Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zum Splittercast, dem Podcast von und mit dem Splitter Verlag, Bielefelds bestem Comic- und Manga-Verlag.
Speaker: Mein Name ist Max und in diesem Podcast spreche ich mit Macherinnen und Machern aus der deutschsprachigen Comicszene.
Speaker: Heute habe ich Lukas R. Wilde im Gespräch, einen Comicwissenschaftler, Medienwissenschaftler aus Trondheim, also ziemlich weit weg von hier.
Speaker: Ich habe Lukas eingeladen, um mal wieder mit einem Wissenschaftler zu sprechen, der das Comic-Thema vor der Brust hat.
Speaker: Die Folge mit Vero Sina ist ja schon eine längere Weile her.
Speaker: Aber viele von euch fanden das sehr interessant und ich ehrlich gesagt auch.
Speaker: Und dann dachte ich, vielleicht ist es mal wieder Zeit, ein bisschen das Niveau des Podcasts auf ein akademisches zu heben.
Speaker: Und das hier ist dabei rausgekommen.
Speaker: Nein, das Gespräch war sehr kurzweilig und sehr einsichtsreich.
Speaker: Ich habe viel dazugelernt, viel für meine eigene Leseliste dazu bekommen.
Speaker: Aber Lukas war auch einfach ein toller Gesprächspartner, der das ganze Thema sehr einsteigerfreundlich gestaltet hat.
Speaker: Wir sprechen über die Gesellschaft für Comicforschung, wo er Mitvorstand ist und wo ihr vielleicht auch mal einen Blick drauf werfen könntet, wenn ihr an akademischer Arbeit mit und über Comics interessiert seid.
Speaker: Wir sprechen über KI, wir sprechen über seine Forschung,
Speaker: Forschungsinteressen über Webtoons und über Manga und eigentlich über so ziemlich alles, was das Herz begehrt.
Speaker: Ich hoffe, ihr habt bei der kommenden Folge genauso viel Spaß, wie ich bei der Aufnahme hatte.
Speaker: Und deshalb wünsche ich euch jetzt einfach mal ganz viel Spaß mit Splittercast Folge 78 mit Lukas R. Wilde über Comicforschung und die Komfort.
Speaker: Guten Morgen, Lukas.
Speaker: Herzlich willkommen im Splittercast.
Speaker: Schön, dass du da bist.
Speaker: Grüße gehen Faust-Bielefeld nach Trondheim.
Speaker: Genau, nach Norwegen.
Speaker: Hi.
Speaker: Hattest du bisher einen guten Morgen?
Speaker: Ja, sehr schön.
Speaker: Die Sonne scheint hier wieder.
Speaker: Wir hatten im August lange einstellige Temperaturen, aber jetzt geht es wieder ein bisschen höher.
Speaker: Oh Gott, das ist ja eine Katastrophe.
Speaker: Naja gut, aber da muss man wahrscheinlich mit leben, wenn man im Norden von Norwegen sich ansiedelt, ne?
Speaker: Ich glaube, wenn man da mit kaltem Wetter und Regen nicht glücklich wird, dann hat man kein gutes Leben mehr.
Speaker: Ja, gut.
Speaker: Kommen wir ja vielleicht noch zu, wie es sich dahin verschlagen hat.
Speaker: Wir reden heute über deine Arbeit als Wissenschaftler, als Comicwissenschaftler, als Medienwissenschaftler.
Speaker: Muss man ja eigentlich sagen, Comic ist ja nur eins von deinen Interessensgebieten.
Speaker: Und ich möchte mit dir gerne ein bisschen über die COMFOR reden.
Speaker: Die Gesellschaft für Comicforschung.
Speaker: Vielleicht hat der ein oder andere von euch da draußen, liebe Hörerinnen und Hörer, das Wort schon mal gehört oder ist darüber gestolpert oder ist vielleicht sogar, vielleicht hören ja ein paar von deinen KollegInnen auch zu, weiß ich nicht, so genau kenne ich meine Hörerschaft jetzt nicht.
Speaker: Bevor wir darin einsteigen, aber starte ich natürlich mit meiner klassischen Kennenlernfrage, nämlich der Frage, wie du eigentlich zum Comic gekommen bist.
Speaker: Wie hat dieses Thema für dich angefangen?
Speaker: Gab es da ein Erweckungserlebnis?
Speaker: Weißt du noch, was dein erster Comic war oder deine ersten Comics?
Speaker: Überhaupt nicht.
Speaker: Überhaupt nicht.
Speaker: Ich weiß, ich habe immer schon Comics gelesen mit meinem Bruder zusammen und
Speaker: hatte da dann halt die ganzen verschiedenen Phasen so in diesen Lebensabschnitten.
Speaker: Dann waren es erst natürlich so lustige Taschenbücher und dann Karl Barks und dann Rosa, dann gab es irgendwie, dann kam bei meinem Bruder die Manga-Phase, bei mir fingen irgendwann die Superhelden an, dann ist man in die Webcomics eingestiegen, so das kann ich so ein bisschen biografisch bei mir abblättern, welche Comicbegeisterung vorgeherrscht hat, also
Speaker: Wenn wir mit den Eltern in Urlaub gefahren sind, haben wir immer hinten gesessen und dann Comics für die Fahrt bekommen, um uns da rückzustellen.
Speaker: Da kann ich mich auch noch dran erinnern.
Speaker: Genau, und dann ist das ein bisschen aber eher eingeschlafen, als ich mit dem Studium dann angefangen habe.
Speaker: Das war dann eher Filmwissenschaft, Medienwissenschaft und so weiter.
Speaker: Und ich habe das aber als Leidenschaft immer so ein bisschen eindringen und einschmuggeln wollen, dann im Filmseminar nach Hausarbeit mal zu schreiben.
Speaker: Das war meine erste Hausarbeit, glaube ich, genau.
Speaker: Und ja, um dann zu merken, naja, man kann da sozusagen von der Seite rein, von der Medienwissenschaft auch immer wieder Comic-Themen unterbringen.
Speaker: Das war damals halt noch ganz unüblich gewesen, als ich studiert habe, das war ab 2006 so, gab es noch sehr, sehr wenig.
Speaker: Und dann so zehn Jahre später gab es dann halt diesen langsam, aber immer stärker werdenden Boom auch von Comic-Forschung an Unis.
Speaker: Und dann habe ich gemerkt, dass ich da ein bisschen von meiner
Speaker: meinem Wissen und meiner Leidenschaft kapitalisieren kann sozusagen und ein bisschen auch die Comic-Forschung in den Medienwissenschaften bespielen kann.
Speaker: Also so ein bisschen Fall von zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder würdest du sagen, dass... Für mich persönlich biografisch auf jeden Fall, da bin ich ganz glücklich mit.
Speaker: Genau und
Speaker: Ja, jetzt in den letzten fünf Jahren gibt es halt diesen massiven Boom, international halt auch im englischsprachigen Raum, von Handbüchern und Einführungsbüchern, Comicforschung, Comicstudies und so weiter.
Speaker: Also 2010 konnte man die an einer Hand abzählen.
Speaker: Das war jetzt gerade in den letzten zehn Jahren, glaube ich, eine Phase, wo das sehr expandiert ist.
Speaker: Das ist sehr schön.
Speaker: Hast du eine Erklärung, woran das liegt?
Speaker: Also ich kann jetzt natürlich nicht antizipieren, ob unsere Zuhörerinnen und Zuhörer hier das auch so mitbekommen.
Speaker: Ich kriege es nur am Rande mit, weil es mit meiner verlegerischen Arbeit wenig zu tun hat.
Speaker: Aber irgendwie wird es ja einen Grund dafür geben, für dieses gesteigerte Interesse.
Speaker: Ja, also erstmal kann man ja sagen, es ist überraschend, dass es so spät kommt, weil Filmstar-Dies und sowas ist schon ganz, ganz lange etabliert.
Speaker: Und einer der Gründe ist wahrscheinlich, dass Comics natürlich jetzt in diesen ganzen Transmedialen Netzwerken halt ja wahnsinnig zentral geworden sind, auch in den letzten 15 Jahren, wenn man so auf die Marvel-Sachen, MCU schaut, auf Netflix, wie viele Serien und so weiter auf Comics basieren und so weiter.
Speaker: Da hat die ökonomische Bedeutung nicht von Comics selbst, aber von Comics in der weiteren Medienlandschaft ja enorm zugenommen.
Speaker: Obwohl man Manga, Anime schaut und so weiter.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ja, auch von Studi-Seite natürlich gibt es irgendwie jetzt sehr viel mehr Manga-LeserInnen, zum Beispiel Fans, irgendwie als vor 15 Jahren oder sowas.
Speaker: Von daher würde ich sagen, hat das eher ein bisschen angezogen und sich angepasst sozusagen an die weitere Wissenschaftslandschaft.
Speaker: Game Studies ist auch schon länger ein Bereich, hat sehr geboomt, ja, schon vor 15 Jahren und so.
Speaker: Also da zieht Comic-Forschung oder als Thema, als kulturwissenschaftliches Thema einfach ein bisschen nach, würde ich sagen.
Speaker: Gibt es denn in der Comic-Forschung, wenn du das Thema Manga jetzt gerade schon ansprichst, denn das ist was, was uns im Verlegerischen immer sehr beschäftigt, gibt es da eine...
Speaker: Trennung, sage ich mal, zwischen den großen Strömungen, franco-belgisch, US-amerikanisch, asiatisch oder wird das gerne einfach so, weil es ja alles derselbe mediale Mechanismus ist, in einen Topf geworfen oder wird da versucht, explizit keine Trennung vorzunehmen?
Speaker: Wie nimmst du das wahr?
Speaker: Ich glaube, eine Differenzierung ergibt sich ganz so pragmatisch und praktisch einfach über die Expertisen, die man halt so mitbringt.
Speaker: Und sehr viele KollegInnen, sage ich mal,
Speaker: würden klar sagen, na ja, zum Beispiel mit Superhelden kenne ich mich halt irgendwie gar nicht aus, sondern jetzt eher mit franco-belgischen Sachen.
Speaker: Und mit Mangas ist es natürlich noch stärker so, dass es vor allen Dingen erst mal die Apandologie war, die sich da so standesgemäß quasi gerufen gefühlt hat und in der Pflicht gefühlt hat, auch was zu Manga und Anime zu sagen natürlich.
Speaker: Und dann gab es halt wenige Vorreiter in Jacqueline Berndt war da irgendwie, ist immer noch ganz wichtig, ähm,
Speaker: Im deutschsprachigen Bereich, aber auch international.
Speaker: Und ich würde sagen, es gibt eine recht kleine Schnittmenge von so 30 bis 50 Personen weltweit, die so dieses Thema Japanologie, Manga, Anime als medienwissenschaftlichen
Speaker: Forschungsbereich bespielen und halt auch ein bisschen die japanische Texte lesen können, übersetzen können und so weiter und das dann wieder in die weitere Comic-Forschung reintragen.
