Transcript
Speaker: Völlig unkritisch, auch die Politik.
Speaker: Also man hört ja immer wieder dieses Argument, wir dürfen den technischen Anschluss nicht verlieren.
Speaker: KI bedeutet Innovation.
Speaker: Aber bedeutet sie das wirklich?
Speaker: Also ich meine, die hat alles geklaut, was es im Netz gab, alles Menschen geschaffene, eingesaugt, verarbeitet es neu, bearbeitet es mit ihren Algorithmen und spuckt es wieder aus.
Speaker: Wie jetzt das Video und die Petition zeigt uns auch, dass es sich absolut lohnt.
Speaker: Also das hätte ich nie erwartet, dass es so durchschlägt und
Speaker: dass man doch als kleiner Einzelner mit ein paar Leuten um sich herum doch was bewegen kann.
Speaker: Es wurde halt gestöhnt und so.
Speaker: Und sie hat sich so ein bisschen beschwert und hat gesagt, ach, das ist doch ein bisschen peinlich.
Speaker: Und hat es ihrem Vater gesagt, der auch in der Branche tätig ist.
Speaker: Und der hat nur gesagt, hab dich nicht so, mit dem Geld habe ich dich großgezogen.
Speaker: Mike Rider Deep Talk.
Speaker: Menschen, Bildung.
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mike Rider Deep Talk.
Speaker: Heute sind wir virtuell mit Ranja Bonalana verbunden.
Speaker: Ranja ist Synchronsprecherin, man kennt sie als deutsche Stimme von René Sellweger und was meine Tochter besonders gefreut hat, als ich sie erzählt habe, als Stimme von Tick, Trick und Track.
Speaker: Hallo Ranja.
Speaker: Hallo, freut mich hier zu sein.
Speaker: Ja, schön, dass das geklappt hat.
Speaker: Ja, endlich.
Speaker: Ja, full disclosure.
Speaker: Genau, endlich.
Speaker: Wir kennen uns ein bisschen von der ehrenamtlichen Arbeit und aus dem VDS, in dem wir beide Mitglied sind, dem Verband Deutscher SprecherInnen.
Speaker: Genau, aber erzähl du vielleicht noch ein bisschen abseits dieses Kurzlebenslaufs, Introductions von mir.
Speaker: Wer bist du?
Speaker: Wo kommst du her?
Speaker: Wo gehst du hin?
Speaker: Ja, also ich komme aus Berlin und ja, ich bin so ein typisches Synchronkind, wie man das hier sagt.
Speaker: Also ich bin schon als Kind in diese Branche eingestiegen, weil meine Eltern hätten mich das niemals beruflich machen lassen.
Speaker: Nein, ganz lustig, die sind beide wirklich Lichtbestimmer und haben im Kopierwerk gearbeitet, in dem gleichen Haus, wo auch die Berliner Synchronen war.
Speaker: Also eines der größten Synchronfirmen hier in Berlin.
Speaker: Ich glaube sogar die älteste, Wenzel Lüdecke.
Speaker: Und die haben da gearbeitet und haben immer gesagt, dann haben sie die Synchronkinder gesehen in der Kantine oder diesen ganzen irren Haufen und haben gesagt, wenn wir mal Kinder haben sollten, dürfen die nichts mit dieser Branche zu tun haben.
Speaker: Und dann kam es anders, ne?
Speaker: Ja, geil.
Speaker: Das ist dann natürlich die Steilvorlage für die Trotzphase.
Speaker: Doch, ich mache jetzt genau das.
Speaker: Aber es war dann wirklich Zufall.
Speaker: Mein Bruder war irgendwie fünf Jahre alt und wurde am Schulbus von einer Kindercasterin angesprochen, ob er nicht Lust hätte, einen Film mitzudrehen.
Speaker: Nein.
Speaker: Er nickte fleißig und sagte ja, kam damit nach Hause und meine Mutter hat direkt gesagt nein.
Speaker: Nein.
Speaker: Und mein Vater hat gesagt, lass den da doch hingehen, der Lispelt E, den nehmen die nie.
Speaker: Sie haben ihn genommen.
Speaker: Und er hat dann jahrelang, ich heirate eine Familie gedreht und das Schicksal nahm seinen Lauf.
Speaker: Cool.
Speaker: Und das ist dein großer Bruder sozusagen?
Speaker: Nee, der kleine.
Speaker: Kleiner Bruder.
Speaker: Genau, und deswegen kam dann auch ich ins Spiel, weil der kleine Bruder halt damals, der
Speaker: war sechs, sieben, also gerade in der Schule, konnte noch gar nicht so richtig lesen, hatte auch keine Lust immer alleine zu diesen Synchronfirmen mit dem Taxi zu fahren und meine Mutter hatte ja nicht immer Zeit, nun mit ihm da hinzufahren, also musste ich als große Schwester mit.
Speaker: Und er konnte nicht auf Kommando lachen.
Speaker: Und dann hat der eine Regisseur gesagt, ey komm, wir probieren es mal mit deiner Schwester.
Speaker: Und ich konnte das.
Speaker: Und dann war ich sein Lachdubel und bei dem Regisseur durfte ich dann meinen ersten eigenen Text sprechen.
Speaker: Sein Lachdubel, das ist ja geil.
Speaker: Und dann hatten wir tatsächlich einen Film, da hat er, da war der auch noch wirklich klein, da hat das Kind, was er gesprochen hat, halt auch den Erzähler gegeben.
Speaker: Und der war halt, weiß ich nicht, der war wirklich gerade frisch in der Schule und konnte noch nicht so flüssig lesen.
Speaker: Und dann so fünf Zeiler irgendwie so abzulesen, war noch zu schwer für ihn.
Speaker: Und dann habe ich die Overlay-Sachen gemacht und er hat die Realteile gemacht.
Speaker: Cool.
Speaker: Also Hosen runter.
Speaker: Ich kann auch nicht auf Kommando lachen.
Speaker: Das heißt, wenn du nicht witzig bist, wirst du es merken.
Speaker: Okay, ich merke schon.
Speaker: Okay, jetzt liegt die Latte hier.
Speaker: Nein, aber ernsthaft.
Speaker: Aber von einem Lachdouble habe ich so noch nie gehört.
Speaker: Also ich kann schon lachen.
Speaker: Es klingt halt scheiße, wenn ich so künstliche Zeuge.
Speaker: Es klingt nicht echt.
Speaker: Aber was ich vorher noch frage, es ist schwer.
Speaker: Es ist fast so schwer wie auf Kommando weinen, finde ich.
Speaker: Ja, also ich habe das große Glück wirklich, dass ich als Kind eingestiegen bin.
Speaker: Und dann ist das ja alles nicht so schwer.
Speaker: Und damals war das ja auch noch alle zusammen und lustig und nett.
Speaker: Und also ich habe später immer gesagt, oh mein Gott, wäre ich da als Erwachsener eingestiegen, hätte ich mich nicht getraut, irgendwas zu machen, glaube ich.
Speaker: Das heißt, wie alt warst du, als du dann den ersten Take gesprochen hast und so?
Speaker: Also als ich mit ihm dann mit war, war ich glaube ich acht oder neun oder sowas.
Speaker: Meinen ersten eigenen Tick habe ich dann mit, ich glaube zehn oder elf gemacht.
Speaker: Was ich vorhin noch fragen wollte, bevor wir es vergessen, was sind denn Lichtbestimmer?
Speaker: Das kenne ich gar nicht.
Speaker: Das gibt es auch nicht mehr.
Speaker: Lichtbestimmer sind wirklich, also als der Film noch auf einer Filmrolle war.
Speaker: Und da wurde halt wirklich, also jetzt ganz genau kann ich es dir auch nicht erklären, wurde halt die Farbkopie, musste bearbeitet werden, also wirklich entwickelt werden, ja, also dieser Farbfüller wurde entwickelt und dann wurde halt irgendwie an den Farben, glaube ich, rumkorrigiert.
Speaker: Ja, also im Endeffekt Postproduktion mit Licht, nehme ich mal an.
Speaker: Aber halt haptisch und mechanisch und nicht digital.
Speaker: Spannend, wow.
Speaker: Tatsächlich ist mir noch nie begegnet, der Begriff.
Speaker: Ist auch, ist alt, ist old school, gibt es alles nicht mehr.
Speaker: Kopierwerke gibt es nicht mehr.
Speaker: Also in den beiden Firmen auch, wo mein Vater dann gearbeitet hat, das sind beide keine Kopierwerke mehr, alles eingestafft.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Ja, so vergeht die Zunge.
Speaker: Ja, so verändert sich das.
Speaker: Aber das ist ja nicht schlimm.
Speaker: Okay, aber dann bist du sozusagen in die Kindersynchron-Schiene eingestiegen.
Speaker: Aber jetzt bist du ja Vollblutsprecherin.
Speaker: Und wie kam es dann, dass es sozusagen von einem Hobby neben der Schule und eh super nice bestimmt und lustig und aufregend, aber halt noch kein Beruf, zu einem Beruf geworden ist bei dir?
Speaker: Ja, also das war halt wirklich, früher hat man ja gemeinsam vor Mikrofonen gestanden und alle zusammen und das heißt alt und jung und wer halt in so einem Film mit drin war und es ist so lange her, das ist eine Zeit, da gab es ja noch gar nicht groß Serien.
Speaker: Also die ersten Serien Dallas, Denver kamen auf und der Rest waren ja nur Filme.
Speaker: Deswegen hatten wir als Kinder auch dementsprechend viel weniger zu tun als heute.
Speaker: Und wenn wir dann hingegangen sind, dann war das ja Spaß nach der Schule.
Speaker: Also du hast Freunde getroffen, es gab Cola und Snickers ohne Ende in der Kantine.
Speaker: Großartig.
Speaker: Alle Kinder voll auf Zucker.
Speaker: Total.
Speaker: Was es zu Hause nicht gab, durften wir da.
Speaker: Und es war halt wirklich lustig und wir hatten viel Spaß und dann
Speaker: Ja, ist man da so reingewachsen.
Speaker: Und dann kamen mir langsam auch die ersten Serien und es gab mehr zu tun.
Speaker: Und in der Teenager-Zeit, also einen besseren Schülerjob gibt es ja eigentlich nicht.
Speaker: Also wenn meine Freunde Zeitung austragen gehen mussten am Samstag früh, dann habe ich gutes Geld auch verdient mit viel Spaß.
Speaker: Also vor allen Dingen.
Speaker: Und das war eben das Tolle.
Speaker: Ja, und dann bin ich da so dabei geblieben.
Speaker: Also ist es durchgehend sozusagen zum Beruf geworden oder hast du auch mal was Normales gearbeitet und dann gemerkt, nee, Büro oder keine Ahnung, ist es gar nicht, lass mal lieber synchron sein.
Speaker: Also das war mir dann schon klar.
Speaker: Ich habe auch in der Schule Theater gespielt und Musicals und all diese Sachen.
Speaker: Und das war schon immer klar, dass ich mehr in diese künstlerische Richtung gehen will.
Speaker: Und also Bürojob war immer mein absoluter Horror.
Speaker: Dann bin ich aber zwischendurch, habe ich gedacht, naja, aber jetzt mache ich das schon so lange.
Speaker: Ich will ja nicht immer nur synchron sprechen.
Speaker: Dann bin ich ein bisschen im Ausland gewesen, bin ich in Italien gewesen und ja, habe da so ein paar andere Sachen ausprobiert.
Speaker: Aber wie das beim Synchron ist, dann steckst du ja in irgendeiner Serie fest und dann bin ich ab und zu mal ein paar Tage nach Berlin gekommen und habe in der Serie gesprochen.
Speaker: Naja, und dann hieß es, wann kommst du denn wieder?
Speaker: Und ja, dann bin ich auch zurück nach Berlin gekommen und ja, dann hat sich das so ergeben.
Speaker: Dann war es ein Fulltime-Job.
Speaker: Ja, ich glaube, du hattest auch noch den Vorteil, dass es damals wirklich noch ein Nischenberuf ist.
Speaker: Also als ich vor 10, 12 Jahren eingestiegen bin, war es schon relativ kreativ.
Speaker: oder viele mehr Menschen, als der Markt bräuchte, wollen das sein oder arbeiten in dem Bereich.
Speaker: Und ich glaube, bei dir, schätze ich mal, war das noch nicht so, oder?
Speaker: Nein, absolut.
Speaker: Und vor allen Dingen gerade, also Kinder waren immer begehrt.
Speaker: Also Kinder zu finden und begabte Kinder, wie es dann hieß, oder die das einfach schon so drauf haben, die waren Mangelware.
Speaker: Und deswegen hat man uns auch gern behalten.
Speaker: Ich muss aber auch dazu sagen, wir haben auch, weil wir ja alle zusammen waren und die damaligen RegisseurInnen, das waren halt gestandene Schauspielkollegen, also die kamen die meisten vom Theater, das waren Schauspieler, die kannte man auch aus dem Fernsehen.
