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151 Plays2 years ago

"Oppenheimer" ist ein mitreißendes Biopic, das das faszinierende Leben des Physikers J. Robert Oppenheimer aufzeigt. Der Film taucht tief in Oppenheimers akademische Anfänge ein, die von seiner brillanten Intelligenz und seiner Leidenschaft für die Wissenschaft geprägt waren. Von seiner Zeit als Student in Harvard bis zu seiner Arbeit in der theoretischen Physik entfaltet der Film die spannende Entwicklung seines Denkens und seiner Ideale. Er beleuchtet seine wegweisenden Forschungen und seine Rolle bei der Entstehung der Atombombe während des Manhattan-Projekts im Zweiten Weltkrieg. Oppenheimers moralische Zwiespältigkeit und die ethischen Fragen, die sich aus seiner Arbeit ergeben, werden einfühlsam dargestellt, während der Film sein Ringen mit den Auswirkungen seiner Erfindung auf die Menschheit beleuchtet.

Aber muss man ihn gesehen haben? Hört rein und findet es heraus.

Hinterlasst uns eine Sprachnachricht und werdet Teil der nächsten Episode: 

www.mussmangesehenhaben.de
___

REGIE
Christopher Nolan

DREHBUCH
Christopher Nolan

DARSTELLER*INNEN
Cilian Murphy - Robert Oppenheimer
Florence Pugh - Jean Tatlock
Robert Downey Jr. - Lewis Strauss
Emily Blunt - Kitty Oppenheimer
Matt Damon - Leslie Groves
Gary Oldman - Harry S. Truman
Matthias Schweighöfer - Werner Heisenberg
Josh Hartnett - Ernest Laurence

KAMERA
Hoyte van Hoytema

MUSIK
Ludwig Göransson
___

LINKS ZUR FOLGE

Ernest Rutherford
Leslie Groves
Das Manhattan-Projekt
Berkeley
Richard Rhodes
The Making of the Atomic Bomb
Nils Bohr
Albert Einstein
Prometheus
Bhagavad Gita
Potsdamer Konferenz
Los Alamos
Jean Tatlock
Kitty Oppenheimer
J. Robert Oppenheimer - Buch
Russisch-Japanischer Krieg
Wolfgang M. Schmitt Filmanalyse
Günther Anders "Die atomare Drohung"
Hiroshima, Mon Amour
Trevor Noah
___

SUPPORT THE SHOW
https://www.buymeacoffee.com/mussmangesehenhaben

oder

hinterlasst uns eine positive Bewertung auf der Podcast-Plattform Eurer Wahl.

Transcript

Einführung der Gastgeber

00:00:05
Speaker
Willkommen zu einer neuen Ausgabe, muss man gesehen haben. Hier sind eure Gastgeber Emilia und Bastian. Einen wunderschönen guten Abend, Basti. Einen wunderschönen guten Abend, liebe Emilia. Schön, dass wir wieder zusammen sind, um heute über einen neuen Film zu sprechen. Ich habe mich schon sehr darauf gefreut, die ganze Woche. Und jetzt ist es soweit.
00:00:28
Speaker
Na dann erzähl doch mal, worum es denn geht heute.

Vorstellung des Films 'Oppenheimer'

00:00:30
Speaker
Wow, du fällst ja auch gleich mit der Tür ins Haus. Zeit, wir wollen auf eine halbe Stunde kommen. Natürlich. Stimmt, das stimmt, wir wollen auf eine halbe Stunde kommen, was bei diesem Film tatsächlich relativ schwierig ist, der ist ein Monumentalwerk.
00:00:43
Speaker
Wir können ja schon mal so ein bisschen anteasern, worum es geht, damit die Leute sich vielleicht dann überlegen, welcher Film könntest du sein, ist ein Monumentalwerk, hat Überlänge, sehr, sehr lang, geht tatsächlich um auch sehr monumentale Themen und von daher, genau, fällst du mit der Tür ins Haus, damit wir die Zeit auch bestens nutzen, das finde ich absolut verfolgenswert. Alles klar, the stage is yours.
00:01:06
Speaker
The stage is mine. Wow, heute übergibst du die Stage an mich, so wie ich es die letzte Zeit an dich übergeben habe. Versucht hast zu übergeben.
00:01:14
Speaker
Okay, stimmt, wo ich dann gesagt habe, da fängt das Patriarchat an. Das ist vielleicht nicht die beste Idee. Also, über welchen Film reden wir heute, liebe Miriam? Wir reden natürlich über Oppenheimer. Wenn man mit Barbie anfängt, macht man natürlich mit Oppenheimer weiter. Einfach, um auch dem Hype getreu zu bleiben, der in diesem Sommer so passiert ist. Richtig, Basti? Absolut. Und wenn man schon bei Buchstaben O landet, dann ist es natürlich eine zwangsläufige Entscheidung tatsächlich, um dann über Oppenheimer zu reden.
00:01:41
Speaker
Ich glaube, so viel Einleitung braucht der Film gar nicht. Die meisten Leute werden ja wissen, grob nehme ich jetzt zumindest mal an, worum es geht.

Oppenheimers Beitrag zur Atombombe

00:01:50
Speaker
Der Film ist, also hier kommt die Einleitung, der Film handelt von Robert J. Oppenheimer oder J. Robert Oppenheimer. Ich habe tatsächlich schon beide Versionen gesehen seines Namens.
00:02:03
Speaker
der maßgeblich dafür verantwortlich war, die Atombombe zu entwickeln, muss an dieser Stelle aber sagen, ich habe oft gehört, in letzter Zeit, viele Leute sehen ihn als den Erfinder der Atombombe an. Das ist eigentlich grundfalsch, denn es gibt keinen Erfinder in dem Sinne. Es war natürlich ein unglaublich komplexes Projekt, das überhaupt auf die Beine zu stellen, sehr interdisziplinär. Da gab es viele Leute, die daran beteiligt waren, aber Robert J. Oppenheimer war der
00:02:29
Speaker
Projektleiter, wenn du so möchtest. Der Vater der Atombombe. Der Vater der Atombombe, so wie der oft genannt. Weil er eben verantwortlich war und alle Stellen miteinander verknüpft hat. So sollte man das glaube ich sagen. Und der Film handelt eben von ihm, wie er dazu gekommen ist aus seinen jungen Jahren, aus der experimentellen Physik.
00:02:53
Speaker
am Cavendish Institute in Cambridge unter den großen Physikern seiner Zeit damals, Ernest Rutherford zum Beispiel, gearbeitet hat, aber dann sehr schnell bemerkt hat, dass er kein Experimenteller-Physiker ist, sondern er in der Theorie zu Hause ist, ist dann nach Göttingen gegangen, hat dort unter Werner Heisenberg gelernt und auch an Max Born, die größten Physiker ihrer Zeit damals, wo man sich theoretisch damit der ganzen Sache auseinandergesetzt hat.
00:03:16
Speaker
und hat so seinen Werdegang dann angefangen. Bis dann 1942, Leslie Grove, der aufmerksam wurde, ein General der amerikanischen Armee, der damit beauftragt wurde, eine Atombombe zu bauen, nachdem das als möglich erachtet wurde. Die großen Physiker der Zeit eben gesagt haben, das ist möglich und im Wettlauf mit den Nazis müssen wir eine Atombombe bauen, denn wenn sie sie zuerst haben, dann wäre es der Untergang.
00:03:42
Speaker
Ich habe dir versprochen, ich sage auch noch, wer dafür alles verantwortlich ist. Und das ist zum einen natürlich Christopher Nolan, der die Regie geführt hat und auch das Drehbuch

Christopher Nolans künstlerischer Ansatz

00:03:50
Speaker
geschrieben hat. Und was ist das Besondere an dem Drehbuch gewesen? Das ist aber nett, dass du nachfragst. Dass Christopher Nolan das zum ersten Mal in der Ich-Perspektive geschrieben hat.
00:04:02
Speaker
Er hat gesagt, das hat er ganz neu ausprobiert, hat er noch nie gemacht. Aber das zeigt eben auch, wie sehr er Wert gelegt hat auf diese subjektive Sicht von Oppenheimer. Er wollte diese subjektive Sicht der Dinge. Und da müssen wir auch weiter darauf eingehen, denn das heißt auch, dass einige Dinge im Film ausgelassen wurden, die man durchaus hätte zeigen können, auch sehr, sehr relevant sind für die Geschichte. Aber er hat sich dort sehr stark eben auf seine Sichtweise, seine Perspektive eingelassen.
00:04:28
Speaker
Und genau, Filmmusik. Ludwig Göransson ist ein Schwede. Die Musik ist sehr wichtig in dem Film. Ich finde, die trägt sehr, sehr viel dazu bei, den Film tatsächlich nicht in einer harmonischen Fortsetzung zu erzählen, sondern tatsächlich in sehr unterstrukturierte Einzelteile aufzufächern, die ja auch
00:04:51
Speaker
bei der Kernspaltung tatsächlich dieses narrative Element, finde ich, ganz gut angebracht, das so sicherlich gar kein Zufall ist. Und natürlich einen Wahnsinns-Cast, Killian Murphy als Oppenheimer, Robert Downey Jr. als Lewis Strauss, einen Senator, der Gegenspieler ist von Oppenheimer in dem Film.
00:05:10
Speaker
Emily Blunt, die ich sehr liebe als Kitty Oppenheimer, Matt Damon als Leslie Groves, Gary Oldman als Harry Truman und unser one and only Matthias Schweighöfer, der die deutsche Fahne in Hollywood hochhält, als Werner Heisenberg und seit langer Zeit mal wieder Josh Hartnett. Den hat ja niemand mehr auf der Liste eigentlich, oder? Den habe ich ja schon ewig nicht mehr gesehen. Wie ging es dir denn da als Ernest Lawrence als Studienkollege, als Professorkollege von Oppenheimer? Ich glaube in Princeton, wenn ich mich nicht täusche.
00:05:39
Speaker
Aber natürlich habe ich mich getäuscht. Berkeley wäre richtig gewesen. Wie hast du das wahrgenommen? Josh Hartnett? Ja, den habe ich absolut total wahrgenommen und war genauso überrascht wie du. Ich war total froh, ihn mal wieder auf der Leimer zu sehen. Ja, spannend, dass du das fragst, weil bis zum jetzigen Augenblick habe ich gerade nur gedacht so, ah, wer war denn das? Aber du hast recht. Schön, dass er da aufgetaucht ist.
00:06:09
Speaker
Mehr habe ich, glaube ich, gerade nicht. Mal wieder. Schön, dass er mal wieder die Zeit gefunden hat, sich in einem Film zu zeigen. Und dann hatten wir noch, in einem Film mitzuspielen als Schauspieler. Wer hätte das gedacht? Und dann hatten wir noch Kenneth Branagh als Niels Bohr. Das fand ich auch sehr spannend, weil ich finde den Charakter von Niels Bohr tatsächlich sehr, sehr, sehr, sehr gut. Und ich finde Niels Bohr als historische Figur tatsächlich fantastisch. Ich habe das Buch Making of the Atomic Bomb.
00:06:37
Speaker
Genau, jetzt muss ich mal so ein bisschen angeben. Nein, ich fand den Charakter von Neesport tatsächlich fantastisch.

