Transcript
Speaker: Und nur im Kampfsport habe ich gewusst, da muss ich einfach nur auftauchen und ich bin am richtigen Weg, weil du wirst Tag für Tag besser.
Speaker: Du hast das Ziel vom Schwarzgurt oder du hast das Ziel von der nächsten Competition.
Speaker: Und das hat sich einfach richtig und sicher angefühlt.
Speaker: Eine kontrollierte Situation, um
Speaker: um Probleme zu lösen.
Speaker: Und das kann man ummünzen auf die reale Welt.
Speaker: Das ist eine größere Herausforderung.
Speaker: Es kann mehr und aus unterschiedlichen Situationen können dir Probleme entgegenkommen.
Speaker: Aber die Gelassenheit und die Ruhe, mit der du dann an diese Probleme herangehst,
Speaker: Das ist dann dieselbe.
Speaker: Ich habe einen Zirkus gehabt in einer ganz anderen Situation.
Speaker: Und zwar, ich habe mit sieben Brasilianern in einem Zimmer gewohnt.
Speaker: Ein Zimmer, eine Küche.
Speaker: Das war unser Apartment.
Speaker: Es war das Fighterhaus.
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mike Rader Deep Talk.
Speaker: Heute bei mir zu Gast ist Paul Pietsch.
Speaker: Paul ist Gründer und Head Coach von Modern Jiu Jitsu.
Speaker: Er ist der jüngste Schwarzgurt Österreichs und hat bei vielen internationalen Turnieren schon ordentlich abgeräumt.
Speaker: Ich möchte mich heute mit ihm ein bisschen über Kampfsport, über die Philosophie dahinter unterhalten.
Speaker: Und ja, über das damit einhergehende Scheitern und was das so mit einem macht.
Speaker: Genau, bevor die Folge losgeht, nochmal der Hinweis, Nachrichten super gerne an deeptalk at mike-rider.com, aber auch sonst jeder andere Kanal führt zu mir.
Speaker: Auf Spotify kann man kommentieren, auf YouTube oder so.
Speaker: Wenn ihr Fragen habt, wenn ihr Fragen an mich habt, an meinen Gast, an euch was dazu einfällt, wenn ihr die Folge gehört habt, super gerne.
Speaker: Wir sammeln das alles und werden auch eine Q&A-Folge machen in absehbarer Zeit mit dem Noah.
Speaker: Deswegen hiermit die Bitte, schreibt mir gerne, was euch auf der Leber liegt und ich werde euch Rede und Antwort stehen.
Speaker: Aber jetzt herzlich willkommen, Paul Pietsch.
Speaker: Hallo, hallo, schön jetzt sein.
Speaker: Hi Paul, ja, du bist mein Head Coach, seit knapp zwei Jahren bin ich bei dir und trainiere BJJ.
Speaker: Erzähl mal du vielleicht noch ein bisschen was zu dir, außer dieser formellen Einführung.
Speaker: Was sollten die Leute wissen, die dich nicht mehr
Speaker: Wieso hast du überhaupt mit Kampfsport angefangen?
Speaker: Wann und was war dann der Schlüsselmoment oder der Auslöser, dass du dann bei Jiu-Jitsu geblieben bist?
Speaker: Begonnen habe ich mit ganz anderen Sportarten, sogar nicht einmal mit Kampfsport.
Speaker: Tennis war meine erste große Leidenschaft und ich glaube, ich hätte beim Tennis bleiben sollen.
Speaker: Da wäre das Geld zu holen gewesen.
Speaker: Aber genau, das hat dann das eine zum anderen geführt.
Speaker: Grundsätzlich, was bei mir immer so ein bisschen eine große Motivation war, war eben, was meine ältere Schwester so für Hobbys hatte und was die cool fand.
Speaker: Das fand ich als kleiner Bruder natürlich auch immer sehr spannend.
Speaker: Und sie ist zum Kampfsport gekommen, sie hat Taekwondo trainiert und ich war immer der menschliche Boxsack zu Hause und also rückblickend war es glaube ich auch ein bisschen so der Überlebensinstinkt, der mir gesagt hat, hey Paul, lern das zu blocken, lern auszuweichen.
Speaker: Und dann bin ich auch zum Tecfando gekommen.
Speaker: Das ist der Sport für mich, das ist mein Ding.
Speaker: Und ich habe das einige Jahre sehr intensiv oder einfach begeistert trainiert.
Speaker: Und es war dann aber irgendwann mal der Punkt, wo ich gemerkt habe, es gibt einfach in dem Sport, so cool er auch ist, ein paar Sachen, die man einfach nicht trainiert, wegen dem Regelwerk und dergleichen.
Speaker: Und das hat mich einfach als junger Typ ein bisschen fuchsig gemacht.
Speaker: Und das ist ganz klar im Tic Fondo, da gibt es spektakuläre Tritte und die sind wirklich die Experten in Sachen Treten.
Speaker: Aber sobald jemand zu nah dran ist, um getreten zu werden, also wenn er dich packt, Schwitzkasten, wie auch immer, dann fehlt da so ein bisschen das Werkzeug, um damit umzugehen.
Speaker: Und ich hatte einen ganz lieben Freund, einen guten Trainingskollegen,
Speaker: Der war im Teguando viel schlechter als ich.
Speaker: Wir haben immer gespart, wir haben immer nach dem Training noch ein bisschen ein Randori, ein Sparring gemacht.
Speaker: Und im Teguando habe ich den ganz schön vermöbelt.
Speaker: Und was hat er sich gedacht?
Speaker: Na passt, packe ich ihn, stecke in den Schwitzkasten.
Speaker: Und ich bin da hilflos gehangen und habe mir gedacht, hey, was mache ich jetzt?
Speaker: Ich kann ihn nicht...
Speaker: ich kann ihn nicht vertreten.
Speaker: Und das hat mich dann halt weitersuchen lassen.
Speaker: Und dann bin ich zum MMA gekommen.
Speaker: Also bin ich in so ein ganz schmuddeliges und gruselig ausschauendes MMA-Gym rein spaziert.
Speaker: Und da habe ich alles gemacht.
Speaker: Thai-Boxen, Boxen, eben auch Chirizo-Di-Zu.
Speaker: Und als 13-jähriger Knips in der MMA-Szene, das war schon ein hartes Pflaster.
Speaker: Und das Einzige, wo ich gemerkt habe, ich kann überleben, ich kann vielleicht sogar gegen Erwachsene gewinnen, wenn ich mich richtig reintiege, war das Chirizu.
Speaker: Also im Boxen, das war eine sehr harte Lernkurve mit sehr wenig Lernen und einfach nur hart.
Speaker: Sehr viel einstecken.
Speaker: Genau, genau.
Speaker: Und im Chirizu, da muss man halt einfach...
Speaker: die Techniken sich auswendig merken und einprägen und wenn man das gut kann, dann habe ich gemerkt, ich kann sogar gegen Größere überleben, mich schützen und vielleicht sogar das eine oder andere Mal gewinnen, wenn das losgeht.
Speaker: Spannend.
Speaker: Okay, das heißt, mit 13 hast du begonnen, Jiu-Jitsu zu trainieren.
Speaker: Genau, genau, genau.
Speaker: Und bist dann dabei geblieben.
Speaker: Es ist ja eine Sache, so ein Hobby zu haben und sich wohlzufühlen und mit der, sag ich jetzt mal, Einstellung reinzugehen.
Speaker: Ja, ich möchte mich besser spüren und gut irgendwie fühlen und so.
Speaker: Aber es ist was ganz anderes, das im Wettkampfmodus zu trainieren als wirklich als Profiathlet und dann auch in weiterer Folge Lehrer zu werden und sein eigenes Gym aufzumachen und
Speaker: Gab es da einen Schlüsselmoment oder wie war da die Entwicklung dahin?
Speaker: Es gab einen Schlüsselmoment und es gab viele Jahre, die zu dem hingeführt haben, weil ich habe mir eben als Jugendlicher gedacht, okay,
Speaker: Es gibt viele Sachen, die mir Spaß machen, aber nichts ist so erfüllend wie eben dieses Training und das Gefühl, das man dabei hat und auch das Ziel, das man vor Augen hat.
Speaker: Das hat irgendwie einfach alles gut gepasst.
Speaker: Es gibt so große Fragen mit, was möchtest du mal beruflich machen?
Speaker: Dir steht ja die Welt offen und jetzt musst du dich aber entscheiden, Paul.
Speaker: Das ist wichtig, jetzt keine blöde Entscheidung zu treffen und das war überwältigend.
Speaker: Und nur im Kampfsport habe ich gewusst, da muss ich einfach nur auftauchen und ich bin am richtigen Weg, weil du wirst Tag für Tag besser, du hast das Ziel vom Schwarzgurt oder du hast das Ziel von der nächsten Competition und das hat sich einfach richtig und sicher angefühlt.
Speaker: Und ich glaube, das war auch ohne, dass ich jetzt bewusst darüber nachgedacht habe, immer der Grund, warum ich mich dort sehr wohl gefühlt habe.
Speaker: Aber als Kind oder gerade in der Zeit gab es das Berufsfeld Kampfsportler nicht wirklich.
Speaker: Das war halt für alle nur ein Hobby.
Speaker: Es gab eben nur den Trainer, der hat davon leben können und der lebt den Traum.
Speaker: Und ich glaube, das war schon immer ein bisschen in meinem Hinterkopf, wo ich mir gedacht habe, pfff.
Speaker: Also es gibt viele coole Berufe, aber das ist der coolste.
Speaker: Und dann halt von 14, 15, 16 habe ich einfach so viel wie möglich trainiert.
Speaker: Das war das Einzige, was mich wirklich, wirklich interessiert hat.
Speaker: Und mit 18 war dann dieser Wendepunkt.
Speaker: Da habe ich mir gedacht, so jetzt muss ich studieren, jetzt muss ich mich entscheiden, ist es ein Hobby oder wird es ein Beruf?
Speaker: Und es war jetzt nicht klar, dass das mein Beruf werden könnte, weil ich war noch so jung und ich war auch jetzt nicht...
Speaker: berühmt oder so erfolgreich, dass ich sagen kann, passt, da kommt jetzt das Geld zur Tür rein.
Speaker: Aber ich war schon zu tief drinnen, damit zu sagen, passt, ich lasse es sein.
Speaker: Das hat sich überhaupt nicht richtig angefühlt.
Speaker: Und dann habe ich gesagt, na, ich bleibe dabei.
Speaker: Ich habe es geschafft, zum Heeresport zu kommen.
Speaker: Das hat mir noch ein bisschen Zeit verschafft.
Speaker: Ich konnte noch mal sechs Monate weiter trainieren.
Speaker: Was heißt das, Trödinger?
Speaker: Das kenne ich nicht.
Speaker: Beim Bundesheer gibt es die Kategorie Heeresport.
Speaker: Ah, beim Bundesheer.
Speaker: Genau.
Speaker: Und da bin ich reingekommen und da konnte man eben noch weiter trainieren.
Speaker: Und da hat sich das auch ergeben, dass ich ein Stipendium in Los Angeles bekommen habe.
Speaker: bei einer sehr coolen und berühmten Schule.
Speaker: Die wollten einfach Wettkämpfer anlocken, um ihr eigenes Wettkampfteam aufzubauen und auf Vordermann zu bringen.
Speaker: Und über Kontakte zu einem von den Wettkämpfern dort, der hat ein gutes Wort für mich eingelegt und hat gesagt, der würde gut zu uns passen, konnte ich hin.
Speaker: Und dann habe ich sechs Monate lang dort trainiert.
Speaker: Dann ist mein Touristenvisum abgelaufen.
Speaker: Ich bin wieder zurück.
Speaker: Und genau.
Speaker: Wer war das, wenn ich fragen darf?
Speaker: Ich habe bei Gabriel Sousa und Lukas Hoscher trainiert.
Speaker: ZR Team Los Angeles.
Speaker: Und Gabriel Sousa ist jetzt, müsste man auch schon, wie es aktuell ist, aber der war auf jeden Fall ganz lange Zeit Nummer zwei in der Weltrangliste in seiner Gewichtsklasse.
Speaker: Und eigentlich cool, als ich dort hingekommen bin, war er noch nicht die Nummer zwei.
Speaker: Also das war irgendwie, da war er noch so am Durchbruch.
Speaker: Und genau, ich habe eigentlich live miterlebt, wie der einfach sich reingehängt hat und alles geopfert hat, um dann ein, zwei Jahre später jetzt an der Spitze zu sein.
Speaker: Mhm.
Speaker: Das hat mir auch extrem viel gebracht, weil ich habe gesehen, wie trainieren denn die wirklichen Profis, die, die schon in der Spitze sind, die zur Spitze kommen.
Speaker: Das hat mir ganz viel mit auf den Weg gegeben.
Speaker: Einer meiner blödesten Fehler, die ich als Jugendlicher immer gemacht habe, war zu glauben, ich muss mehr und mehr trainieren.