Speaker: Und die haben einem das auch beigebracht.
Speaker: Also es war auch viel, viel langsamer als heute.
Speaker: Und wie gesagt, alle zusammen.
Speaker: Das heißt, du hast so viel gelernt, nur indem du im Atelier warst.
Speaker: Also ein Arnold Marquis hat zu mir gesagt, Kleine, ich zeig dir mal, wie das geht mit dem Stützen.
Speaker: Ja, also diese Leute und du hast als Kind ja auch gemerkt, ach guck mal, die patzen auch mal, das ist gar nicht schlimm und ich habe mich zum Beispiel immer getraut, auf Rot habe ich mich getraut, alles zu machen, zu sprechen, aber in diesen stillen, dunklen Raum hinein ohne Bild war mir das total peinlich.
Speaker: Und dann habe ich aber halt gesehen, dass die etablierten Kollegen das auch alle so gemacht haben.
Speaker: Die haben halt vor der vier halt so für sich hingeübt und das so in den Raum gesprochen und haben sich gegenseitig die Anschlüsse angesprochen und dann habe ich das halt auch gemacht, ne?
Speaker: Und das war natürlich ein sehr behütetes Lernen und wirklich von gestandenen Schauspielern das Handwerk wirklich gelernt.
Speaker: Von den CutterInnen, also jeder hat dich so an die Hand genommen.
Speaker: Und mit ganz viel Zeit, mit ganz viel Liebe ausgebildet, wirklich.
Speaker: Ja, das war auch wirklich toll.
Speaker: Wir hatten wirklich viel Spaß.
Speaker: Und diese Clique, also einen Großteil davon gibt es heute noch zum Glück.
Speaker: Und deswegen sind wir auch alle eigentlich miteinander mehr oder weniger befreundet.
Speaker: Und freuen uns immer, wenn wir uns heute im Antelier noch treffen.
Speaker: Ja, weil jetzt ist ja nur noch ge-ixt eigentlich seit, weiß ich nicht, seit zehn Jahren oder 15 oder so.
Speaker: Ist das denn die größte Veränderung, wenn du jetzt so heutiges Synchron mit Synchron aus deiner Jugend oder Kindheit vergleichst oder was hat sich da noch so verändert für dich?
Speaker: Naja, das sind mehrere Sachen.
Speaker: Also A, ja, dass man heute ge-ixt ist, also allein vom Mikrofon mehr oder weniger.
Speaker: Es ist viel, viel schneller geworden.
Speaker: Also durch die digitale Technik,
Speaker: Früher gab es Kassettenwechsel, ja, also wenn der Vorführer die Filmrolle wechseln musste und wenn auf der Dispo stand, Kassettenwechsel, haben sich alle gefreut, weil das hieß also mindestens 10, 15 Minuten Rauchpause, Kantine, quatschen, ne?
Speaker: Das gibt es nicht mehr.
Speaker: Also alleine, wenn gespult werden musste, wenn auf der Dispo Teg 10 stand und der nächste Teg war Teg 55, dann
Speaker: musste gespult werden und wieder alle raus.
Speaker: Wieder sechs Minuten Pause.
Speaker: Also das gibt es nicht mehr.
Speaker: Heute ist alles super schnell.
Speaker: Also sogar die Startbänder sind ja viel, viel schneller geworden.
Speaker: Also die Zeit irgendwie, also vor Corona noch runter ins Buch zu gucken, sich den Text zu merken, hochzugucken, dann kam der nächste Thek.
Speaker: Heute hast du ja kaum Zeit, irgendwie runterzugucken, den Text zu merken und draufzusprechen.
Speaker: Es ist viel schneller geworden, ja.
Speaker: Ist es der Druck, dass so viele Streaming-Services jetzt selber produzieren und einfach die Menge an zu synchronisierendem Material so viel mehr geworden ist oder ist es einfach, dass es noch wirtschaftlicher sein muss und noch günstiger und schneller und so?
Speaker: Ja, ich glaube, das ist eine Mischung aus beiden.
Speaker: Also irgendwann war halt so viel da und klar, immer Zeitdruck und ja, auch die Technik war ja einfach vorhanden und
Speaker: wenn es schneller geht, macht man es halt gerne schneller.
Speaker: Und man hat sich auch daran gewöhnt.
Speaker: Also es ist jetzt gar nicht mehr schlimm.
Speaker: Aber es ist im Vergleich zu früher halt anders.
Speaker: Ich finde, man hört es aber.
Speaker: Ja, aber ich finde, man hört.
Speaker: Also ich bin ja, ich oute mich jetzt, jetzt bin ich, wenn es ein englischer Film oder eine englische Serie ist, schaue ich die gerne im Original.
Speaker: Wenn es jetzt was weiß ich nicht, eine Sprache ist, die ich nicht beherrsche, Dänisch, Türkisch, keine Ahnung, ja, schaue ich es gerne synchronisiert an.
Speaker: Aber die Synchronisation, mit der ich aufgewachsen bin, auch die Dialogbücher und die, ich habe eben das Gefühl,
Speaker: Die Liebe und die Freiheit, die da hineingesteckt wurde, und korrigiere mich, wenn ich da jetzt einfach nostalgisch bin oder verklärte Erinnerungen habe, die finde ich heute nicht mehr.
Speaker: Es ist so alles sehr funktional und sehr stromlinienförmig, eindimensional, klingt jetzt so abwertend, aber du weißt, glaube ich, worauf ich hinaus will.
Speaker: Absolut, bin ich auch voll bei dir.
Speaker: Also klar, dieses Überangebot,
Speaker: hat ja auch dazu geführt, dass viel mehr Menschen in diese Branche reingekommen sind.
Speaker: Und damals war klar, also du musst Schauspieler, Schauspielerinnen sein, um diesen Beruf ausüben zu können oder halt als Kind irgendwie da reingerutscht sein.
Speaker: Und das hat sich irgendwann total aufgelöst.
Speaker: Und auch da, also ein bisschen gemein, aber auch Schauspielschulen von heute sind ja nicht mehr das, was sie mal waren.
Speaker: Also es gibt einfach zu viele Leute, die nicht gut genug ausgebildet sind, die diesen Beruf einfach gar nicht so beherrschen.
Speaker: Und die haben aber einfach sehr viel zu tun.
Speaker: Also in allen Gewerken.
Speaker: Und wenn jemand, der noch unsicher ist, vor dem Mikrofon steht und hinten sitzt aber eine Regie, die sich auch nicht 100% sicher ist oder den Job auch nicht wirklich gut kann,
Speaker: Und dann hat das Drehbuch auch noch jemand geschrieben, der es eigentlich auch nicht kann.
Speaker: Naja, und was soll denn daraus werden?
Speaker: Ja, und es muss schnell gehen.
Speaker: Und es muss schnell gehen, natürlich.
Speaker: 15.30 Uhr ist die nächste Produktion.
Speaker: Genau.
Speaker: Und das ist auch, es gibt wirklich Leute, die dann sagen, ja, ich weiß gar nicht, was du hast.
Speaker: Also woanders spreche ich ja schon viel mehr Text die Stunde.
Speaker: Und so.
Speaker: Also da sind auch manche Leute nicht mehr bereit zu arbeiten.
Speaker: Die Zeit ist nicht da.
Speaker: Es soll schnell gehen, soll viel Geld schnell bringen und sowas.
Speaker: Also...
Speaker: muss ich leider sagen, es ist viel liebloser geworden.
Speaker: Und das ist auch so ein Argument.
Speaker: Also ich versuche da, oder viele von den alten etablierten Kollegen versuchen dagegen irgendwie zu kämpfen oder zu informieren und sagen, wir dürfen nicht schlechter werden, weil wenn die Qualität der Synchros immer schlechter wird, dann ist der Schritt zur KI auch nicht mehr weit.
Speaker: Ja, das ist natürlich eine wundervolle Überleitung.
Speaker: Es ist schon wichtig, Qualität zu produzieren, aber
Speaker: Gerade im Zeitalter der ganzen Streamer und schnell, schnell und billig wird es immer, immer schwieriger.
Speaker: Nein, aber ich finde auch eben also mit eh okay oder ganz, ganz durchschnittlich, aber tut keinem weh, finde ich, haben wir keine Argumentationsbasis, dass die Branche oder das Gewerken in Menschenhand bleiben sollte.
Speaker: Absolut.
Speaker: Bevor wir zur KI übergehen, weil wir wissen beide, dass wir dort noch hingehen werden, heute habe ich tatsächlich noch eine Frage, nämlich wie, gibt es diesen Lerntransfer, den du erfahren hast, heute noch in irgendeiner Form, wenn eben ge-x wird, wenn alles so viel schneller gehen muss?
Speaker: Ich persönlich habe ja auch vor 10, 12 Jahren einfach die Leute wirklich genervt, die ich als die Meisterinnen in dem jeweiligen Genre empfunden habe und gesagt habe,
Speaker: teach me, kann ich Unterricht bei dir nehmen?
Speaker: Ich würde gerne lernen, wie du das machst, weil du machst das richtig toll.
Speaker: Und ein paar haben gesagt ja, ein paar haben gesagt nein.
Speaker: Aber gibt es sowas noch im Synchron?
Speaker: Kriegst du das mit?
Speaker: Also nicht so viel ich weiß.
Speaker: Also das ist so schade.
Speaker: Also A, schon alleine
Speaker: das ist von dir ja total proaktiv schon gewesen, also wirklich geh hin und teach me, also das machen glaube ich wenige, aber allein dieses Drinsitzen, also dabei zu seinem Atelier, während Kolleginnen sprechen, schon das hilft dir ja, also da würdest du ja schon viel lernen und das hilft auch total, finde ich, sich selbst einzuordnen, also es gibt ja so ein paar Kolleginnen, die
Speaker: die halten sich schon für die allerschärfsten und denken, sie sind die allertollsten.
Speaker: Und die haben aber auch keinen Vergleich.
Speaker: Weil die sprechen halt auch genau diese Produktionen, die ganz schnell, naja, so hingesprochen werden, sage ich jetzt mal.
Speaker: Und wo auch niemand da sitzt und auf Qualität achtet.
Speaker: Und wenn die dann wirklich bei High-Class-Produktionen sind, denken sie,
Speaker: was will denn der oder die Regisseurin jetzt von mir?
Speaker: Wollen die hier Kunst machen oder sowas?
Speaker: Also es ist teilweise wirklich negativ auch geprägt und denen würde das total helfen.
Speaker: Also wenn die mit etablierten Leuten im Studio sitzen und sich mal selbst einordnen und merken, ach so, also A, müssen auch etablierte Kollegen...
Speaker: den Teg vier, fünf, sechs, sieben Mal machen, bis er sitzt.
Speaker: Und das ist auch normal und das ist auch total normal und gut ist, dran zu arbeiten.
Speaker: Und manchmal muss man halt zwei, dreimal reinhören, um auch diesen Zwischenton zu hören und den dann zu erwischen.
Speaker: Das ist so ein bisschen verloren gegangen.
Speaker: Und der zweite Faktor ist, dass
Speaker: ich glaube auch keiner Zeit hat auszubilden.
Speaker: Also wir haben eine Zeit lang, gab es mal Regie so ein bisschen und da wurden Mentoren gesucht, Regiekolleginnen halt, die ausbilden und da haben ganz viele gesagt, ich habe einfach nicht die Zeit dafür.
Speaker: Also
Speaker: Verstehe ich, weil Synchron ist ja doch ein sehr zeitaufwendiges Geschäft, verglichen jetzt mit Werbe- oder Doku-Sprecher oder so.
Speaker: Ja, das stimmt.
Speaker: Da bist du ja sehr punktuell, da ist die Jagd nach dem nächsten Auftrag ein viel größerer.
Speaker: Beim Synchron bist du ja fast...
Speaker: wie regelmäßig beschäftigt, wenn du eine wiederkehrende Rolle hast und eine Serie vielleicht lange läuft oder so.
Speaker: Dann hast du zumindest irgendeine Form von Sicherheit.
Speaker: Ja, Sicherheit.
Speaker: Genau, du bist zumindest kontinuierlicher beschäftigt.
Speaker: Aber klar, dann hast du natürlich keine Zeit oder weniger Zeit, um das Wissen weiterzugeben, wie auch immer.
Speaker: Aber ich kann wirklich nur jedem raten,
Speaker: Setzt euch hinten rein.
Speaker: Geht in die Ateliers, fragt einfach nach und guckt einfach zu.
Speaker: Also...
Speaker: Also in manchen Produktionen ist es nicht erlaubt, weil alles, was ja irgendwie Security-mäßig oder, weiß ich jetzt, die coolen Serien und Filme, da darf man nicht zugucken.
Speaker: Ich wollte gerade sagen, das ist jetzt alles sehr hinter verschlossenen Türen geworden.