Historische Figuren im Film

00:06:45
Speaker
Ich weiß nicht, ob wir heute die Zeit haben, da weiter drauf einzugehen, aber es war jemand, der sich immer wirklich für eine grenzüberschreitende Menschlichkeit eingesetzt hat und auch im Angesicht der Atombombe einer der allerersten, weil er dafür gesorgt hat, eben zu sehen,
00:06:59
Speaker
Was macht das aus und wie können wir dem Ganzen entgegenwirken im pazifistischen und humanistischen Sinne? Da war Nils Bohr einer der allerersten und das war beeindruckend.
00:07:14
Speaker
Und noch vieles mehr, aber vielleicht kommen wir nachher noch mal drauf zurück. Aber auf jeden Fall, der Charakter von Nils Bohr ist großartig. So, jetzt habe ich jede Menge geredet. Ganz viel geredet. Und du hast mir wahnsinnig nett zugehört. Vielen herzlichen Dank dafür. Aber ich glaube, jetzt bist du an der Reihe. Ich glaube, was wir jetzt genau über diese Folge sehr spannend ist, einerseits dich zu haben, der sich ja anscheinend sehr extrem mit dieser Thematik beschäftigt hat.
00:07:43
Speaker
Und andererseits mich auf der anderen Seite, die jetzt nicht so dermaßen im Thema drin ist, was unter anderem liegt, ist sowohl Physik als auch Mathematik nie so richtig meins war. Natürlich sind Namen wie Einstein und Oppenheimer auch in meinem Leben mal aufgetreten. Aber was ich dich unbedingt fragen wollte, Basti, ist,
00:08:07
Speaker
Erinnerst du dich an den Moment, als du das erste Mal erfahren hast, dass Christopher Nolan den Oppenheimer Film gedreht hat oder rausbringt? Ich weiß ja nicht, wann das zeitlich bei dir angekommen ist.
00:08:24
Speaker
Das weiß ich auch nicht mehr, aber ich fand es wahnsinnig spannend. Ich fand es wahnsinnig spannend, weil natürlich die Thematik... Ich meine, das ist die Geschichte von Prometheus. Die ist natürlich von den Ausmaßen, den Konsequenzen geschichtlich.
00:08:41
Speaker
mit wenig anderen Dingen zu vergleichen, die die, dass tatsächlich die Menschheit sich selbst dazu in die Lage versetzt hat, die eigene Vernichtung einzuleiten. Das ist natürlich eine Geschichte, die
00:08:58
Speaker
die wahnsinnig viel Platz zum Nachdenken und Philosophien gibt. Deswegen fand ich, als ich es gehört habe, fand ich es wahnsinnig mutig, den Film zu machen, auf der einen Seite auch. Und ich hab mich sehr drauf gefreut und fand es sehr, sehr spannend. Wie ging es dir denn?
00:09:14
Speaker
Ich kann mich daran erinnern, dass ich diesen Teaser, wo es letztendlich nur darum ging, dass Christopher Nolan einmal sagt so Bam Bam Christopher Nolan, Bam Bam Oppenheimer, Bam Bam 2023 und ich war total aufgeregt, aber tatsächlich nur aus dem Grund, dass endlich mal wieder ein Christopher Nolan Film rauskommt und dann natürlich mit der Besetzung, die war dann glaube ich auch in diesem Teaser mit dabei zu sagen, Killian Murphy und Robert Downey Jr. und Matt Damon.
00:09:43
Speaker
was wirklich sehr spannend ist und in dem Fall nochmal die Frage aufwirft. Ich glaube, ich stelle sie dir am Schluss. Aber ja, ich war sehr aufgeregt und ich glaube, dieser Teaser kam tatsächlich.
00:10:00
Speaker
auch vor dem Barbie Teaser raus und ich erinnere mich, dass ich wirklich ein Jahr, mehr oder minder, dann ein Jahr darauf gewartet habe, dass es endlich kommt und dann fing das natürlich an mit den längeren Trailern und dem plakatieren und es war wirklich
00:10:14
Speaker
sehr, sehr aufgeregt und für mich war wirklich klar, okay, sobald der raus ist, ab ins Kino. Und das war, glaube ich, für beide Filme einfach dieses, oh wow, man freut sich auf den Moment wieder ins Kino zu gehen und das wirklich so ein halbes Jahr vorher und Monate vorher so darauf hinzueifern.

Kinoerlebnis im Vergleich zu Hause

00:10:34
Speaker
Jedenfalls ging es mir
00:10:36
Speaker
Definitiv so. Ja, und das ist ja ein gutes Zeichen auch, weil in der Zeit, in der wir jetzt eigentlich alle immer Streamingdienste haben und ja auch viele sagen oder sage ich mal, das ja auch eine Herausforderung fürs Kino ist, tatsächlich die Leute ins Kino zu bringen, wo du ja eigentlich Filme bis zum Abwinken zu Hause schauen kannst, ohne irgendwelche Einschränkungen, ist natürlich spannend. Und deswegen ist dann so Ereigniskino wie Oppenheimer, wo eben auch Barbie, siehe letzte Woche,
00:11:06
Speaker
wichtig sind und dass sie sowas auch leisten können, die Leute wirklich zu mobilisieren, ins Kino zu gehen. Das ist wichtig. Und wenn du im Kino bist, merkst du einfach, there is nothing like Kino. There is nothing like cinema, it's true. Es ist wunderschön, es war ein Riesenerlebnis, auch den im Kino zu sehen.
00:11:27
Speaker
Nachdem jetzt das jetzt alles mal hier so ein bisschen, sag ich mal, jetzt so in die Grundstruktur des Filmes erst mal eingestiegen sind, will ich dich jetzt mal eher was anderes fragen und in eine andere Richtung in meiner Frage. Was hat der Film denn in dir ausgelöst, als du aus dem Kilo rausgegangen bist? Was war denn so deine Grundstimmung? Oh, spannend. Tatsächlich, ich hab ihn ja jetzt zweimal gesehen.
00:11:53
Speaker
Und das erste Mal war ich fix und fertig. Ich habe ihn im Original ohne Untertitel gesehen.
00:12:06
Speaker
doch eine Herausforderung war, weil was man sagen kann und was wahrscheinlich schon viele gehört haben, ist, dass dieser Film ununterbrochen Musik hat und es ist sehr schwerfällt, an manchen Stellen dem Dialogen zu folgen, was einerseits schon an der Thematik liegt, weil ich glaube, den meisten Menschen fällt das jetzt nicht so leicht, Dialogen zu folgen, wo es eben um Quantenphysik oder Atomphysik geht.
00:12:39
Speaker
Ich glaube, ich hatte diese Erwartung, nach diesem Film rauszugehen und wieder dieses totale, wow, was eine Genialität von einem Film zu haben. Und es war da, definitiv, aber es hatte so einen leichten
00:12:56
Speaker
Ich war sehr erschlagen nach dem allerersten Filmerlebnis. Wie ging es denn dir? Erstmal muss man das wirken lassen, finde ich. Ja, dieses historische Ereignis, um dann zu sagen, oh, wait a second. Stimmt, wir haben etwas erschaffen vor
00:13:16
Speaker
around about 100 Jahren oder ein bisschen später, aber was einfach komplett, wenn es in der Macht von den falschen Leuten ist oder selbst wenn es in der Macht von den richtigen Leuten ist, mit irgendwie mal einem schlechten Tag, boom aus, fertig. Over and out. Und dieses, ja das ist schon, das bringt dieser Film einen dann doch näher, auch darüber nachzudenken und zu sagen, why? Warum hassen wir uns so?
00:13:44
Speaker
Ja, und warum brauchen wir sowas scheinbar? Brauchen ist nicht das Richtige. Wie gesagt, der Film zeigt ja so ein bisschen auch auf, inwiefern man sich in diesem Arm Race, in diesem Wettrüsten mit Deutschland befunden hat damals, wahrgenommener Weise. Die Deutschen waren tatsächlich, das weiß ich jedem aus der Lektüre des Buches, nie ganz so weit wie die Amerikaner. Es wussten die Amerikaner aber nicht. Und die Deutschen haben auch mehr auf Deuterium, also auf schweres Wasser gesetzt.
00:14:13
Speaker
Und das war eine Wasserstoffbombe wäre, aber da war man auch noch nicht so weit. Also die Amerikaner waren eigentlich viel weiter, wussten es aber nicht. Und in diesen Wettrennen haben sie dann einfach gedacht, sie hätten da keinerlei Handlungsfähigkeit. So wird das zumindest im Film erzählt. Diese Sichtweise ist auch eine sehr gängige Sichtweise, vor allem auch in Amerika.
00:14:32
Speaker
Aber in dem Sinn ist es ein amerikanischer Film, finde ich auch, weil ich finde auch, und da können wir vielleicht auch noch darauf zu sprechen kommen, dass es einige Dinge gibt, die dann doch auch ein wenig der Verklärung anheimfallen.

