großen Kundennamen und so.
Speaker: Um ein kleines Budget.
Speaker: Genau, dann ist es vielleicht ein Hörfunkspot für ein einzelnes Autohaus einer Automarke.
Speaker: Aber du hörst immer nur das, was du hören willst und du hörst die Automarke und wähnst dich schon als Brand Voice für eine neue Automarke.
Speaker: Und du traust dich aber nicht, also du weißt einerseits nicht, welche Fragen du stellen musst, damit du alle Informationen bekommst.
Speaker: Und zweitens traust du dich oft nicht, diese Fragen zu stellen, weil du nicht unprofessionell wirken möchtest.
Speaker: Und das ist die schlimmste Kombination.
Speaker: Leute, die versuchen, professionell zu tun, aber keine Ahnung haben, an die Sprecher da draußen, man checkt es.
Speaker: Ja.
Speaker: Versucht es einfach nicht.
Speaker: Sagt einfach, ich habe keine Ahnung.
Speaker: Wir...
Speaker: Ja, oder ich glaube auch meiner Erfahrung nach ist es eher ein Zeichen von Professionalität, die viele Fragen zu stellen, also viele, die richtigen Fragen zu stellen, nach der Nutzung, nach den Medien, nach den wie auch immer.
Speaker: Und es wird nicht als dievenhaft oder als arrogant erledigt,
Speaker: wahrgenommen, wenn man erst alle relevanten Informationen sammeln möchte, bevor man eine konkrete Zahl nennen kann.
Speaker: Weil ich möchte ja auch aus einem Fairness-Gedanken heraus nicht mit dem fünfstelligen Budget um die Ecke kommen, nur damit ich sicher nicht schlecht aussteige, sondern ich möchte dem Kunden noch nichts oder sozusagen euch im Angebot nichts verkaufen, was ihr ja gar nicht braucht oder so.
Speaker: Aber worauf ich raus wollte, um das zu Ende zu bringen, ich glaube aus dieser Angst und aus diesem Misstrauen resultiert eine gewisse Abwehr oder Vorsichtshaltung, wie auch immer und ich kann jetzt auch nicht für alle sprechen, die…
Speaker: die einen vergessen lässt, dass wir eigentlich auf derselben Seite stehen.
Speaker: Wenn man das jetzt ganz allgemein formulieren möchte.
Speaker: Mir wäre es auch noch wichtig, da was hinzuzufügen.
Speaker: Ich
Speaker: Ich verstehe, dass immer wieder einzelne Geschichten die Runde machen, wenn was mal nicht klappt, wenn irgendwo mal bei irgendjemand die Gier zuschlägt und auf gut Deutsch eben Sprecher um ihr Honorar gebracht werden.
Speaker: Das passiert, das passiert in jeder Branche.
Speaker: Es wird überall irgendwie beschissen.
Speaker: Ich will jetzt nicht sagen, dass unsere Branche irgendwie heilig wäre oder sonst was.
Speaker: Was ich aber schon sagen möchte, ist, dass ich mir denke, dass unsere Branche da doch auf eine gewisse Art und Weise speziell ist, gerade was die Tonstudios betrifft, weil es eben so ist, die renommierten Studios, wo du sagst, wo ich uns jetzt Gott sei Dank auch dazu zählen würde.
Speaker: Es gibt nicht unendlich viele.
Speaker: Also ich glaube, es gibt mehr Installateure in Wien, als es wirklich renommierte Tonstudios gibt.
Speaker: die tatsächlich den Job so betreiben, dass da Leute davon leben können.
Speaker: Also keine eingetragenen Firmen, die in Wirklichkeit Hobbyprojekte sind, sondern tatsächlich Unternehmen, wo Leute davon leben.
Speaker: Und für diese Unternehmen ist einfach die Reputation eine wahnsinnig wichtige Währung.
Speaker: Und da ist es auch komplett...
Speaker: Egal, wer jetzt beschissen wird.
Speaker: Wenn die Runde macht, XY bescheißt, dann verursacht das einfach massiven Schaden.
Speaker: Und ich kann nur für uns sprechen und ich glaube für so ziemlich alle meiner Branchenkollegen, das ist etwas, was du dir nicht antun willst.
Speaker: Dass du einfach sagst, du schadest dir selbst, indem du dann irgendwie den Ruf weg hast, Leute zu bescheißen.
Speaker: Weil die Branche ist so klein.
Speaker: Wir leben in so einer immens kleinen Nische,
Speaker: Im Endeffekt, wir kriegen die Jobs von den Werbeagenturen und von den Filmproduktionen.
Speaker: Die Filmproduktionen und Werbeagenturen sind mit den Sprechern teilweise auch befreundet.
Speaker: Da gibt es sehr viele Querverbindungen.
Speaker: Und wenn dann mal die Runde macht, okay, da wurde um Euros beschissen, ist das kein positiver Effekt.
Speaker: glaube ich, möchte ich das nur erwähnen, damit noch mehr die Angst genommen wird, dass man einfach mal sagt, hey, ich habe keine Ahnung, was ich als Gage verlangen sollte.
Speaker: Ich meine, wenn es dann anscheinend wirklich in einen absurden Bereich geht, dass man sagt, das ist jetzt irgendeine, keine Ahnung was, Kampagne für Coca-Cola und die soll für 70 Euro gesprochen werden, dann ist es klar, dass man vielleicht nochmal jemanden fragt, der sich besser damit auskennt oder dass dann vielleicht doch irgendwie die
Speaker: Alarmglocken losgehen, aber wenn wegen ein paar Prozenten abseits von Sprecherliste verhandelt wird, braucht man nicht Angst haben, dass man automatisch übervorteilt oder beschissen wird.
Speaker: Ich glaube auch.
Speaker: Also ich glaube Verhältnismäßigkeit ist das große Stichwort.
Speaker: Und über zehn Prozent kann man immer reden.
Speaker: Auf der anderen Seite
Speaker: Finde ich, und das predige ich ja auch immer schon und jedem, der es hören will und der es nicht hören will, es gehört einfach mehr zum Sprechberuf, zur sprecherischen Selbstständigkeit als handwerklich gutes Sprechen.
Speaker: Also es gehört einfach dazu, dass man sich mit Nutzungsrechten, mit Medien, mit...
Speaker: Was sind die Fachbegriffe?
Speaker: Mit welcher Sprache sprechen wir, wenn wir uns miteinander unterhalten und Größenordnungen, wie viele Versionen definieren, was ist das wert?
Speaker: Das gehört einfach auch dazu und das muss man sich aneignen, weil sonst…
Speaker: hat man nur bedingt was verloren.
Speaker: Klingt so hart, aber dann hat man es einfach schwer, sich nachhaltig und langfristig irgendwie was aufzubauen.
Speaker: Weil es hat ja keiner Bock, irgendwie, egal ob du das jetzt bist von Tonstudio-Seite oder die Werbeagentur oder die Filmproduktion oder der Endkunde, jedes Mal wieder bei Adam und Eva anzufangen und
Speaker: Mir als Dienstleister zu erklären, was jetzt Sache ist und was ein Tag-on ist oder was eine, keine Ahnung, das ist nicht eure oder die Aufgabe des Kunden.
Speaker: Das gehört zu meinem erweiterten,
Speaker: Werkzeugkoffer dazu, der hauptsächlich natürlich mit sprecherischen Dingen gefüllt sein sollte, aber halt auch mit dem.
Speaker: Und ja, ich glaube da.
Speaker: Absolut.
Speaker: Und dann ist das große Stichwort Transparenz und offenes, ehrliches Reden.
Speaker: Und dann bin ich bisher noch immer mit
Speaker: Und wenn nicht, war es trotzdem auch ein freundliches und ein zugewandtes freundschaftliches Ablehnen, wo ich gesagt habe, alles klar, danke, kenne mich aus, sorry kann ich nicht machen, nur das Beste und ich bin mir sicher, ihr findet jemanden, wie auch immer, aber dann ist es nicht so, dann ist es nicht so.
Speaker: Eskaliert das nicht so und man hinterlässt nicht so verbrannte Erde und völliges Unverständnis von… Wie gesagt, das ist genau das, was ich gemeint habe, als ich vorhin gesagt habe, Währung…
Speaker: Währung vertrauen.
Speaker: Mir ist es tausendmal lieber, ein Sprecher oder irgendein Dienstleister, können ja auch zum Beispiel Musiker, Sounddesigner, was auch immer sein, sagt mir einen absurd hohen Betrag, weil er sagt, gut, meine Leistung ist so gut, das kostet es einfach.
Speaker: Und er kann das argumentieren.
Speaker: Und er kann es argumentieren und dann kann er ihm noch ganz ehrlich zurückantworten, du, das werde ich nicht schaffen.
Speaker: Oder da kann ich dir gleich sagen, das wird unser Kunde, den ich ja in der Regel besser kenne als die Sprecherin oder der Sprecher, das wird der Kunde nicht zahlen wollen.
Speaker: Weil ich habe ein Gefühl für die Leute.
Speaker: Ich telefoniere ja, bevor ich bei einer Sprecherin oder einem Sprecher anrufe, schon x-mal mit dem Kundenkontakt.
Speaker: Ich habe ein Gefühl für die Menschen bzw.
Speaker: Menschen,
Speaker: Und du kriegst dann auch relativ schnell ein Gefühl, wie es um das Budget so bestellt ist, ob das sehr strapaziert ist oder gut.
Speaker: Und mir ist es lieber, dass jemand eben quasi einen höheren Betrag aufwirft und den argumentieren kann und dann aber in seiner Entscheidung konzentriert.
Speaker: konsequent und konsistent bleibt, als jemand, wo ich einfach weiß, das ist mal so, mal so.
Speaker: Also ich habe gerade wenig Geld und deshalb mache ich dir jetzt den Hörfunkspot für, keine Ahnung, 50 Prozent vom Normalpreis, aber dann ist die Kohle am Konto und ich habe kein Problem mehr und dann brauchen wir für genau diesen Hörfunkspot eine kleine Änderung.
Speaker: Und dann will ich aber das...
Speaker: mehr als was in der Liste steht, weil es ja eine Notsituation für euch ist.
Speaker: Also das ist dann zum Beispiel so ein Verhalten, wo ich sage, das ist dann irgendwie, das mag ich nicht.
Speaker: Also ein bisschen Trumpsches Erpressen.
Speaker: Ja, ich glaube auch ein großer Faktor ist, dass diese Gagenempfehlungen, diese Listen, die es ja auch für den deutschen Markt gibt und so weiter,
Speaker: dass die oft nicht mit Hausverstand gelesen werden und als das Werkzeug, was sie sind, eine Empfehlung erstens und ein Richtwert für eine Dienstleistung, sondern dass sie oft so als in Stein gemeißelte Gesetze empfunden werden.
Speaker: Aber auch da wieder nicht aus der Arroganz heraus, sondern aus der Unwissenheit heraus und aus dem
Speaker: aus der Angst heraus etwas falsch zu machen und dann lieber bloß nicht, weil sonst.
Speaker: Und da verbaut man sich einiges.
Speaker: Oder wolltest du dazu was sagen?
Speaker: Ja, ich wollte dazu tatsächlich was sagen.
Speaker: Das ist auch der Grund, warum ich zum Beispiel in meinen Vorträgen immer wieder sage, seid euch dessen bewusst, was der Unterschied ist zwischen dem Layoutsatz und dem Buyoutsatz.
Speaker: Für den Layoutsatz, das ist quasi das Honorar, das ihr bezahlt bekommt, das ihr dort vorbeite.
Speaker: vor Ort physisch anwesend seid, eine Stunde oder wie lange auch immer.
Speaker: Und die Buyouts sind einfach mehr oder weniger Entgelt für die Benutzung der Stimme.
Speaker: Das heißt, je mehr Leute meine Stimme hören, umso stärker wird sie benutzt, umso mehr Geld ist es wert.
Speaker: Und wenn du nur diesen Aspekt betrachtest,
Speaker: behirnst in allen Diskussionen, dann kannst du auch teilweise die Argumente von Kunden verstehen, wenn sie zum Beispiel sagen, ja, es ist ein Hörfunksbot beispielsweise und ja, er wird österreichweit geschalten, aber es ist halt so, der läuft
Speaker: drei Tage vor dem Event XY, große Gartenmesse, und nach drei Tagen ist das over.
Speaker: Insofern könnten wir es vielleicht ein bisschen billiger haben.
Speaker: Das ist dann wieder so klassisch eine Geschichte, wo ich dann mit den Sprechern diskutiere und argumentiere im Sinne des Kunden, weil ich sage, okay, Leute, Buyout ist dafür da.
