Transcript
Speaker: Takt und Verstand, der Islandpferde-Podcast.
Speaker: Alles rund ums Islandpferd mit Svenja und Melanie.
Speaker: Hi Melanie, long time no see oder wohl eher no hear.
Speaker: Schön dich mal wieder zu sehen und zu hören.
Speaker: Hallo Svenja, ja wir melden uns mal wieder zurück nach einer längeren Pause, aber irgendwie haben wir die gebraucht.
Speaker: Ich meine, ich war auch krank zwischendrin relativ lang.
Speaker: Ich weiß nicht, was ich da gehabt habe, aber egal, es ist jetzt weg.
Speaker: Ja, also man muss dazu sagen, du warst echt ein paar Wochen am Stück krank und vor allen Dingen warst du von der Stimme her stark angeschlagen und ich glaube, das hätte das Podcast hören einfach jetzt nicht so angenehm gemacht.
Speaker: Deswegen umso schöner, dass du jetzt wieder fit bist und deine Stimme wieder in diesem Podcast wirken kann.
Speaker: Ja, meine Stimme kann wieder richtig wirken, hörst du es?
Speaker: Glas klar.
Speaker: Wunderbar.
Speaker: Ein Traum.
Speaker: Okay, das reicht jetzt, danke.
Speaker: Ich habe schon mal Feedback bekommen von irgendjemandem aus Instagram, dass meine Stimme total langweilig ist und einschläfernd.
Speaker: Cool, oder?
Speaker: Ich meine, viele Leute hören ja auch Podcasts zum Einschlafen, von daher finde ich das voll in Ordnung, wenn ihr dabei einschlaft.
Speaker: Sagt es mir einfach nicht.
Speaker: Ja.
Speaker: Also lehnt euch zurück, nehmt nochmal einen tiefen Atemzug und taucht dann ein mit uns in die Ponytraumwelten.
Speaker: Ich bin eingeschlafen.
Speaker: Ja, ist doch schön.
Speaker: Man muss einfach verschiedene Bedürfnisse erfüllen.
Speaker: Und ich finde es toll, wenn Menschen uns einfach auch zur Beruhigung hören.
Speaker: Vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht in unserem doch sehr schnelllebigen Alltag, wenn die eine oder andere Person da runterkommt und einfach ein bisschen durchatmen kann, sich entspannen kann und dann so entspannt ist, dass sie halt einschläft.
Speaker: Bei einer guten Massage schlafe ich auch ein und danach fühle ich mich immer richtig gut.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Und ich meine, Hörer sind Hörer.
Speaker: Du meinst, wenn sie schlafen, dann hören sie sich die ganze Folge an ohne Unterbrechung.
Speaker: Das ist dann auch wieder gut für die Zahlen.
Speaker: Es geht ja auch nur um die Zahlen hier, weil das Wichtigste sind KPIs.
Speaker: Kleiner Spoiler, würde es uns wirklich um die Zahlen geben, dann würden wir nicht eine wochenlange Pause mittendrin einlegen.
Speaker: Also ihr könnt euch sicher sein, wenn wir hier am Mikro sitzen, dann, weil wir wirklich Bock haben, was zu erzählen und ein Thema haben, das uns wichtig ist.
Speaker: Und ja, deswegen sind wir auch jetzt wieder hier vor den Mikros für euch.
Speaker: Ja, das hast du jetzt nochmal sehr schön die Kurve bekommen, dass wir nicht nur zahlengetrieben sind.
Speaker: Eigentlich interessieren uns die Zahlen nicht, ne?
Speaker: Nee, ich muss schon die ganze Zeit an Zahlen denken in meinem, in Anführungsstrichen, echten Leben.
Speaker: Ich habe da sowas von keinem Bock drauf in meiner Freizeit.
Speaker: Deswegen sind die Zahlen da einfach Zahlen.
Speaker: Ist so, dann lass uns von den Zahlen zurückgehen zu den Ponyhaaren, die gerade überall in der Luft rumfliegen.
Speaker: Und in meinem Mund.
Speaker: Oh, also du solltest den Mund zulassen, wenn du die Pferde putzt.
Speaker: Kleiner Reminder beim Pferdeputzen, einfach nicht reden.
Speaker: Einfach mal die Schnauze halten, weil ansonsten ist es einfach so eklig.
Speaker: Ja, schade dir auch nicht, einfach mal still zu sein.
Speaker: Es war eine sehr andächtige Putzeinheit, ja.
Speaker: Der Co-Trainer und ich, wir standen Seite an Seite und haben uns freundlich angeschwiegen.
Speaker: Oh mein Gott, wie romantisch.
Speaker: Weiß ich jetzt nicht, aber ja, wir lassen es mal so stehen.
Speaker: Was wolltest du sagen?
Speaker: Ich habe einen Island-Pulli angezogen, es war auch richtig schlau.
Speaker: Oh, toll.
Speaker: Naja, egal, dafür habe ich mich gefühlt wie im Frühling und das war mir dann in dem Moment wichtiger.
Speaker: Und dein Pullover hat jetzt eine gesteigerte Wärmeleistung von 30 Prozent.
Speaker: Richtig, ja.
Speaker: Ja, hat auch was.
Speaker: Also ist doch super, oder?
Speaker: Zwei Fliegen mit einer Klappe und so.
Speaker: Top, gut gemacht, gut gemacht, ich bin stolz.
Speaker: Weil wir haben ja nur fünf Grad draußen, deswegen ist es für den Pulli eigentlich ganz gut.
Speaker: Ja, ich tatsächlich überlebe aktuell nicht ohne meinen Anzug.
Speaker: Ich war kurz davor, Anzug einzumotten und zu waschen und in den Keller zu legen und ich bin so froh, dass ich es nicht gemacht habe, weil es hat sich schon wieder komplett bewährt.
Speaker: Aber wie man sich auch warm halten kann, ist nicht nur im Anzug, sondern auch wenn man sich selber halt mal ein bisschen bewegt und mal seinen Hintern hochkriegt.
Speaker: Was für eine wundervolle Überleitung.
Speaker: Ja.
Speaker: Nee, wir wollen heute über Workouts sprechen, die keiner von uns macht.
Speaker: Nee, eigentlich wollen wir über sinnvolles Workout für Pferd und Reiterinnen sprechen, nämlich Doppellonge.
Speaker: Und wie du schön gesagt hast, da wir da am Boden arbeiten, ist das für uns gleichzeitig auch Workout.
Speaker: Und wir wissen ja alle, dass Sport wichtig ist, auch für uns Reiterinnen und gerade für die körperliche Fitness und das bessere Reiten sollten wir uns auch ein bisschen bewegen.
Speaker: Herrlich.
Speaker: Wann hast du das letzte Mal Doppel-Longing gemacht?
Speaker: Vor fünf Tagen ungefähr.
Speaker: Mit welchem Pferd?
Speaker: Mit Hamil.
Speaker: Mit Stepney bin ich da gerade noch so ein bisschen vorsichtig.
Speaker: Da muss ich mir noch so ein bisschen eine Strategie zurechtlegen, wie ich mit dem, mit der Doppelange arbeiten möchte.
Speaker: Weil der generell ein sehr, sehr empfindliches Pferd ist am Kopf.
Speaker: Also ich würde sagen, er ist fast schon überempfindlich.
Speaker: Der möchte auch nur ganz bestimmte Hilfsmittel, also keine Ahnung, nur diesen und jenen Kappzaum, kein Knotenhalfter und so weiter.
Speaker: Der ist sehr schnell sehr unzufrieden, wenn man viel an seinem Kopf rummanipuliert.
Speaker: Und da bin ich mir noch nicht so ganz eins, wie wir da gut quasi miteinander einherkommen können, weil allein schon die Leinen von der Doppelange bringen ein gewisses Gewicht mit.
Speaker: Und das ist für ihn schon... Also er ist eine unfassbare Prinzessin.
Speaker: Er ist einfach auch beim Reiten super schnell maulig.
Speaker: Wenn die Hand einmal zugeht und zu starr wird, fängt er schon an, sich zu beschweren.
Speaker: Und da weiß ich einfach noch nicht so recht.
Speaker: Also wenn...
Speaker: Dann werde ich das auch auf jeden Fall nochmal ein bisschen weiter ausbreiten, wie man das mit so einem Pferd starten kann.
Speaker: Aber definitiv muss ich mir das genau anschauen und genau ausprobieren, was da für ein funktioniert.
Speaker: Hast du das mit dem in der Einreitphase gemacht?
Speaker: Ganz wenig.
Speaker: Nur so, dass man einfach kennenlernt und dann ist wieder gut, oder?
