Einführung in den Podcast und Gastvorstellung
00:00:05
Speaker
Hallo und herzlich willkommen, wie schön, dass ihr euch Zeit genommen habt zu Alles Buchmarkt.
00:00:10
Speaker
Der Podcast, in dem wir für gewöhnlich ein Thema suchen, das sich irgendwie um die Buchbranche dreht, um Bücher dreht.
00:00:18
Speaker
Und dann gucken wir nach dem besten Gast, der oder die sich da am besten mit auskennt.
00:00:22
Speaker
Dann laden wir die ein, wir reden darüber und lernen am besten noch ein bisschen was und können vielleicht sogar auch noch mit irgendwelchen Missverständnissen aufräumen.
00:00:32
Speaker
Und dann gehen wir alle zufrieden nach Hause.
00:00:34
Speaker
Jetzt habe ich eben, das war keine abgehobene Wichtigtuerei, denn heute ist es ein bisschen anders.
00:00:41
Speaker
Wir haben einen ganz tollen Gast da, ist ein Mann, ist ein Autor und den wollten wir einladen, weil wir den ziemlich spannend finden und dann haben wir uns überlegt,
00:00:51
Speaker
Über was reden wir mit dem?
00:00:52
Speaker
Man kann mit ihm, das wird den Freunden sich damit anfangen, er ist wahnsinnig jung und schon ultra erfolgreich und jetzt kann man darüber reden, was kommt da noch und wie ist das so als sehr junger Mensch in diesem Kulturbetrieb, wo man ja doch ein bisschen Ellbogen braucht, um sich durchzusetzen.
00:01:10
Speaker
Oder wir reden mit ihm darüber,
00:01:13
Speaker
wie das so ist, wenn man sagt, ich wechsle jetzt mal so ein bisschen das Genre.
00:01:18
Speaker
Ich habe eigentlich eine feste Zielgruppe, eine Leserschaft, aber nehme ich die jetzt mit oder verliere ich die?
00:01:23
Speaker
Und wir wissen, in der Buchbranche wird so ein Flop jetzt nicht so ohne weiteres verziehen.
00:01:29
Speaker
Also es ist auch ein bisschen riskant, was er da gerade vorhat.
00:01:32
Speaker
Oder wir fragen ihn einfach, weil das erlebe ich bei uns bei Gmeiner ja einfach ganz oft, wie unterschiedlich der österreichische Buchmarkt gegenüber dem Deutschen ist.
00:01:44
Speaker
Und er ist Österreicher und deswegen können wir das heute mal so ein bisschen mit ihm erfragen.
00:01:48
Speaker
Und dann konnten wir uns nicht entscheiden, was reden wir denn jetzt mit ihm und haben gesagt, das ist ganz einfach, wir machen einfach alles.
00:01:53
Speaker
Also heute mal drei Themen, die alle perfekt zu diesen Menschen passen.
00:01:57
Speaker
Und ich würde sagen, ihr könnt euch jetzt zurücklehnen und Tina stellt ihm zum Ankommen, zum Aufwärmen, wie immer, ein paar Fragen zum Reinkommen.
Schnelle Fragen an den Autor
00:02:08
Speaker
Ja, wir fangen mal damit an.
00:02:12
Speaker
Das neue Buch ist zwar schon produziert, aber wenn du eine Deadline hast, und das sind noch drei Wochen, eher schreiben oder eher Netflixen,
00:02:21
Speaker
Schreiben, Tag und Nacht tatsächlich.
00:02:25
Speaker
Und du bewegst dich ja im Genre New Adult.
00:02:28
Speaker
Echtes Interesse oder der Markt wollte es so?
00:02:33
Speaker
Ich glaube, es war eine feine Linie von der Markt wollte es so zu eigentlich ganz interessant.
00:02:42
Speaker
Wovor hast du am meisten Angst?
00:02:43
Speaker
Schreibplakate oder den zweiten Bestseller?
00:02:49
Speaker
Eher vor dem ersten Flop.
00:02:55
Speaker
Wenn dein Leben ein Genre wäre, Thriller, New Adult oder doch eher Comedy?
00:03:02
Speaker
Oder was ganz anderes?
00:03:04
Speaker
Ich glaube irgendein Sachbuch mit so einem ganz skurrilen Namen.
00:03:09
Speaker
Also irgendwas von Stephanie Stahl.
00:03:13
Speaker
Das Kind in dir muss Heimat finden.
00:03:16
Speaker
Das sagt gerade gar nichts viel über dich aus, was ich noch nicht verstehe, aber das kommt vielleicht noch.
00:03:21
Speaker
Das kommen wir noch drauf, glaube ich auch.
00:03:23
Speaker
Dein Buch wird verfilmt und du darfst wählen, Mitspracherecht beim Drehbuch oder beim Casting?
00:03:30
Speaker
Mitspracherecht beim Budget.
00:03:36
Speaker
Natürlich nur das Beste vom Besten.
00:03:39
Speaker
Und der Autor bekommt ein paar Prozente mehr.
00:03:43
Speaker
Was kickt mehr, Premierenlesung mit Standing Ovation oder Platz 1 auf der Bestsellerliste?
00:03:50
Speaker
Tatsächlich müsste ich jetzt sagen, die Liste.
00:03:55
Speaker
Ja, weil ich glaube, das andere kommt dann automatisch, ich glaube, die Leute haben dann so eine Angewohnheit, dass sie dann einfach Standing Ovation machen würden und Applaus einfach nur, weil es auf der Liste ist.
00:04:05
Speaker
Das heißt, mit dem einen hat man das andere.
00:04:07
Speaker
Ich kann mich da an einen Auftritt erinnern, tatsächlich auf der Leipziger Buchmesse und das ist ganz frisch, also mein letztes Buch auf die Liste gekommen und dann hat jemand, also ich bin aufgetreten und dann hat jemand geschrieben, Spiegelbestseller und alle waren so, da musste ich noch gar nichts sagen.
00:04:25
Speaker
Also hast du eine Win-Win-Situation.
Erfahrungen bei Buchmessen und Rezensionen
00:04:30
Speaker
Das ist nicht zu bescheiden eigentlich.
00:04:34
Speaker
Was ist eigentlich schlimmer?
00:04:35
Speaker
Eine schlechte Rezension oder gar keine?
00:04:39
Speaker
Das ist eine gefinkelte Frage.
00:04:42
Speaker
Vermutlich eine schlechte Rezension.
00:04:47
Speaker
Weil dann kann man sich noch irgendwie denken, ach, die finden das alle gut.
00:04:51
Speaker
Nee, da kann man denken, keiner interessiert sich für dich.
00:04:55
Speaker
Das ist bei keiner Rezension.
00:04:58
Speaker
Ich denke einfach, zu einer schlechten Rezension kann man zumindest Stellung beziehen.
00:05:06
Speaker
Die Frage ist nur, sollte man Stellung beziehen?
00:05:08
Speaker
Das ist tatsächlich auch etwas, was ich mit meinem Autorenkolleg Ihnen ganz viel bespreche.
00:05:12
Speaker
Die haben auch auf den Drang, sich zu negativen Rezensionen zu äußern.
00:05:16
Speaker
Aber es machen die allerwenigsten.
00:05:18
Speaker
Ich habe tatsächlich auch Autoren, die
00:05:21
Speaker
fragen, kann man da irgendwie was löschen bei Amazon oder so?
00:05:26
Speaker
Und ich denke mir, nee, also, das bringt ja auch nichts.
00:05:28
Speaker
Entschuldige, Tina, dass ich dir gerade das reinfahre, aber diesen Tipp mal an alle Autorinnen und Autoren.
00:05:34
Speaker
Habe ich von einem unserer Autoren mal diese Theorie und ich finde die extrem plausibel.
00:05:38
Speaker
Es gibt gerade beim großen A, ab und zu Rezensionen, ein Stern ohne Begründung.
00:05:44
Speaker
Und es ist tatsächlich so, mir ist das mittlerweile auch ein paar Mal passiert, wenn man auf seinem Kindle liest und dann ans Ende des Buches kommt und man möchte das bewerten, dann habe ich ja auch immer diesen Impuls, ich möchte dann so, man fängt so links bei einem Stern an und möchte nach rechts ziehen.
00:05:56
Speaker
Und dann fängt man so weiter eins an und dann steht da, danke.
00:05:58
Speaker
Und man kommt gar nicht so weit.
00:06:00
Speaker
Also ich glaube tatsächlich, so entstehen auch häufiger mal schlechte Rezensionen.
00:06:04
Speaker
Also um allen mal Mut zu machen, die denken, warum ist die Welt nur so gemein?
00:06:08
Speaker
Das kann auch manchmal einfach so technisch passieren.
00:06:10
Speaker
Ja, das habe ich jetzt wirklich erst neuerdings gemerkt, da gibt es nämlich teilweise die gleiche Rezension von der gleichen Person mit unterschiedlichen Sternenanzahlen auf unterschiedlichen Portalen.
00:06:20
Speaker
Es kann natürlich sein, dass man wie bei Tinder und Lavoo sich dann anders zeigen würde, je nachdem auf welcher Plattform, auf Goodreads bewertet man dann härter als auf Amazon, aber ich glaube tatsächlich, dass die Leute sich einfach vertippen manchmal.
00:06:35
Speaker
Also du liest offensichtlich sehr genau Rezensionen.
Der Weg des Autors: Vom Theater zur Literatur
00:06:42
Speaker
Wie berechnend bist du?
00:06:44
Speaker
Schreibst du manchmal Szenen, von denen du weißt, dass sie dem Markt gefallen, auch wenn du sie selbst gar nicht brauchst?
00:06:53
Speaker
Ich schreibe auf jeden Fall Szenen, wo ich weiß, dass sie den Markt verstören.
00:07:02
Speaker
Es ist sicher ein Funken Berechnung dabei, aber gerade dieses Berechnende macht mir auch irgendwie Spaß beim Schreiben.
00:07:12
Speaker
Und die letzte Frage, die ich an dich habe, bevor Andi dich vorstellt.
00:07:16
Speaker
Was macht dir im Moment mehr Angst, dass der Erfolg nachlässt oder dass er genauso weitergeht?
00:07:24
Speaker
Ich glaube, dass er nachlässt.
00:07:29
Speaker
Das war echt schon ein ziemlich tiefer Einblick in dich als Person und Andi, unsere kleine Susi hier im Podcast, wer noch Herzblatt kennt, stellt die Gäste immer auf seine Art und Weise vor und jetzt wollen wir auch mal erfahren, wer du wirklich bist.
00:07:48
Speaker
Vielen Dank, Tina.
00:07:49
Speaker
Heute begrüßen wir jemanden, der schon als Kind angefangen hat, Geschichten zum Leben zu erwecken.
00:07:55
Speaker
Und das im wörtlichen Sinn.
00:07:58
Speaker
Mit zwölf Jahren stand er nämlich schon auf Theaterbühnen.
00:08:01
Speaker
Das nicht nur so als Hintergrunddeko oder als Grasbüschel in einer Halbzeitshow, sondern als echter Schauspieler, der Geschichten ausdrucksstark verkörpern kann.
00:08:13
Speaker
Geboren wurde unser Gast 2001 in Graz.
00:08:17
Speaker
Inzwischen lebt und schreibt er in Wien, wo er zudem Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert.
00:08:24
Speaker
Sein erstes Buch schrieb er bereits mit 17 Jahren.
00:08:29
Speaker
Einfach so, sagt er, aus Langeweile.
00:08:32
Speaker
Andere scrollen durch TikTok, er schreibt Romane.
00:08:36
Speaker
Sein Debüt, Hinterm Hasen lauert er, ist ein Jugendroman über Cybermobbing, Internetabhängigkeit, Gruppendruck und erste Liebe.
00:08:47
Speaker
Vier weitere Young Adult Bücher hat er seitdem veröffentlicht.
00:08:52
Speaker
Er schreibt nicht von oben herab, er schreibt mittendrin über junge Menschen in einer Welt voller Bildschirme, Erwartungen und Unsicherheiten.
00:09:02
Speaker
Ohne moralischen Zeigefinger, aber mit viel Gefühl für Tempo, Dialoge und Spannung.
00:09:08
Speaker
Seine Bücher wurden unter anderem bereits für den Glauser Krimi-Preis nominiert, teils in mehrere Sprachen übersetzt und waren auf der Spiegel-Bestsellerliste zu finden.
Einzigartige Lesungsansätze
00:09:19
Speaker
Und wer unseren Gast schon mal live erlebt hat, wird wissen, dass seine Lesungen alles andere als normal sind.
00:09:27
Speaker
Ganz der Theatermensch, der er ist, hat er sein Lesekabarett irgendwo zwischen Bühne, Lesung und Stand-up angesiedelt.
00:09:36
Speaker
Kurz gesagt, man hört ihm nicht nur zu, man erlebt ihn.
00:09:42
Speaker
Aktuell steht bereits sein brandneues fünftes Werk Firewatch bei DTV in den Startlöchern.
00:09:49
Speaker
Ein New Adult Suspense Roman, über den wir gleich mehr erfahren wollen.