Speaker: Sehr, sehr streng geworden.
Speaker: Oder auch mit NDAs.
Speaker: Ja.
Speaker: Und dass man teilweise auch nur die eigene Performance sieht, so ausgeschnitten irgendwie.
Speaker: Und den Rest darf man nicht sehen und so.
Speaker: Da haben wir uns zwar auch vor Jahren schon gegen gewehrt und haben gesagt, also so können wir nicht arbeiten.
Speaker: Also es gibt Produktionen, da siehst du halt Rotoskop heißt das, da siehst du nur den Mund.
Speaker: Aber ich brauche schon die Augen und ich brauche das Gesicht und ich muss auch wissen, was passiert.
Speaker: Rennt sie durch die Gegend, liegt sie auf dem Bett, springt sie von einem Hochhaus?
Speaker: Also das kommt ja alles in das Spiel mit rein.
Speaker: Aber es ist zum Glück sehr selten geworden.
Speaker: Heute siehst du deine Schauspieler ganz oft im Ganzen und der Rest ist geblurrt zum Beispiel.
Speaker: Genau.
Speaker: Aber es gibt ja noch ganz viele Daily-Business-Produktionen, die nicht streng geheim sind und wo man einfach zugucken kann.
Speaker: Und das sollte, finde ich, jeder, der einsteigt in diese Branche, wirklich nutzen.
Speaker: Weil das ist ja kostenloser Schauspielunterricht eigentlich.
Speaker: Man muss ja nur ein bisschen...
Speaker: Ja, man muss sich mal trauen zu fragen und man muss auch okay damit sein, von drei, vier erstmal abgelehnt zu werden.
Speaker: Nein, keine Zeit, kein Bock, wir wissen es überhaupt.
Speaker: Und dann irgendwann sagt schon jemand ja.
Speaker: Ja, und man muss aber auch die Initiative ergreifen einfach.
Speaker: Und zu sagen, okay, ich opfere auch diese Zeit.
Speaker: Also opfern in Anführungsstrichen.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Fein, aber dann lass uns zum zum zum bösen Thema kommen.
Speaker: Elefanten-Elefanten-Elefanten.
Speaker: Ja, wir wissen es alle, das brauchen wir auch unserer ZuhörerInnen-Schaft nicht erzählen.
Speaker: KI bedroht unsere Branche seit ein paar Jahren und wir versuchen uns auf allen möglichen Ebenen zu wehren, aufzuklären, Gesetze zu forcieren und so geltendes Recht.
Speaker: Ja, umzusetzen, ne?
Speaker: Danke, umzusetzen und so.
Speaker: Aber tatsächlich, was du jetzt gemacht hast, zusammen mit ein paar anderen, ist, ihr habt euch mit ein paar anderen bekannten deutschen Synchronstimmen, ihr habt euch zusammengetan und ein Video gemacht, das dann viral gegangen ist, indem ihr auf...
Speaker: die Prozesse und Entwicklungen in der Synchron- und Sprecherbranche hingewiesen habt.
Speaker: Und außerdem habt ihr dann auch noch eine Petition gestartet, zusammen mit dem Verband Deutscher SprecherInnen.
Speaker: Erzähl mal ein bisschen, wie kam es dazu und was ist seitdem passiert?
Speaker: Ja, also wie du ja schon gesagt hast und im VDS, also
Speaker: Wir kümmern uns ja schon eine ganze Weile darum und gucken, was können wir denn tun und haben halt immer wieder gemerkt, es fehlt dann Aufmerksamkeit.
Speaker: Also viele, viele Leute wissen gar nicht darüber Bescheid oder tun das so ein bisschen ab und sagen, naja gut, komm, dann ist die Synchronenbranche halt jetzt bedroht, aber naja, ist schade drum, aber was stört es denn mich?
Speaker: Und vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass wir alle als Gesellschaft von KI bedroht sind.
Speaker: Also KI hat ganz viele tolle neue Sachen, aber auch ganz viele Sachen, die eben nicht toll sind und die auch einfach gefährlich sind, wenn sie unreguliert einfach in diesen Markt geworfen werden.
Speaker: Und dann haben wir gemerkt, dass es ja ganz viele Fans, Synchronfans auch gibt, gerade im Anime-Bereich und auf den Cons und
Speaker: Es gibt ja zwei Kollegen oder mehrere KollegInnen, die sehr aktiv auch in den Social Media Kanälen unterwegs sind.
Speaker: Und die haben unfassbar viele Follower und Fans, die wirklich die Treue halten und immer wieder sagen, nein, was ihr macht, ist total wichtig und eure Emotionen und wir verbinden damit was.
Speaker: Und dann haben wir uns gedacht, das müssen wir doch eigentlich nutzen.
Speaker: Und die Social Media Fans, die haben wir ja schon auf unserer Seite.
Speaker: Und dann habe ich mir gedacht, ja, wir brauchen aber die Leute da draußen, in Anführungsstrichen, denen gar nicht bewusst ist, dass synchronisiert wird.
Speaker: Und eine befreundete Filmemacherin, die hat mir gesagt, also obwohl sie aus dem Metier kommt, hat gesagt, du, ich weiß ganz genau, dass nicht jeder amerikanische Schauspieler oder alle anderen Deutsch sprechen, aber mir war nie bewusst, dass eine ganze Industrie dahinter steckt.
Speaker: Und dann hat sie sich das so angeguckt und sie hat gesagt, und weißt du, die meisten Menschen da draußen, die wissen das gar nicht.
Speaker: Und dann haben wir überlegt, was können wir dann eigentlich so machen und durch Zufall haben dann unsere italienischen Kolleginnen ein Video rausgebracht und da ich in Italien gelebt habe und viel noch in Italien bin, habe ich das halt gesehen und auch verstanden und dachte, ja, guck mal, das ist es, auf den Punkt gebracht und das machen wir auch.
Speaker: Und dann war das so eine, naja, eigentlich ehrlich gesagt fast so eine Schnapsidee.
Speaker: Irgendwie habe ich in die eine Gruppe reingeschrieben, dann schrieb noch ein anderer Kollege, das wäre doch toll, wenn man sowas hier auch machen würde oder ganz europäisch.
Speaker: Und dann habe ich gesagt, ja, ich kann es gerne organisieren.
Speaker: Wer von euch ist denn dabei?
Speaker: Weil die Leute sind ja schnell dabei, so Ideen in den Raum zu werfen, aber umsetzen tun es dann wenige.
Speaker: Und dann haben sich wirklich erstaunlich viele auch gemeldet und dachte ich, na gut, dann muss ich euch jetzt auch festnageln.
Speaker: Und dann haben wir das wirklich innerhalb von einer Woche auf die Beine gestellt und haben das gedreht.
Speaker: Und hatten wirklich halt, also durch Zufall auch irgendwie Connections vorher, eine ganz tolle Filmemacherin und ihr Team, die sich bereit erklärt haben, das auch umsonst für uns zu machen, mega professionell aufgezogen wurde.
Speaker: Ein anderer Freund hat es geschnitten, die Musik darunter komponiert und ja, und zack war dieses Video da und alle waren eigentlich ganz begeistert und haben gesagt, komm, wir schicken sie in die Welt und gucken, was passiert.
Speaker: Und dann ist es wirklich unfassbarerweise so völlig viral gegangen.
Speaker: Und was mich noch mehr freut, ist, dass die Presse komplett drauf eingestiegen ist.
Speaker: Also wir haben es über eine Presseagentur zwar gestreut, es ist an die dpa und alle anderen Kanäle irgendwie gegangen.
Speaker: Und wir dachten, naja, das Thema Synchron ist ja immer so ein bisschen, ich habe jahrelang den Deutschen Synchronpreis organisiert und es war jedes Jahr irgendwie ziemlich krampfig.
Speaker: Presse da an den Start zu kriegen.
Speaker: Außer ein paar wenige, die gesagt haben, oh ja, das interessiert uns.
Speaker: Aber die große Masse war immer, okay, welche Stars laufen über den Teppich?
Speaker: Wen kennen wir?
Speaker: Ach, niemanden?
Speaker: Naja, nee, dann nicht.
Speaker: Also jahrzehntelang war Synchron ja immer so das Stiefkind vom Film.
Speaker: Also wer es beim Film nicht geschafft hat, der landet im Synchron.
Speaker: Corona hat das Ganze so ein bisschen verändert.
Speaker: Plötzlich gibt es ganz viele SchauspielerInnen, die gerne synchronisieren würden.
Speaker: Ja, weil es sonst nichts zu tun gab.
Speaker: Seid ihr also auch auf die Party?
Speaker: Ja, ja, ich, ja, ja.
Speaker: Ja, ein bisschen.
Speaker: Alles klar, ja.
Speaker: Ja, und deswegen war ich also umso erstaunter eigentlich und das hat mich umso mehr gefreut, dass die Presse
Speaker: wirklich breit gestreut, also von Printmedien über wirklich Nachrichtenjournale, also wirklich sich dafür interessieren, nach wie vor und Reportagen darüber machen.
Speaker: Also es ist immer ein bisschen schade, dass man sagt, also ich sage es denen auch immer, komisch, erst jetzt, wo Synchron droht, abgeschafft zu werden, da interessiert ihr euch plötzlich für uns, ne?
Speaker: Also...
Speaker: Ja, dann schmunzeln immer alle so ein bisschen, aber de facto ist es leider so.
Speaker: Aber was soll's?
Speaker: Wie man die Aufmerksamkeit bekommt, egal.
Speaker: In der aktuellen Situation bin ich, wie sagt man da, springe ich, nein, springe ich nicht über meinen Schatten, lege ich mein Ego gerne ab oder so.
Speaker: Achso, ja, du, absolut gut.
Speaker: Nein, also da nehme ich jede Aufmerksamkeit gerne.
Speaker: Ja, das hat auch wirklich ja gar nichts mit Ego zu tun oder so, sondern es ist ja egal.
Speaker: Also jeden, den wir darauf aufmerksam machen können und
Speaker: umso besser.
Speaker: Und wir haben auch super positives Feedback, also auch von den Journalistinnen, die mit uns die Interviews führen oder die drehen.
Speaker: Also auch die hat man manchmal das Gefühl, dass auch denen jetzt erst bewusst wird, dass wir da ja alle im selben Boot sitzen.
Speaker: Also dass ja auch deren Jobs bedroht sind.
Speaker: Und das ist ganz spannend, also dass uns in einer Nachrichtenredaktion auch erzählt haben, ja, dass der Redakteur
Speaker: das schon gerne alles mit KI machen würde.
Speaker: Oder beim Radio hat uns einer auch erzählt, dass sein Chef irgendwie sagt, ich habe ja genug Material von dir, dann kann ich das jetzt alles nur noch eingeben und dann musst du gar nicht mehr herkommen.
Speaker: Und auch die schreibenden Journalistinnen, die sind ja
Speaker: Ja.
Speaker: Die haben wir auch weiter gefasst, dass die gesamte Kunst da enthalten ist, weil wir eben genau wollen, dass all diesen Bereichen klar wird, dass sie bedroht sind und dass auch der Politik im besten Fall klar wird, wie viele Bereiche, wie viele Menschen, wie viel Kultur da wirklich bedroht ist und dass das gehandelt werden muss.
Speaker: Ich habe auch das Gefühl, es ist, aber es deckt sich ja auch mit deiner Beobachtung, das Synchron so als gegeben, das wird so als gesetzt empfunden und es wird nicht wertgeschätzt, klingt so blöd, aber es ist halt da und man nimmt es gerne mit, aber so
Speaker: Wie du das jetzt beschrieben hast, empfinde ich das auch oder kriege ich das auch mit, dass jetzt bei, wie du sagst, Journalisten, bei Filmemachern, bei AutorInnen und so weiter, langsam erst der Groschen fällt, hey, Moment mal, dass nach dieser anfänglichen
Speaker: wow, it's magic, wir können jetzt irgendwie alles damit und so eine gewisse Ernüchterung auch von der Industrieseite eintritt und gleichzeitig aber schon der wirtschaftliche Druck einfach da ist, mach mal was damit, weil die haben uns versprochen, dass das alles viel schneller, besser, härter und effizienter macht.
Speaker: Und dann probiert man da so ein bisschen rum und merkt, ja, so mittelmäßig, aber es ist halt schon viel billiger und so und dann wackelt der.
Speaker: Aber ist das so?
Speaker: Das ist ja die Frage.
Speaker: Ist es wirklich billiger und effektiver?
Speaker: Also zumindest im Synchronbereich ist uns diese Frage noch nicht beantwortet worden.
Speaker: Und ich wage mich jetzt mal so weit hinaus und sage, es ist nicht schneller und billiger.
Speaker: Cool.
Speaker: Kannst du das begründen?
Speaker: Und da machen wir etwas, weil es mich natürlich freut zu hören.