Speaker: Ja, also ganz wenig, weil, dazu muss ich sagen, darauf können wir dann später nochmal zurückkommen, also ich reite meine Jungpferde am liebsten ein, wenn ich einen Longier-Zirkel zur Verfügung habe.
Speaker: Das hatte ich bei ihm ja nicht.
Speaker: Und ich finde sowas wie die Doppellonge extrem sinnvoll, wenn man das in einem begrenzten Raum machen kann.
Speaker: Du kennst unseren Reitplatz, der ist 30 mal 70 Meter.
Speaker: Da mit der Doppellonge anzufangen, auf diesem riesen Reitplatz, das ist
Speaker: ich hatte einfach Angst, dass er irgendwas Dummes tut, auf eine blöde Idee kommt, keine Begrenzung und das geht halt schnell in eine blöde Richtung und deswegen habe ich das mit ihm beim Einreiten eben so ein bisschen vernachlässigt.
Speaker: Hamir hat das beim Einreiten auch nicht kennengelernt, aber der hat danach, musste er durch eine ziemlich lange, ausgiebige Doppel-Longen-Schule und er macht das mittlerweile wirklich cool und er ist auch ziemlich zufrieden an der Doppel-Longen.
Speaker: Ich habe auch das Gefühl, für ihn ist das Konzept sehr
Speaker: Logisch.
Speaker: Ja, das taugt dem gut und mittlerweile ist der ja wirklich Profi.
Speaker: Also Galopp noch nicht so.
Speaker: Was passiert denn im Galopp ab und zu?
Speaker: Galopp finde ich verbesserungswürdig.
Speaker: Willst du das mal erzählen?
Speaker: Also, lass uns darauf, ich erzähle das gerne, aber später einfach.
Speaker: Ich möchte jetzt nicht alle guten Geschichten hier vorgreifen, aber ihr werdet auf jeden Fall was zum Lachen haben und auch sehen, dass man immer wieder an kleine oder größere Hindernisse kommt und sich da auch Sachen einfallen lassen muss.
Speaker: Mhm.
Speaker: Ja, was wir eigentlich heute nicht so gerne machen wollen, ist so über das Equipment zu sprechen und warum die Doppel-Longer so toll ist.
Speaker: Wenn ihr darüber mehr erfahren wollt, schaut gerne bei Instagram vorbei.
Speaker: Wir haben über das Equipment auch schon einiges wieder gepostet.
Speaker: Ansonsten schreibt uns einfach sehr gerne, wir beantworten auch jede Frage sehr gerne, wenn ihr irgendwie nicht genau wisst, welchen Cupsum ihr nehmen könnt oder welche Trense oder was ihr achten sollt, können wir euch da auch gerne noch einen Tipp geben.
Speaker: Wir wollen nämlich heute ein bisschen mehr in die Praxis gehen, Melanie, und ein bisschen Hard Facts raushauen.
Speaker: Hard Facts, das ist ja interessant.
Speaker: Ja, es macht auch Sinn, da jetzt ein bisschen mehr einzusteigen, weil die ganze Theorie hinten dran, die kann man überall nachlesen oder wie gesagt, einfach nochmal nachfragen oder schreiben.
Speaker: Wir gehen jetzt davon aus, wir haben alle unsere doppellongischen Ausrüstung und ein Pferd, das ist schon...
Speaker: vielleicht zwei, drei Mal gemacht hat.
Speaker: Und dann ist eben die Frage, wenn ich kann, wenn ich an der Doppel-Longe laufen kann.
Speaker: Also geradeaus, was für Übungen könnte ich dann anfangen, um da ein bisschen besser ins Training reinzukommen.
Speaker: Ich meine, am Anfang übt man ja mehr, mit den Longen umzugehen, überhaupt klarzukommen mit der Signalgebung, mit dem Antreten lassen und vielleicht anhalten, dass man so ein paar Basics hat.
Speaker: Aber wie komme ich denn dann ins Training rein?
Speaker: Das erste ist ja nur Übung für den Menschen.
Speaker: Genau, was du jetzt gerade angesprochen hast, das Handling, Doppelange aufwickeln, rauslassen, bla bla bla.
Speaker: Bindet euch die an den Zaun und übt das erstmal ohne Pferd.
Speaker: Dann tut ihr dem Pferd einen Gefallen, weil die müssen nicht eure ewigen Übungen aushalten und still stehen bleiben.
Speaker: Und ihr selber werdet auch einfach flinker, weil das mit der Doppelange muss ohne hinzuschauen funktionieren, weil ansonsten seid ihr einfach zu langsam.
Speaker: Ich finde es jetzt, sagen wir mal, wir sind so weit, das Pferd kennt die Leinen und hat keine Angst mehr vor den Leinen.
Speaker: Das ist für mich so die Grundvoraussetzung und es hat die Signalgebung verstanden, wenn es rechts zieht, gehe ich rechts, wenn es links zieht, gehe ich links.
Speaker: Das ist vielleicht so ein bisschen das Grundprinzip.
Speaker: Ich starte tatsächlich immer am liebsten, wenn es geht, im Longierzirkel, weil ich einfach nie in die Bredouille komme, dass ich dem Pferd hinterherrennen muss, weil diese Dynamik des Hinterherrennens schafft immer eine Situation, in der wir Menschen verlieren, auf dem großen Reitplatz zum Beispiel.
Speaker: Das ist ja noch schlimmer.
Speaker: Meistens treibst du denn das Pferd dann ja ungewollt auch noch mehr und dann rennen die noch mehr und dann versuchst du irgendwie den Laien hinterher zu rennen.
Speaker: Das ist einfach alles ungeschickt.
Speaker: Du pushst dein Pferd dann eigentlich ins immer schneller werden, weil du rennst hinterher und du wirst nie so schnell sein wie dein Pferd und dein Pferd will natürlich dann irgendwie sich auch der Situation vielleicht, wenn es blöd läuft, entziehen oder weiß nicht genau, was es machen soll.
Speaker: Und dann wirst du immer eigentlich verlieren und das ist eine Situation, die ist ziemlich unnötig.
Speaker: In die bin ich schon öfter geraten tatsächlich.
Speaker: Gerade mit Hamir, weil auf dem großen Reihplatz, er nutzt das wirklich aus.
Speaker: Wenn ihm eine Übung zu anstrengend wird und er keine Lösung findet, dann war das früher seine Lösung, dass er einfach sich losgerissen hat und losrennt.
Speaker: Und das ist wirklich richtig kacke.
Speaker: Ja, weil die Doppellonge hängt halt auch noch am Maul oder am Kappzaum.
Speaker: Und dann ist es halt super gefährlich, dass die sich da drin verheddern oder dann auch noch Panik bekommen, weil irgendwas hinter denen herschleift.
Speaker: Deshalb, was ist deine Empfehlung, wenn das mal passiert?
Speaker: Meine Empfehlung ist, wenn es um die eigenen Finger geht und die eigenen Hände scheiß drauf, was das Pferd macht, guckt erstmal nach eurer eigenen Sicherheit.
Speaker: Immer Handschuhe tragen, immer gute Schuhe tragen.
Speaker: Wenn ihr loslassen müsst, es ist kacke, aber dann lasst einfach los, bevor ihr euch den Finger abreißt.
Speaker: Das ist wirklich mein oberstes Credo, das sage ich auch zum Beispiel zum Co-Trainer, der jetzt ja auch ab und zu mal sich in der Doppellonge ausprobieren darf und dauerhafte Nervenzusammenbrüche davon trägt, aber er beißt sich durch, aber wirklich passt auf die Finger auf, das ist das oberste Gesetz.
Speaker: Wenn das Pferd noch kontrollierbar ist, dann nutzt die Kreislinie für euch, weil sobald das Pferd in einem Kreis um euch rumläuft, habt ihr wieder die Kontrolle und müsst nicht hinterher rennen.
Speaker: Also es ist ein bisschen tricky.
Speaker: Es gibt da wie kein allgemeines Rezept, das du anwenden kannst.
Speaker: Das kommt voll auf die Situation drauf an.
Speaker: Vielleicht hat euer Pferd auch ein eingebautes Stopp.
Speaker: irgendein Signal oder sonst irgendwas, was es kennt.
Speaker: Vielleicht funktioniert auch das bei den nicht ganz so Verrückten, die sich nicht so reinsteigern, die einfach nur mal kurz losflitzen und dann merken, eigentlich ist mir das doch zu anstrengend.
Speaker: Auch das kann funktionieren.
Speaker: Aber ich würde auf jeden Fall die eigene Sicherheit immer an oberster Stelle stellen und
Speaker: Ja, die Pferde verstehen schon, dass sie stärker sind, aber eigentlich wollen wir ja nie in die Situation kommen, bei der Arbeit mit den Pferden, dass sie gegen uns gehen müssen.