00:09:55
Speaker
Ob also zwischen Buchdeckeln auf der Bühne oder vor dem Podcast-Mikro, unser heutiger Gast bringt Witz, Tiefgang und eine ordentliche Portion Spannung mit.
00:10:07
Speaker
Daher freuen wir uns sehr, dass er heute im Allesbuchmarkt-Podcast ist.
00:10:11
Speaker
Herzlich willkommen bei uns, Colin Hadler.
00:10:14
Speaker
Ja, hallo, vielen Dank für die Einladung.
00:10:19
Speaker
Mich würde gleich mal interessieren, bevor wir zu deinem neuen Roman kommen, du hast sechs Bücher in acht Jahren veröffentlicht und ich habe mal nachgeschaut, es sind ja nicht nur schmale Bändchen, die sind meistens so zwischen 300 und 400 Seiten, deine Romane.
00:10:38
Speaker
Wie schafft man das?
00:10:39
Speaker
Also hast du eine Schreibroutine oder wie schafft man dieses Pensum überhaupt?
00:10:44
Speaker
Ja, bevor wir zum Buch kommen und bevor wir zu deiner Frage kommen vor dem Buch, hätte ich auch noch eine Frage, weil ich werde meistens jetzt noch als Blutjung angekündigt.
00:10:55
Speaker
Jetzt bin ich ja 24 und ich wurde ja auch als Blutjung angekündigt, als ich 17 war.
00:11:00
Speaker
Und meine Frage an euch, ihr kennt euch da ja auch sehr im Markt aus, ab wann wird man denn nicht mehr als Blutjung angekündigt?
00:11:08
Speaker
Was ist meine Deadline, auf die ich zuschaut?
00:11:11
Speaker
Ich hätte jetzt schon gesagt, 40 hätte ich jetzt gesagt.
00:11:14
Speaker
Nee, ich hätte schon gesagt über 30, aber wir hatten damals bei Weißbuchs einen Autor, der war über 80 und das war eine große Freude, den immer als Debütautor vorzustellen.
00:11:23
Speaker
Also dein Problem ist halt, dass du immer dann, wenn du 40 bist, wo du nicht mehr jung wärst, würde man trotzdem sagen, boah, was ein Pensum.
00:11:31
Speaker
Also ich fürchte, das wirst du überhaupt nicht mehr los.
00:11:34
Speaker
Ich glaube auch, beziehungsweise würde ich das, glaube ich, noch eine Weile begleiten.
00:11:38
Speaker
Ich finde auch Mitte 20 sechs Romane.
Schreibgewohnheiten und Arbeitsroutine
00:11:43
Speaker
Nein, überhaupt auch ein Roman mit Mitte 20 ist für die allermeisten einfach nicht machbar und nicht mal denkbar.
00:11:51
Speaker
Man muss dann immer unterscheiden, weil ich denke mir immer, einen Roman können viele schreiben.
00:11:56
Speaker
Die Frage ist, ob er gut ist oder nicht.
00:11:58
Speaker
Das ist natürlich für jeden selbst zu beurteilen.
00:12:02
Speaker
Nein, du musst das erst mal machen, wenn ich überlege, was ich mit, selbst also mit Anfang 20, da habe ich alles Mögliche gemacht, aber garantiert hätte ich mich nicht hingesetzt und hätte mit Disziplin irgendwie einen Text geschrieben.
00:12:11
Speaker
Erst recht nicht einen Roman.
00:12:13
Speaker
Ich glaube auch, rückwirkend würde ich sagen, war ich mit Mitte 20 blutjung.
00:12:18
Speaker
Also wenn ich jetzt mit über 40 drauf blicke,
00:12:21
Speaker
Und vielleicht ist das einfach die Perspektive derjenigen, die dich fragen, weil die empfinden 24 als blutjung.
00:12:28
Speaker
Unabhängig von der Anzahl der Romane, die du geschrieben hast.
00:12:31
Speaker
Das heißt, ich merke mir, dass ich eigentlich nur Podcasts mit Leuten machen darf, die älter sind als ich, damit ich immer als blutjung.
00:12:40
Speaker
Wenn du das willst oder findest du das doof, ist das lästig, sollte man damit endlich aufhören.
00:12:46
Speaker
Nein, ich glaube, ich überhöre das mittlerweile schon, dadurch, dass es sehr oft gesagt wird.
00:12:52
Speaker
Ja, aber zumindest kann man es ja so drehen, du bist noch jung, aber ein schon sehr erfahrener Autor mit sechs Büchern.
00:13:00
Speaker
Jetzt zu deiner Frage, ich wollte sie nicht übergeben.
00:13:06
Speaker
Tatsächlich muss man eine gewisse Routine entwickeln, aber auch mit dem Hang zu...
00:13:14
Speaker
Zu Überstunden, sagen wir so.
00:13:16
Speaker
Also ich glaube, man muss da natürlich eine gewisse Präferenz haben und ich sage immer, während halt alle Partys gemacht haben, in dem Alter war ich halt vom Laptop und habe geschrieben.
00:13:27
Speaker
Also es ist natürlich auch eine Wahl, die man trifft.
00:13:31
Speaker
Und für mich war das aber trotzdem auf eine Art erfüllend auch, das Schreiben.
00:13:37
Speaker
Also es wäre blöd, wenn man es nur für den Erfolg tut und eigentlich sagt, eigentlich würde ich jetzt lieber XY machen und muss jetzt das tun, weil ich eben diesen starken Erfolgskrank habe.
00:13:47
Speaker
Aber für mich war das tatsächlich auch immer sehr erfüllend.
00:13:52
Speaker
Ich weiß, dass Murakami morgens um vier aufsteht.
00:13:56
Speaker
ich glaube, 10 Seiten schreibt, dann 30 Kilometer joggen gehen, dann ist der Tag für ihn vorbei.
00:14:02
Speaker
Okay, gut, das mache ich nicht.
00:14:05
Speaker
Ich stehe um 9 auf, dann bin ich 10 Minuten wach und dann schlafe ich weiter bis 12.
00:14:14
Speaker
Also schon auch so ein bisschen Rockstar-Leben.
00:14:16
Speaker
Du versuchst das ein bisschen auch das Gute mitzunehmen.
00:14:19
Speaker
Ja, ich probiere es.
00:14:20
Speaker
Das Problem ist ja, oft ist so dieses klischeehafte Bild von einem Autor ja sowieso Kettenraucher und Alkoholiker.
00:14:29
Speaker
Das Problem ist, ich mag weder Zigaretten noch Alkohol.
00:14:34
Speaker
Das heißt, ich muss mir etwas anderes suchen, was meinem Geist oder zumindest meinem Körper schadet.
00:14:39
Speaker
Und dieses Rockstar-Leben ist noch das Erste, was daran ist.
00:14:44
Speaker
Aber jetzt mal ernsthaft, ich weiß aber auch, dass du ja sehr viele Veranstaltungen machst.
00:14:49
Speaker
Du tust jetzt hier einen irgendwie auf Kugel, aber eigentlich kommst du wahrscheinlich erst irgendwie abends fährst du nach Hause und bist dann irgendwie erst um zwei im Bett und natürlich schläfst du dann ein bisschen länger.
00:14:57
Speaker
Aber er trinkt nur Wasser.
00:15:03
Speaker
Aber ich muss ja jetzt am Anfang des Podcasts noch diese Coolness aufrechterhalten, damit man nach und nach merkt, wie meine Fassade zu bröckeln beginnt und dann am Ende...
00:15:14
Speaker
Da muss man, man muss zwei Sachen, glaube ich, mal noch erwähnen.
00:15:18
Speaker
Zum einen, Tina lebt dem Huracami-Style, die hat mir heute Morgen auch irgendwie um kurz nach vier eine WhatsApp geschrieben, finde ich bedenklich genug.
00:15:23
Speaker
Und das zweite ist, dass du, Colin, mir gestern noch geschrieben hast, irgendwie, ja, die Fragen bringen dich nicht irgendwie aus der Bahn und deswegen habe ich heute so einen kleinen Teufel auf meiner Schulter sitzen und denke, das kriegen wir schon hin.
00:15:37
Speaker
Man muss ja auch sagen, du hast relativ viele, gerade mit den Jugendbüchern und so, auch Lesungen natürlich dann vor Jugendlichen gehabt, wo man jetzt nicht so besoffen und rauchend irgendwie da sitzen kann, was, glaube ich, deinem Ruf schaden.
00:15:51
Speaker
Man kann es ja mal probieren.
00:15:55
Speaker
Zumal, das ist ja ein Ruf, jung hin oder her, aber so wurdest du mir vorgestellt, der Colin, das ist so ein Lieber von unseren Vertretern, von dem wunderbaren Neuholz und so.
00:16:10
Speaker
Aber zum Beispiel gibt es über dich die Geschichte, als du hast jetzt mehrere Verlage schon durch, losgegangen ist es mit Kuyper, ein
00:16:20
Speaker
kleinerer, sehr sympathischer Grazer Verlag.
00:16:24
Speaker
Du bist dann zu Tienemann gegangen, wo du deine Bücher hattest und dann kam Corona und es gibt das Gerücht, die Geschichte, dass du zu den Kollegen von Kuiper gegangen bist und hast gesagt, ey Leute, euch geht es auch gerade hier irgendwie, allen geht es gerade dreckig, kann ich euch irgendwie unterstützen?
00:16:47
Speaker
Das wäre jetzt so peinlich gewesen, wenn du gesagt hast, es ist mir doch egal, ich hatte auch einen neuen Fall.
00:16:52
Speaker
Ich habe ja gedacht, dass du mich da entlarven willst.
00:16:56
Speaker
Du lässt mich ja nur noch lieber darstellen.
00:17:01
Speaker
Bei uns wird sowieso niemand entlarvt.
Unterstützung des Verlags während der Pandemie
00:17:09
Speaker
Ich hoffe, dass alle... Alex hat noch ein Foto, wie du bei so einer Kinderbuchlesung mit einer Cola da sitzt oder so.
00:17:17
Speaker
Aber die Geschichte stimmt.
00:17:19
Speaker
Du warst nicht mehr aktiv bei Kuiper, aber hast irgendwie gedacht, Mensch, denen helfe ich.
00:17:24
Speaker
Ja, also ich fühle mich ja noch immer auch sehr, sehr mit Kuiper verbunden und das hat mir ja auch nicht im Herzen wehgetan, aber es war natürlich eine Karriereentscheidung in dem Punkt, aber das hatte nichts mit einfach dem Emotionalen zu tun.
00:17:41
Speaker
oder bin Kiper einfach immer noch sehr, sehr verbunden und schätze diesen Verlag auch ungemein und sehe, was der für eine großartige Arbeit leistet.
00:17:49
Speaker
Aber gerade, ich meine, wir kommen da auch später zu sprechen, gerade wenn es nach Deutschland gehen soll, auch in der Vermarktung der Bücher, dann
00:17:59
Speaker
war das einfach ein logischer Schritt, den ich an dieser Stelle hätte treffen müssen.
00:18:04
Speaker
Aber genau, das war zu Corona und ja, ich bin bei Corona irgendwie sehr sentimental auch geworden und habe da natürlich auch viel an Kiper gedacht und ja.
00:18:19
Speaker
Aber was hast du denen vorgeschlagen, dass du sie kochst?
00:18:24
Speaker
Ja, also ich habe ein paar Bücher bestellt.
00:18:29
Speaker
Man kann ja mit einem Autorenrabatt Bücher ordern.
00:18:34
Speaker
Die bekommt man billiger, damit man sie dann weiterverkauft.
00:18:36
Speaker
Und ich habe mir gedacht, na gut, dann kaufe ich eben jetzt...
00:18:40
Speaker
einfach Bücher, die ich dann über die nächsten Jahre verkaufen würde.
00:18:44
Speaker
Das heißt, ich habe einfach einmal eine sehr, sehr große Bestellung gemacht und habe mir gedacht, na gut, über die Jahre werde ich sie dann sicher irgendwie los.
00:18:51
Speaker
In dem Moment hilft Skyper und ich habe ganz viele von meinen eigenen Büchern.
00:18:59
Speaker
Aber gut, man sieht, du hast die Kamera an, im Hintergrund, da sind nicht irgendwelche großen Stapel aufgebaut.
00:19:05
Speaker
Nein, ich bin sie ja tatsächlich irgendwie losgeworden.
00:19:10
Speaker
Aber vielleicht mal eine Frage, die wir zum Ende dann nochmal beantworten können.
00:19:16
Speaker
Aber wenn wir jetzt über diesen ganzen Erfolg reden und so.
00:19:22
Speaker
Tina hat es eben auch schon in den Fragen so ein bisschen anklingen lassen.
00:19:26
Speaker
Was soll da noch kommen?
00:19:27
Speaker
Also das Ziel, unterstelle ich dir jetzt, ist schon trotz des Studiums schon irgendwie hauptberuflich Autor sein.
00:19:39
Speaker
Was kommt jetzt die nächsten, weiß ich nicht, 60 Jahre?