Speaker: um abzugelten, wie oft wird deine Stimme gehört und wie oft wird sie dadurch abgenutzt verbraucht.
Speaker: Und wenn ich sage, drei Tage vor der Gartenmesse hört man halt einmal täglich den Radiospot laufen, dass die stattfindet, dann ist das keine massive Stimmabnutzung.
Speaker: Und da kann man vielleicht
Speaker: ein bisschen diskutieren.
Speaker: Absolut.
Speaker: Ich glaube, du hast aber am Schluss noch sehr beiläufig eigentlich noch was sehr Wichtiges gesagt, nämlich der läuft zwar nur drei Tage vor der Gartenmesse, aber dann ist der Unterschied, ist das, der, sage ich jetzt mal, der, ja nennen wir einfach Marken, ist ja scheißegal, bucht mich ja eh keiner mehr.
Speaker: Hört doch eh keiner.
Speaker: Nein, aber ist das der, ich sage jetzt mal Hausnummer, Lidl, Mediamarkt, wie oft wird das in diesen drei Tagen durch die Welt posaunt?
Speaker: Oder ist es vielleicht der Verband der Gärtnerinnen, die sich jetzt halt auch mal...
Speaker: 5000 Euro oder 10.000 Euro Schaltungsbudget leisten, wo der dann zwölfmal in diesen drei Tagen läuft oder so.
Speaker: Also wenn mir da jemand ein Argument gibt und mir schriftlich, wie auch immer, da glaubhaft versichern kann,
Speaker: der läuft nur x-mal, das Gesamtschaltungsbudget ist nur so wenig, unverhältnismäßig viel weniger als eine klassische kommerzielle Kampagne, die sonst national ausgerollt wird von einem Großkunden wie Amazon oder was auch immer, dann natürlich, also ich lasse mich ja gerne überzeugen von validen Argumenten.
Speaker: Grundsätzlich finde ich ja auch die historisch gewachsene Preisgestaltung in anderen europäischen Ländern ja viel besser, wo quasi das Honorar ans Mediabudget angepasst ist.
Speaker: Fände ich total geil.
Speaker: Ja, ist halt in Österreich leider nicht machbar, weil Schaltpläne gehütet werden wie, keine Ahnung.
Speaker: Wie das Faberge-Ei.
Speaker: Wie das Faberge-Ei und Köln.
Speaker: Gleichzeitig ist es aber so, dass wenn du in England sagst, ja, keine Ahnung, welche Reichweite hat der Spot, die jede Firma sofort in der Minute sagt, diese.
Speaker: Und dahingehend werden dann die Honorare kalkuliert.
Speaker: Wäre viel fairer.
Speaker: Wäre wieder verhältnismäßiger.
Speaker: Weil du sagst, ja, ich habe halt anderthalb
Speaker: Ich weiß nicht, ich habe 150.000 dahinter gesteckt in Schaltungskosten oder nur 15.000 oder 500.000.
Speaker: Gibt es ja alles.
Speaker: Und dann schaltest du einmal den Superbowl-Spot oder das Pendant vor dem Champions-League-Finale, direkt vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit oder so.
Speaker: Naja, alles klar.
Speaker: Das werden halt...
Speaker: weiß ich nicht, wie viele Millionen Menschen halt sehen.
Speaker: Aber vielleicht nochmal ein bisschen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, bevor wir jetzt hier völlig eskalieren.
Speaker: Die globale Kampagne von Apple, gesprochen von Patrick Nütze.
Speaker: Was wir halt so machen, jeden Dienstag irgendwie.
Speaker: Was sind für dich Dinge, die einen guten Sprecher, eine gute Sprecherin ausmachen, abseits des Handwerks, des rein handwerklichen Deliverns?
Speaker: Wen buchst du gerne wieder?
Speaker: Was sind absolute No-Gos?
Speaker: Wir haben es ja schon ein bisschen angedeutet, aber elaborate.
Speaker: Ach Gott, wie schlimm darf ich werden?
Speaker: Du darfst alles sagen, es ist ein Safe Space hier.
Speaker: Niemand schaut uns zu, das hört niemand.
Speaker: Nein, also grundsätzlich würde ich mal sagen, die Leute müssen sich bewusst sein, dass es einfach ein Job ist.
Speaker: Also du darfst du selbst sein.
Speaker: Ich finde es ein wenig mühsam, wenn Leute irgendwie glauben, sie müssen sich verstellen, weil sie jetzt im Tonstudio sind oder einen Job bekommen haben oder einen Job wollen.
Speaker: Also grundsätzlich wirst du ja schon ausgesucht, bevor du ins Studio kommst.
Speaker: Und du musst jetzt auch nicht...
Speaker: Best-Friend sein oder irgendetwas darstellen.
Speaker: Die Wahl wurde bereits getroffen.
Speaker: Also ich habe da so zwei Typen von Menschen, die extrem Introvertierten und die extrem Extrovertierten, die halt ein bisschen komisch rüberkommen.
Speaker: Also die extrem Introvertierten sind eben die, die am liebsten gerne an der Türschwelle zu einer Maus transformieren würden und sich gleich im Studio verstecken.
Speaker: die vergessen mitunter, dass Kunde schon anwesend ist und vielleicht mal kurz nur Hallo zu sagen.
Speaker: Und die extrem Extrovertierten, die an eben besagter Türschwelle dann gleich mal erzählen, was sie nicht für geile Projekte in den letzten zwei Wochen gemacht haben.
Speaker: Viel besser als das jetzt.
Speaker: Ja, viel besser, weil das ist eigentlich jetzt so, boah, das mache ich nebenher, aber sonst eben Super Bowl und so.
Speaker: Das finde ich ein bisschen obsolet.
Speaker: Grundsätzlich würde ich jeder Sprecherin und jedem Sprecher einfach empfehlen, sie selbst zu sein.
Speaker: Und wenn du halt eher der ruhigere Typ bist, bist du der ruhigere Typ.
Speaker: Und wenn du eher die Plaudertasche bist, sei die Plaudertasche.
Speaker: Aber grundsätzlich, wenn du mal davon ausgehst, dass hier keine Rocket Science betrieben wird oder die Welt verändert wird,
Speaker: sondern dass wir hier einfach einen Werbespot aufnehmen und jeder will das Ding möglichst gut hinbekommen, dann ist das eine super, super, super Grundvoraussetzung.
Speaker: Und auch die Kunden schätzen das.
Speaker: Du spürst es einfach, wenn jemand mit dem Gedanken reinkommt, okay, ich will, dass das jetzt eine gute Aufnahme wird.
Speaker: Und zur guten Aufnahme gehört eben auch dazu, dass man grundsätzlich mal das Gefühl hat, alle ziehen an einem Strang.
Speaker: Das sind auch die Sprechertypen, von denen ich am häufigsten von Kunden das Feedback bekomme,
Speaker: das war so nett, den wollen wir gerne wieder buchen.
Speaker: Das ist einfach, wenn der Kunde das Gefühl bekommt, er wird von der Sprecherin oder vom Sprecher gehört und man hat im besten Fall sogar noch Spaß bei der Aufnahme, dann ist das eigentlich schon gewonnen auf allen Ebenen.
Speaker: Und
Speaker: Und das bringt mich eigentlich auch zu den absoluten No-Gos.
Speaker: Also wenn ich spreche, sage ich jetzt mal salopp gesprochen, dem Kunden irgendwie ans Bein pissen, im Worst Case unmittelbar noch bevor die Aufnahme losgeht, dann ist das halt so irgendwie das No-Go.
Speaker: Also auf Platz Nummer 1 steht, Kommentare über den Text abzugeben.
Speaker: Ja,
Speaker: Über die Qualität des Textes.
Speaker: Ja, wow.
Speaker: Also ich finde immer noch der ungeschlagene Klassiker ist, wenn du kurz mit dem Kunden zusammensitzt und man bespricht den Text durch.
Speaker: Sie sind dann anwesend meistens bei einer Werbeaufnahme Kunde und von der Kreation halt Texter oder Kreativdirektor.
Speaker: Was die Sprecher nicht wissen, zwischen Text und Kunde gab es mitunter schon 100 Änderungsläufe, bevor der Studiotermin stattgefunden hat.
Speaker: Der Kunde hat vielleicht schon hundertmal gegenüber dem Texter seinen Unmut geäußert, dass er mit dem Ding nicht zufrieden ist.
Speaker: Und wenn du dann als Sprecher reinkommst und sagst, boah, wer hat denn das geschrieben?
Speaker: Dann ist das jetzt natürlich nicht ein Garant für die große Liebe vom ersten Moment an.
Speaker: Gleichzeitig auch mein All-Time-Classic, also jeder, der mich in meinen Vorträgen schon mal gehört hat, wird es wissen, zu spät kommen.
Speaker: Also zu spät kommen ist auch so ein absolutes No-Go, weil, wie du sagst, an so einer Kampagne hängt wahnsinnig viel Geld.
Speaker: Also wir sind ein kleines Rädchen in dem ganzen Ding.
Speaker: Da gibt es teilweise absurde Schaltungskosten, teilweise ist schon für den nächsten Tag die Aufnahme geplant.
Speaker: Und wenn du dein Handy abdrehst und 15 Minuten zu spät kommst, sind das für den verantwortlichen Marketer bzw.
Speaker: für die verantwortliche Agentur oder auch für uns als Tonstudio, die wir versuchen, dich x-mal zu erreichen, die schlimmsten 15 Minuten ever.
Speaker: Und das macht sich irgendwann mal bemerkbar, weil in jedem sofort, wenn der Sprecher nicht da ist und du versuchst, ihn zu erreichen und Handy ist aus,
Speaker: Und jeder sofort beginnt sich zu überlegen, oh Scheiße, Scheiße, was ist, wenn der den Termin vergeigt hat?
Speaker: Was ist, wenn der nicht kommt?
Speaker: Was passiert dann?
Speaker: Oh mein Gott, der Marketer sieht schon das Kündigungsschreiben auf sich zukommen, weil er die Kampagne in den Sand gesetzt hat und so weiter und so fort.
Speaker: Also da hängt ja ein irrsinniger Rattenschwanz dran.
Speaker: Insofern sage ich immer, kommt 15 Minuten früher.
Speaker: Ja, da hat man dann auch Zeit ein bisschen zu socialisieren, ein bisschen vorzufühlen.
Speaker: Es gibt ja auch so viele, wie es Menschen auf der Erde gibt, so viele Typen von Kunden gibt es und jeder will auch was anderes und manche wollen das private Geplänkel oder das mehr Entertainment, manche wollen Business.
Speaker: mach einfach drei geile Takes und dann können wir weiter tun.
Speaker: Aber zum Text wollte ich noch mal fragen, was ist denn dann mit grammatikalischen Fehlern?
Speaker: Also wirklich Grammatik falsch, wenn du das so an R schickst.
Speaker: Da tue ich mir nämlich schon manchmal schwer, ich sage dann zumindest, versuche so diplomatisch wie möglich zu sagen,
Speaker: Soweit ich weiß, ist es anders richtig?
Speaker: Also ist es anders grammatikalisch richtig?
Speaker: Ist das bewusst?
Speaker: Aber da merkt man halt wieder mal, du bist schon routiniert.
Speaker: Das passt ja auch.
Speaker: Wir sind ja auch oft in der Situation, dass wir etwas sehen und uns denken, okay, ist da jetzt ein Fehler passiert oder ist das beabsichtigt?
Speaker: Und beides kommt vor.
Speaker: Sehr oft ist es auch wirklich beabsichtigt, wenn du zum Beispiel Austriazismen im Text hast.
Speaker: dass es einfach darum geht, ja, man will halt einfach, dass es, um jetzt den Claim zu nennen, frisch saftig steirisch heißt, weil es einfach ein österreichischer Apfel sein soll und kein Deutscher.
Speaker: Und saftig wird halt als Deutsch wahrgenommen, zumindest in diesem Kontext halt nicht passend.
Speaker: Das haben nicht wir gemacht, aber mein...
Speaker: Mein absoluter Favorit ist immer noch in einer Baumarktwerbung, als ich gehört habe, die Bodenfliese Sevilla.
Speaker: Sevilla?
Speaker: Ja, und ich habe von meinem geistigen Auge gesehen den Marketer, der gesagt hat, wir können nicht Sevilla sagen, weil die Fliese findet keiner von unseren Kunden.
Speaker: Wow, okay, alles klar.
