Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zum Splittercast, dem Podcast von und mit dem Splitter Verlag, Bielefelds bestem Comic- und Manga-Verlag.
Speaker: Mein Name ist Max und in diesem Podcast spreche ich mit Macherinnen und Machern aus der deutschsprachigen Comicszene.
Speaker: Und hiermit heiße ich euch ganz herzlich willkommen zum dritten Teil unseres kleinen Schweiz-Specials.
Speaker: Nachdem ich schon die Jungs von Skinless Crow und Angela, die Betreiberin des Comics-Shops in Basel, zum Gespräch eingeladen hatte, spreche ich heute mit Matthias von der Verlagsauslieferung Kaktus.
Speaker: Falls ihr von Kaktus in diesem Kontext noch nie gehört habt und jetzt an eine grüne Pflanze denkt, dann habt ihr zum Teil recht, zum Teil auch nicht gewusst,
Speaker: Jedenfalls geht es in diesem Fall um eine Verlagsauslieferung, also einen Laden, der Bücher an Bücherläden verkauft.
Speaker: Was genau Matthias macht, da kommen wir gleich drauf zu sprechen.
Speaker: Und zwar in der Schweiz.
Speaker: Und zwar der einzige oder zumindest der größte Verlagsauslieferungsbetrieb in der Schweiz, in Zürich um genau zu sein.
Speaker: Wie es dazu kam, dass Matthias diesen Laden gegründet hat und jetzt seit echt einiger Zeit leitet, wie seine Arbeit genau aussieht, was so die Schwierigkeiten davon sind, deutschsprachige Bücher, die in Deutschland produziert wurden, von deutschen Verlagen in der Schweiz zu verkaufen, darauf kommen wir im Lauf dieses Gesprächs zu sprechen.
Speaker: Ist ein kurzweiliges, teilweise auch etwas wirtschaftswissenschaftliches Gespräch geworden, wir Fachwissenschaften,
Speaker: Meiern uns da so durch, aber natürlich gibt es zum Schluss auch wieder ein paar schöne Leseempfehlungen und Matthias hatte eine sehr investigative Gegenfrage für mich.
Speaker: Freut euch auf diese Stunde und ich freue mich auf Feedback zu diesem Gespräch und zum Podcast allgemein.
Speaker: Was hättet ihr gerne mal für Gäste dabei?
Speaker: Welche Themen wünscht ihr euch, dass ich die mit Gesprächspartnern mal erörtere?
Speaker: Fragen, Kritik, Anregungen, alles drumherum immer gerne an splittercast.splitter-verlag.de und auf den sozialen Medien at splitterverlag.
Speaker: Empfehlt uns weiter, lasst uns positive Bewertungen da.
Speaker: Ich freue mich über jeden Stern und jedes Like.
Speaker: Und dann wünsche ich euch jetzt ganz viel Freude mit Splittercast Folge 81 mit Matthias von der Verlagsauslieferung Kaktus in der Schweiz.
Speaker: Hallo lieber Matthias, herzlich willkommen im Splittercast und schön, dass du den weiten Weg auf dich genommen hast aus der Schweiz, aus Zürich nach Bielefeld.
Speaker: Ich hoffe, du hattest bisher einen guten Tag.
Speaker: Ja, danke.
Speaker: Hallo Max und hallo Splittercast-Zuhörerinnen und Zuhörer.
Speaker: Ja, der Weg war ja wirklich weit.
Speaker: Nein, natürlich nicht, aber wir hatten so ein paar technische Erfahrungen.
Speaker: Brücken zu übersteigen.
Speaker: Schön gesagt.
Speaker: Aber jetzt klappt es ja.
Speaker: Ja, danke, mein Tag war gut.
Speaker: Wetter ist im Moment hier in Zürich sehr, sehr schön, super.
Speaker: Ja, würde mich einladen, das Ganze draußen abzuhalten, aber es ist noch ein bisschen kühl.
Speaker: Ja, es ist auch, also Live-Podcasts draußen oder Podcasts draußen, live sind wir ja eigentlich nicht, haben bestimmt was für sich, sind aber für die Tonqualität natürlich Gift.
Speaker: Dementsprechend haben wir uns dafür entschieden, doch das jetzt einfach wie immer zu machen über mein Programm hier und Remote.
Speaker: Und ich freue mich, dass du da bist.
Speaker: Das Wetter hier ist auch ganz hübsch, tatsächlich.
Speaker: kann man nicht anders sagen.
Speaker: Aber wir wollen ja gar nicht so viel über das Wetter reden.
Speaker: Ach, hinten raus doch.
Speaker: Nee, weiß ich nicht.
Speaker: Also schreibt, wenn ihr mehr Wetter-Content haben wollt, liebe Hörerinnen und Hörer, schreibt das gerne.
Speaker: Liegt ihr E-Mail.
Speaker: splittercast-verlag.de und dann spreche ich mit meinem nächsten Gast ausführlicher über das Wetter.
Speaker: Also ich glaube, wir wollten eigentlich über Comics reden.
Speaker: Genau.
Speaker: Über den Kaktus im Raum.
Speaker: Matthias, du bist Chef, Inhaber und die Person, der Mann hinter Kaktus, unserer Schweizer Verlagsauslieferung, der Schweizer Comic Verlagsauslieferung.
Speaker: Ich weiß ja, dass die meisten Hörerinnen und Hörer des Splittercasts in Deutschland sitzen.
Speaker: Wir machen ja gerade aber unser kleines dreiteiliges Schweiz-Special, wo du den Abschluss bildest.
Speaker: Viele Hörerinnen und Hörer kennen bestimmt PPM, unsere deutsche Verlagsauslieferung.
Speaker: Aber ich könnte mich, vielleicht täusche ich mich auch, aber es würde mich nicht wundern, wenn viele von euch Kaktus als Verlagsauslieferung noch nicht kennen.
Speaker: Darum, Matthias, fangen wir doch einfach mal ganz, ganz unten an.
Speaker: Was genau macht Kaktus eigentlich?
Speaker: Ja, Kaktus ist im Zusatz, nennen wir uns Verlagsauswiederung, das kommt eigentlich von früher, dass du dann eben als Schweizer Firma hauptsächlich mit deutschsprachigen Verlagen zu tun hattest und die brauchten dann...
Speaker: eine Vertretung in der Schweiz und das hat sich dann halt einfach Verlagsausüberung genannt.
Speaker: War dann häufig auch gekoppelt mit Verlagsvertretung, sprich Außendienst und dann hast du quasi mit diesen Verlagen dann so einen Exklusivvertrag gemacht, damit du eigentlich das Recht hast, deren Produkte in der Schweiz zu verkaufen, also im Zwischenhandel, Zwischenbuchhandel nennt man das ja auch, was ich da mache.
Speaker: das zu verkaufen.
Speaker: Und das war früher ziemlich exklusiv.
Speaker: Das heißt, wenn du das Vertrag nicht dann gehabt hast, dann war es eigentlich der Einzige.
Speaker: Hat sich natürlich jetzt alles gewandelt mit Grenzen offen und Algenbars heute im Endeffekt.
Speaker: Das ist ein bisschen anders.
Speaker: Aber das Grundgeschäft ist immer noch so, ich bin eurer Vertretung in der Schweiz jetzt beispielsweise von Splitter.
Speaker: Und von natürlich ganz vielen anderen Verlagen.
Speaker: Wenn du sagst, das war früher anders, wann war das so anders?
Speaker: Also seit wann machst du das so?
Speaker: Hast du Kaktus eigentlich auch gegründet?
Speaker: Ja, ich habe Kaktus gegründet.
Speaker: Das war im Sommer 1988.
Speaker: Wow.
Speaker: Ja, es ist ein Weilchen her.
Speaker: Das ist ein paar Jahre her.
Speaker: Genau.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Ja, aber da ändern sich die Zeiten natürlich.
Speaker: Klar.
Speaker: Ja, also ich meine, das waren ja auch Zeiten, da gab es ganz knapp schon Computer.
Speaker: Ich habe, glaube ich, auch mit dem Computer bereits angefangen, aber ich hatte den Job, den ich jetzt mache, in einer anderen Firma eigentlich gemacht.
Speaker: Also was war ich da für Betriebschef, wenn du so willst?
Speaker: Ich meine, das war ganz klein, klein, klein.
Speaker: Und da haben wir noch mit Schreibmaschine die Rechnungen geschrien und die Bestellungen, die kamen per Post.
Speaker: Und irgendwann gab es dann die Erfindung des Telefax und dann kamen die Bestellungen per Telefax und Telefon.
Speaker: Also ich meine, das waren schon andere Zeiten, ja.
Speaker: Das ist ja wunderbar.
Speaker: Ja, und jetzt sitzen wir hier und nehmen einen Podcast auf, der hoffentlich von ein paar Leuten gehört wird.
Speaker: Kann man sagen, in diesen 38 Jahren ist schon ein bisschen was passiert.
Speaker: Zwischenbuchhandel für diejenigen von euch, denen das vielleicht nichts sagt, ist im Laufe der Jahre hier im Podcast auch ein paar Mal gefallen, aber ich gehe natürlich nicht davon aus, dass ihr alle Folgen schon gehört habt, noch nicht.
Speaker: Ihr holt das natürlich nach, gehe ich von aus.
Speaker: Das heißt, ihr versendet nicht an Endkunden und Endkundinnen, also ihr kriegt von Deutschland, in unserem Fall Breu Spitter jetzt von Deutschland ausgeliefert, von PPM geliefert tatsächlich unsere Neuheiten und was ihr sonst so bestellt, zugeschickt und ihr verschickt das dann nicht an Endkunden, sondern an andere Buchläden.
Speaker: Das ist zwischen Buchhandeln mal ganz plump gesagt.
Speaker: Ganz plump gesagt, aber das ist genauso.
Speaker: Das heißt, wir beliefern einfach Buchhandel und Comicfachhandel und Endkunden haben ein paar über die Jahre natürlich gesammelt, aber wir pushen das nicht, weil das ist eigentlich nicht unser Kerngeschäft.
Speaker: Unser Kerngeschäft ist für den Verlag quasi den Händler in der Schweiz zu beliefern.
Speaker: Ja, du hast gesagt, du bist vorher woanders Vertriebschef gewesen.
Speaker: Wie kommt man dann dazu, eine Comic-Verlagsauslieferung in der Schweiz zu gründen?
Speaker: Also das ist ja schon recht speziell.
Speaker: Ihr seid auch die einzige Comic-Verlagsauslieferung in der Schweiz, so in dem Sinne, oder?
Speaker: Inzwischen, ja.
Speaker: Also wir haben ja auch Buchverlage.
Speaker: Es ist ja nicht so, dass...
Speaker: Comics haben, aber es ist so ein Nischending und hat sich in dem Verlauf der Geschichte der Firma so ergeben, dass wir ein paar Elektristik-Verlage, sag ich jetzt mal, auch mit dabei haben, aber das ist eher so Special Interest und
Speaker: Wir mögen die Leute einfach auch und es hat sich so ergeben.
Speaker: Aber hauptsächlich sind wir eigentlich mit Comics unterwegs.
Speaker: Und da gibt es in der Deutschsprache in der Schweiz, da muss man immer einen Unterschied machen.
Speaker: Wir haben noch die Französisch sprechende Schweiz, wo es dann mit Comics ganz anders aussieht und auch Verlagsauslieferung.
Speaker: Aber wir sind in der Deutschsprache in der Schweiz die einzige Comic-Verlagsauslieferung inzwischen.
Speaker: Und
Speaker: Ja, aber wie kam es dazu?