Ungeklärte Themen im Film

00:14:44
Speaker
Sprich, wenn es darum geht, wenn es dann um die Opfer geht in Japan, also Hiroshima und Nagasaki, über die Radioaktivität wird eigentlich kaum gesprochen. Es wird auch nicht darüber gesprochen, dass Leute, die dort eben in New Mexico gelebt haben, um Los Alamos, und dass vor allem
00:15:00
Speaker
Ureinwohner waren, amerikanische Ureinwohner, dass die dort sehr, sehr stark gelitten haben unter den Spätfolgen auch der Radioaktivität und so weiter und so fort. Also viele Dinge sind nicht zur Sprache gekommen, die eigentlich auch die Gefährlichkeit dieser Waffe auch noch mal unterstreichen.
00:15:16
Speaker
Also das war eins, aber die Atomwaffen an sich sind ja eins. Auf der einen Seite ist es ein Testament für die Größe des menschlichen Geistes und das, was er in der Lage ist zu schaffen und zu ermöglichen. Und auf der anderen Seite ist sie auch ein Testament dafür, wie dumm und unreif wir sind als Menschen. Beides gleichzeitig in sich vereint. Und diese Widersprüchlichkeit macht natürlich diesen Film auch aus.
00:15:45
Speaker
Ja und wie, also nicht nur das oder, auch dass dieses, also dieses Weiterdenken total fehlt und zu sagen so, hey wir haben eine Idee die Welt zu zerstören, aber hey ist die Idee wirklich gut, wenn sie dann fertig ist, weil dann können wir die Welt zerstören und wie geht es denn damit weiter und das, ja. Was hat dir denn am Film richtig gut gefallen?
00:16:09
Speaker
Jeder Schauspieler, der da mitgespielt hat, war on point. Ich fand das irre. Also ich hab mich sehr amüsiert am Ende dann nochmal, um zu sagen, Ach, Matt Damon ist so...
00:16:22
Speaker
Man sieht eben so seinen Wohlstand an. Also was ja zur Rolle total passt, aber dieses ist auch älter geworden auf jeden Fall. Aber hast du Originalbilder von Leslie Groves gesehen? Kennst du die Originalbilder von ihm?
00:16:46
Speaker
Nein. Der ist auch relativ, muss man jetzt, ich muss jetzt Matt Damon verteidigen ein bisschen, weil der ist auch relativ gut beleibt gewesen, also dieser Leslie Groves. Du musst Matt Damon überhaupt nicht verteidigen, das sei ihm von Herzen gegönnt, dass man immer Alter einfach sagt.
00:17:02
Speaker
Ich glaube, das ist ein schönes Zitat von der Person, mit der ich im Kino war, wo ich dann eben nochmal gesagt habe, so, Matt Damon ist echt dick geworden. Und diejenige Person dann geantwortet hat online, er findet es total toll, dass Matt Damon als Schauspieler sich so entwickeln kann, wie er sich entwickeln hat in dem Fall, weil
00:17:25
Speaker
eben alle immer nur perfekt aussehen müssen und auch im Alter und so. Und das hat mir dann sehr gut gefallen. Aber wenn es ist, hat er anscheinend zur Rolle gepasst. Ich muss halt sagen, historisch habe ich mich jetzt nicht so dermaßen wie du mit der Thematik auseinandergesetzt.
00:17:43
Speaker
Das ist vollkommen in Ordnung. Ich kenne nur einige Bilder von ihm, also von Leslie Groves. Das Witzige ist, der schaut oft aus, als ob er so ein Jumpsuit anhat und so einen Gürtel, der dann wirklich genau mittig zum Körper verläuft und dann extra noch den Bauch so ein bisschen hoch
00:17:59
Speaker
hat man so den Eindruck häufig. Also der war auch wirklich gut genährt, sehr gut genährt und ich glaube, dass es darauf auch zurückzuführen ist. Ich glaube tatsächlich, wenn jetzt die nächste Born-Verschwörung kommt, ich könnte mir vorstellen, dass Matt Damon da nochmal auch richtig zu höchst vom Aufläuft. Ich hoffe, das passiert nicht. Ich finde, die sind...
00:18:24
Speaker
Du bist kein großer Bourne-Fan, Jason Bourne-Fan. Heißt der nicht Bournet-Verschwörung? Ich dachte der Letzte war noch, du bist eher so die Action-Film. Ja. Ach, das ist ein kanadischer Film. Ich weiß eigentlich nicht. Wusste ich gar nicht. Die Bournet-Verschwörung, das könnte durchaus sein. In Kanada heißt ja vielleicht so. Vielleicht.
00:18:45
Speaker
Genau und alle Schauspieler on point, natürlich diese Bildgewalt der Kameraführung und das ist alles schon mega on point und ich glaube, das bleibt halt irgendwie viel auch so unerwähnt, weil es ist ein Nolan-Film, das erwartet man natürlich auch, aber das ist
00:19:03
Speaker
Das ist halt schon Oberligaklasse, oder? Ja, vor allem darf ich da auch bitte kurz erwähnen, heute von heute mal der Diopie, also der Kameramann, mit dem Nolan ja eigentlich alle letzten Filme gemacht hat, der macht wieder eine fantastische Arbeit.
00:19:19
Speaker
Großartiger Kameramann, der macht wirklich sehr, sehr schöne Bilder. Und was ich auch sagen muss in dem Film, und das ist jetzt tatsächlich eher unabhängig von heute, von heute mal, aber was ich auch sehr spannend fand in dem Film war, wie diese unendlichen Kräfte, diese unvorstellbaren Kräfte, die sich ja wirklich komplett unserer Vorstellungskraft entziehen, wie die Visualisierungen sind.
00:19:39
Speaker
Sehr abstrakt, aber man wusste auch nie genau, ob es groß oder klein ist. Das war wirklich, das war etwas, das so abstrakt schön, schön tatsächlich auch, das vielleicht auch problematisch, aber auch schön aufgenommen wurde, um das zu visualisieren. Also diese Montagen fand ich tatsächlich sehr, sehr gut. Fandest du? Das ist lustig, weil ich, wie gesagt, ich habe diesen Film ja zweimal gesehen, einmal auf der ganz großen Leinwand und
00:20:07
Speaker
einmal auf einer nicht so großen Leinwand und dann ist, was man zu diesem Film sagen kann, es ist ein riesen Ding, den ihr auf der großen Leinwand im Kino gesehen zu haben. Das haben wir am Anfang schon gesagt, da sind wir uns beide einig. Aber diese Effekte haben mich
00:20:22
Speaker
Ab irgendeinem Punkt so ein bisschen, es gab mal eine, ich glaube, eine Speziewerbung, wo auch mit solchen Effekten gespielt wurde, wo man irgendwie eine Farbe aus der einen Richtung kippt und die andere. Ich weiß nicht, ob du weißt, was ich meine, aber das fand ich so ein bisschen... Ich weiß schon, du meinst so mit diesen Ölen und Farben und was weiß ich alles und dann so Makro irgendwie. Also ich fand es zu viel.
00:20:47
Speaker
Und ich fand's auch so ein bisschen… Zu viel von den Montagen? Meinst du? Also zu viel von den Montagen oder von den Effekten? Also fandst du die Montagen zu lang und sie haben zu viel Raum eingenommen oder war das zu übertrieben? Zu häufig, einfach zu oft auch eingespielt und ich fand's dann irgendwann eben nicht
00:21:12
Speaker
Bildgewaltig und berührend, sondern ab irgendwie ein bisschen cheap auch. Wenn man das so sagen will.
00:21:23
Speaker
Das darf man auf jeden Fall so sagen. Das darf man auf jeden Fall so sagen. Ich verstehe das, ich kann es