Speaker: Also ich würde es eher so ein bisschen als Dialog sehen von Expertisen, Wissen, was man mitbringt, was man voneinander lernen kann und da sind bestimmte Comic-Bereiche halt einfach besser abgedeckt als andere so.
Speaker: Gut, das speist sich so ein bisschen einfach daraus, was die Leute selber kennen schon.
Speaker: Es ist ja auch ein unfassbar weites Feld.
Speaker: Also das kennen wir als Fans, als Leserinnen und Leser ja selber, dass man gar nicht alles kennen und alles konsumieren oder wahrnehmen kann.
Speaker: Das ist ja in der Wissenschaft wahrscheinlich genauso.
Speaker: Ganz genau, ja, ja.
Speaker: Also
Speaker: Jetzt als Medienwissenschaftler, ich habe ja eh schon immer meinen Stress, sage ich mal, die ganzen, die wichtigen Filme und die wichtigen Serien des Jahres immer ein bisschen zu folgen.
Speaker: Bei Spielen will man nicht komplett den Anschluss verlieren, was gerade wichtige Videospiele sind,
Speaker: Comics irgendwie in allen Spielarten, was beim Eisenhann-Nomit wird.
Speaker: Also alleine ein bisschen hinterherzukommen, dass man weiß, was man nicht weiß, ist eine sehr, sehr große Aufgabe.
Speaker: Ich bin sehr froh, dass ich wenigstens kein Literaturwissenschaftler bin und nicht diese ganzen dicken Romane immer noch lesen muss.
Speaker: Ja, das ist eine sehr offene, sehr ehrliche Antwort, finde ich super.
Speaker: Woran bemisst sich denn in dem Kontext, was wichtig ist?
Speaker: Du hast gerade schon den Eisner Award angesprochen, den Oscar der Comicbranche.
Speaker: Klar, Sachen, die preisgekrönt sind, bieten sich dann immer schon mal an.
Speaker: Aber du hast jetzt gerade auch schon angeklicken lassen, dass Comics gerade im Kontext dieser...
Speaker: Marvel-Manie, dieser wahnsinnigen wirtschaftlichen Bedeutung von Marvel-Filmen, die zumindest zeitweise ja existierte, dann irgendwie vielleicht ja keinen Fokus gerückt sind.
Speaker: Was sind denn so, denn auch das ist was, was die Hörerinnen und Hörer definitiv beschäftigt, was sind denn so die Sachen, die man im Jahr gelesen haben sollte, die die gut verkauft haben, die die Preise gewonnen haben, die
Speaker: weiß ich nicht, die von WissenschaftlerInnen wie dir irgendwie begeistert aufgenommen werden?
Speaker: Ich glaube, erstmal hat man einfach sein Forschungsfeld und seine Forschungsprojekte.
Speaker: Und die muss man ja abdecken in Einführungskursen zum Beispiel.
Speaker: Dann gibt es irgendwie Konferenzen, wo man bestimmte Themen bespielt.
Speaker: Und da ist es halt wichtig, dass alle ForscherInnen einfach von einem anderen Hintergrund kommen.
Speaker: Also wenn ich jetzt, ich sag mal, die erste grobe Trennung wäre sozusagen eher jetzt literaturwissenschaftlich orientierte Forschung, die dann natürlich eher so an Graphic Novels, Erinnerungskultur, was weiß ich, DDR jetzt im Comic, Verarbeitung von Zeitgeschichte und Gedächtnis interessiert ist, okay.
Speaker: Und dann natürlich auch eher so literaturwissenschaftliches Vokabular hat, da geht es um Autobiografie, Journalismus natürlich auch, journalistische Themen, Comicjournalismus.
Speaker: Das auf der einen Seite und dann hat man eher so im englischsprachigen Raum, im angelsächsischen Raum, ist vielleicht eher der Bereich von Medienlandschaft und Fernkultur, Partizipation, Industrie.
Speaker: Das kommt aus den Cultural Studies.
Speaker: Also was wird gemacht mit den Comics?
Speaker: Welche Gruppen bilden sich da rum?
Speaker: Welche Diktitäten werden da irgendwie verhandelt?
Speaker: Fernbereich ist da ganz auch wichtig.
Speaker: Und dann habe ich natürlich einen ganz anderen Gegenstandsbereich, weil ich dann eher überhaupt erst das Interesse an populären Franchises entwickle, um das eben auch zu vergleichen, als wenn mich jetzt eher vielleicht interessiert, wie ein bestimmter Künstler oder eine Künstlerin jetzt ein
Speaker: Thema Jugenderinnerung in irgendeiner Kindheitserinnerung verhandelt.
Speaker: Ich glaube, darüber können wir auch noch ein bisschen sprechen, dass es Comicforschung ja so nicht gibt.
Speaker: Jetzt wurde gerade erst die erste Professur für Comicforschung ausgeschrieben in Stuttgart in der Merzakademie.
Speaker: Das wird ganz spannend, wie die besetzt sein wird.
Speaker: Aber erst mal kommt jeder aus einem anderen Feld.
Speaker: Da hat man halt irgendwie seine...
Speaker: seine Projekte und seine Aufgaben halt einfach auch in Lehre.
Speaker: Und für mich ist jetzt zum Beispiel
Speaker: Wenn mich jetzt interessiert, so Transmediales erzählen, also wie man die ähnliche Figuren, Geschichten, Themen jetzt in verschiedenen Medienformaten überspielt, kann ich halt sehr gut zeigen, wie jetzt zum Beispiel Comics sehr oft eine Vorlage sind für Stoffe, die selber gar nicht so wahnsinnig viel gelesen werden, aber sich jetzt bestimmte Leseweisen, Strategien, Protokolle, kann man sagen, halt irgendwie im Comic auskonventionisiert haben und dann jetzt in die weitere Medienlandschaft überwechseln.
Speaker: so wie dieses Worldbuilding und Multiverses haben wir jetzt die ganze Zeit.
Speaker: Das war ein ganz kurioses Comic-Thema, was aber jetzt irgendwie, ich sehe ja bald keine Serie mehr, wo nicht irgendwie ein Multiversum vorkommt.
Speaker: Ja, die...
Speaker: Serien, das sind dann irgendwie fast alle, tun wir alle irgendwie.
Speaker: Videospiele wird es dann ein bisschen ausdifferenzierter, da sind dann ein paar sehr dabei, andere nicht.
Speaker: Und bei Comics ist dann schon eher ein Spezialthema, aber ich habe in jedem Raum auch immer Studis dabei, in Deutschland und in Norwegen, das sind Männer, sozusagen, die natürlich ein wahnsinnig großes Fachwissen über zum Beispiel Manga-Serien oder Superhelden haben.
Speaker: Und damit kann man dann natürlich auch wieder ganz interessant arbeiten, gerade wenn man zeigen will, wie so Medienleseweisen konventionalisiert sind, also wie wir alle natürlich in so amerikanischen Medienkulturen groß geworden sind, aber halt zum Beispiel nicht mit Mangas.
Speaker: Das sind dann manche, für die das ganz, ich sag mal, normal ist in Anführungszeichen, also die darin sozialisiert wurden, die das als ihre Medienkultur sehen und andere halt gar nicht.
Speaker: So und da kann man dann irgendwie schön zeigen, wie solche Ästhetiken und so weiter ganz, ganz etabliert sein können, wie man die gar nicht mehr wahrnimmt so oder wie man irgendwie auch überhaupt nicht weiß, warum verwandeln sich jetzt die Figuren dann irgendwelche Chibi-Wesen oder so.
Speaker: Ja, das rekurriert so ein bisschen auf das, was hier im Podcast auch mal wieder aufkommt, dass man Leuten das Comiclesen nicht nur nahelegen, sondern auch beibringen muss, dass es ein Skill ist, den man nicht in die Wiege gelegt bekommt und wo sich dann immer die Frage anschließt, womit macht man das eigentlich am besten, aber da gibt es verschiedene Antworten für.
Speaker: Das heißt aber, du würdest dich selber jetzt auch gar nicht auch als Comicwissenschaftler bezeichnen?
Speaker: Oder was für einen Titel würdest du dir da selber geben?
Speaker: Ja, ich bin Medienwissenschaftler.
Speaker: Medienwissenschaftler.
Speaker: Und andere Kolleginnen sind halt eher Literaturwissenschaftlerinnen, eher Panologien oder Kunstwissenschaftlerinnen und so weiter.
Speaker: Comicforschung ist ein Forschungsfeld im Moment, wo man sich trifft.
Speaker: und seine Perspektiven einbringt und voneinander lernt, auch von den Fragen lernt, die man stellt, von den Begrifflichkeiten, die man an den Comic stellt.
Speaker: Und bestenfalls kann man, also so Import und Export, kann man da wieder was raus exportieren und kann jetzt was an Animationsfilmen oder Filmen oder so ein bisschen besser verstehen, erklären oder andere Fragen stellen.
Speaker: Für mich ist das wirklich so ein Meeting-Place.
Speaker: Gut, ist ja auch in sich irgendwie ein multimediales Medium wieder, also da finden ja mehrere Sachen parallel statt immer.
Speaker: Total, man hat natürlich die Bildebene, man hat sozusagen die Textebeneration, man kann Comics als Medien sehen, wenn man dann eher schaut, was für eine Rolle spielt, das jetzt auf dem Handy zu lesen, digitalisiert oder nicht.
Speaker: Oder Webcomics ist für mich ein wahnsinnig spannendes, wichtiges Medienwissenschaftliches Forschungsfeld irgendwie.
Speaker: Es ist ja auch klar, dass sich jetzt Literaturwissenschaftler nicht so mit so Four-Panel-Strips, Funny-Strips so sehr auseinandersetzen.
Speaker: Da ist jetzt mit Erzählungen, mit großen Erzählbegriffen,
Speaker: Vielleicht nicht so viel zu machen wie jetzt über populäre Serialität oder sowas.
Speaker: Du bist aber ja tätig, du bist sogar Mitvorstand in der Gesellschaft für Comicforschung.
Speaker: Genau.
Speaker: Ist das ein eingetragener Verein?
Speaker: Ich habe es gerade gar nicht mit dir.
Speaker: Ja, seit 2014.
Speaker: Also gegründet schon 2005.
Speaker: Das heißt, wir haben jetzt wirklich das 20-jährige Jubiläum.
Speaker: Da war das noch so ein Nischenthema von einigen Vorreitern.
Speaker: da noch nicht gegendert.
Speaker: Jetzt wird man es auf jeden Fall gendern, weil es jetzt auch sehr vielfältiger geworden ist.
Speaker: Seit 2014 ist es ein eingetragener Verein.
Speaker: Wir haben jetzt ungefähr, ich habe nicht geschaut, aktuell wahrscheinlich so 165, 170
Speaker: Rein deutschsprachige Mitglieder oder ist das international?
Speaker: mit deutschsprachigen Themen, die aber immer mehr auf Englisch stattfindet.
Speaker: Also die Jahrestagung wird immer mehr international, auch die Vernetzung wird immer größer.
Speaker: Es kommt auch durch die Professionalisierung natürlich, dass viel wichtige Forschung auf Englisch stattfindet.
