Transcript
Speaker: Takt und Verstand, der Islandpferde-Podcast.
Speaker: Alles rund ums Islandpferd mit Svenja und Melanie.
Speaker: Neue Woche, neues Eksem-Drama.
Speaker: Ja, eigentlich kein Thema zum Feiern, aber ein sehr wichtiges Thema.
Speaker: Und ich hoffe, ihr da draußen habt alle die letzte Folge vor dieser Folge hier angehört und seid jetzt auf dem Laufenden, was das Thema Sommerexem angeht, wie es entsteht und woher es kommt.
Speaker: Und heute ist dann die praktische Folge, in der wir mehr auf Vorbeugen und Therapien eingehen wollen.
Speaker: Was können wir denn tun, um es unseren Pferden leichter zu machen und uns vielleicht auch selber leichter zu machen?
Speaker: Svenja, schön, dass du auch wieder dabei bist.
Speaker: Hello, hello.
Speaker: Ich freue mich natürlich mit dir zu sprechen, auch wenn das Thema ein bisschen, ja, ein Thema ist, das doch gerne mal für Kopfschmerzen sorgt.
Speaker: Bei unseren Islandpferden mit diesem elenden Eczem.
Speaker: Achtung, wie gern negativ konnotiert hier bei mir.
Speaker: Es sorgt bei mir auch immer wieder für Kopfschmerzen.
Speaker: Aber wir können vielleicht diese Kopfschmerzen ein bisschen eindämmen, indem wir einfach mehr verstehen, woher kommt's, wie passiert's und was können wir tun.
Speaker: Ich glaube, das hilft einfach am allermeisten, wenn man das Ganze ein bisschen einordnen kann.
Speaker: Ganz richtig.
Speaker: Ich habe beim Konzert mehrere verschiedene Sachen ausprobiert.
Speaker: Oh, jetzt bin ich gespannt.
Speaker: Weiß nicht, ob ich die perfekte Lösung schon gefunden habe.
Speaker: Ich weiß es nicht.
Speaker: Aber ich denke mir, wenn ich was habe, was einigermaßen gut funktioniert, dann bleibe ich jetzt auch erstmal dabei.
Speaker: Ja, voll.
Speaker: Und du musst ausprobieren, weil es gibt einfach beim Eczem noch nicht... Doch, das perfekte Rezept gibt es.
Speaker: Einfach keine Mücken, kein Problem.
Speaker: Ja, okay, dann müssen wir doch eigentlich nur die Mücken loswerden.
Speaker: Können wir nicht ein bisschen Gift spritzen, um die loszuwerden?
Speaker: Da sind wir wieder beim Thema Ökosystem.
Speaker: Du kannst nicht einfach ein Individuum aus dem Ökosystem rausnehmen und dann glauben, alles bleibt gleich.
Speaker: So funktioniert Natur halt leider nicht.
Speaker: Aber ja, Zecken zum Beispiel.
Speaker: Ich wäre dafür, Zecken und Gnitzen, pam, pam, pam, weg damit.
Speaker: Fände ich top.
Speaker: Also wenn da draußen irgendwelche schlauen Wissenschaftler sind, entwickelt doch einfach mal irgendwelche Mittelchen, die nur Gnitzen und Zecken ausrotten.
Speaker: Oh ja, das fände ich gut.
Speaker: Aber wie gesagt, du weißt ja nicht, welche Futtergrundlage eine Genütze so bietet für alles andere.
Speaker: Und wenn du dann die Vogelpopulation stark einschränkst, weil die kleinen... Dann fütter ich die Vögel.
Speaker: Okay, Melanie macht sich eine Erdnussplantage auf, damit sie die Vögel alle durchbringt.
Speaker: Das ist die Lösung.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber ja, es ist eben nicht so ganz einfach.
Speaker: Aber...
Speaker: Du hast ja gerade schon so schön gesagt, es gibt ja auch viele Möglichkeiten, wie man mit Eczem umgehen kann, Prävention und auch Behandlung.
Speaker: Und da können wir ja jetzt vielleicht auch mal so ein bisschen näher drauf eingehen und uns das Ganze anschauen.
Speaker: Ich würde einfach gerne mit der Eczem-Decke anfangen, weil das die stärkste Methode ist, die es aktuell gibt oder die bei mir am besten funktioniert.
Speaker: Es ist einfach eine mechanische Barriere gegen die Mücken,
Speaker: Man nimmt einfach die freie Fläche des Pferdekörpers weg, macht dann Decke drauf und sorgt dafür, dass die blöden Knitzen nicht mehr so viel stechen können.
Speaker: Keine Pille, keine Spritze, kein Wundermittel wirkt so zuverlässig wie eine gute Ekzemdecke.
Speaker: Es ist leider ein bisschen enttäuschend zu hören, aber kein Stich bedeutet keine Galergie, bedeutet kein Ekzem und es ist halt leider ein ganz einfaches Grundprinzip.
Speaker: Und dementsprechend, ja, sorry, ist die Decke, um das jetzt nochmal zu sagen hier, weil ich finde es wichtig, einfach das Hilfsmittel Nummer eins, um dem Pferd Erleichterung zu verschaffen.
Speaker: Ja, merkt man ganz deutlich.
Speaker: Wenn der Konzert ein, zwei Tage ohne Decke ist, dann ist er am Scheuern, hat wieder offene Stellen und rastet komplett aus.
Speaker: Deswegen, Decke, der schlüpft auch schon freiwillig.
Speaker: Wenn ich mit der Decke komme, geht er schon mit dem Kopf runter und schlüpft in die Decke rein, weil er genau weiß, das passt, das gehört zur Routine und es tut ihm gut.
Speaker: Dann haben wir natürlich wieder die Frage im Raum, welche Decke, welcher Stoff, was eignet sich am besten, wo schwitzt das Pferd vielleicht am wenigsten, bla bla bla.
Speaker: Da hängen ja ganz, ganz viele Themen.
Speaker: Passform.
Speaker: Richtig, Passform ist ein Riesenthema, weil es gibt ganz viele Eczemdecken, die einfach grottig sind.
Speaker: die schlecht passen, die komplett nach hinten rutschen oder nach vorne rutschen oder bei einmal schief anschauen kaputt gehen.
Speaker: Und dann hat man auch direkt wieder 100 Euro in den Sand gesetzt.
Speaker: Es ist nicht so easy, wie es vielleicht klingt, zieht dem Pferd halt die Decke an, weil es sind nicht alle Decken gleich und nicht alle Decken gut.
Speaker: Aber auch da gilt ein bisschen ausprobieren.
Speaker: Ich habe beim Konzert auch verschiedene Modelle, verschiedene Marken, verschiedene Stoffe ausprobiert.
Speaker: Und ich habe jetzt so ein paar, die ihm gut passen und manch andere von der Passform habe ich dann aussortiert, die aber passen zum Beispiel dem einen oder anderen Pferd aus dem Stall sehr gut.