Visuelle Darstellung wissenschaftlicher Konzepte

00:21:30
Speaker
nachvollziehen. Ich habe mir nur auf der anderen Seite immer gedacht, als ich es gesehen habe, inwiefern wäre das, wenn man jetzt eine große Explosion der nächsten Folgen lassen würde, es würde sich dann auch irgendwo abarbeiten. Das wäre auch wirklich schwierig. Diese Zwischenspieler eben mit kleinen Sachen anfangen, aber ich fand einfach immer diese Sequenzen, sie waren sehr lang, also jegde.
00:21:52
Speaker
Vielleicht bin ich da auch einfach wirklich nicht die Physikerin, die dann irgendwie da Assoziation mit hat, aber... Ich bin übrigens, nur damit, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer auch wissen, ich bin auch kein Physiker. Nur so. Ich habe auch tatsächlich in der Schule ganz schlechte Mundart.
00:22:11
Speaker
und dergleichen. Deswegen, bitte nicht, dass jetzt der falsche Eindruck entsteht, ich tue nur so, wie meistens. Und alles, was ich weiß, kommt aus diesem großartigen Buch, das ich aber wirklich noch immer ans Herz legen kann von Richard Rhodes. Also, was mich, ich überlege gerade, was war denn eine Szene, die dich so richtig mitgenommen hat?
00:22:36
Speaker
Die Explosion. Diese ganze Nummer, abdem sie anfangen abzumessen, wie viel Abstand. Also der Trinity-Test. Ja, das war so irre. Und diese absolute Echtheit, die ja wirklich auch stattgefunden hat und sich vorzustellen.
00:23:02
Speaker
Weiß ich nicht, diese Absurdität von diesem, diese ganze Szene hat ja auch wirklich oder die ganze Szene, ja doch, die Szene hat diese Absurdität von diesem Aufbau, diesen vielen Männern, die da drum sind, dieser Stahlturm, wo dieses kleine Ding dann eingeführt wird und wird das hochgezogen.
00:23:20
Speaker
Und dann evakuieren sie dieses komplette Land einmal, auch vorher, wenn sie diesen Spruch sagen und sagen, ja, wir müssen sie, ich weiß nicht, um neun Uhr abends oder neun Uhr morgens starten, aber es muss gutes Wetter sein. Warum braucht es gutes Wetter für eine Scheiß-Atombombe?
00:23:41
Speaker
Und dann ist ja diese Explosionsszene und ich glaube, das ist auch komplett die einzige Szene in dem Film, wo ja wirklich auch mal das passiert, was passiert und da ja auch keine Musik mit dabei ist. Ich fand das sehr gut, dass diese Dramatik, die passiert ist, einfach passiert ist, ohne noch mal Untermalung und man hört ihn ja nur atmen.
00:24:05
Speaker
geht das hoch und plötzlich sind da, beglückwünschen sie sich. Alle feiern, alle fangen an zu feiern. Und es ist mein Vier, dass die jetzt wissen, was dann noch passiert ist danach und wie gefährlich das ist und wissen wer welche hat. Und dieses, komplett dieser Ablauf dieser Szenen hintereinander, finde ich absolut absurd. Aber das ist definitiv, glaube ich, mein
00:24:33
Speaker
Eines der großen Highlights gewesen. Wie ist es bei dir? Ich finde, das, was du gerade gesagt hast, dass viele sich dort eben dann auch beglückwünscht haben und auch gute Laune hatten natürlich. Allerdings, das ist der Satz, den ich vorhin gesagt habe, muss es ein relativ gemischtes Bild gewesen sein, weil Oppenheimer hat gesagt nach diesem Trinity-Test eben, dass
00:24:52
Speaker
Einige haben gelacht, andere haben geweint. Viele waren einfach nur still. Und dass er dann eben an diesen Satz aus der Bhagavad Gita gedacht hat, den Vishnu, den Prinzen sagt nämlich, now I'm become death, I'm a destroyer of worlds. Das war der Gedanke, der ihm nach diesem Test durch den Kopf gegangen ist. Was zeigt, er war sich natürlich als der Projektleiter des Ganzen, absolut der Destruktivität dieser Apokalypse, dieser Waffe vollkommen bewusst von Anfang bis Ende.
00:25:22
Speaker
Das war nichts Neues. Nur ganz kurz, der Grund, warum gutes Wetter wichtig ist bei so einem Atomtest, ist zum einen ist es natürlich auch sichtbar, kein und zwar sofort, aber natürlich, wenn es regnet und so, werden natürlich die radioaktiven Partikel noch viel weitergetragen und die Gefahr für die Leute in der Gegend ist noch viel, viel größer.
00:25:41
Speaker
Deswegen war das wichtig und das war auch tatsächlich beim wirklichen Test so, dass sie bis in die frühen Morgenstunden gewartet haben und nicht sicher war, ob sie den Test überhaupt machen können. Aber am nächsten Tag war die Potsdamer Konferenz, die Friedenskonferenz von Potsdam und Truman wollte unbedingt, dass der Test davor durchgeht, damit er eben weiß, inwiefern er sich in Zukunft strategisch aufstellen kann.
00:26:04
Speaker
Und deswegen war das wirklich so Spitze auf Knopf und schwierig. Aber dass sich dort Leute auch gefreut haben, ist klar. Aber es wurde auch gesagt, dass vielen Leuten, die eben in Los Alamos, also dort, wo die Bombe entwickelt wurde in New Mexico, viele von diesen Wissenschaftlern,
00:26:20
Speaker
eine sehr gute Zeit dort hatten. Nicht alle, aber viele. Und sich viele dann darüber sehr erschüttert gezeigt haben später, dass etwas, was zu einer solch apokalyptischen Waffe beigetragen hat, dann doch eine gute Zeit in ihrem Leben sein konnte. Und diesen Widerspruch haben auch einige von den Wissenschaftlern tatsächlich nicht ganz hinbekommen und Oppenheimer selber ja auch nicht. Und das wird im Film ja auch sehr gut aufgearbeitet durch diese Backflashs, die er hat auch dann bei der Befragung
00:26:48
Speaker
von der in der McCarthy-Ära, wo ja alle dem Kommunismus quasi erstmal so verdächtig waren, sich dort rechtfertigen musste und was das in ihm ausgelöst hat und wie er der Sache gegenüber stand.
00:27:02
Speaker
Ja und da können wir ja mal dazukommen. Also genau, also der Film ist packed, wie das die Franzosen sagen würden. Packed! Die Franzosen ja, absolut. Mit dabei und die ganze Perspektive ist von Oppenheimer erzählt und es geht ja eben dann auch noch, bevor sie nach New Mexico diese Stadt oder dieses Village da irgendwie errichten.
00:27:31
Speaker
hat er ja Kontakte zum Kommunismus aufgrund seines Bruders und dessen Frau und lernt dann auf einer dieser kommunistischen Partys eben seine Affäre kennen, wo ja klipp und klar auch gesagt wird, okay, es ist und bleibt eine Affäre.
00:27:53
Speaker
Genau, und da können wir ja mal anfangen über eines der Lieblingsthemen gerade zu sprechen, um zu sagen, wie werden Frauen in Filmen erzählt. Und wenn man sich diesen Film nochmal anguckt und den, ich meine,
00:28:11
Speaker
Also es waren ja auch tatsächlich nicht nur Männer, die an diesen Manhattan-Projekten mitgearbeitet haben und auch relativ, es waren ja viele Frauen auch mit beteiligt und das wird ja überhaupt nicht erwähnt. Man sieht das ja. Es gibt eine Rezeptionistin im Film als Geschichte und alle anderen beiden Hauptcharaktere, die tatsächlich weiblich sind, sind
00:28:39
Speaker
Die eine ist depressiv und bringt sich um und die andere wird irgendwie erzählt. Ich weiß nicht, ob es der Historie geschuldet ist, ob es wirklich so passiert ist, wo man sich dann aber eben auch fragen kann, hey, musste das wirklich dann so erzählt werden? Also ich habe das Gefühl, dieses Ortenheimating,
00:29:00
Speaker
ihnen eben als super verletzlich und doch diesen Widerspruch zwischen sehr empathisch und diesen Retter zu zeigen, indem er eben sie dann heiratet nach der dritten Ehe, weil sie so unglücklich ist und sie bleibt ja aber dann unglücklich und verfällt dem Alkoholismus und dann geben sie dieses Kind ab an seinen Bruder und ich finde,
00:29:28
Speaker
Beim zweiten Mal sehen ist mir das noch mal sehr aufgefallen und das fand ich sehr schade zu sagen, dieser Film wurde 2021 angefangen gedreht zu werden und dann gibt es zwei Hauptfrauenrollen, die aber eben überhaupt keinen
00:29:49
Speaker
keine Heldenfigur sein können, weil sie einfach nicht gut erzählt wurden oder werden. Ich glaube tatsächlich, dass zu der damaligen Zeit Atomphysik und Quantenmechanik und solche Sachen, das war eine absolute Männerdomäne. Es gab einige fantastische Frauen in dem Bereich, gar keine Frage.
00:30:14
Speaker
Hier muss ich unbedingt kurz reingerätschen, denn es ist an dieser Stelle sehr wichtig, vor allem zwei Frauen namentlich zu erwähnen, die eigentlich das Fundament für die moderne Atom- und Kernphysik gelegt haben. Das war zum einen die großartige Marie Curie, die durch ihre Erforschung der Radioaktivität wirkliche Pionierarbeit geleistet hat und das Tor zu Atom- und Kernphysik ganz weit aufgestoßen hat und wie wir heute wissen unter größten persönlichen Opfern.
00:30:39
Speaker
Und es war Lise Meitner, die zusammen mit Otto Hahn am Kaiser Wilhelm-Institut in Berlin die Isotope entdeckte. Das heißt, verschiedene Atomarten des selben chemischen Elements. Ohne diese beiden wäre die Atom- und Kernphysik heute überhaupt gar nicht denkbar. Und sie sind deshalb wirklich mit die wichtigsten Figuren in diesem Zusammenhang. Und da Frauen und die Leistung von Frauen allzu oft unterschlagen wird, war es extrem wichtig, sie namentlich zu erwähnen. Und somit zurück zum Podcast.
00:31:06
Speaker
Ich fand aber, dass die Charaktere, die zwei Frauencharaktere fand ich aber tatsächlich sehr stark. Ich fand Kitty Oppenheimer tatsächlich von Emily Blunt, ich fand das ist eine wahnsinnig starke Frau und ich fand das war eine sehr starke Frau auch in dem Film, obwohl sie ihre Schwächen hatte.
00:31:24
Speaker
Also ich fand eben am Schluss, als sie dann für ihn sozusagen, also diese Befragung dann am Ende, das war natürlich total der Hammer, aber bis dahin fand ich, hat die Rolle total gelitten und ich fand eben auch die, wie heißt die, oh, Hälfte kurz.
00:31:47
Speaker
Ja, also sie ist halt dieses tolle Sexobjekt und sie ist clever und smart und spielt mit ihm, aber letztendlich einfach die Art und Weise, wie sie erzählt wird, das hat mich ein bisschen gestört.
00:32:00
Speaker
Am Ende, beim zweiten Mal gucken. Aber ich fand tatsächlich, Kitty Oppenheimer fand ich als Frau eine sehr starke Figur. Eine sehr starke Frauenfigur, weil ich finde, dass die beiden sich auch immer wieder gegenseitig empor gehoben haben. Also es gab Momente, da war eben Robert J. Oppenheimer wahnsinnig schwach. Da ging es ihm nicht gut, da hat sie empor gehoben und aufgerichtet und andersrum war es genauso. Sie haben sich tatsächlich sehr gut ergänzt, fand ich auch.
00:32:25
Speaker
Aber findest du, als sie stark für ihn war, hat sich seine Affäre gerade umgebracht. Also was macht sie da stark zu sagen so, oh ich toleriere meinen Mann irgendwie beim Fremdgehen und muss jetzt für ihn da sein, weil seine Affäre sich umgebracht hat?
00:32:45
Speaker
Ich weiß nicht. Also einfach nur, damit er da am Ball bleibt und dann sein Projekt weitermacht und auch eben, weil sie wahrscheinlich anders auch keine andere Chance gesehen hat.
00:32:57
Speaker
rauszukommen, weil es war ja dann wirklich, okay, wir ziehen ans Ende der Welt und wir haben keiner, also wir wissen nicht, ob wir dafür immer bleiben, ob das Projekt dann weitergeht, ob wir zurückkommen, wie lange das Projekt letztendlich geht. Ich fand das bemerkenswert, dass sie ihn da trotzdem unterstützt hat. Ich glaube, die beiden haben mit dem Film den Eindruck hatte ich, sie haben trotz auch Differenzen und auch
00:33:23
Speaker
auch Konfrontationen trotzdem irgendwo immer ihre Beziehung als etwas Wertvolles gesehen in dem Film. So habe ich das empfunden. Kitty Oppenheimer war historisch gesehen auch tatsächlich sehr unglücklich auf Los Alamos, weil Kitty Oppenheimer eigentlich eine Akademikerin war, wie man in dem Film ja dann auch sieht. Sie war Botanikerin und Biologin und ist halt eigentlich in Los Alamos dort überhaupt nicht
00:33:50
Speaker
konnte ihr gar nicht ihren Leidenschaften nachgehen und ist da so ein bisschen verkümmert. Das hat ein bisschen auch mit ihrer Depression dann in dem Film zu tun. Von daher glaube ich, historisch gar nicht unakkurat. Ich meine, inwiefern kann man historisch akkurat sein? Du kanntest die Lich, ich kannte sie nicht, Christopher Nolan kannte sie nicht persönlich. Da muss man sich natürlich immer auf Überlieferungen berufen.
00:34:11
Speaker
Aber nach dem, was ich über sie weiß, was herzlich wenig ist, aber kann ich mir durchaus vorstellen, dass es eine ganz gute Wiedergabe war ihres Charakters. Aber wie gesagt, ich höre dich, ich verstehe das.

