Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu Alles Buchmarkt, der Podcast.
Speaker: Freunde, heute ist es soweit, wir haben keinen Gast.
Speaker: Wir haben wirklich, das ist jetzt auch nicht so dahingesagt, wir haben heute keinen Gast.
Speaker: Es war häufiger so in der Vergangenheit, das ist wie in jedem Alltag, das kennt jeder irgendwie aus dem Job oder so, dass Termine mal platzen, dass wir Aufnahmetermine verschieben mussten, weil da irgendwie jemand nicht konnte oder dann krank geworden ist und
Speaker: Ihr könnt euch vorstellen, dass allein bei uns dreien, die alle Vollzeit arbeiten und dann noch irgendwie einen vierten oder gar einen fünften noch dazu bekommen, das ist immer gar nicht so einfach, einen Termin zu finden.
Speaker: Und jetzt war unser Gast krank und dann wünscht man artig gute Besserung und denkt sich, das macht ja nichts.
Speaker: Und dann hat man in der Regel immer noch mal so einen kleinen Backup-Gast, den man...
Speaker: irgendwann mal einladen wollte, wo vielleicht das Thema nicht unbedingt an irgendeinem Anlass hängt.
Speaker: Dann haben wir gefragt, hey, wie sieht es aus?
Speaker: Hast du Lust?
Speaker: Und dann kam als Antwort, ja, super Idee.
Speaker: Gerne nächstes Jahr.
Speaker: Jetzt nicht.
Speaker: Und das kann man ja sagen, wir sind super spät.
Speaker: Es ist jetzt schon Ende November.
Speaker: Wir haben bis zum Schluss gehofft, dass es klappt.
Speaker: Und
Speaker: Da erschöpft sich irgendwann auch ein bisschen die Gästeauswahl, denn es wäre kompletter Irrsinn, dass wir jetzt Ende November, Anfang Dezember eine Buchhandlung fragen, liebe Buchhändlerinnen, lieber Buchhändler, hast du vielleicht Lust, mitten im Weihnachtsgeschäft mit uns mal nach Ladenschluss eine Stunde zu reden?
Speaker: Kurz und gut, also wir haben heute keinen Gast.
Speaker: Was machen wir?
Speaker: Wir hätten das alles ganz sein lassen können.
Speaker: Aber wir haben gedacht, nein, wir nutzen das für einen kleinen Rückblick und für eine kleine Empfehlung.
Speaker: Wir haben euch drei ganz wunderbare Bücher rausgesucht.
Speaker: Hoffe ich.
Speaker: Ich kenne bisher nur mein eigenes.
Speaker: Ich bin gespannt, was die anderen beiden mitgebracht haben.
Speaker: Und
Speaker: Es ist wirklich zum ersten Mal passiert, dass wir keinen Gast hatten in den ganzen, wir machen das jetzt schon über zwei Jahre.
Speaker: Und das kam immer mal wieder vor, aber so konkret war es noch nie.
Speaker: Aber habt ihr gemerkt, wie ich mich so direkt so kumpelhaft rangewanzt habe mit diesem, ja, Freunde am Anfang?
Speaker: Diese Ansprache Freunde, es hat sich falsch angefühlt, aber ich dachte, ich mache das so ein bisschen...
Speaker: Ja, ich werfe mich da mal so ein bisschen ran, wie so ein, wenn ich eine Geburtstagsfeier habe und lade alle meine Kollegen ein und sage, da kommt ein Zauberer und dann kommt da kein Zauberer und dann gibt es noch nicht mal Kuchen, weil ich dachte, es kommt ja ein Zauberer.
Speaker: Na gut, also gucken wir mal, was haben wir, wir hatten, wir haben wirklich viele, viele tolle Folgen gehabt in der letzten Zeit.
Speaker: Tina und Andi sind, zumindest die sind heute da und die sind auch halbwegs gesund.
Speaker: Und halbwegs wach.
Speaker: Hallo Tina.
Speaker: Hallo Andi, sag auch mal was.
Speaker: Hallo.
Speaker: Ich bin leider ein bisschen verschnupft heute deswegen.
Speaker: Aber ich freue mich auf die Folge.
Speaker: Ja, wir kriegen das hin.
Speaker: Wir schonen deine Stimme.
Speaker: Wir hatten viele tolle Themen.
Speaker: Ich habe mal so ein bisschen durchgeguckt.
Speaker: Andi, was ist dir im Kopf geblieben?
Speaker: Ja, wie du schon sagst, es gibt viele schöne Folgen.
Speaker: Zum Beispiel...
Speaker: Also da ich ja fachfremd bin sozusagen und gar nicht im Buchmarkt arbeite, waren für mich ganz viele tolle Sachen dabei, wo ich ganz viel auch entdeckt habe und Neues gelernt habe.
Speaker: Zum Beispiel fand ich die Folge mit Ulrike Hölzemann sehr, sehr spannend, die Verlagsvertreterin ist und so ein bisschen erzählt hat, wie ihr Alltag aussieht.
Speaker: Ja, das fand ich mega interessant und
Speaker: Oder auch die Folge mit Matthias Heinrich, wo es ja um Auslieferungen geht und wo ich auch erst dachte, voll das trockene Thema, da gibt es halt eine Lagerhalle, da sind die Bücher, dann werden die halt ausgeliefert.
Speaker: Und die Folge fand ich aber auch eben super spannend mit Matthias Heinrich von Brockhaus Kommissionen.
Speaker: Da ist mir ganz kurz im Kopf geblieben, dieses Thema, dass Verlage gerne auch mal Essen und Lebensmittel mit den Büchern mitschicken wollen und was das für Probleme verursachen kann, das war mir alles auch überhaupt gar nicht klar gewesen.