Speaker: Ja, geil.
Speaker: Ich hatte ja auch schon in allen Farben und Formen, ja, das ist gewünscht, das soll genau dieser fast schon ein Störimpuls sein, dass man sich ja, was?
Speaker: Aber dass man dann umso genauer hinhört oder so, bis hin zu, wow, danke, klar.
Speaker: Oder aber, also eher häufiger, was häufiger vorkommt, ist das,
Speaker: dass der Text im Layout das auf die Zeit selber getimt hat, sich aber keine Zeit für die Gestaltung gelassen hat, sondern gesagt hat, ich hätte bitte gerne einen epischen, monumentalen, eigentlich einen Action-Trailer von Hörfunkspot oder auch ein TV, ist ja scheißegal, aber bitte mit, weiß ich nicht, 89 Worten in 25 Sekunden oder so.
Speaker: Was sehr oft leider in der Werbung passiert und auch zu den vermeintlich schlechten Texten führt, ist die Tatsache, dass die Werbeagentur mit einer grundsätzlich sehr guten Idee um die Ecke kommt.
Speaker: Ich kenne auch den Struggle von den Werbeleuten und der ist auch wirklich alles andere als ohne.
Speaker: Das ist schon echt hartes Geschäft, vor allem auch
Speaker: für dein Ego, wenn du eine wirklich gute Idee lieferst und die braucht einfach die 20 Sekunden und dann kriegst du als Kundenfeedback, super, wir lieben das und macht mal und in der zweiten Runde hörst du aber, ja, aber wir müssen
Speaker: auch noch unterbringen, dass es da eine Special Summer Days Aktion gibt, die vom 2.
Speaker: Juli bis 3.
Speaker: August läuft, aber nur in den Märkten Wien, Linz und Klagenfurt.
Speaker: Im Burgenland läuft sie dafür.
Speaker: Und somit ist die Idee tot.
Speaker: Und du hast halt nur mehr wirklich...
Speaker: rudimentäre Ansätze einer Idee und der Rest ist irgendwie einfach nur mehr Produktinfo, die keiner mehr hört, aber es gibt immer noch Kunden, die das unbedingt so wollen und ja, dann geht es halt leider auch nicht anders, da musst du halt durch.
Speaker: Ja, voll.
Speaker: Ich sage da auch immer, es kann halt sein, dass es dann klingt wie eine Packungsbeilage.
Speaker: Ich mache es jetzt mal so, damit ihr auch hört und spürt, was das Ergebnis ist.
Speaker: Besser wäre es, wenn wir vielleicht den Halbsatz streichen oder das raffen oder das vielleicht irgendwie...
Speaker: Wie auch immer, gibt es etwas, womit ihr nicht verheiratet seid in diesem Text, damit wir einfach ein bisschen Luft zum Atmen haben?
Speaker: Das ist zum Beispiel eine unglaublich smarte Frage, wenn ich dir das mal so sagen darf.
Speaker: Auch wieder so ein Erfahrungswert, weil ja, es gibt sehr oft bei Texten Geschichten, wo die Agentur oder der Kunde damit verheiratet ist.
Speaker: definitiv verheiratet ist.
Speaker: Und das können irgendwelche Kleinigkeiten sein, dass irgendwelche Wörter wie zum Beispiel der beinahe günstigste, weil das einfach vom
Speaker: Das Legal-Team hat gesprochen.
Speaker: Weil es einfach vom Legal-Team so abgesegnet ist, weil es halt irgendwo in Burundi einen gibt, der noch günstiger ist.
Speaker: Das ist zwar nur ein Retailer, der aus einem Opa besteht, aber...
Speaker: Legal gesehen dürfen wir deshalb nicht sagen, es ist der günstigste.
Speaker: Deshalb ist es auch nur die wahrscheinlich längste Praline der Welt.
Speaker: Ich glaube, da ist ein riesen Fingerspitzengefühl gefragt.
Speaker: Aber auch gleichzeitig kenne deinen Platz.
Speaker: Wenn ich die Viertelstunde früher da bin, dann habe ich ja auch ein Gefühl, wer sitzt denn da auf der anderen Seite der Scheibe?
Speaker: Dich und den René kenne ich.
Speaker: Die kann ich einordnen und wissen.
Speaker: Aber wenn dann plötzlich eben sieben, acht Leute sitzen und wenn ich um eins vor zwölf irgendwie noch schnell reinschneie und den Soundtrack im Abwerfen meiner Jacke und so, dann kann ich nur jemandem auf die Füße steigen, wenn ich dann da reinfahre mit irgendwelchen unaufgeforderten Änderungswünschen.
Speaker: Aber gleichzeitig
Speaker: Eben, wenn ich das vorher weiß, dann kann ich feel the room.
Speaker: Es ist nicht so schwer, aber gleichzeitig weiß ich dann, ist das einer von den Jobs, wo ich einfach die Klappe halte und meinen Job mache?
Speaker: Oder ist mein kreativer Input gefragt, sogar gewollt, wie auch immer?
Speaker: Und dieses Fill the Room ist, glaube ich, wirklich etwas, das habe ich eben vorhin gemeint, dieses Fill the Room ist wirklich eine Geschichte, die wird total unterschätzt, sowohl in Preisverhandlungen als auch mit dem Kunden selbst.
Speaker: Gerade Newcomer sind so darauf fokussiert, wirklich auf ihr Handwerk noch und auf das Abliefern eines möglichst korrekten Takes, sprachtechnisch korrekten Takes, weil sie so viel mit Training und Ausbildung verbracht haben, dass sie einfach nichts checken oder checken, nicht checken klingt jetzt vielleicht dämlich, aber...
Speaker: sagen wir es mal so, dass es nicht darum geht, dass das sprechtechnisch korrekt ist, sondern der Kunde will einfach einen unbeschwerten, leichten Take haben, der lustig klingt und dann ist es komplett egal, wie der Stimmsitz oder die Spannung oder sonst etwas ist und das musst du halt auch mal spüren.
Speaker: Ich gebe dir total recht.
Speaker: Ich glaube, es ist gar nicht das Nicht-Checkend.
Speaker: Ich weiß, das hast du auch nicht so gemeint.
Speaker: Ich glaube, es ist eher die
Speaker: Wenn du noch am Anfang deiner sprecherischen Tätigkeit bist, mit wenig Erfahrung und wenig Routine, wird so viel Hirnkapazität damit verbraucht, das Gelernte in einer Drucksituation in die Praxis umzusetzen, dass da kein Platz mehr ist für einen Subtext, für ein Feel the Room, für ein spielerisches Ausprobieren.
Speaker: Das könnte in diese Richtung gehen, das könnte aber auch in diese andere Richtung gehen, sondern da ist...
Speaker: Das ist ja, also ich bin jetzt kein Neurowissenschaftler und so, aber wenn wir etwas lernen, je öfter wir das praktizieren, desto stärker und schneller und besser werden die neuronalen Verbindungen.
Speaker: Und im Idealfall haben wir dann da irgendwann eine Autobahn, auf der wir einfach schon, das läuft dann alles so mit, wir fahren und dann haben wir plötzlich noch Platz, uns mit der Gestaltung, mit der Bespaßung, mit dem Ausprobieren, mit dem Kreativen zu beschäftigen, oder?
Speaker: Ja, also das ist auch der Grund, warum ich den Newcomern, die ihre ersten Studiotermine auch machen, auch immer gerne sage, okay, du hast jetzt wahnsinnig viel Zeit mit Üben und mit Lernen und Training verbracht und jetzt bitte vergiss den ganzen Scheiß und jetzt mach einfach mal.
Speaker: Also Trainingssession ist hier und heute zu Ende und du lieferst einfach...
Speaker: ab, was passiert.
Speaker: Einfach mal das Hirn ausschalten.
Speaker: Du musst nämlich an irgendeinem Punkt als Sprecherin, Sprecher auch wirklich diesen Hebel umlegen, dass du sagst, okay, jetzt wird nicht mehr geübt.
Speaker: Jetzt vertraue ich einfach darauf, dass das Üben Spuren hinterlassen hat.
Speaker: Und wenn du das schaffst, ist das meistens ein Garant, dass die Aufnahme um
Speaker: merkbar besser wird, als wenn du es nicht tust.
Speaker: Ich glaube, das ist eine schöne Überleitung für Mensch versus Maschine.
Speaker: Schalter umlegen.
Speaker: Schalter umlegen.
Speaker: Oder möchtest du zu dem Thema Sprecherbuchung, No-Gos und so weiter, hattest du da noch was auf dem Herzen?
Speaker: Ich hätte da noch einen einstündigen Vortrag vorgehalten.
Speaker: Ja, sehr gerne.
Speaker: Der Podcast darf so lange gehen, wie er will.
Speaker: Es ist nur die Frage, ob das da noch jemand anhört.
Speaker: Sechseinhalb Stunden.
Speaker: Georg und Patrick.
Speaker: So eine Fidel Castro-Rede.
Speaker: So eine dreieinhalbstündige.
Speaker: Nein.
Speaker: Ich möchte das nicht abbrechen.
Speaker: Ich hatte gerade das Gefühl, dass das jetzt ein schöner Segway wäre zu, das ist ja das, was wir als Menschen mehr bieten können als ein KI-Sprachprogramm.
Speaker: Also ich habe zu KI eine relativ starke Meinung.
Speaker: Sehr gut.
Speaker: Erstarke, nein, wie sagt man, teil sie gerne mit mir.
Speaker: Also grundsätzlich, ich sehe viele Parallelen in andere Branchen, wo massive Änderungen schon passiert sind.
Speaker: Das ist jetzt zum Beispiel die Lebensmittelbranche.
Speaker: Wir sind ja auch vor vielen Jahren schon umgeswitcht von dem romantischen,
Speaker: Der Bauer baut die Kartoffel am Feld an und der bringt sie dann mit seinen Händen zum Markt und dort kaufen wir sie dann.
Speaker: Wir haben ja vor Jahrzehnten schon auf industrialisierte Essenserzeugung umgestellt.
Speaker: Und es gab die schlimmsten Visionen für die Jetztzeit, dass wir uns hier und jetzt im Jahr 2024 alle nur mehr von irgendwelchen Päckchen mit Nährstofflösungen drin ernähren werden.
Speaker: Was tatsächlich passiert ist, wir bekommen die industrialisierte Lebensmittelherstellung nicht mehr weg, das ist klar.
Speaker: Die ist auch wesentlicher Bestandteil der Ernährungsversorgung der Welt geworden.
Speaker: Dennoch ist es so, dass es für Lokale, die auch nur ansatzweise gehoben kochen, beziehungsweise für Leute, die es sich auch nur ansatzweise leisten können, eine Selbstverständlichkeit ist, dass ein Teil, sehr oft ein großer Teil des Warenkorbs, was sie sich einkaufen, aus Bioprodukten besteht.
Speaker: Und in
Speaker: In Restaurants geht es sogar noch einen Schritt weiter.
Speaker: Also da dürfen es nicht nur bloß Bioprodukte sein, sondern das sind dann in, sag ich jetzt mal, gehobenen Restaurants auch Produkte, die regional angebaut werden.
Speaker: Also viele Lokale schreiben sich ja sogar auf die Fahnen, hier bei uns bekommst du nur Sachen, die nicht weiter als so und so viele Kilometer rund ums Lokal gewachsen sind.
Speaker: Weil wir nehmen das Thema Ernährung sehr, sehr ernst.
Speaker: Wir legen da Fokus drauf.
Speaker: Warum ich das erzähle, ist, weil ich mir auch denke, dass es ähnlich mit der ganzen Branche KI ist.
Speaker: und menschliche Arbeitsleistung ablaufen wird.
Speaker: Ich glaube, wir haben alle im Moment vor allem deshalb Angst, weil wir Opfer einer gigantischen Marketingkampagne zum Thema KI sind.
Speaker: Uns wird eigentlich tagtäglich suggeriert und erzählt, dass das KI einfach unbeatable ist.
Speaker: Next Level Shit ist, gegen den kein Mensch mehr bestehen kann, weil jetzt die neuesten Erkenntnisse, keine Ahnung, irgendwelche kognitiven Tests, die JetGPT durchgeführt hat.
Speaker: JetGPT ist mittlerweile schon besser in kognitiver Zuordnung als Menschen.
Speaker: Ja, eh.
Speaker: Ja, sicherlich.
Speaker: Im Labor schon.
Speaker: Heute, bevor ich hergekommen bin, habe ich versucht, JetGPT anzuweisen.