Speaker: Dann bist du wieder bei dem Thema, es ist so individuell.
Speaker: Ich meine, deshalb gibt es ja auch verschiedene Modelle und verschiedene Marken, verschiedene Hersteller.
Speaker: weil jedes Pferd ja auch wieder ein bisschen anders ist.
Speaker: Und das ist einfach nicht so eine Standardabschwitzdecke, die ich mal drauflegen kann, weil die hat ja das Pferd den ganzen Tag an.
Speaker: Im Idealfall hat das Pferd die Eczemdecke den ganzen Tag an und es sollte halt gerade bei empfindlicher Haut keine Scheuerstellen unter der Decke geben, die irgendwie noch zusätzlich stressen oder wehtun.
Speaker: Das wäre dann halt blöd.
Speaker: Ja, ich finde es auch ganz wichtig zu sagen, dass nur weil eine Eczemdecke auf einem Pferd gut passt, bedeutet es nicht, dass die Decke gut ist.
Speaker: Oder wenn sie einem Pferd nicht passt, bedeutet es auch nicht, dass die Decke schlecht ist per se, sondern man muss halt schauen, welches Modell passt für mein Modellpferd.
Speaker: Richtig, deshalb tue ich mich auch immer schwer mit Deckenempfehlungen.
Speaker: Ich meine, wir kriegen ganz viele Fragen, welche Decke benutze ich, wie ist die?
Speaker: Und für mich ist die dann gut oder für mein Pferd passt die, heißt aber nicht, dass die Passform für dein Pferd optimal ist.
Speaker: Das ist ja das Problem.
Speaker: Man muss nur ein bisschen probieren.
Speaker: Vom Stoff her finde ich zum Beispiel wichtig, dass der leicht ist und irgendwie auch atmungsaktiv.
Speaker: Ja.
Speaker: wann ziehe ich die Decke an, wann ziehe ich die aus, ziehe ich eine Regendecke drüber, ziehe ich die vielleicht doch nicht an, wann muss ich die wieder ausziehen, ist dem zu warm, zu kalt, bla bla bla bla.
Speaker: Und wir haben ja auch jetzt gesehen, dass die Gnitzen mögen ja super gerne feuchtwarmes, laues Wetter.
Speaker: Und das ist ja genau eigentlich der Punkt, wenn du so einen Sommerregen hast und eben dann die Decke ausziehst, dann geht die Party richtig ab.
Speaker: Richtig, deshalb ich lasse die Decke an, auch wenn die nass ist, das Pferd stirbt davon nicht.
Speaker: Also ich glaube, wenn es jetzt tagelang regnet, ist es natürlich eine schlechte Idee, die Decke anzulassen.
Speaker: Das muss man jetzt vielleicht noch dazu sagen.
Speaker: Dann gibt es mal noch eine frische.
Speaker: Aber ich lasse den auch nicht komplett ohne stehen.
Speaker: Aber jetzt ein kurzer, kleiner Schauer packen die im Sommer, wenn es warm genug ist schon.
Speaker: Also da muss man natürlich schon ein bisschen genauer hingucken, aber...
Speaker: Ja, deshalb sollte der Stoff einigermaßen schnell trocknend auch sein.
Speaker: Also da gibt es so viele verschiedene Varianten an Stoffen.
Speaker: Ich hatte schon welche, die sind richtig eklig, die sind dann nass und schwer und saugen sich voll.
Speaker: Und das ist dann natürlich ein schlechterer Stoff für, sagen wir mal, die Regenzeit oder so.
Speaker: So eine Decke tue ich dann mehr im Sommer dran, wenn die Wahrscheinlichkeit nicht so hoch ist für Regen, wenn die...
Speaker: Das ist dann auch besser.
Speaker: Da muss man sich ein bisschen durchprobieren, welche Stoffe sich eignen und welche nicht.
Speaker: Ich habe jetzt zum Beispiel fürs Frühjahr eine Decke dran, die ein bisschen schwereren Stoff hat, die ich dann aber höchstwahrscheinlich im Sommer nicht so gern ihm anziehen werde, weil er da ja mehr schwitzt.
Speaker: Solche Gedanken macht man sich dann ständig, wenn man fünf verschiedene Decken hat, hast du fünf verschiedene Decken für verschiedene Jahreszeiten und Gegebenheiten.
Speaker: Ja, und da muss man sich wirklich rantasten und ausprobieren.
Speaker: Da gibt es einfach keine perfekte Lösung.
Speaker: Wobei es natürlich schon Decken gibt, die mehr Möglichkeiten zur Anpassung bieten oder aus verschiedenen Teilen bestehen.
Speaker: Und es gibt Decken, die eben nicht so viel Freiheiten bieten.
Speaker: Und da muss man eben auch schauen, was sich da anbietet.
Speaker: Ja, das ist richtig.
Speaker: Ich möchte mich noch erinnern, dass du dieses oder was letztes Jahr noch zu was anderem gegriffen hast, als es besonders schlimm war, weil du hast dann auch deine Tierärztin gerufen, als der Konsat so einen schlimmen Eczemschub hatte und du hast sie dann auch gebeten, dir eine Kortisoncreme da zu lassen.
Speaker: Genau, das war letztes Jahr, als eben der Ausbruch kam, habe ich auch Rücksprache mit meiner Tierärztin gehalten, weil ich finde das auch wichtig, die haben ja auch Erfahrungen und ich möchte da dann nicht nur komplett rumdoktern, klar können die jetzt das nicht heilen bei einer Allergie, aber ich fand es wichtig, die Tierärztin mitzunehmen.
Speaker: Und die mischen immer eine Creme selber an, das finde ich eigentlich ziemlich cool.
Speaker: Die lassen die in der Apotheke anmischen, das ist eigentlich eine Zinksalbe mit zusätzlich Cortison drin und noch irgendwas anderem pflegendem, was ich vergessen habe.
Speaker: Und die Creme benutze ich zum Beispiel für wirklich akute Stellen, die stark jucken, die offen sind.
Speaker: Also Cortison könnte man jetzt zum Beispiel auch spritzen.
Speaker: Das gibt es natürlich auch innerlich angewandt.
Speaker: Das ist meistens Prednisolon oder Dexamethason.
Speaker: Es wirkt eben super gut für die akute Phase.
Speaker: Hat mir meine Tierärztin auch erklärt, dass es das gibt und dass sie das aber eher so als letzte Möglichkeit anwenden möchte und auch empfiehlt.
Speaker: wenn es wirklich richtig, richtig schlimm ist.
Speaker: Und also ich habe mich da dagegen entschieden, ich möchte es erstmal nicht machen, weil Cortison ja auch entsprechend Nebenwirkungen haben kann und so weiter.
Speaker: Und du bringst das Immunsystem ja noch mehr durcheinander.
Speaker: Und das wäre wirklich sowas, wenn es so akut ist, dass es gerade keinen anderen Ausweg gibt.