Speaker: Ja, und so gab es ganz viele Lieblingsfolgen, die ich hatte, weil ich eben, wie gesagt, auch viel, viel dazu lernen konnte.
Speaker: Aber meine aktuelle Lieblingsfolge, das wechselt bei mir auch immer so ein bisschen, aktuelle Lieblingsfolge ist aber tatsächlich Episode 19.
Speaker: wo die beiden Rikes bei uns waren.
Speaker: Das sind die beiden aus Jefer, genau.
Speaker: Und die beiden haben Bookish Empire eröffnet, ein Buchladen in Jefer.
Speaker: Und also, was ich halt spannend finde, gerade in Zeiten auch dieses Jahr, ganz viele Buchhandlungen haben geschlossen, weil sie ja entweder...
Speaker: Konnten sie nicht mehr oder haben keinen Nachfolger gefunden, keine Nachfolgerin oder es war einfach schlichtweg ökonomisch nicht mehr haltbar.
Speaker: Es haben halt viele Buchläden zugemacht, was traurig ist, aber es gibt halt trotzdem noch die Geschichten, es werden trotzdem noch Buchläden eröffnet und es gibt Leute, die sich Konzepte überlegen, die schauen, was könnte man anders machen,
Speaker: die sich spezialisieren und die beiden haben das eben gemacht mit ihrem Laden, den haben sie ja jetzt auch dieses Jahr erst eröffnet und sie haben sich ja auf New Adult, Young Adult und Romans spezialisiert und das fand ich extrem spannend, den beiden einfach mal zuzuhören, wie sie das angegangen sind, die sind ja auch beide noch
Speaker: relativ jung, also auf alle Fälle jünger als wir drei.
Speaker: Und genau, das war eh spannend.
Speaker: Und vor allen Dingen dann auch, dieses Genre ist mir ja eigentlich total fremd gewesen.
Speaker: Und am Anfang hatte ich auch immer so Vorbehalte.
Speaker: Und dann dachte ich aber, wenn man den beiden zuhört, nee, aber es ist doch cool.
Speaker: Also mit welcher Begeisterung die darüber geredet haben.
Speaker: Und wie viele neue LeserInnen dadurch sozusagen heranwachsen, deswegen, ja, das fand ich sehr spannend.
Speaker: Ich finde auch, das ist ein super Beispiel für ein Nischenthema quasi, also es ist natürlich kein Nischenthema, wenn man den Umsatz betrachtet, aber für ein doch sehr,
Speaker: engen Radios, Zielgruppe in einem sehr kleinen Ort, von dem wir gelernt haben, wie er ausgesprochen wird, da so mutig ranzugehen und sich das einfach zu trauen.
Speaker: Und ich glaube, bei denen spielt ganz viel die Attitüde einfach eine Rolle.
Speaker: Sie wollen das machen, sie sind ganz engagiert, sie haben sich in die Szene reingearbeitet und dass man da ziemlich viel Umsatz mitmachen kann einfach.
Speaker: Also das fand ich total schön zu sehen.
Speaker: Die haben ja dann in Frankfurt auf der Messe auf einmal vor mir gestanden und wollten nur mal Hallo sagen und die sind in echt genauso nett wie damals irgendwie am Mikro oder über die Kamera.
Speaker: Das sind ganz tolle Frauen, die einfach genau wissen, was sie da tun und was man aber auch sagen muss.
Speaker: die glaube ich wirklich relativ wenig Freizeit haben und relativ wenig schlafen.
Speaker: Also allein dieser Social-Media-Auftritt, den die machen, und ich finde ja Social-Media immer wahnsinnig anstrengend, was die da abreißen jeden Tag, ist schon beachtlich.
Speaker: Das zeigt aber die Liebe zum Buch, finde ich.
Speaker: Also bei denen ist es einfach spürbar.
Speaker: Aber die Liebe zum Buch war ja eigentlich bei allen Gästen spürbar.
Speaker: Das finde ich auch immer so faszinierend.
Speaker: Also es gibt ja niemanden, der das macht.
Speaker: Ich will damit reich werden und Geld verdienen, sondern die machen das halt.
Speaker: Alle machen ihren Job aus Liebe zum Buch.
Speaker: Und das hat man halt auch bei allen Gästen gemerkt.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Mir ist insgesamt aufgefallen, also eine Folge, an die ich mich super gerne erinnere, war, als wir damals, schon eine Weile her, darüber gesprochen haben, warum ein Buch so viel kostet, wie es nun mal kostet und wer von diesem Preis irgendwie wie viel jeweils bekommt und dann irgendwie rausgekommen ist, ach Mensch, der ist so richtig reich, wird eben, Andi, wie du gesagt hast, niemand davon und trotzdem machen das alle mit so viel Begeisterung.
Speaker: Aber mir ist auch aufgefallen, wir sind schon, das war mir gar nicht so klar, aber jetzt dieses zweite Jahr, wo wir das gemacht haben, schon deutlich politischer geworden.
Speaker: Wir haben über Budgetkürzungen in der Kultur geredet, wir haben über Indie-Verlage gesprochen, die am Ende sind.
Speaker: Wir hatten natürlich auch, das war eigentlich auch ein riesenschöner Erfolg für uns,
Speaker: den Sebastian Gugols als den neuen Vorsteher des Börsenvereins, der vor allen anderen bei uns war, bevor Süddeutsche und FAZ und dieses ganze Gelumpe seine Fragen stellen konnte, die Ersten waren wir.
Speaker: Das war cool, das war so ein kleiner persönlicher Triumph.
Speaker: Aber es ist schon, wir haben uns das vergangene Jahr schon eher auch einigen düstereren Themen gewidmet.