Speaker: Gehe auf diese Webseite und fasse mir die Daten hinter dieser Liste in einem Excel zusammen.
Speaker: Ich habe eine Stunde damit verbracht.
Speaker: Es war nicht zu lösen.
Speaker: JetGPT war zu doof.
Speaker: JetGPT hat mir immer gesagt, hier ist eine downloadbare Excel-Tabelle.
Speaker: Und von 250 Einträgen habe ich drei in JGPT gesehen und die restlichen wurden in Form von drei Punkten zusammengefasst.
Speaker: Also das ist, wenn ich jetzt sage, JGPT ersetzt mir einen Mitarbeiter, dann muss ich sagen, ja, aber JGPT ersetzt mir einen sehr, sehr doofen Mitarbeiter.
Speaker: Okay.
Speaker: Also es ist jetzt noch nicht da, dass ich sage, die GPT bzw.
Speaker: die künstliche Intelligenz ist weiter als wir Menschen.
Speaker: Der Fortschritt wird natürlich rasant ablaufen.
Speaker: Irgendwann wird es unweigerlich so sein.
Speaker: Dennoch ist es so, dass ich glaube, dass da mehrere Faktoren zusätzlich noch reinspielen.
Speaker: Der erste Faktor sind die berühmten letzten 20 Prozent.
Speaker: Wenn du jetzt zum Beispiel von Qualitätszuwachs redest.
Speaker: Wir haben im Tonstudio immer wieder das Problem über die Jahre,
Speaker: dass die Menge an Arbeiten, für die wir noch Geld verlangen können, immer weiter schrumpft.
Speaker: Weil der technische Fortschritt, es gibt einen Bereich, wo du sagen kannst, E-OK.
Speaker: Dieser E-OK-Bereich ist mittlerweile mit 0 Euro Budget zu erreichen.
Speaker: Also ich sage jetzt einfach vor, weiß ich nicht,
Speaker: 30 Jahren einen Videopodcast abzuliefern, da hätten wir uns wahrscheinlich irgendwo in ein Filmstudio einmieten müssen und Kameraleute gebraucht und hätten nicht in dieser Bild- und Tonqualität aufnehmen können, wie wir es hier mit vergleichsweise günstigen Mitteln schaffen.
Speaker: Also dieser E-OK-Bereich wird immer größer und gleichzeitig wird der Pro-Bereich immer teurer und die Ansprüche immer größer.
Speaker: Das heißt, im Filmbereich
Speaker: Wir reden schon längst nicht mehr von 4K, sondern wir sind bei 8K oder wahrscheinlich bin ich da eh schon wieder.
Speaker: 100K!
Speaker: MilliardenK oder was auch immer.
Speaker: Im Audiobereich sind wir nicht mehr bei Stereo und auch nicht mehr bei Surround, sondern eben bei Stereo.
Speaker: Bei Atmos und keine Ahnung, Milliardenkanälen, also dieser Pro-Bereich, da geht die Kurve plötzlich so steil nach oben.
Speaker: Worauf ich hinaus will, das sind eben genau diese letzten 20 Prozent und da wird es dann plötzlich wahnsinnig schwer und wahnsinnig ressourcenintensiv.
Speaker: Und egal, wo wir bis jetzt KI eingesetzt haben, egal ob das im Bereich war, dass wir Experimente gemacht haben mit Dubbing, mit Voice-Over, aber auch mit Musikkomposition etc., du bekommst relativ schnell ein E-OK-Ergebnis.
Speaker: Aber wenn du sagst, ich will, dass das jetzt ansatzweise professionell wird, dann beißt du dir die Zähne aus.
Speaker: Ja.
Speaker: weil einfach diese Geschichte irrsinnig schwer zu bewerkstelligen ist.
Speaker: So gesehen hat in meinen Augen die KI eigentlich nur Geschäftsfelder bis jetzt ersetzen können, die es eh schon gab.
Speaker: Also eben die vorhin angesprochenen Fiverr-Sprecher.
Speaker: Die Unternehmen, die sich auf Fiverr einen Sprecher für 50 Euro für ihre Sache eingekauft haben, geben jetzt nicht mehr 50 Euro aus, sondern investieren einmal 10 Euro, damit sie es sich von Eleven Labs einsprechen lassen.
Speaker: Also es werden eher unterschiedliche Marktsegmente abgelöst, die sich vorher eigentlich schon über den Preis und nicht über die Qualität definiert haben.
Speaker: Genau.
Speaker: Das vorige Beispiel mit der Ernährung ist meiner Meinung nach auch etwas, das für mich hoffentlich ein Foreshadowing ist für das, was passieren wird.
Speaker: Jetzt probieren es mal alle Unternehmen aus, weil es ist halt New Shit, es ist Next Level Shit.
Speaker: Es wird uns permanent.
Speaker: Das finde ich sehr schön, wie du das gesagt hast.
Speaker: Wir werden es nicht mehr wegkriegen.
Speaker: Also es bleibt.
Speaker: Aber jetzt machen es mal alle Unternehmen und irgendwann einmal werden sie genauso wie beim industrialisierten Essen, wenn man draufgekommen ist, irgendwie schmeckt es nicht so geil, werden sie halt draufkommen, okay, irgendwie klingt es nicht so geil.
Speaker: beziehungsweise noch stärker, irgendwie wirkt es nicht so geil.
Speaker: Also ich habe jetzt, als ich mir einen Döner geholt habe, letztens, da ist im Geschäft Spotify gelaufen, habe ich einen komplett KI-generierten Spot auf Spotify eben gehört.
Speaker: Ja, okay, gut.
Speaker: Das Unternehmen...
Speaker: Nehme das zur Kenntnis.
Speaker: Das Unternehmen ist wahrscheinlich der Meinung, super, super, super geil.
Speaker: Wir haben uns jetzt alles gespart.
Speaker: Cutting Edge.
Speaker: Wir haben uns jetzt statt mit 200 Euro Produktionskosten über Fiverr auszugeben, auf 0 Euro Ausgaben in der Produktion reduziert und können alles in Schaltung verpulvern.
Speaker: Aber irgendwann muss man sich halt auch den
Speaker: die Kritik gefallen lassen als Unternehmen, warum werbe ich eigentlich?
Speaker: Will ich jetzt einfach nur mehr werben, damit ich meinen Produktnamen irgendwie von irgendeiner Computerstimme rausbrüllen lasse?
Speaker: Oder will ich irgendwie noch eine Message vermitteln, warum ist mein Produkt gut?
Speaker: Ich glaube schon, dass das ein
Speaker: dass das irgendwann mal jetzt, nachdem sich alles abgekühlt hat und die Leute auch tatsächlich draufgekommen sind, selbst wenn Amazon und Google und Microsoft und Apple alle gemeinsam uns erklären wollen, das ist so geil und das ist viel, viel besser als ihr Menschen da draußen, dass man irgendwann mal draufkommt, ja, aber keine Ahnung, ja.
Speaker: Und irgendwie ist the real thing doch the real thing.
Speaker: Ja, also ich habe sehr viele, sehr viele Punkte.
Speaker: Diesmal habe ich sehr viele Punkte.
Speaker: Ja, bitte.
Speaker: Ich stimme dir auf jeden Fall zu.
Speaker: Also ja, ich will grundsätzlich.
Speaker: Also ganz nochmal einen Schritt zurückgetreten.
Speaker: Was mich so sehr stört an dieser Debatte ist, dass keiner über die oder so wenig über die Entstehung dieser Technologie gesprochen wird.
Speaker: Also es kommt nicht... Oh ja, da hätte ich dann auch noch was dazu zu sagen.
Speaker: Ja, bitte, unbedingt.
Speaker: Ja, bitte.
Speaker: Wir sitzen dem auf, dass uns ein genialer, zugegebenermaßen genialer Marketing- und Sales-Pitch permanent penetriert seit zwei Jahren, muss man so sagen.
Speaker: Und sie tun natürlich alles dafür, um...
Speaker: damit man nicht hinterfragt, wie kommen die überhaupt auf dieses E-OK-Level.
Speaker: Und das ist nun mal das systematische Abgreifen, nämlich schon seit zehn Jahren mindestens von allem Wissen und Können und oftmals urheberrechtlich und persönlichkeitsrechtlich und datenschutzrechtlich geschützten Materialien,
Speaker: ins EU-europäische Ausland, wo uns dann eine kostenpflichtige Dienstleistung, die daraus generiert wurde, zurückverkauft wird, die aber weder in unser Sozialsystem, in unser Steuersystem einzahlt und so weiter und gleichzeitig noch
Speaker: Mit unseren mittelständischen Berufen, sei es der Übersetzer, sei es der Texter, die Schauspielerin, der Sprecher, auch der Tonmensch, der vielleicht vorher halt auch, sage ich jetzt mal, KMU-Imagefilme sounddesigned hat, die nur für die Universität,
Speaker: weil sie nicht Website waren und damit seine Brötchen verdient hat oder so, wo dann eben auch der Kunde sagt, ja, aber das mit irgendwie, wie auch immer sie alle sagen, Suno oder so, das reicht ja dann eh auch, passt schon, braucht nicht.
Speaker: Ehe okay.
Speaker: Ehe okay, genau.
Speaker: Das ist das eine.
Speaker: Und dass natürlich auch die ganze...
Speaker: Also dass der Gesamtaspekt von der Produktion, von der Rechtsunsicherheit, was die erzeugten Ergebnisse in welchem Medium, Sprache, Text, was auch immer, überhaupt nicht,
Speaker: berücksichtigt wird dann der umwelt aspekt und so also es gibt so viele energieintensiv das ist dafür dass es eigentlich nur besserer müll ist das sind so viele dinge dabei die wir jetzt auch nicht klären können aber die ich nicht müde werde zu sagen dass das halt auch dazu gehört und dass man sich auch bewusst sein muss dass dieses
Speaker: erzeugte Material urheberrechtlich nicht schützbar ist.
Speaker: Du gibst auch als Unternehmen deine Corporate Identity, dein Logo, deine CI auf, wenn du das einfütterst und sagst, gib mir bitte mit meiner Brand, was auch immer da alles dazugehört, den Spot aus.
Speaker: Und keiner übernimmt die Verantwortung für die Richtigkeit der, wie auch immer, es gibt ja jetzt auch...
Speaker: Mach deinen Spot in 25 Sprachen.
Speaker: Möchtest du die Verantwortung dafür übernehmen, dass das in Mandarin auch richtig und in, keine Ahnung, das portugiesische Spanisch versus das argentinische Spanisch, ob das da die, also da gibt es so viel.
Speaker: Da möchte ich einhaken, ja, ich möchte definitiv die Verantwortung dafür übernehmen.
Speaker: Allerdings möchte ich für diese Tätigkeit bezahlt werden.
Speaker: Und ich glaube, das ist der Punkt, wo die Reise hingeht.
Speaker: Diese Technologien werden Werkzeuge sein, die wir nicht mehr wegbekommen.
Speaker: Aber genau das ist eben der Knackpunkt, dass ich glaube, dass wir als Branchenprofessionals irgendwie
Speaker: es schaffen müssen, umzudenken.
Speaker: Wir müssen unser Geschäftsmodell insofern ummodeln, dass wir eben sagen, ja, ich verlange eben nicht mehr mein Geld dafür, dass ich mich jetzt hinsetze und auf den Rekordknopf drücke, sondern ich verlange
Speaker: ich finde Wege, um dem Kunden zu garantieren, ja, das passt, ich mache das für dich in so und so vielen Sprachen und ich baue mir halt irgendwie eine Lösung auf, wie ich das dann auch tatsächlich kontrolliere und mich versichere, dass diese Sachen, die ich für den Kunden für 10 Euro im Monat mit irgendeiner künstlichen Intelligenz übersetzen lassen habe, weil er für die eigentliche Tätigkeit auch nicht mehr bereit ist, mehr als 10 Euro zu zahlen,
Speaker: dass ich das Geld damit verdiene, dass ich ihm versichere, dass es passt.
Speaker: Und dass ich meine Professionalität über das definiere.
Speaker: Und was du gesagt hast, mit dem ganzen legalen Ding, da sehe ich halt auch ein Riesenthema für die Zukunft, weil wir haben jetzt die Situation, dass wir
Speaker: dass wir draufkommen, okay, es wurde in den vergangenen zehn Jahren ein massiver Rechtsbruch begangen, was das Urheberrecht betrifft.
Speaker: Sollten wir vielleicht abklären, ob ich sagen darf, es ist ein massiver Rechtsbruch begangen worden.
