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#23 Mit Mut und Liebe ins höchste Amt - ein Gespräch mit Sebastian Guggolz image

#23 Mit Mut und Liebe ins höchste Amt - ein Gespräch mit Sebastian Guggolz

Alles BuchMarkt
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491 Plays5 months ago

Wie viel Leidenschaft und wie wenig Schlaf braucht man, um an Bücher zu glauben?

Sebastian Guggolz, Verleger und neuer Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, erzählt, warum er kaum schläft, nie Alkohol trinkt und trotzdem jeden Tag mit Begeisterung für Literatur lebt.

In dieser Folge sprechen Tina, Andi und Alex mit ihm über den Zauber kleiner Verlage, die Zukunft des Lesens, über Mut, Verantwortung – und darüber, wie man Haltung bewahren kann, ohne den Humor zu verlieren.

Ein kluges, warmes und manchmal sehr lustiges Gespräch über das, was Bücher mit uns machen – und warum Idealismus heute wichtiger ist denn je.

Für alle, die Geschichten lieben – egal, ob im Verlag oder auf dem Sofa.

Buchtipps:

Sebastian Guggolz empfiehlt Katerina Poladjan - Goldstrand (Fischer). Bei Genialokal bestellbar.

Tina empfiehlt Usama Al Shahmani - In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied (Limmat). Den Roman könnt ihr bei Genialokal bestellen.

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Transcript

Einführung und Krankheitsbekanntschaft

00:00:05
Speaker
Hallo und herzlich willkommen.
00:00:07
Speaker
Wie schön, dass ihr euch Zeit genommen habt zu Alles Buchmarkt, der Podcast.
00:00:11
Speaker
Heute zu einer ganz besonderen Folge.
00:00:14
Speaker
Ich mache es mal transparent.
00:00:15
Speaker
Heute ist Donnerstag nach der Buchmesse.
00:00:17
Speaker
Man hört es mir ein bisschen an.
00:00:19
Speaker
Ich bin ein bisschen verschnupft.
00:00:22
Speaker
Die Messe ist vorbei.

Tina und der besondere Gast

00:00:24
Speaker
Tina hat sich maßlos viele Bücher mitgebracht.
00:00:28
Speaker
Ich war bei manchen Shoppingtouren dabei.
00:00:31
Speaker
Ich habe mir Corona mitgenommen.
00:00:33
Speaker
Ich dachte, dann habe ich vielleicht ein bisschen länger was davon.
00:00:36
Speaker
Aber, keine Sorge, ich habe hier eine große Kanne mit unappetitlichem Tee vor mir stehen, der aber helfen soll.

Gespräch über die Buchmesse

00:00:44
Speaker
Und wir haben heute einen wirklich tollen Gast, der sich noch was anderes mitgebracht hat von dieser Messe, was einige Veränderung bedeuten wird in seinem Leben.
00:00:55
Speaker
Allerdings nicht in seinem ersten Brotjob und auch nicht in seinem zweiten Brotjob und auch nicht in seinem karitativen Ehrenamt, was er noch so betreut.
00:01:08
Speaker
Also kurz gesagt, wir haben heute wieder einen Menschen da, der nicht schlafen muss und umso schöner, dass er heute da ist.
00:01:16
Speaker
Das wird ein wirklich tolles Gespräch und ich freue mich sehr.
00:01:18
Speaker
Wir waren ein bisschen aufgeregt, dass die Zusage gekommen ist.
00:01:22
Speaker
Aber ich würde sagen, damit wir alle jetzt erstmal durchatmen, gibt es von Tina ein paar Fragen.
00:01:26
Speaker
Kurz erstmal zum Reinkommen.
00:01:29
Speaker
Ich weiß nicht, ob die Fragen zum Durchatmen für den Gast sind.
00:01:33
Speaker
Aber wir schauen mal.
00:01:35
Speaker
Frankfurter Buchmesse, Pflichttermin oder jährlicher Adrenalinschub?
00:01:40
Speaker
Beides, aber natürlich ein großer Adrenalinschub.
00:01:45
Speaker
Lieber mit dem Kulturstaatsminister diskutieren oder mit Buchhändlern feiern?
00:01:51
Speaker
Definitiv mit Buchhändlern feiern.
00:01:53
Speaker
Das ist das Schönste.
00:01:54
Speaker
Aber das mache ich auch am liebsten.
00:01:56
Speaker
Aber mit dem Kulturstaatsminister diskutieren, das habe ich ja jetzt auf der Buchmesse das erste Mal machen dürfen, ist überraschend angenehm.

Sebastian Gugolz' Werdegang

00:02:04
Speaker
Das hätte ich nicht erwartet.
00:02:08
Speaker
Dein Verlag bekommt plötzlich eine Million Euro überwiesen.
00:02:11
Speaker
Kaufst du die Gesamtausgabe Thomas Mann oder machst du eine Party für alle deine Übersetzer und Sitzerinnen?
00:02:18
Speaker
Also die Gesamtausgabe Thomas Mann habe ich natürlich schon als Zuständiger für die Klassiker bei Fischer.
00:02:25
Speaker
Eine Party würde ich, glaube ich, auch nicht machen.
00:02:26
Speaker
Nee, nichts von beiden.
00:02:27
Speaker
Ich würde das in neue Bücher investieren.
00:02:29
Speaker
Was anderes bleibt mir gar nicht übrig.
00:02:33
Speaker
Was wäre schlimmer?
00:02:34
Speaker
Drei Tage ohne Bücher oder drei Tage ohne WLAN?
00:02:37
Speaker
Drei Tage ohne Bücher wäre das Schlimmste.
00:02:40
Speaker
Standard-Antwort.
00:02:44
Speaker
100 Jahre alte Übersetzung oder 25-jährige Übersetzerin?
00:02:48
Speaker
Wem vertraust du mehr?
00:02:51
Speaker
Oh, ich würde, das kommt sehr darauf an, ich würde beidem vertrauen.
00:02:54
Speaker
Es gibt ganz hervorragende, auch sogar 200 Jahre alte Übersetzungen, zum Beispiel von Shakespeare, an die man nie wieder herangereicht.
00:03:03
Speaker
Und es gibt 25-jährige Übersetzerinnen, die so gut sind, dass man sie unbedingt sofort von der Stelle weg engagieren muss.
00:03:09
Speaker
Also ich glaube, ich kann nicht das eine gegen das andere ausspielen.
00:03:13
Speaker
Du hast die Regeln nicht ganz verstanden.
00:03:15
Speaker
Nee, habe ich nicht.
00:03:17
Speaker
Er hat aber auch schon den diplomatischen Dienst erreicht.
00:03:20
Speaker
Oh ja.
00:03:23
Speaker
Lektorat abgeben oder selber doch nochmal kurz reinlesen?
00:03:27
Speaker
Auf jeden Fall selber nochmal reinlesen.
00:03:32
Speaker
Würdest du in deinen Urlaub lieber einen Klassiker oder was mit Happy End nehmen?
00:03:37
Speaker
Ich lese praktisch keine Bücher mit Happy End.
00:03:40
Speaker
Also er übt sich die Frage.
00:03:41
Speaker
Ich würde auf jeden Fall und ich würde auch nicht nur einen Klassiker mitnehmen.
00:03:46
Speaker
Und jetzt ganz ehrlich, mehr Leidenschaft fürs Buch oder für die Leute, die es machen?
00:03:52
Speaker
Ganz ehrlich, mehr Leidenschaft fürs Buch.
00:03:55
Speaker
Auch wenn das jetzt ein schlechtes Licht auf mich wird.
00:03:57
Speaker
So, der Podcast war sehr kurz, aber war schön mit ihr.
00:04:02
Speaker
Aber wir haben noch eine schnelle Frage.
00:04:06
Speaker
Lesepate, vorlesen mit Leidenschaft oder heimlich Textstellen kürzen?
00:04:14
Speaker
Darf ich die Antwort verweigern?
00:04:16
Speaker
Nein, natürlich in der Lesepatenschaft mit Kindern leidenschaftliches Vorlesen.
00:04:23
Speaker
Das ist einfach schön.
00:04:24
Speaker
Wobei ich auch sehr gerne vorlesen lasse.
00:04:27
Speaker
Von Kindern.
00:04:28
Speaker
Von Kindern?
00:04:30
Speaker
Ja, das ist wunderschön, wenn Kinder die Texte selber vorlesen.
00:04:33
Speaker
Cool.
00:04:35
Speaker
Und noch wissen wir nicht deinen Namen.
00:04:37
Speaker
Und Andi wird wie immer in unserer, ich finde immer, Andi macht das so ein bisschen wie Susi früher bei Herzblatt.
00:04:43
Speaker
Andi wird dich einfach kurz vorstellen und uns verraten, was noch so alles an Geheimnissen in dir schlummelt.

Sebastians Verlagsgründung

00:04:50
Speaker
Ja, und heute habe ich mir mal einen etwas anderen Ansatz überlegt, aber das hört ihr jetzt.
00:04:58
Speaker
war einmal in einem kleinen Dorf am Ufer eines tiefblauen Sees.
00:05:02
Speaker
Da wuchs ein junger Mann namens Sebastian auf.
00:05:05
Speaker
Schon als Kind liebte er Bücher über alles.
00:05:08
Speaker
Ihre umgeblätterten Seiten, die Geschichten, die dort auf ihn warteten und das leise Knistern des Papiers, wenn er sie öffnete.
00:05:17
Speaker
In seinem Dorf war das Leben einfach.
00:05:19
Speaker
Seine Mutter war Logopädin, sein Vater Lehrer.
00:05:23
Speaker
Und gemeinsam mit vier Schwestern lebte Sebastian in einem alten Bauernhaus.
00:05:28
Speaker
Geld war kaum vorhanden, doch dafür gab es etwas viel Wertvolleres, Fantasie und Leidenschaft.
00:05:36
Speaker
Sebastian studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Volkskunde und wollte eigentlich promovieren, doch dann zog ihn das magische Licht der Bücherwelt in eine neue Richtung.
00:05:48
Speaker
Bei einem Abendessen lernte er den Verlagsleiter Andreas Rützer kennen, der ihn mit seiner Begeisterung für Literatur erfüllte.
00:05:56
Speaker
Zwei Tage später war Sebastian Praktikant im Verlag Mattes & Seitz.
00:06:03
Speaker
Sechs Jahre lang lernte Sebastian von Grund auf, wie man Bücher auswählt, gestaltet und in die Welt bringt.
00:06:11
Speaker
Er hatte Feuer gefangen.
00:06:13
Speaker
Und schließlich, im Jahr 2014, wagte er es.
00:06:18
Speaker
Er gründete seinen eigenen Verlag, mit ganzem Herzblut und dem festen Willen, Literatur aus Ost- und Nordeuropa wieder aufleben zu lassen.
00:06:29
Speaker
Sebastian hatte einen Plan gemacht, aber unterschätzt, wie viel Geld nötig war.
00:06:35
Speaker
Er startete mit einem kleinen Kredit und eigenem Sparen, weit unter dem, was manche rieten.
00:06:42
Speaker
Es war, als ob er mit einer kleinen Laterne in einen tiefen Wald voller Bücher und Möglichkeiten hineinging und hoffen musste, dass Licht und Weg sich fanden.
00:06:52
Speaker
Eine besonders magische Wendung kam, als Sebastian beschloss, an einer Quizshow teilzunehmen.
00:06:58
Speaker
In seinem Kopf war die Rechnung kühn.
00:07:01
Speaker
Wenn er gewann, würde dieses Preisgeld seinen Verlag voranbringen.
00:07:06
Speaker
Und tatsächlich, er gewann.
00:07:09
Speaker
Mit dem Geld konnte er Lizenzen kaufen, Übersetzer bezahlen und den Vertrieb ausbauen.
00:07:16
Speaker
Langsam, aber stetig wuchs sein Verlag.
00:07:19
Speaker
Aber Sebastian war nicht nur Verleger, er kümmerte sich zudem um Lektorat, Vertrieb und Pressearbeit.
00:07:27
Speaker
Und so trat Sebastian eines Morgens auf die Verlagsleiter, die er sich selbst gebaut hatte, und blickte hinaus über den See seines Heimatdorfs und über die Bücherwelt, in der er nun heimisch war.
00:07:40
Speaker
Er wusste, sein Traum war kein ferner Stern geblieben, sondern ein klarer Leuchtturm geworden.
00:07:47
Speaker
Mit Mut, Liebe zu Literatur und der Bereitschaft, auch Risiken einzugehen, hatte er etwas Eigenes geschaffen, das Bestand hatte.
00:07:56
Speaker
Und wenn er nicht aufgehört hat zu lesen und zu verlegen, dann lebt sein Verlag noch weit in die Zukunft und noch viele Bücher werden dank ihm ihren Weg in die Welt finden.
00:08:08
Speaker
Und ich hoffe, ihr wisst jetzt alle, um wen es geht.
00:08:13
Speaker
Kein Märchen ist, sondern tatsächlich die Realität.
00:08:16
Speaker
Und wir freuen uns tatsächlich sehr, dass er heute Zeit für uns hat.
00:08:21
Speaker
Herzlich willkommen im Alles-Buchmarkt-Podcast, Sebastian Gugolz.
00:08:25
Speaker
Hallo, ich freue mich sehr, hier zu sein.
00:08:27
Speaker
Und du hast dein eigenes Märchen bekommen.
00:08:30
Speaker
Ja, das ist ja nicht schlecht.
00:08:33
Speaker
Ich dachte, ich bin auf Schmerzmitteln, aber gut.
00:08:36
Speaker
Dafür, dass er keine Bücher mit Happy End mag, finde ich, klingt das sehr nach Happy End.
00:08:41
Speaker
Na, das Ende ist noch nicht erreicht, würde ich sagen.
00:08:44
Speaker
Das wäre jetzt ja sogar der Übergang, weil das I-Töpfchen oder beziehungsweise der vorläufige Höhepunkt kam ja jetzt erst letzte Woche.
00:08:53
Speaker
mit der wortwörtlichen Staffelstabübergabe.
00:08:57
Speaker
Und genau, du bist jetzt der neue Vorsteher des Börsenvereins.
00:09:03
Speaker
Ja.
00:09:04
Speaker
Und genau, dazu auch nochmal herzlichen Glückwunsch.
00:09:07
Speaker
Also, das ist wirklich toll.
00:09:09
Speaker
Danke.
00:09:10
Speaker
Und