Speaker: Ich weiß gar nicht, ob das bewusst war oder ob das einfach ein Zeitgeist ist, der sich so über uns stülpt.
Speaker: Und wir waren in Japan.
Speaker: Und wir waren in Japan, das stimmt.
Speaker: Kein düsteres Thema, aber eine Sonderfolge, wenn man so möchte.
Speaker: Das ist eh, wir müssen, glaube ich, auch jetzt demnächst immer mal wieder gucken, was Bücher im Ausland machen, was das dort bedeutet.
Speaker: Das wird ja eh...
Speaker: Sowieso immer mehr Thema mit englischsprachigen Ausgaben, die in Deutschland verkauft werden.
Speaker: Übernimmt das da der Verlag, also gibt es dann einen deutschen Verlag, der beide Ausgaben veröffentlicht oder sparen sich das da manche Verlage und sagen einfach direkt, das leiten wir durch, die amerikanischen Ausgaben.
Speaker: Da wird sich, glaube ich, eh noch einiges tun und es ist einfach immer wieder spannend, mal so ein bisschen über die Grenzen zu gucken, wie dort mit Büchern umgegangen wird.
Speaker: Alex, was war denn deine Lieblingsfolge?
Speaker: Also vom Ego her hat Sebastian Gurgolz, glaube ich, hat am meisten das Ego gestreichelt, dass er gekommen ist.
Speaker: Ich mochte aber auch die Folge mit Bettina Fischer vom Literaturhaus Köln.
Speaker: Das war so ein, wir haben angefangen zu reden und hatten irgendwie das Gefühl, wir kennen uns irgendwie schon ganz lange.
Speaker: Das war schön.
Speaker: Aber wie gesagt, mit Daniel Beskos diese Folge, was kostet ein Buch, finde ich, ist immer noch, hat an Aktualität nichts verloren.
Speaker: Kann man immer wieder Leuten sagen, die sich womöglich irgendwie gerade mal beschweren, wieso ist jetzt dieser gierige Autor, der da jetzt 19 Euro für sein Buch will, und dann sagen kann, du hör dir das mal an, es ist alles ein bisschen anders.
Speaker: Also, es gibt...
Speaker: Wir haben schon echt viel durch, aber das Schöne ist, dass uns die Themen nicht ausgehen.
Speaker: Also es ploppt immer wieder was auf, wo wir dann sagen, okay, das machen wir jetzt demnächst.
Speaker: Also die erste Jahreshälfte 2026 steht soweit in unserer Planung.
Speaker: Und nichtsdestotrotz kriegen wir auch von euch Hörerinnen und Hörern immer wieder E-Mails mit Themenvorschlägen, über die wir uns sehr, sehr freuen, die wir aufgreifen.
Speaker: Das Einzige, was wir nicht so aufgreifen, da sind wir alle drei immer so ein bisschen befremdet, wenn dann so eine E-Mail kommt.
Speaker: wo eine zweifellos freundliche Assistentin ebenso zweifellos gezwungen wurde, eine E-Mail zu schreiben.
Speaker: Also mein Chef würde bestimmt mal kommen, wenn ihr ihn freundlich fragen würdet, dann würde er eine Stunde über sein Unternehmen reden.
Speaker: Das sind, glaube ich, immer Sachen, da sagen wir in der Regel dankend ab, denn wir versuchen ja schon irgendwie ein bisschen redaktionell unabhängig zu bleiben und wollen da jetzt einfach nicht eine Stunde lang eine einzelne Firma abkulten, sondern es geht ja schon darum, dass wir alle das einordnen in diesen kompletten Buchmarkt.
Speaker: Aber ich freue mich auf das, was kommt.
Speaker: Wir machen weiter und haben, glaube ich, noch viele, viele Ideen.
Speaker: Und wenn ihr Ideen habt, dann schreibt sie gerne weiterhin an, helft mir, alles at buchmarkt.de.
Speaker: Richtig.
Speaker: Oder über Instagram können sie uns auch erreichen.
Speaker: Stimmt.
Speaker: Bleidet uns in die DM.
Speaker: Das ist richtig.
Speaker: Klang gut.
Speaker: Das fühlt sich schmutzig an.
Speaker: Ich würde sagen, wir machen es anders.
Speaker: Andi.
Speaker: Erzähl doch mal, wir haben uns vorgenommen, jeder geht mal so durch sein Bücherregal und guckt, was ist sein Buch des Jahres.
Speaker: Und, na warte, wir machen es anders, wir machen es anders.
Speaker: Tina, weißt du, was er mitgebracht hat?
Speaker: Ja.
Speaker: Ach, schade.
Speaker: Es tut mir leid.
Speaker: Ich hätte da jetzt gerne ein Quiz draus gemacht.
Speaker: Du hast nämlich kurz vorher schon drüber geredet.
Speaker: Ah, okay, ich war wieder zu spät.
Speaker: Dann lass mich kurz alleine.
Speaker: Ich sage, du hast was mitgebracht.
Speaker: Es ist ein deutschsprachiger, nein, es ist eine deutschsprachige Autorin.
Speaker: Dann leg einfach los.
Speaker: Beides falsch, weder deutschsprachig noch autorisch.
Speaker: Du darfst nachher bei mir nochmal raten.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Aber Alex, du liegst normalerweise richtig, also ich lese schon relativ viel deutschsprachige Autorinnen tatsächlich, habe ich auch dieses Jahr gelesen.
Speaker: Aber mein Lieblingsroman war dann tatsächlich ein anderer und der hat mich emotional ziemlich gepackt.
Speaker: Mein Buch des Jahres ist quasi ein Roman über Sprachlosigkeit, über Traumata und auch über Männlichkeit.
