Become a Creator today!Start creating today - Share your story with the world!
Start for free
00:00:00
00:00:01
#22 Selbstständigkeit, Sprechen und KI aus Tonstudiosicht: Deeptalk mit Georg Zumann von den Innenhofstudios image

#22 Selbstständigkeit, Sprechen und KI aus Tonstudiosicht: Deeptalk mit Georg Zumann von den Innenhofstudios

S1 E22 · Mic Rider Deep Talk
Avatar
62 Plays6 days ago

Mein heutiger Gast ist Georg Zumann – Tonstudioleiter und Mitbegründer der  Innenhofstudios und seit vielen Jahren erfolgreich selbstständig. 

Wir sprechen über seine Anfänge in der Audiobranche, den Studioalltag  und die Frage, wie Studios eigentlich entscheiden, welche Stimmen für  welche Kampagnen passen. 

Ein ehrlicher und spannender Blick hinter die Kulissen des Studioalltags  (mit vielen Tips und no go´s für Sprecher:innen) – inklusive Einblicke  in aktuelle Entwicklungen, die die Branche gerade bewegen.  

Nachrichten gerne an: deeptalk@mic-rider.com  

Website: https://www.mic-rider.com/  

Host und Redaktion: Patrick Messe (https://www.patrickmesse.at/) 

 Zu Gast:  Georg Zumann (https://innenhofstudios.at/)  

Bild:  Charly Glawischnig (https://www.charlyglawischnig.com/)  

Ton: Lukas Wurm (https://lukaswurm.com/)  

Produktion: Mic Rider (https://www.mic-rider.com/)

Recommended
Transcript

Einleitung und humorvolle Reflexionen

00:00:00
Speaker
Wenn ich heute mein damaliges jetzt kennenlernen würde, würde ich sagen, du bist komplett gaga.
00:00:06
Speaker
Mein absoluter Favorit ist immer noch in einer Baumarktwerbung, als ich gehört habe, die Bodenfliese Sevilla.
00:00:13
Speaker
Sevilla?
00:00:14
Speaker
Ja.
00:00:14
Speaker
Und ich habe von meinem geistigen Auge gesehen den Marketer, der gesagt hat, wir können nicht Sevilla sagen, weil die Fliese findet keiner.
00:00:23
Speaker
Ich habe manchmal so ein bisschen das Gefühl, wir werden so ein bisschen gesehen wie die russischen Oligarchen.
00:00:32
Speaker
ihre Münzen und das Sprechervolk streuen.

Vorstellung von Georg Zuman und Innenhof Studios

00:00:46
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mike Rider Deep Talk.
00:00:49
Speaker
Heute bei mir zu Gast Georg Zuman.
00:00:51
Speaker
Hallo Georg.
00:00:52
Speaker
Hi, servus.
00:00:53
Speaker
Georg ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Innenhof Studios.
00:00:58
Speaker
Wiener oder österreichische Sprecher und SchauspielerInnen kennen dich als Studio und freuen sich, wenn du anrufst, weil du dann in der Regel gebucht wirst, wenn der Georg anruft.
00:01:14
Speaker
Erzähl du einfach ein bisschen mehr über dich.
00:01:16
Speaker
Ja, okay.
00:01:21
Speaker
Wir haben die Innenhofstudios gegründet 2007 am Papier, 2008 sind wir in die Location in der Schwarz-Spanien-Straße eingezogen.
00:01:31
Speaker
Ich bin an sich ein Quereinsteiger in der Branche, das heißt, ich habe etwas, was, glaube ich, eher unüblich ist in unserer Branche.
00:01:38
Speaker
Ich habe Wirtschaft studiert ursprünglich.
00:01:40
Speaker
Ich muss auch dazu sagen, ich habe es tatsächlich fertig studiert.
00:01:43
Speaker
Ich war dann in ein paar Unternehmen tätig und ich habe dann so eine Art vorgezogene Midlife-Crisis bekommen und habe mir gedacht, auf wessen Schreibtisch würde ich denn gerne mal sitzen, wenn ich groß und stark bin.
00:02:07
Speaker
Und bin dann zu dem ernüchternden Ergebnis gekommen, dass es eigentlich keinen Schreibtisch im Unternehmen gibt, den ich mir wirklich wünschen würde.
00:02:15
Speaker
Und dann die Karriereentscheidung in Frage

Georg Zumans Weg in die kreative Industrie

00:02:20
Speaker
gestellt.
00:02:20
Speaker
Das war so passend um meinen 30.
00:02:22
Speaker
Geburtstag herum.
00:02:24
Speaker
Und habe dann mit meinem Freund, dem René Kornfeld, irgendwie ein Bier getrunken und wir sind dann auf die wahnwitzige Idee gekommen, dass wir seine Tonstudio-Geschichte, wo er damals noch hauptsächlich Musik gemacht hat und Bands betreut hat,
00:02:43
Speaker
als Tontechniker, dass wir das in die Richtung B2B ändern und uns halt wirklich auf den Werbemarkt und Postproduktionsmarkt werfen.
00:02:57
Speaker
Ich muss sagen, ich bin wahnsinnig froh, dass es geklappt hat.
00:03:02
Speaker
Ich habe nicht gewusst, wie wenig Ahnung ich von der Branche habe, als ich gestartet habe.
00:03:08
Speaker
Naja gut, aber das ist ja jetzt fast 20 Jahre her.
00:03:10
Speaker
Genau, ja.
00:03:11
Speaker
Das muss man ja auch sagen.
00:03:12
Speaker
Aber ich muss sagen, wenn ich heute mein damaliges jetzt kennenlernen würde, würde ich sagen, du bist komplett gaga.
00:03:21
Speaker
Da greifst du mir tatsächlich auch schon vor, das ist tatsächlich eine meiner Lieblingsletzten Fragen, aber das macht nichts.
00:03:26
Speaker
Ich würde tatsächlich gerne vorher noch einhaken.
00:03:28
Speaker
Du hast Wirtschaft studiert an der Wirtschaftsuni.
00:03:31
Speaker
An der Wirtschaftsuni in Wien, genau.
00:03:36
Speaker
Ich kenne niemanden aus der Tonstudio-Film-Werbebranche, der da so, sage ich jetzt mal,
00:03:47
Speaker
Business-mäßig.
00:03:48
Speaker
Wie kam es tatsächlich?
00:03:49
Speaker
Da möchte ich gerne noch ein bisschen mehr darüber hören.

Musikalische Wurzeln und berufliche Entscheidungen

00:03:52
Speaker
Wie kam es zum Studium?
00:03:53
Speaker
Nein, wie kam es dazu, dass ich... Wie kam es dazu, dass du als WU-Mensch in die Tonstudio, in die kreativen Branche gewechselt bist?
00:04:06
Speaker
Das ist eine relativ...
00:04:09
Speaker
eigentlich eine relativ schlüssige Geschichte, wenn man sie kennt.
00:04:13
Speaker
Und zwar ist es so, als ich 18 war, ich habe wahnsinnig gerne Musik gemacht.
00:04:19
Speaker
Ich habe in ganz vielen Bands gespielt und wollte eigentlich mit 18 unbedingt Musik studieren.
00:04:28
Speaker
Mein Problem war nur, dass mein Vater sich sein Studium finanziert hat als Musiker.
00:04:33
Speaker
Also mein Vater kannte halt wirklich die Seite Musiker.
00:04:37
Speaker
Einerseits in irgendwelchen Coverbands in damals noch verrauchten Wirtshäusern zu spielen für das klassische Gulasch und Seidelbier und andererseits halt auch durch irgendwelche Orchester zu tingeln als Musiker im klassischen Bereich.
00:04:54
Speaker
Für den war das so die absolute Horrormeldung, dass der Sohn jetzt tatsächlich diese furchtbare Hacke ausüben will.
00:05:05
Speaker
Und aus einem Schutzgedanken heraus haben sie mir einfach gesagt, nicht um die Burg wirst du Musik studieren.
00:05:14
Speaker
Und dann war mein 18-jähriges Ich so drauf, dass ich gesagt habe, okay, gut, also...
00:05:20
Speaker
war das komplett naheliegende für mich damals, wenn ich schon nicht in einer Band spielen kann, um mein Leben total zu verdienen, dann kann ich wenigstens lernen, wie man Bands managt.
00:05:30
Speaker
Und habe mich deshalb für ein Wirtschaftsstudium entschieden.
00:05:34
Speaker
Was hast du für ein Instrument gespielt?
00:05:37
Speaker
In den Bands habe ich hauptsächlich Schlagzeug gespielt, aber sonst auch am Klavier herumgeklimpert, auf der Gitarre herumgezupft.
00:05:46
Speaker
und halt wirklich viel Spaß gehabt, auch ein bisschen was zu komponieren und so.

Öffentliche Wahrnehmung kreativer Karrieren

00:05:51
Speaker
Also ich glaube, das ist schon etwas, was viele Leute, die ein Tonstudio betreiben, auch eint, dass sie, ich sage es mal immer so, ein bisschen so gescheiterte Musikerexistenzen sind.
00:06:03
Speaker
Wobei gescheitert ein sehr weitläufiger Begriff ist.
00:06:06
Speaker
Absolut.
00:06:07
Speaker
So wie Sprecher gescheiterte Schauspieler sind, sage ich jetzt auch einfach.
00:06:11
Speaker
Ich nehme es jetzt einfach mal mit einschließend, stelle ich es jetzt mal daraus.
00:06:16
Speaker
Es ist halt immer die Frage, wie man jetzt Scheitern definiert.
00:06:22
Speaker
Man könnte auch sagen, irgendwo mal ein bisschen abgebogen und etwas Ähnliches gemacht.
00:06:26
Speaker
Oft ist der Gescheiterte ja auch der kommerziell Erfolgreicher.
00:06:30
Speaker
Ich meine, du hast ja auch Familie, ich auch und ich muss sagen, die ersten Jahre als Schauspieler hätte ich die so nicht ernähren können, wie ich es jetzt als Sprecher tun kann.
00:06:40
Speaker
Aber ich glaube trotzdem eint uns die Frage, dass wenn wir irgendwelchen Oldschool-Berufen nachgehenden Menschen sagen, was wir tun, die Frage bekommen, oh, davon kann man leben.
00:06:52
Speaker
Ja, stimmt.
00:06:54
Speaker
Und was machst du wirklich?
00:06:57
Speaker
Das ist ein schönes Hobby.
00:07:02
Speaker
Okay, witzig, spannend.
00:07:04
Speaker
Ja, und auf jeden Fall zurück zum Studium.
00:07:09
Speaker
Dann wie das Leben halt so spielt.
00:07:11
Speaker
Ich habe das dann einfach gemacht.
00:07:13
Speaker
Und dann bist du irgendwann in dem Trott drinnen, hast halt deine ganzen Studienkollegen, die bewerben sich da, die bewerben sich dort.
00:07:20
Speaker
Und irgendwann mal...
00:07:21
Speaker
sitzt du dann in einem Großkonzern und füllst Excel-Tabellen aus und denkst irgendwie, also zumindest habe ich es mir halt damals so gedacht, ja, und wenn ich sie nur noch besser ausfülle, dann bekomme ich dann irgendwann einmal eine noch bessere Position im Unternehmen und dann wird es aber wirklich cool.
00:07:39
Speaker
Und wie gesagt, es gab dann halt diesen kurzen Moment der Klarheit irgendwann mal, wo ich mir dann gedacht habe, na gut,
00:07:49
Speaker
Wann und wo wäre es denn cool?
00:07:50
Speaker
Und da bin ich draufgekommen, da gibt es keine Vision für mich, dass ich sage, in dem Konzern oder in dem Konzern diese oder jene Position würde mich jetzt tatsächlich erfüllen.
00:08:03
Speaker
Und so gesehen ist dann das wirklich im wahrsten Sinne des Wortes aus einem Bier im Scharnigarten entstanden.
00:08:13
Speaker
Was er aufs Aufschwicht, Georg?
00:08:15
Speaker
Ja, genau.
00:08:15
Speaker
Nein, so eine Geschichte war es nicht wirklich.
00:08:21
Speaker
Es wird natürlich schön passen.
00:08:23
Speaker
Nein, aber es war wirklich so, dass ich mich mit René getroffen habe und der hatte damals eben schon das Tonstudio und hat gesagt, ja, keine Ahnung, er möchte das irgendwie ändern und er möchte gerne so...
00:08:36
Speaker
irgendwie im Musikbereich Tonstudio zu betreiben, ist halt super mühsam.
00:08:41
Speaker
Und ja, es war auch damals gerade so, 2007, 2008, da war halt wirklich so der erste Niedergang der Musikindustrie, wo dann halt Napster und so weiter Thema war und iTunes.
00:08:59
Speaker
Ich glaube, ich war gerade am Entstehen.
00:09:01
Speaker
Bitte nicht mich festnageln, wenn ich da Zahlen, Daten, Fakten durcheinander bringe, aber ich weiß, Spotify und sowas gab es noch nicht.
00:09:07
Speaker
Dieses ganze Geschäftsmodell und alle haben sich gedacht, gut, du wirst das Internet niemals kontrollieren können und du wirst niemals mehr Geld verdienen mit Musik, weil sich alle Leute MP3s runterladen werden bis ans Ende aller Tage.

Erfolgsgeschichten und Herausforderungen der Studios

00:09:22
Speaker
Und da war dann halt irgendwie so die Idee, ja, warum gehen wir nicht in den Bereich Werbung und Film und bauen uns da was auf.
00:09:33
Speaker
Und ich habe mir irgendwie gedacht, ja, das wäre irgendwie eine geile Sache, die mir wahnsinnig Spaß machen würde.
00:09:41
Speaker
Und ja, auch so die Rollenverteilung war für uns damals schlüssig.
00:09:45
Speaker
So der René, der einiges an Erfahrung schon tontechnisch hatte und da auch wirklich Referenzen vorzuweisen hatte.
00:09:53
Speaker
Und ja, ich war halt der Meinung, gut, ich kann zumindest ein bisschen was kalkulieren und so.
00:10:00
Speaker
kommt mir auch jetzt noch zu gut.
00:10:01
Speaker
Das ist ja oft auch wirklich die Achillesferse eines kreativen Businesses, dass du entweder in der Kunst total gut bist oder in der wirtschaftlichen Seite.
00:10:13
Speaker
Beides ist oft sehr schwierig und ich glaube da
00:10:17
Speaker
ergänzt ihr euch sehr gut und das ist, glaube ich, ein Schlüssel oder einer der Schlüssel zu einem nachhaltigen Fortbestehen und das, ja, wie gesagt, ich weiß selber, wie das ist mit der buchhalterischen Seite, mit der Akquise-Seite, mit der Marketing-Seite, das ist alles nichts, was einem Musiker oder einem Schauspieler weder oft in die Wiege gelegt ist, noch beigebracht wird.
00:10:44
Speaker
Weil eben das Wirtschaftsthemen sind, die auf der Schauspielschule, auf dem Konservatorium, was auch immer, nicht behandelt werden.
00:10:54
Speaker
Ja, ich muss auch ehrlich gestehen, das ist jetzt ein Part, den man potenziell schneiden könnte, glaube ich.
00:11:00
Speaker
Sehr gut, der bleibt drin.
00:11:01
Speaker
Bitte.
00:11:05
Speaker
Mit Anlauf.
00:11:06
Speaker
Nein, ich muss auch gestehen, das ist jetzt zum Beispiel auch so ein klassisches Thema, wo wir ein bisschen runterleiden, dass wir natürlich, wenn wir...
00:11:17
Speaker
da wir gezwungen sind, auch für unsere Kunden immer wieder Gagen mit Sprecherinnen und Sprechern zu verhandeln, dass ich einfach auch merke, okay, gut, da gibt es irgendwie sehr selten auf Seiten der Sprecher irgendwie so auch ein gewisses Feingefühl, dass sie jetzt unterscheiden können, okay, biete ich jetzt einen Deal an, der irgendwie Sinn machen würde, weil Kunde konnte schlüssig darlegen,
00:11:46
Speaker
warum er den gerne haben würde.
00:11:49
Speaker
Und es gibt schlüssige Argumente aus meiner Sicht.
00:11:53
Speaker
Oder ob ich jetzt wirklich anrufe, um quasi zu bescheißen.
00:11:59
Speaker
Und das ist etwas, was mir, das fällt mir ehrlich gesagt manchmal wirklich schwer, das so zu schließen.
00:12:09
Speaker
Kontenanz zu wahren, wo ich mir einfach denke, hey, Alter, bitte halt mir keinen Vortrag über Preisdumping oder sonst was.
00:12:16
Speaker
Wir reden über einen Deal.
00:12:20
Speaker
Ja, lass uns da gerne später noch, da möchte ich schon, da kommen wir auf jeden Fall nachher nochmal drauf zurück.
00:12:26
Speaker
Ich würde es nur gerne ein bisschen chronologisch halten, weil ich fürchte, sonst verbringen wir anderthalb Stunden mit diesem Thema.
00:12:33
Speaker
Und dann habe ich nichts anderes mit dir besprochen.
00:12:36
Speaker
Dann schneiden.
00:12:37
Speaker
Nein, nein, nein.
00:12:39
Speaker
Schauen wir mal.
00:12:41
Speaker
Ich finde das total richtig und wichtig, was du sagst.
00:12:43
Speaker
Und das ist ja auch einer der Gründe, weshalb ich Mike Rider gegründet habe, weil ich gemerkt habe, so viele Kolleginnen und Kollegen sind handwerklich super, tun sich total schwer mit Verhandeln, mit Preisegestalten und so weiter.
00:12:55
Speaker
Aber das heißt, ihr habt dann dieses Tonstudio gegründet und seid in den berühmten Innenhof gezogen.
00:13:04
Speaker
Jetzt seid ihr wirklich ein Veritables, Etabliertes, kann man schon so sagen.
00:13:07
Speaker
Es gibt natürlich noch ein paar wirkliche Big Player hier in Österreich, aber nach dieser Handvoll Big Player seid ihr dann schon, finde ich, so...
00:13:17
Speaker
New Kids on the Block.
00:13:35
Speaker
Man muss es immer korrekt wiedergeben.
00:13:40
Speaker
Also wir sind nicht das erste Dolby Atmos zertifizierte Studio in Wien.
00:13:45
Speaker
Es gab nur mal eine eigene Zertifizierung, die nannte sich Dolby Atmos Home.
00:13:52
Speaker
Und wir sind tatsächlich das erste Atmos Home zertifizierte Studio in Wien geworden.