Börsenvereinsleitung und Buchmesse-Erfahrungen

00:09:12
Speaker
genau, die Buchmesse liegt gar nicht so weit zurück.
00:09:14
Speaker
Ich konnte leider nicht da sein.
00:09:16
Speaker
Deswegen würde mich mal jetzt von Sebastian, dir interessieren, aber auch von Tina und Alex, vielleicht könnt ihr mal so ein paar Eindrücke schildern oder wie für euch die Messe so war.
00:09:28
Speaker
Also, für dich wahrscheinlich war sie ganz außergewöhnlich, oder?
00:09:31
Speaker
Ja.
00:09:32
Speaker
Jeder wollte dir die Hand geben.
00:09:34
Speaker
Ja, das war so.
00:09:36
Speaker
Die Leute, mit denen ich sonst immer die Messen verbracht habe, wenn die mal kurz mit mir über die Messe gelaufen sind, haben auch nur den Kopf geschüttelt und haben gesagt, man kann ja keine fünf Meter mehr mit dir gehen, ohne dass Leute auf mich zustürmten, mich beglückwünschten oder auch, das fing natürlich auch gleich an, mir Tipps gaben, was erklärten, was jetzt vor mir besteht.
00:09:56
Speaker
Aber ehrlich gesagt stand für mich die Messe sehr stark auch im Zeichen,
00:10:02
Speaker
dass ich mir das alles angucken konnte.
00:10:04
Speaker
Meine Vorgängerin Karin Schmidt-Friedrichs, die ja bis jetzt quasi noch im Amt ist oder war, also der Friedenspreis war der letzte offizielle Auftritt von ihr, die hat eine wirklich außerordentliche Fähigkeit, die ich in der letzten Zeit, wenn ich das sonst so mitgekriegt habe in der Buchbranche oder überhaupt nicht, die es nicht so häufig gibt, sie kann wahnsinnig gut übergeben.
00:10:26
Speaker
Und das muss wirklich nochmal betont werden, weil sie
00:10:31
Speaker
absolut transparent gemacht hat, was sie tut.
00:10:33
Speaker
Sie hat mich zu allem mitgenommen.
00:10:34
Speaker
Sie hat mich eingeladen, überall dabei zu sein, was dazu führte, dass ich das erste Mal bei der Pressekonferenz war, bei der offiziellen.
00:10:41
Speaker
Ich war aber auch bei mehreren eher so Hinterzimmer, Abendessen dabei, wo ich eben überall dabei sein durfte, weil sie mir das erlaubt hat und weil sie das auch wollte.
00:10:51
Speaker
Und im Nachhinein muss ich sagen, das war, ich glaube, das weiß ich erst sehr viel später zu schätzen, was das alles
00:10:58
Speaker
was das alles für ein Vorteil war, weil ich dadurch natürlich jetzt auch viel weniger Angst habe oder Unsicherheit, was mir denn dabei vorsteht.
00:11:07
Speaker
Oder gerade einschüchtern manchmal.
00:11:09
Speaker
Na, das Gute ist, in der Märchengeschichte diese Familie mit den vier Mädchen und dem Jungen in der oberschwäbischen Provinz ist ja eine anti-autoritäre gewesen.
00:11:21
Speaker
Meine Eltern haben mich sehr stark anti-autoritär erzogen.
00:11:24
Speaker
Das heißt, ich habe keine Einschüchterung vor großen Namen.
00:11:27
Speaker
Auch Wolfram Weimar kann mir keine Angst machen.
00:11:29
Speaker
Mein Vater hat mit so einem schwäbischen Idiom immer gesagt,
00:11:33
Speaker
dass die anderen Leute ja auch alle eine Unterhose tragen und alle gleich aussehen.
00:11:37
Speaker
Also das kennt ja, glaube ich, jeder, aber meine Eltern haben das wirklich gelebt.
00:11:40
Speaker
Und das hat so tief
00:11:42
Speaker
sich in mir festgesetzt, dass das wirklich so ist.
00:11:44
Speaker
Ich hatte noch nie Angst vor Autoritäten.
00:11:46
Speaker
Ich hatte noch nie Einschüchterung von Berühmtheiten.
00:11:50
Speaker
Und das hilft mir jetzt natürlich sehr.
00:11:51
Speaker
Und deswegen war das wirklich einfach nur eine große Freude, mir das alles einmal als Trockenübung sozusagen anzuschauen, um dann jedes Mal zu denken, naja, da stehe nächstes Jahr ich.
00:12:03
Speaker
Und aha, das werde nächstes Jahr ich machen.
00:12:05
Speaker
Das war schon ziemlich toll und ziemlich aufregend auch.
00:12:10
Speaker
Also ich kann vielleicht ganz kurz, bevor wir das noch ein bisschen vertiefen, aus meiner Sicht sagen, das eine beherrschende Thema war natürlich unter den Ausstellern das Messekonzept, was irgendwie überarbeitet werden soll, was auch immer das werden soll.
00:12:25
Speaker
Ich glaube, es ist zu kurz gegriffen, da nur zu schimpfen.
00:12:28
Speaker
Ich verstehe viele, viele Aspekte von dem Ganzen.
00:12:32
Speaker
von den ganzen Bemühungen und ich möchte nicht in der Haut stecken der Buchmesse, die alle diese Interessen unter einen Hut bringen muss.
00:12:41
Speaker
Und das andere Gefühl, was ich hatte, weil es war ja auch, wir hatten erst, das ist noch nicht so lange her, als wir mit Jörg Sundermeyer und Britta die Folge gemacht haben, wie dramatisch es gerade bei den kleinen Verlagen steht, dass sich das so ein ganz kleines bisschen wieder
00:12:59
Speaker
nicht beruhigt, aber ein kleines bisschen entschärft zumindest.
00:13:02
Speaker
Das war mein Eindruck, dass es nicht mehr ganz so prekär ist wie noch so Jahresmitte, wo Britta, die ja ganz offen gesagt hatte, sie ist bei der Hälfte des Vorjahresumsatzes, dass sich das

Herausforderungen für kleine Verlage

00:13:16
Speaker
so ein kleines bisschen zu nivellieren scheint.
00:13:19
Speaker
Und von daher, ich die Stimmung dann doch irgendwie ganz gut fand, auch wenn die Verbrecher gerade schon wieder aus dieser rechtspopulistischen Ecke rund um News ganz, ganz ekelhafte Sachen erfahren müssen, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
00:13:37
Speaker
Nichtsdestotrotz fand ich die Stimmung aber gut.
00:13:39
Speaker
Es war wieder unfassbar viele Leute da.
00:13:43
Speaker
Es wurde gekauft ohne Ende.
00:13:47
Speaker
Mich trägt diese Messe dann immer so ein halbes Jahr wieder weiter, dass man weiß, warum man das alles macht.
00:13:53
Speaker
Und wenn man sich da irgendwie die Seuche mit nach Hause holt, aber dass man einfach sieht, da ist...
00:13:58
Speaker
Und hunderttausende Menschen, die zum Teil, das muss man sich mal überlegen, 90 Euro, glaube ich, für so ein Tagesticket kaufen, um da hinzukommen, das ist schon Wahnsinn.
00:14:09
Speaker
Und solange das noch alles da ist, bin ich immer sehr optimistisch, dass das alles noch weitergeht.
00:14:16
Speaker
Ja, ich glaube, diese grundoptimistische Stimmung, die hat man wahrgenommen.
00:14:19
Speaker
Also die Leute, die auf der Messe waren, die Erfahrung habe ich auch oder den Eindruck habe ich auch, die waren, die hatten Lust, die hatten auch Lust auf die Bücher.
00:14:27
Speaker
Dann diese bisher jetzt schon kleinen Öffnungen, dass man mehr verkaufen darf, länger verkaufen darf, dass die Besucher ein bisschen früher zugelassen wurden.
00:14:35
Speaker
All das sind, glaube ich, Signale in die richtige Richtung.
00:14:38
Speaker
Aber ich glaube, dass das nicht überdecken darf, dass die Lage für die kleinen und unabhängigen Verlage und auch für die kleinen und unabhängigen Buchhandlungen wirklich weiterhin extrem prekär ist.
00:14:50
Speaker
Es gibt einen leichten Aufschwung, den gibt es immer in der zweiten Jahreshälfte.
00:14:54
Speaker
Dann auch noch zum Weihnachtsgeschäft.
00:14:55
Speaker
Nach dem Weihnachtsgeschäft werden auch alle eher früh sein.
00:14:58
Speaker
Aber ich habe schon die Befürchtung, dass diese Krisensituation vom Frühjahr auch nächstes Frühjahr sich wiederholt, weil ich zumindest nicht sehen kann, dass für die unabhängigen kleineren Verlage da eine gravierende Verbesserung da ist.
00:15:10
Speaker
Und die Rücklagendecke, die ist einfach schon aufgebraucht.
00:15:14
Speaker
Also das ist wirklich so, wenn man dann in direkte Gespräche geht, in intensive Gespräche geht, dann merkt man schon, dass das
00:15:22
Speaker
Naja, dass das auch manchmal ein bisschen Galgenhumor fast schon ist.
00:15:24
Speaker
Also dass die Leute wissen, sie tanzen jetzt mit dem letzten Hemd auf der Rasierklinge.
00:15:29
Speaker
Jetzt habe ich aber eine Menge an Metaphern untergebracht.
00:15:32
Speaker
Aber das ist wirklich so.
00:15:34
Speaker
Also die Rücklagen sind aufgebraucht.
00:15:36
Speaker
Es gibt eigentlich keinen Spielraum mehr.
00:15:39
Speaker
Aber alle wollen halt weitermachen.
00:15:42
Speaker
Das möchte ja auch keiner aufgeben.
00:15:44
Speaker
Und das Problem ist auch, dass man die, die nicht da sind, nicht sieht.
00:15:48
Speaker
Also man sieht natürlich auf der Messe die, die sich noch einen Messestand leisten können, die, die noch ein Programm machen können.
00:15:53
Speaker
Und es gibt, das ist mir jetzt dieses Mal auf der Messe doch nochmal aufgefallen, als ich so die Reihen durchgegangen bin und dann gesehen habe, es sind doch nicht alle da.
00:16:01
Speaker
Es gibt, glaube ich, ein sehr stilles, also jetzt will ich nicht zu martialisch werden, aber ein stilles Sterben.
00:16:07
Speaker
Es gibt die wenigsten gehen dann mit so einem großen Knall, dass es alle mitkriegen, sondern die hören einfach auf mit ihrer Produktion, die kommen einfach nicht mehr.
00:16:14
Speaker
Und deswegen ist das manchmal, glaube ich, auch fast ein bisschen latent trügerisch, wenn man dann nach der Messe sagt, ach, so schlimm ist es ja gar nicht.
00:16:23
Speaker
Ja, und es betrifft ja mittlerweile auch nicht mehr nur die Kleinen.
00:16:26
Speaker
Also es ist halt so, dass es raumgreifend ist.
00:16:30
Speaker
Also ich weiß auch, dass viele Mittelständische sich die Messe nicht mehr leisten können oder darauf verzichten.
00:16:36
Speaker
Und was halt ein großes Thema war, ist einfach dieses...
00:16:40
Speaker
Druckereigewerbe.
00:16:41
Speaker
Also wie viele Bücher sind nicht zur Messe da gewesen, weil einfach wir Schwierigkeiten haben in der Hardcover-Produktion, weil es eben nicht mehr allzu viele Druckereien gibt in Europa, die uns die Ware liefern.
00:16:52
Speaker
Ich habe die Stimmung schon auch als positiv wahrgenommen, vielleicht nicht positiv, sondern optimistisch, nennen wir es mal.
00:16:59
Speaker
Ich bin da auch sehr optimistisch weggefahren, weil ich fand es eigentlich
00:17:03
Speaker
gut, dass der Freitag sich geöffnet hat für das Endkundenpublikum.
00:17:07
Speaker
Ich hatte schon die Wahrnehmung, weil sonst war ja ab Freitag Mittag tote Hose.
00:17:11
Speaker
Also da sind ja alle abgereist.
00:17:13
Speaker
Und mittlerweile ist es halt so, dass man hat zwar die Endkunden, aber man hat einfach unfassbar schöne Momente und Gespräche dadurch, dass man einfach drei Tage Publikum hat.
00:17:25
Speaker
Und ich fand auch das Publikum sehr interessiert.
00:17:30
Speaker
Vielleicht noch, ich fand es teilweise auch ein bisschen zurückhaltend im Kaufen.
00:17:34
Speaker
Ich weiß jetzt nicht, wie bei euch die Statistiken sind, zum Umsatz hin von der Messe.
00:17:37
Speaker
Über Vorjahr.
00:17:38
Speaker
Über Vorjahr, okay.
00:17:41
Speaker
Da kann ich gerade tatsächlich nichts zu sagen, weil ich am Gemeinschaftsstand bin und die Kasse nicht betreut habe sozusagen und wir das erste Mal in der Gemeinschaft auch verkauft haben.
00:17:50
Speaker
Es war vorsichtig optimistisch, aber es gibt halt einfach Probleme, die es so vor einem Jahr nicht gab, wie jetzt zum Beispiel das mit den Druckereien.
00:17:59
Speaker
Oder eben mit den, es werden halt leider immer weniger Buchhandlungen.
00:18:03
Speaker
Also es ist so ein bisschen wie dieser Geburtenknick in der Bevölkerung.
00:18:06
Speaker
Wir kommen mit dem, Sterben steht nicht im Verhältnis

Online-Präsenz der Buchmesse

00:18:10
Speaker
zur Geburt.
00:18:10
Speaker
Also es gibt immer wieder Buchhandlungen, die neu aufmachen, aber leider sterben zu viele weg.
00:18:15
Speaker
Und das finde ich tatsächlich ziemlich schade, weil diese Diversität dann einfach am Markt fehlt.
00:18:21
Speaker
Übrigens waren die beiden Bookish Empire Süßmäuse bei mir am Stand.
00:18:27
Speaker
Das war ganz hinreißend, dass wir uns mal persönlich kennengelernt haben.
00:18:29
Speaker
Grüße an euch auch an der Stelle.
00:18:32
Speaker
Aber da kann ich kurz einhaken, weil das bringt mich zu dem Punkt, der mir aufgefallen ist, dass ich von der Buchmesse tatsächlich mehr online mitbekommen habe.
00:18:43
Speaker
Und dass auch von den BesucherInnen mehr gepostet wurde.
00:18:47
Speaker
Also man kennt von der Leipziger Buchmesse, da funktioniert das immer super.
00:18:51
Speaker
Von der Frankfurter kannte ich es bisher so noch nicht, dass wirklich auf TikTok und auch auf Instagram ich da sehr, sehr viel mehr gesehen habe als in den Vorjahren.
00:18:59
Speaker
Also ich glaube, da merkt man auch schon, dass das zumindest von dem Konzept her Richtung Besucher das Meer zu öffnen, dass das schon so ganz gut aufgeht, finde ich zumindest.
00:19:11
Speaker
Absolut.
00:19:11
Speaker
Mir ist beim Gassigehen, hat mich eine Frau angesprochen und hat gemeint, ach, ich sei ja jetzt ein paar Tage nicht da gewesen, sie hätte mich und den Hund nicht gesehen.
00:19:22
Speaker
Und da habe ich gesagt, ja, ich war irgendwie auf einer Messe und dann wollte sie wissen, was ich arbeite und dann habe ich gesagt, was mit Büchern und dann sagte sie dann so komplett ohne Zusammenhang, ja, da war ja jetzt irgendwie auch sowas Großes, das hat sie im Internet

