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Tölt Training reloaded: wenn der Knoten platzt

Takt und Verstand - der Islandpferde Podcast

Transcript

Speaker: Takt und Verstand, der Islandpferde-Podcast.

Speaker: Alles rund ums Islandpferd mit Svenja und Melanie.

Speaker: Hi Svenja, herzlich willkommen zurück.

Speaker: Hallo, schön dich zu sehen und zu hören und wieder eine neue Folge hier im Podcast zu besprechen.

Speaker: Ich freue mich.

Speaker: Ich freue mich auch.

Speaker: Wie ist es dir denn die letzten zwei, drei Wochen ergangen?

Speaker: So, mit dem Pferdetraining.

Speaker: Also.

Speaker: Sag es bitte einfach in drei bis fünf Sätzen.

Speaker: Kurz gesagt, gut.

Speaker: Das ist mir zu kurz.

Speaker: Nein, also ich hatte das letzte Jahr ganz schön mit dem Thema Passigkeit und auch mit dem Thema Vorwärts zu kämpfen.

Speaker: Und irgendwie platzen jetzt so ein paar Knoten.

Speaker: Und deswegen bin ich mega happy, obwohl ich noch nicht sagen würde, dass wir jetzt an einem Stand sind, wo ich sage, guck mal hier, ich zeige jedem, wie mein Pferd läuft und ich bin ultra stolz.

Speaker: Guck mal, was für ein geiler Teil, geiles Teil.

Speaker: Aber ich würde sagen, es geht irgendwie jetzt was, was ganz lange nicht gegangen ist.

Speaker: Das ist schon mal spannend.

Speaker: Was ist denn ganz lange nicht gegangen?

Speaker: Und von welchem Pferd sprichst du?

Speaker: Also ich spreche von Stepnier, der ist ja sehr fünfgängig veranlagt und

Speaker: Ich weiß nicht, ob du dich noch an die Male erinnern kannst, wo du so die ersten Male drauf saßt und ihn geritten bist.

Speaker: Er war immer so ein Pferd, der eher so ein bisschen klemmig war, passig war.

Speaker: Also der hat schon immer genug Gang an sich gehabt, aber halt mit der Tendenz zu sehr passig.

Speaker: Am Anfang würde ich sagen, er ist eigentlich rein Schweinepass gelaufen und man hat nicht von Tölt unbedingt sprechen können.

Speaker: Und halt dazu alles so ein bisschen energieloser oder klemmig.

Speaker: Also irgendwie, man hat so das Gefühl gehabt,

Speaker: Es verhungert alles so irgendwo am Widerriss und es geht nicht die Bewegung durch den Körper durch, es zieht nicht nach vorne, so ein bisschen das.

Speaker: Und das hat uns jetzt doch ziemlich lange begleitet, das Thema.

Speaker: Ja, der war einfach so ein bisschen eumelig.

Speaker: Der ist da so nett vor sich hin gejuckelt.

Speaker: Genau, gejuckelt trifft es eigentlich ganz gut.

Speaker: Also du hast was gemacht, so 50% von deinen Hilfen sind irgendwo im Sande verlaufen.

Speaker: Bisschen was ist angekommen, bisschen was hat er wahrscheinlich auch noch wegignoriert.

Speaker: Und Reiten an sich war jetzt nicht so aufregend, sagen wir es mal so.

Speaker: Es war eher so ein bisschen schwerfällig alles, so ein bisschen hä.

Speaker: Ja, das war jetzt natürlich deine Interpretation.

Speaker: Aber und was ist jetzt anders?

Speaker: Mein Pferd geht vorwärts und zwar wirklich vorwärts.

Speaker: So vorwärts, dass ich sage, okay, wir müssen jetzt daran arbeiten, dass er jetzt diese Energie, die er entwickelt hat, auch irgendwie sinnvoll im Körper umsetzen kann und nicht einfach nur rennt.

Speaker: Und insgesamt einfach so die Reaktivität, die Kraft erfolgt,

Speaker: Das Reitgefühl, es macht jetzt einfach, du hast jetzt das Gefühl, du hast ein Pferd unter dir.

Speaker: Sagen wir es mal so.

Speaker: Du hast jetzt so ein Reitpferd unter dir, du sitzt jetzt drauf und merkst, der ist ready, der ist da.

Speaker: Da ist so, okay, was machen wir heute?

Speaker: Es ist mehr so, du hast jetzt das Gefühl, er denkt jetzt mehr mit dir zusammen mit.

Speaker: Und am Anfang war es eher so, so ein bisschen er denkt für sich, er juckelt für sich darum, hat eine gute Zeit.

Speaker: Und jetzt hat man eher das Gefühl, er denkt mit dem Reiter zusammen in Richtung, was arbeiten wir heute oder was erleben wir heute gemeinsam.

Speaker: Und das ist nicht so...

Speaker: ja, ich gehe raus und bin brav und alles ist schön, sondern es ist eher so ein gemeinsames Ding.

Speaker: So hatte ich jetzt das letzte Mal das Gefühl, weil ich durfte ihn ja jetzt letztens auch mal wieder reiten und ich reite das ja nicht so oft.

Speaker: Und für mich sind die Unterschiede da viel, viel größer.

Speaker: Ja, er hat jetzt eine Arbeitsmoral.

Speaker: Er ist jetzt einfach da.

Speaker: Also er ist jetzt einfach bei dir, er ist da und es ist nicht mehr so,

Speaker: du guckst mal, was du hinkriegst, sondern er setzt das auch um, was du ihn fragst, umzusetzen.

Speaker: Das ist für mich ein riesiger, riesiger, riesiger Schritt, weil ich habe schon den Anspruch an meine Reitpferde, dass sie mit mir kommunizieren und immer wieder in einer Art Dialog stehen.

Speaker: Und ich mag das gar nicht, wenn du so passagiermäßig auf einem Pferd sitzt und dich so durch die Gegend tragen lässt.

Speaker: Ja, das ist einfach ein Unterschied der Herangehensweise.

Speaker: Also du bist ja kein Tourist, der nichts machen will.

Speaker: Man will ja schon irgendwie ein bisschen trainieren und arbeiten.

Speaker: Und das ist natürlich super schwierig, wenn du ein Pferd hast, das da nicht mitzieht oder nicht mitziehen kann, das sehr langsam ist, sehr faul ist nach dem Motto, du musst irgendwie überhaupt gucken, dass du das Pferd in Bewegung setzt.

Speaker: Ja.

Speaker: Kannst du das auch von Halas Jadna damals oder war die schon immer eigentlich so, dass sie gut vorwärts gelaufen ist?

Speaker: Nee, die musste das auch lernen.

Speaker: Vor allem, also als ich die angeritten habe, war das eine Zeit lang auf dem Platz oder in der Halle oder so.

Speaker: Da hat sie das gar nicht verstanden, warum sie da im Kreis laufen soll.

Speaker: Und da mussten wir schon auch ein bisschen durchboxen, dass sie da auch lernt, auch dort zu laufen, vorwärts zu gehen.

Speaker: Im Gelände war das besser, aber da gab es auch Phasen, wo sie im Gelände eher langsam unterwegs war.

Speaker: Ich meine, die hat von sich aus schon immer ein bisschen mehr Gehwillen und Bewegungswillen.

Speaker: Aber so wie es jetzt ist und das Richtige, dass man sie anschalten kann und dass sie wirklich läuft und richtig auch Spaß hat, das musste die auch erst lernen.

Speaker: Das war nicht von Anfang an so da.

Speaker: Ja, dieses Anpacken, dass man wirklich das Gefühl hat, das Pferd, das packt so an und sagt, okay, wir gehen jetzt und wir machen das jetzt.

Speaker: Das entwickelt sich natürlich mit der Zeit.

Speaker: Und viele werden jetzt aufschauen und sagen, hey, ist ja klar, ein Jungpferd, das muss erst Kraft aufbauen, das muss erst verstehen, was es tun soll.