Aufbau einer erfolgreichen Kundenbasis

00:14:02
Speaker
Weil es eben von Netflix eine Zeit lang den Versuch gab, den von unserer Seite auch sehr schlüssig nachvollziehbaren Versuch gab, die Audio-Postproduktion rauszunehmen aus den großen Kinomischsälen.
00:14:19
Speaker
und in Studios zu geben, die zwar einerseits von Drollby zertifiziert sind, aber auf der anderen Seite so ungefähr eine vergleichbare Größe haben wie ein, sage ich jetzt mal, Wohnzimmer.
00:14:32
Speaker
Mit der Heimkinoanlage.
00:14:33
Speaker
Genau, ja, long story short, wir haben mehr oder weniger Wohnzimmer,
00:14:38
Speaker
die Technik, die du in einer Kinoregie hast, in einem großen Kinosaal, in Wohnzimmergröße hineingepfropft.
00:14:46
Speaker
Also absoluter Technik-Overkill.
00:14:50
Speaker
Das Schöne ist, das Studio klingt wirklich, wirklich gut.
00:14:53
Speaker
Es klingt wirklich geil.
00:14:55
Speaker
Ich muss auch immer sagen, ich höre mich immer sehr gerne, wenn ich da was spreche, dann in der Post.
00:15:02
Speaker
Der Nachteil ist, dass
00:15:04
Speaker
Leider hat Netflix diese Geschichte dann nicht mehr weiterverfolgt und dann doch wieder verstärkt in die Kinoseele gegangen ist mit den Tonmischungen.
00:15:18
Speaker
Das ist uns aber dann trotzdem sehr zugute gekommen, weil wir uns dann auch in dem Bereich Dolby Atmos Music etabliert haben.
00:15:31
Speaker
und da eben dann für Universal einige Produktionen in Atmos gemastert haben.
00:15:37
Speaker
Aber erzähl mal ein bisschen, weil man fängt ja nicht an, als Studio mit Netflix und Universal zu arbeiten.
00:15:47
Speaker
Der Vergleich eines Sprechers wäre, meine ersten Aufträge waren Aufbauanleitungen für Industrieregale oder so.
00:15:54
Speaker
Wie war das bei euch?
00:15:56
Speaker
Wie lange hat das gedauert, bis ihr die...
00:15:58
Speaker
Die Kunden, die man sich gerne ins Schaufenster stellt, bis ihr die hattet.
00:16:06
Speaker
Erzähl mal ein bisschen über den Werdegang.
00:16:08
Speaker
Also ich kann nur sagen, ich weiß nicht, wie es bei dir war, bei uns hat es viel zu lange gedauert.
00:16:14
Speaker
Viel, viel, viel, viel zu lange.
00:16:18
Speaker
Wir haben auch nicht begonnen mit einem Dolby Atmos zertifizierten Studio,
00:16:24
Speaker
sondern ich kann mich noch genauer erinnern, als wir bei uns in der Schwarz-Spanier-Straße eingezogen sind, war mein Bürotisch dieses 70-Euro-Kastl, da gibt es so einen PC-Einzelarbeitsplatz bei Ikea mit so einer ausziehbaren Schublade für eine Tastatur, weil wir hatten alles Geld, das wir hatten in diesen Studio-Umbau investiert und
00:16:51
Speaker
Es war dann im Endeffekt so, dass bei uns im Büro einsam und allein mein Ikea-Kästchen gestanden ist.
00:17:01
Speaker
Geil.
00:17:01
Speaker
Mit der Ausziehtastatur und dem PC, den ich von zu Hause mitgenommen hatte.
00:17:06
Speaker
Und dein Sohn musste seitdem am Boden PC spielen.
00:17:12
Speaker
Ja, also...
00:17:15
Speaker
Das ist auch wirklich etwas, was ich den Leuten sage, wenn sie dann fragen, wie schafft man das oder wie kommt man dorthin?
00:17:27
Speaker
Es ist immer sehr, sehr trügerisch.
00:17:29
Speaker
Du siehst halt bei den vermeintlich großen Unternehmen immer nur den Status Quo.
00:17:36
Speaker
Und es ist einfach wichtig, dass du, glaube ich, in unserer Branche,
00:17:40
Speaker
über lange Zeit einfach konsistent gute Arbeit ablieferst.
00:17:45
Speaker
Und ich halte ja auch ab und an Vorträge immer noch vor Sprecherinnen und Sprechern.
00:17:52
Speaker
Und da denke ich mir, dass das Wichtigste ist, dass du dir einfach für keinen Job zu schade bist, im Sinne von strategisch denken oder sowas.
00:18:04
Speaker
In meinen Augen ist das ein Riesenfehler.
00:18:08
Speaker
Also wenn du die Möglichkeit hast,
00:18:10
Speaker
für Geld zu arbeiten, dann solltest du es auch tunlichst machen.
00:18:16
Speaker
Natürlich wichtig, weil wir hier bei MyCryder sind, natürlich ohne deine Seele zu verkaufen, logischerweise.