Speaker: Die sollen ja mit uns arbeiten wollen und wir wollen ja ein positives Arbeitsumfeld schaffen und dann müssen die
Speaker: das gar nicht einsetzen, um gegen uns zu gehen.
Speaker: Weil die gar nicht gegen uns gehen wollen, weil die es uns recht machen wollen und mit uns arbeiten wollen.
Speaker: Und das ist das langfristige Ziel.
Speaker: Und dann ist es auch für mich wie ein bisschen egal, ob es sich mal losgerissen hat und potenziell weiß, dass es stärker ist, weil ich will nicht im Kampf mit dem Pferd mein Training bestreiten.
Speaker: Nein, das ist auf keinen Fall Sinn der Sache.
Speaker: Die Doppel-Longe ist auch nicht dafür da, um solche Sachen irgendwie aus dem Weg zu räumen oder das Pferd jetzt nochmal irgendwie zu knechten, dass es wirklich im Kreis um dich rumläuft.
Speaker: Kennst du diese Pferde, die das gelernt haben, dass Longieren einfach bedeutet, um den Menschen rumzurennen?
Speaker: Die sind zwar nicht ansprechbar an der Longe, aber die machen im Prinzip
Speaker: auf den ersten Blick gut mit und rennen dann irgendwie verspannt um dich rum.
Speaker: Aber eigentlich gehen sie nur durch.
Speaker: Die sind so monoton.
Speaker: Du machst so, wie legst einen Gang ein und den halten die und bleiben immer gleich und reagieren gar nicht so richtig.
Speaker: Es ist natürlich ein gutes Mittel der Kontrolle.
Speaker: Aber du arbeitest die Pferde halt reell nicht, du veränderst deren Körper nicht, du veränderst nicht ihr Wohlbefinden.
Speaker: Es hat halt einfach keinen Mehrwert.
Speaker: Genau, und Doppel-Longen-Training sollte ja einen Mehrwert haben.
Speaker: Wir wollen damit nicht das Pferd in Rollkur irgendwie bringen.
Speaker: Also sieht man auch öfters, wenn die Leute Doppel-Longen machen, dass die Pferde halt irgendwie nur irgendwie wegrennen, weil die Longe zu schwer ist oder zu viel Zug drauf ist.
Speaker: Das ist halt auch noch was, was man immer wieder sich selber überprüfen muss, dass man da nicht permanent Zug drauf hat.
Speaker: Deswegen der Longierzirkel, weil da kannst du immer nach vorne loslassen, ohne dass du Angst haben musst, dass deinem Pferd jetzt gleich die ganze Bahn geht, wenn du da ein Bedenken hast.
Speaker: Deswegen, der Longierzirkel ist für mich so ein bisschen der geschützte Raum.
Speaker: Da kannst du auch anfangen und sagen, okay, mein Pferd kennt die Line, ich hänge jetzt alles ein, ich stelle mich in die Mitte.
Speaker: Und dann kannst du es auch einfach erstmal ein bisschen antreiben, dass es vorwärts geht an der Doppellongation erstmal gucken.
Speaker: Du musst auch keine konstante Verbindung haben, du musst auch nicht mega einwirken, du kannst dich selber erstmal arrangieren und sagen, okay, über Stimme und Peitsche kann ich, keine Ahnung, Schritt und Trab oder Schritt und Tölt, je nachdem, was das Pferd bevorzugt, einfach mal ausprobieren.
Speaker: Dann kann ich langsam anfangen mit Übergängen und kann sagen, okay, wir machen jetzt mal einen Übergang vom Trab in den Schritt.
Speaker: nehme ich erstmal Stimme, nehme die Longe leichter zu.
Speaker: Und so fängt es dann ganz spielerisch an, dass du eine Verbindung aufbaust, dass du immer mehr mit Doppel-Longe arbeitest.
Speaker: Aber deine Stimme und deine Körpersprache wird natürlich immer ein wichtiger Teil davon bleiben.
Speaker: Klar, ich habe ja keine Gewichts- und keine Schenkelhilfen, weil ich ja nicht auf dem Pferd sitze.
Speaker: Und dann muss ich ja auf sekundäre Hilfen umsteigen, die ich dann benutzen muss.
Speaker: Weil ansonsten ziehe ich nur an den Leinen und das ist ja irgendwie auch nicht sinnlos.
Speaker: Es macht keinen Sinn und da muss man sich natürlich auch genau überlegen, was möchte ich bewirken.
Speaker: Und was ich zum Beispiel absolut nicht vertreten kann, ist eine umgelenkte Longe, also eine Doppellonge, die vom Gurt zum Maul und wieder zurück zum Gurt geht.
Speaker: Es hat so einen Schlaufzügeleffekt.
Speaker: Das sehe ich ganz, ganz viel.
Speaker: Da ziehst du ein bisschen und hast im Prinzip die doppelte, dreifache Wirkung auf den Maul.
Speaker: Die doppelte Kraft, ja.
Speaker: Das ist eine ganz einfache Physik.
Speaker: Flaschenzug, lernt jeder in der Schule.
Speaker: Und das ist halt genau das und da muss man sich genau überlegen, okay, was will ich eigentlich, weil natürlich mag dann das Pferd, was normalerweise so schwer in der Hand ist, dann auf einmal ganz niedlich laufen an der Longe, aber ich muss beim Reiten trotzdem noch wahnsinnig Kraft aufwenden, weil die Kraft, die da aufs Maul wirkt, die wird ja nicht weniger und wir wollen unseren Pferden ja beibringen, dass sie am Ende fein reagieren auf die Hilfen und nicht, dass wir die Hilfen immer mehr verstärken müssen, was ja dann der Fall wäre.
Speaker: Ja,
Speaker: Deshalb finde ich es wichtig, dass man irgendwann aus dem Longierzirkel rausgeht und diesen Schritt macht, weil im Longierzirkel ruht man sich ein bisschen aus und benutzt dann praktisch, ich weiß, es ist vielleicht eine gewagte These, ich sehe gerade dein Gesicht, aber
Speaker: Es gibt Pferde, die laufen im Longierzirkel geradeaus.
Speaker: Also im übertragenen Sinne.
Speaker: Der Zirkel ist zwar rund, aber eigentlich laufen die Pferde nicht rund und biegen sich nicht, sondern laufen geradeaus.
Speaker: Und dann denke ich so, hey, Doppelonge funktioniert klasse.
Speaker: Alles gut, Pferd läuft super, geht vorwärts, läuft irgendwie nett am Zügel, wie du gesagt hast, aber eigentlich biegt es sich nicht reell.
Speaker: Knallt sich voll auf irgendeine Schulter und läuft einfach so, wie es gewachsen ist um die Kurve.
Speaker: Da stimme ich dir zu.
Speaker: Da ist halt der Longierzirkel sowas, wo man das vielleicht nicht gleich wahrnimmt.
Speaker: Aber dann arbeitest du nicht richtig an der Doppellonge.
Speaker: Genau.
Speaker: Das ist der Punkt.
Speaker: Aber dann hast du das Prinzip nicht verstanden, wenn du es nur außen rumlaufen lässt.
Speaker: Aber da wollte ich drauf eingehen, dass es wichtig ist,
Speaker: Das fällt einem dann nämlich auf, wenn man aus dem Zirkel mal rausgeht und dann merkt man, hey, das Pferd läuft nur geradeaus und irgendwie kann ich es nicht auf dem Zirkel halten.
Speaker: Und ich muss es nur nach innen ziehen.
Speaker: Und da merkt man dann, okay, so gut, wie es eigentlich war, wie ich dachte, ist es eigentlich gar nicht.
Speaker: Und deswegen sollte man einige Übungen machen, bevor man aus dem Longier-Zirkel dann raus möchte, die eben genau vorbereitend dafür sind, dass du dann später auch eine Kreislinie oder eine Acht oder...
Speaker: welche Form auch immer du möchtest und für was du auch immer flink genug bist, später auch dann auf der größeren Fläche machen kannst.
Speaker: Und da finde ich es eben wichtig, dass man sich anschaut, okay, welche Übungen kann ich innerhalb von diesem geschützten Raum machen, in dem ich mich gut bewegen kann, ohne dass ich mein Pferd mega in der Goschen rumziehen muss oder irgendwie, sondern wo ich das gut erreiche, wo ich gut einwirken kann, wo ich zur Not auch mal vor das Pferd treten kann, wenn es dann gar nicht mehr bremsen möchte.
Speaker: Und wenn das alles klappt und ein paar Vorübungen gemacht sind, dann ist es natürlich an der Zeit rauszugehen.
Speaker: Man soll natürlich nicht immer im Longierzirkel bleiben.
Speaker: Ja, fand ich nochmal wichtig zu sagen, weil manche Leute longieren dann an der Doppellonge im Zirkel und sagen, ja, Doppellonge ist kein Problem, funktioniert super.
