Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zum Splittercast, dem Podcast von und mit dem Splitter Verlag, Bielefelds bestem Comic- und Manga-Verlag.
Speaker: Mein Name ist Max und in diesem Podcast spreche ich mit Macherinnen und Machern aus der deutschsprachigen Comics-Szene.
Speaker: Deutschsprachig ist auch wieder das richtige Stichwort, denn wir sind in Teil 2 unseres kleinen dreiteiligen Schweiz-Specials.
Speaker: Zuletzt hatte ich Tom und Marco von Skindeskrow zu Besuch und im neuen Jahr werde ich mit Matthias von der Verlagsauslieferung Kaktus sprechen.
Speaker: Heute allerdings spreche ich mit Angela, der Betreiberin des Comics-Shops in Basel.
Speaker: Der wurde mir mehrfach sehr ans Herz gelegt, auch wenn ich leider noch nie dort war.
Speaker: Und in den folgenden anderthalb Stunden spricht sie über ihre Arbeit, über ihre Erfahrungen im Comicgeschäft als ehemals zumindest einzige Comicladenbetreiberin der Schweiz.
Speaker: über den Markt, über den deutsch-französisch-englischen Markt.
Speaker: Denn sie ist da in einer sehr spannenden Schnittstelle der Märkte und Leserschaften.
Speaker: Und ich finde, es ist ein super spannendes Gespräch geworden, was auch noch mal ein paar andere Perspektiven aufmacht.
Speaker: Und Angela hat eine sehr interessante und sehr, ich sag mal, allumfassende oder ganzheitliche Einstellung dazu, was einen Comicladen ausmacht und wie ein Comicladen und das Comicgenre und der Comichobby
Speaker: Die Comic-Hobby schafft eigentlich alles, funktionieren kann und funktionieren sollte.
Speaker: Freut euch auf das Gespräch, das letzte Splittercast-Gespräch im Jahr 2025.
Speaker: Wir hören uns 2026 dann wieder.
Speaker: Vielen Dank euch allen, liebe Hörerinnen und Hörer, dass ihr treu dabei geblieben seid, dass ihr dem Podcast die Treue haltet für die Zuschriften, für die Kommentare und das Feedback.
Speaker: Ich freue mich natürlich trotzdem über weiteres Feedback, Zuschriften, Kommentare und auch gerne Kritik.
Speaker: splittercast.splitter-verlag.de ist die Adresse und auf den sozialen Medien at splitterverlag überall.
Speaker: Und dann, glaube ich, sind wir für dieses Jahr auch mit den Vorgeplänkeln, mit den Intros fertig.
Speaker: Viel Spaß mit Splittercast Folge 80 mit Angela vom Comics Shop Basel.
Speaker: Guten Morgen, Angela.
Speaker: Herzlich willkommen im Splittercast.
Speaker: Schön, dass du da bist und liebe Grüße zum zweiten Mal jetzt in die Schweiz.
Speaker: Hattest du bisher einen erfolgreichen Morgen?
Speaker: Ja, guten Morgen, Max.
Speaker: Vielen Dank für die Einladung.
Speaker: Und mein Morgen bisher war schon ein bisschen hektisch.
Speaker: Ja.
Speaker: Kurzer Wasserschaden noch im Dezember, das ist immer ein bisschen hektisch zum sonstigen Weihnachtsgeschäft.
Speaker: Ja, aber sonst bin ich jetzt tiefenentspannt.
Speaker: Perfektes Timing, könnte man sagen, ne?
Speaker: Genau, genau.
Speaker: Und direkt ein sehr schöner Einblick in die Sachen, die man sich als Ladenbetreiberin auseinandersetzen muss.
Speaker: Also ich meine, kann ja auch sein, dass man in einer Privatwohnung mal sowas hat, aber es ist natürlich ganz besonders viel Druck, wenn man den Kundenverkehr zwischendurch noch handeln muss, schätze ich.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Das ist eigentlich eine Zweitwohnung sozusagen.
Speaker: Die Verantwortung hört zu Hause nicht auf, sondern geht dann weiter beim Betreten des Geschäfts.
Speaker: Da kommen wir gleich sicherlich nochmal zu.
Speaker: In dem Zusammenhang aber vielen Dank, dass du dir jetzt die Zeit nimmst.
Speaker: Wir sind in der Adventszeit.
Speaker: Wenn ihr diese Folge hört, ist das Gespräch schon ein paar Wochen in der Vergangenheit.
Speaker: Und Adventszeit oder Weihnachtszeit ist für den Einzelhandel allgemein, aber auch für Comicläden und Buchläden im Speziellen immer eine sehr hektische, sehr aufreibende Zeit, eine sehr wichtige Zeit.
Speaker: Auch da weiß ich das sehr zu schätzen, dass du die Zeit jetzt nimmst hier,
Speaker: eine Stunde, eine gute Stunde mit mir zu quatschen über deine Arbeit und über den Comics Shop in Basel.
Speaker: Vielen Dank, schon mal im Voraus.
Speaker: Danke, gerne, gerne, ja.
Speaker: Für viele meiner Hörerinnen und Hörer, die größtenteils, das weiß ich aus den Backend-Metriken, in Deutschland sitzen, das überrascht mich jetzt nicht, aber es überrascht wahrscheinlich niemanden, der hier zuhört, aber mal so am Rande, ist der Comics-Shop in Basel vielleicht gar nicht so ein großer Begriff.
Speaker: Mir wurde der Laden, also wir haben uns vor kurzem kennengelernt, auch wenn ich das später vergessen hatte, ehrlich gesagt, auf der Animagic.
Speaker: Und mir wurde dein Laden mehrfach empfohlen von Leuten, die es wissen müssen, nämlich von anderen Schweizern, unter anderem von unserem Vertriebschef in der Schweiz, von Kaktus, von Matthias van Kaktus, der in der nächsten Folge zu Gast sein wird.
Speaker: Hint, hint, schon mal ein kleiner Spoiler für das neue Jahr.
Speaker: Ähm...
Speaker: Und deshalb habe ich dich eingeladen, um deine Perspektive uns mal ein bisschen zu erzählen und deine Erfahrungen einerseits mit dem Schweizer Comicmarkt, aber auch gerade mit deinem Comicladen in der Schweiz.
Speaker: Bevor wir da einsteigen, würde ich aber dich gerne noch ein bisschen besser kennenlernen, beziehungsweise auch, dass die Hörerinnen und Hörer dich ein bisschen besser kennenlernen.
Speaker: Und ein paar Worte über deinen, ich habe es mal Werdegang genannt, das klingt jetzt so offiziell.
Speaker: Ja.
Speaker: Und zwar vielleicht erst mal, wie bist du eigentlich Comic-Verkäuferin geworden?
Speaker: Das ist jetzt ja kein ganz alltäglicher Beruf, sicherlich auch nicht in der Schweiz, in Deutschland jedenfalls nicht.
Speaker: Oder Buchhändlerin zuerst oder wie hat sich das denn eigentlich ergeben, dass du jetzt in Basel den Comics-Shop leitest?
Speaker: Also zu meinem Werdekommens.
Speaker: Schuhgröße, meine Körpergröße, meine Blutgruppe, aber auch vielleicht mein richtiges Alter.
Speaker: Ich bin eigentlich ein bisschen zufällig zum Comic-Shop gekommen.
Speaker: Ich, wie gesagt, du hast es kurz erwähnt, ich bin Buchhändlerin, ich habe in einer universitären Buchhandlung meine Ausbildung gemacht, eigentlich auch ein bisschen mehr aus Frust, weil ich lieber gerne studiert hätte, als Bücher zu verkaufen und ich wollte einfach diese Luft schnuppern und
Speaker: Natürlich habe ich viel gelesen und ist das Buch und die Kultur grundsätzlich etwas, das mich schon seit jeher begleitet hat.
Speaker: Aber im Prinzip war da nicht schon ein Plan oder eine konkrete Vorstellung.
Speaker: Danach habe ich ein bisschen Umwege gemacht.
Speaker: Ich war in der Papiermühle, habe meditativ Bittenpapier geschöpft und ein eigenes Buch dort hergestellt, gebunden.
Speaker: Umso mehr die buchtechnischen Seiten mir angeschaut.
Speaker: Danach habe ich für ein Filmvideo Neue Medien Festival gearbeitet.
Speaker: Ich habe dann aber gemerkt, dass in der Lehrzeit mich immer ein bisschen genervt hat, dass ich nicht wusste, wie wirtschaftlich diese Buchhandlung ist.
Speaker: Immer am Abend die Kasse zählen und dann hat man da 500, 600 Schweizer Franken drin.
Speaker: Wie ist das möglich, all diese Löhne zu bezahlen?
Speaker: Und das war so eine Neugier eigentlich für diesen Buchhandel.
Speaker: Und habe dann in Frankfurt, da gab es damals eine Weiterbildung, eigentlich die einzige in der Schweiz, das gibt es wahrscheinlich bis heute noch nicht, etwas Weiterführendes, Unternehmerisches.
Speaker: Und das habe ich dann besucht, so ein bisschen die Hintergründe und die Wirtschaftlichkeit, einen Buchhandel oder ein Buchgeschäft zu führen, zu erfahren.
Speaker: Und vielleicht ist es auch noch wichtig, ich habe meine Lehrzeit Ende 90er Jahre gemacht.
Speaker: Das heißt, es war natürlich auch, dass Internet kam, die große Angst, das große Buchhandelsterben, die Angst, dass eigentlich Hausfrauen, die gerne lesen, Buchhandlungen führen.
Speaker: Und irgendwie so war es ein bisschen Endzeitstimmung, hatte ich das Gefühl.
Speaker: Und das sah ich aber anders und sehe ich immer noch anders.
Speaker: Schreckgespenst-E-Book-E-Book-E-Book.
Speaker: Genau, und das böse große A. Und eigentlich zum Comic-Shop bin ich gekommen.
Speaker: Vor 20 Jahren hat der Comic-Shop einen Buchhändler gesucht, einen Mann.
Speaker: Und ich habe mich dann frecherweise als Frau beworben.
Speaker: War das eine konkrete Ausschreibung auf einen männlichen Bewerber?
Speaker: Ich glaube nicht, das war damals halt einfach ja, Comics hat man noch nicht gegendert.
Speaker: Man hat auch nicht gegendert und vielleicht auch ja, das war natürlich schon eher eine Männerdomäne Comic-Shops und so.
Speaker: Und
Speaker: Und so kam ich dann zum Comic-Shop und das war eine Offenbarung für mich, weil natürlich diese ganze Affinität zu Bild, Kunst, Kultur und Buch natürlich dann einen Sinn für mich ergaben.
Speaker: Und daraus ist jetzt eine lange, intensive Geschichte entstanden.
Speaker: Das heißt, bevor du im Comic-Shop angefangen hast, hattest du dich gar nicht so richtig mit Comics auseinandergesetzt oder warst du vorher auch schon Comic-Leserin?
Speaker: Ich war schon auch Comics-Elisarin.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Ich hatte seit ich 17, 18 bin auch immer das Strapazin abonniert, um diese Alternativen und diese im weitesten Sinne avantgardistischen jungen Künstler kennenzulernen.
Speaker: Das hat mich sehr fasziniert.
Speaker: Ich bin natürlich eher in der Provinz groß geworden.
Speaker: Da war natürlich der Zugang zu Comics nicht so groß.
Speaker: Das heißt einfach Asterix, Timon Struppi und ich habe die natürlich Gaston gelesen.
Speaker: Das hat mir auch Spaß gemacht.
Speaker: Aber ich denke, die große inhaltliche Öffnung kam erst später.
Speaker: Ja, verstehe.
Speaker: Hast du dich denn dann schnell in diese neue Warengruppe reingefunden?
Speaker: Also wie kann man sich das vorstellen?
Speaker: Klar, du hast ein paar Comics schon gelesen gehabt.
Speaker: Strapazin, by the way, für diejenigen Hörer und Hörer, die es nicht wissen, ist, ich würde schon sagen, ein avantgardistisches Comic-Magazin, auch aus der Schweiz, hing früher im selben Atelier, mehr oder weniger, wie die Edition Moderne.
Speaker: Ich glaube, das ist inzwischen nicht mehr so.
Speaker: Kann man sich gut mal angucken, gibt es auch in Deutschland in Comicläden und auf jeden Fall auch im Abo zu bestellen.
Speaker: Da kann man sich mal, also wenn man mal wirklich sehen will, wie Comics gemacht werden können, wenn man es darauf anlegt, ein bisschen neue Wege zu gehen, dann kann man sich das Schrappazin mal anschauen.
Speaker: Ja.
