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#25 Glühwein & tote Omis - Wir feiern Weihnachten image

#25 Glühwein & tote Omis - Wir feiern Weihnachten

Alles BuchMarkt
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381 Plays3 months ago

Zum Jahresabschluss laden Alex, Tina und Andreas zur Alles-Buchmarkt-Weihnachtsfeier ein – mit Glühwein (und Amaretto), Kinderpunsch, Stollen und ganz viel literarischem Humor.

In entspannter Runde sprechen wir über das Podcast-Jahr, werfen einen Blick auf unsere Spotify-Zahlen und feiern euch – besonders die 38 Hörer:innen, für die Alles Buchmarkt die Nummer 1 ist! Danach wird gelesen, gelacht und diskutiert:
Max Goldt trifft auf absurde Amazon-Rezensionen, Poetry-Slam-Texte auf Fernreise-Kritik mit Omis, Wien-Liebe auf ökologische Selbstentlarvung.

Eine Folge über Humor im Buchmarkt, über das Vorlesen, über kleine Verlage, große Texte – und darüber, warum lustige Bücher oft schwerer zu finden sind, als man denkt.

Eine Weihnachtsfolge ohne Anspruch auf Ordnung, aber mit viel Herz.

Shownotes

In dieser Weihnachtsfolge sprechen wir über:

  • unseren Podcast-Jahresrückblick & Spotify Wrapped
  • Humor im Buchhandel: Warum ist er so schwer zu finden?
  • das Vorlesen als besondere Podcast-Disziplin
  • Amazon-Bewertungen, Ein-Stern-Rezensionen & absurde Kundenlogik

Vorgestellte Autor:innen & Bücher:

Außerdem:
Glühwein-Pegel, Poetry-Slam-Liebe, Wien-Schwärmerei und die ewige Frage: War das jetzt Zynismus oder Sarkasmus?

Recommended
Transcript

Einführung in den Podcast "Alles Buchmarkt"

00:00:06
Speaker
Hallo und herzlich willkommen.
00:00:08
Speaker
Wie schön, dass ihr euch Zeit genommen habt zu Alles Buchmarkt.
00:00:11
Speaker
Der Podcast, in dem wir Folge für Folge uns Gäste einladen und uns dann mit ihnen anhand deren Biografien und deren Geschichten und deren Berufen ein bisschen unterhalten und hinter die Kulissen des Buchmarktes gucken und dabei versuchen, auch mit dem einen oder anderen Missverständnis aufzuräumen.

Vorstellung der Hosts und Feedback von KI

00:00:32
Speaker
Und das mache ich natürlich nicht alleine.
00:00:34
Speaker
Heute auch wieder mit dabei Tina Schwabe und Andreas Hänisch.
00:00:37
Speaker
Hallo ihr beiden.
00:00:39
Speaker
Hallo.
00:00:40
Speaker
Ja, ihr merkt, ich habe von der KI das analysieren lassen, unsere bisherigen Folgen und ich rede zu viel.
00:00:46
Speaker
Die KI hat empfohlen, ich soll euch eher reinholen.
00:00:48
Speaker
Das ist aber lieb von der KI.
00:00:51
Speaker
Ja, schön, dass du auf die KI hörst, aber nicht auf uns.

Jahresrückblick und Weihnachtszeit im Buchhandel

00:00:56
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zur letzten Folge von Alles Buchmarkt, der Podcast.
00:00:59
Speaker
In diesem Jahr.
00:01:03
Speaker
Ja, schauen wir mal.
00:01:04
Speaker
Ich bin echt durch.
00:01:07
Speaker
Das klingt so wahnsinnig zynisch, weil für die ganzen Buchhändler geht es jetzt gerade los, dass die irgendwie das Weihnachtsgeschäft stemmen müssen.
00:01:14
Speaker
Für die ist gerade nochmal richtig viel Arbeit und die müssen jetzt irgendwie versuchen, diesen ganzen miesen Umsatz, den sie bisher dieses Jahr gemacht haben, noch irgendwie hoch zu hubeln.
00:01:23
Speaker
Und deswegen ist das so ein bisschen zynisch, wenn ich jetzt sage, dass ich echt durch bin.
00:01:26
Speaker
Ich freue mich jetzt auf Weihnachten.
00:01:29
Speaker
Alle.
00:01:30
Speaker
Ja, aber es ist doch okay, das zu sagen.
00:01:31
Speaker
Es gibt natürlich Leute, die müssen jetzt nochmal richtig ranklotzen, aber mir geht es ähnlich.
00:01:37
Speaker
Also ich freue mich auch auf Weihnachten und die freien Tage.

Reflexion über Podcast-Leistung und Hörerstatistiken

00:01:41
Speaker
Und vor allen Dingen auf der Couch liegen und Bücher lesen.
00:01:43
Speaker
Ja.
00:01:45
Speaker
Oder was auch immer man so macht.
00:01:49
Speaker
Ich muss allerdings sagen, wir haben ja in der letzten Folge schon so einen Rückblick gezogen.
00:01:55
Speaker
Ich bin relativ zufrieden mit uns.
00:01:58
Speaker
Ich glaube, wir haben ganz gut abgeliefert.
00:02:00
Speaker
Und vielleicht kann man das mal sagen, Andi, das habe ich durch dich auch erst erfahren.
00:02:06
Speaker
Jeder bekommt ja gerade über Spotify so eine Zusammenfassung, wo einem die ganzen peinlichen Lieder, die man irgendwann im Laufe dieses Jahres aus irgendeiner ganz merkwürdigen Laune heraus gehört hat, nochmal so gebündelt präsentiert werden.
00:02:19
Speaker
Und man schämt sich ganz arg und überlegt sich, kann ich das teilen oder ist das peinlich?
00:02:24
Speaker
Und das Ganze gibt es aber auch für Podcaster.
00:02:28
Speaker
Und du hast, ich werde das jetzt nicht alles sagen, das ist echt Wahnsinn.
00:02:35
Speaker
Man denkt ja immer, es ist alles so anonym, wir wissen alles über euch, die ihr uns hört, wir wissen alles.
00:02:39
Speaker
Wir kennen Telefonnummer, wir kennen Adressen, Hobbys, wie eure Haustiere heißen, wir wissen alles.
00:02:44
Speaker
Und ich suche gerade die Zahlen, du hattest uns das geschickt hier in unserem internen Chat, weil ich das so schön fand.
00:02:51
Speaker
Ich lese jetzt nicht alles vor, keine Sorge, aber zwei Sachen will ich vorlesen.
00:02:56
Speaker
Also zum einen, wir sind gewachsen, wir sind ganz toll, wir klopfen uns auf die Schulter, aber für
00:03:03
Speaker
Über 200 Leute gehören wir zu den Top 10 der Shows.
00:03:06
Speaker
Das finde ich toll.
00:03:07
Speaker
Und für 38 auf Spotify, 38 einzelne Menschen sind wir die Nummer 1 in ihrem ganzen Podcast-Verhalten.
00:03:17
Speaker
Und wenn man sich überlegt, dass wir einmal im Monat ja nur kommen, dann sind das jetzt nicht die ganz großen Heavy-User, sondern dann sind das Leute, die für uns irgendwie oder wegen uns Podcasts hören.
00:03:25
Speaker
Das finde ich toll.
00:03:26
Speaker
Ich grüße hiermit alle 38 und wünsche jetzt schon mal frohe Weihnachten.
00:03:30
Speaker
Ja, und natürlich grüßen wir auch alle anderen HörerInnen, die uns nicht auf Nummer 1 haben.
00:03:35
Speaker
Ja, aber die 38 besonders, bitte.
00:03:37
Speaker
Ja, natürlich.
00:03:39
Speaker
Definitiv.

Pläne für die Weihnachtsfolge und festliche Vorbereitungen

00:03:43
Speaker
Gute Zahlen hatten wir auch genau vor einem Jahr mit einer Folge, in der wir ein bisschen Quatsch gemacht haben.
00:03:47
Speaker
Und deswegen haben wir uns gedacht, wenn die Leute das mögen, dann machen wir das nochmal.
00:03:50
Speaker
Wir machen wieder Quatsch und laden euch alle zu unserer kleinen Alles-Buchmarkt-Weihnachtsfeier ein.
00:03:57
Speaker
Und ich habe es mir hier richtig schön gemacht.
00:03:59
Speaker
Ich weiß ja alle anderen auch.
00:04:01
Speaker
Schaut mal ganz kurz.
00:04:02
Speaker
Ich muss euch das zeigen.
00:04:04
Speaker
Ich habe hier Glühwein, aber nicht nur das.
00:04:06
Speaker
Ich habe mir auch Amaretto gekauft.
00:04:07
Speaker
Was man sonst nur so auf dem... Den mache ich mir jetzt noch ein.
00:04:11
Speaker
Wie viel nimmt man da?
00:04:14
Speaker
Eigentlich nur 0,2 und zwar 0,0,2.
00:04:17
Speaker
Ist ein bisschen mehr geworden.
00:04:20
Speaker
Und ich habe hier Stollen.
00:04:22
Speaker
Da, guck mal, ich habe mir extra für diese Aufnahme jetzt Stollen gekauft, den ich eigentlich überhaupt nicht mag.
00:04:27
Speaker
Aber bevor mir dann Weihnachten meine Mutter eh wieder sagt, dass ich falsch liege, dachte ich, kann ich mir den jetzt schon mal kaufen.
00:04:35
Speaker
Wieso liegst du falsch?
00:04:36
Speaker
Weil ich immer sage, ich mag keinen Stollen, dann sagt sie, du irrst.
00:04:41
Speaker
Also ich habe mich auch hier mit ein bisschen Glühwein und Dominostein einfach auf meiner

Familienkrankheiten im Winter und Büchertipps

00:04:49
Speaker
Couch.
00:04:49
Speaker
Das ist echt bequem gemacht.
00:04:51
Speaker
Ich habe mir anstatt Glühwein Kinderpunsch geholt, weil ich immer noch ein bisschen angeschlagen bin und dachte, okay, ich verzichte mal ausnahmsweise auf den Alkohol und hole mir Kinderpunsch.
00:05:04
Speaker
Für alle, die uns jetzt hören, frage ich ganz verwundert, was?
00:05:08
Speaker
Ein Monat später und du bist immer noch krank.
00:05:13
Speaker
Ja, das ist so mit Kind.
00:05:14
Speaker
Das ist gerade der Kreislauf des Lebens im Winter.
00:05:18
Speaker
Erst ist man selber krank, dann ist das Kind krank, dann ist man wieder selber krank, dann ist das Kind krank.
00:05:23
Speaker
Und so setzt sich das die ganze Zeit fort, bis der Winter irgendwann vorbei ist.
00:05:27
Speaker
Das klingt fantastisch.
00:05:28
Speaker
Ja.
00:05:30
Speaker
So, darauf jetzt erstmal ein bisschen grüßend machen.
00:05:32
Speaker
Ein grünen Weinchen.
00:05:33
Speaker
Prost.
00:05:33
Speaker
Frohe Weihnachten.
00:05:35
Speaker
Frohe Weihnachten.
00:05:38
Speaker
Das kann man nur kompensieren mit mehr Glühwein.
00:05:46
Speaker
Oder du musst den Stollen reintunken.
00:05:49
Speaker
Das saugt er auf, das kennt man.
00:05:52
Speaker
So, was haben wir heute vor?
00:05:53
Speaker
Genug Geplänkel, jetzt wird gearbeitet.
00:05:56
Speaker
Wir haben uns überlegt, wir feiern heute Weihnachtsfeier mit euch allen zusammen und haben uns überlegt, wir suchen wieder ein bisschen was raus für euch zum Lesen oder Hören über die Weihnachtsfeiertage.
00:06:12
Speaker
Oder ein schönes Geschenk und das ist alles einfach nicht so schwer.
00:06:15
Speaker
Wir wollen es heute mal ein bisschen leichter.
00:06:17
Speaker
Wir haben uns für komische Literatur wieder entschieden und ich freue mich total, weil ich weiß noch nicht, was ihr mitgebracht habt und bin sehr, sehr gespannt.

Einführung und Lesung einer humorvollen Geschichte von Max Gold

00:06:27
Speaker
Wie wollen wir vorgehen?
00:06:27
Speaker
Wir sind bestens vorbereitet, weil ich vorhin so vollmundig gesagt habe, wir machen das spontan.
00:06:32
Speaker
Wer will loslegen?
00:06:35
Speaker
Wir könnten loslegen mit der Geschichte, die Anni rumgeschickt hat, die wir alle drei kennen.
00:06:39
Speaker
Oh ja, stimmt.
00:06:40
Speaker
Und wo wir in verteilten Rollen lesen.
00:06:43
Speaker
Ich finde, verteilte Rollen sind ja immer ganz toll.
00:06:46
Speaker
Muss ich doch anfangen, also mit euch zusammen.
00:06:48
Speaker
Ja, du musst anfangen.
00:06:49
Speaker
Gut, ich bin ruhig.
00:06:50
Speaker
Weil die KI hat gesagt, du sollst mehr reden.
00:06:52
Speaker
Ja.
00:06:54
Speaker
Alex, du musst aber auch eine, du liest den Vater.
00:06:58
Speaker
Ich lese Ruth.
00:07:00
Speaker
Ja, genau.
00:07:02
Speaker
Ganz kurz noch vorweg, auch für unsere Zuschauer.
00:07:07
Speaker
Liest du die Zwischenteile dann mit?
00:07:09
Speaker
Gut.
00:07:10
Speaker
Genau, ich würde alles lesen, außer eure direkten Reden.
00:07:14
Speaker
Sehr gut.
00:07:15
Speaker
Wer ist jetzt genauso an Zuschauer hängen geblieben bei einem Podcast, den man hört?
00:07:18
Speaker
Ja, ich war auch gerade leicht irritiert, aber lass uns nicht drauf kommen.
00:07:21
Speaker
Einmal am Glühwein genippt.
00:07:22
Speaker
Geht gut los.
00:07:24
Speaker
Naja, man muss ja dazu sagen, dass ich vorher ja noch in der Weinhandlung war, um für Weihnachten Wein zu kaufen.
00:07:29
Speaker
Und da nicht nur an einem Wein genippt habe, was dazu geführt hat, dass es, naja, sagen wir so, nicht ganz so nüchtern aus der Weinhandlung wieder raus bin.
00:07:39
Speaker
Das ist zwar jetzt auch schon drei Stunden her, aber nichtsdestotrotz bitte ich um Entschuldigung.
00:07:45
Speaker
Das ist völlig in Ordnung.
00:07:47
Speaker
Es könnte noch lustig werden heute.
00:07:51
Speaker
Schauen wir mal.
00:07:53
Speaker
Okay, also womit geht es los?
00:07:55
Speaker
Ich habe eine kleine Geschichte rausgesucht von Max Gold.
00:07:58
Speaker
Der hat dieses Jahr ein neues Buch rausgebracht.
00:08:01
Speaker
Das heißt Aber mit Fragezeichen.
00:08:04
Speaker
Und daraus lesen wir jetzt die Geschichte der Einzelesser und die invasive junge Familie.
00:08:11
Speaker
Los geht's.
00:08:14
Speaker
Mittags im Restaurant.
00:08:15
Speaker
An einem Einzeltisch sitzt ein Herr um die 60 und lässt es sich schmecken.
00:08:20
Speaker
Gastrosoziologen würden von einem situativen Einzelesser sprechen.
00:08:26
Speaker
Am
00:08:27
Speaker
Nachbartisch ein sogenanntes Hipster-Ehepaar, dessen Töchterchen im ansonsten schwach besuchten Restaurant ausgelassen herumtouren und kindliche Laute ausstößt.
00:08:37
Speaker
Zum Beispiel Pupi-Lupi oder auch Lupi-Pupi.
00:08:43
Speaker
Die Mutter von ihrem Smartphone aufblickend.
00:08:46
Speaker
Wolltest du vielleicht ein bisschen ruhiger sein?
00:08:51
Speaker
Du störst den Mann beim Essen.
00:08:54
Speaker
Der Mann denkt, wieso ist man immer bloß der Mann?
00:08:58
Speaker
Wenn Eltern zu ihren Kindern sprechen, lass mal den Mann vorbei, gib dem Mann mal ein Küsschen.
00:09:06
Speaker
Nee, das wohl nicht mehr heutzutage.
00:09:08
Speaker
Aber vielleicht schenkt dem Mann mal ein Blümchen oder ein Brötchen.
00:09:14
Speaker
Aber nicht das mit dem teuren Serano-Schinken.
00:09:19
Speaker
Das Kind verhält sich weiter lebhaft.
00:09:21
Speaker
Lupi, lupi, pupi, pupi.
00:09:24
Speaker
Die Mutter.
00:09:26
Speaker
Jetzt nimm mal ein klein wenig Rücksicht.
00:09:28
Speaker
Der Mann will in Ruhe zum Mittagessen.
00:09:31
Speaker
Der mit der Mann gemeinte Einzelspeisende wischt sich die Lippen ab und neigt sich konziliant dem Nachbartisch zu.
00:09:40
Speaker
Mich stören spielende Kinder überhaupt nicht.
00:09:44
Speaker
Die Frau patzig.
00:09:46
Speaker
Was mischen Sie sich da überhaupt ein?
00:09:49
Speaker
Wesentlich leiser und verzögert?
00:09:51
Speaker
Aber danke.
00:09:55
Speaker
Ihr Partner schaut sie erschrocken an.
00:09:58
Speaker
Der Einzelesser?
00:09:59
Speaker
Okay, kein Problem.
00:10:02
Speaker
Er denkt, über solche Frauen machen sich Kabarettisten seit Jahrzehnten lustig.
00:10:09
Speaker
Mütter vom Kollwitzplatz und so.
00:10:11
Speaker
In den USA nennt man sie Karen.
00:10:13
Speaker
Da muss ich ja nun nicht auch noch drauf rumhauen.
00:10:16
Speaker
Das erledigt schon der Partner.
00:10:19
Speaker
Der raunt seiner Frau entgegen.
00:10:22
Speaker
Das hätte meiner Meinung nach eben nicht sein müssen.
00:10:24
Speaker
Der Mann hat keinen Menschen, der ihm beim Essen Gesellschaft leistet.
00:10:28
Speaker
Er wird von Leuten wie uns aus seinem Kiez vertrieben.
00:10:31
Speaker
Seine Frau flüstert zurück.
00:10:32
Speaker
Von Leuten wie uns?
00:10:35
Speaker
Oh mein Gott!
00:10:37
Speaker
Nun sieht man wieder den Einzelesser, der mit Pokerface weiterschmaust und so tut, als ob er von dem Geraune nichts mitbekäme.
00:10:45
Speaker
Er denkt, ich hatte alles.
00:10:48
Speaker
1983, den ersten Walkman von Sony, dann den CD-Walkman, iPod-Mini-Discs, sogar ein DUT-Walkman, natürlich auch Smartphones fast aller Generationen.
00:10:59
Speaker
Alles, aber alles fast nie benutzt.
00:11:03
Speaker
Deswegen habe ich noch immer 100% Gehör.
00:11:08
Speaker
Sämtliche anderen sind ja wegen jahrzehntelangen Kopfhörergebrauchs mehr oder minder schwerhörig.
00:11:14
Speaker
Und darum glauben Leute vom Nachbartisch immer, man würde nicht verstehen, was sie tuschen.
00:11:20
Speaker
Aber ich verstehe alles.
00:11:23
Speaker
Immer.
00:11:24
Speaker
Alles.
00:11:27
Speaker
Der Hipster am Nebentisch flüstert seiner Frau zu.
00:11:31
Speaker
Der Mann hat sich möglicherweise den Restaurantbesuch von seiner kleinen Rente abgeknapst und jetzt wird er von invasiven Besserverdienern angeschrien.
00:11:40
Speaker
Seine Frau schlägt die Hände vors Gesicht und flüstert.
00:11:44
Speaker
Ich schäme mich.
00:11:45
Speaker
Der Einzelesser denkt, uiuiuiui.
00:11:49
Speaker
Gleich flüstert er noch, ich hätte Krebs und nur noch einen Monat zu leben.
00:11:54
Speaker
Die Frau.
00:11:55
Speaker
Meinst du, ich muss mich entschuldigen?
00:11:59
Speaker
Ihr Partner?
00:12:01
Speaker
Ich könnte nicht mehr in den Spiegel schauen, wenn du es nicht tätest.
00:12:03
Speaker
Möglicherweise hat er eine unheilbare Krankheit, dieser fahle Tan.
00:12:09
Speaker
Die Frau ist aufgestanden und richtet sich an den Einzelesser.
00:12:15
Speaker
Ich glaube, ich habe mich eben nicht hundertprozentig korrekt verhalten und ich möchte mich daher in aller Form verhindern.
00:12:22
Speaker
Der Einzelesser, der Frau super cool in die Augen schauend.
00:12:27
Speaker
Haben Sie während der Schwangerschaft Lotto gespielt?
00:12:32
Speaker
Die Frau.
00:12:33
Speaker
Ich verstehe nicht.
00:12:35
Speaker
Warum fragen Sie das?
00:12:36
Speaker
Der Einzelesser.
00:12:38
Speaker
Einfach so, weil es mich interessiert.