Speaker: Es gilt hier die Unschuldsvermutung selbstverständlich.
Speaker: Ja, keine Ahnung, ob ich das so ausdrücken darf.
Speaker: Aller Wahrscheinlichkeit.
Speaker: Lass es mich umformulieren.
Speaker: Es fühlt sich an, als wäre ein massiver Rechtsbruch begangen worden in der Vergangenheit.
Speaker: Und dieser massive Rechtsbruch kann eigentlich nicht eingeklagt werden, weil niemand wusste, dass es diese Technologie gibt, um den Rechtsbruch zu begehen.
Speaker: Also es ist jetzt ungefähr so, als hätte jemand in den letzten zehn Jahren
Speaker: Er wäre in den letzten zehn Jahren in Wohnungen eingedrungen, weil er eine Technologie gefunden hätte, um durch Wände zu gehen.
Speaker: Und jetzt belang ihn dafür, dass er in den letzten zehn Jahren erwiesenermaßen durch Wände in Wohnungen hineingegangen ist, wenn es kein Gesetz gibt, das verbietet, durch Wände hindurch zu gehen.
Speaker: Ja, also ich sehe es auch so.
Speaker: Ich sehe es so, wie eigentlich, ich sage immer, es ist digitaler Kolonialismus.
Speaker: Das Wissen und Können wird abgeschöpft und außer Landes geschafft.
Speaker: Und dann können wir gerne Eintritt zahlen, um die Benin-Staaten anzuschauen.
Speaker: Aber nur, dass uns eine Dienstleistung zurückverkauft wird, sozusagen.
Speaker: Ja, und es ist halt auch...
Speaker: Es ist halt auch irgendwie die Geschichte, dass durch diese künstliche Intelligenz, durch diese Applikationen eigentlich die Idee des Internets komplett ad absurdum geführt wurde.
Speaker: In den letzten Jahren haben wir alle eigentlich...
Speaker: Aktivitäten auf Social Media im Netz allgemein betrieben, aus dem Gedanken heraus, okay, ich will meine Dienstleistung verkaufen, ich mache es übers Netz, weil das ist das neue Leitmedium.
Speaker: Und um meine Dienstleistung zu verkaufen, sagen dir einfach 99 von 100 Online-Consultants, ja, gib ein bisschen was.
Speaker: Ja.
Speaker: Und dann kannst du jedem klassische Funnel-Strategien, gib mal ein gratis Tutorial heraus, gib mal einen gratis Leitfaden heraus, lass mal ein bisschen hinter den Vorhang blicken und dann kannst du für die Leute, die es interessiert, den Funnel enger machen und dann tatsächlich etwas für deine Dienstleistung
Speaker: Das ist ja komplett ad absurdum geführt, weil niemand hatte am Schirm, dass es irgendwann einmal eine Technologie geben wird, die genau diese kleinen Blicke hinter den Vorhang zum großen Ganzen zusammenführt und dann sagt, ja, ich kenne mich im Thema aus.
Speaker: Niemand verdient mehr Geld.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Alle außer ich.
Speaker: Alle außer ich, genau.
Speaker: Also ich gebe dir recht, da sehe ich, ich sehe trotzdem noch mehr Probleme, nämlich das ist alles geliehene Lebenszeit.
Speaker: Das ist ja alles nur auf gigantischen Investorengeldern beruhend und irgendwann wollen die auch Return on Investment sehen.
Speaker: Und wenn dann plötzlich das Abo halt nicht mehr 10 Dollar im Monat kostet, sondern...
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: Also einerseits entwertet es die Arbeit, so oder so, dann hast du das Problem, was du jetzt beschrieben hast, gebe ich dir, ja gebe ich dir recht, dann verdienst du anders dein Geld, aber du wirst nicht denselben Wert deiner Arbeit verkaufen können für etwas, was per se weniger wert ist.
Speaker: Und diese Technologie hat ja nur die alleinige Daseinsberechtigung dadurch, dass es weniger wert ist, also dass es billiger ist.
Speaker: Warum sollte jemand mehr oder gleich viel dafür zahlen, wenn er die Human Experience haben kann, wenn er nett beisammensitzen kann, wenn das Endprodukt nicht nur eh okay, sondern richtig gut ist, wenn das vielleicht sogar eine echte Beziehung zum Kunden aufbaut, weil es Vertrauen schafft, weil es eine
Speaker: Weil das Endprodukt einen Subtext hat, ein Gefühl vermittelt, mehr als nur die reine Schweinebauch kostet 1,89 Euro heute bei Penny.
Speaker: Eben, und da sind wir eben wieder...
Speaker: Bei dem vorhergesagten, die Währung in unserer Branche ist vorrangig nicht das Geld, sondern das Vertrauen.
Speaker: Natürlich geht es immer wieder um Geld, das nervt uns ja alle, ich glaube das nervt jeden,
Speaker: der irgendwie ein Unternehmen hat, das es immer nur ums Geld geht und niemand anerkennt, wie toll meine Dienstleistung oder mein Produkt ist.
Speaker: Klaro, Story of my life für so ziemlich alle Menschen.
Speaker: Aber um mal in dem Club mitzuspielen, der Leute, die gefragt werden, ob sie denn bereit wären,
Speaker: da mal, keine Ahnung, für eine große österreichische Handelsmarke zu sprechen oder für einen Automobilkonzern.
Speaker: Um da mal reinzukommen, brauchst du eine gewisse Reputation, wollen die Leute, die dich buchen, eine gewisse Sicherheit haben.
Speaker: Und natürlich experimentieren jetzt alle mal mit KI, aber es wird, glaube ich, über kurz oder lang zurückkommen.
Speaker: Was ich auch glaube, ist, dass sich diese Tools in absehbarer Zeit so transformieren werden, dass sich Stellschrauben bieten, dass auch Profis damit arbeiten können.
Speaker: Was ich damit sagen will, ist, in den 90er Jahren kamen dann irgendwann so die ersten Sampler in der Musikproduktion auf den Markt.
Speaker: Und alle haben gesagt, oh mein Gott, niemand wird mehr ein Orchester brauchen, ein Schlagzeug und ein Bassisten.
Speaker: Die LOS-Drum war eigentlich das Ende deiner Karriere.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Ich kann mir für 50 Euro so eine CD kaufen und da ist dann ein Bösendorfer-Flügel im besten Konzertsaal der Welt aufgenommen, abgesampelt und wenn ich auf meinem Bon Tempi-Keyboard die Tasten drücke, klingt es wie ein Bösendorfer-Flügel auf der Aufnahme.
Speaker: Oh mein Gott, das wird jetzt
Speaker: dass wir das alles kaputt machen.
Speaker: Aber im Endeffekt hat es dazu geführt, diese Tools sind mittlerweile so kompliziert, dass wenn du einen Bösendorfer Flügel eingespielt haben möchtest, brauchst du einen Pianisten, der das kann.
Speaker: Und sehr oft ist dann eigentlich...
Speaker: die nötige Fachkraft zu buchen, das Teuerste und dann ist es schon wieder mal komplett wurscht, ob das jetzt der Bösenorfer-Flügel aus der Konserve ist, aus dem PC oder ob ich dann tatsächlich irgendwo in einem Konzertsaal ein Mikrofon auch noch reinhänge und das aufnehme.
Speaker: Also worauf ich hinaus will, viele Dinge zum Beispiel in der Musik haben sich ad absurdum geführt,
Speaker: Viele auch dort, das ganze Thema Sampling, künstliche Klangerzeuger bekommst du nicht mehr weg, sind integraler Bestandteil, aber heutzutage definieren sich die meisten Musikstars auf YouTube nicht darüber, dass sie irgendwelche
Speaker: Klangerzeuger verwenden, sondern sind auch die Persönlichkeiten.
Speaker: Sie filmen sich selbst beim Musikmachen und bekommen so ihre Klicks und ihre Tantiemen bezahlt, die sie vor Jahren auf einem anderen Weg gefunden hätten.
Speaker: Aber im Endeffekt, was geblieben ist, sind die Menschen.
Speaker: Es hat sich nur schwerst transformiert und ich glaube, auch mit der KI wird es uns so gehen.
Speaker: Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es nach all diesen Beispielen aus anderen Branchen irgendwie so sein wird, dass die KI uns als Menschen obsolet macht.
Speaker: Ich glaube auch.
Speaker: Ich glaube, es wird zwei Märkte geben, wie du sagst.
Speaker: Es wird einen Billigstorfer Markt oder einen EOK-Markt geben.
Speaker: Den gab es vorher auch schon, denn das war ein anderes Marktsegment, in dem kann man sich positionieren.
Speaker: Von dem kann man meiner Meinung nach schwer langfristig leben, aber man kann es probieren, wie auch immer.
Speaker: Und es wird einen Premium am Markt geben, der es sich wert ist, weil ich es mir wert bin.
Speaker: Weil der Anspruch auch höher ist, weil die Stakes höher sind, weil du eben, wenn du 350.000 Entscheidungskosten steckst, sparst du dir nicht mehr.
Speaker: die, weiß ich nicht, 900 Euro beim Tonstudio und den Tausender beim Sprecher oder so, damit du dann ein mittelmäßiges Ergebnis für eine halbe Mille über den Äther jagst.
Speaker: So, wenn man dann...
Speaker: wenn man sich diese Hörner abgestoßen hat, so ein bisschen.
Speaker: Jetzt ist gerade so ein bisschen dieses FOMO und dieses, aber wenn ich dann, also es ist so, jeder macht was mit KI und plötzlich hat jede IT-Firma auch irgendeine KI-Anwendung.
Speaker: Ich sehe halt gerade bei synthetischen oder bei künstlichen Stimmen auch ein großes Problem.
Speaker: Wir wissen alle, es gibt auch bei Stimmen sogenannte Illusion of Choice.
Speaker: Es ist
Speaker: Du hast zwar bei Tools wie Eleven Labs wahnsinnig viele Stimmen zur Auswahl, aber die Art, wie gesprochen wird, die ist halt im Algorithmus verpackt und verheiratet.
Speaker: Und da sind wir wieder so bei diesen letzten 20 Prozent, wo es dann wahnsinnig mühsam wird.
Speaker: Ich glaube, es ist echt eine komplexe Aufgabe für eine Firma wie Eleven Labs herzugehen und zu sagen,
Speaker: Sie haben nicht nur unterschiedliche Stimmen, sondern sie haben auch wirklich komplett unterschiedliche Sprech- und Erzählstile.
Speaker: Es ist unmöglich.
Speaker: Ich habe nicht persönlich gesprochen, aber ich weiß von Funk, dass die einen eigenen Algorithmus bauen, der ihnen helfen kann.
Speaker: Das Ende vom Lied, die Erkenntnis ist, wenn du, sagen wir jetzt mal von mir, Wurscht, Funk, hin und her, also wenn du ein Sprachmodell von einem Sprecher, sagen wir jetzt mal von mir, erstellen möchtest, dass all das abdeckt, was ich als Mensch,
Speaker: auch bieten kann und du wirfst rein meine Trailer, meine Werbung, die Dokus, die E-Learnings, die Games, die Anrufbeantworter, dann wird daraus immer ein generischer Mittelwert erzeugt, weil das System nicht unterscheiden kann.
Speaker: Es kann nicht
Speaker: intelligent einordnen, was ist jetzt von mir gefragt?
Speaker: Ich brauche bitte jetzt nur den Audio-Guide-Teil von dem Trainingsmaterial, sondern es wird immer ein generischer, leicht freundlicher, neutraler, positiver Ton erzeugt werden, der Mittelwert von allem.
Speaker: Und wenn ich sage, mach mir bitte den Action-Trailer, den ich vielleicht regelmäßig spreche, kann es nicht abstrahieren und sagen, lass bitte die
Speaker: Nazi-Dokus jetzt mal raus oder den Anrufbeantworter.
Speaker: Aber selbst wenn die KI, was wahrscheinlich irgendwann mal auch kommen wird, das schaffen sollte, sehe ich halt einfach den Punkt, es wird eine Firma geben, die den Markt dominiert, wie im gesamten digitalen Bereich.
Speaker: Ich glaube nicht, dass es
Speaker: im Bereich KI plötzlich die große Demokratisierung des Netzes erfolgt und wir haben plötzlich vier Millionen kleine Firmen, wo irgendjemand aus der Garage heraus eine spezielle Homemade-KI macht.
Speaker: Also ich glaube, es wird dann halt einfach sich entweder Google oder Microsoft oder Amazon durchsetzen mit seiner KI und das wird es dann gewesen sein.