Speaker: Aber es ist jetzt nicht ein hartes Ausschlusskriterium, nur die dürfen oder sowas, sondern einfach, es gibt halt international auch andere Verbünde,
Speaker: die Comic Study Society in den USA zum Beispiel und rein historisch hat sich die Comfort eben erstmal aus den deutschsprachigen Ländern raus entwickelt, Deutschland, Österreich, Schweiz, mit einem Fokus natürlich auch erstmal auf, ja, oder wobei, es hatten schon viele dann immer auch geschaut, von den Interessen her, wie der franco-belgische Comics, amerikanische Comics, genau.
Speaker: Also ich glaube, der Schwerpunkt kommt halt über die Personen, die halt Comic-Forschung betreiben.
Speaker: Und das hat sich eben wahnsinnig geweitet in den letzten 10, 15 Jahren.
Speaker: Was ist denn die Hauptaufgabe der Gesellschaft für Comicforschung?
Speaker: Ist es die Vernetzung oder ist es ein Sprachrohr zu sein?
Speaker: Ich glaube, es geht darum, so ein Hub zu sein, Vernetzung genau.
Speaker: Perspektiven zusammenzubringen, voneinander zu lernen, überhaupt erstmal zu hören, was passiert denn überhaupt, was machen die anderen.
Speaker: Wir haben eine Website, die eben viele Dinge sammelt, zum Beispiel Call for Papers, also Ausschreibung, hier ist gerade eine interessante Konferenz oder ein neuer Band geplant mit einem Schwerpunkt Comic-Forschung, Comic-Themen oder hier könnte man Comics reinbringen.
Speaker: Es gibt dann halt Tagungen, Konferenzen, es gibt Publikationen.
Speaker: Wir haben eine Sammlung immer von comic-relevanten Lehrveranstaltungen von unseren Mitgliedern, die einmal im halben Jahr publiziert wird.
Speaker: Also, dass jeder nicht so ein bisschen alleine vor sich hin wurstelt, weil, wie wir halt schon gesagt haben, es gibt sozusagen keine institutionalisierte Comic-Forschung.
Speaker: Das heißt, die meisten KollegInnen, die das machen, sind dann Instituten, wo das nicht der Schwerpunkt von anderen ist.
Speaker: Und man dann ein bisschen erstmal Einzelkämpfer, Einzelkämpferin irgendwie ist.
Speaker: Und deshalb ist es eben ganz wichtig, so ein bisschen so ein Netzwerk zu haben.
Speaker: Für mich war es so ein bisschen so eine academic family irgendwie, wo man irgendwie nicht das Rad dauernd wieder neu erfindet, sondern wenn man jetzt irgendwie an einem Thema dran ist, auch mal sagt, du, das wurde aber irgendwie schon gemacht, vielleicht nicht genau mit den Begriffen oder dem Schwerpunkt, was du hast, schau doch mal hier rein, lies doch mal, was da schon passiert ist.
Speaker: Den Link zu der Website packe ich euch natürlich in die Shownotes, das kann man aber auch ganz einfach ergoogeln.
Speaker: Aber jetzt mal so für den Otto-Normal-Comic-Leser, die Otto-Normal-Comic-Leserin, die Leute, die jetzt hier den Podcast größtenteils hören, ist das auch für die irgendwie von Interesse?
Speaker: Mal ganz dumm gefragt.
Speaker: Ist das schon sehr...
Speaker: Speziell akademisch und eigentlich nur zugänglich für, also interessant für Menschen, die den Anspruch haben, akademisch mit Comics, Manga, wie auch immer sich auseinanderzusetzen.
Speaker: Genau, also erstmal ist es ein wissenschaftlicher Zusammenschluss.
Speaker: Das heißt, wenn man Mitglied werden will, dann gibt es einen formlosen Antrag und in dem soll man dann schon auch nachweisen, dass man sich wissenschaftlich mit dem Comic auseinandersetzt, weil es ist ein Angebot zum größeren wissenschaftlichen Austausch.
Speaker: Wobei man auch dazu sagen muss, dass jetzt der Begriff von wissenschaftliche Beschäftigung
Speaker: In der Comfort jetzt nicht nur ist akademische Lehre oder sowas, sondern zum Beispiel auch museale Arbeit.
Speaker: Also wir haben eine Reihe Comic-Museen ja mittlerweile in Deutschland.
Speaker: in dem eben auch die Mitglieder dann von uns teilweise da in der Musealplanung beteiligt sind und so weiter.
Speaker: Also es wäre jetzt ja auch ein bisschen, ja, wie sagt man, ein bisschen absurd oder ein bisschen lächerlich, wenn man sich gerade als Comicforscher oder Comicforscherin sagt, die ernsthafte Beschäftigung mit dem Gegenstand ist nur der schriftliche Text.
Speaker: Ja, das stimmt.
Speaker: Also das kann es ja auch nicht sein.
Speaker: Von daher also auch, ich sage mal, praktische Forschung im Sinne von Workshops.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, die ganzen Schnittstellen, die es gibt, die Comfort ist auch beim Comics Hello Erlangen, gibt es ein sehr, sehr viel besuchtes Panel, Clemens Heidensreich organisiert das Zeit, ich weiß nicht, 10, 15 Jahren, in dem dann eben auch für eine interessierte Öffentlichkeit Vorträge, Comfort Panel, Vortragsreihe gehalten wird.
Speaker: Um so ein bisschen Transferarbeit halt auch zu leisten.
Speaker: Also es ist ein weiterer Forschungsbegriff.
Speaker: Ich sage mal, alles, was dazu beiträgt, irgendwie den Comic in seinen Funktions- und Wirkungsweisen ein bisschen besser zu verstehen.
Speaker: Und da langt es dann halt auch schon, wenn man, sage ich mal, wir haben auch Studis dabei, die haben gerade ihre erste Abschlussarbeit geschrieben zum Comic und sagen, das interessiert mich aber weiter, ich würde da gerne in der Komfort ein bisschen...
Speaker: Also die Schwelle ist sehr, sehr niedrig.
Speaker: Sodass man sagt, mich interessiert einfach dieser Austausch und darum geht es, den zu ermöglichen.
Speaker: Das soll nicht erschwert oder behindert werden, aber man würde sozusagen nichts davon haben, in diesem Mailverteiler zu sein, wenn man sich nicht die Frage stellt, wie kann man sich denn auch wissenschaftlich mit dem Comic beschäftigen, mit einem sehr niederschwelligen Forschungsbegriff.
Speaker: Puh, mir fällt es gerade ein bisschen schwer, diese Frage auszuformulieren, aber da würde ich jetzt doch nochmal nachhaken.
Speaker: Wie würdest du denn sagen, ist der Punkt oder der Unterschied zwischen nur als Leserin, als Leser Comics wahrnehmen und dieser wissenschaftlichen Auseinandersetzung?
Speaker: Ich glaube, ich verstehe, was du meinst, aber kann man das irgendwie so auf den Punkt bringen?
Speaker: Was ist der Punkt, wo du sagen würdest, ab diesem Zeitpunkt,
Speaker: Habe ich wissenschaftliches Interesse und nicht nur, weiß nicht, Fan-Interesse?
Speaker: Das ist eine sehr, sehr wichtige Frage, auch sehr schwierige Frage.
Speaker: Ich glaube, aus zwei Gründen.
Speaker: Zum einen, weil sich das Verständnis von wissenschaftlicher Arbeit sehr stark unterscheidet in den Pfadabhängigkeiten von einzelnen Disziplinen und Traditionen.
Speaker: Also ich werde, wenn ich jetzt Fernstudies mache, eine andere Art von Beschäftigung, da werde ich mir halt anschauen, vielleicht in Datenbanken, Foren, vielleicht werde ich auf Conventions gehen.
Speaker: Das würde ich jetzt nicht machen, wenn ich jetzt eher historische Forschung oder literaturwissenschaftliche Forschung mache.
Speaker: Also ich glaube, das muss man zum einen ein bisschen aus den einzelnen Disziplinen und Traditionen sehen.
Speaker: Zum anderen gibt es natürlich schon...
Speaker: sage ich mal, gewisse Standards, die zum Beispiel zu tun haben, wie wird zitiert und wie wird Dinge belegt, wie wird Material belegt.
Speaker: Also unterscheide ich meine eigene Position zum Beispiel als Fan, die man halt auch hat, würde ich schon, ja, zumindest als einen sehr leidenschaftlichen Leser mich auch
Speaker: sehen, differenziere ich die und mit welchen Mitteln differenziere ich die gegenüber einer Publikation, die ich mache, wo ich sage, jetzt trete ich hier aber anders auf.
Speaker: Nämlich als Forscher zum Beispiel, indem ich hier meine Quellen transparent mache, die jeder nachprüfen kann und so weiter, indem ich mich auf frühere Forschung beziehe und mich halt einbringe halt auch in einen Dialog, der schon jetzt eben stattfindet über viele Jahrzehnte und halt nicht das Gefühl habe, dass
Speaker: ich erfinde das Rad jetzt neu, indem ich irgendwie erstmal ganz viel einfach nur poste, was ich selbst so gefunden habe.
Speaker: Ja, verstehe.
Speaker: Genau diesen Dialog zu führen und sich so einzuschreiben in ein längeres und größeres Gespräch.
Speaker: Und jetzt kommen wir aber zur zweiten Schwierigkeit.
Speaker: Gerade bei Comics und Comicforschung, weil natürlich extrem viel Material und Wissen, gerade im Bereich Comics, natürlich von Fans kommt, die seit Jahrzehnten riesige Datenbankenmengen
Speaker: Das kann keine Einzelperson jeweils abdecken.
Speaker: Und man muss sich permanent eigentlich auch damit beschäftigen, dass sehr, sehr viel Grundlagenforschung und Materialsammlung irgendwie natürlich von einzelnen, teilweise Sammlern kommt, oft eben auch männlich weiter.
Speaker: Und Ferndatenbanken im Internet, die einfach so viele tausende Menschen Wissen zusammentragen, die Grand Marble Database und so weiter.
Speaker: Und gleichzeitig sich damit sehr ernsthaft auseinanderzusetzen und das für wichtige Quellen zu halten, wo man aber auch immer wieder sagen muss, was ist der Unterschied mit einer wissenschaftlichen Beschäftigung damit, mit Prüfung von Materialien, von Transparentmachung, von der eigenen Position und so weiter.
Speaker: Das bleibt einfach eine offene Frage und ich glaube, die muss auch offen bleiben.
Speaker: Da gibt es keine Abspruchsantwort, sondern die immer wieder zu stellen und die wird wahrscheinlich auch in zehn Jahren ein bisschen anders beantwortet werden.
Speaker: Diese Frage der eigenen Positionierung ist wichtiger geworden in den letzten 10, 15 Jahren.
Speaker: Man hatte irgendwie mal oft so ein bisschen dieses Ideal, so Wissenschaft ist irgendwie komplett, da spielt ganz objektiv die Beschreibung, da spielt die eigene Positionierung keine Rolle.