Speaker: Nee, genau, aber als du dann da vor 20 Jahren reingestiegen bist, wie darf man sich das vorstellen?
Speaker: Hast du dann einfach erstmal wochenlang gelesen, so querbeet durchs Sortiment oder hattest du schon eine klare Vorstellung davon, was dir gefällt und was nicht oder wie bist du seitdem als Leserin sozialisiert?
Speaker: Ich lese querbeet alles.
Speaker: Ich lese auch Sachen, die mir nicht gefallen, die ich nicht aussuchen würde.
Speaker: Die liest du auch?
Speaker: Ja, das gehört wirklich auch zum Beruf.
Speaker: Das ist diese Überwindung.
Speaker: Natürlich, der Einstieg, also realistischerweise muss man sagen, ein, zwei Jahre braucht es, bis man drin ist.
Speaker: Mindestens.
Speaker: Weil wir haben natürlich auch hier in Basel, wir sind eigentlich der einzige Laden, der konsequent dreisprachig und das komplette Sortiment hat.
Speaker: Und deswegen keine Angst vor Französisch, keine Angst vor Englisch.
Speaker: Und unsere Kundschaft ist so divers.
Speaker: Also wenn ich...
Speaker: Und ein 70-Jähriger, der natürlich mit Helfrunk groß geworden ist, der muss es schalten.
Speaker: Ich muss wissen, von was er redet.
Speaker: Und dieser Anspruch, das ist sicher auch ein persönlicher, aber das ist sicher auch ein Qualitätsmerkmal.
Speaker: Ich weiss nicht, dass...
Speaker: dass auch das Team mittragen muss.
Speaker: Ja, verstehe.
Speaker: Deswegen ist die, meine persönliche Einarbeitung war am Anfang sicher auch sehr punktuell.
Speaker: Also es gibt natürlich viele Dinge, Maus oder Persepolis und so, die habe ich schon gekannt, aber einfach wirklich so in die Tiefe gehen.
Speaker: Vor allem auch im klassischen Bereich oder so.
Speaker: Und bei den Mangas war es einfacher, weil ich dort natürlich schon,
Speaker: Sachen gekannt habe und auch aus persönlichem Interesse.
Speaker: Weiß ich ja nicht.
Speaker: Also ich kenne persönlich Manga ist nicht besonders gut.
Speaker: Ja genau, aber das war natürlich so ein bisschen dieses Ganze, bevor dann dieser erste große Boom kam.
Speaker: Ah stimmt.
Speaker: Das war dann ein Mittwachsens, so zu sagen.
Speaker: Ja, vor 20 Jahren war es noch nicht so ganz zu überwältigen wie heute.
Speaker: Ja stimmt, klar.
Speaker: Wie würdest du denn deinen persönlichen Geschmack dann umreißen?
Speaker: Also wenn du sagst, du liest auch Sachen, die dir gar nicht gefallen, was sind denn so Sachen, die dir gar nicht gefallen zum Beispiel?
Speaker: Oder Umkehrschluss, vielleicht netter darüber zu reden, was dir besonders gut gefällt.
Speaker: Ich, wie formuliere ich das jetzt ganz charmant, ich sage mal so, ich liebe Comics.
Speaker: Und alle Comics, die auch Comics sind.
Speaker: Und das spürt man relativ schnell beim Lesen, wie affin Künstler, Szenarist oder beides in Personalunion ist.
Speaker: Und deswegen bin ich hier inhaltlich, künstlerisch, thematisch absolut offen.
Speaker: Und kann ich nicht sagen, mich interessiert nur dieses Genre oder nur das.
Speaker: Es ist Querbeet.
Speaker: Es gibt Comics, die mich sozusagen nachhaltig prägen.
Speaker: Die nachhaltig ein Gefühl in mir wecken und ich fühle mich diesem Comic verbunden.
Speaker: Ja.
Speaker: Das ist sicher Jippi.
Speaker: Der Künstler Jippi, ja.
Speaker: Genau, der hat Werke gemacht, die nicht...
Speaker: die mich sehr begleiten oder zum Beispiel auch Charles Burns' Black Hole ist für mich auch ganz wichtig.
Speaker: Es gibt im Gekika im Manga-Bereich Tatsumi-Werke von ihm, die mich ganz stark berühren und etwas machen.
Speaker: Dann gab es einfach Phasen, da habe ich sehr viel Trash gelesen, sehr viel Punk-Geschichten, auch ein Manga-80er-Jahre-Bereich und heute ist es mir zu brutal, zu gewalttätig.
Speaker: Also aktuelles Beispiel ist, ich habe glaube ich, vor ein paar Monaten Doro Hedoro, das bei Manga-Kult erschienen, eine aktuelle Serie.
Speaker: Ich habe das erste Mal Albträume gehabt.
Speaker: Ich habe gedacht, ich wäre von Krokodil gefressen worden.
Speaker: Und da merke ich, ich verändere mich im Laufe der Jahre und auch meinen Lesergeschmack und so.
Speaker: Und deswegen ist es immer so ein bisschen auch, ja,
Speaker: unterschiedliche Zeiten, unterschiedliches Alter, unterschiedliche Themen.
Speaker: Aber über allem steht eigentlich wirklich die Leidenschaft, dass der Comic gut erzählt ist, dass das Medium Comic nicht gesucht, nicht gekünstelt in einer Form vollendeten Lesevergnügen ist.
Speaker: So irgendwie.
Speaker: Ja, ich glaube, ich weiß, was du meinst.
Speaker: Ich glaube, viele Hörerinnen und Hörer auch, aber es ist ein bisschen schwer zu erklären.
Speaker: Aber ich glaube, ja, es gibt Comics oder comicartige Produkte, denen man anmerkt, dass es mehr so die Form ist, weil es halt die Form ist.
Speaker: Und es gibt welche, wo man merkt, dass es von vornherein als Comic konzipiert ist und auch nicht anders gemacht werden könnte.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja.
Speaker: Jetzt haben wir ein paar Sätze über dich verloren.
Speaker: Ich glaube, wir haben ein besseres Gespür, oder die Hörerinnen und Hörer vor allem, ein besseres Gespür für dich als Person.
Speaker: Aber viele, also ich muss auch zugeben, ich glaube, ich war schon mal in Basel, aber ich kann mich nicht daran erinnern, in dem Comics-Shop gewesen zu sein.
Speaker: Soll ich das nachholen?
Speaker: Ja, ich weiß, ich weiß, aber ich müsste ganz viele Sachen nachholen.
Speaker: Aber vielleicht ergibt es sich ja nochmal, dass ich in die Schweiz komme.
Speaker: Und wenn ich nochmal in Basel bin, dann komme ich auf jeden Fall vorbei, keine Sorge.
Speaker: Aber ich glaube, das geht tatsächlich vielen Hörerinnen und Hörern so, dass sie noch nie da waren.
Speaker: Das ist bei den meisten Shops so, die ich hier vorstelle und mit deren Betreibern ich hier spreche.
Speaker: Aber wenn du jetzt mal ein bisschen Werbung machen müsstest und den Hörerinnen und Hörern einen Besuch in Basel und speziell in deinem Laden geschmackhaft machen würdest, was würdest du denn darüber erzählen?
Speaker: Du hast vorhin schon erwähnt, ihr führt Comics in drei Sprachen.
Speaker: Deutsch, Englisch, Französisch, ja?
Speaker: Ja, also Basel schmackhaft machen ist natürlich, weil wir am Rheinknie sozusagen an einem wunderschönen Ort sind, der sehr warm ist, der sehr lieb ist.
Speaker: Die Menschen in Basel sind eigentlich äußerst freundliche Gesellen.
Speaker: Wir haben...
Speaker: Wir haben eine sehr offene Mentalität.
Speaker: Wir sind auch in diesem Drei-Länder-Eck mit Frankreich, Deutschland, Schweiz.
Speaker: Wir haben auch Trams, die über die Grenzen fahren.
Speaker: Also es ist wirklich, Basel wird als Großregion oder Drei-Länder-Region bezeichnet.
Speaker: Wir sind anders als in anderen Teilen der Schweiz, wo die Grenze ein bisschen heikler ist.
Speaker: Und
Speaker: Basel bietet natürlich sehr viel Kultur und Museen.
Speaker: Wir haben das Cartoon Museum und wir haben den Comic Shop.
Speaker: Und der Comic Shop ist seit 42 Jahren auf dem Buckel und wir sind einen Besuch wert, weil wir eben diese Dreisprachigkeit haben, im Sinne auch von immer Zeigen des Originals, aber auch zu wissen, was der Markt derzeit bringt.
Speaker: Wir möchten ein Comic-Shop sein, der alle einlädt, Comics zu entdecken.
Speaker: Und das gelingt uns sehr gut.
Speaker: Wir sind sozusagen in Basel eine Institution geworden, das zumindest tragen die Menschen zu uns hinein.
Speaker: Und wir sind auch ein Geschäft, das international sehr geschätzt ist.
Speaker: Vielleicht eben, das ist auch immer, wie viel man reist, wie viel man sieht.
Speaker: Aber wir haben doch sehr viele Kunden, die auch viel unterwegs sind, die gezielt auch immer Comic-Shops aufsuchen.
Speaker: Und auch internationale Gäste, die schätzen eigentlich, dass wir ein gut sortiertes Programm haben und für jeden Geschmack etwas und wir sozusagen das sehr inkludiert sehen.
Speaker: Und das, ja, ich glaube, uns zeichnet vielleicht auch aus eben eine Veranstaltungskultur.
Speaker: Das kann man jetzt sagen, ja, das machen ja alle.
Speaker: Und doch sehen wir das als Zusatzauftrag on top, auch hier nicht nur einfach...
Speaker: den Verkaufspunkt zu sehen, um unsere Löhne und unseren Unterhalt zu sichern, sondern wirklich auch die Kunst und das, was dahinter steckt und dieses Bindeglied auch zu sein von Künstler, Verlag und Leserschaft.
Speaker: Genau.
Speaker: Wir sind sehr umtriebig oder ich bin vielleicht sehr umtriebig.
Speaker: Ich bin sehr engagiert.
Speaker: Ich bin in verschiedenen Netzwerken oder mache sehr viel.
Speaker: Ich gebe auch sehr viele Workshops und Weiterbildungen in der ganzen Zeit.
Speaker: Und das ist natürlich auch immer dieser Blick über den Tellerrand.
Speaker: Ja, und das ist ein bisschen, ich glaube, auch eine Art des Denkens, das wirkt sich natürlich dann auch auf Teamladen und alles aus.
Speaker: Und ich glaube, das macht dann eine Atmosphäre oder das ergibt eine Atmosphäre.
Speaker: Und deswegen lohnt sich das vielleicht einmal, wenn man diese Atmosphäre mal schnuppern möchte, vorbeizukommen.
Speaker: Sehr gut.
Speaker: Nein, ich finde das super.
Speaker: Das ist sehr schön.
Speaker: Das muss man auch mal unterstreichen.
Speaker: Also ihr seid wahnsinnig umtriebig.
Speaker: Du bist wahnsinnig umtriebig.
Speaker: Ihr habt diesen Comics-Palaber am Laufen.
Speaker: Ihr habt Signierstunden und Veranstaltungen, so wie ja auch Läden in Berlin das teilweise machen.
Speaker: Ihr seid auf Conventions und Buchfestivals.
Speaker: Fantasy Basel seid ihr zum Beispiel, glaube ich.
Speaker: Buch Basel.
Speaker: Also das sind alles Sachen, die mir persönlich nicht viel sagen, muss ich ehrlich zugeben.
Speaker: Aber die Liste ist schon lang und sehr umfangreich.
Speaker: Ist es das, was für dich einen guten, ich sage guten jetzt mal in Anführungszeichen, ist natürlich ein sehr breiter Begriff und das kann man sehr unterschiedlich interpretieren, aber was es für dich einen guten, modernen Comic-Shop ausmacht?
Speaker: Dass man so vielseitig ist und sich so breit aufstellt und versucht, alle mitzunehmen und da auch mit so viel Herzblut dahinter ist?
Speaker: Oder ist es, könntest du dir auch ein anderes Konzept vorstellen?
Speaker: Also ich muss sagen, Anlass, dass es so ist, ist natürlich der Historie vom Comic-Shop selber geschuldet.
Speaker: Auch ein Kind der 80er Jahre, 83 gegründet.
Speaker: Gilbert Shelton, Freak Brothers, das waren drei Jungs, die diesen Laden gegründet haben.
Speaker: Einer dieser drei Jungs, der einzige, der noch lebt, hat mir das am 40-jährigen Jubiläum dann mal erzählt.
Speaker: zum Frauen kennenzulernen, Partys zu machen.