Diskussion über humorvolle Literatur im Buchhandel

00:12:42
Speaker
Die Frau verunsichert.
00:12:46
Speaker
Ich nicht, aber ich glaube, meine Mutter hat Lotto gespielt, während sie mit mir schwanger war.
00:12:51
Speaker
Der Einzelesser.
00:12:53
Speaker
Ich habe nämlich mal einen Artikel gelesen.
00:12:56
Speaker
Lotto spielen in der Schwangerschaft.
00:12:58
Speaker
Das unterschätzte Risiko.
00:13:01
Speaker
Die Frau kleinlaut.
00:13:04
Speaker
Okay.
00:13:06
Speaker
Die Familie zieht ab.
00:13:08
Speaker
Beim Verlassen des Lokals fragt die Frau.
00:13:12
Speaker
Sag mal, war das eben Zynismus oder Sarkasmus?
00:13:16
Speaker
Ihr Partner?
00:13:17
Speaker
Vielleicht doch eine unheilbare Krankheit.
00:13:20
Speaker
Ich könnte den Typ, also ich könnte diesen Typen sowas von.
00:13:24
Speaker
Auf der Straße, das Kind ins Auto wuchtend, sagt die Frau.
00:13:29
Speaker
Aber einen Sofallentor hatte der doch gar nicht, sondern ganz rote Bäckchen.
00:13:34
Speaker
Ihr Partner?
00:13:35
Speaker
Das kommt vom Saufen.
00:13:36
Speaker
Die Frau?
00:13:38
Speaker
Der trank doch eben biozisch Granatapfel.
00:13:41
Speaker
Zum Schein, damit wir nicht merken, was er sich den restlichen Tag alles reinpfeift.
00:13:46
Speaker
Die jungen Eltern steigen ins Auto.
00:13:49
Speaker
Durchs Fenster sieht man den weiterhin im Restaurant sitzenden Einzelesser, der nun in der Tat sehr rote Bäckchen hat.
00:13:56
Speaker
Er freut hinausschaut und mit kleiner Geste äußerst kinderfreundlich dem Kind nachwinkt, welches augenzwinkert ruft, Lupi-Pupi.
00:14:06
Speaker
Vielen Dank.
00:14:09
Speaker
Ich mag das Wort der Einzelspeisende, da hatte ich Spaß dran.
00:14:13
Speaker
Ich fand auch den Gastro-Soziologen auch sehr spannend.
00:14:18
Speaker
Das war Max Gold in seiner unnachahmlichen Art.
00:14:22
Speaker
Die Geschichte hieß Ein Mann, der abwechselnd, nee, falscher Titel, sorry, falsch geblättert, der Einzelesser und die invasive junge Familie.
00:14:32
Speaker
aus seinem Buch, aber im DTV-Verlag erschienen.
00:14:37
Speaker
Und ich möchte euch zumindest nochmal das Cover zeigen, weil das finde ich auch sehr witzig.
00:14:42
Speaker
Ja.
00:14:43
Speaker
Und man sieht da sozusagen so ein kleines Kind ist das quasi, mit einer wilden Frisur und dann aber das Gesicht von Max Gold quasi da drauf.
00:14:53
Speaker
Und das hat mich sehr angesprochen auf alle Fälle.
00:14:56
Speaker
Und auch für alle Max-Gold-Fans auf alle Fälle sehr zu empfehlen.
00:15:02
Speaker
Vielen Dank, damit haben wir den Vorleseteil schon mal abgearbeitet.
00:15:06
Speaker
Das ist immer das, wo wir am aufgeregtesten sind, weil wir auch so wahnsinnig monatelang vorher proben, wie man merkt.
00:15:12
Speaker
Aber wir lesen noch mehr vor.
00:15:14
Speaker
Wir lesen noch mehr vor, okay.
00:15:17
Speaker
Ich habe nur festgestellt, weil du hast jetzt was Neues mitgebracht.
00:15:22
Speaker
Ich habe mir mal so das Verkaufsranking der Humorbücher mal angeguckt.
00:15:29
Speaker
Das ist erschreckend.
00:15:32
Speaker
Also klar, wenn wir mal so über die Warngruppen hinaus hinweg mal gehen insgesamt.
00:15:37
Speaker
Da ist gerade Rita Falk ganz vorne mit dabei.
00:15:39
Speaker
Dann, ich freue mich jetzt schon, neuer Band Kängurukroniken.
00:15:42
Speaker
Am 12.
00:15:43
Speaker
März, glaube ich, kommt der oder so.
00:15:45
Speaker
Im März jedenfalls, ich freue mich sehr.
00:15:47
Speaker
Ist jetzt schon ganz weit oben.
00:15:49
Speaker
Dann haben wir Walter Mörs und so ein bisschen.
00:15:51
Speaker
Und dann aber Achtsam Morden.
00:15:53
Speaker
Weiß ich nicht, wie lange das schon dabei ist.
00:15:55
Speaker
Dann kommen irgendwelche komischen Kalender.
00:15:57
Speaker
David Safir.
00:15:58
Speaker
Fizek, das Horrordate, gibt es auch irgendwie schon relativ lange.
00:16:03
Speaker
Frankie, oh, Känguru-Chroniken, Känguru, nochmal Känguru, Wolf Haas.
00:16:08
Speaker
Darf ich hoffen, dass heute kein Känguru vorgelesen wird?
00:16:11
Speaker
Du darfst hoffen, was du willst, ist mir egal.
00:16:13
Speaker
Auf jeden Fall, das ist... Ich befürchte das Schlimmste.
00:16:18
Speaker
Ich habe den Eindruck gehabt, als ich mir das so angeguckt habe, es kommt nichts Neues nach.
00:16:23
Speaker
Das ist irgendwie, hier war eins, da habe ich wirklich gedacht, ich bin in irgendeine Zeitkapsel gefallen.
00:16:28
Speaker
Was war denn das?
00:16:29
Speaker
Das habe ich hier auf Platz immerhin noch 35.
00:16:34
Speaker
Nutella hat Lichtschutzfaktor 9,7.
00:16:37
Speaker
Bei Riva ist das damals erschienen.
00:16:39
Speaker
Das war 2011.
00:16:43
Speaker
Das ist doch Wahnsinn.
00:16:44
Speaker
Aber ich war ja, also um da mal so ein bisschen einzuhaken, ich bin ja auch immer, ich lese nicht so viele lustige Bücher.
00:16:53
Speaker
Und wenn, gehe ich dann halt auch in den Laden und muss danach suchen.
00:16:58
Speaker
Aber ich finde sie auch nicht.
00:17:00
Speaker
Also früher kann ich mich erinnern, es gab auch immer eine Humorabteilung.
00:17:03
Speaker
Es stand halt einfach Humor drüber.
00:17:04
Speaker
Und dann wusste man, okay, da bin ich schon richtig.
00:17:08
Speaker
Finde ich mittlerweile in vielen Buchhandlungen gar nicht mehr, weil es sich wahrscheinlich nicht so gut verkauft und dann deswegen...
00:17:15
Speaker
Ich weiß gar nicht, ob sich das so schlecht verkauft, das müssten mal Buchänder sagen, aber ich finde es so faszinierend.
00:17:20
Speaker
Es gibt auch, wenn man so diese Verlagsvorschau durchschaut, ganz oft steht dann irgendwie da mit viel Witz und Humor erzählt und dann liest man das und ich finde den Humor nicht.
00:17:31
Speaker
Also was ich sagen wollte, ich war jetzt gerade in Bezug auf die Sitzung, die ich hier vorbereitet habe, nochmal im Buch.
00:17:40
Speaker
Weihnachtsfeier heißt das, Weihnachtsfeier ist eine fröhliche, festliche Angelegenheit, nicht Sitzung.
00:17:46
Speaker
Entschuldigen Sie, Herr Schulz.
00:17:48
Speaker
Also in Vorbereitung auf unseren heutigen Podcast bin ich ja tatsächlich im Buchhandlung gegangen und habe gesagt, zeigen Sie mir Ihre Humorecke.
00:17:55
Speaker
Also mehr muss man ja wirklich nicht machen, als zu sagen, Ecke.
00:17:58
Speaker
Ja, genau.
00:18:01
Speaker
Nein, weil ich habe tatsächlich es nicht von alleine gefunden in der Regel.
00:18:06
Speaker
Und mir ging es auch so.
00:18:07
Speaker
Einige Buchhändler haben dann tatsächlich gesagt, ja, wir haben Humor hier und das war dann ein Regal.
00:18:12
Speaker
Und in der Regel, muss ich auch gestehen, war es 50% Uli-Stein-Comics.
00:18:17
Speaker
Also wirklich eher so Cartoons.
00:18:21
Speaker
Und dass man wirklich von Büchern gesprochen hat, die mit Humor sich auseinandersetzen.
00:18:25
Speaker
So das, was wir ja auch schon letztes Jahr gelesen haben, was so in die Richtung geht.
00:18:31
Speaker
Aber ist unfassbar schwer zu finden.
00:18:33
Speaker
Ich habe mich dann auch ein bisschen inspirieren lassen noch von dieser YouTube-Sendung von Jürgen von der Lippe.
00:18:40
Speaker
Die ist zwar auch schon alt, also es sind auch Backlist-Titel, aber da habe ich mich zumindest mal inspirieren lassen, welche Autoren überhaupt in Frage kommen.
00:18:48
Speaker
Aber in der Buchhandlung ist es wirklich teilweise schwer zu finden.
00:18:52
Speaker
Und mit Humor meint man ja nun nicht unbedingt nur Cartoons, sondern einfach
00:18:57
Speaker
lustig geschriebene Texte und ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine gibt.
00:19:02
Speaker
Das ist natürlich irgendwie auch ganz schwer und so, aber ich finde auch, es ist, oder wenn, dann ist es auch gerne so kurzgeschichtenhaft, was ich auch nicht verstehe.
00:19:12
Speaker
Ich habe zum Beispiel überlegt, heute das mitzubringen, habe mich aber dagegen entschieden, weil es dann doch auch schon wieder älter war.
00:19:18
Speaker
Jürgen von der Lippe, das ist noch nicht so lange her, ich weiß nicht, drei, vier, fünf Jahre,
00:19:22
Speaker
dass der ja zum ersten Mal dann in seinem Leben einen Roman rausgebracht hat.
00:19:26
Speaker
Nugeln im Wind, glaube ich, hieß der.
00:19:28
Speaker
War auch so eine Mediensatir.
00:19:30
Speaker
Großartiges Buch, habe ich ultra gerne gemocht.
00:19:34
Speaker
Aber dass wirklich so ein lustiges Buch, sich als Roman, was ich dann lange träge, wo ich aber auch als Leser lange was von habe, gibt es viel zu wenig.
00:19:41
Speaker
Also Aufruf an alle, bitte her damit.
00:19:44
Speaker
Oder wenn ihr Tipps habt, auch immer her damit.
00:19:46
Speaker
Also einfach für mich privates Mütz.
00:19:49
Speaker
Ich bin der Meinung, André Herrmann soll einfach mit seinen Eltern öfters in Urlaub fahren.
00:19:56
Speaker
Hat er ja gemacht.
00:19:57
Speaker
Also mal gucken, was da vielleicht noch kommt.
00:19:59
Speaker
Ob da noch was kommt, ja.
00:20:03
Speaker
Aber Thema Roman habe ich aber auch das kleine Problem gehabt in der Vorbereitung.
00:20:09
Speaker
Also ich habe durchaus Romane, die so ein bisschen humorvoll sind.
00:20:14
Speaker
Das Problem war dann aber, wir wollen ein bisschen was vorlesen.
00:20:17
Speaker
Ich habe dann keine prägnante Stelle gefunden.
00:20:19
Speaker
Ja, das ist auch wahr.
00:20:21
Speaker
Das war dann immer so, der Roman an sich ist auch, da habe ich viele witzige Sachen oder die sind gut geschrieben, witzig geschrieben.
00:20:28
Speaker
Aber wenn man das vorlesen würde, käme das gar nicht so rüber.
00:20:31
Speaker
Warum ist das so witzig?
00:20:34
Speaker
Ja, da gebe ich dir recht, weil das war auch mein Problem.
00:20:37
Speaker
Ich habe viele Bücher wieder ins Regal gepackt, weil ich mir dachte, okay, ich finde hier einfach nicht die passende Stelle, um prägnant rüberzubringen, dieses Buch ist witzig, wenn man es gelesen hat.
00:20:47
Speaker
Ja, aber eins habe ich gefunden, aber dazu später mehr.
00:20:53
Speaker
Ich weiß nicht, das können wir ja erzählen.
00:20:55
Speaker
Tina hatte vorgeschlagen im Vorfeld, bevor ich anfange zu quasseln nach dem Intro, dass sie da schon etwas vorliest.
00:21:04
Speaker
Und Andi und ich hatten nicht so richtig die Vorstellung, was sie meinte.
00:21:07
Speaker
Und dann haben wir gesagt, ja lies doch mal so ein Beispiel vor.
00:21:09
Speaker
Und dann las sie und dann haben wir gesagt, ja das war jetzt nicht lustig, lies nochmal was anderes.
00:21:15
Speaker
Und irgendwann haben wir uns entschieden, nee, wir lassen das, wie ihr jetzt schon gemerkt habt, weil es kam nichts von Tina am Anfang.
00:21:22
Speaker
Aber bitte, du wolltest es doch trotzdem vorstellen, Tina.
00:21:25
Speaker
Was hast du mitgebracht?