Speaker: Und da stimme ich absolut zu, das ist für einen Jungpferd absolut normal, dass die am Anfang natürlich noch nicht so anpacken, wie dann später, wenn sie einfach auch körperlich dazu in der Lage sind und mental sind.

Speaker: Und ich glaube, so war es bei Halas Diadna.

Speaker: Also gerade als Junge, die musste das einfach lernen und Kraft bekommen, weil bei ihr hatte ich nie so das Gefühl wie jetzt bei Steffen, dass sie so krass auf der Bremse steht, sondern es war eher dieses Jungpferde-Ding.

Speaker: Aber es gibt natürlich auch Pferde, die vom Temperament her anders sind oder denen man auch Temperament in gewissem Maßen mehr beibringen kann oder muss.

Speaker: Also du meinst mit Temperament jetzt wahrscheinlich vorwärts?

Speaker: Ja, und auch diesen Willen, weil natürlich ist es auch genetisch festgelegt und charakterlich und Temperament ist ja auch einfach eine Eigenschaft.

Speaker: Aber man kann da, glaube ich, auch so ein bisschen was rauskitzeln.

Speaker: Also es gibt ja Pferde, die sind sehr in sich und gehen nicht raus und sind dann eher so ein bisschen...

Speaker: Und schüchtern und da kann man auch ein bisschen was rauskitzeln.

Speaker: Natürlich kannst du nicht den Charakter komplett ändern, aber ich finde, man kann denen auch beibringen, ein bisschen mehr anzupacken.

Speaker: Tatsächlich hatte ich bei Steppen ja nicht das Gefühl, dass er schüchtern ist in dem Sinne, sondern ich glaube, bei ihm war es mehr so eine Art Selbstschutz.

Speaker: Der war ein Pferd, der war schon immer sehr selbstbestimmt und hat seine Grenzen,

Speaker: Gegenüber den Menschen immer sehr klar definiert.

Speaker: Also er hat immer gesagt, er hat nicht immer gesagt, aber er hat schon auch mal gesagt, bis hierhin und nicht weiter, das kann ich, das kann ich nicht.

Speaker: Und es war immer schon ein Pferd, der nicht einfach nur kompromisslos ausgeführt hat, was du von ihm wolltest, der hat alles, was er umsetzen konnte, für dich gemacht, ohne dass du zweimal nachfragen musstest.

Speaker: Wirklich.

Speaker: Wirklich, also alle Aufgaben, die er lösen konnte, macht er auf Anhieb, macht er mega toll, er ist super kooperativ.

Speaker: Und wenn es an seine körperlichen und mentalen Grenzen geht, dann zeigt er dir das auch deutlich.

Speaker: Und das fand ich extrem spannend.

Speaker: Das hatte ich bei meinen Jungpferden in der Vergangenheit oft eher nicht so, sondern die konntest du auch mal über ihre Grenzen hinaus pushen und die haben das mitgemacht.

Speaker: Ob das immer gut war oder nicht, darüber kann man sich streiten.

Speaker: Aber er ist da schon eher am Pferd, das tendenziell eher gesagt hat, halt Stopp.

Speaker: Und dann ist halt auch die Frage, ob er dieses Klemmige auf der Bremse stehende auch so ein bisschen aus Selbstschutz quasi genutzt hat.

Speaker: Es kommen noch verschiedene Faktoren hinzu, die das Ganze natürlich begünstigt haben und es gibt natürlich Strategien, wie man daraus rauskommen kann, aber ich glaube schon,

Speaker: dass es nicht nur Faulheit war oder körperliches Unvermögen, sondern so ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren war und auch ein bisschen eben der Charakter mit reingespielt hat.

Speaker: Und Pferde, die jetzt so schüchtern und in sich gekehrt sind, die kriegt man da, glaube ich, leichter, indem man ihnen einfach die wilde, weite Welt zeigt und die selbstsicherer werden.

Speaker: Ja, einfach Selbstbewusstsein auch aufbauen und dann wird das Temperament sozusagen, das, was sie eigentlich haben, auch einfach, dann kommt das auch einfach raus.

Speaker: Genau, aber ich glaube, bei ihm war es eben nicht dieses Selbstbewusstsein, was per se gefehlt hat.

Speaker: Und das war für mich einfach wahnsinnig knifflig, weil das andere kannte ich gut.

Speaker: Aber das hatte ich so bei keinem Reitpferd vorher.

Speaker: Und du hast gemerkt, der hat Antritt, der hat Go, das ist schon immer wieder durchgekommen.

Speaker: Aber im Alltag hat sich das einfach nicht gezeigt.

Speaker: Und da musste ich viel dran arbeiten und viele Strategien anwenden und viel auch andere Aspekte anschauen, um wirklich zu verstehen, wie wir darüber hinwegkommen können und was wir tun können.

Speaker: Und ich glaube, jetzt...

Speaker: Im Nachhinein hätte man viele Umwege nicht gehen müssen, wäre man einfach schon auf dem Wissensstand von jetzt gewesen.

Speaker: Das kann man schon sagen.

Speaker: Ja, du warst ja länger im Prinzip auf der Stelle und bist nie so ganz über diesen Punkt drüber gekommen.

Speaker: Es waren immer so Kleinigkeiten, die sich verbessert haben oder...

Speaker: Aber du bist nie so, dass der Knoten wirklich aufgegangen ist, dass man da drüber gegangen ist.

Speaker: Und da warst du ja teilweise auch ein bisschen verzweifelt und hast gesagt, ja, ich weiß nicht, ob das überhaupt das richtige Pferd für mich ist, ob es überhaupt noch kommt.

Speaker: Vielleicht ist er auch einfach...

Speaker: ein super liebes Pferd mit wenig Temperament, der einfach für jemand anderen besser geeignet wäre, der zum Beispiel nicht in die Richtung Turnier oder einfach mehr möchte von seinem Pferd.

Speaker: Vielleicht musst du, dann warst du auch schon so weit, wo du gedacht hast, vielleicht muss ich auch mal über ein anderes Pferd nachdenken oder so, ob das wirklich perfekt passt.

Speaker: Und das ist, glaube ich, schon auch, sagen wir mal, eine Phase, die auch anstrengend und mental anstrengend und frustrierend war.

Speaker: weil du immer das Gefühl hattest, du spürst zwar ein Potenzial, aber du kommst da nicht hin und es geht nicht.

Speaker: Und wenn du jetzt einen großen Schritt weitergekommen bist, ist halt mega cool zu sehen.

Speaker: Und hier sind wir auch wieder an einem Punkt, wo man klar sagen muss, es ist auch vollkommen in Ordnung, wenn man sagt, okay, man fragt,

Speaker: kommt da nicht zusammen.

Speaker: Also ich habe halt gesagt, ich will dann auch nicht mein Pferd in irgendeine Rolle reindrücken, die es nicht erfüllen kann.

Speaker: Das wäre auch vollkommen in Ordnung gewesen.

Speaker: Aber ich liebe einfach seinen lustigen Charakter und ich liebe dieses Pferd einfach für das, was es ist.

Speaker: Und ich wäre schon sehr traurig gewesen, hätte ich ihn jetzt aus dem Grund abgeben müssen, einfach nur, weil er vom Potenzial her nicht passt.

Speaker: Das ist irgendwie auch ein bisschen schade, aber

Speaker: umso mehr bin ich jetzt wirklich vom Glück erfüllt, dass er jetzt so einen Schritt weiter gegangen ist und er wird nie das ultraspektakuläre WM-Pferd werden.

Speaker: Das kann man ihm natürlich nicht zusprechen, aber ich möchte einfach, dass er ein schön anzuschauendes Reitpferd wird, wo man sagt, der läuft harmonisch, der trägt sich, der hat Ausstrahlung, der sieht nett aus.