Speaker: In den letzten 10 Jahren ist so ein Reflektieren von so Machtverhältnissen, Zugangsbarrieren, also sind es immer nur, ich sag mal,
Speaker: weiße alte Männer, die in die Politik schreiben wie ich, mittelalt jetzt, auch bei Ihnen.
Speaker: Oder wer darf da eigentlich mitreden in diesem Dialog?
Speaker: Dass das eine wichtige Frage ist, mit der man sich eben auch mitbeschäftigen muss, die man auch mitreflektieren muss, ist neu, ist dazugekommen, würde ich sagen.
Speaker: Und es wird sich bestimmt auch weiter verändern, dieses Gespräch zu führen, was ist eigentlich...
Speaker: Comic-Forschung im Gegensatz nur zu einer leidenschaftlichen, aber oft auch sehr informierten Beschäftigung mit dem Comic.
Speaker: Ja, aber das finde ich eine, also ich finde das eine gut nachvollziehbare Antwort und auch eine interessante Perspektive, über die ich zumindest vorher noch gar nicht so richtig nachgedacht hatte.
Speaker: Wenn ich jetzt hier Zuhörerin oder Zuhörer bin und ich fühle mich jetzt berufen oder bin zumindest mal daran interessiert, vielleicht meine Lektüre oder mein Fachwissen, das ich durch mein Fansein erworben habe, mal ein bisschen auf die Probe zu stellen oder zu erweitern, was gibt es denn,
Speaker: Ist jetzt vielleicht auch eine gar nicht so einfache Frage, aber hast du irgendwie Empfehlungen, wie man in so einen wissenschaftlichen Ansatz zum Comic oder zum Manga oder meinetwegen auch zu Medien an sich reinrutschen kann?
Speaker: Gibt es da irgendwie so eine Leseempfehlung?
Speaker: Kann jetzt mal, ich sag mal, so bestimmte Schwellen mit bestimmten Hürden nennen oder können wir uns mal rantasten.
Speaker: Also ich habe selbst, das wäre jetzt natürlich der Bereich Warnung, Disclaimer, Eigenwerbung.
Speaker: Ich habe vor ein paar Jahren, 2019 kam das raus mit einer Reihe KollegInnen,
Speaker: eine Comic-Analyse-Einführung geschrieben.
Speaker: Stuttgart Metzler, 2019 war das.
Speaker: Und da haben wir halt versucht, so eine ganze Reihe von etablierten Ansätzen der Comic-Analyse auch eine studentische Leser-Innenschaft ohne viel Vorbissen so nahe zu bringen, immer mit Beispielanalysen.
Speaker: Also wie kann man das eigentlich anwenden?
Speaker: Mit dem Ziel aber schon, dass man dann sozusagen ein bisschen versteht, das wäre sozusagen eine wissenschaftliche Analyse zum Beispiel.
Speaker: Also da sind schon auch Teile dabei, die sind wahrscheinlich eher schwer zu lesen, weil die einen ranführen sollen an eine akademische Beschäftigung, die noch schwieriger zu lesen ist.
Speaker: Na gut, aber akademische Arbeit ist nicht einfach.
Speaker: Genau.
Speaker: Aber jetzt zum Beispiel gerade, wenn wir die Schwelle ein bisschen niedriger setzen, kam vor ein paar Monaten ein neues Buch raus bei Harlem Comics Konzept und Gestaltung.
Speaker: Das sind 728 Seiten.
Speaker: Ganz was Schmales.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Aber die sehr viel, glaube ich, näher an der Praxis auch angelagert sein sollen.
Speaker: Also Hannes hat da auch eine praxiologische Perspektive sozusagen, wie funktioniert das Medium denn jetzt sozusagen nicht nur so Armchair-Philosophymäßig, sondern wirklich auch in der Produktion, so ein bisschen Production Studies.
Speaker: Ich habe da schon reingeblättert und ich fand es wahnsinnig schön und spannend zu lesen.
Speaker: Also ich kann jetzt nur nicht komplett dafür sprechen oder sowas, aber ich glaube, das macht auch Spaß und ist jetzt auch ein bisschen einstiegsfreundlicher gestaltet.
Speaker: Ich kann mir vorstellen, dass es Spaß macht, das ein bisschen mehr noch zu erforschen.
Speaker: Ich packe beide bisschen mal in die Shownotes.
Speaker: Und was ich auf jeden Fall noch dazulegen würde in die Shownotes, es gab so einen schönen YouTube-Kanal, der leider seit einem Jahr nicht mehr aktiv bespielt wird.
Speaker: Der hieß Strip Panel Naked von einem Hassan Otsmane Elawo.
Speaker: Und der hat auch ein Journal rausgebracht, Panel X Panel, das ein Eisner Award, glaube ich, bekommen hat.
Speaker: Und in diesem Strip Panel Naked-Kanal, mich hat der wahnsinnig fasziniert.
Speaker: Das sind immer kurze Videos, zehn Minuten oder so, wo immer ein aktuelles, also es sind dutzende Videos, wirklich ein Comic rauf und runter analysiert wird mit irgendeinem formalen Schwerpunkt.
Speaker: Also welche Rolle spielt das Page Design zum Beispiel?
Speaker: Und da sieht man halt wirklich, wie viel mehr man eigentlich sehen kann, mit eingeblendeten Linien und so weiter.
Speaker: Das fand ich total toll.
Speaker: Also in dem Kanal kann man sich richtig schön verlieren, so ein bisschen zu sehen halt auch, was für ein Gewinn so eine formale Analyse bringen kann.
Speaker: Ach cool, das ist auch ein super Hinweis.
Speaker: Das packe ich auch in die Shownotes.
Speaker: Das habe ich selber noch nie gehört.
Speaker: Da muss ich auch mal reinschauen.
Speaker: Und so ganz niederschwellig hat jetzt auch die Comfort und die AG Comic Forschung der Gesellschaft für Mediewissenschaft gerade einen Insta-Kanal von dem Jahr neu aufgemacht.
Speaker: Das ist einfach Comfort unterstrich Comic Forschung und der wird irgendwie jetzt ganz rege bespielt mit ein paar Posts pro Monat und wo dann immer so kleine Comic Facts irgendwie auch genannt werden und so weiter.
Speaker: Und das ist halt genau so ein Outreach-Kanal auch gedacht, wo man jetzt so niederschwellig mal ein bisschen mit dem Thema beschäftigt.
Speaker: bespielt wird.
Speaker: Ja, schön.
Speaker: Also ihr hört, liebe Hörerinnen und Hörer, wenn ihr da Interesse daran habt, es gibt ein paar Einstiegsmöglichkeiten.
Speaker: Es ist ein Feld ohne Grenzen und ein Feld, wo definitiv auch noch mehr Stimmen gehört werden können, wenn ich das richtig verstehe.
Speaker: Also je mehr Leute mitmischen, desto bunter wird das Ganze.
Speaker: Ich meine, auf der Komfort-Seite eine der Kategorien, die sehr, sehr wichtig sind, die von der Redaktion jetzt, der Komfort-Redaktion seit zehn Jahren bespielt wird, ist dieser Monitor, Publikationsmonitor, wo wir wirklich, also es ist nicht mehr vollständig möglich.
Speaker: Vor zehn Jahren war es noch halbwegs vollständig möglich, aber da, wo einfach immer gespiegelt wird, was für Bücher kommen gerade raus, Monat für Monat,
Speaker: die jetzt Comic-Themen haben, wissenschaftliche Bücher.
Speaker: Und das ist so eine riesige, unüberzahlbare Zahl mittlerweile geworden.
Speaker: Aber auch teilweise irgendwie sehr, also jetzt nicht...
Speaker: nur schwer zu lesende Bücher sind auch so ein bisschen im populärwissenschaftlichen Bereich, über irgendwelche Marvel-Figuren oder sowas, wo dann so einzelne Essays drin sind.
Speaker: Und da kann man halt mal schauen, was kommt denn gerade so ein bisschen raus.
Speaker: Auch international im englischsprachigen Bereich sehr viel neue Bücher zu Marvel oder DC oder sowas.
Speaker: Und da sieht man halt auch immer, wie weit das Feld irgendwie ist.
Speaker: Das schaue ich immer selbst ganz gerne, was da immer alles im Publikationsmonitor auftaucht.
Speaker: Also ihr hört, es gibt sehr viel zu entdecken.
Speaker: Auch auf der Seite der Comfort, comicgesellschaft.de.
Speaker: Auch das habt ihr natürlich in den Shownotes, aber wie gesagt, es ist nicht schwer zu finden.
Speaker: Ich habe gleich noch ein paar konkretere Fragen an dich, beziehungsweise an deine Forschungsinteressen vorher.
Speaker: Ich habe aber auch noch eine Frage, die auch schon im Podcast mehrmals, oder ein Themengebiet, was auch im Podcast schon mehrmals aufkam und
Speaker: was, glaube ich, auch abseits des Comic-Fandoms, des Comic-Themas durchaus relevant ist.
Speaker: Du interessierst dich ja auch für KI-Themen.
Speaker: Generative Bilderzeugung zum Beispiel.
Speaker: was viele Leserinnen und Leser, aber vor allem auch Künstlerinnen und Künstler sehr umtreibt.
Speaker: Ich hatte da auch mal eine Live-Podcast-Aufnahme mit einer Professorin hier aus Bielefeld vom Lehrstuhl vor...
Speaker: Informatik und einem Comiczeichner, die sich darüber ausgetauscht haben.
Speaker: Und das ist ja auch was, was du auch bearbeitest.
Speaker: Also du interessierst dich da auch für auf einer wissenschaftlichen Ebene, ne?
Speaker: Ja, das ist... Ich meine, die NTNU hier in Trondheim, wo ich bin, ist eine naturwissenschaftlich-technische Uni und es wird auch sozusagen erwartet, dass man da als Geistes- und Kulturwissenschaftler...
Speaker: so ein bisschen was zu sagen hat und sich damit auskennt zu diesen ganzen, vor allen Dingen zum sozialen Impact.
Speaker: Okay, naja gut.
Speaker: Einbeziehung von KI in Medienkultur und so weiter.
Speaker: Ja, also es ist ein großes Thema natürlich.
Speaker: Hast du dich da auch schon mal mit auseinandergesetzt oder hast du, ich sag mal, Gedanken dazu, wie sich das Verhältnis von KI, also vor allem von generativer Bilderzeugung oder Nutzung von
Speaker: KI und Comic-Manga, Graphic-Novel, ähm, darstellt.
Speaker: Ja, da könnten wir jetzt zwei Stunden drüber reden.
Speaker: Ja, ich weiß, dass das... Ich weiß, ich weiß, ich weiß.
Speaker: Also, wenn man jetzt irgendwie, na, wo, was sucht man sich raus?
Speaker: Ich kann ein bisschen konkreter werden.
Speaker: Ich merke gerade selber, es war eine sehr offengestellte Frage.
Speaker: Ich kann auch offen antworten, alles Gute.