Speaker: Du hast etwas anderes gemacht.
Speaker: Also gelernt habe ich eigentlich Buchhändler.
Speaker: Ah ja, doch, okay.
Speaker: Und habe dann nach der Ausbildung...
Speaker: In Bern, in Staufacher, als diese Buchhandel gibt es immer noch, die hatte schon vor, das war glaube ich vor 40 Jahren, krass, eine richtig gute Comicabteilung.
Speaker: Da Bern auch so ja schon fast nahe der französischen Schweiz liegt, hatten die auch ganz viele französische Comics, weil auf Deutsch gab es da zu dieser Zeit
Speaker: noch nicht so viel.
Speaker: Und da habe ich die Comic-Abteilung geleitet und bin so eigentlich dann zu den Comics gekommen.
Speaker: Also, ja, habe ich da reingelesen.
Speaker: Und nach dem Weilchen wollte ich dann mal einen Kulissenwechsel machen und habe dann Lieferanten von uns angeschrieben, ob die einen Job haben.
Speaker: Und die hatten dann einen Job als, wie sagt denn jetzt, Vertriebschef für...
Speaker: Für ihre Bücher und eben Comics, die sie da hatten.
Speaker: Also das war zu dieser Zeit Volksverlag, weiß ich auch.
Speaker: Ach ja, das sagt mir zumindest was, ja.
Speaker: Ja, war eigentlich ein Wegbereiter auch für erwachsenen Comics, sag ich jetzt mal so.
Speaker: Die hatten damals erstaunlich, also wo man heutzutage rückblickend sagen würde, erstaunlich, was die für Lizenzen damals hatten, ne?
Speaker: Ja, Lizenzen und teils, doch, er hatte Lizenzen, aber ich glaube, da gab es dann auch ein bisschen Teildifferenzen.
Speaker: Ja, das stimmt, das kann man auch.
Speaker: Aber die hatten zum Beispiel ja Schwermetall, glaube ich.
Speaker: Genau, der Schwermetall heißt im Gasa, wo jetzt nichts ein Sonderband bringt, das war schon alles da.
Speaker: Und auch Möbios Sachen.
Speaker: Hauptsächlich war Schwemetall halt schon sein Ding.
Speaker: Das lief ja dann auch ganz groß noch im Pressegrosse, also Kioskware und
Speaker: hat, denke ich, für die Verbreitung des Erwachsenen-Comics schon auch seinen Beitrag geleistet.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber eben dieser Erfolgsverlag, der hat dann irgendwann aufgehört und er kam dann Alpha-Comic ins Spiel mit Achim Schnurrer und da angehängt war dann auch die Edition Comics mit Herbst Schreppel, Ilse Achatz und Achim Schnurrer.
Speaker: Und das waren so die Leute, wo ich dann
Speaker: eigentlich auslieferungsmäßig dann weitergefahren habe.
Speaker: Weil eben bei dieser Firma, wo ich dann Vertriebschef war, habe ich dann gekündigt und hatte dann die Aufgabe, eigentlich nach Erlang zu fahren, um Alpha Comic zu sagen, hey, ihr habt jetzt in der Schweiz keine Verlagsauslieferung mehr, wir müssen da eine Lösung suchen.
Speaker: Und dann, weiß ich noch, ging ich da rein und
Speaker: Und dann hat Gabi Simon, das war die Vertriebschefin von Alpha Comics, gesagt, ja, warum machst du das eigentlich nicht?
Speaker: Und ich bin ehrlich gesagt gar nicht auf die Idee gekommen, oder ich hätte mich, glaube ich, auch nicht getraut, das zu fragen, du, würdest du mir das geben und so?
Speaker: Und dann war es schon ein bisschen baff und dann habe ich gesagt, jo, ich überlege mir das und
Speaker: Das waren, glaube ich, in ein paar Tagen eigentlich entschieden, dass ich dazu sage und die Gelegenheit beim Schopf packe.
Speaker: Und dann habe ich in relativ kurzer Zeit, das waren es, glaube ich, vier Wochen, halt eine Firma gegründet, irgendwelche Räumlichkeiten gesucht und dann ging es los.
Speaker: Klasse.
Speaker: Ja, das konnte man früher noch so.
Speaker: Weiß nicht, vielleicht geht das heute auch noch.
Speaker: Ja, logisch, logisch.
Speaker: Und du dachtest dir, Kaktus ist eine schöne Pflanze, so nenne ich den Laden mal.
Speaker: Gibt es da noch eine tiefere Bewandte?
Speaker: Ja, das mit der Namensfindung.
Speaker: Ich habe den Podcast ja gehört mit Kindesgrau.
Speaker: Ja, stimmt.
Speaker: Die Begründung war auch fein.
Speaker: Ja, klingt doch cool, hey.
Speaker: Nee, nee.
Speaker: Es war, glaube ich, dass es
Speaker: dass es einzigartig ist und dass es auf Google und so schnell gefunden werden soll.
Speaker: Solche Überlegungen habe ich mir natürlich nicht gemacht.
Speaker: Gab es damals Google überhaupt schon so richtig?
Speaker: Ich mag Kakteen immer noch und zu dieser Zeit auch.
Speaker: Und dann habe ich ein bisschen halt rumstudiert und irgendwie habe ich dann gedacht, okay, Kaktus.
Speaker: Also mit Zusatzvertrieb, muss ich noch sagen.
Speaker: Dann wurde das so eingetragen.
Speaker: Das hatte dann zur Folge, dass wir in der ersten Zeit viele Telefonate gekriegt haben von irgendwelchen sukkulenten Leuten, also Leute, die Kakteen haben und irgendwelche
Speaker: Tipps oder Kakteen kaufen wollten bei uns.
Speaker: Das ging natürlich nicht.
Speaker: Ja, weil da gab es ja nur ein Telefonbuch und die gelben Seiten.
Speaker: Gab es in Deutschland, glaube ich, auch.
Speaker: Das ist eben dieses Branchenbuch.
Speaker: Ja, und dann habe ich es mal umbenannt in Kaktusbücher und Comics.
Speaker: Das war klar, dass wir kein Grundzeug haben, sondern Inhalte Papier und Bildergeschichten.
Speaker: Und irgendwann kam dann noch die Änderung zur Cactus Verlags Ausübung.
Speaker: Ja, warum nicht?
Speaker: Also das Logo bietet sich ja an.
Speaker: Das ist ja eine coole Sache.
Speaker: Grün ist auch eine schöne Farbe.
Speaker: Ja, die Website hat das neue Logo.
Speaker: Wir haben noch quasi so ein
Speaker: älteres Kunstwerk.
Speaker: Achso, okay.
Speaker: Nein, das ist nicht online.
Speaker: Okay, schade.
Speaker: Das hätte ich jetzt mal angeguckt.
Speaker: Das heißt, du hast dann so quasi aus Impuls und Gelegenheit heraus den Vertrieb für den Alpha Verlag übernommen.
Speaker: Ja.
Speaker: In der Schweiz.
Speaker: Und da war dann natürlich auch eben Edition Kunst und Comics, die haben da beim dritten Salon eigentlich begonnen mit ihren Sachen.
Speaker: Und
Speaker: Da waren dann so die Kunstsaison der René-Franc, Comic-Künstlergalerie.
Speaker: Ganz speziell waren die Comic in Dosen.
Speaker: Ich weiß nicht, ob du die kennst.
Speaker: Das sagt mir gar nichts.
Speaker: Was ist das denn?
Speaker: Also Herb Schröppel ist leider verstorben.
Speaker: Ein Mensch, der hat Sachen umgesetzt.
Speaker: Das war klasse.
Speaker: Da gab es...
Speaker: Da gab es, der hat glaube ich einen Zigarettenautomat umgebaut und am dritten Comicsalon in der Land, konntest du dann Dosencomics ziehen.
Speaker: Also hast du glaube ich 5 Mark reingeworfen und dann gab es wirklich einen Comic in der Dose und davon gab es 5 Stück.
Speaker: Also 5 verschiedene, ein Willhelm Busch war dabei, glaube ich Frank, ich weiß nicht wer war es genau.
Speaker: Aber schon cool.
Speaker: Und die haben mir dann auch quasi ihre Trauen ausgesprochen und gesagt, wenn ich möchte, könnte ich sie auch gleich mit ausüben.
Speaker: Und da hatte ich schon eine Zweifellage mit im Portfolio.
Speaker: wie man so schön sagt.
Speaker: Das hat dann auch Sinn gemacht, weil Alpha hat ja auch erst begonnen und er kann ja so ein bisschen mitwachsen.
Speaker: Weil sonst wäre es, glaube ich, schon von Anfang an ziemlich teuer geworden, weil du musst ja das alles kaufen.
Speaker: Im Comicgeschäft ist es eigentlich zum Teil immer noch so, dass du keine Kommissionsware hast in der Schweiz, sondern du kaufst das eigentlich fest ein beim Verlag.
Speaker: Und der Vorteil war dann bei Alpha, weil die noch nicht so viele Titel hatten, dass wir dann peu à peu das Lager aufbauen konnten.
Speaker: Was heißt, wie viele verschiedene Titel hattest du so am Anfang im Angebot?
Speaker: Weißt du das noch?
Speaker: Kann ich dir sagen.
Speaker: Ich kann ja nicht ziffern.
Speaker: Ich glaube, im Monat kamen da vielleicht vier bis sechs Neuheiten raus, plus U-Comics und Schwermetall.
Speaker: Und das war es dann eigentlich auch, weil ich meine, Übersetzung, Druck, das war alles viel komplizierter, hat länger gedauert.
Speaker: Es gab auf Französisch natürlich auch viel weniger...
Speaker: Material, das sie überhaupt übersetzen konnte.
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Ich würde sagen, da haben wir einen Monat vielleicht zwölf Neuheiten ausgeliefert oder so.
Speaker: Also, war überschaubar.
Speaker: Im Vergleich zu wie vielen heute so in etwa?
Speaker: Heute?
Speaker: Also, wenn du Panini noch mitnimmst mit jedem Heftchen.
Speaker: Ja, keine Ahnung.
Speaker: Ihr habt schon 20...
Speaker: Ja, noch um die 50 bis eben 100, je nach Höft, was ja noch mitrechnet.
Speaker: Aber das ist schon eine andere Nummer.
Speaker: Das ist eine komplett andere Nummer, klar.
Speaker: An dieses Wachstum über die Jahrzehnte ist dann aber so peu à peu gewesen und organisch von sich gegangen.
Speaker: Oder gab es irgendwann mal so einen Moment, wo du da standst und gesagt hast, okay, jetzt muss man irgendwie hier...
Speaker: Jetzt mal hier Butter bei den Fischen sozusagen.
Speaker: Jetzt müssen wir irgendwie krass expandieren.
Speaker: Nein.
Speaker: Ich habe verschiedene Modelle ausprobiert.
Speaker: Ich habe angefangen als quasi eigenständige Ausübung.
Speaker: Dann gab es zu dieser Zeit, also die Firma gibt es immer noch, gab es die AVA.
Speaker: Die gibt es immer noch.
Speaker: Kennst du vermutlich, weil du bei Edition Moderna und David und so.
Speaker: Die hatten auch Comics.
Speaker: Die hatten zu dieser Zeit...
Speaker: war deren Lieferant eigentlich Baldo Buscher mit Medienservice.
Speaker: Der hat dann halt Reprodukt, Schreiber und Leser und Colt und was das alles war und Edison Moderne.
Speaker: Und irgendwann kam dann die Idee, dass wir eigentlich unsere Energien zusammenlegen sozusagen und ich mein Lager bei der AVA quasi unterstelle.