Strategische Karriereentscheidungen in der Kreativbranche

00:18:23
Speaker
Aber grundsätzlich ist es einfach so, du kriegst einen großen Kunden und einen großen Job nicht einfach so, weil die Leute, die diese Jobs verteilen,
00:18:35
Speaker
sich ihre Zulieferer aussuchen.
00:18:40
Speaker
Und in unserer Branche ist es unterm Strich eigentlich auch nicht wichtig, dass du jetzt 20, 200, 2000 Euro günstiger bist, sondern das entscheidende Kriterium, um überhaupt mal gefragt zu werden, ist das,
00:18:54
Speaker
ob man dir zutraut, dass du diesen Job auf die Erde bringst, also wirklich sauber abarbeiten kannst.
00:19:02
Speaker
Und ich glaube, das gilt für Sprecher genauso wie für Tonstudios.
00:19:06
Speaker
Da gebe ich dir total recht an.
00:19:07
Speaker
Ich muss natürlich die Kirche im Dorf lassen.
00:19:09
Speaker
Gerade am Anfang sage ich auch immer, hey, du brauchst die Erfahrung, du brauchst die Routine.
00:19:14
Speaker
Es ist immer so ein schmaler Grad von wie stark, wie alt,
00:19:21
Speaker
Wie erziehe ich meine Kunden oder nicht?
00:19:24
Speaker
Nehme ich alles an am Anfang?
00:19:26
Speaker
Es ist auch immer abhängig von der einzelnen Lebenssituation.
00:19:29
Speaker
Manche arbeiten nebenher, haben weniger finanziellen Druck, manche sind alleinerziehend, müssen, wie auch immer.
00:19:35
Speaker
Da würde ich mir nicht anmaßen, alles über einen Kamm zu scheren und zu sagen, das ist gut, das ist schlecht.
00:19:41
Speaker
Aber de facto ist es natürlich so, wie du sagst, eine Kampagne wird nicht an jemanden vergeben, der noch keine Erfahrung hat, der noch keine Referenzen vorzuweisen hat, dem man sich anhören kann, wie er die kleinen und mittleren Dinger gerockt hat oder halt auch nicht, um dann eine Entscheidung zu treffen, weil es hängt ja so viel mehr dran.
00:20:05
Speaker
Du bist ja eigentlich eines der kleinsten Rädchen im Getriebe, wenn auch ein sehr präsentes.
00:20:10
Speaker
Aber das Gesamtbudget, was dann mit deiner Leistung steht oder fällt, ist halt gigantisch.
00:20:17
Speaker
Und ich habe es selber mehr als einmal erlebt, dass dann panische Anrufe kamen.
00:20:24
Speaker
Die Slots für die Schaltung sind schon gebucht und die sind morgen.
00:20:28
Speaker
Und es kam gerade von ganz oben, dass die Kampagne in der Form nicht das Haus verlassen darf.
00:20:35
Speaker
Kannst du bitte kommen und heute, jetzt.
00:20:41
Speaker
einen neuen Take liefern.
00:20:48
Speaker
Aber gleichzeitig, wenn man sich, ich sage jetzt mal überspitzt,
00:20:54
Speaker
sich auf dem Fiverr Niveau einarbeitet und etabliert, dann wird man halt auch aus dem Fiverr Job Level nie rauskommen.
00:21:02
Speaker
Also es ist immer so ein bisschen wie ein Langlaufen, so ein Schritt vor, ein zurück, dann was kann ich mir erlauben abzulehnen oder anzunehmen und so weiter.
00:21:14
Speaker
Also, was du jetzt gesagt hast, da sind sehr viele Punkte dabei, wo ich einhaken möchte.
00:21:24
Speaker
Jetzt würde ich gerne zurückspulen.
00:21:26
Speaker
Kein Problem, sicher.
00:21:28
Speaker
Damit ich nicht alles vergesse.
00:21:30
Speaker
Aber das Erste, was du gesagt hast, Kundenerziehung, ich glaube gar nicht, ich persönlich mag den Begriff, obwohl es sehr oft fällt, dieses sich die Kunden erziehen, gar nicht so.
00:21:46
Speaker
Ich denke mir einfach, aus meiner persönlichen Sicht, Kunden musst du nicht erziehen, du musst sie auf eine gewisse Art und Weise erzielen.
00:21:53
Speaker
beraten, du musst ihnen erklären.
00:22:00
Speaker
Die Leute kommen einfach nicht aus diesem informierten Umfeld, aus dem wir kommen.
00:22:06
Speaker
Es ist auch nicht Ihre Aufgabe, das zu argumentieren und zu erklären, wie du sagst, und nicht die Aufgabe des Kunden, mein Business zu verstehen und für mich zu...
00:22:20
Speaker
Ich sage mal so, du kannst es vergleichen mit, für uns ist jetzt im Supermarkt Bio ganz natürlich und glaube ich so ziemlich in allen Köpfen angekommen.
00:22:31
Speaker
Aber wenn du dir jetzt vorstellst, jemanden, der noch nie etwas vom Bio gehört hat, geht in einen Supermarkt und plötzlich liegt neben der Zucchini eine Bio-Zucchini, die doppelt so teuer ist, dann
00:22:44
Speaker
ohne diese ganze Beratungs- und Erklärarbeit, die wir mitbekommen haben, dann wird er einfach nur eine Zucchini sehen, die doppelt so teuer ist wie die Zucchini, die daneben liegt.
00:22:57
Speaker
Aber die Tatsache, dass du eben sagen kannst, gut, da sind halt keine schädlichen Pestizide,
00:23:04
Speaker
Zum Einsatz gekommen oder irgendwelche anderen Sachen, die dann halt vielleicht nicht in deinem Körper landen, bewirkt dann doch im Endeffekt, dass die Leute sagen, ja, ich kaufe Bio, weil ich habe vielleicht keinen Bock auf Pestizide oder ich habe vor, das zu einem Brei zu machen und meinem Baby zu verfüttern und keine Ahnung, was.
00:23:26
Speaker
Ist wahrscheinlich besser.
00:23:27
Speaker
Und ähnliche Erklärarbeit leistest du ja auch, wenn du eine Firma hast oder Einzelunternehmer bist.
00:23:36
Speaker
Und da sind wir auch bei dem Fiverr-Niveau.
00:23:41
Speaker
Es ist ja auch sehr ähnlich, das was ihr als Sprecher tut, das was wir als Tonstudios tun, wird in der Regel vom Kunden als sehr einfache, sehr niedere Tätigkeit angesehen.
00:23:54
Speaker
Ihr seid einfach die Typen, die vor dem Mikrofon stehen und ein bisschen labern und dafür viel zu viel Geld bekommen und wir sind die Typen, die vor irgendeinem Computer oder Mischpult sitzen, auf dem roten Record-Knopf drücken
00:24:08
Speaker
Und den Rest machen ja sowieso die endgeilen Plugins und die Software und das Mischpult mit den vielen bunten Lichtern drauf.
00:24:16
Speaker
Und wenn du da halt den Leuten erklärst, was du halt bekommst, und da geht es eben darum um Verfügbarkeit, da geht es darum um Konsistenz, da geht es darum um Response-Zeiten etc.
00:24:29
Speaker
etc.
00:24:29
Speaker
Alles, was du gesagt hast.
00:24:31
Speaker
Hey, die Kampagne wurde abgeschossen.
00:24:34
Speaker
Schreib mal nach, keine Ahnung, Fuhlsbüttel, deinem Fiverr-Sprecher, der angibt auf Fiverr, er hat zwei Wochen Response-Zeit.
00:24:43
Speaker
Hey, der CEO hat sich eingeschaltet, morgen in der Früh muss die Kampagne online gehen.
00:24:48
Speaker
Ich glaube nicht, dass der sagt, oh ja, klar, ich habe jetzt einmal für 50 Euro einen Take gesprochen, logisch arbeite ich für dich spätnachts auch mal.
00:24:59
Speaker
Ja, ja, total.
00:25:01
Speaker
Völlig richtig.
00:25:02
Speaker
Und ich glaube, das wird allgemein sehr unterschätzt, sehr häufig die Business-Komponente an.
00:25:09
Speaker
Es ist halt nun mal...
00:25:11
Speaker
eine selbständige Tätigkeit, die im Sprecherfall immer ein Einzelunternehmen ist.
00:25:17
Speaker
Im Tonstudio Fall oft auch EPU mit einer Handvoll Mitarbeitern, manchmal auch groß, aber auch nie.
00:25:25
Speaker
Ich habe noch nie ein Tonstudio mit mehr als 20 Mitarbeitern.
00:25:27
Speaker
gesehen oder so.
00:25:28
Speaker
Also nicht in Österreich.
00:25:29
Speaker
Nein, gut, nicht in Österreich.
00:25:30
Speaker
Ja, ja, richtig, richtig.
00:25:31
Speaker
Aber auch da nie in einer Konzernstruktur oder in einer... Ja, ja.
00:25:36
Speaker
Und diese Business-Seite, die wird uns nirgends beigebracht.
00:25:40
Speaker
Also ich habe weder auf der Schauspielschule noch in der Sprecherfortbildung oder privaten Sprechschule noch irgendwo sonst einen wirtschaftlichen Teil, einen verkaufenden Teil, einen buchhalterischen Teil der Ausbildung genossen.
00:25:56
Speaker
Ja, ich glaube auch gar nicht, dass wirtschaftliche Ausbildung im Sinne von Buchhalterisch etc.
00:26:04
Speaker
so wichtig ist.
00:26:06
Speaker
Also ich glaube, wenn du die Grundrechnungsarten beherrschst, dann bist du schon ziemlich weit vorne.
00:26:12
Speaker
Was mir aber immer wieder auffällt, gerade wenn ich so im Zuge von Sprecherkursen da einen Vortrag über die geschäftliche Seite der Tätigkeit halte,
00:26:21
Speaker
ist es einfach so, dass die Leute massiv unterschätzen, wie wichtig das Zwischenmenschliche, quasi die Begleitmusik für ihren Job ist.
00:26:32
Speaker
Also ich habe jetzt selten, also was heißt selten, ich habe noch nie einen Kunden erlebt,
00:26:39
Speaker
der gesagt hätte, ich will diesen Sprecher nicht mehr, weil der Stimmsitz ist nicht korrekt.
00:26:47
Speaker
Oder ich will diese Sprecherin nicht mehr, weil die S-Zischen mir zu laut.
00:26:51
Speaker
Oder huch, was für ein miserabler Glottisschlag.
00:26:58
Speaker
Kein Mensch hat mir das jemals gesagt.
00:27:01
Speaker
Aber was ich gehört habe, war einfach,
00:27:04
Speaker
Der ist aber schon ein bisschen komisch.
00:27:07
Speaker
Wieso grüßt mich der Sprecher nicht, wenn er ins Studio kommt?
00:27:11
Speaker
Was?
00:27:13
Speaker
Ja, es gibt Leute, die kommen einfach ins Studio und laufen in die Kabine und ignorieren die Leute, die da sitzen.
00:27:23
Speaker
Ja.
00:27:24
Speaker
Oder ich habe Leute erlebt, die haben allen die Hände geschüttelt, die eine Krawatte und einen Anzug haben hatten, außer dem CEO, der halt sich sein einziger leisten konnte, im T-Shirt da zu sitzen.
00:27:35
Speaker
Das kam halt auch nicht tierisch an.
00:27:37
Speaker
Aber ganz kurz vielleicht für unsere Zuhörerinnen und Zuschauer zur Erklärung.
00:27:42
Speaker
Ihr begleitet vom Team 4 die Werbesprecherausbildung, wo dann die AbsolventInnen,
00:27:50
Speaker
des Moduls am Ende ihre Demos aufnehmen und einen eine Art Praxistag oder ein habe ich auch gemacht kann man auch gar so ja ja nein was heißt Geständnis also es hat mir es hat es hat mir den es hat mir sehr viel geholfen an dieser Stelle Werner Wawruska danke und auch danke dir und so also das da habe ich sehr viel gelernt und was ich was ich eben vorher auch
00:28:19
Speaker
Mikrofonsprech technisch.
00:28:21
Speaker
Klar hatte ich eine Bühnensprech Ausbildung, super, aber wir sprechen selten für den dritten Rang in der Kabine und so.
00:28:32
Speaker
Und da begleitet ihr sozusagen die Kurse und du gibst auch einen kurzen Einblick in den Business Alltag und genau, nur damit wir alle auf demselben Stand sind.
00:28:45
Speaker
Dazu gekommen ist es eben in den Anfangstagen, da haben wir uns verlaufen.
00:28:53
Speaker
Du wolltest nämlich einfach wissen, wie die ersten Jobs waren.
00:28:58
Speaker
Die ersten Jobs, die wir hatten, waren eben...
00:29:02
Speaker
Anrufbeantworter für irgendwelche kleinen Unternehmen und eben auch Begleitung von diversen Sprecherkursen, wo wir damals noch CDs erstellt haben.
00:29:14
Speaker
Und da war unser Job als Tonstudio schlicht und ergreifend der, auf den bekannten roten Knopf zu drücken und die Schnauze zu halten.
00:29:25
Speaker
Und nachdem wir aber zeitgleich
00:29:29
Speaker
Das waren unsere ersten Kunden.
00:29:30
Speaker
Anrufbeantworter und diese Sprecherkurse.
00:29:34
Speaker
Und zeitgleich haben wir dann aber immer wieder in die Werbewelt hineinschnüffeln dürfen und mal dort einen Hörfunkspot aufgenommen, mal da...
00:29:44
Speaker
Ich habe das Voice-Over für einen TV-Spot aufgenommen, weil sonst keiner Zeit hatte.
00:29:55
Speaker
Wir haben dann eben mitbekommen, wie die Werbewelt funktioniert, wie die Werber ticken, wie Sprecher ausgewählt werden etc.,
00:30:01
Speaker
und haben gesehen, dass es da eine wahnsinnige Diskrepanz gab zwischen dem, was die Sprachcoaches in ihren Kursen vermitteln und dem, was wir in der Realität, also in der Praxis, nicht in der Realität, in der Praxis mitbekommen haben.
00:30:15
Speaker
Und dann war es halt irgendwie so ein bisschen dieser Bold Move, einfach zu sagen, ja, wir schreiben mal ein Konzept für eine Sprecherausbildung,
00:30:24
Speaker
die eben Studiozeit beinhaltet und die eben auch ein bisschen, sag ich jetzt mal, Wissen aus der Praxis, nämlich aus der Studiopraxis, aus der wirtschaftlichen Praxis beinhaltet.
00:30:36
Speaker
Und diesen Kurs gibt es jetzt eben auch seit es unser Tonstudio gibt.
00:30:40
Speaker
Also das war eine der ersten Geschichten.
00:30:43
Speaker
und ist eigentlich noch ein historisches Erbe, weil es ist der einzige Kurs, den wir betreuen als Tonstudio, sonst machen wir wirklich ausschließlich Werbung, aber weil es eben unser Baby war, läuft er immer noch.
00:30:55
Speaker
Okay, okay.
00:30:57
Speaker
Da haben wir uns auch vor, ich glaube, elf oder zwölf Jahren, als ich das gemacht habe, also die Transition von Radio und Schauspiel und so zum selbstständigen Sprechen hin, habe ich diesen Kurs auch gemacht und da haben wir uns eigentlich zum ersten Mal
00:31:12
Speaker
Dann sind wir uns begegnet und dann war aber auch erst mal lange nichts.
00:31:17
Speaker
Ich habe natürlich auch immer wieder Updates geschickt und so.
00:31:21
Speaker
Und irgendwann hast du dann gesagt, ja, jetzt, also am Anfang, Patrick, das war ja nicht so berühmt.
00:31:29
Speaker
Aber man hört, dass du an dir gearbeitet hast und so.
00:31:34
Speaker
Ich weiß nicht mehr, was das erste war, aber ich glaube, es war so ein Einreichfilm, ein Awardfilm, irgendwas, was jetzt keinem wehtut, wenn es jetzt nicht berühmt ist oder wenn es jetzt nicht alle vom Hocker reißt, was so einmal läuft.
00:31:48
Speaker
Aber es ist schon auch so, dass ich mir denke, dass Sprecher schon ein bisschen die Funktion von Tonstudios in diesem Punkt unterschätzen.
00:31:59
Speaker
Du kannst mir jetzt ehrlich sagen, ich habe manchmal so ein bisschen das Gefühl, wir werden so ein bisschen gesehen wie die russischen Oligarchen, die ihre Münzen und das Sprechervolk streuen.
00:32:13
Speaker
Aber die Tatsache ist schon die, dass wir großes Interesse haben und ich glaube, da spreche ich für alle meine Branchenkollegen, dass wir natürlich auch Leute aufbauen und Menschen eine Chance geben, weil so schön es ist, etablierte und tolle Stimmen zu haben, die zuerst
00:32:29
Speaker
Menge der wirklich etablierten Leute ist überschaubar und gleichzeitig fordern eben alle Agenturen und alle Filmproduktionen neue, frische Stimmen, weil sie sagen, okay, ich habe jetzt Stimme XY bei fünf verschiedenen Kunden schon untergebracht, manche haben viel mehr als fünf große Kunden gesprochen,
00:32:51
Speaker
Wir brauchen mal jemanden Neuen und idealerweise jemanden, der neu ist, aber es auch kann und lässig klingt.
00:32:58
Speaker
Nur, wie wir vorhin schon besprochen haben, es ist Erfahrung ein großer Punkt.
00:33:06
Speaker
Und ich glaube trotzdem, wenn du wirklich mal längere Zeit so richtig bei echten Jobs verbringst, ist der Lerneffekt viel, viel größer, als wenn du
00:33:18
Speaker
wenn du einfach im Studio vor dich selbst hinübst, einfach aufgrund der Anspannung, weil du halt wirklich liefern musst und weil es jetzt wirklich darum geht, dass das Zeug on Air gehen soll und nicht nur einfach irgendeine Demo ist, wo ich dann sage, hey, war ein lustiger Sonntagnachmittag.
00:33:33
Speaker
Da hat meine Stimme jetzt großartig geklungen und jetzt habe ich fünf schöne Gedichte aufgenommen für meine Soundcloud.
00:33:42
Speaker
Und du hast auch nicht vier Stunden Zeit, aus 13.000 Takes einen schönen Master-Take zusammenzuschneiden, sondern in Wahrheit musst du das Ding idealerweise in einer Handvoll Takes reinnageln, wie der Shoutout an Detlef Tams, an dieser Stelle deutscher Kollege, der immer sagt, er hat den Job aber geil reingenagelt.
00:34:02
Speaker
Das ist nicht von mir, aber ich finde, es passt sehr gut.
00:34:05
Speaker
Und zu der russischen Oligarchennummer möchte ich einmal vehement widersprechen.
00:34:09
Speaker
Ich habe es nur nicht gleich getan, weil ich wissen wollte, wohin der Satz sich entwickelt.
00:34:14
Speaker
Nein, das glaube ich nicht.
00:34:16
Speaker
Nein, Tim, das glaube ich nicht.
00:34:17
Speaker
Okay, wunderbar.
00:34:19
Speaker
Nein, aber tatsächlich, was ich schon glaube, ist, dass es bei vielen Kolleginnen und Kollegen
00:34:27
Speaker
die vor allem nicht hauptsächlich oder im beruflichen Alltag viel mit Tonstudios zu tun haben, eine sehr große Unwissenheit herrscht und die Unwissenheit resultiert,
00:34:45
Speaker
oft in Angst.
00:34:46
Speaker
Und aus der Angst heraus traut man sich selten, Fragen zu stellen.
00:34:51
Speaker
Da herrscht schneller mal ein Misstrauen.
00:34:54
Speaker
Und gerade am Anfang gibt es ja keine persönliche Beziehung zueinander.
00:34:58
Speaker
Also man kennt sich nicht, man kriegt den ersten Anruf.
00:35:01
Speaker
Da ist jemand, der sagt dann vielleicht auch noch irgendeinen großen Kundennamen und so.
00:35:06
Speaker
Um ein kleines Budget.
00:35:08
Speaker
Genau, dann ist es vielleicht ein Hörfunkspot für ein einzelnes Autohaus einer Automarke.
00:35:16
Speaker
Aber du hörst immer nur das, was du hören willst und du hörst die Automarke und wähnst dich schon als Brand Voice für eine neue Automarke.
00:35:26
Speaker
Und du traust dich aber nicht, also du weißt einerseits nicht, welche Fragen du stellen musst, damit du alle Informationen bekommst.
00:35:32
Speaker
Und zweitens traust du dich oft nicht, diese Fragen zu stellen, weil du nicht unprofessionell wirken möchtest.
00:35:39
Speaker
Und das ist die schlimmste Kombination.
00:35:41
Speaker
Leute, die versuchen, professionell zu tun, aber keine Ahnung haben, an die Sprecher da draußen, man checkt es.
00:35:51
Speaker
Ja.
00:35:53
Speaker
Versucht es einfach nicht.
00:35:54
Speaker
Sagt einfach, ich habe keine Ahnung.
00:35:57
Speaker
Wir...
00:35:58
Speaker
Ja, oder ich glaube auch meiner Erfahrung nach ist es eher ein Zeichen von Professionalität, die viele Fragen zu stellen, also viele, die richtigen Fragen zu stellen, nach der Nutzung, nach den Medien, nach den wie auch immer.
00:36:17
Speaker
Und es wird nicht als dievenhaft oder als arrogant erledigt,
00:36:26
Speaker
wahrgenommen, wenn man erst alle relevanten Informationen sammeln möchte, bevor man eine konkrete Zahl nennen kann.
00:36:35
Speaker
Weil ich möchte ja auch aus einem Fairness-Gedanken heraus nicht mit dem fünfstelligen Budget um die Ecke kommen, nur damit ich sicher nicht schlecht aussteige, sondern ich möchte dem Kunden noch nichts oder sozusagen euch im Angebot nichts verkaufen, was ihr ja gar nicht braucht oder so.
00:36:52
Speaker
Aber worauf ich raus wollte, um das zu Ende zu bringen, ich glaube aus dieser Angst und aus diesem Misstrauen resultiert eine gewisse Abwehr oder Vorsichtshaltung, wie auch immer und ich kann jetzt auch nicht für alle sprechen, die…
00:37:13
Speaker
die einen vergessen lässt, dass wir eigentlich auf derselben Seite stehen.
00:37:18
Speaker