Beziehungsdynamik und politische Antagonisten

00:34:24
Speaker
Ich fand aber tatsächlich, dass sie und er irgendwie eine starke Partnerschaft hatten in dem Film, die mir gut gefallen hat, trotz Differenzen.
00:34:34
Speaker
und trotz auch Konfrontation, weil sind wir ganz ehrlich, in welchen Beziehungen gibt es keine Differenzen, keine Konfrontationen und die muss man irgendwo überkommen oder nicht. Und die beiden haben sich in dem Film jedes Mal immer proaktiv dazu entschieden, zu überkommen. Und darin liegt für mich schon eine gewisse Stärke, die diese Beziehung dann durch den Film auch getragen hat. Okay. Was sagen wir denn zur
00:35:01
Speaker
zu unserem Robert Downey Jr. und ihn als Mr. Strauss. Spannender Charakter. Spannender Charakter, oder? Vor allem auch, wie er so erzählt wird. Wie hast du den empfunden? Ich glaube, einfach diese Kehrtwende von ... Okay, er würde ja am Anfang schon sehr noch als der Gute irgendwie erzählen, bis es dann zum Ende herauskommt. Okay, er war halt schon ein extremer Gegenspieler.
00:35:29
Speaker
Und da bist du wahrscheinlich jetzt schon wieder derjenige, der historisch noch was sagen kann. Übrigens, so und so war es. Richtig? Ich fand ihn fantastisch gespielt. Nein, nein, nein, alles. Nein, nein, okay. Hey, wir haben was bestimmt auch spannendes. Nein, alles richtig. Nein.
00:35:45
Speaker
Alles genauso wie du sagst, liebe Emilia. Alles genauso wie du sagst, genau. Ja, also auch dieses, ich glaube am Anfang hatte ich halt immer das Gefühl, dass er schon auch über Oppenheimer, also hierarchisch über Oppenheimer stand und dieses, genau, dieses Ende dann einfach, auch wie dieses Ende von dieses Films erzählt wurde, um zu sagen, okay, man bleibt einfach bei diesem schwarz-weiß
00:36:16
Speaker
Man bleibt einfach bei diesem schwarz-weiß Punkt, um dieses Ende dann eben zu erzählen und diese ganzen Perspektiven nochmal einzunehmen, um zu sagen, okay, das ist Oppenheimers Perspektive, das ist Kittys Perspektive, das ist eben Strauss Perspektive und wie sie dann sich gegeneinander sowohl
00:36:41
Speaker
aufhetzen als auch zueinander stehen und alles doch mal so ein bisschen Revue passieren lassen und wie eben Männer dann, die miteinander gearbeitet haben und keine Freunde waren, trotzdem loyal gegenüber sein können als auch eben nicht. Und da auch da noch, weil ich fand,
00:37:01
Speaker
Bevor, also es spielte sich sehr auf und irgendwann hatte ich auch dieses Gefühl von diesem, oh wow, das ist ein ziemliches Dialoggebäsche auch. Also irgendwie immer dieses sehr amerikanische, okay, das ist jetzt irgendwie cool und einer muss immer irgendwie noch einen Spruch haben oder noch ein Zitat.
00:37:17
Speaker
Und das ging mir irgendwann auch mal ziemlich auf die Nerven. Also eben auch unter anderem. Und ich glaube, das hat fast jeder gesagt, zu sagen, boah, Alter, diese Musik, das war so viel Musik da drin. Und das fand ich aber dann eben, am Ende hat sich das wieder ganz gut aufgehoben und wurde dann natürlicher wieder zum Ende hin. Ich finde, der Film ist dann an sich relativ
00:37:47
Speaker
Der Film ist keine in sich geschlossene chronologische Erzählung, wie sie ja von Nolan seltenerfalls sind. Spätestens seit Tenets sollten wir das alle verstanden haben. Was aber finde ich in dem Fall tatsächlich auch richtig gut funktioniert, weil
00:38:04
Speaker
Durch den parallelen Erzählstil, den Nolan ja in allen seinen Filmen entwickelt, zeigt er auch so die Komplexität dieser Atombombe durch die Summe einzelner Teile. Und anstatt das in einer kohärenten Geschichte zu erzählen. Und anders macht das tatsächlich für mich auch keinen Sinn. Erstens mal geht es schon mal um Kernspaltung. Ich finde es ganz gut, dass man das tatsächlich stilistisch in den Film auch ein bisschen aufgreift, könnte man jetzt sagen.
00:38:31
Speaker
Find ich gar nicht schlecht. Dem dient dann auch die Musik, finde ich. Die Musik ist ja auch mal mit Streicher einsetzen, auch Dissonanzen und so, die den Film auch eher so ein bisschen auseinander dividieren, als ihn tatsächlich auch musikalisch zu vereinen. Aber ist es nicht auch spannend, dass er mal auf Franz Zimmer verzichtet hat?
00:38:53
Speaker
Bei einem so großen Thema wie Oppenheimer und dann mit so einer absoluten Star-Besetzung, die ja im Film ist. Ich glaube, dass Nolan einfach jemand ist, der die Integrität seines Films über alles stellt. Und ich glaube, der Film-Soundtrack ist einfach nicht Hans Zimmer.
00:39:11
Speaker
Hans Zimmer hat auch eine gewisse Ästhetik, auch wenn er wandelbar ist und für unterschiedliche Filme natürlich unterschiedliche Musik macht. Da. Aber ich finde, Hans Zimmer hat trotzdem auch einen gewissen Wiedererkennungswert. Und ich glaube, er war sich einfach dessen Brust, er möchte was anderes. Er möchte nichts Verbindendes unbedingt. Er möchte eher so auch was Trennendes in der Musik. Und das ist Ludwig Göransson, finde ich, wahnsinnig gut gelungen. Und deswegen finde ich, ist das inhaltlich stimmig.
00:39:40
Speaker
Aber ich weiß, es ist manchmal dann vielleicht nicht unbedingt so ganz einfach zu folgen, macht aber auch dann wieder diese Zeitsprünge finde ich auch wichtig, weil es zeigt auch, inwiefern ein neuer Kontext auch für eine neue Einordnung sorgt.
00:39:54
Speaker
Und dadurch, dass wir dann später Oppenheimer sehen, wie er sich vor diesem Ausschuss zu verantworten hat wegen seinen kommunistischen Umtrieben, die er zu der Zeit von McCarthy eigentlich jeder hatte, wenn ihm nur jemand irgendwas Schlechtes wollte, hingehangen hat. Das war ja die Zeit, wo man die Leute einfach hingehangen hat und das Denoziantentum ganz groß war in den USA. Und er sich dann dort eben verantwortet und dann eben diese Rückblicke auch hat und sieht, wie er auf einmal die Dinge von damals auch anders einordnet.
00:40:24
Speaker
Und ich glaube, das ist wahnsinnig wichtig, um überhaupt auch diesen monumentalen Charakter der Entwicklung für eine Atombombe einzuordnen und auch immer wieder neu einzuordnen. Und das, finde ich, gelingt dem Film tatsächlich gut.
00:40:40
Speaker
Okay. Sollen wir mal über die Dinge reden, die vielleicht nicht so gut sind in dem Film? Ich habe das Gefühl, ich habe schon damit angefangen. Ich habe schon damit angefangen, dass es so ein Fanboy wäre oder so. Ja, stimmt. Hast du auch. Hast du auch. Ich hole dich dann nur immer wieder so ein bisschen ein, gell? Aber dann geh doch mal auf dein nächstes. Was wäre denn das nächste auf deiner Liste, wo du sagst, das fand ich jetzt nicht so richtig gut? Also ich glaube, was den Film angeht und ich glaube, du hast ihn nur einmal gesehen, richtig?
00:41:11
Speaker
Ich habe ihn nur einmal gesehen, ja. Okay. Ich habe ja auch das Buch gelesen. Okay. Aber das Buch. Ich dachte, das basiert doch auf mehreren Füßen. Oder nicht?
00:41:26
Speaker
Es basiert tatsächlich auf einem Buch, das habe ich nicht gelesen. Aber zufällig hast du es gelesen, richtig? Nein, das Buch habe ich nicht. Also der Film basiert auf der Biografie von Kai Bird und Martin Sherwin. Das ist die Biografie als J. Robert Oppenheimer und das hat er gelesen und das war eigentlich die Basis für das Buch. Aber ich würde mal sagen, er hat bestimmt auch
00:41:53
Speaker
The Making of the Atomic Bomb gelesen von Richard Rhodes, weil das ist ein sehr reichhaltiges, ein Fakt, ein sehr reichhaltiges Buch. Und er wäre ziemlich dumm, wenn er das Buch nicht gelesen hätte, um so viel wie möglich an Input zu bekommen für den Film. Also von daher hat er das sicherlich auch gelesen. Okay, also für die Zuhörer und Zuhörerinnen. Wo waren wir, liebe Emilia? Eine Buchabgabe. Aus Basisseite. Wo waren wir? Wir waren... Tolles Buch. Tolles Buch, ja. Bei den Dingen, die dir nicht so gut gefallen haben?
00:42:23
Speaker
Also ich habe den Film das erste Mal gesehen und es war überwältigend und ich war hin und weg und sehr begeistert und ich sehe mich noch in einer sozialen Situation, bei der ich Leute belauscht habe, die gemeint haben, hey, sie hätten gerade Oppenheimer geguckt und dann habe ich es mich dazu geschalten und dann war ich ein bisschen enttäuscht über deren Meinung und war so, wie kann man diesen Film nicht
00:42:53
Speaker
Als wieder so ein gottgleiches Nolan hat einen Film gemacht sehen, also wieder so ein oh wow und das ist Filmgeschichte, dann habe ich sie dann das zweite Mal gesehen und bin halt echt so, ich verstehe sie. Also ich verstehe sie in mehreren Fällen, weil
00:43:12
Speaker
Also um das Offensichtliche, was jetzt irgendwie erwähnt wurde, ist es sehr anstrengend mit diesen Effekten. Das Geschmackssache glaube ich absolut. Mir war das eben zu viel. Ich fand die Musik durchgängig eben, es war definitiv zu viel, weil es fällt sehr schwer dann dabei zu bleiben und diesen Dialogen zu folgen, weil es wird eben auch viel gesprochen, es wird sehr viel.