Speaker: Ja, aber es gibt halt einen Unterschied von, das Pferd kann an der Doppellonge laufen oder ich arbeite das Pferd an der Doppellonge.
Speaker: Voll.
Speaker: Aber das ist ja auch bei der Longe so.
Speaker: Also das würde ich jetzt nicht nur auf die Dopplonge reduzieren, sondern würde das genauso für die Longe nehmen, weil passiert ja auch oft, dass ein Pferd aus dem Longierzirkel rausgeht und dann auf der normalen Bahn auf einmal keinen Kreis mehr hinbekommt.
Speaker: Jetzt hast du Vorübungen erwähnt, gerade eben.
Speaker: Also...
Speaker: Nehmen wir an, ich habe das einigermaßen im Griff mit der Longe.
Speaker: Ich kann das Pferd im Longierzirkel bewegen, vorwärts, seitwärts, na seitwärts nicht, vorwärts anhalten und ich kann auch einen Handwechsel einigermaßen, vielleicht im Stehen oder das Pferd umdrehen oder sowas kann ich.
Speaker: Und welche Vorübung brauche ich jetzt noch?
Speaker: Ich erinnere mich, du hattest mir letzt ein Bild geschickt, als du mit dem Co-Trainer geübt hast und da habe ich Hütchen gesehen.
Speaker: Was hast du mit denen gemacht?
Speaker: Was das Schöne ist, wenn du dir jetzt mit irgendwelchen optischen Hilfen deiner Wahl ein Quadrat aufbaust innerhalb dieses Longierzirkels, dann kannst du die Gerade und die Biegung nutzen.
Speaker: Also du kannst anfangen zu sagen, okay, ich möchte jetzt nicht einfach außenrum um den Longierzirkel in der gleichen Form, wie auch immer die ist, das Pferd ist, zu kommen, sondern ich möchte anfangen, mit meinem Pferd zu arbeiten.
Speaker: Dann kannst du sagen, okay, zwischen den Hütchen geht es einigermaßen gerade aus und um die Hütchen herum
Speaker: Machen wir eine Kurve.
Speaker: Das ist, je nachdem wie groß das Quadrat ist, einfacher oder schwerer, weil du mehr Zeit hast, um das Pferd auf die Gerade oder die Biegung einzustellen.
Speaker: Und das ist so ein bisschen der erste Punkt, weil du auf Dauer auch mehr den äußeren Zügel über dieses Gerade stellen und dann wieder in die Biegung auch den äußeren Zügel mit dran bekommst und nicht nur die ganze Zeit im inneren Zügel am Ziehen bist.
Speaker: Und dann kannst du auch anfangen einzubauen, um die Hütchen drumherum jeweils in eine kleine Wolte zu longieren, wie du möchtest.
Speaker: Mal um jedes Hütchen oder wenn das noch nicht geht, eben um...
Speaker: mehrere Hütchen, da kannst du dann anfangen, dass das Pferd immer quasi einen engeren Kreis läuft, quasi
Speaker: Du bist außen von den vier Hütchen an der oberen rechten Ecke und jetzt läuft das Pferd innerhalb von den anderen Hütchen einen Kreis.
Speaker: Also macht einfach einen kleineren Kreis und das ist deine optische Hilfe.
Speaker: Dann gehst du wieder raus und so kannst du anfangen, zum Beispiel mehr über das Lenken, über das Geradestellen, über das Lenken, dir verschiedene Figuren auszuarbeiten.
Speaker: Ich glaube, das haben wir auch auf Instagram als Übung mal gepostet.
Speaker: Da kann man das auch nochmal nachschauen, weil es ein bisschen schwierig ist, das nur vom Erklären her zu verstehen.
Speaker: Das wäre zum Beispiel auch was.
Speaker: Und nimmst du das Pferd da am Anfang noch relativ kurz im Abstand her, also dass man da auch gut mitlaufen kann?
Speaker: Also das ergibt sich ja wie von selbst, dass das nicht geht mit langen Leinen.
Speaker: Also da wird man schnell merken, wenn ich einen kleinen Kreis laufen möchte, wie auch immer ich den gestalte, muss ich die Leinen kürzer nehmen.
Speaker: Natürlich muss man näher am Pferd arbeiten und das finde ich eigentlich auch immer ganz gut, weil man selber auch mit dem eigenen Körper arbeitet und die Pferde haben es dadurch viel einfacher, weil du ihnen natürlich unheimlich hilfst mit der Körpersprache.
Speaker: Und dann kannst du, was wir auch zum Beispiel eine der ersten Übungen, die wir gemacht haben, kannst du auch so eine Art Slalom machen um die Hütchen.
Speaker: Da kannst du dir ausdenken, wie du das möchtest.
Speaker: Ich glaube, auch diese Übung haben wir auf Instagram.
Speaker: Und kannst mal innenrum ums Hütchen, mal außenrum, sodass du das Pferd nicht einfach nur stumpf
Speaker: wie im Longier-Zirkel einfach außenrum läuft oder dann außen an den Hütchen einfach vorbei, so wie es es halt gelernt hat, wenn man das Gleiche macht.
Speaker: Sondern du kannst variieren und anfangen, reell zu lenken.
Speaker: Aber hast halt die optische Hilfe.
Speaker: Ja, das finde ich eine richtig gute Übung.
Speaker: Weil erstens ist Slalom super, auch fürs Pferd, damit die wieder variabler bleiben auch.
Speaker: Und die müssen auch richtig gut aufpassen, können sich nicht so einlaufen, einfach nur geradeaus weglaufen.
Speaker: Und es ist auch eine richtig gute Übung für einen selber, einfach für die Kontrolle der Leinen und des eigenen Körpers und so.
Speaker: Und da habt ihr halt auch wieder das Aspekt des äußeren Zügels.
Speaker: Weil man kommt so rein in diese, ich ziehe immer nur in und in und in und in und in und der Äußere hängt immer durch und durch und durch, ist typisch bei der Doppelung, passiert mir auch.
Speaker: Aber das finde ich ganz gut, weil da fängst du wieder an, mehr auch mal den äußeren Zügel einzusetzen und kannst auch immer wieder am Inneren loslassen.
Speaker: Und das, glaube ich, bewirkt auch viel fürs Pferd und den Long-Shen-Führer, dass beide so ein bisschen mehr in die korrektere Biegen kommen und ein bisschen mehr dahin kommen, wo wir eigentlich dann auch arbeiten wollen.
Speaker: So, wie ist es denn mit Zirkel verkleinern und vergrößern?
Speaker: Wie findest du das als Übung?
Speaker: Finde ich eine sehr gute Übung, Zirkel verkleinern und vergrößern.
Speaker: Da haben wir auch wieder dieses Thema äußerer Zügel, auch beim Reiten übrigens.
Speaker: Und ich glaube, das hilft uns ganz, ganz viel, vor allen Dingen eben auch als eine der vorbereitenden Übungen, um aus dem Longer Zirkel rauszukommen oder halt dann auch als eine der
Speaker: wichtigeren Übungen für, wenn wir aus dem Longier-Zirkel draußen sind, weil sobald wir die Schulter des Pferdes immer gut um die Kurve bekommen, haben wir eigentlich immer die Kontrolle.
Speaker: Und dann können wir eigentlich mit dem Pferd machen, was wir wollen.
Speaker: Größerer Zirkel, kleinerer Zirkel.
Speaker: Kommt natürlich auch auf unsere eigene Sportlichkeit drauf an, aber dann sind wir eigentlich schon auf einem guten Weg, wenn wir das können.
Speaker: Ja, weil das ist nämlich am Anfang gar nicht so einfach, relativ schnell die Longchen nachzufassen und auch wieder rauszugeben.
Speaker: Und wenn man das ein bisschen geübt hat im Longier-Zirkel, ist das eigentlich ein super Ding, was man sich zurückholen kann, um dann auf einem größeren Platz oder sowas zu arbeiten.
Speaker: Ja.
Speaker: Und Handwechsel aus dem Zirkel, machst du sowas?
Speaker: Weniger, also da bin ich aktuell nicht, weil mir da einfach, also im Schritt, ja, aber da ist mir die Gerade einfach zu lang, da muss ich zu arg rennen.
Speaker: Also im Trab finde ich einen Handwechsel aus dem Zirkel, ist mir da zu viel Strecke, wo ich potenziell hinter meinem Pferd herrennen muss.
Speaker: Und wenn man das kann, auf jeden Fall.
Speaker: Ich bevorzuge da eher die kleinere Linie, also eher durch den Zirkel oder halt klassischer Handwechsel gegen die Wand sozusagen, also nach außen, aber auf dem Zirkel, weil das fällt mir leichter, weil das Pferd einfach nicht so einen großen Radius laufen muss.