Einführung von Svea Mausolfs Buch und Rezensionen

00:21:27
Speaker
Es ist ein Buch, was ich im Flugzeug gelesen habe, von der Buch Wien zurück.
00:21:33
Speaker
Und es ist vom Jung & Jung Verlag.
00:21:35
Speaker
100 Seiten sind genug Weltliteratur mit 1-Stern-Bewertungen.
00:21:39
Speaker
Es geht tatsächlich, glaube ich, hauptsächlich um Amazon-Bewertungen.
00:21:42
Speaker
Und
00:21:45
Speaker
Jeder von uns aus dem Verlagsbereich hat das schon mal mitgekriegt, dass er sich gedacht hat, ach, ich guck mal, wie das Buch bewertet ist, ob jetzt bei Amazon oder Thalia oder wo auch immer, und dann feststellt, es geht gar nicht ums Buch, wie zum Beispiel, das Paket kam zu spät, deswegen habe ich nur einen Stern vergeben.
00:22:03
Speaker
Oder das Papier hat hässliches, das Buch hat hässliches Papier, deswegen fass ich das nicht gerne an, dieses Buch ist furchtbar.
00:22:14
Speaker
Und das hat ja in der Regel gar nichts mit dem Roman zu tun, sondern was mit Lieferbedingungen oder mit Produktionsbedingungen.
00:22:24
Speaker
Und diese Bewertungen wurden sozusagen zusammengefasst und ich gehe aktuell davon aus, dass es tatsächliche Bewertungen sind zu Klassikern der Literaturgeschichte und würde einfach mal Mary Shadys Frankenstein vorlesen, weil
00:22:42
Speaker
das meines Erachtens mit eines der besten und auch ausführlichsten Beschreibungen ist.
00:22:51
Speaker
Er hat es genannt Jammerlappen.
00:22:53
Speaker
Also es steht leider nicht da, wer diese Rezension geschrieben hat, sonst würde ich sie tatsächlich suchen und gucken, was dieser Mensch noch geschrieben hat.
00:23:00
Speaker
Zu was ist das jetzt?
00:23:02
Speaker
Zu Mary Shelley's Frankenstein.
00:23:04
Speaker
Okay.
00:23:06
Speaker
Dieses Buch ist das Papier, auf dem es gedruckt wurde, wirklich nicht wert.
00:23:10
Speaker
Frankenstein, der Erschaffer des Monsters, welches das Leben seines Schöpfers in Trümmern legt, ist nichts weiter als ein zweifelnder, ständig jammernder Weichling, der zu feige und lustlos ist, sich mit seinem Werk auseinanderzusetzen.
00:23:24
Speaker
Aufgrund seines Zögerns und seiner Feigheit verliert er alle Freunde und Familienangehörige und schaut auch tatenlos zu, als eine junge Frau unschuldig zum Tode verurteilt und hingerichtet wird.
00:23:34
Speaker
Durch Frankensteins ständiges Stöhnen und die elendlangen Beschreibungen seines Leidens, welche er sich selbst zu schreiben hat, gewinnt dieses Buch an Länge und an Langeweile.
00:23:45
Speaker
Wer hier eine interessante und gute Geschichte mit Spannung und einem gewissen Grusel-Element sucht, wird mit Sicherheit nicht fündig.
00:23:53
Speaker
Selbst das Monster, welches innerhalb von zwei Jahren zum eloquenten und belesenen Rächer und Mörder wird, kann die Story kaum rumreißen.
00:24:03
Speaker
Die Augenblicke, in denen das Wesen auftritt, sind so rar und selten, dass man sich öfters fragt, ob man hier einen Reiseroman liest oder die berühmte Geschichte um Frankenstein.
00:24:13
Speaker
Gibt es möglicherweise null Sterne zu vergeben?
00:24:16
Speaker
Ich hätte es getan.
00:24:19
Speaker
Und ich finde es ja witzig, dass er geht ja sogar auf die Story ein, aber man hat zwischendurch das Gefühl, er verliert die Relation, dass es sich hier um ein Buch handelt.
00:24:29
Speaker
Und er beschreibt ja im Grunde genommen das Wesen, dass es Null Sterne verdient.
00:24:35
Speaker
Also der Protagonist, wenn man so möchte.
00:24:38
Speaker
Und ich finde es witzig.
00:24:39
Speaker
Und wenn man das in einem durchliest, ist es einfach nur...
00:24:45
Speaker
Also wie viele Leute zum Beispiel Sternebewertungen machen zu Schullektüre.
00:24:49
Speaker
Ich musste dieses Buch für die Schule kaufen.
00:24:52
Speaker
Also das muss man ja mal sagen, da war eigentlich mal eine ganze Folge dazu.
00:24:56
Speaker
Also Tina, das war jetzt ein guter Beweis dafür, dass Humor einfach wahnsinnig viele Facetten hat.
00:25:02
Speaker
Ähm...
00:25:04
Speaker
Ja, dass unser Humor nicht derselbe ist, ist mir schon bewusst.
00:25:06
Speaker
Ja, also vielleicht fand das jemand.
00:25:10
Speaker
Aber woran ich große Freude habe, ist ja, zum einen, vielleicht fangen wir mal negativ an, was mich ärgert aus Verlagssicht ist, wenn Leute schreiben, ein Buch kam irgendwie angedatscht bei mir an, musste leider zurückgehen, einen Stern.
00:25:28
Speaker
Und du denkst, ja, das war bestimmt dramatisch für dich, aber
00:25:32
Speaker
Ist jetzt eben auch blöd für uns als Verlag, weil dann hängt da so eine Ein-Sterne-Rezension rum, die egal wie toll das Buch ist, irgendwie alles versaut und nur der, der dann durchgeht, sieht irgendwann, dass es an der Satzsche Ecke lag.
00:25:45
Speaker
Und vielleicht auch mal Praxistipp für alle Autoren, die sich über Ein-Sterne-Bewertungen bei Amazon ärgern.
00:25:53
Speaker
Jeder, der auf einem Kindle liest, kennt das ja, dass man am Ende des Lesens gefragt wird, möchtest du dieses Buch bewerten?
00:26:01
Speaker
Und dann hat man ja diese berühmten fünf Sterne.
00:26:04
Speaker
Und ich entschuldige mich bei ganz vielen Autoren, denen ich schon aus Versehen in meinem Leben einen Stern gegeben habe, weil ich dann so eben mit dem Finger auf den einen Stern gehe und will dann so rüberwischen und während ich wische, steht dann schon da, vielen Dank für die Bewertung.
00:26:19
Speaker
Aber was ich sehr lustig finde, was ich eigentlich sagen wollte, das Liebste ist ja bei Amazon-Produkten allgemein, dass es ja diesen Frage-Antwort-Bereich gibt.
00:26:30
Speaker
Und offenbar ist es ja so, dass wenn da eine Frage gestellt wird, dann kriegen Menschen, die das bestellt haben, kriegen eine E-Mail, möchtest du auf diese Frage antworten?
00:26:39
Speaker
Und dann gibt es offenbar so eine gewisse Generation an Menschen, die sich bemüßigt fühlen, darauf zu antworten, selbst wenn sie nicht so wahnsinnig viel dazu beizutragen haben.
00:26:50
Speaker
Sie fühlen sich einfach berufen, ich wurde ausgewählt, ich muss jetzt hier darauf antworten.
00:26:54
Speaker
Und ich liebe es, wenn man dann so Produkte durchklickt und dann fragt irgendwie einer, wie viele USB-Anschlüsse hat das Gerät?
00:27:00
Speaker
Ja.
00:27:01
Speaker
Dann antwortet irgendwie ein Jürgen J. aus Dortmund, weiß ich nicht, war ein Geschenk.
00:27:10
Speaker
Aber ich liebe es.
00:27:11
Speaker
Ich liebe es.
00:27:11
Speaker
Ich habe da großen Spaß dran.
00:27:15
Speaker
Naja.
00:27:16
Speaker
Ich wollte noch kurz anmerken zu den Amazon-Bewertungen.
00:27:20
Speaker
Die Leute sehen halt das Produkt, das Buch als Produkt.
00:27:25
Speaker
Das ist ja wie...
00:27:26
Speaker
Ich bestelle eine Kaffeemaschine, die kommt an, die hat einen Kratzer und dann beschwer ich mich, ey, die hat einen Kratzer, so wurde die angeliefert, obwohl der Kaffee halt trotzdem gut schmeckt, aber kriegt halt auch eine schlechte Bewertung, weil die Kaffeemaschine zerkratzt ist.
00:27:40
Speaker
Ich glaube, so ist es eben mit dem Buch, dass sie nicht den Inhalt bewerten, nicht nur, sondern das ganze Produkt.
00:27:47
Speaker
Also bei Dürrenmatt hat sich auch einer beschwert, dass die in Dialogen reden.
00:27:51
Speaker
Ja, es ist meistens so bei einem Drama.
00:27:54
Speaker
Also von daher, ich mag solche Rezensionsbücher und ich lese die auch gerne.
00:27:59
Speaker
Oder auch in Erinnerung an unsere Folge Was kostet ein Buch und warum, erinnere ich mich an eine Rezension von E. Hotzo, damals, ich weiß nicht mehr, wie sein Roman hieß, wo eine Besprechung oder eine Rezension war.
00:28:12
Speaker
Das Buch ist viel zu teuer, da ist der Autogierig gewesen.
00:28:15
Speaker
Ja.
00:28:15
Speaker
Ja.
00:28:19
Speaker
Ich schließe mich einfach mal an.
00:28:23
Speaker
Ich bin noch mittendrin im Lesen, aber was ich unbedingt empfehlen möchte, es ist kein Geheimnis, wer mich kennt, weiß, wie sehr ich Wien liebe.
00:28:33
Speaker
Tina, wir waren jetzt auf der Buch Wien, eine fantastische Messe in einer fantastischen Stadt mit fantastischen Menschen.

Rezension von "Vienna Falling" und andere humorvolle Literatur

00:28:40
Speaker
Und es gibt einen Autor, da habe ich, Moment, wo habe ich das Buch?
00:28:46
Speaker
Ähm,
00:28:51
Speaker
Macht immer weiter, dauert noch einen Moment.
00:28:55
Speaker
Wir dürfen mal reden.
00:28:57
Speaker
Nee, dürfte nicht.
00:28:58
Speaker
Du hast deine Chance.
00:29:00
Speaker
Gut, dann trinken wir weiter, während du sprichst.
00:29:03
Speaker
Was ich empfehlen möchte, ist ein Doppelaufschlag.
00:29:06
Speaker
Und zwar Fabian Navarro.
00:29:09
Speaker
Fabian Navarro ist...
00:29:13
Speaker
Kommt eigentlich, glaube ich, ursprünglich aus der Poetry Slam Szene, hat vor, ich weiß gar nicht, wann man das Buch ist, das ist ja schon ein ganz kleines Lektora, 2011, das ist so Postkartengröße mit so ein paar Seiten, ganz niedlich.
00:29:29
Speaker
Da hat er damals mit Jan Philipp Zimny, den man auch kennt in der Poetry Slam Szene, die haben zusammen ein, ah, ich glaube, der kommt da gleich noch, da wird sowas in die Kamera gehalten.
00:29:40
Speaker
die haben zusammen mal ein Gedicht geschrieben und das möchte ich gerne kurz vorlesen.
00:29:44
Speaker
Der Regelsberg.
00:29:47
Speaker
Der Regelzwerg im Regelberg, der schreibt an einem Regelwerk.
00:29:51
Speaker
Und unser toller Deo-Roller wird nicht leerer, sondern voller.
00:29:55
Speaker
Und wenn das Ding auch rückwärts lebt, er trotzdem in den Achseln klebt.
00:29:59
Speaker
Ein Lügenbold mich trügen wollt, worin er sich noch üben sollt.
00:30:03
Speaker
Für seinen Zwerg im Westerwald verklagt er mich auf Unterhalt.
00:30:07
Speaker
Nur weil er sich jetzt Rinder hält, zahl ich ihm doch kein Kindergeld.
00:30:11
Speaker
Und weil es doch keinen Sinn enthält, wird das Gedicht jetzt eingestellt.
00:30:14
Speaker
Also es war... Fällt euch was auf.
00:30:19
Speaker
Also Alex, die Goldgeschichte war extrem floriohaft und das Gedicht jetzt auch.
00:30:26
Speaker
Ja, aber Loriot ist ja, glaube ich, auch einer der wenigen Komiker, auf die wir uns alle drei einigen können.
00:30:32
Speaker
Also es gibt ja gar nicht so viele André Herrmann, Loriot.
00:30:37
Speaker
Paul Pokowski können wir uns auch alle drei drauf einigen.
00:30:39
Speaker
Das stimmt.
00:30:39
Speaker
Aber ich fand, Max Gold hat sich extrem nach diesem Rouladen-Esser, der in diesem Restaurant ist.
00:30:47
Speaker
Jetzt lassen Sie das Buch doch mal nach vorn.
00:30:49
Speaker
Ja, schmeckt es.
00:30:52
Speaker
Der sich darauf konzentriert, alleine essen zu wollen und ihm da auch jemand ins Essen quatscht.
00:30:57
Speaker
Und dieses Gedicht gerade eben war auch sehr, sehr nah dran.
00:31:00
Speaker
Und ich denke mir schon, dass es da einfach eine Parallele gibt.
00:31:06
Speaker
Sie haben mir jetzt Essen gequitscht.
00:31:08
Speaker
Also, das war jedenfalls Fabian Navarro.
00:31:11
Speaker
Ganz, ganz tolle Sachen, die er schreibt.
00:31:13
Speaker
Und der schreibt auch Katzenkrimis rund um Meets Marple, die man lesen kann, wenn man sowas mag.
00:31:22
Speaker
Und er hat aber auch einen ganz, ganz fantastischen Roman geschrieben.
00:31:27
Speaker
Ich habe ihn erst angefangen, aber ich kann eigentlich nicht mehr enttäuscht werden.
00:31:30
Speaker
Aber ich habe mich dennoch entschieden, es gibt irgendwo im Internet habe ich eine schöne...
00:31:35
Speaker
Rezensionen gefunden, die ich jetzt einfach vorlese, weil warum soll ich mir hier selber die Arbeit machen?
00:31:41
Speaker
Aber die kennt offenbar auch Wien noch besser als ich.
00:31:43
Speaker
Hier, Carola1475 nämlich, hat geschrieben, das Buch hat sie neugierig gemacht, das heißt nämlich Vienna Falling.
00:31:52
Speaker
Und sie hat natürlich an Falkos Hit Vienna Calling gedacht.
00:31:56
Speaker
Ich habe keine Ahnung, ich habe erst überlegt, ob ich so tue, als wüsste ich von dem Lied.
00:32:02
Speaker
Kennt ihr das?
00:32:04
Speaker
Ja.
00:32:05
Speaker
Ich kenne es.
00:32:06
Speaker
Ihr seid schon älter.
00:32:06
Speaker
Ich lese mal kurz vor.
00:32:08
Speaker
Sie schreibt, Carola schreibt, der deutsche Tourist Jürgen Weber stürzt in den Spalt vor dem Stephansdom, der sich nach einem starken, aber örtlich sehr begrenzten Erdbeben aufgetan hat.
00:32:18
Speaker
Die Ursache des Bebens gibt Rätsel auf.
00:32:21
Speaker
Jürgens Frau Renate fühlt sich von den Behörden alleingelassen und versucht einfallsreich und zielstrebig auf eigene Faust ihren Mann wiederzufinden, nachdem sie den ersten Schock verarbeitet hat.
00:32:32
Speaker
Renate erhält bald doch noch Hilfe und Unterstützung durch den semiseriösen Geisterjäger Reinhold, Ele von der Wiener Stadtverwaltung, Irina aus dem Landesarchiv und der Pfannenzauber-Community,
00:32:46
Speaker
einem Koch-und-Backforum, dem auch Renate Rezepte und ihre unschönen Erfahrungen in Wien teilt.
00:32:52
Speaker
So unterschiedlich wie die Figuren sind auch die wechselnden Perspektiven, aus denen die schräge Geschichte erzählt wird.
00:32:57
Speaker
Sehr witzig fand ich, dass sich manche der Charaktere auch in ganz anderem Zusammenhang kennen, was sich erst allmählich erschließt.
00:33:04
Speaker
Also die macht jetzt, die schreibt jetzt noch weiter, alles faszinierender Aspekt der Wiener Stadtgeschichte, Kaffeehausbesonderheiten, Rezepte, Wiener.
00:33:13
Speaker
Ich mag so doll gern, das einzige Problem ist, ich habe überlegt, ob ich das Buch hervorstelle, aber das einzige Problem ist, ich glaube, ich habe den Autor ein bisschen verschreckt.
00:33:24
Speaker
Der hält mich, glaube ich, für ein bisschen gruselig.
00:33:25
Speaker
Ich habe den im Vorfeld.
00:33:27
Speaker
Hast du ihn gestalkt?
00:33:29
Speaker
gestalkt, ich habe, ja, ich habe dem im Vorfeld in die DMs geslidet.
00:33:36
Speaker
Ey, wenn du magst, dann komm doch mal am Gemeinerstand vorbei.
00:33:40
Speaker
Wir haben immer irgendwie alkoholische und nicht alkoholische Getränke da.
00:33:44
Speaker
Komm doch mal vorbei.
00:33:47
Speaker
Und dann war es so, Tina und ich sind ja gemeinsam nach Wien geflogen und in der Bahn Richtung Zentrum habe ich sie irgendwann angestupst und dann ging, guck mal, der Mann da, ne Mann, ist der denn das?
00:34:01
Speaker
Und dann habe ich ihn schon sehr lange, unnötig lange angestarrt.
00:34:05
Speaker
Und dann hatte der wahnsinnig viele Auftritte.
00:34:08
Speaker
Können wir bitte dazu sagen, er war es?
00:34:10
Speaker
Er war es natürlich.
00:34:11
Speaker
Ich habe immer so, ich saß, ja, er war es.
00:34:13
Speaker
Und hat er gesehen, dass du ihn angestarrt hast?
00:34:15
Speaker
Ja, natürlich hat er das.
00:34:15
Speaker
War ich so echt ungeschickt.
00:34:17
Speaker
Unangenehm.
00:34:19
Speaker
Beide Seiten.
00:34:21
Speaker
Pass auf, es wird ja noch schlimmer.
00:34:24
Speaker
Er hatte mir sogar bei Insta auch geantwortet, ja, cool, vielleicht komme ich mal vorbei.
00:34:28
Speaker
Und ich habe dann so fünf Tage gewartet, wann Fabian Navarra kommt.
00:34:32
Speaker
Mein Leben hatte sonst keinen Sinn.
00:34:33
Speaker
Der hatte aber, weil wir so einen Eckstand hatten, wir waren relativ vorne, also man musste im Prinzip, egal ob man auf Toilette oder zur Bühne oder zum Ausgang wollte, immer an unserem Stand vorbei.
00:34:42
Speaker
Und der hatte, ich glaube, der hatte auch viele Auftritte und musste auch oft irgendwie rein und raus, keine Ahnung.
00:34:48
Speaker
Und auf jeden Fall ist der oft an unserem Stand vorbeigegangen.
00:34:50
Speaker
Ich habe dem wahnsinnig oft immer so ganz, ganz merkwürdig
00:34:56
Speaker
verstörend, glaube ich, zugezwungen haben.
00:34:58
Speaker
Im Sinne von nicht, hey, du bist ja doch, komm doch mal rum.
00:35:01
Speaker
Und ich glaube, der fürchtet sich.
00:35:02
Speaker
Der hatte wahrscheinlich irgendwie dann gedacht, wenn ich da hingehe, weiß ich nicht, was die dann machen.
00:35:07
Speaker
Die kleben mich irgendwie fest und ich komme hier nie wieder raus.
00:35:10
Speaker
Das war mir ein bisschen peinlich im Nachhinein.
00:35:11
Speaker
Also wenn er das jetzt hört, es tut mir leid.
00:35:14
Speaker
Ich bin einfach nur ganz Fan, schon ganz lange und habe mich über dieses Buch gefreut.
00:35:18
Speaker
Sagen wir das nicht alles, Doc?
00:35:19
Speaker
Ja, ne?
00:35:21
Speaker
Ist schon peinlich.
00:35:24
Speaker
Nee, vielleicht schneiden wir das auch raus, ist sonst wirklich zu peinlich.
00:35:27
Speaker
Wir schneiden hier gar nichts raus.
00:35:29
Speaker
Nee, Alex, jetzt ist es zu spät.
00:35:31
Speaker
Ja, aber das ist schon... Ich glaube, ich habe auch gezwinkert.
00:35:38
Speaker
Oder so kindlich gewunken, ich weiß es nicht mehr.
00:35:41
Speaker
Geben wir doch einfach zu, du hast dich daneben benommen.
00:35:43
Speaker
Ich habe mich wirklich daneben benommen.
00:35:45
Speaker
So, und in diesem Falle eine Entschuldigung.
00:35:49
Speaker
Lieber Fabian Navarro, es tut mir sehr leid, aber nichtsdestotrotz, ganz dicke Empfehlung.
00:35:55
Speaker
Vienna Falling ist, glaube ich, Heimon, das ist jetzt erschienen.
00:36:00
Speaker
Und macht das, was ich bisher gelesen habe, ultra viel Spaß.
00:36:06
Speaker
Spannend.
00:36:06
Speaker
Braucht mal neun Glühwein hier.
00:36:09
Speaker
Wollen wir dann aber zu Jan-Philipp Zymni mal übergehen?