Sebastians Verantwortung im Börsenverein

00:19:34
Speaker
gesehen.
00:19:34
Speaker
Also das war eine, die mit Büchern jetzt nicht so wahnsinnig viel zu tun hat, aber dass es doch irgendwie mehr Menschen durchdringt.
00:19:41
Speaker
Das ist schon schön.
00:19:42
Speaker
Aber wir wollen wieder zurück ins Lamentieren und ins Jammern kommen, denn nur deswegen wurde im Prinzip Sebastian gewählt, um all dieses Elend und Leid zu beenden.
00:19:55
Speaker
Oh ja.
00:19:56
Speaker
Der Messias ist auch verstanden.
00:19:58
Speaker
Ja.
00:20:00
Speaker
Lass uns da vielleicht mal, oder anders, magst du mal in zwei Sätzen sagen, was für dich dieser Job, dieses Ehrenamt des Vorstehers bedeutet und was die Funktionen dieser Funktion sind?
00:20:17
Speaker
Das ist natürlich schwierig in zwei Sätzen.
00:20:20
Speaker
Zum einen muss man ganz klar sagen, das ist ein repräsentatives Amt.
00:20:24
Speaker
Es gibt ja im Börsenverein das Hauptamt, das ist eine
00:20:28
Speaker
sind an die 40 Mitarbeiter mit einem Hauptgeschäftsführer, Peter Kraus von Kleff, die in Frankfurt sind und die das ganze Alltagsgeschäft machen.
00:20:36
Speaker
Da gibt es, das wird jeder, der in der Buchbranche ist, wird damit irgendwie schon mal mit zu tun gehabt haben, eine legendäre Rechtsberatung, also die Rechtsabteilung des Börsenvereins ist sehr stark
00:20:48
Speaker
Das ist, wenn man Leute fragt, immer das Erste, was sie sagen.
00:20:50
Speaker
Also Leute, die nicht so nah am Börsenverein dran sind, dass sie irgendwie mal mit der Rechtsberatung zu tun hatten und dass die ihnen erstaunlicherweise geholfen hat.
00:20:56
Speaker
Das finde ich auch immer ganz interessant.
00:21:00
Speaker
Und die haben aber natürlich ein großes Angebot auch an
00:21:04
Speaker
an Kursen, an Workshops und so weiter.
00:21:08
Speaker
Dann gibt es diese ganzen Unternehmen, die um den Börsenverein herum angegliedert sind.
00:21:12
Speaker
Das ist zum einen die Frankfurter Buchmesse, die ist eine Tochter des Börsenvereins.
00:21:15
Speaker
Das ist der Mediacampus, also die Ausbildungsstätte für die Buchhändler.
00:21:19
Speaker
MVB, wo man die ESPN kaufen kann und diverse andere Dinge machen kann.
00:21:23
Speaker
Also das ist das Hauptamt.
00:21:25
Speaker
Das ist der Börsenverein, so wie er steht.
00:21:27
Speaker
Und dann gibt es, und ich finde das eine ziemlich tolle
00:21:31
Speaker
Der Börsenverein ist ja auch uralt, 200 Jahre alt.
00:21:34
Speaker
Wir haben den 200.
00:21:35
Speaker
Geburtstag gefeiert dieses Jahr.
00:21:36
Speaker
Und dann gibt es eben diese Einrichtung des Vorstands.
00:21:39
Speaker
Der besteht nicht nur aus dem gewählten, dem jetzt gerade neu gewählten Vorstand, sondern auch aus den Ausschussvorsitzenden vom Verlegerausschuss, also aus den drei Sparten Verlegerausschuss, Buchhandlungs- und Sortimentausschuss und Zwischenbuchhandelausschuss.
00:21:53
Speaker
Und dann eben diese fünf Gewählten, die auch nach einem gewissen Proporz, das ist ein bisschen aufwändig, aber ich glaube, man kann es dann leicht verstehen, zwei aus dem Buchhandel, zwei aus den Verlagen und eine Person aus dem Zwischenbuchhandel.
00:22:06
Speaker
Und einer davon wird eben zum Vorsteher gewählt und das bin ich.
00:22:09
Speaker
Und ich finde das wirklich hochklug, dass dieser Vorstand ehrenamtlich besetzt ist.
00:22:15
Speaker
Also dass es getrennt ist vom Hauptamt, was das Alltagsgeschäft macht, weil das zum einen
00:22:21
Speaker
Ganz toll ist, dass dadurch dieser Vorstand sehr viel stärker verankert ist in der Alltagspraxis der ganzen Mitglieder.
00:22:27
Speaker
Also es ist auf jeden Fall jemand da, der sich im Buchhandel auskennt.
00:22:32
Speaker
Es ist auf jeden Fall jemand da, der sich im Verlagsbetrieb und in der Verlagsalltagsarbeit auskennt und sogar noch aus dem Zwischenbuchhandel.
00:22:38
Speaker
Und das ist natürlich extrem hilfreich, dass der Vorstand nicht abgehoben ist und dass das irgendwelche Bürokraten sind oder Verwalter oder Technokraten, sondern Leute aus der Praxis und Leute, die dann
00:22:49
Speaker
zum einen ihre Expertise aus der Praxis einbringen können, zum anderen aber natürlich auch in ihre jeweiligen Sparten zurückstrahlen können.
00:22:58
Speaker
Und nämlich diese Frage der Sparten ist auch was extrem Wichtiges im Börsenverein.
00:23:02
Speaker
Und das ist auch eine der Hauptaufgaben des Vorstehers, eine, die man nicht so stark sieht nach außen.
00:23:08
Speaker
Im Börsenverein ist ja sowohl das produzierende als auch das handelnde Gewerbe vertreten.
00:23:12
Speaker
Das ist eine absolute Ausnahmesituation.
00:23:14
Speaker
Das gibt es in keinem anderen Land.
00:23:16
Speaker
Sonst sind das immer getrennte Verbände, die sich ständig bekriegen und die immer über Kreuz liegen.
00:23:22
Speaker
Bei uns passiert das Bekriegen und über Kreuz liegen eben intern.
00:23:25
Speaker
Und dann kommt die große Aufgabe des Vorstehers.
00:23:29
Speaker
dass der Vorsteher oder die Vorsteherin jetzt die letzten sechs Jahre vermitteln muss, moderieren muss, Interessensausgleich finden muss und dieses heute so schlecht beläumendete Wort Kompromisse finden muss.
00:23:41
Speaker
Ich versuche immer, um das positiver, euphemistischer zu verzeichnen, zu sagen, wir finden keine Kompromisse, wir finden Lösungen, weil ja am Ende etwas stehen muss,
00:23:50
Speaker
was uns alle weiterbringt, also was für uns alle einen positiven Effekt bringt und der Vorsteher oder die Vorsteherin muss das dann nach außen hin vertreten und repräsentieren.
00:24:00
Speaker
Und ich habe jetzt relativ ausführlich da ausgeholt, weil ich aber glaube, dass das wirklich ganz entscheidend ist.
00:24:06
Speaker
Also diese Funktion,
00:24:08
Speaker
Ist also so gewissermaßen auch losgelöst von bestimmten Erfordernissen, also von den Mühen des Alltags, von den Mühen der Ebene, die man da im Hauptamt auch zu vollbringen hat, sondern steht wirklich dafür da, zu repräsentieren, also große Reden zu halten, zum Beispiel bei den Eröffnungen der Messen.
00:24:26
Speaker
Aber auch, und das ist auch ganz entscheidend und auch etwas, worauf ich mich besonders freue, politische Arbeit zu machen.
00:24:32
Speaker
Der Börsenverein ist ja wirklich die Interessensvertretung, eine Art Lobbyvertretung für die gesamte Buchbranche.
00:24:38
Speaker
Und die Arbeit in die Politik sind ganz viele Dinge, die man gar nicht so sieht.
00:24:42
Speaker
Die Tatsache, dass wir unsere Buchpreisbindung und den reduzierten Mehrwertsteuersatz haben,
00:24:47
Speaker
wird uns nicht geschenkt.
00:24:48
Speaker
Da muss der Börsenverein permanent dafür kämpfen und natürlich auch der Vorsteher dafür einstehen, immer wieder neu erklären, warum das wichtig ist, warum das elementar ist und eben im besten Falle, ich habe mir sowas wie die strukturelle Verlagsförderung auf die Fahnen geschrieben, auch
00:25:03
Speaker
weitere zusätzliche Unterstützung oder Förderungen aus der Politik zu erhalten, die dazu beitragen, dass die Branche stabilisiert wird oder sogar sich noch weiterentwickeln kann.