Speaker: Mhm.
Speaker: aber weiterhin als eigenständige Auslieferung auftrete.
Speaker: Ist ein bisschen kompliziert, aber ja, war ein guter Versuch.
Speaker: Und dann habe ich zusammen mit David Basler eigentlich nur noch Verlagsvertretung gemacht.
Speaker: Und dann haben wir halt die Deutschsprache Schweiz mit den Frühjahrs- und Herbstprogrammen bereist und versucht, Comics im Buchhandel und halt in die Comic-Läden zu bringen.
Speaker: Oder seid ihr so richtig auf Vertriebsreise gegangen?
Speaker: Ja, also mache ich immer noch jetzt.
Speaker: Ah, okay.
Speaker: Reise quasi klassisch im spätfrühenden Jahr und spätherbst mit den Verlagsprogrammen.
Speaker: Und besuche da noch die interessierten Comikhändler und Buchhändler in der deutschsprachigen Schweiz.
Speaker: In der deutschsprachigen Schweiz, ja.
Speaker: Genau.
Speaker: Och, nett.
Speaker: Ist das was, was du immer noch gerne machst nach all der Zeit?
Speaker: Ja, es gab eine Zeit, wo ich es nicht mehr so gerne gemacht habe, weil dann reiste ich da irgendwo in die Pampa für einen Auftrag von fünf Tiken oder so.
Speaker: Also Zeugs hat man halt gemacht.
Speaker: Aber inzwischen habe ich
Speaker: glaube ich, mehrheitlich nur noch mit Kunden zu tun, die sind interessiert an Comics, die wollen, die wollen was wissen und da kann man sich austauschen, es ist schön sich zu sehen und es geht dann häufig auch nicht mehr so explizit um die Programme, weil ich meine, die Leute sind ja durch die Vorschau und Internet, die ist super informiert und dann kannst du die Gespräche auch ein bisschen anders führen.
Speaker: Ja, doch, ich mache es inzwischen wieder gerne, dass ich so zweimal im Jahr meine kleine Tour mache und
Speaker: Halt die Leute sie.
Speaker: Och, das ist doch nett.
Speaker: Nimm uns doch mal mit.
Speaker: Also ihr sitzt ja in Zürich.
Speaker: Ja.
Speaker: Ich glaube, das ist so eine Art Industriegebiet da.
Speaker: Wieso, ja.
Speaker: Also ich war nie an der Ecke in Zürich, wo ihr sitzt, Reffelstraße da.
Speaker: Aber auf Google Maps, das ist aus dem Industriegebiet.
Speaker: Wie darf man sich das denn vorstellen?
Speaker: Also ich
Speaker: kenne von PPM halt eine Riesenfläche von Lagerhallen, die bis unter die Decke mit Büchern vollgestopft sind.
Speaker: Und dann, ja, es ist eigentlich ein Ausmaß von Papier und Buchmasse, die man sich kaum vorstellen kann.
Speaker: Aber ich habe gar keinen Bezug dazu, wie das bei euch aussieht.
Speaker: Sind das bei euch auch so riesige Lagerhallen?
Speaker: Macht ihr das alles per Hand?
Speaker: Sind es mehrere Hallen?
Speaker: Ist es eine Halle?
Speaker: Habt ihr vielleicht ein paar Gabelstapler oder sowas?
Speaker: Nein, wir haben...
Speaker: Ich war nie bei PPM, aber ich stelle mir vor, wir sind vermutlich so ungefähr das Handlager von PPM, wenn sie das haben.
Speaker: Ich denke, das haben sie.
Speaker: Sie haben auch ein Handlager, ja klar.
Speaker: Also Gesamtfläche, wo wir jetzt mit Büro und Lager und im anderen Stockwerk auch noch Lager, sind es vielleicht noch 300 Quadratmeter.
Speaker: Mehr ist noch nicht.
Speaker: Das ist tatsächlich recht überschaubar.
Speaker: Ja, also das hängt natürlich auch damit zusammen, dass Zürich stolze Mietpreise hat, auch für Lagerflächen, Büroflächen.
Speaker: Und wir sind ja ein bisschen umgezogen in diesen 38 Jahren.
Speaker: Also begonnen habe ich mit der Firma in Frauenfeld, das ist in der Ostschweiz, da war ich 20 Jahre, glaube ich.
Speaker: Und dann ging es mal nach Luzern.
Speaker: Da hatten wir schon grössere Lagerräumlichkeiten auf dem Frauenfeld.
Speaker: Und jetzt in Zürich musste ich mich dann halt wegen Preisen auch einschränken.
Speaker: Aber ich finde es eigentlich gar nicht schlecht, wenn du so wie ein Korsett hast, dass du nicht einfach, du mietest wieder was dazu, weil du dann eben expandierst und vielleicht
Speaker: zu viel expansierst, ich weiß nicht.
Speaker: Je mehr Platz du hast, also das ist, weiß ich, man kann jetzt mal weggehen davon und sagen, wenn Comicsammler, wenn der
Speaker: ein Zimmer für sich alleine hat, dann kann er das einfach füllen mit all seinen Schätzen und wenn er noch eins dazu kriegt, dann würde es noch mehr auffüllen und mit Lagerflächen verhält es sich, denke ich, ungefähr ähnlich.
Speaker: Dann denkst du, okay, diesen Verlag versuche ich auch noch, das kaufe ich auch noch ein.
Speaker: Deswegen finde ich es
Speaker: Da in Zürich ist es eigentlich optimal, weil wir müssen wirklich mit den Platzverhältnissen kämpfen.
Speaker: Und wenn jemand kommt und es gibt immer noch Verlage, die suchen Ausüberungen oder eben einen Zwischenhändler, der sich da in den Buchhandel oder den Comicfachhandel bringt.
Speaker: Dann überlegen wir uns das wirklich gut, ob es passt.
Speaker: Teilweise fliegen da vielleicht auch andere Sachen raus.
Speaker: Wenn du findest, ja, das macht jetzt Sinn.
Speaker: Aber die Idee ist eigentlich, wenn es geht, nicht mehr allzu viel Lagerfläche dazu zu mieten und die Kassen hochzutragen.
Speaker: Das heißt, ihr kuratiert das schon recht stark, was ihr so ins Prinzip nehmt?
Speaker: Bei diesen Verlagen, wo wir eben Verlagsausüber und Plusvertretung sind, da haben wir eigentlich schon alles da.
Speaker: Okay, aber ihr kuratiert die Verlage sozusagen.
Speaker: Ja, logisch.
Speaker: Inzwischen ist es ja so, dass im Comic-Bereich gibt es praktisch nur noch PPM-Versatz.
Speaker: Ja, im Reihen, die Privatauslieferung der größeren Verlage.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Das sage ich jetzt nicht dir, sondern den Hörerinnen eher so zu einordnen.
Speaker: Und so gesehen, ja, kann ich natürlich kuratieren, wie du so schön sagst, dass wenn PP was Interessantes ins Sortiment aufnimmt, oder finden, wäre was, dann kann ich ja das einfach, also
Speaker: mitbestellen und mal anbieten und schauen, wie es läuft.
Speaker: Aber wenn es grössere Verlage sind, als Splitter angefangen hat, da dient es ja dann schon konkret um, wie macht man das jetzt?
Speaker: Und da eben halt Schweiz nicht EU ist und das zahltechnisch und versandtechnisch schwieriger ist, macht das ja PPM eigentlich auch nicht die Schweiz beliefern.
Speaker: Und deswegen gibt es dann diese Zusammenarbeiten.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Was würdest du denn sagen, ich weiß nicht, vielleicht gibt es da sogar eine konkrete Zahl, wie viele Verlage habt ihr jetzt so bei euch und wie viele Einzeltitel?
Speaker: So Pi mal Daumen?
Speaker: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.
Speaker: Verlage habe ich nie gezählt, weil da ist natürlich jeder Kleinstverlag noch mit dabei, die dann teilweise eins oder fünf Titel machen.
Speaker: Das sind schon einige.
Speaker: Aber ich
Speaker: Du weißt, es ist ja nicht schlimm.
Speaker: Ich glaube auch PPM wird das wahrscheinlich gar nicht so genau wissen, wie viele Einzeltitel, die noch bei sich rumliegen haben, abgesehen von irgendwelchen Altschätzen, die hinter irgendeinem Regal rumliegen.
Speaker: Genau, das haben wir alle.
Speaker: Wir haben alle Schätze.
Speaker: Es ist immer schön, wenn jemand zu Besuch kommt hier, der nicht aus dem Geschlecht
Speaker: da so ein Businessist und so, die finden, wow, so schön hier in diesen Büchern und die finden das dann so toll und ja, ich kenne ja meine Pappenheimer dann auch und weiß auch in dieser Ecke, ja, nicht gerade respektierlich ist Altpapier, aber es sind halt Sachen, die du noch nicht weggeben willst oder kannst, irgendwie, man hängt halt doch noch an gewissen
Speaker: Verlagen oder Tiefen und denkst, ja, vielleicht irgendwann kommt einer und will das.
Speaker: Vielleicht.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Also teilweise passiert es ja auch, dass dieses Revival nach zehn Jahren ist wieder irgendwas in und dann kommt es wieder.
Speaker: Kann immer mal passieren, hast du da so ein Beispiel gerade parat?
Speaker: Irgendwie so ein Titel, den du richtig lange am Lager hattest und der dann irgendwann überraschend doch noch gegangen ist?
Speaker: Äh, nee, kann ich jetzt nicht einbekommen.
Speaker: Aber ich meine ja so, dass, jetzt baue ich den Splitter-Sonderband Gaza, da gab es vom Volksverlag diese Gaza-Einzelbände, glaube ich, da hatten wir noch eine Nummer oder zwei Nummern von diesen Einzelbänden und jetzt kommt eben ein Sammelband.
Speaker: So meine ich, dass ich dann halt nach 15 Jahren komme, dann wieder in eine Neuausgabe von irgendwas, was es eigentlich nicht mehr gibt.
Speaker: Oder wo du dann halt noch ein Exemplar drum stehen hast.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: I see, I see.
Speaker: Und so gut, 300 Quadratmeter, haufenweise Titel, ganz, ganz viele Verlage, ein paar noch nicht gehobene Schätze.
Speaker: Ich schätze mal, heutzutage arbeitet ihr weniger mit Fax und mit Briefbestellungen.
Speaker: Wie sieht das denn ganz konkret aus, wenn bei euch eine Bestellung reingeht?
Speaker: Also ihr habt einen Stamm von Buchhandlungen, Comichandlungen, die bei euch bestellen.
Speaker: Die schicken vermutlich mal E-Mails oder ist es viel telefonisch oder telefonisch?
Speaker: Das meiste läuft schon per Mail.
Speaker: Es gibt dann Kunden, die bestellen über unseren Webshop.
Speaker: Diese Bestellung kannst du dann elektronisch einlesen und weiterbearbeiten.
Speaker: Dann gibt es im Schweizer Buchhandel, das gibt es vermutlich auch in Deutschland, so ein Bestellsystem, wo du die Buchhände über ihr Warenwirtschaftssystem dann...
Speaker: Bestellungen auslösen können, die wir dann auch per Mail oder sonst wie digital kriegen und die dann weiter bearbeiten.
Speaker: Telefonisch läuft ganz wenig.
Speaker: Viele schreiben auch ein Mail.
Speaker: Einen Kunden haben wir noch, der bestellt noch per Fax.
Speaker: Ausgezeichnet.
Speaker: Und das tippst du dann halt ab.
Speaker: Also musst du immer noch flexibel sein.