Lesung und Diskussion humorvoller Texte von Jan-Philipp Zymny

00:36:14
Speaker
Wenn du ihn vorhin schon erwähnt hast.
00:36:16
Speaker
Ja, gerne.
00:36:16
Speaker
Zufällig habe ich ihn mitgebracht.
00:36:18
Speaker
Ach.
00:36:20
Speaker
Ohne, dass der Alex das wusste.
00:36:23
Speaker
Ich hatte erst überlegt, ob ich mir was raussuche, was vielleicht zu zweit zu lesen ist, aber habe mich dagegen entschieden.
00:36:29
Speaker
Ich habe etwas rausgesucht, was meines Erachtens Alex gefallen wird.
00:36:38
Speaker
Das Buch ist von Jan Philipp Zymny.
00:36:40
Speaker
Den Weltuntergang hätte ich mir doch anders vorgestellt.
00:36:45
Speaker
bei Lektora erschienen.
00:36:49
Speaker
Und das Witzige ist, als ich es gekauft habe, ist das erste Kapitel gewesen, das ich aufgeschlagen habe, ist Endlich nicht rauche.
00:36:57
Speaker
Und dann dachte ich, erst lese ich das für Alex vor.
00:37:00
Speaker
Aber das war zu lang.
00:37:02
Speaker
Ich habe mich für das Kapitel Kontrafernreisen entschieden.
00:37:08
Speaker
Da ich tatsächlich die Fernreisemaus bin und Alex der Gegner.
00:37:13
Speaker
Ich bin nicht Gegner.
00:37:14
Speaker
Mir wurde das auf Arbeit den Tag schon vorgeworfen, dass ich ja nicht wegfahren würde.
00:37:17
Speaker
Und dann habe ich einfach nur festgestellt, dass ich mit Büchern einfach, ich habe ja alles schon gesehen.
00:37:24
Speaker
Natürlich.
00:37:24
Speaker
Kannst du mich fragen, was du willst.
00:37:26
Speaker
Ich kenne alles.
00:37:27
Speaker
Du kennst alles.
00:37:28
Speaker
Alles.
00:37:29
Speaker
In jedem Fall habe ich das rausgesucht, dann hast du ein Argument mehr für die nächste Diskussion, warum du keine Fernreisen antrittst.
00:37:38
Speaker
Oh ja, gerne.
00:37:39
Speaker
Und der Wendepunkt ist wirklich erst im letzten Abschnitt.
00:37:45
Speaker
Natürlich weiß ich, dass man Reisen bildet, vor allem Sprachen und fremde Kulturen gemeint sind.
00:37:51
Speaker
Aber das überzeugt mich überhaupt nicht.
00:37:53
Speaker
Die Leute tun immer so, als wären fremde Kulturen komplett anders.
00:37:57
Speaker
Als würde man in den Kongo fahren und feststellen, dass dort die Ohren der Menschen spiegelverkehrt,
00:38:03
Speaker
und die Nasenlöcher auf der Schädeldecke tragen und deshalb bei Regen alle schnell nach Hause laufen müssen, weil sie sonst ertrinken.
00:38:11
Speaker
Oh mein Gott, in China essen sie Nahrungsmittel.
00:38:14
Speaker
Komm runter.
00:38:16
Speaker
Wir sind uns alle grundlegend sehr ähnlich.
00:38:19
Speaker
Außerdem sind wir ohnehin dermaßen globalisiert, dass es überall das Gleiche gibt.
00:38:24
Speaker
Beim japanischen McDonald's schmeckt der Cheeseburger genauso wie in Deutschland.
00:38:28
Speaker
Der einzige Unterschied ist, dass ich die Sprache nicht verstehe.
00:38:32
Speaker
Für die Erfahrung muss ich aber nicht nach Japan fliegen, sondern kann einfach zu einem McDonald's in Oberbayern gehen.
00:38:38
Speaker
Da verstehe ich auch nichts.
00:38:40
Speaker
Warum soll also die Kultur in Anderswo so viel interessanter und bildender sein?
00:38:45
Speaker
Die Leute besuchen nämlich nicht die Kultur, die sie direkt vor der Haustür haben.
00:38:50
Speaker
Und davon gibt es hier wirklich genug.
00:38:52
Speaker
In Thüringen kannst du keine fünf Kilometer weit fahren, ohne irgendeine absurde Burg zu finden oder ein Feld, auf dem Thomas Münzer den Bauernkrieg verloren hat.
00:39:03
Speaker
Oder eine Höhle, in der Barbarossa chillt?
00:39:06
Speaker
Ich weiß nicht, was er da macht.
00:39:08
Speaker
Und das ist genau der Punkt.
00:39:11
Speaker
Ich etwa lebe seit über sechs Jahren in Bochum und wir haben da nicht viele Sehenswürdigkeiten.
00:39:17
Speaker
Aber ich lebe seit über sechs Jahren da und war in der Zeit nicht einmal bei Herbert Krönemeyer zu Hause.
00:39:23
Speaker
Wir sollten erstmal die eigenen Kulturen aufbrauchen, bevor wir eine neue anfangen.
00:39:28
Speaker
Ich fühle mich, als wäre ich meine Mutter.
00:39:33
Speaker
Egal.
00:39:34
Speaker
Dann gibt es noch die Leute, die in die unberührte Natur fahren wollen.
00:39:39
Speaker
Das ist an sich schon ein Widerspruch.
00:39:42
Speaker
Wenn man da hinfahren kann, ist die Natur nicht unberührt.
00:39:45
Speaker
Dann gibt es da wenigstens eine Straße.
00:39:49
Speaker
Selbst wenn du acht Tage durch die wildeste Pampa wanderst, wo noch nie ein Mensch gewesen ist, ist diese Natur in dem Moment nicht mehr unberührt, indem du deinen Jack Wolfskin bestiefelten Fuß in sie hinein hältst.
00:40:03
Speaker
Davon abgesehen hat es auch einen Grund, warum unberührte Natur unberührt ist.
00:40:09
Speaker
weil es da scheiße ist.
00:40:11
Speaker
Die Natur will uns nicht da haben, aber das hält den Menschen nicht auf.
00:40:16
Speaker
Die gehen überall hin, kriechen ständig irgendwo rein, krümeln dann alles mit Keksen voll, klettern mit Sauerstoffmasken auf dem Mount Everest.
00:40:24
Speaker
Das muss man sich mal vorstellen.
00:40:27
Speaker
Der Mount Everest will uns so doll nicht da oben haben, dass man seine eigene Luft mitbringen muss und wir machen das trotzdem.
00:40:37
Speaker
Fernreisen sind unbestreitbar eine unglaubliche Umweltbelastung.
00:40:42
Speaker
Ein Flug von Düsseldorf nach Sydney und zurück bläst etwa 10.746 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre.
00:40:50
Speaker
Das sind immer so abstrakte Größen, unter denen man sich nicht so richtig was vorstellen kann.
00:40:55
Speaker
Deshalb habe ich das mal umgerechnet.
00:40:58
Speaker
In etwas, das ein bisschen anschaulicher ist.
00:41:01
Speaker
Einflug Düsseldorf-Sydney und zurück stößt genauso viel CO2 aus, als würde man etwa 165 Ohmis einäschen.
00:41:09
Speaker
Bei 22 Stunden Flugdauer sind das 7,5 unschuldige Omis pro Stunde.
00:41:15
Speaker
Das ist eine unschuldige, liebenswerte Omi, alle 10 Minuten.
00:41:20
Speaker
Und nach 59 Minuten muss man schnell noch anderthalb Omis nachbrennen.
00:41:25
Speaker
Zum Vergleich, Hänsel und Krete sind in dem nahegelegenen Wald gereist und dabei wurde nur eine Omi verbraucht.
00:41:32
Speaker
Und die war eine Hexe.
00:41:34
Speaker
Ich denke, dass damit mein Standpunkt eindeutig bewiesen ist und möchte abschließend sagen, dass ich mir absolut sicher bin, dass ich jetzt auf irgendeiner Beobachtungsliste stehe.
00:41:45
Speaker
Ich habe mittlerweile so oft gegoogelt, wie viel CO2 erzeugt das Verbrennen von Omis.
00:41:51
Speaker
Ich darf also gar nicht mehr fliegen.
00:41:56
Speaker
Oh, das war sehr gut.
00:41:59
Speaker
Könnt ihr beim Fliegen jemals wieder nicht an Omis denken?
00:42:01
Speaker
Ja, vor allen Dingen, ich bin ja mal nach Sydney geflogen.
00:42:05
Speaker
Ja, du fliegst doch öfters nach Amerika, junger Mann.
00:42:08
Speaker
Auf die andere Seite.
00:42:10
Speaker
Gott, wie viele Omis ich auf dem Gewissen habe.
00:42:13
Speaker
Ihr fragt mich mal.
00:42:14
Speaker
Stimmt.
00:42:15
Speaker
Du mit deinem Japan-Trips.
00:42:19
Speaker
Trips.
00:42:20
Speaker
Und Alex, wir haben auch Omis verbraucht, als wir nach Wien geflogen sind.
00:42:25
Speaker
Ja, aber warte mal, jeder... In zehn Minuten eine Omi.
00:42:32
Speaker
Ja, das sind doch fünf Omis, das stimmt dann.
00:42:34
Speaker
Ja.
00:42:35
Speaker
Ja, viereinhalb.
00:42:36
Speaker
Aber das war eine sehr schöne Geschichte.
00:42:38
Speaker
Wie heißt der Autor nochmal?
00:42:39
Speaker
Ich habe es vergessen schon wieder.
00:42:41
Speaker
Jan-Philipp Zymny, den Weltuntergang hätte ich mir doch anders vorgestellt.
00:42:47
Speaker
Ein ganz, ganz, ganz tolles Buch.
00:42:49
Speaker
Ja.
00:42:51
Speaker
Und es sind auch Illus noch drin, also er hat auch Bilder gemalt sozusagen.
00:42:58
Speaker
Von dem würde ich mir auch echt einen Roman wünschen.
00:43:00
Speaker
Oder vielleicht gibt es den auch und ich weiß es nicht, aber ich kenne den auch von Bühnen, der ist wirklich fantastisch.
00:43:08
Speaker
Wenn der bei Slams auftritt, ich glaube, der wird manchmal aus Mitleid nur Zweiter, damit auch jemand anders eine Chance hat, der ist richtig gut.
00:43:16
Speaker
Also ich kann auch empfehlen, tatsächlich ihm bei Instagram zu folgen, weil er relativ viele, auch kurze Texte da oder Schnippets, wie man so schön sagt, reinstellt.
00:43:27
Speaker
Ah, das Schnippets gesagt?
00:43:28
Speaker
Schnippets, genau.
00:43:30
Speaker
Wow.
00:43:31
Speaker
Schnipsel wollte ich eigentlich sagen.
00:43:33
Speaker
Aber es war eine Mischung aus Schnipsel und Snippet.
00:43:37
Speaker
Da spricht der Glühwein.
00:43:39
Speaker
Und das ist ein Schnippet.
00:43:40
Speaker
Ja, ein Snipsel, den man dann gut sagt.
00:43:43
Speaker
Und es sind Kurzgeschichten und Zeichnungen und es ist wirklich, es ist ein Corona-Buch, hat er gesagt, weil es zwischen 2020 und 2023 zusammengestellt wurde von ihm.
00:43:56
Speaker
Genau, bei Lektora erschienen.
00:43:59
Speaker
Ein toller, unterschätzter Verlag.
00:44:02
Speaker
Ich würde mich vordrängeln, die KI wird mich wieder ausschümpfen.
00:44:07
Speaker
Das tut sie jetzt schon.
00:44:08
Speaker
Ja, egal.
00:44:10
Speaker
Dafür schimpfen wir dich nicht aus.
00:44:12
Speaker
Ich habe das nur am Anfang so dazu gesagt, damit die KI mich dann künftig sympathischer findet, dass ich das thematisiert habe.
00:44:19
Speaker
Was du alles in die KI reinhaust, ich glaube nicht, dass das nochmal was wird mit dir und der KI, dass die dich sympathisch findet.
00:44:29
Speaker
Das ist eh, man kann ja so alle möglichen Auswertungen machen, dass man die KI fragt, was weißt du über mich und wie schätzt du unser Verhältnis ein und wenn man das so mit, mein Freund hat das jetzt mal gemacht und dann kommt da eben sowas raus, wie du bist, ja wir machen das alles so auf Augenhöhe, wir sind Partner, ich unterstütze dich und bei mir kam dann raus, du hast hohe Erwartungen und bist schnell unzufrieden, aber das ist dein gutes Recht.
00:44:58
Speaker
Aber gut.
00:45:00
Speaker
Es kriselt also schon in der Beziehung.
00:45:02
Speaker
Ich denke mir, aber ich habe ja noch irgendwann noch Zeit, um nett zu sein und dann werden wir Freunde.
00:45:08
Speaker
Aber was ich... Aber nicht heute mit diesem Podcast.
00:45:11
Speaker
Nein, es ist ja eh Weihnachten.
00:45:16
Speaker
Was ich noch mitgebracht habe, deswegen passte das jetzt gerade so, also Fabian Navarro war das eine, dann Tina kamst du und ich habe jetzt den nächsten Poetry Slammer noch mit dabei.
00:45:28
Speaker
Ich weiß gar nicht, natürlich auch bei Satyr, wie immer, der wunderbare Volker Surmann mit den großartigen Büchern bei Satyr, den wir schon ein paar Mal besprochen haben, der diese Menschen immer entdeckt und ich habe Sebastian Lehmann noch mitgebracht.
00:45:42
Speaker
Sebastian Lehmann hat mit
00:45:45
Speaker
Nanu, Marc-Uwe Kling, auch mal eine Anthologie gemacht, die heißt, wie heißt sie denn?
00:45:50
Speaker
Überwachen und Schlafen, glaube ich.
00:45:51
Speaker
Also es gab mehrere Teile, ganz großartig, mit so einzelnen Geschichtchen, die jeder beigesteuert hat, aber...
00:46:01
Speaker
Das neueste Buch von Sebastian Nehmerl habe ich schlicht nicht gefunden.
00:46:03
Speaker
Es liegt irgendwo in meiner Wohnung, ich weiß nicht wo.
00:46:06
Speaker
Deswegen habe ich ein älteres genommen.
00:46:08
Speaker
Ich war jung und hatte das Geld.
00:46:10
Speaker
Das ist insofern lustig, weil er einfach, ich weiß gar nicht wie viele Geschichten um die 30 oder noch mehr, so kurze Anekdoten, Geschichten erzählt, immer nur so ein, zwei Seiten lang, wie er irgendwelchen Subkulturen angehörte.
00:46:30
Speaker
Dann heißen die Geschichten, wie ich einmal Skater war, wie ich einmal Öko war, wie ich einmal Existenzialist war, Hippie-Bodybuilder, satanischer Dark-Mettler, Landpolet.
00:46:39
Speaker
Also das sind immer Texte, die er für Slams gemacht hat und die sind hier dann gesammelt.
00:46:43
Speaker
Ultra lustig.
00:46:45
Speaker
Und einen habe ich euch mitgebracht und das ist, wie ich einmal Öko war.
00:46:53
Speaker
Mein lieber Sebastian, sagt Florian zu mir, ich hab dich gestern gesehen, wie du aus dem Aldi rausgekommen bist, voll beladen mit Cola in Plastikflaschen, Chipstüten und Dosen Ravioli, da war ich echt total voll enttäuscht von dir, weil du gar nicht mehr an die Umwelt denkst.