Speaker: Der heißt »Was nicht gesagt werden kann«.
Speaker: Beziehungsweise im englischen Original heißt der Roman Flash, also Fleisch.
Speaker: Und beide Titel sind tatsächlich sehr passend für das Buch.
Speaker: Und geschrieben hat es David Soloy.
Speaker: Ich hoffe, ich spreche den Namen richtig aus.
Speaker: Ist auf alle Fälle ungarischer Herkunft.
Speaker: wurde aber in Kanada geboren, lebt in Großbritannien oder ist da aufgewachsen.
Speaker: Also quasi ein kosmopolitischer Autor, der auch ethnisch schreibt.
Speaker: Und für den Roman hat er dieses Jahr auch den Booker Prize gewonnen.
Speaker: Das ist ja der bekannteste und höchst dotierte Buchpreis in England oder in UK.
Speaker: Und ja, worum geht's?
Speaker: Es geht um die Hauptfigur Istvan und man begleitet diese Hauptfigur über mehrere Jahrzehnte hinweg.
Speaker: Ich glaube so 40, 50 Jahre ungefähr.
Speaker: Und es geht los mit der Jugend, der ist ungefähr 15, da steigt es ein und es werden aber immer nur so Episoden aus seinem Leben erzählt, es wird quasi immer so reingezoomt und Istvan erlebt dabei immer wieder traumatische Ereignisse.
Speaker: Die werden aber selten direkt erzählt.
Speaker: Das erfährt man immer nur so in Rückblenden, was ihm dazugestoßen ist.
Speaker: Also dann erfährt man zum Beispiel, also es gibt dann so einen Zeitsprung auf einmal und dann erfährt man,
Speaker: Ah, okay, er war als Soldat im Zweiten Irakkrieg und dort ist ein Kamerad von ihm getötet worden, beziehungsweise wollte er ihn noch retten und konnte es aber nicht mehr und er ist quasi in seinen Armen gestorben.
Speaker: Und das wird eben nicht direkt erzählt, sondern in so einer Rückblende.
Speaker: Und natürlich macht das was mit ihm, aber das, was es mit ihm macht,
Speaker: erfährt man nicht so richtig in dem Buch, das steht nirgendwo, das muss man zwischen den Zeilen lesen, weil er kann darüber nicht reden.
Speaker: Er hat so eine Sprachlosigkeit, also das, was nicht gesagt werden kann.
Speaker: Und da wird dann zum Beispiel einmal gefragt, ja, was macht dieser Tod deines Kameraden mit dir?
Speaker: Und er sagt dann einfach nur so, ich weiß es nicht.
Speaker: Also er kann seine Gefühle nicht ausdrücken.
Speaker: Und das Besondere ist dann auch, viele Dialoge sind auch so sehr knapp gehalten.
Speaker: Und ich lese mal ein Beispiel vor für einen Dialog, ganz kurz nur, damit er mal einen Eindruck bekommt.
Speaker: Was ist passiert, fragt sein Freund.
Speaker: Was meinst du?
Speaker: Was ist passiert, wiederholt sein Freund.
Speaker: Nichts.
Speaker: Sie will, dass du gehst, sagt sein Freund.
Speaker: Was hast du gemacht?
Speaker: Nichts.
Speaker: Nichts?
Speaker: Ja.
Speaker: Also das ist quasi, so sind sehr viele Dialoge in dem Buch und immer so repetitiv und sehr spröde.
Speaker: Und das macht aber auch so eine Faszination aus.
Speaker: Eben diese Sprachlosigkeit spiegelt sich auch in der Form wieder dieses Buches.
Speaker: Was eben auch spannend ist, die Hauptfigur, da passieren ganz viele Sachen.
Speaker: Der wird dann irgendwann, geht nach England und kommt dann zu Reichtum, steigt auf in der High Society.
Speaker: Aber er macht aktiv gar nichts dafür.
Speaker: Der ist immer so, der schwimmt wie so ein Fähnchen im Wind.
Speaker: Je nachdem, was da eben gerade ihm zustößt, lässt er sich da so mittreiben.
Speaker: Und irgendwie, ja, das passiert ihm alles, aber er ist eben passiv.
Speaker: Und genau, er wird auch immer, immer sprachloser.
Speaker: Und ja, das nur so ganz grob zu dem Buch.
Speaker: Und was mich eben fasziniert hat, ist dieser Inhalt und die Form.
Speaker: Das passt halt perfekt zusammen.
Speaker: Diese Sprachlosigkeit, dieses, ich kann nicht drüber reden, was mir zugestoßen ist.
Speaker: spiegelt sich in der Form wieder und man muss so zwischen den Zeilen lesen.
Speaker: Also mich hat das so an Raymond Carver erinnert, falls das jemand was sagt.
Speaker: Oder Ernest Hemingway ist so ein Beispiel.
Speaker: Bloß das ist so ein bisschen Anti-Hemingway, weil bei Hemingway hast du halt die Helden, die dann in den Krieg ziehen und für die gute Sache eintreten.
Speaker: Und er, die Hauptfigur hier in dem Roman, ist eben kein Held.
Speaker: Und ja, als ich dann zum Ende gekommen bin,
Speaker: Was mich dann so emotional mitgenommen hat, war tatsächlich der letzte Satz.
Speaker: Das ist so ein ganz kurzer Satz.
Speaker: Und dann habe ich das Buch zugemacht und dachte so, das muss ich erst mal irgendwie sacken lassen.
Speaker: Obwohl das so lakonisch war.
Speaker: Es war aber irgendwie ein perfektes Ende für den Roman.
Speaker: Aber der hat mich dann so mitgenommen.
Speaker: Und ja, deswegen ist es so mein Buch des Jahres von David Soloy.