Speaker: So, das wünsche ich mir halt schon.

Speaker: Ja, und er ist halt eher der Typ Pferd, das länger braucht, um an diesen Punkt zu kommen und der vielleicht auch körperlich diverse Baustellen hatte und ein Pferd, bei dem man einfach andere Strategien anwenden muss, als jetzt bei so einem, sagen wir mal, klassischen Jungpferd, das ins Muster passt.

Speaker: Der Schlüssel ist, glaube ich, tatsächlich immer noch das Warten.

Speaker: Und ich habe ihn ja schon langsam angearbeitet.

Speaker: Ich habe mit ihm ja nur halbe Geschwindigkeit gemacht von dem, was ich normalerweise mit einem Pferd in einem Alter gemacht hätte.

Speaker: Magst du vielleicht noch mal kurz sagen, sorry, wenn ich da reinspringe, wie alt der jetzt ist?

Speaker: Einfach damit man unsere Hörerinnen noch mal genau wissen, in welchem Zustand wir gerade sind.

Speaker: Jetzt muss ich überlegen, der ist 2017 geboren, der wird jetzt neun.

Speaker: Kann das sein?

Speaker: Ja.

Speaker: Schon?

Speaker: Ja, es ist beängstigend.

Speaker: Ich musste überlegen, ich habe den mit dreieinhalb Jahren quasi bei mir gehabt.

Speaker: So lange ist er schon da.

Speaker: Es ist erschreckend, wie die Zeit verfliegt.

Speaker: Und jetzt erst kommen wir an einen Punkt, wo ich sage, da wird jetzt erst ein Reitpferd, das mir anfängt zu gefallen und das ich gerne reite.

Speaker: Das ist unfassbar.

Speaker: Es ist wirklich verrückt.

Speaker: Aber er ist...

Speaker: in Anführungsstrichen schon alt und ich würde eigentlich von einem neunjährigen Pferd schon sehr, sehr, sehr viel mehr erwarten, was seine Skills angeht.

Speaker: Und es zeigt sich einfach, dass erstens er körperlich ein extremer Spätsünder ist, der fängt jetzt erst an, in der Brust vorne breiter zu werden, der fängt jetzt erst an, wirklich die Muskulatur aufzubauen, das Goal zu entwickeln

Speaker: Und es hat einfach, auch da gab es körperlich einfach Grenzen, wo es nicht weiterging.

Speaker: Und das war für mich extrem schwierig zu akzeptieren.

Speaker: Ja.

Speaker: Weil ich halt immer eigentlich gedacht habe, der ist jetzt schon so und so alt, der sollte jetzt das und das können.

Speaker: In meiner Vorstellung gibt es ja immer so kleine Checkpunkte sozusagen, der sollte jetzt das und das und das können.

Speaker: Und wir waren halt irgendwie noch nicht mal bei einem Drittel von den Sachen.

Speaker: Und

Speaker: Da ist halt auch einfach wieder zu sagen, das ist nichts, was du jetzt mit Gewalt oder mit Abkürzungen oder mit Durchdrücken hinbekommen hättest, weil das waren einfach seine körperlichen Grenzen.

Speaker: Und er hatte die Kraft einfach nicht und er konnte das nicht.

Speaker: Und jetzt merkst du, kriegt er halt auf einmal, also was in den letzten Wochen oder Monaten an Kraft da aufgebaut wurde und an Go sich entwickelt hat, ist einfach nur verrückt.

Speaker: Das ist ein Pferd, der galoppiert mir jetzt am Stück Runde um Runde, wenn ich das will.

Speaker: Und das war noch vor einem halben Jahr nicht denkbar.

Speaker: Ja, da hat er zwei Runden geschafft und war todesfertig.

Speaker: Und das ist natürlich auch das Training und auch die Fütterung und auch körperliche Themen, aber es ist halt einfach auch, sich die Zeit zu nehmen, das Pferd sich entwickeln zu lassen und das ist nicht immer einfach.

Speaker: Es ist schwierig.

Speaker: Weil da muss man Kontrolle abgeben.

Speaker: Das liegt nicht immer in deiner Hand.

Speaker: Ja, das ist auch was, da kannst du nichts machen.

Speaker: Also da kannst du nicht sagen, okay, ich kann das irgendwie beeinflussen und sagen, ich finde da einen Weg, sondern du musst einfach abwarten.

Speaker: Wie ist es denn jetzt im Tölt?

Speaker: Ist er denn jetzt immer noch schweinepassig unterwegs?

Speaker: Er wird mit Sicherheit noch eine Weile der Typ Dieselmotor bleiben.

Speaker: der Typ fährt, der einfach ein bisschen Zeit braucht, um sich warm zu laufen.

Speaker: Das ist schon so.

Speaker: Er läuft nicht, tackla los.

Speaker: Das ist, glaube ich, auch oder wäre auch die falsche Erwartung, aber wir sind

Speaker: weit weg von dem anfänglichen Schweinepass-Gelatsche, irgendwo durch die Gegend und was wir jetzt haben, ist einfach, ich würde von Tölt sprechen, ja, der Tölt ist noch etwas gebunden, aber es ist einfach schon ein ordentlicher Tölt und die Qualität vom Tölt wird auch während einer Reiteinheit richtig, richtig nett, es wird richtig ordentlich, wir können jetzt anfangen, da auch wirklich viel zu arbeiten und

Speaker: Ich bin ein bisschen stolz, weil in der letzten Reitstunde hat er dann tatsächlich angefangen, das erste Mal sowas Tänzerisches zu bekommen.

Speaker: Und das ist eigentlich genau das, was ich mir für dieses Pferd immer gewünscht habe, dass er einfach anfängt, sich ein bisschen zu tragen, so ein bisschen Ausdruck zu bekommen.

Speaker: Und ich denke, das ist einfach das, wo wir hinwollen.

Speaker: Aber du weißt ja noch, wie der angefangen hat.

Speaker: Ich meine, das war ein Schweinepassgewatschel auf der Stelle und es war schwierig, da irgendwie Energie oder sonst irgendwas reinzubekommen, weil bist du vorwärts geritten, hat er sich verspannt.

Speaker: Wolltest du was von ihm, hat er sich verspannt.

Speaker: Es war einfach immer schwierig.

Speaker: Jetzt möchte ich aber dann natürlich auch wissen, wie du da hingekommen bist.

Speaker: Genau, und ich glaube, es ist mega wichtig, sich da mal anzugucken, okay, wie kommt man denn von so einem schweinepassenden, verspannten, energielosen Pferd zu einem Pferd, was wirklich ein Reitpferd ist, was unter dir anfängt zu tanzen.

Speaker: Ich übertreibe es mal ein bisschen, aber ich glaube, das ist schon das, wo wir eigentlich hinwollen.

Speaker: Und das allererste, und das, glaube ich, hast du mit Halasiatna auch so gemacht, da unterscheidet sich die Jungpferdearbeit, glaube ich, gar nicht von der Arbeit, die ich mit ihm gemacht habe, war, okay, wir lassen Platz und Halle und alles das, was nicht gut funktioniert, erstmal weg und konzentrieren uns auf Gelände, auf Vorwärts in der Gruppe.

Speaker: Ich habe immer gesagt, ich will Wildreiten gehen, also viel Tölt, Galopp,

Speaker: erst mal sagen, okay, wenn es nicht perfekt ist, ist es nicht so schlimm, wenn die Haltung nicht so perfekt ist, ist es nicht so schlimm, Hauptsache, er entwickelt so eine gewisse Freude am Laufen, das war mir das Allerwichtigste, weil, wenn man dieses Pferd geritten ist, man hat immer die Tendenz, so anzufangen, den so zu bearbeiten, weißt du, dass du so klemmig da oben drauf saß und immer so vorwärts geschoben hast und so jeden Schritt versucht hast, rauszutreiben und es wurde eigentlich immer beschissener und

Speaker: Dauer treiben, weil das Pferd sonst stehen bleibt oder langsam macht, ist mein persönlicher absoluter Albtraum.