Speaker: Ja, also ist jetzt überhaupt nicht in breiter Masse fundiert.
Speaker: Aber so die ersten Tests und was man so gesehen hat oder wenn Sachen ausprobiert werden, kriegen wir so hintenrum ein bisschen mit, dass es viel, viel länger gedauert hat, als gesagt wird.
Speaker: Und ich habe so das Gefühl, also wir fallen ja da auch ein bisschen auf die Werbestrategien der Tech-Unternehmen rein.
Speaker: Also das ist ja wirklich so von denen forciert, dass sie sagen, Akaize übrigens ist das Geilste, was es überhaupt gibt und das löst alle eure Probleme, egal in welcher Form und es wird billiger und schneller und toller.
Speaker: Und ich habe so das Gefühl, dass alle das ungefragt einfach glauben.
Speaker: Also weiß ich nicht, wie früher eine Werbung, also heutzutage glauben wir der Werbung ja auch nicht mehr zum Glück.
Speaker: Anfang der 80er hat man... Ja, weil es nämlich nicht in der Werbung im Werbeblock läuft, sondern in den Nachrichten.
Speaker: Das ist, glaube ich, der große, in Anführungsstrichen, Fehler oder geniale Schachzug der Tech-Branche.
Speaker: Es ist meiner Meinung nach auch der beste Sales-Pitch, den ich seit dem Internet irgendwie mitbekommen habe.
Speaker: Absolut.
Speaker: Und alle sind erstmal darauf eingestiegen, relativ unkritisch und gesagt, wow, okay, jetzt geht's, neuer Schwellenmoment irgendwie, keine Ahnung.
Speaker: Ja, völlig unkritisch, auch die Politik.
Speaker: Also man hört ja immer wieder dieses Argument, wir dürfen den technischen Anschluss nicht verlieren.
Speaker: KI bedeutet Innovation.
Speaker: Aber bedeutet sie das wirklich?
Speaker: Also ich meine, die hat alles geklaut, was es im Netz gab, alles Menschengeschaffene eingesaugt, verarbeitet es neu, bearbeitet es mit ihren Algorithmen und spuckt es wieder aus.
Speaker: Ist das Innovation?
Speaker: Also ich glaube nicht.
Speaker: Die gibt ja nur wieder, was bereits besteht.
Speaker: Genau, es ist auch nicht kreativ.
Speaker: Also es kann abwandeln und neu zusammensetzen, aber nichts Genuines, Neues meines Wissens nach schaffen.
Speaker: Ja, ich sehe das auch so.
Speaker: Und ich glaube am Anfang, also solange, weil es ist ja wie so eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, die ersten Neuwürfelungen, die sind noch neu, die sind vielleicht interessant und die gab es so noch nicht.
Speaker: Weil noch keiner auf die Idee gekommen ist, das so zusammenzusetzen.
Speaker: Aber es läuft sich ja irgendwann tot.
Speaker: Also irgendwann hast du ja die Möglichkeiten durch und dann merkst du ja, dass es ein Abklatsch ist.
Speaker: Erstens und zweitens, sie ist auch jetzt schon hinlänglich bewiesen, dass sie tatsächlich, wenn etwas nicht eintrainiert wurde, dann können sie es nicht darstellen.
Speaker: Woher auch?
Speaker: Sie haben es nie gelernt.
Speaker: Also wenn du ein, keine Ahnung, was Menschen halt mit ihrer Fantasie
Speaker: an ganzen Welten erfinden können, neue Sprachen, keine Ahnung, ich denke jetzt an Tolkien und Herr der Ringe und so weiter, das wäre damit nicht möglich, weil es nur eine Abstraktion dessen, was es schon eintrainiert bekommen hat, neu zusammensetzen und wiedergeben kann.
Speaker: Ja, und deswegen sehe ich das auch nicht als das neue, tolle Tool,
Speaker: Also es gibt sicher Bereiche, da funktioniert sie super und wo sie den Menschen unterstützen kann mit stupiden, repetitiven Aufgaben, soll das bitte die KI machen.
Speaker: Also Daten analysieren kann kein Mensch so schnell, wie es die KI kann.
Speaker: Soll sie machen, da wo sie sinnvoll ist oder in der Medizin oder was es nicht alles für tolle Sachen gibt, wo die KI uns wirklich unterstützen kann, da soll sie das machen.
Speaker: Aber im künstlerischen, im kreativen Bereich, finde ich, da hat sie nichts zu suchen.
Speaker: Also es ist auch einfach, das Missbrauchsrisiko ist einfach viel zu hoch auch.
Speaker: Da finde ich es immer erstaunlich oder auch erschreckend, wie unkritisch damit umgegangen wird.
Speaker: Also auch von Politikseite, also dass man wirklich diesem Narrativ der Tech-Unternehmen folgt und sagt, das ist Innovation und dem müssen wir blind folgen.
Speaker: Und jeder, der das irgendwie mit Regulierungen, mit Gesetzen einengen will, der ist unser Feind.
Speaker: Also die haben es nicht verstanden.
Speaker: Ja.
Speaker: Und das ist so blauäugig, finde ich.
Speaker: Und ich war gestern auf einem Panel mit einem Studentenfilmfestival, sehr interessant, mit jungen Filmemacherinnen.
Speaker: Und das war total toll.
Speaker: Da waren zwei junge Filmemacher dabei, die auch eigene Firmen gegründet haben, die diese KI auch nutzen und auch erzählt haben, was für tolle Möglichkeiten es heute gibt, die natürlich viel Geld sparen, wie du deine Ideen ausprobieren kannst, ohne wochenlang mit viel, viel Geld...
Speaker: Konzepte zu erarbeiten, sondern in drei, vier Stunden kannst du dir halt deine Idee bildlich irgendwie zeigen lassen, die aber auch ganz eindeutig davor gewarnt haben und gesagt haben, aber wir müssen es regulieren und es muss ethisch bleiben und es ist ein Tool, was uns unterstützen darf, aber auf gar keinen Fall ersetzen.
Speaker: Also...
Speaker: Ich glaube, es ist, so fühlt es sich für mich zumindest an, krasser Wirtschaftspopulismus.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Es ist wirklich, ja, weil es fühlt sich so an, wie wir stehen gerade politisch und gesellschaftlich und auch wirtschaftlich vor ganz, ganz großen, komplexen Fragen.
Speaker: Und jetzt kommt einer um die Ecke und sagt, hey,
Speaker: Ich habe hier die Antwort auf alle diese Fragen.
Speaker: Du musst einfach nur... Und die Politiker sind dann so dankbar, weil sie halt keine Antworten auf diese komplexen Probleme haben.
Speaker: Und dann nehmen sie halt das Erstbeste.
Speaker: Aber probieren wir es damit.
Speaker: Er hat gesagt, das soll irgendwie alles regeln.
Speaker: Aber...
Speaker: Anstatt irgendwie mal fünf Minuten darüber nachzudenken, was das tatsächlich für wirtschaftliche Folgen hat, ganz konkret in jedem Land.
Speaker: Es ist wirklich bescheuert, weil es ja wirklich viele, viele mittelständische Berufe gibt.
Speaker: bedroht, zu ersetzen droht.
Speaker: Und die dann nicht nur nicht mehr einzahlen, steuern ins Sozialsystem und so weiter, sondern dann auch noch die Hand aufhalten und zwar zu Recht, weil sie die letzten 10, 20, 30 Jahre alle eingezahlt haben.
Speaker: Und wir haben uns auf diese Spielregeln geeinigt.
Speaker: Also bitte
Speaker: Also eine doppelte Belastung eigentlich.
Speaker: Und wir machen uns systematisch, egal in welchem Bereich, auch jetzt, wenn ich sage, ja, der soll meine Steuerberatung machen, tut mir leid, liebe Frau Steuerberater.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Nein, aber selbst die möchte ich eigentlich nicht, diese Wirtschaftsleistung möchte ich eigentlich nicht ins außereuropäische Ausland abschieben, wo die
Speaker: eben kein Beitrag zur Wirtschaft und zur Renten und Sozialkasse und so weiter getätigt wird.
Speaker: Da finde ich es auch erschreckend, dass es nicht gesehen wird.
Speaker: Also die EU selber hat Anfang des Jahres eine Publikation herausgegeben, wo beziffert wird, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft acht Millionen Menschen beschäftigt.
Speaker: Und das ist sogar eine Wertschöpfung von 457 Milliarden Euro.
Speaker: Und da ist man jetzt so ohne weiteres einfach bereit, das aufzugeben.
Speaker: Und das an Tech-Unternehmen weit außerhalb Europas, in Ländern, die, weiß ich nicht, wo die Demokratie vielleicht jetzt gerade nicht die stabilste ist oder wird, muss man ja leider sagen.
Speaker: Also das finde ich so...
Speaker: So blind und andere Studien wiederum sagen auch in den nächsten Jahren, was in der Musik, Film, Synchronwirtschaft an Einnahmen, Einbußen stattfinden wird, wenn das so weitergeht.
Speaker: Und das bedeutet ja auch, dass dieser Anreiz fehlt, dass junge Menschen diesen Beruf ergreifen werden.
Speaker: Also wenn du jetzt schon weißt, dass du von dem Beruf nicht leben kannst, dann werden denen immer weniger Leute ergreifen.
Speaker: Und dann wird doch das Ganze, dann geht ja auch die Kreativität verloren, mit der am Ende die KI ja gefüttert wird.
Speaker: Und dann bleiben wir auf diesem Status Quo.
Speaker: Also dann kommt ja nichts Neues mehr rein.
Speaker: Nee, dann wird es schlimmer.
Speaker: Dann gibt es synthetischen Inzest.
Speaker: Was ja wieder ganz schön wäre, weil dann droht ja der Modell Kollaps.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Aber das ist ja das Schöne.
Speaker: Also ich finde, wenn wir dahin kommen, dann ruiniert sich die KI ja selbst und dann haben wir das Problem ja, glaube ich, gelöst.
Speaker: Ja, ich habe auch so ein bisschen die Hoffnung, dass je mehr, also momentan ist ja alles, was diese KI so erstellt, ob es jetzt im Synchronbereich, diese ersten Synchronfassungen von KI, die sind einfach nur schlecht.
Speaker: Alles, was man auch, es gibt ja ganze AI-Movies schon oder was auch Texte und das ist ja immer Durchschnitt, das ist ja so plump, das ist ja nichts Tolles.
Speaker: Also der eine junge Regisseur hat gestern gesagt, naja, dann lasse ich mir so eine Synopsis von der KI von ChatGBT erstellen und dann lese ich mir das durch und sage, ja genau das mache ich nicht.
Speaker: Also es ist schon so das Testorgan, was will ich nicht.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und wollen wir das?
Speaker: Soll das alles so eine Soße, so plump und Durchschnitt sein?
Speaker: So wiedergekautes Zeug eigentlich?
Speaker: Ja, das ist halt der Mittelwert.
Speaker: Das ist einfach der Mittelwert.
Speaker: Und der ist genau das, durchschnittlich.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich finde ja auch schön, dass du sagst, das wäre dann erstrebenswert oder das wäre dann schön sozusagen digitaler Kollaps und Degeneration des Outputs durch künstlichen Inzest.
Speaker: Aber die Frage ist, wie schnell geht das?
Speaker: Und leben wir dann schon eben in einer, sage ich jetzt mal, Kunst und Kultur Mad Max Welt?
Speaker: Also sind wir zwei dann schon, haben dann schon so ein Bad und sitzen auf der Brütsche vor dem Haus und sagen, ja, damals.
Speaker: Und es gibt aber keinen mehr, der es macht oder der...
Speaker: Ja, dann würde, glaube ich, ein riesiges Stück fehlen.
Speaker: Ich hoffe, das geht schneller.
Speaker: Ich hoffe es auch.
Speaker: Und ich hoffe auch, dass sich die Menschen auch schneller darauf besinnen und vielleicht das Bestehende plötzlich auch wieder mehr wertschätzen.
Speaker: Also das Revival von Vinyl hätte sich doch auch keiner vorgestellt.
Speaker: Und ich finde, es gibt ja schon erste Tendenzen, also auch wenn man sich die ganzen Kommentare in der Petition durchliest und auch auf Social Media, das ist toll, also es ist wirklich Wahnsinn, wie wertschätzend die Menschen sind.
Speaker: wenn du merkst, wie viel Emotionen da auch mit Stimmen verbunden wird, mit Kunst, mit Schauspiel, auch mit bildender Kunst, also dass die Menschen damit wirklich was verbinden, das ist schon toll zu sehen.
Speaker: Und ich hoffe, dass die Menschen halt zurückgehen und also auch merken,
Speaker: Ich will den menschgemachten Film mir angucken.
Speaker: Ich will das menschgemachte auf mich wirken lassen.