Speaker: Klasse.
Speaker: Dann geht ihr los und verpackt das irgendwie und gebt es an die Schweizer Post und dann geht das so seinen Weg oder stelle ich mir das zu simpel vor?
Speaker: Nee, so.
Speaker: Also du machst eine Packliste aus dem Auftrag und dann gehst du mit dieser Packliste durch unser Lager und stellst...
Speaker: die Sendung zusammen und dann, wenn es Buch anlässt, gibt es bei uns so eine Bücherwagen.
Speaker: Ihr habt das, glaube ich, in Deutschland auch, dieses Bücherwagensystem.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Das gibt es hier in der Schwarz auch.
Speaker: Das ist quasi ein Logistiker.
Speaker: Der holt dann die Sachen ab und wir verpacken das meistens in so eigene Behältnisse.
Speaker: Das sind so Plastikboxen.
Speaker: Also wir brauchen fast keinen Karton mehr, sondern schauen da eher nie auf
Speaker: Nachhaltigkeit kann man sagen.
Speaker: Das ist zwar Plastik, aber eben, das ist x-fach.
Speaker: Das kommt ja wieder zurück und macht eigentlich Sinn.
Speaker: Das ist auch zum Verschicken sinnvoll, ja.
Speaker: Wenn ihr mal in einem Buchladen seid, vielleicht habt ihr Glück und seht sowas mal rumstehen.
Speaker: Das sind so große Plastikwannen.
Speaker: man wundert sich, wie revolutionär und praktisch das ist, dass das heutzutage so verwendet wird.
Speaker: Ja.
Speaker: Ist so, ja, wir haben seit zwei Jahren jetzt komplett wirklich umgestellt und sagen, praktisch kein Karton.
Speaker: Es gibt auch ein paar Kunden, wo du Karton schickst oder wenn du den Schweizer Post verschickst, dann müssen wir Kartons benutzen, aber sonst haben wir dieses Mehrwerk-Ding und ich finde es super.
Speaker: Geht auch ganz wenig kaputt, das muss man ja noch mal sagen, weil es ist eigentlich besser geschützt als in den Kartons und die Comics sind ja sehr heikel und haben dann auch ein gewisses Gewicht, sprich eben so eine große Box, die ist dann meistens auch zu schwer.
Speaker: Ja,
Speaker: Deswegen trennen wir zum Beispiel kleinere Boxen, also die ganze, glaube ich, maximal.
Speaker: Da wird immer noch 20 Kilo Comics rein, aber das geht dann auch so zum Rumtragen.
Speaker: 20 Kilo ist, glaube ich, sogar die Empfehlung.
Speaker: Das ist das, was noch halbwegs gut zu tragen ist.
Speaker: Alles darüber wird dann irgendwie schwierig.
Speaker: Ja, ich glaube, DPD hat immer noch über 30 Kilo als Limit.
Speaker: Ja, ich glaube, da beschweren sich die armen Trägerinnen und Träger.
Speaker: Wie viele Leute seid ihr denn eigentlich?
Speaker: Wir sind drei.
Speaker: Okay, das ist ja auch noch nicht überschaubar.
Speaker: Das ist erstaunlich, warum die so wenig sind, ich weiß nicht.
Speaker: Aber es funktioniert ja, es geht ganz gut.
Speaker: Das heißt, als Inhaber, Gründer, Chef in Personalunion hast du wahrscheinlich auch so ein ziemlich breites Aufgabenspektrum.
Speaker: Bist du auch noch selber am Lager dann mit einem Packen und einem Raussenden?
Speaker: Ja, also Mittwoch ist so ein Tag, das ist quasi mein Tag, wo ich noch im Tagesgeschäft mitmache oder das Tagesgeschäft eigentlich mache.
Speaker: Und das finde ich gut, weil dann weißt du noch, wie es geht oder wie mühsam, was zum Teil dann vielleicht auch ist und so.
Speaker: Und siehst du auch gewisse Sachen, wo man verbessern kann und so.
Speaker: Doch, einmal die Woche mache ich es gerne, aber mehr müsste jetzt eigentlich auch nicht mehr sein.
Speaker: Und Wadeneingang mache ich ganz selten, sprich halt Paletten abpacken oder einfach auspacken.
Speaker: Das ist einfach, wenn halt Manu, das ist mein Mitarbeiter, der hauptsächlich das Tagesgeschäft und Lagern so macht, wenn der im Urlaub ist, dann muss ich halt mit anpacken oder so.
Speaker: Aber ja, ich mache grundsätzlich alles.
Speaker: Schon noch irgendwie alles, ne?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und macht das auch alles irgendwie auch immer noch oder immer mal wieder Freude?
Speaker: Oder gibt es da schon so eine klare, also gibt es da schon Sachen, wo du sagen würdest, boah, da könnte ich eigentlich auch drauf verzichten.
Speaker: Aber es gehört halt dazu.
Speaker: Ja, nee, sicher.
Speaker: Da kannst du auf vieles verzichten.
Speaker: Also was ich gerne mache, ist ja natürlich die neuen Programme,
Speaker: erfassen, Titel anlegen, meine Kunden besuchen zweimal im Jahr, ich mache die ganze Bestelldisposition, das mache ich immer noch gerne, halt schauen, dass Lager, das Zeug da ist, was es braucht und so.
Speaker: Wo ich gerne drauf verzichten könnte, ist das ganze administrative Zeug, das zunehmend ist und
Speaker: Und heutzutage musst du ja irgendwie alles irgendwo digital abholen, dich einloggen.
Speaker: Du kriegst eigentlich nichts mehr von selbst, sondern musst überall.
Speaker: Und das braucht Zeit und ist nervig, wenn es nicht funktioniert.
Speaker: Aber nee, alles in allem.
Speaker: Ich mache immer noch vieles gerne, ja.
Speaker: Das ist natürlich schön, freut mich zu hören.
Speaker: Ja, so soll es sein, ist doch prima.
Speaker: Es klingt auch wirklich so, als hättest du noch einen sehr direkten Bezug dazu.
Speaker: Ich glaube, bei PPM, bei der im Größenkategorie gibt es viele Leute, die eine sehr eher spezialisierte Aufgabe haben und dann mit vielen anderen Teilen gar nicht mehr so viel zu tun haben.
Speaker: Sonst kriegt man das, glaube ich, nicht unter einen Hut, so einen Wahnsinnsbetrieb.
Speaker: klingt, also ich hätte tatsächlich ehrlich gesagt gedacht, dass ihr größer wird.
Speaker: Also so von der Menge her, von der Fläche her, von den Mitarbeitern, aber... Ja, ja, auf jeden Fall.
Speaker: Das klingt echt schön.
Speaker: Du hast es gerade schon gesagt, die Comic-Landschaft, seit du angefangen hast, hat sich natürlich geändert.
Speaker: Es gibt viel, viel, viel mehr Verlage, die viel, viel, viel mehr Kram rausbringen.
Speaker: Manga ist ja in der Zwischenzeit auch ein
Speaker: Ja, inzwischen zu sagen, dass Manga ein neues Thema ist, ist natürlich Quatsch.
Speaker: Aber wenn man von Ende der 80er nach heute guckt, glaube ich, kann man das schon mal so feststellen, dass das nicht immer da war.
Speaker: Nein.
Speaker: Hat sich dadurch, also abgesehen von der Skala, die Arbeit grundsätzlich irgendwie verändert?
Speaker: Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was für eine Antwort ich erwarten würde an der Stelle.
Speaker: Ich frage sie trotzdem mal.
Speaker: Also verändert hat sich die Digitalisierung, das haben wir schon besprochen.
Speaker: Das macht ja eigentlich auch das Ausheberungsleben ein bisschen leichter.
Speaker: Auf der anderen Seite ist es so, dass du ja dank dem ganzen Computer und so kannst du eigentlich viel mehr verarbeiten als vielleicht gesund ist, sage ich jetzt mal so.
Speaker: Ja, weil früher hattest du einfach die Schreibmaschine und dann, du konntest einfach eine gewisse Anzahl Rechnungen mit der Schreibmaschine schreiben, dann war es fertig.
Speaker: Und mit dem Computer kannst du ja eigentlich ziemlich schnell viel mehr Packlisten und Rechnungen, weiß nicht was, machen.
Speaker: Also das, ja, hat das Ganze sich vereinfacht, aber auch...
Speaker: Mehr Stress rangebraucht.
Speaker: Man muss mehr schaffen.
Speaker: Man kann mehr schaffen, man muss halt auch.
Speaker: Und was früher, das ist immer so doof, wenn man jetzt sagt früher, also früher war ja nicht alles besser, aber früher hat es halt auch weniger Verlage gegeben, es hat weniger Auswahl gegeben, es hat längere Zeit gedauert, bis dann die Fortsetzung von den Serien kam, weil eben auch im Original das länger gedauert hat und das ist ja heute teilweise zeitgleich.
Speaker: Ich meine, das kennt ihr ja und macht ja auch toll.
Speaker: Dankeschön.
Speaker: Aber es wurde dann irgendwie auch Großzüge bestellt, sag ich jetzt mal, vom Händler, weil die Auswahl war dann kleiner.
Speaker: Sprich, als Lieferant hast du dann auch mal halt wieder zehn Stück von irgendwas geschickt und heute ist es so, dass dann wird eins bestellt und zwei Tage später bestellt derselbe Händler wieder eins, weil der hatte auch keinen Platz im Laden und muss auch schauen, wie in die
Speaker: durchkommt.
Speaker: Man macht eigentlich viel mehr, wie soll ich denn sagen, es hat viel mehr Lagerbewegungen für all die Titel.
Speaker: Und früher war es
Speaker: einmal einpacken, zack, bumm, weg und dann hast du mal einen Monat Ruhe gehabt, weil der bestellt dann gleich 20 von dem, weil er weiß, das kann ich verkaufen in zwei Monaten.
Speaker: Und das ist heute für alle Beteiligten wirklich viel schwieriger abzuschätzen.
Speaker: Wie viel kann ich von dem verkaufen?
Speaker: Wie soll ich von dem bestellen?
Speaker: Und das macht schon
Speaker: Anspruchsvoller, trotz der Vielfalt, die wir heutzutage haben.
Speaker: Wegen der Vielfalt eigentlich.
Speaker: Genau, wegen der Vielfalt.
Speaker: Die Klage, sage ich jetzt einfach mal so, ich weiß, dass du es nicht direkt so gemeint hast, aber diese Beobachtung, die...
Speaker: gilt auch für den gesamten Buchhandel, glaube ich.
Speaker: Das ist jetzt kein ganz comic-spezifisches Thema.
Speaker: Dieses Riesenangebot, dieses Wachsen der Neuerscheinungsschwemme.
Speaker: Der Warendruck, der herrschen soll.
Speaker: Sehr schön, ja.
Speaker: Ja, das sind ja so
Speaker: Das war eigentlich, aber das war einfach so, ja, dass das, ich glaube, die, wie sagen wir, die Konzernbuchhandlung, die müssen halt diesen Warendruck eben auch ihren Tischen und so machen können und dann muss er halt liefern, ja.
Speaker: Ja, das ist ja auch, also auf einer wirtschaftlichen Ebene ist ja auch ein Tisch, eine Fläche irgendwie, eine Stelle, wo Kapital liegen soll, das dann irgendwie zu Umsätzen führt.
Speaker: Und dann fängst du halt auf einer ganz abstrakten betriebswirtschaftlichen Ebene, denke ich mal, auch dann an, halt irgendwie so Bücherpreise zu vergleichen.