Speaker: Da draußen gibt es die Wettkämpfer, die meine zukünftigen Kontrahenten,
Speaker: Die Brasilianer, die Amerikaner, die muss man einholen.
Speaker: Die sind schon irgendwo ganz da oben.
Speaker: Und meine Lösung war einfach, egal wie man sich fühlt, mehr trainieren und mehr.
Speaker: Und ich war ständig verletzt.
Speaker: Und dann bin ich nach Amerika gekommen und habe gesehen, wie die auf den Körper aufpassen.
Speaker: Wie die zwar hart trainieren, aber genauso gut erholen.
Speaker: Und da habe ich mir gedacht, hey, das muss ich abschauen.
Speaker: Und das hat mir, glaube ich, sehr viel geholfen.
Speaker: Es klingt so, als wäre das eben nicht ein Job, sondern eine Berufung.
Speaker: Also nicht etwas, was du machst, um damit Geld zu verdienen, um dir eine gewisse Sicherheit zu verschaffen, sondern um etwas, eine Leidenschaft auszuleben, die dich erfüllt.
Speaker: Und zufällig, nebenbei, kann man auch noch damit Geld verdienen, oder?
Speaker: Voll, na hundertprozentig.
Speaker: Ich merke das jeden Tag, wenn ich in die Arbeit fahre und mir denke, so, wenn das jetzt nicht mein Beruf wäre, wo würde ich jetzt gerade hinfahren?
Speaker: Ich würde trotzdem genau dort hinfahren, weil da habe ich meinen...
Speaker: den Safe Space, das zweite Wohnzimmer.
Speaker: Ich habe meine Freunde dort.
Speaker: Ich habe jetzt natürlich auch ein paar mehr Verpflichtungen.
Speaker: Wenn es irgendwo ein Problem gibt, dann kümmere ich mich darum und kann das nicht einfach irgendwie wem anderen überlassen.
Speaker: Klar, es gibt schon noch ein paar Schattenseiten.
Speaker: Aber sind das wirklich Schattenseiten?
Speaker: Also Schattenseiten gibt es sicher, aber ist die Verantwortung wirklich eine Schattenseite für dich?
Speaker: Ja, es kommt drauf an, was kommt.
Speaker: Also wenn die Therme mal wieder rot blinkt und irgendein ominöser Fehler angezeigt wird, dann gehe ich mir schon.
Speaker: Ich habe noch eineinhalb Stunden, bis die Stunde beginnt, sondern die Therme funktioniert nicht.
Speaker: Aber das ist, wie du sagst, ich finde das in der Hinsicht auch richtig cool, weil klar, es ist ein Problem und ich würde mir wünschen, wenn es
Speaker: Wenn solche Sachen nicht passieren würden.
Speaker: Aber man merkt auch, wie man halt mit jedem Problem so ein bisschen souveräner wird.
Speaker: Und ganz am Anfang war ich die ganze Zeit nervös mit, okay, wird das funktionieren, wird das funktionieren.
Speaker: Und mittlerweile, ich meine, ich bin jetzt noch nicht…
Speaker: Super lange selbstständig, aber schon lange genug, um zu wissen, wir machen das und unterwegs werden hier und da kleine Probleme kommen, die werden wir dann eins nach dem anderen lösen.
Speaker: Das ist eine coole Gelegenheit, sowas zu üben.
Speaker: Ich finde, das ist auch eine schöne Metapher.
Speaker: Sorry, wenn ich jetzt da zu philosophisch geworden bin kurz, weil du es ganz ehrlich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht hast mit der scheiß Therme, die das Warmwasser nicht...
Speaker: Aber ich glaube, das ist trotzdem eine gute Metapher für Jiu-Jitsu per se.
Speaker: Das hat mich so fasziniert, dass du eigentlich permanent vor irgendwelche Probleme gestellt bist, die du so noch nie irgendwie hattest oder genau in dieser Form noch nicht hattest.
Speaker: Eine kontrollierte Situation.
Speaker: um Probleme zu lösen.
Speaker: Und das kann man ummünzen auf die reale Welt.
Speaker: Das ist eine größere Herausforderung.
Speaker: Es kann mehr und aus unterschiedlichen Situationen können dir Probleme entgegenkommen, aber die Gelassenheit und die Ruhe, mit der du dann an diese Probleme herangehst,
Speaker: Das ist dann dieselbe.
Speaker: Es ist sozusagen wie ein Training, um Probleme zu lösen und dann ist es, wie du sagst, relativ egal, was das für Probleme sind.
Speaker: Es fühlt sich ähnlich an.
Speaker: Ja, das finde ich sehr schön mit der Gelassenheit.
Speaker: Das bemerke ich nämlich bei mir auch.
Speaker: Es ist wirklich, du schaffst eine, also mir geht es zumindest so,
Speaker: Man schafft einen neuen Relationspunkt zu, wie hart beschäftigt mich das jetzt, was auch immer jetzt gerade passiert.
Speaker: Wie wirft mich das aus der Bahn oder wie gelassen und entspannt kann ich das beobachten, geschehen lassen.
Speaker: Und mir auch denken, ich werde es überleben.
Speaker: Ich komme gerade.
Speaker: Und das ist wirklich, Entschuldige, dass ich da jetzt so springe, aber das ist wirklich so, dass das direkt nach dem Training bei mir am stärksten präsent ist, dieses Gefühl, ich habe gerade irgendwie jemanden, der 20 Kilo schwerer ist, als ich, ob das schon länger macht.
Speaker: habe ich mit dem eine potenziell lebensbedrohliche Situation überlebt und es geschafft mich daraus zu befreien.
Speaker: Das ist wirklich ein high-artiges Gefühl.
Speaker: Und dann kommt irgendjemand eine halbe Stunde später und ruft mich an und will irgendwas von mir.
Speaker: Das ist so, ja okay.
Speaker: Come bring it.
Speaker: Ja, bitte.
Speaker: Es kann mich gerade überhaupt nichts aus der Ruhe bringen.
Speaker: Aber das Gefühl nach einem guten Training ist unbeschreiblich.
Speaker: Das macht mir auch immer viel Freude zu sehen, wenn ich da als Trainer vielleicht nicht mittrainieren durfte.
Speaker: Ich musste jetzt einfach nur schauen, dass das alles im Rahmen blieb.
Speaker: Und dann siehst du aber so diese...
Speaker: knallroten Gesichter mit einem leicht dümmlichen Grinser und einfach einer zufriedenen Mimik.
Speaker: Und die sitzen dann noch so irgendwie am Rand von der Matte.
Speaker: Und ja, das ist dieser Zen-Moment, den jeder irgendwie von buddhistischen Mönchen irgendwie so sich vorstellt.
Speaker: Hey, das ist das, wo man dann im Moment lebt und da möchte ich hin.
Speaker: Aber keiner weiß so genau, wie ist man denn jetzt...
Speaker: Wie meditiert man oder wie findet man denn dieses Im-Moment-Leben?
Speaker: Das ist alles manchmal ein bisschen abstrakt und gar nicht so einfach nach... Es ist schwierig, das herbeizuzwingen.
Speaker: Und im Jiu-Jitsu zwingt man das nicht herbei, es kommt einfach irgendwie als Resultat, dass man im Moment dann lebt.
Speaker: Ja, ich finde auch.
Speaker: Und es gibt ja nicht den einen Weg oder den einen Schlüssel zu diesem absoluten Im-Moment-Sein.
Speaker: Deswegen gehört ja auch in der...
Speaker: Mönchs, zum Mönchsdasein, das Meditieren genauso wie die Kampfkunst, wie das Fasten, wie andere, was auch immer, Erfahrungen alleine in der Natur und so weiter.
Speaker: Und das sind alles Teilbereiche, in denen man so im Moment sein kann.
Speaker: Und ich finde, in
Speaker: In der heutigen Welt, ich kann jetzt nur von mir persönlich sprechen, in der man sehr im Außen ist und sehr getrieben ist, Kampfsport allgemein.
Speaker: Also ich habe ja vorher auch Kickboxen gemacht ein paar Jahre.
Speaker: Aber im Besonderen Jiu-Jitsu, weil es so...
Speaker: körpernah und intim ist, so unmittelbar, also dieses in den anderen zu projizieren, da fährst du überhaupt keine Zeit, du hast überhaupt keine Möglichkeit, sondern du bist so unmittelbar damit beschäftigt zu überleben, als Anfänger, als Weißgut vor allem, dann ist so wirklich wie ein
Speaker: Wie ein Tunnel und dann sind fünf Minuten vorbei oder die Runde vorbei oder so.
Speaker: Und du wachst so auf und denkst, ah ja.
Speaker: Und komischerweise habe ich manchmal das Gefühl, dass ich danach mehr Energie habe als davor.
Speaker: Kennst du das?
Speaker: Geht dir das auch so?
Speaker: Ich bin meistens ziemlich fertig.
Speaker: Ein Trainingskollege von uns, Julian, hat das letztens so nett formuliert.
Speaker: Wir haben über dieses Im-Moment-Sein geredet und hat gemeint, er ist davon richtig begeistert, weil er spart dann mit irgendwem und
Speaker: der sitzt halb auf ihm drauf, verdreht ihm den Arm und er denkt an nichts anderes als an, okay, ich muss jetzt hier wieder rauskommen, ich muss überleben, ich muss das Problem lösen.
Speaker: Und genau, der ganze Alltagsstress, den jeder von uns mitbringt, der bleibt bei der Tür und sobald man zur Tür wieder rausgeht, schaut er nicht mehr ganz so überwältigend aus.
Speaker: Und das ist einer von den großen Faktoren, warum Chirizu oder Kampfsport im Allgemeinen
Speaker: wirklich gut in mein Leben Renn passt.
Speaker: Ja, ich finde auch, dass der John Denner hat es mal gesagt, ich paraphrasiere jetzt, also der John Denner ist einer der bekanntesten Trainer der Welt, der so den besten Grappler unter seinen Fittichen ausgebildet hat und so weiter, den Gordon Ryan.
Speaker: Auf jeden Fall
Speaker: Da hat er mal gesagt, so was wie das Geschenk von Jiu-Jitsu ist, dass man sich mit einem sich ständig verändernden Problem beschäftigt und nicht nur auf einer Kopfebene, sondern auch auf einer körperlichen Ebene.
Speaker: Und das...
Speaker: trägt so viel zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Frustrationstoleranz, zur Resilienz, zu so vielen Dingen bei, auf so vielen Ebenen.
Speaker: Das kennt er von keinem anderen Sport, von keiner anderen Tätigkeit.
Speaker: Also der ist auch, glaube ich, war Uni-Professor oder Hochschullehrer, auf jeden Fall, vorher sehr starker Kopfarbeiter und so.
Speaker: Das wird auf so vielen Ebenen vereint, im Vergleich auch zu Stand-up, also Kickboxen oder Taekwondo oder so, was finde ich sehr reaktiv und auf Impuls und Geschwindigkeit und unmittelbare sozusagen Aktion, Reaktion beruht, ist es bei Jiu-Jitsu irgendwie kontrollierter und
Speaker: noch viel vielfältiger, weil du noch viel mehr Ebenen hast, oder?
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Und jetzt, wo du den John Denner erwähnst, man merkt, er ist einer von den führenden Köpfen im Sport, die genau das vorantreiben.
Speaker: Eben das, Chilizo, du kannst versuchen, es wie ein Hühner zu gewinnen.
Speaker: Du wirst einfach so stark wie möglich und du versuchst, alles klein zu hacken.
Speaker: Und damit kommst du vielleicht zu einem gewissen Punkt.
Speaker: Aber der scheitert dann gegen jemanden, der einfach die Situation im Training so analysiert hat und systematisiert hat, dass er einfach weiß, gut, du attackierst auf diese eine Art und Weise, das macht dich dann wieder offen für eine Gegenattacke auf der anderen Seite.
Speaker: Und dieses systematisch
Speaker: Denkende, das ist einer von den Hauptgründen, warum der Sport so viel Spaß macht.
Speaker: Weil es ist nicht darauf ausgelegt, dass du jetzt einfach schneller, stärker oder sonst irgendwie athletischer sein müsstest.
Speaker: Das ist dein Partner, um ihn zu besiegen, sondern du musst einfach nur schneller die Lösungen finden, als er dir neue Probleme in den Weg stellen kann.
Speaker: Und das macht es eben kurzweilig.
Speaker: Also ich mache jetzt schon so lange Chilizo und es gibt immer eine neue Position, wo ich mir denke, da muss ich mich nochmal ein bisschen reinfuchsen, weil da gibt es ein paar Situationen, wo ich schneller sein sollte, eine gute Lösung zu finden.
Speaker: Oder flexibler vielleicht auch, dass du nicht nur den einen...
Speaker: defensiven Move hast oder die eine Reaktion oder zwei von mir aus.
Speaker: Aber es gibt ja 100 im Endeffekt.
Speaker: Genau, genau.
Speaker: Es entwickelt sich ja ständig weiter.
Speaker: Es entwickelt sich wirklich ständig weiter.