Speaker: Was nicht gesagt werden kann, ist, also die deutsche Übersetzung ist im Claßen Verlag erschienen.
Speaker: Jetzt habe ich euch alle runtergezogen hier.
Speaker: Na, mich ziehst du mit sowas nicht runter.
Speaker: Ich finde es eher spannend.
Speaker: Allein diese kurze Szene, die du vorgelesen hast, das würde mich wahnsinnig machen.
Speaker: Davon gibt es ganz viele von diesen Dialogen.
Speaker: Und mich hat es auch wahnsinnig gemacht, aber ich konnte das Buch trotzdem nicht weglegen.
Speaker: Ich habe es auch in einem Zug an einem Tag durchgelesen.
Speaker: Das sind die besten Bücher.
Speaker: Ja.
Speaker: Alex, was macht das mit dir?
Speaker: Nichts.
Speaker: Nichts, ja.
Speaker: Nein, es ist, ich meine, ich will ja gar nicht jetzt so literaturtheoretisch werden und warum solche Literatur wichtig ist, aber es ist dann immer wieder diese Frage, was möchte ich denn lesen?
Speaker: Und ich merke es jetzt gerade immer wieder, wenn ich vorschauend stöbere, wenn ich durch Buchhandlungen gehe,
Speaker: Ich scanne richtig ab, ich möchte gerade doch ein bisschen, ich möchte es leichter, ich möchte es amüsant am liebsten, ich möchte Sprachwitz haben oder so, ich möchte es schräg, aber wenn da irgendwie schon draufsteht, irgendwie berührend und hochaktuell oder so,
Speaker: Dann lege ich es weg.
Speaker: Da lese ich mir gar nicht durch.
Speaker: Um was geht es eigentlich?
Speaker: Nee, ich möchte nicht berührt werden.
Speaker: Und das rechte ich mit hochaktuellen Themen.
Speaker: Ich finde, das hat total seine Berechtigung.
Speaker: Aber zumindest jetzt bin ich gerade in der Phase, wo ich das nicht möchte.
Speaker: Und wo ich auch tatsächlich gar nicht so wahnsinnig auf Sprache abfahre.
Speaker: Ich möchte gerne gerade, ich möchte Handlung.
Speaker: Ich will, dass was passiert.
Speaker: Und bei dir...
Speaker: Nun ja, wie soll ich sagen?
Speaker: Nee, es gibt ja auch Handlungen.
Speaker: Also es passiert relativ viel, aber das ergibt sich eher so aus dem Kontext.
Speaker: Aber ich bin da ja auch bei dir.
Speaker: Und tatsächlich habe ich, nachdem ich das beendet habe, ging es mir auch so, jetzt brauche ich irgendeinen Kontrast.
Speaker: Also ich kann jetzt nicht so mit so einem schweren, traurigen Thema weitermachen.
Speaker: Und hab dann zu Max Gold gegriffen tatsächlich, um da mal, ja, was komplett anderes zu lesen einfach.
Speaker: Ja.
Speaker: Oh, ich hab ein bisschen Angst, wie es jetzt weitergeht bei Tina.
Speaker: Äh, Andi, du, du weißt wahrscheinlich, ihr habt euch schon unterhalten, du weißt auch, was Tina mitgebracht hat?
Speaker: Ja.
Speaker: Ach, Mann, ist doch, okay.
Speaker: Aber sag ihm, dass es ihm gefallen wird.
Speaker: Meinst du?
Speaker: Ich weiß es nicht.
Speaker: Also mir wird es gefallen auf alle Fälle.
Speaker: Ihm auch.
Speaker: Ich spoiler so viel, dass ich das Buch schon ein paar Mal in der Hand hatte, es bisher noch nicht mitgenommen habe.
Speaker: Aber jetzt, wenn es Tina jetzt vorstellt, jetzt hole ich es mir auf alle Fälle.
Speaker: Okay, das heißt, es liegt prominenter in den Buchhandlungen aus.
Speaker: Offenbar auch schon mal ein bisschen länger, weil du gehst ja jetzt nicht irgendwie dreimal an einem Tag in die Buchhandlung.
Speaker: Stimmt.
Speaker: Aber irgendwas hat dich abgehalten.
Speaker: Was hat dich abgehalten?
Speaker: Irgendwie Covergestaltung oder so?
Speaker: Verrückter Titel?
Speaker: Ja, ich glaube, es war tatsächlich das Cover.
Speaker: Also normalerweise bei Tiergüter.
Speaker: Wie gesagt, hier hinten drauf steht, berührend, mit einem hinreißenden Humor.
Speaker: Oh, da waren die Kollegen Profis, da haben die einfach beides reingehauen.
Speaker: Deswegen ist es für uns beide, Alex, es ist für dich und für mich.
Speaker: Also bei Tina denke ich ja, wie sage ich das jetzt politisch korrekt, da rechne ich ja eigentlich damit, dass mindestens Protagonistin und Autorin, gerne auch in Personalunion, mindestens drei von vier Minderheiten angehören.
Speaker: Nein.
Speaker: Ähm... Ah, ich... Ich will ja auch nicht fies sein, aber ich dachte erst, Tina bringt wieder Usama al-Shamani mit, mit seinem... Habe ich doch jetzt alle Bücher schon vorgestellt.
Speaker: Ja, deswegen.
Speaker: Ich dachte, kommt schon wieder was Neues.
Speaker: Ja, stimmt.
Speaker: Okay, der fällt ein bisschen raus.
Speaker: Aber das war jetzt ein bisschen fies.
Speaker: Ich habe übrigens ein Buch gelesen von Usama al-Shamani.
Speaker: Es war sehr gut.
Speaker: Es hat mir sehr gut gefallen.