Speaker: Und es gibt ja echt erste Hoffnungsschimmer, dass auch große Player, Crunchyroll hat ja gerade irgendwie ein Statement rausgegeben, dass sie sich im gesamten künstlerischen Bereich weiter auf den Mensch konzentrieren werden und nicht mit der KI beschäftigen.
Speaker: Creative Input kreieren werden.
Speaker: Und da sind auch die Synchronstimmen mit eingeschlossen.
Speaker: Also das sind ja so erste Schritte, wo man die hoffen lassen.
Speaker: Und wir wissen, dass Crunchyroll schon anders drauf war.
Speaker: Deswegen an dieser Stelle kann man lobend erwähnen und darf man auch ein Name-Dropping betreiben, weil Crunchyroll sehr wohl schon die Absichten hatte,
Speaker: synthetisch zu synchronisieren als Testphase, erst mal in den Märkten, die sie noch gar nicht erschlossen haben oder nur mit Untertiteln und so.
Speaker: Aber anscheinend war da ja schon der Widerstand groß genug und das Online-Slut-Shaming
Speaker: Ja, finde ich toll, finde ich super.
Speaker: Finde ich auch toll und da sieht man auch, welche Macht wir als ZuschauerInnen in dem Fall ja auch haben.
Speaker: Also so viele Leute fragen immer, was können wir denn tun und ja, ich finde das auch furchtbar und ich finde das doof, aber was können wir denn tun?
Speaker: Und ganz kurz für alle, die nicht Manga und so affin sind, also Crunchyroll ist der größte, der weltweit größte Manga und Anime Produzent im Comic-Bereich, also im Zeichentrick-Bereich sozusagen.
Speaker: Und da ist natürlich die Fanpage sehr, sehr groß.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Also es ist nicht irgendwer, sondern wirklich, weiß ich nicht, das Disney von Manga oder so.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Richtig, richtig großer Player auf jeden Fall.
Speaker: Und ich glaube, auch die haben einfach gemerkt, weil die Fans denen aufs Dach gestiegen sind.
Speaker: Also weil gerade die Manga- und Anime-Fans, die sind so treue Seelen, das ist so toll.
Speaker: Und die wollen halt auch diese Qualität und die wollen diese Menschlichkeit.
Speaker: Also in Japan sind die Anime-Sprecher Popstars.
Speaker: Die füllen ganze Stadien.
Speaker: Also das ist toll.
Speaker: Die haben sich auch sehr, sehr früh dazu bekannt und haben gesagt, KI für künstlerische Inhalt mit unseren Stimmen, never.
Speaker: Und deswegen hat man auch versucht, mehr in die europäischen Märkte zu gehen und zum Glück sind sie auch hier gescheitert.
Speaker: Aber um das positiv zu bewerten, habe ich auch da die Hoffnung, dass sich die Menschen auch vielleicht, je mehr KI-Schrott in Umlauf kommt, je mehr besinnen sie sich vielleicht auch darauf, dass es eben nicht alles toll ist, sondern nur mittelmäßiger Durchschnitt und
Speaker: Man versucht eben auch das wertzuschätzen, was dann vielleicht viel mehr wertgeschätzt wird.
Speaker: Oldschool, gut gemachte Sachen.
Speaker: Ja, aber mich freut es total zu hören, weil das ist so viel positives Feedback und aktive Kommunikation von der Konsumentenseite an euch jetzt in dem Fall, für die, die ihr die Petition ins Leben gerufen habt, gab, weil ich habe das nur von außen mitbekommen und da steckt man natürlich nicht drin.
Speaker: Aber das ist schön zu hören, dass die Presse da sehr wohlwollend reagiert und eben sehr,
Speaker: Ich habe es tatsächlich von der UVA-Petition, die wir letztes Jahr gelauncht haben, mitbekommen.
Speaker: Da haben Leute ungefragt begonnen, Geld zu spenden.
Speaker: Ich paraphrasiere jetzt, aber gesagt, ich hasse den Scheiß, es geht mir so auf den Sack, was kann ich tun, damit das wirklich viele Menschen, haben uns auch Videos geschickt und so, gesagt, ja, ja.
Speaker: Das ist super und auch echt lustige Sachen teilweise, wo wir sagen, hey, wir feiern das, was ihr macht.
Speaker: Macht das bitte weiter.
Speaker: Können wir irgendwas dazu beitragen?
Speaker: Können wir irgendwas dazu tun, dass es das weitergibt?
Speaker: Weil ich habe keinen Bock auf, egal welche, setzen Sie hier Ihre Lieblingsserie oder Ihren Lieblingsschauspieler ein, aus der Dose zu hören.
Speaker: Das, nee.
Speaker: Zumal es ja auch nicht gut genug ist.
Speaker: Und auch da ist es ja alles so ein Kreislauf.
Speaker: Ja.
Speaker: Also die KI kann ja nur besser werden, wenn sie mit gutem Material weiter trainiert wird.
Speaker: Und deswegen ist es so wichtig, diese Trainingsdaten zu limitieren.
Speaker: Also die ganzen Tech-Unternehmen dürfen halt nicht mehr umsonst und illegal so viele Trainingsdaten bekommen.
Speaker: Und was jetzt unseren Berufszweig angeht, ist es halt ganz wichtig, dass wir
Speaker: Ausschlussklauseln in unseren Verträgen haben und ganz aktiv selber entscheiden können, möchte ich, dass meine Stimme für KI, ob jetzt Training, Cloning oder was auch immer genutzt wird, oder möchte ich das eben nicht.
Speaker: Aber es kann nicht sein, dass wir denen helfen, dass diese ganzen Sprachmodelle besser werden, damit sie uns am Ende dann ersetzen können.
Speaker: Ja, und der Weg ist nicht, diese Diskussion zu vermeiden und zu hoffen, dass schon nichts passieren wird, weil es wäre ja nicht fair, sondern meiner Meinung und aller, der Rechtsmeinung unserer Anwälte, mit denen wir uns ja sehr viel befassen und die uns sehr viel beraten und so weiter, ist zu sagen, nee, klärt das so genau wie möglich.
Speaker: Genau definierte Nutzungsrechte, genau definierte Verträge, was darf mit den Aufnahmen geschehen, was darf mit den Daten, wer darf die, darf der die weiterverkaufen, zu welchem Zweck darf er sie weiterverkaufen.
Speaker: Je genauer das definiert und geklärt ist, desto weniger
Speaker: Und Streitigkeiten gibt es dann im Nachhinein.
Speaker: Und zu hoffen, dass sich jemand aus Fairness oder aus welchen Gründen auch immer schon daran halten wird, dass das wirklich auch nur für diese Synchronisation oder nur für diesen Werbespot oder nur für diese Doku verwendet wird, ist einfach naiv.
Speaker: Und dann im Nachhinein zu beweisen...
Speaker: Dass das weitergegeben wurde, zum Training verwendet wurde, ist wirklich, wirklich schwer.
Speaker: Leider, weil die EU im AI-Act sich hat in die Suppe spucken lassen und die Offenlegungsdaten für Trainingsmaterial verwässert hat, zu einer Zusammenfassung zusammengestrichen hat.
Speaker: Also das sind alles Dinge, die sind nicht so gelaufen, wie wir es uns als Industrie erhofft haben und wie wir auch eben Gesetzesantragsverfahren
Speaker: Ja, eben.
Speaker: So sind ja Anträge gestellt worden.
Speaker: Man hat uns ja auch das Gefühl vermittelt, wie man auch manchmal wahrscheinlich so einem Kind, ja, wir hören euch.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Aber dann liest du halt am nächsten Tag in der Zeitung, in den letzten zwei Wochen hat sich die von der Leyen viermal zum Essen mit seinem Altman getroffen und plötzlich ist der nächste Entwurf, hat dann nichts mehr von dem, was man letzte Woche noch besprochen hat.
Speaker: Also das sind ja alles Dinge, die habe ich auch persönlich mitbekommen und erlebt.
Speaker: Ich würde...
Speaker: Ich finde es toll, dass es die EU gibt und dass es diesen gemeinsamen Wirtschaftsraum gibt und dass man versucht, irgendwie auch verhältnismäßig zu regulieren und nicht so, alles super, alles fein, aber ich kann mich dann nicht darauf verlassen, dass das in meinem besten Sinne reguliert und funktioniert.
Speaker: Also muss ich selber schauen, dass ich meine Verträge und meine Kooperationsarbeiten so klar wie möglich kriege.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Da kann man sich nicht drauf verlassen.
Speaker: Also dafür ist diese Branche auch zu klein.
Speaker: Und dann heißt es ja, also auch dieses Argument immer, ja mein Gott, bei technischer Entwicklung sind immer so und so viele Jobs weggefallen.
Speaker: Ich kann es schon nicht mehr hören, der Wehnspül und der Kutscher und was weiß ich.
Speaker: Also A, finde ich, ist es jetzt wirklich was ganz, ganz anderes, weil das ist ja keine Erweiterung eines bisher bestehenden Fortschritts, sondern das ist ja wie bei Nullanfang.
Speaker: Das ist ja was ganz anderes.
Speaker: Also wir reden ja von Technologien, die den Menschen ersetzen können.
Speaker: Das gab es in der Form ja noch nicht.
Speaker: Also das jetzt immer zu vergleichen.
Speaker: Außerdem fällt ja nicht nur eine Berufszweig weg, sondern das ist ja fast jeder Berufszweig irgendwie betroffen.
Speaker: Ich habe meinen Kindern zwar gesagt, sie sollen Handwerker werden, weil das sehe ich noch nicht, dass die Roboter so schnell deine Wand malern können.
Speaker: Wollte keiner.
Speaker: Also will ich jetzt auch niemanden vorwerfen.
Speaker: Aber ich würde sagen, die Jobs sind relativ safe.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Na, tatsächlich.
Speaker: Der ist jetzt nicht von mir, der gute Tim Friedlander, der US-UVA-Präsident für den englischsprachigen Raum, sagt immer, Henry Ford hat nicht allen Kutschern die Pferde geklaut und sie ihnen als Einhörner zurückverkauft.
Speaker: Ja, sehr schön, genau.
Speaker: Es ist eben genau da hinkt der Vergleich.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Deswegen, ja, das passt total und es entkräftet auch alles, was Tech-Evangelisten an dieser Stelle da gerne sehen oder hören würden.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Ja, soviel dazu.
Speaker: Deswegen arbeiten wir dran und es ist total toll, dass wir das Publikum, die Zuschauenden auf unserer Seite haben, weil man merkt auch,
Speaker: Die wollen das ja auch nicht über sich ergehen lassen.
Speaker: Und ich glaube, es ist so wichtig, dass man den Leuten etwas an die Hand gibt.
Speaker: Zu sagen, guck mal, wir kämpfen hier gemeinsam drum und ihr, jeder Einzelne, kann wirklich was tun.
Speaker: Also ihr könnt euren Unmut darüber kundtun.
Speaker: Und ihr könnt nicht nur den Produzenten, also sich hinzusetzen und eine Mail zu schreiben und zu sagen, finde ich jetzt doof, das erfordert ja nochmal mehr Kraft.
Speaker: Und das machen, glaube ich, nicht so viele.
Speaker: Aber je mehr Leute das machen und auch so kleine Erfolge wie die Serie Murder Resist
Speaker: die aufgrund von superschlechten Publikumsrezensionen und Beschwerden sofort wieder vom Sender genommen wurden.
Speaker: Wirklich?
Speaker: Ja, sofort.
Speaker: Und es ist auch kaum noch was im Netz davon zu finden.
Speaker: Okay, spannend.
Speaker: Ja, aber falls sich jemand fragt, ich werde auf jeden Fall die Petition in den Shownotes verlinken, selbstverständlich.
Speaker: Und wenn man etwas tun kann, dann...
Speaker: seid lästig.
Speaker: Richtig.
Speaker: Seid lästig.
Speaker: Meckert.
Speaker: Meckert auf den Kanälen der Provider, wo ihr diese Art von Content seht, wo ihr diese Art von, ja, was ihr halt nicht sehen wollt.
Speaker: Das kann man, dafür ist Social Media auch da und gut, dass auch der kleine Mann oder die kleine Frau jetzt mal hier, weiß ich nicht, dem Großkonzern sagen kann,
Speaker: Nee, mag ich nicht und finde ich scheiße.
Speaker: Das kann man durchaus machen und das fühlt sich auch gut an.
Speaker: Absolut, finde ich auch.
Speaker: Wie geht es denn jetzt weiter?
Speaker: Also die Petition läuft und die wird dann irgendwann im Bundestag besprochen werden müssen?
Speaker: Ja, also wir sind schon bei dem ersten Quorum, das haben wir schon sehr schnell erreicht, dass es jetzt Statements von den Bundestagsabgeordneten geben wird, kann.
Speaker: Wir sind aber parallel auch dran, schon vorab, also nach Ablauf, die läuft aber offiziell noch fünf Monate, glaube ich.