Speaker: Ich hasse es, wenn das Pferd nicht von selber laufen möchte.

Speaker: Es macht mich wahnsinnig.

Speaker: Es macht mich schon wahnsinnig, wenn ich ein Pferd mit Halfter hole von irgendwoher und ich muss es hinter mir herschleifen.

Speaker: Es nervt mich.

Speaker: Da kriege ich richtig Aggression.

Speaker: Es ist schlecht, ich weiß, so emotional zu sein, aber das nervt mich wahnsinnig.

Speaker: Und genau das war das Ziel, erst mal das rauszubekommen, dass man sagt, okay, der lernt es einfach mal zu laufen.

Speaker: Und da war es mir auch egal, wie er läuft, Hauptsache er läuft.

Speaker: Also das war wirklich so die wilde Phase, da muss man auch, glaube ich, vieles beiseite liegen lassen und sagen, okay,

Speaker: Da ist auch erstmal Schweinepass okay, weil wir müssen separieren.

Speaker: Wir können nicht alles auf einmal lösen, also müssen wir den, sagen wir mal, rudimentärsten Basic-Punkt als allererstes angehen und das ist Vorwärtslaufen.

Speaker: Voll.

Speaker: Und da ist es wirklich umso wilder, je oller, desto doller mit Ausreitkollegen einfach sagen, okay, kurz und knackig und es geht hier nicht darum, irgendwie irgendwelchen Normen zu entsprechen und es darf früher auch mal ein bisschen, ja, irgendwie nicht so sein, wie man es sonst machen würde.

Speaker: Und bei diesen Pferden, also ich wusste bei ihm einfach, man riskiert da nichts, der wird nicht blöd oder ein Durchgänger oder sowas.

Speaker: Und das war so ein bisschen die erste Strategie.

Speaker: Einfach ihn immer wieder loben, wenn er vorwärts gelaufen ist, wenn es irgendwie voranging und den Rest erstmal gut sein lassen.

Speaker: Und das Ganze war als nächster Schritt, habe ich das dann auf der Ovalbahn etabliert, weil ich mir gesagt habe, okay, in der Halle brauche ich das jetzt nicht direkt umsetzen.

Speaker: Ich habe die Möglichkeit, auf der Ovalbahn zu reiten.

Speaker: Zum einen ist da der Boden sehr viel einfacher für die Pferde, weil der nicht so tief ist.

Speaker: Die kommen besser weg.

Speaker: Und das ist diese Weitsichtigkeit, die haben ein bisschen mehr Offenheit auf der Umarbahn.

Speaker: Bisschen mehr Gelände-Feeling.

Speaker: Genau, das animiert die einfach mehr zum Laufen, als wenn sie in der Halle laufen, wo sie gefühlt von Wand zu Wand laufen.

Speaker: Das war dann das Zweite.

Speaker: Und was ich da ganz streng beachten musste, war, ich habe einfach aufgehört, primär mit dem Schenkel zu reiten.

Speaker: Jetzt werden manche sagen, oh mein Gott, aber das ist doch eine von den wichtigsten Hilfen und so weiter.

Speaker: Ja, ich auch, weil du willst ja, dass das Pferd auf deine primäre Schenkelhilfe reagiert.

Speaker: Wenn es das aber nicht tut, was mache ich denn dann?

Speaker: Genau, erstmal will ich aber, dass das Pferd lernt, einfach einen Gang einzulegen und die Energie von selber zu halten.

Speaker: Und wenn ich da immer mit dem Schenkel komme, dann wird das Pferd einfach nur noch stumpf.

Speaker: Es hilft nichts.

Speaker: Ich muss mir überlegen, okay, was will ich?

Speaker: Das heißt, ich darf den Schenkel einmal einsetzen, es reagiert nicht, dann setze ich den Schenkel vielleicht nochmal ein, es reagiert nicht, dann nehme ich die Gerte.

Speaker: Natürlich habe ich meinem Pferd das nicht verhauen, sondern ich habe zum Beispiel Stiefel angehabt und habe die Gerte gegen die Stiefel gehauen.

Speaker: Ich habe die Gerte in die Luft genommen und sie durch die Luft gewedelt.

Speaker: Ich habe mir was einfallen lassen.

Speaker: Und immer dann, wenn mein Pferd so einen Schub nach vorne gekriegt hat, habe ich es gelobt.

Speaker: Und das kann sogar als Reiter relativ unangenehm sein, wenn das Pferd wie so einen Schritt nach vorne macht.

Speaker: Und man muss einfach aufpassen, dass man dann nicht gleichzeitig wieder abbremst direkt.

Speaker: weil man sich vielleicht kurz erschreckt, weil das Pferd wie so einen kleinen Minisatz nach vorne gemacht hat oder auch mal antrabt, obwohl ich nur im Schritt vorwärts laufen wollte.

Speaker: Aber alles, was in die Tendenz nach vorne geht und Energie ist, muss ich erst mal loben und aufpassen, das nicht gleich abzubremsen.

Speaker: Wenn das Pferd zum Beispiel antrabt und, sagen wir mal, übertrieben reagiert, übertrieben antwortet auf meine Anfrage, lobe ich es erst mal trotzdem und versuche dann wieder langsamer zu machen.

Speaker: Ja, ich meine, du machst ja auch eine übertriebene Hilfe, eine übertriebene Aktion.

Speaker: Das ist ja auch okay, dass das Pferd übertrieben antwortet und sich vielleicht sogar mal ein Hüpferchen nach vorne macht und sich erschreckt.

Speaker: Ich habe das Ganze sogar eher so am durchhängenden Zügel gemacht, damit ich ja nicht anfange zu bremsen, weil ich gesagt habe, okay, erstmal muss der Hintern kommen, erstmal muss der Motor an, davor brauchen wir noch gar nichts machen und

Speaker: Das ist eben so die erste Strategie, dass du sagst, okay, ich muss einfach von mir selber reiterlich weg mit dem Schenkel vorwärts treiben und muss irgendwas anderes finden.

Speaker: Und das kann auch mal so weit gehen, das musste ich jetzt beim Steppen hier nicht machen, aber es kann auch so weit gehen, dass du mal eine Plastiktüte an die Gärte dran bindest und sagst, okay, ich raschle jetzt mit der Tüte und guck mal, natürlich wie gesagt bei Pferden, die sehr, sehr triebig sind, das macht man natürlich nicht bei einem sensiblen Pferd, was eh schon vorwärts läuft, das ist Selbstmord.

Speaker: Aber einfach, um zu sagen, okay, ich sensibilisiere dich jetzt wieder für irgendwas.

Speaker: Und natürlich bringt es nichts, das dauerhaft einzusetzen und dadurch das Pferd wieder stumpf zu machen, sondern es geht davon, ich will eine gewisse Reaktion, das soll irgendwie vorwärts laufen.

Speaker: Und dann lobe ich es übertrieben und darf es von mir erst mal wieder durchparieren oder stehen bleiben oder irgendwas.

Speaker: Aber wir fangen in kleinen Schritten an und sagen, okay, du reagierst einfach auf dieses Signal.

Speaker: immer verbunden mit einmal einem Schenkel, dass das Pferd weiß, jetzt kommt der Schenkel und wenn ich auf den Schenkel nicht reagiere, kommt ein Signal, das ich potenziell vielleicht ein bisschen ungeheuer finde.

Speaker: Ja, das ist ja wie so ein nach vorne treibend Rascheln im Gebüsch oder sowas simuliert das ja praktisch.

Speaker: Deswegen funktioniert auch das nach dem Motto, ich haue mit der Gärte einfach drauf, weil das kein natürliches Antreiben ist.

Speaker: Es ist nicht logisch für die Pferde, nein.

Speaker: Wollte ich jetzt an der Stelle nur nochmal betonen.