Speaker: Genau, also du bringst das Immunsystem nicht nur durcheinander, du fährst das Immunsystem aktiv runter und das hat natürlich einen negativen Effekt auf alle anderen Umwelteinflüsse, wo so ein Immunsystem vielleicht ganz gut ist.
Speaker: Pferde werden zum Beispiel infektanfälliger und es gibt eben auch nachgewiesen eine höhere Anfälligkeit für Hufrehe zum Beispiel.
Speaker: Ist jetzt bei einem gesunden Pferd alles kein Problem, aber sollte dein Pferd eh schon, sagen wir mal, eine Tendenz dazu haben, dann könnte das eben deutlich verschlimmern oder halt auch irgendwie eine Hufrehe auslösen.
Speaker: Und ich glaube, deswegen sind die Tierärzte da auch vorsichtig dabei, einfach ein Pferd Kortison zu spritzen.
Speaker: Aber es gibt auf jeden Fall die Chemiekeule, die Pharmakeule.
Speaker: Wenn gerade nichts mehr hilft, kann man dem Pferd auch darüber erstmal Erleichterung verschaffen.
Speaker: Äußerlich, wenn es reicht, über die Creme oder halt auch über die Spritze.
Speaker: Und hat ja auch für euch erstmal gut funktioniert, um den ersten Druck quasi so wegzunehmen.
Speaker: Die Creme ist super.
Speaker: Also ich benutze die auch immer noch für wirklich akute Stellen, wenn es mal irgendwo am Schlauch vor allem oder am Bauch, wo die Decke nicht so gut hinkommt, wenn da mal was richtig angegriffen ist, dann mache ich das drauf und das ist am nächsten Tag dann halt viel besser.
Speaker: Und dann muss ich da erstmal nichts mehr davon drauf machen.
Speaker: Also ich benutze die sparsam, aber gezielt und da hilft die einfach, die verschafft dem einfach Erleichterung und dann, warum soll ich das nicht benutzen?
Speaker: Ich schmiere nicht das ganze Pferd damit ein, weil meine Standardcreme ist schon eine andere auf natürlicher Basis.
Speaker: Ich meine, das sieht man ja auch öfters in unseren Storys.
Speaker: Da haben wir eine gute Lösung gefunden, die für mich funktioniert.
Speaker: Und da kriegt er die Creme ganz normal drauf, um die Haut zu pflegen, um alles geschmeidig zu halten, gut mit Feuchtigkeit zu versorgen.
Speaker: Ja, aber wenn es halt die akuten Stellen gibt, dann kommt da auch mal sowas drauf.
Speaker: Es gibt auch Leute, die zum Beispiel zu Ziterezin oder Loratadin greifen.
Speaker: Das sind so Allergietabletten, die kennt man ja auch von Menschen, Antihistaminika, gegen Heuschnupfen zum Beispiel.
Speaker: Da gibt es aber quasi keine großen Studien dazu und das ist was Furchtbar.
Speaker: Das ist immer die Frage.
Speaker: Also auf jeden Fall mit dem Tierarzt absprechen, bevor man irgendwie da anfängt, selber medikamentös irgendwas zu behandeln.
Speaker: Und es gibt da nicht so viel Evidenz, dass das beim Pferd genauso gut funktioniert wie beim Menschen.
Speaker: Ja, das sagen tatsächlich einige.
Speaker: Und ich meine, das sind ja Mittel aus dem humanen Bereich, richtig?
Speaker: Und da musst du ja dann auch eine gewisse Menge reinfüttern.
Speaker: Ich weiß auch nicht, ich habe mich da noch nicht herangetraut und ich weiß auch nicht, ob ich das machen will.
Speaker: Also, mal gucken.
Speaker: Ich hätte schon gerne was, was so ein bisschen haltbarer ist, um ehrlich zu sein.
Speaker: Ich möchte dann meinem Pferd nicht einfach irgendwie, kann ich ihm auch Geld füttern.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, neben der Barrieremethode Decke gibt es ja auch die Möglichkeit, gewisse Fliegensprays zu benutzen, sogenannte Repellents oder Insektenschutz im Allgemeinen.
Speaker: Das ist auch eine Möglichkeit, aber die hergängigen oder die gängigen Mittel, die es so gibt, die halten halt meistens nur ein paar Stunden.
Speaker: Man kennt es, Fliegenspray vorm Ausreiten, bis das Pferd geschwitzt hat, geht es alles gut und danach kommt dann ein Riesenschwarm von allem Möglichen aus dem Wald angeschossen.
Speaker: Das ist eben so ein bisschen eine mittelfristige Lösung.
Speaker: Tatsächlich mache ich das ganz gerne bei meinen Pferden, gerade an die Stellen, die ein bisschen empfindlich sind, so Bauchnaht, Schlauch, Innenseite von den Beinen.
Speaker: Aber ja, sobald halt geschwitzt wird, funktionieren die Mittel oft nicht gut.
Speaker: Es gibt noch
Speaker: So Wirkstoffe wie Permethrin, die halten 10 bis 14 Tage.
Speaker: Das Problem ist einfach nur, dass das extrem giftig ist für Katzen zum Beispiel.
Speaker: Und ich meine, fast jeder Stall hat ja Katzen.
Speaker: Deswegen wird sowas auch nicht so gerne eingesetzt.
Speaker: Vor allem, wenn die Katzen potenziell, ich weiß nicht, an Pferden lecken würden.
Speaker: Ich finde das jetzt irgendwie ein bisschen wie eine Vorstellung.
Speaker: Aber wenn die sich halt an den Reiben und so weiter, wenn die in Kontakt kommen, kann das einfach gefährlich werden.
Speaker: Also ich habe noch keine Katze gesehen, die an einem Pferd geleckt hat, aber es wäre mal interessant.
Speaker: Aber ich habe auch noch nie gehört, dass man diesen Stoff einsetzen kann.
Speaker: Also mit solchen Sachen, das möchte ich eigentlich weder am Pferd noch sonst so haben.
Speaker: Ich finde so starke, giftige Mittel kann ich mir auch für die Haut und so nicht gut vorstellen.
Speaker: Es ist eben immer die Frage, ich denke, es ist ähnlich wie beim Cortison.
Speaker: Man muss so ein bisschen abwägen, kann man jetzt den negativen Effekt gerade eingehen?
Speaker: Das ist die gute Lösung.
Speaker: Ich weiß auch nicht, wie genial das für uns ist, wenn wir, weiß was ich, bestes Beispiel, Leute brauchen uns da nichts vormachen, wir essen Korn.
Speaker: doch gerne mal irgendwie was, ohne uns die Hände zu waschen nach dem Stall.
Speaker: Ich weiß eben nicht, wie geil das ist, wenn du dein Pferd gehandelt hast und dann da, ja.
Speaker: Also das muss jeder für sich selber entscheiden, aber es gäbe es auch eben so ein bisschen längerfristige Lösungen.