Speaker: Die großen Barsortimente zum Beispiel versperren sich ja vielen Titeln, die zu günstig geworden sind, weil die sagen, das lohnt sich nicht mehr, die überhaupt zu verschicken, ne?
Speaker: Das ist so, ja.
Speaker: Man kann kein Geld damit verdienen, Bücher zu verkaufen, die weniger als 10 Euro kosten eigentlich.
Speaker: Außer man verkauft davon echt eine Menge.
Speaker: Es gibt dann natürlich Ausnahmen.
Speaker: Das ist vielleicht für die Hörerinnen und Hörer, ich weiß nicht, ob es in dem Podcast schon mal Thema hier war, aber das ist eine Überlegung, die man sich als Kunde, aus Kundensicht ist natürlich ein günstiges Produkt immer super, aber aus Händlersicht ist es eigentlich total doof.
Speaker: Es ist eigentlich total doof, wenn Manga super günstig sind, wenn man dann damit nichts verdienen kann.
Speaker: sondern dass dann nur noch gemacht wird, um halt irgendwie die Titel am Markt zu halten und andere Titel nicht hochkommen zu lassen, so quasi.
Speaker: Das sind teilweise echt komplexe Gedankenkonstrukte, die man da aufmachen muss.
Speaker: Ja, ich finde es zum Teil wirklich Wahnsinn, wie viel Papier da eigentlich rumgeschoben wird.
Speaker: Es ist ja nicht
Speaker: Brutal, wenn man sagt, es ist doof, es macht ja keinen Sinn, dass du da gewisse Überproduktionen machst oder
Speaker: Und nur damit der Tisch voll ist, denkst du, okay, dann drücken wir auch noch ein paar mehr von dem.
Speaker: Und das ist dann auch noch so, dass vieles ja kopiert wird, wenn irgendwas funktioniert.
Speaker: Also allgemein Buchhandel, dann muss Verlag Y dann auch noch irgendwas Ähnliches haben.
Speaker: Dann kommt auch noch ein Gartenbuch bei denen zu diesem Thema.
Speaker: Und Krimi sowieso da.
Speaker: Und beim Comics ist es ja auch so.
Speaker: Also es gibt einfach eigentlich zu viel.
Speaker: Kann man so sehen, ja.
Speaker: Also aus Lesersicht natürlich auch schön, eine Vielfalt zu haben, aber vielleicht merkt ihr bei eurem Hobby ja auch, dass man immer weniger Konsense findet, über was man eigentlich reden kann, weil irgendwie keine zwei Leute mehr dieselben Sachen überhaupt sich angucken.
Speaker: Vielfalt ist natürlich an und für sich was Schönes, aber es bringt halt auch eine Kehrseite mit sich.
Speaker: Ich glaube, so kann man es vielleicht zusammenfassen.
Speaker: Ja, ich frage mich manchmal schon, wie es so ein Comic-Leser oder eine Comic-Leserin gibt, geht, weil die haben ja ein bestimmtes Budget, sage ich jetzt mal, zum Monat.
Speaker: dann wird es ja, weil es kommen ja wirklich viele Tolle Sachen raus ständig.
Speaker: Klar.
Speaker: Wo investierst du jetzt das und was kaufst du dir jetzt?
Speaker: Und das kann ja dann auch vielleicht frustrierend sein, wenn du dann halt merkst, hey, ich komme nicht mit.
Speaker: Sag jetzt mal, das alles mir anzueignen und ich kann mir das nicht leisten.
Speaker: Sich leisten, das kann man alles davon wahrzunehmen sowieso nicht.
Speaker: Es zerstüttert halt immer weiter.
Speaker: Glaubst du denn, diesen Trend, der wird sich fortsetzen?
Speaker: Oder meinst du, da wird es irgendwann eine Ermüdung geben?
Speaker: Kann man da eine Probeuse anstellen?
Speaker: Also mit der Vielfalt und ich sage dem jetzt mal Überproduktion.
Speaker: Ich weiß nicht, es müsste eigentlich mal jemand beginnen,
Speaker: sag ich das provokativ, sag ich, okay, weniger ist mehr.
Speaker: Dass so ein Gentleman Agreement beispielsweise im Verlagswesen käme, wo du sagst, okay, wir machen jetzt alle 20% weniger.
Speaker: an Titeln.
Speaker: Und mal schauen, was passiert.
Speaker: Weil vielleicht würde zahlenmäßig nicht viel, sag ich jetzt mal, Negatives passieren, weil die Qualität steigen würde oder dass dann gewisse Titel vielleicht ein bisschen länger auf dem Tisch bleiben könnten oder im Regal stehen oder andere Beachtung finden würden.
Speaker: Weil
Speaker: Ich weiß noch von Frankreich, das hat mir mal ein Verleger erzählt beim Comic.
Speaker: Also im Comicmarkt Frankreich ist es so, dass da Neulinge oder neue Sachen, die haben es ziemlich schwer, weil ja da die Menge an Neuheiten noch viel höher ist als bei uns.
Speaker: Und das heißt, wenn ein guter Comic kommt und der schafft es in einer Woche, zwei nicht beachtet zu werden,
Speaker: dann wird er schon wieder vom Tisch gepackt und wird nicht mehr so beachtet.
Speaker: Das ist dann zum Teil schade, denke ich, für gewisse Sachen.
Speaker: Ja, das ist definitiv so, aber in anderen Branchen ist es ja genauso.
Speaker: Wenn ein Videospiel nicht relativ schnell performt oder guckt dir Kinofilme an, da geht es meistens nur um die erste Woche eigentlich.
Speaker: Also der Verdrängungskampf ist schon hart.
Speaker: Das Problem bei der, also grundsätzlich, dieses Gentle-Grancy-Gummit ist bestimmt, klingt logisch, aber man musste halt wissen, auf welche 20 Prozent man verzichtet, ne?
Speaker: Ja, das ist halt also aus der Rücksicht dann zu sagen, ja war ja klar, dass der und der Titel gut läuft und der und der Titel nicht, das ist immer einfach zu sagen und aus Leserinnen und Lesersicht zu sagen, ja der Titel, der muss doch gut laufen, das lässt sich immer leicht so schließen.
Speaker: in den Raum stellen, aber ob es stimmt, ist dann aber noch die nächste Frage.
Speaker: Also ich weiß, dass ich schon oft genug überrascht war, was gut funktioniert und was nicht gut funktioniert hat und das, obwohl ich wirklich nur einen relativ kleinen Teil des Marktes überblicke.
Speaker: Nee, ist schwierig.
Speaker: Das kann ja nicht niemand machen.
Speaker: Das ist ja teilweise wie Kaffeesatz lesen.
Speaker: Du hast keine Ahnung.
Speaker: wie ist dann, was dann passiert.
Speaker: Und in den heutigen Zeiten mit ganzen Social Medias und Influencer-Geschichten, weiß ich dann eh nicht, wo es hingeht schlussendlich.
Speaker: Und es ist teilweise erstaunlich, wie sich dann Titel plötzlich aus irgendwelchen Gründen besser verkaufen und andere halt nicht.
Speaker: Wenn du jetzt mal Deutschland und Schweiz im Comicmarkt, also die Comic-Kultur, sage ich mal, vergleichst.
Speaker: Du hast schon gesagt, die französischsprachige Schweiz, da ist das natürlich noch was anderes.
Speaker: Da hat man dann ja auch direkten Zugriff auf den ganzen französischen Markt und die großen französischen Comic-Verlage.
Speaker: Angela war recht verhalten, was so die Schweizer Comic-Kultur angeht.
Speaker: Siehst du das ähnlich oder würdest du sagen, nee, wieso, wir haben hier doch eigentlich
Speaker: eine schöne Szene, eine schöne Branche, die sicherlich kleiner ist, aber gut, das liegt halt auch an der Einwohnerzahl.
Speaker: Ja, ich habe das jetzt mal recherchiert.
Speaker: Okay, ja, oh super.
Speaker: Also recherchiert, nee, ist getrieben, aber einfach mal Zahlen.
Speaker: Ich meine, wir sprechen immer von, ich kenne es gerade gesagt, 10 Millionen in der Schweiz.
Speaker: Mhm.
Speaker: Stimmt, aber diesen 10 Millionen sind 6,5 Millionen deutschsprachig.
Speaker: Und wer das jetzt auf Deutschland bricht, ich habe, Hessen hat glaube ich 6,2 Millionen Einwohner.
Speaker: Also ist eigentlich der deutschsprachige, also der Schweizer deutschsprachige Comicmarkt hat eine potenzielle Käuferschaft von Hessen.
Speaker: Das ist ein sehr schöner Vergleich, den du vorbereitet hast.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Das habe ich selber gewundert.
Speaker: Ich habe gesagt, okay, vielleicht wie Baden-Württemberg.
Speaker: Baden-Württemberg hat ja 11 Millionen oder so.
Speaker: Wirklich, glaube ich, einen kleinen Markt.
Speaker: Ja, klar, es ist No Comic Land, ist deutschsprachige Schweiz, kann man schon so sagen, aber es stimmt nicht ganz.
Speaker: Ich meine, gemessen an der potenziellen Anzahl Leute, die überhaupt Comics kaufen können, von der Sprache her, ist es, glaube ich, gar nicht so schlecht.
Speaker: Das finde ich eine gute Aussage.
Speaker: Also ich kann es wirklich null einschätzen, aber wenn du es in der Relation, habt ihr dann auch doch schon recht viele Verlage dann auch wieder überlegt.
Speaker: Ich weiß gar nicht,
Speaker: Ich wüsste gar nicht, wie viele es in Deutschland gibt.
Speaker: Also, Sie meinen so viele Verlage?
Speaker: Nee, vergiss es.
Speaker: Ich glaube, da habe ich mich jetzt selber... Ich habe jetzt selber irgendwie den Großteil der kleinen Verlage vergessen, die wir in Deutschland haben.
Speaker: Das ist eine total bescheuerte Aussage.
Speaker: Vielleicht schneide ich die auch noch raus.
Speaker: Vielleicht auch nicht.
Speaker: Mal sehen.
Speaker: Interessant wäre ja zum Beispiel, wie viele Buchanlagen und Comic-Leben Hessen hat.
Speaker: Also, dann könnte sie jetzt mal in die Vergleichen...
Speaker: Ja gut, also das ist natürlich dann auch schwierig, weil du in Deutschland schon so Hotspots für Comics hast.
Speaker: Also du könntest auch genauso gut sagen, die Schweiz ist irgendwie anderthalb Mal Berlin.
Speaker: Aber wenn du das hochrechnest, dann ist Comic halt überrepräsentiert, weil wir in Berlin sehr viele Comicläden haben und auch wahnsinnig viele Comicschaffende.
Speaker: Du könntest wahrscheinlich auch genauso gut sagen, also ich glaube halt zum Beispiel Sachsen-Anhalt ist, was Comicläden angeht, relativ spärlich besetzt.
Speaker: Generell die ehemalige DDR.
Speaker: Und wenn du da diese Metrik anlegst, dann ist die Schweiz wahrscheinlich wiederum eine relativ starke Comicnation.
Speaker: Ganz so einfach ist es vielleicht nicht.
Speaker: Nee, ist es nicht.
Speaker: Ich habe einfach mal die Zahlen.
Speaker: Ja, aber es ist ein schöner Vergleich.
Speaker: Aber woran hast du das, machst du das dann irgendwas konkret im Fest, das du sagst?
Speaker: Dafür steht es eigentlich ganz gut da oder ist das einfach so ein Bauchgefühl, so eine Beobachtung aus deiner Praxis?
Speaker: Es ist ein Bauchgefühl.