Speaker: Absolut, absolut richtig und was man dann eben bedenken muss, es geht nicht darum, deinem Pferd Angst zu machen und es panisch vorwärts rennen zu lassen, sondern es geht nur um deinen Impuls, weil du willst einen anderen Weg als Draufrauen finden, wie du deinem Pferd verständlich machen kannst, dass es vorwärts laufen soll und dann nutzen wir natürlich ein bisschen den Fluchtreflex des Pferdes.

Speaker: Bedeutet aber nicht, dass diese Pferde jetzt total Stress oder Angst haben müssen.

Speaker: Habe ich noch nie erlebt bei einem von den Pferden, wo ich das angewandt habe, dass die dann total durch den Wind waren.

Speaker: Also so weit soll man es nicht treiben, sondern man soll einfach das Signal setzen und loben.

Speaker: Und dann checken die das super schnell.

Speaker: Das machst du ja bei Pferden, die generell eher so ein bisschen...

Speaker: langsamer im Gemüt sind, was jetzt nichts Schlechtes ist, aber bei einem sehr, sehr temperamentvollen, sehr reaktiven Pferd brauchst du gar nicht so krasse Anregungen, bei denen funktioniert es viel einfacher.

Speaker: Da geht es eher darum, dieses vorwärts in geordnete und gesicherte Bahnen zu lenken.

Speaker: Und das machst du auch nicht lange.

Speaker: Also eigentlich verstehen die Pferde das sehr schnell.

Speaker: Und beim Stepnir war es tatsächlich so, der hat ziemlich schnell gecheckt und ich habe das aber auch forciert.

Speaker: Auf der Ovalbahn wird getöltet, garoppiert.

Speaker: Zwischendrin gibt es mal eine Stehpause.

Speaker: Also ich habe versucht natürlich die Einheiten, wo es vorwärts ging, kurz zu halten erstmal.

Speaker: Dass ich das Gefühl hatte, er kann die auch einhalten.

Speaker: Und dann wird durchpariert und eine Pause gegeben und ich erhalte das ziemlich cool.

Speaker: Das ist 15 Minuten reichen.

Speaker: Ich reite dahin im Schritt, dann ist er aufgewärmt.

Speaker: Ich gehe auf die Bahn, schotter wirklich, sag, Tölt, Galopp, yeah, geil, super, noch ein Trab, gut gemacht, kurze Pause, loben.

Speaker: Und dann gehe ich wieder.

Speaker: Und er wusste das.

Speaker: Und er war dann nach kürzester Zeit auf die Bahn gekommen und er hat gemerkt, okay, ich weiß, was los ist.

Speaker: Ich muss jetzt gleich schottern.

Speaker: Und dann brettert.

Speaker: Und das hat mich aber so gefreut, weil er das erste Mal so diesen Ansatz gezeigt hat, okay, ich gehe mal brettern, ich gebe mal ein bisschen Gas und so.

Speaker: Und natürlich muss man das dann auch wieder...

Speaker: ein bisschen einfangen und kontrolliert halten, der soll ja nicht durchgehen.

Speaker: Aber ich wusste bei ihm immer, das mit dem Durchgehen ist kein Thema für ihn.

Speaker: Der wird keiner, der blöd wird.

Speaker: Das muss man natürlich ein bisschen feinfühlig abpassen, dass die nicht überdrehen oder total gestresst sind, sondern der war so positiv.

Speaker: Du hast praktisch das genutzt, dass er gecheckt hat, was machen wir hier auf der Bahn immer an Training und hast das gelobt und ihn sozusagen immer weiter motiviert, dass er auch gut verstanden hatte, worum es geht.

Speaker: Und jetzt ist dann der Zeitpunkt zu sagen, ich lenke das jetzt in geordnete Bahnen und fange die Energie so ein, wie ich sie halt fürs Training auch brauche und für guten Tölt brauche.

Speaker: Also nichts, desto trotz haben wir natürlich immer auch an der Rittigkeit gearbeitet und haben natürlich immer Rittigkeitsübungen mit reingenommen.

Speaker: Trotzdem musste er

Speaker: Schenkel weichen, anhalten, antreten, rückwärts, diese ganzen Sachen sind natürlich immer Teil davon und sobald das vorwärts da ist, darf man natürlich auch anfangen, das Pferd und die Energie des Pferdes so ein bisschen mehr zu formen, indem man sagt, okay, es wird ein Kreislauf, es geht von hinten durch den Körper, wird vorne wieder aufgefangen, dass er natürlich anfängt,

Speaker: sich mehr aufzurichten, sich größer zu machen unter dem Reiter und sich dann mehr selbst zu tragen.

Speaker: Das ist klar.

Speaker: Und das ist auch der einzige Weg, wie du dann zu einem besseren Tölt kommst.

Speaker: Weil nur durch Rennen wird das Passige nicht weggehen.

Speaker: Aber du brauchst die Energie aus der Hinterhand, dass das Pferd anfängt, Last aufzunehmen und sich zu tragen.

Speaker: Weil wenn die Energie nicht hergestellt ist, wird er auch nicht zum Tragen kommen.

Speaker: Deswegen ist das einfach der erste Punkt.

Speaker: Und wie ging es dann weiter?

Speaker: Also wie sieht jetzt bei dir so eine typische Einheit auf der Orvalbahn jetzt aus, nachdem du eine Energie da hast?

Speaker: Wie bringst du das jetzt zusammen?

Speaker: Relativ klassisch eigentlich.

Speaker: Also ich habe dann relativ bald angefangen mit kurzen Sequenzen im Schritt nochmal.

Speaker: Wir müssen ja eh zur Orvalbahn reiten, deswegen ist ja schon warm, wenn wir dort sind.

Speaker: dann fange ich an, ein bisschen Schenkelweichen abzufragen, aber mehr so als Gehorsamkeitsfrage, nicht um ihn jetzt mega zu gymnastizieren, sondern einfach nur zu überprüfen, sind alle Hilfen noch da, wo sie sein sollen.

Speaker: Und dann fange ich eigentlich relativ bald im Trab oder im Tölt an, ihn zu lösen.

Speaker: Da darf er einfach nochmal ein bisschen vorwärts laufen.

Speaker: Da geht es erstmal wieder darum, diesen Grundzustand herzustellen.

Speaker: Okay, ich weiß, wo das Gas ist und ich laufe ein bisschen und dann

Speaker: habe ich jetzt eine Zeit lang sehr schnell angefangen, einen Galopp einzubauen, um die Schulter frei zu machen.

Speaker: Und durch den Galopp, der war schon immer durch den Galopp, wurde der frischer.

Speaker: Das war schon immer das, was ihm geholfen hat.

Speaker: Und danach fange ich dann an, im Tölt

Speaker: ja, Außenstellung, Innenstellung, vielleicht ein bisschen Tölt von der Innenkante zur Außenseite zu verschieben, die Kurven mehr auszureiten.

Speaker: So diese Sachen, die man auch normalerweise im Tölt arbeiten würde.

Speaker: Das heißt, du fängst jetzt an, wenn du die Energie hergestellt hast und einigermaßen Lockerheit oder Losgelassenheit mental und körperlich da ist, fängst du an, den Tölt geschmeidiger zu machen und ihn körperlich mehr zu fragen, hey, kannst du dich ein bisschen beweglicher machen?

Speaker: Können wir die Schulter mehr lösen?

Speaker: Können wir vielleicht

Speaker: bisschen mehr Last auf die Hinterhand nehmen, einfach um Gymnastizierung im Tölt auch mehr herzustellen.

Speaker: Genau, er ist ja ein Pferd, das hatte ich am Anfang schon gesagt, der so sehr Bedenken hat damit, die Kontrolle über seinen Körper abzugeben.

Speaker: Und das ist jetzt genau das Thema.