Speaker: Und alle anderen werden pleite gehen.
Speaker: Alle anderen werden pleite gehen und dann hast du halt
Speaker: Eine KI.
Speaker: Und ich glaube einfach...
Speaker: dass gerade im Kreativbereich das wahnsinnig schwierig sein wird, weil wie soll eine KI die große Vielfalt abbilden?
Speaker: Wir reden von einer KI nicht für Österreich, sondern für den Planeten.
Speaker: Und wenn ich jetzt hergehe und sage, meine Werbung für Coca-Cola hört sich genau gleich an wie die Werbung für einen Telefonkartenanbieter in Indien, weil sie genau dieselbe Stimme und genau dieselbe Intonation verwendet,
Speaker: Klingt genau gleich wie der Anrufbeantworter der Bäckerei in Nürnberg.
Speaker: Und du weißt, wo ich hin will.
Speaker: Das ist ja alles nichts mehr, wo ich mich irgendwie abheben kann.
Speaker: Ganz, jetzt mal ganz Butter bei die Fische.
Speaker: Habt ihr...
Speaker: Also wie ist euer Alltagsleben?
Speaker: Habt ihr viel Druck, habt ihr viele Anfragen, sowohl jetzt für den Sprecherbereich als auch im Sinne für euch als Damoklesschwert?
Speaker: Macht es mal bitte günstiger, weil sonst machen wir es mit Udemy.
Speaker: Butter bei den Fischen, wir haben konkrete Anfragen.
Speaker: Einerseits haben wir Anfragen, die da lauten, macht mal was mit KI, weil es integraler Bestandteil der Kampagnenidee ist.
Speaker: Und wir haben gleichzeitig auch Druck.
Speaker: weil Kunden zum Beispiel hergehen und sagen, ja Leute, wir haben jetzt immer bei euch die internen Schulungsvideos für unsere Mitarbeiter gemacht, wir haben uns jetzt entschlossen aus Kostengründen zu sagen, wir machen das mit KI-Stimme.
Speaker: Und das sind halt auch so wieder klassische Anwendungen, wo ich mir denke, gut, ist eine Frage der Zeit oder eine Frage, wie soll ich sagen, wie sehr sich die Controller im Unternehmen durchsetzen, aber Tatsache ist,
Speaker: Ich glaube, die armen Mitarbeiter in dem Unternehmen, wo das durchgeführt wurde, müssen mittlerweile durchdrehen, weil wenn ich mir regelmäßig drei Stunden lang Audio-Material reinziehen muss, dass von der Eleven Labs 0815 eh die eine, die wir alle kennen, Stimme gesprochen ist, irgendwann drehe ich durch.
Speaker: Witzigerweise ist es auch schon beforscht, dass es auch nicht annähernd so gut hängen bleibt.
Speaker: Es gibt eine Schweizer Forscherin, die das synthetisch erzeugtes E-Learning-Material mit echt menschlich gesprochenem E-Learning-Material verglichen hat und neuronal beforscht hat und dazu zu dem Ergebnis gekommen ist, dass es, ich habe jetzt die genaue Prozentzahl nicht, aber wesentlich besser hängen bleibt,
Speaker: die Informationsvermittlung wesentlich besser funktioniert, wenn Mensch zu Mensch spricht.
Speaker: Und da gibt es auch eine chinesische Studie.
Speaker: Es wird heftig beforscht.
Speaker: Es ist nur mehr die Frage, inwiefern sich die Controller durchsetzen.
Speaker: Da sind wir wieder an der WU.
Speaker: Da sind wir wieder an der WU.
Speaker: Du hast das Studium und ich nicht.
Speaker: Du schau, weil wir von WU und von Firmenwissen reden, ja, es ist halt einfach so, dass in Großkonzernen...
Speaker: Schau, jeder Euro, den du dir im Einkauf einsparst, schlägt sich im Gewinn nieder.
Speaker: Ganz, ganz simpel.
Speaker: Der ist halt toll, dieser gesparte Euro.
Speaker: Und wenn du dir in der Produktion von irgendwelchen Sachen ein paar Euro sparen kannst, dann sagt der Controller, haha, super, wieder was gefunden.
Speaker: Weil der muss ja dauernd was finden.
Speaker: Ja.
Speaker: Und der wird das halt mit Szenen und Klauen verteidigen, dass das weiter mit der KI gemacht wird.
Speaker: Grundsätzlich ist es halt auch so, dass viele Telefonschleifen, diese ganzen IVR-Schleifen, die wir alle so lieben, wenn sie das und das wollen, sagen sie Butterbrot.
Speaker: Ich habe sie nicht verstanden.
Speaker: Menschen sprechen.
Speaker: Lesen Sie jetzt den 36-stelligen alphanumerischen Code ein.
Speaker: Genau.
Speaker: Ja, das ist toll.
Speaker: Nein, das ist eh.
Speaker: Aber ich glaube trotzdem, dass wir da noch ganz schön viel
Speaker: Ich hoffe, dass es eine, okay, jetzt wagen wir uns schon echt wieder, wage ich mich sehr weit aus dem Fenster, aber am Ende des Tages glaube ich, dass es sich auch wirtschaftlich rentieren muss.
Speaker: Und wenn ein KI-Anbieter die wahren Kosten an seine Customer weiterreicht und nicht von den 100 Milliarden jedes Jahr von Papa, Google und Microsoft am Leben erhalten wird, dann
Speaker: dass dann nochmal neu evaluiert wird, dann werden die Karten neu gemischt und dann wird es so eine Art Internet-Bubble-Kollaps geben, wo dann wieder drei, vier große Konzerne, was du schon gesagt hast, es wird dann einer übrig bleiben, der gestaltet da das ganze Spiel und alle anderen schon durch die Finger, wo sie gehofft haben und auch leider aufs falsche Pferd gesetzt haben mit ihren Investitionen.
Speaker: Das sehe ich.
Speaker: Und es gibt ja durchaus auch valide Anwendungsfelder, wo es einem Menschen ein dienliches Werkzeug ist.
Speaker: Und ich glaube, der große Coup, der den Machern gelungen ist, ist, das untrennbare Miteinander zu verbinden.
Speaker: Es geht nur, Patrick, wenn du oder Georg, wenn du eine bessere Krebsfrüherkennung beim Arzt haben willst, musst du leider auch
Speaker: die andere Kröte schlucken bei der generativen KI.
Speaker: Also so fühlt es sich für mich zumindest an.
Speaker: Also ich glaube, was das ganze KI-Thema betrifft, kommen, wie du sagst, zwei Themen auf uns zu.
Speaker: Das eine, was du angesprochen hast, diese Kostenwahrheit ist definitiv nicht gegeben, weil keiner kann mir erklären, dass tatsächlich all diese Forschung
Speaker: Und all diese Server-Farmen, die für JetGPT erforderlich sind, mit, weiß ich nicht, was du im Moment zahlst, 10 Dollar im Monat abgedeckt sind.
Speaker: Beziehungsweise, das ist ja eh schon das Pro-Modell dann.
Speaker: Also es gibt ja diese Advanced-Modelle und so weiter, da zahlst du dann 200 Euro, aber das jo eh.
Speaker: Nehme ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht wirklich ernst.
Speaker: Also ich glaube, da sind wir weit entfernt von der Kostenbarheit.
Speaker: Und eben nochmal zurückzukommen auf diese letzten paar Prozent, da reden wir halt über vermeintlich einfachen Luxus wie Auswahl.
Speaker: Um so etwas wirklich konsistent und konsequent herzustellen, müssten Unternehmen unglaublichen Aufwand betreiben,
Speaker: Und gleichzeitig ist es aber so, dass Menschen diese Sachen komplett for free machen.
Speaker: Also für die Unternehmen komplett for free.
Speaker: Weil du zahlst ja einem Sprecher erst ein Honorar, wenn er sich dann tatsächlich vor das Mikrofon stellt und dir was einspricht, wo du gesagt hast, ja, ich will das.
Speaker: Und dann fließen erstmals die ersten paar hundert Euro.
Speaker: Und das kann eine neue interessante Stimme sein, die dir halt von alleine kostenfrei zufliegt.
Speaker: Eine generative KI entwickelt keine neue, interessante, spannende Stimme einfach so, sondern müssen schon zwei oder drei Euro in die Entwicklung fließen, würde ich mal vermuten.
Speaker: Und dann ist die zweite Geschichte die.
Speaker: Es wurde ja, wie du vorhin schon gesagt hast, dieser digitale Kolonialismus erzeugt und wir wurden ja eigentlich irgendwie ein bisschen über den Tisch gezogen, weil man uns gesagt hat, gebt ein bisschen was Preis und so könnt ihr eure paar Euros verdienen.
Speaker: Und dann hast du halt mit deinen Seminarbroschüren und mit deinem Funneling-System, das du aufgebaut hast,
Speaker: 400 Euro im Monat einkommen und in Wirklichkeit haben im Hintergrund irgendwelche Webcrawler das ganze Wissen aufgesaugt und jetzt zu einer KI verarbeitet.
Speaker: Das wird sicherlich auch zu einer veränderten Bewusstseinsbildung führen.
Speaker: Ich werde mir auf jeden Fall in Zukunft, glaube ich, schon überlegen,
Speaker: mehr als einmal überlegen, ob ich irgendein nutzbares, nicht 0815 verfügbares Wissen einfach so ins Netz stelle als Facebook-Post, ob ich jetzt eine Tutorial-Broschüre veröffentliche, ob ich jetzt nicht irgendeinen Leitfaden veröffentliche.
Speaker: vom Netz nehme, weil ich einfach weiß, ja, das wird dann eh nur geklaut über irgendeinen Webscraper und dann in die nächste Version der Tonstudio KI eingearbeitet, die mir dann
Speaker: Ja, da sprichst du ein riesen Dilemma an, was ich auch selber habe und worauf ich auch keine Antwort habe, um ehrlich zu sein.
Speaker: Wir haben unser Online-Marketing zum großen Teil auf Social Media aufgebaut.
Speaker: Und es ist sicher auch ohne möglich, aber ich glaube, dass es durchaus seine Daseinsberechtigung hat.
Speaker: dazu beizutragen, am Schirm zu sein, so stattzufinden im Hinterstübchen von irgendwelchen Castern, Creative Direktoren oder Menschen, die mir potenziell Arbeit verschaffen könnten, wie auch immer.
Speaker: Wenn ich mir jetzt vorstelle, das alles wegzulassen, auch jetzt ganz konkret an diesem Podcast.
Speaker: Ja, ich werde für diesen Podcast einen Trailer schneiden und ich werde ihn auf Social Media stellen, weil mir daran liegt,
Speaker: in die Welt hinaus zu posaunen.
Speaker: Es gibt diesen Podcast.
Speaker: Aber du könntest dir auf Eleven Labs einfach mal einen Spot kreieren lassen, der einfach sagt, Patrick Masse, Mike Ryder.
Speaker: Sehr, sehr gut.
Speaker: Spiel gut.
Speaker: Hat vielleicht einen ähnlichen Werbewert wie dieser Podcast.
Speaker: Ich glaube nicht.
Speaker: Nein, ich glaube auch.
Speaker: Aber klar, oder ich habe, ja, ich...
Speaker: Ich brauche also...
Speaker: Ich glaube, da werden wir noch viele Antworten auf Fragen finden müssen.
Speaker: Und da haben sich sicher schon weisere Menschen als du und ich lange die Köpfe zerbrochen und werden sich auch noch lange die Köpfe zerbrochen.
Speaker: Nicht zuletzt auch Gesetzgeber, die irgendwie Spielregeln definieren müssen.
Speaker: Die Schwierigkeit ist einfach, das haben wir ja schon bei der Urheberrechtsgesetznovelle schmerzhaft merken müssen, dass wir mittlerweile ein Zeitalter erreicht haben, wo der technologische Fortschritt,
Speaker: der dermaßen unverhältnismäßig schneller ist, als jetzt zum Beispiel juristische Gestaltung sein kann, dass wir da immerhin nachhängen.
Speaker: Also ich kann mir sehr, sehr gut vorstellen, dass wir noch bevor das Thema generative KI und Urheberrechte tatsächlich irgendwie ansatzweise gelöst ist, schon die nächste Technologie wieder am Start ist, die uns vor die nächsten Probleme stellt.
Speaker: Wie das genau dann in Zukunft funktionieren soll, weiß ich nicht.