Speaker: Das ist ein Comic-Shop, wurde gegründet aus ganz anderen Absichten, als er natürlich heute ist.
Speaker: Und es war trotzdem schön, dass aus diesen Gründen etwas entstanden ist, das bestanden hat.
Speaker: Klasse.
Speaker: Das ist natürlich auch Menschen zu verdanken, auch sozusagen dem ersten richtigen Inhaber und Aufbauer dieses Geschäfts, Felix Galli.
Speaker: der immer schon in den 80er Jahren große, namhafte Künstler nach Basel geholt hat und so natürlich eine Verpflichtung geschaffen hat.
Speaker: Also als ich vor 20 Jahren das übernommen habe, habe ich zuerst einmal die Archive durchgeschaut und gedacht, meine Güte, das ist ein Erbe, wie gehe ich damit um?
Speaker: Und diese Verpflichtung, umtriebig zu sein, habe ich stark aus dieser Zeit.
Speaker: Mhm.
Speaker: Nun ist viel Zeit durchs Land gestrichen und die Welt hat sich verändert.
Speaker: Und ich mache vieles aus einem eigenen Antrieb, dieser Verantwortung oder dieser Geschichte geschuldet.
Speaker: Aber ich würde sagen, zunehmend realisiere ich, dass es keine Selbstverständlichkeit ist.
Speaker: Und das merke ich, wenn ich, ich bin viel unterwegs, egal wo ich bin, ich besuche eigentlich alle Comic-Shops.
Speaker: Deswegen kenne ich auch relativ viele Comic-Shops und schaue mir das ganz genau an, egal in welchem Land.
Speaker: Und dann merke ich, was wir hier in Basel machen und was andere tun.
Speaker: Und das hilft mir so ein bisschen zu positionieren oder zu schauen.
Speaker: Ja, das ist einerseits der Verantwortung geschuldet, andererseits aber wirklich auch, ich sage jetzt mal, Überlebenstrieb.
Speaker: Also man muss sich ja immer wieder irgendwie neu erfinden, mit der Zeit gehen.
Speaker: Und mein Eindruck ist ganz oft, dass ich in Geschäften bin, wo ich, ohne jetzt Namen oder Orte zu nennen, wo ich natürlich merke, da ist die Zeit stillstehen geblieben.
Speaker: Und das ist natürlich ein strukturelles Problem, auch ein bisschen, das nicht hilft, das nicht förderlich ist.
Speaker: Und ja, jetzt habe ich ein bisschen nach Umwegen geantwortet.
Speaker: Nein, ich finde, du sprichst viele wichtige Punkte an und viele Sachen, die, glaube ich, auch viele Leute, auch in Deutschland, also viele Regionen in Deutschland zum Beispiel haben ja gar keinen Comicladen im weiteren Sinne.
Speaker: Also wir kriegen viele Zuschriften, die wir kriegen,
Speaker: bezüglich der Verfügbarkeit unserer Comics, rühren daher, dass Leute schreiben, die halt im Umkreis von zwei Autostunden keinen Comicladen mehr finden.
Speaker: Ja, ist ein Problem.
Speaker: Es ist ein Problem, ja.
Speaker: Und gerade jetzt in Bielefeld, wo ich ja sitze, als ich hierher gezogen bin, vor inzwischen fast neun Jahren, gab es drei Comicläden.
Speaker: Jetzt gibt es noch einen und der hat irgendwie drei Stunden am Tag auf, wenn man Glück hat.
Speaker: So wie mal Daumen.
Speaker: Ja, es ist tragisch, aber dementsprechend würdest du schon sagen, dass diese Art von Umtriebigkeit und diese Art von Rahmenprogramm auch, du meintest es gerade, Künstlereinladung, ihr hattet Trondheim, Möriss und auch Deutsche, Joshua Sauer, Ralf König, das war jetzt ein paar Namen, die du mir genannt hattest.
Speaker: Das ist auch was, was die Kundschaft, also ich gehe davon aus, dass es was ist, was eure Kundschaft wertschätzt, aber es ist auch was, was die Kundschaft erwartet.
Speaker: Weder noch kann ich nicht fragen.
Speaker: Keine Wertschätzung und keine Erwartungshaltung.
Speaker: Ja, weil, wie gesagt, die
Speaker: Veranstaltungen, das weiß wahrscheinlich jeder, der solche Sachen macht, das ist ja immer, das ist kein Selbstläufer.
Speaker: Ja, es ist vor allem sehr viel Arbeit.
Speaker: Die Veranstaltungskultur hat sich ja sehr stark verändert.
Speaker: Wenn Ralf König oder Ralf Rute oder Sauer oder in Zeiten damals kamen, da standen die Menschen Schlange.
Speaker: Diese Zeiten sind vorbei.
Speaker: Ja.
Speaker: Oder anders, nicht vorbei, sie sind an anderen Orten oder es ist einfach, das ist wie kein Selbstläufer.
Speaker: Und die Anerkennung kriegen wir durchaus von Kunden und manchen ist es auch wurscht egal, das ist manchmal ein anderes Publikum auch.
Speaker: Genau.
Speaker: Aber was ich noch sagen wollte, wegen diesen Comic-Shops oder Bielefeld, der so richtige Wüstenlandschaft ist, zumindest Comic-Shop-mäßig, das erlebe ich ja, wenn ich unterwegs bin und diese Weiterbildungen mache, wenn ich irgendwo in einem Schweizer Tal bin.
Speaker: dann erzählen die dir auch, sie müssen zuerst nach Chur und dann vielleicht nach Zürich.
Speaker: Also die müssen ja auch ein, zwei Stunden irgendwo hin, damit sie irgendwas finden.
Speaker: Das höchste der Gefühle ist dann eine Orel Füßli-Arca-Talia-Filiale.
Speaker: Und die interessieren sich nicht für Comics und entsprechend...
Speaker: ist dann die Beratung oder auch so das Erfolgsergebnis, also Erlebnis, auch nicht das Gleiche.
Speaker: Und da sehe ich durchaus, dass hier die Sensibilität für die Comicbranche insgesamt, ja, dass hier noch Handlungsbedarf wäre oder wieder wäre.
Speaker: Aber das gibt dann wie die nächste Frage, ja wer macht das, was sind das für Menschen, wie regelt man das?
Speaker: Und hier, glaube ich, sind die Antworten relativ mannigfaltig.
Speaker: Also eben, wie gesagt, man geht in Pension, keine Nachfolgelösung oder…
Speaker: Oder keine Lust mehr oder es ist zu kompliziert.
Speaker: Es ist auch sehr anstrengend geworden, muss man auch sagen.
Speaker: Die Buchwelt steht Kopf.
Speaker: Ich meine, diese Hiobs-Nachrichten aus Deutschland, Frankreich, USA mit dieser Machtkonzentration und diesen ewigen, das ist ja auch immer sehr dynamisch und manchmal auch wirklich auch schwierig.
Speaker: Und hier einfach so ein bisschen das übergeordnete Ziel, gute Comics unter die Menschen zu bringen, weil Comics einfach geil sind, braucht schon arg nicht Leidenschaft, aber es braucht auch Motivation.
Speaker: Ja, ich glaube, eine gewisse Leidenschaft braucht es schon, aber auf Motivation vor allem.
Speaker: Und es gibt einfach, es ist sicherlich nicht die einzige Branche im Umbruch mit Problemen, aber es ist auch eine Branche mit Problemen.
Speaker: Ja, definitiv.
Speaker: Vor allem auch immer diese Marktkonzentration im Gegensatzzug dann dazu, dass die Sachen trotzdem irgendwie alle schlechter verfügbar wären.
Speaker: Auch zum Thema Thalia.
Speaker: Thalia als Konzern interessiert sich nicht für Comics.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Ich würde viele...
Speaker: Also es gibt, glaube ich, ich kenne viele Händlerinnen und Händler, die bei Talia angestellt sind, sich durchaus für Comics interessieren.
Speaker: Ich weiß auch, dass du das nicht so meintest.
Speaker: Aber ich finde es nicht den einzelnen Mitarbeitern.
Speaker: Ich finde, das muss man auch aus unserer Verlagssicht, wir schimpfen dann immer so, ja, Talia interessiert sich ja auch niemand für Comics, aber ich finde es wichtig, dass man immer dann
Speaker: Einfach jetzt auch für die Hörerinnen und Hörer und vielleicht hören ja auch ein paar Thalia-Angestellte zu.
Speaker: Wir wissen, dass das nicht auf die Personenbezug ist, aber diese großen Strukturen, für die ist es einfach, ist Comic einfach kein Thema so richtig.
Speaker: Ich meine, um es auch nochmal ein bisschen noch näher zu präzisieren, es ist wirklich, es geht eigentlich darum, um die Auswahl, dass es ein generisches Angebot ist und nicht ein kuratiertes.
Speaker: Es geht mir eigentlich in diese Richtung, ja.
Speaker: Und das ist ja im Endeffekt das, was der allgemeine Buchhandel oder der Comichandel oder jede Art von Einzelhandel im Grunde macht, ist die Kuratierung im Optimalfall.
Speaker: Ja.
Speaker: Und das ist ja auch das, wofür man so einen Laden dann betritt.
Speaker: Ich würde gerne ein bisschen konkreter, wir haben uns jetzt schon ein bisschen so in allgemeine Themen verstrickt, lass uns mal einen kleinen Schritt zurück oder nach vorne, je nachdem wir denn ein bisschen konkreter werden.
Speaker: Du führst den Laden seit 2007, ne?
Speaker: Was machst du da so den ganzen Tag eigentlich?
Speaker: Diese Frage habe ich jetzt natürlich auch Micha von Modern Graphics schon gestellt und Katinka von Comics in Hannover und so weiter.
Speaker: Aber mich interessiert das trotzdem immer auch persönlich und aber auch aus professioneller Sicht, weil wir im Verlag ja ganz andere Sachen machen.
Speaker: Wie sieht so ein Arbeitstag für dich aus?
Speaker: Was hast du als Betreiberin eines Comics-Ladens mit, ihr seid zu sechs oder zu siebt, glaube ich, ne?
Speaker: Wieso?
Speaker: Ich glaube, also im Moment zu fünft und dann ab Januar wieder zu sechst.
Speaker: So, mit so und so vielen Angestellten.
Speaker: Was machst du eigentlich so, wenn du jetzt nicht gerade unterwegs bist und auf Cons irgendwie auftrittst oder Quatsch-Lesungen?
Speaker: Seminare hältst oder besuchst.
Speaker: Also das sind natürlich diese Ausflüge, das sind natürlich so ein bisschen die Zückerchen.
Speaker: Das ist nicht mein Leben, um das klarzustellen.
Speaker: Ich habe im Verlauf dieser Zeit unterschiedliche Alltage und unterschiedliche Arbeiten gemacht.
Speaker: Das ist für mich auch immer so ein bisschen eine Prozessarbeit, was ich sagen kann, was sicher mit dazu gehört, auch einfach im praktischen Alltag zum Beispiel ganz praktisch die Einkäufe vertrete, also die französischen Bontessinne-Einkäufe, die zum Beispiel sicher ich verwalte, das ist mir sehr wichtig, oder...
Speaker: Kunden, durch das ich so lange auch hier schon arbeite, kennen mich die Leute, die auch ganz gezielt, ich denke, jetzt auch zu mir kommen.
Speaker: Und deswegen ist die Präsenz auf der Ladenfläche immer auch sehr wichtig.
Speaker: Und ich mache von Wareneingang bis Rechnungen, bis mit dem Cargo-Velo ausliefern, Webshop initiieren, Warenwirtschaft initiieren, technische Probleme, IT-Probleme, Wasserschaden beheben, Buchhaltung.
Speaker: Ich mache eigentlich alles.
Speaker: Aber ich habe im Laufe dieser Zeit auch immer wieder lernen müssen, was
Speaker: Braucht es mich?
Speaker: Wo braucht es mich?
Speaker: Was macht das Team?
Speaker: Wir sind eigentlich eine sehr flache Hierarchie und trotzdem am Schluss muss die Arbeit gemacht sein.
Speaker: Und deswegen ist es für mich jetzt auch schwierig zu beantworten.
Speaker: Ich kann dir wie sagen, was ich jeden Tag mache.
Speaker: Heute ist zum Beispiel...
Speaker: US-Lieferungen eingetroffen, da weiß ich, dass ich noch, wir liefern auch zwei andere Comic-Shops, dass ich diese Rechnungen schnell machen muss, dass ich zum Beispiel heute auf dem Programm Arbeitspläne mache.