00:47:11
Speaker
Die total arme Umwelt, sagt Dirk und beißt von seiner Bio-Roggenstulle mit Dinkeleinlage und Rohmilchkäse ab, wäre gehandelt aus der Schweiz.
00:47:21
Speaker
Das ist ganz schön kompliziert, weil seine Arme immer noch eingegipst sind.
00:47:24
Speaker
Trotzdem hat er noch Nutella draufgeschmiert und das Brot mit mehreren Salamischeiben belegt, aber das darf Flo nicht erfahren.
00:47:32
Speaker
Wir sitzen im Eltern-Kind-Café Bio, logisch, im Prenzlauer Berg, als einzige ohne Kinder.
00:47:39
Speaker
Leider hat uns Dirks Vater vorhin mit seiner weißen Mercedes S-Klasse hierher gefahren, was unsere Ökobilanz ziemlich in den Keller zieht.
00:47:47
Speaker
Eigentlich dürften wir heute nur noch im Bett liegen und nicht atmen.
00:47:51
Speaker
Dabei wollten wir nachher noch zur Fahrradsternfahrt gegen Massenobsthaltung in Supermärkten.
00:47:57
Speaker
Wie immer tragen wir weiße Hosen und Hemden aus Leinen, weil dieser Stoff so toll atmungsaktiv ist und wir natürlich kein imperialistisches Deodorant benutzen, sondern nur ein Kristallstein und deswegen in normalen Kleidern sehr stinken würden.
00:48:14
Speaker
Allerdings stinken wir auch so und echte Leinenkleider besitzen wir auch keine.
00:48:19
Speaker
Stattdessen haben wir uns einfach unsere Bettbezüge umgewickelt.
00:48:23
Speaker
Ich könnte jetzt ein Bio-Sellerie-Walnuss-Vollkornbrot mit Chiasamen vertragen und dazu vielleicht einen frisch gepressten Karottensaft aus der Uckermark, versuche ich von meinem Aldi-Malheur abzulenken.
00:48:34
Speaker
Fair gehandelt, ruft Flo.
00:48:37
Speaker
Wer gehandelt aus der Uckermark?
00:48:39
Speaker
Frage ich.
00:48:40
Speaker
Ich nehme einen Schluck meines entkoaffinierten laktosefreien Bio-Cafés aus Südmexiko, den blinde und homosexuelle Waisenkinder, deren Eltern von den USA gefoltert und ermordet wurden, weil sie anarchistische Rebellen waren, mit bloßen und mit extra aus Deutschland eingeflogener pH-neutrale Eigenurin-Bio-Seife gewaschenen Händen gepflückt und mit ihrer eigenen Körperwärme geröstet haben.
00:49:00
Speaker
Er schmeckt scheiße.
00:49:02
Speaker
Da beschloss ich mich von der Öko-Bewegung abzuwenden und wurde Existenzialist.
00:49:08
Speaker
Ich möchte nichts sagen, aber du hast es heute mit Deo.
00:49:11
Speaker
Ja, und so nachhaltig und so.
00:49:13
Speaker
Wir sind total im Thema.
00:49:15
Speaker
Stimmt, ja.
00:49:16
Speaker
Also ich war jung und hatte das Geld.
00:49:18
Speaker
Sebastian Nehmann-Koltmann war das.
00:49:22
Speaker
Goldmann muss man auch echt immer so ein bisschen im Blick haben.
00:49:25
Speaker
Wir hatten das letztes Jahr mit Paul Bukowski, auch die bei Satyr oder bei Wohland und Quist anfangen und dann von irgendjemandem, der bei Goldmann ein Händchen und einen Riecher hat, immer weggecashed werden.
00:49:40
Speaker
Hauptsache sie verlegen.
00:49:42
Speaker
Ich mag die kleinen Verlage, aber ich will einfach nur, dass es gute Bücher gibt.
00:49:49
Speaker
Kleinen Verlag habe ich auch, kann ich mich gleich anschließen mit meinem zweiten Text oder meiner zweiten Vorstellung.
00:49:58
Speaker
Und zwar...
00:50:00
Speaker
Vorhin wurde El Hotz so erwähnt, das spielt, sie kommt da so ungefähr aus der gleichen Ecke.
00:50:06
Speaker
Ihr kennt doch sicherlich alle Svea Maus.
00:50:09
Speaker
Ja, aber eigentlich nur die Memes von ihr.
00:50:12
Speaker
Genau, die Meme-Königin.
00:50:15
Speaker
Und die hat einen Roman geschrieben tatsächlich.
00:50:18
Speaker
Dieses Jahr ihr Debüt-Roman rausgebracht.
00:50:21
Speaker
Echt, das wusste ich nicht.
00:50:22
Speaker
Unter ihrem Namen Svea Mausolf.
00:50:25
Speaker
Also so heißt sie wirklich.
00:50:27
Speaker
Und der Roman heißt Image oder beziehungsweise man muss es französisch aussprechen.
00:50:31
Speaker
Image ist im Gutkind Verlag erschienen.
00:50:36
Speaker
Warum muss man es französisch aussprechen?
00:50:37
Speaker
Weil ich erzähle gleich noch ein bisschen was zur Geschichte, aber im Prinzip gibt es eine Bar, die heißt Image beziehungsweise wird dann gesagt, das muss man französisch aussprechen.
00:50:49
Speaker
Image.
00:50:50
Speaker
Ich komme nicht darauf klar, dass die wirklich irgendwie Smea Mausolf heißt.
00:50:54
Speaker
Ich dachte, das ist einfach sowas wie, wenn ich mich jetzt irgendwie Alex Maus... Und was ist das bitte für ein geiles Cover?
00:51:01
Speaker
Zeig das bitte nochmal.
00:51:02
Speaker
Ich habe es jetzt gerade nicht hier, deswegen... Aha, der Final hat es nicht da.
00:51:06
Speaker
Man sieht es nicht.
00:51:07
Speaker
Okay, ich recherchiere das online, das ist kein Problem.
00:51:09
Speaker
Ja, ja.
00:51:14
Speaker
Und ich hatte es dann gesehen und war dann auch so, hä, okay.
00:51:20
Speaker
Also ich wusste, dass das Buch sozusagen, dass sie Svea-Maus ist und dachte, okay, ist das jetzt irgendwie so cool?
00:51:28
Speaker
Irgendwie muss ja jeder, der auf Instagram jetzt berühmt ist, irgendwie ein Buch schreiben.
00:51:32
Speaker
Kann das was?
00:51:34
Speaker
Und dann habe ich das erste Kapitel gelesen und war irgendwie sofort begeistert davon und fand das toll.
00:51:42
Speaker
Deswegen...
00:51:43
Speaker
dachte ich mir, lese ich doch jetzt einfach mal das erste Kapitel vor und ja, dann schauen wir mal weiter.
00:51:51
Speaker
Also, Svea Mausolf, Image oder Image, je nachdem, wie man es aussprechen will, Kapitel 1.
00:51:59
Speaker
Die Gänsehaut, die sich auf Martin Zieglers Arm ausbreitet, bekommt er nicht zum ersten Mal.
00:52:04
Speaker
Und er bekommt sie nicht wegen der anschwellenden Musik oder der abfallenden, schwindelerregend hohen Stuhlreihen im Saal der Kölner Philharmonie, sondern weil seine Mutter Viola Ziegler ihm mit ihren langen Fingernägeln über den nackten Arm streichelt.
00:52:20
Speaker
Es ist Pfingstsonntag, Ende Mai.
00:52:22
Speaker
Und wann hat man schon mal die Gelegenheit, mit seiner lieben Mami einen so schönen Nachmittag zu verbringen?
00:52:28
Speaker
Oder Martin?
00:52:30
Speaker
Sie küsst ihn auf die Wange und ihr Kuss landet dort, wo er eigentlich nicht landen sollte.
00:52:35
Speaker
Fast auf seinem Mund und er dauert auch fast ein wenig zu lange, würden Leute sagen, die ihre Kinder nicht richtig lieben.
00:52:43
Speaker
Voller Erwartung krallt sie sich fest in Martins Wirbel am Hinterkopf, den auch sein Vater hat.
00:52:50
Speaker
Violas Atem ist schwach.
00:52:52
Speaker
Die Stille wiegt schwer, bevor der erste Ruf des Chors die Luft zerreißt und ihr Herz zum Rasen bringt.
00:52:58
Speaker
Sie erlaubt es sich, laut auszuatmen.
00:53:02
Speaker
Endlich!
00:53:03
Speaker
Sie lebt für das Dies Irae, liebt die wuchtigen Synkopen und rasenden Läufe der Violin.
00:53:10
Speaker
Sie ist nicht wie die anderen DeutschlandfunkhörerInnen im Saal, die nur für Lacrimosa kommen, diese Banausen.
00:53:18
Speaker
Nur sie versteht das Requiem, wie es verstanden werden soll und ist sich nicht zu schade, es auch allen zu zeigen.
00:53:27
Speaker
Leicht neigt sie den Kopf zur Seite für die zittrige Achtel, die auf Quantus Tremor est Futurus erklingen.
00:53:35
Speaker
Sie schließt die Augen gerade lang genug, dass die hinteren Reihen es bemerken können.
00:53:41
Speaker
Dann, genau im richtigen Moment, lässt Viola Ziegler die Schultern hängen.
00:53:47
Speaker
Ein kontrollierter Zusammenbruch.
00:53:50
Speaker
Sie zieht ein zerknülltes Taschentuch aus ihrer Handtasche, das sie sich mit hochkarätig behangener Hand vor die bebenden Lippen hält.
00:53:59
Speaker
Die Stimmen der SolistInnen verschmelzen.
00:54:02
Speaker
Jetzt kommt sie.
00:54:03
Speaker
Eine einzelne Träne rollt über ihre Wange.
00:54:07
Speaker
Sie spürt, wie die Blicke an ihr haften, weiß, dass die Leute gucken und sich fragen, ob sie selbst Mozart richtig hören, ob ihnen etwas entgangen ist.
00:54:20
Speaker
Martin nimmt die Hand seiner Mutter, schlingt seine Finger um die Iren und küsst ihren Handrücken, während sie sich das Gesicht abtupft.
00:54:29
Speaker
»Ist das nicht die?« Noch ehe der ältere Mann im karierten Hemd in der Reihe hinter den Zieglers seine Ahnung in Worte fassen kann, kneift ihm seine Ehefrau in den Arm, legt mahnend den Zeigefinger an die Lippen, aber nickt ihm zu.
00:54:43
Speaker
»Sie ist es.«
00:54:45
Speaker
Fortan kann die Ehefrau selbst die Augen nicht von Viola Ziegler lassen.
00:54:50
Speaker
In den Illustrierten sieht sie viel jünger aus als in echt.
00:54:54
Speaker
Ihr Sohn allerdings ist ein hübscher Kerl, ein Leckerchen.
00:54:59
Speaker
Das würde ihr auch schmecken, wenn man das so sagen darf.
00:55:02
Speaker
Ihrem eigenen Sohn hingegen so über den Oberschenkel zu streichen, läge ihr völlig fern.
00:55:08
Speaker
Das macht sie ja nicht einmal bei ihrem Ehemann, Igittigitt.
00:55:13
Speaker
Naja, jeder wie er will, oder?
00:55:16
Speaker
Im Café Reichert jedenfalls werden sie ihr gleich wegen dieser Geschichte aus der Hand fressen.
00:55:21
Speaker
Nach dem Konzert wird die ältere Dame, Viola Ziegler und Sohn zur Garderobe und dann bis nach draußen nachlaufen und sich dort in einem Gebüsch verstecken, um unauffällig zu lauschen.
00:55:32
Speaker
Das ist sie ihren Freundinnen schuldig.
00:55:36
Speaker
»Ich verstehe es wirklich nicht, Martin«, wird Viola Ziegler sagen, während sie ihrem Sohn den Kragen seiner Jeansjacke richtet.
00:55:43
Speaker
»Ich habe Artikel gelesen, weißt du, über die Dinge, die dort passieren.« Sie senkt ihre Stimme.
00:55:50
Speaker
»Wegen der Clans.«
00:55:54
Speaker
»Mama«, Martin entzieht sich dem Griff seiner Mutter, »ich mach mir doch nur Sorgen um dich und dann noch eine WG.« Jetzt schreit sie fast.
00:56:04
Speaker
Martin zuckt nur mit den Schultern.
00:56:07
Speaker
»Ja, ja, ich weiß, du findest das alles nicht so schlimm, aber hast du mal an mich gedacht?«
00:56:13
Speaker
Ein Paar geht an ihnen vorbei, lässt Viola kurz innehalten.
00:56:17
Speaker
Es ist doch nicht so, als hätten wir kein Geld, Martin.
00:56:20
Speaker
Du hast doch was Besseres verdient, als ausgerechnet in diesem Viertel zu leben.
00:56:26
Speaker
Martin schaut aus seine Schuhe, sein Magen knurrt, diese blöden Brezeln machen einfach nichts satt.
00:56:33
Speaker
Es macht mich fertig.
00:56:35
Speaker
Warum willst du leben, als hättest du nichts, obwohl du alles haben könntest?
00:56:41
Speaker
Viola Ziegler steckt ihm 200 Euro in die Jackentasche.
00:56:45
Speaker
So, so, denkt die Frau im Gebüsch.
00:56:47
Speaker
Und wer ist überhaupt diese Peggy, bei der du da wohnst?
00:56:52
Speaker
Und Peggy ist dann die eigentliche Hauptfigur dieses Romans und Martin wird nämlich in ihre WG ziehen.
00:57:00
Speaker
Peggy ist 37, bringt ihr Studium nicht zu Ende und die Eltern drehen ihr den Geldhahn zu, deswegen muss sie jetzt ihre Wohnung untervermieten und holt sich ausgerechnet Martin ins Haus, der Sohn einer bekannten Schauspielerin ist und
00:57:17
Speaker
Es nimmt dann wirklich sehr, sehr absurde Züge an.
00:57:21
Speaker
Und mich hat das auch insgesamt so an Heinz Strunk erinnert.
00:57:26
Speaker
In die Richtung geht es auch.
00:57:28
Speaker
Vielleicht ein bisschen gröberer Pinsel als bei Heinz Strunk, aber wer solche Bücher mag, ist hier genau richtig bei Svea Mausolf.
00:57:38
Speaker
Du hast mich total.
00:57:41
Speaker
Ich finde auch, das klingt so nach Einzelkind ein bisschen, also wo man ja nicht weiß, wer der Autor ist, aber Gretchen und Harold sind ja so ähnlich gestrickt, auch von der Sprache her.
00:57:55
Speaker
Da hätte ich fast was draus vorgelesen, aber da haben wir wieder das Problem, eine Stelle reicht nicht, um zu sagen, das Buch ist gut.
00:58:02
Speaker
Und die Stellen, die ich gefunden hätte, waren einfach viel zu lang zum Vorlesen.
00:58:08
Speaker
Aber so diesen Stil hat Einzelkind auch.
00:58:12
Speaker
Ich musste auch die ganze Zeit daran denken, als ich in Mainz in eine WG gezogen bin, das war diese Phase, da war wirklich in dieser Wohnung war jede, da war alles bunt, da war jede Fußleiste in einer anderen Farbe auch gestrichen.