Herausforderungen beim Dialogverständnis

00:43:36
Speaker
auch eben nicht nur auf der Oberfläche erzählt, sondern es geht schon ab und an mal mit ins Detail und wenn dann aber die ganze Zeit so ein Boom und so laut dazu ist, ist es anstrengend. Das ist erstmal von mir. Was gäbe es bei dir noch als sehr...
00:44:01
Speaker
Also bevor ich das, ich muss nur noch mal ganz kurz auf Louis Strauss zu sprechen kommen, wir haben gerade ihn angerissen und dann sind wir aber nicht weiter fortgeschritten damit und manche Leute hängen jetzt vielleicht in den Seilen und denken sich, mein Gott, wer ist Robert Downey Jr., wer ist Louis Strauss? Also ganz kurz, der ist ein Senator, der berufen wird, ich glaube als Minister of Commerce und hat dann eine Anhörung im Repräsentantenhaus, um dann ernannt zu werden.
00:44:24
Speaker
und muss sich dann dort eben rechtfertigen. Und vor diesem Hintergrund spielt das eben ab und der war der große Widersacher von Robert J. Oppenheimer und der ihm dann eigentlich auch diese Anhörung im Ausschuss
00:44:39
Speaker
quasi auferlegt, der maßgeblich daran beteiligt ist, ihn vor diesem Ausschuss zu zerren, damit ihm eben seine Sicherheits-Clearance, seine Security-Clearance, wie heißt es, seine Sicherheits-Hilfmehr, liebe Emilia, seine Security-Clearance
00:44:54
Speaker
Also dass er eben seinen Passierschein bekommt und für das höchste Sicherheitslevel auch wieder freigeschaltet wird, sich dort eben verantworten muss und das natürlich als ein großer Offenbarungseid gesehen wird, wenn er den nicht erhalten sollte und ihn dann quasi als Kommunisten deklarieren würde.
00:45:10
Speaker
Und dieser Ausschuss wird maßgeblich von Louis Strauss einberufen, der sich aufgrund wirklich niedrigerer Beweggründe an Oppenheimer rächen möchte, weil er ihn einmal in einem Ausschuss von mehreren Jahren bloßgestellt hat. Das ist so ein bisschen der Charakter von Louis Strauss. Der Grund, warum ich wichtig ist, dass man das nochmal mit dem Film mit aufnimmt, ist, weil Louis Strauss für mich eine Symbolfigur ist in dem Film.
00:45:29
Speaker
Nämlich von den umtriebigen Politikern, die dann am Ende des Tages entscheiden müssen, ob so eine Atombombe eingesetzt wird oder nicht. Weil am Ende des Tages sind es ja nicht die Wissenschaftler, die die Bombe entwickeln. Übrigens andere starke Szenen im Film, wo Oppenheimer zu Truman, gespielt von Gary Oldman, sich hinsetzt und sagt, Mr. President, ich habe den Eindruck, ich habe Blut an meinen Händen. Und Harry Truman schaut ihn an und sagt, meinen Sie denn, dass es die Leute in Hiroshima oder Nagasaki interessiert, wer die Bombe gebaut hat?
00:45:56
Speaker
Es interessiert die Leute, wer sie abgeworfen hat. Und das war ich. Und dann schmeißt ich ihn aus seinem Büro raus. Und Louis Strauss ist so ein bisschen in diesem Film eben ein Symbol dafür von den korrupten Politikern und die aus aus niederen Beweggründen offensichtlich sehr weitreichende Entscheidungen treffen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ich glaube, dass deswegen ist der Charakter in dem Film auch sehr sehr wichtig.
00:46:21
Speaker
Und fantastisch gespielt. Was mir nicht gefallen hat, sollen wir jetzt da vielleicht nochmal… Bitte ja, erzähl es mir. Fantastisch gespielt, absolut. Was mir ein bisschen fehlt, also ich habe ja vorhin schon mal angesprochen, am Anfang ist es ein sehr amerikanischer Film, ist eine sehr amerikanische Sichtweise. Es wird eigentlich immer darüber gesprochen, es wird immer in dem…
00:46:45
Speaker
von dem Paradigma ausgegangen, dass es unumgänglich war, diese Bomben zu schmeißen auf Japan. Es wird in dem Film niemals in Frage gestellt, ob das nicht auch hätte anders laufen können. Historisch gesehen ist es ein bisschen schwieriger, weil die Sowjetunion, der Krieg war eigentlich beendet in Europa.
00:47:02
Speaker
Es war eigentlich nur noch in Asien und im Pazifik ging der Krieg weiter. Die Sowjetunion hätte sich dann auch wahrscheinlich gegen Japan hin orientiert. Die hatten ja auch noch nach dem japanisch-russischen Krieg Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine Rechnung mit offen.
00:47:18
Speaker
Die hätten sich wahrscheinlich dann dort eingefunden und hätten geholfen, diesen Krieg zu gewinnen. Das heißt, dieses Argument von wegen, es wären 100.000 amerikanische Soldaten gestorben, wenn sie Japan versucht hätten einzunehmen und den Krieg zu beenden, ist zumindest zum Stritten. Ich möchte nicht sagen, dass es alles gelogen ist, aber es ist sehr einseitig und auf diese andere Möglichkeit überhaupt nicht eingegangen.
00:47:42
Speaker
Das finde ich sehr problematisch. Es wird nicht auf die Opfer eingegangen, überhaupt nicht. Das hat ein bisschen damit zu tun, dass von Oppenheimer, die Perspektive Oppenheimers in dem ganzen Film sehr stark eingenommen wird. Aus den Gründen, dass es eben auch was sehr Persönliches ist und eben dadurch auch diese Zerrissenheit des Charakters und der eigentlichen Aufgabe auch illustriert. Aber das fehlt trotzdem, finde ich. Mir fehlt das in dem Film. Definitiv. Weil eine Atombombe
00:48:12
Speaker
Die Destruktivität in der Apokalypse kann man nur in Menschenleben eigentlich messen und darauf wird eigentlich so gut wie gar nicht eingegangen und das fehlt mir ein bisschen. Von daher
00:48:26
Speaker
Die Geschichte, finde ich, ist stark, ist gut erzählt, aber es bleiben Dinge offen, die ich mir eigentlich gewünscht hätte, die vielleicht ein bisschen fehlen. Auch, wie gesagt, die Langzeitfolgen von amerikanischen Ureinwohnern in Mexiko, die jetzt noch Folgen davon spüren. Und die ganze Thematik Radioaktivität fehlt auch. Also, das hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht. Ja. Ja, gehe ich mit.
00:48:57
Speaker
Also bei mir ist es ja noch mehr. Also ich finde halt auch einfach dieses, am Ende hatte ich es auch so oder nicht mal am Ende, sondern irgendwann hatte ich so ein bisschen das Gefühl, oh Gott, ein alter weißer Mann erzählt eine Geschichte über eine historisch wichtige Person und dann ist mir mal aufgefallen, Nolan ist gar nicht so alt. Und ich habe aber schon sehr viel dieses Gefühl gehabt, dass es eben
00:49:29
Speaker
sehr mannbasiert erzählt wurde, also auch um das Publikum abzuholen. Die feministische Seite soll dann eben einfach nur sagen, oh Gott, wow, und das ist ja so beeindruckend und was für ein Film. Aber ich fand halt, das hat mir schon gefehlt. Also irgendwas,
00:49:52
Speaker
Also am Ende des zweiten Malsehens habe ich echt gedacht, oh wow, das war von sehr vielen reichen Männern ein Film über Männer gemacht, gespielt von sehr erfolgreichen reichen Männern für schon auch ein männliches Publikum, mehr oder minder. Genial ist ja ja trotzdem, wir reden ja hier wirklich über Filmkunst, die
00:50:20
Speaker
die er ja mit, also wo er ja definitiv Teil von ist. Und er hat einen Anspruch an Ästhetik und an einfach seine Bilder, die sind toll. Da kann man nichts

Erwartungen und weibliche Perspektiven

00:50:34
Speaker
gegen sagen. Die schauspielerische Leistung von jedem einzelnen Schauspieler und auch von den Schauspielerinnen selten. Also mich würde es tatsächlich wundern, wenn K.R. Murphy dafür jetzt keinen Oscar bekommt.
00:50:51
Speaker
Schauen wir mal, das ist abzuwarten. Aber ich würde es ihm gönnen. Ich bin ja gar nicht so. Ich würde es ihm total gönnen. Also ich finde, ja, also ich würde jetzt eine Frage mal in den Raum stellen, die möchte ich auch gar nicht beantworten, kann ich auch gar nicht beantworten. Aber es gibt natürlich, es ist aus einer Zeit, sage ich mal, in der das Patriarchat noch wesentlich weiter ausgeprägt war, als es jetzt der Fall ist. Es ist wieder da.
00:51:18
Speaker
Und das heißt, gerade in solchen Historienstücken ist es halt dann auch vielleicht, und die Frage ist, wie bringt man dann die weibliche Perspektive rein? Aber die Frage möchte ich jetzt an dich stellen. Wie machst du aus so einem Historienstück, wo es tatsächlich, sag ich mal, vor allem Männer gab, die dort an den Schalthebeln gesessen sind, wie bringt man dort die weibliche Perspektive am besten unter?
00:51:45
Speaker
Das ist eine sehr berechtigte Frage. Eine wichtige Frage auch. Ja, natürlich. In dem Fall wäre es eben spannend gewesen zu sagen, der Research-Punkt, es gibt einfach, ich glaube es ist auf YouTube oder so nochmal ein
00:52:00
Speaker
dass es zehn Minuten Video sein, um zu sagen, wie viele Frauen da letztendlich mitgearbeitet haben und man sieht sie nicht. Es sind ja selbst in diesen ganzen Kompasenbildern, man sieht nicht eine einzige Frau. Auch diese Erzählweise, wie wird seine Affäre meistens erzählt? Nackt.
00:52:17
Speaker
oder eben beim Sex und das ist so okay, warum ist das wichtig und warum kann es nicht einfach auch, warum kann es nicht ein intellektuelles Gespräch sein, wo sie vielleicht einfach auch die Führung hat und ihm vielleicht irgendwie, wo man das Gefühl hat, okay, er wurde durch sie inspiriert, aber letztendlich
00:52:40
Speaker
Ja, also weißt du, natürlich ist es, ich hab das mir auch in meinen Notizen geschrieben, also ganz großes Fragezeichen, ist es der Historie geschuldet? Natürlich ist es der Historie geschuldet, aber man kann ja trotzdem auch historische Filme in der Neuzeit versuchen, anders zu erzählen und wirklich auch vielleicht ein bisschen an ein weibliches Publikum zu denken. Um nicht eben nur dieses, okay, ja, genau.
00:53:08
Speaker
Und wie man das… Und unbedingt. Absolut, unbedingt. Und da gibt es keine, also hier gibt es keine zwei Meinungen dazu. Draußen im ganzen Rest der weiten Welt, da vielleicht schon. Aber hier nicht, sehe ich auch so. Aber die Frage wird man natürlich nicht abschließend beantworten heute, sondern das ist etwas, was wir immer weiter definieren müssen oder immer weiter vielleicht noch ausprobieren müssen. Das heißt, es ist einfach ein Curator das nächste Mal.
00:53:38
Speaker
Inszenieren. Oh, der nächste von Greta Gerwig. Das wäre spannend, den würde ich mir auch anschauen. Ich glaube, wir haben jetzt relativ viel gesagt. Ich würde gerne eines noch teilen.
00:53:48
Speaker
Oh, das wäre auch eine feine Sache. Die würde ich mir auch anschauen. Ich würde mir alles anschauen. Von Greta Gerwig würde ich mir alles anschauen. Ich würde zum Ende noch, weil ich bin heute über etwas sehr Interessantes gestolpert, in Vorbereitung auch. Ich habe mir nämlich von Wolfgang M. Schmidt Filmanalyse auf YouTube angeschaut. Das ist auch sehr spannend. Er hat aus dem Buch von Günther Anders die atomare Drohung vorgelesen. Und das ist mir hier im Kopf geblieben, das habe ich mir sogar aufgeschrieben. Und das geht folgendermaßen.
00:54:17
Speaker
Akkumulierende Hemmungslosigkeit bei akkumulierender Macht. Hemmungen von einer Macht gebraucht zu machen, werden umso geringer, je größer die Macht ist, die man in Händen hält. Dieses Gesetz lutelt in der Tatsache des prometischen Gefälles. Effekte büßen umso mehr an Vorstellbarkeit ein, desto größer sie werden. Man hat beispielsweise weniger Hemmungen, 100 Menschen zu liquidieren, als einen einzigen umzubringen.
00:54:43
Speaker
Und ich glaube, dieser Satz oder dieser Paragraph stellt die Gefahr der Atomarwaffen in einen sehr guten und wichtigen Kontext. Denn wenn man sich über Einzelschicksale Gedanken macht, ist das manchmal dann tatsächlich vielleicht eine andere Frage, als wenn man sagt, ich werfe jetzt eine Bombe auf einer Stadt ab, die dann 70.000 bzw. 80.000 Menschen Opfer auf einen Schlag fordert.
00:55:10
Speaker
weil die Abstraktion so groß ist und weil man eben diese Macht in den Händen hält und mit dieser Macht meint auch die Verantwortung für etwas zu tragen, dass die eigene Wahrnehmung sowieso übersteigt. Und ich glaube, in dem Zusammenhang, in dem Kontext mit Atomarwaffen ist dieser Paragraph wahnsinnig wichtig und zeigt die Gefahren, die in so viel Macht generell begraben liegen.
00:55:34
Speaker
Wollte ich noch mal kurz so teilen. Und wie würdest du denn jetzt sagen, was würdest du dazu sagen, wenn ich sage, wir steigen jetzt einfach mal in die Fun