Speaker: Ich denke mir halt schlicht und ergreifend, um wieder zum Beispiel zurückzukommen, was diese Geschichte mit den Lebensmitteln betrifft, irgendwann hat man auch eingesehen, okay, ich werde nicht mehr Herr, wenn ich mich gesund ernähren will, dass ich auf die Packungsrückseite schaue.
Speaker: Ich kann mich nur dazu entscheiden, entweder kaufe ich Bio oder ich gehe wieder raus aus dem Supermarkt und zum Markt, wo ich einfach den Bauern meines Vertrauens habe, wo ich einfach weiß,
Speaker: Der erfüllt halt nicht die Mindestnormen und ich habe dann trotzdem Schwermetalle in meinen Rüben drinnen, sondern der macht das so, wie ich mir das vorstelle, dass man quasi Gemüse abpflanzen sollte.
Speaker: Und um bei dem Beispiel zu bleiben, sehe ich aber tatsächlich eine große Verantwortung beim Gesetzgeber bei der Frage, was subventioniere ich.
Speaker: Pusche ich eine Technologie, die meine eigene Wirtschaft im Inland an den Karren fährt, weil sie eben nicht ins Sozialsystem, in die Steuer einzahlt, in die Rentenkassen und so weiter, sondern wo Wirtschaftsleistung in den außereuropäischen Raum abgetragen wird?
Speaker: Oder pusche ich die, das ist die Diesel-Subventionsfrage so ein bisschen,
Speaker: die einfach above my pay grade ist das sind entscheidungen die ja ich hoffe sie werden mit ein bisschen ein bisschen weitsicht und hausverstand getroffen und nicht mit einem
Speaker: aufgegeilten Gemütszustand nach, wenn mir die einfache Lösung für alle meine komplexen Probleme wie Facharbeitermangel und was weiß ich, Überalterung der Bevölkerung und so weiter suggeriert wird.
Speaker: Alles kann dir die... Also ich glaube ja, es wird definitiv nötig sein, da irgendwelche Regelungen zu finden und ich glaube, das wird auch passieren.
Speaker: Ich
Speaker: Ich sehe es aber so, dass ich, ich versuche es nüchtern zu sehen, dass es da aus meiner Sicht relativ wenig, ich erwarte mir relativ wenig von einer Regelung auf gesetzlicher Ebene eben aus den Gründen, weil ich glaube, es muss erfolgen, aber es wird zu langsam erfolgen.
Speaker: Ich denke mir,
Speaker: Persönlich höchstwahrscheinlich wird es sich über die Realität regeln, dass die Leute viel, viel vorsichtiger werden, was für Wissen oder was für Informationen sie veröffentlichen.
Speaker: Weil natürlich niemand daran interessiert sein kann, sich sein eigenes Wasser abzugraben, dass ich jetzt hergehe und sage, hey, keine Ahnung, wow, ich mache ein tolles YouTube-Video, was sind erfolgreiche Wege, um...
Speaker: Werbespots zu produzieren.
Speaker: Selbst wenn ich es geplant hätte, würde ich es jetzt sicherlich nicht mehr machen, weil ich mir denke, ich finanziere doch nicht irgendeine KI mit meinem Wissen.
Speaker: Ich glaube, an dem Thema KI haben wir jetzt genug abgearbeitet.
Speaker: Und unterm Strich, keiner weiß, wo die Reise hingeht.
Speaker: Absolut.
Speaker: Ich glaube, wir werden sicherlich, wie man so schön sagt, federn lassen.
Speaker: Gut tut es uns nicht.
Speaker: Ich denke trotzdem, irgendwann mal im Endeffekt...
Speaker: Ja, sorry, es ist einfach, wie mein Gehirn funktioniert.
Speaker: Ich versuche halt immer, irgendwelche Parallelen zu sehen, auch mit Websites.
Speaker: Also irgendwie als Websites aufgekommen sind, hat auch jedes Unternehmen geglaubt, es braucht eine Website und jeder hat sich eine Website gratis programmieren lassen.
Speaker: Und dass dann tatsächlich jemand mit dieser Website-Technologie richtig, richtig Geld verdient, war so wow, eher eine freakige Sache.
Speaker: Und heutzutage kommt kein seriöses Unternehmen mehr auf die Idee, seine eigene Website zu programmieren.
Speaker: Es sei denn, du hast halt wirklich nur eine total basic
Speaker: Visitenkarte im Netz, wo draufsteht, das ist unser Unternehmen, das tun wir.
Speaker: Aber sobald du ernsthaft mit einer Website arbeitest und die in irgendeiner Art und Weise für Kundeninteraktion nutzt, kommst du mit einem Designer nicht mehr herum.
Speaker: Und ja, ich glaube halt,
Speaker: Irgendwie wird es sich wahrscheinlich auch mit der KI so entwickeln, dass sich plötzlich neue Geschäftsfelder auftun und das Arbeiten mit KI so kompliziert wird, dass es eigene Berufsfelder geben wird.
Speaker: Let's see it!
Speaker: Oder vielleicht macht das auch eine KI, keine Ahnung.
Speaker: Wir werden das live und in Farbe mitbekommen.
Speaker: uns vielleicht in ein, zwei Jahren nochmal drüber unterhalten.
Speaker: Aber was ich gerne noch, bevor wir zum Ende kommen, von dir wissen würde, weil du ja auch selbstständig bist und Unternehmer und auch für irgendwie ein paar Mitarbeiter verantwortlich und so, wie gehst du mit diesem Druck, mit diesen Auf und Abs der Selbstständigkeit um?
Speaker: Wir haben jetzt alle in der Pandemie gesehen und totale
Speaker: Wirtschaftskrise durch Kriege ausgelöst, dass es auch sehr schnell existenzbedrohend werden kann für einen kleinen Betrieb.
Speaker: Hast du ein Geheimnis für mich?
Speaker: Nein, aber wie gehst du damit um, Ernst?
Speaker: Ich
Speaker: Ich glaube, jeder, der sagt, es ist ihm wurscht, lügt.
Speaker: Es geht einem einfach nahe, weil gerade wenn du beschließt, dich selbstständig zu machen, ist es ja nicht nur der Aspekt, dass wenn das ganze Schiff irgendwie beginnt, Leck zu laufen,
Speaker: Du dann sagst, super, ich verliere jetzt mein Einkommen, sondern das ist ja auch bei den meisten, die sich selbstständig machen, irgendwie so eine Art Lebensvision, wo du sagst, okay, das ist jetzt das, was ich wirklich machen will und ich mache es jetzt alleine und ich baue mir jetzt was auf, beziehungsweise ich mache es nicht alleine, sondern halt vielleicht mit einem Partner oder mit Partnern.
Speaker: Da kommt ja dieser Aspekt auch dazu, dass du sagst, okay, das ist jetzt mein Baby.
Speaker: Ich glaube, die Anzahl der Unternehmer, die sagen, meine Firma ist lediglich Vehikel, um Geld auf mein Konto zu scheffeln, ist überschaubar groß.
Speaker: Das sind dann die, die auf YouTube eine Werbung schalten mit komm in meine WhatsApp-Gruppe.
Speaker: Ja.
Speaker: Nein, Entschuldige.
Speaker: Die sind dann aus anderen Gründen relativ schnell weg.
Speaker: Aber wie ich damit umgehe, ich habe jetzt so eigentlich als größten Rettungsanker die Fakten für mich entdeckt.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: kommt von meiner Freundin, die definitiv ein großer Zahlenmensch ist und ja, wenn rundherum einfach so diese ganzen Hiobsbotschaften zunehmen, einfach wirklich mal Luft schnappen, rausgehen und dann echt mal hergehen und kritisch analysieren, wie sieht es denn tatsächlich aus?
Speaker: Und ich finde halt, das ist halt so
Speaker: Wahrscheinlich auch etwas, was man sich von einem WUler erwarten würde.
Speaker: Aber es hilft.
Speaker: Es hilft einfach, ein bisschen gegen das Grundrauschen anzukämpfen, das jetzt so allgemein auf einen einprasselt.
Speaker: Weil du hast ja nicht nur deine eigene Firma isoliert auf einer Insel, sondern du kriegst permanent mit.
Speaker: Trump dreht komplett durch, gemeinsam mit dem reichsten Menschen der Welt, arbeiten sie in einem neuen faschistischen Weltgefüge.
Speaker: Das ist so...
Speaker: Das will ich natürlich nicht behaupten, aber das ist so der Eindruck, der entsteht, wenn man die Nachrichten liest.
Speaker: Und dann mit der Wirtschaft geht es bergab.
Speaker: Wir werden sowieso alle nur mehr durch Roboter und KI ersetzt.
Speaker: Und ja, alle jammern und haben zu wenig Geld zum Leben.
Speaker: Und
Speaker: Früher war sowieso alles besser und die Händel haben noch drei Eier gelegt.
Speaker: Und gegen das irgendwie anzukämpfen ist fast unmöglich.
Speaker: Aber wenn du dann wirklich hergehst und sagst, okay, wo stehe ich jetzt?
Speaker: Wie sieht jetzt meine Situation aus?
Speaker: Was ist realistisch zu erwarten?
Speaker: Also je mehr du es schaffst, irgendwie mal in so einer Krisenzeit dich auf Fakten zu besinnen, umso besser tut es dir vom Kopf her.
Speaker: Mhm.
Speaker: Ja, I feel you.
Speaker: Ja, ich bin grundsätzlich auch eher ein Kopfmensch und ein Ratio und ein Zahlen, Daten, Fakten Mensch.
Speaker: Aber ich komme nicht umhin, ich kann mich diesem Gefühl, diesem suggerierten Gefühl,
Speaker: permanenten Doomsday-Szenario auf allen Ebenen auch nicht entziehen.
Speaker: Und ich bin immer gespannt, wie andere Menschen damit umgehen, weil das ist so ein bisschen, wie du es andeutest oder wie du sagst, wenn ich jetzt rein auf mein Gefühl hören würde,
Speaker: müsste ich eigentlich hier alles sofort einpacken, da die Kamera es auch will haben, verkaufen und mich eigentlich umschulen.
Speaker: Also es ist so, jeder, mit dem ich spreche, ist so.
Speaker: Ja, echt?
Speaker: Du bist tatsächlich noch bezahlt für Sprechen in deinem Mikrofon, das irgendwie so...
Speaker: Ich glaube, du hast den Schuss nicht gehört.
Speaker: Und gleichzeitig, wenn ich aber mich nur auf meine persönliche Situation mit meinem Einkommen, mit meinen Kunden, mit meinem beruflichen Alltag konzentriere und sehe, ja, da sind Menschen, die schätzen menschliche Arbeit und Umgang mit echten Menschen, die sind sogar bereit, dafür Geld auszugeben, mehr Geld, als sie zahlen müssten, wenn sie
Speaker: Und dann sind wir wieder bei den Fakten.
Speaker: Dann kann es wohl nicht so scheiße sein.
Speaker: Im Vergleich zu den anderen Optionen.
Speaker: Genau.
Speaker: Und dann denke ich mir, nein, Moment mal, aber es läuft doch eigentlich alles gut.
Speaker: Was ich schon merke, ist, dass es immer stärker den Unterschied macht zu...
Speaker: mehr als nur eine saubere Dienstleistung abzuliefern, sondern das emotionale Full-Service zu geben.
Speaker: Einfach der Mensch, der da dahinter steckt,
Speaker: der sich auch authentisch zeigt.
Speaker: Was bringe ich noch mit außer einer?
Speaker: Ich glaube, du sprichst etwas extrem Wichtiges an.
Speaker: Und ich glaube, das ist durch alle Branchen irgendwie immer größer werdendes Thema.
Speaker: Wir haben für...
Speaker: Wir haben für jeden Schwachsinn und für jeden Belang mittlerweile ein Webportal, wo du dich durchklicken und beschäftigen musst.
Speaker: Und wenn du eine Firma hast, hast du sowieso dermaßen viele Geschichten zu erledigen und zu bekümmern.
Speaker: dass du knapp vorm Durchdrehen bist.
Speaker: Und ich merke einfach vom direkten Kundenfeedback, Menschen sind wahnsinnig, wahnsinnig, wahnsinnig happy, wenn irgendwas mal leicht funktioniert.
Speaker: Und ich glaube, dass das unsere große Chance ist, weil
Speaker: Ja, in der Theorie kann sich jeder seine Website selbst programmieren, es kann jeder seinen Computer selbst aufsetzen, es kann jeder seinen Home-Server einrichten, sich eine künstliche Intelligenz dort installieren, die ihm die Termine plant und dieses und jenes und solches macht.
Speaker: Aber mit diesen Dingen musst du dich beschäftigen.