Speaker: Ist aber natürlich dann für den Trab zum Beispiel schwierig.
Speaker: Ja, ich finde es aber eigentlich auch ganz cool, aus dem Zirkel, wenn man mal ein bisschen Bock hat zu joggen, nur mal kurz, dann geht das.
Speaker: Ja, voll.
Speaker: Aber halt für Pferde, die sagen, wenn nicht empfindlich sind, wenn jemand hinten dran joggt oder herrennt, das müssen sie natürlich abkönnen, weil sonst geht es gerade nach hinten los.
Speaker: ist jetzt ein wichtiger Punkt, den du ansprichst, weil ich finde schon, dass Doppellonge sowas Individuelles ist, wo du halt auch gucken musst, okay, was kann mein Pferd von diesen Aufgaben denn überhaupt gut erfüllen?
Speaker: Kann mein Pferd das gut haben, wenn ich hinterher renne?
Speaker: Klar kann man das üben und es sollte auch besser werden, aber ich weiß zum Beispiel beim Hamel, wenn der schon so ein bisschen unter Spannung steht und ich dann auch hinter dem herrenne,
Speaker: Dann kann ich dir zu tausend Millionen Wahrscheinlichkeit sagen, dass ihm der Druck da zu groß wird und er dann einfach sagt, okay, hey, mach deinen Scheiß alleine.
Speaker: Der möchte das dann in dem Moment nicht.
Speaker: Das ist ihm dann zu viel.
Speaker: Nicht, weil er nicht will oder keine Ahnung, sondern weil er sagt, in dem Moment bin ich eh schon so überreizt, wenn du mir dann auch hinterher rennst mit der Pitch und dem ganzen Leingedöns und was weiß ich, ist mir das zu viel.
Speaker: Da muss ich dann weg.
Speaker: Das klappert ja auch und ruckelt mehr und alles.
Speaker: Ja, und die Alte, die da hinten dran hängt und die ganze Zeit komisch vor sich hin hechelt, weil sie keine Luft kriegt und so weiter.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Nein, aber da muss man eben auch ein bisschen auf die Bedürfnisse achten.
Speaker: Oder Pferde, die sich sehr schwer tun in der Biegung, das ist zum Beispiel eher das, okay, da würde ich dann zum Beispiel
Speaker: versuchen, eher mehr große gebogene Linien einzubauen, dass du immer dahin gehst, okay, wo fällst du dem Pferd am leichtesten und von dort aus entwickelst du dich dann hin zu schwierigeren Aufgaben.
Speaker: Und man kann es ja immer ausbauen und die Komfortzone immer erweitern, aber da müssen wir schon auch auf die Bedürfnisse des Pferdes eingehen und gucken, okay, was geht denn überhaupt?
Speaker: Es gibt auch Pferde, die können das nicht haben, rossige Stuten zum Beispiel.
Speaker: Wenn die Leinen dann ans Hinterteil kommen, die fangen an auszuschlagen oder wegzurennen.
Speaker: muss man respektieren, ist dann halt vielleicht einfach nicht die Zeit, wo das möglich ist, dann nehme ich die Leine einfach über den Rücken.
Speaker: Ja, weil die finden das dann blöd.
Speaker: Wie stehst du denn zu galoppieren an der Longe?
Speaker: Ich bin da manchmal ein bisschen zwiegespalten, also an der Doppellonge.
Speaker: Weil ich das manchmal schwierig finde, diese Bewegung von den Leinen zu kontrollieren.
Speaker: Und man gerade im Galopp so viel Bewegung in den Leinen hat, dass das jetzt zum Beispiel für ein Pferd wie Konzert am Anfang super schwierig war, weil er dann so viel unstete Bewegungen hatte und unstete Verbindungen im Zügel hatte.
Speaker: Und für den war das total schwer.
Speaker: Also wenn das ein Thema ist, würde ich generell sagen, wenn man das üben möchte, würde ich auf den Kapzahn umsteigen und einfach sagen, okay, man verschnallt halt nicht im Gebiss.
Speaker: Das zuallererst.
Speaker: Ich finde schon, dass man mit einem Pferd daran arbeiten kann.
Speaker: Aber man muss eben einfach auch schauen, was sind die Grenzen und das ist tatsächlich auch was.
Speaker: Ich finde Galopp an der Doppelange mit dem Isländer tatsächlich ziemlich anspruchsvoll.
Speaker: Auch wenn der gut galoppieren kann, finde ich es trotzdem nicht einfach und das ist auch was, da gehe ich zum Beispiel tatsächlich auch noch wieder zurück in den Longierzirkel, wenn ich jetzt merke, der Hamel hat so einen Tag, wo er schnell sagt, hey, das ist mir zu viel, ich hau ab, mache ich das im Longierzirkel.
Speaker: Und da kann ich nämlich auch jederzeit einfach mit der Hand vorgehen und ihm einfach den Platz lassen, den er braucht, weil ich glaube, im Galopp hat man schnell die Tendenz, die Pferde zu eng zu nehmen und einfach die Vorwärtsbewegung so stark abzubremsen, dass man so nach rückwärts wirkt, dass die schnell aus dem Galopp draußen sind und halt irgendeinen Gangsalat machen und das ist schade.
Speaker: Ich glaube, bei einem Großpferd oder einem dreigängigen Pferd, das ein besseres Grundtalent mitbringt oder die besseren Grundgangarten, ist es, glaube ich, viel, viel einfacher, weil die machst du an im Galopp und dann kannst du da auch ein bisschen dich selber arrangieren und
Speaker: Die sind sehr rhythmisch, die sind sehr gleichmäßig.
Speaker: Das haben wir halt alles meistens eher noch nicht so von Anfang an.
Speaker: Nicht so viel, nee.
Speaker: Jetzt will ich aber mal die Geschichte wissen mit Hamir und dem Galoppierner der Doppelung.
Speaker: Mhm.
Speaker: Was passiert denn manchmal an der Dopplung?
Speaker: Das ist jetzt schon so angedeutet.
Speaker: Aber wie lange bist du denn schon mal hinter ihm hergerannt?
Speaker: Also meistens renne ich da nicht lang hinter ihm her, weil das hat sich ziemlich schnell dann immer gelöst, die Situation.
Speaker: Meistens nicht zu meinem Vorteil.
Speaker: Ist auch nichts, worauf ich stolz bin, aber es ist für mich einfach... Also es ist so, Hamel ist generell, er ist ja sehr, sehr dreigängig, er hat ja nur im Moment ein ganz, ganz kleines bisschen tölt.
Speaker: Aber er tut sich einfach seit einer gewissen Zeit ziemlich, also er galoppiert, aber ihm, dadurch, dass es so ein Pferd ist mit so weichen Strukturen, der ist ja so wahnsinnig beweglich, die Stabilität im Galopp ist für ihn einfach wahnsinnig anstrengend.
Speaker: Also wir haben jetzt ein Jahr lang am Galopp gearbeitet und schaffen jetzt vier, fünf Runden Galopp in der Halle.
Speaker: ohne dass er gleich gefühlt zusammenbricht.
Speaker: Und am Anfang war eine Runde schon für mich, also ich habe mich da abgerackert auf dem Pferd.
Speaker: Das ist krass, ja.
Speaker: Die Bewegung, es ging alles überall hin, weil er gar keine Stabilität im Rücken hatte und alles so in den Boden hinein lief.
Speaker: Und er hat dann auch immer wieder
Speaker: wirklich den Vorwärtsdrang verloren hat und die Kraft verloren hat.
Speaker: Und das war so das Erste.
Speaker: Hinzu kommt auch noch, dass auch chiropraktisch gesehen er da einige Baustellen hat, an denen wir arbeiten, aber das dauert einfach lange.
Speaker: Und es führt dazu, dass er im Galopp
Speaker: einfach sehr viel Aufwand betreiben muss, um zu galoppieren.
Speaker: Also er muss sehr viel Energie aufwenden, um in den Galopp zu kommen und den Galopp zu halten.
Speaker: Das sieht dann schon sehr ordentlich aus.
Speaker: Wir sind mittlerweile auch da, dass er sich an der Longe, am Kapzum zum Beispiel auch strecken kann im Galopp.
Speaker: Aber er zieht sich zum Beispiel immer noch so in den Galopp, vom Trab in den Galopp, zieht er sich immer noch so über den Unterhals hoch.
Speaker: Und das ist was, wie gesagt, der Co-Trainer longiert in mega viel.
Speaker: Ich kann von ihm nicht erwarten, dass er diesem Pferd jetzt beibringt, im Vorwärtsabwärts anzugaloppieren, weil das bedeutet ja,
Speaker: Die Schulter ist komplett locker, die Hinterhand arbeitet, das Pferd tritt unter.