Speaker: Das mit Tigris im Titel.
Speaker: Ich habe den Titel vergessen.
Speaker: Ich glaube, das letzte Buch von ihm, was jetzt noch rausgekommen ist.
Speaker: Genau, das war so.
Speaker: Das führt mich übrigens zu anderem Gossip.
Speaker: Nachdem wir jetzt, glaube ich, in jeder zweiten Folge einmal Glavinitsch erwähnt haben, und wie toll wir ihn finden, ist in den vergangenen Wochen für meinen Geschmack zu oft Matthias Schweighöfer durch irgendwelche Sendungen gehüpft und hat seinen neuen Film angekündigt.
Speaker: Das Leben der Wünsche und dann gab es da auch einen Trailer zu.
Speaker: Und irgendwann habe ich gedacht, woher sagt mir das was?
Speaker: Das Leben der Wünsche.
Speaker: Ach ja, stimmt.
Speaker: Aber das wird ja damit nichts zu tun haben, weil dieser Trailer hat Schlimmes vermuten lassen.
Speaker: Und tatsächlich, es ist das Leben der Wünsche von Glavinitsch wurde verfilmt von Matthias Schweighöfer, der es irgendwie als sein Baby bezeichnet hat, an dem er jetzt, ich weiß nicht, ich will nicht über drei, sieben, acht Jahre lang gearbeitet hat am Drehbuch und an der ganzen Produktion.
Speaker: Er hat irgendwie auch alles gemacht.
Speaker: Ich weiß nicht, ich will nicht lügen, aber ich glaube, er hat Regie geführt in Drehbuchen.
Speaker: Hat wahrscheinlich auch die Kostüme geschneidert.
Speaker: Ich weiß es nicht.
Speaker: Aber tatsächlich hat er das gemacht.
Speaker: Das hat nichts mehr so auf diese erste Ästhetik hin, zumindest nichts mehr mit dem Buch gemeint.
Speaker: Fand ich aber ganz spannend.
Speaker: Vielleicht überwinde ich mich und gehe mal wieder ins Kino.
Speaker: Und im Zuge dessen habe ich einen ganz, ganz wunderbaren, längeren Artikel gefunden über Klavinitsch, den ich dann auch Tina geschickt habe.
Speaker: in dem er angekündigt hat.
Speaker: Es gibt offenbar ein sehr, sehr weit fortgeschrittenes Romanprojekt.
Speaker: Es ist fertig, hat er geschrieben.
Speaker: Oder es ist sogar fertig.
Speaker: Die einzige kleine Schwierigkeit, er ist seit 2023 in Privatinsolvenz oder wie auch immer das in Österreich heißt.
Speaker: Und er hat halt selber vorgerechnet, wenn er jetzt, ich glaube, er sprach von 80.000 Vorschuss, die er bekommen würde, glaube ich.
Speaker: Also wenn er jetzt 80.000 Vorschuss bekommen würde, dann würde ihm das alles aufs Existenzminimum weggefändet.
Speaker: Das Problem an der Geschichte ist aber im österreichischen Steuerrecht, dass er trotzdem auf diese 80.000 Lohnsteuer zahlen müsste oder Einkommenssteuer oder irgend sowas in der Art.
Speaker: Und dann wird das irgendwie keine coole Geschichte für ihn und deswegen sitzt er das jetzt aus.
Speaker: So war zumindest meine Lesart dieses Artikels.
Speaker: Er sitzt es jetzt aus, bis die Privatinsolvenz durch ist und dann knallt er einen neuen Roman raus.
Speaker: Und ich fahre ganz Jugoslawien ab, um ihn zu suchen und Testleserin zu werden.
Speaker: Weil man weiß nicht, wo er ist.
Speaker: Das ist wirklich, dürfen wir den Artikel verlinken?
Speaker: Ja, ne?
Speaker: Darf man.
Speaker: Ja.
Speaker: Auch nicht.
Speaker: Es war ganz spannend, weil der, also auch Freunde wissen nicht, wo er ist.
Speaker: Also vermutlich nicht Österreich, sondern irgendwie Heimat seines Vaters.
Speaker: Und da sind wir irgendwo im Ex-Jugoslawien.
Speaker: Keiner weiß, was er da, was er gerade tut, aber er hat wohl eine neue Partnerin, die ihm ein bisschen Stabilität gibt.
Speaker: Das fand ich sehr schön.
Speaker: An dieser Stelle ganz herzliche Grüße.
Speaker: Wir freuen uns auf alles, was da kommt.
Speaker: So.
Speaker: Aber jetzt, Tina, was erzähl?
Speaker: Ich bin sehr gespannt.
Speaker: Was hast du mitgebracht?
Speaker: Sie ist Schauspielerin am Burgtheater in Wien.
Speaker: Vielleicht ist da ein Bogen.
Speaker: Aha!
Speaker: Aha!
Speaker: Ich habe mitgebracht Caroline Peters, Ein anderes Leben, weil ich dieses Buch... Ja, okay, ist geschenkt.
Speaker: Ja.
Speaker: Ich fand das Buch richtig, richtig toll geschrieben und richtig toll erzählt.
Speaker: Ähm,
Speaker: Es geht im Grunde genommen um Hannah, obwohl die Einleitung die Beerdigung von Peter ist.
Speaker: Also Peter ist der Vater der Protagonistin und ihre zwei weiteren Schwestern, die von zwei weiteren Vätern sind, nämlich von Klaus und Roberto, trifft sie auf dieser Beerdigung wieder und anhand dieser Schwestern und dieser anderen Väter, die da im Raum stehen,
Speaker: erzählt sie die Geschichte, also die Protagonistin ihrer Mutter.