Speaker: Ich versuche so ein bisschen administrative Tage
Speaker: wo ich mich wirklich eintauchen kann in Planung, in Vorbereitung und dann einfach ein, zwei Tage, wo ich auf der Fläche bin, wo ich spüren muss, wie geht es im Geschäft, was haben wir für Kunden, was sind die Bedürfnisse.
Speaker: Genau.
Speaker: Das finde ich ein sehr schönes Bild, dass du spüren musst, wie der Laden ist.
Speaker: Also ich verstehe voll, was du meinst, glaube ich.
Speaker: Aber das finde ich, ja, doch.
Speaker: Also du bist ein bisschen tausendsasser und irgendwie bei allem drin, aber ich glaube, das ist bei gewachsenen Strukturen oft der Fall.
Speaker: Das ist auch der Größe geschuldet.
Speaker: Ich denke, es gibt wahrscheinlich so eine Schwelle, wenn man mehr Mitarbeiter ist, dann ist es viel klarer.
Speaker: Also wir haben schon, ich sage jetzt mal im weitesten Sinne, Kompetenzregelungen.
Speaker: Wer hauptverantwortlich ist, für welche Arbeiten im Team, das braucht man.
Speaker: Aber es ist natürlich von der Größe her nicht so, dass man wie ein Abteilungsdenken haben kann.
Speaker: Für das sind wir dann wieder zu klein.
Speaker: Ich denke...
Speaker: Das ist ein bisschen die Herausforderung, so ein Geschäft zu führen.
Speaker: Du hast gerade kurz angesprochen, das interessiert mich auch, dass die französischen Vertreter jetzt gerade irgendwie unterwegs sind und ihr den Einkauf für die Bande des Sinés dann macht?
Speaker: Genau.
Speaker: Sorry, wenn du darauf schon abheben willst, dann will ich dich nicht unterbrechen.
Speaker: Also die Vertreter, das sind drei, vier Vertreter, die kommen zwei bis vier Mal im Jahr vorbei, stellen das Programm vor.
Speaker: Von mehreren Verlagen dann jeweils?
Speaker: Genau.
Speaker: Also das gibt natürlich Dargo, Dubuis.
Speaker: Die großen französischen Verlagen.
Speaker: Die haben natürlich eigene Vertreter.
Speaker: Und dann gibt es auch kleine, independent, Julien,
Speaker: der mir die kleinen Mikro- und Independent-Sachen vorstellt.
Speaker: Und das ist natürlich wie ein Telefon in andere Regionen, in andere Welten, in andere Themen.
Speaker: Und das ist sehr wichtig, auch so ein bisschen das Gespür für die Zukunft auch des Sortiments.
Speaker: Und was kommt so an Themen, was kommt so an Neuerscheinungen, was sind so neue Stile?
Speaker: Genau, das ist eigentlich wie marktdominierend.
Speaker: Dann weiss ich, ah, Splitter hat vielleicht dann...
Speaker: springt dann drauf an oder es ist dann wie schon ein bisschen absehbar, was kommen wird.
Speaker: Ja, spannend.
Speaker: Ihr habt Comic, Graphic, Novel, Manga und in drei Sprachen.
Speaker: Kann man, also ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht alle, also wir zum Beispiel haben keine Vertreter, zumindest nicht, dass ich wüsste.
Speaker: Wie behält ihr denn da überhaupt den Überblick und trefft eine Auswahl?
Speaker: Also du meintest gerade, ihr habt eine kuratierte Auswahl, klar, und versucht aber trotzdem alle irgendwie abzuholen und anzusprechen.
Speaker: Wie macht man das überhaupt?
Speaker: Jetzt mal ganz blöd gefragt.
Speaker: Ich meine, es kommen ja jeden Monat allein schon über 100 Manga neu auf den Markt.
Speaker: Plus Comic, plus alles und das dann auch noch multilingual.
Speaker: Wie macht man das?
Speaker: Mut zur Lücke oder was ist da überhaupt der Ansatz?
Speaker: Die braucht man definitiv.
Speaker: Aber das ist
Speaker: Je nach Warengruppe unterschiedlich.
Speaker: Bei den französischen Comics ist es natürlich so, dass wir natürlich unsere Kunden kennen.
Speaker: Und hier kommt es dazu, wir sind in Basel.
Speaker: Basel ist ja, ich sage jetzt mal, auch Comicaffin.
Speaker: Wie gesagt, das Elsass ist direkte fünf Minuten zu Fuß erreichbar, die Grenze.
Speaker: Das macht es allerdings wieder schwierig wegen Euro-Schweizer-Franken.
Speaker: Aber nichtsdestotrotz, das ist wichtig.
Speaker: Wir haben entsprechend Kunden, die natürlich langjährig sehr versiert sind.
Speaker: Da wissen wir einerseits, was ein bisschen gefragt ist.
Speaker: Wir wissen zum Beispiel, Manga auf Französisch macht bei uns nur Sinn, alles, was es auf Englisch oder auf Deutsch nicht gibt.
Speaker: Die Franzosen haben ja teilweise wahnsinnig bibliophile Ausgaben und sind mit manchen Dingen ein bisschen voraus.
Speaker: Dort sind wir sehr versiert auf diese Lücken.
Speaker: Und dann eben Kundenkenntnisse und dann natürlich auch Sachen ausprobieren, dass wir immer auf dem Nouveau-Tisch Dinge haben, die auch nach links und rechts schauen lassen.
Speaker: Ah, schön, ja.
Speaker: Also das ist sehr wichtig, dass es nicht nur, ich sage jetzt mal, Lombard, Lena, Dargo, Dupuis, sondern wirklich auch ganz gezielt, was machen junge Autoren, was gibt es noch im Sachcomic-Bereich oder dass wir dort eine Auswahl haben, damit der Kunde auch links und rechts etwas entdecken kann.
Speaker: Jetzt mal, ja.
Speaker: Ja.
Speaker: Das ist so ein bisschen die Einkaufshaltung.
Speaker: Und dann gebe ich ganz offen zu.
Speaker: Ich bin auch von ein paar Dingen sehr Fan und nüsse mich unbedingt.
Speaker: Auch wenn es keine Sau interessiert, aber ich habe dann meine Freude daran.
Speaker: Und ja, dieses Recht nehme ich mir dann.
Speaker: Und das Gleiche ist bei den US-Geschichten.
Speaker: Dort ist ja das Previews-Geschäft.
Speaker: Dort muss man ja wie vorab schicken.
Speaker: Bei den Franzosen kann ich vielleicht auch das sagen, es gibt dort das Histoire de Retour, das heißt die Verlage pushen natürlich auch diesen Einkauf, weil man dort auch remittieren darf, um das ein bisschen locker zu halten.
Speaker: Das verzerrt natürlich dann der Markt und die Statistik, weil natürlich dann, ich sage jetzt mal blöd, erst 12, 13 Monate später klar ist, wie gut sich dieser Titel wirklich verkauft hat.
Speaker: Entgegen der euphorischen Pressemeldung.
Speaker: Bei der Auslieferung so.
Speaker: Genau.
Speaker: Und beim US-Geschäft haben wir dieses Risiko belastet.
Speaker: Weil dort müssen wir wissen, was wir absetzen können.
Speaker: Entschuldigung.
Speaker: Dort können wir eigentlich nicht so frisch von der Leber einkaufen, sondern müssen wirklich wissen, was wir brauchen.
Speaker: Und dort sind die Überlegungen etwa ähnlich wie bei den Franzosen.
Speaker: Und
Speaker: bei den deutschen Neuheiten oder Verlagen eigentlich um Mangas gilt grundsätzlich bei uns immer noch die Devise, wir müssen alles sehen und mindestens einmal verkaufen wir das.
Speaker: Und wenn nicht, dann muss es jemand zwangslesen und zwangsempfehlen.
Speaker: Das ist dann ein bisschen die Team-Challenge.
Speaker: Sehr sympathisch.
Speaker: Genau.
Speaker: Aber dort sind wir ein bisschen...
Speaker: haben wir weniger Hemmschwelle.
Speaker: Ist das dann auch so, dass ihr im Team quasi Expertinnen oder Experten für bestimmte Genres oder Sparten oder so habt?
Speaker: Oder ist das dann letztlich deine Entscheidung oder eine demokratische Entscheidung, was jetzt zum Beispiel aus den USA reinkommt und was nicht?
Speaker: Wir haben Experten.
Speaker: Also jeder von uns im Team hat sein Steckenpferd und hat seine
Speaker: hat seine Präferenzen und das fließt mit ein.
Speaker: Das ist super.
Speaker: Das ist eine super Qualität, dass wir hier sehr bunt aufgestellt sind und wir wirklich auch einander vertrauen.
Speaker: Genau.
Speaker: dass wenn ein Thema ist oder ein Manga, das geht oder nicht.
Speaker: Oder wir diskutieren auch oft.
Speaker: Wir haben meistens Dienstagmorgen ist unsere Teamsitzung, da geht es nebst organisatorischen Sachen und Wochenplanung auch oft manchmal auch sehr kontrovers um Bücher, die wir gelesen haben, komplett unterschiedlicher Meinung sind oder
Speaker: oder auch Themen wie Frauendarstellungen im Comic oder insbesondere dann im Manga.
Speaker: Also da diskutieren wir auch manchmal wirklich inhaltlich sehr kontrovers, wie wir
Speaker: Ob wir Altersempfehlungen, wie strikt wir die umsetzen, wie wir gewissen Dingen begegnen.
Speaker: Ich denke, das ist mir wichtig, dass ich Menschen im Team habe und das habe ich Gott sei Dank jetzt auch langjährige Mitarbeiter, die da wirklich ihre Rolle haben und das ist ganz wichtig.
Speaker: Das klingt echt cool.
Speaker: Bei so einer Teamsitzung würde ich gerne mal Mäuschen spielen.
Speaker: Ganz nice.
Speaker: Wenn wir dann jetzt schon beim Thema sind, so Marktauswahl oder Marktbetrachtung und so weiter, da hätte ich auch ein paar Fragen zu, denn ich glaube, du bist an einer Position, wo du einen erstaunlich oder einen deutlich breiteren Blick hast als viele Leute, die sich damit vielleicht weniger umfangreich und vor allem weniger an der Schnittstelle der Märkte mit befassen.
Speaker: Auf jeden Fall hast du sicherlich einen besseren Überblick als ich zum Beispiel.
Speaker: Du meintest gerade schon, dass man dann so Trends vorhersehen kann oder Entwicklungen, die kommen.
Speaker: Was ist denn so ein aktueller Trend im Comic- oder Mangamarkt, den du attestieren würdest oder sagen würdest, das ist so ein Ding, was gerade ganz viel gemacht wird, sinniger oder unsinnigerweise?
Speaker: Oder ist das eine zur allgemeine Frage?
Speaker: Ja, das ist eine sehr schwierige Frage.
Speaker: Ich kann die wahrscheinlich nicht direkt so beantworten.
Speaker: Ich kann dir sagen, dass es immer auch auf weitere Faktoren darauf ankommt.
Speaker: Zum Beispiel Amerika ist ein gutes Beispiel.
Speaker: Es war ja dieser Corona-Impact mit diesen ganzen redaktionellen Clashes in den Verlagen.
Speaker: Dass Kreative gegangen sind, ausgetauscht wurden, neue Konzernaufstellungen gemacht wurden.
Speaker: Und das hat einen Impact, weil dann natürlich die Produktion oder das kreative Netzwerk nicht mehr so arbeiten kann, wie das sein sollte.
Speaker: Und das hat Auswirkungen auf die Neuheiten, Neuerscheinungen.
Speaker: Es ist generisch, es ist aufgewärmt, es ist nichts Neues.
Speaker: Und das merken wiederum die Leser.
Speaker: Und da müssen sie wieder die Kurve kriegen.
Speaker: Und zum Beispiel hat jetzt ja DC mit dieser Absolut-Geschichte wieder einen Nerv getroffen.
Speaker: Also das hängt da hier wirklich auch ein bisschen von den Comic-Machern und auch von den Verlagen ab, in welcher Phase sie sich befinden und was der Output ist.
Speaker: Ich stelle zum Beispiel in Amerika fest, dass seit Jahren auch dieses...
Speaker: Bibliothek und Leseförderung groß im Kurs ist.
Speaker: Es wurde sehr viel gemacht.
Speaker: Es gab sehr viel, vor allem im Young Adult und Children Bereich, wo sie versuchen auch, also sie haben letztendlich die gleichen Probleme wie überall auf der Welt, Kids sollen lesen.
Speaker: Und das wurde sehr ausgebaut.
Speaker: Immer noch spannend finde ich, dass relativ wenig europäische Produktionen auf den amerikanischen Markt kommen.