Wenn man das jetzt ganz allgemein formulieren möchte.
00:37:21
Speaker
Mir wäre es auch noch wichtig, da was hinzuzufügen.
00:37:26
Speaker
Ich
00:37:28
Speaker
Ich verstehe, dass immer wieder einzelne Geschichten die Runde machen, wenn was mal nicht klappt, wenn irgendwo mal bei irgendjemand die Gier zuschlägt und auf gut Deutsch eben Sprecher um ihr Honorar gebracht werden.
00:37:44
Speaker
Das passiert, das passiert in jeder Branche.
00:37:47
Speaker
Es wird überall irgendwie beschissen.
00:37:50
Speaker
Ich will jetzt nicht sagen, dass unsere Branche irgendwie heilig wäre oder sonst was.
00:37:56
Speaker
Was ich aber schon sagen möchte, ist, dass ich mir denke, dass unsere Branche da doch auf eine gewisse Art und Weise speziell ist, gerade was die Tonstudios betrifft, weil es eben so ist, die renommierten Studios, wo du sagst, wo ich uns jetzt Gott sei Dank auch dazu zählen würde.
00:38:17
Speaker
Es gibt nicht unendlich viele.
00:38:19
Speaker
Also ich glaube, es gibt mehr Installateure in Wien, als es wirklich renommierte Tonstudios gibt.
00:38:25
Speaker
die tatsächlich den Job so betreiben, dass da Leute davon leben können.
00:38:31
Speaker
Also keine eingetragenen Firmen, die in Wirklichkeit Hobbyprojekte sind, sondern tatsächlich Unternehmen, wo Leute davon leben.
00:38:40
Speaker
Und für diese Unternehmen ist einfach die Reputation eine wahnsinnig wichtige Währung.
00:38:47
Speaker
Und da ist es auch komplett...
00:38:49
Speaker
Egal, wer jetzt beschissen wird.
00:38:53
Speaker
Wenn die Runde macht, XY bescheißt, dann verursacht das einfach massiven Schaden.
00:38:58
Speaker
Und ich kann nur für uns sprechen und ich glaube für so ziemlich alle meiner Branchenkollegen, das ist etwas, was du dir nicht antun willst.
00:39:06
Speaker
Dass du einfach sagst, du schadest dir selbst, indem du dann irgendwie den Ruf weg hast, Leute zu bescheißen.
00:39:13
Speaker
Weil die Branche ist so klein.
00:39:15
Speaker
Wir leben in so einer immens kleinen Nische,
00:39:18
Speaker
Im Endeffekt, wir kriegen die Jobs von den Werbeagenturen und von den Filmproduktionen.
00:39:24
Speaker
Die Filmproduktionen und Werbeagenturen sind mit den Sprechern teilweise auch befreundet.
00:39:30
Speaker
Da gibt es sehr viele Querverbindungen.
00:39:32
Speaker
Und wenn dann mal die Runde macht, okay, da wurde um Euros beschissen, ist das kein positiver Effekt.
00:39:42
Speaker
glaube ich, möchte ich das nur erwähnen, damit noch mehr die Angst genommen wird, dass man einfach mal sagt, hey, ich habe keine Ahnung, was ich als Gage verlangen sollte.
00:39:52
Speaker
Ich meine, wenn es dann anscheinend wirklich in einen absurden Bereich geht, dass man sagt, das ist jetzt irgendeine, keine Ahnung was, Kampagne für Coca-Cola und die soll für 70 Euro gesprochen werden, dann ist es klar, dass man vielleicht nochmal jemanden fragt, der sich besser damit auskennt oder dass dann vielleicht doch irgendwie die
00:40:11
Speaker
Alarmglocken losgehen, aber wenn wegen ein paar Prozenten abseits von Sprecherliste verhandelt wird, braucht man nicht Angst haben, dass man automatisch übervorteilt oder beschissen wird.
00:40:24
Speaker
Ich glaube auch.
00:40:24
Speaker
Also ich glaube Verhältnismäßigkeit ist das große Stichwort.
00:40:29
Speaker
Und über zehn Prozent kann man immer reden.
00:40:33
Speaker
Auf der anderen Seite
00:40:35
Speaker
Finde ich, und das predige ich ja auch immer schon und jedem, der es hören will und der es nicht hören will, es gehört einfach mehr zum Sprechberuf, zur sprecherischen Selbstständigkeit als handwerklich gutes Sprechen.
00:40:47
Speaker
Also es gehört einfach dazu, dass man sich mit Nutzungsrechten, mit Medien, mit...
00:40:55
Speaker
Was sind die Fachbegriffe?
00:40:57
Speaker
Mit welcher Sprache sprechen wir, wenn wir uns miteinander unterhalten und Größenordnungen, wie viele Versionen definieren, was ist das wert?
00:41:10
Speaker
Das gehört einfach auch dazu und das muss man sich aneignen, weil sonst…
00:41:17
Speaker
hat man nur bedingt was verloren.
00:41:20
Speaker
Klingt so hart, aber dann hat man es einfach schwer, sich nachhaltig und langfristig irgendwie was aufzubauen.
00:41:27
Speaker
Weil es hat ja keiner Bock, irgendwie, egal ob du das jetzt bist von Tonstudio-Seite oder die Werbeagentur oder die Filmproduktion oder der Endkunde, jedes Mal wieder bei Adam und Eva anzufangen und
00:41:40
Speaker
Mir als Dienstleister zu erklären, was jetzt Sache ist und was ein Tag-on ist oder was eine, keine Ahnung, das ist nicht eure oder die Aufgabe des Kunden.
00:41:55
Speaker
Das gehört zu meinem erweiterten,
00:41:59
Speaker
Werkzeugkoffer dazu, der hauptsächlich natürlich mit sprecherischen Dingen gefüllt sein sollte, aber halt auch mit dem.
00:42:06
Speaker
Und ja, ich glaube da.
00:42:09
Speaker
Absolut.
00:42:10
Speaker
Und dann ist das große Stichwort Transparenz und offenes, ehrliches Reden.
00:42:17
Speaker
Und dann bin ich bisher noch immer mit
00:42:21
Speaker
Und wenn nicht, war es trotzdem auch ein freundliches und ein zugewandtes freundschaftliches Ablehnen, wo ich gesagt habe, alles klar, danke, kenne mich aus, sorry kann ich nicht machen, nur das Beste und ich bin mir sicher, ihr findet jemanden, wie auch immer, aber dann ist es nicht so, dann ist es nicht so.
00:42:42
Speaker
Eskaliert das nicht so und man hinterlässt nicht so verbrannte Erde und völliges Unverständnis von… Wie gesagt, das ist genau das, was ich gemeint habe, als ich vorhin gesagt habe, Währung…
00:43:01
Speaker
Währung vertrauen.
00:43:05
Speaker
Mir ist es tausendmal lieber, ein Sprecher oder irgendein Dienstleister, können ja auch zum Beispiel Musiker, Sounddesigner, was auch immer sein, sagt mir einen absurd hohen Betrag, weil er sagt, gut, meine Leistung ist so gut, das kostet es einfach.
00:43:21
Speaker
Und er kann das argumentieren.
00:43:22
Speaker
Und er kann es argumentieren und dann kann er ihm noch ganz ehrlich zurückantworten, du, das werde ich nicht schaffen.
00:43:29
Speaker
Oder da kann ich dir gleich sagen, das wird unser Kunde, den ich ja in der Regel besser kenne als die Sprecherin oder der Sprecher, das wird der Kunde nicht zahlen wollen.
00:43:38
Speaker
Weil ich habe ein Gefühl für die Leute.
00:43:40
Speaker
Ich telefoniere ja, bevor ich bei einer Sprecherin oder einem Sprecher anrufe, schon x-mal mit dem Kundenkontakt.
00:43:48
Speaker
Ich habe ein Gefühl für die Menschen bzw.
00:43:50
Speaker
Menschen,
00:43:51
Speaker
Und du kriegst dann auch relativ schnell ein Gefühl, wie es um das Budget so bestellt ist, ob das sehr strapaziert ist oder gut.
00:44:01
Speaker
Und mir ist es lieber, dass jemand eben quasi einen höheren Betrag aufwirft und den argumentieren kann und dann aber in seiner Entscheidung konzentriert.
00:44:13
Speaker
konsequent und konsistent bleibt, als jemand, wo ich einfach weiß, das ist mal so, mal so.
00:44:20
Speaker
Also ich habe gerade wenig Geld und deshalb mache ich dir jetzt den Hörfunkspot für, keine Ahnung, 50 Prozent vom Normalpreis, aber dann ist die Kohle am Konto und ich habe kein Problem mehr und dann brauchen wir für genau diesen Hörfunkspot eine kleine Änderung.
00:44:39
Speaker
Und dann will ich aber das...
00:44:42
Speaker
mehr als was in der Liste steht, weil es ja eine Notsituation für euch ist.
00:44:47
Speaker
Also das ist dann zum Beispiel so ein Verhalten, wo ich sage, das ist dann irgendwie, das mag ich nicht.
00:44:53
Speaker
Also ein bisschen Trumpsches Erpressen.
00:44:58
Speaker
Ja, ich glaube auch ein großer Faktor ist, dass diese Gagenempfehlungen, diese Listen, die es ja auch für den deutschen Markt gibt und so weiter,
00:45:09
Speaker
dass die oft nicht mit Hausverstand gelesen werden und als das Werkzeug, was sie sind, eine Empfehlung erstens und ein Richtwert für eine Dienstleistung, sondern dass sie oft so als in Stein gemeißelte Gesetze empfunden werden.
00:45:28
Speaker
Aber auch da wieder nicht aus der Arroganz heraus, sondern aus der Unwissenheit heraus und aus dem
00:45:34
Speaker
aus der Angst heraus etwas falsch zu machen und dann lieber bloß nicht, weil sonst.
00:45:38
Speaker
Und da verbaut man sich einiges.
00:45:40
Speaker
Oder wolltest du dazu was sagen?
00:45:41
Speaker
Ja, ich wollte dazu tatsächlich was sagen.
00:45:44
Speaker
Das ist auch der Grund, warum ich zum Beispiel in meinen Vorträgen immer wieder sage, seid euch dessen bewusst, was der Unterschied ist zwischen dem Layoutsatz und dem Buyoutsatz.
00:45:54
Speaker
Für den Layoutsatz, das ist quasi das Honorar, das ihr bezahlt bekommt, das ihr dort vorbeite.
00:45:58
Speaker
vor Ort physisch anwesend seid, eine Stunde oder wie lange auch immer.
00:46:03
Speaker
Und die Buyouts sind einfach mehr oder weniger Entgelt für die Benutzung der Stimme.
00:46:10
Speaker
Das heißt, je mehr Leute meine Stimme hören, umso stärker wird sie benutzt, umso mehr Geld ist es wert.
00:46:16
Speaker
Und wenn du nur diesen Aspekt betrachtest,
00:46:19
Speaker
behirnst in allen Diskussionen, dann kannst du auch teilweise die Argumente von Kunden verstehen, wenn sie zum Beispiel sagen, ja, es ist ein Hörfunksbot beispielsweise und ja, er wird österreichweit geschalten, aber es ist halt so, der läuft
00:46:36
Speaker
drei Tage vor dem Event XY, große Gartenmesse, und nach drei Tagen ist das over.
00:46:46
Speaker
Insofern könnten wir es vielleicht ein bisschen billiger haben.
00:46:49
Speaker
Das ist dann wieder so klassisch eine Geschichte, wo ich dann mit den Sprechern diskutiere und argumentiere im Sinne des Kunden, weil ich sage, okay, Leute, Buyout ist dafür da.
00:47:02
Speaker
um abzugelten, wie oft wird deine Stimme gehört und wie oft wird sie dadurch abgenutzt verbraucht.
00:47:09
Speaker
Und wenn ich sage, drei Tage vor der Gartenmesse hört man halt einmal täglich den Radiospot laufen, dass die stattfindet, dann ist das keine massive Stimmabnutzung.
00:47:20
Speaker
Und da kann man vielleicht
00:47:22
Speaker
ein bisschen diskutieren.
00:47:23
Speaker
Absolut.
00:47:24
Speaker
Ich glaube, du hast aber am Schluss noch sehr beiläufig eigentlich noch was sehr Wichtiges gesagt, nämlich der läuft zwar nur drei Tage vor der Gartenmesse, aber dann ist der Unterschied, ist das, der, sage ich jetzt mal, der, ja nennen wir einfach Marken, ist ja scheißegal, bucht mich ja eh keiner mehr.
00:47:40
Speaker
Hört doch eh keiner.
00:47:41
Speaker
Nein, aber ist das der, ich sage jetzt mal Hausnummer, Lidl, Mediamarkt, wie oft wird das in diesen drei Tagen durch die Welt posaunt?
00:47:52
Speaker
Oder ist es vielleicht der Verband der Gärtnerinnen, die sich jetzt halt auch mal...
00:48:01
Speaker
5000 Euro oder 10.000 Euro Schaltungsbudget leisten, wo der dann zwölfmal in diesen drei Tagen läuft oder so.
00:48:08
Speaker
Also wenn mir da jemand ein Argument gibt und mir schriftlich, wie auch immer, da glaubhaft versichern kann,
00:48:19
Speaker
der läuft nur x-mal, das Gesamtschaltungsbudget ist nur so wenig, unverhältnismäßig viel weniger als eine klassische kommerzielle Kampagne, die sonst national ausgerollt wird von einem Großkunden wie Amazon oder was auch immer, dann natürlich, also ich lasse mich ja gerne überzeugen von validen Argumenten.
00:48:40
Speaker
Grundsätzlich finde ich ja auch die historisch gewachsene Preisgestaltung in anderen europäischen Ländern ja viel besser, wo quasi das Honorar ans Mediabudget angepasst ist.
00:48:51
Speaker
Fände ich total geil.
00:48:52
Speaker
Ja, ist halt in Österreich leider nicht machbar, weil Schaltpläne gehütet werden wie, keine Ahnung.
00:49:01
Speaker
Wie das Faberge-Ei.
00:49:03
Speaker
Wie das Faberge-Ei und Köln.
00:49:06
Speaker
Gleichzeitig ist es aber so, dass wenn du in England sagst, ja, keine Ahnung, welche Reichweite hat der Spot, die jede Firma sofort in der Minute sagt, diese.
00:49:17
Speaker
Und dahingehend werden dann die Honorare kalkuliert.
00:49:22
Speaker
Wäre viel fairer.
00:49:24
Speaker
Wäre wieder verhältnismäßiger.
00:49:26
Speaker
Weil du sagst, ja, ich habe halt anderthalb
00:49:28
Speaker
Ich weiß nicht, ich habe 150.000 dahinter gesteckt in Schaltungskosten oder nur 15.000 oder 500.000.
00:49:37
Speaker
Gibt es ja alles.
00:49:39
Speaker
Und dann schaltest du einmal den Superbowl-Spot oder das Pendant vor dem Champions-League-Finale, direkt vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit oder so.
00:49:49
Speaker
Naja, alles klar.
00:49:50
Speaker
Das werden halt...
00:49:52
Speaker
weiß ich nicht, wie viele Millionen Menschen halt sehen.
00:49:56
Speaker
Aber vielleicht nochmal ein bisschen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, bevor wir jetzt hier völlig eskalieren.
00:50:03
Speaker
Die globale Kampagne von Apple, gesprochen von Patrick Nütze.
00:50:07
Speaker
Was wir halt so machen, jeden Dienstag irgendwie.
00:50:13
Speaker
Was sind für dich Dinge, die einen guten Sprecher, eine gute Sprecherin ausmachen, abseits des Handwerks, des rein handwerklichen Deliverns?
00:50:23
Speaker
Wen buchst du gerne wieder?
00:50:24
Speaker
Was sind absolute No-Gos?
00:50:26
Speaker
Wir haben es ja schon ein bisschen angedeutet, aber elaborate.
00:50:29
Speaker
Ach Gott, wie schlimm darf ich werden?
00:50:34
Speaker
Du darfst alles sagen, es ist ein Safe Space hier.
00:50:37
Speaker
Niemand schaut uns zu, das hört niemand.
00:50:42
Speaker
Nein, also grundsätzlich würde ich mal sagen, die Leute müssen sich bewusst sein, dass es einfach ein Job ist.
00:50:52
Speaker
Also du darfst du selbst sein.
00:50:58
Speaker
Ich finde es ein wenig mühsam, wenn Leute irgendwie glauben, sie müssen sich verstellen, weil sie jetzt im Tonstudio sind oder einen Job bekommen haben oder einen Job wollen.
00:51:09
Speaker
Also grundsätzlich wirst du ja schon ausgesucht, bevor du ins Studio kommst.
00:51:14
Speaker
Und du musst jetzt auch nicht...
00:51:19
Speaker
Best-Friend sein oder irgendetwas darstellen.
00:51:22
Speaker
Die Wahl wurde bereits getroffen.
00:51:24
Speaker
Also ich habe da so zwei Typen von Menschen, die extrem Introvertierten und die extrem Extrovertierten, die halt ein bisschen komisch rüberkommen.
00:51:35
Speaker
Also die extrem Introvertierten sind eben die, die am liebsten gerne an der Türschwelle zu einer Maus transformieren würden und sich gleich im Studio verstecken.
00:51:44
Speaker
die vergessen mitunter, dass Kunde schon anwesend ist und vielleicht mal kurz nur Hallo zu sagen.
00:51:49
Speaker
Und die extrem Extrovertierten, die an eben besagter Türschwelle dann gleich mal erzählen, was sie nicht für geile Projekte in den letzten zwei Wochen gemacht haben.
00:51:59
Speaker
Viel besser als das jetzt.
00:52:01
Speaker
Ja, viel besser, weil das ist eigentlich jetzt so, boah, das mache ich nebenher, aber sonst eben Super Bowl und so.
00:52:11
Speaker
Das finde ich ein bisschen obsolet.
00:52:14
Speaker
Grundsätzlich würde ich jeder Sprecherin und jedem Sprecher einfach empfehlen, sie selbst zu sein.
00:52:20
Speaker
Und wenn du halt eher der ruhigere Typ bist, bist du der ruhigere Typ.
00:52:23
Speaker
Und wenn du eher die Plaudertasche bist, sei die Plaudertasche.
00:52:27
Speaker
Aber grundsätzlich, wenn du mal davon ausgehst, dass hier keine Rocket Science betrieben wird oder die Welt verändert wird,
00:52:37
Speaker
sondern dass wir hier einfach einen Werbespot aufnehmen und jeder will das Ding möglichst gut hinbekommen, dann ist das eine super, super, super Grundvoraussetzung.
00:52:49
Speaker
Und auch die Kunden schätzen das.
00:52:52
Speaker
Du spürst es einfach, wenn jemand mit dem Gedanken reinkommt, okay, ich will, dass das jetzt eine gute Aufnahme wird.
00:53:00
Speaker
Und zur guten Aufnahme gehört eben auch dazu, dass man grundsätzlich mal das Gefühl hat, alle ziehen an einem Strang.
00:53:10
Speaker
Das sind auch die Sprechertypen, von denen ich am häufigsten von Kunden das Feedback bekomme,
00:53:19
Speaker
das war so nett, den wollen wir gerne wieder buchen.
00:53:21
Speaker
Das ist einfach, wenn der Kunde das Gefühl bekommt, er wird von der Sprecherin oder vom Sprecher gehört und man hat im besten Fall sogar noch Spaß bei der Aufnahme, dann ist das eigentlich schon gewonnen auf allen Ebenen.
00:53:36
Speaker
Und
00:53:40
Speaker
Und das bringt mich eigentlich auch zu den absoluten No-Gos.
00:53:44
Speaker
Also wenn ich spreche, sage ich jetzt mal salopp gesprochen, dem Kunden irgendwie ans Bein pissen, im Worst Case unmittelbar noch bevor die Aufnahme losgeht, dann ist das halt so irgendwie das No-Go.
00:54:01
Speaker
Also auf Platz Nummer 1 steht, Kommentare über den Text abzugeben.
00:54:05
Speaker
Ja,
00:54:06
Speaker
Über die Qualität des Textes.
00:54:08
Speaker
Ja, wow.
00:54:09
Speaker
Also ich finde immer noch der ungeschlagene Klassiker ist, wenn du kurz mit dem Kunden zusammensitzt und man bespricht den Text durch.
00:54:21
Speaker
Sie sind dann anwesend meistens bei einer Werbeaufnahme Kunde und von der Kreation halt Texter oder Kreativdirektor.
00:54:30
Speaker
Was die Sprecher nicht wissen, zwischen Text und Kunde gab es mitunter schon 100 Änderungsläufe, bevor der Studiotermin stattgefunden hat.
00:54:41
Speaker
Der Kunde hat vielleicht schon hundertmal gegenüber dem Texter seinen Unmut geäußert, dass er mit dem Ding nicht zufrieden ist.
00:54:48
Speaker
Und wenn du dann als Sprecher reinkommst und sagst, boah, wer hat denn das geschrieben?
00:54:56
Speaker
Dann ist das jetzt natürlich nicht ein Garant für die große Liebe vom ersten Moment an.
00:55:03
Speaker
Gleichzeitig auch mein All-Time-Classic, also jeder, der mich in meinen Vorträgen schon mal gehört hat, wird es wissen, zu spät kommen.
00:55:11
Speaker
Also zu spät kommen ist auch so ein absolutes No-Go, weil, wie du sagst, an so einer Kampagne hängt wahnsinnig viel Geld.
00:55:20
Speaker
Also wir sind ein kleines Rädchen in dem ganzen Ding.
00:55:23
Speaker
Da gibt es teilweise absurde Schaltungskosten, teilweise ist schon für den nächsten Tag die Aufnahme geplant.
00:55:30
Speaker
Und wenn du dein Handy abdrehst und 15 Minuten zu spät kommst, sind das für den verantwortlichen Marketer bzw.
00:55:37
Speaker
für die verantwortliche Agentur oder auch für uns als Tonstudio, die wir versuchen, dich x-mal zu erreichen, die schlimmsten 15 Minuten ever.
00:55:45
Speaker
Und das macht sich irgendwann mal bemerkbar, weil in jedem sofort, wenn der Sprecher nicht da ist und du versuchst, ihn zu erreichen und Handy ist aus,
00:55:55
Speaker