Speaker: Er muss lernen, und das ist für ihn so ein bisschen eine harte Schule, dass er sich jetzt auch ein bisschen beweglich machen lässt.

Speaker: Also dass er es zulässt, dass man sagt, okay, du biegst dich jetzt und lässt los.

Speaker: Weil für ihn war die erste logische Antwort auf zum Beispiel dann den Zügel immer erstmal nochmal eine Spannung.

Speaker: Weil das würde ihn ja aus seiner natürlichen Balance erstmal wieder rausbringen.

Speaker: Und das ist so ein bisschen, dass da galt es, so ein bisschen durchzureiten und zu sagen, doch, doch, probiere es, doch, doch, du kannst es, ich bleibe dran, ich bleibe dran, ich bin geduldig und warte, bis er einmal wirklich loslässt, in zum Beispiel einer Rechtsstellung oder so, dann gehe ich mit der Hand wieder vor, belohne ihn, lasse ihn einfach locker, fluffig nach geradeaus töten.

Speaker: Und da merkst du dann wahrscheinlich auch schnell, wie sich die Töltqualität ändert, oder?

Speaker: Und da verändert sich die Qualität des Töltes extrem und du merkst aber auch, dass das Pferd immer mehr anfängt,

Speaker: zu dir zu kommen und mehr bei dir zu sein und mehr auf dich zu hören.

Speaker: Aber das ist auch ein Weg, der es lange gedauert hat, weil diese Verantwortung über den Körper abgeben, fiel ihm sehr schwer.

Speaker: Und du musst es auch als Reiter recht lange aushalten, weil er kann super gut.

Speaker: Du nimmst den Zügel an, er drückt gegen und verharrt in dieser Position.

Speaker: Also du musst als Reiter auch ganz präzise

Speaker: reiten und sagen, nee, ich möchte jetzt eine Antwort, aber du darfst nicht grob bei der Antwort werden, weil dann wird er scheiße und dann wird er richtig hässig, sondern du musst wirklich so ein Zwischending finden, zu sagen, ich weiß jetzt genau, dass ich die Hilfe in der richtigen Menge gebe und du hast jetzt zu antworten und da abzuwarten und das ist was, was

Speaker: ein bisschen tricky ist, weil du bist so auf so einem schmalen Grat.

Speaker: Man muss so ein bisschen penetrant bleiben, ohne zu stark penetrant zu bleiben, dass es ihn zu sehr stört.

Speaker: Und das ist, glaube ich, wirklich schwierig, da in den Grat zu kommen.

Speaker: Aber da kannst du es ja auch so sehen, es ist wie so ein Spiel miteinander, wie so ein Punkte-Game nach dem Motto, jetzt habe ich gerade einen Punkt gemacht, dann machst du wieder einen Punkt.

Speaker: Aber wichtig ist, dass du am Schluss ein bisschen mehr Punkte gemacht hast, am Schluss der Einheit.

Speaker: Also ich denke, höfliche Penetrans ist hier sehr gut.

Speaker: Das könnten wir so einführen.

Speaker: Das finde ich eine gute Vorstellung.

Speaker: Und am Ende geht es mir nur darum, dass er das umsetzt und auf die Hilfe antwortet.

Speaker: Und dann verlieren wir das wieder und dann suchen wir wieder neu.

Speaker: Also ich finde es immer so ein Spiel vom Suchen und Finden.

Speaker: Du sagst, okay...

Speaker: Wir kommen dahin, er kann das kurz halten, ist ja auch mega der Kraftaufwand fürs Pferd, er trägt sich mehr.

Speaker: Dann lasse ich ihn wieder da raus und dann suchen wir uns wieder neu hin.

Speaker: Und diese Abstände des Suchens werden immer kleiner und die Abstände des Findens oder die Sequenzen des Findens werden immer größer.

Speaker: Und irgendwann ist es dann eben dieses Annehmen und Nachgeben, was das Ganze dann nur noch erhält.

Speaker: Aber das ist natürlich, davon sind wir noch ein bisschen entfernt.

Speaker: Und jetzt bist du ja in der Phase, wo du wirklich im Tölt arbeiten kannst und den auch verbessern kannst, weil er eben erhält Energie, geht weiter vorwärts, reagiert auf die Grundhilfen, Losgelassenheit ist da.

Speaker: Was sind jetzt die Hürden, die jetzt aufgetreten sind?

Speaker: Weil jetzt, wenn ich jetzt zum Beispiel das bei Konzert betrachte, der hatte ähnliche Themen, obwohl komplett anderes Pferd, komplett anderer Körperbau war.

Speaker: aber der findet dann wieder neue Strategien, um sozusagen dem zu entgehen oder es gibt dann einfach wieder neue Themen, die man lösen muss.

Speaker: Ich meine, das ist normal, das entwickelt sich immer weiter, aber ich habe bei ihm zum Beispiel das Thema Energie mithilfe des Galopps gelöst.

Speaker: Ich habe dann den Tölt in Galopp aufgelöst, wenn ich gemerkt habe, er verliert Energie, weil bei dem war es ja eher, er wird dann

Speaker: Sehr langsam und trabt aus und hat halt gar keine Idee mehr nach vorne.

Speaker: Und durch das Lösen über den Galopp hat das ganz gut funktioniert.

Speaker: Jetzt, dann hat er eine Zeit lang den Galopp genutzt, um mir sozusagen auszugaloppieren aus dem Tölt.

Speaker: Da sind wir jetzt auch wieder durch.

Speaker: Und jetzt kommen aber wieder andere Themen, wie Gegendrücken, mich wegheben, mich nicht mehr sitzen lassen oder halt schnell wegrennen im Tölt.

Speaker: Hat der Steffen das auch?

Speaker: Voll.

Speaker: Also das war relativ schnell, jetzt dann vor ein paar Wochen seine Strategie.

Speaker: Wir haben den jetzt wirklich sehr frisch gemacht.

Speaker: Und da hatte ich gemeint, ja gut, wenn du willst, dass ich renne, dann renne ich halt.

Speaker: Und dann war ich auf einmal, saß ich auf meinem Pferd und dachte mir so, hoppla, wo habe ich den Dingknopf gefunden?

Speaker: Und der ist im wildesten passigen Tölt durch die Halle geschossen und ich war mal kurz einen Moment perplex.

Speaker: Aber das war dann halt seine logische Antwort auf dieses, okay, du möchtest, dass ich vorwärts laufe und ich merke, es wird für mich anstrengend, also warum laufe ich denn da nicht einfach noch mehr vorwärts?

Speaker: Weil...

Speaker: wenn die eh schon so ein bisschen auf der Vorhand sind oder so die Balance so ein bisschen mehr in Richtung Vorhand geht, können die sich über das Tempo sehr gut retten, dass sie dann sagen, okay, ich bleibe auf der Vorhand und es schiebt sich dann so durch die Halle durch das Pferd, sondern weil dieses Kraftaufnehmen bedeutet ja auch verlangsamen, lass auf die Hinterhand dieses Versammelndere und es ist eine ganz logische Antwort, dass sie dann anfangen erstmal noch zu probieren, okay, ich kann dir über das Tempo vielleicht entgehen,

Speaker: Und gib dir halt mal die Antwort.

Speaker: Und auch dieses Büffelige kann dann gut passieren.

Speaker: Das geht ja dann so ein bisschen miteinander einher.

Speaker: Und das ist einfach nur eine Strategie, die die Pferde ausprobieren.

Speaker: Und wir als Reiter müssen einfach mit unserer höflichen Penetranz an unseren Hilfen bleiben und sagen, nee, das war nicht das, was ich dich gefragt hatte.

Speaker: Auch wenn du es natürlich gut findest, dass der jetzt auch mehr vorwärts läuft und nicht dir austrabt oder in Galopp fällt oder in Schritt oder was auch immer.