00:19:44
Speaker
Bis der große Roman am Ende kommt.
00:19:48
Speaker
Ich stelle mir das doch so ein bisschen bedrückend vor, in deiner doch gerade komfortablen Situation zu sein.
00:19:55
Speaker
Dass man denkt, ich muss doch irgendwie jetzt das Level halten.
00:19:59
Speaker
Und mittlerweile nicht nur für dich selber, sondern da hängen Verlage dran, da hängen Mitarbeiter dran, die drauf hoffen, dass sich dein Buch gut verkauft.
00:20:09
Speaker
So und das machst du jetzt 60 Jahre und dir gehen gefälligst nicht die Ideen aus und bitte einen Roman im Jahr?
00:20:14
Speaker
Ich glaube auch Autoren dürfen mit 65 in Rente gehen, Alex.
00:20:22
Speaker
Ich glaube, 60 Jahre muss man nicht schreiben.
00:20:24
Speaker
Sagt das Mann in Grip Neul.
00:20:26
Speaker
Es geht ja ums Müssen.
Strategische Ansätze zum Aufbau einer Leserschaft
00:20:27
Speaker
Ja, also ich glaube, dass das, was ich mir wünsche und das große Ziel ist, also ich will natürlich auch ein paar Überraschungen für andere und für mich selbst bereit halten, hoffentlich in den nächsten Jahren, was meine kreative Arbeit angeht.
00:20:42
Speaker
Aber was ich mir schon wünsche, ist eine gewisse Absicherung.
00:20:46
Speaker
Und diese Absicherung, glaube ich,
00:20:49
Speaker
besteht in einer Sache, nämlich sich eine Stammleserschaft aufzubauen.
00:20:55
Speaker
Das heißt, ich probiere jetzt vor allem ganz, ganz viel Marketing für meine aktuellen Bücher zu machen, damit ich hoffentlich an einem Punkt bin irgendwann, wo man den Namen Hardler liest und ich einfach weiß, egal wie in Anführungszeichen schlecht jetzt meine Promotion oder das Buch ist,
00:21:15
Speaker
ich darf mir ein, zwei Fehlbücher in Anführungszeichen erlauben, wenn mal was nicht so aufgegangen ist, wie ich mir das gedacht habe.
00:21:24
Speaker
Und ich werde trotzdem davon leben können.
00:21:27
Speaker
Das mindert natürlich nicht den Fakt, dass ich immer versuchen werde, mein Bestes zu geben.
00:21:30
Speaker
Aber auch Stephen King hatte wahrscheinlich ein, zwei Bücher, wo er sich gedacht hat, das habe ich mir wahrscheinlich ein bisschen anders vorgestellt.
00:21:37
Speaker
Das mit dem Klauen war keine gute Idee.
00:21:41
Speaker
Genau, ja, und diese Absicherung.
00:21:42
Speaker
Ich glaube, das ist schon ein Wunsch.
00:21:46
Speaker
Aber das klingt fast so, als ob du so einen richtigen Businessplan hast und wirklich vor Augen, also es ist gar nicht negativ gemeint.
00:21:54
Speaker
Ich finde das immer, finde das ja gut und faszinierend.
00:21:56
Speaker
Meine Frage ist eher,
00:21:58
Speaker
Wann hattest du diesen Punkt schon nach deinem ersten Roman, so mit 17, 18, wo du dachtest, okay, daraus kann wirklich mein Beruf werden, damit kann ich Geld verdienen?
00:22:08
Speaker
Oder ab wann war der Punkt, wo du gemerkt hast, oh, davon kann ich leben, das kann meine professionelle, meine berufliche Karriere werden und jetzt mache ich mir einen Plan, wie ich da weiter vorgehe?
00:22:19
Speaker
Also ich glaube, bei mir kommt wirklich dazu, dass ich eigentlich von Anfang an kein Herzblutschriftsteller bin und war.
00:22:30
Speaker
Was das heißt ist, dass es mir nie per se nur um das Schreiben ging.
00:22:37
Speaker
habe zwar geschrieben und ich finde es toll und ich finde es immer noch toll und das macht mir auch Spaß, aber wo ich auch meine Leidenschaft hatte und habe, das habe ich auch schon früher, ich habe nämlich mit Livestreams angefangen, da war ich relativ jung, ich glaube mit 13, 14 und da gab es so YouNow und dort konnte man Livestreams machen, das ist
00:22:53
Speaker
man sitzt da vor der Kamera und muss einfach irgendwas reden und man chattet mit diesen Leuten.
00:22:57
Speaker
Und da ging es auch ganz viel darum, was tue und mache ich jetzt, damit erstens die Leute dranbleiben und nicht weggehen von diesem Livestream.
00:23:07
Speaker
Und im Idealfall, was mache ich damit, die Leute auch dazukommen.
00:23:10
Speaker
Also da ging es eigentlich die ganze Zeit um...
00:23:14
Speaker
umzahlen natürlich und das hat mir aber auch Spaß gemacht.
00:23:17
Speaker
Also wirklich dieser Marketing-Gedanke, wie kleben wir Leute wirklich an den Lippen, wie bekommst du sie gefesselt?
00:23:25
Speaker
Aber warum wirst du dann nicht Twitcher?
00:23:28
Speaker
Mal ehrlich, dann kannst du das ganze Schreiben sparen.
00:23:34
Speaker
Dann kannst du von zu Hause aus alles machen.
00:23:37
Speaker
Wie gesagt, deswegen sage ich, vielleicht wird es die Überraschung und irgendwann plötzlich werde ich Twitcher.
00:23:44
Speaker
Also man kann es nie genau sagen.
00:23:48
Speaker
Weil das muss man, glaube ich, sagen, das, was ich von dir mitbekomme, dass du mittlerweile auch weg bist von diesen in Anführungsstrichen klassischen Wasserglaslesungen, sondern das ist ein richtiges Bühnenprogramm, was du da mittlerweile entwickelst, was in Richtung Kabarett geht.
00:24:06
Speaker
Genau, ich nenne es Lesekabarett.
00:24:07
Speaker
Das ist so die Bezeichnung.
00:24:11
Speaker
Erzähl mal ein bisschen.
00:24:14
Speaker
Ja, wie läuft das ab?
00:24:15
Speaker
Also ich probiere...
00:24:21
Speaker
Lesungen etwas aufzulockern, indem ich nicht nur aus dem Text vorlese, also ich lese natürlich auch eine kleine Stelle, aber ich habe irgendwie in der Vergangenheit gemerkt, dass die meisten Leute sich eigentlich langweilen bei Lesungen.
00:24:36
Speaker
Also erstens haben wir mal diesen Fakt, es gehen sehr wenig Leute zu Lesungen.
00:24:41
Speaker
So, das ist das Erste.
00:24:43
Speaker
Zweite ist, warum passiert das?
00:24:45
Speaker
Und ich habe mir die Frage natürlich auch gestellt, bin aber zu einem ganz einfachen Schluss gekommen.
00:24:49
Speaker
Die meisten Lesungen, die ich besuche, sind einfach langweilig, weil die meisten AutorInnen, finde ich, natürlich auch nicht so gut lesen können, wie sie schreiben können.
00:24:57
Speaker
Dann müssen sie die Lesungen aber machen, weil sie dadurch natürlich auch
00:25:02
Speaker
Geld verdienen, jetzt gibt es dadurch, dass sie es machen müssen, auch sehr viele schlechte Lesungen, dadurch haben Lesungen generell einen schlechten Ruf.
00:25:10
Speaker
All das ist quasi eigentlich Fakt.
00:25:12
Speaker
Und jetzt ist die Frage, wie lockert man das ein bisschen auf?
00:25:15
Speaker
Natürlich sagen mir AutorInnen dann immer, ja, okay, du hast ja vielleicht ein Talent für das Schauspiel, mir fällt das sehr schwerer.
00:25:22
Speaker
Aber ich glaube, um das geht es gar nicht, weil ich habe...
00:25:25
Speaker
Ich hatte mal mit einer Autorin zu tun und die hat eine Lesung gemacht und dann hat sie mir, also eine ganz klassische, und dann hat sie mir nachher an der Bar die verrücktesten Geschichten aus ihrem Autorenleben erzählt.
00:25:35
Speaker
Und ich habe mir gedacht, bitte erzähl das bei der Lesung.
00:25:38
Speaker
Die Leute werden total abgehen, das finden sie wahnsinnig spannend.
00:25:43
Speaker
Und genau das probiere ich.
00:25:44
Speaker
Also mir zu überlegen, was sind diese Geschichten, diese Hintergrundgeschichten, die ich während des Schreibprozesses erlebt habe und die baue ich
00:25:54
Speaker
auf eine komödiantische Art und Weise in meinen Lesungen ein.
00:25:57
Speaker
Und ebenfalls natürlich die Themen, die mich interessieren.
00:26:00
Speaker
Also geht es jetzt um Spice oder generell um die... Also zum Beispiel jetzt in meinem neuen Programm, da spiele ich auch ein bisschen damit, dass das an einen Mörder oft...
00:26:14
Speaker
ganz andere Erwartungen gestellt werden wie an eine Mörderin.
00:26:17
Speaker
Beim Mörder geht es oft einfach nur darum, ob er ein schönes Lächeln hat oder nicht.
00:26:20
Speaker
Also diese Romatisierung dieser Rollen, die man da vor sich hat, das macht mir einfach wahnsinnig viel Spaß und das ist, ja, so baue ich das ein.
00:26:37
Speaker
Ich wollte nur sagen, ich finde das gerade, wo du das erzählst, vorher ist mir nie aufgefallen, ist tatsächlich ein Unterschied zwischen Belletristik und Sachbuchlesungen.
00:26:46
Speaker
Ich nenne es jetzt mal Lesungen anstatt Event oder sowas.
00:26:49
Speaker
Weil beim Sachbuch ist es tatsächlich so, da sitzt selten, zumindest bei unseren Autoren,
Dynamische Live-Lesungen als Performance
00:26:54
Speaker
jemand vorne auf der Bühne und liest aus dem Buch vor und dann ist fertig.
00:26:57
Speaker
Sondern es ist immer irgendwie so gepaart mit einer Interviewsituation.
00:27:00
Speaker
Dann wird vielleicht mal ein Stück gelesen.
00:27:02
Speaker
Aber eigentlich geht es eher darum,
00:27:05
Speaker
den Kontext des Buches zu erklären und gar nicht vorzulesen.
00:27:09
Speaker
Und das ist mir so gar nicht aufgefallen, bis du es gesagt hast, dass bei der Belletristik wird eigentlich immer sich hingesetzt gelesen.
00:27:14
Speaker
Dann gibt es vielleicht zum Anschluss nochmal diese Fragenrunde, aber es gibt da tatsächlich einen Unterschied.
00:27:20
Speaker
Ja, und das ist das beste Beispiel, was du auch nennst, weil bei Sachbuchlesungen gehen meistens auch mehr Menschen hin.
00:27:32
Speaker
Kommt wahrscheinlich auf das Sachbuch an.
00:27:35
Speaker
Bei Stefan die Stahl, das Kind in dir muss Heimat finden, ist die Bude voll.
00:27:39
Speaker
Aber wer kommt denn jetzt so zu deinen Lesungen?
00:27:42
Speaker
Also was für ein Publikum hast du?
00:27:44
Speaker
Ich kann es mir noch nicht richtig vorstellen.
00:27:46
Speaker
Sind das eben nur junge Menschen, Schüler, Schülerinnen?
00:27:50
Speaker
Mit ihren Eltern vielleicht sogar noch?
00:27:52
Speaker
Gerade bei den früheren Büchern?
00:27:54
Speaker
Ja, also solange sie gezwungen werden, kommen sie zu meinen Lesungen am Abend auch hin.
00:28:00
Speaker
Ich habe natürlich einfach da an ziemlich viele Schullesungen, die ich ja auch damit starte, ich freue mich, dass ihr alle da sein müsst zu meiner Lesung.
00:28:10
Speaker
Und die sind dann tagsüber, oder?
00:28:12
Speaker
Oder ist das dann auch Abend?
00:28:13
Speaker
Genau, die sind tagsüber.
00:28:14
Speaker
Die sind tatsächlich am Vormittag.
00:28:15
Speaker
Ich habe da auch ein relativ striktes Programm.
00:28:17
Speaker
Also ich habe so eine Stunde Lesung und teilweise ist das pro Klassenstufe dann eine Lesung und die ist dann oft drei, vier Mal hintereinander.
00:28:25
Speaker
Das heißt, ich habe drei, vier Mal meine Lesung und das sind aber dann schon pro Lesung oft 80, 90 SchülerInnen und das läppert sich dann hoch.
00:28:35
Speaker
Also das sind dann im Jahr wirklich sicher zwölf
00:28:38
Speaker
bis 15.000 SchülerInnen, die du erreichst durch diese Lesungen.
00:28:41
Speaker
Und das sind natürlich auch die Leute, die älter werden, mit mir.
00:28:46
Speaker
Und dann auch meine Bücher kaufen.