Speaker: Ich habe aber einfach nur stinknormales Fliegenspray bei mir am Stall und das ist eigentlich auch gar nicht so schlecht.
Speaker: Aber ich denke mir halt, wenn du ein Pferd hast, das hautmäßig sowieso angegriffen ist und empfindlich ist, dann möchte ich da halt auch nicht noch irgendwelche
Speaker: reizenden Mittel drauf haben, die die Haut noch zusätzlich belasten.
Speaker: Da möchte ich lieber natürliche Sachen haben, die wirklich irgendwie mehr pflegen, als das noch ganz verschlimmern.
Speaker: Es ist halt so ein bisschen Henne oder Ei, weil du hast halt natürlich dann auch, wenn die Gnitzen weg sind, kann die Haut sich auch regenerieren, weil diese Entzündungsreaktion ja auch runterfährt.
Speaker: Also es ist so ein bisschen schwierig, aber von meinem Bauchgefühl her, was jetzt keine wissenschaftlich evidente Meinung ist, würde ich jetzt persönlich nicht benutzen, aber das kann jeder für sich selber entscheiden und sich da auch noch mehr informieren.
Speaker: Zwecks Fliegenabwehr gab es ja auch ganz lange oder gibt es vielleicht immer noch, ich weiß nicht, das Thema Knoblauch.
Speaker: Ja, das kenne ich tatsächlich noch von vor 20 Jahren.
Speaker: Da hat man den Pferden irgendwie Knoblauch beziehungsweise so Pellets oder irgendwas noch mitgefüttert, damit die, und die Pferde haben da teilweise
Speaker: übel gestunken.
Speaker: Die haben richtig Ausdünsten gehabt, weil das wohl die Fliegen, die Gnitzen abwehren soll.
Speaker: Ich habe keine Ahnung, ob es funktioniert.
Speaker: Ich habe das noch nicht gemeint.
Speaker: Ich möchte beim Pferd eigentlich auch keinen Knoblauch füttern, weil ich immer denke, dann stinkt der so.
Speaker: Ich weiß es nicht.
Speaker: Also die Wirkung gegen Mücken ist tatsächlich wissenschaftlich nicht belegt.
Speaker: Also es gibt einfach keine Evidenz dazu.
Speaker: Das Problem ist mehr, ab 0,2 Gramm pro Kilo Körpergewicht täglich entsteht Blutarmut beim Pferd.
Speaker: Also Knoblauch kann bei größeren Mengen, die gefüttert werden, ich glaube, du musst größere Mengen füttern, damit du einen gewissen Effekt erzielst und dein Pferd buchstäblich stinkt,
Speaker: Und ab dem Effekt hast du halt auch das Problem, dass du Nebenwirkungen hast und das Pferd zu Blutarmut neigen kann und dass es dann tatsächlich ein Schaden, der belegt ist und du hast keine Wirkung, die belegt ist und dann kann man selber abwägen, ob es vielleicht sinnvoll wäre, dann eben keinen Knoblauch in rauen Mengen zu verfüttern.
Speaker: Ich hatte aber auch schon mal eine Stallkollegin, die hat Fliegenspray aus Knoblauch irgendwas gemacht und das hat so schlimm gestunken, da wollte keiner mehr neben ihr stehen.
Speaker: Es gibt so ein rotes Fliegenspray, ich sage jetzt den Namen nicht, aber das stinkt unfassbar nach Knoblauch.
Speaker: Du riechst wie ein Döner danach.
Speaker: Aber Döner ist gut.
Speaker: Also deine Hände, alles.
Speaker: Ja, es ist eine persönliche Präferenzgeschichte.
Speaker: Aber dieses Flingspray, glaube ich, funktioniert auch sehr gut.
Speaker: Und ich glaube, dass äußerlich angewandt nichts gegen Knoblauch einzuwenden ist.
Speaker: Aber deinem Pferd so viel zu füttern, dass es riecht wie ein Döner, das ist ein Problem.
Speaker: Meinst du, das Pferd riecht dann wirklich wie ein Döner, wenn es in der Sonne steht und es in der Sonne warmen wird?
Speaker: Ich kriege gerade ein bisschen Hunger.
Speaker: Ich glaube, wir sollten weg vom Knoblauch.
Speaker: hin zu anderen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Öle.
Speaker: Nimm schon wieder Züge an hier.
Speaker: Da fährt gewordene Döner.
Speaker: Ja, also es gibt auch noch Öle, die man füttern kann, so Leinöl zum Beispiel oder Schwarzkümmelöl.
Speaker: Aber es gibt da nicht so wirklich eine Studienlage dazu, auch hier wissenschaftlich ist das Ganze irgendwie so, es ist sehr viel, ja, so ein bisschen anekdotisch belegt, also Lieschen kennt Theresien, die hat damit mal gute Erfahrungen gemacht und so, also es kann funktionieren, muss aber nicht.
Speaker: Ja, aber die Öle und das, das ist ja allgemein gut fürs Fell, für die Haut.
Speaker: Genau.
Speaker: Das ist ja nicht ein wirkliches, sagen wir mal, Gegenmittel oder Heilmittel.
Speaker: Genau.
Speaker: Und auch sowas wie Fisch- oder Algenöl wirkt oder kann einen positiven Effekt auf Entzündungen im Körper haben.
Speaker: Aber ist halt dann auch wieder die Frage, willst du dann mit Fischöl hantieren, frisst dein Pferd das und so weiter, können die das überhaupt so gut vor Stoff wechseln und so weiter und so.
Speaker: Stell dir vor, du fütterst deinem Pferd Fischöl und sprühst es gleichzeitig mit Knoblauch rein.
Speaker: Hast du dann den Fischdöner?
Speaker: Das ist eklig.
Speaker: Ja, übel.
Speaker: Ich will jetzt weg vom Essensthema.
Speaker: Ich kann das nicht mehr.
Speaker: Ich kriege zu viel, Melanie.
Speaker: Ich kann nicht.
Speaker: Ich muss nur noch an Döner denken und stelle mir vor, wie Steppni aussehen würde mit so einem Fladenbrot am Hals.
Speaker: I can't.
Speaker: Wir müssen jetzt hier wieder seriös werden.
Speaker: Warum pflanzt du diese Bilder in meinem Kopf?
Speaker: Ich kann da nichts dafür, dass es ein außer Kontrolle geratenes System ist.
Speaker: Ich habe das nicht unter Kontrolle.
Speaker: Ich glaube, hier ist einiges außer Kontrolle geraten.
Speaker: Deswegen nehmen wir jetzt wieder die Kontrolle und sagen, Melanie, du hast auch noch was anderes bei Konzert probiert auf deiner Eczemreise mit deinem Islandpferd aus Island.
Speaker: Und zwar war da auch eine Tierärztin involviert und die hat gesagt, let's go, wir machen Pilzimpfungen.
Speaker: Ja, genau, das war auch am Anfang.