Spaßfakten zur Filmproduktion

00:55:43
Speaker
-Facts ein? Nachdem ich jetzt gerade so apokalyptisch wieder mal und vom Weltuntergang quasi gesprochen habe, können wir jetzt in die Fun-Facts einschreiben. Was sagst du? Moment. Moment. Moment. Moment. Du weißt, was jetzt kommt. Ich weiß, was jetzt kommt.
00:56:01
Speaker
Nee, das war der falsche Günther. Wirklich. Moment, ich hab... Jetzt, jetzt. Fun Facts. Günther, jetzt. Da sind sie. Hast du gehört? Ich hab's gehört. Perfekt. Also, ich hab zwei. Und das eine finde ich so unfassbar entzückend. Und zwar hat das ganze Team und alle Schauspieler miteinander sechs Monate gelebt.
00:56:24
Speaker
Und ich kann das aus eigener Erfahrung sagen, dass ich das auch mal hatte in Dänemark und ich musste mit meinen Kollegen oder ich habe dann tatsächlich mit meinen Kollegen in einem Haus zusammen oder ja, doch wir hatten so ein kleines Bungalowhäuschen zusammen gelebt und das war ganz doll intensiv. Und irgendwie fand ich das eine total süße Vorstellung, dass sie da in diesem Hotel in New Mexico alle zusammensitzen, was natürlich, also der Kilian hat dann selten
00:56:52
Speaker
Sachs dann selten mit beim Abendessen, weil ihn das glaube ich sehr auch mitgenommen hat, die Rolle und seine Vorbereitung. Aber das finde ich süß. Kleine Family geworden, alle zusammen.
00:57:07
Speaker
Ich glaube, das ist auch das Schöne an Film, dass man da tatsächlich auch mal die Möglichkeit hat, sich mit anderen Menschen zu beschäftigen, langfristig. Ja, aber muss als Zwang, also du lernst wirklich alles. Ein soziales Gewerbe, könnte man sagen. Ein soziales Gewerbe, oder? Schon. Hilft dir alles nichts. Muss man dann durch.
00:57:29
Speaker
Außer man heißt Killian Murphy, der kann sich dann zurückziehen und in aller Stille dann… Martinis trinken und rauchen.
00:57:38
Speaker
um in die Rolle reinzukommen. Ja, Kettenrauchen. Ah, Fun Fact, wo wir bei Fun Facts sind. Fun Fact. J. Robert Oppenheimer ist am Kettenrauchen gestorben, 62 diagnostiziert, ich glaube Rachenkrebs und dann, ich glaube, 67 gestorben, wenn ich mich nicht täusche. Von daher, das war mein Fun Fact.
00:58:03
Speaker
Was sagst du dazu? Du sagst noch einen. Du hast gesagt, du hast zwei. Ja, und ich glaube, das ist jetzt in der Research-Phase für die Fun-Facts. Ja, war okay. Aber ich finde es so lustig. Und zwar erstreckt sich der IMAX-Abzug dieses Films. Man erinnert sich, ist der längste Film von Christopher Nolan. Er geht drei Stunden.
00:58:30
Speaker
über eine Länge von etwa 18 Kilometern und wiegt 600 Pfund. Ich weiß nicht, was 600 Pfund sind und ich weiß nicht, warum sie das in 600 Pfund... 300 Kilo. Das ist schon so was. Ich würde es gerne im Museum sehen. Ich würde gehen einmal irgendwie.
00:58:51
Speaker
Ich don't know, was es da bezieht. Aber es ist lustig sich vorzustellen. 300 Kilo Film? Wow! Stell dir vor, du schickst irgendwie so einen Setrunner mal und sagst, ja, hol mal den Film aus dem Archiv. Da musst du einfach mit 300 Kilo da ankommen.
00:59:13
Speaker
Ich hoffe, der hat einen Transporter oder so was oder zumindest eine E-Bike. Oder Hilfe. Das würde ich ihm wünschen. Zumindest eine E-Bike mit Anhänger oder Hilfe. Das wäre auch nicht schlecht. Vielleicht, wir haben ja gerade gesagt, soziales Gewerbe. Vielleicht gibt es ja noch einen zweiten oder dritten Runner, der den Film dann mit anpackt.
00:59:28
Speaker
Okay, das finde ich echt bemerkenswert. 300 Kilo, 18 Kilometer lang. Wow, da wurde ordentlich was verpackt. Übrigens, da muss ich mal nachfragen, ich weiß nicht, ob du das weißt, aber ist das dann tatsächlich für den fertigen Film oder alles, was geschossen wurde? Weil die haben ja natürlich auch Vorlauf, Nachlauf von den Ländern und mehrere Takes und so.
00:59:49
Speaker
Der, der sozusagen früher hätte eingespielt werden müssen, wo man ja wirklich den noch eindreht und so, ja, der Abzug. Wow, okay. Also der fertig geschnittene Film, 300 Kilo, boah. Da möchte ich gar nicht wissen, wie viel mehr dann das gesamte Filmmaterial war, das sie produziert haben an Länge und das ist ja dann nochmal drei-, viermal so viel wahrscheinlich. Ich werde ihn fragen.
01:00:17
Speaker
Okay, mach mal, mach mal. Ich bleib dran so lange, ja? Günther, bringst du mir mal einen Kaffee, bitte? Für den ist es halb vier. Christoph hat Lunch zwischen um drei und um vier. Ah, um halb vier hat der Lunch, der Christophe. Ja, der ist ja auch ein soziales Gewerbe, wie wir festgestellt haben.
01:00:33
Speaker
Okay, er ist ja... Wem sagst du das? Nur kurz vor der Arbeitslosigkeit, mit einem Bein in der Arbeitslosigkeit. Also von daher, habe ich jetzt noch ein Fun-Fact tatsächlich. Fun-Fact. Ja, ich überlege gerade, ob das jetzt... Übrigens, warte mal, der hat noch gefehlt bei dir.
01:00:53
Speaker
Ja, der muss schon sein. Also der muss schon sein. Ich habe, also so viele Fun-Facts ist ja der ganze Thema, habe ich jetzt nicht mehr gefunden tatsächlich. Aber was trotzdem interessant zu wissen ist, finde ich, das an der Entwicklung der Atombombe und das ist ja auch vielen, auch wir in dem Film nicht so ganz wirklich bewusst. Ich meine, die ganze Thematik von Urananreicherung, das hat man damals mit
01:01:18
Speaker
mit elektromagnetischer Urananreicherung gemacht damals noch. Das war ein immenser energetischer Aufwand, ein riesenenergetischer Aufwand mit Riesen, ich glaube Zentrifug und was weiß ich noch alles. Das haben die über ganz Amerika verteilt gehabt, um diese Urananreicherung überhaupt zu haben. Und den Film siehst du ja auch, hat ja diese Kugel, diese Perlen, diesen, sag schon,
01:01:40
Speaker
Ja, mit Murmeln. Oh, ich liebe dieses Bild. Danke, mit den Glasmurmeln. Ja, irre. Ich liebe das. Und da wird gezeigt, wie viel Uran gerade vorhanden ist im Land und wie wenig das ist und wie viel sie noch brauchen. Aber in dem Beispiel sieht man, wie viel Aufwand betrieben wurde, um diese Bombe zu bauen. Und wie toll das erzählt ist. Es ist so...
01:02:02
Speaker
Ja, ich hab das geliebt. Ich hab das so, also auch immer dieses, okay, es gibt dieses eine, wo er dieses eins, zwei, drei, er wartet, vier, fünf, und alle sind so, wow, und dieses, und wie einfach das erzählt wurde in diesem, okay, man hat diesen Schreibtisch, man hat zwei Glas.
01:02:19
Speaker
Jetzt sage ich auch schon Bowl, Glas, Behälter. Nee, das war richtig gut. Das fand ich auch richtig gut. Um mir jetzt noch abzuschließen, wollte ich nur sagen, ich habe jetzt einmal gelesen, über 500.000, ein andermal habe ich gelesen, über 600.000 Menschen haben an der Entwicklung der Atombombe mitgewirkt und gearbeitet. Das ist irre, ja. Das ist bis zum damaligen Zeitpunkt ein Prozent der gesamten amerikanischen Bevölkerung, die mitgewirkt haben, diese Atombombe zu entwickeln. Das ist schon bemerkenswert, oder? Ja.
01:02:50
Speaker
Jobs geschaffen. Wir sollten mehr darüber nachdenken, weiter Atombomben zu machen. Jobs. Jobmaschine. Nicht mehr. Gut. Dass Amerika durch den Krieg vom Krieg auch profitiert hat, von beiden Weltkriegen auch wirtschaftlich, ist unbestritten. Deswegen, im Krieg gibt es leider auch Gewinner. So schwer das auch tatsächlich zu akzeptieren ist. Aber ist so. Kommen wir zum Fazit. Liebe Emilia, jetzt waren wir bei den Fun-Facts.
01:03:19
Speaker
Wir kommen zum Fazit, ja. Soll ich uns dann mal runterzählen, beziehungsweise unseren, ja? Okay, dann hier. Muss man gesehen haben.
01:03:37
Speaker
Nein. Geil! Ha! Nein. Nein, ich sage nein. Okay. Ich sage nein. Okay. Du sagst nein? Warum? Weil... Weshalb? Ein bisschen mehr Qualifikation brauchen wir jetzt schon. Natürlich. Ich habe meine Punkte erwähnt vorher. Ich finde es...
01:03:55
Speaker
Nolan hat Filme, die man gesehen haben muss, definitiv. Ich finde aber einfach, dieser Film lebt vor allem unter dieser Unterschrift. Es ist ein Christopher Nolan Film und ich habe das Gefühl, diese Thematik und meinetwegen auch die gleichen Schauspieler sagen, wir haben das erwähnt, das ist eine tolle Besetzung gewesen und Kea Murphy ist eine perfekte Oppenheimer Darstellung.
01:04:26
Speaker
Beeindruckend groß, es war viel Geld mit dabei, aber das ist was, wo man sagt, man hat den Hype mitgemacht, man kann ihn gerne gucken, aber man wird überleben, ohne dass man ihn gesehen hat.
01:04:40
Speaker