Und jeder sofort beginnt sich zu überlegen, oh Scheiße, Scheiße, was ist, wenn der den Termin vergeigt hat?
00:56:01
Speaker
Was ist, wenn der nicht kommt?
00:56:03
Speaker
Was passiert dann?
00:56:04
Speaker
Oh mein Gott, der Marketer sieht schon das Kündigungsschreiben auf sich zukommen, weil er die Kampagne in den Sand gesetzt hat und so weiter und so fort.
00:56:15
Speaker
Also da hängt ja ein irrsinniger Rattenschwanz dran.
00:56:18
Speaker
Insofern sage ich immer, kommt 15 Minuten früher.
00:56:21
Speaker
Ja, da hat man dann auch Zeit ein bisschen zu socialisieren, ein bisschen vorzufühlen.
00:56:27
Speaker
Es gibt ja auch so viele, wie es Menschen auf der Erde gibt, so viele Typen von Kunden gibt es und jeder will auch was anderes und manche wollen das private Geplänkel oder das mehr Entertainment, manche wollen Business.
00:56:43
Speaker
mach einfach drei geile Takes und dann können wir weiter tun.
00:56:47
Speaker
Aber zum Text wollte ich noch mal fragen, was ist denn dann mit grammatikalischen Fehlern?
00:56:55
Speaker
Also wirklich Grammatik falsch, wenn du das so an R schickst.
00:57:00
Speaker
Da tue ich mir nämlich schon manchmal schwer, ich sage dann zumindest, versuche so diplomatisch wie möglich zu sagen,
00:57:08
Speaker
Soweit ich weiß, ist es anders richtig?
00:57:12
Speaker
Also ist es anders grammatikalisch richtig?
00:57:14
Speaker
Ist das bewusst?
00:57:18
Speaker
Aber da merkt man halt wieder mal, du bist schon routiniert.
00:57:24
Speaker
Das passt ja auch.
00:57:25
Speaker
Wir sind ja auch oft in der Situation, dass wir etwas sehen und uns denken, okay, ist da jetzt ein Fehler passiert oder ist das beabsichtigt?
00:57:34
Speaker
Und beides kommt vor.
00:57:37
Speaker
Sehr oft ist es auch wirklich beabsichtigt, wenn du zum Beispiel Austriazismen im Text hast.
00:57:44
Speaker
dass es einfach darum geht, ja, man will halt einfach, dass es, um jetzt den Claim zu nennen, frisch saftig steirisch heißt, weil es einfach ein österreichischer Apfel sein soll und kein Deutscher.
00:58:01
Speaker
Und saftig wird halt als Deutsch wahrgenommen, zumindest in diesem Kontext halt nicht passend.
00:58:10
Speaker
Das haben nicht wir gemacht, aber mein...
00:58:13
Speaker
Mein absoluter Favorit ist immer noch in einer Baumarktwerbung, als ich gehört habe, die Bodenfliese Sevilla.
00:58:20
Speaker
Sevilla?
00:58:21
Speaker
Ja, und ich habe von meinem geistigen Auge gesehen den Marketer, der gesagt hat, wir können nicht Sevilla sagen, weil die Fliese findet keiner von unseren Kunden.
00:58:33
Speaker
Wow, okay, alles klar.
00:58:37
Speaker
Ja, geil.
00:58:37
Speaker
Ich hatte ja auch schon in allen Farben und Formen, ja, das ist gewünscht, das soll genau dieser fast schon ein Störimpuls sein, dass man sich ja, was?
00:58:47
Speaker
Aber dass man dann umso genauer hinhört oder so, bis hin zu, wow, danke, klar.
00:58:53
Speaker
Oder aber, also eher häufiger, was häufiger vorkommt, ist das,
00:58:57
Speaker
dass der Text im Layout das auf die Zeit selber getimt hat, sich aber keine Zeit für die Gestaltung gelassen hat, sondern gesagt hat, ich hätte bitte gerne einen epischen, monumentalen, eigentlich einen Action-Trailer von Hörfunkspot oder auch ein TV, ist ja scheißegal, aber bitte mit, weiß ich nicht, 89 Worten in 25 Sekunden oder so.
00:59:22
Speaker
Was sehr oft leider in der Werbung passiert und auch zu den vermeintlich schlechten Texten führt, ist die Tatsache, dass die Werbeagentur mit einer grundsätzlich sehr guten Idee um die Ecke kommt.
00:59:34
Speaker
Ich kenne auch den Struggle von den Werbeleuten und der ist auch wirklich alles andere als ohne.
00:59:42
Speaker
Das ist schon echt hartes Geschäft, vor allem auch
00:59:45
Speaker
für dein Ego, wenn du eine wirklich gute Idee lieferst und die braucht einfach die 20 Sekunden und dann kriegst du als Kundenfeedback, super, wir lieben das und macht mal und in der zweiten Runde hörst du aber, ja, aber wir müssen
01:00:01
Speaker
auch noch unterbringen, dass es da eine Special Summer Days Aktion gibt, die vom 2.
01:00:09
Speaker
Juli bis 3.
01:00:10
Speaker
August läuft, aber nur in den Märkten Wien, Linz und Klagenfurt.
01:00:16
Speaker
Im Burgenland läuft sie dafür.
01:00:20
Speaker
Und somit ist die Idee tot.
01:00:23
Speaker
Und du hast halt nur mehr wirklich...
01:00:26
Speaker
rudimentäre Ansätze einer Idee und der Rest ist irgendwie einfach nur mehr Produktinfo, die keiner mehr hört, aber es gibt immer noch Kunden, die das unbedingt so wollen und ja, dann geht es halt leider auch nicht anders, da musst du halt durch.
01:00:40
Speaker
Ja, voll.
01:00:40
Speaker
Ich sage da auch immer, es kann halt sein, dass es dann klingt wie eine Packungsbeilage.
01:00:45
Speaker
Ich mache es jetzt mal so, damit ihr auch hört und spürt, was das Ergebnis ist.
01:00:52
Speaker
Besser wäre es, wenn wir vielleicht den Halbsatz streichen oder das raffen oder das vielleicht irgendwie...
01:00:58
Speaker
Wie auch immer, gibt es etwas, womit ihr nicht verheiratet seid in diesem Text, damit wir einfach ein bisschen Luft zum Atmen haben?
01:01:09
Speaker
Das ist zum Beispiel eine unglaublich smarte Frage, wenn ich dir das mal so sagen darf.
01:01:17
Speaker
Auch wieder so ein Erfahrungswert, weil ja, es gibt sehr oft bei Texten Geschichten, wo die Agentur oder der Kunde damit verheiratet ist.
01:01:27
Speaker
definitiv verheiratet ist.
01:01:29
Speaker
Und das können irgendwelche Kleinigkeiten sein, dass irgendwelche Wörter wie zum Beispiel der beinahe günstigste, weil das einfach vom
01:01:43
Speaker
Das Legal-Team hat gesprochen.
01:01:45
Speaker
Weil es einfach vom Legal-Team so abgesegnet ist, weil es halt irgendwo in Burundi einen gibt, der noch günstiger ist.
01:01:54
Speaker
Das ist zwar nur ein Retailer, der aus einem Opa besteht, aber...
01:02:01
Speaker
Legal gesehen dürfen wir deshalb nicht sagen, es ist der günstigste.
01:02:06
Speaker
Deshalb ist es auch nur die wahrscheinlich längste Praline der Welt.
01:02:11
Speaker
Ich glaube, da ist ein riesen Fingerspitzengefühl gefragt.
01:02:14
Speaker
Aber auch gleichzeitig kenne deinen Platz.
01:02:18
Speaker
Wenn ich die Viertelstunde früher da bin, dann habe ich ja auch ein Gefühl, wer sitzt denn da auf der anderen Seite der Scheibe?
01:02:26
Speaker
Dich und den René kenne ich.
01:02:27
Speaker
Die kann ich einordnen und wissen.
01:02:30
Speaker
Aber wenn dann plötzlich eben sieben, acht Leute sitzen und wenn ich um eins vor zwölf irgendwie noch schnell reinschneie und den Soundtrack im Abwerfen meiner Jacke und so, dann kann ich nur jemandem auf die Füße steigen, wenn ich dann da reinfahre mit irgendwelchen unaufgeforderten Änderungswünschen.
01:02:58
Speaker
Aber gleichzeitig
01:03:00
Speaker
Eben, wenn ich das vorher weiß, dann kann ich feel the room.
01:03:03
Speaker
Es ist nicht so schwer, aber gleichzeitig weiß ich dann, ist das einer von den Jobs, wo ich einfach die Klappe halte und meinen Job mache?
01:03:10
Speaker
Oder ist mein kreativer Input gefragt, sogar gewollt, wie auch immer?
01:03:17
Speaker
Und dieses Fill the Room ist, glaube ich, wirklich etwas, das habe ich eben vorhin gemeint, dieses Fill the Room ist wirklich eine Geschichte, die wird total unterschätzt, sowohl in Preisverhandlungen als auch mit dem Kunden selbst.
01:03:35
Speaker
Gerade Newcomer sind so darauf fokussiert, wirklich auf ihr Handwerk noch und auf das Abliefern eines möglichst korrekten Takes, sprachtechnisch korrekten Takes, weil sie so viel mit Training und Ausbildung verbracht haben, dass sie einfach nichts checken oder checken, nicht checken klingt jetzt vielleicht dämlich, aber...
01:03:58
Speaker
sagen wir es mal so, dass es nicht darum geht, dass das sprechtechnisch korrekt ist, sondern der Kunde will einfach einen unbeschwerten, leichten Take haben, der lustig klingt und dann ist es komplett egal, wie der Stimmsitz oder die Spannung oder sonst etwas ist und das musst du halt auch mal spüren.
01:04:19
Speaker
Ich gebe dir total recht.
01:04:21
Speaker
Ich glaube, es ist gar nicht das Nicht-Checkend.
01:04:23
Speaker
Ich weiß, das hast du auch nicht so gemeint.
01:04:25
Speaker
Ich glaube, es ist eher die
01:04:28
Speaker
Wenn du noch am Anfang deiner sprecherischen Tätigkeit bist, mit wenig Erfahrung und wenig Routine, wird so viel Hirnkapazität damit verbraucht, das Gelernte in einer Drucksituation in die Praxis umzusetzen, dass da kein Platz mehr ist für einen Subtext, für ein Feel the Room, für ein spielerisches Ausprobieren.
01:04:50
Speaker
Das könnte in diese Richtung gehen, das könnte aber auch in diese andere Richtung gehen, sondern da ist...
01:04:56
Speaker
Das ist ja, also ich bin jetzt kein Neurowissenschaftler und so, aber wenn wir etwas lernen, je öfter wir das praktizieren, desto stärker und schneller und besser werden die neuronalen Verbindungen.
01:05:08
Speaker
Und im Idealfall haben wir dann da irgendwann eine Autobahn, auf der wir einfach schon, das läuft dann alles so mit, wir fahren und dann haben wir plötzlich noch Platz, uns mit der Gestaltung, mit der Bespaßung, mit dem Ausprobieren, mit dem Kreativen zu beschäftigen, oder?
01:05:24
Speaker
Ja, also das ist auch der Grund, warum ich den Newcomern, die ihre ersten Studiotermine auch machen, auch immer gerne sage, okay, du hast jetzt wahnsinnig viel Zeit mit Üben und mit Lernen und Training verbracht und jetzt bitte vergiss den ganzen Scheiß und jetzt mach einfach mal.
01:05:42
Speaker
Also Trainingssession ist hier und heute zu Ende und du lieferst einfach...
01:05:49
Speaker
ab, was passiert.
01:05:52
Speaker
Einfach mal das Hirn ausschalten.
01:05:53
Speaker
Du musst nämlich an irgendeinem Punkt als Sprecherin, Sprecher auch wirklich diesen Hebel umlegen, dass du sagst, okay, jetzt wird nicht mehr geübt.
01:06:02
Speaker
Jetzt vertraue ich einfach darauf, dass das Üben Spuren hinterlassen hat.
01:06:07
Speaker
Und wenn du das schaffst, ist das meistens ein Garant, dass die Aufnahme um
01:06:12
Speaker
merkbar besser wird, als wenn du es nicht tust.
01:06:17
Speaker
Ich glaube, das ist eine schöne Überleitung für Mensch versus Maschine.
01:06:23
Speaker
Schalter umlegen.
01:06:26
Speaker
Schalter umlegen.
01:06:27
Speaker
Oder möchtest du zu dem Thema Sprecherbuchung, No-Gos und so weiter, hattest du da noch was auf dem Herzen?
01:06:33
Speaker
Ich hätte da noch einen einstündigen Vortrag vorgehalten.
01:06:36
Speaker
Ja, sehr gerne.
01:06:39
Speaker
Der Podcast darf so lange gehen, wie er will.
01:06:42
Speaker
Es ist nur die Frage, ob das da noch jemand anhört.
01:06:44
Speaker
Sechseinhalb Stunden.
01:06:46
Speaker
Georg und Patrick.
01:06:47
Speaker
So eine Fidel Castro-Rede.
01:06:49
Speaker
So eine dreieinhalbstündige.
01:06:51
Speaker
Nein.
01:06:54
Speaker
Ich möchte das nicht abbrechen.
01:06:56
Speaker
Ich hatte gerade das Gefühl, dass das jetzt ein schöner Segway wäre zu, das ist ja das, was wir als Menschen mehr bieten können als ein KI-Sprachprogramm.
01:07:11
Speaker
Also ich habe zu KI eine relativ starke Meinung.
01:07:15
Speaker
Sehr gut.
01:07:16
Speaker
Erstarke, nein, wie sagt man, teil sie gerne mit mir.
01:07:22
Speaker
Also grundsätzlich, ich sehe viele Parallelen in andere Branchen, wo massive Änderungen schon passiert sind.
01:07:35
Speaker
Das ist jetzt zum Beispiel die Lebensmittelbranche.
01:07:39
Speaker
Wir sind ja auch vor vielen Jahren schon umgeswitcht von dem romantischen,
01:07:46
Speaker
Der Bauer baut die Kartoffel am Feld an und der bringt sie dann mit seinen Händen zum Markt und dort kaufen wir sie dann.
01:07:58
Speaker
Wir haben ja vor Jahrzehnten schon auf industrialisierte Essenserzeugung umgestellt.
01:08:07
Speaker
Und es gab die schlimmsten Visionen für die Jetztzeit, dass wir uns hier und jetzt im Jahr 2024 alle nur mehr von irgendwelchen Päckchen mit Nährstofflösungen drin ernähren werden.
01:08:22
Speaker
Was tatsächlich passiert ist, wir bekommen die industrialisierte Lebensmittelherstellung nicht mehr weg, das ist klar.
01:08:31
Speaker
Die ist auch wesentlicher Bestandteil der Ernährungsversorgung der Welt geworden.
01:08:37
Speaker
Dennoch ist es so, dass es für Lokale, die auch nur ansatzweise gehoben kochen, beziehungsweise für Leute, die es sich auch nur ansatzweise leisten können, eine Selbstverständlichkeit ist, dass ein Teil, sehr oft ein großer Teil des Warenkorbs, was sie sich einkaufen, aus Bioprodukten besteht.
01:09:03
Speaker
Und in
01:09:04
Speaker
In Restaurants geht es sogar noch einen Schritt weiter.
01:09:07
Speaker
Also da dürfen es nicht nur bloß Bioprodukte sein, sondern das sind dann in, sag ich jetzt mal, gehobenen Restaurants auch Produkte, die regional angebaut werden.
01:09:19
Speaker
Also viele Lokale schreiben sich ja sogar auf die Fahnen, hier bei uns bekommst du nur Sachen, die nicht weiter als so und so viele Kilometer rund ums Lokal gewachsen sind.
01:09:31
Speaker
Weil wir nehmen das Thema Ernährung sehr, sehr ernst.
01:09:36
Speaker
Wir legen da Fokus drauf.
01:09:39
Speaker
Warum ich das erzähle, ist, weil ich mir auch denke, dass es ähnlich mit der ganzen Branche KI ist.
01:09:48
Speaker
und menschliche Arbeitsleistung ablaufen wird.
01:09:52
Speaker
Ich glaube, wir haben alle im Moment vor allem deshalb Angst, weil wir Opfer einer gigantischen Marketingkampagne zum Thema KI sind.
01:10:02
Speaker
Uns wird eigentlich tagtäglich suggeriert und erzählt, dass das KI einfach unbeatable ist.
01:10:09
Speaker
Next Level Shit ist, gegen den kein Mensch mehr bestehen kann, weil jetzt die neuesten Erkenntnisse, keine Ahnung, irgendwelche kognitiven Tests, die JetGPT durchgeführt hat.
01:10:24
Speaker
JetGPT ist mittlerweile schon besser in kognitiver Zuordnung als Menschen.
01:10:33
Speaker
Ja, eh.
01:10:34
Speaker
Ja, sicherlich.
01:10:36
Speaker
Im Labor schon.
01:10:37
Speaker
Heute, bevor ich hergekommen bin, habe ich versucht, JetGPT anzuweisen.
01:10:43
Speaker
Gehe auf diese Webseite und fasse mir die Daten hinter dieser Liste in einem Excel zusammen.
01:10:50
Speaker
Ich habe eine Stunde damit verbracht.
01:10:52
Speaker
Es war nicht zu lösen.
01:10:54
Speaker
JetGPT war zu doof.
01:10:56
Speaker
JetGPT hat mir immer gesagt, hier ist eine downloadbare Excel-Tabelle.
01:11:01
Speaker
Und von 250 Einträgen habe ich drei in JGPT gesehen und die restlichen wurden in Form von drei Punkten zusammengefasst.
01:11:09
Speaker
Also das ist, wenn ich jetzt sage, JGPT ersetzt mir einen Mitarbeiter, dann muss ich sagen, ja, aber JGPT ersetzt mir einen sehr, sehr doofen Mitarbeiter.
01:11:18
Speaker
Okay.
01:11:19
Speaker
Also es ist jetzt noch nicht da, dass ich sage, die GPT bzw.
01:11:27
Speaker
die künstliche Intelligenz ist weiter als wir Menschen.
01:11:31
Speaker
Der Fortschritt wird natürlich rasant ablaufen.
01:11:34
Speaker
Irgendwann wird es unweigerlich so sein.
01:11:39
Speaker
Dennoch ist es so, dass ich glaube, dass da mehrere Faktoren zusätzlich noch reinspielen.
01:11:50
Speaker
Der erste Faktor sind die berühmten letzten 20 Prozent.
01:11:56
Speaker
Wenn du jetzt zum Beispiel von Qualitätszuwachs redest.
01:12:00
Speaker
Wir haben im Tonstudio immer wieder das Problem über die Jahre,
01:12:07
Speaker
dass die Menge an Arbeiten, für die wir noch Geld verlangen können, immer weiter schrumpft.
01:12:15
Speaker
Weil der technische Fortschritt, es gibt einen Bereich, wo du sagen kannst, E-OK.
01:12:23
Speaker
Dieser E-OK-Bereich ist mittlerweile mit 0 Euro Budget zu erreichen.
01:12:29
Speaker
Also ich sage jetzt einfach vor, weiß ich nicht,
01:12:35
Speaker
30 Jahren einen Videopodcast abzuliefern, da hätten wir uns wahrscheinlich irgendwo in ein Filmstudio einmieten müssen und Kameraleute gebraucht und hätten nicht in dieser Bild- und Tonqualität aufnehmen können, wie wir es hier mit vergleichsweise günstigen Mitteln schaffen.
01:12:54
Speaker
Also dieser E-OK-Bereich wird immer größer und gleichzeitig wird der Pro-Bereich immer teurer und die Ansprüche immer größer.
01:13:03
Speaker
Das heißt, im Filmbereich
01:13:04
Speaker
Wir reden schon längst nicht mehr von 4K, sondern wir sind bei 8K oder wahrscheinlich bin ich da eh schon wieder.
01:13:13
Speaker
100K!
01:13:14
Speaker
MilliardenK oder was auch immer.
01:13:18
Speaker
Im Audiobereich sind wir nicht mehr bei Stereo und auch nicht mehr bei Surround, sondern eben bei Stereo.
01:13:25
Speaker
Bei Atmos und keine Ahnung, Milliardenkanälen, also dieser Pro-Bereich, da geht die Kurve plötzlich so steil nach oben.
01:13:34
Speaker
Worauf ich hinaus will, das sind eben genau diese letzten 20 Prozent und da wird es dann plötzlich wahnsinnig schwer und wahnsinnig ressourcenintensiv.
01:13:43
Speaker
Und egal, wo wir bis jetzt KI eingesetzt haben, egal ob das im Bereich war, dass wir Experimente gemacht haben mit Dubbing, mit Voice-Over, aber auch mit Musikkomposition etc., du bekommst relativ schnell ein E-OK-Ergebnis.
01:14:00
Speaker
Aber wenn du sagst, ich will, dass das jetzt ansatzweise professionell wird, dann beißt du dir die Zähne aus.
01:14:07
Speaker
Ja.
01:14:08
Speaker
weil einfach diese Geschichte irrsinnig schwer zu bewerkstelligen ist.
01:14:16
Speaker
So gesehen hat in meinen Augen die KI eigentlich nur Geschäftsfelder bis jetzt ersetzen können, die es eh schon gab.
01:14:25
Speaker
Also eben die vorhin angesprochenen Fiverr-Sprecher.
01:14:30
Speaker
Die Unternehmen, die sich auf Fiverr einen Sprecher für 50 Euro für ihre Sache eingekauft haben, geben jetzt nicht mehr 50 Euro aus, sondern investieren einmal 10 Euro, damit sie es sich von Eleven Labs einsprechen lassen.
01:14:52
Speaker
Also es werden eher unterschiedliche Marktsegmente abgelöst, die sich vorher eigentlich schon über den Preis und nicht über die Qualität definiert haben.
01:15:06
Speaker
Genau.
01:15:07
Speaker
Das vorige Beispiel mit der Ernährung ist meiner Meinung nach auch etwas, das für mich hoffentlich ein Foreshadowing ist für das, was passieren wird.
01:15:17
Speaker
Jetzt probieren es mal alle Unternehmen aus, weil es ist halt New Shit, es ist Next Level Shit.
01:15:24
Speaker
Es wird uns permanent.
01:15:25
Speaker
Das finde ich sehr schön, wie du das gesagt hast.
01:15:27
Speaker
Wir werden es nicht mehr wegkriegen.
01:15:29
Speaker
Also es bleibt.
01:15:30
Speaker
Aber jetzt machen es mal alle Unternehmen und irgendwann einmal werden sie genauso wie beim industrialisierten Essen, wenn man draufgekommen ist, irgendwie schmeckt es nicht so geil, werden sie halt draufkommen, okay, irgendwie klingt es nicht so geil.