Speaker: Ja,
Speaker: Naja, Rudolf, du hast ja recht, es ist sehr weit führt.
Speaker: Ich fange einfach mal von unserer Seite an, denn wir haben im Verlag inzwischen mehrfach schon offensichtlich KI-generierte Comics vorgeschlagen bekommen, also gepitcht bekommen.
Speaker: Leute, die uns schreiben und sagen, perfiderweise sagen die normalerweise nicht, dass sie KI benutzt haben, sondern sagen, sie haben eine innovative Comic-Form entwickelt.
Speaker: Und dann schaut man sich das an und sieht halt auf den ersten Blick, noch sieht man es auf den ersten Blick, dass es KI ist.
Speaker: Ja.
Speaker: Und das ist, also ich will jetzt nicht sagen, dass es wöchentlich vorkommt, aber monatlich auf jeden Fall.
Speaker: Das ist sehr spannend, das ist richtig spannend zu hören.
Speaker: Ich weiß nicht, also es kommen ja pro Monat gerade so unglaublich viele KI-Bücher raus.
Speaker: Ich habe auch gerade alles gemacht.
Speaker: Und wenn man jetzt irgendwie sich den Einstieg in die Diskussion sucht, und ich habe, dann finde ich gerade...
Speaker: Emily Bender und Alex Hanna haben gerade dieses bisschen provokante und polemische The AI-Con, How to Fight the Hype, geschrieben.
Speaker: Con im Sinne von Betrug.
Speaker: Genau, im Prinzip.
Speaker: Nicht, dass das nicht beeindruckende Technologie wäre oder sowas, sondern dass der Begriff ein bisschen ein Con oder eine Schummelei ist.
Speaker: Weil wir natürlich alle, wenn wir KI hören, dann denken wir da an die ganzen
Speaker: an Terminator und Ex Machina und die ganzen Fiktionen, die wir dazu haben.
Speaker: Und was Bender und Hannah vorschlagen, ist also erstmal wäre es schön, wenn wir den Begriff entzaubern, indem wir mal statt KI immer was anderes sagen, nämlich Automation, also Automatisierung.
Speaker: Jetzt muss man fragen, was wird denn da eigentlich wo automatisiert, durch wen?
Speaker: Und natürlich wissen wir alle, dass diese ganzen tollen KI-Bilder, die wir da alle bekommen, nicht nur massiv Ressourcen verbrauchen und den Planet runterbrennen und die ganze Energiewende in Frage stellen, sondern vor allen Dingen natürlich auf Datenbanken basieren, wo die KünstlerInnen, von denen diese Comics letztlich abgezogen, abgelernt werden, weder entgelt, entgolten werden, noch überhaupt gefragt werden und so weiter.
Speaker: Und das wird sozusagen automatisiert.
Speaker: Und am Ende wird halt nicht von Hand gezeichnet, weil die bereits geleistete Arbeit eigentlich abgebaut wird sozusagen und verwertet wird an anderer Stelle, nämlich von den Plattformen, die ihre Subscriptions verkaufen wollen.
Speaker: Und das kann man jetzt irgendwie ethisch und politisch kritisieren.
Speaker: Man kann aber auch einfach viel praktischer machen,
Speaker: fragen, was bedeutet es denn, wenn jetzt einfach viel weniger gezeichnet wird gegen Entgelt.
Speaker: Das heißt natürlich, dass die ganzen Tagesjobs von ComiczeichnerInnen gerade massiv wegbrechen.
Speaker: Und wenn man halt in Deutschland schaut, fast niemand kann ja von der Comicproduktion leben.
Speaker: Ganz, ganz, ganz wenige Ausnahmen, sondern die meisten sind IllustratorInnen, die noch irgendwie Tagesjobs haben und diese ganzen kleineren Arbeiten für unter 1000 Euro
Speaker: mal irgendwie ein CD-Album, Cover oder irgendwie Poster, die brechen ja alle brutal weg.
Speaker: Und deswegen fällt auch sozusagen der Broterwerb natürlich von Kreativzeichnenden weg.
Speaker: Und das Geld geht stattdessen halt zu den Plattformen.
Speaker: die halt ihre Serverfarmen da irgendwie bauen und halt die Arbeit abschöpfen, die bereits gemacht wurde in den Datenbanken.
Speaker: Und das ist natürlich ein Riesenproblem, weil natürlich dieses Skillset sich aufzubauen, Comics zeichnen zu können, dauert ja Jahrzehnte, bis man da eigentlich ist.
Speaker: Und wenn das aber eigentlich jetzt immer weniger passiert, weil die Möglichkeiten vom Zeichnen, in welcher Form auch immer zu leben, nicht mehr existiert, dann sind wir irgendwann da, also
Speaker: Töpferei, es wird auch immer noch getöpfert, ja, aber das ist ein Liebhaberhandwerk, so, da wird nichts mehr passieren.
Speaker: Und dann ist halt auch die Frage, wie sehen dann die Comics aus, wenn immer weniger, wenn der Pool immer kleiner wird, wenn Menschen, die halt einfach diese Skillsets sich erwerben können.
Speaker: Die Kunstform wird immer schmaler.
Speaker: Genau, es wird natürlich auch immer weiter vereinheitlicht werden, weil die Defaults natürlich alle ähnlich aussehen.
Speaker: Ich bin mir auch nicht so sicher, ob das bei dem Co, was ihr an Einreichungen bekommt, ob das nicht immer so bleiben wird, dass alles erstmal sehr ähnlich aussieht, weil das ist natürlich genau das, was KI macht.
Speaker: einen wahrscheinlichen Output zu generieren.
Speaker: Und da kann man natürlich mit Prompt Engineering irgendwie drumherum defaulten und so weiter, alles klar.
Speaker: Aber erstmal ist es eine totale Einengung des Spektrums.
Speaker: So, das muss man einfach sagen.
Speaker: Wobei man sagen muss, es wird halt beängstigenderweise, sie werden besser.
Speaker: Also sie werden nicht schöner, aber zum Beispiel sind wir jetzt an dem Punkt, dass die Figuren konsistent dargestellt wurden.
Speaker: Die ersten Einreichungen da waren...
Speaker: Da waren die Protagonisten dann irgendwie von Panel zu Panel, sahen die nicht ganz gleich aus.
Speaker: Inzwischen geht das anscheinend auch auf einer nicht-professionellen Ebene.
Speaker: Ja, also die Frage würde ich, die ist nie sozusagen, kann die KI, ist sie da schon gut genug, weil das entwickelt sich halt rasend weiter.
Speaker: Die Frage ist, will man das halt?
Speaker: Welche, also welche, ähm,
Speaker: sozialen Umschichtungen finden da eigentlich im Hintergrund statt.
Speaker: Und das ist ein ganz großer Bereich, ist halt, dass es letztlich um das Fließen von Geldern geht, die jetzt halt nicht mehr an einzelne Zeichen der Personen geht, sondern die stattdessen irgendwie in den globalen Süden, Data Annotation, da wird ja eine riesen Workforce aufgebaut in diesem ganzen KI-Training und Annotation-Ding und so weiter, die unter
Speaker: Minimallöhn irgendwo in Indien sitzen oder sowas.
Speaker: Und das ist, glaube ich, das Erschreckende, Überängstigende, was halt im Hintergrund von unseren Funny-Memes sozusagen, KI-Bildern irgendwie stattfindet.
Speaker: Also eine eher pessimistische, etwas triste ansichtsweise, aber ich sehe auch persönlich keine groß andere.
Speaker: Also denn was man da zu sehen bekommt von unserer Seite, das ist wirklich, also wenn das die Zukunft der eigentlich einer jeden Kunstform ist, dann schauen wir ganz düsteren Zeiten entgegen.
Speaker: Ja, ich meine, wir haben mal gedacht, die Roboter, die machen die blöde Arbeit für uns, so irgendwie Heizung installieren und Haus aufräumen und Autos fahren und das ist immer noch zu großen Teilen bei Menschen und wird eine Weile noch so bleiben.
Speaker: Aber die schönen Sachen, wenn die halt, also immer wieder Automatisierung ersetzen durch KI.
Speaker: Was wollen wir eigentlich wie automatisieren?
Speaker: Und wenn du sagst, die Ergebnisse, das ist irgendwie noch ein bisschen erschreckend.
Speaker: Ich wäre noch erschreckter, wenn wir da sind und da werden wir wahrscheinlich hinkommen, dass die Ergebnisse halt so gut sind, dass es halt wegautomatisiert wird von jedem Zeichnen, was von Menschen noch neu gemacht wird, sondern einfach nur, was in der Vergangenheit gemacht wurde.
Speaker: Ja, das fürchte ich irgendwo auch.
Speaker: Der vollen Transparenzhalber muss ich an der Stelle allerdings auch zugeben, wir benutzen im Verlag durchaus auch KI für Retuschen zum Beispiel.
Speaker: Aber das ist halt genau dieser dünne Grat, auf dem man sich irgendwie bewegt und wo man dann überlegen muss, wie weit will man ihn gehen.
Speaker: Denn wir benutzen die halt für Retuschen, wenn wir dann, also klassisch, wir haben ein französisches Soundword oder einen französischen Titel.
Speaker: Und wir haben nicht, der liegt nicht auf einer eigenen Ebene in der Datei, sondern muss halt irgendwie aus der Zeichnung raus, damit wir ein deutsches Wort reinmachen können.
Speaker: Und das ist halt was, was vorher eine Grafikerin gemacht hätte oder ein Grafiker und das geht jetzt halt deutlich schneller.
Speaker: Das spart uns dann irgendwie eine halbe Stunde Arbeit.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Also es sind keine wahnsinnigen Einsparungen, aber es ist natürlich schon praktisch.
Speaker: Aber ja, wollte ich nur für die Hörerinnen und Hörer nicht, dass der jetzt denkt, der ist verwachsender.
Speaker: Wenn ich Text auf Englisch schreibe, ich bin kein Native Speaker, natürlich mache ich mit Grammarly den Check und natürlich kann man auch sagen, du könntest aber auch jemand bezahlen dafür.
Speaker: Also es bleibt halt Case by Case eine Einzelfallentscheidung.
Speaker: Auch im Zweifelsfall
Speaker: so Nachhaltigkeit, an welcher Stelle will man auch langfristig sozusagen keine Ressourcen und keine Kompetenzen und Expertisen mehr haben.
Speaker: Und dass jetzt sozusagen die Retusche von diesem Soundword jetzt einfach eine mühsame Arbeit ist, die man vielleicht auch automatisieren kann oder möchte,
Speaker: Ist total nachvollziehbar so.
Speaker: Und die Frage ist halt nur, immer will man, dass ein kompletter menschlicher Skillset halt ganz wegfällt.
Speaker: Und vielleicht ist das Retuschieren halt was, was weiterhin Menschen sehr gut machen müssen.
Speaker: Beim Zeichnen ist halt schon wieder was anderes, wenn das halt gar nicht ausgebildet wird.
Speaker: Ja, aber es gibt da durchaus so...
Speaker: Es gibt ja durchaus so Grenzfälle.