Speaker: Danach, wenn sie so und so viel Stimmen erreicht hat, muss sie im Ausschuss des Bundestags dann besprochen werden.
Speaker: Wir forcieren das jetzt gerade noch ein bisschen, dass wir sagen, wir möchten so eine Anhörung im Bundestag.
Speaker: Also wir möchten wirklich das jetzt auch mal live vorbringen können.
Speaker: Wir möchten da einfach mal von unserer Sicht darauf hinweisen, von KünstlerInnen-Sicht.
Speaker: Also da sind ja mittlerweile so viele, also wir werden auch angesprochen eben von anderen Bereichen,
Speaker: die jetzt gar nicht nur die sprechende Kunst betreffen.
Speaker: Und ja, dann gucken wir mal.
Speaker: Also wenn sie merken, da gehen jetzt aber ganz schön viele Menschen auf die Barrikaden, dann kann man sich nicht mehr wegducken.
Speaker: Und im besten Fall haben wir jetzt auch gerade, mal gucken, was jetzt die Regierungsfindung hier macht, aber Parteien, die vielleicht grundsätzlich etwas konservativer eingestellt sind,
Speaker: die haben ja vielleicht auch mehr einen Blick drauf, dass eben nicht alles nur, weil es neu und vermeintlich innovativ ist, besser ist, sondern dass alte Werte auch Bestand haben müssen und vielleicht ist auch wert, es darum zu kämpfen.
Speaker: Ja, hoffen wir das Beste.
Speaker: Ich verfolge es so mit einem Auge und bin ja auf dem Papier Deutscher und wähle auch in Deutschland.
Speaker: Ach, sehr brav.
Speaker: Ja, natürlich, natürlich.
Speaker: Ja, wir drücken die Daumen.
Speaker: Also zum Zeitpunkt der Aufzeichnung ist noch nichts fix.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Und genau.
Speaker: Gucken wir einfach mal.
Speaker: Also es ist ja, die Hoffnung stirbt zuletzt und ich finde, in Angst oder Panik zu verfallen und sagen, oh mein Gott, wir werden alle abgeschafft, ist nicht mein Weg.
Speaker: Also ich glaube, Angst ist immer ein ganz, ganz schlechter Berater und ich glaube, es ist besser aktiv, wirklich was zu tun und es zu versuchen.
Speaker: Und jetzt das Video und die Petition zeigt uns auch, dass es sich absolut lohnt.
Speaker: Also das hätte ich nie erwartet, dass es so durchschlägt und
Speaker: dass man doch als kleiner Einzelner mit ein paar Leuten um sich herum doch was bewegen kann.
Speaker: Und ja, das kann man nur den Leuten mitgeben.
Speaker: Tut was, steht auf, beschwert euch.
Speaker: Ja, das finde ich toll.
Speaker: Genau.
Speaker: Und widersprecht der Nutzung eurer Daten auf.
Speaker: Ja, ganz, ganz wichtig.
Speaker: Jetzt aktuell gerade auf Meta, also Facebook und Instagram.
Speaker: Auch eure Daten, selbst wenn ihr nichts mit der kreativen Bubble zu tun habt oder keine Ahnung, nicht Kulturjob arbeitet oder so,
Speaker: eure Bilder, eure Postings, eure Videos und so weiter sind Gold wert für Meta.
Speaker: Und die landen alle im Algorithmus, wenn ihr der Nutzung nicht widersprecht.
Speaker: Und selbst wenn, das garantiert ja auch nicht, dass es nicht passiert, aber dann hat man halt eine klare Rechtslage.
Speaker: Ich habe Nein gesagt und sie haben es trotzdem gemacht.
Speaker: Allein deshalb
Speaker: würde ich das machen, weil es gibt ja auch viele Zyniker, die sagen, ja, und die halten sich eh nicht dran und so.
Speaker: wäre jetzt der Homer-Simpson-Move zu sagen, ja, dann brauche ich es gar nicht, das versuchen.
Speaker: Ja, aber nein.
Speaker: Aber nee, ich hätte gerne schwarz auf weiß, dass ich gesagt habe, nein, und ihr habt es wissentlich und willentlich trotzdem gemacht.
Speaker: Und dann leckt sich jeder Anwalt die Finger nach dieser eindeutigen Rechtslage und sagt, sehr gerne, Herr Messe, vertrete ich ja in Wien bis vor den EuGH.
Speaker: Und das ist ein kleines, das ist so ein bisschen das,
Speaker: mein kleiner Machtbereich, in dem ich mich gut fühlen kann zumindest.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Und ich finde, das ist ja auch ganz wichtig, dass wirklich jedem bewusst wird, dass er Opfer von Deepfake sein kann.
Speaker: Also es passiert ja schon zuhauf im Netz, dass wirklich
Speaker: Es ist so schön unbescholtene Bürger.
Speaker: Ihr Gesicht wirklich in angefangen von Pornos über politischen Statements oder sonst was wiederfinden.
Speaker: Und das möchte ja keiner von uns.
Speaker: Ja, auch nicht als Werbefigur für irgendeinen Wurschtwas.
Speaker: Online, Casino, keine Ahnung.
Speaker: Es darf ja auch was Legales sein.
Speaker: Ich möchte trotzdem nicht irgendwie mein Gesicht hinhalten für irgendwen.
Speaker: Ich möchte das vor allen Dingen, genau, ich möchte das selber entscheiden.
Speaker: Und ich möchte auch nicht, dass mit meinem Gesicht, mit meiner Stimme irgendwelche Sachen gesagt werden, die ich niemals gesagt habe.
Speaker: Also das ist ja, das geht gar nicht.
Speaker: Wie ist denn das, Rania, wenn du die volle Kontrolle hättest in einer perfekten Welt, würdest du dich digitalisieren lassen?
Speaker: Wenn du alle Konditionen kontrollieren könntest?
Speaker: Also das klingt jetzt total...
Speaker: Kapitalistisch, aber also für ein paar Millionen wäre ich ja blöd, wenn ich es nicht tun würde.
Speaker: In meinem Alter, wo ich sage, das wäre aber ein schönes Zubrot zur Rente.
Speaker: Nein, aber grundsätzlich nicht, weil ich liebe ja meinen Job.
Speaker: Also ich liebe es ja zu spielen.
Speaker: Ich finde ja gerade im Synchronen finde ich das ja so toll.
Speaker: Ich kann ja an einem Tag zwei, drei verschiedene Rollen spielen.
Speaker: Wenn ich drehen würde, kann ich ja nur über Monate hinweg diese eine Rolle spielen.
Speaker: Und beim Synchron habe ich die Möglichkeit, so viele, so unterschiedliche, tolle Schauspielerinnen, Charaktere zu spielen.
Speaker: Das macht ja einfach Spaß.
Speaker: Also das möchte ich ja gar nicht hergeben.
Speaker: Ich möchte ja nicht, dass irgendjemand da sitzt, das dann am Computer eintippt und dann mit meiner Stimme so rauskommt.
Speaker: Also was mache ich denn den ganzen Tag?
Speaker: Also...
Speaker: Ja, auf deiner Veranda aus Gold sitzen.
Speaker: Ja, ich glaube, das ist eine Zeit lang schon.
Speaker: Und wie gesagt, also jetzt in meinem Alter, bis das so weit wäre, könnte ich mir das fast vorstellen irgendwie.
Speaker: Aber als junger Mensch, also möchte man immer nur auf einer Veranda aus Gold sitzen, ohne Aufgabe, ohne Ziel, ohne Sachen, an denen man dann so wachsen kann und so.
Speaker: Also das würde ich so nicht wollen.
Speaker: Ja, kann ich voll unterschreiben.
Speaker: Geht mir genauso.
Speaker: Ich sage auch immer, aber das ist doch genau das, was ich will.
Speaker: Ja, eben.
Speaker: Weil da musst du ja nicht mehr ins Studio kommen.
Speaker: Ja, aber das ist doch genau das, weshalb ich das mache.
Speaker: Ich liebe das ja.
Speaker: Das ist toll, mit Menschen.
Speaker: Lustig.
Speaker: Spaß, unvorhersehbares.
Speaker: Ja.
Speaker: Unbedingt, bitte.
Speaker: Nein, das stört mich nicht.
Speaker: Nein, das ist keine Belastung für mich.
Speaker: Nein, ich tausche nicht Lebenszeit gegen Geld, sondern es ist wirklich meine Berufung.
Speaker: Absolut.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Okay, hätten wir das auch geklärt.
Speaker: Da haben wir das geklärt.
Speaker: Ja, sehr schön, sehr schön.
Speaker: Ja, wie ist es denn, glaubst du?
Speaker: Werden wir unseren Beruf, wir sind ja ungefähr gleich alt, beide 32.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Werden wir unseren Beruf noch bis in die Rente so durchziehen können?
Speaker: Ja, wirklich schwierig.
Speaker: Ich weiß es nicht.
Speaker: Also es gibt gute Tage, es gibt schlechte Tage.
Speaker: Also am Anfang dachte ich wirklich, nee, schaffen wir nicht, weil das geht ja so exponentiell schnell.
Speaker: Also diese Entwicklung ist ja wirklich gefühlt mittlerweile aufgewachsen.
Speaker: Alle paar Tage kommt ja irgendwas Neues raus und man liest wieder was und denkt, oh Mist, das wird immer besser, das hat uns bald ein.
Speaker: Je tiefer ich in das Thema so eingetaucht bin, je mehr habe ich gemerkt, na so viel besser als noch vor ein paar Jahren ist es ja gar nicht.
Speaker: Also jetzt im Bereich Sprache.
Speaker: Andere Bereiche kenne ich mich nicht so aus.
Speaker: Also Siri klingt ja immer noch gut.
Speaker: so hölzern wie vorher.
Speaker: Und sie ist von einem Menschen eingesprochen.
Speaker: Also diese ganzen Sprachcomputer, wenn man sich irgendeinen Zeitungsartikel vorlesen lässt mit der KI, das klingt halt wie ein Roboter.
Speaker: Selbst die sehr ambitionierten Versuche, jetzt Filme damit zu synchronisieren, klingen ja nicht gut.
Speaker: Tests, die ich gesehen habe, wo Stars in Werbungen mit Star-Stimmen sprechen sollten,
Speaker: wo sehr lange daran gearbeitet wurde, es wird bis heute verschwiegen, was es gekostet hat, und das Endresultat einfach nicht gut war.
Speaker: Und das, obwohl sie ja schon seit Jahren trainieren, trainieren, trainieren.
Speaker: Und ein Bekannter hat mal gesagt, du, vor zehn Jahren haben sie auch gesagt, dass 2024 alle Autos autonom fahren werden.
Speaker: Jetzt haben wir 25, es fährt immer noch kein Auto autonom.
Speaker: Es ist auch noch kein Grund in Sicht.
Speaker: Es gibt eins, das darf mit 60 kmh auf der Autobahn autonom fahren.
Speaker: Also das wusste ich gar nicht.
Speaker: Das macht ja jetzt nicht so viel Spaß.
Speaker: Ja genau.
Speaker: Also deswegen, vielleicht geht das doch alles nicht so schnell und vielleicht ist es doch nicht so einfach, das alles umzusetzen.
Speaker: Und wenn man sich überlegt, dass es diese KI ja schon seit Jahrzehnten gibt, also in den 60ern war das ja das erste Mal groß und es immer wieder so Ups und Downs gab und die Leute, die darin investieren, ja auch zwischendurch immer keine Lust hatten, das wird ja alles nichts
Speaker: dass ich manchmal jetzt so die Hoffnung habe, dass vielleicht ist es ja wirklich diese große Bubble, wie du vorhin gesagt hast, also der beste Pitch aller Zeiten, dass man sagt, ja komm, das ist es, das brauchen wir alle und dadurch wird es so gefeatured.
Speaker: Aber also ich habe zumindest stark die Hoffnung, dass es in unserem Bereich nicht so schnell eingreift, dass sie wirklich uns ersetzen können.
Speaker: Zumal sie ja schon gemerkt haben, also am Anfang, als es vor ein paar Jahren aufkam, hieß es ja,
Speaker: Wunderbar, in der Postpro hauen wir gleich 60 Sprachen raus und dann sprechen alle Schauspielerinnen mit ihrer Originalstimme alle Sprachen.
Speaker: Und dann hat irgendjemand gemerkt,
Speaker: Achso, das geht ja nicht, weil ich kann ja nicht die amerikanische Satzmelodie mit einem deutschen Satz unterlegen.
Speaker: Das ist ja lustig, das haben wir manchmal, wenn wir amerikanische Supervisorinnen haben, die kaum Deutsch sprechen, die sitzen dann hinten drin und sagen, nein, nein, nein, du musst den Satz aber so betonen.
Speaker: Und dann geben sie diese amerikanische Sprachmelodie vor.