Speaker: Da hieß es noch, dass die Impfung gegen Hautpilz eben auch helfen kann, den Juckreiz ein bisschen mehr in den Griff zu kriegen.
Speaker: Da gibt es aber auch keine richtigen Beweise, sondern das sind mehr so...
Speaker: Ausprobierbeweise, die keine Beweise sind.
Speaker: Aber da wurden teilweise gute Erfahrungen gemacht und deshalb wollte meine Tierärztin das mal ausprobieren, ob das im Konzert auch helfen kann, dass eben der Juckreiz nicht so stark ist.
Speaker: Und ich meine, es hilft natürlich auch für
Speaker: wirkliche Pilzbelastung, die ein Pferd dann auch bekommen kann, wenn die Haut vom Eczem eh schon gestresst und geschadet ist.
Speaker: Da setzt sich natürlich auch ganz leicht noch ein Pilz zusätzlich drauf und dann ist es nochmal doppelt schön und doppelt juckreizt, doppelt belastend, richtig.
Speaker: Und deshalb haben wir die Pilzimpfung ausprobiert beim Konzert.
Speaker: Der hatte die Pilzimpfung auch ganz am Anfang schon bekommen, als er von Island kam.
Speaker: Aber dann haben wir sie eben nochmal probiert und ich hatte jetzt nicht den Eindruck, dass es irgendeinen Unterschied gemacht hat, um ehrlich zu sein.
Speaker: Ich habe das dieses Jahr deswegen nicht mehr gemacht, weil ich nicht irgendwie eine Besserung oder irgendwas feststellen konnte, dass es irgendeinen Effekt hatte.
Speaker: Mhm.
Speaker: nennt sich Insol-Dermatophyton, die Pilzimpfung, und war tatsächlich jahrelang eine gängige Empfehlung, die Hautpilzimpfung.
Speaker: Die wurde eben off-label, also nicht für das, für das die Impfung deklariert wurde, oder gegen Eczem eingesetzt.
Speaker: Es gibt aber eine Studie mit 51 Islampferden, die gezeigt hat, es wirkt klinisch nicht.
Speaker: Ach was, gibt es schon.
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Es macht zwar immunologisch im Blut was messbar, aber das Eczem wird davon nicht besser.
Speaker: Und Tierärzte verschreiben es trotzdem manchmal, sagt meine Quelle, weil manche Besitzer subjektiv eine Besserung sehen, also hier steht Stichwort Placebo-Effekt,
Speaker: Ich würde aber sagen, tatsächlich, wenn der Haut erstmal geschwächt ist, haben natürlich andere Erreger eine viel größere Chance, sich auch noch auszubreiten.
Speaker: Deswegen, glaube ich, kann es schon Sinn machen, das Pferdpilz zu impfen, wenn vielleicht eben auch noch zusätzlich zur Eczembelastung dann ein Pilz auf der Haut vorliegt.
Speaker: Von daher finde ich den Gedanken nicht 100% blöd, aber man muss das Ganze natürlich realistisch sehen, dass man mit einer Pilzimpfung kein Eczem heilen kann.
Speaker: Das sollte man vielleicht mal so sagen.
Speaker: Ja, und dann gibt es noch was anderes, die klassische Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung.
Speaker: Da spritzt man dem Pferd über Monate winzige, leicht ansteigende Mengen von Allergien, damit es sich daran gewöhnt, das Immunsystem wird desensibilisiert.
Speaker: Das kennt man auch von Menschen, für Heuschnupfen zum Beispiel.
Speaker: Beim Pferd hat diese Variante mit diesen Gesamtextrakten in drei Studien geschah,
Speaker: nicht über dem Placebo hinaus funktioniert.
Speaker: Ich kenne auch ein paar Pferde, bei denen das gemacht wurde, die eine Desensibilisierung gemacht haben.
Speaker: Das geht ja auch über mehrere Monate oder Ewigkeiten.
Speaker: Und auch da hat es jetzt nicht, sagen wir mal, den erhofften Erfolg gebracht.
Speaker: Jetzt würde ich gerne mal das Schiff ein bisschen in die richtige Richtung lenken hier.
Speaker: Wir zwei Kapitäne steuern jetzt mal in Richtung Zukunft.
Speaker: Beziehungsweise schauen, okay, was hat sich eigentlich die letzten Jahre grundlegend geändert im Thema Eczembehandlung?
Speaker: Und welche Horizonte gibt es, die wir erblicken können in der Zukunft, die vielleicht doch die eine oder andere Lösung bergen können, die wir vielleicht nutzen können, um unseren Pferden noch mehr Erleichterung zu verschaffen?
Speaker: Da bin ich mal gespannt.
Speaker: Ich meine, die Therapiemöglichkeiten sind ja auch vielseitiger und vielfältiger geworden.
Speaker: Man kann ja jetzt auch so Sachen wie, wenn du eine Sohlekammer hast, ja, Salz, Trockensalztherapie, das sind ja alles Sachen, die der Haut sehr gut tun und auch der Lunge und, sagen wir mal, dem gesamten Körper.
Speaker: So was kann man natürlich zusätzlich auch noch machen.
Speaker: Das bringt jetzt keine Heilung, aber das ist praktisch eine Symptomlinderung.
Speaker: Verbesserung, absolut, ja, ja.
Speaker: Also das alles, was
Speaker: der Hautgesundheit zuträglich ist, wird mit Sicherheit auch dem Wohlbefinden des Pferdes gut tun.
Speaker: Und umso stärker die Haut ist, umso weniger schlimm muss dann der Eczem sein.
Speaker: Also natürlich eine geschwächte Haut, die eh schon Sensibilitäten aufzeigt, die wird natürlich deutlich gereizter sein als eine Haut, die gesund ist, die Haut bei ihr, die gut funktioniert, wo vielleicht die Haut gut in ihrer Funktionalität einfach ist und versorgt es mit allem, was sie braucht.
Speaker: Das auf jeden Fall.
Speaker: Aber es wird spannend, weil es gibt Ansätze, die stehen kurz vor der Marktreife und es gibt auch einen Ansatz, der in den letzten Monaten erst wissenschaftlich so richtig das erste Mal belegt wurde.
Speaker: Und auf jeden Fall gibt es so ein paar vielversprechende Wege.
Speaker: Wir wissen natürlich nie, ob...
Speaker: es zu einer Marktreife kommt.
Speaker: Ob diese ganzen Wirkstoffe oder diese Therapieansätze dann wirklich tatsächlich mal an unsere Islampferde rankommen, weil das ist ein ganz schön langer Prozess in der Pharmaentwicklung, bis du sowas mal zur Marktreife gebracht hast.
Speaker: Und es kann immer, immer irgendwelche Heartbreaks geben auf deiner Reise und du kannst es nicht so nutzen, wie du dachtest oder die Studienlage, die Zahlenlage hat sich verändert.