Speaker: Es gibt ja auch sowas wie Handlettering und es gibt auch sowas wie Handlettering von Titeln oder so.
Speaker: Also gerade in so bestimmten Underground-Comics schienen bei uns, ganz großes Thema war bei uns das Neulettering von irgendwelchen alten Möbius-Sachen aus Schwermetall, wo dann halt die Titel selber auch schon Kunst waren.
Speaker: Und das könnte man inzwischen wahrscheinlich einer KI sagen, mach das mal in dem Stil neu.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Es würde wahrscheinlich ungefähr funktionieren.
Speaker: Damals hat das noch nicht funktioniert, aber da hat unser Hersteller sehr, sehr viel Zeit reinfließen lassen damals und der ist selber Künstler.
Speaker: Es bleibt halt eine Einzelfallentscheidung und ich glaube, man muss halt bei dem Einzelfall erstmal den beteiligten Akteuren und Akteurinnen zuhören.
Speaker: die im Idealfall vernetzt sein sollten.
Speaker: Also bei dem ganzen Actor's Strike letztes Jahr hat das ja sehr gut funktioniert, dass die Schauspieler das durchgesetzt haben, dass halt nicht ihr Abbild einfach verwendet werden kann im Hintergrund für irgendwelche Nebenfiguren.
Speaker: Und haben das halt irgendwie mit Strikes durchgesetzt.
Speaker: Zeichnende Personen und die Lettterer können halt nicht so einen ökonomischen Druck aufbauen.
Speaker: Das sind halt alles so Fragen.
Speaker: An welcher Stelle sitzt eigentlich die Macht, ganz blöd gesagt, da überhaupt mitreden zu können?
Speaker: Was soll automatisiert werden und was nicht?
Speaker: Und irgendwo liegt sie halt ein Stück weit bei uns beiden, also bei uns beiden, aber bei uns allen, glaube ich.
Speaker: Natürlich, wir als Verlag haben da Macht, aber es gibt auch deutlich größere Verlage, die da noch mehr Macht haben.
Speaker: Aber auch die LeserInnen schafft es,
Speaker: KI benutzen ist natürlich eine coole Sache, aber man muss halt in jedem Fall selber entscheiden.
Speaker: Ich finde das eine gute Beobachtung, dass das Einzelfallentscheidungen sind.
Speaker: Es sind halt leider sehr, sehr viele auf einmal.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und die Frage, wie bauen wir gerade, wie wollen wir gerade die Gesellschaft umbauen, ist jetzt, um die Frage kommt halt niemand gerade drum.
Speaker: Das ist auch
Speaker: als Medienwissenschaftler ja, würde ich sagen, typisch für Medienumbrüche.
Speaker: Drucker, Presse, Angefangen, Digitalisierung, das sind immer so Momente, wo sich gerade sehr viel verändert.
Speaker: Und das ist nicht das, was frontal im Frontend, im Interface basiert mit unseren lustigen KI-Bildern und die Giblifizierung des Internets.
Speaker: sondern das sind halt im Hintergrund die Ressourcenströme.
Speaker: Ja, das ist das, was im Hintergrund passiert, was man als Konsument nicht so mitkriegt und mitdenkt.
Speaker: Aber ja, also aus unserer Sicht als Verlag, liebe Hörerinnen und Hörer, macht, was ihr möchtet.
Speaker: Aber Lukas hat schon recht,
Speaker: versucht da eine gewisse Sensibilisierung irgendwie zu haben.
Speaker: Auch ganz stumpf, wenn ihr auf einer Con seid oder auf einer Messe, nehmt euch einen Moment und hinterfragt, das Artwork, was ihr da jetzt kauft, ist das wirklich von einem Künstler gemacht worden oder ist das wahrscheinlich irgendwie ein Pokémon, was eine KI gemacht hat, was ihr euch dann ins Wohnzimmer hängen könnt.
Speaker: In solche Sachen gibt es halt schon, also an dem Punkt sind wir schon.
Speaker: So Merchandising-Artikel zu einem
Speaker: extrem großen Prozentsatz nicht mehr von Menschen gemacht wurden.
Speaker: Und das ist so einer der, ja, einer der ersten, einer der Ansatzpunkte, wo man als Endkonsument vielleicht noch ein bisschen Handhabe haben kann.
Speaker: Ich hätte noch ein paar Fragen an dich.
Speaker: Ja, sehr gerne.
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Wir haben mal ein bisschen leichtere, besser wieder.
Speaker: Wo wir schon mal hier sind, so ein paar kleine Leseempfehlungen und vielleicht haben wir auch noch Zeit für die Schlussfragen.
Speaker: Du als Medienwissenschaftler mit Comic-Fokus oder mit einem Comic-Schwerpunkt, gibt es denn Künstler oder Werke, mit denen du dich irgendwie schon besonders viel beschäftigt hast, wo du sagst, Mensch, das sind so Bücher, Graphic Novels, Comics, Manga, wie auch immer, da kann man unfassbar viele rausholen.
Speaker: Mhm.
Speaker: Ja, ich, also wahrscheinlich sind meine zwei Schwerpunkte, zum einen so ein bisschen dieses Manga-Anime, auch weil ich Japanologie studiert habe oder in dem Kontext auch promuliert habe.
Speaker: Und zum anderen aber als Medienwissenschaftler natürlich vor allen Dingen Webcomics, digitale Comics, weil da halt auch noch sehr wenig gemacht wurde.
Speaker: Ist ja auch klar, als Literaturwissenschaftler schaue ich halt eher auf Graphic Novels und sowas.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Und Webcomics sind halt vor allen Dingen dann, tauchen in der Comicforschung halt auf, wenn, ich sag mal, legitimierte AutorInnen wie Chris Ware halt da mal auch was machen, touch sensitive oder so, oder wenn halt eine Online-Serie wie jetzt von Kate Beaton,
Speaker: oder Newell-Stevenson, Nimona oder sowas, dann später durch eine Printpublikation halt auch Aufmerksamkeit bekommen.
Speaker: Okay, also das braucht es dann schon noch, dass es so eine Legitimation durch irgendwie ein Buch oder durch einen Namen hat, ja?
Speaker: Ich glaube, das ist nicht theoretisch begründet, sondern wiederum, das ist einfach rein praktisch, einfach man hat nur begrenzte Zeit, Ressourcen, Aufmerksamkeit, Kenntnisse, mit was beschäftigt man sich halt.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Und da habe ich halt für mich gemerkt, dass gerade solche funny strips, also experimentelle Sachen wie XKCD mit diesen Strichmännchen so oder... Okay, das kenne ich jetzt zum Beispiel gar nicht, ehrlich gesagt.
Speaker: Ja, das ist auch so ein Informatik, also auch ein sehr beliebtes... Oder The Oatmeal ist... Oder von Tom Gold macht auch diese Full-Panel-Cartoons irgendwie, die erst online publiziert werden.
Speaker: Ja.
Speaker: Ich fand immer von Nadja Herrmann, kennen viele diese Erzähl-mir-nix-Sprits, auch mit solchen MS-Paint-Smileys und so weiter.
Speaker: Finde ich wahnsinnig spannend, weil da mit Comics halt nochmal was ganz anderes passiert, als jetzt so Werke und Erzählungen, sondern halt so eine Intervention in Online-Kultur, in Memes, auf Plattformen und so weiter.
Speaker: Und da noch sehr wenige Leute ein bisschen drauf schauen, wie viele LeserInnen da eigentlich erreicht werden.
Speaker: Ja.
Speaker: wenn man auf die Follower in Zahlen schaut oder sowas, irgendwie auf Insta-Accounts oder für Twitter-Ex, so sind ja teilweise hunderttausende Menschen, kennen diese Erzähl-Me-Nix-Strips.
Speaker: Und ja, erfolgreiche Comics, weißt du selber, haben vielleicht hoffentlich ein paar tausend Leser.
Speaker: Aber das ist nochmal eine ganz andere Reichweite.
Speaker: Und da finde ich halt auch Comics einen ganz wichtigen Gegenstand der digitalen Medienkultur.
Speaker: Bist du denn grundsätzlich der Meinung, hat das einen Mehrwert, diese Sachen dann nochmal in Print zu bringen?
Speaker: Also jetzt, wo du sagst, erzähl mir nichts, weiß ich jetzt nicht, aber Krieg und Freitag ist jetzt inzwischen zum Beispiel als Autor auch von Büchern einfach sehr populär geworden.
Speaker: Der hat ja auch im Internet eigentlich angefangen.
Speaker: Tom Gold erscheint auch in Print bei der Edith Moderne noch und nöcher.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, ich glaube, es hat nochmal eine ganz andere Funktion.
Speaker: Also wenn ich so ein Buch zu Hause habe, was hängt da dran?
Speaker: Da hängt Prestige natürlich dran, dann hängt dran, dass es irgendwie im Pfeil-Turme-Rezensionen gibt und so weiter.
Speaker: Es erreicht sicherlich auch andere LeserInnen, die dann irgendwie mal in so einem Buch blättern oder sich das in einem Buchhandel irgendwie anschauen.
Speaker: Ästhetisch, ich glaube, muss man sich auch wieder im Einzelfall anschauen.
Speaker: Es gibt dann schon, gerade bei so Adaptionen, dann von Online-Sachen, Infinite Canvas, One World Saga in Print, passieren spannende Überlegungen, wie man das übersetzen kann.
Speaker: Bei anderen geht es, glaube ich, eher darum, dass es jetzt ein anderes Publikum erreicht wird, in jeder Hinsicht.
Speaker: Also so vom
Speaker: von der Nobilitierung, aber auch wirklich, wer liest es denn am Ende?
Speaker: Weil andere Leute Bookmarks setzen und was vielleicht forwarden und solche Grafiken irgendwie teilen, als jetzt irgendwie wer im Buchhandel sich sowas anschaut.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Gibt es da irgendwie so KünstlerInnen oder Werke, die deiner Meinung nach es wert wären, noch mal wissenschaftlich betrachtet zu werden?
Speaker: Beispielsweise, wenn jetzt Hörerinnen und Hörer sich hier berufen, für ein kleines Steckenpferd aufzubauen, was bisher vernachlässigt wurde?
Speaker: Kann man das so pauschal überhaupt beantworten oder ist das eine zu offene Frage?
Speaker: Ich glaube, gerade im Webcomic-Bereich ist überhaupt zu wissen, was überhaupt alles passiert, die Analyseaufgabe.
Speaker: Also
Speaker: Früher gab es diese Webcomiclisten und Circles, das ist jetzt schon ethnografische Forschung überhaupt.
Speaker: Ja, wirklich, also was ist repräsentativ und was wird wie viel gelesen und so.
Speaker: Ich lerne die ganze Zeit irgendwie neue Comics kennen und das finde ich auch einen sehr schönen Teil meiner Beschäftigung.
Speaker: Was ist denn dein nächstes größeres Forschungsprojekt oder das, was du als nächstes ins Auge fassen willst, wenn du davon erzählen kannst oder möchtest?