01:15:45
Speaker
beziehungsweise noch stärker, irgendwie wirkt es nicht so geil.
01:15:50
Speaker
Also ich habe jetzt, als ich mir einen Döner geholt habe, letztens, da ist im Geschäft Spotify gelaufen, habe ich einen komplett KI-generierten Spot auf Spotify eben gehört.
01:16:07
Speaker
Ja, okay, gut.
01:16:09
Speaker
Das Unternehmen...
01:16:11
Speaker
Nehme das zur Kenntnis.
01:16:15
Speaker
Das Unternehmen ist wahrscheinlich der Meinung, super, super, super geil.
01:16:20
Speaker
Wir haben uns jetzt alles gespart.
01:16:23
Speaker
Cutting Edge.
01:16:24
Speaker
Wir haben uns jetzt statt mit 200 Euro Produktionskosten über Fiverr auszugeben, auf 0 Euro Ausgaben in der Produktion reduziert und können alles in Schaltung verpulvern.
01:16:38
Speaker
Aber irgendwann muss man sich halt auch den
01:16:41
Speaker
die Kritik gefallen lassen als Unternehmen, warum werbe ich eigentlich?
01:16:45
Speaker
Will ich jetzt einfach nur mehr werben, damit ich meinen Produktnamen irgendwie von irgendeiner Computerstimme rausbrüllen lasse?
01:16:52
Speaker
Oder will ich irgendwie noch eine Message vermitteln, warum ist mein Produkt gut?
01:17:01
Speaker
Ich glaube schon, dass das ein
01:17:04
Speaker
dass das irgendwann mal jetzt, nachdem sich alles abgekühlt hat und die Leute auch tatsächlich draufgekommen sind, selbst wenn Amazon und Google und Microsoft und Apple alle gemeinsam uns erklären wollen, das ist so geil und das ist viel, viel besser als ihr Menschen da draußen, dass man irgendwann mal draufkommt, ja, aber keine Ahnung, ja.
01:17:30
Speaker
Und irgendwie ist the real thing doch the real thing.
01:17:34
Speaker
Ja, also ich habe sehr viele, sehr viele Punkte.
01:17:37
Speaker
Diesmal habe ich sehr viele Punkte.
01:17:39
Speaker
Ja, bitte.
01:17:39
Speaker
Ich stimme dir auf jeden Fall zu.
01:17:43
Speaker
Also ja, ich will grundsätzlich.
01:17:46
Speaker
Also ganz nochmal einen Schritt zurückgetreten.
01:17:50
Speaker
Was mich so sehr stört an dieser Debatte ist, dass keiner über die oder so wenig über die Entstehung dieser Technologie gesprochen wird.
01:17:58
Speaker
Also es kommt nicht... Oh ja, da hätte ich dann auch noch was dazu zu sagen.
01:18:01
Speaker
Ja, bitte, unbedingt.
01:18:02
Speaker
Ja, bitte.
01:18:06
Speaker
Wir sitzen dem auf, dass uns ein genialer, zugegebenermaßen genialer Marketing- und Sales-Pitch permanent penetriert seit zwei Jahren, muss man so sagen.
01:18:20
Speaker
Und sie tun natürlich alles dafür, um...
01:18:24
Speaker
damit man nicht hinterfragt, wie kommen die überhaupt auf dieses E-OK-Level.
01:18:29
Speaker
Und das ist nun mal das systematische Abgreifen, nämlich schon seit zehn Jahren mindestens von allem Wissen und Können und oftmals urheberrechtlich und persönlichkeitsrechtlich und datenschutzrechtlich geschützten Materialien,
01:18:43
Speaker
ins EU-europäische Ausland, wo uns dann eine kostenpflichtige Dienstleistung, die daraus generiert wurde, zurückverkauft wird, die aber weder in unser Sozialsystem, in unser Steuersystem einzahlt und so weiter und gleichzeitig noch
01:19:03
Speaker
Mit unseren mittelständischen Berufen, sei es der Übersetzer, sei es der Texter, die Schauspielerin, der Sprecher, auch der Tonmensch, der vielleicht vorher halt auch, sage ich jetzt mal, KMU-Imagefilme sounddesigned hat, die nur für die Universität,
01:19:22
Speaker
weil sie nicht Website waren und damit seine Brötchen verdient hat oder so, wo dann eben auch der Kunde sagt, ja, aber das mit irgendwie, wie auch immer sie alle sagen, Suno oder so, das reicht ja dann eh auch, passt schon, braucht nicht.
01:19:36
Speaker
Ehe okay.
01:19:37
Speaker
Ehe okay, genau.
01:19:38
Speaker
Das ist das eine.
01:19:39
Speaker
Und dass natürlich auch die ganze...
01:19:42
Speaker
Also dass der Gesamtaspekt von der Produktion, von der Rechtsunsicherheit, was die erzeugten Ergebnisse in welchem Medium, Sprache, Text, was auch immer, überhaupt nicht,
01:20:00
Speaker
berücksichtigt wird dann der umwelt aspekt und so also es gibt so viele energieintensiv das ist dafür dass es eigentlich nur besserer müll ist das sind so viele dinge dabei die wir jetzt auch nicht klären können aber die ich nicht müde werde zu sagen dass das halt auch dazu gehört und dass man sich auch bewusst sein muss dass dieses
01:20:21
Speaker
erzeugte Material urheberrechtlich nicht schützbar ist.
01:20:25
Speaker
Du gibst auch als Unternehmen deine Corporate Identity, dein Logo, deine CI auf, wenn du das einfütterst und sagst, gib mir bitte mit meiner Brand, was auch immer da alles dazugehört, den Spot aus.
01:20:40
Speaker
Und keiner übernimmt die Verantwortung für die Richtigkeit der, wie auch immer, es gibt ja jetzt auch...
01:20:46
Speaker
Mach deinen Spot in 25 Sprachen.
01:20:49
Speaker
Möchtest du die Verantwortung dafür übernehmen, dass das in Mandarin auch richtig und in, keine Ahnung, das portugiesische Spanisch versus das argentinische Spanisch, ob das da die, also da gibt es so viel.
01:21:09
Speaker
Da möchte ich einhaken, ja, ich möchte definitiv die Verantwortung dafür übernehmen.
01:21:14
Speaker
Allerdings möchte ich für diese Tätigkeit bezahlt werden.
01:21:18
Speaker
Und ich glaube, das ist der Punkt, wo die Reise hingeht.
01:21:23
Speaker
Diese Technologien werden Werkzeuge sein, die wir nicht mehr wegbekommen.
01:21:30
Speaker
Aber genau das ist eben der Knackpunkt, dass ich glaube, dass wir als Branchenprofessionals irgendwie
01:21:39
Speaker
es schaffen müssen, umzudenken.
01:21:42
Speaker
Wir müssen unser Geschäftsmodell insofern ummodeln, dass wir eben sagen, ja, ich verlange eben nicht mehr mein Geld dafür, dass ich mich jetzt hinsetze und auf den Rekordknopf drücke, sondern ich verlange
01:21:59
Speaker
ich finde Wege, um dem Kunden zu garantieren, ja, das passt, ich mache das für dich in so und so vielen Sprachen und ich baue mir halt irgendwie eine Lösung auf, wie ich das dann auch tatsächlich kontrolliere und mich versichere, dass diese Sachen, die ich für den Kunden für 10 Euro im Monat mit irgendeiner künstlichen Intelligenz übersetzen lassen habe, weil er für die eigentliche Tätigkeit auch nicht mehr bereit ist, mehr als 10 Euro zu zahlen,
01:22:26
Speaker
dass ich das Geld damit verdiene, dass ich ihm versichere, dass es passt.
01:22:30
Speaker
Und dass ich meine Professionalität über das definiere.
01:22:35
Speaker
Und was du gesagt hast, mit dem ganzen legalen Ding, da sehe ich halt auch ein Riesenthema für die Zukunft, weil wir haben jetzt die Situation, dass wir
01:22:50
Speaker
dass wir draufkommen, okay, es wurde in den vergangenen zehn Jahren ein massiver Rechtsbruch begangen, was das Urheberrecht betrifft.
01:22:58
Speaker
Sollten wir vielleicht abklären, ob ich sagen darf, es ist ein massiver Rechtsbruch begangen worden.
01:23:02
Speaker
Es gilt hier die Unschuldsvermutung selbstverständlich.
01:23:05
Speaker
Ja, keine Ahnung, ob ich das so ausdrücken darf.
01:23:07
Speaker
Aller Wahrscheinlichkeit.
01:23:09
Speaker
Lass es mich umformulieren.
01:23:12
Speaker
Es fühlt sich an, als wäre ein massiver Rechtsbruch begangen worden in der Vergangenheit.
01:23:18
Speaker
Und dieser massive Rechtsbruch kann eigentlich nicht eingeklagt werden, weil niemand wusste, dass es diese Technologie gibt, um den Rechtsbruch zu begehen.
01:23:31
Speaker
Also es ist jetzt ungefähr so, als hätte jemand in den letzten zehn Jahren
01:23:38
Speaker
Er wäre in den letzten zehn Jahren in Wohnungen eingedrungen, weil er eine Technologie gefunden hätte, um durch Wände zu gehen.
01:23:46
Speaker
Und jetzt belang ihn dafür, dass er in den letzten zehn Jahren erwiesenermaßen durch Wände in Wohnungen hineingegangen ist, wenn es kein Gesetz gibt, das verbietet, durch Wände hindurch zu gehen.
01:23:59
Speaker
Ja, also ich sehe es auch so.
01:24:01
Speaker
Ich sehe es so, wie eigentlich, ich sage immer, es ist digitaler Kolonialismus.
01:24:07
Speaker
Das Wissen und Können wird abgeschöpft und außer Landes geschafft.
01:24:14
Speaker
Und dann können wir gerne Eintritt zahlen, um die Benin-Staaten anzuschauen.
01:24:20
Speaker
Aber nur, dass uns eine Dienstleistung zurückverkauft wird, sozusagen.
01:24:23
Speaker
Ja, und es ist halt auch...
01:24:26
Speaker
Es ist halt auch irgendwie die Geschichte, dass durch diese künstliche Intelligenz, durch diese Applikationen eigentlich die Idee des Internets komplett ad absurdum geführt wurde.
01:24:39
Speaker
In den letzten Jahren haben wir alle eigentlich...
01:24:44
Speaker
Aktivitäten auf Social Media im Netz allgemein betrieben, aus dem Gedanken heraus, okay, ich will meine Dienstleistung verkaufen, ich mache es übers Netz, weil das ist das neue Leitmedium.
01:24:55
Speaker
Und um meine Dienstleistung zu verkaufen, sagen dir einfach 99 von 100 Online-Consultants, ja, gib ein bisschen was.
01:25:04
Speaker
Ja.
01:25:06
Speaker
Und dann kannst du jedem klassische Funnel-Strategien, gib mal ein gratis Tutorial heraus, gib mal einen gratis Leitfaden heraus, lass mal ein bisschen hinter den Vorhang blicken und dann kannst du für die Leute, die es interessiert, den Funnel enger machen und dann tatsächlich etwas für deine Dienstleistung
01:25:29
Speaker
Das ist ja komplett ad absurdum geführt, weil niemand hatte am Schirm, dass es irgendwann einmal eine Technologie geben wird, die genau diese kleinen Blicke hinter den Vorhang zum großen Ganzen zusammenführt und dann sagt, ja, ich kenne mich im Thema aus.
01:25:47
Speaker
Niemand verdient mehr Geld.
01:25:48
Speaker
Ja, ja, ja.
01:25:51
Speaker
Alle außer ich.
01:25:52
Speaker
Alle außer ich, genau.
01:25:55
Speaker
Also ich gebe dir recht, da sehe ich, ich sehe trotzdem noch mehr Probleme, nämlich das ist alles geliehene Lebenszeit.
01:26:02
Speaker
Das ist ja alles nur auf gigantischen Investorengeldern beruhend und irgendwann wollen die auch Return on Investment sehen.
01:26:10
Speaker
Und wenn dann plötzlich das Abo halt nicht mehr 10 Dollar im Monat kostet, sondern...
01:26:15
Speaker
Keine Ahnung.
01:26:16
Speaker
Also einerseits entwertet es die Arbeit, so oder so, dann hast du das Problem, was du jetzt beschrieben hast, gebe ich dir, ja gebe ich dir recht, dann verdienst du anders dein Geld, aber du wirst nicht denselben Wert deiner Arbeit verkaufen können für etwas, was per se weniger wert ist.
01:26:34
Speaker
Und diese Technologie hat ja nur die alleinige Daseinsberechtigung dadurch, dass es weniger wert ist, also dass es billiger ist.
01:26:41
Speaker
Warum sollte jemand mehr oder gleich viel dafür zahlen, wenn er die Human Experience haben kann, wenn er nett beisammensitzen kann, wenn das Endprodukt nicht nur eh okay, sondern richtig gut ist, wenn das vielleicht sogar eine echte Beziehung zum Kunden aufbaut, weil es Vertrauen schafft, weil es eine
01:27:02
Speaker
Weil das Endprodukt einen Subtext hat, ein Gefühl vermittelt, mehr als nur die reine Schweinebauch kostet 1,89 Euro heute bei Penny.
01:27:16
Speaker
Eben, und da sind wir eben wieder...
01:27:19
Speaker
Bei dem vorhergesagten, die Währung in unserer Branche ist vorrangig nicht das Geld, sondern das Vertrauen.
01:27:31
Speaker
Natürlich geht es immer wieder um Geld, das nervt uns ja alle, ich glaube das nervt jeden,
01:27:36
Speaker
der irgendwie ein Unternehmen hat, das es immer nur ums Geld geht und niemand anerkennt, wie toll meine Dienstleistung oder mein Produkt ist.
01:27:43
Speaker
Klaro, Story of my life für so ziemlich alle Menschen.
01:27:47
Speaker
Aber um mal in dem Club mitzuspielen, der Leute, die gefragt werden, ob sie denn bereit wären,
01:27:56
Speaker
da mal, keine Ahnung, für eine große österreichische Handelsmarke zu sprechen oder für einen Automobilkonzern.
01:28:02
Speaker
Um da mal reinzukommen, brauchst du eine gewisse Reputation, wollen die Leute, die dich buchen, eine gewisse Sicherheit haben.
01:28:12
Speaker
Und natürlich experimentieren jetzt alle mal mit KI, aber es wird, glaube ich, über kurz oder lang zurückkommen.
01:28:20
Speaker
Was ich auch glaube, ist, dass sich diese Tools in absehbarer Zeit so transformieren werden, dass sich Stellschrauben bieten, dass auch Profis damit arbeiten können.
01:28:31
Speaker
Was ich damit sagen will, ist, in den 90er Jahren kamen dann irgendwann so die ersten Sampler in der Musikproduktion auf den Markt.
01:28:39
Speaker
Und alle haben gesagt, oh mein Gott, niemand wird mehr ein Orchester brauchen, ein Schlagzeug und ein Bassisten.
01:28:44
Speaker
Die LOS-Drum war eigentlich das Ende deiner Karriere.
01:28:47
Speaker
Ja, genau.
01:28:50
Speaker
Ich kann mir für 50 Euro so eine CD kaufen und da ist dann ein Bösendorfer-Flügel im besten Konzertsaal der Welt aufgenommen, abgesampelt und wenn ich auf meinem Bon Tempi-Keyboard die Tasten drücke, klingt es wie ein Bösendorfer-Flügel auf der Aufnahme.
01:29:07
Speaker
Oh mein Gott, das wird jetzt
01:29:09
Speaker
dass wir das alles kaputt machen.
01:29:11
Speaker
Aber im Endeffekt hat es dazu geführt, diese Tools sind mittlerweile so kompliziert, dass wenn du einen Bösendorfer Flügel eingespielt haben möchtest, brauchst du einen Pianisten, der das kann.
01:29:26
Speaker
Und sehr oft ist dann eigentlich...
01:29:32
Speaker
die nötige Fachkraft zu buchen, das Teuerste und dann ist es schon wieder mal komplett wurscht, ob das jetzt der Bösenorfer-Flügel aus der Konserve ist, aus dem PC oder ob ich dann tatsächlich irgendwo in einem Konzertsaal ein Mikrofon auch noch reinhänge und das aufnehme.
01:29:47
Speaker
Also worauf ich hinaus will, viele Dinge zum Beispiel in der Musik haben sich ad absurdum geführt,
01:29:54
Speaker
Viele auch dort, das ganze Thema Sampling, künstliche Klangerzeuger bekommst du nicht mehr weg, sind integraler Bestandteil, aber heutzutage definieren sich die meisten Musikstars auf YouTube nicht darüber, dass sie irgendwelche
01:30:15
Speaker
Klangerzeuger verwenden, sondern sind auch die Persönlichkeiten.
01:30:19
Speaker
Sie filmen sich selbst beim Musikmachen und bekommen so ihre Klicks und ihre Tantiemen bezahlt, die sie vor Jahren auf einem anderen Weg gefunden hätten.
01:30:32
Speaker
Aber im Endeffekt, was geblieben ist, sind die Menschen.
01:30:37
Speaker
Es hat sich nur schwerst transformiert und ich glaube, auch mit der KI wird es uns so gehen.
01:30:42
Speaker
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es nach all diesen Beispielen aus anderen Branchen irgendwie so sein wird, dass die KI uns als Menschen obsolet macht.
01:30:56
Speaker
Ich glaube auch.
01:30:56
Speaker
Ich glaube, es wird zwei Märkte geben, wie du sagst.
01:30:58
Speaker
Es wird einen Billigstorfer Markt oder einen EOK-Markt geben.
01:31:01
Speaker
Den gab es vorher auch schon, denn das war ein anderes Marktsegment, in dem kann man sich positionieren.
01:31:06
Speaker
Von dem kann man meiner Meinung nach schwer langfristig leben, aber man kann es probieren, wie auch immer.
01:31:12
Speaker
Und es wird einen Premium am Markt geben, der es sich wert ist, weil ich es mir wert bin.
01:31:21
Speaker
Weil der Anspruch auch höher ist, weil die Stakes höher sind, weil du eben, wenn du 350.000 Entscheidungskosten steckst, sparst du dir nicht mehr.
01:31:30
Speaker
die, weiß ich nicht, 900 Euro beim Tonstudio und den Tausender beim Sprecher oder so, damit du dann ein mittelmäßiges Ergebnis für eine halbe Mille über den Äther jagst.
01:31:43
Speaker
So, wenn man dann...
01:31:46
Speaker
wenn man sich diese Hörner abgestoßen hat, so ein bisschen.
01:31:49
Speaker
Jetzt ist gerade so ein bisschen dieses FOMO und dieses, aber wenn ich dann, also es ist so, jeder macht was mit KI und plötzlich hat jede IT-Firma auch irgendeine KI-Anwendung.
01:32:00
Speaker
Ich sehe halt gerade bei synthetischen oder bei künstlichen Stimmen auch ein großes Problem.
01:32:06
Speaker
Wir wissen alle, es gibt auch bei Stimmen sogenannte Illusion of Choice.
01:32:13
Speaker
Es ist
01:32:14
Speaker
Du hast zwar bei Tools wie Eleven Labs wahnsinnig viele Stimmen zur Auswahl, aber die Art, wie gesprochen wird, die ist halt im Algorithmus verpackt und verheiratet.
01:32:25
Speaker
Und da sind wir wieder so bei diesen letzten 20 Prozent, wo es dann wahnsinnig mühsam wird.
01:32:33
Speaker
Ich glaube, es ist echt eine komplexe Aufgabe für eine Firma wie Eleven Labs herzugehen und zu sagen,
01:32:38
Speaker
Sie haben nicht nur unterschiedliche Stimmen, sondern sie haben auch wirklich komplett unterschiedliche Sprech- und Erzählstile.
01:32:45
Speaker
Es ist unmöglich.
01:32:46
Speaker
Ich habe nicht persönlich gesprochen, aber ich weiß von Funk, dass die einen eigenen Algorithmus bauen, der ihnen helfen kann.
01:33:00
Speaker
Das Ende vom Lied, die Erkenntnis ist, wenn du, sagen wir jetzt mal von mir, Wurscht, Funk, hin und her, also wenn du ein Sprachmodell von einem Sprecher, sagen wir jetzt mal von mir, erstellen möchtest, dass all das abdeckt, was ich als Mensch,
01:33:16
Speaker
auch bieten kann und du wirfst rein meine Trailer, meine Werbung, die Dokus, die E-Learnings, die Games, die Anrufbeantworter, dann wird daraus immer ein generischer Mittelwert erzeugt, weil das System nicht unterscheiden kann.
01:33:30
Speaker
Es kann nicht
01:33:31
Speaker
intelligent einordnen, was ist jetzt von mir gefragt?
01:33:35
Speaker
Ich brauche bitte jetzt nur den Audio-Guide-Teil von dem Trainingsmaterial, sondern es wird immer ein generischer, leicht freundlicher, neutraler, positiver Ton erzeugt werden, der Mittelwert von allem.
01:33:50
Speaker
Und wenn ich sage, mach mir bitte den Action-Trailer, den ich vielleicht regelmäßig spreche, kann es nicht abstrahieren und sagen, lass bitte die
01:34:00
Speaker
Nazi-Dokus jetzt mal raus oder den Anrufbeantworter.
01:34:05
Speaker
Aber selbst wenn die KI, was wahrscheinlich irgendwann mal auch kommen wird, das schaffen sollte, sehe ich halt einfach den Punkt, es wird eine Firma geben, die den Markt dominiert, wie im gesamten digitalen Bereich.
01:34:18
Speaker
Ich glaube nicht, dass es
01:34:20
Speaker
im Bereich KI plötzlich die große Demokratisierung des Netzes erfolgt und wir haben plötzlich vier Millionen kleine Firmen, wo irgendjemand aus der Garage heraus eine spezielle Homemade-KI macht.
01:34:33
Speaker
Also ich glaube, es wird dann halt einfach sich entweder Google oder Microsoft oder Amazon durchsetzen mit seiner KI und das wird es dann gewesen