Speaker: Aber es gibt drei
Speaker: Dinge, die wir uns noch mal kurz anschauen können, wo sich was getan hat in der letzten Zeit.
Speaker: Das erste ist, ich habe ja gerade schon von der Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung gesprochen, es gibt eine neue rekombinante Hyposensibilisierung.
Speaker: Was heißt das bitte?
Speaker: Genau, was bedeutet jetzt rekombinant?
Speaker: Die Forscher
Speaker: haben im Labor genau die Allergie-Eiweiße hergestellt, die eben in dem Gnitzenspeichel vorhanden ist und die eben sehr hochrein und spezifisch.
Speaker: Der Unterschied ist, vorher diese klassische Desensibilisierung, die man kennt, die ist wie so ein großer Obstsalat und da ist alles Mögliche drin, eben auch was so im Gnitzenspeichel drin war, aber halt nicht genau die Dinge, auf die das Immunsystem reagiert, sondern alles Mögliche.
Speaker: Und jetzt hat man so eine Art Cocktail entwickelt, in dem genau neun einzelne Zutaten sind.
Speaker: Und damit kann man das Ganze ganz präzise dosieren.
Speaker: Also auch ganz präzise diese leichte Steigerung der allergienen Stoffe hervorrufen, die man eben bei dieser Desensibilisierung erreichen möchte.
Speaker: Man kann einfach viel genauer mit dem Immunsystem zusammenarbeiten sozusagen.
Speaker: Das ist ja spannend.
Speaker: Weißt du, ob es sowas im Humanbereich bereits gibt?
Speaker: Desensibilisierung?
Speaker: Ja, aber so eine genaue?
Speaker: Also ich bin mir nicht genau sicher, wie jetzt zum Beispiel Desensibilisierung für Heuschnupfen funktionieren.
Speaker: Bin mir aber ziemlich sicher, dass wir da deutlich weiter sind.
Speaker: Aber da müsste ich mich jetzt erst einlesen, da möchte ich jetzt nichts Falsches sagen.
Speaker: Also das kann ich jetzt so nicht beantworten.
Speaker: Wäre ja aber interessant, wenn das auf Pferde auch ein bisschen übertragbar ist und man damit arbeiten könnte.
Speaker: Aber auf jeden Fall hat man hier schon ein ganz genaueres Set an Zutaten erstellt für diese Desensibilisierung.
Speaker: Und es gibt sogar schon erste Zahlen.
Speaker: Da wurden Pferden über zwei Jahre hinweg dreimal im Jahr einen Cocktail gespritzt mit genau diesen Inhaltsstoffen aus dem Gnitzenspeichel, auf die das Immunsystem reagiert.
Speaker: Und im ersten Jahr haben 67 Prozent der behandelten Pferde eine Verbesserung
Speaker: um mindestens die Hälfte gezeigt.
Speaker: Ich finde es natürlich schwierig, was ist eine Verbesserung um die Hälfte bei einem Ekzem?
Speaker: Ja, aber Ekzem ist ja sowieso so relativ.
Speaker: Du kannst es ja nicht gut messen.
Speaker: Genau, finde ich jetzt schwierig, aber auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung.
Speaker: Das kann man wahrscheinlich schon sagen, dass es nicht mehr so eine starke Symptomatik hatte.
Speaker: Und nach dem zweiten Jahr schon 89 Prozent der Pferde haben eine deutliche Verbesserung gezeigt.
Speaker: Und das ist tatsächlich... Okay, wow.
Speaker: Für die erste Studie ziemlich toll.
Speaker: Es ist ein richtiger Durchbruch, aber die Therapie ist noch nicht flächendeckend zugelassen und verfügbar.
Speaker: Aber in einigen spezialisierten Kliniken bietet man tatsächlich schon solche Ansätze an.
Speaker: Also das ist auf jeden Fall was sehr Interessantes, was eben jetzt noch relativ revolutionär ist und ein Ansatz sein könnte zumindest,
Speaker: nicht die Pferde zu heilen, aber die Symptomatik deutlich zu verbessern.
Speaker: Das ist natürlich auch die Frage, was passiert nach diesen zwei Jahren?
Speaker: Bleibt es dann besser?
Speaker: Muss man dann wieder von vorne anfangen?
Speaker: Was kostet der Spaß?
Speaker: Also da gibt es noch viele Fragen zu beantworten, aber es ist auf jeden Fall schon mal ein erster Ausblick, was möglich ist.
Speaker: Und umso populärer sowas wird und umso häufiger genutzt, umso einfacher wird es ja dann auch in der Umsetzung für den allgemeinen Island-Pferdebesitzer.
Speaker: Dann gibt es noch zwei Impfungen.
Speaker: Die eine Impfung ist schon etwas länger in der klinischen Studie.
Speaker: Das ist eine Inzaleukin-5-Impfung.
Speaker: Die hat auch bis jetzt ganz solide Ergebnisse gezeigt.
Speaker: 47% der geimpften Pferde haben mindestens 50% weniger Symptome.
Speaker: Wie gesagt, mit dieser Prozentscheid der Symptome tue ich mir immer noch schwer.
Speaker: Aber ich bin mir sicher, da gibt es auch eine aufgegliederte Liste, was sich verbessert hat.
Speaker: Und 21% der Pferde haben sogar 75% weniger Symptome.
Speaker: Im zweiten Jahr gibt es noch bessere Ergebnisse mit nur einer Auffrischungsimpfung.
Speaker: Und es wurden bis jetzt keine Sicherheitsprobleme über fünf Jahre festgestellt.
Speaker: Das bedeutet, du musst natürlich auch immer die langfristigen Folgen von solchen Medikamenten testen.
Speaker: Deswegen dauert es auch manchmal sehr lange, bis Medikamente auf den Markt kommen, weil du ja nicht nur quasi die Wirkung bestätigst, sondern auch langfristige Nebenwirkungen oder Effekte.
Speaker: Und jetzt stand früher, 2026 ist die Impfung noch nicht zugelassen.
Speaker: Aber die Studien laufen und die Produktion wird hochgefahren.
Speaker: Wann man genau das auf den Markt bekommt, ist noch nicht öffentlich bestätigt.
Speaker: Aber es gibt eine große Chance, dass es auch hier irgendwann eine Impfung gibt.
Speaker: Und tatsächlich hat die gleiche Firma jetzt noch eine zweite Impfung entwickelt.
Speaker: Die Interleukin 31 Impfung und die wirkt gegen den Juckreiz direkt auf.
Speaker: Das ist ja mal interessant.
Speaker: Das heißt, ich hätte trotzdem noch die allergische Reaktion oder die Allergie, aber es hat keine Auswirkungen mehr, weil es nicht mehr juckt.
Speaker: Also selbst wenn die Entzündung noch läuft, soll eben dieser unerträgliche Juckreiz wegfallen oder stark reduziert werden.