Okay, jetzt halte ich dagegen. Natürlich sehr schön, dass wir die Kontroverse heute hochleben lassen. Und es zeigt einmal, Filme sind natürlich auch Geschmackssache. Selbstverständlich. Ich finde alleine schon deshalb, dass es natürlich ein epochales Ereignis der Menschheitsgeschichte ist. Wie gesagt, sich dazu selber in die Lage versetzen, den eigenen Untergang herauf zu beschwören. Alleine das ist es wert, den Film zu sehen. Denn ich denke, er ist in vielerlei Hinsicht historisch sehr, sehr gut gemacht.
01:05:09
Speaker
sehr gut recherchiert, sehr gute schauspielerische Leistung und ich glaube, die Fragestellung nach der menschlichen Dummheit und dem menschlichen Genie drängt sich nach diesem Film tatsächlich auch und wie nah sie beieinander liegen, was vielleicht tatsächlich das größte existenziellste Problem der Menschheit generell ist, mit diesem Widerspruch klarzukommen. Deswegen finde ich, löst dieser Film diese Fragen an einem aus und deswegen sollten wir ihn auf jeden Fall gesehen haben.
01:05:34
Speaker
Ja, trotz aller Schwächen auch, die ich meiner Meinung nach, die es gibt, auch sehr amerikanisch Sichtweise. Und ich möchte eines noch, möchte ich noch ganz kurz an die Hand geben. Ich könnte, ich würde empfehlen, nach Oppenheimer, sich Hiroshima Monomura anzuschauen. Denn der Film, gerade in den ersten 15 Minuten, zeigt sehr stark die Opferseite.
01:05:56
Speaker
aber auch menschliche Wärme und das ist deswegen ein wahnsinnig guter Übergang von dem Film in die Zeit nach dem Oppenheimer Film. Ich hab's gemacht und ich fand den Film wahnsinnig gut, ist ein sehr guter Film, aber gerade in dem Zusammenhang kann ich das sehr empfehlen. Und ich glaube, wer sich wirklich für das Thema Oppenheimer interessiert, findet bestimmt auch eine wahnsinnig gute Doku, die nicht drei Stunden geht.
01:06:16
Speaker
Es gibt eine Serie, das habe ich gelernt jetzt übrigens. Hast du das auch gehört? BBC hatte in den 80er Jahren eine gemacht mit Sam Waterston. Hat sogar The Buffed Award und jede Menge Aussagen bekommen. Noch nie gesehen. Vielleicht schaue ich sie mir mal an, dann können wir mal anders drüber reden. Ich werde auch in den, wir werden in den Show Notes verlinken. Oder? So wie immer. Wir werden in den Show Notes verlinken. Okay.
01:06:36
Speaker
Hey! Was bleibt uns jetzt noch? Wir müssen noch auf jeden Fall neun Buchstaben festlegen, oder? Ja, absolut. Gibst du uns die Ehre? Oh nein, Moment, bevor wir das machen. Ich würde gerne noch eine neue Rubrik einführen. Wir sind ja erst bei der zweiten Folge. Ich würde gerne eine Rubrik einführen. Liebe Emilia, ich habe mir überlegt, es wäre schön, wenn man ein wenig auch abschweift, vielleicht nur von den Filmen und in jeder Folge eine Szene
01:07:06
Speaker
der Woche oder der letzten zwei Wochen bespricht. Irgendetwas Visuelles, das einem im Gedächtnis geblieben ist, egal welche Plattform, egal in welchem Zusammenhang, das kann YouTube sein, das kann ein Film sein, das kann eine Serie sein, was auch immer. Irgendetwas, das hängen geblieben ist. Ich hätte heute schon was, aber du bist natürlich unvorbereitet, weil ich jetzt mit der Tür ins Haus falle, so wie du das zu Anfang der Episode gemacht hast. Von daher ...
01:07:31
Speaker
Würde ich jetzt mal eine sagen? Okay. Und dann darfst du so lange überlegen, ob dir vielleicht auch was einfällt. Okay. Wie wäre das? Mhm. Let's do it. Die Szene der Woche. Ich habe auf meinen YouTube-Eskapaden, letztens bin ich bei einem Video von Trevor Noah hängen geblieben. Ja, ich liebe ihn. Er hat so ein Segment, das heißt Between the Scenes. Ich liebe Trevor Noah. Ein ganz großartiger Mensch auch, muss ich echt sagen.
01:07:55
Speaker
Ich kenne ihn nicht. Ja, ich weiß nicht, ob du ihn kennst. Ich kenne ihn nicht, aber ich finde alles, was er sagt und tut, hat Hand und Fuß. Ich finde ihn wirklich sehr, sehr gut. Und es gibt diese eine Szene auf YouTube, Between the Scenes, wo er über Kontext spricht, Zusammenhänge.
01:08:10
Speaker
Und ich glaube, das ist das, was eben in dem Film ja auch passiert. In Oppenheimer ist es immer, neue Kontexte zu schaffen. Das Ganze so ein bisschen aufzuspalten. Und er redet darüber, wie wichtig Kontext im Leben ist. Für alles. Zusammenhänge zu erkennen, weil der Kontext und der Zusammenhang eigentlich das Verständnis jeder Situation verändert. Und jede Form von Kontext es ermöglicht, die eigenen Voreingenommenheiten zu überkommen.
01:08:37
Speaker
Und meine feste Überzeugung, und das ist auch das, was Trevor Noah sagt, ist, wir kennen immer nur einen Bruchteil von dem, was wir gerade vor uns haben. Ein Bruchteil der Geschichte, die ein Mensch in sich trägt. Und zu meinen, wir würden alles verstehen, nur weil wir jetzt gerade in diesem Moment
01:08:53
Speaker
ein Teil dieser Geschichte geworden ist, ist eigentlich anmaßen und überheblich und deshalb ist Kontext immer King und schlägt alles. Und das ist, finde ich, etwas, das man im Leben durchaus beherzigen sollte und das bringt er in dieser kurzen Sequenz, ich glaube acht Minuten, fantastisch auf den Punkt. Und auch dazu werden wir natürlich in den Show notes verlinken.
01:09:13
Speaker
Hattest du jetzt ein bisschen Zeit, dir vielleicht auch Gedanken zu machen, ob bei dir irgendwas hängen geblieben ist? Es ist so lustig, du erzählst das und ich weiß halt einfach, worüber du reden willst. Ich habe gerade das R noch mal review passieren lassen, weil ich wirklich ein großer Trevor Noah Fan bin. Habe ich was gehabt diese Woche? Ich skippe. Ich glaube, ich skippe das heute. Ich muss mich ja noch mal damit beschalten, um das irgendwie auch mit vorzubereiten fürs nächste Mal, ja.
01:09:42
Speaker
Nee, also ich hab dich ja überfallen damit heute. Ja, das auch. Also das habe ich auch. Ich weiß. Und das tut mir auch total leid. Aber ich glaube, die Rubrik ist gut, oder? Ich fände die Rubrik super, ja. Gute Idee. Das nächste Mal gerne in den Wilden vorbereiten. Dann machen wir das einfach.
01:10:03
Speaker
Das nächste Mal dann mit etwas Vorbereitung. Okay, habe ich verstanden. Diese Vorbereitung wird ihr hiermit, wird ihr hiermit gegeben. Tja, jetzt ist Glücksrad. Wir waren ja eigentlich schon da. Jünter, hier, mach mal Glücksrad. Pö.
01:10:27
Speaker
Pinguin. Da fällt mir jetzt nicht tatsächlich direkt was dazu ein, außer... Müssen wir auch nicht. Müssen wir nicht. Wir können ja nochmal drüber nachdenken. Machen wir auch. Erst in der nächsten Folge werden wir einen Film bereit haben, der mit P anfängt.
01:10:46
Speaker
Ja, oder auch einen Regisseur mit P, oder Regisseurin mit P, oder irgendwas mit P. Eine Produktionsfirma mit P. Mehr ist dem gar nicht hinzuzufügen. Genau, wir werden sehr kreativ mit dem Buchstaben P umgehen und schauen, was das uns beim nächsten Mal liefert. Liebe Emilia, wie immer, große Freude, sehr schöne Zeit. Lieber Basti. Schönes Gespräch, spannender Film und wir hören uns in zwei Wochen wieder.
01:11:15
Speaker
Und an alle Zuhörerinnen, wenn euch die Folge heute gefallen hat, dann hinterlasst uns doch bitte eine Bewertung bzw. einen Kommentar. Wir würden uns sehr darüber freuen, es würde uns helfen und wir freuen uns, euch in zwei Wochen wieder hier begrüßen zu dürfen. Bis dahin wünschen wir euch alles Gute und sagen Tschüss! Das war Muss man gesehen haben mit Emilia Bernsdorf und Bastian Fischer.
01:11:42
Speaker
Hey, Basti. Was denn, liebe Emilia? Ratte mal, von wem dieses Zitat kommt. Es kommt im Leben nicht darauf an, wie viel du austeilst, sondern darauf, wie viel du einstecken kannst. Das kommt natürlich vom einzig wahren Rocky Balboa. Ja, es kommt vom einzig wahren Rocky. Und das ist... Ariel!
01:12:05
Speaker
Wenn du gut in etwas bist, mach es nie umsonst. Das war Heath Ledger in The Batman. Boom! Als The Joker. Nein, Heath Ledger in Batman als The Joker. So rum. Ich glaub, jetzt müsstest du stimmen, oder? Ja, total korrekt. Du bist richtig gut heute. Vielen Dank. Danke fürs Kompliment. Meinst du, wir sollten? Ja, vielleicht, also gleich. Aber ich hab noch eins. Eins hab ich noch. Dann hau mal raus. Okay. Also, ready? Ready.
01:12:32
Speaker
Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu imponieren, die wir nicht mögen. Das ist natürlich aus Fight Club. Natürlich ist es aus Fight Club. Ja, very good. Und deswegen, liebe Leute, wollen wir von dem Geld, das wir noch nicht haben, Dinge kaufen, die wir für diesen Podcast brauchen, um Leute zu imponieren, die wir definitiv mögen. Nämlich euch filmbegeistert.
01:12:57
Speaker
Also, wenn euch dieser Podcast gefällt, supportet, liked und donatet, was das Zeug hält. Die Links dazu findet ihr wo, liebe Emilia? Unten in den Show Notes. Und damit verabschieden wir uns. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.