Jüngere Führung in der Buchbranche

00:25:13
Speaker
Und dafür arbeitet der Börsenverein, dafür arbeitet dann auch der Vorsteher natürlich in hervorgehobener Position.
00:25:21
Speaker
Und deswegen ist auch für mich zumindest, als ich 2014
00:25:25
Speaker
meinen Verlag gegründet habe, unmittelbar klar gewesen, dass ich auch Mitglied im Börsenverein sein möchte, weil der Börsenverein eben, selbst wenn man nicht Mitglied ist, aber für die ganze Branche einfach irgendwie das A und O ist, also der Verein ist, an dem man sich wendet, der Verein, der uns vertritt, der Verein, der dafür kämpft.
00:25:42
Speaker
Ja.
00:25:42
Speaker
Du wirkst so ein bisschen, kann das sein, dass du so ein bisschen harmoniebedürftig bist?
00:25:47
Speaker
Das bin ich, ja.
00:25:50
Speaker
Jetzt, als du eben gesagt hast, lieber Lösungen statt Kompromisse.
00:25:54
Speaker
Ich erinnere mich an einen Satz, ich kann ihn nicht wortgenau wiedergeben, im Zuge des, vor der Wahl hattest du gesagt, das Ganze ist ja kein Wahlkampf, sondern es ist einfach schlicht die Auswahl zwischen zwei Kandidaten.
00:26:09
Speaker
Was ich ganz stark fand von der Botschaft her, aber leichter gesagt wahrscheinlich aus der Sicht des Siegers dann.
00:26:19
Speaker
Nein, da war ich ja noch nicht der Sieger.
00:26:22
Speaker
Aber sag mal, wie kam es dazu?
00:26:24
Speaker
Weil ich habe, wenn man sich so ein bisschen umhört, dann...
00:26:27
Speaker
wird ja schon so ein bisschen gemunkelt, dass dein, wie darf ich ihn denn nennen, Gegenkandidat, der war mehr oder weniger, in seinen Augen und auch in den Augen einiger, war der quasi gesetzt.
00:26:43
Speaker
Schon zu Zeiten noch, als Karl Schmidt Friedrichs noch Vorsteherin war, war eigentlich klar, okay, irgendwann dieses Amt ist auf zwei
00:26:53
Speaker
Legislaturen quasi begrenzt.
00:26:55
Speaker
Nach sechs Jahren ist also automatisch so oder so Schluss.
00:26:58
Speaker
Und dann war klar, es wird dann der andere.
00:27:02
Speaker
Für ganz viele.
00:27:03
Speaker
Und dann kam auf einmal dieser Indie-Verleger aus der Bresche gesprungen und sagte, Mensch, traue ich mir auch zu.
00:27:12
Speaker
Wie kam es dazu?
00:27:13
Speaker
Was hatte ich da, ich wollte jetzt fast sagen, was hatte ich da geritten?
00:27:18
Speaker
Harmoniebedürftig heißt das gewogen.
00:27:21
Speaker
Das ist jetzt schwierig, wie ich da antworte.
00:27:25
Speaker
Also ich hatte Signale aus der Branche gehört, also das stimmt, dass Herr Köhnemann, der, Stefan Köhnemann, der Mitstreiter oder die Alternativ, der Alternativkandidat, dass der schon lange feststand, weil der schon vor zwölf Jahren wohl drüber nachgedacht hat, als es darum ging, als Heiner Riedmüller gewählt wurde, der Vorgänger von Karin Schmid Friedrichs, der vor sechs Jahren gegen Karin Schmid Friedrichs angetreten ist und ihr ganz knapp unterlegen ist in der
00:27:51
Speaker
Abstimmung und es war relativ klar, dass er auf jeden Fall auch wieder sich aufstellt, sich zur Verfügung stellt.
00:27:56
Speaker
Er will das werden oder er wollte das werden.
00:27:59
Speaker
Und ich habe Signale oder Stimmen gehört aus der Branche, die gesagt haben, so ganz gut ist das nicht, weil es ist bei aller Harmoniesucht und bei aller Lösungsorientiertheit eine Wahl und auch eine Wahl, die demokratisch sein sollte und zu einer demokratischen Wahl gehört, dass es nicht nur einen Kandidaten gibt.
00:28:18
Speaker
Sonst hat man, sonst ist es eine Art Bestätigungswahl.
00:28:22
Speaker
Und ich hatte Stimmen gehört von Leuten, die gesagt haben, ja, und das wäre vielleicht ganz gut, wenn wir noch einen Gegenkant, jemanden haben hätten, der sich auch aufstellt, der ein Alternativangebot bietet.
00:28:32
Speaker
Und dann, also ich will Stefan Köhnemann allen Ehren wirklich nicht zu nahe treten, dann kommt eben auch dazu.
00:28:38
Speaker
Das wollen wir heute auch gar nicht machen.
00:28:39
Speaker
muss man dazu sagen.
00:28:40
Speaker
Will ich auch generell gar nie, auch sonst nie, dass er einfach über diese zwei Amtszeiten von Heiner Riedmüller und von Karin Schmidt-Friedrichs auch schon über 60 geworden ist.
00:28:53
Speaker
Und das ist die Frage, wer den Börsenverein in die Zukunft führen will, wer das nächste Kapitel aufschlägt, ganz pathetisch gesagt, wer in den nächsten drei oder möglicherweise auch sechs Jahren dafür verantwortlich ist, den Börsenverein zu repräsentieren,
00:29:07
Speaker
da kann man nichts dagegen tun.
00:29:08
Speaker
Da spielt die Frage des Alters natürlich trotzdem auch eine Rolle.
00:29:13
Speaker
Und ich habe, also ich wurde, ich kann es glaube ich so frei sagen, es war nicht, dass ich mir in meinem Kämmerchen diese Idee ausgedacht hätte, dass ich gedacht hätte so, ach, das wäre doch toll, wenn ich das mache, sondern ich wurde angesprochen.
00:29:25
Speaker
Ich wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte.
00:29:27
Speaker
Und dann habe ich auch mir relativ lange Zeit gelassen, mir das wirklich gut durch den Kopf gehen zu lassen, weil es ja schon eine sehr große Aufgabe ist, eine große Sichtbarkeit, eine große Verantwortung.
00:29:38
Speaker
aber habe mich dann dafür entschieden und zwar auch genau aus all den Gründen, die wir jetzt eben vorher auch schon so ein bisschen skizziert hatten, dass ich, also meine Diagnose, mein Befund ist, diese Branche ist in einem wirklich entscheidenden Phase.
00:29:52
Speaker
Also nicht nur das, was wir gesagt haben, diese wirtschaftliche Zuspitzung, die sich vor allem im Feld der unabhängigen Verlage und Buchhandlung immer weiter fortsetzt,
00:30:02
Speaker
sondern ehrlich gesagt auch, was die Frage der Technologien angeht, also die KI, die Frage der Digitalisierung, die jetzt schon ein bisschen länger da ist, aber KI ist jetzt ein neueres Phänomen.
00:30:11
Speaker
Also es gibt sehr viele Fragen, die neu auftauchen, die auch deutlich in die Zukunft gerichtet sind, die auch deutlich an die jüngeren, jüngere Generationen sich mit Fragen oder mit Aufgaben stellen.
00:30:23
Speaker
Und ich dachte, dass das eine gute Idee sei, wenn dann vielleicht auch der höchste Vertreter nach außen des Börsenvereins
00:30:31
Speaker
ein bisschen näher an diesen Generationen dran ist, die das auch betrifft.
00:30:35
Speaker
Also das war eine der Hauptmotivationen, war wirklich, dass ich das Gefühl hatte, das ist gut, wenn das jemand Jüngeres macht.
00:30:40
Speaker
Das ist gut, auch als Zeichen an die Branche, dass es nicht nur die Alten sind, die ihre Verdienste haben, ganz unbestritten, die diese Buchbranche durch die letzten Jahrzehnte geführt haben, dass die dann sich am Ende ihrer Karriere das dann nochmal leisten können, auch so ein Ehrenamt anzunehmen, sondern ich wollte zeigen, dass
00:31:00
Speaker
auch jüngere Generationen Lust haben, Verantwortung zu übernehmen, dass auch jüngere Generationen diese Branche gestalten können und an ihrer eigenen Zukunft aktiv mitarbeiten können.
00:31:11
Speaker
Also über deinen Verlag reden wir jetzt gleich nochmal eh dezidiert, aber für einen Verleger gehört sicher auch ein gewisser Ehrgeiz, sonst würde das alles nicht klappen.
00:31:19
Speaker
Kannst du gut verlieren oder anders, was wäre gewesen, wenn das Ergebnis andersrum ausgegangen wäre?
00:31:26
Speaker
Ja, dann hätte ich mit leben können.
00:31:27
Speaker
Das ist Demokratie, auf Wiedersehen.
00:31:30
Speaker
Ja, ich glaube schon.
00:31:31
Speaker
Also ich kann es nicht sagen, wie es wirklich gewesen wäre, weil es nicht so passiert ist, aber ich glaube schon.
00:31:36
Speaker
Also ich hätte damit leben können, wenn die Mitglieder sich entschieden hätten, dass sie das Angebot von Stefan Ködemann besser finden oder dass sie die Vorstellung mit ihm die nächsten sechs Jahre den Börsenverein geleitet zu sehen.
00:31:48
Speaker
Wenn sie das besser gefunden hätten, dann hätte ich natürlich damit leben müssen und auch leben können.
00:31:53
Speaker
Diese Option gibt es ja immer.
00:31:54
Speaker
Das war ehrlich gesagt auch in meinem Verlag.
00:31:56
Speaker
Als ich den vor elf Jahren gegründet habe, habe ich mir am Anfang immer gesagt, es wäre kein Weltuntergang, wenn der Verlag es nicht überleben würde oder wenn ich irgendwann schließen müsste.
00:32:06
Speaker
Es wäre sehr traurig und ich tue alles dagegen, tue alles dafür, dass ich das nicht muss.
00:32:10
Speaker
Aber wenn es denn sein muss, dann ist das einfach so.
00:32:14
Speaker
Die Frage des Scheiterns ist, wenn man etwas tut, wenn man aktiv werden will, immer mit inbegriffen.
00:32:19
Speaker
Die gibt es immer und man darf davor keine Angst haben oder man darf sich davor nicht zurückschrecken lassen, sonst verfällt man in Lähmung.
00:32:26
Speaker
Davon bin ich überzeugt.
00:32:28
Speaker
Und ich hätte natürlich damit mitleben können und ehrlich gesagt, ich fand das auch erstaunlich, also das, was du vorhin zitiert hast mit, dass ich den
00:32:35
Speaker
den Wahlkampf nicht als Wahlkampf sehen wollte, dass das stimmt und das ist ein heeres Ziel.
00:32:40
Speaker
Aber es gab natürlich diese Situation und vor allem gab es die Situation, dass es absolut undurchsichtig war, wie das Ergebnis wird.
00:32:47
Speaker
Also mir zumindest und allen, mit denen ich gesprochen habe, auch.
00:32:50
Speaker
Es war bis zu dem Moment, wo Christiane Schulz-Rother, die die Aufgabe hatte, das Ergebnis zu verkünden, den Umschlag aufgemacht hat und den Namen vorgelesen hat,
00:33:01
Speaker
Absolut unklar.
00:33:02
Speaker
Niemand wusste, wie das Ergebnis sein wird und ich wusste es ehrlich gesagt auch nicht.
00:33:06
Speaker
Und ich war mir, also das, was wir jetzt gerade gesagt haben, ich habe mir sehr lange immer gesagt, ja, es ist kein Problem, wenn ich es nicht werden sollte.
00:33:12
Speaker
Ich habe zumindest auch die Kandidatur hat schon was bewegt und hat schon was gezeigt und so weiter.
00:33:17
Speaker
Und das ging ziemlich lange auch ziemlich gut bis zur letzten Woche.
00:33:20
Speaker
In der letzten Woche ging es mir so schlecht.
00:33:23
Speaker
Ich glaube, das kann man auch nachvollziehen, weil ich die ganze Zeit dachte, jetzt bin ich schon so weit gekommen.
00:33:27
Speaker
Jetzt habe ich schon so viel von mir nach außen gegeben.
00:33:29
Speaker
Wenn es jetzt nicht klappt, das wäre schon richtig, richtig scheiße.
00:33:32
Speaker
Und ich bin sehr froh, dass es nur bei dieser Woche des Zuhörerns
00:33:39
Speaker
Und es hat sogar sehr gut geklappt, muss man sagen.
00:33:40
Speaker
Ich habe jetzt das genaue Ergebnis nicht im Kopf, aber ich bilde mir ein, so was 250 zu 150.
00:33:45
Speaker
Also es war ein sehr, sehr, sehr deutliches Votum, was dir die Mitglieder da ausgesprochen haben.
00:33:53
Speaker
Es ist ja auch so, dass man in der letzten Woche…
00:33:58
Speaker
Man hat ja auch die Hoffnung, was zu verändern mit diesem Wahlkampf.
00:34:01
Speaker
Und das heißt, man hat sich schon so viele Gedanken gemacht.
00:34:04
Speaker
Was mache ich als erstes?
00:34:05
Speaker
Was mache ich als zweites?
00:34:06
Speaker
Und wie gehe ich mit Situationen um?
00:34:08
Speaker
Es wäre halt, also ich kann mir das als Enttäuschung vorstellen.
00:34:12
Speaker
Das ist ja nicht so, dass man dann jetzt plötzlich das Spielbrett durch die Gegend wirft.
00:34:15
Speaker
Aber es ist trotzdem eine Enttäuschung, wenn man sich wochenlang Pläne gemacht hat, wie man mit diesem Amt dann später mal umgeht.
00:34:22
Speaker
Weil man muss ja natürlich auch politische Reden schwingen.
00:34:25
Speaker
Man muss ja für sich Wahlkampf machen, warum man der bessere Kandidat ist.
00:34:29
Speaker
Und ich kann mir das schon vorstellen, dass die letzte Woche so ist.
00:34:32
Speaker
Nee, jetzt will ich das Ding auch nach Hause holen.
00:34:35
Speaker
Ja, ganz genau so war es und das wäre eine große Enttäuschung gewesen.
00:34:39
Speaker
Wie gesagt, ich hätte auch damit leben können, aber es ist schon besser, dass es so gekommen ist.
00:34:45
Speaker
Für uns alle.
00:34:47
Speaker
Wir finden es auch gut.
00:34:48
Speaker
Aber jetzt sag mal, du hast dich, was natürlich diese vielen Indie-Verlage und so besonders gefreut hat, du sprichst dich für eine Verlagsförderung aus.
00:35:02
Speaker
Du hättest ja auch mit kleineren Brötchen
00:35:04
Speaker
Ich meine, das ist jetzt wirklich was, an dem sich viele schon die Zähne ausgebissen haben.
00:35:10
Speaker
Wir haben das auf Landesebene in manchen Ländern, in manchen Bundesländern aber sind weit davon entfernt, weiß ich nicht, wie in der Schweiz oder so, wo das Ganze ja wirklich deutlich, deutlich deutlich ist.
00:35:22
Speaker
auskömmlicher funktioniert für die Verlage.
00:35:25
Speaker
Warum hast du dir so ein dickes Brett gesucht, mit dem du jetzt in den Wahlkampf oder nein, nenne es wie du willst gegangen bist?
00:35:34
Speaker
Weil das ist ja trotzdem was, an dem du dich dann in drei Jahren wahrscheinlich wirst messen lassen müssen.
00:35:40
Speaker
Ja, da werde ich mich dran messen lassen müssen.
00:35:42
Speaker
Und ich glaube, der Grund dafür ist, dass ich kein Politiker bin.
00:35:46
Speaker
Und ich kann
00:35:49
Speaker
Und ich hätte auch sagen können, weiß ich nicht, Digitalisierung und ich setze mich dafür ein, dass das, weiß ich nicht, VWB-Tix noch schneller läuft oder irgend so Kleinigkeiten und dann wunderbar.
00:36:02
Speaker
Ja, aber ich bin kein Politiker.
00:36:03
Speaker
Ich muss da nicht zu taktisch vorgehen.
00:36:04
Speaker
Also natürlich ist das jetzt ein Amt, was auch sehr starke politische Anteile hat.
00:36:08
Speaker
Und ich werde da jetzt auch in bestimmten Situationen nicht mehr so frei heraus sprechen können und umgehen können, wie ich das sonst immer als Privatperson oder als Verleger getan habe.
00:36:20
Speaker
Aber ich bin einfach von der absoluten Notwendigkeit total überzeugt, dass eine strukturelle Verlagsförderung unbedingt notwendig ist, dass wir das brauchen, dass, wenn das nicht klappt in den nächsten, ich sage jetzt mal fünf Jahren als Ziel, dass das uns riesige Probleme beschert, dass das auch die ganze Verlagsbranche,
00:36:39
Speaker
verändern wird und in eine ganz andere Richtung lenken wird.
00:36:42
Speaker
Und ich bin so davon überzeugt, dass ich einfach bereit bin, da bis ans Letzte dafür zu kämpfen.
00:36:48
Speaker
Und das ist ja auch bei weitem nicht das Einzige.
00:36:50
Speaker
Also das Feld der Themen, die mir da jetzt bevorstehen, ist ja wirklich groß.
00:36:53
Speaker
Also die Frage der KI ist eine große.
00:36:56
Speaker
Die Frage, wie gehen wir mit der KI um?
00:36:58
Speaker
Wie schaffen wir es, einen Ausgleich zu finden, dass wir einerseits
00:37:02
Speaker
sinnvoll einsetzen, da wo sie uns eine Erleichterung ist und da wo sie auch moralisch nicht fragwürdig ist und wie wir in anderen Fällen wie bei den gravierenden Urheberrechtsverletzungen da Einhalt gebieten.
00:37:13
Speaker
Aber auch da muss man sagen, der Börsenverein ist eine Interessensvertretung.
00:37:16
Speaker
Wir machen keine Gesetze, wir können letztlich die Dinge anstoßen, Druck machen, wir können Vorschläge machen, Konzepte vorstellen, aber die Umsetzung, an die Umsetzung dieser politischen Dinge, also dieser Gesetze und dieser politischen Dinge,
00:37:31
Speaker
Da sind wir nicht direkt daran beteiligt.
00:37:33
Speaker
Da werden wir vielleicht mal zu Rate gezogen in der Beratung, aber die Gesetze muss die Politik machen.
00:37:37
Speaker
Das ist zum Beispiel auch bei einem anderen Feld, was ich auch immer wieder angesprochen habe, was aber auch Stefan Könemann sehr stark angesprochen hat, die Leseförderung.
00:37:45
Speaker