Speaker: Weil, weil, äh,
Speaker: Ja, die Bundesländer.
Speaker: Das war für mich immer so.
Speaker: Dann auch bei Diskussionen über, wenn du im Verlag sagen oder erklären musst, warum du jetzt vielleicht nur so viele Exemplare für irgendwas verkauft hast, das immer mal erklären musst.
Speaker: Ja, es ist vergleichbar wie in Bundesland, in Deutschland.
Speaker: Und da sind dann halt die Absatzzahlen vielleicht auch nicht tausend, sondern nur hundert oder Zahl x. Deswegen bringe ich diesen Vergleich mit Bundesländern.
Speaker: Ich finde, es ist ein sehr guter Vergleich, wirklich.
Speaker: Aber klar muss man dann die Kaufkraft etc.
Speaker: eben ist es ehemaliger Osten, ist es Westen mit berücksichtigen.
Speaker: Aber ich finde, Hessen ist ja nicht ganz stabil, oder nicht?
Speaker: Hessen ist stabil.
Speaker: Also solange du nicht am Frankfurter Bahnhof landest, glaube ich, kann man es da ganz gut aushalten.
Speaker: Okay, wir sind jetzt sehr in mathematische und so betriebswirtschaftliche Kalkulationen und Überlegungen abgerutscht.
Speaker: Lass uns nochmal, bitte?
Speaker: Nein, überhaupt nicht.
Speaker: Ich habe ja nachgefragt.
Speaker: Ich finde das auch interessant und da müssen unsere Hörerinnen und Hörer jetzt auch mal durch.
Speaker: Das ist ja in Ordnung.
Speaker: Vielleicht sind ja auch ein paar Schweizer dabei, Schweizerinnen,
Speaker: die dazu Input geben möchten, wie sie denn ihre Comic-Nation wahrnehmen.
Speaker: Gerne Nachrichten schicken, freuen wir uns über die Zuschriften, interessiert uns als Verlag definitiv auch.
Speaker: Ich würde trotzdem sagen, wir knacken so langsam die Stundenmarker, dass wir uns nochmal ein paar leichteren Themen zuwenden und so langsam dann auch auf die Schlussfragen kommen.
Speaker: Ich frage inzwischen...
Speaker: So Comic-Profis, die etwas ladenähnliches haben, sage ich mal, gerne nach einem besonders schönen Erlebnis, nach einer Anekdote, die du vielleicht hast aus diesen fast 40 Jahren jetzt, ne?
Speaker: Ja, 38.
Speaker: 38 Jahren, wo du sagst, Mensch, das war eine richtig coole Sache.
Speaker: Weiß ja nicht.
Speaker: Irgendeine Reise, die dir besonders gut gefallen hat oder irgendetwas Berufliches oder auch Comic-Hobby-mäßiges, worüber du dich besonders gefreut hast.
Speaker: Oh, schau.
Speaker: So schwierig.
Speaker: Ja, weil es gibt ja nicht nur eins.
Speaker: Und dann ist immer die Überlegung, ja, was ist jetzt?
Speaker: Da hast du auch mehrere nennen natürlich.
Speaker: Ja, nee, also ich fand, ich finde...
Speaker: Signierungen fand ich immer toll, auch die ganzen Messen.
Speaker: Es gab ja früher in der Schweiz noch in Sierre das Festival de la bande dessinée.
Speaker: Das war, glaube ich, neben Angoulême dann im französischsprachigen Raum das zweitgrößte Festival, das wir hatten.
Speaker: War sehr französisch lastig, logischerweise, aber wir als deutsch-schweizer Auslieferung haben auch zusammen mit David Baser dann
Speaker: die Versuche gestartet, weil das war im Kanton Wallis und die sind auch deutschsprachig, da mal zu schauen, was da so machbar ist, ob man da überhaupt was verkaufen kann.
Speaker: Wir sind da ein paar Jahre hingefahren und da haben wir auch immer wieder Zeichner kennengelernt, weil das war immer sehr familiär und
Speaker: Dann als deutschsprachiger Comichändler oder Verlag war es, glaube ich, eh so ein Exot, sage ich jetzt mal, bei den Franzosen.
Speaker: Und dann auch tolle Leute kennengelernt.
Speaker: Geblieben daraus jetzt, um auf den Punkt zu kommen, ist Ptiluc, der Zeichner von Miasma Blues.
Speaker: Kennst du vielleicht vermutlich?
Speaker: Ehrlich gesagt nicht, nee.
Speaker: War bei Alpha Comic und bei Schreiber und Leser.
Speaker: Das ist absolut empfehlenswert.
Speaker: Könnte man sogar vielleicht wieder neu auflegen.
Speaker: Was für Splitter.
Speaker: Aha, aha, aha.
Speaker: Dirk kennt das sicher.
Speaker: Und dieser Deluxe, das war wirklich ein spezieller Typ, wie der so seine Signierung gemacht hat.
Speaker: Der hat immer mit Aquarellen seine Ratten gezeichnet und
Speaker: ganz schön und mit viel Liebe.
Speaker: Und zwischendurch hat es aufgeblitzt und das ist mir dann so geblieben.
Speaker: Da hat er wirklich schön gemalt und dann wollte der Leser das Comic schon wieder entgegennehmen und dann hat er so gesagt, ach da, also warte, jetzt kommt noch was.
Speaker: Und dann hat er dieses Ding genommen und so ein Kracher, so ein Feuerwerksteil
Speaker: reingelegt, angezündet, draufgestanden, als Bogen gemacht und das Teil war dann so, ja, speziell zerfetzt, sag ich mal.
Speaker: Okay, ja, klar.
Speaker: Aber, also war ein Unikat, ich meine, zu lesen, lesen kannst du es vielleicht nicht gerade mehr unbedingt, wie es eigentlich gedacht war, aber und das fand ich auch so speziell, dass er so Action-Signierung gemacht hat.
Speaker: Ja, cool.
Speaker: Das war was, das geblieben ist.
Speaker: Ja, ich,
Speaker: Und was auch speziell war, war mal ein Besuch bei HR-Giga.
Speaker: Ach was, ach so.
Speaker: Du warst mal, okay, was besucht man denn da genau?
Speaker: Sein Haus?
Speaker: Ich hatte von Achim Schnurrer, da hatte die Edition Kunst der Comics, wie hieß es, glaube ich, die HR-Giga-Kollektion rausgebracht, war so ein Pöpf.
Speaker: Portfolio mit Postkarten und ich musste dann ein paar Signierte bei Giga in Zürich abholen, weil ich in der Schweiz gelebt habe und in der Nähe von Zürich.
Speaker: Und dann hatte ich schon Respekt, weil ich kannte ja den nicht.
Speaker: Ich musste dann dem Herrn Giga anrufen und sagen, hallo, ich bin der Herr sowieso und habe einen Auftrag.
Speaker: Dann hat er gesagt, ja klar, kommen Sie vorbei.
Speaker: Und dann
Speaker: bin ich dann nach Zürich gefahren und habe geklingelt und hat Herr Giger die Türe aufgetan und mich auch reingelassen.
Speaker: Und da hat er so zwei Rheinland-Familienhäuser, glaube ich.
Speaker: Im einen war das Atelier, im anderen hat er gewohnt.
Speaker: Und dann kam es eben in seinen Essraum und da waren halt seine Gigerstühle und Tische und so.
Speaker: Aber ganz, ganz...
Speaker: Ganz speziell und witzig.
Speaker: Also war total lieb und interessant und damit so ist gezeigt und so.
Speaker: Das war auch so ein bleibendes Erlebnis.
Speaker: Ja, das kann ich mir vorstellen.
Speaker: Ich kann mir auch vorstellen, dass da viele Leute, die hier zuhören, ein bisschen neidisch jetzt sind.
Speaker: Also ich bin's auf jeden Fall.
Speaker: Oh, ich hätte es wohl besser nicht gesagt.
Speaker: Nein, doch, ist doch cool.
Speaker: Also das ist doch schön, dass du sowas zu sowas mal führst.
Speaker: Also ich bin mir jeder...
Speaker: Ich nehme dir das ja auch nicht übel oder sowas.
Speaker: Ist doch cool, dass du HLGGA mal betroffen hast.
Speaker: Meine Güte.
Speaker: Ja, es war ein schönes Zusammentreffen.
Speaker: Und ansonsten, ja, es ist in diesem Geschäft natürlich und in dem Zwischenhändler oder wenn du halt so ein bisschen länger dabei bist, war es immer schöner an diesem Verlagsessen in Erlangen oder an den Tisch zu setzen und einfach mal so hinzuhalten.
Speaker: hinter den Kulissen mit Leuten, Zeichnern, Übersetzern, Verlegern, einen netten Abend zu verbringen.
Speaker: Ich kann es auch nur empfehlen.
Speaker: Comicsalon Erlangen ist eine schöne Sache, wenn ihr es einrichten könnt.
Speaker: Liebe Hörerinnen und Hörer, kommt vorbei.
Speaker: Bist du dieses Jahr wieder dabei?
Speaker: Ja, ich bin dieses Jahr dabei.
Speaker: Dann treffen wir uns da doch sicherlich.
Speaker: Ja, hoffe ich doch.
Speaker: Das wäre doch ganz schön.
Speaker: Ich würde sagen, du und ich, wir biegen jetzt mal so langsam auf die Schlussfragen ab.
Speaker: Aber vielen Dank, dass du diese Anekdoten mit uns geteilt hast.
Speaker: Ich bin mir sicher, also wenn jetzt erboste Zuschriften kommen, dass du Giga getroffen hast und die Hörerinnen und Hörer nicht, dann nehme ich das auf meine Kappe und fetere das von dir ab.
Speaker: Keine Sorge.
Speaker: Aber ich bin mir sicher, dass das gegönnt wird.
Speaker: Bevor wir jetzt allerdings dann noch einmal einen Rausch durch Schlese-Empfehlungen und sonstige Empfehlungen kommen, wenn du möchtest, hast du natürlich noch die Gelegenheit zu einer Gegenfrage.
Speaker: Die Gegenfrage.
Speaker: Was mich interessieren würde, ist, ihr wart oder seid ja eigentlich berühmt, berüchtigt dafür, dass ihr Reihen immer wieder nachdruckt.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber irgendwann ist es, glaube ich, auch nicht möglich, alles nachzudrucken.
Speaker: Und mich würde interessieren, was für Kriterien habt ihr, um diese Nachdrucke, sage ich jetzt mal, zu rechtfertigen.
Speaker: Also jetzt bei ITAK zum Beispiel fehlen, glaube ich, im Moment zwei Bände.
Speaker: Ich weiß nicht, ob die nachgedruckt werden noch?
Speaker: Wahrscheinlich nicht.
Speaker: Also tatsächlich, einerseits geht es einfach um die Zahl der Vorbestellungen, weil es durchaus Serien gibt, die halt so gut nachgefragt werden, auch dauerhaft.
Speaker: Mythen der Antike zum Beispiel oder die Teenage-Mythen Ninja Turtles.
Speaker: Dass wir da einfach dann ab einem gewissen Punkt sagen, jetzt machen wir einen Nachdruck.
Speaker: Und in dem Moment, wo der Nachdruck das Lager trifft, ist schon ein Teil des Nachdrucks wieder aus dem Lager raus.
Speaker: Und das macht es dann ein bisschen einfacher zu kalkulieren.
Speaker: Dann gibt es natürlich, also es werden Serien, die noch fortgesetzt werden oder noch am Laufen sind, bevorzugt.
Speaker: Schiffbrüchigen von Itag wird es planmäßig nie wieder einen neuen Band geben.