Erfahrungen im WG-Leben und humorvolle Anekdoten

00:58:27
Speaker
Also auch innerhalb eines Zimmers hat es vier verschiedene...
00:58:30
Speaker
Das würde mich wahnsinnig machen.
00:58:31
Speaker
Das war Wahnsinn.
00:58:32
Speaker
Das war auch der Grund, warum ich dann die Wohnung danach, da war ja alles komplett weiß bei mir.
00:58:36
Speaker
Da hatte ich ja so eine Michelle-Hunziger-hafte Phase, wo ich einfach nur alles im Weiß haben wollte, um meine Augen zu bringen.
00:58:43
Speaker
Und ich weiß noch, diese WG war toll und ich hatte da große Freude.
00:58:48
Speaker
Und dann haben mich meine Eltern mit meiner Oma besucht.
00:58:50
Speaker
Meine Oma war damals auch schon nicht mehr so ganz rüstig, aber sie war halt noch dabei und es war alles gut.
00:58:55
Speaker
Und dann saßen wir da in dieser Küche an diesem großen kaputten Küchentisch, der ausgeklappt war.
00:59:03
Speaker
Wir saßen alle auf unterschiedlichen Stühlen, also auf Klappstühlen.
00:59:06
Speaker
Meine Oma saß, weil das war quasi der Thron, der schönste Stuhl.
00:59:10
Speaker
Das war ein Bürostuhl, auf dem sie dann saß am Estisch.
00:59:14
Speaker
Und sie hat einfach ganz lange sich nicht an den Gesprächen beteiligt, weil sie einfach nur fassungslos in der Gegend umgekommen hat.
00:59:22
Speaker
Das war für sie unvorstellbar, wie ein Mensch so leben kann.
00:59:25
Speaker
Da musste ich gerade dran denken.
00:59:28
Speaker
Sehr schön.
00:59:29
Speaker
Generell WGs.
00:59:31
Speaker
Als wir jung waren, war das ja cool, aber stell dir vor, du müsstest mit Mitte 30 oder jetzt in einer WG wohnen.
00:59:38
Speaker
Hölle.
00:59:42
Speaker
Aber mir war es auch so.
00:59:44
Speaker
dass meine WG, als ich hier eingezogen bin, also ich habe ja die WG quasi in der Wohnung übernommen, dass jedes Zimmer eine eigene Farbe hatte.
00:59:51
Speaker
Und ich konnte das gerade noch so ertragen, dass Flur, Küche und Toilette irgendwie anders farbig waren.
00:59:58
Speaker
Aber mein Zimmer war gelb.
01:00:00
Speaker
Und das ist die Schreckensfarbe für mich an Wänden.
01:00:04
Speaker
Und deswegen habe ich da erstmal großzügig weiß drüber gepinselt.
01:00:08
Speaker
Das ging mir wie dir, Alex.
01:00:09
Speaker
Man brauchte einfach irgendwie in Flecken Ruhe
01:00:13
Speaker
Aber wenn jedes Zimmer eine andere Farbe hat, das macht dich irre.
01:00:17
Speaker
Wobei ich muss gerade daran denken, in dieser WG, da gab es auch diese Toilette, die einfach in einem blutrot gestrichen war, die so ein Quadratmeter groß ist.
01:00:28
Speaker
Und oben über einem gab es dann noch so einen Spiegel.
01:00:30
Speaker
Das war der psychedelischste Ort, den man sich nur vorstellen kann.
01:00:34
Speaker
Wenn man da auf einer WG-Party ein bisschen was getrunken und dann da drin, da konnten einem auch irgendwie Gestalten erscheinen.
01:00:41
Speaker
Das sind Andi-Gestalten erschienen, weil wer hat noch so einen Zeitschriftensammler, aus dem hat Andi in irgendeiner Nacht-und-Nebel-Aktion bei irgendeiner Party Schnipsel rausgerissen, um ein neues Bild zusammenzusetzen.
01:00:53
Speaker
Und hat das am Waschbecken, was ja in Sitzhöhe ist, nass gemacht und an die Wand geklebt und eine neue Collage erstellt.
01:01:02
Speaker
Jetzt werden dir die alten Kamellen rausgeholt.
01:01:05
Speaker
Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, an dem Abend warst du nicht krank und hattest keinen Punsch getrunken.
01:01:11
Speaker
Das ist korrekt.
01:01:13
Speaker
Normalerweise bist du ein sehr guter Gast.
01:01:17
Speaker
Meistens, ja.
01:01:20
Speaker
Die Party ist aber auch 16 Jahre her.
01:01:21
Speaker
Das dürfen wir nicht vergessen.
01:01:23
Speaker
Als wir noch jung waren.
01:01:25
Speaker
Jetzt holen wir uns den Spaß in Büchern.
01:01:27
Speaker
Anderen haben wir nicht mehr.
01:01:31
Speaker
Alex, möchten wir jetzt gemeinsam unglaublich glücklich lesen, weil wir beide unglaublich glücklich miteinander sind?
01:01:36
Speaker
Da spricht jetzt auch keiner an der Stelle, aber okay.
01:01:39
Speaker
Oh Leute, ich merke jetzt hier echt den Glühwein.
01:01:42
Speaker
Den Amaretto?
01:01:43
Speaker
Ja, du merkst, ich wollte gerade sagen, also was du von der Flasche da schon reingekippt hast vom Amaretto.
01:01:49
Speaker
Können wir mal bitte den Flascheninhalt sehen?
01:01:52
Speaker
Gib mal hoch die Flasche bitte.
01:01:53
Speaker
Nee, das Problem, da ist, hier ist nicht mehr viel drin, aber das Problem ist... Nee, du sollst die Amaretto-Flasche hochnehmen.
01:01:58
Speaker
Achso, nein, das geht.
01:01:59
Speaker
Das ist...
01:02:00
Speaker
Zeigen.
01:02:01
Speaker
Nein, es geht jetzt nicht.
01:02:02
Speaker
Zeigen.
01:02:03
Speaker
Es ist jetzt kaputt.
01:02:07
Speaker
Aber ich habe eben schon überlegt, mein Glühwein neigt sich dem Ende und ich habe überlegt, wie ich mich hier in die Küche schleichen kann.
01:02:13
Speaker
Da hatte ich einen neuen angesetzt.
01:02:15
Speaker
Aber ich habe hier Kabel am Kopf.
01:02:16
Speaker
Aber es würde mich so nach 1,20 Meter festhalten.
01:02:20
Speaker
Wir können auch eine kurze Pause machen, damit du nachfüllen kannst.
01:02:24
Speaker
Nein, wir machen jetzt keine Pause.
01:02:26
Speaker
Wir ziehen durch.
01:02:30
Speaker
Er hat doch noch Amaretto da stehen.
01:02:33
Speaker
Soll er sich draufsetzen, wird er auch warm.
01:02:34
Speaker
Lies vor.