Speaker: Und auch wenn welche sie auswählen, das finde ich auch immer sehr spannend.
Speaker: Also was sie denken, dass in Amerika funktioniert.
Speaker: Und deswegen hängt Trends auch ein bisschen davon ab.
Speaker: wie der Nährboden überhaupt ist, für Kreative zu zeichnen, zu publizieren und die Verlage die Bereitschaft, für welche Projekte gehen sie oder so.
Speaker: Ja.
Speaker: Im Französischen, ich war ja vor zwei Wochen Christophe Klein-Wernissage hier im Cartoon Museum und ich bin dort noch im Fachrat und hatte die Gelegenheit dann Mittagessen mit Christophe Klein, es waren noch zwei, drei andere Menschen aus Frankreich dort und dann haben sie mich eben die
Speaker: alle Einzelnen, also irgendwie im Verlauf dieses Tages gefragt.
Speaker: Und Samarsch, Samarsch, Le Comic Job.
Speaker: Und ich habe dann immer gedacht, was fragt ihr mich das?
Speaker: Ja, das hängt ja immer davon ab, wie gut wir die Arbeit machen.
Speaker: Und natürlich welches Angebot.
Speaker: Entschuldigung.
Speaker: Und dann habe ich aber gemerkt, als ich dann gefragt habe, wieso fragst du, muss ich mir Sorgen machen?
Speaker: Und da kam irgendwie wirklich unisono ein bisschen eine desaströse Antwort, was in Frankreich derzeit läuft.
Speaker: Und das wirkt sich dann wiederum auf Verlage, Zeichner, auf alles auf.
Speaker: Was meinst du jetzt genau damit, was in Frankreich gerade läuft?
Speaker: Ja, die politischen, gesellschaftlichen Diskussionen, das natürlich dann auch einen Einfluss hat auf die Verlage.
Speaker: Es sind ganz viele Verlage in absolut schwieriger finanzieller Situation, die vielleicht nicht weiter bestehen können.
Speaker: Das heißt, es gibt weniger Publikationsmöglichkeiten und auch eine Machtkonzentration, wie wir das jetzt auch in Deutschland gesehen haben, wo Konzerne dann Rosinenpickerei machen.
Speaker: Und das wirkt sich dann auf aus Trend und Zukunft ein bisschen.
Speaker: Inhaltlich kann ich sagen, es ist sicher, dieses Non-Fiction, dieses Wissenscomic ist ein großes Thema.
Speaker: Auch Frauen über neurologische Zustände ist ein großes Thema.
Speaker: Gleichwohl aber auch wirklich, dass nicht mehr lange Serien produziert werden, dass man versucht, One-Shots zu machen.
Speaker: Ich habe gehört, dass Beck an einem Torgalsaga arbeitet und habe Bilder gesehen.
Speaker: Das muss irre aussehen.
Speaker: Kurzer Spoiler, wenn ihr das hier hört, könnt ihr es auch schon nachgucken.
Speaker: Den haben wir nächsten Sommer im Programm.
Speaker: Sehr schön, cool.
Speaker: Torgalsaga, die Bernsteingöttin, glaube ich, heißt der.
Speaker: Das müsste der sein.
Speaker: Ja, Entschuldigung.
Speaker: Deswegen, also Trends und Zukunft, ich glaube, es hängt einerseits eben, oder möchtest du mehr vom Inhalt natürlich auch noch wissen.
Speaker: Nein, nein, nein, die Frage war sehr offen formuliert, weil ich mich interessiert habe, was du als Trend definieren würdest überhaupt.
Speaker: Das sind alle, also inhaltlich, das ändert sich immer relativ schnell noch tendenziell, aber gerade so diese Konzentration, das Rosinenpicken, ich glaube, man kann das auch beim Namen, denn Crunchyroll wurde aufgekauft vor kurzem und kurz danach Crosskalt, Mangakalt.
Speaker: Oder die Crosscut Entertainment Gruppe von Penguin Random House und Crunchyroll von HarperCollins, glaube ich.
Speaker: Also die zwei der größten Verlagsgruppen weltweit.
Speaker: Also viel größer als Penguin Random House wird's eigentlich nicht mehr.
Speaker: Und es ist schon aus, also wenn es euch interessiert, falls ihr mal einen Einblick in Live-Einblick heran haben wollt, wie Buch- oder Comicmarkt sich verändern kann, dann beobachtet mit uns gemeinsam mal, was in den nächsten Monaten da so alles passieren könnte.
Speaker: Nichts genaueres weiß man nicht.
Speaker: Ich habe da jetzt auch nicht irgendwie, ich gucke IT jetzt auch nicht damit, dass ich irgendwie Hintergrundwissen hätte.
Speaker: Wir beobachten das alle.
Speaker: Aber ja, und solche politischen Sachen, die kommen halt irgendwann auch im Markt an.
Speaker: Also wir verlieren Verkaufsstellen, wir verlieren Verlage und aus Sicht der Künstlerinnen und Künstler, klar, wo zeigt man seine Sachen dann überhaupt noch?
Speaker: Und das sind ja auch Entwicklungen, die sind ja nicht neu.
Speaker: Das wiederholt sich wahrscheinlich auch immer wieder.
Speaker: Das wird nicht das C'est pas le fin.
Speaker: Da gibt es immer wieder etwas Neues.
Speaker: Es ist nicht das Ende.
Speaker: Aber das hat einen Einfluss.
Speaker: Ich sehe in den nächsten zwei, drei Jahren ein durchaus schwierigeres Umfeld,
Speaker: für mich als auch schon.
Speaker: Das bin ich mir aber auch gewohnt in diesen 20 Jahren, war das immer wieder mal nürig und deswegen ja.
Speaker: Und auch im Manga-Bereich, das sind ja auch so spannende Wahrnehmungen.
Speaker: Es gibt, wir haben ja viele Kundinnen und
Speaker: Kunden, die manchmal auch so ein bisschen gesättigt sind von der Vielfalt und dem immer Gleichen und sehr selektiv werden und dann gibt es aber wirklich wieder ganz tolle Perlen dazwischen und wenn ich jetzt, ich war jetzt eben an dieser Magic und an
Speaker: der Dokomi.
Speaker: Und wenn ich dann dort sehe, dann weiss ich aber, ja, nein, Deutschland ist viel grösser, es gibt einen Markt dafür und dort wird nach wie vor gekauft, Agogo, weil natürlich eben wie in Bielefeld, wo sollst du sonst deine Jahreseinkäufe machen?
Speaker: Das hat sich verändert.
Speaker: Das ist
Speaker: Das spüren wir so ein bisschen auch hier im Geschäft.
Speaker: Es ist vieles im Umbruch.
Speaker: Oder zum Beispiel junge Leserinnen, diese ganzen Romance und
Speaker: Heute lesen die jungen Mädels auch Action.
Speaker: Das ist geil, das ist super, das ist grossartig.
Speaker: Aber damit verändert sich natürlich auch, muss sich das Angebot verändern.
Speaker: Und dann ist immer die Frage von, wie schnell reagieren auch die Verlage, die Lizenzen suchen, Haus suchen, auf dieses Bedürfnis.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, es ist immer, aber wenn du jetzt die 20 Jahre zurückblickst, du hast es schon gesagt, du hast es schon mehrmals erlebt und ich glaube, das ist auch so eine Baseline, die man immer wieder hört im Gespräch mit Händlerinnen und Händlern, die sagen, ja, es ist viel im Unbruch und es ist insgesamt eine schwierige Lage, aber es ist nicht das erste Mal, dass das passiert und irgendwie ist der Buchhandel bisher immer durchgekommen.
Speaker: Ja.
Speaker: Mist, jetzt habe ich vergessen, was ich fragen wollte.
Speaker: Was sind die größten Herausforderungen oder die größten Learning?
Speaker: Ich meinte jetzt so mit Blick auf die letzten 20 Jahre, irgendwie erinnern, was andere Trends, weil du gerade den Romans-Trend so angesprochen hast, der ja sehr groß war.
Speaker: Was war denn so der letzte Trend davor?
Speaker: Oder wo du irgendwie gesagt hast, Mensch, jetzt müssen wir irgendwie im Programm oder im Sortiment mal durchkärchern und was oben stellen, um da mal Zeit zu gehen.
Speaker: Da sind wir stetig dran.
Speaker: Das sind nicht große Peaks.
Speaker: Ich denke, dass zum Beispiel wir ja auch unser Sortiment, wir sortieren das ja nach Inhalt und nicht nach Verlag oder so.
Speaker: Wir möchten leserfreundlich sein.
Speaker: Und das sind solche Dinge, wo wir uns anpassen.
Speaker: Dass jemand, der Chainsaw Man liest, möchte nicht das andere Egmont-Programm sehen, sondern der möchte dann irgendwie noch Chujutsu Kaisen sehen.
Speaker: Deswegen haben wir dort immer wieder Bedürfnisse angepasst, die die Menschen möchten.
Speaker: Wir haben, wenn ich es ein bisschen als Peak sehen soll, dann sicher der Corona-Effekt, dass ganz viele zu junge Menschen mit Inhalten konfrontiert waren oder sind, die dann in den Laden gekommen sind und wirklich sich für Sachen interessiert haben, wo wir gesagt haben, sozialisiert du dich bitte zum ersten Mal mit Dragon Ball und dann schauen wir weiter.
Speaker: Interessant, ja.
Speaker: Das war für uns echt eine Herausforderung, weil wir hier ganz klar gespürt haben, diese Kids, wir wollen unseren
Speaker: kleinen pädagogischen Beitrag mit dazugeben, dass es dann nicht ein Zwölfjähriger, der soll noch nicht Bärse erschienen.
Speaker: Ja, schön.
Speaker: Und dort sind wir auch ein bisschen härter geworden, weil wir nach wie vor ja auch für das Medium sein wollen.
Speaker: Und diese Aufgaben in der Beratung,
Speaker: Die ist massiv gestiegen.
Speaker: Und
Speaker: Und die Eltern, die danken uns das.
Speaker: Also wir haben ja unheimlich viele Eltern, die keine Ahnung haben, was die Kids lesen und interessieren.
Speaker: Und die sind froh.
Speaker: Und das sind natürlich auch für uns dann besonders nachhaltige Begegnungen.
Speaker: Weil wir wissen, da kann die Großmutter kommen, die Mutter, der Onkel oder das Kind.
Speaker: Und es ist eine Form von begleitetes Einkaufen oder betreutes Einkaufen.
Speaker: Aber das hat sich stark verändert.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und Hank herum sehen wir natürlich auch die lustigen Entwicklungen, besonders wenn man etwas so lange macht, wie Teenager jugendlich werden, Ausbildung, dann plötzlich kommen sie mit dem Kinderwagen in den Laden und sagen, nein, ich bin darf nie, Mangas, Mangas, erst ab 15 und so.
Speaker: Das sind auch schöne Geschichten.
Speaker: Genau.
Speaker: Aber es verändert sich.
Speaker: Ich denke, bei uns, das PIX, das Sortiment oder große Umbrüche, gibt es nicht wirklich so, das war ein Wendepunkt.
Speaker: Ich denke, auf Schweiz bezogen gibt es sicher mehrere Wendepunkte, Preisbindung, Stichwort, oder...
Speaker: eben dieses zwischen Stuhl und Bank Deutschland, Frankreich so ein bisschen zu setzen und genau.
Speaker: Preisbindung, Stichpunkt, dass ihr keine habt, meinst du damit?
Speaker: Ja, genau, das war ja so eine Volksabstimmung.
Speaker: Ach echt, das wusste ich gar nicht.
Speaker: Ach, interessant.
Speaker: Das war, wann war das?
Speaker: Ich glaube, das war 2007.
Speaker: Das war wirklich die Euro-Krise.
Speaker: Also 2007, das wurde abgestimmt, weil ja die Preisbindung, oder wir hatten in der Schweiz dieses Sammelrevers, das die Verkaufspreise und die Rabattiervorgaben regelte.
Speaker: Und ohne diese Unterschrift in diesem Sammelrevers durfte man ja gar keine Buchhandlung führen oder wurde nicht beliefert.
Speaker: Und das verstoßt gegen das Kartellrecht, das war die politische Ansicht.
Speaker: Freie Marktwirtschaft, freier Markt, keine Preisabsprachen, das ist illegal und das Kantor das Volk.
Speaker: Ja, das gab eine Abstimmung und
Speaker: Die Schweizer Bevölkerung hat gedacht, sie werde sowieso wie überall abgezockt und das wollen wir nicht.
Speaker: Freie Marktwirtschaft heisst, alles wird günstig.
Speaker: Und das war natürlich...