00:28:49
Speaker
Also es bleiben dann natürlich nicht alle hängen, weil du ja auch dort sein musst.
00:28:53
Speaker
Und was ich bis jetzt erlebt habe, also am Anfang war das furchtbar zermürbend, als ich die ersten Lesungen hatte, zu meinen Jugendbüchern am Abend, da ist auch niemand hingekommen.
00:29:05
Speaker
Also da hatten wir wirklich...
00:29:08
Speaker
Ich erinnere mich an eine Lesung, die war draußen und dann war so ein Ehepaar dort, also zwei Leute, wo ich dachte, wurscht, zumindest keiner.
00:29:15
Speaker
Und die haben dann gesagt, ja, ja, wir warten.
00:29:16
Speaker
Und ich habe gesagt, sie müssen nicht warten, ich fange gleich an.
00:29:19
Speaker
Und sie also auf die Autorin nach ihnen, habe ich gesagt, okay, schön.
00:29:27
Speaker
Ja, also das war zermürbend.
00:29:29
Speaker
Aber ich habe natürlich, das stärkt auch einen, wenn man wirklich auch merkt,
00:29:35
Speaker
Und eigentlich, wenn man dafür nicht Wärmung macht oder wenn man dann nicht wirklich was zu bieten hat, dann interessiert es auch nicht wirklich einen.
00:29:42
Speaker
Also ich glaube, diese Erfahrung muss jeder Autor, jede Autorin am Anfang seiner Karriere machen.
00:29:49
Speaker
Und jetzt durch das neue Buch fängt es ja erst an, dass ich auch Abendlesungen habe, wo ich merke, okay, da gibt es auch mehr Zuwachs.
00:29:58
Speaker
Also ich habe wirklich einfach in den vergangenen Jahren,
00:30:04
Speaker
mir das so zur Aufgabe gesetzt, dass ich wirklich oft nur in Wien und in Graz eine große Abendlesung mache, weil ich weiß, da kommen auch wirklich viele Leute hin am Abend und in anderen Ortschaften bringt es sich nichts, weil sie wirklich dann draufschreiben, die Jugendlesung am Abend und kein Jugendlicher geht am Abend freiwillig zu sein.
Übergang zur Erwachsenenliteratur
00:30:23
Speaker
Aber jetzt haben wir schon mehrmals das neue Buch angesprochen.
00:30:25
Speaker
Du hast eben gesagt, Zielgruppe, Marketing, Zielgruppe aufbauen.
00:30:33
Speaker
Jetzt gibt es ja, gerade wenn man mit jungen Menschen arbeitet, zwei Möglichkeiten.
00:30:37
Speaker
Das eine ist, oh Gott, ich wollte seinen Namen noch recherchieren, Thomas Brecina, heißt der so?
00:30:41
Speaker
Der dieses frühe Fahrrad.
00:30:43
Speaker
Also ja, da würde es sich richtig freuen, wenn du das so sagst.
00:30:48
Speaker
Also er heißt Thomas Brecina, ja, ja.
00:30:49
Speaker
Aber Brecina finde ich auch ganz toll.
00:30:53
Speaker
Das klingt fast für ein Musikinstrument.
00:30:56
Speaker
Der dumme Deutsche.
00:30:59
Speaker
Okay, aber der zum Beispiel, es war völlig klar, der kann toll mit Kindern, der kann tolle Kinderfiguren erfinden, der bewegt sich in diesem Kosmos, das hat er bis heute nicht verlassen.
00:31:09
Speaker
Das war ein relativ sicheres Fahrwasser und da ist der drinnen geblieben.
00:31:15
Speaker
Wobei er jetzt auch seit vier, fünf Jahren Bücher für Erwachsene schreibt.
00:31:21
Speaker
Du hast jetzt einen anderen Weg gewählt, weil du hättest natürlich jetzt auch sagen können, bis du 65 bist, machst du Schullesungen und begeisterst junge Menschen fürs Lesen, was an sich erstmal eine ganz wunderbare Geschichte wäre.
00:31:33
Speaker
Der Weg bei dir war, sage ich jetzt mal, deine LeserInnen,
00:31:39
Speaker
werden älter, du wirst älter und ihr werdet einfach zusammen älter und so passt sich dann der Stoff an, den du geschrieben hast.
00:31:45
Speaker
Das war schon so ein bisschen bei Seven Raised to Tell Alive, fand ich so.
00:31:51
Speaker
Das war ja irgendwie auch ein Jugendroman, aber eigentlich in meinen Augen nur noch, weil du da jugendliche Figuren hattest, aber nicht irgendwie, weil du irgendwelche Themen jetzt anders angegangen bist.
00:32:02
Speaker
Es wird auch gleichermaßen von älteren Leuten gelesen wie von jüngeren.
00:32:06
Speaker
Das ist einfach so, ja.
00:32:08
Speaker
Genau, das war bei, ich weiß gar nicht, wie heißen die, Planet E, wie nennt man dieses Label bei Tiedemann?
00:32:18
Speaker
So, und jetzt wieder der Wechsel und jetzt kommen wir endlich zum Promo-Werbeteil.
00:32:24
Speaker
Jetzt Firewatch, jetzt bist du bei DTV auf einmal.
00:32:28
Speaker
Deutscher Taschenbuch Verlag, also der Weg nach Deutschland.
00:32:32
Speaker
Ein sehr aufregendes, leuchtendes, tolles Cover.
00:32:36
Speaker
Eine Premium-Klappenbroschur.
00:32:39
Speaker
Spiegel-Bestseller-Aufkleber.
00:32:41
Speaker
Natürlich hat es den Spiegel-Bestseller-Aufkleber, genau.
00:32:44
Speaker
Davor war es noch dein Spiegel-Bestseller, ne?
00:32:50
Speaker
Habe ich gesehen und jetzt bist du bei den Großen angekommen.
00:32:53
Speaker
Also du hast deine Leser mitgenommen oder wie?
00:32:57
Speaker
Oder fängst du jetzt von vorne an?
00:33:00
Speaker
Ich probiere sie mit zu zerren.
00:33:03
Speaker
Ich werfe meinen...
00:33:05
Speaker
mein Lasso aus und probiere möglichst viele mitzubekommen, aber es wird mir nicht bei jedem gelingen und ich glaube, dann kommen andere dazu und so wird sich wahrscheinlich eine bunte neue Mischung ergeben und manche, die sagen, okay, für sie sind nur meine Jugendbücher was und für manche, die sagen, sie lesen eher nur die Erwachsenenstoffe, also so stelle ich mir das vor.
00:33:26
Speaker
Ich finde das aber echt clever, wie du das machst, dass du die Leute sozusagen
00:33:31
Speaker
so wie sie wachsen, schreibst du ihnen im Grunde genommen die Geschichten mit.
00:33:36
Speaker
Also das ist natürlich...
00:33:40
Speaker
Gehen manche dann wieder weg, manche kommen hinzu, aber im Endeffekt hast du eine Kernzielgruppe und die wächst ja mit dir sozusagen und du bietest ihnen quasi immer wieder Content, dass sie gar nicht drum rum kommen, dich zu lesen.
00:33:53
Speaker
Also das finde ich eigentlich ziemlich clever gemacht, unabhängig davon, ob du das jetzt aus verkaufstechnischen Gründen machst oder weil du jetzt wirklich bereit bist, auch solche Romane zu schreiben.
00:34:05
Speaker
Finde ich es eine coole Idee.
00:34:08
Speaker
Und tatsächlich muss man ja auch sagen, dass diese Bücher, die ich jetzt schreibe, die New Adult Bücher, hauptsächlich auch von 13, 14 plus gelesen wird.
00:34:19
Speaker
Die Frage ist jetzt natürlich, ist das jetzt gut, weil es natürlich auch sehr explizite Szenen dort drin gibt, aber es ist zumindest einfach ein Fakt.
00:34:29
Speaker
Das heißt, meine Jugendbücher, was das eigentlich von der Zielgruppe unterscheidet, sind wirklich
00:34:36
Speaker
Ältere Leute, die eher seichtere Stoffe lesen wollen, wo eben nicht so viel Gewalt vorkommt.
00:34:43
Speaker
Und eben wirklich Schüler, SchülerInnen, die generell fast gar nichts lesen.
00:34:50
Speaker
Weil in den Jugendbüchern, da passiert auch einfach nochmal mehr.
00:34:53
Speaker
Da geht es nicht so viel um dieses Zwischenmenschliche, diese Spannung, sondern da passiert halt auch einfach bei jeder vierten, fünften Seite passiert da etwas, ja.
00:35:02
Speaker
Um die Leute bei der Stange zu halten, einfach.
00:35:05
Speaker
Genau, also einfach wie eine Netflix-Serie eigentlich geschrieben.
00:35:09
Speaker
Wobei Firewatch jetzt nicht so ausgewiesen langweilig war, muss ich sagen.
00:35:15
Speaker
Die Spannung passiert woanders, das ist es einfach.
00:35:18
Speaker
Aber lass uns jetzt mal darüber
Das neue Buch 'Firewatch' und seine Themen
00:35:20
Speaker
Erzähl mal, ich weiß nicht, wie oft du das jetzt schon machen musstest,
00:35:26
Speaker
wahrscheinlich auch schon eingeübt, beschreib mal dein Buch.
00:35:29
Speaker
Okay, ich beschreibe es, aber wir müssen mich stoppen, wenn ich dann zu sehr in dieses Marketing-Sprech reinkomme.
00:35:33
Speaker
Oder ich übertreibe es einfach.
00:35:35
Speaker
Ich gehe jetzt davon rein in das Marketing-Sprech.
00:35:39
Speaker
Sagen wir so, Alex und ich werden es nicht raushören, aber Andi auf jeden Fall.
00:35:44
Speaker
Aber ich bin zu höflich, um dich zu unterbrechen.
00:35:46
Speaker
Nein, das wird mir jetzt schon wieder... Alex, pass auf.
00:35:48
Speaker
Du hast doch schon das Fass zu Ende gelesen.
00:35:52
Speaker
Was würdest du denn sagen?
00:36:03
Speaker
Also in einem Satz, ich finde es ja immer ganz wichtig, dass man Bücher in einem Satz erzählen kann.
00:36:10
Speaker
Ein Mensch, der seinen Lebenspartner verloren hat, mutmaßlich durch einen Mord, versucht nun, diesen Mörder auf eigene Faust zu stellen.
00:36:23
Speaker
Und dabei entwickeln sich aber auch Gefühle beim Kennenlernen.
00:36:27
Speaker
Und da ist ganz viel irgendwie...
00:36:31
Speaker
wo man nicht so richtig weiß, ist das geplant oder nicht?
00:36:36
Speaker
Das war aber ein langer Satz.
00:36:40
Speaker
Ein Kantschersatz.
00:36:43
Speaker
Du hast es richtig gesagt, es ist nicht der Lebenspartner, sondern es ist der beste Freund.
00:36:50
Speaker
Was wollerst du gerade schon, Alex?
00:36:56
Speaker
Das glaube ich nicht.
00:36:59
Speaker
Nein, nein, es ist, ja, es ist der, ja, vielleicht habe ich mir das mehr gewünscht, kann auch sein.
00:37:06
Speaker
Nein, wirklich, also das war ein guter Versuch von diesem Satz, also ich finde das auch, ich gebe dir einen Gegenvorstand, was, wenn du den vermeintlichen Mörder deines besten Freundes datest, um die Wahrheit ans Licht zu bringen?
00:37:30
Speaker
Ich fand es eigentlich gerade unfassbar witzig, dass Alex dich korrigieren wollte als Autor.
00:37:35
Speaker
Nein, das ist nicht der bessere Wort.
00:37:38
Speaker
Vielleicht habe ich das ja wirklich ein bisschen herauslesen wollen.
00:37:43
Speaker
Was dich sympathisch macht.
00:37:45
Speaker
Und tatsächlich direkt am Anfang sehr eklig.
00:37:50
Speaker
Also, als du eben sagtest, es darf nicht so blutig zugehen.
00:37:54
Speaker
Und ich bin ja so eine empfindliche Seele.
00:37:56
Speaker
Und gleich der Prolog, das kann man erzählen, ohne dass man spoilert, geht also eine Figur irgendwie blutig, versucht an einen Leiter hochzuklettern und ich dachte schon, woher geht das weiter?
00:38:07
Speaker
Naja, wird noch schlimmer.
00:38:13
Speaker
Aber sind das Szenen, die du auf der Bühne lest?
00:38:17
Speaker
Also sowohl das Brutale als auch, weil es ist auch spicy, das ist Neudeutsch für ziemlich anrühchige Szenen.
00:38:31
Speaker
Liest du sowas auch auf der Bühne?
00:38:32
Speaker
Weil das kam ja vorhin schon so ein bisschen raus, dass du schon Spaß an der Provokation hast.
00:38:39
Speaker
Ich habe immer Spaß an der Provokation, aber kann das nicht gut verkraften, wenn man das zurückkommt.
00:38:46
Speaker
Also halte ich mich da auch immer ein bisschen zurück.