Speaker: Also wenn man sich überlegt, wie ich Ceditzo gelernt habe als Kind, da haben wir gefühlt noch in der Steinzeit gelebt mit den Mitteln, die wir da verwendet haben und war auch super.
Speaker: Aber jetzt im Vergleich dazu, wie wir heutzutage
Speaker: Also Ebene auf Ebene auf Ebene stellen und ich will nicht nur einfach entkommen, sondern ich nutze meine Verteidigung, um dann schon in der nächsten Gelegenheit zu countern und dann bin ich auf einmal aus einer Situation, wo ich kurz davor war aufzugeben, abzuklopfen, bin ich auf einmal selber wieder im Angriff.
Speaker: Also da hat sich schon viel getan und das ist ein...
Speaker: Ich glaube, in anderen Kampfsportarten hätte ich nicht mehr denselben Enthusiasmus, um weiterzulernen.
Speaker: Vielleicht wäre ich dann wohl in einem normalen Beruf gelandet.
Speaker: Ja, das möchte ich mir gar nicht vorstellen.
Speaker: Dann wäre das Leben von ganz vielen Menschen ganz schön fad.
Speaker: Kann ich nur sagen.
Speaker: Aber ich weiß, du hast auch mal eine Zeit lang bei John Denner trainiert.
Speaker: Magst du da aus der Zeit vielleicht was erzählen, was du dort gelernt mitgenommen hast?
Speaker: Das sind ja wirklich inspirierende Figuren, die ganze Generationen ausbilden und formen und eben den ganzen Sport verändern irgendwie.
Speaker: Als ich bei John Donner trainiert habe, das war, ich habe vergessen, welchem Jahr das war, aber das war meine erste längere Trainingsreise, also noch bevor ich dieses Stipendium bekommen habe in Los Angeles.
Speaker: Erzähl mal vielleicht kurz, wie es dazu kam, weil das hast du mir im Vorgespräch erzählt, das fand ich ziemlich witzig.
Speaker: Ja, das war eh eine bizarre Kurzschlussentscheidung, aber es war, wir haben maturiert und meine Klassenkameraden und ich, wir haben überlegt, ja, also alle wollten irgendwie noch eine gemeinsame Reise machen.
Speaker: Und da gab es super Optionen.
Speaker: X-Jam, Summer Splash, all die ganzen Optionen standen da im Raum.
Speaker: Und ich habe mir gedacht, so viel kostet es, dorthin zu fahren, so viel kostet das.
Speaker: Das wäre auch ein One-Way-Ticket nach New York.
Speaker: Und dann habe ich mich kurz an entschlossen, passt, lasst mich wissen, wie es euch gefallen hat.
Speaker: Ich fliege nach New York.
Speaker: Und bin zu John Denner ins Hanzo Gracie Team geflogen.
Speaker: Meine erste größere Reise...
Speaker: Und genau, war auf jeden Fall gruselig, weil es stellt sich raus, man braucht auch eine Unterkunft und man sollte sich genug Geld ansparen, um auch wieder zurückzufliegen.
Speaker: Das waren dann so Sachen, die habe ich dann...
Speaker: Schritt für Schritt.
Speaker: Das ist New York, das ist fucking teuer.
Speaker: Genau, es war wirklich, aber das ist eben auch das Schöne in der Jiu-Jitsu-Community, also man kommt dann irgendwie unter.
Speaker: Also ich war dort bei weitem nicht der Einzige, der da so kopflos herumgereist ist und man findet sich.
Speaker: Und die Leute und diese Kontakte, die ich dort geknüpft habe, sind wahrscheinlich auch das Spannendste an dieser Reise, weil ich war knapp 18 Jahre, ich war bei weitem noch nicht
Speaker: so gut, dass man sagen könnte, hey, ich profitiere von einem Sparring mit den besten Athleten in der Welt, die dort trainiert haben.
Speaker: Aber wovon ich profitiert habe, war eben zu sehen, wie ist die Trainingskultur dort.
Speaker: Was mich zum Beispiel extrem beeindruckt hat, waren nicht die Wettkämpfer, da habe ich gewusst, okay, die leben das.
Speaker: Das hat mich nicht überrascht, dass ich die dort den ganzen Tag gesehen habe.
Speaker: Was mich überrascht hat, waren die Leute, die eigentlich einen 40-Stunden-Job hatten und es trotzdem geschafft haben, in der Früh vor der Arbeit ins Training zu kommen, dann in der Mittagspause zurückzukommen, noch einmal zu trainieren und das jeden Tag, fünfmal die Woche.
Speaker: Und da habe ich mir wirklich gedacht, das finde ich beeindruckend.
Speaker: Ich kann es eh nachvollziehen, weil...
Speaker: Die haben genauso viel Spaß am Sport und die spüren genauso diese Erfolge, die man eben im Sport bekommen kann.
Speaker: Aber die Disziplin, die so ein 9-to-5 arbeitender Mensch einen Tag legen muss, um das zu schaffen, da können sich ein paar Wettkämpfer warm anziehen.
Speaker: Ja, ich muss auch selber sagen, da hilft es das.
Speaker: Ich...
Speaker: Ich bin da bei weitem nicht so diszipliniert, obwohl ich schon ein bisschen drauf reingekippt bin und so ein bisschen dieses, ja süchtig wäre jetzt viel zu viel übertrieben, aber diese Lust auf mehr.
Speaker: Man will es nicht missen.
Speaker: Ja, doch, da habe ich schon definitiv Blut geleckt.
Speaker: Aber zweimal am Tag zu trainieren, das muss man wirklich wollen.
Speaker: Und vor allem das Ding ist, was ich da auch mitgenommen habe, war nicht im Sinne von, okay, ich muss mehr trainieren als der, weil ich will mehr erreichen als er.
Speaker: Oder dass ich jetzt meinen Schülern sagen würde, hey, da gibt es, wenn der trainiert zweimal am Tag und arbeitet Vollzeit, ihr müsst es mehr ackern.
Speaker: Das ist überhaupt nicht die Sache, die ich von dem mitgenommen habe.
Speaker: Aber es war einfach inspirierend zu sehen.
Speaker: Also hilft mir auch manchmal, wenn ich vielleicht das Gefühl habe, ich habe eine Zeit lang auch studiert und natürlich nicht sofort eben als Gymbesitzer oder als Jiu-Jitsu-Athlet Vollzeit gearbeitet, sondern ich habe auch
Speaker: Ich habe andere Berufe gehabt und da war es nicht immer einfach, auch das Training unterzubekommen und dann war es nicht schlecht, so Leute zu kennen oder Leute gekannt zu haben, die das schon hingekriegt haben, was ich jetzt machen möchte und dann habe ich so ein bisschen geblieben.
Speaker: Inspiration auch bekommen durch eben die Leute, die in dem Gym keiner kennt.
Speaker: Das waren nicht die großen Namen, aber das waren die, wo ich mir gedacht habe, der ist mir teilweise häufiger in Erinnerung als jetzt der Gordon Ryan zum Beispiel.
Speaker: Wobei der natürlich die Nummer eins ist.
Speaker: Ich finde es total schön, was du vorhin beschrieben hast.
Speaker: Nicht so mit dem Kopf durch die Wand, sondern
Speaker: entspannt, aber trotzdem fokussiert.
Speaker: So würde ich das jetzt paraphrasieren oder interpretieren, was du jetzt beschrieben hast.
Speaker: Das klingt jetzt für mich sehr in Richtung Flow-State.
Speaker: Magst du ein bisschen darüber erzählen, erklären, was der Flow-State ist und vielleicht auch, ob es da für dich irgendein Ritual gibt oder ein Must-Haves, um überhaupt, man kommt ja nicht immer in den Flow-State, aber um überhaupt die Möglichkeit sozusagen, das Fenster zu öffnen, das man vielleicht dann im Wettkampf dort.
Speaker: Ja, der Flow-State zumindest, so wie ich ihn definieren würde, wäre einfach ein Zustand,
Speaker: wo alles locker von der Hand geht, also effortless motion.
Speaker: Wenn ich die goldene Formula hätte, wäre ich Weltmeister.
Speaker: Es ist nicht so einfach und wie du auch sagst, man kommt nicht immer zuverlässig in den Flow-State.
Speaker: Als ich jünger war, habe ich akribisch nach der goldenen Formula gesucht, um das hinzubekommen und im Jiu-Jitsu gibt es ja überhaupt keine Studien oder keinen
Speaker: keine Literatur zu irgendwas.
Speaker: Und ich habe dann wirklich Bücher über Golf und über das Tennisspielen gelesen, weil dort gibt es eben schon die Literatur.
Speaker: Und was für mich am besten hilft, ist, wenn ich Spaß habe, wenn ich mir keinen Kopf über das Resultat von einem Sparring oder einem Wettkampf mache.
Speaker: und einfach den Körper arbeiten lasse.
Speaker: Weil der weiß ja aufgrund von den Jahren an Training oder der Muscle Memory, die wir aufbauen, eigentlich, was er machen soll.
Speaker: Und das ist ganz paradox, weil man denkt immer, ich kann doch jetzt nicht einfach abschalten und den machen lassen.
Speaker: Ich muss ja dieses Micromanagement, das kann man in einer Firma machen, das kann man aber auch mit sich selber machen und auf jeden Handgriff genau schauen, wie bewege ich mich.
Speaker: Und sobald man das macht,
Speaker: schafft man es nicht in der Flow-State.
Speaker: Dieser Gleichmut, dieses Vertrauen zu sagen, hey, ich vertraue mir, es passt schon, es wird alles gut und wenn diese Gedanken kommen, unweigerlich, wenn diese Gedanken kommen, dann lasse ich sie wieder ziehen, wie Wolken am Himmel oder so.
Speaker: Und das finde ich eigentlich sehr schön, weil das klingt jetzt alles so pathetisch oder so, aber ich finde, das
Speaker: ist sich so ähnlich und gleichzeitig könnte es nicht weiter voneinander entfernt sein, irgendwo zu meditieren und für sich allein zu sitzen in seinem stillen Kämmerlein oder so und sich mit jemandem so nah und so intim und so körperlich zu messen und sich so einer Extremsituation auszusetzen wie in einem BJJ-Wettkampf.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Ich finde, du bringst es richtig schön auf den Punkt.
Speaker: Es ist richtig schwierig auch zu formulieren, was, auch gerade wenn du fragst, was nehme ich mit aus dem Chilizo-Training oder so.
Speaker: Ich tue mir auch manchmal schwer, die Vorteile auf dieser Metaebene zu verbalisieren.
Speaker: Und ich denke mir, manchmal bin ich ein bisschen zu jung, um da jetzt über das Leben zu philosophieren.
Speaker: Ich will niemandem sagen, wie toll Chilizo für sein Leben ist und so.
Speaker: Aber es ist einfach so, sobald man es mal probiert und dem Ganzen ein bisschen eine Chance gibt, ist das Beste.
Speaker: Die Leute finden es eh selber raus.
Speaker: Ich finde auch.
Speaker: Also man muss es natürlich selber ausprobieren und es gibt Menschen, für die ist das gar nichts.
Speaker: Für die ist es viel zu viel Schwitze vom anderen Menschen auf mir drauf oder keine Ahnung, Stress.
Speaker: Und es muss im Endeffekt jeder für sich selbst herausfinden und am besten einfach mal ausprobieren.
Speaker: Und für manche Menschen ist das gar nichts, weil das ist viel zu intim und nah und der andere schwitzt mich an.
Speaker: auch echt unangenehm es gibt die meiste zeit im ersten halben jahr verbringt man eigentlich hauptsächlich in sehr unangenehmen positionen und in diesem versuch wie kann ich jetzt das überleben aber gerade als mann finde ich
Speaker: hilft es einem total, sich mit seiner Gefühlswelt auseinanderzusetzen.
Speaker: Ich bin ja auch noch sehr Ostblock geprägt, aufgewachsen mit sehr, sehr Mann hart, Arbeit dominant und so und redet nicht über seine Gefühle, sondern macht einfach und ist immer stark und so.
Speaker: Und das erzeugt aber ein ziemliches Chaos, ein ziemliches diffuses Unwohlsein, weil man nie gelernt hat, darauf zu achten oder darauf zu hören, wie es einem gerade wirklich geht oder was einem gerade so durch den Kopf und durch den Körper geht.
Speaker: Und ich habe gemerkt, also ich glaube, das ist, bin ich jetzt nicht der Einzige, aber dass bei Männern der Weg,
Speaker: in die Gefühlswelt, in die bewusste Wahrnehmung und in die Reflexion sehr stark über den Körper geht.
Speaker: Und sehr stark, du lachst.
Speaker: Also ich wollte es mir verkneifen und einfach nicht, aber wie schrecklich stelle ich vor, du sagst das und jemand antwortet mit, doch, du bist der Einzige.
Speaker: Und die ganze Welt beginnt zusammenzubrechen.
Speaker: Weil man hofft immer, dass man eben jeder Recht gibt.