Speaker: Und trotzdem müssen wir sagen, nee, nee, komm, du weißt eigentlich, wie es geht und dann wieder anfangen mit diesem Suchen und Finde-Spiel und sagen, okay, wir suchen jetzt aber wieder das, wo du mehr zu dir kommst und diese Energie nicht nach vorne einfach in den Boden hinein versinkt, sondern im Pferd aufgefangen wird und mehr in die Aufrichtung und in die Lastaufnahme geht.

Speaker: Und da dann halt auch streng sein.

Speaker: Und es kann schon auch sein, dass du das entweder über eine gebogene Linie machst, wenn das reicht, oder halt auch schon dann mal sehr konsequent bist.

Speaker: Also mir zum Beispiel, ich bin absolut kein Mensch, der ein Vertreter ist, mit starkem Zügelkontakt zu reiten.

Speaker: Aber da gab es jetzt auch Phasen, wo ich dann auch mal sagen musste, halt stopp und jetzt parieren wir mal durch bis zum Halt und klären nochmal, was der Zügel eigentlich bedeutet, ohne dabei jetzt fies zu sein.

Speaker: Aber da habe ich gemerkt, mussten wir dann schon zu dem Punkt zurück, wo wir sagen, okay, und ich drücke jetzt die Hilfe mal kurz durch, weil ich möchte meine Bremse behalten.

Speaker: Weil da ging es dann schon auch darum, dass man sich so ein bisschen drauf gedrückt hat, schneller wurde und gesagt hat, ich teste jetzt mal, ob das nicht ein Weg wäre und da bin ich relativ schnell aufgerufen.

Speaker: dann dahin gegangen, dass ich gesagt habe, okay, und wenn es sein muss, richtig auch wieder zwei Schritte rückwärts, dass wieder mehr Gewicht auf die Hinterhand kommt, dass die Balance wieder hergestellt wird und dann töte ich wieder los.

Speaker: Da sind wir wieder beim Thema Durchlässigkeit.

Speaker: Voll, voll.

Speaker: Und die geht dann auch dann mal wieder kurz, wenn es in die Richtung geht, vielleicht auch mal kurz wieder ein bisschen vermeintlich verloren, aber das einfach nur wieder neu sich finden in der Balance, in dem Tempo, das ist

Speaker: Ja, wie so ein bisschen eine natürliche Reaktion des Pferdes, würde ich sagen.

Speaker: Also alles in einem Rahmen.

Speaker: Wenn das Pferd jetzt ein Durchgänger wird, würde ich das nicht als natürliche Reaktion bezeichnen.

Speaker: Nee, nee.

Speaker: Das ist halt so eine Idee, die die dann bekommen, ja.

Speaker: Und da siehst du halt auch wieder, wie komplex das Töltraining ist und wie schnell man sich dann wieder an neue...

Speaker: Ideen und Gegebenheiten anpassen muss.

Speaker: Ich meine, erst hast du ein langsames Pferd, was fast nicht reagiert.

Speaker: Dann hast du ein zu schnelles Pferd, was auch nicht mehr auf Hilfen reagiert.

Speaker: Da muss man dann wieder andere Strategien finden, ohne das Pferd wieder komplett langsam zu machen.

Speaker: Das wisst ihr auch nicht.

Speaker: Genau, du willst ja nicht jetzt auf einmal rückwärts wirken mit dem Zügel und das Pferd würde total ausbremsen, weil eigentlich freust du dich ja darüber, dass er ja läuft.

Speaker: Ist ja toll, ist ja super.

Speaker: Vor allem, wenn er vorher nicht gelaufen ist.

Speaker: Deswegen, kurzes Zurücknehmen, sagen, hey, hey, Antwort kommt und dann geht die Hand wieder nach vorne, das Pferd darf nochmal nach vorne, dann wieder Kurzes Zurücknehmen, aufrichten, sagen, nee, nee, streng, streng, streng, wenn es gar nicht geht.

Speaker: in eine niedrigere Gangart, Kurzpause, wieder los.

Speaker: Und das dann einfach ganz streng etablieren und dann checken die das auch.

Speaker: Und dann ist das später nur noch ein Aufrichten des Oberkörpers vom Reiter.

Speaker: Vielleicht so ein leichtes, kaum merkliches Anlehnen nach hinten an den Sattel, aber wirklich sehr zart, also nicht so nach hinten lehnen, wie es die Isländer gerne manchmal noch gemacht haben früher.

Speaker: Oder wie du in der Couch sitzt an einem Freitagabend, keine Ahnung.

Speaker: Woher willst du so wissen, wie ich in der Couch sitze am Freitagabend?

Speaker: Ich weiß sehr viel über dich.

Speaker: Und ich glaube, dann kommt man eben dahin, dass es dann immer feiner und leichter wird.

Speaker: Aber es ist eben die höfliche Penetranz, die wir dann auch da an den Tag legen müssen.

Speaker: Sonst kommen wir...

Speaker: nicht zu dem Punkt.

Speaker: Und da darf man dann ruhig auch mal ein bisschen streng sein, nicht gemein, nicht grob, aber konsequent und sagen, nee, wir arbeiten jetzt an dem Punkt und wir ziehen das durch.

Speaker: Und das ist, für den Stepney war es das letzte Mal sehr frustrierend für eine kurze Zeit.

Speaker: Er hat sich da wirklich geärgert und dann musste ich wirklich auch so ein bisschen über mich

Speaker: selber lachen, weil ich einfach tendenziell schon, glaube ich, am liebsten gesagt habe, okay, wir lassen, wir machen was anderes, das arme Butzi, so ungefähr.

Speaker: Aber wenn man diese Konsequenz eben durchzieht, merkst du, er fängt dann an, dass er wirklich lernt, okay, wenn ich mich trage, es ist zwar im ersten Moment anstrengend, aber es fühlt sich viel besser an.

Speaker: Also der war sehr zufrieden dann am Ende und hat es dann immer besser umgesetzt und hat angefangen zu verstehen,

Speaker: Und ist dadurch einfach viel geschmeidiger und besser geworden und ausbalanciert.

Speaker: Und ich glaube, die Pferde verstehen das und die spüren das.

Speaker: Und dann wird es für sie immer leichter, das umzusetzen, weil sie es mental verstehen, weil körperlich natürlich die Kraft dann sich entwickelt und die Pferde es besser umsetzen können.

Speaker: Und weil sie auch merken, wie wenn du ins Gym gehst oder so, ich fühle mich danach eigentlich ziemlich gut.

Speaker: Da muss man dann natürlich auch über den Punkt drüber, wo es kurz wehtut, in Anführungsstrichen, dass es sich dann gut anfühlt.

Speaker: Ich glaube, man darf schon mal im Training an den Punkt, wo es ein Pferd ein bisschen ärgert, ohne dass man das Pferd jetzt dauerhaft unter Stress setzt oder gemein ist zu dem Pferd.

Speaker: Aber ich glaube schon, dass man bei so einem Pferd wie Stepnir in Maßen, aber man darf ihm schon auch mal sagen, hey, jetzt musst du mal durchziehen.

Speaker: Weil ich glaube, er ist jetzt bereit dafür.

Speaker: Ich glaube, er kann das jetzt.

Speaker: Und er sagt halt auch sehr klar, hey, ich habe da keinen Bock drauf.

Speaker: Und dann musst du sagen, hey, doch, komm, probier es einmal.

Speaker: Und sobald er das dann gemacht hat ansatzweise, kriegt er eine Belohnung.

Speaker: Und dann merkst du, dass er es versteht und dass es ihm anfängt, Spaß zu machen.

Speaker: Es ist nicht dauerhaft, dass ich ihn ärgere und er immer wütender wird.

Speaker: Aber man muss, glaube ich, schon manchmal so ein bisschen an die Punkte rankratzen, wo es so ein bisschen, ja, so ein bisschen auch mal in eine Richtung geht, wo das Pferd sich nicht 100% komfortabel fühlt, ohne jetzt es zu quälen oder gemein zu sein.