00:38:49
Speaker
Tatsächlich weiß ich es noch gar nicht, weil ich die Lesestellen für die Lesung noch nicht rausgesucht habe.
00:38:54
Speaker
Also ich habe momentan eher diesen komödiantischen Teil gemacht.
00:38:57
Speaker
Was ich auf jeden Fall thematisieren werde, ist natürlich...
00:39:01
Speaker
das Sexuelle, ich glaube nicht, dass ich es lesen werde, aber es kommen ja auch gar nicht so viele Szenen vor, es sind eigentlich zwei Hauptszenen, die wirklich auf ganz wenigen Seiten da widergespiegelt werden, aber in manchen Rezensionen bekommt man natürlich mit, dass die Leute sagen, da war so viele, so viele Spice, das ganze Buch ist voll davon, in Abgründe, in die ich gar nicht gehen wollte, wo ich mir dann auch immer wirklich überlege, es wäre doch echt
00:39:29
Speaker
Eigentlich heuchlerisch, wenn ich die Gewalt bis ins letzte Detail beschreibe und dann, wenn es zu dieser wichtigen emotionalen Szene kommt, dann dort sage ich, oh okay, aber das ist jetzt, also das traue ich jetzt meinen erwachsenen Lesern natürlich nicht zu.
00:39:46
Speaker
Also, wie es ist, jemanden zu lieben, das weiß ich.
00:39:51
Speaker
Wie es ist, jemanden irgendwie in den Bauch zu boxen, das nicht.
00:39:53
Speaker
Also, von daher kann das eine schon hilfreich sein, wenn mir das als Leser erklärt wird.
00:39:57
Speaker
Das andere habe ich ja vielleicht selber schon mal erlebt.
00:39:59
Speaker
Und wenn man sich es im Kino anschaut, es gibt die unglaublichsten Splatter-Horror-Filme und Erotik-Filme, gibt es gefühlt fast nirgendwo mehr zu sehen.
00:40:11
Speaker
Ich habe gehört, es gibt ein paar im Internet.
00:40:13
Speaker
Ja, auf den einschlägigen Seiten.
00:40:16
Speaker
Aber ich meine jetzt, wenn du auf eine Streaming-Plattform schaust, findest du sowas nicht.
00:40:20
Speaker
Aber da findest du die Splatter Horror-Filme auf alle Fälle.
00:40:23
Speaker
Aber ist das trotzdem was, was du schreiben musst?
00:40:26
Speaker
Da sind wir wieder an dieser Stelle.
00:40:28
Speaker
Weil, das merke ich ja bei uns auch gerade im Haus, dass das danach ein Verlangen gibt?
00:40:32
Speaker
Oder war es dir ein Verlangen, diese Szenen zu schreiben?
00:40:38
Speaker
Bei diesen Spice-Szenen war es so, dass du dich natürlich gewissen Genre-Konventionen hingeben musst und New Adult, das ist ja auch das Genre, wo das Buch rauskommt, es ist so ein Mischding.
00:40:53
Speaker
Es ist eben Thriller meets Romance, also ist es so halb New Adult eigentlich und da wird es
00:41:05
Speaker
Oder ich glaube einfach, dass es natürlich einfach die modernen Liebesromane sind.
00:41:10
Speaker
Ich denke, früher waren die Leute auch ein bisschen Brüder, da war dieses ganze sexuelle Thema auch einfach etwas verklemmter.
00:41:16
Speaker
Und jetzt wird das alles etwas offener und jetzt, wenn man sich diese Liebesromane durchliest, da ist einfach...
00:41:22
Speaker
auch das Thema Sex ist jetzt nicht mehr so ein Tabuthema und darf auch in expliziten Szenen einfach beschrieben werden.
00:41:30
Speaker
Beim Thriller ist es noch nicht so, logischerweise.
00:41:33
Speaker
Da geht es ja auch oft gar nicht um diese Sache, sondern eher nur um Blut und Gewalt.
00:41:37
Speaker
Und mein Buch ist eben eine Mischung aus Thriller und Romance.
00:41:42
Speaker
Aber auf deine Frage zurückzukehren, ich habe...
00:41:47
Speaker
das schon geschrieben mit dem Wissen, okay, das wird jetzt gefordert auch von dem Markt.
00:41:56
Speaker
Und gerade deswegen habe ich mir wirklich die Frage gestellt, gut, dann will ich sie aber so schreiben, dass sie wirklich wichtig für diese Geschichte sind und dass sie wirklich in
Schreiben nach Genre-Konventionen
00:42:08
Speaker
einem Bereich auch,
00:42:12
Speaker
so eine starke Charakterzeichnung auch machen.
00:42:16
Speaker
Also ich weiß nicht, ob du zu dieser zweiten Szene schon gekommen bist.
00:42:19
Speaker
Ich denke, dass sie so unfassbar wichtig ist für dieses Buch.
00:42:23
Speaker
Und alle Leute, die schreiben, das Buch ist wahnsinnig toll, aber die Spice-Szenen hätte es nicht gebraucht.
00:42:29
Speaker
Dann würde ich dagegen halten, ich glaube, wenn ich die ganz weggelassen hätte, dann hättest du das Buch auch gar nicht so gut gefunden.
00:42:34
Speaker
Das ist natürlich meine steile These.
00:42:36
Speaker
Vielleicht stimmt es auch gar nicht.
00:42:37
Speaker
Ich kann es nicht sagen.
00:42:40
Speaker
Aber das war eine Entscheidung und ich weiß jetzt aber auch nicht, ob ich in meinen nächsten Büchern wieder es bei sehe.
00:42:48
Speaker
Also das ist einfach, in dieses Buch hat es gepasst, in diese Story hat es gepasst.
00:42:52
Speaker
Ich fand das wichtig und gut, aber ich schaue da natürlich auch, wo es künstlerisch einfach reinpasst oder nicht.
00:43:01
Speaker
Erzähl nochmal ein bisschen, lassen Sie jetzt gerne mal in den Inhalt rein, warum Firewatch, wer dir auf Insta zum Beispiel folgt, sieht, dass du vor diesen Türmen stehst oder gestanden hast auf, ich glaube, Can Canaria, das hattest du jetzt irgendwie erst in der Story, was ich sehr hilfreich fand, ist nochmal zu sehen, dass ich weiß, wie man es sich vorzustellen hat, aber erzähl mal noch ein bisschen mit deinen Worten, um was geht es in dem Buch?
00:43:30
Speaker
Okay, also es geht erstmal um diesen Job des Firewatchers, also Firelookertower, das kann man sich so vorstellen, die übergroße Jägersteige bei uns.
00:43:40
Speaker
Das ist so ein großer Turm, meistens im Nationalpark und dort schaut man erst einmal nach diese endlose Wildnis von Bäumen.
00:43:46
Speaker
Und dein Job ist es eigentlich, dort zu sitzen den ganzen Sommer lang und zu schauen, ob es irgendwo brennt.
00:43:51
Speaker
Es klingt wahnsinnig langweilig.
00:44:13
Speaker
Und es passiert eben, dass der Aaron in unserer Geschichte dort verdonnert wird, dass er diesen Job dort macht und er langweilt sich wahnsinnig.
00:44:21
Speaker
Und es gibt auch noch einen zweiten Turm, also einen zweiten Firelookout Tower am anderen Ende dieses Nationalparks.
00:44:28
Speaker
Und dort ist der Kian drin, das ist ein gleichaltiger Schriftsteller und die beginnen miteinander zu funken.
00:44:35
Speaker
Und dort beginnt sich so eine gewisse sexuelle Tension auch aufzubauen.
00:44:40
Speaker
Und irgendwann beschließt dieser Aaron, okay, ich halte es nicht mehr aus.
00:44:43
Speaker
Es ist so unfassbar langweilig.
00:44:45
Speaker
Ich halte diesen ewig gleichen Blick nicht mehr aus.
00:44:47
Speaker
Ich gehe los und gehe jetzt zu diesem anderen Turm.
00:44:50
Speaker
So, er wird aber nie mehr bei seinem Turm ankommen.
00:44:55
Speaker
Seitdem verschwindet er spurlos.
00:44:57
Speaker
Und ein Jahr später, die Geschichte wird nämlich auf zwei Zeitgebern erzählt, haben wir Robin,
00:45:03
Speaker
den besten Freund von Aaron, der furchtbar unter diesem Verlust leidet und sich ziemlich sicher ist, es kann eigentlich nur eine einzige Person gewesen sein, nämlich dieser Kian.
00:45:19
Speaker
Dort in diesem anderen Turm, weil der ist der Einzige, der irgendwie in Reichweite war, mit dem er Kontakt hatte.
00:45:24
Speaker
Und jetzt stellt auch noch die Polizei ihre Ermittlungen ein.
00:45:28
Speaker
Naja, was mache ich jetzt?
00:45:30
Speaker
Ganz einfach, ich fange diesen Kian an zu daten, um herauszufinden, was damals wirklich passiert ist und um ihn im besten Fall dann auch hinter Gitter zu bringen.
00:45:44
Speaker
Muss wirklich ein bisschen noch drüber nachdenken, weil für mich war das eine sehr tiefe Liebe, die vielleicht gar nicht so ausgesprochen wird, aber die zwischen den beiden war.
00:45:52
Speaker
Lies es mal zu Ende.
00:45:56
Speaker
Lies es mal rückwärts.
00:46:01
Speaker
Jetzt ist es, der ist Schriftsteller und du hast da...
00:46:06
Speaker
am Anfang doch, gibt es auch diese, ist das nicht eine Theaterszene?
00:46:12
Speaker
Jetzt haben wir von dir gehört, du hast Theater gespielt, wir haben von dir gehört, du bist Schriftsteller.
00:46:20
Speaker
Ich frage jetzt nicht, wie autobiografisch das ist, aber Witzeswissen.
00:46:25
Speaker
Naja, ich meine, wir planen ja jetzt hier gerade die nächsten 45 Jahre oder 40 Jahre, wo noch Stoff her muss.
00:46:32
Speaker
Also muss man da ein bisschen haushalten?
00:46:34
Speaker
Bedienst du dich an deinem eigenen Leben?
00:46:37
Speaker
Stellenweise sicher.
00:46:39
Speaker
Oder meine Geschichten bedienen sich an meinem Leben.
00:46:41
Speaker
Ich glaube, es ist eher andersrum.
00:46:44
Speaker
Und der Kian in der Geschichte hat mich natürlich, da er ja auch Schriftsteller ist,
00:46:50
Speaker
Oft um Rat gefragt und ich habe natürlich mit bestem Wissen und Gewissen probiert, ihm die auch zu geben.
00:46:57
Speaker
Aber natürlich denke ich, dass man das am besten beschreiben kann, was man selbst irgendwie erlebt und wo man sich auskennt.
00:47:03
Speaker
Und deswegen fließt da automatisch was mit ein.
00:47:06
Speaker
Und ich glaube, es ist ja auch ganz spannend als Leser, als Leserin, dass man sich fragt, okay, was von diesen Situationen, diesen Sätzen ist wirklich...
00:47:16
Speaker
in dem Leben des Schriftstellers passiert.
00:47:18
Speaker
Also ich habe zum Beispiel...
00:47:22
Speaker
Einmal wurde mir etwas Böses an den Kopf geworfen.
00:47:25
Speaker
Ich sage jetzt nicht von wem und ich sage jetzt noch nicht von wann.
00:47:28
Speaker
Aber ich habe das dann einem böse Wicht aus einem meiner Bücher sagen lassen.
00:47:35
Speaker
Also Alex, sei vorsichtig, was du hier sagst.
00:47:38
Speaker
Im nächsten Buch gibt es irgendwie einen toten Podcast-Moderator oder sowas.
00:47:44
Speaker
Aber wie war das bei dir?
00:47:46
Speaker
Du reist ja relativ viel, wenn man dir irgendwie Social-Mediamäßig folgt.
00:47:51
Speaker
Das heißt, du bist da durch Gran Canaria zu Fuß und hast diese Türme gesehen und hast gedacht, das wäre ein geiles Setting oder hast du einen Ort gebraucht, wo du isolierte Menschen hast, was man jetzt rund um Graz eher schwierig finden würde oder wie lief das ab?
00:48:08
Speaker
Ja, das war, das ist auch schon länger her, aber vor eineinhalb Jahren ungefähr, als ich das Buch angefangen habe zu schreiben, da war wirklich die Überlegung, was bietet sich da an als cooles Thema und da bin ich irgendwie, ich weiß tatsächlich gar nicht mehr so genau, wie auf dieses Thema
00:48:25
Speaker
von Fire Lookout gestoßen und das war eigentlich dann noch eine ganz andere Geschichte, also ich wollte da so eine Geschichte mit Fire Lookout erzählen und dann eine Geschichte, wo jemand eben jemanden datet, um zu erfahren, ob der diesen Wort untergebracht hat.
00:48:39
Speaker
Da habe ich mir gedacht, welche von diesen Geschichten soll ich schreiben?