Speaker: Ja, aber so voll ernst.
Speaker: Du bist der Einzige.
Speaker: Habt das noch nie gehört.
Speaker: Das ist überhaupt nicht saugeil.
Speaker: Dann soll es so sein.
Speaker: Dann bin ich gerne das Einhorn unter den Männern.
Speaker: Aber dann werden wir, glaube ich, in einer anderen Welt leben.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Wenn Männer ihre Gefühle wahrnehmen, reflektieren und kontrollieren könnten vor allem.
Speaker: Aber worauf ich hinaus will, ist, dass dieses, ich sage jetzt mal,
Speaker: Vorurteil, dass das Kampfsport Aggression bedeutet und Kraftausübung und Dominanz und den anderen zu unterwerfen und so, eigentlich gerade das Gegenteil ist, also je länger du sowas machst und je länger du dich mit dir selbst und mit anderen Menschen beschäftigst in so einer potenziell sehr verletzlichen Situation, desto klarer
Speaker: Wird dir auch dein Innenleben, al so so geht es mir zumindest, wird dir auch dein Innenleben und da gibt es auch so neurologische und psychologische Forschung, dass je erfahrener ein Athlet ist und ein Wettkämpfer, desto ruhiger, desto entspannter, desto emotional intelligenter ist er auch.
Speaker: Ich habe das Gefühl, sag du mir vielleicht auch ein bisschen was dazu, warum ist Jujitsu als Selbstverteidigung vielleicht auch gerade für Frauen spannend und interessant?
Speaker: In jeder Situation, wo ich mit einer Person in eine Konfrontation komme,
Speaker: kann ich weglaufen.
Speaker: Wenn der Mann oder die Person mit mir boxen möchte, laufe ich weg.
Speaker: Kickboxen, laufe ich weg.
Speaker: Steht er so da und will mit mir teilboxen, ich laufe weg.
Speaker: Okay.
Speaker: Nur in dem Moment, wo er mich packt und festhält und ich nicht mehr weglaufen kann, jetzt mache ich Jiu-Jitsu.
Speaker: Das ist der Moment, wo Jiu-Jitsu beginnt.
Speaker: Und dementsprechend ist es sehr, wenn ich jetzt, wenn ich, äh,
Speaker: Kinder habe oder Leute, wo ich will, dass die sich sicher und selbstbewusst durchs Leben gehen, ist das für mich ein ganz wichtiger Aspekt.
Speaker: Dieses, okay, jemand packt mich oder wir haben einen Gerangel, okay, hier bin ich, hier kenne ich mich aus, ich weiß, wie ich meine Balance verlagere, ich weiß, wie man Griffe löst und ich befreie mich und ich komme weg.
Speaker: Das ist der Selbstvertreinungsgedanke hinter Chirizu.
Speaker: Diese Erfahrung habe ich selbst auch gemacht.
Speaker: Wenn ich mich mit jemandem gemessen habe, der zum Beispiel Muay Thai macht, wo Clinch und Fußfeger und jemanden kontrolliert zu Boden segeln zu lassen auch erlaubt ist, war ich schon raus.
Speaker: Dem war ich schon hilflos ausgeliefert und war wie ein Käfer auf dem Rücken und überhaupt nicht mehr handlungsfähig und überhaupt nicht mehr... Ich war sofort in diesem Panik-Emergency-Mode und manche Leute...
Speaker: die dann freezen und werden dann so ganz still und starr.
Speaker: Und das ist, glaube ich, das Schlimmste, was einem passieren kann.
Speaker: Jujutsu rettet einen nicht vor der
Speaker: Vor der Situation per se, aber es lässt einen in so einer Situation handlungsfähig bleiben, weil man das schon so oft erlebt hat und weiß, wie man richtig fällt, wie es sich anfühlt, wenn jemand einen von hinten packt und versucht zu begrapschen oder keine Ahnung, zu Boden zu bringen oder so.
Speaker: Und wie ist es, wenn jemand auf mir drauf liegt oder so und so.
Speaker: Da ist, glaube ich, das Gewöhnen und das Kontrollierte eben immer mal wieder Erleben, aber unter klaren Spielregeln sozusagen, glaube ich, Gold wert im Vergleich zu...
Speaker: Kickboxen, Karate, Stand-up.
Speaker: Und was ein ganz großer Punkt ist, es gibt ja auch ganz viele Selbstverletzungskurse und Workshops und dergleichen und das Problem ist,
Speaker: Jeder weiß das.
Speaker: Nehmen wir uns zum Beispiel einen Erste-Hilfe-Kurs her oder sowas.
Speaker: Den mache ich und alles ist super intuitiv und ich verstehe das und dies und das.
Speaker: Und ein halbes Jahr später denke ich mir, ich habe eigentlich alles vergessen.
Speaker: Deshalb gibt es diesen Auffrischungskurs und deshalb muss man das machen.
Speaker: Das ist nirgends noch ersichtlicher als im Kampfsport.
Speaker: Dieser Workshop, dieser Kurs oder wie auch immer, das ist alles super, weil es bringt einen zur Tür hinein, so ein Fuß in der Tür und das ist auch in der Hinsicht Gold wert.
Speaker: Aber wenn man es nicht schafft, so viel Spaß an einem Sport zu haben, dass man es regelmäßig und dann hoffentlich den Rest des Lebens machen möchte, dann bin ich sehr, sehr skeptisch, wie viel es einem wirklich bringt.
Speaker: Ich gebe zum Beispiel viele Anfängerkurse, wir sind ein Semester lang und da sage ich immer, hey Leute, ich weiß, jeder kommt mit unterschiedlichen Erwartungen hier gerade zur Tür rein, lasst uns die mal auf einen gemeinsamen Nenner bringen.
Speaker: Mein Ziel ist es, euch einen Einblick zu geben, euch hoffentlich Lust auf mehr zu machen.
Speaker: Mein Ziel ist es nicht, euch mit einer falschen Selbstsicherheit wieder zur Tür rauszuschicken.
Speaker: Wer das nicht kommuniziert, der macht euch da natürlich keinen Gefallen.
Speaker: Und das ist eben das Schöne am Chirizo, weil es macht extrem viel Spaß.
Speaker: Es ist ein Spiel, es ist kein Kampf.
Speaker: Man kann sich auch viel darüber lustig machen und so weiter, weil manche Spielregeln schauen doof aus und so weiter.
Speaker: Aber das ist der wichtigste Aspekt.
Speaker: Ich will dorthin gehen, ich will dieses Spiel spielen und der Nebeneffekt ist, ich kann mich raufen.
Speaker: Und wenn ich das jetzt vergleiche mit einem Krav Maga-Training oder sowas, wo es
Speaker: Voller Wäsch, vollintensiv, immer mit Messer, immer mit Waffen.
Speaker: Das macht keinen Spaß.
Speaker: Das ist aber auch kein Kampfsport.
Speaker: Das ist kein Kampfsport.
Speaker: Das bereitet dich auf wirklich wilde Szenarien vor und hat dementsprechend noch seine Daseinsberechtigung.
Speaker: Gehört in jedes Militärtraining, gehört überall hinein.
Speaker: Das Ding ist nur, aus meiner Erfahrung, hat man wirklich Lust, das dreimal die Woche zu machen.
Speaker: Wenn nicht...
Speaker: Dann frage ich mich, ob genug hängen bleibt, um dann in einer Stresssituation auf das zurückfallen zu können.
Speaker: Da gibt es so einen Spruch, you don't rise to the occasion, you fall to the level of your training.
Speaker: Habe ich gerade noch richtig rausbekommen.
Speaker: Und genau das ist es.
Speaker: Also wenn wir nicht so viel Spaß am Training haben, dass wir es regelmäßig machen, dann können wir uns nicht darauf verlassen.
Speaker: Ja, das stimmt.
Speaker: Meine Tochter hat jetzt auch mit BJJ angefangen vor kurzem.
Speaker: Und als ich sie vorgeschlagen habe, hat sie gemeint, was ist das?
Speaker: Und dann habe ich kurz nachgedacht und habe gesagt, na, eigentlich rumkugeln mit Konsequenzen.
Speaker: Das ist schön.
Speaker: Weil was soll ich jetzt sagen?
Speaker: Ringen und Bodenkampf und irgendwelche Willgegriffe und Gelenkhebel und so weiter, das ist alles viel zu...
Speaker: abstrakt und so für sie und das war aber das ist ja cool das macht ja riesen spaß weil für sie ist es wirklich auch ein spiel ja mit regeln und mit mit wo man sich auch austoben darf wo aber auch wo es auch konsequenzen gibt wo es auch unangenehm werden kann und ich meine die machen jetzt noch keine
Speaker: Keine fiesen und lebensbedrohlichen Sachen, aber sie weiß schon, es kann Konsequenzen haben, aber sehr, sehr spielerisch.
Speaker: Man sagt ja auch, man spielt eine gewisse Strategie, nicht zuerst.
Speaker: Man kämpft jetzt irgendwie sehr, weiß ich nicht, ringerlastig oder sehr leglock, wie auch immer.
Speaker: Genau, genau.
Speaker: Konzentriert.
Speaker: Und das ist ja auch immer so ein, da tun sich auch manche Leute, glaube ich, in ihrem Stolz ein bisschen gekränkt fühlen, dass als Jitsu-Athlet die einen wollen sagen, wir sind auch Kämpfer, wir kämpfen und dies und das.
Speaker: Und ich denke mir dann immer, wenn dir das wichtig ist, sag, wie du möchtest.
Speaker: Aber die Tatsache, dass es sich nicht wie ein Kampf anfühlt, sondern wie ein Spiel oder wie irgendein Hobby, aber eben so viele Ähnlichkeiten hat zum Kämpfen, das ist ja eigentlich das Coole.
Speaker: Und ich merke das jetzt auch, wo ich selber gerade, ich nenne es immer meine Sidequest, den Abstecher ins MMA mache.
Speaker: Das ist auch ein Spiel, aber es fühlt sich nicht an wie spielen.
Speaker: Und es macht mir schon Spaß und ich habe richtig Freude daran zu lernen.
Speaker: Mehr wie Squid Game.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Also ich weiß zu 100 Prozent, das werde ich nicht den Rest meines Lebens machen, weil das hat...
Speaker: Einen sehr hohen Wear and Tear am Körper und die Intensität ist auch so eine andere.
Speaker: Klarerweise, ich bin auch manchmal nervös, wenn ich ins Jiu-Tru-Training gehe, weil ich weiß, da wartet der und der auf mich und ich will ihn besiegen, er will mich besiegen.
Speaker: Das gibt es natürlich auch, aber es ist nicht annähernd vergleichbar mit dem Gefühl, das man hat, wenn man weiß, okay, Mittwochvormittag, MMA-Sparring.
Speaker: Man hat diese Anspannung, man ist glücklich, wenn man es geschafft hat.
Speaker: Aber es ist wirklich was, wo viele Leute auch sagen, ich bin eigentlich auch glücklich, es nicht mehr zu machen.
Speaker: Das ist keine gute Voraussetzung für den Ausgleich zum Abtag.
Speaker: Spannend.
Speaker: Wie wichtig ist für dich Humor und sich selbst nicht ganz so ernst nehmen für dich im sportlichen Kontext?
Speaker: Ja, hat alles seinen Platz.
Speaker: Ich finde, was ganz angenehm ist, ist, dass man im Jiu-Jitsu-Kontext relativ schnell lernt, wann und wo Humor oder Späße gut passen und wann nicht.
Speaker: Das ist eben ganz angenehm, auch für viele Leute.
Speaker: Die finden das auch, glaube ich, ziemlich cool zu wissen, okay, hier ist jetzt...
Speaker: eine gewisse Art und Weise, wie man miteinander kommuniziert, ist vielleicht anders, als sie es auf der Uni kennen, in der Schule oder sowas, weil man macht eben, außer man ist wirklich gut befreundet, man macht keine Witze auf Kosten von anderen, man begegnet sich auf Augenhöhe und nicht von oben herab, nur weil man der Vorgesetzte ist oder sowas.
Speaker: Nein, das Wichtigste, um Kampfsport machen zu können, ist dieses gegenseitige Vertrauen und der gegenseitige Respekt.
Speaker: Aber that being said, es wäre, ich würde nicht mehr so viel trainieren, wenn es nicht auch so viel Spaß machen würde.
Speaker: Und dazu gehört auch der Spaß abseits der Mathe, die blöden Witze und dieses gegenseitig auch mal vom hohen Ross runterholen, falls mal irgendjemand einen zu guten Tag hat.
Speaker: Weil das ist ja schlussendlich deine Trainingskollegen, die du häufig siehst, die verwandeln sich zu Freunden.
Speaker: Und
Speaker: Diese soziale Komponente, ich habe ja vorher erwähnt, dieses Problem-Solving ist eines der coolsten Sachen.
Speaker: Die soziale Komponente ist die coolste.