Speaker: Und dann ist eben auch die Sache, vielleicht ist die Kombi aus beiden Impfstoffen die Lösung, dass du einerseits das Immunsystem adressierst und direkt aber auch diesen Juckreiz, sodass die Pferde dann einfach sehr schnell eine deutliche Verbesserung haben.
Speaker: Es ist einfach das, was in der Pipeline ist.
Speaker: Dinge, die in der Zukunft stehen und die potenziell Therapien sein könnten, die unseren Pferden sehr, sehr helfen.
Speaker: Aber es sind natürlich keine 100 Prozent.
Speaker: Mit 100 Prozent oder was wir uns erwünschen, eine Impfung für 20 Euro und dann haben wir nie wieder ein Problem.
Speaker: Ja, das wäre cool.
Speaker: So einfach ist es halt nicht.
Speaker: Ja, aber das ist ja schon mal viel versprechend.
Speaker: Ich finde es auch gut, dass da einiges in der Forschung läuft und das ist doch cool, wenn da vielleicht in fünf Jahren was rauskommt, das wäre schon wahnsinnig viel geholfen.
Speaker: Es ist einfach auch so, das Aufkommen von diesen Stechviechern wird einfach immer größer mit dem Klimawandel, mit dem feuchtwarmen Wetter.
Speaker: Wir brauchen uns nichts vormachen.
Speaker: Das ist jetzt nichts eine Phase, sondern das ist was, was noch viel, viel mehr Pferde und vielleicht auch andere Tiere und auch uns Menschen betreffen wird.
Speaker: Und das ist dahingehend dann schon interessant, was wir da noch tun können.
Speaker: Und man muss natürlich auch immer sehen...
Speaker: Forschung in so einem nischigen Bereich wie Akzem beim Pferd muss ja auch finanziert werden.
Speaker: Und wenn jetzt jemand an humanem Krebs forscht, hat er natürlich ganz andere Gelder zur Verfügung als eine Firma, die jetzt an Akzem forscht.
Speaker: Weil das Interessensgebiet ist so viel kleiner, Gelder dafür zu bekommen, ist so viel aufwendiger.
Speaker: Das muss man auch erstmal alles managen.
Speaker: Deswegen dauert sowas vielleicht auch ein bisschen länger und es gibt da vielleicht auch nicht immer so viele Studien und so viele Arbeiten dazu, weil das natürlich nicht ein Weltproblem ist, das man lösen muss, wie jetzt zum Beispiel irgendeine Krebsart oder sowas.
Speaker: Ja, und auch im Pferdebereich gibt es andere Krankheiten und Themen, die man eben ebenfalls erforschen muss und will und dann ist vielleicht auch Exzemen nicht die Prio 1.
Speaker: Weiter.
Speaker: Was ich hier jetzt noch kurz gerne erwähnen würde, ist das Thema Fütterung.
Speaker: Aber ich glaube, diesem Thema schulden wir nochmal eine größere Folge im Allgemeinen.
Speaker: Aber es ist klar, dass wir mit einer guten Fütterung und einer guten Mineralstoffversorgung, in der der Pferdekörper alles hat, was er braucht, deutlich besser aufgestellt ist gegenüber solchen Herausforderungen wie Eczem, als wenn wir noch einen Mangel vorliegen haben zum Beispiel.
Speaker: Richtig, wenn der Körper schon gucken muss, wo er die wichtigen Nährstoffe herkriegt, die er zum Beispiel auch für Haarwachstum, für Haut und so weiter braucht, für Wundheilung, ist das natürlich problematischer, als wenn der Körper alles zur Verfügung hat.
Speaker: Und auch, man kann ja mit der Fütterung auch viel das Immunsystem unterstützen, zum Beispiel den Darm und alles hängt ja miteinander zusammen.
Speaker: Das können wir jetzt aber hier nicht innerhalb von zehn Minuten besprechen, sondern das ist ein weitaus ausführlicheres Thema,
Speaker: Aber an dieser Stelle wollten wir es natürlich auch nochmal erwähnen, weil das auch zum Ekzem-Management dazugehört, dass man schaut, was braucht das Pferd denn noch an Mineralien und Zusatzstoffen, um da auch optimal versorgt zu sein.
Speaker: Und auch die Haltungsbedingungen wollen wir natürlich auch nicht ganz außer Acht lassen, weil das auch für das Thema Ekzem wichtig ist.
Speaker: Absolut, absolut.
Speaker: Also das ist wichtig zu sagen und richtig zu sagen,
Speaker: Haltung und Fütterung spielen wie bei allem beim Training, beim Exemmanagement.
Speaker: Überall spielt das einfach eine Riesenrolle.
Speaker: Und das ist eben was, das können wir Pferdebüsse so weit beeinflussen, indem wir entweder alles selber managen oder uns einfach einen guten Stall aussuchen.
Speaker: Aber da haben wir auch nicht immer alles in der Hand.
Speaker: Wir müssen uns auch den Umgebungsbedingungen anpassen, wenn man halt nur diese Wiesen zur Verfügung hat oder halt nur dies oder jenes, dann muss man einfach damit arbeiten, was man hat.
Speaker: Oder halt in der Bodenseeregion lebt.
Speaker: Oder in der Bodenseeregion.
Speaker: Was ich gerne auch noch zum Schluss so ein bisschen erwähnen möchte, ist, nicht jeder Juckreiz ist gleich Sommereczem.
Speaker: Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Pferd, das sich juckt, nicht zwangsläufig immer ein Sommereczem haben muss.
Speaker: Also es gibt ja auch ganz viele Parasiten, Pilze oder andere allergische Erkrankungen beim Pferd, die eben auch einen Juckreiz auslösen können und die auch dazu führen können, dass die Pferde sich furchtbar scheuern, aber da würde zum Beispiel eine Decke vielleicht gar nicht so viel helfen.
Speaker: Ja genau, wenn es halt nicht zurückzuführen ist auf diese Stiche.
Speaker: Es kann ja wirklich alles mögliche andere auch noch sein und da muss man schon auch ein bisschen genauer hinschauen und dann hinterher gehen und auch mal ein bisschen Ursachenforschung betreiben oder auch mal was ausprobieren, wenn es sich mit der Decke zum Beispiel gar nicht bessert.
Speaker: Also bei Eczempferden merkt man den Unterschied deutlich, ob die eine Decke anhaben oder nicht.
Speaker: Genau, und da gibt es eben eine Riesenliste.
Speaker: Äquine, atopische Dermatitis, Urticaria, Kontaktallergien, Futtermittelreaktionen und sogar Asthma können Reaktionen der Haut auslösen.
Speaker: Und da ist es eben wichtig, dass man dann auch, wenn man mit dem Eindecken einfach nicht die Erfolge erzielt, die man sich erhofft, vielleicht auch da nochmal mit dem Tierarzt draufschaut und sagt, okay, vielleicht können wir doch nochmal testen für entweder andere allergische Reaktionen oder Parasiten oder Pilze und gucken, weil
Speaker: Eben ein geschwächtes System ist anfälliger für anderes und dann kann es eben sein, dass wir noch zusätzlich zum Eczem irgendwelche anderen Kohlensachen haben, die der Haut eben auch nochmal Schwierigkeiten bereiten.