Speaker: Ich meine, da muss ja so viel im Körper funktionieren, da sind wir einfach noch nicht an dem Punkt.
Speaker: Und das wird in der Doppellonge beim Galoppieren halt ganz deutlich sichtbar, weil dann einfach der für Hame manchmal dann doch rückwärts wirkende Zügel noch mit dazu kommt, der ihm dann halt so ein bisschen die Idee nach vorne nimmt und ihm dann in dem Moment, weil ich Druck von hinten machen muss, damit die Energie kommt zum Galoppieren, ihm das Ganze dann einfach zu stressig wird für den Galopp.
Speaker: Und natürlich muss ich ihn auf der offenen Fläche halt ein bisschen einrahmen.
Speaker: Und dann kommen wir ganz schnell in die Situation, wo es ihm halt dann zu viel wird.
Speaker: Ja, dann hat der das Gefühl, er kriegt Druck von hinten und von vorne und kann das irgendwie nicht umsetzen.
Speaker: Oder er hat dann, sagen wir mal, die falsche Idee, das in die Richtung umzusetzen, wie du es gerne hättest.
Speaker: Genau, und im Longierzirkel kann ich einfach die Hand nach vorne geben, kann sagen, weißt du was...
Speaker: dann mach mit deinem Kopf kurz mal, was du willst, weil er muss ja die Kreislinie halten und kann mich auf die vorwärts treibende Hilfe konzentrieren und ihm so helfen und dann kann ich peu à peu bisschen anfangen, den Zügel mit dazu zu nehmen, aber da sehe ich bei ihm den ganz, ganz großen Knackpunkt und das ist was Mentales, weil er hat einfach
Speaker: auch noch nach den vielen Jahren, die wir ihn jetzt schon haben, immer noch ein schlechtes Verhältnis zum Zügel und zum Gebiss.
Speaker: Und das ist halt was, dieses Erbe hat er mitgebracht.
Speaker: Das ist einfach in der Grundausbildung schiefgelaufen.
Speaker: Ja, da ist er einfach geprägt.
Speaker: Manchmal frage ich mich, ob dieses Pferd überhaupt jemals mit Gebiss so zufrieden laufen wird wie ohne.
Speaker: Und gerade zum Beispiel mit einem Halsring, habe ich ja jetzt auch mal getestet, dann ist das ein anderes Pferd.
Speaker: Das ist so krass und ich glaube einfach, dass man mit einem Reitpferd schon sehr viel anstellen kann, was vielleicht ein ganzes Leben dauert, um das auch wieder rauszukriegen, wenn man da die falschen Mittel verwendet am Anfang der Ausbildung.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, also vor allem, wenn du, sagen wir mal, so sensible Pferde hast, die da mehr mitnehmen.
Speaker: Also es gibt natürlich auch Pferde, bei denen ist das nicht so dramatisch.
Speaker: Nein, natürlich.
Speaker: Ich glaube, ganz viele Pferde stecken das ganz gut weg.
Speaker: Aber es gibt eben auch die paar, die halt nicht ins Raster passen oder da durchfallen, wie auch immer.
Speaker: Und dann...
Speaker: Ja, halt einfach da ein bisschen irgendwie so ihren Hick davon tragen und so ein bisschen demoliert sind.
Speaker: Ja, und Hamir startet dann halt einfach durch.
Speaker: Und das ist an der Doppel-Longer natürlich unangenehm.
Speaker: Es ist halt seine Lösung für sein Problem.
Speaker: Das macht er in allen Lebenslagen, wenn es ihm zu viel Druck wird.
Speaker: Glücklicherweise passiert es quasi gar nicht mehr.
Speaker: Aber es ist bei so einem Pferd mit so einem Trauma, wird es immer da sein.
Speaker: Das ist auch nichts, was man für immer wegbekommt.
Speaker: Also ich glaube, das wird einfach immer ein Teil von ihm sein und die Male, wo das passiert, die werden viel, viel weniger, weil man einfach immer mehr auch die Möglichkeit gibt, ein bisschen in seinem Komfortbereich zu bleiben, weil sein Komfortbereich immer breiter wird.
Speaker: Also er hat immer mehr Möglichkeiten, Dinge zu machen, ist immer mutiger, immer stärker, hält länger durch.
Speaker: Also er entwickelt sich positiv, aber wir müssen nie in diesen Bereich rein, wo es richtig kacke wird für ihn.
Speaker: Dann wollen wir jetzt nochmal zurück zu so Sachen, die an der Dopplonge passieren können, aber die man natürlich nicht will und die nicht passieren sollten.
Speaker: Ich meine, das muss nicht gleich darin enden, dass das Pferd so durchstartet.
Speaker: Aber wie du schon gesagt hast, man hat auch einfach ein bisschen mehr Wirkung auf den Leinen, das ist klar.
Speaker: Und was mache ich denn jetzt zum Beispiel, wenn mein Pferd nicht auf der Kreislinie bleiben will und nach außen wegzieht?
Speaker: ohne dass es komplett durchstartet.
Speaker: Also ich denke, dann musst du dir überlegen, ob es vielleicht auch ein bisschen zu früh war, aus dem Longizirkel rauszugehen, ob die Vorübungen vielleicht schon so funktioniert haben oder ob man da vielleicht nochmal ein bisschen nachbessern muss.
Speaker: Und du kannst natürlich auch verschnallungstechnisch deinem Pferd helfen mit dieser Jungpferdeverschnallung, wo die innere Longe
Speaker: vom Gurt übers Maul geführt wird und vom Maul dann direkt in die Longenführerhand.
Speaker: Das kann, wenn es richtig benutzt wird, eine nach innen wirkende, weisende Wirkung haben.
Speaker: Du kannst aber auch voll nach hinten wirken und dadurch mega Flaschenzug.
Speaker: Also du kannst es dann quasi fast wie ein Schlaufzügel verwenden, wenn du so willst.
Speaker: Du musst immer darauf achten, dass deine Hand wirklich nach vorwärts wirkt.
Speaker: Also du darfst das Pferd nach innen damit einladen, aber das funktioniert saugut.
Speaker: Also das funktioniert richtig gut eigentlich für alle Pferde.
Speaker: Die Probleme haben wir auf der Biegung.
Speaker: Aber du musst dir halt bewusst sein, wie du deine Hand zu führen hast und dass du nicht hinter das Pferd kommst und von hinten ziehst.
Speaker: Weil ansonsten ist es einfach saunfair.
Speaker: Hier ist der Winkel wichtig und auch, dass man die Hand immer wieder loslässt, gerade die am inneren Zügel, dass es wirklich mehr signalmäßig wirkt und außen dran bleibt.
Speaker: Und dann checken die Pferde das auch ziemlich schnell.
Speaker: Aber jetzt in so einer konkreten Situation, wenn das Pferd zum Beispiel einfach geradeaus weiterläuft und irgendwie nicht abbiegt, dann würde ich erstmal die Geschwindigkeit und die Gangart reduzieren, je nachdem in welcher Gangart man ist.
Speaker: Und dann das im Schritt nochmal machen oder sogar anhalten und es dann nach innen wieder zurück korrigieren.
Speaker: Im Langsamen kann man ein bisschen näher dran gehen, einfach Druck runternehmen, von vorne anfangen und nicht, dass man dann so krass ins Ziehen kommt zum Beispiel.
Speaker: Weil du ziehst dann ja automatisch an beiden Leinen und dann hat das Pferd nicht mehr das Verständnis, wo es eigentlich hin soll, wenn du nach innen willst und dann einfach an beiden Leinen irgendwie wild rumziehst.
Speaker: Bring das halt nichts, dann halte ich lieber mal an oder mache das Ganze eben langsam nochmal und wiederhole die Situation, dann verstehen die meisten Pferde das eigentlich immer besser.
Speaker: Tendenziell würde ich sogar weitergehen und sagen, für den Anfang immer versuchen, eher signalmäßig einzuwirken und nicht konstant irgendwas irgendwo hinzuziehen.
Speaker: Das wisst ihr beim Reiten auch nicht.
Speaker: Nee, aber du willst ja, Ziel ist ja schon eine Anlehnung am äußeren Zügel zu haben.
Speaker: Ja, aber woher kommt die Anlehnung, indem das Pferd zum Gebiss hinzieht und zur Hand und nicht, dass die Hand zum Maul zieht?
Speaker: Und das ist halt nochmal die Idee, ist aber immer, die Hand geht nach vorne, die Hand lässt los.
Speaker: Und ich glaube, wir kommen da ganz, ganz schnell in dieses Zügel.