Speaker: Also die Tatsache, dass man dort hingeht und weiß, jawohl, ich sehe meine vier, fünf Lieblingstrainingskollegen und ich freue mich schon auf, genauso sehr wie ich mich aufs Training freue ich mich darauf, danach komplett fertig an der Wand zu hängen und nach 15 Minuten zu plaudern.
Speaker: Das ist das Beste.
Speaker: Und genau.
Speaker: Ja, für mich ist, also ich gebe dir vollkommen recht, für mich ist tatsächlich so dieser Humor und vor allem aber die Selbstironie, also ich mache dann gerne Witze auf meine Kosten, das ist das totale Ventil.
Speaker: Also ich finde auch gerade jetzt dem, dem,
Speaker: Trainer gegenüber muss das nicht sein und das ist aber keine, das ist halt eine grundsätzliche Respektsgeschichte.
Speaker: Aber mir selbst gegenüber nehme ich mir dieses Ventil, um das zu kanalisieren, womit ich anders nie gelernt habe umzugehen, außer einen blöden Witz drüber zu machen.
Speaker: Und das lockert dann auch auf, weil der andere ja auch merkt, ich mache ihn nicht auf seine Kosten, sondern auf meine Kosten und da kann man dann auch gut mitlachen und es entspannt diese Situation immer.
Speaker: Vor allem, wenn ich merke, es propellert sich so ein bisschen gegenseitig hoch.
Speaker: Der eine macht ein bisschen schneller, der andere macht ein bisschen schneller, der andere macht der eine wieder ein bisschen stärker.
Speaker: Willst ein bisschen mehr, dann lässt man sich auf diese neue Ebene ein und dann ist man sehr schnell in so einem Modus, der vielleicht...
Speaker: eins zu viel wäre für die Trainingssituation und so.
Speaker: Und da habe ich sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht.
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Mit einem blöden Witz über mich selbst oder so, mit dem die anderen auch gar nicht so rechnen, weil dann ist man so voll reingefiegt und jetzt habe ich ihn gleich oder so und dann kommt irgend so ein bescheuerter Furz, so ein Hirnfurz.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Das ist das Beste.
Speaker: Wenn man merkt, der andere ist fully locked in, der will jetzt den Guard Pass, der will jetzt die Attacke, was auch immer.
Speaker: Und man macht einfach irgendeine blöde Bemerkung und reißt den voll raus.
Speaker: Und auf einmal ist man sich bewusst, es geht ja um nichts.
Speaker: Ja, und was du auch schön beschrieben hast, ist eben dieses mit den Menschen, mit denen man gerade anderthalb Stunden sehr viel Zeit verbracht hat, danach noch dran zu sitzen und zu reflektieren und so weiter.
Speaker: Ich habe ein Buch über das Vatersein gelesen und da fand ich das sehr spannend und ich werde das jetzt einfach...
Speaker: ganz unwissenschaftlich ummünzen.
Speaker: Aus meiner persönlichen Erfahrung tatsächlich.
Speaker: Und zwar ging es in diesem Buch darum, dass viele Väter, also wusste man auch nicht irgendwie, unverhältnismäßig viele Väter postnatale Depressionen haben, auch.
Speaker: Also bei den Müttern ist es klar und beforscht und so.
Speaker: äußert sich auch anders.
Speaker: Und Männer, dadurch, dass sie eben auch so ein starkes Problem haben oder nicht so gut auf ihre Gefühle zugreifen können und so weiter, äußern das gar nicht erst, sondern leiden so still vor sich hin irgendwie.
Speaker: Aber im Endeffekt sind es genau dieselben postnatalen Depressionen.
Speaker: Was sie dann herausgefunden haben, weil man natürlich jetzt
Speaker: in der Behandlung oder im Umgang mit diesem medizinischen Phänomen, jetzt nicht plötzlich irgendwie völlig neue, die Ressourcen hat, neue medizinische Therapien oder keine Ahnung, sowas zu entwickeln ist.
Speaker: Das Beste, was geholfen hat, war den Vätern ganz, ganz viel Körperkontakt mit ihren Ärzten.
Speaker: Kindern mit ihren Babys und auch mit ihren Frauen zu ermöglichen, über Massage, über das Kind ganz viel mit sich am Körper herumzutragen und so weiter.
Speaker: Und haben dann gemessen, dass eben dadurch allein durch diesen Körperkontakt super viel Endorphin und Oxytocin ausgeschüttet wird.
Speaker: was quasi wie eine Selbsttherapie gegen die Depression wirkt.
Speaker: Und das ist eben ohne äußerliche Einwirkung, ohne Therapeuten, ohne Medikamente usw., sondern nur mit den Mitteln, die man eh zur Verfügung hat.
Speaker: Und ich glaube, dass dieser viele Körperkontakt gerade bei Männern eben tatsächlich dazu beiträgt, dass sehr viel Endorphin und Oxytocin ausgeschüttet wird und man sich demjenigen total verbunden fühlt.
Speaker: Da kommen wir auch nochmal zurück zu dem, wo ich so vorher instinktiv gesagt habe, ich habe das Gefühl, ich kenne den schon 100 Jahre und ich kann dem total intime Sachen anvertrauen.
Speaker: Das möchte ich jetzt einfach so da stehen lassen.
Speaker: Das ist jetzt keine Frage, Punkt.
Speaker: Aber daran hat mich das total erinnert, weil das eben in der Beziehung schon total erforscht und bewiesen ist aus der Neuropsychologie und ich jetzt einfach ganz halb wissenschaftlich eins in eins zusammenzähle.
Speaker: Ich bin gespannt, da muss ich mich mit dem Julian nochmal drüber unterhalten, dass das sein Fachgebiet ist.
Speaker: Genau, das dann vielleicht in einer nächsten Folge.
Speaker: Ja, der ist ein guter Gast, ja.
Speaker: Ja, also ich bin mir relativ sicher, da wird was dran sein.
Speaker: Ich habe so noch nie darüber nachgedacht, was es ist, ob es einfach die Bewegung ist oder eben das, was du gemeint hast mit dem Körperkontakt, wie auch immer.
Speaker: Ja.
Speaker: Da habe ich meine Feldforschung noch nie angestellt.
Speaker: Aber zweifelsohne.
Speaker: Ich habe selten ein Training, wo ich mich danach schlechter fühle als davor.
Speaker: Und wenn, dann weil in meinem Kopf irgendwas, da wollte ich zu viel oder da habe ich mir schon wieder vorgenommen, das und das muss ich hinkriegen.
Speaker: Da sind wir auch wieder beim mit sich selber klarkommen und reflektieren, was man eigentlich für Ansprüche an sich selber hat.
Speaker: Also grundsätzlich in nicht nur neun von zehn Fällen, sondern 999 von tausend habe ich danach ein super Gefühl.
Speaker: Ja, das schon.
Speaker: Ja, doch, so geht es mir auch.
Speaker: Und dass man wirklich mit Menschen in Kontakt kommt, mit denen man sonst nie in Berührung kommen würde, weil einfach völlig unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichsten Lebensrealitäten, Schichten, Berufszweigen, Altersgruppen zusammenkommen und sich dieser einen Sache verschreiben und sagen, es ist scheißegal, ob du der Botschafter von Timbuktu bist, der Zar von irgendwas oder der...
Speaker: Keine Ahnung, Schüler, Arbeitslose, scheißegal.
Speaker: Kampfsport, vor allem auch dieses stereotypische Bild von Kampfsport, zieht alle Leute an, die auch meinen, sie müssen einfach lernen zu kämpfen.
Speaker: Und das bringt dann eben auch Kriminelle und Gangster und was weiß ich oder wannabe tough guys.
Speaker: zur Tür herein und dann braucht es einfach nur einen Trainer oder jemanden, der sich verantwortlich fühlt, darauf zu schauen, dass Leute, die überhaupt nicht dieselben Werte vertreten wie man selber im Gym, dass die dann nicht trainieren dürfen oder man sagt, okay, der kriegt eine Chance, eine zweite Chance oder wie auch immer und man schaut,
Speaker: verändert der sich und passt der dann wirklich zu uns ins Trainingsumfeld.
Speaker: Und wenn nicht, dann, danke schön, gibt noch ganz viele andere Gyms, wo du vielleicht gern gesehen bist.
Speaker: Da muss man dann auch, da muss man in einen sauren Apfel beißen.
Speaker: Das ist sehr lustig, weil so
Speaker: Die meisten Kampfsportler, vielleicht soll ich von mir reden, sind eher introvertiert und haben gar nicht so viel Spaß an Konfrontation.
Speaker: Aber irgendwer muss die Verantwortung dann übernehmen und jetzt mittlerweile in der Rolle bin ich ja doch, seit ich eben einen Gym habe oder seit ich eine Trainerfunktion habe.
Speaker: Und dann liegt es an mir, darauf zu achten, dass jeder nach denselben Spielregeln spielt.
Speaker: Und genau, da werden Leute zuerst verprügelt und dann nach Hause geschickt.
Speaker: Stimmt, ich erinnere mich, irgendwann mal hast du gesagt, und wenn jetzt jemand das nicht respektiert, dass zum Beispiel jemand abklopft oder welche Intensität wir uns ausgemacht haben oder so.
Speaker: Dann geht er mal eine Runde mit mir und wenn er es dann noch nicht verstanden hat, dann geht er nach Hause.
Speaker: Ich weiß nicht genau, wann ich das gesagt habe, aber es klingt nach mir.
Speaker: Aber es ist im Endeffekt die flapsige Version von dem, was du jetzt gerade gesagt hast.
Speaker: Also war nicht flapsig, sondern es ist auch komplett korrekt.
Speaker: Und ich hatte es erst ganz selten, weil man möchte meinen, da kommen die ganze Leben ich ja verrückten zu Türen, das stimmt ja gar nicht.
Speaker: Und was viel eher mal sein kann, ist, dass irgendwie jemand ein Jugendlicher ist, der seinen Körper noch nicht spürt.
Speaker: Und da muss ich einfach genau schauen, dass der, wenn der zum Beispiel mit einer leichteren Person trainiert, dass der eben die richtigen Techniken wählt und die richtige Intensität wählt, um dann nicht über jemanden drüber zu fahren, der die Intensität nicht matchen möchte oder kann.
Speaker: Das ist meine Hauptaufgabe eigentlich in der Hinsicht.
Speaker: Ganz selten, dass ich das Gefühl habe, passt, der ist komplett auf Krawall aus.
Speaker: Ja.
Speaker: Voll, voll, voll.
Speaker: Da hat sich schon noch viel getan in den letzten zehn Jahren Kampfsportwelt.
Speaker: Was ich erzählt habe mit meinen Erfahrungen in diesen MMA-Gyms als Kind, ich fand es super spannend und man lernt Menschen kennen.
Speaker: Aber ich habe jetzt auch, das ist berühmt-berüchtigte, man lernt auch aus Negativerfahrungen.
Speaker: Ich habe auch einfach gelernt, wie wichtig es ist.
Speaker: Es muss halt wen geben, der drauf schaut, wie die Leute sich benehmen und wie die Leute vielleicht auch sind.
Speaker: Auch abseits der Mathe.
Speaker: Also ich würde nie tolerieren, wenn irgendjemand zu uns in die Stimme kommt, lernt, wie man sich rauft und dann höre ich, der hat bei der und der Party Leute verprügelt und hat so gut funktioniert.
Speaker: Super Sache.
Speaker: Da spielt es natürlich nicht.
Speaker: Das gehört schon auch dazu zum Kampfsportler sein.
Speaker: Das Setting, diese Kraft und dieses Können und diese Techniken eingesetzt hat.
Speaker: Und da gab es ein Gespräch und als klar war, das wird sich nicht ändern, man merkt ja, wenn man mit jemandem redet.
Speaker: Ob das durchdringt oder ob sich jemand anders verhalten möchte, wurde der tatsächlich ausgeschlossen und auch gut und richtig so.
Speaker: Das war ein großer Verein, also mit mehr als 100 Mitgliedern auf jeden Fall.
Speaker: Und über einen Zeitraum von vier Jahren und jetzt in zwei Jahren bei dir habe ich das so.
Speaker: überhaupt nicht mitbekommen.
Speaker: Also es ist jetzt nicht so, dass das Gang und Gebe wäre, aber es ist durchaus eine Realität, die man jetzt nicht einfach unter den Teppich kehren kann, dass das nicht existieren würde.
Speaker: Genau.
Speaker: Und es ist ja auch gar nichts so, es ist nichts, wovon man sich fürchten muss.
Speaker: Also wenn da jemand
Speaker: Ich gehe jetzt mal von dem Fall aus, der überhaupt nichts Böses vorhat, aber er ist einfach noch jung und ein bisschen zu wild und so.
Speaker: Den nehme ich beiseite, mit dem rede ich und in nahezu allen Fällen hat sich das dann relativ schnell erledigt.
Speaker: Und mittlerweile jetzt, wo ich das schon so oft, schon bei so vielen Leuten eben diese anfänglichen Monate und so das erste Jahr eben begleitet habe, weiß ich auch, man macht eben in dieser Jiu-Jitsu-Reise einfach so viele Phasen durch.