Speaker: Und dann sagst du, das funktioniert aber im Deutschen nicht.
Speaker: Das sagt keinem, so redet keiner.
Speaker: Du musst ja manche Sätze im Deutschen einfach ganz anders betonen, damit sie Sinn ergeben.
Speaker: Und das haben sie ja dann gemerkt.
Speaker: Das heißt, mittlerweile ist der Status quo ja, dass du jeweils Muttersprachler dann ja das deutsche, spanische, französische, whatever, Master einsprechen lassen musst.
Speaker: Das heißt, die KI bekommt ja nach wie vor dann meine Stimmführung.
Speaker: Da wird dann zwar
Speaker: die Stimme der Schauspielerin, der Originalschauspielerin raufgerechnet.
Speaker: Aber es ist ja trotzdem meine Leistung.
Speaker: Ja, ohne die es nicht möglich wäre.
Speaker: Ja, also momentan zumindest ist das nicht möglich.
Speaker: Und das ist ja auch ein Schritt in die Richtung, dass man sagt, so ohne weiteres kann man uns noch nicht ersetzen.
Speaker: Also du wirst immer SprecherInnen brauchen, die die deutsche Fassung einsprechen.
Speaker: Klar, manche sagen dann, na ja, dann nehmen sie die Leute irgendwie...
Speaker: die ganz billig sind, die es noch nicht lange machen, die sprechen das einfach dann so dahin.
Speaker: Dann haben sie die deutsche Sprachmelodie.
Speaker: Da glaube ich persönlich, das geht auch nicht, weil es geht ja um das Spiel.
Speaker: Also wir sagen ja nicht einfach nur Text auf, sondern wir spielen es ja.
Speaker: Und wenn du wieder Leute brauchst, damit es gut wird, die es auch gut spielen können, na ja gut, dann musst du mich bezahlen, weil du kriegst meine Stimmführung, meine Leistung.
Speaker: Und wenn ich dafür die gleiche Gage verlange,
Speaker: Und dann müssen sie eventuell auch noch die Originalschauspielerinnen dafür bezahlen.
Speaker: Also ich glaube, das lohnt sich dann einfach nicht mehr.
Speaker: Also die Frage, ob wirklich KI-Synchron jemals wirtschaftlich genug sein wird, wage ich gerade zu bezweifeln oder hoffe ich auch.
Speaker: Und deswegen...
Speaker: hoffe ich, dass wir damit zur Rente kommen und darüber hinaus auch.
Speaker: Ich bin auch guten Mutes.
Speaker: Ich weiß nicht, wie elitär der Markt sein wird, wie viele dann noch tatsächlich davon leben können, ob das jetzt so eine vielfältige und bunte und große Industrie ist, wie sie es heute ist oder die letzten zehn Jahre war.
Speaker: Aber ich bin mir auch sehr sicher, dass es den Beruf noch geben wird.
Speaker: nämlich, was ich ja auch schon alles gehört habe, war, ja, ja, aber wir müssen das ja auch alles barrierefrei machen und zugänglich machen für Menschen mit Behinderung.
Speaker: Und dann unterhalte ich mich mit jemandem mit Blind- oder Sehbehinderung, wie auch immer, und der sagt, Moment mal, wieso kriegen wir nur die Version zweiter Klasse aus der Dose?
Speaker: Wir sind noch viel sensibler auf Zwischentöne, auf Sprachmelodien, auf Geräusche, auf so...
Speaker: Und das ist jetzt eure Vorstellung von Inklusion und Gleichberechtigung, dass ihr den automatisierten Dosenfraß sozusagen während ihr ein Fine Dining bekommt auf Kanal 1 und wir auf Kanal 2 nur das räudige Fastfood.
Speaker: Habe ich wirklich schon so gehört und war auch total einleuchtend.
Speaker: Ja, super Argument.
Speaker: Habe ich gerade neulich auch mit einer Kollegin, hatte mich angeschrieben und hat gesagt, guck mal, also ich habe selber eine körperliche Behinderung und dieses Thema Barrierefreiheit ist total wichtig.
Speaker: Auch autistische Menschen, die da sehr, sehr feinfühlig sind, also die kommen überhaupt nicht mit KI-Stimme klar.
Speaker: Ja.
Speaker: Also es gibt ja auch da Ansätze, dass zum Beispiel die ersten Studien gibt, dass auch KI-geschriebene Texte sich nicht so gut bei uns einprägen.
Speaker: Oder wenn es eine 1 zu 1 Gegenüberstellung gibt, das automatisch die Menschen den menschgeschriebenen Text bevorzugen.
Speaker: Dass wir auch irgendwie vielleicht, also ich meine, wir sind ja auch so geprägt.
Speaker: Für uns sind ja Gesichter und Stimmen sind ja essentiell für uns Menschen.
Speaker: Also Kommunikation ist ja so, so wichtig.
Speaker: Und vielleicht
Speaker: Merkt unser Gehirn das ja auch.
Speaker: Also wenn diese Zwischentöne fehlen, also wenn es alles nur dieses geradlinige ist, ohne die wahren Emotionen dahinter.
Speaker: Und das, was jetzt immer gesagt wird, die KI schafft es ja demnächst, Emotionen zu reproduzieren.
Speaker: Aber das sind halt nur reproduzierte Emotionen.
Speaker: Also von Sachen, die bereits vorgegeben wurden.
Speaker: Außerdem sind es auch alles nur Versprechungen.
Speaker: Es sind alles nur, ja, ja, bald, gleich, gleich.
Speaker: Nächstes Update, Moment, noch eine Beta, warten wir noch, es verzögert sich noch.
Speaker: Aber das Nächste kann dann wirklich denken.
Speaker: Genau.
Speaker: Und ich warte jetzt schon lange.
Speaker: Naja, selbst die Chefin von ChatGBT hat ja vor einer ganzen Weile schon gesagt, wir befinden uns in einem KI-Winter und ChatGBT 5 wird vorerst nicht kommen, weil es nicht mehr kann als 4.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Also das sind ja auch so Sachen, wo du sagst,
Speaker: naja, ganz so schnell geht es ja dann vielleicht doch nicht.
Speaker: Genau, das wollte ich noch sagen.
Speaker: Genau, und nämlich, weil du gesagt hast, KI im Synchronen wird wahrscheinlich nie wirtschaftlich sein.
Speaker: Ich wage sogar die Behauptung, KI per se wird nie wirklich wirtschaftlich sein.
Speaker: Wenn man die milliardenschweren Subventionen und Investitionen rausrechnet und die Investoren irgendwann, hoffentlich bald, einen Return on Investment sehen wollen.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Dann, wenn dann irgendwie ChatGPT-Abo plötzlich 250 Dollar im Monat kostet, weiß ich nicht.
Speaker: ob dann noch jeder so geil sich schnell die Einkaufsliste mit ChatGPT machen lässt.
Speaker: Ich glaube, das lebt auf geliehene Zeit.
Speaker: Das ist jetzt sehr stümperhaft aus dem Englischen.
Speaker: Lass es nochmal von ChatGPT übersetzen kommen.
Speaker: Ja, genau, unbedingt.
Speaker: Nein, wurscht.
Speaker: Aber wenn jetzt, also ich meine, du bist ja jetzt auch nicht...
Speaker: Du kommst ja jetzt auch mit jungen Kolleginnen und Kollegen irgendwie oder mit Menschen kommen wahrscheinlich auch zu dir, so wie sie zu mir kommen auch und sagen, hey, cool, das würde ich auch voll gern machen.
Speaker: Was sagst du?
Speaker: Macht das überhaupt noch Sinn?
Speaker: Was sagst du den Leuten?
Speaker: Schwierig.
Speaker: Also ich habe auch vorher schon immer den Leuten gesagt, dann geh hin und lern den Job richtig.
Speaker: Also dann lass dich wirklich auch ausbilden.
Speaker: Weil diese ganzen Quereinsteiger, das hatten wir ja zu Anfang,
Speaker: Da tut man sich selbst keinen Gefallen.
Speaker: Also weißt du, das ist halt nicht irgendein Job, sondern es ist halt wirklich ein Beruf.
Speaker: Und wie wir das am Anfang hatten, wenn die Qualität schlechter wird und diese ganzen Hörgewohnheiten sich auch irgendwie dahin entwickeln, dass es auch nur noch alles eine Durchschnittssoße ist, wie gesagt, dann ist der Schritt zur KI nicht weit.
Speaker: Ja.
Speaker: Deswegen, der, der das machen will, soll es dann richtig machen.
Speaker: Ja, aber schwierig zu empfehlen.
Speaker: Aber auf der anderen Seite, welchen Job willst du denn dann noch empfehlen?
Speaker: Also ich finde, wenn jemand mit Herzblut dabei ist und sagt, ich brenne dafür und ich möchte das gerne machen, dann mach es.
Speaker: Weil eine Garantie gibt es ja heute nirgendwo.
Speaker: Nein, das stimmt.
Speaker: Von daher.
Speaker: Und wenn man das macht, was man liebt und was einem Spaß macht, dann bist du ja schon einen Riesenschritt voraus.
Speaker: Absolut.
Speaker: Und ja, mein Gott, also zur Not macht man halt was anderes.
Speaker: Also das will man natürlich nicht, möchte ich auch nicht, aber deswegen habe ich auch nicht so eine Angst.
Speaker: Und also ich möchte diesen Job bitte, bitte weitermachen.
Speaker: Aber zu aller Not bin ich mir sicher, würde ich auch was anderes finden.
Speaker: Also dass man diese völlige Existenzangst hat und sagt, oh mein Gott, oh mein Gott.
Speaker: Und viele ja in so eine Panik verfallen irgendwie und dadurch...
Speaker: den Kopf in den Sand stecken und sich auch gar nicht mehr informieren und nicht weiterbilden und diese Thematik gar nicht mehr anfassen wollen, das ist, glaube ich, auch der falsche Weg.
Speaker: Ja, und der blödere...
Speaker: Weg wäre es gar nicht erst zu versuchen und sich dann in der Midlife-Crisis oder spätestens am Totenbett sich so zu frustrieren und zu ärgern, dass man es gar nicht versucht hat.
Speaker: Und ich bin auch der festen Überzeugung, wenn man mit voller Leidenschaft dabei ist, dann wird man einen Weg finden,
Speaker: Ob das jetzt vielleicht 50-50 mit was anderem ist, mit einer Moderation, mit was auch immer, Live, Hörspielen, Lesungen, keine Ahnung, Dingen, die es immer geben wird, Menschen auf Bühnen und so.
Speaker: Das ist ja alles verhandelbar und da hat ja auch jeder andere Stärken und so weiter.
Speaker: sag auch, du musstest mehr wollen denn je, also es wird jetzt hier keinem irgendwas geschenkt, so, das hast du dir wahrscheinlich den schlechtest möglichen Zeitpunkt der letzten 100 Jahre ausgesucht, so, aber das heißt nicht, dass du es nicht probieren solltest, wenn du es wirklich, wirklich willst.
Speaker: Ja, also diese Zeiten, aber das hatten wir ja auch schon, positiv war das ja auch nicht, als dieser Markt so überflutet wurde mit diesem Content und jeder Streamer den anderen ausboten wollte und
Speaker: wirklich geflutet mit Content, den man ja ehrlich gesagt auch nicht wirklich braucht.
Speaker: Also da ist ja auch viel bei, wo man denkt, naja, Durchschnittssoße.
Speaker: Datenmüll.
Speaker: Datenmüll, ja, auch sehr schön.
Speaker: Also da ist es ja vielleicht auch ganz gut, wenn man sich auf das besinnt.
Speaker: Und ich glaube auch, also die Menschen...
Speaker: Ich habe auch das Gefühl, dieses Live oder Menschen auf Bühnen zu sehen, das nimmt doch gerade zu.
Speaker: Also, weil die Leute sagen, naja, bevor ich mir auf dem Stream mal wieder irgendwas angucke, was dem anderen davor auch schon irgendwie gleicht, gucke ich mal, was gibt es denn da noch.
Speaker: Und ja, ich glaube, man findet da auch was.
Speaker: Aber hast du einen Plan B?
Speaker: Hast du eine Geheime?
Speaker: Naja, wir sind gerade dabei.
Speaker: Also ja, diese Live-Hörspiele, die machen auch wahnsinnig viel Spaß.
Speaker: Wir haben ja seit anderthalb Jahren jetzt, hat meine liebe Kollegin Susanna Bonasiewicz ja den Chor der Hollywood-Stimmen gegründet.
Speaker: Und ja, wir singen zusammen, das macht
Speaker: Also einfach wirklich viel Spaß.
Speaker: Ihr Chor wurde während Corona aufgelöst und sie hat gesagt, ich will aber singen.
Speaker: Und es gibt so viele doch, die von irgendwie singen können und haben uns als kleines Kröbchen zusammengetan und geben seitdem Benefizkonzerte.