Speaker: ziehen rein und in dieses Pferd irgendwo hinquetschen wollen und deswegen finde ich es halt so schön im Longierzirkel zu arbeiten, weil du da halt einfach nicht so darüber nachdenken musst, quasi gleich überall dein Pferd einzurahmen, sondern du hast so ein bisschen mehr Möglichkeiten loszulassen, weil dir einfach weniger passieren kann sozusagen.
Speaker: Was ist denn deine Lieblingsübung an der Doppelung?
Speaker: Oder was machst du am liebsten?
Speaker: Kommt aufs Pferd drauf an.
Speaker: Also mit Hamel mache ich tatsächlich am liebsten Handwechsel, weil das mittlerweile so schön flutscht.
Speaker: Also das ist irgendwie so... Der dreht sich ja schon automatisch.
Speaker: Ich habe, als wir das geübt haben, einen Schritt falsch zur Seite gemacht, weil ich meinen Körper nicht im Griff habe.
Speaker: Und dann hat er einfach schon umgedreht und ich war kurz leicht überfordert, was da passiert.
Speaker: Da kommen dann die Momente, wo er dann halt zum absoluten Streber wird und es dir quasi schon fast vorweg nimmt, muss man auch mega aufpassen.
Speaker: Aber da ist er dann so ein bisschen übereifrig.
Speaker: Das mache ich zum Beispiel gerne.
Speaker: Ich glaube, was ich tatsächlich gerne mehr machen würde, was ich zurzeit nicht mache, aber gerne wieder machen würde, ist noch mehr mit so optischen Hilfen arbeiten, mal
Speaker: Wenn man mal den Luxus hat, dass zum Beispiel die Halle frei ist, dass man dann vielleicht mal sagt, okay, man kann mal wirklich Hütchen aufstellen und mal irgendwie so ein paar Schlangenlinien hier und ein paar wilde Figuren.
Speaker: Ich glaube, da würde ich gerne mehr hingehen.
Speaker: So ein bisschen aufwendiger noch, aber so generelle Lieblingsübungen,
Speaker: habe ich jetzt nicht so.
Speaker: Also kommt mega drauf an.
Speaker: Also was ich auch total gerne ausprobieren würde und das dauert noch ein bisschen, ist springen an der Dopplonge.
Speaker: Ja, wow.
Speaker: Ja, das wollte ich nämlich auch sagen.
Speaker: Also ich habe gern Stangenarbeit gemacht an der Dopplonge.
Speaker: Ich habe es schon eine Weile nicht mehr gemacht, aber ich habe das viel mit Talastiatner gemacht und da haben wir ganz viel Stangenarbeit auch immer wieder gemacht.
Speaker: Gerade auch auf dem Zirkel oder eben im Roundpanel.
Speaker: Da ist es cool und das macht den Pferden auch Spaß.
Speaker: Und du hast halt da die Möglichkeit, anstatt die freilaufen zu lassen, die ein bisschen besser einzurahmen und ein bisschen mehr zu arbeiten.
Speaker: Ich glaube, für Halas Theater ist das auch sehr, sehr cool, weil sie sich ja jetzt so ein bisschen schwer tut auf der Biegung.
Speaker: Und da kannst du das so ein bisschen kombinieren, dass sie sich auch so ein bisschen anstrengen muss und mal so ein bisschen aus ihrer Komfortzone raus muss, weil die ja eher so ein Pferd ist, die muss wieder so ein bisschen rauskitzeln.
Speaker: Genau, mit dem Konzert habe ich das am Anfang gemacht.
Speaker: Da der aber so sensibel im Maul war und sich immer weggerollt hat, war das an der Dopplonge wahnsinnig schwer, den überhaupt gescheit zu arbeiten, da zu
Speaker: habe ich mich leichter getan, den zu reiten und ihn wirklich, weil ich meine, bei ihm war das Thema am Anfang vorwärts gehen und sich strecken und das war mit dem Gewicht am Zügel für ihn total schwer, das war für ihn nicht verständlich.
Speaker: Wäre, glaube ich, eben auch ein Pferd gewesen, wo ich es gar nicht gemacht hätte am Anfang.
Speaker: Ich glaube, jetzt könntest du auf dem Kapzaun das mal wieder ausprobieren.
Speaker: Ich habe es dann ganz lang mit ihm jetzt nicht mehr gemacht.
Speaker: Also das war am Anfang, wo ich eben das, ich glaube, der kannte das auch gar nicht vorher.
Speaker: Also der hat das, sagen wir mal, die Grundlagen kann er und auch vom Führen und so weiter und vom Longieren, das geht schon.
Speaker: Aber ich habe seitdem mit ihm keine Doppelonge mehr gemacht.
Speaker: Ja, also ich glaube, man muss auch so ein bisschen auf sein Bauchgefühl hören und wenn man so Pferde hat, sie sich wirklich total dem entziehen, dann muss man sich das einfach mit einer Person anschauen, die da auch mehr kann und entweder das Pferd dann einfach besser dann ans Gewiss rantreiben kann, das kann ja auch ein Grund sein, dass sie sich einfach einrollen, weil sie keine Energie nach vorne haben oder halt einfach, dass man sagen muss, okay, da muss erst Kraft her, da muss erst was anderes her, bevor das dann geht.
Speaker: Ja, und mein Fokus, ich wollte ihm da einfach mehr durchs Reiten dann helfen.
Speaker: Und das konnte ich in der Doppelange nicht so gut umsetzen.
Speaker: Ich könnte es jetzt mal wieder probieren, weil jetzt ist er ziemlich stabil am Zyklus.
Speaker: Könnte ich wirklich mal machen.
Speaker: Ja, also ich denke auch bei Stepney wäre es jetzt so an der Zeit, wo man sagen kann, okay, jetzt könnte man nochmal einen Versuch wagen, weil er früher eben da so gar nicht gut drauf reagiert hat.
Speaker: Aber ich glaube jetzt auch, ist er an einem Punkt, wo er körperlich es einfach auch besser umsetzen kann.
Speaker: Da muss man eben auch schauen, wenn man das jetzt unbedingt mit seinem Pferd machen will, dann muss man dem einfach die Zeit geben.
Speaker: Man kann das natürlich ganz kleinschrittig aufbauen und dann geht das natürlich auch.
Speaker: Aber ich versuche natürlich auch schon mit meinem Pferd das zu machen, was ihn auch einfach...
Speaker: Ja, leicht fällt.
Speaker: Das klingt immer so, als ob wir nur Sachen machen, die wir können.
Speaker: Das ist nicht so.
Speaker: Nee, aber du willst ja auch ein bisschen vom Training profitieren.
Speaker: Also du willst ja nicht nur irgendwas trainieren, was wieder deiner kompletten Natur geht.
Speaker: Also so ein bisschen was zu machen, was dir auch Spaß macht, wäre auch schön.
Speaker: Und der Natur des Pferdes.
Speaker: Ja, meine ich ja.
Speaker: Wenn du einen Fünfgänger hast, dann musst du halt schon auch irgendwie ein bisschen anders arbeiten, als wenn du jetzt einen Viergänger hast, der auf, keine Ahnung, kleine Wolken galoppieren kann oder sowas.
Speaker: Das muss man irgendwie auch respektieren, dass die manchmal halt eine andere Art der Arbeit brauchen, zum Beispiel in der Lösungsphase oder so.
Speaker: Und Doppelonger ist eigentlich ein sehr schönes und kreatives Tool.
Speaker: Man kann das ja wirklich sehr vielseitig dann auch nutzen.
Speaker: Unter anderem kann man es auch fürs Tölten benutzen.
Speaker: Habe ich jetzt zum Beispiel nicht so viel gemacht, weil es bei meinen Pferden nicht so nötig war oder nicht funktioniert hat.
Speaker: Oder ich es halt auch einfach nicht kann.
Speaker: Aber für manche Pferde kann das auch sehr schön sein, die mal ohne Reiter zu tölten.
Speaker: Kann man auch machen.
Speaker: Bin ich gar kein Experte drin.
Speaker: Ich habe es bei Hamir mal probiert, weil ich dachte mir, vielleicht töten wir einfach über die Doppellonge ein.
Speaker: Es hat für den Anfang, für die allerersten Schritte ging es ganz gut und jetzt sind wir an so einem Punkt, da fängt der so an, sich eben
Speaker: Du fängst an, ihn zu tölten und wenn du dann mehr Druck machst, weil wir jetzt so ein bisschen an Fluss und vorwärts arbeiten, dann fängt er an, sich nach unten wegzudrücken, so einzurollen und wegzudraben.
Speaker: Und das ist einfach was, das kann ich einfach unterm Sattel, also mit dem Reiten einfach viel besser.
Speaker: Ja, ich finde, man braucht fürs Tölten ja auch irgendwie die Körpersprache und die Körperspannung des Reiters.