Speaker: Ach, groß ist das nicht.
Speaker: Aber jetzt gerade da sitze ich tatsächlich ein bisschen.
Speaker: Anfang Oktober ist die Jahrestagung der Komfort wieder in Hamburg zu Comic und Kindheit.
Speaker: Wo so ein bisschen diese Perspektive rumgedreht wird.
Speaker: Comics sind nicht mehr nur für Kinder, sagen wir jetzt ganz lange, sondern sind aber auch oft für Kinder.
Speaker: Ja, diesen Dreh, den bemerken wir tatsächlich auch marktwirtschaftlich.
Speaker: Genau, und da habe ich gerade mich so ein bisschen, so einen Vortrag, auch um da ein bisschen mitzumachen, wo ich mir diese Literaturadaption im Lustigen Taschenbuch da nochmal anschaue.
Speaker: Ah, ja, ja, schick.
Speaker: Wo man irgendwie Krieg und Frieden und, und, und, ähm.
Speaker: vom Binde verweht und so alles mit Disney-Figuren da kennengelernt hat.
Speaker: Und das schaue ich mir da gerade jetzt nochmal ein bisschen an, ob das jetzt eigentlich Sacker ist.
Speaker: Sind das Parodien?
Speaker: Aber kennt man wirklich?
Speaker: Ist das eine Parodie, wenn man die Vorlage gar nicht kennt?
Speaker: Und in meiner eigenen Leserinnerung waren das für mich sehr ernsthafte Geschichten.
Speaker: Viel mehr als die Sonntag.
Speaker: Das weiß ich nicht.
Speaker: Da gucke ich ein bisschen, wie wird da eigentlich wer adressiert?
Speaker: So mit welchem Vorwissen?
Speaker: Ist das...
Speaker: Ist das irgendwie eine Vergag-Eierung oder ist das eine Reminiszenz oder ist das eher eine Travestie als eine Parodie, mit schon gesprochen?
Speaker: Ja.
Speaker: Genau, aber das ist gerade so ein bisschen so ein Pet-Project, würde ich sagen.
Speaker: Das finde ich aber ein schönes Projekt.
Speaker: Ich habe keine einzige von diesen Sachen hier stehen tatsächlich, fällt mir gerade auf.
Speaker: Also privat.
Speaker: Aber eine meiner frühesten oder einschneidendsten Comic-Leseerfahrungen ist immer noch, dass ich irgendwann mal randomly in einem lustigen Taschenbuch eine Science-Fiction-Story gelesen habe, wo Donald Duck Feuerwehrmann ist, nee, Feuermann ist und Bücher verbrennt.
Speaker: Und ich habe als Erwachsener irgendwann begriffen, dass das einfach eine 1-zu-1-Adaption von Fahrenheit 451 war.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Einfach so in dem lustigen Taschenbuch drin, auch ohne Kontextualisierung, haben sie einfach gemacht, so Wahnsinn.
Speaker: Orwell war auch der Traum vom großen Onkel, das ist, glaube ich, im lustigen Taschenbuch.
Speaker: Ich habe auch sehr viel, ich sage mal, verwertbares Wissen,
Speaker: was ich gegenüber Erwachsenen einsetzen konnte aus den lustigen Taschenbüchern mit sechs bis zwölf gehabt.
Speaker: Und das finde ich spannend, dass man die Vorlagen nicht kennt, aber weiß, hier ist was, was aus einer Erwachsenenkultur kommt und ich kann sogar damit irgendwie wuchern.
Speaker: Ich kann das verwenden in Gesprächen und dann ein bisschen informierter wirken als Sechsjähriger.
Speaker: Das ist unglaublich spannend.
Speaker: Ja, das ist eine sehr gute Beobachtung.
Speaker: Da hatte ich noch gar nicht drüber nachgedacht.
Speaker: Aber das stimmt.
Speaker: Ich hatte so das Gefühl schon als Kind, als ich das gelesen habe, das ist irgendwie ernster.
Speaker: Das ist anspruchsvoller und da möchte mir das lustige Taschenbuch irgendwie was mitgeben.
Speaker: Aber ich konnte es damals noch nicht so in Worte fassen natürlich.
Speaker: Genau.
Speaker: Und gleichzeitig...
Speaker: Ist es immer noch Donald, der irgendwie seine Alpernung, der fällt vom Baum und so weiter und hat Probleme mit Gustav und so weiter.
Speaker: Und wie sind diese beiden Ebenen eigentlich ineinander eingelagert?
Speaker: Also welche Ereignisstruktur oder so kommt jetzt vom Donald und welche kommt von Red Butler, vom B-For-Web?
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, aber meine Leseliste ist länger geworden gerade.
Speaker: Okay, super.
Speaker: Hast du noch ein paar Minuten für meine Schlussfragen?
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Vorher, wenn du möchtest, hast du dann auch die Gelegenheit zu einer Gegenfrage, muss aber nicht sein.
Speaker: Naja, jetzt reden wir über Comicforschung und immer, ja, das ist jetzt eher für ein Fachpublikum, aber
Speaker: zurückgefragt, was würde dich denn mal interessieren eigentlich?
Speaker: Welches Buch würdest du denn auch anfassen und mitnehmen in Urlaub, wo irgendein Aspekt des Comics erforscht oder beleuchtet wird?
Speaker: Was würde dich da eigentlich interessieren?
Speaker: Puh, das ist eine gute Frage tatsächlich.
Speaker: Und ich weiß nicht genau, wo man das unterkriegen würde.
Speaker: Also ich finde, einen der spannendsten Aspekte, der sich mir erst erschlossen hat an Comics, nachdem ich schon viele davon gelesen hatte, ist eigentlich die Rolle von Farbgebung im Comic.
Speaker: Aber das ist halt leider unfassbar subjektiv und ich
Speaker: weiß jetzt auch nicht genau, wo ich das unterbringen würde, aber man kann schon feststellen, finde ich, das ist auch was, was ich im Podcast hier immer wieder den Hörerinnen und Hörern mitgebe, achtet mal darauf, wie KünstlerInnen Farbe verwenden.
Speaker: Es gibt natürlich sehr plakative Beispiele, also klar, es gibt natürlich auch viele Comics, in denen gar keine Farbe vorkommt,
Speaker: Aber es gibt natürlich plakative Beispiele, wo dann auf einer Seite ganz explizit beispielsweise nur mit zwei oder drei Farben in der Palette verwendet werden.
Speaker: Aber es gibt halt auch... Sterios, Polyp und so.
Speaker: Ja, zum Beispiel.
Speaker: Wir hatten jetzt gerade einen Comic nach Mitternacht, hieß der, von einer relativ jungen Künstlerin, die ganz spannend mit Tag- und Nachtfarbgebung halt changiert.
Speaker: Tagsüber ist alles knallbunt und voller Blumen und nachts...
Speaker: wird die Palette dann plötzlich ganz schmal.
Speaker: Aber ich finde, das ist ein Thema, was mich interessieren würde,
Speaker: was es da so für Herangehensweisen gibt und was man damit alles so transportieren kann.
Speaker: Ich glaube nämlich, es ist mehr, als man meinen würde.
Speaker: Und ich finde es halt auch spannend, weil einige KünstlerInnen, das ist halt so nonchalant, vor allem die Studioproduktionen, gehen damit halt meistens relativ, ja, Kolo muss halt gemacht werden und dann macht es im Zweifelsfall Dave Stewart und der macht das sehr gut, aber muss halt irgendwie pro Tag auch ungefähr 20 Seiten kolorieren gefühlt.
Speaker: Und dann gibt es halt KünstlerInnen, denen das unfassbar wichtig ist, was für Farben da sind und wie die Farben aufgebracht werden dann halt auch.
Speaker: Ja, erst mal so Production Studies, mal ganz basal.
Speaker: Welche Entscheidungen werden überhaupt getroffen?
Speaker: An welcher Stelle?
Speaker: Wer hat da irgendwie Hoheit drüber?
Speaker: So...
Speaker: Ich glaube, Sebastian Bartosch hat darüber geschrieben, dass gerade auch die Farbgestaltung in der Comic-Theorie fast gar nicht vorhanden ist.
Speaker: Daran erinnere ich mich nämlich auch.
Speaker: Ich habe mich im Studium auch ein bisschen mit Comics auseinandergesetzt.
Speaker: Ich war Literaturwissenschaftler und da kam Farbe jetzt nicht so drin vor.
Speaker: Aber vieles, was ich gelesen habe, man wurde dann so sensibilisiert, was ist eigentlich der Gatter?
Speaker: Man muss halt auch darauf achten, wie die Seite aufgebaut ist und die Doppelseite und Spiel mit Leserichtung und so weiter.
Speaker: Aber über Farbe hat nie jemand gesprochen.
Speaker: Und als Medienwissenschaftler würde ich halt fragen, kommt das nicht auch daher, weil wir halt bestimmte AkteurInnen halt als Künstler verstehen.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: AutorInnen, ZeichnerInnen und die KoloristInnen halt nicht.
Speaker: Habe ich jetzt ja gerade selber gemacht.
Speaker: Ich habe irgendwie so darüber hinweggeglost, dass Dave Stewart auch Künstler ist.
Speaker: Und dann sedimentiert sich da weniger Theorie auch dazu.
Speaker: Das ist ganz spannend.
Speaker: Ja, also ich weiß nicht, wie man es aufziehen würde und was man da so rausholen könnte, aber ich finde, es ist ein unterschätztes Thema, was auch oft dann irgendwie zu kurz kommt.
Speaker: Wenn man sagt, das ist ein schönes Artwork, meint man ganz oft, es ist eigentlich eine tolle Koloration, aber man sagt es nicht.
Speaker: Man sagt dann irgendwie, das Artwork ist toll, wenn man eigentlich meint, die Koloration ist sehr gelungen oder interessant.
Speaker: Ja.
Speaker: Würde ich sofort unterschreiben.
Speaker: Da sollte es auf jeden Fall mehr dazu geben.
Speaker: Das würde ich auch sofort lesen.
Speaker: So, schön.
Speaker: Freut mich.
Speaker: Dann machen wir jetzt noch ganz schnell meine Schlussfragen und dann kannst du auch zu deinem nächsten Termin weiter.
Speaker: Lukas, wenn du drei Comics, Mangas, Graphic Novels, meinetwegen auch Webtoons, auf die einsame Insel mitnehmen dürftest, welche wären das?
Speaker: Ja.
Speaker: Aber egal, ich denke jetzt nicht drüber nach.
Speaker: Ich, äh, don't overthink it.
Speaker: Einfach aus dem Bauch raus.
Speaker: Ich nehme mit einfach, äh, One Punch Man von.
Speaker: Oh, schön, ja.
Speaker: Von, das gemacht mir einfach so viel Spaß.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Genau, ich nehme mit, äh, von, äh, Kevin Huysinger, The River at Night, äh, eher so eine Graphic Novel.
Speaker: Mhm.
Speaker: Unglaublich philosophisch und reflektiert und ich kann sie einfach unendlich oft immer wieder lesen.