Speaker: Ich glaube, du verstehst, wo ich hin will.

Speaker: Ja, weil die Komfortzone erweitert sich halt eben nur, wenn du auch den Schritt über die Grenze machst.

Speaker: Das heißt nicht komplett über die Grenze und komplett drüber schießen und alles schlecht machen, aber den Minischritt aus der Komfortzone raus müssen wir gehen, um die zu erweitern.

Speaker: Das ist einfach ein normales Training.

Speaker: Und deshalb ist es auch Training nicht gleich Turnierreiten, Training nicht gleich der perfekte Ritt.

Speaker: Training sieht auch mal nicht so schön aus, fühlt sich eine Zeit lang mal nicht so schön an, aber man sollte dann zumindest am Schluss nochmal zu einem Punkt kommen, wo es einigermaßen geklappt hat.

Speaker: Und wenn man dann feststellt, ich muss nochmal einen Schritt zurückgehen, wie teilweise, hey, ich muss erst nochmal Energie herstellen, dann ist das so, dann gehört das genauso dazu.

Speaker: Das ist bei so Pferden, glaube ich, das Allerwichtigste, dass man im Training immer erst mal sagt, okay, ich weiß, der büffelt oder ich weiß, wir haben gerade das Thema, aber trotzdem stelle ich erst mal noch mal die Energie her und fange mit den Punkten langsam an und frage einmal kurz alle Hilfen ab und sage, ich reite es trotzdem erst mal frisch vorwärts und dann fange ich an zu arbeiten, dass du immer wieder dieses Mindset herstellst und nicht von Anfang an sagst, heute muss der Schädel runter und heute muss der aber so und so hören.

Speaker: Also man darf diese Leichtigkeit und diese Fluffigkeit bei solchen Pferden auf keinen Fall verlieren,

Speaker: Ja.

Speaker: Weil dann macht man die wieder tot und das wäre das Dramatischste, was man jetzt, glaube ich, so dem Stepney antun könnte, wenn man eben diese neu gewonnene Idee des Vorwärtslaufens und die Freude einer Bewegung, wenn man die ihm jetzt wieder nehmen würde.

Speaker: Also da muss man auch genau dosieren, wie viel...

Speaker: Anstrengung fordere ich und was.

Speaker: Und man muss immer wieder einbauen, okay, es geht ins Gelände, wir machen irgendwas Doofes, was ihm leicht fällt, keine Ahnung, damit der einfach so die Motivation behält.

Speaker: Ja, weil Perfektion erreicht man eben nicht direkt oder erreicht man eigentlich nie, sondern es geht immer darum, die Schritte anzupassen, immer kleine Vorbereitungen

Speaker: kleine Teile, Teilziele zu setzen.

Speaker: Wie das erste Teilziel war, einfach nur vorwärts, egal in welcher Haltung der läuft, egal wie der Takt ist.

Speaker: Und jetzt ist es halt ein kleiner, granulierteres Ziel, wie ich will Takt, aber ich muss keine perfekte Anlehnung haben und so weiter.

Speaker: Und so entwickelt sich das ja immer weiter.

Speaker: Noch ein wichtiger Aspekt, den ich hier jetzt noch vollkommen außen vor gelassen habe und der ja eigentlich mehr dein Fachgebiet ist.

Speaker: Was ich natürlich auch gemacht habe und was mir viel geholfen hat, war die Fütterung ziemlich drastisch umzustellen.

Speaker: Wir wissen ja eigentlich, sind unsere Isländer gute Futterverwerter und ich bin immer noch kein Fan davon, unbedingt Getreide zu füttern.

Speaker: Aber was ich jetzt tatsächlich angefangen habe zu füttern, ist ein Sportfutter.

Speaker: Und da muss ich schon sagen, diese Zusätze für die Muskulatur, Vitamin E, Aminosäuren und so weiter, glaube ich, es hilft schon auch sehr.

Speaker: Natürlich, es kommt aber halt einfach stark aufs Pferd drauf an.

Speaker: Stebner ist halt ein Pferd, das viel Zusatzenergie braucht.

Speaker: Dann habt ihr vielleicht in eurem Heu nicht so viel und es kommt immer darauf an, wie gut das Pferd das verwertet.

Speaker: Wenn du jetzt eine Halastja-Anna siehst, die verwertet ihr Futter ziemlich, ziemlich gut, da braucht die sicherlich nicht so viel, weil die eh schon genug Energie übers Futter mit reinbekommen.

Speaker: Wenn du aber einen Steppnir hast, der langsam mal frisst, nicht immer so ranghoch ist, dich den ganzen Tag frisst, vielleicht auch viel spielt und tagsüber schon Energie verbraucht, dann musst du natürlich gucken, dass du die Zufuhr auch hochfährst, wenn du das Training hochfährst.

Speaker: Aber das muss man immer individuell anpassen.

Speaker: Und ich hatte das eben erst über mehr so Heukops-Varianten probiert mit ein bisschen mehr Luzerne, ein bisschen proteinreicheres Futter und habe die Mengen auch wirklich richtig hochgefahren.

Speaker: Das hatte ich angefangen jetzt an Weihnachten, also wir sind jetzt dann knapp fünf Monate mit der Futterumstellung zugange, noch nicht ganz.

Speaker: Und da habe ich einfach gemerkt, die besten Resultate habe ich jetzt wirklich bekommen, wo ich komplett gesagt habe, okay, der kriegt jetzt einfach ein großpferdes Sportfutter.

Speaker: Also es ist immer noch ein getreidefreies Futter.

Speaker: Ich fand es irgendwie, für mich hat es Sinn gemacht von der Zusammensetzung und von dem, ich habe das Gefühl, es tut ihm auch gut, da muss man sich einfach ein bisschen überlegen, was sinnvoll sein kann.

Speaker: Aber ich habe einfach gemerkt, das hat ihm jetzt nochmal einen richtigen Push gegeben, weil er körperlich einfach jetzt hinterherkommt und das Training irgendwie fruchtet.

Speaker: Und das ist was, das habe ich total unterschätzt mit der Fütterung.

Speaker: Das habe ich wirklich extrem unterschätzt.

Speaker: Es ist individuell.

Speaker: Also da würde ich mich sonst auch wirklich beraten lassen von jemandem, der Erfahrung hat, wenn man da Training hochfahren will und das Gefühl hat, es passiert nichts.

Speaker: Absolut, ja.

Speaker: Und was man natürlich auch dazu sagen muss, ist körperlich muss man auch immer mit diversen Therapeuten erstmal schauen, weil es gibt eigentlich schon auch immer einen Grundsattel kontrollieren lassen, schauen, ob es irgendwo eine Blockade gibt oder eine Verspannung oder sonst irgendein Thema und das natürlich auch mit angehen, weil ganz oft sind die Pferde natürlich auch so, dass die sagen, okay, ich kann es einfach körperlich nicht umsetzen, weil ich hier irgendwie ein Problem habe.

Speaker: Also dann sind wir wieder bei der Ganzheitlichkeit von diesem

Speaker: ganzen Training, aber ich finde, wir haben heute nochmal interessante Einblicke fürs Tölt-Training gefunden, die vielleicht euch da draußen auch irgendwie helfen können.

Speaker: Wir freuen uns immer über Feedback, wenn ihr davon mal was ausprobiert habt, wenn was funktioniert und ihr vielleicht Impulse mitnehmen konntet, die euch selber für euer Training mit euren Pferden helfen können, sagt uns gern Bescheid.

Speaker: Das ist immer wichtiges Feedback für uns.

Speaker: Absolut, da kann ich dir nur zustimmen.

Speaker: Und jetzt wird erstmal weiter trainiert und dann gucken wir, ob wir noch mehr Knoten platzen oder was so passiert.

Speaker: Yes, mach's gut.

Speaker: Mach's gut, ciao, ciao.

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