Also das ist ja wirklich eklatant, wenn man sich das anschaut, die Zahlen, dass ein Viertel der Schülerinnen und Schüler, die die Grundschule verlassen, nicht sinnentnehmend lesen können.
00:37:54
Speaker
Und das ist, also davon muss ich euch nicht überzeugen, das ist ja
00:37:58
Speaker
nicht nur eine Gefahr dafür, für die Verlage und die Buchhandlungen, dass ihnen die Leserschichten, die ganzen Nachwuchsleser verloren gehen, sondern das ist wirklich, und das meine ich so pathetisch, wie ich sage, oder das meine ich so ernst, wie ich es pathetisch sage, das ist eine Gefahr für unsere Gesellschaft und für unsere Demokratie, wenn die Leute nicht mehr richtig lesen können, wenn die Leute nicht mehr richtig verstehen, was eigentlich geschrieben wird und sich nicht mehr richtig informieren können.
00:38:23
Speaker
dass da der Börsenverein keine unmittelbaren Lösungen haben kann, weil er in Interessensvertretung ist, das ist auch klar.
00:38:30
Speaker
Aber wir müssen einfach, wir dürfen nicht aufhören, der Stachel im Fleisch zu sein, der Politik da immer wieder auch nachzubohren, keine Ruhe zu geben, nicht Frieden zu geben, weil die Zustände einfach gerade jetzt, was die Leseförderung oder die Leseentwicklung angeht, so eklatant sind, dass
00:38:47
Speaker
dass man da, also ich weiß nicht, wie Bildungspolitiker derzeit gut schlafen können.
00:38:52
Speaker
Ich habe gehört, dass nächstes Jahr die PISA-Studie, die neue PISA-Studie wieder bekannt gegeben wird und die soll noch desaströser ausfallen als die letzte.
00:39:00
Speaker
Also ich weiß wirklich nicht, wie man guten Gewissens zurzeit schlafen kann oder sich auf die eigene Schulter klopfen kann, wenn man in der Bildungspolitik aktiv ist.
00:39:10
Speaker
Und das treibt aber eben ja uns alle um.
00:39:12
Speaker
Also da bin ich ja jetzt nicht der Einzige, den das bestürzt, sondern das sind ja ganz viele
00:39:16
Speaker
Und also das Feld der Aufgaben und der Herausforderungen ist so groß,
00:39:21
Speaker
Jetzt weiß ich gar nicht mehr, wie der Ausgangspunkt war, aber das, dass man unbedingt handeln muss.
00:39:25
Speaker
Da will ich direkt reingrätschen, denn das Feld ist so groß.
00:39:29
Speaker
Hast du mal für dich, hast du so einen Überblick, was das, weiß nicht, pro Woche, pro Monat an Arbeitspensum bedeutet?
00:39:35
Speaker
Weil du hast deinen eigenen Verlag, du bist bei Fischer für die Klassiker.
00:39:39
Speaker
Wir haben es vorhin auch gehört, du bist Lesepate, setzt dich also auch wirklich aktiv für Leseförderung ein.
00:39:48
Speaker
Wie viel macht denn das jetzt noch aus?
00:39:50
Speaker
Das kommt ja auch nochmal on top.
00:39:51
Speaker
Ja, das kann man nicht so richtig sagen, weil es diese Phasen gibt, wie die Buchmessen, wo sich das total zuzieht, wo ich dann quasi ununterbrochen für den Börsenverein im Einsatz bin.
00:40:01
Speaker
Dann gibt es verschiedene Sitzungen, verschiedene Gremien, bei denen ich anwesend bin.
00:40:06
Speaker
Und dann gibt es eben noch das Zusätzliche.
00:40:08
Speaker
Also es sind dann irgendwelche Grußworte.
00:40:09
Speaker
Ich kann jetzt was Konkretes auch sagen.
00:40:13
Speaker
Die Stuttgarter Buchwochen haben ihr 75.
00:40:14
Speaker
Jubiläum.
00:40:16
Speaker
Da habe ich dann sehr gerne zugesagt, dass ich da ein Grußwort halte, dass ich da hinfahre und ein Grußwort halte als Börsenvereinsvorsteher.
00:40:22
Speaker
Also solche Dinge, das sind ja auch... Bitte?
00:40:25
Speaker
Dann sehen wir uns da, ist doch schön.
00:40:27
Speaker
Und sowas sind ja dann auch total schöne Aspekte, finde ich.
00:40:29
Speaker
Da wäre ich eh gerne hingefahren und jetzt fahre ich eben in der Funktion hin.
00:40:33
Speaker
Das ist ja auch ganz toll.
00:40:34
Speaker
Aber es gibt dieses Hauptamt, dieses schon erwähnte Hauptamt und die machen natürlich diese Alltagsarbeit.
00:40:40
Speaker
Aber ich will das jetzt auch nicht kleinreden.
00:40:41
Speaker
Das ist natürlich eine große Aufgabe.
00:40:43
Speaker
Das sieht man schon.
00:40:44
Speaker
Und ihr habt das so scherzhaft gesagt mit dem Schlafen.
00:40:49
Speaker
Das ist wirklich so.
00:40:50
Speaker
Ich bin gesegnet damit, dass ich einen sehr gesunden Schlaf habe.
00:40:52
Speaker
Ich lege mich hin, ich schlafe und ich wache auf und ich bin wieder einsatzfähig.
00:40:57
Speaker
Das ist eine sehr wichtige Voraussetzung.
00:40:59
Speaker
Auch bei drei Stunden?
00:41:01
Speaker
Ja, und ich brauche relativ wenig Schlaf.
00:41:03
Speaker
Ich brauche so zwischen vier und fünf Stunden Schlaf und damit komme ich gut durch.
00:41:08
Speaker
Ich habe ein weiteres Geheimnis, das ich verraten kann, ich trinke keinen Alkohol.
00:41:12
Speaker
Das hilft mir sehr.
00:41:14
Speaker
Das hilft zum einen, dass ich morgens nicht so verknittert bin und zum zweiten, dass ich nicht so leicht versacke.
00:41:21
Speaker
Also, und das hat jetzt ein bisschen weniger Scherzhaftes, es hat natürlich mit einer guten Organisation, Alltagsorganisation, Arbeitsorganisation zu tun.
00:41:29
Speaker
Und es hat was damit zu tun, dass man sich mit Leuten zusammenarbeitet, auf die man sich verlassen kann.
00:41:35
Speaker
Also im Börsenverein sind das wirklich sehr gute, sehr fähige Leute, ist zumindest mein Eindruck.
00:41:40
Speaker
Und auf die muss ich mich einfach verlassen können.
00:41:43
Speaker
Hast du da jetzt eigentlich, ganz kurz, hast du da jetzt eigentlich einen Schüssel bekommen für die Braubachstraße, also für das Haus des Buches?
00:41:49
Speaker
Hast du da jetzt ein Büro?
00:41:51
Speaker
Kannst du da rein und raus, wann du willst?
00:41:52
Speaker
Oder hast du da deinen eigenen Kohleautomaten bekommen oder sowas?
00:41:56
Speaker
Also das wirkliche physische Büro wurde abgeschafft von ein paar Jahren.
00:42:00
Speaker
Es gab es früher auch ein Vorsteherbüro, aber das wurde viel zu wenig benutzt.
00:42:04
Speaker
Ich habe aber einen Platz im Büro von Peter Kraus vom Kleff.
00:42:07
Speaker
Da kann ich immer arbeiten, wenn ich in Frankfurt bin und im Börsenverein arbeiten will.
00:42:11
Speaker
Aber ich habe ja auch das Fischerbüro im Frankfurt.
00:42:13
Speaker
Ich wollte gerade sagen, ja.
00:42:15
Speaker
Aber es gibt, was sehr, sehr hilfreich ist, es gibt eine Assistentin, die die Reisen bucht und so weiter.
00:42:22
Speaker
Also da gibt es schon...
00:42:24
Speaker
Einen großen Komfort, einen Komfort, den ich in meinem eigenen Schalack so in keiner Weise hatte bisher.
00:42:29
Speaker
Da habe ich alles selbst gemacht.
00:42:32
Speaker
Aber es ist natürlich nicht wegzudiskutieren, dass es wirklich enorm viel Arbeit ist und vor allem auch, und das ist ja gar nicht jetzt irgendwie die Arbeit, dass ich einen großen Stapel habe, den ich wegarbeiten muss, sondern ich muss ansprechbar sein.
00:42:46
Speaker
ich muss mich informieren, ich muss agieren.
00:42:49
Speaker
Also die Kommunikation vor allem, das ist zumindest bis jetzt so abzusehen, die wird schon ein enormer Aufwand.
00:42:56
Speaker
Also viele E-Mails, die zusätzlich noch kommen, viele Anfragen, ganz viele Gespräche, Beratungsgespräche dann mit dem Hauptamt, mit dem Hauptgeschäftsführer als Vorbereitung für die Sitzung, als Vorbereitung für irgendwelche Termine.
00:43:10
Speaker
Das ist schon klar, dass da sehr viel auf mich zukommt.
00:43:13
Speaker
Aber ich weiß nicht, meine Erfahrung ist, dass ich
00:43:16
Speaker
dass ich, wenn ich richtig Lust drauf habe und wenn ich das mit Begeisterung mache, bisher habe ich es immer noch hingekriegt.
00:43:22
Speaker
Und das ist einfach meine zuversichtliche Einstellung für das, was jetzt noch kommt.
00:43:27
Speaker
Okay, aber mal Butter bei die Fische.
00:43:31
Speaker
Ich weiß, mein Verleger, Armin Gemeiner, war...
00:43:36
Speaker
Jahrzehntelang ja im Verband aktiv, hat im vergangenen Jahr auch die goldene Nadel bekommen und das hat unbestreitbar auch auf den Verlag zurückgespielt.
00:43:48
Speaker
Ich glaube nicht, dass er es deswegen gemacht hat, das unterstelle ich dir auch nicht, aber es kann so einem Verlag unbestreitbar helfen.
00:43:55
Speaker
Wie ist das jetzt bei dir?
00:43:57
Speaker
Lass uns mal zum Googles Verlag kommen, mal weg von diesem Amt, was du jetzt antrittst, da können wir in drei Jahren nochmal reden und dann gucken wir, ziehen wir mal Bilanz gemeinsam, aber jetzt lass uns mal deinen Verlag angucken, denn der ist mindestens genauso erwähnenswert.
00:44:11
Speaker
Du hast einen wirklich, wirklich
00:44:15
Speaker
exquisites Programm, was du dir da erarbeitet hast.
00:44:19
Speaker
Hast du den Eindruck oder jetzt vielleicht sogar schon bekommen, dass dem Verlag hilft, diese Position, dass jetzt auf einmal dein Name in aller Munde ist, dass vielleicht auch Buchhändler und Buchhändlerinnen, die bisher bei dir noch nichts eingekauft haben, zumindest mal gesagt haben, ich gucke mir das Programm mal an?
00:44:37
Speaker
So richtig ersichtlich ist das noch nicht für meinen eigenen Verlag.
00:44:40
Speaker
Also das wird es auf jeden Fall.
00:44:41
Speaker
Und vor allem, was auch ganz entscheidend ist,
00:44:44
Speaker
Der eigene Verlag ist ja auch die Grundlage, dass ich überhaupt diese Vorsteherposition haben kann.
00:44:50
Speaker
Also ich bin mit meinem eigenen Verlag Mitglied im Börsenverein als Person und dadurch hatte ich die Berechtigung, für diesen Vorsteherposten zu kandidieren.
00:44:58
Speaker
Und das heißt natürlich auch, dass dieser Verlag die nächsten drei Jahre überleben muss.
00:45:02
Speaker
Sonst scheine ich aus dem Amt des Vorstehers aus.
00:45:06
Speaker
Das ist das eine.
00:45:08
Speaker
Und da ist die Rückwirkung noch nicht so wahnsinnig groß.
00:45:11
Speaker
Also es gab jetzt im Zuge der ganzen Berichterstattung auch zur Messe so ein paar mehr Direktbestellungen über die Homepage, aber ansonsten ist da gravierend bisher noch nichts.
00:45:19
Speaker
zu sehen gewesen.
00:45:20
Speaker
Ich glaube, ein bisschen relevanter ist es bei Fischer.
00:45:24
Speaker
Da musste ich mich natürlich auch vorher abstimmen, weil da bin ich angestellt, also da bin ich Mitarbeiter.
00:45:28
Speaker
Ich habe das natürlich mit der Unternehmens- und der ganzen Konzernleitung abgesprochen.
00:45:33
Speaker
Ich habe denen natürlich vorher Bescheid gesagt, dass ich das vorhabe und mir die Genehmigung geholt, weil es da natürlich auch zu gewissen
00:45:41
Speaker
Arbeitseinschränkungen kommen kann.
00:45:43
Speaker
Es gibt einfach Situationen, in denen ich dann für Fischer nicht zur Verfügung stelle und in meinem eigenen Verlag kann ich das für mich hin deichseln, wie ich will.
00:45:49
Speaker
Aber wenn ich ein Arbeitnehmer bin, muss das natürlich abgestimmt sein.
00:45:52
Speaker
Die sind aber auch sehr an meiner Seite oder hinter meinem Rücken, stehen hinter mir.
00:45:58
Speaker
Die fanden das auch richtig gut, dass ich dafür kandidiert habe und jetzt natürlich auch, dass ich das geworden bin.
00:46:03
Speaker
Und ich glaube, da ist das auch noch mal so ein bisschen relevanter, dass da jemand aus ihrer Konzerngruppe jetzt für Holz bringt,
00:46:11
Speaker
an der Spitze des Börsenvereins steht.
00:46:13
Speaker
Und ob das da aber dann wirklich wirtschaftliche Effekte hat, da habe ich auch meine leichten Zweifel.
00:46:18
Speaker
Es hat was mit einer gewissen Präsenz des Namens und überhaupt des Unternehmens zu tun.
00:46:23
Speaker
Und es hat vielleicht im besten Fall natürlich dann auch über die Netzwerke was damit zu tun, dass die sich denken, sie können mir leichter was einflüstern.
00:46:32
Speaker
Ob das dann auch tatsächlich der Fall ist, da bin ich mir nicht so ganz sicher.
00:46:36
Speaker
Aber ich glaube, dass ansonsten das
00:46:39
Speaker
Also das hilft vielleicht für ein positives Image oder so, aber ob das wirklich sich wirtschaftlich auszahlt, das kann ich mir nicht so richtig vorstellen.
00:46:47
Speaker
Da ist aber ja auch, das will ich nicht verschweigen, auch das Gute ist, es ist ein Ehrenamt, aber es gibt eine, wie ich finde, sehr angemessene Aufwandsentschädigung dafür.
00:46:57
Speaker
Das heißt, ich kriege ein bisschen Geld pro Monat, Aufwandsentschädigung für diese Arbeit, die ich jetzt natürlich, weil ich sie für den Börsenverein mache, nicht für meinen Verlag oder auch nicht für Fischer machen kann in der Form.
00:47:10
Speaker
Mich würde mal ganz kurz interessieren, du hast jetzt gerade gesagt, du musstest dich mit Fischer abstimmen.
00:47:17
Speaker
Du kommst eigentlich aus dem Indie-Verlag, hast deinen eigenen kleinen Verlag gegründet und arbeitest jetzt für Fischer.
00:47:23
Speaker
Also das geht gerade bei mir im Kopf noch nicht zusammen.
00:47:26
Speaker
Dann kommt man sozusagen von seinem eigenen kleinen Verlag und arbeitet dann für Fischer als Leiter des Klassikprogramms.
00:47:36
Speaker
Meinst du jetzt ganz praktisch oder meinst du, wie ich auf die Idee kam?
00:47:40
Speaker
Genau, wie kamst du dahin?
00:47:42
Speaker
Hast du dich da beworben einfach?
00:47:43
Speaker
Nee, nee, nee.
00:47:45
Speaker
Auch das war nichts, was ich mir irgendwie ausgedacht hätte.
00:47:49
Speaker
Ich habe eigentlich über seine Frau, über Insa Wilke, kenne ich Oliver Vogel, den Verleger von Fischer, sehr gut.
00:47:55
Speaker
Also mit Insa bin ich schon lange befreundet und über Insa habe ich mich dann auch mit...
00:47:59
Speaker
mit Oliver angefreundet und der, ich weiß nicht wie bekannt die Geschichte ist, der war ja viele Jahre Programmleiter für die deutsche Literatur bei Fischer, ist dann rausgegangen, ist zur Agentur Graf gegangen für ein knappes Jahr und wurde dann von Fischer zurückgeholt als Verleger.
00:48:16
Speaker
Und das war vor drei Jahren, vor gut drei Jahren und er sagte damals, als er zurückkam,
00:48:22
Speaker
war eine der Sachen, die er mitbringen wollte, sozusagen in diese Verlegerposition, war mich.
00:48:28
Speaker
Also er hat gesagt, er möchte das gerne mit mir machen.
00:48:31
Speaker
Er ist der Meinung, dass ich zwar meinen Verlag super mache und er die Bücher gerne liest, dass ich aber ganz bestimmt auch in so einer großen Struktur viel bewirken kann.
00:48:41
Speaker
Und er wollte mich unbedingt zu Fischer holen und hat mich überredet, sodass ich dann am Schluss zugesagt habe.
00:48:47
Speaker
Das war auch nicht ganz einfach, weil ich musste zum Beispiel in meinen Arbeitsvertrag reinschreiben lassen,
00:48:51
Speaker
dass mein eigener Verlag keine Konkurrenz zum Fischer Verlag ist, weil man ja auch, wenn man angestellt ist, nicht noch nebenher bei der Konkurrenz für eine Konkurrenz arbeiten darf.
00:49:00
Speaker
Und dann, ich habe mich damals eben überreden lassen und habe mich dann darauf eingelassen und Oliver hatte recht.
00:49:05
Speaker
Also diese Arbeit dort macht mir wahnsinnig Spaß.
00:49:08
Speaker
Ich bin auch, also das merkt man ja auch an der Ämterhäufung und an der Aufgabenhäufung, ich bin auch
00:49:13
Speaker
viel zu neugierig, um immer bei einer Sache zu bleiben.
00:49:15
Speaker
Ich bin zwar Teamleiter Klassiker, aber ich betreue inzwischen auch lebende deutsche Autoren, lebende internationale Autoren.
00:49:21
Speaker
Ich habe immer so viel Lust auf die Sachen, die ich mache, dass es immer mehr wird und dass ich mich nicht bremsen kann.
00:49:28
Speaker
Aber das waren ja auch in der Klassiker-Abteilung tolle Sachen, tolle Aufgaben.
00:49:32
Speaker
Ich habe letztes Jahr den 100.
00:49:34
Speaker
Todestag von Franz Kafka
00:49:36
Speaker
verantwortet und den ganzen Auftritt von Kafka.
00:49:38
Speaker
Dieses Jahr, das hat ja jeder in diesem Land, also wer es nicht mitgekriegt hat, muss die Augen und die Ohren zugemacht haben, habe ich Thomas Mann natürlich sehr stark im Fokus gehabt und diesen ganzen Auftritt mitverantwortet.