Speaker: Es ist wohl angeblich angelehnt an die Originalmutter von Caroline Peters, aber eben auch nur angelehnt.
Speaker: Und dieses Buch Ein anderes Leben ist im Grunde genommen nichts anderes, als Hannah ein anderes Leben leben wollte,
Speaker: als das vieler Frauen in den 50er, 60er, 70er Jahren.
Speaker: Und deswegen hat sie nicht nur drei Männer und drei Kinder von diesen Männern, sondern war auch eine Erscheinung, möchte man fast sagen, im Leben all dieser sechs Menschen.
Speaker: Und ich finde es super nett geschrieben, es ist eine ganz leichte Geschichte, es ist
Speaker: humorvoll und wenn man die Stimme von Caroline Peters irgendwie im Ohr hat, wie sie es vorliest.
Speaker: Zum Ende wird es natürlich auch emotional, aber ein ganz tolles Buch, was man ganz easy auch an Weihnachten verschenken kann.
Speaker: Da macht man nichts falsch.
Speaker: Und ich fand es ein tolles Caroline Peters Erstlingswerk.
Speaker: Ja, das war toll.
Speaker: Das hatte ich als Hörbuch gehört.
Speaker: Das ist wirklich...
Speaker: macht einfach Freude.
Speaker: Du hast recht.
Speaker: Ich nehme alles zurück.
Speaker: Das war sehr schön.
Speaker: Und Alex, dein Lieblingsbuch?
Speaker: Ganz kurz, ich habe es gerade rausgesucht.
Speaker: Diese Woche habe ich von einem Autor von uns eine Mail zugeschickt bekommen, weil er aktuell bei den Weihnachtsempfehlungen der FAZ
Speaker: mit aufgeführt ist.
Speaker: Ich sage jetzt nicht um welches Buch es geht, damit es nicht Werbung wird, aber ich finde, ich will nur diese ganz kurze Rezension vorlesen, weil die so schön ist.
Speaker: Ein Buch, mit dem lesefaule Männer vielleicht doch noch für anspruchsvolle Belletristik zu gewinnen sind.
Speaker: Innensicht eines übergewichtigen Architekten mit Schlag bei den Frauen und Faible für Autos.
Speaker: Klingt schlimm, ist ganz anders.
Speaker: Toll, oder?
Speaker: Habe ich zweimal lesen müssen.
Speaker: Nee, der Mach mochte das.
Speaker: Nee, mein Lieblingsbuch war, ich habe eine Weile überlegt, ich bin auch so ein bisschen von dem Punkt rangegangen, was hat mich, was hat den meisten Eindruck hinterlassen, wie bei Andi.
Speaker: Weil
Speaker: Ich glaube, ich habe einige Krimis naturgemäß dieses Jahr gelesen und da waren bestimmt auch Gute dabei.
Speaker: Aber was mich wirklich am meisten, was am meisten nachhalt, war der Roman oder was war, ist es denn, Roman, Biografie von Marco Wanda.
Speaker: Ich habe ja eh eine große Liebe zu Österreich und eine große Liebe zu Wien.
Speaker: Jetzt hat gerade erst wieder, war ja die Buch Wien und ich bin so gerne in dieser Stadt.
Speaker: Es ist einfach, da ist einfach alles schön, das ist nicht ohne Grund, waren die Jahre lang auf Platz 1 der lebenswertesten Städte der Welt.
Speaker: dieses Jahr, glaube ich, von Kopenhagen verdrängt.
Speaker: Aber das ist egal.
Speaker: Es ist eine wunderschöne Stadt.
Speaker: Und dann kam ja dieses Buch raus.
Speaker: Und ich kannte schon lange natürlich die Band Wanda.
Speaker: Und ich mochte auch einige der Lieder, aber ich wollte die blöd finden.
Speaker: Also ich habe Geschichten gehört über Wanda,
Speaker: Marco, Wanda, in Wien kennen sich ja auch alle Kulturschaffenden untereinander.
Speaker: Und dann, ja, der ist sehr arrogant und seine Jacke müffelt ein bisschen und was man da alles irgendwie so für komische Gerüchte gehört hat.
Speaker: Und ich fand den blöd.
Speaker: Ich wollte die Band blöd finden, habe zähneknirschend hingenommen, dass ich ein paar Lieder gut finde.
Speaker: Aber ich wollte die Band blöd finden, ich wollte den Sänger blöd finden, ich wollte diesen ganzen Hype blöd finden.
Speaker: Und dann kam das Buch und dann wollte ich das Buch natürlich auch blöd finden.
Speaker: Und dann habe ich das gelesen und dann musste ich wirklich so nach einer halben Seite hatte der mich halt schon.
Speaker: Der hat sehr, sehr, sehr schonungslos darüber geschrieben, wie er so Mitte der 10er Jahre aus Wien raus ist, weil ihm Wien nicht mehr gefallen hat.
Speaker: Da hat er mich schon mal verloren am Anfang, klar.
Speaker: Was ist denn das für eine dumme Idee?
Speaker: Aber irgendwie konnte man es dann doch nachvollziehen.
Speaker: Dann ist er nach Berlin und auch mal nach Kairo und solche Ausflüge.
Speaker: Und ich glaube, es gibt keine Substanz, die der nicht irgendwie sich mal ausprobiert hat.
Speaker: Und es gibt auch diesen ganz wunderbaren Satz da drin.
Speaker: Ich bin Alkoholiker und ich hoffe, dass ich bald...
Speaker: ehemaliger Alkoholiker bin oder so ähnlich.
Speaker: Also es ist schon, der hat immer noch diese Probleme.
Speaker: Es ist nicht so eine Rückschau, früher war es mal so, sondern der ist halt noch mittendrin.