Speaker: Die Nachauflagen, die werden halt am Leben erhalten Versuch von Titeln, von einer Serie, die gar nicht mehr lebt, so richtig.
Speaker: Das hat natürlich dann auch schon mal eine etwas niedrigere Priorität, muss man einfach sagen.
Speaker: Erste Bände sind immer super wichtig von Serien, die noch laufen.
Speaker: Bestimmte Reihen.
Speaker: Manchmal kommt es auch auf den Lizenzvertrag tatsächlich an.
Speaker: Für die Schlümpfe zum Beispiel haben wir einen Schirmvertrag.
Speaker: Da können wir nachdrucken, so viel wir wollen und wann wir wollen.
Speaker: Das ist dem Lizenzgeber vollkommen egal.
Speaker: Aber alles, was wir nicht lieferbar haben, ist dementsprechend direkt Geschäftsverlust.
Speaker: Alles, was nicht da ist, was wir nicht verkaufen können, ist halt doof.
Speaker: weil wir nicht für die Nachdrucke einzeln zahlen müssen.
Speaker: Im Umkehrschluss gibt es halt auch alte Serien, wo die Verträge einfach ausgelaufen sind.
Speaker: Wenn wir das nachdrucken wollen, müssten wir nochmal in Vorkasse gehen und teilweise ziemlich viel Vorkasse, um überhaupt das Recht zu haben, diesen Nachdruck zu machen.
Speaker: Das war historisch tatsächlich lange Zeit kein richtig großes Thema, weil viele französische Verlage einfach froh waren, dass ihre Titel überhaupt in Deutschland erschienen sind.
Speaker: Und dann hat man halt gesagt, ja, wir würden das gerne nachdrucken.
Speaker: Und dann kam die Rückantwort, ja, macht mal.
Speaker: Und dann hatte sich das.
Speaker: Aber Angela hatte es erwähnt, wenn man mit französischen Verlegern spricht oder mit Leuten, die im französischen Buchhandel sind, oder du wirst davon vielleicht auch hin und wieder was mitkriegen, das ist auch nicht mehr so einfach, wie es vor 10, 20 Jahren noch war.
Speaker: Und inzwischen gucken die recht genau darauf hin,
Speaker: wie sie ihr Geld zusammenkriegen.
Speaker: Und wenn wir halt sagen, wir möchten, ist jetzt bei ETAG nicht der Fall, das ist jetzt kein konkretes Beispiel, aber ich nehme es jetzt mal als Beispiel, wenn wir jetzt sagen, wir möchten ETAG 7 nachdrucken, 1000 Stück und dann sagen die, ja gut, das kostet dann so und so viele 100 oder 1000 Euro und dann rechnen wir halt, weil wir die Preise selber festlegen können, können wir halt exakt sagen, wie viele Exemplare wir verkaufen müssen, um das überhaupt wieder reinzukriegen und dann kommt man halt relativ schnell zu dem Punkt,
Speaker: Und wir drucken 1000 und ab dem 900.
Speaker: Exemplar machen wir überhaupt wieder Gewinn daran.
Speaker: Das 900.
Speaker: Exemplar von der Serie, die nicht mehr fortgeführt wird, das verkaufst du in 30 Jahren nicht.
Speaker: Ja, dieses Break-Even-Ding.
Speaker: weil es halt Möbius ist und irgendwie auch Kulturpflege und andere Titel, für andere neuere Titel würden wir das auch machen.
Speaker: Großer Indienschwindel zum Beispiel.
Speaker: Oder auch von Sherlock Holmes oder sowas.
Speaker: Aber vielleicht nicht für die Schiffbrüchigen von Itak.
Speaker: Nee, das verstehe ich.
Speaker: Aber zum Beispiel, es ist eine Challenge.
Speaker: Ich denke, Torgal zum Beispiel.
Speaker: Ja, so da ist dann, genau, Torgal fehlen natürlich auch ein paar Bände.
Speaker: Da ist dann eher der Umkehrschluss.
Speaker: Da gibt es halt so viel von
Speaker: wo fängt man da so richtig an?
Speaker: Und da ist halt auch die Vorbesteller, also Torgal, die früheren Bände oder viele Bände, die laufen so langsam nur noch vom Lager weg,
Speaker: das ist halt auch eine Kapitalbindung mit sehr, sehr langem Zeitraum, dem das dauern würde, bis das, und dann irgendwann ist PPM halt auch nicht happy darüber, ne, die haben dann da palettenweise Bücher stehen, wo in dem Moment, wo sie aufs Lager kommen, die wissen, okay, das sind jetzt zwei, drei Palettenbücher, die haben wir hier 20 Jahre stehen.
Speaker: Super.
Speaker: Mhm.
Speaker: Ja, noch ein Außenlager, noch ein Außenlager.
Speaker: Ja genau, das ist noch ein Außenlager und nochmal irgendwie, wenn das dann Leute bestellen, die ärgern sich dann halt auch, weil es zwei, drei Tage länger dauert, bis es bei ihnen ist, weil PPM das ganz dumm gesagt einfach aus einem Lager holen muss, was vielleicht nur alle drei Tage mal jemand besucht.
Speaker: Weil da halt Sachen drin liegen, die so langsam drehen, dass es eigentlich...
Speaker: Ja, reiner Kundenservice ist.
Speaker: Ich hatte das, vor kurzem gab es im Alfons, glaube ich, mal so eine Frage, die machen ja immer diese Verlagsreporte, dafür hatte ich es mal ausgerechnet.
Speaker: Wir haben eine Lieferbarkeitsquoche von über 95 Prozent.
Speaker: Über 95 Prozent aller Bücher, die jemals bei Splitter erschienen sind, sind noch lieferbar.
Speaker: Also die Lücken sind da und sie werden auch größer, aber sie sind im Vergleich wirklich minimal.
Speaker: Also ich glaube, das ist in Deutschland unabhängig von Comicbranche oder nicht eine wahnsinnig, wahnsinnig hohe Quote.
Speaker: Ja, das ist einzigartig.
Speaker: Wahrscheinlich einzigartig sogar.
Speaker: Klar, ich verstehe jeden Leser, jede Leserin, die sagt, Schiffbrüchung von ETAG 7 fehlt mir in meiner Sammlung aber noch und ich kriege es nur noch zu Mondpreisen irgendwie bei Ebay oder so.
Speaker: Natürlich, das finden wir auch doof.
Speaker: Wir würden das gerne ändern.
Speaker: Aber es geht halt nicht unbedingt und trotzdem muss man halt auf so einer mathematischen Ebene sagen, macht Splitter einen krassen Job und PPM auch.
Speaker: Also wir könnten das nicht ohne PPMs Unterstützung.
Speaker: Also Hut ab, das ist wirklich extrem.
Speaker: Was für ein Service er da bietet.
Speaker: Aber doch noch eine Frage jetzt dazu.
Speaker: Print on demand?
Speaker: Das entspricht nicht unseren Qualitätsvorstellungen.
Speaker: Das klappt nicht.
Speaker: Also auch nicht, wenn du sagst, okay, dafür ist die Reihe, jetzt nehmen wir jetzt ITTAC zum Beispiel, wenn jetzt jemand wirklich noch die vielen Bände will, Kompromiss machen wir.
Speaker: Da müssen wir wieder neue Verträge für machen und Zulieferer suchen.
Speaker: Das ist ein Rattenschwanz von Arbeit und auch ein richtiges Investment dafür, dass man dann damit nur Kundenservice macht.
Speaker: Damit Geld verdienen können wir nicht.
Speaker: Also dafür müsste der Verlag wirklich eine Menge Überschuss haben, wo man sagt, das investieren wir jetzt darauf, eine sehr kleine Gruppe von Kundinnen und Kunden glücklich zu machen.
Speaker: Wir reden ja noch nicht mal über dreistellige Zahlen.
Speaker: Also das sind zweistellige Mengen von Büchern, die dann da weggehen würden.
Speaker: Das ist für einen wirtschaftlichen Verlag kaum machbar.
Speaker: Das geht vielleicht für Eigenverlage oder für reine Hobbyverlage, kann man solche Lösungen finden, wenn die Lizenzgeber damit einverstanden sind.
Speaker: Aber für einen Verlag, der eigentlich halt auch gewinnorientiert arbeiten muss, schwierig.
Speaker: Schöne Idee, keine Frage, aber schwierig.
Speaker: Im Comic-Bereich.
Speaker: Muss noch ein paar Jahre dauern.
Speaker: Denn, also, ist vielleicht einfacher, wenn es Prosa-Text ist, ne, also ein schwarz-weißes Taschenbuch ist so viel einfacher in der Produktion als ein vollfarbiger Comic.
Speaker: Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen, was da für Welten ein Unterschied sind.
Speaker: Hör an.
Speaker: Okay, danke.
Speaker: Ja, klar, gerne.
Speaker: Ist eine super Frage, auch eine sehr berechtigte Frage.
Speaker: Ich hoffe, die Antwort ist auch für euch da draußen halbwegs zufriedenstellend.
Speaker: Aber damit, glaube ich, können wir jetzt guten Gewissens einmal in die Schlussfragen rein starten.
Speaker: Bist du bereit?
Speaker: Ich bin bereit.
Speaker: Ausgezeichnet.
Speaker: Also Matthias, deine drei Comics, Mangas, Graphic Novels oder Comicreihen, die du auf die sprichwörtliche einsame Insel mitnehmen würdest, was würdest du da einpacken?
Speaker: Also würde ich die Donjans mitnehmen.
Speaker: Ich würde Corto Maltese mit einpacken und die Katze des Rabbines.
Speaker: Denchans von Sfar ist das, oder?
Speaker: Katze des Rabbines, was ist das denn nochmal gewesen?
Speaker: Ja, ganz vielschichtig eben.
Speaker: Hauptfigur ist diese Katze des Rabbiners und die Tochter vom Rabbiner.
Speaker: Das ist philosophisch.
Speaker: Kann ich dir empfehlen, muss man mal reinschauen.
Speaker: Das Fahr ist eine große Lücke bei mir, genauso wie Trondheim.
Speaker: Das weiß ich selbst.
Speaker: Es ist ganz schlimm, dass ich davon bisher fast nichts gelesen habe.
Speaker: Nehme ich gerne mit.
Speaker: Aber Katze des Rabbiners, schau mal rein.
Speaker: Ja, nehmt schon.
Speaker: Danke für den Tipp.
Speaker: Ja, schön, wirklich schön.
Speaker: Sehr hübsche Empfehlung auf jeden Fall.
Speaker: Bisschen Klassik, bisschen was Moderneres auch, aber alles recht anspruchsvoll.
Speaker: Findest du?
Speaker: Ja, gut, Donjon vielleicht jetzt nicht so sehr.
Speaker: Oder Donjon.
Speaker: Ja, Donjon, da gebe ich es zu, da habe ich auch noch nicht alles gelesen.
Speaker: Da wäre einfach so mal ein Ding, dann habe ich Zeit und nicht da, weil das ist ja auch... Das ist auch eine Menge.
Speaker: Ja, eine Menge und verschiedene Zeitebenen und bla und ja.
Speaker: Das Fahrrad ist auch unfassbar produktiv.
Speaker: Kann man sich eigentlich kaum vorstellen.
Speaker: Ja, aber das ist ja dann auch qualitativ sehr unterschiedlich.
Speaker: Ja, der Stil ist recht grob.
Speaker: Das kann man, glaube ich, so sagen.
Speaker: Aber das ist, glaube ich, auch getrieben.
Speaker: Der kann nicht anders.
Speaker: Also Trondheim ist ja auch ziemlich getrieben.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, nee, schöne Auswahl.