Speaker: Das war eine Riesengeschichte und 2008 natürlich, als die grosse Finanzkrise war, da waren natürlich die Preise, das war ein Zerfall, das war auf einen Tag, auf den anderen war alles 30 bis 35 Prozent nichts mehr wert.
Speaker: Wahnsinn.
Speaker: Das war ja wie so wirtschaftliche Neujustierung.
Speaker: Also so im Grunde kann man festhalten, alles bleibt anders.
Speaker: Glaubst du denn dieser Marktumbrüche, also das sind alles Sachen, die man, glaube ich, in vielen Ländern beobachten kann und irgendwie, klar, jedes Land ist anders und irgendwie sowieso wie jeder Leser und jede Leserin ja auch anders ist.
Speaker: Aber glaubst du, es gibt da irgendwie was, was jetzt speziell den Standort Schweiz trifft, abgesehen von dieser Preisthematik, die ja einfach größer ist als jetzt der Buchhandel an und für sich?
Speaker: Ist jetzt vielleicht ein bisschen schwierig zu beantworten aus deiner Sicht.
Speaker: Du hast ja nun mal keinen Laden in Deutschland.
Speaker: Aber du hast ja bestimmt vielleicht auch mal deutsche Kunden oder so.
Speaker: Ich weiß auch nicht so genau, worauf ich mit dieser Frage hinaus will, wenn ich ehrlich bin.
Speaker: Also die Schwierigkeit, ich kann dir ein bisschen helfen und etwas dazu sagen, aber die Schwierigkeit ist definitiv der Preis im Sinne von...
Speaker: dass wir natürlich, das Buch ist ja überall das Gleiche.
Speaker: Und der Preis ist dann das zweite schlagkräftige Argument.
Speaker: Und wir haben natürlich die blöde Ausgangslage, dass wir hier sehr limitiert sind in unserem Handlungsspielraum.
Speaker: Mhm.
Speaker: Deswegen auch eben Kuratieren, Beratung.
Speaker: All diese Dinge sind einzigartig und das ist das, was uns abhebt und nichts anderes.
Speaker: Weil wenn, ich sage jetzt mal, bei uns ist, ich weiß nicht, in Deutschland diese Kaufhäuser, wenn es bei uns im Migros ein Lucky Luke, nein, Lucky Luke ist ein blödes Beispiel, aber ein Manga für 5 Franken zu kaufen gibt, ob schon zum Beispiel der Europreis 6 Euro ist.
Speaker: Dürfen sie das verkaufen und die Menschen kaufen dort, was am günstigsten ist.
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Und ich bin doch nicht blöd.
Speaker: Ja, ja, schön.
Speaker: Und das ist natürlich eine sehr schwierige Ausgangslage seit Jahren.
Speaker: Aber wir meisten das ja gut.
Speaker: Uns geht es gut und wir sind zuversichtlich.
Speaker: Das soll jetzt nicht das Thema sein, aber das zeigt ein bisschen, was das macht, wenn Preisbindung die Konkurrenz wirklich
Speaker: zusätzlich stark befolgt.
Speaker: Und dann haben wir im Französischen, also die Comicszene Schweiz ist ja unheimlich lebendig und es gibt ganz viele Verlage, vor allem auch in der Romandie.
Speaker: Und das ist ein tolles Netzwerk, tolle Sachen.
Speaker: Aber die grossen Serien kommen von den grossen Konzernen direkt aus Frankreich oder Belgien, wo auch immer in die Schweiz.
Speaker: Die wollen mit den Schweizern Geld verdienen und haben dann ihre Auslieferungen und ihre Preispolitik.
Speaker: Und es ist alles andere als eine freie Marktwirtschaft, weil wir natürlich als Händler absolut überteuert einkaufen müssen.
Speaker: Und
Speaker: Und ja, das sind so die Struggles oder die unfairen Situationen im Geschäft, die muss man irgendwie annehmen können und sagen, okay, was können wir damit machen und wie können wir weiterhin bestehen.
Speaker: Genau.
Speaker: Und das kann man nur über persönliche Bindungen.
Speaker: Und ich bin eigentlich extrem froh, haben ganz viele Menschen auch wieder ein bisschen mehr diesen persönlichen Bezug, also diese Themen Einsamkeit, diese Themen Gerechtigkeit.
Speaker: Ich komme in einen Laden, wo ich selber schauen und schneller entscheiden kann, wo ich noch sprechen kann.
Speaker: Das sind natürlich auch diese soften Entwicklungen, die für uns gut sind.
Speaker: Wenn es über den Preis geht, dann hätten wir eigentlich schon längst überall den Kürzeren gezogen.
Speaker: Ja, verstehe.
Speaker: Ja, danke für den Einblick.
Speaker: Das ist eine Thematik, von der wir in Deutschland natürlich im Buchhandel zumindest relativ unbefangen sind durch die Preisbindung.
Speaker: Aber ich glaube, das ist was, was vielleicht für, also wir hatten das Thema hier im Podcast schon hin und wieder mal, aber es ist bestimmt für Hörerinnen und Hörer, die vielleicht auch nicht so lange im Podcast dabei sind, nochmal interessant, das zu hören, was das so für Auswüchse hat, wenn es anders läuft als hier im Sinne von in Deutschland.
Speaker: Gibt es denn etwas, was du den Hörerinnen und Hörern so im Kontext Comics kaufen oder Comic Hobby oder wie auch immer Beschäftigung mit Comics mitgeben wollen würdest?
Speaker: Keine Ahnung, gibt es da so ein Best... Als Ladenperspektive?
Speaker: Ja, aus Ladenperspektive oder aus der persönlichen Perspektive, wie du willst.
Speaker: Als Ladenperspektive würde ich ganz klar Zeichen mitdenken.
Speaker: Mitdenken.
Speaker: Mitdenken, dass man eben genau diese Awareness hat, dass man vielleicht, bevor man bei Amazon bestellt, um auch hier das wirklich klar zu sagen, wirklich auch an die lokalen Menschen, die tagtäglich in deinem Umfeld, in deiner Region, in deinem
Speaker: Alltag, das Geschäft prägen oder das Leben prägen, dass man hier dieses Bewusstsein hat und es auch als Chance oder als Qualität wahrnimmt.
Speaker: Das ist natürlich aus meiner Händlersicht.
Speaker: Als persönliche Sicht würde ich sagen, dass Comics
Speaker: gute Comics, der richtige Comics bei der richtigen Person ein unglaubliches, nachhaltiges Lesevergnügen ist und richtig Spaß macht.
Speaker: Und ich bin so froh, dass ich heute jedem, der irgendwie ins Geschäft kommt oder dem Hörer oder der Hörerin direkt sagen kann, es gibt für jeden etwas Passendes, wenn man offen ist, das entdecken zu wollen.
Speaker: Also das ist so, genau.
Speaker: Das kann ich echt nur unterschreiben und gerade Leute, die mit Comics noch nicht so viele Kontaktpunkte hatten oder sich dem bisher verschlossen haben, gerade die sind von einem guten Comic, der zu ihrem Geschmack passt und der, das rekordiert, das wird am Anfang gesagt, dass es handwerklich gut ist und eben das Medium auch ausschöpft, das ist für solche Leute oft ein kleines Erweckungserlebnis.
Speaker: Und was ich schon an Rückmeldungen bekommen habe von Leuten, denen ich mal, ich verschenke zum Beispiel gerne im Kopf von Sherlock Holmes, habe ich tatsächlich meistens ein Exemplar irgendwie in der Wohnung rumliegen, falls mal wieder jemand überraschend Geburtstag haben soll, wo man eingeladen wird.
Speaker: Wenn die eigene Bibliothek hinhalten muss, Arsch.
Speaker: Nee, nee, nee, das ist nicht mein Exemplar, das ist ein Exemplar.
Speaker: Ich sitze ja zum Glück nahe der Quelle bei dem Buch zumindest.
Speaker: Aber was man da teilweise, also teilweise noch ein halbes Jahr oder ein Jahr später, also Leute, die man vielleicht, man hat ja so Freunde, die man nur alle Jubeljahre mal trifft, was da dann noch so an Rückmeldung kommt, so ja, ich habe das jetzt meiner Mutter gegeben und die ist auch total begeistert davon und das zieht dann oft größere Kreise, als man meint, weil es einfach mal was Besonderes ist.
Speaker: Ja, nee, finde ich, kann ich sehr unterschreiben.
Speaker: Es wäre auch ein schönes Schlusswort.
Speaker: Trotzdem hatte ich mir vorgenommen, zumindest dich zu fragen, einfach weil ich das gerne so als kleinen Rauskehrer nutze, nach einer schönen, besonders schönen Anekdote rund um den Comics Basel, über deinen Comics, eine Veranstaltung oder einen Kundenkontakt oder irgendwas, was dir besonders schön in Erinnerung geblieben ist.
Speaker: Gab es da so ein cooles Highlight, was du erzählen kannst?
Speaker: Es gibt bestimmt eine ganze Menge, aber wenn du dich jetzt auf eins festlegen müsstest.
Speaker: Also ich muss ja gestehen, ich werde jetzt nicht auf einzelne Veranstaltungen oder so.
Speaker: Das ist mega schwierig für mich.
Speaker: Es gibt zwei kleine Dinge, die ich sagen möchte.
Speaker: Ich habe ja den Podcast, kann ich an dieser Stelle ja ganz offen sagen, gehört von Dirk Rehm.
Speaker: Und dann habt ihr ja oft über auch Trondheim gesprochen.
Speaker: Und mein persönliches Erlebnis ist, Trondheim war ja mittlerweile etwa dreimal in Basel.
Speaker: Und ich bin noch in einer Jury in Delemon BD dabei.
Speaker: Und das ist ein kleines Festival.
Speaker: Und wie gesagt, Rondheim war schon dreimal da, wir hatten auch schon Talks und ich habe da mit ihm und auch mit seiner Frau Brigitte Findagli den Tag verbracht.
Speaker: Und ich war also an diesem Festival in Delemont und habe ihn dort auch immer wieder getroffen.
Speaker: Und ich glaube, beim dritten Mal saß er im Restaurant und ich bin vor ihm hingestanden und habe gesagt «Bonjour».
Speaker: Und dann hat er mich angeschaut und hat gesagt, Angela, Comic Shopal.
Speaker: Und dann habe ich gesagt, oui, oui, finally.
Speaker: Und das war so lustig, weil ich denke, jeder, der Begegnung mit ihm hat, das war so ein Moment, ich sagte nicht mehr, wer ich bin.
Speaker: Ich schreibe.
Speaker: Wir haben schon so viele Stunden gequatscht.
Speaker: Aber so, das war so ein richtig lustiger Moment für mich, als er dann gesagt hat, doch, du bist, ich weiß, okay.
Speaker: Mein Gott, ich glaube, ich muss Louis Trondheim auch mal irgendwie treffen.
Speaker: Alle sind so unfassbar begeistert von diesem Mann immer.
Speaker: Ja, es ist einfach, weil man seine, wie schon gesagt, all seine Comic- und seine Szenarioarbeit, also einfach sein Oeuvre kennt.
Speaker: Ich finde das super, super schräg, super lustig, super unterhaltsam.
Speaker: Und deswegen, das ist immer halt auch Künstlerinnen oder Künstler hinter den Werken kennenzulernen.
Speaker: Das sind dann immer so, möchte ich das jetzt wirklich oder nicht?
Speaker: Und das sind dann solche Geschichten, die der wachsen.
Speaker: Und das andere kleine, wirklich tolle ist, wir hatten immer wieder mal so Zeichenwettbewerbe ausgeschrieben.
Speaker: Und das wirklich coole war eigentlich, dass es alles Menschen waren, die diesen Wettbewerb gewonnen haben, obwohl das ja wirklich sehr regional begrenzt etc.
Speaker: war.
Speaker: die dann aber das als Initialzündung hier weiterzumachen im Comic-Bereich oder in der Gestaltung.
Speaker: Und das war so für mich persönlich ein mega schönes Feedback, dass man hier wie jemand anderem ein Zeichen geben konnte, hey, du kannst das und geh in diese Richtung von Comic.
Speaker: Das finde ich auch cool.
Speaker: Genau, diese zwei schönen.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Das gefällt mir gut.
Speaker: Wir reden mal so langsam auf die Zielgerade zu den Schlussfragen, aber wie alle meine Gäste hast du natürlich auch noch die Gelegenheit zu einer Gegenfrage zum Schluss, wenn du möchtest.
Speaker: Wenn nicht, ist auch okay.
Speaker: Ich habe eine direkte Gegenfrage an dich.
Speaker: Was ist die Motivation, dass du diesen Podcast machst?
Speaker: Oh, okay.