Einfluss von KI auf kreative Industrien

01:34:44
Speaker
sein.
01:34:44
Speaker
Und alle anderen werden pleite gehen.
01:34:46
Speaker
Alle anderen werden pleite gehen und dann hast du halt
01:34:49
Speaker
Eine KI.
01:34:50
Speaker
Und ich glaube einfach...
01:34:54
Speaker
dass gerade im Kreativbereich das wahnsinnig schwierig sein wird, weil wie soll eine KI die große Vielfalt abbilden?
01:35:03
Speaker
Wir reden von einer KI nicht für Österreich, sondern für den Planeten.
01:35:07
Speaker
Und wenn ich jetzt hergehe und sage, meine Werbung für Coca-Cola hört sich genau gleich an wie die Werbung für einen Telefonkartenanbieter in Indien, weil sie genau dieselbe Stimme und genau dieselbe Intonation verwendet,
01:35:22
Speaker
Klingt genau gleich wie der Anrufbeantworter der Bäckerei in Nürnberg.
01:35:27
Speaker
Und du weißt, wo ich hin will.
01:35:30
Speaker
Das ist ja alles nichts mehr, wo ich mich irgendwie abheben kann.
01:35:35
Speaker
Ganz, jetzt mal ganz Butter bei die Fische.
01:35:37
Speaker
Habt ihr...
01:35:38
Speaker
Also wie ist euer Alltagsleben?
01:35:43
Speaker
Habt ihr viel Druck, habt ihr viele Anfragen, sowohl jetzt für den Sprecherbereich als auch im Sinne für euch als Damoklesschwert?
01:35:52
Speaker
Macht es mal bitte günstiger, weil sonst machen wir es mit Udemy.
01:35:56
Speaker
Butter bei den Fischen, wir haben konkrete Anfragen.
01:36:00
Speaker
Einerseits haben wir Anfragen, die da lauten, macht mal was mit KI, weil es integraler Bestandteil der Kampagnenidee ist.
01:36:11
Speaker
Und wir haben gleichzeitig auch Druck.
01:36:15
Speaker
weil Kunden zum Beispiel hergehen und sagen, ja Leute, wir haben jetzt immer bei euch die internen Schulungsvideos für unsere Mitarbeiter gemacht, wir haben uns jetzt entschlossen aus Kostengründen zu sagen, wir machen das mit KI-Stimme.
01:36:33
Speaker
Und das sind halt auch so wieder klassische Anwendungen, wo ich mir denke, gut, ist eine Frage der Zeit oder eine Frage, wie soll ich sagen, wie sehr sich die Controller im Unternehmen durchsetzen, aber Tatsache ist,
01:36:52
Speaker
Ich glaube, die armen Mitarbeiter in dem Unternehmen, wo das durchgeführt wurde, müssen mittlerweile durchdrehen, weil wenn ich mir regelmäßig drei Stunden lang Audio-Material reinziehen muss, dass von der Eleven Labs 0815 eh die eine, die wir alle kennen, Stimme gesprochen ist, irgendwann drehe ich durch.
01:37:16
Speaker
Witzigerweise ist es auch schon beforscht, dass es auch nicht annähernd so gut hängen bleibt.
01:37:21
Speaker
Es gibt eine Schweizer Forscherin, die das synthetisch erzeugtes E-Learning-Material mit echt menschlich gesprochenem E-Learning-Material verglichen hat und neuronal beforscht hat und dazu zu dem Ergebnis gekommen ist, dass es, ich habe jetzt die genaue Prozentzahl nicht, aber wesentlich besser hängen bleibt,
01:37:40
Speaker
die Informationsvermittlung wesentlich besser funktioniert, wenn Mensch zu Mensch spricht.
01:37:46
Speaker
Und da gibt es auch eine chinesische Studie.
01:37:47
Speaker
Es wird heftig beforscht.
01:37:50
Speaker
Es ist nur mehr die Frage, inwiefern sich die Controller durchsetzen.
01:37:56
Speaker
Da sind wir wieder an der WU.
01:37:57
Speaker
Da sind wir wieder an der WU.
01:37:59
Speaker
Du hast das Studium und ich nicht.
01:38:03
Speaker
Du schau, weil wir von WU und von Firmenwissen reden, ja, es ist halt einfach so, dass in Großkonzernen...
01:38:14
Speaker
Schau, jeder Euro, den du dir im Einkauf einsparst, schlägt sich im Gewinn nieder.
01:38:18
Speaker
Ganz, ganz simpel.
01:38:21
Speaker
Der ist halt toll, dieser gesparte Euro.
01:38:25
Speaker
Und wenn du dir in der Produktion von irgendwelchen Sachen ein paar Euro sparen kannst, dann sagt der Controller, haha, super, wieder was gefunden.
01:38:35
Speaker
Weil der muss ja dauernd was finden.
01:38:37
Speaker
Ja.
01:38:38
Speaker
Und der wird das halt mit Szenen und Klauen verteidigen, dass das weiter mit der KI gemacht wird.
01:38:44
Speaker
Grundsätzlich ist es halt auch so, dass viele Telefonschleifen, diese ganzen IVR-Schleifen, die wir alle so lieben, wenn sie das und das wollen, sagen sie Butterbrot.
01:38:57
Speaker
Ich habe sie nicht verstanden.
01:39:01
Speaker
Menschen sprechen.
01:39:02
Speaker
Lesen Sie jetzt den 36-stelligen alphanumerischen Code ein.
01:39:07
Speaker
Genau.
01:39:10
Speaker
Ja, das ist toll.
01:39:11
Speaker
Nein, das ist eh.
01:39:14
Speaker
Aber ich glaube trotzdem, dass wir da noch ganz schön viel
01:39:22
Speaker
Ich hoffe, dass es eine, okay, jetzt wagen wir uns schon echt wieder, wage ich mich sehr weit aus dem Fenster, aber am Ende des Tages glaube ich, dass es sich auch wirtschaftlich rentieren muss.
01:39:34
Speaker
Und wenn ein KI-Anbieter die wahren Kosten an seine Customer weiterreicht und nicht von den 100 Milliarden jedes Jahr von Papa, Google und Microsoft am Leben erhalten wird, dann
01:39:50
Speaker
dass dann nochmal neu evaluiert wird, dann werden die Karten neu gemischt und dann wird es so eine Art Internet-Bubble-Kollaps geben, wo dann wieder drei, vier große Konzerne, was du schon gesagt hast, es wird dann einer übrig bleiben, der gestaltet da das ganze Spiel und alle anderen schon durch die Finger, wo sie gehofft haben und auch leider aufs falsche Pferd gesetzt haben mit ihren Investitionen.
01:40:09
Speaker
Das sehe ich.
01:40:10
Speaker
Und es gibt ja durchaus auch valide Anwendungsfelder, wo es einem Menschen ein dienliches Werkzeug ist.
01:40:19
Speaker
Und ich glaube, der große Coup, der den Machern gelungen ist, ist, das untrennbare Miteinander zu verbinden.
01:40:29
Speaker
Es geht nur, Patrick, wenn du oder Georg, wenn du eine bessere Krebsfrüherkennung beim Arzt haben willst, musst du leider auch
01:40:38
Speaker
die andere Kröte schlucken bei der generativen KI.
01:40:41
Speaker
Also so fühlt es sich für mich zumindest an.
01:40:43
Speaker
Also ich glaube, was das ganze KI-Thema betrifft, kommen, wie du sagst, zwei Themen auf uns zu.
01:40:53
Speaker
Das eine, was du angesprochen hast, diese Kostenwahrheit ist definitiv nicht gegeben, weil keiner kann mir erklären, dass tatsächlich all diese Forschung
01:41:03
Speaker
Und all diese Server-Farmen, die für JetGPT erforderlich sind, mit, weiß ich nicht, was du im Moment zahlst, 10 Dollar im Monat abgedeckt sind.
01:41:14
Speaker
Beziehungsweise, das ist ja eh schon das Pro-Modell dann.
01:41:18
Speaker
Also es gibt ja diese Advanced-Modelle und so weiter, da zahlst du dann 200 Euro, aber das jo eh.
01:41:25
Speaker
Nehme ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht wirklich ernst.
01:41:27
Speaker
Also ich glaube, da sind wir weit entfernt von der Kostenbarheit.
01:41:31
Speaker
Und eben nochmal zurückzukommen auf diese letzten paar Prozent, da reden wir halt über vermeintlich einfachen Luxus wie Auswahl.
01:41:47
Speaker
Um so etwas wirklich konsistent und konsequent herzustellen, müssten Unternehmen unglaublichen Aufwand betreiben,
01:41:57
Speaker
Und gleichzeitig ist es aber so, dass Menschen diese Sachen komplett for free machen.
01:42:02
Speaker
Also für die Unternehmen komplett for free.
01:42:04
Speaker
Weil du zahlst ja einem Sprecher erst ein Honorar, wenn er sich dann tatsächlich vor das Mikrofon stellt und dir was einspricht, wo du gesagt hast, ja, ich will das.
01:42:14
Speaker
Und dann fließen erstmals die ersten paar hundert Euro.
01:42:19
Speaker
Und das kann eine neue interessante Stimme sein, die dir halt von alleine kostenfrei zufliegt.
01:42:26
Speaker
Eine generative KI entwickelt keine neue, interessante, spannende Stimme einfach so, sondern müssen schon zwei oder drei Euro in die Entwicklung fließen, würde ich mal vermuten.
01:42:37
Speaker
Und dann ist die zweite Geschichte die.

Herausforderungen der Inhalteigentümer im Zeitalter der KI

01:42:40
Speaker
Es wurde ja, wie du vorhin schon gesagt hast, dieser digitale Kolonialismus erzeugt und wir wurden ja eigentlich irgendwie ein bisschen über den Tisch gezogen, weil man uns gesagt hat, gebt ein bisschen was Preis und so könnt ihr eure paar Euros verdienen.
01:42:55
Speaker
Und dann hast du halt mit deinen Seminarbroschüren und mit deinem Funneling-System, das du aufgebaut hast,
01:43:03
Speaker
400 Euro im Monat einkommen und in Wirklichkeit haben im Hintergrund irgendwelche Webcrawler das ganze Wissen aufgesaugt und jetzt zu einer KI verarbeitet.
01:43:15
Speaker
Das wird sicherlich auch zu einer veränderten Bewusstseinsbildung führen.
01:43:20
Speaker
Ich werde mir auf jeden Fall in Zukunft, glaube ich, schon überlegen,
01:43:25
Speaker
mehr als einmal überlegen, ob ich irgendein nutzbares, nicht 0815 verfügbares Wissen einfach so ins Netz stelle als Facebook-Post, ob ich jetzt eine Tutorial-Broschüre veröffentliche, ob ich jetzt nicht irgendeinen Leitfaden veröffentliche.
01:43:46
Speaker
vom Netz nehme, weil ich einfach weiß, ja, das wird dann eh nur geklaut über irgendeinen Webscraper und dann in die nächste Version der Tonstudio KI eingearbeitet, die mir dann
01:44:04
Speaker
Ja, da sprichst du ein riesen Dilemma an, was ich auch selber habe und worauf ich auch keine Antwort habe, um ehrlich zu sein.
01:44:10
Speaker
Wir haben unser Online-Marketing zum großen Teil auf Social Media aufgebaut.
01:44:19
Speaker
Und es ist sicher auch ohne möglich, aber ich glaube, dass es durchaus seine Daseinsberechtigung hat.
01:44:29
Speaker
dazu beizutragen, am Schirm zu sein, so stattzufinden im Hinterstübchen von irgendwelchen Castern, Creative Direktoren oder Menschen, die mir potenziell Arbeit verschaffen könnten, wie auch immer.
01:44:46
Speaker
Wenn ich mir jetzt vorstelle, das alles wegzulassen, auch jetzt ganz konkret an diesem Podcast.
01:44:52
Speaker
Ja, ich werde für diesen Podcast einen Trailer schneiden und ich werde ihn auf Social Media stellen, weil mir daran liegt,
01:44:58
Speaker
in die Welt hinaus zu posaunen.
01:45:00
Speaker
Es gibt diesen Podcast.
01:45:01
Speaker
Aber du könntest dir auf Eleven Labs einfach mal einen Spot kreieren lassen, der einfach sagt, Patrick Masse, Mike Ryder.
01:45:10
Speaker
Sehr, sehr gut.
01:45:14
Speaker
Spiel gut.
01:45:16
Speaker
Hat vielleicht einen ähnlichen Werbewert wie dieser Podcast.
01:45:21
Speaker
Ich glaube nicht.
01:45:21
Speaker
Nein, ich glaube auch.
01:45:23
Speaker
Aber klar, oder ich habe, ja, ich...
01:45:27
Speaker
Ich brauche also...
01:45:29
Speaker
Ich glaube, da werden wir noch viele Antworten auf Fragen finden müssen.
01:45:34
Speaker
Und da haben sich sicher schon weisere Menschen als du und ich lange die Köpfe zerbrochen und werden sich auch noch lange die Köpfe zerbrochen.
01:45:41
Speaker
Nicht zuletzt auch Gesetzgeber, die irgendwie Spielregeln definieren müssen.
01:45:46
Speaker
Die Schwierigkeit ist einfach, das haben wir ja schon bei der Urheberrechtsgesetznovelle schmerzhaft merken müssen, dass wir mittlerweile ein Zeitalter erreicht haben, wo der technologische Fortschritt,
01:45:58
Speaker
der dermaßen unverhältnismäßig schneller ist, als jetzt zum Beispiel juristische Gestaltung sein kann, dass wir da immerhin nachhängen.
01:46:15
Speaker
Also ich kann mir sehr, sehr gut vorstellen, dass wir noch bevor das Thema generative KI und Urheberrechte tatsächlich irgendwie ansatzweise gelöst ist, schon die nächste Technologie wieder am Start ist, die uns vor die nächsten Probleme stellt.
01:46:37
Speaker
Wie das genau dann in Zukunft funktionieren soll, weiß ich nicht.
01:46:42
Speaker
Ich denke mir halt schlicht und ergreifend, um wieder zum Beispiel zurückzukommen, was diese Geschichte mit den Lebensmitteln betrifft, irgendwann hat man auch eingesehen, okay, ich werde nicht mehr Herr, wenn ich mich gesund ernähren will, dass ich auf die Packungsrückseite schaue.
01:47:04
Speaker
Ich kann mich nur dazu entscheiden, entweder kaufe ich Bio oder ich gehe wieder raus aus dem Supermarkt und zum Markt, wo ich einfach den Bauern meines Vertrauens habe, wo ich einfach weiß,
01:47:20
Speaker
Der erfüllt halt nicht die Mindestnormen und ich habe dann trotzdem Schwermetalle in meinen Rüben drinnen, sondern der macht das so, wie ich mir das vorstelle, dass man quasi Gemüse abpflanzen sollte.
01:47:36
Speaker
Und um bei dem Beispiel zu bleiben, sehe ich aber tatsächlich eine große Verantwortung beim Gesetzgeber bei der Frage, was subventioniere ich.
01:47:46
Speaker
Pusche ich eine Technologie, die meine eigene Wirtschaft im Inland an den Karren fährt, weil sie eben nicht ins Sozialsystem, in die Steuer einzahlt, in die Rentenkassen und so weiter, sondern wo Wirtschaftsleistung in den außereuropäischen Raum abgetragen wird?
01:48:05
Speaker
Oder pusche ich die, das ist die Diesel-Subventionsfrage so ein bisschen,
01:48:16
Speaker
die einfach above my pay grade ist das sind entscheidungen die ja ich hoffe sie werden mit ein bisschen ein bisschen weitsicht und hausverstand getroffen und nicht mit einem
01:48:34
Speaker
aufgegeilten Gemütszustand nach, wenn mir die einfache Lösung für alle meine komplexen Probleme wie Facharbeitermangel und was weiß ich, Überalterung der Bevölkerung und so weiter suggeriert wird.
01:48:49
Speaker
Alles kann dir die... Also ich glaube ja, es wird definitiv nötig sein, da irgendwelche Regelungen zu finden und ich glaube, das wird auch passieren.
01:49:01
Speaker
Ich
01:49:04
Speaker
Ich sehe es aber so, dass ich, ich versuche es nüchtern zu sehen, dass es da aus meiner Sicht relativ wenig, ich erwarte mir relativ wenig von einer Regelung auf gesetzlicher Ebene eben aus den Gründen, weil ich glaube, es muss erfolgen, aber es wird zu langsam erfolgen.
01:49:23
Speaker
Ich denke mir,
01:49:26
Speaker
Persönlich höchstwahrscheinlich wird es sich über die Realität regeln, dass die Leute viel, viel vorsichtiger werden, was für Wissen oder was für Informationen sie veröffentlichen.
01:49:39
Speaker
Weil natürlich niemand daran interessiert sein kann, sich sein eigenes Wasser abzugraben, dass ich jetzt hergehe und sage, hey, keine Ahnung, wow, ich mache ein tolles YouTube-Video, was sind erfolgreiche Wege, um...
01:49:55
Speaker
Werbespots zu produzieren.
01:49:59
Speaker
Selbst wenn ich es geplant hätte, würde ich es jetzt sicherlich nicht mehr machen, weil ich mir denke, ich finanziere doch nicht irgendeine KI mit meinem Wissen.
01:50:12
Speaker
Ich glaube, an dem Thema KI haben wir jetzt genug abgearbeitet.
01:50:18
Speaker
Und unterm Strich, keiner weiß, wo die Reise hingeht.
01:50:20
Speaker
Absolut.
01:50:26
Speaker
Ich glaube, wir werden sicherlich, wie man so schön sagt, federn lassen.
01:50:32
Speaker
Gut tut es uns nicht.
01:50:34
Speaker
Ich denke trotzdem, irgendwann mal im Endeffekt...
01:50:39
Speaker
Ja, sorry, es ist einfach, wie mein Gehirn funktioniert.
01:50:41
Speaker
Ich versuche halt immer, irgendwelche Parallelen zu sehen, auch mit Websites.
01:50:46
Speaker
Also irgendwie als Websites aufgekommen sind, hat auch jedes Unternehmen geglaubt, es braucht eine Website und jeder hat sich eine Website gratis programmieren lassen.
01:51:00
Speaker
Und dass dann tatsächlich jemand mit dieser Website-Technologie richtig, richtig Geld verdient, war so wow, eher eine freakige Sache.
01:51:15
Speaker
Und heutzutage kommt kein seriöses Unternehmen mehr auf die Idee, seine eigene Website zu programmieren.
01:51:23
Speaker
Es sei denn, du hast halt wirklich nur eine total basic
01:51:27
Speaker
Visitenkarte im Netz, wo draufsteht, das ist unser Unternehmen, das tun wir.
01:51:32
Speaker
Aber sobald du ernsthaft mit einer Website arbeitest und die in irgendeiner Art und Weise für Kundeninteraktion nutzt, kommst du mit einem Designer nicht mehr herum.
01:51:41
Speaker
Und ja, ich glaube halt,
01:51:44
Speaker
Irgendwie wird es sich wahrscheinlich auch mit der KI so entwickeln, dass sich plötzlich neue Geschäftsfelder auftun und das Arbeiten mit KI so kompliziert wird, dass es eigene Berufsfelder geben wird.
01:52:01
Speaker
Let's see it!
01:52:02
Speaker
Oder vielleicht macht das auch eine KI, keine Ahnung.
01:52:05
Speaker
Wir werden das live und in Farbe mitbekommen.
01:52:10
Speaker
uns vielleicht in ein, zwei Jahren nochmal drüber unterhalten.