00:49:52
Speaker
Und das hat einfach so gut funktioniert.
00:49:54
Speaker
Und ich glaube ehrlich gesagt, dass diese Grundlage mit dieser riesigen Spreizung vom kleinstmöglichen Verlag, ein Ein-Mann-Verlag, der zwei Bücher pro
00:50:03
Speaker
Programm macht, also das Mindestmaß, was man machen muss, um als Verlag mit dem Börsenverein zu sein, sein zu können, in der Kurt-Wolf-Stiftung sein zu können und als Verlag mit Programmen sichtbar und wahrgenommen zu werden, sichtbar zu sein und wahrgenommen zu werden, bis hin zu einer Mitarbeit im größten, einem der größten Konzernverlage, den wir in Deutschland überhaupt haben.
00:50:24
Speaker
Ich glaube, dass diese Spreizung und die Tatsache, dass ich diesen Spagat eigentlich ganz gut hinkriege und weder das eine noch das andere verraten muss, sondern in mir vereine,
00:50:33
Speaker
dass das auch ein ganz schönes Pfund war in diesem sogenannten Wahlkampf, weil die Mitglieder des Börsenvereins eben gesehen haben, dass das möglich ist, das zu versöhnen, sogar in einer Person.
00:50:44
Speaker
Und dass ich eben Einblicke in sowohl das eine als auch das andere und deswegen natürlich auch in die Probleme und Herausforderungen des einen wie des anderen habe.
00:50:53
Speaker
Und ich glaube, dass mir das auch in der Zukunft noch ganz schön zugutekommen wird, dass ich eben nicht nur Interessensvertreter oder Vertreter einer kleineren Gruppe bin, sondern wirklich
00:51:03
Speaker
da auch ganz verschiedene Aspekte und die ganze Breite der Branche im Blick habe.
00:51:08
Speaker
Und so ist das damals zustande gekommen.
00:51:10
Speaker
Also über Oliver, der hat mich mitgenommen.
00:51:12
Speaker
Ich habe keine Berührungsängste gehabt, bin da sofort reingesprungen und das hat einfach gut funktioniert.
00:51:19
Speaker
So läuft es jetzt weiter.
00:51:20
Speaker
Jetzt verstehe ich auch sehr gut, warum du am Anfang bei Tinas neun schnellen Fragen dich nicht entscheiden konntest, weil bei dir ist irgendwie immer beides.
00:51:28
Speaker
Ich nehme alles.
00:51:29
Speaker
Entweder oder.
00:51:30
Speaker
Genau.
00:51:33
Speaker
Sowohl als auch statt entweder oder.
00:51:35
Speaker
Genau, sowohl als auch.
00:51:36
Speaker
Es fehlt dir jetzt halt noch eine Buchhandlung ohne Druckerei.
00:51:39
Speaker
Ja, das wartet zwar ab.
00:51:41
Speaker
Wir wollten drei Jahre in die Summe ziehen.
00:51:46
Speaker
Magst du vielleicht mal noch erzählen, wie es zum Googles Verlag gekommen ist?
00:51:52
Speaker
Also wie du, wir haben es gehört, der Fokus auf nordeuropäischer, osteuropäischer Literatur von verstorbenen
00:52:03
Speaker
Autoren und Autorinnen, die du wiederentdecken möchtest.
00:52:07
Speaker
Wie kam es aber zu diesem Fokus?
00:52:09
Speaker
Hast du da, ist das persönliches Interesse?
00:52:12
Speaker
War das Bildung?
00:52:13
Speaker
Ich meine, es gibt bestimmt auch ganz viele Portugiesen, die es nochmal zu entdecken gelten würde.
00:52:19
Speaker
Ja, gibt es.
00:52:20
Speaker
Ich versuche es so kurz wie möglich zu fassen, damit wir noch genug Zeit haben, über alles Mögliche zu reden.
00:52:25
Speaker
Also in der schönen Märchenvorstellung ist das ja schon angeklungen, dass ich
00:52:30
Speaker
meinen Einstieg in die Verlagsbranche über einen anderen Verlag, über Mathes & Seitz Berlin.
00:52:35
Speaker
Andreas Rötzer war der Verleger, der mich damals bei dem Abendessen kennengelernt hat und mit dem ich dann, mit dem ich eine solche Verbindung oder wir haben uns so gut verstanden, dass das dann sofort quasi Standepäde anfing, dass wir zusammengearbeitet haben, dass ich für ihn gearbeitet habe.
00:52:51
Speaker
Und dort war ich eigentlich auch sehr glücklich.
00:52:54
Speaker
Mathes & Seitz war damals noch sehr klein, als ich dort arbeitete.
00:52:56
Speaker
Ich war der erste feste Mitarbeiter nach einer gewissen Zeit, nach dem
00:53:00
Speaker
Praktikum und dann haben wir irgendwann das Volontariat genannt und ich habe tolle Bücher machen können.
00:53:05
Speaker
Ich habe mich auch in dem Programm wohl gefühlt, aber ich, Andreas wollte, dass der Verlag größer wird.
00:53:10
Speaker
Heute ist er ja auch bedeutend größer.
00:53:12
Speaker
Heute ist es fast schon eher einer der mittleren Verlage, zumindest auch was das Programm angeht, aber auch inzwischen, was die Mitarbeiteranzahl angeht.
00:53:19
Speaker
Zu meiner Zeit war das sehr klein.
00:53:20
Speaker
Und ich habe das sehr geliebt und genossen.
00:53:22
Speaker
Genau dieses, dass man auf Zuruf arbeiten kann, dass man irgendwie immer auch einen Überblick über die anderen Bereiche hatte.
00:53:29
Speaker
Also im Nachhinein war das die perfekte Ausbildung für mich.
00:53:32
Speaker
Aber ich habe das auch für den Arbeitsalltag sehr geschätzt, dass ich bei der Presseverarbeit ganz nah dran war, dass ich mitgekriegt habe, was im Vertrieb los war.
00:53:39
Speaker
Und Andreas wollte das Ganze aber größer machen und professionalisieren.
00:53:42
Speaker
Aus heutiger Sicht muss man sagen, es war die richtige Entscheidung.
00:53:45
Speaker
Der Verlag ist gewachsen, der Verlag ist stabil, der Verlag ist nach wie vor gewachsen.
00:53:50
Speaker
einer der absolut interessantesten der deutschen Verlagsbranche.
00:53:53
Speaker
Aber für mich war das zu dem damaligen Zeitpunkt nicht das, was ich wollte.
00:53:56
Speaker
Ich wollte eine Konzentration, ich wollte eine Fokussierung.
00:53:59
Speaker
Ich wollte mich den Büchern so widmen, dass ich das Gefühl hatte, ich habe jetzt alles für das Buch getan.
00:54:04
Speaker
Und das geht, wenn man so viel produziert, wenn man größer werden will, geht das nicht in der Form, wie das geht, wenn man, wenn man, wenn man eben versucht, sich zu konzentrieren, wie man das in der kleinen Form machen kann.
00:54:13
Speaker
Und deswegen habe ich, haben wir beide dann gemeinsam irgendwann entschieden, dann, dann trennen sich vielleicht einfach unsere Wege.
00:54:19
Speaker
Und dann habe ich eben relativ schnell entschieden, dass ich dann einfach meinen eigenen Verlag mache, weil ich ja das Gefühl hatte, ich weiß ja, wie man es machen muss.
00:54:26
Speaker
Ich habe ja eine Vorstellung davon.
00:54:30
Speaker
Und dann diese inhaltliche Ausrichtung, das war zum einen, also das mit den Klassikern und nur Übersetzung, das sind wirklich meine persönlichen Vorlieben.
00:54:38
Speaker
Das ist das, was ich auch persönlich am liebsten lese.
00:54:42
Speaker
Das, was mir die Bücher sind, die mir am meisten wert sind, sind diese unglaublich besonderen Wiederentdeckungen, von denen es ja auch davor schon einige Beispiele gab.
00:54:50
Speaker
Und auch heute gibt es andere Verlage, die das machen.
00:54:53
Speaker
Und ich habe mich dann für den geografischen Fokus verwendet.
00:54:57
Speaker
eigentlich im Ausschlusskriterium entschieden.
00:54:59
Speaker
Ich wollte, ich schätze die Arbeit der anderen unabhängigen Verlage so sehr, also ihr habt vorhin Britta und Jörg erwähnt, also Aviva Verlag, Verbrecher Verlag, diese ganzen Verlage machen so eine wirklich bewundernswürdige, fantastische Arbeit, dass ich das absolut absurd gefunden hätte, mich dann in Konkurrenz zu anderen zu begeben.
00:55:18
Speaker
Also du hast vorher geguckt, welche Nische es noch nicht belegt?
00:55:23
Speaker
Ja, das war wirklich die...
00:55:25
Speaker
Da kommt wieder die Harmoniesucht durch.
00:55:29
Speaker
Naja, aber warum sollte man bei einem Feld, wo es eh nichts zu gewinnen gibt an Geld, dann auch noch in Konfrontation oder in Konkurrenz gehen?
00:55:36
Speaker
Aber es ist so unfassbar sympathisch einfach hier.
00:55:39
Speaker
Naja, aber das eine ist natürlich dann die Konkurrenzvermeidung.
00:55:43
Speaker
Das andere ist, dass ich dort auch die größten Lücken gesehen habe.
00:55:46
Speaker
Also ich habe einfach einen Bedarf gesehen, einen persönlichen Lesewunsch und einen Bedarf, dass das auch auf der deutschen Klinik
00:55:52
Speaker
im deutschen Buchmarkt präsentiert wird und repräsentiert wird.
00:55:55
Speaker
Und da kam ich dann, damals war Skandinavien, das war gerade der Beginn des Skandinavien-Booms.
00:56:00
Speaker
Heute gibt es ja viele, die auch skandinavische Literatur machen.
00:56:03
Speaker
Und in Osteuropa gibt es einfach wahnsinnig viel und sehr wenige, die sich daran trauen.
00:56:07
Speaker
Auch, wie ich inzwischen weiß, weil die Verkaufszahlen ganz schön schwierig sind.
00:56:11
Speaker
Aber das hat mich ja noch nie abgeschreckt.
00:56:13
Speaker
Und so hat sich dann dieses
00:56:15
Speaker
dieser Fokus gebildet und die Arbeit mit den Übersetzern war, ich habe bei Mathes & Seitz alles gemacht, vom Sachbuch über die Gegenwartsliteratur bis zu den Klassikerübersetzungen
00:56:25
Speaker
Und die Arbeit mit den Übersetzungen war immer wirklich besonders toll.
00:56:28
Speaker
Also auch da war es ein bisschen die Vermeidung.
00:56:30
Speaker
Ich wusste, wie viel Arbeit eine, das ist kein Scherz, wie viel Arbeit eine Lesereise macht.
00:56:34
Speaker
Deswegen wusste ich, lebende Autoren kann ich in meinem Verlag nicht betreuen.
00:56:39
Speaker
Und da hätte ich jemanden einstellen müssen für.
00:56:41
Speaker
Und die Arbeit mit den Übersetzerinnen und Übersetzern ist wirklich eine so besondere im Lektorat.
00:56:46
Speaker
Und das habe ich immer besonders geliebt, dass ich dachte, dann mache ich einfach das zum Zentrum meiner Verlagsarbeit.
00:56:51
Speaker
Also es war so eine Mischung aus Vorlieben und Dingen, die ich besonders gerne mag und dass ich gucken wollte, dass ich nicht anderen was wegnehme oder dass ich mich in unnötige Konkurrenz begebe.
00:57:02
Speaker
Was mich beschäftigt hat im Vorfeld, du hast in einem der, es gibt von dir nicht so viele Interviews, aber wenn immer sehr lange und sehr persönliche und so fast so eine Rolle von so Plaudereien, macht große Freude, das zu lesen.
00:57:20
Speaker
Da sagst du an einer Stelle, dass du, du sprichst ja zum Teil die Originalsprachen gar nicht, also du verlässt dich auch nicht.
00:57:28
Speaker
Ich spreche keine einzige Sprache, aus der ich Bücher übersetzen lasse.
00:57:32
Speaker
Aber, also ich frage mich halt, ob ich da jetzt nur wieder so ein Kontrolletti bin, du bist ja vollkommen dem Übersetzer oder der Übersetzerin ausgeliefert, dass das schon so stimmen wird, was da kommt.
00:57:48
Speaker
Naja, ich würde es jetzt nicht ausgeliefert nennen.
00:57:50
Speaker
Also es ist Vertrauen, was ich den Übersetzern und Übersetzerinnen entgegenbringe.
00:57:54
Speaker
Und natürlich kann ich jetzt kein Litauisch und kein Estnisch und ich kann auch kein Kroatisch und ich kann auch kein Isländisch, aber ich habe immer das Original daneben liegen und sowas wie die Satzanzahl oder...
00:58:07
Speaker
Also wenn da jetzt, wenn jetzt was rauslassen würde, der Übersetzer oder die Übersetzerin, dann würde ich das schon merken.
00:58:12
Speaker
Und ich kann auch, inzwischen gibt es ja inzwischen einige technische Hilfsmittel, um Übersetzungen zumindest im groben Maße zu überprüfen.
00:58:20
Speaker
Das heißt, ich mache schon relativ viel mit Google Translate oder mit anderen Übersetzungsdiensten, wenn ich an irgendeiner Stelle das Gefühl habe, da stimmt was nicht.
00:58:30
Speaker
Aber ich sehe mich, also das ist ein bisschen eine Frage der Schule.
00:58:34
Speaker
Es gibt im Lektorat, im Übersetzungslektorat
00:58:38
Speaker
berechtigte Vertreterinnen und Vertreter der Schule, die sagen, man kann eigentlich kein Übersetzungslektorat, wenn man nicht ein Grundverständnis der Ausgangssprache hat.
00:58:46
Speaker
Das mag man sagen, aber naturgemäß bin ich da anderer Meinung, sonst könnte ich meine Arbeit nicht machen.
00:58:51
Speaker
Ich bin der Überzeugung, dass man als Lektor oder dass ich als Lektor bei einem Übersetzungslektorat für den deutschen Text zuständig bin.
00:58:59
Speaker
Und meine Erfahrung ist auch, das ist auch die Rückmeldung, die ich von Übersetzerinnen und Übersetzeren kriege, dass man, wenn man wirklich sehr genau und sehr nah den übersetzten Text liest,
00:59:09
Speaker
die Stellen aufspürt, an denen was nicht stimmt, wenn es eine gewisse Unstimmigkeit gibt, wenn es eine gewisse Sprunghaftigkeit gibt und so weiter.
00:59:16
Speaker
Also wenn man, wenn man wirklich konzentriert und aufmerksam einen übersetzten Text liest, findet man die Stellen, an denen was nicht ganz schlüssig ist.
00:59:25
Speaker
Und es gibt aber natürlich diesen Rest an Vertrauen, den ich aufbringen muss.
00:59:30
Speaker
Aber andernfalls müsste ich den Übersetzer oder die Übersetzerin auch nicht beauftragen, wenn ich wirklich Satz für Satz, Wort für Wort das ganze Original nochmal durchgehe.
00:59:38
Speaker
Es ist natürlich eine Erleichterung, wenn ich die Originalsprache könnte.
00:59:41
Speaker
Ich mache jetzt bei Fischer auch manchmal kann ich auch Sprachen machen, die ich spreche, also was aus dem Englischen zum Beispiel.
00:59:47
Speaker
Dann gucke ich natürlich auch häufiger ins Original und schaue, was steht da drin.
00:59:50
Speaker
Aber dann merke ich auch relativ schnell, dass man sich verheddert.
00:59:53
Speaker
Und das ist auch eine Rückmeldung, die ich von Übersetzerinnen und Übersetzern kriege, dass die oft sagen, sie finden das angenehmer, mit Lektoren zu arbeiten, die die Originalsprache nicht kennen, weil das oft
01:00:04
Speaker
Weil es geht bei der Übersetzung ja nicht nur um die korrekte Übertragung von Wort für Wort in die andere Sprache, sondern es geht immer auch darum, einen gewissen Ton zu treffen, eine gewisse Stimme zu entwickeln für eine Autorenstimme.
01:00:19
Speaker
Und das sind Dinge, wenn man da zu kritisch dann oder zu selbstbewusst einzelne Dinge dann eigenmächtig verändert, dann kommt das ganze Gefüge aus dem, aus dem Blut.
01:00:28
Speaker
Und es hat ja auch seinen Grund, warum ich Übersetzer und Übersetzerinnen auf das Cover schreibe und warum Übersetzerinnen und Übersetzer auch die Urheber der Übersetzung sind und nicht nur Dienstleister, sondern, sondern eben wirklich als Urheber gelten dieses Textes, dass dieser Text ein Kunstwerk eigenen Ranges ist.
01:00:46
Speaker
kann man unterstützend wirken als Lektor und als Lektorin, indem man versucht, daran noch so zu feilen, dass das so gut wie möglich wird.
01:00:53
Speaker
Aber seine eigene Stimme da einzubringen oder eigene Vorstellung, das funktioniert nicht so, das bringt das ganze Gefüge und das ganze Kunstwerk zum Wanken.
01:01:00
Speaker
Davon bin ich fest überzeugt.
01:01:02
Speaker
Man merkt es ja auch darin, dass viele Übersetzer immer für den gleichen Autor oder die gleiche Autorin gewählt werden, weil die einfach diese Tonalität mittragen.
01:01:12
Speaker
Das ist so ein bisschen wie eine Synchronstimme, finde ich, zum Übersetzer.
01:01:16
Speaker
Und es ist halt nicht einfach, wie du sagst, Wort für Wort, weil dann kann ich es wirklich bei DeepL oder Google Translator reinhauen, wenn ich wirklich nur Wort für Wort haben will.
01:01:24
Speaker
Aber wir wissen alle, wie diese Texte aussehen, wenn man die darüber transkribiert.
01:01:29
Speaker
Ich finde, Übersetzer ist ein unfassbar toller Beruf.
01:01:33
Speaker
Ich würde es mir nie zutrauen, aber was die rausholen sozusagen, um das zu transportieren, was der Auto hat, also der Auto hat ja immer eine Absicht mit seiner Tonalität.
01:01:43
Speaker
Also ich finde das einen großartigen Job und ich würde da auch blind vertrauen, ob das Englisch ist oder Französisch, was man selber sprechen kann.
01:01:51
Speaker
Ich übersetze es halt sehr technisch und die machen halt da ein Wunderwerk draus, ein literarisches Werk.
01:01:58