Speaker: Ich weiß gar nicht, ob mich das schon mal jemand gefragt hat.
Speaker: Gute Frage eigentlich.
Speaker: Nach 80 Folgen weiß ich es selber nicht mehr so genau.
Speaker: Nee, die Motivation war ehrlich gesagt ganz stumpf, dass ich erst mal Podcasts selber super gerne höre.
Speaker: Also ich höre viel Podcasts.
Speaker: Nichts zum Thema Comic.
Speaker: Das habe ich, glaube ich, auch schon ein paar Mal zugegeben, weil ich mich in meiner Freizeit nicht auch noch über Podcasts mit dem Thema beschäftigen kann, neben dem privaten Lesen.
Speaker: Das überrascht mich jetzt aber.
Speaker: Wieso?
Speaker: Nein, ich habe gedacht, du, Comics Tag und Nacht?
Speaker: Nein.
Speaker: Also lesen tue ich auch privat ja auch noch eine Menge Comics und ich habe ja auch viele Gespräche darüber mit Freunden und Bekannten, aber irgendwo ist dann, also ich habe es versucht, in verschiedene Comic-Podcasts reinzuhören, jetzt nicht in diesen hier unbedingt, aber...
Speaker: Es holt mich dann einfach nicht mehr ab, auch noch in dem Bereich meines Lebens mich auch noch damit zu befassen.
Speaker: Das ist dann ein bisschen viel.
Speaker: Aber ich höre grundsätzlich viele Podcasts zu vielen verschiedenen Themen, Reportagesachen und das Medium finde ich einfach cool.
Speaker: auch gerade wegen der relativ niedrigen Einstiegswürde.
Speaker: Und es hat mich vor allem auch interessiert, einfach mit Leuten ins Gespräch zu kommen.
Speaker: Also am Anfang hatte ich primär Gäste, mit denen ich schon mal irgendwie zu tun hatte.
Speaker: Aber inzwischen, nach den ganzen Jahren, ich habe so viele Leute gesprochen, die ich ansonsten, klar, ich hätte denen auch einfach schreiben können und irgendwie so ein paar Fragen stellen.
Speaker: Das ist ja schon ein bisschen seltsam.
Speaker: Und ich glaube, es ist auch,
Speaker: Also ich habe die Comicbranche im walderweitesten Sinne jetzt nicht nur die Comicverlagsszene, sondern die gesamte Comicszene immer als eine sehr familiäre und freundschaftliche und verbundene Angelegenheit empfunden oder kennengelernt.
Speaker: Es ist ganz, ganz, ganz, ganz selten so das Gefühl, dass man untereinander konkurriert.
Speaker: Man ist irgendwie, alle sind sich einig und auch immer einig darin, dass man gemeinsam am gleichen Projekt arbeitet, so mehr oder weniger.
Speaker: Und das irgendwie in dieses Medium reinzuholen, was ich sehr gerne mag und was ich ganz toll finde, das war mir so das Anliegen.
Speaker: Einfach mit ganz, ganz vielen Leuten zu sprechen und das ein bisschen öffentlich auch zu machen.
Speaker: Splitter hat jetzt nicht die ultimativ große Plattform, aber halt eine größere Plattform als vielleicht andere.
Speaker: Und dieses Gefühl mal ein bisschen nach außen zu transportieren und halt den Hörerinnen und Hörern, die daran interessiert sind, auch einen Einblick hinter die Kulissen zu geben.
Speaker: So ein bisschen...
Speaker: Ja, Transparenz ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, weil ja doch jeder dann selber entscheiden darf, was er oder sie erzählt und was nicht.
Speaker: Aber ganz, ganz viele Gäste, zum Beispiel Dirk Rehm, von dem hatten wir es vorhin, oder auch Micha von Modern Graphics, sind dann doch deutlich offener, als ich erwartet hatte, zum Beispiel.
Speaker: Und erzählen da brühwarm so einiges aus der Branche, was man sonst woanders einfach nirgendwo mitbekommt.
Speaker: Und ich persönlich, ich bin ja Verlagsmensch geworden, weil mich auch die Hintergründe interessieren, wie das Ganze tickt.
Speaker: Also mir hat es halt irgendwie nicht gereicht, das nur in Anführungszeichen als Hobby zu machen.
Speaker: Ich wollte wissen, was dahinter steckt.
Speaker: Und dieses...
Speaker: Dieser Podcast ist für Leute, die das auch interessiert.
Speaker: So, sage ich mal.
Speaker: Auch nur für diese Leute.
Speaker: Also ich habe sehr wenig Freunde, die nicht mit Comics zu tun haben, die diesen Podcast hören.
Speaker: Das ist vollkommen okay, weil das die überhaupt nicht interessiert.
Speaker: Und das muss es auch nicht.
Speaker: Ja, das war meine Motivation.
Speaker: Ich glaube, dass ich dir auch bisher ganz gut gerecht geworden bin.
Speaker: Wenn nicht, dann schreibt mir das gerne.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Das ist die Neugier, oder?
Speaker: Das ist...
Speaker: Es ist die Neugier an dem, was andere Leute machen.
Speaker: Also gerade auch, dass du zum Beispiel hier bist, finde ich super.
Speaker: Nicht nur, weil du aus der Schweiz arbeitest, sondern weil ich mit ComichändlerInnen generell gerne spreche, weil das einfach ein Aspekt ist, der in unserer Arbeit super
Speaker: super zu kurz kommt.
Speaker: Also wenn man im Verlag sitzt, dann macht man zwar für den Handel Kram, aber letzten Endes sind wir keine Händler.
Speaker: Und wir haben auch jetzt aktuell im Verlag niemanden, der jemals ein Buch verkauft hat, außer jetzt auf einer Messe.
Speaker: Ja, ist so.
Speaker: Ja, das merkt man manchmal, ja.
Speaker: Ja, das glaube ich, dass man das merkt.
Speaker: Das glaube ich, dass man das merkt.
Speaker: Und dann
Speaker: Aber in dem, ich kann mir vorstellen, ich kann mir vorstellen, welche Sachen du ansprichst, aber da muss man halt auch sagen, wir hören uns natürlich schon um, was die Händler mögen und was nicht und wenn du drei Händler eine Meinung fragst, kriegst du fünf Meinungen.
Speaker: Genau.
Speaker: Also es gibt da leider auch nicht so, es gibt einfach keinen Maximalkonsens.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, aber danke für die Antwort.
Speaker: Ja, gerne.
Speaker: Kein Problem.
Speaker: Danke dir für die ganzen Antworten.
Speaker: Trotzdem habe ich noch ein paar Antworten, die ich dir abbringen möchte, nämlich zu meinen Schlussfragen.
Speaker: Bist du bereit?
Speaker: Ja.
Speaker: Also, Angela, drei Comics, Manga, Graphic Novel oder Comic Reihen, die du auf die sprichwörtliche Einsame Insel mitnehmen würdest, was würdest du einpacken oder dir schicken lassen?
Speaker: Wenn ich diese drei Dinge sage, dann schließe ich damit unseren Guten nicht aus.
Speaker: Dann schließt du damit was nicht aus?
Speaker: Dann schließe ich alle Guten anderen nicht aus.
Speaker: Nein, auf gar keinen.
Speaker: Es ist eine super überspitzte Frage, das weiß ich.
Speaker: Aber diese Schlussfragen sind überspitzt.
Speaker: Ja, das geht ganz, ganz vielen so.
Speaker: Deshalb sage ich ja auch immer, guckt sie euch vorher mal an, die sind ein bisschen gemein.
Speaker: Aber ich finde es manchmal gut, aber das könnte auch der Marketing-Mensch in mir sein, dass man Sachen überspitzt.
Speaker: Deshalb bitte.
Speaker: Also, ich habe die Wahl getroffen auf eine US-Ausgabe, eine Semanga-Serie, die derzeit erscheint, Legend of Kamui.
Speaker: Das ist auch so ein 70er-Samurai-Epos-Mengenzen.
Speaker: einfach wieder so in die Richtung Lone Wolf and Cup geht.
Speaker: Oh ja, von denen habe ich auch schon sehr oft empfohlen bekommen.
Speaker: Und das zieht mich nach wie vor in den Bann und das sind solche Comics, die einfach Zeit brauchen, weil sie wirken dürfen und einfach
Speaker: viele Disziplinen beinhalten.
Speaker: Dann würde ich definitiv Jens Harder mit seiner großen Erzählung, die Vier Bände mitnehmen.
Speaker: Das ist für mich ein Referenzwerk, das er geschaffen hat.
Speaker: Erst recht seit unserem Comics-Ballover hier und es ist einfach unglaublich.
Speaker: Ich bin gerade, der Alpha, also der erste Bantesa Quadrilogie liegt bei mir gerade noch auf dem Lesestapel.
Speaker: Ich habe es erst mitbekommen, als er fertig war, so richtig, muss ich zugeben.
Speaker: Ich bin sehr gespannt darauf.
Speaker: Und das braucht einfach...
Speaker: dieser Comic, der braucht Zeit, um dieser Form gerecht zu werden.
Speaker: Aber da hat er wirklich etwas ganz Tolles gemacht.
Speaker: Und dann habe ich gedacht, ich möchte natürlich auch einen Frauen-Comic mitnehmen.
Speaker: Und zwar eine meiner Favoritinnen, die ich glaube auch in der Endlosschlaufe lesen kann, ist Kuniko Tsurita.
Speaker: The sky is blue with a single cloud.
Speaker: Könnte ein Reprodukt-Titel sein.
Speaker: Ich weiß, dass Dirk einen ähnlichen Geschmack hat.
Speaker: Aber Zurita, das ist eine der wenigen Frauen aus dieser Zeit, die auch in kurzen Geschichten...
Speaker: Aber natürlich, ich sage jetzt mal überspitzt, die Perspektiven, die weiblichen Perspektiven noch etwas anders darstellt und mich so auch sehr schön abholt.
Speaker: Also diese drei Sachen.
Speaker: Also Dirk, falls du mitgehört hast, Dirk Krem, guck mal drauf.
Speaker: Ich habe es, glaube ich, schon gesagt.
Speaker: Bestimmt.
Speaker: Wahrscheinlich kennt er es auch.
Speaker: Aber tatsächlich dieser Satz, das könnte ein Reprodukt-Titel werden, der fällt bei uns in der Redaktion auch immer mal wieder.
Speaker: Manchmal aber auch eher so nach dem Motto, ja, das kann Reprodukt machen.
Speaker: Was muss Reprodukt machen?
Speaker: Das können wir nicht machen.
Speaker: Nee, super.
Speaker: Sehr schöne Titel, die ich noch nie gehört habe.
Speaker: Vielen Dank dafür.
Speaker: Ich freue mich immer, wenn hier Sachen auch dann unterkommen, die vielleicht auch unsere Hörerinnen und Hörer noch neu sind.
Speaker: Danke dir.
Speaker: Ein Comic, den es noch nicht gibt, den es aber unbedingt geben sollte, wie auch immer diese Frage jetzt interpretieren willst, was wäre das für ein Comic oder Manga oder Graphic Novel, also im weitesten Sinne Comic?
Speaker: Ja, wie gesagt, für mich ist die Erzählung oder die Narration extrem wichtig.
Speaker: Das ist das, was der Comic ausmacht.
Speaker: Künstlerisch darf er umgesetzt sein, wie es passt.
Speaker: Also klar gibt es auch handwerkliches Vermögen, aber ich denke, die Erzählung ist doch, dass man dem Comic-Format gerecht wird.
Speaker: Deswegen würde ich als Szenarist Tezuka wählen.
Speaker: Aha.
Speaker: Und weil ich natürlich absolut verliebt in die Farben von Emmanuel Lepage bin, würde er die Kolorierung übernehmen.
Speaker: Okay, aber nur die Kolorierung?
Speaker: Nur die Kolorierung.
Speaker: Ich finde manchmal, es ist gut, dieses Non-Fiction und diese Reise, auch die neuesten, die er jetzt wieder über die Kerguelen-Insel gemacht hat, aber
Speaker: Der auch bei uns erscheint demnächst, by the way.
Speaker: Genau.
Speaker: Ist aber, wenn ich ganz ehrlich bin, es packt mich nicht, aber in seine Welt hineintaucht.
Speaker: Also die Farbe-Kolorist, Lepage.
Speaker: Bei den Zeichner-Umsetzungen, obwohl ich weiß, Uli Lust ist eine brillante Comic-Autorin durch und durch.
Speaker: Ich liebe ihre Arbeit und sie ist
Speaker: Phänomenal.
Speaker: Würde ich sagen, wenn sie jetzt einfach nur zeichnen müsste, würde ich vielleicht Sie wählen oder Loiselle, Lofre oder eben Christoph Beck, so in diese Richtung.