Stress und Bewältigung in der Unternehmerwelt

01:52:13
Speaker
Aber was ich gerne noch, bevor wir zum Ende kommen, von dir wissen würde, weil du ja auch selbstständig bist und Unternehmer und auch für irgendwie ein paar Mitarbeiter verantwortlich und so, wie gehst du mit diesem Druck, mit diesen Auf und Abs der Selbstständigkeit um?
01:52:28
Speaker
Wir haben jetzt alle in der Pandemie gesehen und totale
01:52:32
Speaker
Wirtschaftskrise durch Kriege ausgelöst, dass es auch sehr schnell existenzbedrohend werden kann für einen kleinen Betrieb.
01:52:45
Speaker
Hast du ein Geheimnis für mich?
01:52:47
Speaker
Nein, aber wie gehst du damit um, Ernst?
01:52:51
Speaker
Ich
01:52:53
Speaker
Ich glaube, jeder, der sagt, es ist ihm wurscht, lügt.
01:53:01
Speaker
Es geht einem einfach nahe, weil gerade wenn du beschließt, dich selbstständig zu machen, ist es ja nicht nur der Aspekt, dass wenn das ganze Schiff irgendwie beginnt, Leck zu laufen,
01:53:15
Speaker
Du dann sagst, super, ich verliere jetzt mein Einkommen, sondern das ist ja auch bei den meisten, die sich selbstständig machen, irgendwie so eine Art Lebensvision, wo du sagst, okay, das ist jetzt das, was ich wirklich machen will und ich mache es jetzt alleine und ich baue mir jetzt was auf, beziehungsweise ich mache es nicht alleine, sondern halt vielleicht mit einem Partner oder mit Partnern.
01:53:38
Speaker
Da kommt ja dieser Aspekt auch dazu, dass du sagst, okay, das ist jetzt mein Baby.
01:53:43
Speaker
Ich glaube, die Anzahl der Unternehmer, die sagen, meine Firma ist lediglich Vehikel, um Geld auf mein Konto zu scheffeln, ist überschaubar groß.
01:53:55
Speaker
Das sind dann die, die auf YouTube eine Werbung schalten mit komm in meine WhatsApp-Gruppe.
01:54:01
Speaker
Ja.
01:54:03
Speaker
Nein, Entschuldige.
01:54:04
Speaker
Die sind dann aus anderen Gründen relativ schnell weg.
01:54:08
Speaker
Aber wie ich damit umgehe, ich habe jetzt so eigentlich als größten Rettungsanker die Fakten für mich entdeckt.
01:54:26
Speaker
Ja, ja.
01:54:32
Speaker
kommt von meiner Freundin, die definitiv ein großer Zahlenmensch ist und ja, wenn rundherum einfach so diese ganzen Hiobsbotschaften zunehmen, einfach wirklich mal Luft schnappen, rausgehen und dann echt mal hergehen und kritisch analysieren, wie sieht es denn tatsächlich aus?
01:54:57
Speaker
Und ich finde halt, das ist halt so
01:55:00
Speaker
Wahrscheinlich auch etwas, was man sich von einem WUler erwarten würde.
01:55:03
Speaker
Aber es hilft.
01:55:05
Speaker
Es hilft einfach, ein bisschen gegen das Grundrauschen anzukämpfen, das jetzt so allgemein auf einen einprasselt.
01:55:13
Speaker
Weil du hast ja nicht nur deine eigene Firma isoliert auf einer Insel, sondern du kriegst permanent mit.
01:55:19
Speaker
Trump dreht komplett durch, gemeinsam mit dem reichsten Menschen der Welt, arbeiten sie in einem neuen faschistischen Weltgefüge.
01:55:28
Speaker
Das ist so...
01:55:29
Speaker
Das will ich natürlich nicht behaupten, aber das ist so der Eindruck, der entsteht, wenn man die Nachrichten liest.
01:55:35
Speaker
Und dann mit der Wirtschaft geht es bergab.
01:55:39
Speaker
Wir werden sowieso alle nur mehr durch Roboter und KI ersetzt.
01:55:43
Speaker
Und ja, alle jammern und haben zu wenig Geld zum Leben.
01:55:48
Speaker
Und
01:55:50
Speaker
Früher war sowieso alles besser und die Händel haben noch drei Eier gelegt.
01:55:57
Speaker
Und gegen das irgendwie anzukämpfen ist fast unmöglich.
01:56:00
Speaker
Aber wenn du dann wirklich hergehst und sagst, okay, wo stehe ich jetzt?
01:56:04
Speaker
Wie sieht jetzt meine Situation aus?
01:56:07
Speaker
Was ist realistisch zu erwarten?
01:56:09
Speaker
Also je mehr du es schaffst, irgendwie mal in so einer Krisenzeit dich auf Fakten zu besinnen, umso besser tut es dir vom Kopf her.
01:56:17
Speaker
Mhm.
01:56:18
Speaker
Ja, I feel you.
01:56:21
Speaker
Ja, ich bin grundsätzlich auch eher ein Kopfmensch und ein Ratio und ein Zahlen, Daten, Fakten Mensch.
01:56:29
Speaker
Aber ich komme nicht umhin, ich kann mich diesem Gefühl, diesem suggerierten Gefühl,
01:56:37
Speaker
permanenten Doomsday-Szenario auf allen Ebenen auch nicht entziehen.
01:56:42
Speaker
Und ich bin immer gespannt, wie andere Menschen damit umgehen, weil das ist so ein bisschen, wie du es andeutest oder wie du sagst, wenn ich jetzt rein auf mein Gefühl hören würde,
01:56:54
Speaker
müsste ich eigentlich hier alles sofort einpacken, da die Kamera es auch will haben, verkaufen und mich eigentlich umschulen.
01:57:04
Speaker
Also es ist so, jeder, mit dem ich spreche, ist so.
01:57:08
Speaker
Ja, echt?
01:57:10
Speaker
Du bist tatsächlich noch bezahlt für Sprechen in deinem Mikrofon, das irgendwie so...
01:57:17
Speaker
Ich glaube, du hast den Schuss nicht gehört.
01:57:22
Speaker
Und gleichzeitig, wenn ich aber mich nur auf meine persönliche Situation mit meinem Einkommen, mit meinen Kunden, mit meinem beruflichen Alltag konzentriere und sehe, ja, da sind Menschen, die schätzen menschliche Arbeit und Umgang mit echten Menschen, die sind sogar bereit, dafür Geld auszugeben, mehr Geld, als sie zahlen müssten, wenn sie
01:57:47
Speaker
Und dann sind wir wieder bei den Fakten.
01:57:49
Speaker
Dann kann es wohl nicht so scheiße sein.
01:57:52
Speaker
Im Vergleich zu den anderen Optionen.
01:57:54
Speaker
Genau.
01:57:55
Speaker
Und dann denke ich mir, nein, Moment mal, aber es läuft doch eigentlich alles gut.
01:57:58
Speaker
Was ich schon merke, ist, dass es immer stärker den Unterschied macht zu...
01:58:06
Speaker
mehr als nur eine saubere Dienstleistung abzuliefern, sondern das emotionale Full-Service zu geben.
01:58:22
Speaker
Einfach der Mensch, der da dahinter steckt,
01:58:25
Speaker
der sich auch authentisch zeigt.
01:58:26
Speaker
Was bringe ich noch mit außer einer?
01:58:29
Speaker
Ich glaube, du sprichst etwas extrem Wichtiges an.
01:58:32
Speaker
Und ich glaube, das ist durch alle Branchen irgendwie immer größer werdendes Thema.
01:58:38
Speaker
Wir haben für...
01:58:40
Speaker
Wir haben für jeden Schwachsinn und für jeden Belang mittlerweile ein Webportal, wo du dich durchklicken und beschäftigen musst.
01:58:50
Speaker
Und wenn du eine Firma hast, hast du sowieso dermaßen viele Geschichten zu erledigen und zu bekümmern.
01:59:02
Speaker
dass du knapp vorm Durchdrehen bist.
01:59:04
Speaker
Und ich merke einfach vom direkten Kundenfeedback, Menschen sind wahnsinnig, wahnsinnig, wahnsinnig happy, wenn irgendwas mal leicht funktioniert.
01:59:15
Speaker
Und ich glaube, dass das unsere große Chance ist, weil
01:59:21
Speaker
Ja, in der Theorie kann sich jeder seine Website selbst programmieren, es kann jeder seinen Computer selbst aufsetzen, es kann jeder seinen Home-Server einrichten, sich eine künstliche Intelligenz dort installieren, die ihm die Termine plant und dieses und jenes und solches macht.
01:59:45
Speaker
Aber mit diesen Dingen musst du dich beschäftigen.
01:59:50
Speaker
Und was ich von Kundenseite von vielen Unternehmen, die halt nicht so üppig ausgestattet sind wie Großkonzerne in ihren Ressourcen,
02:00:00
Speaker
mitbekomme leute lieben es wenn es mal leicht geht wenn sie den luxus haben irgendwo anzurufen und zu sagen ich hätte bitte gerne kilo kartoffeln und sie kriegen dann auch tatsächlich ein kilo kartoffeln und es sieht aus wie kartoffeln und es schmeckt und man kann es auch verwenden wenn
02:00:21
Speaker
die Kartoffeln und es sind nicht wieder irgendwelche Sachen drin, dass sie darauf reingefallen sind, dass die Kartoffeln jetzt aus China kommen und eigentlich umlackierte Mangos sind oder sonst irgendwas.
02:00:35
Speaker
Was dir halt laufend passiert bei diesen Machstier-Selbst-Lösungen, die überall unterwegs sind.
02:00:44
Speaker
Es ist einfach alles so wahnsinnig kompliziert geworden.
02:00:47
Speaker
Ich denke mir halt schon...
02:00:49
Speaker
Wir haben noch eine Berechtigung als Leute, die Dienstleistungen oder Produkte anbieten.

Wert von menschlicher Interaktion und Kreativität

02:00:55
Speaker
Ich glaube, der große Vorteil ist eben die Beratung und die Erklärung und der persönliche Kontakt.
02:01:02
Speaker
Weil wenn du bei...
02:01:04
Speaker
Wenn du in der App XY versuchst, jemanden im Support zu erreichen, und das kann auch nur das Newsletter-Programm sein oder so, dann kannst du mal schauen, weil die sitzen alle in Indien und die arbeiten, wenn du schläfst.
02:01:17
Speaker
Das heißt, du musst ihnen schon einmal ein E-Mail schreiben oder du musst den bescheuerten Chatbot nehmen, der nicht versteht, was du brauchst, weil es ist nicht in den FAQ drin oder so.
02:01:26
Speaker
Zum Beispiel.
02:01:27
Speaker
Ja, genau.
02:01:28
Speaker
Das habe ich selber alles schon erlebt.
02:01:31
Speaker
Und ich bin keine Firma, die jetzt davon abhängig ist, dass das läuft oder nicht.
02:01:37
Speaker
Aber ich kriege sehr viel Wertschätzung entgegengebracht, weil man mich anrufen kann, weil man die individuelle Situation mit mir besprechen kann.
02:01:47
Speaker
Und dann gehe ich darauf ein, dann verhalte ich mich dazu.
02:01:50
Speaker
Und das ist, glaube ich, ein Faktor der Verwaltung.
02:01:55
Speaker
Und ich glaube, das Entscheidende ist halt einfach, dass immer mehr Leute, auch solche, die in Konzernen angestellt sind, gerne mit Menschen zusammenarbeiten, die die Branche verstehen, die dieselbe Sprache sprechen und die einfach ein Gefühl dafür haben, was jetzt die Bedürfnisse des Gegenübers sind.
02:02:18
Speaker
Wir können alles automatisiert lösen, wir haben für alles theoretisch ein Tool,
02:02:24
Speaker
Aber du musst eben dieses Tool bespielen können.
02:02:28
Speaker
Du musst dich mit den ganzen unliebsamen Dingen beschäftigen.
02:02:33
Speaker
Wir haben vorhin über Fiverr gesprochen.
02:02:35
Speaker
Ja, ich muss einfach das, was ich will, in einer E-Mail verfassen oder über die Maske dort auf Fiverr irgendwie reintipseln, was ich haben will.
02:02:48
Speaker
Dann kriege ich nach viel zu langer Zeit irgendwas,
02:02:52
Speaker
Dann muss ich wieder eine Feedback-Runde machen, dann habe ich eine vordefinierte Anzahl an Feedback-Runden, dann habe ich tausenderlei Themen, die mich eigentlich nicht interessieren.
02:03:01
Speaker
Ich will einfach sagen, okay Patrick, ich brauche ein Voice-Over für Bier zum Beispiel und du lieferst mir ein Voice-Over für Bier.
02:03:08
Speaker
Das klingt wie ein Voice-Over für Bier, weil du einfach weißt, okay, wie funktioniert der Markt, wie ist eine Tonalität für Bier.
02:03:16
Speaker
Weil wir vielleicht auch daran zusammengearbeitet haben, wie das klingen sollte.
02:03:20
Speaker
Zum Beispiel, ja.
02:03:21
Speaker
oder so und dann einen Standard etabliert haben.
02:03:25
Speaker
Exakt, und der wird eingehalten und da gibt es eine Konsistenz und da weiß ich einfach, ich weiß, wann du verfügbar bist, ich weiß, dass du vor Ort bist, ich weiß, dass du präsent bist, ich weiß, dass du nicht einfach mal so verschwindest, weil wenn ich einen Sprecher über Fiverr buche, wer gibt mir die Sicherheit, dass der in zwei Wochen auch noch auf Fiverr ist und nicht irgendwie die
02:03:48
Speaker
die große Karriere als Stepptänzer gestartet hat.
02:03:52
Speaker
Die wissen es nicht.
02:03:57
Speaker
Bei Leuten, denen ich vernünftiges Geld zahle, und damit meine ich so viel Geld, dass sie von ihrer Profession leben können,
02:04:03
Speaker
kann ich mir sicher sein, dass es sie in absehbarer Zeit auch noch gibt.
02:04:10
Speaker
Und ich sagen kann, okay, ich würde da jetzt gerne mal an diesen Spot, an diese Kampagne, an diese Idee anschließen.
02:04:16
Speaker
Machen wir es wie zuvor etc.
02:04:18
Speaker
Das ist ja auch wieder, sorry, dass ich zurückkomme auf das lange besprochene Thema KI.
02:04:24
Speaker
Das ist ja auch eine Sache, die ich aus der Praxis gehört habe, wo Leute immense Probleme hatten, dass sie in die Erstellung eines Sprachmodells wirklich viel Geld investiert haben und dann hat einfach die Firma die Basis geändert.
02:04:43
Speaker
Es gab ein Software-Update und
02:04:47
Speaker
das Modell war zum Wegwerfen.
02:04:50
Speaker
Weil es halt einfach nicht geht, dass es auf einer alten Plattform erstellte Sprachmodell in ein neues übersetzt wird.
02:04:59
Speaker
Und da habe ich dann wieder diese Sachen, natürlich wird es irgendwann mal gelöst werden.
02:05:05
Speaker
Aber die Frage ist einfach, kann ich es mir leisten, mir so viele Probleme über die
02:05:13
Speaker
den geringen Betrag einzukaufen.
02:05:16
Speaker
Wenn ich eigentlich die Möglichkeit hätte, einfach, weiß ich nicht, Patrick anzurufen und zu sagen, hey, sprich was ein und dann rufe ich die Innenhofstudios an und sage, hey, nehmt was auf.
02:05:28
Speaker
Und es passiert einfach so, wie ich es mir vorstelle, dass es klingen soll und passieren soll, ohne dass irgendwelche Themen plötzlich aufpoppen, an die niemand gedacht hätte.
02:05:42
Speaker
Ich möchte dazu tatsächlich auch noch einen letzten Punkt, den ich sehr interessant fand, den ich von einem Marketing- und Sales-Menschen gehört habe, einbringen, nämlich die echte menschliche Arbeit mit einem Studio, mit einem Creative Director, Werber, was auch immer, einer Sprecherin, einem so, legitimiert überhaupt erst auch
02:06:10
Speaker
den Wert seiner Position in der Firma, wenn er nach Hause kommt sozusagen oder zur großen Besprechung dann präsentiert, das habe ich jetzt in einer Viertelstunde mit ChatGPT getextet und mit Eleven Labs einmal ausgespielt, dann fragt die Seite die erste Frage, die sein Chef ihm stellt, und wieso kriegst du 5000 Euro im Monat?
02:06:31
Speaker
Also das setzt sich ja fort, die Entwertung der Arbeit setzt sich ja fort bis in die eigenen Reihen sozusagen, wo man sich dann plötzlich erklären muss, und wieso brauchen wir dich jetzt genau 40 Stunden die Woche, wenn du dafür jetzt eine halbe Stunde gebraucht hast oder so, um einen Wurscht, aber ich mag das Thema jetzt eigentlich gar nicht mehr.
02:06:51
Speaker
Also wir waren ja eigentlich bei der Selbstständigkeit und bei den Selbstständigen.

Dankbarkeit und Abschluss des Gesprächs

02:06:56
Speaker
Ich glaube, diese Ängste werden irgendwie nie weggehen.
02:07:00
Speaker
Es gibt Menschen, die sind dafür geschaffen und Menschen, die sind nicht dafür geschaffen.
02:07:05
Speaker
Ich glaube nicht, dass irgendjemand geschaffen ist für Existenzangst.
02:07:11
Speaker
Nein, ich nicht.
02:07:12
Speaker
Aber ich sage mal so...
02:07:17
Speaker
was wir draußen beim Kaffee vor der Aufnahme jetzt besprochen haben, ich habe schon aufgrund dieser dauernd einprasselnden Geschichten immer wieder Momente, wo ich dann abends im Bett liege und mir einfach denke, oh mein Gott, eigentlich geht es mir gut, aber offenbar habe ich irgendwas übersehen.
02:07:32
Speaker
Also so, keine Ahnung, ich sehe das Damoklesschwert nicht, aber es muss ja da sein, weil es mir alle erklären.
02:07:39
Speaker
Und ich denke mir einfach, ja, ich glaube, ein bisschen Optimismus kann nicht schaden und
02:07:47
Speaker
Ja, diese Doomsday-News haben halt auch schon wahnsinnig zugenommen, weil sie uns mittlerweile überall und immer erreichen.
02:07:58
Speaker
Du kriegst ja am Handy mittlerweile schon die Doomsday-News via Notification geliefert.
02:08:04
Speaker
Ja.
02:08:04
Speaker
Oh, bling, bling, irgendwas Neues ist passiert.
02:08:08
Speaker
Gut, Trump beschließt, Atomkrieg gegen Schweden zu führen.
02:08:13
Speaker
Würde mich jetzt nicht verwundern, wenn das als nächstes auf meinem Handy steht, wenn wir fertig sind.
02:08:18
Speaker
Es ist ja mittlerweile auch schon auf alles gefasst, weil alles nur mehr so irre klingt und wahnsinnig.
02:08:24
Speaker
Ja, ja.
02:08:27
Speaker
Ja, also die Notifications und so habe ich sowieso alles ausgeschaltet, weil ich sonst so viel, also mein Therapeut könnte sich ein Haus aus Gold bauen.
02:08:37
Speaker
Wir sollten alle sehr viel bewusster unsere Aufmerksamkeit und unsere Energie und unsere Zeit Dingen widmen oder eben nicht widmen,
02:08:51
Speaker
Und ich glaube, das könnte sehr viel dazu beitragen, dass wir etwas entspannter durchs Leben gehen oder eben nicht.
02:08:58
Speaker
Aber vielleicht zum Abschluss jetzt noch, weil mich das vom Anfang noch interessiert.
02:09:02
Speaker
Was würdest du, als letzte Frage, was würdest du deinem 19-jährigen Ich sagen, wenn du ihm heute begegnen würdest?
02:09:09
Speaker
Ich will ihn fragen, ob er deppert ist.
02:09:10
Speaker
Bist du auch grönt?
02:09:16
Speaker
Nein, ich glaube aber, das ist eigentlich das Schöne am Leben, dass es gewisse Zeiten und gewisse Punkte gibt, wo, wenn man wüsste, was auf einen zukommt, dass man es dann nicht tut, umso schöner fühlt es sich an, wenn es dann doch geklappt hat.
02:09:34
Speaker
Und insofern denke ich mir einfach...
02:09:40
Speaker
Ich würde antworten und sagen, be steppert, aber auf der anderen Seite, wenn du das Gefühl hast, du willst das machen, go for it.
02:09:54
Speaker
eben mit all diesen Doomsday News, über die wir gesprochen haben, mit all diesen Geschichten, ich lerne immer mehr den Wert des Bauchgefühls zu schätzen, weil es so viel mediales Gerausche gibt und so viel Informationsbrummen um mich herum und ja, da ist irgendwie halt so das
02:10:19
Speaker
Das Bauchgefühl, ein zweiter guter Anker neben den Fakten.
02:10:24
Speaker
Und wenn es halt keine möglichen Fakten gibt, einfach nur danach gehen, fühlt es sich jetzt einfach gut an oder fühlt es sich nicht gut an, um danach zu leben.
02:10:33
Speaker
Das ist doch schön.
02:10:34
Speaker
Also bist deppert, aber mach es trotzdem.
02:10:38
Speaker
Das ist ein schönes Schlusswort.
02:10:39
Speaker
Georg, ich danke dir.
02:10:41
Speaker
Es war ein großartiges Gespräch.
02:10:42
Speaker
Mir hat es großen Spaß gemacht.
02:10:43
Speaker
Ich hoffe, dir auch sehr schön.
02:10:45
Speaker
Das freut mich.
02:10:46
Speaker
Das heißt, ich werde dich jetzt gleich on camera darauf festnageln, dass du irgendwann wiederkommst und wir daran anknüpfen.
02:10:53
Speaker
Danke dir, dass du da warst.
02:10:55
Speaker
Danke auch euch, dass ihr bis hierhin zugehört habt.
02:10:59
Speaker
Wie immer, wer das jetzt hört, ist mein persönlicher Held oder meine Heldin.
02:11:03
Speaker
Nein, ernsthaft.
02:11:04
Speaker
Danke euch.
02:11:05
Speaker
Schön, dass ihr dabei wart.
02:11:06
Speaker
Wenn ihr Nachrichten habt, wenn ihr Gedanken dazu teilen wollt, schreibt mir gerne an deeptalk at mike-rider.com und ansonsten freue ich mich, wenn ihr das Format weiterempfehlt oder subscribt oder bewertet oder liked oder teilt.
02:11:23
Speaker
You know the drill.
02:11:25
Speaker
Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.
02:11:27
Speaker
Ciao.