Speaker: Der ist mittendrin in diesem ganzen Problem, der ist mittendrin in diesem ganzen Erfolg und hat dieses Buch geschrieben.
Speaker: So ein kleiner Abriss, ganz viel Kultur, ganz viel Musik drin, ganz viele Namen, die man irgendwie kennt und man begleitet so diese Lieden und dann, wie kurze Zeit später die Band gegründet wurde,
Speaker: Wie dann irgendwann der Gitarrist, ich glaube der Gitarrist, Trummer, Keyboarder, Verstorben ist und was das mit ihm gemacht hat.
Speaker: Und es ist unglaublich berührend, da haben wir das Wort.
Speaker: Und, aber was halt noch dazu kommt, ich finde ihn auf einmal nicht mehr blöd.
Speaker: Ich gönne dem nach Lesen dieses Buches jeden Erfolg.
Speaker: Und der soll, der soll bitte, der soll sein Leben in den Griff kriegen, der soll aber diese kaputte Musik weitermachen.
Speaker: Der soll weiter Bücher schreiben, ganz, ganz unbedingt und gefälligst, weil der wirklich erzählen kann.
Speaker: Und das war mein Buch.
Speaker: Wie heißt es?
Speaker: Dass es uns gegeben hat, heißt es genau.
Speaker: Dass es uns gegeben hat bei den Kollegen von Choing Nye.
Speaker: Ganz, ganz fantastisches Buch.
Speaker: Naja.
Speaker: So, Einwände.
Speaker: Dass du was Berührendes liest, irritiert mich komplett.
Speaker: Ich bin tatsächlich überrascht über deine Auswahl, aber ich finde sie super.
Speaker: Ich hätte es nicht gelesen.
Speaker: Kennt ihr das, dass man ab und zu so ein Buch einfach anfängt, weil man in seinen Vorurteilen bestätigt werden möchte.
Speaker: Und ich wollte das jetzt blöd finden.
Speaker: Ich wollte da die ersten 20 Seiten lesen, wollte sagen, ja, war nichts, war ja klar.
Speaker: Und dann hat er mich irgendwie überrascht.
Speaker: Tja, passiert.
Speaker: Alle Bücher werden wir euch selbstverständlich wieder in die Shownotes reinkopieren.
Speaker: Aber ich würde sagen, an der Stelle, Tina, wir haben dich gar nicht gefragt, wie unhöflich.
Speaker: Hattest du auch eine Lieblingsfolge?
Speaker: Natürlich.
Speaker: Die Folge mit uns dreien.
Speaker: Die Folge zu Weihnachten.
Speaker: Ich fand es so toll, dass wir da einfach nur über Bücher gesprochen haben.
Speaker: Also ich liebe unsere Gäste, aber ich liebe vor allen Dingen Bücher.
Speaker: Und dass wir da einen Nenner gefunden hatten für unsere Bücher.
Speaker: Also es waren ja Bücher, die uns allen dreien gefallen.
Speaker: Haben wir einfach abgefeiert.
Speaker: Ohne eine kritische Distanz.
Speaker: Wir haben einfach Bücher richtig gut gefunden.
Speaker: Ja, und ich habe jetzt auch noch mal geguckt, was wir gelesen haben.
Speaker: Und ich würde es wieder so machen.
Speaker: Also ich finde, es sind einfach tolle Bücher mit dabei.
Speaker: Ob das Strunk ist, Klavinitsch hatten wir unter anderem auch dabei.
Speaker: André Herrmann, wir haben zu dritt André Herrmann gelesen, der es uns ja dann im Nachgang auch nochmal geschrieben hat, wie cool er das findet, dass wir ihn zu dritt gelesen haben.
Speaker: Und da waren wir gemeinsam an der Lesung und ja.
Speaker: Aber dann hätte ich einen Vorschlag, Tina.
Speaker: Oder Paul Pukowski, der uns auch geschrieben hat, wie geil er die Sendung findet und dann auch nochmal verlinkt hatte.
Speaker: Ja, stimmt.
Speaker: Aber dann hätte ich einen Vorschlag, Tina, für dich, für Andi, für mich, für uns alle.
Speaker: Wir machen das wieder.
Speaker: Wir machen wieder eine kleine, lauschige Weihnachtsfeier.
Speaker: Wir machen uns den Glühwein heiß, zünden uns Kerzen an, legen irgendwas auf.
Speaker: Musik?
Speaker: Nein.
Speaker: Schlecht beim Podcast aufnehmen.
Speaker: Aber wir machen eine kleine Weihnachtsfeier für uns und gucken uns wieder lustige, humorvolle, schöne
Speaker: in der Regel nicht so berührende Bücher an.
Speaker: Das beim nächsten Mal.
Speaker: Und im neuen Jahr dann wieder mit Gast.
Speaker: Sehr gute Idee.
Speaker: Heute erstmal vielen Dank fürs Zuhören in dieser leicht improvisierten Folge.
Speaker: Aber es hat trotzdem Spaß gemacht.
Speaker: Ich habe diesen kleinen rumpeligen Podcast jetzt gerade irgendwie wieder so richtig mit beiden Armen umarmt und gemerkt, was wir da schon für tolle, tolle Gäste hatten und tolle Folgen.
Speaker: So soll es weitergehen.
Speaker: Wenn ihr Vorschläge habt, wie gesagt, an alles.buchmarkt.de oder auf Insta.
Speaker: Folgt uns, kommentiert, schreibt uns Nachrichten.
Speaker: Und dann würde ich sagen, vielen Dank an Tina und an Andi und bis zum nächsten Mal.
Speaker: Danke, Alex.
Speaker: Danke.
Speaker: Tschüss.
Speaker: Tschüss.