Speaker: Eine etwas komplizierte Frage.
Speaker: Ein Comic, den es noch nicht gibt, aber es sollte diesen Comic unbedingt geben.
Speaker: Wie auch immer du das jetzt interpretierst, was wäre das für ein Comic?
Speaker: Es wäre kein Comic in dem Sinn.
Speaker: Was ich toll fände, wäre der kleine Brockhaus in Comicform.
Speaker: Kleine Brock?
Speaker: Enzyklopädie?
Speaker: Ja, ja, das Lexikon.
Speaker: Das gab es früher.
Speaker: Okay.
Speaker: Und dann greife ich halt vor, von welchem Team.
Speaker: Ich würde sagen, wenn da jetzt Trondheim, Ralf König, Walter Mörs und S.V.
Speaker: zum Beispiel so das...
Speaker: Redaktionsteam werden und die können dann noch Zeichnungen dazu nehmen.
Speaker: Fände ich das ganz spannend, wenn die das umsetzen würden.
Speaker: Und dann für jedes Schlagwort eine Zeichnung?
Speaker: Ja, eine Geschichte gleich.
Speaker: Eine Geschichte?
Speaker: Ja, das wäre ein Riesenklopper, logisch.
Speaker: Okay.
Speaker: Wow.
Speaker: Ja, digital ist gewährlich.
Speaker: Das wäre dann wirklich wie ein Papier.
Speaker: Lexikon Wissen.
Speaker: Was für ein Konzept, ey.
Speaker: Ja, aber vielleicht ein Konzept.
Speaker: Aber mit so einem leicht humoristischen Touch, ja?
Speaker: Also bei der Auswahl.
Speaker: Cue, ja, hübsch.
Speaker: Okay, diese Antwort hätte ich, glaube ich, nie erwartet.
Speaker: Aber das finde ich fantastisch.
Speaker: Okay, aber sorry, aber was genau stellst du dir jetzt als Mehrwert davon vor?
Speaker: Unterhaltung oder?
Speaker: Also sicher wäre es unterhaltsam und einfach...
Speaker: Ich hatte als Jugendlicher einen kleinen Brockhaus und habe den gerne gelesen, eigentlich so für Wissensaneignung.
Speaker: Also das...
Speaker: Gut, nein, klar.
Speaker: Also ich wollte es gar nicht kritisieren, aber hübsch, ja.
Speaker: Ewig keine Enzyklopädie mehr in der Hand gehalten.
Speaker: Gut, die Frage nach dem Kreativteam hast du jetzt schon ein bisschen beantwortet.
Speaker: Willst du trotzdem noch ein zweites zusammenstellen oder reicht dir das?
Speaker: So zusammen würden wir das, glaube ich, ausreichen.
Speaker: Das ist auch ein ausreichend umfangreiches Projekt, glaube ich.
Speaker: Das kann man so stehen lassen.
Speaker: Zeichner und Szenaristen.
Speaker: Der kleine Comic-Brockhaus.
Speaker: Wunderbar.
Speaker: Dann machen wir einen kleinen Werbeblock.
Speaker: Empfiehle uns doch gerne einen Comic aus dem Splitter-Programm.
Speaker: Oder mehrere, wenn du möchtest.
Speaker: Aber irgendwas von uns, was dir richtig gut gefallen hat.
Speaker: Ja, ich wiederhole mich jetzt da, weil Anshara hat es auch schon gesagt, also Ladies with Guns finde ich ganz toll.
Speaker: Ja, schon, ja.
Speaker: Dann, was mir gefallen hat, ist Wiedersehen mit Comanche.
Speaker: Ich bin sonst eigentlich gar nicht Western, aber das hat bei mir in die Lust ausgelöst, vielleicht sogar mal Comanche zu lesen.
Speaker: Ich habe mir das jetzt mal zur Seite gelegt.
Speaker: Ja.
Speaker: Und kürzlich auch gelesen habe ich noch Frontier und das fand ich auch toll.
Speaker: Ja, Frontier ist ein toller, toller, toller Band.
Speaker: Mhm, mhm.
Speaker: Leider immer noch ein bisschen unterm Radar.
Speaker: Also ist in Ordnung.
Speaker: Ja, es ist halt auch ein anspruchsvolles Buch.
Speaker: Es ist großer Sci-Fi-Klopper, teures Buch.
Speaker: Gibi und Dick.
Speaker: Aber glaubt mir, liebe Hörerinnen und Hörer, da mal reinzugucken, lohnt sich.
Speaker: Und wenn man Western mag, dann lohnt sich auch mal ein Blick in Comanche oder Comanche.
Speaker: Ich persönlich habe es nicht zu Ende gelesen, gebe ich ganz offen zu.
Speaker: So Hardcore-Western, also Ladies with Guns finde ich unterhaltsam, mag ich gern.
Speaker: Mhm.
Speaker: Gerne Western lese ich gerne, aber Comanche ist mir dann doch ein bisschen... Ich respektiere, dass das wegweisend war, aber ich muss es deshalb ja nicht jetzt nochmal lesen unbedingt.
Speaker: Sag ich mal so.
Speaker: Vielleicht werde ich dafür jetzt auch geteert und gelünscht.
Speaker: Kann sein.
Speaker: Egal.
Speaker: Machen wir lieber schnell weiter.
Speaker: Empfiehle uns doch gerne etwas, was dich in letzter Zeit begeistert hat.
Speaker: Ein Buch, ein Film, eine Serie, ein Spiel.
Speaker: Irgendeine kulturelle Empfehlung im weitesten Sinne.
Speaker: Ich wähle da ein Buch, weil Game tue ich eigentlich praktisch nicht.
Speaker: Ja, Serien schauen eigentlich auch nicht so.
Speaker: Gelesen habe ich von Henrik Seabold, Schattenkrieger.
Speaker: Das ist ein Thriller.
Speaker: Die Geschichte, da geht es um einen ehemaligen Elite-Soldat, der im jetzigen Leben einer im Imbiss stand in Hamburg, St.
Speaker: Pauli und ist eigentlich noch undercover als Auftragskiller unterwegs.
Speaker: Die ganze Story spielt in Japan, Hamburg, es geht um Liebe, Verrat, natürlich
Speaker: Martial Arts, hat eine gewisse Brutalität, aber hat mir sehr gefallen.
Speaker: Was ich da nicht wusste, ist, dass der auch einen Comic gemacht hat bei Karten Verlag, Karten Verlag, glaube ich, Tokyo Detektiv Comic, ist ein Kindercomic, also fand ich noch speziell.
Speaker: Aber Schattenkrieger fand ich ein sehr unterhaltsamer, guter Action, Thriller, wie man ihn sagen will.
Speaker: Ja, klingt unterhaltsam.
Speaker: Also da ist vieles drin.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Ich glaube, so ein Buch wurde hier noch nie empfohlen.
Speaker: Also du brichst hier echt neue Bahnen auf.
Speaker: Cool.
Speaker: Ja.
Speaker: Nee, ist doch super.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Und dann kommen wir jetzt zur letzten Frage, die ich ein bisschen umformuliert habe.
Speaker: Ich habe jetzt den Nerd...
Speaker: rausgenommen und habe die Frage formuliert als, wenn du einen Wunsch hättest für Bezug auf dein Hobby oder auf ein Hobby, es muss nicht unbedingt das Hobby-Cobby sein, aber wir alle haben ja irgendwelche Leidenschaften und Passionen, wenn du einen Wunsch mit Bezug auf eins deiner Hobbys frei hättest, was würdest du dir wünschen?
Speaker: Egal wie groß, egal wie klein, ob für dich, ob für die ganze Hobby-Gemeinschaft, was wäre das?
Speaker: Hm.
Speaker: Ist nicht unbedingt einfacher geworden, die Frage, aber vielleicht ein bisschen weniger klischeehaft.
Speaker: Klischeehaft.
Speaker: Also ich spiele liebend gerne Betang, also Bull.
Speaker: Ah, hübsch, ja.
Speaker: Ja, die alten Knacker sind da... Sie grüßen, ja.
Speaker: Sie grüßen von der Seitenlinie.
Speaker: Und ich spiele das hauptsächlich dann hier in Zürich.
Speaker: Und was wir nicht haben, ist ein Bullodrom, also ein...
Speaker: Frankreich gibt es dann zum Teil gedeckte Hallen und Zürich hat leider immer noch keine gedeckte Halle.
Speaker: Das heißt, so im Winter, wenn es jetzt kalt ist, ist es halt ein bisschen schwieriger, dieses Hobby ausüben zu können in Zürich.
Speaker: Also man kann es, ist natürlich im Wetter abhängig, aber glaube ich, wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir jetzt hier in Zürich so eine Halle wünschen.
Speaker: Das finde ich ein Wunsch.
Speaker: Ja, wäre es vielleicht sogar immer mal geben.
Speaker: Ja, ich drücke dir Daumen.
Speaker: Also ich kann, glaube ich, von hier aus wenig daran ändern, ehrlich gesagt.
Speaker: Keine Connections zu irgendwelchen Immobilien-Tycoons?
Speaker: Ich wünschte, aber ich glaube, dann würde ich vielleicht nicht hier sitzen.
Speaker: Wenn ich Zürcher Immobilien-Tycoons so gut kennen würde, dass ich denen ein Projekt unterschieben kann, wäre ich vielleicht woanders jetzt gerade.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber das ist genau so ein Wunsch, wie ich mir diese Frage vorgestellt habe.
Speaker: Vielen lieben Dank und ich drücke dir Daumen dafür.
Speaker: Danke.
Speaker: Matthias, ich drücke, äh Quatsch, ich drücke dir auch die Daumen, nein, ich danke dir auch dafür, dass du hier warst.
Speaker: Das war eine sehr schöne Folge.
Speaker: Vielen Dank für die Einblicke in deinen Alltag und in deinen Chef.
Speaker: Ja, bitte gerne geschehen.
Speaker: Danke für die Einladung.
Speaker: Sehr, sehr gerne.
Speaker: Sehr, sehr gerne.
Speaker: Wenn ihr noch Fragen dazu habt oder Kritik, Wünsche, Anregungen zum Podcast, immer gerne an splittercast.splitter-verlag.de.
Speaker: Ich verlinke euch natürlich die Kaktus-Auslieferung eurer Website mal in den Shownotes.
Speaker: Aber ich glaube, wenn ihr in der Schweiz seid, kennt ihr die schon und wenn nicht, dann könnt ihr damit tatsächlich gar nicht so viel anfangen.
Speaker: Könnte ich mal so vorstellen, aber vielleicht war es ja trotzdem mal ein interessanter Einblick.
Speaker: Wir haben jetzt drei Folgen mit Schweizer Bezug gehabt.
Speaker: Das war dann jetzt auch das Ende dieses kleinen Exkurses fürs Erste.
Speaker: Mich würde natürlich interessieren, was euch sonst noch so interessiert.
Speaker: Das könnt ihr uns auch gerne schreiben.
Speaker: Auch auf den sozialen Netzwerken, Edge Twitter Verlag sind wir überall.
Speaker: Und lasst uns natürlich auch gerne Bewertungen da, wo auch immer ihr diesen Podcast hört und empfehlt uns weiter.
Speaker: Matthias, ich wünsche dir noch einen ganz wunderbaren Abend.
Speaker: Danke, gleichfalls.
Speaker: Alles Gute für die Zukunft und dann sehen wir uns beim Comics-Salon in Erlangen im Sommer.
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Bis dahin.
Speaker: Eine gute Zeit.
Speaker: Danke.
Speaker: Ciao.