Speaker
Und trotzdem, wir haben schon mal eine Folge gemacht, wer alles an einem Buch verdient.
01:02:03
Speaker
Übersetzer sind nicht diejenigen, die den großen Batzen bekommen.
01:02:06
Speaker
Das muss man leider sagen.
01:02:09
Speaker
Die fallen ganz oft auch nochmal hinten runter.
01:02:14
Speaker
Ja, aber die Wertschätzung für Übersetzer ist wirklich so groß für mich.
01:02:18
Speaker
Und das kann ich jetzt ganz unmittelbar sagen.
01:02:21
Speaker
Am Montag zum Beispiel fahre ich nach Düsseldorf.
01:02:24
Speaker
Also ich fahre nach Düsseldorf am Wochenende, weil ich am Montag
01:02:26
Speaker
beim strahlender Übersetzerpreis sein werde, also bei dem höchst dotierten und einem der wichtigsten Übersetzerpreise, die es überhaupt in deutscher Sprache gibt.
01:02:35
Speaker
Und da darf ich die Laudatio halten auf eine Übersetzerin, mit der ich jetzt schon mehrfach zusammengearbeitet habe, Claudia Sinnig, die aus dem Litauischen übersetzt für mich schon Bücher übersetzt hat, jetzt auch für Fischer für mich ein Buch übersetzt hat.
01:02:45
Speaker
Und da ein
01:02:47
Speaker
Da was zurückzugeben, also natürlich, ich würde auch gerne mehr zahlen, aber da dann mit dieser Laudatio, die wird donnern, diese Laudatio, das kann ich euch versprechen.
01:02:55
Speaker
Da auch ein bisschen was zurückzugeben, das ist mir eine große Freude und wirklich auch ein großes Anliegen.
01:03:01
Speaker
Und daran sieht man aber auch, dass mein Verhältnis zu den Übersetzerinnen und Übersetzern so eng ist,
01:03:06
Speaker
Und auch so persönlich ist, das ist so wie alles, was ich in meinem eigenen Verlag mache, sehr persönlich ist.
01:03:10
Speaker
Das mag vielleicht auch dazu beitragen, dass viele der Gespräche und Interviews dann so persönlich werden.
01:03:16
Speaker
Ich werde das auch oft gefragt, so nach wann ich den Feierabend mache oder wie ich meine verschiedenen Arbeiten voneinander abtrenne.
01:03:23
Speaker
Und ich kann nur leider immer die vollkommen unbefriedigende Antwort geben, ich trenne überhaupt nicht.
01:03:28
Speaker
Also ich habe nicht dann mal den Fischerhut auf und mal den Gugolshut und jetzt auch noch den Börsenvereinshut, sondern ich bin immer alles gleichzeitig.
01:03:36
Speaker
Und das ist immer auch alles gleichzeitig in mir.
01:03:38
Speaker
Und sowas wie Feierabend habe ich eh schon seit Jahren aufgegeben, mir durchzusetzen.
01:03:42
Speaker
Sondern ich bin alles, was ich tue und was ich bin, fließt ein.
01:03:47
Speaker
Und diese Arbeit und diese Bücher, diese Verlage, das ist einfach mein Leben.
01:03:52
Speaker
Und das...
01:03:53
Speaker
Ich kann nicht sagen, ich könnte auch keine Stunden aufschreiben, wie viel ich wofür arbeite.
01:03:57
Speaker
Das, was getan werden muss, was ich finde, was getan werden muss, das mache ich.
01:04:01
Speaker
Und wenn ich es nicht schaffe, versuche ich eine Lösung zu finden, das abzugeben, das zu delegieren oder später zu machen.
01:04:07
Speaker
Aber dass ich sowas wie Feierabend wirklich bewusst setze, das funktioniert gar nicht richtig.
01:04:14
Speaker
Kannst du delegieren?
01:04:16
Speaker
Das fällt mir schwer, aber ich muss es lernen, ja.
01:04:20
Speaker
Weil alles, was du eben gesagt hast, kam mir sehr bekannt vor und ich glaube auch Tina sehr bekannt vor und dann kam aber dieser Punkt mit dem Delegieren und dann habe ich kurz gestockt.
01:04:28
Speaker
Manche Sachen kann man auch nicht delegieren, mal davon abgesehen.
01:04:33
Speaker
Manchmal muss man es einfach selber machen.
01:04:36
Speaker
Aber manche Sachen kann man auch delegieren, von denen man immer dachte, man könnte es nicht.
01:04:39
Speaker
Also das geht schon auch und das ist was, was man, also da bin ich jetzt bei bestimmten Punkten gezwungen, das einfach zu lernen.
01:04:45
Speaker
Es bleibt mir gar nichts anderes übrig.
01:04:47
Speaker
Aber sag mal, aus ganz privatem Interesse, nochmal zurück zur Verlagsgründung, weil das ist ja mittlerweile, wenn Menschen nochmal den Mut haben, einen Verlag zu gründen, dann ist, glaube ich, der beste Weg mittlerweile, irgendwo sich einen Vertriebspartner zu suchen, irgendwie bei einem anderen Verlag Huckepack zu gehen und da irgendwie mit in das Vertretersystem übernehmen oder so.
01:05:10
Speaker
Wie lief das bei dir damals ab?
01:05:12
Speaker
Ja, ich habe das ganz anders gemacht.
01:05:13
Speaker
Also da gibt es ja auch Beispiele, vor allem in der jüngsten Zeit, also mir würde jetzt der Eisele Verlag einfallen oder auch Kiona, die wirklich die beide auch, also jetzt die beiden Personen, Julia und Lars, die beiden Verleger, Gründerfiguren, die beide ja auch einen Hintergrund in einem großen Verlag haben und deswegen da auch weniger Berührungsängste hatten, glaube ich.
01:05:31
Speaker
Bei mir war das ganz anders.
01:05:33
Speaker
Ich habe
01:05:34
Speaker
Aber ich bin auch froh heute darüber.
01:05:36
Speaker
Ich würde das auch nicht machen.
01:05:37
Speaker
Es bestand die Möglichkeit, oder es hätte natürlich die Möglichkeit bestanden, als ich zu Fischer ging, zu sagen, ja gut, dann überführe ich jetzt den Googles Verlag im Vertrieb auch zu Fischer, dass die das mit übernehmen.
01:05:48
Speaker
Das war für mich aber immer klar, dass ich das auf gar keinen Fall haben will.
01:05:52
Speaker
Also die absolute Unabhängigkeit oder die größtmögliche Unabhängigkeit ist mir extrem wichtig, weil bei allem, was ich jetzt auch gesagt habe, dass ich immer alles bin und dass ich alles gleichzeitig bin und dass ich alles immer persönlich nehme, ist es schon im Kern so, dass mein eigener Verlag,
01:06:09
Speaker
mein Herz ist.
01:06:10
Speaker
Also das sollte alles andere scheitern.
01:06:13
Speaker
Das bliebe immer noch mein eigener Verlag bei mir.
01:06:17
Speaker
Und deswegen ist mir das auch ganz wichtig, den so unabhängig wie nur möglich zu halten.
01:06:22
Speaker
Und das bedeutet natürlich auch, dass es ein bisschen mehr Arbeit ist, wobei ich mir da gar nicht so sicher bin, weil diese, das sehe ich bei Fischer jetzt, wie viel Zeit in diesen ganzen Abstimmungsfragen, in diesen ganzen Korrespondenzen und Kommunikationen dann auch Missverständnisse, Missverständnisse aufklären.
01:06:38
Speaker
wie viel Zeit da verloren geht, wie viel Zeit man da investiert,
01:06:42
Speaker
Das weiß ich jetzt auch noch viel mehr zu schätzen, dass da, wie die Entscheidungsstrukturen in meinem eigenen Verlag sind.
01:06:48
Speaker
Nämlich ich bin von was überzeugt, ich sage so, oder ich denke, so mache ich das.
01:06:52
Speaker
Ich muss es ja nicht mal sagen und dann wird das so gemacht.
01:06:55
Speaker
Das spart schon extrem viel Zeit und es ist wirklich arbeitsökonomisch, das dann auch so zu machen.
01:07:00
Speaker
Dass man auch einen Gewinn kriegt, wenn man in größere Strukturen gibt, nämlich dass die größeren Strukturen auch eine gewisse Kraft zurückgeben, das ist unbestritten.
01:07:09
Speaker
Aber in meinem Verlag, ich bin zufrieden.
01:07:11
Speaker
Der trägt sich so, wie er ist.
01:07:12
Speaker
Ich habe mich ja nie davon ausgezahlt.
01:07:14
Speaker
Also ich habe nie meinen Lebensunterhalt mit meinem Verlag finanziert.
01:07:17
Speaker
Bevor ich bei Fischer war, habe ich immer nebenher gejobbt und das dann mit Lektoraten oder Korrektoraten oder anderen Aufgaben für andere Verlage erledigt.
01:07:26
Speaker
Jetzt habe ich eben nur einen großen Nebenjob bei Fischer.
01:07:30
Speaker
Aber abgesehen davon, dass ich mich selbst nicht auszahle, kann mein Verlag im Moment zumindest überleben.
01:07:37
Speaker
Und solange das der Fall ist, sehe ich auch mich nicht veranlasst, mich zu verkaufen oder mich in irgendeine andere Struktur zu geben.
01:07:45
Speaker
Wir müssen noch über diese abgefahrene Quiz-Champion gehen.
01:07:52
Speaker
Jeder von uns hat, glaube ich, schon mal gedacht, ein bisschen Geld wäre gut und jeder hat auch schon mal überlegt, sich in einer dieser diversen Shows irgendwie zu bewerben, aber kaum einer macht es.
01:08:02
Speaker
Zum einen ist, glaube ich, die Gefahr, dass man sich blamiert, recht hoch, dass man was gewinnt, die Wahrscheinlichkeit auch nicht so.
01:08:08
Speaker
Und du hast einfach durchgezogen und ich glaube, eine Viertelmillion gab es am Ende, ne?
01:08:13
Speaker
Ja, genau.
01:08:14
Speaker
Also jetzt ist die Frage, soll ich die Kurzform oder eine ein bisschen lebendigere Form erzählen?
01:08:20
Speaker
Wir haben am Anfang ein Märchen gehört, also sind wir gespannt auf die langen Formen.
01:08:24
Speaker
Dann erzähl ich, also ich versuche die langen Formen so kurz wie möglich zu erzählen, so können wir es vielleicht sagen.
01:08:29
Speaker
Also es stimmt nicht, was ab und zu geschrieben wird, dass ich mit dem Quizgeld meinen Verlag gegründet hätte, sondern so wie es im Märchen geschrieben wurde, stimmte es.
01:08:39
Speaker
Ich habe...
01:08:40
Speaker
Mein Verlag gegründet, total unterfinanziert mit allem Idealismus, den ich nur aufbringen konnte und allem wirklich bis zum Münzgeld, was ich zusammenkratzen konnte.
01:08:51
Speaker
Und das fing ja auch sehr gut an.
01:08:52
Speaker
Also der Verlag war vom ersten Programm auch wirklich in den Företors präsent.
01:08:57
Speaker
Auch die Buchhandlungen sind sofort eingestiegen, aber natürlich nicht im ausreichenden Maße.
01:09:02
Speaker
Und vor allem diese Unterfinanzierung, die fiel mir einfach sehr schnell auf die Füße.
01:09:05
Speaker
Und ich habe sehr schnell gemerkt, lange kann das so nicht gut gehen.
01:09:09
Speaker
Ich brauche externes Geld.
01:09:10
Speaker
Das ist ja auch überhaupt nichts Schlimmes.
01:09:12
Speaker
Praktisch jeder unabhängige Verlag ist von der Erbschaft, von einem Mäzen, von irgendwelchen Glücksfällen, äußeren Zuwendungen begünstigt oder gegründet oder wird damit fortgesetzt.
01:09:26
Speaker
Und ich hatte das nicht.
01:09:28
Speaker
Ich hatte auch keine reichen Verwandten, die mir was hätten geben können.
01:09:30
Speaker
Und ich habe überlegt,
01:09:33
Speaker
dass die einzige Variante, was zu kriegen oder überhaupt den Verlag fortsetzen zu können, wäre, einmal einen großen Batzen zu erhalten.
01:09:40
Speaker
Und
01:09:41
Speaker
Ich habe immer gerne Quizshows geguckt, mein ganzes Leben und ich war immer überzeugt, Lektoren und Journalisten sind eigentlich ideale Quizshow-Kandidaten, weil man bei allem so ein bisschen Bescheid wissen muss, schon mal was gehört hat, vielleicht da mal zufällig recherchiert hat, vielleicht mal ein Buch gemacht hat zu dem und dem Thema.
01:09:59
Speaker
Also immer so ein bisschen so oberflächlich grundinformiert sein muss, aber nicht in die Tiefe, aber so eine akademische Tiefe wird in der Quizshow ja auch nicht abgefragt.
01:10:08
Speaker
Und ich habe einen
01:10:09
Speaker
Das habe ich bis heute ein unverdrossenes, unverwüstliches Selbstbewusstsein und habe deswegen gedacht, warum sollte ich das nicht, warum sollte ich nicht der sein, der dieses Geld kriegt?
01:10:20
Speaker
Und man sieht ja immer, man sieht im Fernsehen ja, Leute gewinnen diese Quizshows und habe mich dann systematisch, das war 2015, also ein Jahr nach der Gründung,
01:10:28
Speaker
habe ich mich systematisch bei allen Fernsehquiz-Shows, wo es was Vernünftiges zu gewinnen gibt, beworben.
01:10:33
Speaker
Es gibt ja auch welche, wo man fast gar nichts gewinnt.
01:10:35
Speaker
Da habe ich mich gar nicht erst beworben.
01:10:37
Speaker
Und mein Ziel war... Was wäre, wäre noch gekommen?
01:10:40
Speaker
Also mein Ziel wäre, wer wird Millionär gewesen?
01:10:42
Speaker
Ich dachte immer, da wartet die Million auf mich.
01:10:45
Speaker
Und habe mich dann bei allem beworben und beworben.
01:10:49
Speaker
Und das kann man wirklich, also man kann das im Internet dann nachlesen.
01:10:52
Speaker
Es gibt so Seiten, die einem sagen, wie man sich da am besten bewirbt.
01:10:57
Speaker
Weil das nicht einfach so einmal bewerben und dann wird man das, sondern ich habe mich bei Wer wird Millionär zum Beispiel, habe ich über zwei Monate jeden Tag dreimal angerufen und mich beworben.
01:11:07
Speaker
Einfach damit das Risiko, damit das Risiko ist, das Gegenteil, damit die Chance erhöht wird.
01:11:11
Speaker
Das sind jetzt mal irgendwie 150 Euro.
01:11:14
Speaker
Ja, man muss das wirklich systematisch angehen, sonst klappt das glaube ich nicht.
01:11:17
Speaker
Und dann war das auch so in diesem Frühjahr, dass ich...
01:11:21
Speaker
Also ich wurde zu Wer wird Millionär dann eingeladen.
01:11:23
Speaker
Dieses Casting-Verfahren ist sehr aufwendig.
01:11:25
Speaker
Das sind mehrere Runden, die prüfen, ob man überhaupt telegen genug ist.
01:11:29
Speaker
Dann prüfen sie natürlich, ob man überhaupt was weiß.
01:11:32
Speaker
Dann checken sie die Biografie, wollen Anekdoten von einem.
01:11:35
Speaker
Das sind so was wie fünf oder sechs Runden, durch die man da durch muss.
01:11:39
Speaker
Und ich habe das bei Wer wird Millionär alles gemacht und habe das auch geschafft.
01:11:42
Speaker
Und war im Mai, habe ich die Zusage gekriegt für die Aufzeichnung im September.
01:11:47
Speaker
Und ich hatte mich aber bei allen möglichen beworben und hatte so ein ähnliches Verfahren auch beim Quiz-Champion gemacht.
01:11:54
Speaker
Und der Werbett Millionär war aber das Erste, die mir die Zusage gegeben haben.
01:11:58
Speaker
Und ich habe kurz danach, ich glaube, es war sogar wirklich die Woche danach, das gleiche Verfahren dann auch beim Quiz-Champion gemacht, bin da auch genommen worden.
01:12:06
Speaker
Und da haben die die Aufzeichnung
01:12:09
Speaker
von Quiz-Champion war zwei Wochen vor der Aufzeichnung von Wer wird Millionär.
01:12:12
Speaker
Und ich dachte, das läuft ja ideal wie Märchen.
01:12:16
Speaker
Dann kann ich mir das einmal angucken, wie das so ist in so einem Fernsehstudio und mit so einer Quiz-Show und dann zwei Wochen später mir dann endlich diese Million abholen, die da ja auf mich wartet bei Wer wird Millionär, die Günther ja auch für mich in seinem Safe hat.
01:12:31
Speaker
Ich erzähle das jetzt so halb anekdotisch, aber ehrlich gesagt, das war wirklich genau so.
01:12:35
Speaker
Und dann habe ich mich versucht, ich habe nichts gelernt, weil ich wusste, das, was man lernt, ist eh quasi Ausschlusskriterium, das, was garantiert nicht gefragt wird.
01:12:45
Speaker
Deswegen habe ich versucht, mich wirklich sehr stark, also deswegen fand ich das mit dieser Generalprobe so gut, weil ich mich wirklich versucht habe, innerlich sozusagen darauf vorzubereiten, auf diese Situation zu bemerken.
01:12:55
Speaker
Weil das darf man wirklich nicht unterschätzen.
01:12:57
Speaker
Ich weiß nicht, ob ihr die Erfahrung schon mal hattet, in so einer Fernsehsendung zu sein oder im Fernsehstudio zu sein.
01:13:02
Speaker
Das ist alles ganz schön riesig und dann sind überall Scheinwerfer.
01:13:06
Speaker
Die Sendung wird ständig unterbrochen bei der Aufzeichnung, weil irgendwas gemacht wird.
01:13:10
Speaker
Also das ist eigentlich die absolute Überforderung.
01:13:12
Speaker
Das heißt, da so eine Generalprobe zu haben oder schon mal zu wissen, worauf man sich einlässt, ist wirklich nicht schlecht.
01:13:17
Speaker
Und dann kam es, wie es kommen musste.
01:13:19
Speaker
Es war diese Generalprobe.
01:13:20
Speaker
Ich war beim Quiz-Champion.
01:13:21
Speaker
Ich war total locker.
01:13:22
Speaker
Ich war gut gelaunt, weil ich ja wusste, ich gucke mir das hier nur an.
01:13:25
Speaker
Ich bin hier nur zu Besuch.
01:13:28
Speaker
Und dann, was zum Beispiel auch, was ich gar nicht wusste, es werden ungefähr doppelt so viele Kandidaten eingeladen, wie dann in die Sendung kommen, weil die ganz viel Backups