00:48:43
Speaker
Und da bin ich wieder zu meiner Agentin gegangen und habe gesagt, was ist da ein guter Plot?
00:48:46
Speaker
Und dann hat sie gesagt, naja, schreibt doch einfach beides.
00:48:50
Speaker
Und so habe ich diese zwei Plots eigentlich ineinander verwoben und gerade das finde ich irgendwie spannend bei Büchern, wenn man wirklich verschiedene Plots hat, die ineinander greifen.
Marketingstrategien für 'Firewatch'
00:49:04
Speaker
Ja, aber mit der Zukunftsplanung, die nächsten 40 Jahre, müssen wir deiner Agentin sagen, sie soll ein bisschen haushalten.
00:49:10
Speaker
Das wären locker zwei Bücher geworden.
00:49:12
Speaker
Oh mein Gott, das stimmt.
00:49:14
Speaker
Mehr Geld für mich.
00:49:16
Speaker
Ja, du darfst nicht so verschwenden, dass du mit den Ideen sein musst.
00:49:18
Speaker
Das muss irgendwie ein bisschen stumpfer daherkommen.
00:49:21
Speaker
Einfach das Nächste vorher Alex anrufen.
00:49:29
Speaker
Das ist mir jetzt unangenehm.
00:49:31
Speaker
Ja, Alex, jetzt bringen wir dich in Verlegenheit.
00:49:34
Speaker
Dein Plan war eigentlich, mich ins Strauchen zu bekommen.
00:49:38
Speaker
Ich rufe Alex auch wegen jeder Lebensentscheidung an.
00:49:42
Speaker
Kann jeder machen.
00:49:42
Speaker
Wenn ihr Fragen habt, schreibt in die Kommentare, schreibt es an alles.buchmarkt.de, wenn ihr Fragen habt.
00:49:50
Speaker
Aber schreibt bitte in den Betreff direkt rein, Lebensfrage an Alex.
00:49:54
Speaker
Damit wir das direkt zuordnen.
00:49:55
Speaker
Dann kümmert sich der Spamfilter darum.
00:49:57
Speaker
So, jetzt mal, jetzt machen wir einen abrupten Wechsel.
00:50:04
Speaker
Du bist zu DTV gegangen, das habe ich jetzt so ein bisschen rausgehört, bei dir sind viele Entscheidungen durchaus nach vorn gerichtet und mit Bedacht und nicht unbedingt impulsiv und aus dem Bauch heraus.
00:50:21
Speaker
Das war wahrscheinlich die Entscheidung, auch jetzt noch mehr auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen.
00:50:31
Speaker
Also ich weiß natürlich, auf was deine Frage hinausziehen will, nämlich auf dem deutschen Buchmarkt.
00:50:36
Speaker
Willst du dort ehrlicherweise aber antworten, dass ich schon das Gefühl habe, dass gerade auch mit Seven Ways das eigentlich ganz gut funktioniert hat auf dem deutschen Buchmarkt.
00:50:44
Speaker
Das war tatsächlich auch Zielgruppenerweiterung und eben das, was ich schreiben will, dadurch, dass ich selbst älter geworden bin.
00:50:50
Speaker
Aber natürlich ist der deutsche...
00:50:54
Speaker
Also es ist wirklich, Leute, guckt euch den Insta-Account von Colin an, das ist unglaublich, was du gerade für Werbung für dieses Buch machst.
00:51:05
Speaker
Es ist schon fast ein Punkt, dass du mir leidtust.
00:51:07
Speaker
Ich weiß das von einigen unserer Autoren, auch bei uns im Haus, die das wirklich sehr, sehr gut beherrschen.
00:51:12
Speaker
Martina Parker ist eine, ihr kennt euch, die auch gerade jetzt gerade Release hat und es ist
00:51:19
Speaker
Es ist ja nicht nur das Buch, es ist nicht nur die Veranstaltungen, die du machst, sondern es ist auch noch diese unglaubliche Social-Media-Kampagne, die du anfährst.
00:51:27
Speaker
Du hast mit lustigen Perücken auch für nichts zu schade Videos gemacht.
00:51:31
Speaker
Du hast in Thalia-Filialen, ich weiß gar nicht, hat man dich reingelassen oder warst du heimlich da, Videos gemacht, wo du deine Bücher an Kunden verkaufst.
00:51:42
Speaker
Du machst wirklich sehr, sehr viel Aufwand und Blödsinn, damit jeder erfährt, dass es Firewatch gibt.
00:51:48
Speaker
DTV, muss man sagen, auch ganz toll.
00:51:52
Speaker
Hat Bloggerboxen gepackt, das ist ja heutzutage ein relativ übliches Verfahren mit, ich glaube, Postkarten, es sind immer Postkarten in diesen Boxen drinne.
00:52:03
Speaker
Bei dir sind Kondome drin Gelabelte Firewatch Kondome Und das Buch, das Ich weiß nicht, ob das bei allen so war Aber das Buch, das in Seidenpapier Eingeschlagen und damit einer Kette Verschlossen war Also ultra viel Aufwand Der da betrieben wurde Und jetzt Hat man natürlich gewisse Erwartungen Du hast die, der Verlag hat die Und jetzt wird Deutschland aufgerollt Oder wie ist der Plan?
00:52:35
Speaker
Vielleicht ganz kurz zu diesem Marketing.
00:52:36
Speaker
Ich glaube bei dir, dass du überall Pläne hast, deswegen frage ich das.
00:52:41
Speaker
Die Frage ist nur, was teile ich?
00:52:44
Speaker
Mit euch, mit der Welt.
00:52:46
Speaker
Wie viele Leute hören eurem Podcast?
00:52:48
Speaker
Nicht mal meine Mutter.
00:52:58
Speaker
Ich habe zu diesem Marketing, ich habe zwei Sachen gehört, die mir sehr im Gedächtnis geblieben sind.
00:53:03
Speaker
Und das eine, also von unterschiedlichen Menschen, eine war tatsächlich ein YouTube-Kanal, das ist nämlich MrBeast, der ja auch extrem erfolgreich seine Videos macht.
00:53:12
Speaker
Und der hat gesagt, als er angefangen hat mit YouTube, hat er jeden Cent, den er damit verdient hat, wieder in ein neues...
00:53:22
Speaker
Das war das eine, was mich sehr geprägt hat.
00:53:24
Speaker
Und das andere, dass jemand gesagt hat, wenn man keine Zeit und keine Energie für das Marketing eines Buches hat, dann sollte man auch kein Buch für den großen Markt schreiben wollen.
00:53:38
Speaker
Diese zwei Sätze sind so ein bisschen meine Leitplanke oder das ist einfach mein Fokus, weil ich glaube ich einfach sehr viel von dem Geld, was ich selbst verdiene mit den Büchern, wieder ins Marketing reinstecke.
00:53:58
Speaker
Früher habe ich dann halt nebenbei noch ein bisschen gearbeitet, damit sie das ausgewandert ist, aber ich wusste, ich muss das machen, damit ich einfach die Aufmerksamkeit damit erzielen kann, die ich auch erzielen möchte.
00:54:10
Speaker
Und genau, deswegen ist mir das sehr wichtig.
00:54:14
Speaker
Aber könnte man da nicht sagen, ich habe jetzt einen großen Verlag, der macht das für mich und ich nutze die Zeit und setze mich hin und schreibe schon das nächste Buch.
00:54:23
Speaker
könnte man ja auch sagen.
00:54:24
Speaker
Ich kann ja meine Zeit auch anders nutzen.
00:54:26
Speaker
Natürlich, ich habe einen großen Verlag und der große Verlag hat 700 andere Titel.
00:54:34
Speaker
Und ich glaube, es funktioniert alles mit einem Zusammenspiel.
00:54:39
Speaker
Und ich habe einfach wahnsinnig Glück mit meinen Verlagen, also mit Tine Mann und DTV, dass ich da einfach Ansprechpersonen habe, mit denen ich mich da austauschen kann und die da auch auf mich eingehen.
00:54:53
Speaker
und wo ich auch einfach meine Ideen reinbringen kann.
00:54:57
Speaker
Weil so wie du es, glaube ich, am Anfang richtig gesagt hast, Alex, man hat nicht so viele Chancen auf dem deutschen Buchmarkt und ich weiß, ich habe jetzt da mit Seven Ways und mit Firewatch einen Schwerpunkttitel bekommen.
00:55:09
Speaker
Das ist das Buch, das funktionieren muss.
00:55:12
Speaker
Wenn das nicht so funktioniert, die Erwartungen nicht so erfüllt werden, dann ist das nächste Buch kein Schwerpunkttitel mehr und dann ist die Chance, dass das irgendwie durch die Decke wirklich
00:55:22
Speaker
eklatant geringer.
00:55:25
Speaker
So, das heißt, ich weiß einfach, jetzt sind so die Momente, wo meine Chance als Autor ist und entweder ich ergreife sie oder ich ergreife sie nicht.
00:55:34
Speaker
Und auch wenn das heißt, dass ich dann wirklich ein, zwei Jahre viel mehr arbeite, als ich dann hoffentlich in der Zukunft irgendwann mache, wenn sich das dann eingependelt hat.
00:55:44
Speaker
Vielleicht können Alex und ich das auch ergänzen.
00:55:47
Speaker
Also Verlage investieren auch lieber in einen Autor, der selbst auch aktiv ist, damit dieses Zusammenspiel zu dem größtmöglichen Erfolg führt.
00:55:58
Speaker
Es bringt weder dem Autor was, wenn er alleine da steht und alleine reinbuttert, noch dem Verlag, wenn er alleine da steht.
00:56:03
Speaker
Also es ist total wichtig, dass beide alles geben.
00:56:08
Speaker
Nur dann funktioniert es auch wirklich, dass es zum Bestseller wird.
00:56:11
Speaker
Wenn nur einer von beiden gibt, wird es auch nichts werden.
00:56:13
Speaker
Also das heißt, die TV wird sicherlich auch darauf setzen, dadurch, dass du so aktiv bist, sind die halt auch mehr bereit zu investieren und was zu machen.
Zusammenarbeit mit Verlagen
00:56:21
Speaker
Und somit kann man halt als Autor auch schnell, ich sag jetzt mal von eh
00:56:26
Speaker
oder D- oder C-Autor in die B- oder A-Klasse kommen, weil der Verlag sich darauf verlassen kann, hey, der Autor, der unterstützt uns mit Unpower, die er hat, ob das eine Lesung oder Video oder Social Media ist.
00:56:39
Speaker
Und dann geben wir natürlich auch sehr viel gerne viel mehr rein.
00:56:43
Speaker
Aber ja, bin ich ja auch komplett bei euch.
00:56:46
Speaker
Mein Punkt ist eher auch dieser, das ist ja so ein neues Bild einfach von Künstler.
00:56:51
Speaker
Es geht ja bei MusikerInnen genauso.
00:56:54
Speaker
Die müssen das ja auch so machen.
00:56:55
Speaker
Die können ja nicht einfach nur Album aufnehmen, Musik aufnehmen und dann das Label macht den Rest.
00:57:01
Speaker
Mittlerweile spricht man ja selbst bei MusikerInnen von CreatorInnen.
00:57:06
Speaker
Also alle sind quasi im Prinzip CreatorInnen.
00:57:10
Speaker
kreiert was, ein Kunstwerk und danach muss man aber trotzdem das auch noch weiter vermarkten, promoten, Videos machen, Livestreams etc.
00:57:19
Speaker
Das ist halt dieses, ich glaube, aber ich habe immer das Gefühl, es gibt halt viele AutorInnen oder KünstlerInnen, denen das noch gar nicht so bewusst ist oder die sich auch immer noch davor sträuben, aber ich glaube...
00:57:31
Speaker
Oder die sich auf den Verlag verlassen tatsächlich.
00:57:33
Speaker
Die sagen ja, ich habe ja jetzt hier was abgegeben, macht mal.
00:57:36
Speaker
Und das funktioniert tatsächlich nicht mehr ohne Problem.
00:57:40
Speaker
Ja, also es ist natürlich vorrangig die Aufgabe des Verlages.
00:57:43
Speaker
Vielleicht kann man es andersrum sagen, dass das, was du da ablieferst und was manche Autorinnen und Autoren machen, das ist ein Glücksfall für die Verlage.
00:57:52
Speaker
Vielleicht kann man es eher so sagen, ich bin immer dagegen, dass man das erwartet, weil ich erwarte, dass ein Buch abgeliefert wird oder mal das Skript abgeliefert wird, aber es gehört für mich zum Selbstverständnis der Verlage, dass man da auch noch seinen Teil macht.
00:58:07
Speaker
Das schließe ich nicht aus, Alex, tatsächlich, aber wenn du eine Lesung planst und der Autor sagt, nee, habe ich keinen Bock drauf, verkaufst du halt auch schlechten.
00:58:17
Speaker
Genau, das ist völlig klar.
00:58:18
Speaker
Gleich kann man das so sagen, dass man als Verlag das weiß, dass man das Buch trotzdem macht, weil man den Text toll findet, weil man das Thema toll findet, aber dass man natürlich eine andere Erwartung an den Absatz hat, das ist, glaube ich, ganz klar.