Speaker: Also Dream Team Kids.
Speaker: Christoph Beck, ja.
Speaker: Lofre gefällt mir auch sehr gut.
Speaker: Er bräuchte, er hört ja sicher nicht zu, er redet ja nur Französisch, von daher darf ich das sagen, er bräuchte wahrscheinlich einen Szenaristen.
Speaker: Aber wenn wir Tetsuka hätten, ja, das...
Speaker: Das finde ich ein tolles Team.
Speaker: Tetsuka kenne ich wenig von, das ist der Auto von Astro Boy, oder?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Astro Boy, Artwolf, Road to Kirito.
Speaker: Nicht so mein Ding, aber ich würde allein schon viel dafür geben.
Speaker: Was ist eine Bildungslücke?
Speaker: Ich weiß, ich weiß.
Speaker: Ja, ja, ja, aber Manga ist eine ganz, ganz große Bildungslücke generell bei mir.
Speaker: Das weiß ich aber auch selbst.
Speaker: Ja.
Speaker: Nee, aber was ich sagen wollte, ich würde allein schon sehr viel dafür geben, eine Zeichnung von Uli Lust zu sehen, die Emmanuel Lepage koloriert hat.
Speaker: Das kann ich mir gar nicht vorstellen.
Speaker: Das stelle ich mir sehr spannend vor.
Speaker: Wahrscheinlich würde er erst mal überall noch das Meer in den Hintergrund malen, einfach ungefragt.
Speaker: Genau.
Speaker: Coole Kombination, finde ich ganz gut.
Speaker: Aber dann hast du jetzt eigentlich die nächste Frage beantwortet, welches Kreativ-Team du haben wollen würdest, ne?
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Nee, alles gut.
Speaker: Das ist bei vielen Leuten fließt das ineinander.
Speaker: Das lasse ich als Antwort auch sehr gerne gelten.
Speaker: Wir machen nochmal einen ganz kleinen Werbeblock.
Speaker: Einmal für unser Programm.
Speaker: Nämlich würde ich dich fragen nach einem Comic aus dem Splitterprogramm, den du unseren Hörerinnen und Hörern ganz dringend ans Herz legen willst.
Speaker: Ganz egal, wie alt oder wann der erschienen ist oder worum es geht.
Speaker: Ich mache es kurz.
Speaker: Es sind Lévié Fourneau, die alten Knöcker.
Speaker: Anna Isnin, Leonie Dijop als Schweizer Autorin und Zeichnerin, Herr der Fliege, Emme de Jong finde ich auch toll und ich persönlich eben ein bisschen Splatter und ein bisschen Mundo Reverso muss immer sein, deswegen Ladies with Guns.
Speaker: Ah, schön.
Speaker: Ja, den hat ja noch niemand empfohlen.
Speaker: Das finde ich cool.
Speaker: Ich habe die ja französisch die ersten drei Bände gelesen und dann habe ich gedacht, scheiße, wieso diese Serie abgeschlossen in drei Bänden?
Speaker: Das macht Spaß und dann kam dann der vierte und der fünste.
Speaker: Aber das war jetzt wirklich, das war sehr, sehr cool.
Speaker: Sehr gut.
Speaker: Emile Young, muss man eh nichts zu sagen, Herr der Fliegen ist ein klasse Buch und Ladies with Guns, da schließt sich jetzt ein Zirkel zu was, was ich immer wieder empfehle.
Speaker: Olivier Bouquet, der Autor von Ladies with Guns, ist auch der Autor von Frank, der Kindercomicserie, die wir am Laufen haben und das ist einer meiner Lieblingsreihen aus dem Splitterprogramm.
Speaker: Also ich finde, der ist noch nicht so bekannt.
Speaker: Ich hoffe mal, dass der noch bekannter wird in den nächsten Jahren.
Speaker: Also der macht schon viel.
Speaker: Aber Olivier Bocquet ist ein Comicszenarist, der aktuell, finde ich, einer der... Also das ist jetzt nicht Avantgarde oder so, was der macht, aber das ist handwerklich, da sind wir wieder, einfach klasse.
Speaker: Also die Stories mit dem Witz, den er da reinbringt und trotzdem verliert er nie so einen ernsten Unterton.
Speaker: Und es ist immer auch intelligent trotzdem.
Speaker: Es ist nicht dumme Unterhaltung, es ist kluge Unterhaltung.
Speaker: Das finde ich klasse.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja.
Speaker: Ladies Love, ganz schöne Empfehlung auch.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber das ist auch, das ist wirklich so ein super, den empfehlen wir super gerne, super viel.
Speaker: Das wird auch jetzt auf Weihnachten sehr wichtig sein für uns.
Speaker: Ich finde auch, gerade auch die französischen Szenaristen haben wirklich einen guten Ton gefunden.
Speaker: Absurd, lustig, aber immer auch ein bisschen geistreich.
Speaker: Ja.
Speaker: Also wirklich so auch, dass man
Speaker: den Eltern und Großeltern das wirklich auch gut ans Herz legen kann.
Speaker: Ja, nein, aber klar, Eltern und Großeltern verschenken auch gerne Sachen, die sie selber irgendwie gut finden und das sind halt Sachen, die sie auch als Leserinnen und Leser, also gute Kinder- und Jungliteratur kann auch von Erwachsenen gelesen werden, muss auch von Erwachsenen gelesen werden.
Speaker: Und ich glaube, im Nachwort vom ersten Frankmann, das hat sich bei mir richtig eingebrannt, spricht Bocquet darüber, wie schwer es ist, einen All-Age-Comic zu machen.
Speaker: Und er wollte aber mit Frank unbedingt einen All-Age-Comic machen und hat da auch lange rumgefummelt, bis er dafür einen Verlag gefunden hat, weil die Verlage halt, und da nehme ich uns nicht aus, es ist viel einfacher, ein Buch zu vermarkten, was halt eine sehr klare Zielgruppe hat.
Speaker: Und wenn du sagst, ja hier, das kannst du jedem verkaufen, das ist von 8 bis 88, das glaubt einem ja niemand.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber Frank schafft diesen Spagat echt gut.
Speaker: Also ich bin kein Kind mehr und ich lese das trotzdem sehr gerne.
Speaker: Dann empfiehle uns gerne eine, ja, ich nenne es immer Medienkulturempfehlung, irgendetwas, was du dich in letzter Zeit begeistert hast, was du gesehen, gelesen, gespielt, wie auch immer hast.
Speaker: Was kein Comic ist.
Speaker: So, sorry, das ist die Einschränkung, ja.
Speaker: Ich konsumiere, ich schaue sehr gerne Filme.
Speaker: Ich game auch manchmal.
Speaker: Aber ich habe, wie du das beim Podcast gesagt hast, meine Zeit ist sehr limitiert und ich bin hier sehr selektiv.
Speaker: Und deswegen schaue ich das beim, ich gebe es, ich gebe es.
Speaker: Buchtipp 2, also ein Autor, der mir wirklich gefällt, obwohl manchmal auch ein bisschen arg an der Grenze, aber Christian Kracht.
Speaker: Besonders Imperium ist auch so ein Buch, das ich immer wieder gerne im Kopf habe.
Speaker: Imperium von diesem deutschen Veganen, der auf dieser Insel versucht, von Kokosnüssen zu überleben.
Speaker: Ja.
Speaker: Es ist so herrlich von der Sprache in diesem Anfang 20.
Speaker: Jahrhundert und was da mit ihm passiert, geschrieben.
Speaker: Also das gefällt mir sehr gut.
Speaker: Die Verschwörung der Idioten von John Kennedy Toil ist auch ein Buch, das ich sehr lustig fand.
Speaker: Diese schräge, absurde Ignacio mit seiner Fliegenmütze.
Speaker: quer in der Landschaft steht, in diesem Chicago.
Speaker: Also die Verschwörung der Idioten.
Speaker: Also das wären einfach klassische Lesetipps.
Speaker: Ja, ist doch super.
Speaker: Und auch, was ich am Entdecken bin, das ist vielleicht noch, weil wir jetzt gar nicht über die Frauen, also nicht, dass es ein Riesenthema für mich ist, aber einfach ein bisschen diese weibliche Sicht, auch als Comic-Shop-Besitzerin.
Speaker: Ich finde, das ist schund.
Speaker: Also ist das zudem so viel Thema, wie du Thema daraus machst?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Deswegen würde ich diese Kalmar Karlin, da gab es mal einen Comic, der war mehr schlecht als recht, aber ich habe da wirklich diese Autorin oder diese Reisejournalistin entdeckt, diese Alma Karlin.
Speaker: Alma Karlin.
Speaker: Und die hat beim Aviva Verlag, der ganz viele
Speaker: Frauenbücher neu entdeckt oder wieder neu verlegt, ihre Arbeiten entdeckt und habe die durchgesuchtet und ich war mit ihr wirklich auch auf Weltreise im letzten Jahrhundert und das war auch so eine Entdeckung abseits vom Manga-Comic-
Speaker: Ja, spannend.
Speaker: Okay, ja, sehr, sehr coole Empfehlungen.
Speaker: Ich muss zugeben, außer Imperium kenne ich davon bisher nichts, aber nehme ich gerne mit.
Speaker: Auch die Hörerinnen und Hörer, wir sind ja nicht ganz alleine hier im Raum sozusagen.
Speaker: Vielen Dank dir.
Speaker: Okay, danke, danke, danke.
Speaker: Und dann jetzt ganz zum Schluss und dann sind wir auch fertig für heute.
Speaker: Wenn du einen nerdigen Wunsch frei hättest, ich setze das immer in Anführungszeichen, aber vielleicht weißt du ja, welche Richtung ich damit möchte, egal wie groß, egal wie klein, ob für dich, für die ganze Welt, was würdest du dir wünschen?
Speaker: Ein nerdiger Wunsch?
Speaker: Ja, vielleicht muss ich diese Frage irgendwann mal überarbeiten.
Speaker: Ja, ich kann dir jetzt so persönlich antworten.
Speaker: Ja, das ist doch in Ordnung.
Speaker: Angela, 15-jährig, ich wünsche mir Weltfrieden.
Speaker: Das ist in Ordnung.
Speaker: Das bist du auch nicht die Erste, die das macht.
Speaker: Die Frage ist super offen und ich merke so langsam, dieser Begriff des Nerds, seit ich diesen Fragebogen zum ersten Mal aufgeschrieben habe, hat er sich irgendwie ein bisschen totgelaufen.
Speaker: Ich glaube, ich muss das mal anpassen.
Speaker: Aber Weltfrieden ist, glaube ich, ein Wunsch, den wir uns alle teilen.
Speaker: Vor allem jetzt kurz vor Weihnachten.
Speaker: Thematisch passend.
Speaker: Insofern können wir das gerne so stehen lassen.
Speaker: Angela, vielen lieben Dank, dass du da warst.
Speaker: Es war mir eine große Freude.
Speaker: Ich habe vieles dazugelernt und viele Empfehlungen mitgenommen.
Speaker: Hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Speaker: Du warst auch ein sehr angenehmer Gesprächspartner.
Speaker: Das freut mich, danke sehr.
Speaker: Das höre ich immer wieder gerne.
Speaker: Ich hoffe, ihr, liebe Hörerinnen und Hörer, hört das auch immer wieder gerne.
Speaker: Ich freue mich, wenn ihr dem Podcast treu bleibt, auch im neuen Jahr.
Speaker: Dann empfiehlt ihn doch gerne über Weihnachten eurer Familie und euren Freunden.
Speaker: Lasst uns ein Abo da, lasst uns ein paar Sterne da.
Speaker: Wenn ihr Fragen, Kritiken oder Anregungen habt, immer gerne an splittercast.splitter-verlag.de
Speaker: Die Links zum Comicshop Basel packe ich euch alle in die Shownotes.
Speaker: Falls ihr mal in Basel seid, ich plane vielleicht, vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr, mal eine Reise dahin zu planen.
Speaker: Dieses Jahr, in den letzten paar Tagen wird es schwierig.
Speaker: Komme ich mal vorbei.
Speaker: Ansonsten sehen wir uns wahrscheinlich auch mal demnächst wieder auf einer Messe oder einer Con.
Speaker: Angela, mach dir noch einen schönen Tag.
Speaker: Ich wünsche dir auch einen guten Jahreswechsel schon mal.
Speaker: Und ein frohes Fest.
Speaker: Und euch, liebe Hörer natürlich auch.
Speaker: Und dann hören wir uns alle im nächsten Jahr wieder.
Speaker: Macht's gut.
Speaker: Tschüss.
Speaker: Tschüss.