Quizshow-Erfahrungen

01:13:36
Speaker
haben.
01:13:36
Speaker
Und manche spielen auch in der Aufzeichnung und kommen dann gar nicht in die Sendung.
01:13:40
Speaker
Das wird ja dann auch noch mal zusammengeschnitten.
01:13:42
Speaker
Also das ist extrem diffizil und auch wirklich interessant, sich das anzugucken.
01:13:46
Speaker
Und was ich auch noch sagen muss,
01:13:47
Speaker
Es wird erst mit Ausstrahlung gültig.
01:13:50
Speaker
Das heißt, wenn die Sendung nicht ausgestrahlt wird, dann gewinnt man gar nichts.
01:13:53
Speaker
Dann hat man einfach an so einer Aufzeichnung teilgenommen.
01:13:56
Speaker
Naja, und dann kam eben diese Quiz-Champion-Aufzeichnung und ich war gut drauf.
01:13:58
Speaker
Und das haben die Aufnahmeleiter dann auch gesehen.
01:14:01
Speaker
Ich meine, es ist eine Show mit Regie.
01:14:04
Speaker
Die haben dann gesagt, den wollen wir spielen lassen.
01:14:06
Speaker
Der ist irgendwie sympathisch, der ist gut drauf.
01:14:09
Speaker
Mein Einspielfilmchen war natürlich auch anders als die anderen, weil ich das nur in meinem Verlag gemacht habe.
01:14:14
Speaker
Ich hatte bei diesem Einspielfilm, zu diesem Vorstellungsfilm, darauf bestanden, dass ich ein Buch von mir in die Kamera zeigen darf, damit es zumindest Werbung gibt.
01:14:21
Speaker
Naja, und dann kam es eben wirklich, wie es kommen musste.
01:14:24
Speaker
Ich habe diese Sendung ganz locker durchgespielt.
01:14:26
Speaker
Man spielt da ja gegen fünf Experten in ihren Kategorien.
01:14:29
Speaker
Und ich habe einfach alle Fragen richtig beantwortet.
01:14:31
Speaker
Ich habe nichts falsch beantwortet.
01:14:32
Speaker
Ich spazierte da so durch und ich habe es...
01:14:34
Speaker
einfach bis zum Schluss nicht richtig realisiert, was da eigentlich gerade passiert.
01:14:38
Speaker
Weil ich dann auf so einem Sofa… Weil du hast dich ja auf die Million fokussiert.
01:14:42
Speaker
Ja, eben.
01:14:43
Speaker
Ich habe mir das ja alles nur angeguckt.
01:14:45
Speaker
Und dann saß ich so auf so einem Sofa, irgendwo im Hintergrund dieses Studios, in so einem Scheinwerfer.
01:14:50
Speaker
Und dann hieß es plötzlich so als Durchsage ins Studio, wir haben noch Zeit für eine Kandidatin.
01:14:55
Speaker
Und ich merkte so plötzlich, oh krass, wenn die das nicht schafft, dann habe ich das gewonnen, diese Sendung.
01:15:00
Speaker
Und dann spielte diese Kandidatin, die kam auch noch wirklich klassische Dramaturgie, Märchendramaturgie, bis zur letzten Frage und beantwortete diese letzte Frage falsch.
01:15:11
Speaker
Und
01:15:12
Speaker
Und plötzlich knallte es und es kam goldener Konfetti-Regen vom Himmel.
01:15:16
Speaker
Und ich hatte 250.000 Euro gewonnen.
01:15:20
Speaker
Und das war natürlich absolut überwältigend und eine viel zu große Geschichte.
01:15:24
Speaker
Und vielleicht noch als geile Ausführung, ich habe mich ein bisschen geschämt danach.
01:15:27
Speaker
Ich meine, ich habe diesen hochseriösen, anspruchsvollen Verlag mit Literatur aus Nord- und Osteuropa.
01:15:34
Speaker
Und ich dachte, Gott, die werden mich nicht mehr ernst nehmen, wenn ich dann in so einer Fernsehquiz-Show bin.
01:15:38
Speaker
Und ich dachte, ich erzähle einfach niemandem davon.
01:15:41
Speaker
Aber das war Samstagabend, ZDF, es waren fünf Millionen Zuschauer und ich wurde in den zwei Wochen danach im Bus auf der Straße angesprochen und natürlich hat auch die ganze Branche das mitgekriegt.
01:15:53
Speaker
Da gibt es sehr viele Leute, die gerne Quizshows gucken.
01:15:56
Speaker
Buchhändlerinnen, lieben Quizshows, habe ich gelernt.
01:16:00
Speaker
Und dann gab es so viele Presseanfragen und da dachte ich, ach Quatsch, das benutze ich jetzt natürlich und das hat natürlich auch super funktioniert.
01:16:05
Speaker
Und um das noch abschließend zu sagen, wer wird Millionär, hat mich wieder ausgeladen.
01:16:10
Speaker
Die haben das mitgekriegt.
01:16:11
Speaker
Die haben das mitgekriegt natürlich.
01:16:13
Speaker
Also die sind auch untereinander vernetzt.
01:16:15
Speaker
Und die haben gesagt, also ausschließend, dass ich irgendwann nochmal kommen darf, wollen sie nicht.
01:16:19
Speaker
Aber das kann nicht so aussehen, als ob ich von Quizshow zu Quizshow springe.
01:16:23
Speaker
Und ehrlich gesagt, das war mir natürlich in diesem Moment mit diesen 250.000 Euro auf dem Konto völlig egal, ob ich dann auch noch zu Wer wird Millionär komme oder nicht.
01:16:31
Speaker
Ja, die Millionen holst du dir irgendwann.
01:16:34
Speaker
Aber dir fehlen jetzt 750.000 Euro.
01:16:36
Speaker
Eigentlich müsste ich die noch irgendwo abholen.
01:16:37
Speaker
Ja, das stimmt.
01:16:39
Speaker
Aber es ist tatsächlich so, das ist einfach eine ultra sympathische, tolle Geschichte, die ich, ich weiß nicht, wie oft ich auch schon irgendwie Hospitanten oder neuen Kollegen und so erzählt habe, wenn es darum geht, wie ein Verlag sich finanziert, dass du da einen ganz eigenen Weg gegangen bist.
01:16:56
Speaker
Ich kann doch auch noch als Kleine, wollte ich, glaube ich darf keine Namen sagen, wir haben zwei Verleger gesagt, dass sie auch schon mal bei mir näher waren.
01:17:03
Speaker
aber es nicht in die Mitte geschafft haben.
01:17:06
Speaker
Das heißt, es gab schon vor mir mindestens zwei Verleger, die eine ähnliche Idee hatten.
01:17:13
Speaker
Ach was.
01:17:14
Speaker
Ich sage jetzt keine Namen.
01:17:16
Speaker
Das Interessante ist, dass Alex jetzt nicht mehr schlafen kann.
01:17:19
Speaker
Ja, bis er die Namen raus hat.
01:17:21
Speaker
Ich weiß nicht, 4500 Folgen.
01:17:24
Speaker
Die Namen verrätst du uns, wenn wir gleich die Aufnahme beendet haben.
01:17:27
Speaker
Ja.
01:17:27
Speaker
Ich bedenke, Alex ist krank und unter Drogen.
01:17:31
Speaker
Er wird es bis morgen vergessen haben.
01:17:33
Speaker
Ja, aber Aufnahme beenden ist ein gutes Stichwort.
01:17:37
Speaker
Es macht einen Heidenspaß, mit dir zu reden.
01:17:39
Speaker
Und ich freue mich auf die nächsten drei Jahre, in denen wir deine Stimme noch häufiger hören können.

Buchvorstellungen und Rezensionen

01:17:47
Speaker
Jetzt aber gehen wir in den obligatorischen Teil, in dem unser Gast
01:17:52
Speaker
ein Buch präsentiert und ich bin jetzt wahnsinnig gespannt, ob du dir jetzt den Fischerhut aufsetzt oder den Googleshut oder ganzen anderen, einen Buchhändlerhut aufsetzt und was du uns und den Hörerinnen und Hörern mitgebracht hast.
01:18:05
Speaker
Ich habe mich spontan entschieden, den Fischerhut aufzusetzen, wollte ich jetzt gerade sagen, aber ein Buch von Fischer vorzustellen.
01:18:13
Speaker
Was ich aber auch nicht selbst betreut habe, aber was ich ganz, ganz toll finde, es ist aber natürlich der Leserhut, es ist der Sebastianhut, wenn man das so nennen möchte.
01:18:21
Speaker
Das ist ein Buch, was ich wirklich atemberaubend toll finde und was meiner Meinung nach ein bisschen zu kurz gekommen ist, diesen Herbst, weil es so toll ist.
01:18:28
Speaker
Das ist Goldstrand von Katharina Pollardian.
01:18:31
Speaker
Ein relativ kurzes Buch, 160 Seiten.
01:18:33
Speaker
Katharina Pollardian ist ja eh so eine interessante, aufregende Autorin.
01:18:38
Speaker
Und dieses Buch beschreibt eigentlich die Therapiesitzungen eines italienischen Filmregisseurs.
01:18:46
Speaker
Es ist wahnsinnig lustvoll und auch verschachtelt gebaut, dieses Buch.
01:18:51
Speaker
Also man begleitet diesen Eli, diesen Filmregisseur von Therapiesitzung zu Therapiesitzung und dann entspinnt sich so die Rahmenhandlung und die reicht zum einen bis in das frühe 20.
01:19:02
Speaker
Jahrhundert zurück.
01:19:04
Speaker
und reicht zum anderen bis ganz weit in den Osten rein, bis zum Goldstrand, also dem Schwarzmeerstrand in Bulgarien.
01:19:10
Speaker
Und die Geschichte ist die, und es dreht sich so weit, also es ist so raffiniert und lustvoll erzählt, dass man am Schluss gar nicht mehr weiß, was ist eigentlich jetzt Realität, was ist eigentlich Erzählung, was ist Behauptung.
01:19:22
Speaker
Also dieser Eli hat das Äquivalent, wie nennt man das, eine Filmblockade, also das Äquivalent zur Schreibblockade.
01:19:28
Speaker
Der schafft es nicht mehr, einen neuen Film zu machen.
01:19:30
Speaker
Der hat einen Kurzfilm mal gedreht, der
01:19:32
Speaker
unglaublich erfolgreich war und alle möglichen Preise gewonnen hat und lebt jetzt sozusagen von diesem Nachruhm und fantasiert dann immer wieder neue Filme, neue Filmideen, die er in diesen Therapiesitzungen fantasiert, wo man auch nie richtig weiß, ist das jetzt Realität oder ist das Film?
01:19:49
Speaker
Setzt aber nie was um.
01:19:50
Speaker
Also es ist ein Buch über große Melancholie, ein Film, ja ein Film, ich sag jetzt die ganze Zeit, ein Buch über Europa.
01:19:58
Speaker
Ein Buch, was aber immer auch das Erzählen an sich als Form, also das Erzählen in der Filmform, das Erzählen in Literaturform, das Erzählen des Buches selbst mit in den Blick nimmt.
01:20:10
Speaker
Und es ist ein Buch, was einfach unglaublich anregend ist und ganz viel Spaß macht.
01:20:14
Speaker
Ich kann das nur jedem empfehlen, der Lust hat an einer Literatur, die das eigene Denken auch herausfordert, weil es die Fantasie so anregt und das eigene Denken herausfordert.
01:20:26
Speaker
Also mich hast du.
01:20:28
Speaker
Gucken wir uns an.
01:20:28
Speaker
Ich glaube, Tina, Andi, ihr guckt auch beide so.
01:20:31
Speaker
Ich habe es mir schon aufgeschrieben.
01:20:32
Speaker
Ja, ich auch.
01:20:35
Speaker
Das macht auch, wenn du Bücher vorstellst, macht das unheimliche Freude, dir dabei zuzuhören.
01:20:42
Speaker
Gott sei Dank.
01:20:43
Speaker
Das ist der Buchhändlerhut.
01:20:48
Speaker
Der Buchhändlerhut, der funktioniert, der sitzt auch.
01:20:52
Speaker
Wenn es nach mir ginge, könnten wir noch ein bisschen weitermachen, aber wir müssen irgendwann, wollen die Leute nicht mehr und dann hören die auf, bevor sie Tinas Buchtipp gehört haben, was auch blöd wäre.
01:21:02
Speaker
Das darf nicht passieren.
01:21:03
Speaker
Das darf nicht passieren.
01:21:05
Speaker
Für Alex ist es ja immer eher eine Qual als eine Freude, weil wir so unterschiedlichen Lesegeschmack haben.
01:21:13
Speaker
Ich bin gespannt.
01:21:14
Speaker
Und das Buch heute wird ihm auch nicht gefallen, aber hoffentlich vielen anderen Menschen, so wie mir.
01:21:19
Speaker
Osama Al-Shamani
01:21:22
Speaker
ich weiß, ich habe ihn schon mal erwähnt, Alex, als wir die Monika Kolb dabei hatten.
01:21:28
Speaker
Der hat ein neues Buch rausgebracht, In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied.
01:21:31
Speaker
Und diesmal ist der Protagonist immer noch Geflüchteter, also in all seinen Werken sind ja Geflüchtete die Hauptprotagonisten.
01:21:40
Speaker
Und es ist so...
01:21:42
Speaker
dass sein Vater nach wie vor in Bagdad lebt und er geflüchtet ist über Israel in die Schweiz.
01:21:51
Speaker
Und ich finde, dieses Buch schafft ein, also trotz dessen, dass es ein Roman ist, es ist kein Sachbuch, es schafft ein unfassbares Verständnis für den Israel-Irak-Konflikt, der einfach da ist.
01:22:05
Speaker
Also der im Moment ja uns alle irgendwie beschäftigt auch.
01:22:09
Speaker
Denn es geht darum, dass die Familie des Protagonisten jüdisch ist und in den 40er Jahren auch dort ein Genozid stattfand von jüdischen Menschen.
01:22:24
Speaker
Und die Familie flieht, der Vater bleibt zurück, begibt sich in den Widerstand sozusagen, er wächst ohne Vater auf, beziehungsweise in Distanz.
01:22:32
Speaker
Und der Vater hat einen letzten Wunsch und das ist, er möchte im Tigris verstreut werden.
01:22:38
Speaker
Und nach langem Hin und Her setzt er sich mit den Aufzeichnungen seines Vaters auseinander und erfüllt ihm seinen letzten Wunsch.
01:22:46
Speaker
Und ich finde, es schafft unfassbar viel Verständnis, also politische Aufklärung für diesen Konflikt, der dort vorherrscht zwischen Juden und Muslimen.
01:22:55
Speaker
Und nichtsdestotrotz ist auch diese Geschichte unfassbar berührend, diese Vater-Sohn-Geschichte, die dort erzählt wird.
01:23:02
Speaker
Und für mich
01:23:03
Speaker
war es einfach ein sehr berührendes Buch, was ich im Oktober gelesen habe.
01:23:09
Speaker
Es ist wie immer sprachlich herausragend von Hussama Al-Jarmani geschrieben.
01:23:17
Speaker
Im Limnath Verlag erschien mein Lieblingsverlag aus der Schweiz.

Abschluss und Ausblick

01:23:23
Speaker
Danke, Tina.
01:23:24
Speaker
Es war wieder schwere Kost, die du mitgebracht hast.
01:23:28
Speaker
Ich habe aber fürs nächste Mal leichte Kost.
01:23:31
Speaker
Okay, dann kriegst du mich wieder.
01:23:36
Speaker
Okay, ich würde sagen, wir kommen zum Ende.
01:23:39
Speaker
Wir sind jetzt schon bei, wir haben schon ordentlich überzogen, aber es gab so wahnsinnig viel zu erzählen, aber das passiert halt, wenn man sich einen Menschen mit 15 Biografien einlädt.
01:23:50
Speaker
Im Prinzip, wenn er nicht so viel zu tun hätte, würde ich ja sagen, wir machen demnächst mal weiter, aber vielleicht ergibt sich das, weiß nicht, vielleicht auch, wenn du in deinen ersten Skandal reinrutschst oder so.
01:24:00
Speaker
Oh.
01:24:01
Speaker
Das erste Fettnäpfchen, was ich aber, achso, wir zeichnen ihn ja noch auf, das erzähle ich nach der Aufzeichnung.
01:24:08
Speaker
Das ist jetzt wahnsinnig gemein für alle, die nicht zuhören, die da nicht hören können, aber genau, wir warten auf dein erstes Fettnäpfchen und dann kommst du hierher und darfst dich dann nochmal erklären.
01:24:20
Speaker
Aber was wir heute gelernt haben, Alex, ist, dass wir einen wunderbaren, tollen, neuen Börsenvereinsvorsteher haben.
01:24:27
Speaker
Absolut.
01:24:27
Speaker
Und auf diesem Wege, also ich glaube nicht, dass da viel schief gehen kann, aber wir wünschen dir alles, alles Gute für die nächsten drei Jahre.
01:24:34
Speaker
Ein glückliches Händchen.
01:24:36
Speaker
Diplomatisches Geschick.
01:24:40
Speaker
Danke.
01:24:41
Speaker
Ich werde es für die Branche einsetzen.
01:24:42
Speaker
Alles, was ich rausholen kann, hole ich raus.
01:24:45
Speaker
Und wenn du uns als Lobbyplattform brauchst, du kannst jederzeit als Gast kommen, um Werbung für was auch immer für ein Thema zu machen.
01:24:51
Speaker
Ja, einverstanden.
01:24:54
Speaker
So kann man sich auch verkaufen.
01:24:55
Speaker
Danke.
01:24:58
Speaker
Nein, also vielen, vielen Dank an Sebastian Gurgels, dass er sich so viel Zeit heute für uns genommen hat.
01:25:05
Speaker
Vorhin hattest du schon ein Gespräch mit der Süddeutschen, zusammen noch mit deiner Amtsvorgängerin Karin Schmidt-Friedrichs.
01:25:15
Speaker
die kommen, im besten Fall kommt das gedruckte Interview aber nach dem wir veröffentlicht haben.
01:25:20
Speaker
Also eventuell sind wir wirklich die, die als allererstes mit dir in dieser Funktion reden durften.
01:25:27
Speaker
Also ganz stimmt das nicht.
01:25:28
Speaker
Ich hatte schon in Deutschlandfunk ein kleines Interview, ich hatte im WDR schon ein kleines Interview und so weiter.
01:25:34
Speaker
Das ist Rundfunk, den zähle ich nicht.
01:25:35
Speaker
Außerhalb des Rundfunks, ja, da stimmt das.
01:25:41
Speaker
Nein, vielen Dank, dass du da warst.
01:25:43
Speaker
Vielen Dank an Andi und an Tina.
01:25:45
Speaker
Wenn ihr Fragen habt, wenn ihr Kritik habt, Anregungen, dann formuliert das gerne.
01:25:51
Speaker
Schreibt uns an alles.buchmarkt.de oder folgt uns auf Social Media.
01:25:58
Speaker
Bei Instagram heißen wir auch alles.
01:26:00
Speaker
Buchmarkt in einem Wort, glaube ich.
01:26:04
Speaker
Gebt uns auf der Plattform eures Vertrauens fünf Sterne.
01:26:07
Speaker
Das hilft einfach immer wieder bei der Sichtbarkeit.
01:26:09
Speaker
Dort kann man mittlerweile bei Spotify und Co.
01:26:11
Speaker
auch Fragen stellen oder kommentieren.
01:26:14
Speaker
Das nutzen einige schon.
01:26:15
Speaker
Macht das auch gerne weiter.
01:26:17
Speaker
Und dann hören wir uns beim nächsten Mal wieder.
01:26:19
Speaker
Und bis dahin vielen Dank und tschüss.
01:26:21
Speaker
Tschüss.