Speaker: Und das finde ich auch krass schwer, einmal am Boden umzusetzen.
Speaker: Also das endet für mich dann eher in zu viel Zügeleinsatz, was ich nicht will.
Speaker: Ich will die Pferde über den Sitz tölten.
Speaker: Da kommen wir halt vielleicht auch ein bisschen an die Grenzen von der ganzen Doppel-Longen-Geschichte.
Speaker: Da, wo du sagst, du möchtest viel über den Sitz reiten, natürlich können dir deine Körpersprache und die sekundären Hilfen und so weiter, das können alles natürlich schon auch viel ersetzen, aber am Ende muss man sich auch überlegen, okay, was möchte ich und wenn ich halt dahin möchte, dass ich ganz viel nur über den Sitz reite und
Speaker: Ja, vielleicht kann es dann auch was sein, wo man sagt, okay, mit der Doppel-Longe komme ich jetzt gerade nicht weiter allein schon, weil zum Beispiel meine Longe zu schwer ist und die einfach schon zu viel Zug macht, ohne dass ich aktiv einwirke.
Speaker: Das kann ja auch passieren, gerade bei diesen Gurt-Longen, wenn die vielleicht noch ein bisschen nass sind oder so.
Speaker: Ja, das würde ich gar nicht benutzen.
Speaker: Ja, aber gibt es und ich meine, die werden schwer und da macht man sich vielleicht auch nicht so Gedanken drüber und wenn du dann noch dein Pferd auf eine 5, 6 Meter Linie laufen lässt und du hast da diese Leinen, die einfach so lang sind, dann gibt es eine ganz schöne Kraft, die dann aufs Maul wirkt, auch wenn du gar nichts groß machst selber.
Speaker: Wenn wir das Ganze mal zusammenfassen, haben wir jetzt ein paar schöne praktische Übungen, die man an der Dopplonge machen kann.
Speaker: Und ich würde immer dafür plädieren, das auch mal kreativ auszuprobieren.
Speaker: Mit Slalom, mit Hütchen, über den gesamten Platz.
Speaker: Das macht einfach richtig Spaß, wenn das mal so locker fluffig läuft, so wie Harmüt das auch kann.
Speaker: Dann hat man da wirklich Spaß.
Speaker: Dann kann man auch Seitengänge einbauen, mal einen Schenkelweichen einbauen.
Speaker: Das funktioniert alles.
Speaker: Und das ist dann wirklich cool, um ohne Reitergewicht sinnvoll zu gymnastizieren.
Speaker: Bin ich absolut bei dir.
Speaker: Und wenn man sich da eben noch ein bisschen unsicher ist, man kann das alles auf Kaptsom auch wunderbar machen.
Speaker: Einfach überlegen, jede gebisslose Zäumung ist nicht dazu gedacht, dass man die auf Dauerzug hält, sondern dass man da doch tendenziell eher signalmäßig einwirkt.
Speaker: Und wenn das Pferd sich natürlich selber gegen die Hand dehnt, dann ist das was sehr Positives und dann darf man da schon eine Andehnung haben, aber es ist halt nicht dieses
Speaker: den Kopf runterziehen.
Speaker: Dann haben wir doch eine schöne Zusammenfassung hier gehabt, oder?
Speaker: Ist dir noch ein Punkt wichtig, den wir noch nicht angesprochen haben beim Doppellongen-Training?
Speaker: Ja, das ist tatsächlich was, wo der Co-Trainer drüber gestolpert ist, was mir früher auch passiert ist und wo ich ein bisschen schmunzeln musste.
Speaker: Wenn ihr mit der Doppelange anfangt zu trainieren, das gilt eigentlich aber für das ganze Pferdetraining, aber da hat man es jetzt nochmal schön gesehen, glaubt nicht, ihr könnt an dem Punkt starten, wo ihr das letzte Mal aufgehört habt.
Speaker: Geht immer nochmal zurück und guckt erstmal, okay, wie ist der Status an diesem Tag?
Speaker: Ist das mit den Laien immer noch in Ordnung?
Speaker: Gerade wenn man eine Stute hat, die eben potenziell auch mal rossig sein kann, die dann einfach empfindlich ist oder
Speaker: weiß nicht, auch ein Wallach, der einfach eine lange Leitung hat, was auch immer, man muss immer wirklich zwei, drei Schritte vorher, macht euch Basisübungen, macht euch ein Ritual, sagt, okay, mein Pferd darf am Anfang erstmal im Schritt laufen und sich erstmal einlaufen und ich wuschel dann rum und sortiere mich erstmal und der weiß, okay, ich bleibe im Schritt, ich muss nichts denken, ich laufe einfach, alles entspannt, sowas und übt es
Speaker: Pausen und anhalten, dass die Pferde das aushalten können, einfach stehen zu bleiben.
Speaker: Weil dann habt ihr auch genug Zeit, um eure Dopplonge gut zu sortieren.
Speaker: Weil wenn ihr alles gut in der Hand habt, dann seid ihr auch viel flinker.
Speaker: Aber das ist auch was.
Speaker: Wenn die Pferde nicht stehen bleiben können, kommst du ganz schnell in eine richtig blöde Situation.
Speaker: Ja, dann rennst du nämlich hinterher und das Pferd wird immer schneller und immer schneller und du verlierst komplett alles.
Speaker: Und im blödsten Fall stehst du noch in die Longe rein, weil du komplettes Chaos hast.
Speaker: Gibt es für dich noch was, was dir noch so einfällt oder dir wichtig ist?
Speaker: Hast du eigentlich gesagt, ich würde wirklich erstmal auch auf Sicherheit gehen, lieber die Grundbasics gut üben und dann das immer ein bisschen mehr machen, aber man darf auch einfach mal ausprobieren.
Speaker: Wenn mal was nicht klappt, dann lässt man halt mal kurz los.
Speaker: Also ich würde jetzt Doppelongen nicht irgendwo auf dem freien Feld machen, sondern es sollte schon immer so sein, dass es sicher ist, wenn dann niemand anderes in der Bahn ist.
Speaker: Das ist jetzt kein Plädoyer dafür, jedes Mal die Doppelange loszulassen.
Speaker: Nein, aber... Also, es hört sich jetzt gerade so ein bisschen an.
Speaker: Also, wenn das nicht sein muss, bitte vermeidet es.
Speaker: Das ist keine gute Idee.
Speaker: Nein, aber es ist ein Plädoyer für Ausprobieren und Dranwagen und wenn halt ein Fehler passiert, passiert ein Fehler.
Speaker: es nicht so verkopft angehen und ja, auch einfach das Pferd mal im Longier-Zirkel vorwärts laufen lassen und dann schlackern halt die Leinen mal ein bisschen und dann kann man erst mal ein bisschen gucken und dann macht man erst mal nur Stop and Go und umdrehen und das geht, das kommt dann alles mit der Zeit.
Speaker: Richtig.
Speaker: Dafür war das Plädoyer fürs Üben.
Speaker: Ja, sehr gut.
Speaker: Das finde ich gut.
Speaker: Das finde ich gut.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Wenn ihr da draußen noch Fragen oder Punkte habt, die euch gefallen oder nicht gefallen haben zu dieser Folge, dann meldet euch gerne.
Speaker: Am besten über Instagram oder auch über E-Mail.
Speaker: Wir lesen eigentlich immer alles.
Speaker: Die positiven Sachen beantworten wir auch.
Speaker: Nein, Spaß.
Speaker: Nee, wenn jemandem meine Stimme nicht gefällt, dann schreibt mir das bitte nicht.
Speaker: Will ich nicht wissen.
Speaker: So unnötig.
Speaker: Ich frage mich immer, welchen Mehrwert solche Informationen, das Teilen der Informationen für diese Leute hat.
Speaker: Wow, kauft ihr einen Keks?
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: Es ist ja nicht konstruktiv, dass man sagt, hey...
Speaker: bla bla bla, vielleicht ich bin übelst der Stimmencoach und wenn du das und das machst, könntest du deine Stimmen, weißt du, das ist ja nicht irgendwie so, sondern es ist ja einfach so.
Speaker: Selbst dann!
Speaker: Also ich weiß nicht, es hat so keinen Mehrwert, außer dass man einfach seinen emotionalen Ballast irgendwo hinkotzt und weiterläuft, das ist echt so unnötig, ja sorry, aber das hast du schön gesagt.
Speaker: Ich würde sagen, damit schließen wir diese Folge ab.
Speaker: Wunderschön.
Speaker: Und dann wünsche ich dir noch einen wunderbaren Abend, Svenja.
Speaker: Vielen Dank, den wünsche ich dir auch und euch da draußen.
Speaker: Ganz viel Spaß beim Im-Kreis-Rennen.