Speaker: Und gerade kommt irgendwie bei Image, kommt von Kieran Gillen und Caspar Vinyard, kommt diese The Power Fantasy, ist eine neue Serie und die ist gerade meine Lieblingsserie, die gerade jetzt erscheint, nämlich unglaublich begeistert.
Speaker: An das nehme ich die auch mit.
Speaker: brauche was ganz aktuelles.
Speaker: Oh, das habe ich nur am Rande mitbekommen.
Speaker: Kieran Gillen mag ich super gerne.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Ist für mich, also wirklich das, also ist ein bisschen wie Watchmen, nur irgendwie 30 Jahre später geupdatet.
Speaker: Ach krass.
Speaker: Wie wäre es, wenn es diese Superkräfte wirklich gäbe,
Speaker: Und mit der interessanten Prämisse, dass sie halt niemals eigentlich kämpfen dürfen, weil sonst geht die Welt halt unter.
Speaker: Und das dreht es ganz, ganz toll um.
Speaker: Und das gleiche ist so eine fiktive World History, irgendwie Alternate History.
Speaker: Ich bin sehr begeistert, vor allem auch von den Dialogen und von den Farben.
Speaker: Ja, sehr schön.
Speaker: Okay.
Speaker: Ja, das kommt auch auf meine Leseliste.
Speaker: Danke für den Tipp.
Speaker: Das muss ich mir besorgen.
Speaker: Ein Comic, den es noch nicht gibt, aber den es geben sollte.
Speaker: wie auch immer du das interpretieren möchtest, was wäre das für ein Comic?
Speaker: Also ich lese gerne diese von Tom King.
Speaker: Der hat irgendwie dieses Projekt, irgendwelche obskuren alten Figuren von DC und Marvel irgendwie mal zu updaten.
Speaker: Strange Adventures, Mr. Miracle oder sowas.
Speaker: Und ich überlege mir sozusagen, was für eine Figur würde ich gerne mal in einer Tom-King-Version lesen.
Speaker: Also ein abgeschlossener.
Speaker: Und ich glaube, ich lande bei The Question.
Speaker: Von Steve Ditko und Dennis O'Neill, völlig politisch, komplett umgedreht.
Speaker: Erstmal scheint es die gleiche Figur zu sein, und jetzt von Jeff Lemire und so weiter.
Speaker: Keine Figur wird so anders eingesetzt wie The Question.
Speaker: Und ich würde gerne wissen, was Tom King damit macht.
Speaker: Das finde ich gut.
Speaker: Das finde ich eine gute Antwort.
Speaker: Ja, sehr schön.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Eine weitere Comic-Konstruktion, wenn du ein Kreativteam zusammenstellen dürftest, ganz egal, wie realistisch oder unrealistisch es ist, wen würdest du gerne mal an ein gemeinsames Projekt setzen?
Speaker: Ich glaube, zwei meiner Lieblingsautorinnen und Zeichnerinnen, die aber noch nie zusammengearbeitet haben, bei Zeichner Frank Quietly,
Speaker: der so ein bisschen mit Cren Morrison immer so diese Superhelden-Sachen gemacht hat.
Speaker: Und Jonathan Hickman.
Speaker: Jonathan Hickman, die haben aber noch nie zusammengearbeitet.
Speaker: Ich würde sehr gerne sehen, wie das werden könnte.
Speaker: Das gar nicht so unrealistisch wäre.
Speaker: Überhaupt nicht.
Speaker: Ich habe sogar noch mal gegoogelt.
Speaker: Wir haben noch nie was zusammen gemacht.
Speaker: Okay, aber ist eine coole Zusammenstellung auf jeden Fall.
Speaker: Frank Whiteley, der hat viel Superman gemacht, kann das sein?
Speaker: Ja, aber auch X-Men mal mit Grant Morrison zusammen und so, der hat eigentlich alles mal gemacht, was irgendwie
Speaker: Das ist aber immer sehr besonders.
Speaker: Es ist so unverwechselbar natürlich.
Speaker: Sehr coole Kombination.
Speaker: Finde ich gut.
Speaker: Ein kleiner Werbeblock.
Speaker: Eine Empfehlung aus dem Schlitter Verlag.
Speaker: Ein Comic von uns, den du gerne gelesen hast.
Speaker: Fair enough, fair enough.
Speaker: Ich glaube, ich habe Nimona von Neil Stevenson schon erwähnt, war ein Werkcomic und das hat mich sehr gefreut, dass das bei Splitter auch auf Deutsch rausgekommen ist.
Speaker: Genau, und jetzt habe ich mal geguckt, was kommt denn demnächst raus und das ist dieses Tonari no Yokai-san, dieses Mein-Nachbar-Yokai-Manga.
Speaker: Von Novo.
Speaker: Und das werde ich auf jeden Fall lesen.
Speaker: Das ist ganz knuffig.
Speaker: Das sieht total spannend aus.
Speaker: Ich versuche ja auch immer Comics dann irgendwie auf Japanisch zu lesen, aber es ist auch immer ewig die zu importieren.
Speaker: Digital will man es auch nicht.
Speaker: Und von daher, das wäre mal wieder was, wenn ich in Deutschland bin, was ich unterstütze.
Speaker: Cool, ja, beides sehr schöne Empfehlungen, auf jeden Fall.
Speaker: Ja, Nimona haben wir sogar gerade in einer neuen Auflage rausgebracht.
Speaker: Ist also wieder verfügbar.
Speaker: Der Film war auch so großartig.
Speaker: Klasse, ja.
Speaker: Ganz, ganz tolle Adaption.
Speaker: Eine aktuelle Medienempfehlung, ein Buch, ein Film, eine Serie, ein Videospiel, was auch immer, was dich in letzter Zeit wirklich begeistert hat.
Speaker: Ich meine, du konsumierst viel oder nimmst viel wahr, hast du selber schon gesagt, aber was hat dich zuletzt so richtig abgeholt?
Speaker: Darf ich wieder drei sagen?
Speaker: Ja, wenn du klar.
Speaker: Ganz unterschiedlich.
Speaker: Takopis Original Sin, der Anime, ist eine Anime-Serie, die gerade jetzt im Juni rausbekommen ist und ein
Speaker: Comic von Taisan Go adaptiert hat.
Speaker: Wahnsinnig taffes Thema, aber trotzdem knuffig und süß, aber auch erschreckend und es macht abgefahrene Dinge mit mir.
Speaker: Takopis Original Sin, wahrscheinlich auf Crunchyroll oder so verfügbar.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Das kann bei Wizz Media jetzt das Comic erste auch raus und jetzt die Anime-Adaption, die ist echt abgefahren.
Speaker: Okay, cool.
Speaker: Genau, dann weniger originell.
Speaker: Also ich war auch wie von Andor...
Speaker: glaube ich, begeisterter Star Wars Serie.
Speaker: Ah, ja.
Speaker: Unfassbar, die zweite Staffel, wenn man
Speaker: komplett ohne Laserschwerter und Jedi Knights und Force und so.
Speaker: Ich hab's Gefühl, wenn es gar kein Star-Wars-Content mehr gäbe, sondern nur noch Andor, wäre das... Star-Wars ist immer dann am besten, wenn kein Star-Wars drin ist.
Speaker: Also irgendwie, sie sind sehr gut darin, so Kriegsfilme zu machen.
Speaker: Ja, ich mag dieses... Ich schau schon auch dieses High-Fantasy dann irgendwie quasi auch irgendwie Ashoka und so was.
Speaker: Aber Andor war unglaublich.
Speaker: Ja, das stimmt.
Speaker: Ist eigentlich nur so Zweiter Weltkrieg.
Speaker: Résistance-
Speaker: Ja.
Speaker: Genau, und ich mochte von Seth Rogen diese Studio, so eine Metaserie, die gerade jetzt auch ein paar Monate rauskam, eine Serie übers Machen von Serien und so weiter.
Speaker: Comedy, abgeschlossene Folgen mit jeweils einem bestimmten Konzept.
Speaker: Da gibt es dann diese
Speaker: One-Shot-Serie, die über das Drehen von einem One-Take ist, in einem One-Take gedreht und sowas.
Speaker: Das war ein Riesenspaß.
Speaker: Oh, okay.
Speaker: Das habe ich nur am Rande mitbekommen.
Speaker: Das ist bestimmt spannend.
Speaker: Seth Rogen macht gute Sachen, finde ich.
Speaker: Er hat ja überall die Finger drin inzwischen.
Speaker: Aber da kommt oft auch gute Sachen bei raus.
Speaker: Und dann ganz zum Schluss, wenn du einen nerdigen Wunsch hättest, egal wie groß, egal wie klein, was würdest du dir wünschen, Lukas?
Speaker: Ach ja, dann bin ich da mal endlich auf der San Diego Comic Con natürlich.
Speaker: Das finde ich einen sehr schönen Wunsch.
Speaker: Ich tue so, als würde ich ethnografische Feldforschung betreiben, aber eigentlich freue ich mich, auf der San Diego Comic Con zu sein.
Speaker: Eigentlich willst du dir The Power Fantasy von Kieran Gillen unterschreiben lassen.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Früher bin ich mit 16 immer nach Essen, zum Spiel, Comicmesse und nach Erlangen.
Speaker: Und jetzt bin ich als Forscher in San Diego.
Speaker: Aber es ist das gleiche Feeling vielleicht noch wie früher.
Speaker: Ich weiß es nicht.
Speaker: Ich glaube, das ist sehr überwältigend da, aber irgendwie es einmal zu machen, das wäre schon sehr reizvoll.
Speaker: Ja, also wahrscheinlich, wer es einmal macht, ist klug, wer es zweimal macht, ist dumm oder sowas, aber ja.
Speaker: Guter Spruch.
Speaker: Ich war noch nicht da.
Speaker: Ich auch nicht.
Speaker: Sehr schöner Wunsch zum Abschluss.
Speaker: Ich drücke dir die Daumen, dass es irgendwann mal klappt.
Speaker: Und vielen lieben Dank, dass du da warst und dir die Zeit genommen hast.
Speaker: Es war ein sehr erleuchtendes Gespräch, sehr unterhaltsam, finde ich auch.
Speaker: Ich habe wieder einiges zu meiner Leseliste mitgenommen.
Speaker: Hat sehr viel Spaß gemacht.
Speaker: Das freut mich sehr.
Speaker: Und wie gesagt, alle Links findet ihr in den Shownotes über das, was wir gesprochen haben.
Speaker: Schaut doch gerne mal bei der Comfort vorbei, auch auf Instagram und überhaupt.
Speaker: Und schreibt auch uns gerne splittercast at splitter-verlag.de auf den sozialen Medien at splitterverlag.
Speaker: Ihr wisst Bescheid.
Speaker: Und dann, Lukas, wünsche ich dir noch einen schönen Resttag und euch noch auch einen schönen Resttag oder Abend, wann auch immer ihr das hier hört.
Speaker: Und bis zum nächsten Mal.
Speaker: Ciao.
Speaker: Dankeschön.
Speaker: Tschüss.