Speaker: Und wenn jemand am Anfang...
Speaker: Vielleicht der eine ist am Anfang ein bisschen zu zögerlich, hat Angst überhaupt, irgendjemanden zu greifen und zu attackieren, wie es halt in dem Spiel auch quasi notwendig ist, um zu gewinnen.
Speaker: Zwei Monate später merkt er, okay, ich kenne mich aus, ich weiß auch, ich tue der anderen Person nicht weh, wenn ich da jetzt versuche, einen Armhebel zu machen, weil in unserem Rahmen von den Spielregeln ist alles kontrolliert.
Speaker: Das gibt es und da merkt man auch, okay, jawohl, der kommt aus sich raus und der andere, der vielleicht zu wild war, zwei Monate später weiß der, er braucht gar nicht so explosiv arbeiten, der braucht da nur eine kleine Falle stellen, der andere läuft dem rein, zack, Submission und der hat schon gewonnen und der lernt das auch.
Speaker: Also es ist wirklich, jeder kommt irgendwie mit so anderen Voraussetzungen zur Tür rein und es ist voll cool zu sehen, wie sich das dann entwickelt.
Speaker: Ja, bei mir war es auch so eher ersteres zu sagen.
Speaker: Ich habe tendenziell fast Angst vor meiner eigenen Kraft oder vor dem, was ich beim anderen anrichten kann und will auf gar keinen Fall dem anderen im Spiel jetzt wehtun und bin dazu zu vorsichtig oder zu rücksichtsvoll fast und mit Samthandschuhen und so.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Das dauert dann, bis man einfach ein bisschen merkt, okay, das ist verhältnismäßig.
Speaker: Das ist jetzt angepasst und das ist auch okay.
Speaker: Da habe ich zum Beispiel auch immer wieder das Thema, wie trainieren Männer mit Frauen zusammen.
Speaker: Und das ist ein perfektes Beispiel.
Speaker: wo die Leute erst lernen müssen, wie macht man das.
Speaker: Man könnte jetzt sagen, Männer und Frauen, was ist das überhaupt für ein Thema?
Speaker: Grundsätzlich in der Regel ist es hauptsächlich der Gewichtsunterschied, sodass man sagt, gut, das sind vielleicht doch fünf bis zehn Kilogramm Unterschied oder in manchen Fällen natürlich noch mehr ist ja eh.
Speaker: Ja, 25 oder so.
Speaker: Manchmal habe ich dann eben mit Mädels zum Beispiel das Gespräch, die sagen, ich trainiere mit dem und dem voll ungern, weil der nimmt zu viel Rücksicht, der macht überhaupt nichts.
Speaker: Ich habe nicht das Gefühl, dass der mich attackiert, der will überhaupt nicht gewinnen.
Speaker: Da kann ich das Spiel mit dem nicht spielen, so plump gesagt.
Speaker: Und das kann ich mir auch richtig gut vorstellen.
Speaker: Da kommt man sich auch blöd vor, wenn man sagt, hey, wir sollen doch jetzt chill zu machen und der liegt nur da wie so eine Schaufensterpuppe.
Speaker: Und das sage ich aber auch immer, das sind mir die lieberen Fälle, weil das ist jetzt nicht ein Zeichen von Respektlosigkeit, dass der dir zeigen möchte, der hat keine Angst vor dir oder der respektiert dich nicht, dass du ihn besiegen kannst,
Speaker: sondern der ist einfach noch unbeholfen darin, wie nehme ich Rücksicht auf jemanden, der leichter ist.
Speaker: Und ich sage immer, hey, das sind mir die liebsten Weißgurte, die am Anfang so ein bisschen so, ich will irgendwie nicht zu viel attackieren, lieber nicht, weil du willst halt im Zweifel niemanden verletzen oder irgendwie auch da jetzt, oder irgendwie blöd berühren oder so.
Speaker: Und ich sage immer, hey,
Speaker: Gib dem einfach mal so ein bisschen Zeit.
Speaker: In zwei Monaten ist der schon so präzise mit seinen Griffen und so weiter.
Speaker: Der weiß dann schon ganz genau, ja passt.
Speaker: Oder auch das Feedback, oder?
Speaker: Also die Kommunikation.
Speaker: Kommunikation, genau.
Speaker: Nächste Runde kannst du gerne 20 Prozent mehr geben.
Speaker: Das passt für mich total.
Speaker: Oder eben, hey, das war mir jetzt echt zu viel.
Speaker: Das hatte ich jetzt auch schon immer mal wieder mit jemandem, der einfach...
Speaker: Anfang 20 ist voll trainiert, weil der aus einer, keine Ahnung, grundsätzlich anderen physischen Voraussetzung kommt als ich.
Speaker: Und der, wo ich ihm auch sage, bitte weniger.
Speaker: Du kannst dann gegen jemanden, der genauso muskulös und schwer ist wie du, immer noch die Kraft einsetzen.
Speaker: Aber lass uns doch mal ganz technisch und locker und flowig probieren,
Speaker: Ohne die Kraft, sondern nur mit dem Momentum, mit der Physik sozusagen zu spielen.
Speaker: Und dann, wenn du merkst, du kommst jetzt in eine Wettkampfsituation oder gegen jemanden, der dieselbe Physis hat, dann kannst du die Kraft immer noch einsetzen.
Speaker: Ja, vielleicht ein kleiner Themenwechsel, ein kleiner Curveball.
Speaker: Du bist ja privat und...
Speaker: wie wir dich jetzt alle auch schon so die letzten anderthalb Stunden kennengelernt haben, wirklich ein super entspannter Mensch, einer der entspanntesten Menschen, die ich persönlich kenne.
Speaker: Aber im Wettkampf, und du bist ja aktiver Profiathlet noch, musst du den Schalter umlegen und eigentlich alles daran setzen, dem anderen Menschen wehzutun, ihn zu unterwerfen, ihn zur Aufgabe zu zwingen und zu dominieren.
Speaker: Ist das für dich ein
Speaker: Wie lässt sich das für dich vereinen?
Speaker: Ist das ein Paradoxon?
Speaker: Gibt es einen Schalter, den du umlegst?
Speaker: Gibt es zwei Pauls in dir?
Speaker: Ja, ich glaube, es gibt schon zwei Pauls in mir.
Speaker: Vielleicht gibt es sogar zehn, aber wir wollen da jetzt nicht zu tief.
Speaker: Ich glaube, es gibt schon zwei, gerade vor allem, wenn man an einen Wettkampf denkt.
Speaker: Das ist ein ganz spannendes, das kann man auch beobachten, wenn man zu einem Turnier geht.
Speaker: Da gehen alle, nicht alle, aber die meisten gehen dann auf einmal mit der Brust raus und schuld.
Speaker: Und ich bin da keine Ausnahme.
Speaker: Man schaltet da schon ein bisschen in einen anderen Modus.
Speaker: Ich glaube, es ist ein klassischer Selbstschutz.
Speaker: Du musst da ein bisschen dieses fake it till you make it.
Speaker: Du musst nach außen hin verkörpern, wie unglaublich selbstbewusst du bist.
Speaker: um dich auch selber auszutricksen, um den Gegner auszutricksen.
Speaker: Das ist eine ganz klassische Strategie, die man bewusst oder unterbewusst macht.
Speaker: In meinem Fall glaube ich eher so als Resultat von dem Kopf versuche ich mich jetzt zu fokussieren.
Speaker: Ich habe mir mal ein Freund für mich gesagt, so jedes Mal, wenn ich dich bei einem Wettkampf sehe, du wirkst so unsympathisch.
Speaker: Ja, ich weiß.
Speaker: Es tut mir leid.
Speaker: Es ist eine andere Person, die man da rauslässt.
Speaker: Und deshalb habe ich auch immer größeres Verständnis.
Speaker: Ich versuche das auch immer so, meinen Jungs zu kommunizieren, wenn die sagen, boah, der ist voll, voll arrogant.
Speaker: Da sage ich immer, hey, der ist genau wie wir, wahrscheinlich auch ein bisschen schüchtern und ein bisschen nervös.
Speaker: Und das ist die Seite, die jetzt halt jetzt nach draußen zeigt,
Speaker: Das heißt ja, es gibt schon die Seite, sei es im Wettkampf oder in einem Wettkampftraining oder in einer Situation, wo es darum geht, das Beste zu geben, wo man in einen anderen Modus schaltet.
Speaker: Aber ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich in meinem normalen Leben so entspannt bin.
Speaker: Also ich habe keine, wenn ich regelmäßig trainiere, habe ich keine Aggressionen oder kein, da ist nichts aufgestaut in mir, weil ich einfach dieses perfekte Ventil habe.
Speaker: Und man merkt schon auch, wenn dieses Ventil mal fehlt, dass ich vielleicht ein bisschen mehr den Streit verbal suche, bin ich vielleicht ein bisschen zu Hause ein bisschen schlechter auszuhalten.
Speaker: Schick dich deine Frau ins Training.
Speaker: Meine Frau schickt mich ins Training.
Speaker: Ich habe jetzt gerade fünf Wochen Schleimbeutel in der Stadt hinter mir.
Speaker: Es ist mir egal, wie entzündet es ist.
Speaker: Geh ernst und tobt dich aus.
Speaker: Also da gibt es auf jeden Fall eine Korrelation.
Speaker: Ich glaube, das ist gar kein Paradoxon.
Speaker: Vielleicht optisch ist es eins, dass man da so hin und her wechselt.
Speaker: Aber wenn man es mal durchdenkt, glaube ich, passt das ganz gut zusammen.
Speaker: Genau, genau, genau, ja.
Speaker: Ja, ich finde es spannend, vor allem, was du sagst, weil du das dann so kanalisierst.
Speaker: Du kannst es dann punktuell, du kannst es nämlich kontrollieren und du bist es dir bewusst und du kannst es bewusst einsetzen an dem Ort, zu der Zeit, wo es angebracht ist.
Speaker: Und dann hast du eine gewisse Auslastung oder diese Seite in dir, wie auch immer, die jeder Mensch ja, glaube ich, hat.
Speaker: Jeder Mensch hat verschiedene Charakterzüge und emotionale
Speaker: Anteile und so weiter, aber wenn man lernt, die wahrzunehmen, zu kontrollieren und fokussiert oder zielgerichtet einzusetzen, supergeil, dann ist der Weg frei für die anderen 99 Prozent der Zeit, super entspannt durchs Leben zu laufen und zu sagen, du machst ja jetzt nicht irgendwie viermal die Woche einen Wettkampf oder so, sondern sehr punktuell und auf das irgendwie hinzugehen.
Speaker: Ich glaube auch, was man schon auch dazu sagen muss, die meiste Zeit meines Lebens habe ich Jiu-Jitsu trainiert.
Speaker: Und ein Jiu-Jitsu-Wettkampf, klar, da passieren Verletzungen.
Speaker: Und man muss sich auch ein bisschen in einem gewissen, also manche Leute bringen sich dann eben in eine etwas erhöhte Anspannung, um bereit zu sein.
Speaker: Aber in Wahrheit, ich habe das zum Beispiel vom John Denner übernommen, der predigt immer,
Speaker: Leute, ihr performt es am besten, wenn ihr den Wettkampf genauso seht wie einen normalen Tag im Gym.
Speaker: Weil ihr macht es genau dasselbe.
Speaker: Und den Wettkampf auf so ein Podest zu heben, sorgt meistens dann noch dazu, dass man verkrampft, langsamer arbeitet, schneller müde wird.
Speaker: Und das ist auch ein bisschen eine angenehme Komponente von einem Chilizo-Wettkampf.
Speaker: Ich weiß nicht,
Speaker: Im Normalfall werde ich meinen Gegner nicht gravierend verletzen.
Speaker: Er wird mich auch nicht gravierend verletzen.
Speaker: Und die Situationen, wo es passiert, also wirklich bei prestigereichen Turnieren, wo man weiß, der Gegner ist so gut mit dem, was er macht, dass man nicht viel Zeit hat, ihm aufzugeben.
Speaker: Und bei mir natürlich auch umgekehrt.
Speaker: Wenn ich zu meinen Fußhebeln oder ähnlichen Sachen komme, da ist schnell so viel Druck drauf, dass der Partner schnell aufgeben muss, sonst geht da was kaputt.
Speaker: Da muss man auch ein bisschen Soul-Searching machen.
Speaker: Das könnte ich jetzt nicht mit gutem Gewissen jeden Tag im normalen Training so machen.
Speaker: Da muss man schon auch ein bisschen, wenn ich ein großes Turnier vor mir habe, da spreche ich mit meinen Trainern und sage, hey, könnte schon sein, dass ich jetzt die nächsten Wochen danach ein bisschen eure Hilfe brauche.
Speaker: Dass man eben auch...
Speaker: alle Gleise so schlägt, dass man sagt, ich erlaube mir jetzt auch, mich bei diesem Turnier auf alles einzulassen, was da passiert.