Speaker: Cool.
Speaker: Die sehr, sehr erfolgreich sind und gemischt mit kleinen Hörspielen.
Speaker: Mhm.
Speaker: Mein anderer lieber Kollege Oliver Feld für uns schreibt, sehr, sehr lustig, Achtung, Tick, Trick und Track, Spongebob und Bibi Blocksberg treffen aufeinander.
Speaker: Geil.
Speaker: Ja.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Und das ist super chaotisch und das macht einfach Spaß und wir merken halt, dass die Leute das wirklich feiern.
Speaker: Also wir haben jetzt drei Konzerte gehabt und wie gesagt, alle Benefiz, oft mit so kleinen Versteigerungen und wir haben jetzt insgesamt schon über 10.000 Euro für wohltätige Zwecke gesammelt.
Speaker: Und sowas könnte ich mir wirklich vorstellen.
Speaker: Aber schon in derselben Kerbe, so im selben Kunstkulturbereich.
Speaker: Jetzt nicht irgendwie, keine Ahnung, Selbstversorgerin oder eine Fahrradwerkstatt.
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: Nee, da sind die Begabungen doch etwas einseitig geprägt, würde ich sagen.
Speaker: Schau mir beim Scheitern zu.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Mein Heimwerker-Podcast.
Speaker: Ich glaube, das ist nicht so meins.
Speaker: Videotagebuch, wie ich irgendwie vom Baum falle, weil ich mir einwillig selbst zurückschneiden zu müssen.
Speaker: Nee, mal gucken.
Speaker: Aber wie gesagt, ich bin mir sicher, ich würde auch was anderes finden.
Speaker: Okay.
Speaker: Aber...
Speaker: Ja, ich finde das immer sehr spannend.
Speaker: Ja, nein, ich auch natürlich.
Speaker: Aber ich finde es trotzdem spannend, weil ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass die Sprecherinnen und Schauspieler so notfalls irgendwie auch was ganz was anderes hinkriegen würden.
Speaker: So aus diesem Drive und aus diesem Hunger, den sie gelernt haben, wir müssen echt alles so, so wollen und dann klappt es manchmal trotzdem noch nicht, dass man in ganz anderen Dingen plötzlich ganz gut wird und in irgendeiner Festanstellung sicher überleben würde.
Speaker: Ja.
Speaker: Ach ja, das glaube ich auch.
Speaker: Und ich meine, heutzutage, also es gibt ja keinen Laden mehr, kein Auto, was vor dir fährt, wo nicht steht, Mitarbeiter gesucht.
Speaker: Also ich meine, die suchen doch alle.
Speaker: Also irgendwas findet man schon.
Speaker: Nein, aber ich glaube auch, ich meine, per se sind ja SchauspielerInnen.
Speaker: Also es ist ja der Beruf, der als brotlose Kunst bezeichnet wird.
Speaker: Also ich glaube, SchauspielerInnen mussten schon immer kreativ sein, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Speaker: Also...
Speaker: Ich glaube, jede gute Gastro ist voller Schauspielerinnen im Servicejob.
Speaker: Also so Standard-Klischee-mäßig.
Speaker: Also kenne ich sehr, sehr viele, die alle mal in der Kneipe, im Restaurant oder sonst wo gearbeitet haben.
Speaker: Logo.
Speaker: War auch mal Barkeeper.
Speaker: Ja, siehste.
Speaker: Ja, und man muss dann, also wenn man als kreativer Mensch, dann kann man auch kreativ sein, was das eigene Leben angeht.
Speaker: Ich glaube, das kriegt man dann ganz gut hin.
Speaker: Und darf halt nur nicht in Angst und Panik verfallen.
Speaker: Bist du schon mal in Angst und Panik verfallen, während dem Sprechen ist dir mal was passiert, was dir so unfassbar peinlich oder unangenehm war?
Speaker: Magst du da etwas teilen mit?
Speaker: Hier hört auch niemand zu.
Speaker: Nein, nein, nein, zum Glück.
Speaker: Er ist ja nur unter uns, ganz privat.
Speaker: Oh Gott, lass mich kurz überlegen.
Speaker: Also jetzt eine bestimmte Situation fällt mir jetzt wirklich nicht ein.
Speaker: Als ich jünger war, war es mir unheimlich peinlich oder unangenehm jetzt wirklich vor den Kollegen, wenn es irgendwie um Erotik oder Sexszenen ging.
Speaker: Als ich klein war, fand ich es schon peinlich, das Wort Sex sagen zu müssen.
Speaker: Das hat sich zum Glück gegeben.
Speaker: Also für mich ist das heute auch wirklich ein Teil des Berufs.
Speaker: Also
Speaker: Werden auch Stöhne synchronisiert?
Speaker: Ich frage für einen Freund.
Speaker: Ja, tatsächlich.
Speaker: Ja, schon.
Speaker: Okay, alles.
Speaker: Also es gibt eine große, sehr etablierte Synchronfirma, die hat als Zitat des Chefs Pornobutze angefangen.
Speaker: Und früher wurden ja wirklich sämtliche Pornos synchronisiert.
Speaker: Ja, stimmt.
Speaker: Und sehr lustig dann.
Speaker: Also die älteren Kollegen, mit denen man darüber redet, das muss wirklich...
Speaker: die allerlustigste Zeit gewesen sein.
Speaker: Und die sind halt immer, haben sie gesagt, immer mit dem Lolli standen sie halt vor dem Mikrofon.
Speaker: Und hatten, glaube ich, einfach nur die Gaudi ihres Lebens.
Speaker: Das war, glaube ich, sehr schnell verdientes Geld.
Speaker: Es gibt Gerüchte, dass mit Geldkoffern über den Flur gegangen wurde.
Speaker: Okay.
Speaker: Und als ich, als Teenie wirklich zusammen mit einer befreundeten Kollegin, haben wir so die...
Speaker: so Late-Night, so Soft-Erotik-Fähnchen war das irgendwie.
Speaker: Und die sollten wir synchronisieren.
Speaker: Und dann haben wir das gemacht und da ging es halt nicht zur Sache.
Speaker: Man hat nichts gesehen, aber es wurde halt gestöhnt und so.
Speaker: Und sie hat sich so ein bisschen beschwert und hat gesagt, ach, das ist doch ein bisschen peinlich.
Speaker: Und hat es ihrem Vater gesagt, der auch in der Branche tätig ist.
Speaker: Und der hat nur gesagt, hab dich nicht so, mit dem Geld hab ich dich großgezogen.
Speaker: Also da haben sich die Zeiten auch verändert, aber
Speaker: Das ist, also wüsste ich jetzt gar nicht.
Speaker: Also ich kenne keine Filme mehr, die sowas noch machen.
Speaker: Aber es gibt natürlich in allen anderen Filmen Erotik-Szenen.
Speaker: Ja, ja, klar.
Speaker: Nein, das ist ja auch schön.
Speaker: Das soll ja auch dazugehören, bitte.
Speaker: Wichtig ist, dass man sich im Atelier wohlfühlt, dass das da reinlässt.
Speaker: dann gehört das halt dazu.
Speaker: Manchmal sind Heimhaltssachen auch ein bisschen peinlich.
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Augen zu und durch.
Speaker: Oder gab es eine Situation, die dich irgendwie unglaublich stolz gemacht hat oder sagst, ja, wow, jetzt hast du zum Beispiel mal René Selviger getroffen oder so?
Speaker: Nein.
Speaker: Nein, leider nicht.
Speaker: Also ihr ist das, glaube ich, relativ egal.
Speaker: Will ich ihr jetzt auch gar nicht vorwerfen.
Speaker: Ich meine, wenn die so einen Film promoten,
Speaker: sind die ja jeden Tag in einem anderen Land und jetzt da alle kennenzulernen, wäre, glaube ich, nicht so, nee, das Glück hatte ich noch nicht.
Speaker: Da gibt es ja ein paar andere Kollegen, die haben, also die sind wirklich von ihren Stars schon eingeladen worden oder wollten explizit ihre Stimmen kennenlernen und, ja, aber das ist auch nicht so wichtig, also
Speaker: Nein, überhaupt nicht.
Speaker: Aber vielleicht gibt es ja irgendeine, ich weiß nicht, einen Tag, an den du dich besonders gerne zurückkriegen hast, weil der hat, hast du vielleicht, also so geht es mir manchmal in dem Moment, begreift man die Tragweite dieses Ereignisses noch gar nicht und dann Jahre später blickt man darauf zurück und bringt sich...
Speaker: Geil.
Speaker: Wäre das so nicht passiert und damals war es mir irgendwie total unangenehm oder habe ich es überhaupt nicht verstanden, was das für Konsequenzen haben würde.
Speaker: Also sowas finde ich immer super spannend und schön.
Speaker: Ich finde es schön, ich mag das so Tage, wenn man im Atelier...
Speaker: das ist ja Routine und wir können das ja und ganz viel, das ist so Daily Business, aber wenn dann so ein Film kommt, der so ganz emotional ist und wo man dann wirklich dran arbeiten muss oder wenn es einen auch wirklich berührt, also wenn man dann wirklich dasteht und einem die Tränen kommen oder man das so nachfühlt, was da passiert einfach, das sind so Tage, an die erinnere ich mich dann total gerne oder auch wenn es
Speaker: manchmal ganz schwer ist, so eine Rolle dann zu spielen oder es auch wirklich arbeitsreich ist, da gehe ich dann total glücklich auch nach Hause und sage, cool, heute war das wirklich was Besonderes.
Speaker: Und wenn ich den Film dann im Nachhinein sehe, dann ist das wirklich schön.
Speaker: Also da gucke ich dann gerne zurück.
Speaker: Schön, schön.
Speaker: Eine letzte Frage habe ich noch, die stelle ich eigentlich allen meinen Gästinnen.
Speaker: Wenn du deinem 20-jährigen Ich begegnen würdest, was würdest du ihr sagen?
Speaker: Oh je.
Speaker: Wir haben Zeit, es ist Podcast.
Speaker: Du kannst jetzt auspacken.
Speaker: Oh Gott.
Speaker: Ich glaube, da ist der ein oder andere Umweg drin, den ich heute nicht mehr gehen würde.
Speaker: Wo man dann vielleicht doch, ich bin kein wirklich geduldiger Mensch.
Speaker: Geduld fällt mir wahnsinnig schwer und dann möchte ich auch manchmal mit dem Kopf durch die Wand.
Speaker: Das würde ich anders angehen.
Speaker: Da würde ich meinem 20-Jährigen ich sagen,
Speaker: bleib cool, bleib entspannter, warte ab, lass manche Dinge auf dich zukommen und dann muss man nicht diesen Schlenker gehen, der dann im Nachhinein ja doch nicht so gut war.
Speaker: Aber im Großen und Ganzen kann ich jetzt nicht klagen.
Speaker: Schon, wirkt so, als wäre das, also wenn ich so das Leuchten in deiner Stimme höre und so, wenn du davon erzählst, das klingt jetzt nicht.
Speaker: Ja, also jobmäßig bin ich mehr als glücklich.
Speaker: Nein, überhaupt nicht.
Speaker: Wie dein Leben verlaufen ist und so.
Speaker: Nein, nein, also jobmäßig ist das alles gut so.
Speaker: Sehr cool.
Speaker: Ronja, ich danke dir.
Speaker: Ich fand es total spannend.
Speaker: Ich danke dir.
Speaker: Ja, sehr gerne.
Speaker: Schön, dass wir es geschafft haben.
Speaker: Ja, endlich.
Speaker: Ja, endlich, genau.
Speaker: Wir planen schon länger an dieser Folge.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und jetzt haben wir den Anlass genutzt.
Speaker: Genau.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Vielen, vielen Dank.
Speaker: Ich freue mich schon auf unser nächstes Gespräch.
Speaker: Dann wahrscheinlich wieder in persona oder am Telefon oder wie auch immer.
Speaker: Genau, sehr schön.
Speaker: Freue ich mich auch.
Speaker: Danke auch an euch.
Speaker: Bitte.
Speaker: Und noch ganz, ganz viel Erfolg mit diesem coolen Podcast.
Speaker: Ja, danke schön.
Speaker: Wenn du das sagst, dann muss es wohl stimmen.
Speaker: Dann muss es wohl so eintreten.
Speaker: Danke auch an euch, dass ihr dran geblieben seid, dass ihr zugehört habt bis hierher.
Speaker: Das war Mike Rider Deep Talk mit Rania Bonalana.
Speaker: der Synchronsprecherin.
Speaker: Und ja, wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst ein Like da, abonniert oder sagt es weiter noch besser.
Speaker: Nachrichten, wenn ihr Nachrichten oder Fragen habt, dann gerne an deeptalk at mike-rider.com.
Speaker: Und das war's.
Speaker: Bis zum nächsten Mal.
Speaker: Ciao.