Speaker: Und was ich von Kundenseite von vielen Unternehmen, die halt nicht so üppig ausgestattet sind wie Großkonzerne in ihren Ressourcen,
Speaker: mitbekomme leute lieben es wenn es mal leicht geht wenn sie den luxus haben irgendwo anzurufen und zu sagen ich hätte bitte gerne kilo kartoffeln und sie kriegen dann auch tatsächlich ein kilo kartoffeln und es sieht aus wie kartoffeln und es schmeckt und man kann es auch verwenden wenn
Speaker: die Kartoffeln und es sind nicht wieder irgendwelche Sachen drin, dass sie darauf reingefallen sind, dass die Kartoffeln jetzt aus China kommen und eigentlich umlackierte Mangos sind oder sonst irgendwas.
Speaker: Was dir halt laufend passiert bei diesen Machstier-Selbst-Lösungen, die überall unterwegs sind.
Speaker: Es ist einfach alles so wahnsinnig kompliziert geworden.
Speaker: Ich denke mir halt schon...
Speaker: Wir haben noch eine Berechtigung als Leute, die Dienstleistungen oder Produkte anbieten.
Speaker: Ich glaube, der große Vorteil ist eben die Beratung und die Erklärung und der persönliche Kontakt.
Speaker: Weil wenn du bei...
Speaker: Wenn du in der App XY versuchst, jemanden im Support zu erreichen, und das kann auch nur das Newsletter-Programm sein oder so, dann kannst du mal schauen, weil die sitzen alle in Indien und die arbeiten, wenn du schläfst.
Speaker: Das heißt, du musst ihnen schon einmal ein E-Mail schreiben oder du musst den bescheuerten Chatbot nehmen, der nicht versteht, was du brauchst, weil es ist nicht in den FAQ drin oder so.
Speaker: Zum Beispiel.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Das habe ich selber alles schon erlebt.
Speaker: Und ich bin keine Firma, die jetzt davon abhängig ist, dass das läuft oder nicht.
Speaker: Aber ich kriege sehr viel Wertschätzung entgegengebracht, weil man mich anrufen kann, weil man die individuelle Situation mit mir besprechen kann.
Speaker: Und dann gehe ich darauf ein, dann verhalte ich mich dazu.
Speaker: Und das ist, glaube ich, ein Faktor der Verwaltung.
Speaker: Und ich glaube, das Entscheidende ist halt einfach, dass immer mehr Leute, auch solche, die in Konzernen angestellt sind, gerne mit Menschen zusammenarbeiten, die die Branche verstehen, die dieselbe Sprache sprechen und die einfach ein Gefühl dafür haben, was jetzt die Bedürfnisse des Gegenübers sind.
Speaker: Wir können alles automatisiert lösen, wir haben für alles theoretisch ein Tool,
Speaker: Aber du musst eben dieses Tool bespielen können.
Speaker: Du musst dich mit den ganzen unliebsamen Dingen beschäftigen.
Speaker: Wir haben vorhin über Fiverr gesprochen.
Speaker: Ja, ich muss einfach das, was ich will, in einer E-Mail verfassen oder über die Maske dort auf Fiverr irgendwie reintipseln, was ich haben will.
Speaker: Dann kriege ich nach viel zu langer Zeit irgendwas,
Speaker: Dann muss ich wieder eine Feedback-Runde machen, dann habe ich eine vordefinierte Anzahl an Feedback-Runden, dann habe ich tausenderlei Themen, die mich eigentlich nicht interessieren.
Speaker: Ich will einfach sagen, okay Patrick, ich brauche ein Voice-Over für Bier zum Beispiel und du lieferst mir ein Voice-Over für Bier.
Speaker: Das klingt wie ein Voice-Over für Bier, weil du einfach weißt, okay, wie funktioniert der Markt, wie ist eine Tonalität für Bier.
Speaker: Weil wir vielleicht auch daran zusammengearbeitet haben, wie das klingen sollte.
Speaker: Zum Beispiel, ja.
Speaker: oder so und dann einen Standard etabliert haben.
Speaker: Exakt, und der wird eingehalten und da gibt es eine Konsistenz und da weiß ich einfach, ich weiß, wann du verfügbar bist, ich weiß, dass du vor Ort bist, ich weiß, dass du präsent bist, ich weiß, dass du nicht einfach mal so verschwindest, weil wenn ich einen Sprecher über Fiverr buche, wer gibt mir die Sicherheit, dass der in zwei Wochen auch noch auf Fiverr ist und nicht irgendwie die
Speaker: die große Karriere als Stepptänzer gestartet hat.
Speaker: Die wissen es nicht.
Speaker: Bei Leuten, denen ich vernünftiges Geld zahle, und damit meine ich so viel Geld, dass sie von ihrer Profession leben können,
Speaker: kann ich mir sicher sein, dass es sie in absehbarer Zeit auch noch gibt.
Speaker: Und ich sagen kann, okay, ich würde da jetzt gerne mal an diesen Spot, an diese Kampagne, an diese Idee anschließen.
Speaker: Machen wir es wie zuvor etc.
Speaker: Das ist ja auch wieder, sorry, dass ich zurückkomme auf das lange besprochene Thema KI.
Speaker: Das ist ja auch eine Sache, die ich aus der Praxis gehört habe, wo Leute immense Probleme hatten, dass sie in die Erstellung eines Sprachmodells wirklich viel Geld investiert haben und dann hat einfach die Firma die Basis geändert.
Speaker: Es gab ein Software-Update und
Speaker: das Modell war zum Wegwerfen.
Speaker: Weil es halt einfach nicht geht, dass es auf einer alten Plattform erstellte Sprachmodell in ein neues übersetzt wird.
Speaker: Und da habe ich dann wieder diese Sachen, natürlich wird es irgendwann mal gelöst werden.
Speaker: Aber die Frage ist einfach, kann ich es mir leisten, mir so viele Probleme über die
Speaker: den geringen Betrag einzukaufen.
Speaker: Wenn ich eigentlich die Möglichkeit hätte, einfach, weiß ich nicht, Patrick anzurufen und zu sagen, hey, sprich was ein und dann rufe ich die Innenhofstudios an und sage, hey, nehmt was auf.
Speaker: Und es passiert einfach so, wie ich es mir vorstelle, dass es klingen soll und passieren soll, ohne dass irgendwelche Themen plötzlich aufpoppen, an die niemand gedacht hätte.
Speaker: Ich möchte dazu tatsächlich auch noch einen letzten Punkt, den ich sehr interessant fand, den ich von einem Marketing- und Sales-Menschen gehört habe, einbringen, nämlich die echte menschliche Arbeit mit einem Studio, mit einem Creative Director, Werber, was auch immer, einer Sprecherin, einem so, legitimiert überhaupt erst auch
Speaker: den Wert seiner Position in der Firma, wenn er nach Hause kommt sozusagen oder zur großen Besprechung dann präsentiert, das habe ich jetzt in einer Viertelstunde mit ChatGPT getextet und mit Eleven Labs einmal ausgespielt, dann fragt die Seite die erste Frage, die sein Chef ihm stellt, und wieso kriegst du 5000 Euro im Monat?
Speaker: Also das setzt sich ja fort, die Entwertung der Arbeit setzt sich ja fort bis in die eigenen Reihen sozusagen, wo man sich dann plötzlich erklären muss, und wieso brauchen wir dich jetzt genau 40 Stunden die Woche, wenn du dafür jetzt eine halbe Stunde gebraucht hast oder so, um einen Wurscht, aber ich mag das Thema jetzt eigentlich gar nicht mehr.
Speaker: Also wir waren ja eigentlich bei der Selbstständigkeit und bei den Selbstständigen.
Speaker: Ich glaube, diese Ängste werden irgendwie nie weggehen.
Speaker: Es gibt Menschen, die sind dafür geschaffen und Menschen, die sind nicht dafür geschaffen.
Speaker: Ich glaube nicht, dass irgendjemand geschaffen ist für Existenzangst.
Speaker: Nein, ich nicht.
Speaker: Aber ich sage mal so...
Speaker: was wir draußen beim Kaffee vor der Aufnahme jetzt besprochen haben, ich habe schon aufgrund dieser dauernd einprasselnden Geschichten immer wieder Momente, wo ich dann abends im Bett liege und mir einfach denke, oh mein Gott, eigentlich geht es mir gut, aber offenbar habe ich irgendwas übersehen.
Speaker: Also so, keine Ahnung, ich sehe das Damoklesschwert nicht, aber es muss ja da sein, weil es mir alle erklären.
Speaker: Und ich denke mir einfach, ja, ich glaube, ein bisschen Optimismus kann nicht schaden und
Speaker: Ja, diese Doomsday-News haben halt auch schon wahnsinnig zugenommen, weil sie uns mittlerweile überall und immer erreichen.
Speaker: Du kriegst ja am Handy mittlerweile schon die Doomsday-News via Notification geliefert.
Speaker: Ja.
Speaker: Oh, bling, bling, irgendwas Neues ist passiert.
Speaker: Gut, Trump beschließt, Atomkrieg gegen Schweden zu führen.
Speaker: Würde mich jetzt nicht verwundern, wenn das als nächstes auf meinem Handy steht, wenn wir fertig sind.
Speaker: Es ist ja mittlerweile auch schon auf alles gefasst, weil alles nur mehr so irre klingt und wahnsinnig.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Ja, also die Notifications und so habe ich sowieso alles ausgeschaltet, weil ich sonst so viel, also mein Therapeut könnte sich ein Haus aus Gold bauen.
Speaker: Wir sollten alle sehr viel bewusster unsere Aufmerksamkeit und unsere Energie und unsere Zeit Dingen widmen oder eben nicht widmen,
Speaker: Und ich glaube, das könnte sehr viel dazu beitragen, dass wir etwas entspannter durchs Leben gehen oder eben nicht.
Speaker: Aber vielleicht zum Abschluss jetzt noch, weil mich das vom Anfang noch interessiert.
Speaker: Was würdest du, als letzte Frage, was würdest du deinem 19-jährigen Ich sagen, wenn du ihm heute begegnen würdest?
Speaker: Ich will ihn fragen, ob er deppert ist.
Speaker: Bist du auch grönt?
Speaker: Nein, ich glaube aber, das ist eigentlich das Schöne am Leben, dass es gewisse Zeiten und gewisse Punkte gibt, wo, wenn man wüsste, was auf einen zukommt, dass man es dann nicht tut, umso schöner fühlt es sich an, wenn es dann doch geklappt hat.
Speaker: Und insofern denke ich mir einfach...
Speaker: Ich würde antworten und sagen, be steppert, aber auf der anderen Seite, wenn du das Gefühl hast, du willst das machen, go for it.
Speaker: eben mit all diesen Doomsday News, über die wir gesprochen haben, mit all diesen Geschichten, ich lerne immer mehr den Wert des Bauchgefühls zu schätzen, weil es so viel mediales Gerausche gibt und so viel Informationsbrummen um mich herum und ja, da ist irgendwie halt so das
Speaker: Das Bauchgefühl, ein zweiter guter Anker neben den Fakten.
Speaker: Und wenn es halt keine möglichen Fakten gibt, einfach nur danach gehen, fühlt es sich jetzt einfach gut an oder fühlt es sich nicht gut an, um danach zu leben.
Speaker: Das ist doch schön.
Speaker: Also bist deppert, aber mach es trotzdem.
Speaker: Das ist ein schönes Schlusswort.
Speaker: Georg, ich danke dir.
Speaker: Es war ein großartiges Gespräch.
Speaker: Mir hat es großen Spaß gemacht.
Speaker: Ich hoffe, dir auch sehr schön.
Speaker: Das freut mich.
Speaker: Das heißt, ich werde dich jetzt gleich on camera darauf festnageln, dass du irgendwann wiederkommst und wir daran anknüpfen.
Speaker: Danke dir, dass du da warst.
Speaker: Danke auch euch, dass ihr bis hierhin zugehört habt.
Speaker: Wie immer, wer das jetzt hört, ist mein persönlicher Held oder meine Heldin.
Speaker: Nein, ernsthaft.
Speaker: Danke euch.
Speaker: Schön, dass ihr dabei wart.
Speaker: Wenn ihr Nachrichten habt, wenn ihr Gedanken dazu teilen wollt, schreibt mir gerne an deeptalk at mike-rider.com und ansonsten freue ich mich, wenn ihr das Format weiterempfehlt oder subscribt oder bewertet oder liked oder teilt.
Speaker: You know the drill.
Speaker: Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.
Speaker: Ciao.