Humorvolle Reiseerlebnisse und die Känguru-Geschichte

01:02:37
Speaker
Wir lesen jetzt, lieber Andi, für dich und für unsere Zuhörenden.
01:02:43
Speaker
Und die Zuschauer.
01:02:44
Speaker
Unglaublich glücklich.
01:02:45
Speaker
Liebe Grüße von Marc Karnal und Max Horace aus dem Milena Verlag.
01:02:51
Speaker
Das Buch ist schon etwas älter.
01:02:54
Speaker
Warum habt ihr beide das Buch und die Autoren sagen mir gar nichts?
01:02:57
Speaker
Weil es so witzig ist.
01:02:59
Speaker
Dieses Buch ist so unglaublich gut.
01:03:00
Speaker
Das ist von 2015.
01:03:02
Speaker
Und es ist der großartige Milena Verlag seit, ich weiß gar nicht, seit 2012 oder so von der mindestens genauso großartigen Vanessa Wieser geführt.
01:03:12
Speaker
Toller, toller Verlag.
01:03:13
Speaker
Und natürlich aus Wien.
01:03:15
Speaker
Oh, wunderbar.
01:03:16
Speaker
Oder ich glaube aus Wien, aus Österreich.
01:03:17
Speaker
Aus Wien.
01:03:20
Speaker
Ich bin gespannt.
01:03:20
Speaker
Und im Grunde genommen geht es darum, Marc und Max zu
01:03:26
Speaker
kriegen einen Vorschuss vom Verlag für ihren neuen Roman und überlegen sich damit, nach Bulgarien in ein All-Inclusive-Hotel zu fahren, um dort zu schreiben.
01:03:38
Speaker
Ob das mit dem Schreiben was wird, das verrate ich jetzt an der Stelle einfach mal nicht.
01:03:42
Speaker
Und das Tolle an dem Buch ist, es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
01:03:45
Speaker
Man hat immer den Tag 1, also es ist nach Tagen strukturiert und dann innerhalb des Tages hört man mal Marx-Perspektive und mal Marx-Perspektive.
01:03:55
Speaker
Ist das auch im Buch so aufgezeichnet?
01:03:57
Speaker
Also wenn die Zeit rechts steht, dann ist es Marc.
01:04:01
Speaker
Wenn die Zeit links steht, ist es Max.
01:04:05
Speaker
Beide haben ein bisschen unterschiedliche Vorstellungen, wie die Arbeitsweise an dem Buch voranschreiten soll.
01:04:11
Speaker
Es gibt unfassbar lustige Szenen mit so einem Rentner-Ehepaar, mit dem dann, ich glaube, Max noch rumknutscht.
01:04:18
Speaker
Ähm...
01:04:19
Speaker
Und die Szene habe ich jetzt nicht ausgewählt, sondern ich habe eine andere Szene ausgewählt.
01:04:22
Speaker
Und Alex hat sich bereit erklärt, weil er das Buch auch besitzt.
01:04:25
Speaker
Und ich möchte sagen, wir haben mehr gemeinsam, als man glaubt, denn dieses Buch finden wir beide gut.
01:04:30
Speaker
Das war auch wirklich Zufall, weil wir so unglaublich gut vorbereitet sind.
01:04:34
Speaker
Kam dann so 20 Minuten, bevor wir verabredet waren, so eine WhatsApp mit dem Foto des Buchs.
01:04:39
Speaker
Und dann so, ey Alex, das hast du doch bestimmt auch.
01:04:41
Speaker
Das sieht dir doch ähnlich sowas aus.
01:04:43
Speaker
Nee, eigentlich wegen Milena dachte ich mir hast du das auch.
01:04:46
Speaker
Ich dachte, wegen dieses vorzüglichen Humors.
01:04:51
Speaker
Ja, legt mal los jetzt.
01:04:54
Speaker
Nein.
01:04:56
Speaker
Also Alex hat sich bereit erklärt, Marc zu lesen.
01:04:58
Speaker
Ich lese Max.
01:05:00
Speaker
Und die Uhrzeiten liest jeder einfach mal selber mit vor.
01:05:03
Speaker
Die lese ich mit.
01:05:03
Speaker
Okay, alles klar.
01:05:04
Speaker
Das war noch die Frage.
01:05:05
Speaker
Also wir lesen die Geschichte Das Boot.
01:05:07
Speaker
9.10 Uhr.
01:05:11
Speaker
Ganz kurz, vielleicht noch ein Stück.
01:05:12
Speaker
Wir sind bei Tag 4.
01:05:14
Speaker
Tag 4, wir sind noch am Anfang.
01:05:17
Speaker
Im All-Inclusive-Hotel in Bulgarien.
01:05:20
Speaker
Richtig.
01:05:21
Speaker
Okay, jetzt habe ich es.
01:05:23
Speaker
Darf ich jetzt?
01:05:25
Speaker
Ja.
01:05:26
Speaker
Tina, wenn ich lustige Texte lese, verstehe ich keinen Spaß.
01:05:30
Speaker
Also, nochmal.
01:05:32
Speaker
Das Boot, 9.10 Uhr.
01:05:35
Speaker
Es ist ein wunderschönes Gefühl, jeden Tag neben Max zu erwachen.
01:05:39
Speaker
Er schaut so lieb, wenn er noch schläft und ihm die Zunge aus dem Mund hängt.
01:05:43
Speaker
Mit beiden Armen umschlingt er sein Katzenbuch, als wäre es ein weicher Teddybär.
01:05:49
Speaker
Besonders süß ist sein Brummen und Knattern, das sich zusammen mit dem zufriedenen Schnauben als morgendliches Hörspiel nicht mehr missen möchte.
01:05:57
Speaker
Am liebsten würde ich mich zu ihm hinüberrollen und mich unter seine Decke kuscheln, doch das darf er niemals erfahren.
01:06:06
Speaker
9.20 Uhr.
01:06:07
Speaker
Markus Frühaufsteher.
01:06:08
Speaker
Bewundernswert.
01:06:10
Speaker
Selbst hier im paradiesischen Bulgarien scheint er sich den inneren Wecker bereits im Morgengrauen zu stellen und nutzt den zeitlichen Vorsprung mir gegenüber, um die Zehennägel zu feilen, den Badezimmerspiegel zu polieren und die Clubzeitung von Rezeptionisten Sonja zu holen.
01:06:28
Speaker
Es ist eben ein Medienmensch, News-Junkie, Schürzenjäger.
01:06:32
Speaker
Ich dagegen hatte einen bösen Traum.
01:06:35
Speaker
Unglaublich glücklich wird ein Flop.
01:06:38
Speaker
Die Verlegerin ist enttäuscht und will die Hälfte des Vorschusses zurück, den wir aber schon in einen riesigen Lagerbestand alter CD-Rohlinge investiert haben.
01:06:46
Speaker
Musik, so dachten wir, wäre eine bombensichere Anlage vorn.
01:06:50
Speaker
Schließlich gibt es eine Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Nationalität.
01:06:58
Speaker
Eine Sprache, die über alle Grenzen hinaus verbindet und Menschen glücklich macht.
01:07:03
Speaker
Englisch.
01:07:04
Speaker
Doch mit Markteinführung der Minidisc haben wir große Teile unseres Vermögens verloren.
01:07:10
Speaker
Das Buch läuft so schleppend, dass der Verlag von dem finanziellen Abgrund steht.
01:07:15
Speaker
In der ersten Woche ist es nur auf dem vorletzten Amazon-Verkaufsrang, dicht gefolgt von einer Hass-Haiku-Sammlung, von der kein einziges Exemplar über den digitalen Ladentisch geht.
01:07:25
Speaker
Ich erwache schweißgebadet.
01:07:27
Speaker
Marc hat vergessen, die Klimaanlage zu aktivieren.
01:07:30
Speaker
Obwohl ich nicht viel von Traumdeutung verstehe, lässt mich die nächtliche Horrorvorstellung an unserem bisherigen Output zweifeln.
01:07:38
Speaker
Erstens haben wir in zwei knappen Kapiteln unsere komplette Weisheit über das Leben ausgeschöpft.
01:07:44
Speaker
Und außerdem sind wir nicht die Ersten, die einen halbseidenden Lebensratgeber für Pilates-Kunsen und Yoga-Proleten schreiben.
01:07:55
Speaker
Wir haben es beim Frühstück ein bisschen übertrieben.
01:07:58
Speaker
Mit wir ist Max gemeint.
01:08:01
Speaker
Er hat sich in seine Schüssel Vollkornmüsli heimlich 20 dicker Cheddar-Käse, einen halben Rollschinken und vier hartgekochte Eier gemischt.
01:08:09
Speaker
Doch ich habe genau kontrolliert, was da alles unter dem Erdbeerjoghurt schwimmt.
01:08:14
Speaker
Ich hoffe, er merkt nicht, dass ich seine Ernährung penibel überwache, sonst ist die Stimmung im Keller.
01:08:21
Speaker
10.20 Uhr.
01:08:23
Speaker
Wenn ich sehe, was sich der durchschnittliche Cluburlauber bereits zum Frühstück hinter die Binde schaufelt, bekomme ich kein Bissen hinunter.
01:08:31
Speaker
Mir reicht mittlerweile ein einfaches Vollkornmüsli mit etwas Dörrobst.
01:08:36
Speaker
Dem deutschen und russischen Hotelgästen scheint es an jeglichem Körperbewusstsein zu fehlen.
01:08:41
Speaker
Wie ein roter Faden zieht sich das Ketchup durch sämtliche Mahlzeiten, das literweise auf Pommes, Pizza und Frikadellen geklatscht wird.
01:08:49
Speaker
Nudelgerichte werden prinzipiell in Mayonnaise ertränkt, bis kein einziger Spaghetto mehr zu sehen ist.
01:08:57
Speaker
Unter den Tischen spielen die Kinder mit Fleischbällchen Boccia.
01:09:01
Speaker
Neben den bis knapp unter die Decke aufgetürmten Tenern sieht man braune, ölige Flüssigkeiten in Halbliter-Grünen, die vermuten lassen, dass aus den Düsen der Colaspender in Wahrheit Bratensaft gejagt wird.
01:09:15
Speaker
Ich konnte sogar schon beobachten, wie Russen sich versehentlich ein Stück von der eigenen Bauchschwarte herausgeschnitten haben, weil der Banz so weit ins Gulasch schingt.
01:09:26
Speaker
Da vergeht einem doch jeden Appetit.
01:09:28
Speaker
Ich muss hier weg.
01:09:28
Speaker
10.51 Uhr.
01:09:33
Speaker
Max hat derartig zugelangt, dass es fahrlässig wäre, in den Pool zu gehen.
01:09:38
Speaker
Ich verordne eine Stunde Verdauung in den Liegen.
01:09:41
Speaker
Er fügt sich ohne Widerstand.
01:09:44
Speaker
Mein Freund schließt die Augen, um sich von der Sonne ordentlich aufbrennen zu lassen.
01:09:49
Speaker
Währenddessen schreibe ich heimlich 100 Übersetzungen für An Apple a Day Keeps the Doctor Away.
01:09:57
Speaker
11.25 Uhr Beim gemütlichen Dösen am Hauptpool beobachte ich das Treiben rings um mich.
01:10:03
Speaker
Schön freilaufende Kinder zu sehen, die glücklich umher tollen und mit ihren zufriedenen Eltern unbeswert Völkerball spielen und im Wasser planschen.
01:10:12
Speaker
Ich wäre sicher ein guter Vater.
01:10:14
Speaker
Ich würde meine Kinder lieben und mich um sie kümmern, sofern es die Zeit zulässt.
01:10:19
Speaker
Trotz der großen Verantwortung als Vater und der Mehrbelastung, die so ein paar Fratzen mit sich bringen, hätte ich so viel zu geben.
01:10:27
Speaker
Mein großes Herz, meine Engelsgeduld und eine Erbwohnung in Kritzendorf.
01:10:32
Speaker
Kinder kann man nicht erziehen.
01:10:34
Speaker
Man kann ihnen höchstens etwas vorleben.
01:10:37
Speaker
Im Ideal entwickeln sich aus den unschuldigen Gottesgeschenken perfekte Kopien meiner selbst.
01:10:43
Speaker
Was brauchen Kinder überhaupt?
01:10:45
Speaker
Liebe und Zuwendung, aber auch klare Regeln und Schulhefte.
01:10:49
Speaker
Die Aufgaben des Vaters liegen darin, ihnen Strukturen vorzugeben und Grenzen aufzuzeigen.
01:10:55
Speaker
So ein Urlaub im All-Inclusive-Club ist vielleicht genau das Richtige für Heranwachsende.
01:11:00
Speaker
Rund um die Uhr findet die Kids Liebe und Zuwendung bei den Animateurinnen.
01:11:05
Speaker
Es gibt ständig Pommes und Eis und sie können nicht weglaufen.
01:11:09
Speaker
Das alles geht natürlich nur mit der richtigen Frau.
01:11:13
Speaker
Und ich hoffe, heute am Bananenboot das Herz der Mutter meiner Kinder, Miri, zu erobern.
01:11:21
Speaker
11.50 Uhr Kleines Brainstorming.
01:11:24
Speaker
Mögliche Themen, über die es noch keine Bücher gibt.
01:11:28
Speaker
Häkeln für Diabetiker.
01:11:31
Speaker
Die schärfsten Schlitten der Schiiten.
01:11:34
Speaker
Bartschattenneid bei Transsexuellen.
01:11:37
Speaker
Florist in 30 Tagen.
01:11:40
Speaker
Denken für Dummies.
01:11:42
Speaker
Wörterbuch Gott Mensch Mensch Gott.
01:11:45
Speaker
Kristalle, die die Welt nicht braucht.
01:11:48
Speaker
Die Körpersprache der Dachse deuten und verstehen.
01:11:53
Speaker
Doppelbiografie Helmut und Gerhard Berger.
01:11:57
Speaker
Graphic Novel über Josef Fritzl.
01:12:04
Speaker
Gerade da wollte ich nicht lachen.
01:12:07
Speaker
Bildband, die schönsten Endoskopien in Nordamerika.
01:12:11
Speaker
Schandfleck Berlin.
01:12:14
Speaker
Brennpunkt Psyche, Oedipale Traumata durch Zigaretten.
01:12:19
Speaker
Vokallyrik für Senioren, Döbling, schön trinken, Kleinkrieg im Reich der Pilze mit Register und Faszination Eichel.
01:12:32
Speaker
12.30 Uhr.
01:12:34
Speaker
Mittagessen.
01:12:34
Speaker
Heute gibt's Fisch, Schwein gehabt.
01:12:38
Speaker
13.20 Uhr
01:12:57
Speaker
Max beschreibt mir, wie schön die Kinder werden, die er mit seiner geliebten, geliebten Miri zeugen möchte.
01:13:04
Speaker
Ich lese ihm meine gesammelten Buchkonzepte vor, doch er hat eine viel bessere Idee.
01:13:11
Speaker
Und so zieht sich das durchs ganze Buch.
01:13:13
Speaker
Also beide haben unterschiedliche Vorstellungen vom Urlaub, beziehungsweise vom Arbeitsurlaub.
01:13:20
Speaker
ich möchte nicht bereits verraten, dass Marc auch noch seine Angetraute findet.
01:13:25
Speaker
Und zwischendurch hat man auch immer noch die Ergebnisse der Schreibwerkstatt.
01:13:29
Speaker
Also zwischendurch findet man auch immer Texte, die er dann ins Buch einwenden sollen.
01:13:34
Speaker
Ich finde es auch total liebevoll gestaltet, weil hinten drauf, das sieht man jetzt natürlich ganz schlecht, aber ist wie eine Postkarte.
01:13:42
Speaker
Genau.
01:13:44
Speaker
Das ganze Buch, also das Cover ist auch wie eine Postkarte.
01:13:46
Speaker
Wie eine Postkarte aus dem Cluburlaub, genau.
01:13:49
Speaker
Zwischendurch findet man Bilder von den Autoren abgedruckt, wie sie Karaoke singen, wer Petra ist.
01:13:58
Speaker
Man sieht auch Bilder von diesem Restaurant sozusagen in dieser Clubanlage und es ist wirklich ein sehr, sehr lustiger Roman.
01:14:06
Speaker
Und hinten ein Quote sehe ich gerade von Dirk Stehrmann, den ich auf dem Buch Wien gesehen habe.
01:14:12
Speaker
Und der einfach nur ein ganz, ganz toller Mann ist und ein Österreicher mit Chrissemann zusammen diese sehr, sehr erfolgreiche Fernsehsendung hat.
01:14:21
Speaker
Also lohnt sich sehr, insgesamt Milena mal anzugucken, aber auch dieses Buch.
01:14:24
Speaker
Ich weiß nicht, wie eitel Tina ist und wie viele ihrer Verleser sie jetzt rausschneiden wird im Anschluss.
01:14:32
Speaker
Alle.
01:14:32
Speaker
Und ich habe jetzt heute gelernt, das nächste Mal sitze ich wieder am Schreibtisch und nicht auf der Couch.
01:14:36
Speaker
Da ist das Licht auf jeden Fall besser.
01:14:39
Speaker
Aber das gehört auch dazu, Verleser.
01:14:41
Speaker
Also sei großzügig.
01:14:44
Speaker
Aber ich bin eitel genug.
01:14:46
Speaker
Aber ich fand die, übrigens die Buchtitel, kennt ihr immer diese Gag-Challenges, wo du nicht lachen darfst und dann jemand erzählt so Witze und du musst dich zusammenreißen, das kann man mit den Buchtiteln glaube ich auch sehr gut machen.
01:14:59
Speaker
Wo ist der Punkt, wo jemand dann so bricht und dann sagt, ich kann nicht mehr, ich muss, das hat mir sehr gut gefallen.
01:15:07
Speaker
Ich habe Alex im Vorfeld gefragt, welche der beiden Protagonisten er lesen möchte und er so die mit dem Buchtitel.
01:15:12
Speaker
Ja, großartig.
01:15:15
Speaker
Aber ich finde auch charakterlich passen die beiden Personen zu uns beiden.
01:15:19
Speaker
Ja, so weiter habe ich mich nicht mehr wieder reingearbeitet, das ist eine Weile her.
01:15:22
Speaker
Aber schön, dass du das rausgekramen hast.
01:15:24
Speaker
Ich habe vorhin gedacht, das müsste ich mal wieder lesen.
01:15:27
Speaker
Das war sehr schön.
01:15:28
Speaker
Es ist einfach ein tolles Buch.
01:15:30
Speaker
Ich fand es auch sehr schön, hier zu sitzen und mir vorlesen zu lassen.
01:15:34
Speaker
Ihr hättet ruhig noch ein bisschen weitermachen können.
01:15:36
Speaker
Das war schön.
01:15:38
Speaker
Wir können als Sonderfolge das ganze Buch vorlesen.
01:15:42
Speaker
Da wird sich Vanessa sehr freuen.
01:15:44
Speaker
Ich glaube auch.
01:15:45
Speaker
Ein kostenloses Hörbuch.
01:15:52
Speaker
Ich mache das jetzt einfach.
01:15:52
Speaker
Es ist mir auch egal, ob das dann rausgeschnitten wird.
01:15:54
Speaker
Ich lese jetzt eine Kängurugeschichte vor.
01:15:56
Speaker
Das gehört einfach dazu.
01:15:59
Speaker
Alle anderen außer Tina, die können ja jetzt auch einfach drei Minuten vorspulen.
01:16:02
Speaker
Ja, wir können ja auch demokratisch abstimmen.
01:16:04
Speaker
Ich bin auch für Kängurugeschichte.
01:16:05
Speaker
Von daher, Tina ist überstimmt.
01:16:07
Speaker
Ich sage es mal anders.
01:16:08
Speaker
Rein wirtschaftlich gesehen ist es natürlich von Vorteil, eine Kängurugeschichte drin zu haben, weil ich ja eine der wenigen Personen bin, die das Känguru nicht lustig findet.
01:16:17
Speaker
Der Großteil der Menschheit findet es lustig.
01:16:19
Speaker
Ja, man muss allerdings auch sagen, der Großteil wird diese Geschichte kennen.
01:16:22
Speaker
Ich habe die aber ausgesucht, weil ich habe mir irgendwann mal, es geht um mein Arbeitszeugnis und ich habe mir irgendwann mal die Mühe gemacht und habe das mal abgetippt und so leicht umgeändert in meinem alten Betrieb.
01:16:34
Speaker
Und immer wenn Menschen gegangen sind, haben die dieses Zeugnis überreicht bekommen.
01:16:38
Speaker
Und heute lese ich das Original.
01:16:41
Speaker
Die Geschichte heißt Verbesserung des Betriebsklimas.
01:16:45
Speaker
Das ist jetzt wieder ein
01:16:46
Speaker
Zitat vorhin herangestellt, das lautet, ich erkannte, dass ich Teil von etwas geworden war, das viel mehr Schaden anrichtete, als Nutzen stiftete.
01:16:56
Speaker
Bill Gates.
01:16:57
Speaker
So, jetzt geht's los.
01:17:01
Speaker
Ich bin total willig, sagt das Känguru.
01:17:03
Speaker
Ich möchte unbedingt einen Job.
01:17:06
Speaker
Warum?
01:17:07
Speaker
fragt die Frau vom Jobcenter.
01:17:09
Speaker
Es hat Angst, zu den unnützen Ausländern gesperrt zu werden, sage ich.
01:17:13
Speaker
Nee, sagt das Känguru.
01:17:14
Speaker
Ich habe kein Geld.
01:17:16
Speaker
Das hatte ich doch bisher auch nicht gestört, sage ich.
01:17:18
Speaker
Ja, aber jetzt stört es mich.
01:17:21
Speaker
Haben Sie denn schon mal eine feste Arbeitsstille gehabt?
01:17:24
Speaker
fragt die Frau gelangweilt.
01:17:26
Speaker
Eine?
01:17:26
Speaker
fragt das Känguru.
01:17:27
Speaker
Tausende!
01:17:28
Speaker
Ich stand schon in einer riesigen Erdbeere und habe aus Erdbeeren gegessen.
01:17:32
Speaker
Ich bin als Grillwalker mit einer Gasflasche auf dem Rücken und einem Grill vor dem Bauch über den Alexanderplatz gestiefelt und habe Würstchen gegessen.
01:17:39
Speaker
Ich habe in einem schönen Sommer viele Konzerte in der Wuhlheide angeguckt mit einem Fass auf dem Rücken, aus dem ein Schlauch dran war und daraus habe ich Bier getrunken.
01:17:48
Speaker
Gute Jobs eigentlich.
01:17:49
Speaker
Ich habe es aber leider nie über die Probezeit geschafft.
01:17:52
Speaker
Ich wünschte, ich wäre tot, sagt die Frau.
01:17:56
Speaker
Wie bitte?
01:17:56
Speaker
fragt das Kengu.
01:17:57
Speaker
Erzählen Sie ruhig weiter, sagt die Frau.
01:18:00
Speaker
Haben Sie irgendwelche Wundvorstellungen?
01:18:03
Speaker
Ähm, also, ich könnte mir gut vorstellen, mich hinter eine Theke zu stellen und Schnaps zu trinken, sagt das Kengu.
01:18:10
Speaker
Referenzen?
01:18:12
Speaker
Ja, von meinem letzten Arbeitgeber habe ich ein Arbeitszeugnis bekommen, auf das ich wirklich stolz bin.
01:18:18
Speaker
Oh, fragt die Frau und säuft.
01:18:20
Speaker
Seigen Sie mal.
01:18:21
Speaker
Das Känguru kramt in seinem Beuckel.
01:18:24
Speaker
Auf dem Schreibtisch klingelt das Telefon.
01:18:25
Speaker
Die Frau nimmt ab.
01:18:27
Speaker
Ja, fragt sie.
01:18:29
Speaker
Aha, ja, ja, aha, ja, sagt sie und beginnt sich dabei den Hörer gegen die Stirn zu schlagen.
01:18:39
Speaker
Aha, ja, ja.
01:18:43
Speaker
Das Känguru blickt mich besorgt an.
01:18:45
Speaker
Ich zucke ratlos mit den Schultern.
01:18:47
Speaker
Ja, wird gemacht, sagt die Frau und legt auf.
01:18:51
Speaker
Einige Sekunden blickt sie ins Leere.
01:18:54
Speaker
Äh, hier ist das Zeugnis, sagt das Känguru und reicht ihr ein Papier.
01:18:59
Speaker
Danke, sagt die Frau.
01:19:00
Speaker
Aber Obacht, sagt das Känguru, das liest sich positiver als es gemeint ist.
01:19:04
Speaker
Die benutzen da immer so einen Kapitalisten-Geheimcode.
01:19:08
Speaker
Die Frau liest vor.
01:19:11
Speaker
Das Kängur war bei seiner Arbeit immer unkreativ, unpünktlich, unflexibel, desinteressiert, nicht belastbar, kaum teamfähig, schwer zu begeistern und unkreativ.
01:19:20
Speaker
Vorgesetzten gegenüber war es unfähig, sich unterzuordnen, vulgär, obszön und gelegentlich handgreiflich.
01:19:26
Speaker
Vom Tucker bis zum Flachbildschirm waren alle ihm zugeteilten Arbeitsgeräte innerhalb von Stunden nicht mehr auffindbar.
01:19:33
Speaker
Schon am zweiten Arbeitstag versuchte es mit einigem Erfolg, einen Generalstreik zu organisieren.
01:19:39
Speaker
Die Firma sah sich gezwungen, nach neun Tagen eine fristlose Kündigung auszusprechen.
01:19:44
Speaker
Zu diesem Zeitpunkt war das Känguru allerdings schon mehrere Tage nicht mehr an seinem Arbeitsplatz erschienen.
01:19:49
Speaker
Die Zustellung der Kündigung erwies sich aus diesem Grund und auch wegen der falsch angegebenen Adresse als schwierig.
01:19:56
Speaker
Auf die Einstellung der Gehaltszahlungen reagierte das Känguru mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht.
01:20:02
Speaker
Mehrfach bezeichnete es in dem darauffolgenden Prozess seine Vorgesetzten und die Gerichtsdiener als verdammte Faschisten.
01:20:09
Speaker
Auch fragte es den Richter, ob er nicht mitbekommen habe, dass sich einige Gesetze seit den 40er Jahren geändert hätten.
01:20:18
Speaker
Nach verlorenem Prozess drohte es damit, dreckige Firmengeheimnisse zu veröffentlichen.
01:20:23
Speaker
Obwohl der Firmenleitung unklar war, von welchen dreckigen Geheimnissen das Känguru sprach, wurde es sicherheitshalber wieder eingestellt und ist seitdem nie wieder am Arbeitsplatz erschienen.
01:20:33
Speaker
Teile der Belegschaft sind bis zum heutigen Tag immer noch aufmüpfig und ungehorsam.
01:20:39
Speaker
Die Frau lässt das Zeugnis sinken.
01:20:42
Speaker
Und was daran liest sich positiver, als es gemeint ist, fragt sie.
01:20:46
Speaker
Nächster Satz, sagt das Känguru.
01:20:48
Speaker
Sie liest.
01:20:49
Speaker
In den fünf Tagen, die es tatsächlich bei uns gearbeitet hat, hatte es allerdings durch seine Geselligkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas beigetragen.
01:20:58
Speaker
»Hä?«, frage ich verwundert.
01:21:01
Speaker
»Das ist ein Kot für übertriebenen Alkoholkonsum«, sagt die Frau.
01:21:05
Speaker
»Du hast gesoffen auf Arbeit?«, frage ich.
01:21:07
Speaker
»Ich kann das verstehen«, sagt die Frau und holt einen Flachmann aus ihrer Schublade.
01:21:12
Speaker
»Aber nur Wodka«, sagt das Känguru.
01:21:14
Speaker
»Wodka?«, frage ich.
01:21:16
Speaker
Alter, ruf du mal den ganzen Tag wildfremde Leute an und frag, ob sie sich, wenn am Sonntag Neuwahl wäre, am Montag eine neue Digitalkamera kaufen würden.
01:21:25
Speaker
Ich mache ihnen ein Angebot, das sie nicht ablehnen können, sagt die Frau und nimmt noch einen Schluck.
01:21:30
Speaker
Ich erhöhe ihren Satz und wir vergessen, dass sie jemals hier waren.
01:21:34
Speaker
Dafür bleiben sie, bevor sie den nächsten reinschicken, noch eine halbe Stunde, ohne ein Geräusch zu machen, hier sitzen.
01:21:40
Speaker
Sie legt ihren Kopf auf den Schreibtisch und schließt die Augen.
01:21:46
Speaker
Oh, sehr schön.
01:21:49
Speaker
Komm, sag's, Tina.
01:21:52
Speaker
Tina versucht, ganz gelangweilt zu gucken, aber eigentlich fand sie es auch gut, weißt du?
01:21:56
Speaker
Nein.
01:21:59
Speaker
Ich finde es sehr amüsant, dass da alle drüber lachen können.
01:22:02
Speaker
Ich kann es einfach nicht.
01:22:03
Speaker
Dafür hast du deine 100 Seiten sind genug.
01:22:05
Speaker
Richtig.
01:22:11
Speaker
Vielleicht sollten wir hier kurz mal auflösen, bevor wieder kommt, ist alles in Ordnung bei euch?
01:22:19
Speaker
Also, was wir hier besprechen, das ist sehr, sehr liebevoll gemeint und sehr freundschaftlich.