00:58:34
Speaker
Jetzt machst du wirklich, wirklich schon relativ lange viel für dieses Buch.
00:58:42
Speaker
Ist bei dir gerade nicht schon jetzt die Luft raus, bevor es überhaupt erscheint?
00:58:45
Speaker
Wir nehmen heute auf, ich glaube, es ist noch eine Woche bis zum ET.
00:58:50
Speaker
Und ich habe den Eindruck, du hast das Buch geschrieben sehr lange.
00:58:53
Speaker
Du hast mit deiner Lektorin oder deinem Lektor sehr lange dran gefeilt.
00:58:59
Speaker
Dann plant man die ganze Kampagne, dann geht die ganze Lesungsakquise los, das muss jetzt ja im Prinzip auch schon irgendwie eingetütet werden.
00:59:07
Speaker
Dann lästige Auftritte wie der heute Abend, wo man dich wieder zwingt, darüber zu reden.
00:59:13
Speaker
Magst du das Buch gerade?
00:59:17
Speaker
Ich glaube, das ist wie bei so einer guten Beziehung.
00:59:20
Speaker
Es gibt halt Phasen, wo man sich dann sehr innig liebt und manchmal, wo man ein bisschen sauer aufeinander ist und ein bisschen Abstand braucht.
00:59:28
Speaker
Aber tatsächlich, ja, weil erst war es natürlich ein Fremden.
00:59:33
Speaker
Das stimmt schon, weil ich habe ja das Buch geschrieben und mittlerweile, muss man ja sagen, habe ich das...
00:59:38
Speaker
Buch, was nach Firewatch kommt, auch schon vollständig geschrieben.
00:59:43
Speaker
Das heißt, ich war in der ganzen Phase einer ganz anderen Geschichte und jetzt bin ich gerade mittendrin in der Geschichte, dass nach dem Buch kommt, was nach Firewatch kommt.
00:59:53
Speaker
Vielleicht ist es nämlich doch der Lebenspartner, du erinnerst dich nur nicht.
00:59:59
Speaker
Ich sollte das Buch nochmal nehmen.
01:00:01
Speaker
Aber es lohnt sich.
01:00:04
Speaker
Aber sag mal, also wir haben, Gemeiner hat ja, es ist in Österreich sehr stark, deswegen habe ich sehr viel mit Österreichern zu tun.
Marktdynamiken in Österreich und Deutschland
01:00:11
Speaker
Österreicher sind toll, wir freuen uns, dass du da bist.
01:00:13
Speaker
Österreicher sind aber auch sehr, sehr andere Menschen.
01:00:18
Speaker
Also es ist wirklich, es ist ein ganz anderer Schlag.
01:00:20
Speaker
Ich bin ja oftmals so, dass ich gerne auch zackig irgendwie zum Thema komme.
01:00:26
Speaker
Wenn ich in Österreich anrufe, weiß ich, da braucht es erst mal am Anfang dieses Vorangestellte, dass man erst mal ein paar Sätze austauscht, wie es einem so geht und so.
01:00:36
Speaker
Wenn man da direkt zum Thema käme, wäre es unhöflich, wie man das in Deutschland womöglich macht.
01:00:42
Speaker
In Deutschland ist es einfach wahnsinnig freundlich.
01:00:46
Speaker
Das ist das, was mir... Ich würde wirklich in Deutschland jedem Supermarktverkäufer mein Leben anvertrauen.
01:00:53
Speaker
Das ist einfach, ich kann mich erinnern, ich war irgendwann in Köln, ich bin das ja gar nicht gewohnt, eben auch zu einer Lesung und ich bin zu einer Apotheke gegangen, ich war so leicht angeschlagen von der Stimme her und mir gesagt, Entschuldigung, ich hätte gerne Hustenbonbon und dann war wirklich die Verkäuferin so, mein Gott, kommen Sie aus Bayern?
01:01:10
Speaker
Ich habe gesagt, nein, ich komme aus Österreich.
01:01:12
Speaker
Mein Gott, ich muss nicht in den Urlaub, der Urlaub kommt zu mir.
01:01:16
Speaker
Ich habe gesagt, bitte geben es mal einfach mal Hustenbonbon.
01:01:19
Speaker
Und dann hat es mir noch so 10...
01:01:22
Speaker
Testbonbons nachgeschmissen.
01:01:23
Speaker
Ich habe gesagt, nee, wenn es das ist, das brauche ich.
01:01:26
Speaker
Und dann habe ich mich furchtbar aufgegeben bei meiner Tante.
01:01:28
Speaker
Und dann hat meine Tante gesagt, Köln, du hattest doch einfach nur ein ganz nettes Gespräch.
01:01:35
Speaker
Das bin ich nicht gewohnt.
01:01:37
Speaker
Aber das geht mir genau andersrum.
01:01:39
Speaker
Aber das liegt an Köln.
01:01:40
Speaker
In Berlin wäre es komplett anders.
01:01:42
Speaker
In Berlin würden sie sich anmeckern in English, please, oder sowas.
01:01:45
Speaker
Da musst du dann...
01:01:46
Speaker
Darfst du gar nicht mehr irgendwie Deutsch oder Österreich sprechen?
01:01:49
Speaker
Also diese Wiener oder Grazer Kranklichkeit habe ich tatsächlich auch so noch nicht erlebt.
01:01:55
Speaker
Da gibt es auch ganz viele fantastische Menschen.
01:01:57
Speaker
Aber man muss einfach sagen, es funktioniert vieles ein bisschen anders.
01:02:02
Speaker
Also ich bin immer wieder erstaunt, wie viel auf dem...
01:02:07
Speaker
kleinen Dienstweg läuft, sagen wir mal so, dass man irgendwelche Anfragen hat oder so.
01:02:15
Speaker
Das schönste Beispiel ist, dass wir im letzten Herbst kam bei uns ein Buch über die Münchner Tatortkommissare, wo irgendwie noch öffentlich-rechtliche Fernsehmitreise.
01:02:26
Speaker
Das war wirklich eine zähe
01:02:32
Speaker
Ich muss vorsichtig reden.
01:02:33
Speaker
Das war eine Herausforderung, die Produktion dieses Buches.
01:02:36
Speaker
Ein bürokratischer Akt.
01:02:37
Speaker
Es war ein bürokratischer Akt.
01:02:40
Speaker
Und dann hat Martina Parker, die bei uns ja sehr erfolgreich ist, ihr Buch wurde verfilmt, zugroßt.
01:02:49
Speaker
Und das war ganz wunderbar.
01:02:51
Speaker
Und dann kam sie um die Ecke und meinte, wollen wir nicht so eine Filmedition machen?
01:02:56
Speaker
mit Fotos aus dem Film oder irgendwie das, stimmt, fürs Cover.
01:03:01
Speaker
Die Fotos sind drin, das war alles geregelt, aber fürs Cover wollten wir gerne das Filmplakat nehmen.
01:03:06
Speaker
Und dann habe ich bei der Produktionsfirma angerufen und gefragt, ob das irgendwie, ob sie eine Idee hätten, wie man das machen könnte.
01:03:14
Speaker
Und sie duzte mich sofort und sagte, ja, das kriegen wir hin.
01:03:17
Speaker
Und dann zehn Minuten später bekam ich eine E-Mail mit einem großen Verteiler, wo Menschen von Join und von ServusTV drin waren und so, ich weiß nicht alles, die dann gemeint, es scheint zu eilen, könnt ihr bitte mal ihm da irgendwie das schicken, was er braucht.
01:03:33
Speaker
Dann verging irgendwie, einer schrieb dann und sagte, ja, kriegen wir hin.
01:03:36
Speaker
Der andere schrieb dann zwei Tage später, Entschuldigung, ich war krank, aber ja, kriegen wir alles irgendwie hin.
01:03:43
Speaker
Und dann habe ich sowas von perfekt vorbereitet, alles gebraucht, was wir für ein Cover irgendwie brauchten.
01:03:50
Speaker
Und das war dann ein Ja, aber nenn uns bitte Und dann ist es schon gut Und wenn man sich so überlegt, so einen Weg Zu so einem Cover zu kommen in Deutschland Das ist eigentlich nicht vorstellbar Und bei euch ist alles so viel kleiner So und jetzt wird Oder sagen wir, du wurdest mit Seven Ways schon Auch auf den deutschen Markt geworfen Und machst dann Veranstaltungen Ich stelle es mir alles in einer ganz anderen Welt vor
01:04:16
Speaker
Du musst mit der Stimme vielleicht hochgehen.
01:04:24
Speaker
Das war einfach schlecht.
01:04:28
Speaker
Ich habe kurz abgeschaltet.
01:04:32
Speaker
Ich war so in deiner Stimme versunken.
01:04:34
Speaker
Das war doch schön.
01:04:35
Speaker
Immer wenn man über Martina Parker redet, dann komme ich natürlich ins Schwärmen.
01:04:42
Speaker
Nee, aber jetzt mal im Ernst, lass uns mal drüber reden, weil ich finde wirklich und ich weiß immer nicht, ob mir das nur so alles so fremd vorkommt, es ist eine andere Welt und jetzt stelle ich mir vor, du kommst da aus deinem ganz wunderbaren, aber beschaulichen Graz irgendwie dann, ja wie gesagt, nach Köln oder sonst irgendwo und machst da Lesungen und es ist doch, läuft alles anders oder bilde ich mir das ein?
01:05:08
Speaker
Man spürt natürlich in Österreich sehr viel schneller einen Effekt.
01:05:11
Speaker
Du kannst mit lokalen Marketingmaßnahmen wirklich auch spürbar merken, dass sich etwas verändert.
01:05:19
Speaker
Durch Lesungen spürbar merken, dass sich etwas verändert.
01:05:23
Speaker
In Deutschland, das wirkt natürlich erstmal wie so ein unbezwingbarer Berg.
01:05:26
Speaker
Und dort müssen die Marketingmaßnahmen wirklich so zusammen,
01:05:31
Speaker
Aber dann, deswegen sage ich, ist es ja die größere Challenge, aber natürlich auch der größere Gewinn im Endeffekt, weil wenn es wirklich auch in Deutschland funktioniert, heißt es, deine Marketingkampagne hat so breit funktioniert, dass sie eigentlich ein Selbstläufer ist.
01:05:46
Speaker
Also wenn es in Deutschland gut funktioniert, dann ist dieser Sprung von, ich habe gut verkauft, zu okay, das ist ein Longseller und der verkauft sich richtig, richtig gut, der ist dann viel schneller da.
01:06:00
Speaker
Also in Österreich.
Empfehlung: Daniel Glattauers 'In einem Zug'
01:06:02
Speaker
Planst du jetzt gerade mehr für Deutschland und wenn Deutschland läuft, dann kaufen die Österreicher dein Buch auch oder läuft das parallel?
01:06:11
Speaker
Das Problem ist, es ist so schwer, was speziell für Deutschland zu planen.
01:06:16
Speaker
Also du kannst tatsächlich immer nur Marketing, also man könnte natürlich sagen, man gibt nur BloggerInnen aus Deutschland etwas und nicht in Österreich oder sowas, aber so
01:06:27
Speaker
machen wir das nicht, vor allem weil ja auch alles sehr vernetzt ist.
01:06:31
Speaker
Das heißt, ich glaube schon, dass etwas aus Österreich auch rüberschwappen kann nach Deutschland.
01:06:36
Speaker
Vielleicht ist es natürlich dann, wenn es umgekehrt ist.
01:06:40
Speaker
Aber es ist nicht speziell so, dass wir da was für Deutschland planen.
01:06:47
Speaker
Aber ich versuche natürlich, meine Marketingmaßnahmen sehr breit aufzustellen.
01:06:52
Speaker
Deswegen sind es auch gar nicht so viele Lesungen.
01:06:53
Speaker
Ich probiere, mit den Schullesungen besucht zu gehen, damit ich mehr Zeit fürs Marketing habe, damit ich eben durch diese Videos, die ich jetzt auch gerade mache, den deutschen Markt erreiche.
01:07:01
Speaker
Weil das ist einfach etwas, da weiß ich, das ist nichts Regionales.
01:07:06
Speaker
Das kann jeder sehen in Deutschland, Österreich, Schweiz.
01:07:11
Speaker
Aber Veranstaltungen, also fährst du zum Beispiel nach Leipzig, wirst du zur Leipziger Messe fahren?
01:07:16
Speaker
Ja, ich habe natürlich auch Veranstaltungen in Deutschland, aber es ist natürlich schwerer mit einem Effekt verbunden.
01:07:25
Speaker
Also den Effekt kann man dahingehend sagen, wenn man zum Beispiel mehrere Veranstaltungen bei Thalia oder Hugendubel dort macht, dann würden die Bücher auch besser aussehen.
01:07:35
Speaker
Dann hast du eine größere Sichtbarkeit.
01:07:38
Speaker
Durch größere Sichtbarkeit kannst du mehr Käufer generieren.
01:07:41
Speaker
Also das kann man natürlich schon machen.