Speaker: Genau, ganz einfach, gerade im Herbst, wenn es dann so ein bisschen kühler und feuchter und ekliger wird, dann setzen sich auch gern da noch Pilze auf die Eczemstellen noch mit drauf.
Speaker: Das hat der Konsert mit Sicherheit auch gehabt.
Speaker: So schön warm.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, und nach einer Pilzbehandlung ist es halt dann auch besser geworden.
Speaker: Oder dann kommen noch so Milben.
Speaker: Das sind auch schöne Sachen, die man gerne hat.
Speaker: Kommt alles noch dazu.
Speaker: Und wenn du dann beides hast, dann ist die Haut natürlich doppelt gestresst.
Speaker: Und da muss man dann immer gucken, dass man das alles irgendwie wegbekommt.
Speaker: Und ja, man darf nicht vergessen, es ist nicht nur Ekzem.
Speaker: Voll, voll, voll.
Speaker: Also ich würde jetzt gerne nochmal kurz am Ende so eine Quick-Zusammenfassung machen von dem, was können wir denn jetzt eigentlich als Pferdebesitzer machen?
Speaker: Und ich glaube, wenn wir ein Exempferd haben, ist es offensichtlich die wichtigste Exembehandlungsmaßnahme ist die Barriere, ist einfach die Exemdecke.
Speaker: Das ist, glaube ich, das, womit wir dem Pferd am schnellsten Erleichterung bringen können.
Speaker: Das ist das, was wir als Pferdebesitzer am allereinfachsten umsetzen können.
Speaker: Ja, es ist nervig, du musst Decken kaufen, du musst dir waschen, du musst eindecken, du musst whatever.
Speaker: Aber das ist tatsächlich doch das, was für jeden Pferdebesitzer am einfachsten machbar ist, wenn er ein Exempferd hat.
Speaker: Das ist eigentlich sozusagen die Prävention vor dem Stich.
Speaker: Richtig, und das sind mit die wichtigsten Punkte, die man abdecken muss.
Speaker: Und hier gilt es halt schon im Frühjahr anzufangen, früh genug, nicht erst, wenn man schon sieht, dass alles fliegt, sondern idealerweise schon ein bisschen vorher.
Speaker: Dann natürlich auch kann man Fliegensprays einsetzen und so weiter, um da ein bisschen eben auch so eine Art Barriere zu schaffen, aber die ist eben nur temporär und hält nicht so lange.
Speaker: Idealerweise, wenn es geht, eben Dämmerung auf der Weide vermeiden, sondern die Pferde halt dann auf die Weide lassen, wenn es einfach schon hell ist oder schon dunkel ist.
Speaker: Kann man aber nicht immer beeinflussen als Pferdebesitzer und natürlich eine gute Routine mit der Haut, mit der Hautpflege.
Speaker: Das, was du ja auch so schön beschrieben hast, was du machst mit einem Konzert, das ist auch ganz wichtig, dass man eben immer so einen Blick darauf behält, was passiert auf der Haut.
Speaker: Und aber auch passend nicht zu überpflegen.
Speaker: Genau.
Speaker: Und auch da eben zu schauen, okay, man muss nicht dauernd noch mehr und noch mehr drauf schmieren, sondern vielleicht kann man es auch mal zwischendrin einfach gut sein lassen.
Speaker: Man muss nicht jeden Tag waschen und wieder schmieren und dies und jenes, sondern da vielleicht auch ein bisschen schmieren.
Speaker: schauen, dass die Haut auch Ruhe bekommt.
Speaker: Man kann auch über die Fütterung natürlich was machen, also Zink zum Beispiel, Biotin, ich weiß nicht genau, aber da wollte ich jetzt nicht zu extrem drauf eingehen, aber auch da gibt es Möglichkeiten, die Haut zu unterstützen, ne?
Speaker: Ja, ist aber auch nicht das Allheilmittel.
Speaker: Also man darf das dann auch nicht übertreiben.
Speaker: Es ist wichtig, dass die Grundversorgung eben stimmt und dass die Haut in dem Fall, wenn die so angegriffen ist, braucht die dann natürlich extra Mineralstoffe noch dazu, extra Zusatzstoffe.
Speaker: Und da kann man dann schon gucken, dass man die Versorgung hochfährt.
Speaker: Aber ich glaube, damit hat man dann eine gute Möglichkeit an der Hand, was man tun kann, um das Ganze auch in den Griff zu kriegen und so ein bisschen das Pony vor der Glitze zu schützen.
Speaker: Ja, so ist es.
Speaker: Ich glaube, wir haben jetzt hier zwei umfassende Folgen aufgenommen, die sehr spannend sind und ich bin wirklich gespannt, was die Exemforschung in den nächsten Jahren so hervorbringt.
Speaker: Vielleicht haben wir ja Glück.
Speaker: Absolut, die Daumen sind gedrückt.
Speaker: Ich hoffe, dass da noch einiges kommt und wir wirklich irgendwann den
Speaker: One-Shot und komplette Heilung haben, was ich natürlich nicht so ganz glaube.
Speaker: Aber auch da denke ich,
Speaker: dürfen wir gespannt sein, was die Zukunft noch bringt und auch ein bisschen positiv in die Zukunft schauen und uns freuen auf die Zeit mit unseren Pferden.
Speaker: Ist so.
Speaker: Vielen Dank für den wunderbaren wissenschaftlichen Ausflug hier.
Speaker: Sehr gerne.
Speaker: Danke dir auch für deinen Erfahrungsaustausch, den du hier mit uns gemacht hast.
Speaker: Und wenn ihr irgendwelche Fragen habt oder eure eigene Geschichte zum Thema Exem teilen wollt, dann dürft ihr uns gerne einfach schreiben.
Speaker: Unbedingt, unbedingt.
Speaker: Weil wir finden es selber sehr spannend und profitieren davon und werden natürlich auf Instagram noch einiges teilen, sodass das Thema auch da einfach seine Reichweite bekommt und man auch da ein bisschen in den Austausch gehen kann, sodass die Betroffenen sich auch miteinander ein bisschen vernetzen können und man vielleicht auch so ein bisschen mehr Motivation und positive Gefühle
Speaker: gegenüber seinem Eczem bekommt.
Speaker: Das hat sich jetzt ganz komischer gemacht.
Speaker: Ich möchte keine positiven Gefühle gegenüber dem Eczem bekommen, aber ich hätte es einfach gerne hier raus.
Speaker: Vielleicht sollten wir damit einfach die Folge schließen.
Speaker: In diesem Sinne, mach's gut.
Speaker: Mach's gut.
Speaker: Ciao, ciao.
Speaker: Musik Musik Musik