Dynamiken zwischen den Sprechern und Buchdiskussionen

01:22:24
Speaker
Ich glaube, das muss man manchmal klarstellen, weil ich wurde schon ab und zu gefragt, ist bei euch alles in Ordnung?
01:22:30
Speaker
Das hat die KI übrigens auch vorgeworfen.
01:22:32
Speaker
Ihr habt euch im Podcast die ganze Zeit so angestachelt.
01:22:35
Speaker
Ja, so sind wir drei.
01:22:39
Speaker
Ich möchte das kurz klarstellen.
01:22:41
Speaker
Da ist ganz viel Liebe im Raum zwischen uns drei.
01:22:44
Speaker
Deswegen können wir so zynisch miteinander umgehen.
01:22:48
Speaker
So haben wir jetzt auch abgearbeitet.
01:22:50
Speaker
Ja, ich weiß, Alex, du kannst mit Liebe nicht umgehen.
01:22:52
Speaker
Also von daher... Es ist ja Weihnachten, das Fest der Liebe.
01:23:00
Speaker
Alex, du erträgst das einmal im Jahr, dass man dir sagt, dass man mit dir befreundet ist.
01:23:04
Speaker
So, Andi, hast du noch was mitgebracht?
01:23:06
Speaker
Nee, das war's tatsächlich schon.
01:23:09
Speaker
Die zwei Bücher.
01:23:10
Speaker
Ich hatte noch kurz überlegt, tatsächlich anknüpfend an dein Gedicht, ich hatte kurz überlegt, ob ich was von Ringelnatz mitbringe.
01:23:17
Speaker
Auch schön.
01:23:18
Speaker
Habe mich dann aber dagegen entschieden, aber auch sehr zu empfehlen.
01:23:21
Speaker
Und vor allen Dingen immer ein super Geschenk auch, Bücher von Ringelnatz zu verschenken.
01:23:27
Speaker
Ja, und ich glaube auch rechtefrei mittlerweile, auch für Verlage große Freude.
01:23:31
Speaker
Stimmt, ja.
01:23:33
Speaker
Tina, wie sieht's aus?
01:23:34
Speaker
Hast du noch was?
01:23:35
Speaker
Weil sonst, ich hätte einen... Nee, ich drängte mich einfach vor.
01:23:38
Speaker
Denn ich muss das erzählen.
01:23:39
Speaker
Du musst auf deine 60% kommen.
01:23:43
Speaker
Ja.
01:23:43
Speaker
Geht auch noch mehr.
01:23:44
Speaker
Ich glaub, die hat er doch eh schon.
01:23:49
Speaker
Es ist aber auch ein Kreuz mit uns beiden.
01:23:52
Speaker
Wann sind die endlich weg aus meinem Podcast?
01:23:54
Speaker
Wann sind die endlich mal still, dass ich reden kann?
01:23:58
Speaker
Ich habe ja vorhin erzählt, ich habe mir das Verkaufsranking angeguckt und dachte, da ist ja nur größtenteils alte Sachen dabei, die sich halt so lange halten.
01:24:10
Speaker
Ich meine, Rita Falk ist neu, aber die wird da jetzt eine Weile sein.
01:24:13
Speaker
Die ganzen Fans kaufen das weg.
01:24:15
Speaker
Und dann...
01:24:17
Speaker
Wollt ihr mich, jetzt sind hier beide aus dem Bild verschwunden.
01:24:20
Speaker
Ich bin zum Bücherregal gelaufen, weil ihr habt mich mit Gedichten noch auf eine Idee gebracht.
01:24:25
Speaker
Das darf doch nicht wahr sein.
01:24:26
Speaker
Ich höre dich doch.
01:24:27
Speaker
Ich höre dich doch.
01:24:28
Speaker
Wir haben hier immer diese Kameras, dass wir uns sehen.
01:24:31
Speaker
Und ich fange an zu reden.
01:24:34
Speaker
Und einmal stehen beide einfach geschlossen auf und lassen sich an Arbeit.
01:24:37
Speaker
Ich habe nur etwas geholt.
01:24:40
Speaker
Ich musste kurz mit einem Familienmitglied sprechen.
01:24:42
Speaker
Und ich bedanke mich bei allen blinden Zuschauern, dass sie das gerade bekommen.
01:24:47
Speaker
Alex, es ist doch sowieso dein Podcast.
01:24:49
Speaker
Ist egal.
01:24:50
Speaker
Mir sind doch hier nur die Statisten.
01:24:52
Speaker
Was ich eigentlich sagen wollte.
01:24:56
Speaker
Ja, Entschuldigung.
01:24:59
Speaker
Was ich eigentlich sagen wollte.
01:25:00
Speaker
Ich wollte eigentlich heute, bin ich ja mit so einer Stimmung reingegangen, dass ich schimpfen wollte, dass nichts Neues, Gutes mehr kommt.
01:25:08
Speaker
Und ich habe auch zum Beispiel geguckt, Tommy Jaut, der kann man davon halten, was man will, aber es waren sehr komische Bücher, finde ich.
01:25:16
Speaker
Und der Löwe Bühlt hat mir eine unglaubliche Freude bereitet damals.
01:25:22
Speaker
Aber auch der schreibt nur noch so glossen, so gute Laune-Geschichten nennt sich das.
01:25:26
Speaker
Und dann habe ich das so durchgeguckt, was davon passen würde.
01:25:29
Speaker
Und zwar irgendwie hat sich nichts so richtig angeboten, weil er auf einmal darüber schreibt, dass er so wahnsinnig gerne Payback-Punkte sammelt.
01:25:37
Speaker
Und das hat mich eben alles so verstärkt in dieser Meinung.
01:25:40
Speaker
Es gibt gerade nichts Gutes.
01:25:42
Speaker
Und dann habe ich Transparenzhinweis, das Buch habe ich vom Verlag bekommen,
01:25:49
Speaker
habe ich jetzt angefangen mit Konfetti Blues von Lutz Wanderhorst.
01:25:53
Speaker
Oh, das steht noch auf meiner Liste.
01:25:57
Speaker
Und ich muss sagen, ich möchte jetzt gerne auch, also nicht nur wegen meiner beiden Mitstreiter, dieses Gespräch möglichst bald beenden, weil ich zurück zu diesem Buch will.
01:26:07
Speaker
Weil es so toll und so großartig ist.
01:26:10
Speaker
Ich habe jetzt die ersten, ich weiß nicht, vier, fünf Kapitel weggefressen.
01:26:15
Speaker
Und es ist ein Roman, der wirklich eine stringente Handlung hat.
01:26:25
Speaker
Wir haben Alltag und wir haben trotzdem wahnsinnig viel Humor, ohne dass es halt klamaukig wird.
01:26:31
Speaker
Es geht um eine...
01:26:34
Speaker
Die Hauptfigur ist Anfang 20, spielt zumindest das, was ich bisher konsumiert habe, 2004.
01:26:41
Speaker
Dort ist er Comedy-Autor in Köln und sein Job ist es, auf so lustige Pannenshow-Videos die Texte zu sprechen.
01:26:56
Speaker
Hildegard hatte sich den Nachmittag sicher ganz anders vorgestellt.
01:27:00
Speaker
Boing!
01:27:00
Speaker
Und dann fällt die hin.
01:27:02
Speaker
Und das ist an sich, finde ich, schon mal ein wahnsinnig lustiges Setting.
01:27:05
Speaker
Und die Hauptfigur ist bisexuell und weiß auch nicht so richtig, ob er seine Ex-Freundin noch will.
01:27:15
Speaker
Geht dann mit seinem Kumpel feiern.
01:27:18
Speaker
Er hatte eine Fernsehsendung in so einem Nischenprogramm, von der es nur drei Ausgaben gab.
01:27:24
Speaker
Und dann hat er über die Fernsehzeitung erfahren, dass es keine weitere Folge gibt.
01:27:28
Speaker
Seinen Producer erreicht er nicht.
01:27:31
Speaker
Und dann lernt er im Club einen...
01:27:35
Speaker
ganz, ganz bezaubernden Japaner kennen, hat mit ihm irgendwie die aufregendste, lustigste, leidenschaftlichste und schönste Nacht, die man sich vorstellen kann und am nächsten Morgen ist der auf einmal ganz komisch und abweisend und verlässt dann eben diese Wohnung und die Hauptfigur weiß nicht so richtig wohin mit sich, weil er einerseits total verliebt ist, andererseits will man das jetzt natürlich auch nicht so zugeben nach so einer Nacht und sagt dann, ja dann alles Gute, na was gut.
01:28:04
Speaker
Und kann damit überhaupt nicht umgehen.
01:28:06
Speaker
Und das ist alles so reizend und toll geschrieben.
01:28:11
Speaker
Und mit so ganz vielen kleinen Alltagsbeobachtungen, die so derart lustig sind und so ein Bild erzeugen.
01:28:17
Speaker
Ich habe das Gefühl, ich habe noch nicht so viel davon.
01:28:23
Speaker
Das Buch kann mich nicht mehr enttäuschen, das geht gar nicht.
01:28:26
Speaker
Es kriegt von mir so viele Vorschusslobe.
01:28:27
Speaker
Es kann nicht mehr hinten raus mit dem Arsch irgendwas noch einreißen.
01:28:31
Speaker
Und ich liebe diese ganzen Figuren.
01:28:36
Speaker
Und man hat so ein bisschen den Eindruck, man kennt diese Figuren und es ist alles so... Gut, es hängt jetzt vielleicht auch ein bisschen damit zusammen, dass es auch unsere Generation ist.
01:28:46
Speaker
So 2004, da waren wir auch Anfang 20.
01:28:48
Speaker
Fast.
01:28:52
Speaker
Wie alt war ich denn da?
01:28:53
Speaker
Nein, noch nicht.
01:28:54
Speaker
Alles egal.
01:28:55
Speaker
Aber so jedenfalls in dieser Dreh.
01:28:57
Speaker
Man kennt dieses ganze Gefühl der...
01:29:00
Speaker
Die Identitätssuche.
01:29:01
Speaker
Und das Ganze ist halt auch wirklich so aufgebaut oder hat so dieses große Thema, wenn man so will, obendrüber, dass man sich erst wirklich verlieben kann, wenn man sich selber gelernt hat zu lieben.
01:29:09
Speaker
Und er sucht sich quasi selber, bevor er dann seinen Partner, egal ob Mann oder Frau, finden kann.
01:29:15
Speaker
Und das ist wirklich...
01:29:18
Speaker
Wie gesagt, heute Morgen habe ich erst damit angefangen und mit schweren Herzens konnte ich mich davon trennen und es ist einfach nur schön und hat meine ganze Argumentation kaputt gemacht, dass es gerade nichts Gutes gibt in dieser Richtung, weil das ist der Beweis.
01:29:31
Speaker
Da steht Liebesroman drauf, es ist irgendwie auch ein Liebesroman mit wahnsinnig viel Komik und Satire und ganz, ganz, ganz dicke Empfehlung.
01:29:42
Speaker
Du konntest dich nur schwer davon trennen, aber für uns hast du es getan.
01:29:46
Speaker
Ja, ich bin aber auch froh, dass du dich davon trennst.
01:29:50
Speaker
Also das wäre jetzt, wenn du nicht aufgetaucht wärst.
01:29:54
Speaker
Was hätten Andi und ich dann besprochen, zehn Minuten lang?
01:29:57
Speaker
Ja.
01:29:58
Speaker
Und dann wäre es schon wieder vorbei gewesen.
01:30:00
Speaker
Ja.
01:30:01
Speaker
Ja, und auch dann die Geschichten, wenn ich dann das Rotmarkierte nicht gelesen hätte.
01:30:05
Speaker
Ja.
01:30:06
Speaker
Da hätte auch Text gefehlt.
01:30:07
Speaker
Ja.
01:30:08
Speaker
Richtig.
01:30:09
Speaker
Niemand hätte von Marc erfahren, wie seine Sicht der Dinge ist.
01:30:12
Speaker
Richtig.
01:30:12
Speaker
Richtig.
01:30:13
Speaker
Das war schön.
01:30:13
Speaker
Ja.

Abschluss und Ausblick auf kommende Folgen

01:30:19
Speaker
Also es gibt viel zu entdecken.
01:30:21
Speaker
Ich habe ein bisschen mitgeschrieben bei euch.
01:30:23
Speaker
Also ich habe bei Andi mitgeschrieben.
01:30:25
Speaker
Ach so, den Herrn Stimni möchtest du nicht kaufen.
01:30:28
Speaker
Ach doch, den möchte ich auch.
01:30:29
Speaker
Stimmt, du hast recht.
01:30:31
Speaker
Für alle, die jetzt auch den Überblick verloren haben, wir setzen natürlich alle Titel auch nochmal in die Shownotes, damit ihr nochmal nachlesen könnt, über was wir alles gesprochen haben.
01:30:39
Speaker
Wie gesagt, es gibt wieder ultra viel, was noch dazu kommen könnte.
01:30:44
Speaker
Das spare ich mir aber heute, weil genau vor einem Jahr wollte ich hintenrum so ganz viele Autoren und Autorinnen noch unterbringen und habe die dann so runtergerattert und habe mich dann aber verflucht beim Formulieren der Shownotes, weil man ja von jedem Einzelnen dann trotzdem nochmal irgendwie den raussuchen musste und irgendwie ein Buch verlinken musste.
01:31:01
Speaker
Das mache ich einfach heute nicht.
01:31:02
Speaker
Es gibt auch andere, sage ich aber nicht welche.
01:31:05
Speaker
Ihr könnt ja zum Beispiel mal kommentieren, also zum Beispiel bei Spotify kann man kommentieren, kommentiert ihr doch mal, was sind so eure lustigsten oder Lieblingsbücher aus dem Humorsektor und vielleicht auch aktuelle Sachen, um Alex nochmal eines Besseren zu belehren, was es vielleicht auch noch an tollen Sachen gibt.
01:31:25
Speaker
Das ist eine schöne Idee.
01:31:26
Speaker
Also wenn ihr das Gefühl habt, ihr habt jetzt so ein bisschen durchstiegen, was ich so mag und ihr habt da noch was, was da passen könnte, gerne empfehlen.
01:31:34
Speaker
Auch uns beiden, Andi und mir, darf man Sachen empfehlen.
01:31:36
Speaker
Ihr habt jetzt auch erfahren, was Tina so mag.
01:31:45
Speaker
Entschuldige bitte, ich habe zwei Bücher rausgesucht, die dir auch gefallen.
01:31:50
Speaker
Ja, das stimmt.
01:31:51
Speaker
Sie ist dir da entgegengekommen.
01:31:53
Speaker
Definitiv.
01:31:54
Speaker
Während du wieder das Känguru für dich alleine gelesen hast.
01:31:57
Speaker
Und für die eine Million anderen Zuhörenden, die das auch mögen.
01:32:02
Speaker
Ist mir auch wirklich egal, selbst wenn jetzt alle weiter skippen, aber ich habe da, das war auch nur für mich einfach, ich habe da so eine Spaß dran.
01:32:08
Speaker
Ich glaube, die meisten wollen es einfach hören.
01:32:10
Speaker
Und im März kommt was Neues, ein fünfter Band?
01:32:15
Speaker
Wir sind gespannt.
01:32:17
Speaker
Ja.
01:32:18
Speaker
Bis dahin würde ich sagen, ich hole mir jetzt einen neuen Glühwein.
01:32:21
Speaker
Wir machen jetzt noch so ein bisschen Peter Lustig-mäßig, machen wir jetzt noch privat weiter, aber ihr könnt schon mal abschalten.
01:32:27
Speaker
Wir sagen vielen Dank fürs Zuhören dieses Jahr.
01:32:31
Speaker
Jetzt kommt der Hund.
01:32:32
Speaker
Jetzt müsst ihr mal bitte was sagen.
01:32:34
Speaker
Ich stelle mich jetzt stumm.
01:32:34
Speaker
Einfach auch für die KI.
01:32:36
Speaker
Wieso?
01:32:37
Speaker
Das ist doch Atmo.
01:32:38
Speaker
Das gehört dazu, dass man Hintergrundgeräusche hat.
01:32:43
Speaker
Der Hund möchte auch mal was sagen.
01:32:45
Speaker
Wenn du schon 60% redest,
01:32:48
Speaker
möchte der Hund auch was sagen.
01:32:50
Speaker
Die schüttelt sich jetzt und bellt.
01:32:51
Speaker
Habt ihr das gehört?
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Speaker
Ja, natürlich haben wir das gehört und die Zuhörenden auch.
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Speaker
Also ich werde das heute nicht mehr los.
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Speaker
Dumpt deinen Zuschauer innen.
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Speaker
Ich glaube, das Problem ist, dass ich euch sehe,
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Speaker
Und deswegen die ganze Zeit denke, man sieht etwas.
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Speaker
Du kannst auch einfach sagen, es ist der Glühwein auch okay, aber vielleicht ist das auch ein guter Zeitpunkt, um jetzt einfach... Ich glaube, erst ist die Weinprobe, aber seien wir ehrlich.
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Speaker
In diesem Sinne.
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Speaker
Tina legt sich jetzt hin und wir wünschen euch ganz wunderbare Feiertage.
01:33:29
Speaker
Und im Januar hören wir uns wieder.
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Speaker
lasst das mit den Böllern für alle, die Hunde haben und so.
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Speaker
Ich gucke jeden Böse an, der ein Böller zündet.
01:33:38
Speaker
Bücher statt Böller.
01:33:40
Speaker
Das ist schön, ja.
01:33:42
Speaker
Guckt auf Instagram, wo Tina euch nach wie vor jeden Tag unseren Adventskalender serviert.
01:33:50
Speaker
kommentiert, kritisiert andere uns nicht und habt eine gute Zeit und dann hören wir uns im nächsten Jahr dann wieder mit Gast und wieder ganz aktuell.
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Speaker
Lasst es euch gut gehen.
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Speaker
Tschüss.
01:34:02
Speaker
Schöne Zeit.