Speaker: Und dann bin ich eben nicht mehr so gebunden ans Resultat oder an was wir vorgeredet haben.
Speaker: Dann geht es mir einfach nur um die Performance, egal was passiert, egal wessen Fuß kaputt geht.
Speaker: Aber es klingt total schlüssig, was du sagst und das auch wirklich ganz, ganz physisch so, dass du in der Anspannung mehr Energie verbrauchst.
Speaker: Also angespannte Muskeln brauchen einfach mehr Energie und sind nicht so schnell.
Speaker: Weil du
Speaker: bis du das bewegt hast, im Endeffekt viel mehr Zeit vergeht, als wenn du locker bist und dann so eine peitschenartige Bewegung machst, so aus der Entspannung und nur im letzten Moment noch den Druck drauf gibst, das verbraucht natürlich viel Energie.
Speaker: viel weniger Energie.
Speaker: Und auch, was glaube ich die meisten unterschätzen, ist ja, dass mit Abstand am allermeisten Energie unser Gehirn verbraucht.
Speaker: Und wenn du so obsessiv und irgendwie im Hamsterrad deiner Gedanken bist oder Buddhisten nennen das das Affenhirn irgendwie,
Speaker: Das dich nicht in Ruhe lässt und ständig, das verbraucht so viel Energie, dass du so viel schneller erschöpft bist und du das Gefühl hast, dein Tank ist leer, du kannst es nicht mehr geben.
Speaker: Aber in Wahrheit hast du dich selbst besiegt, indem du deine Kondition und deine Energie leer gedauert.
Speaker: gedacht hast, obsessiv sozusagen.
Speaker: Voll, voll.
Speaker: Ich habe mal bei einer Trainingsreise den Marcelo Garcia getroffen und das ist auf jeden Fall eins von meinen Idolen.
Speaker: Also das ist einer der erfolgreichsten Chilizo-Kämpfer überhaupt.
Speaker: Das ist so quasi dem sein.
Speaker: Sein Chilizo hat den John Denner und den Gordon Ryan alle maßgeblich beeinträchtigt und so und so
Speaker: Und da war ich bei ihm in seiner Schule und erstens mal auch lustig, wenn man den kennenlernt, der auf der Matte so fokussiert und ein kompletter Honey Badger.
Speaker: Und dann das erste Mal habe ich ihn gesehen, da hat er mir die Tür aufgehalten mit seinem kleinen Zwerg am Arm, grinser von da bis da.
Speaker: Einfach der netteste Mensch überhaupt.
Speaker: Und über den habe ich dann erfahren, der hat ein bisschen erzählt, übers Wettkämpfen und so.
Speaker: Und eigentlich macht er das gar nicht so gerne irgendwie, aber halt mit der Zeit, man gewinnt sich dran.
Speaker: Und seine Strategie war, einfach vorm Wettkampf zu schlafen.
Speaker: Er geht dorthin zum Turnier, legt sich irgendwo hin, schläft, jemand weckt ihn auf, er hängt uns.
Speaker: die haben deinen Namen gerufen, die bist dran, die bist dran.
Speaker: Okay, okay, aber hier ein bisschen Schulterkreisen geht auf die Matte und performt wie kein Zweiter.
Speaker: Und das ist was, jeder hat seine eigene Strategie mit dem Wettkampf umzugehen, aber da ist schon sehr viel dran, dass man einfach sagt, hey, es ist
Speaker: Es ist nur ein Wettkampf, es ist kein Leben-oder-Tot-Szenario und da versuche ich mir auch immer wieder was abzuschauen von der Philosophie.
Speaker: Das finde ich sehr spannend, weil der Schlaf ist ja die totale Entspannung.
Speaker: Er kommt aus der totalen Entspannung und performt dann am allerbesten, weil er gar keine Zeit hatte, sich im Kopf fertig zu machen oder auch im Körper angespannt und hart und so zu werden.
Speaker: Das finde ich sehr schön.
Speaker: Für alle, die vielleicht nicht so tief drin sind, Marcelo Garcia ist tatsächlich so eine der prägendsten Figuren, die so eine ganze Generation und einen neuen Stil von BJJ geprägt haben.
Speaker: Und was ich besonders inspirierend fand, der ist jetzt glaube ich schon 60 oder so.
Speaker: Er hat seine gesamte Karriere Weltruhm und dominiert und alles gewonnen, was man gewinnen kann.
Speaker: Er hat nebenbei noch Familie, ich weiß nicht, drei, vier Kinder auf jeden Fall, eine größere Familie.
Speaker: Und dann hat er Krebs und hat den Krebs besiegt.
Speaker: Und mit 60, nach dem Krebs, dass er seine Kinder großgezogen hat, hat er wieder...
Speaker: als Profikämpfer begonnen und seinen Debütkampf gegen eine andere japanische Legende sozusagen dann auch gewonnen.
Speaker: Und ich habe den Kampf gesehen und es war so ein Glück und so eine kindliche Freude in seinem Gesicht.
Speaker: Der Mann ist über 60 und hat mit so einer
Speaker: unvoreingenommenheit und so einer so ein spielwitz da sich sich diese also es fand ich es fand ich wirklich inspirierend hat es gibt es noch solche inspirierende menschen oder wer vielleicht der der mensch mit dem du die die begegnung oder was du von demjenigen gelernt oder mitgenommen hast was du nicht missen möchtest oder ja ich glaube
Speaker: Eine einzige Person, eine einzelne Person sticht jetzt gar nicht hervor und ich habe wirklich das Privileg gehabt, mit ganz vielen von den großen Wettkämpfern und Trainern die Matte teilen zu dürfen.
Speaker: Aber ich glaube, für mich am prägendsten war meine Zeit in Los Angeles, wo ich, wir haben jetzt den Begriff Affenhaus ein paar Mal oder Affenzirkus ein paar Mal verwendet.
Speaker: Ich habe den Affenzirkus gehabt in einer ganz anderen Situation, und zwar ich habe mit sieben Brasilianern in einem Zimmer gewohnt.
Speaker: Was?
Speaker: Ein Zimmer, eine Küche, das war unser Apartment, es war das Fighterhaus von dem Gym, wo ich eben das Stipendium gewonnen habe, bekommen habe und das war ein Wahnsinn.
Speaker: Sehr mutig, das Haus zu nennen.
Speaker: Tatsächlich, es war auch nur der Schuppen von einem wirklichen Haus, wo jemand gewohnt hat.
Speaker: Aber was ich da gelernt habe, war eben diese Profis Tag ein, Tag aus zu begleiten, ihren Alltag mitzuleben und einfach auch zu sehen, was man alles opfern muss, wenn man was erreichen möchte.
Speaker: Ich habe auf beiden Extremen was gelernt.
Speaker: Ich habe auch gesehen, zum Beispiel eine Sache, die ich als Jugendlicher nie gemacht habe, war mir auch mal eine
Speaker: Eine Pause zu gönnen für eine kleine Feier oder für Geburtstage oder wie auch immer.
Speaker: Das habe ich immer geglaubt.
Speaker: Nein, weil zum Geburtstag machen andere Menschen eine Pause.
Speaker: Wenn ich da jetzt trainiere, habe ich einen Tag mehr trainiert als die.
Speaker: Auch zum Leidtragen meiner damaligen Beziehungen.
Speaker: Auch am Geburtstag meiner Freundin habe ich trainiert, weil zum Geburtstag der Freundin macht man meistens einen Tag Pause.
Speaker: Also komplett dumm.
Speaker: Das habe ich auch gelernt.
Speaker: Der ist so erfolgreich in dem, was er macht und er gönnt sich am Zugeburtstag, zu Weihnachten, nach einem großen Turnier, der gönnt sich eine Pause.
Speaker: Aber eben 99 Prozent der Zeit opfert der eigentlich alles.
Speaker: Und das war für mich wichtig zu sehen, dass wenn du was erreichen möchtest,
Speaker: du musst dir was suchen, was dir Spaß macht, weil wenn du gut werden willst, dann muss es 24-7 eigentlich dich irgendwie beschäftigen und du musst da extreme Opfer bringen und ich habe das gemerkt, dass ich studiert habe, ich kann diese Opfer nicht bringen, wenn es nicht meine absolute Leidenschaft ist und genau, das habe ich von Gabriel Sousa und Lukas Hoscher und Jäger Ramalio, diesen ganzen Leuten in diesem Affenzirkus mir abschauen dürfen.
Speaker: Sehr schön und wahrscheinlich, ähm,
Speaker: geruchsgleichmütig zu werden.
Speaker: Also, wenn du mit sieben Profisportlern oder Vollzeitathleten in einem Zimmer wohnst.
Speaker: Was ich gelernt habe, Kakerlaken sind ziemlich resistente Viecher.
Speaker: Okay.
Speaker: Hebt das Buch wieder hoch, zack, haut schon wieder ab.
Speaker: Ja, wirklich?
Speaker: Noah, schneid das raus.
Speaker: Bitte, danke.
Speaker: Nein, aber dieses Fighter-Haus, das war auf jeden Fall eine Zumutung im Sinne von, was man da einfach alles einbußt, weil die haben ja auch alle eigentlich nur Portugiesisch geredet und mit mir vielleicht ein paar Worte auf Englisch, wenn es notwendig war.
Speaker: Also da hat man sich schon auch, es war auf jeden Fall eine out of my comfort zone Experience.
Speaker: Aber ich denke so oft darüber nach und denke so oft zurück an das, was ich gelernt habe.
Speaker: Also es muss es wert gewesen sein.
Speaker: Ich wollte gerade sagen, wie du darüber erzählst,
Speaker: wirkt nicht so, als hättest du tatsächlich ein Opfer bringen müssen und hättest dir irgendwas aus den Rippen schneiden müssen und das wäre eine traumatische Erfahrung gewesen, sondern es waren keine Herrenjahre, es war eher die Hundezeit, aber in dieser Zeit hast du, glaube ich, so viel positiven Einfluss und so viele positive Erfahrungen gemacht, dass es sich jetzt, zumindest jetzt, weiß ich nicht, 15 Jahre später oder so,
Speaker: sich nicht wie ein Regret anhört, wenn du darüber erzählst oder wie ein tatsächliches Opfer, etwas, was du bereuen würdest oder etwas, was du irgendwie… Es war, glaube ich, eine meiner ersten Entscheidungen, die so ein bisschen größer war, so dieses, okay, lasse ich hier die Sachen stehen und liegen und fliege, solange ich eben kann, das war mit meinem Visum sechs Monate nach Amerika.
Speaker: Und so alle paar Monate oder so jedes Jahr hat man ja irgendwie eine wichtige Entscheidung oder so, die das Leben so ein bisschen in die nächste Bahn lenkt.
Speaker: Und ich glaube, da habe ich dann auch, natürlich unterbewusst, ich habe da jetzt nicht so aktiv drüber nachgedacht, aber da habe ich auch gemerkt, dass so diese gruseligen Entscheidungen, die zu treffen und dann eben ein bisschen zu committen,
Speaker: dass sich das auszahlt.
Speaker: Die gruseligste Entscheidung war ganz klar, mache ich mich jetzt selbstständig mit diesem irrsinnigen Job, gehe ich dieses Risiko ein und mit allem, was da schiefgehen kann.
Speaker: Ich war auch jetzt Gott sei Dank gut vorbereitet und es war jetzt nicht komplett unvorbereitet ins kalte Wasser, aber diese Entscheidung, sicherlich die gruseligste in meinem Leben, in der Sekunde, wo ich es dann gemacht habe,
Speaker: hat sich so richtig angefühlt.
Speaker: Das habe ich sofort gemerkt, wie dieser Druck von den Schultern gefallen ist.
Speaker: Dann habe ich gewusst, okay, das war wohl die richtige Entscheidung.
Speaker: Und ich glaube, das habe ich mich nur deshalb getraut, weil immer wieder waren so Entscheidungen, gut, fliege ich dort jetzt hin und ohne zu wissen, wo ich schlafen werde und wie sich das dann ergibt.
Speaker: Und da hat es sich immer bewährt und war eine coole Sache.
Speaker: Und ich glaube, jetzt bin ich sehr dankbar dafür.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Ja, das klingt wirklich schön.
Speaker: Und ich glaube, das ist eine schöne Metapher für das ganze Leben.
Speaker: Weil wenn man Menschen fragt, die am Sterbebett liegen, dann bereuen sie nie die Dinge, die sie getan haben, sondern immer nur das, was sie nicht getan haben.
Speaker: Das, wo sie sich nicht getraut haben, wo sie Angst hatten, sich...
Speaker: sich selbst oder jemand anderen zu verletzen oder ein Risiko einzugehen, weil es ihnen vom Elternhaus her irgendwie auferlegt wurde, das nicht zu tun oder so, den sicheren Weg zu gehen und bereuen dann, dass sie nie genau diese Dinge gemacht haben.
Speaker: Und die formen einen und geben einem die Erfahrungen, die man braucht, um
Speaker: seinen Weg halt zu gehen.