01:07:43
Speaker
Das ist auch ein bisschen der Plan.
01:07:51
Speaker
Vor allem auch mit meinen Jugendbüchern.
01:07:53
Speaker
Natürlich könnte ich anfangen, Lesungen in Deutschland zu machen, aber die Frage ist, Kosten nutzen, würde sich das etwas bringen?
01:08:00
Speaker
In Österreich bringt sich das schneller mal was, weil die reden dann alle miteinander, die LehrerInnen, und dann kommt wirklich so ein schneller Mal ins Laufen als in Deutschland.
01:08:11
Speaker
Der berühmte Klassensatz.
01:08:13
Speaker
Der Klassensatz ist ehrlich.
01:08:15
Speaker
Alle müssen jetzt Seven Ways kaufen.
01:08:18
Speaker
Leute, wir sind echt, wir hinken in der Zeit.
01:08:22
Speaker
Wir verplaudern uns.
01:08:23
Speaker
Colin, du bist schuld?
01:08:25
Speaker
Ja, diese Schuld nehme ich auch.
01:08:27
Speaker
Ich muss auch gestehen, bei Minute 55 dachte ich mir, wir haben ja noch ein bisschen.
01:08:31
Speaker
Und dann gucke ich, man hat so eine kleine Einblendung einer Uhr von diesem Zencaster.
01:08:36
Speaker
Und dann gucke ich so und denke mir, hui, wir sind aber schon weit.
01:08:40
Speaker
Wir müssen fürchtig zum Ende kommen, obwohl es große Freude mit dir macht.
01:08:43
Speaker
Ich würde gerne noch ein bisschen mehr intime Fragen aus dir rauskitzeln, aus deinem gut ausgeplanten und total durchkalkulierten Verlagsalltag.
01:08:56
Speaker
Jetzt nochmal die Frage, was ist jetzt in 40 Jahren?
01:09:02
Speaker
Was machst du dann?
01:09:04
Speaker
Alex, es ist so schön, weil ich sage ja das am Anfang auch meistens mit dem Das Kind in dir muss Heimat finden von Stephanie Stahl, weil ich eigentlich tief in mir, ich bin ein tiefgründiger Mensch, gerne so zu Psychologie-Podcasts eingeladen werde.
01:09:16
Speaker
Aber das ist halt auch nicht mein Thema.
01:09:18
Speaker
Aber in eurem Podcast mit dir, Alex, durch deine Fragen, ist es glaube ich das Näherste, wo ich da rankomme zu meinem Psychologie-Podcast.
01:09:28
Speaker
Dafür sind wir bekannt.
01:09:29
Speaker
Jetzt nicht nur untrucksen, sondern in
01:09:32
Speaker
Also ich kann dir sagen, wenn du einen Psychologieratgeber schreiben willst, dann bist du bei uns im Verlag genau richtig.
01:09:42
Speaker
Der Österreicher in dir muss Heimat finden.
01:09:43
Speaker
Wir fangen klein an.
01:09:46
Speaker
Also pass auf, in 40 Jahren, ich gebe dir drei Szenarien, entweder ich bin durch irgendeinen unglücklichen Zufall vorher verstorben und habe dann deswegen hoffentlich Kultstatus und ein tolles Grab am Zentralfriedhof, das ist Nummer eins.
01:10:01
Speaker
Ja, aber das war nicht das.
01:10:04
Speaker
Ich sage ja nicht, dass ich das will, ich sage nur, das ist eine Option.
01:10:06
Speaker
Nein, das ist so ein Omen, dann wirst du jetzt irgendwie in Leipzig von der Straßenbahn überrollt und alle werden dann sagen, dass alle dann
01:10:16
Speaker
Dann werden alle sagen, er hat das in alles Buchmarkt gesagt und dann werden eure Hörerzeilen in die Höhe schießen.
01:10:22
Speaker
Aber du willst ja nicht der Falco der Literaturszene werden.
01:10:28
Speaker
Das muss ich mir noch überlegen.
01:10:32
Speaker
Ich könnte jetzt ganz zynisch sagen, ich möchte aber der Falco des Podcasts werden.
01:10:39
Speaker
Wir sind ganz plötzlich auf Platz 1.
01:10:41
Speaker
Tina macht es richtig.
01:10:42
Speaker
Die stellt das Marketing noch über meine Aufopferung.
01:10:45
Speaker
Das ist doch schön.
01:10:47
Speaker
Lass uns schnell zum Szenario 2 gehen.
01:10:49
Speaker
Das gefällt mir so.
01:10:52
Speaker
Szenario 2 ist, dass ich tatsächlich, da ich ja
01:10:56
Speaker
vielfältig interessiert bin, zum Beispiel Theaterstücke schreibe oder was ganz anderes schreibe oder in eine ganz andere kreative Richtung abgetrifftet bin.
01:11:04
Speaker
Das ist Szenario 2.
01:11:07
Speaker
Und Szenario 3 ist natürlich, dass ich weitermache mit dem Schreiben und ich hoffe, ganz viele Leute dadurch erreicht zu haben in 40 Jahren und eben diese Absicherung zu haben, die ich natürlich auch gerne hätte.
01:11:21
Speaker
Und natürlich wurde dann auch das Buch verfilmt oder deine Bücher wurden dann auch verfilmt.
01:11:30
Speaker
Und du durftest beim Budget mitreden.
01:11:32
Speaker
Das sind alles so Sachen, wo ich gerne noch nachgefragt hätte, aber irgendwann müssen wir zum Ende kommen.
01:11:40
Speaker
Ganz abrupter Wechsel.
01:11:41
Speaker
Wir haben vorhin gesagt, bitte stell doch ein Buch vor und ich bin automatisch davon ausgegangen, als zynische Marketing-Sau, dass du natürlich irgendwie Firewatch mitnimmst, weil ist ja klar.
01:11:54
Speaker
Und du hast ganz erschrocken geguckt und ich bin jetzt wirklich gespannt, wie du dich entscheidest, welches Buch du uns jetzt vorstellen wirst.
01:12:00
Speaker
Ich bin von Niestat.
01:12:04
Speaker
Das Kind in der Hosei-Matte.
01:12:05
Speaker
Es wäre, dieses Buch so zu gönnen, dass das mal noch ein paar mehr Leser finde.
01:12:09
Speaker
Die braucht noch ein bisschen Geld.
01:12:18
Speaker
Nein, tatsächlich das letzte Buch, das ich gelesen habe und das fand ich großartig und das ist auch ein Autor, den man in Österreich wirklich extrem kennt.
01:12:28
Speaker
Ich glaube aber in Deutschland auch, ich bin mir nicht sicher, nämlich Daniel Glatthauer in einem Zug.
01:12:35
Speaker
Und dort geht es sowohl um die Schriftstellerei, um einen Autor,
01:12:40
Speaker
und auch um eine Paartherapeutin eigentlich, also um die Liebe.
01:12:45
Speaker
Das heißt eigentlich ich und Stefanie Stahl in einem Buch.
01:12:50
Speaker
Bitte, was will man mehr?
01:12:51
Speaker
Ich fand das Buch großartig.
01:12:53
Speaker
Ich liebe es, wenn es so pointierte Dialoge gibt in Büchern und kluge Gedanken, die man auch aus dem Alltag kennt.
01:13:01
Speaker
Und das war einfach in diesem Buch alles da und deswegen ganz große Empfehlung in einem Zug.
01:13:07
Speaker
Mir macht das ein bisschen dieses Therapiefixierte, weiß ich nicht, ob das ausgesprochen ist.
01:13:12
Speaker
Ich finde das super.
01:13:14
Speaker
Oder ist das schon ein Ausblick auf den Roman, auf den neuen Roman, den du da geschrieben hast, der dann irgendwann in ein, zwei Jahren kommt?
01:13:24
Speaker
Also ich sehe Kundschaft.
01:13:25
Speaker
Wir sprechen uns einfach in 40 Jahren nochmal.
01:13:28
Speaker
Wir sprechen uns einfach in 40 Jahren nochmal.
01:13:30
Speaker
Dann haben wir den Teil 2 dieses Gesprächs und dann schauen wir, was alles in Erfüllung gegangen ist.
01:13:34
Speaker
kannst auch gerne ein bisschen früher nochmal vorbeikommen.
01:13:39
Speaker
Also jetzt in erster Linie sehe ich Kundschaft und kein Autor.
01:13:43
Speaker
Aber wir würden uns trotzdem freuen, wenn du wiederkommst.
01:13:45
Speaker
Jetzt aber hat Tina noch was.
01:13:49
Speaker
Das ist jedes Mal ein aufregendes Abenteuer, was Tina für Bücher vorstellt.
01:13:56
Speaker
Ja, ich habe diesmal Krimi, Alex.
01:14:01
Speaker
Naja, sagen wir mal so im weitesten Sinne.
01:14:04
Speaker
Ich habe von Paul Auster was mitgebracht und zwar die New York Trilogie.
01:14:07
Speaker
Die wurde nämlich von, falls man bei uns in die Kamera hat, damit wir es zumindest sehen, die wurde nämlich im Reprodukt Verlag, kleiner Berliner unabhängiger Verlag, veröffentlicht.
01:14:18
Speaker
in einer Graphic Novel umgesetzt, und zwar in einem Band, relativ groß, relativ dick, alle drei Bände.
01:14:24
Speaker
Also man liest auch relativ zügig durch, weil ich finde eine Graphic Novel, also, ne, ich habe pro Teil eine Stunde ungefähr gebraucht.
01:14:36
Speaker
Also es war relativ zügig zu lesen.
01:14:39
Speaker
Das Besondere ist tatsächlich, dass jeder Teil der Trilogie hat einen eigenen Illustrator bekommen.
01:14:46
Speaker
Und dadurch, man hat zwar so eine Art Stilelement und es sind diese drei Krimis in einem, aber jedes Mal in einer doch sehr eigenwilligen Art und Weise illustriert.
01:14:58
Speaker
Und das fand ich total spannend, deswegen habe ich es auch mitgenommen.
01:15:01
Speaker
Ich habe die Bücher auch schon mal gelesen vor 20 Jahren, aber fand das jetzt total schön umgesetzt.
01:15:08
Speaker
Und deswegen habe ich es einfach nochmal gelesen und fand es,
01:15:12
Speaker
ganz, ganz toll gemacht und ich freue mich, dass es Verlage gibt, die sich sowas trauen.
01:15:16
Speaker
Also nach wie vor.
01:15:18
Speaker
Und deswegen ist es meine Empfehlung, die New York Trilogie aus dem Reprodukt Verlag als Crab Novel.
01:15:24
Speaker
Ich sag's doch, du überrascht einen jedes Mal.
01:15:27
Speaker
Vielen Dank, Tina.
01:15:29
Speaker
Colin, wenn du dann auf Twitch bist, dürfen wir dann da auch mal hinkommen?
01:15:34
Speaker
Ihr seid's herzlich angehabt.
01:15:35
Speaker
Entweder zu Twitch oder woanders hin.
01:15:39
Speaker
Guck's in schöner Österreich.
01:15:45
Speaker
Ich weiß gar nicht, ob es das noch gibt.
01:15:46
Speaker
Hoffentlich nicht.
01:15:47
Speaker
Aber das ist jetzt nicht einfach YouTube in Österreich.
01:15:52
Speaker
Nein, aber bei euch, wie heißt, eBay-Kleinerzeigen bei euch will haben, ne?
01:15:57
Speaker
Ja, ihr habt kein Willhaben.
01:15:59
Speaker
Nee, bei uns heißt das einfach Kleinanzeigen.
01:16:01
Speaker
Oh mein Gott, das ist ja schrecklich.
01:16:03
Speaker
Na gut, darüber reden wir dann, wenn die Aufnahme vorbei ist.
01:16:05
Speaker
Dann haben wir jetzt noch eine Willhabendiskussion.
01:16:10
Speaker
Wir haben auch keinen Hofer, aber das ist, naja.
01:16:14
Speaker
Vielen, vielen Dank, dass du da warst.
01:16:15
Speaker
Ich habe das Gefühl, wir haben alles angeschnitten, nicht so richtig irgendwie durchgekaut.
01:16:23
Speaker
Das heißt einfach, du musst wiederkommen, damit wir das weitermachen können.
01:16:25
Speaker
Das hat große Freude gemacht.
01:16:27
Speaker
Wie heißt es immer auf Instagram?
01:16:31
Speaker
Geht nicht in die Buchhandlung, sondern rennt.
01:16:33
Speaker
Holt euch Firewatch von unserem heutigen Gast von Colin Hartler.
01:16:38
Speaker
Bewertet das Buch allerdings nur gut.
01:16:41
Speaker
Bleibt konsequent in eurer Meinung über alle Plattformen hinweg.
01:16:46
Speaker
Und dann würde ich sagen, hören wir uns wieder.
01:16:48
Speaker
Folgt ihm auf Instagram, auch ganz, ganz dicke Empfehlungen.
01:16:52
Speaker
Und dann würde ich sagen, vielen Dank und bis zum nächsten Mal.