Speaker: Und ich bin überzeugt davon, dass das Leben kein Arschloch ist, wo man sich richtig und falsch entscheiden kann.
Speaker: Und wenn man sich falsch entscheidet, dann kriegt man es so richtig reingedruckt.
Speaker: Sondern du bist dann einfach die Summe deiner Erfahrungen und lernst, mit solchen Dingen umzugehen.
Speaker: Du kannst dankbar und froh sein, wenn du mit solchen Extremsituationen hast umgehen lernen müssen, die dich jetzt zu einem wesentlich stärkeren, resilienteren, entschiedeneren
Speaker: Menschen gemacht haben.
Speaker: Ja, voll, voll, voll.
Speaker: Jetzt haben wir sehr viel über die Vergangenheit geredet.
Speaker: Was ist in Zukunft geplant für dich persönlich?
Speaker: Was hast du für Pläne, für Ziele für dich als Mensch, als Athlet, aber auch für den Verein Modern Duty Tour?
Speaker: Worauf können wir uns freuen?
Speaker: Ja, ich werde immer von meinen Trainingskollegen und Freunden gehänselt dafür, dass ich jede Woche ein neues Hobby habe.
Speaker: Und aktuell ist es eben MMA und diese Sidequests vom Thai-Boxen und den Standkampf dazu ergänzen.
Speaker: Und das ist etwas, was mich aktuell gerade extrem motiviert.
Speaker: Und da habe ich eben gerade diese Quest, mein Jiu-Jitsu zu ergänzen und zu einem wirklich kompakten Stil zu trainieren.
Speaker: Und da muss ich schauen, wie sich es weiterentwickelt.
Speaker: Ich habe auf jeden Fall noch ziemlich in der Hinsicht coole Ziele, die ich vielleicht nicht ausplaudern möchte, weil
Speaker: Manchmal ist es cooler, wenn man erst im Nachhinein darüber redet, aber auf jeden Fall wieder dieses neue Lernen und besser werden und mal schauen, wie weit ich es da auch bringen kann.
Speaker: Das ist für mich extrem spannend.
Speaker: Und also wettkampfmäßig habe ich noch ein paar Sachen, die ich unbedingt angehen möchte.
Speaker: Ich habe jetzt zum Glück noch ein paar Jährchen, wo ich Gas geben kann.
Speaker: Da reden wir dann nochmal drüber, wenn du die Wettkämpfe gemacht hast.
Speaker: Genau, applaudieren wir nochmal.
Speaker: Aber zeitgleich macht mir diese Rolle als Trainer so viel Spaß zur Zeit und da gibt es die ganze Zeit spannende Sachen, auf die ich mich freue.
Speaker: Das Athletenbetreuen und mit der nächsten Generation von Jungs und Mädels deren Ziele zu verfolgen, ist unglaublich cool.
Speaker: Und natürlich, das Baby, das Gym, das muss auch weiter aufgezogen werden.
Speaker: Und ja, da muss man schauen.
Speaker: Also ich habe ein paar Projekte, die jetzt sind wir groß genug oder es läuft gut genug, dass ich mich den nächsten großen Schritten widmen kann.
Speaker: Also wir wollen auf jeden Fall...
Speaker: Ein Kindertraining starten ist vermutlich genauso gruselig wie selber Kinder kriegen.
Speaker: Und du denkst, bin ich ready dafür.
Speaker: Aber man muss es vermutlich einfach machen.
Speaker: Und dann wächst mit der Aufgabe.
Speaker: Genau, weil da kann man so viel Cooles bewirken.
Speaker: Ich habe die letzten Jahre schon in ganz vielen Gyms, Kindertrainings unterrichtet und gelernt, es ist mit Abstand das Anstrengendste, was man in der Woche sich aufheißt und gleichzeitig auch eines der belohnendsten, wenn man dann den Job gut macht.
Speaker: Das heißt, auf das freue ich mich extrem.
Speaker: Ich fürchte mich genauso sehr, wie ich mich freue, das muss man auch dazu sagen.
Speaker: Aber ich freue mich und fürchte mich gleichermaßen extrem.
Speaker: Und ein paar andere Projekte haben wir auch noch.
Speaker: Ich werde jetzt mit dem nächsten Semester haben wir die Women-Only-Klasses, also Einheiten, die eine Trainingskollegin und ich gemeinsam unterrichten für nur Damen.
Speaker: Der Hintergedanke ist da, dass man einfach ein bisschen diese...
Speaker: Barriere versucht zu reduzieren mit dem, wie gruselig der Anfang ist, in ein Kampfsportstream zu kommen.
Speaker: Sie meinen es ja nicht böse, aber manche Männer schauen einfach gruselig aus, wenn sie da so mit zwei Metern und solchen Schultern zur Tür hereinstehen, stapfen und dann auch eben, ich glaube, eben mal ein...
Speaker: Innerhalb vom Safe Space, einen Safe Space für die Damen und Mädels zu haben, ist keine schlechte Sache.
Speaker: Langfristig ist natürlich der, und das merke ich ja bei allen Gyms, wo es Damenklassen gibt, die sind super und man hat so ein bisschen einen Rückzugsort, wo man eben nur unter sich ist, aber schlussendlich baut man dort das Werkzeug und den Skill auf, um dann mit jedem trainieren zu können.
Speaker: Das ist mir ganz wichtig und auch ein
Speaker: Klingt aber total nachvollziehbar.
Speaker: Warum sollte man sich jetzt gerade als Frau am Anfang unnötig weit aus seiner Komfortzone hinaus begeben und sozusagen potenziell mit so
Speaker: Männern in einer überfordernden Situation während dieser einen Stunde vielleicht gefühlt gefangen zu sein, wenn man sich so ein bisschen homogener rantasten kann und es fühlt sich einfach anders an, wenn man mit einer anderen Frau trainiert.
Speaker: Auf jeden Fall, auf jeden Fall.
Speaker: Das ist ein cooles Projekt, das wir bald starten.
Speaker: Und ja, aber bezüglich der Zukunft, das ist ja auch, ich meine, ich will jetzt nicht hier zu Mr. Sensei und Mr. Miyagi klingen.
Speaker: Doch, doch, doch, sei mir ein Mr. Kalenderspruch.
Speaker: Ja, genau, genau.
Speaker: Aber was ich auf jeden Fall mir selber immer wieder sage, ist klar, das Gym ist nicht das größte Gym in der Welt und wir sind ein junges Gym und so weiter.
Speaker: Aber, und wir haben coole Projekte und es ist witzig und ich glaube, damit es immer schön ist, muss man sich auch weiterentwickeln, gar keine Frage.
Speaker: Aber wenn ich jetzt nicht zufrieden bin mit dem, wie wir es haben, dann werde ich nie zufrieden sein.
Speaker: Also ich habe die Bucketlist mit Sachen, die ich noch angehen werde und sowas ist lang.
Speaker: Aber besser als jetzt wird es nicht.
Speaker: Weil jetzt die Leute sind nett zueinander, man kann gut trainieren und es fühlt sich an wie ein zweites Wohnzimmer für mich.
Speaker: Und es kann gleich gut bleiben, aber es kann eigentlich nicht besser werden.
Speaker: Und das muss ich mir auch immer wieder sagen, vor allem wenn ich beginne, so ein bisschen zu
Speaker: zu ehrgeizig zu werden mit meinen Plänen.
Speaker: Ja, ich finde, man muss da auch nicht heiliger sein als der Papst.
Speaker: Also ich kann nur sagen, ich fühle mich total wohl.
Speaker: Die Atmosphäre ist super angenehm und familiär und total freundschaftlich und zugewandt bei allen vorhandenen Levels vom Studenten, der das zum ersten Mal macht.
Speaker: über den Hobby und so weiter bis hin zum ehrgeizigen Wettkämpfer in, ich gender das jetzt einfach mal, also so, aber auch ab und zu eine soziale Aktivität zusammen außerhalb der Mathe oder so.
Speaker: Also das finde ich wirklich sehr, sehr angenehm.
Speaker: Und du darfst auch gerne Werbung machen für deinen Instagram-Kanal, wenn du das möchtest.
Speaker: Ich finde das ziemlich cool, was du da jetzt beginnst oder begonnen hast.
Speaker: Ja, voll, voll, voll.
Speaker: Ich habe
Speaker: Wenn man dich kennenlernen möchte, abgesehen von diesem Gespräch jetzt sozusagen, hat man dich persönlich und im Gespräch kennengelernt, aber wenn man dich so ein bisschen auf der Mathe kennenlernen möchte, kann man Modern Jiu-Jitsu gerne folgen, kann ich empfehlen, wo du einerseits auch Techniken zeigst, auch zum Beispiel Filmszenen analysierst und die auf ihre
Speaker: Street Credibility überprüfst und zeigst, was jetzt aus einem Kampfsportaspekt her vielleicht super dargestellt war oder völlig unrealistisch war oder so.
Speaker: Also echt finde ich spannende, abwechslungsreiche Sachen.
Speaker: Voll, voll, voll.
Speaker: Wir versuchen da Social Media-mäßig ein bisschen mehr uns in den Hintern zu treten und das auch zu machen.
Speaker: Das ist übrigens ein Teil, der sich nach Arbeit anfühlt.
Speaker: Ja, ja, das ist Social Media-Dings.
Speaker: Aber ja, gerne, sicher.
Speaker: Modern Shizu und mein eigener Kanal kann man sich anschauen, wenn man sehen will, wie meine Pretentious Side ausschaut.
Speaker: Wie dein Scheitern vor der Kamera.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, aber man muss schon sagen, ich versuche es immer ein bisschen zu, also mein eigenes Instagram auch kritisch zu hinterfragen und so, aber wenn du jetzt gemeint hast, mich kennenlernen, auf meinem Instagram bin ich schon auch ein bisschen so, bin ich schon ein bisschen auch...
Speaker: Das ist leider die Schattenseite vom Social Media.
Speaker: Man sieht nur die tollen Seiten.
Speaker: Ja, aber es ist ja auch nur dazu da.
Speaker: Es ist ein Selbstdarstellungsmedium und entweder man macht es mit Authentizität und Persönlichkeit und Spielwitz oder Selbstironie oder was auch immer.
Speaker: Oder es ist halt völlig beliebig und langweilig und so.
Speaker: Aber trotzdem ist es ein visuelles, oberflächliches, schnelllebiges Medium.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Genau, also man kann sich das gerne anschauen.
Speaker: Wenn nicht alle Red Flags aufleuchten, dann kann man ja, und man wirklich Lust hat, mal was Neues zu probieren oder jetzt nach unserem Gespräch oder wie auch immer Lust hat, mal Kampfsport zu schnuppern, kann man einfach im Gym vorbeischauen.
Speaker: Ich sage immer, Leute, gibt es im Sport einen Monat, gibt es ihm vielleicht sogar ein ganzes Semester?
Speaker: Weil der Anfang ist wie bei jeder schwierigen Sache, nicht nur super spielerisch und einfach.
Speaker: Aber da kann man uns wirklich kennenlernen.
Speaker: Da sieht man wirklich, warum wir für den Sport so brennen.
Speaker: Das ist vielleicht der bessere Sales Pitch.
Speaker: Das ist doch ein schönes Schlusswort.
Speaker: Paul, ich danke dir, dass du da warst.
Speaker: Vielen Dank für die Einladung.
Speaker: Danke für deine Zeit und für deine Offenheit.
Speaker: Ich bereue es immer noch, dass ich es nicht geschafft habe, dich dazu zu bewegen, dass wir dieses Interview oben ohne Füllen führen.
Speaker: Das gibt dir mal die Möglichkeit für Teil 2.
Speaker: Das stimmt, weil dann hätte ich nämlich endlich den Viral...
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Ein völlig aus dem Zusammenhang gerissenes Thumbnail.
Speaker: Aber ich suche noch nach dem viralen YouTube-Short, nach der viralen Folge, nach der Folge, die viral geht.
Speaker: Und ich hatte gehofft, dass du mich dabei unterstützen kannst.
Speaker: Aber...
Speaker: Nein, Teil 2.
Speaker: Ich nehme dich beim Wort.
Speaker: Vielleicht ist es dann noch heißer als heute.
Speaker: Ja, schön, dass du da warst.
Speaker: Wir sehen uns im Training.
Speaker: Genau, genau.
Speaker: Und auch an euch.
Speaker: Danke, dass ihr dabei wart.
Speaker: Schön, dass ihr bisher zugehört habt.
Speaker: Wer das hört oder sieht, ist mein persönlicher Held.
Speaker: Wie gesagt, Nachrichten an mich oder auch an Paul.
Speaker: Ich bin jetzt sein persönlicher Berater, der Date-Doktor.
Speaker: Wenn ihr Fragen oder Nachrichten an ihn oder mich habt, gerne an, wie gesagt, deeptalk.com oder auch ansonsten auf jedem anderen Kanal.
Speaker: Ich freue mich auf die nächste Folge mit euch.
Speaker: Bis bald.


