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169 Plays2 years ago

Was passiert, wenn das Schicksal die Liebe des Lebens für einen bereithält, aber die Zeit und die Umstände verhindern, dass diese sich entfaltet und man das Leben miteinander teilt.

In „Past Lives“( Sundance Publikumspreis Gewinner ) dem Debutfilm von Celine Song, verlieben sich Na-Young und Hae-Sung im Alter von 12 Jahren ineinander. Sie besuchen dieselbe Schule in Seoul, bis Na-Youngs Familie nach Kanada auswandert und der Kontakt zu ihrer  Kindheitsliebe abbricht. 12 Jahre später ist sie Nora, Dramaturgie-Studentin in New York und er, geblieben in Korea, Soldat. Zufällig finden sie sich auf einer Social Media Plattform wieder und intensivieren ihren Kontakt. Doch jeder von ihnen hat ein eigenes, sich stark vom anderen unterscheidendes Leben, so dass sich die virtuelle Bindung zunächst wieder auflöst.

Nora heiratet einen jüdischen Romanautor, den sie während eines einem Sommers bei einem Schrifsteller-Camp kennenlernt. Sie spricht mit ihm über das koreanische Konzept von In-Yun, einer Schicksalhaftigkeit derselben Seelen über mehrere Leben hinweg. Nach weiteren 12 Jahren treffen sich Nora und Hae-Sung dann endlich tatsächlich in New York. Dort lernt er Ihren Ehemann kennen und das In-Yun findet sich in einer Dreieckskonstellation wieder.

Die Handlung des Films erkundet die komplexen Dimensionen der Liebe und des Schicksals, wenn man denn an ein solches glaubt. 

Aber muss man ihn gesehen haben? Hört rein und findet es heraus.

Hinterlasst uns eine Sprachnachricht und werdet Teil der nächsten Episode:

www.mussmangesehenhaben.de
___

REGIE
Celine Song

DREHBUCH
Celine Song

DARSTELLER*INNEN
Greta Lee - Nora
Teo Yoo - Hae-Sung
John Magaro - Arthur

KAMERA
Shabier Kirchner

MUSIK
Christopher Bear, Daniel Rossen (Indie-Rock-Band Grizzly Bear)
---

LINKS ZUR FOLGE
City-Atelier Kinos
Henri Cartier-Bresson
Grizzly Bear (Band)
YouTube Interview Tino Chrupalla
Standup Journal
___

SUPPORT THE SHOW https://www.buymeacoffee.com/mussmangesehenhaben

oder

hinterlasst uns eine positive Bewertung auf der Podcast-Plattform Eurer Wahl. Danke Euch!

Transcript

Einführung und Begrüßung

00:00:04
Speaker
Willkommen zu einer neuen Ausgabe muss man gesehen haben. Hier sind eure Gastgeber Emilia und Bastian. Liebe Emilia, hallo. Welche Freude, dich zu sehen. Hallo Basti. Here we are again. Ja, wunderschön. Mit einem neuen Film. Wie könnte es anders sein?

Filmankündigung und Spannung

00:00:25
Speaker
Und es ist nicht Mamma Mia, obwohl wir gesagt haben, here we are again.
00:00:30
Speaker
Stimmt, aber es wäre mit P auch schwierig geworden, weil ich glaube, korrigier mich, falls ich mich täuschen sollte, aber ich höre kein einziges P in Mamma Mia, also von daher. Ja, ich auch nicht. Aber es wäre trotzdem eine gute Einleitung für Mamma Mia 2 gewesen. Es wäre eine fantastische Einleitung für Mamma Mia gewesen, aber der ist es nicht. Welcher Film ist es denn, liebe Emilia?

Einführung in 'Past Lives'

00:00:55
Speaker
Wir waren beide im Kino und haben Past Lives geguckt.
00:00:59
Speaker
Das haben wir tatsächlich und dazu haben wir, glaube ich, einiges zu erzählen heute. Denn er ist sehr reichhaltig und ein sehr spannender Film. Und du hast auch was vorbereitet, glaube ich. Genau. Und zwar...
00:01:18
Speaker
Was passiert, wenn das Schicksal die Liebe des Lebens für einen bereit hält, aber die Zeit und die Umstände verhindern, dass diese sich entfaltet und man das Leben miteinander teilt? In Past Lives, den Sundance Publikumspreisgewinner und Debütfilm von Celine Song verlieben sich Na Jung und Haes Sung im Alter von 12 Jahren ineinander.
00:01:39
Speaker
Sie besuchen dieselbe Schule in Seoul, bis eine Jungsfamilie nach Kanada auswandert und der Kontakt zu ihrer Kindheitsliebe abbricht. Zwölf Jahre später ist sie, Nora, Dramaturgiestudentin in New York und er, geblieben in Korea, Soldat. Zufällig finden sie sich auf einer Social Media Plattform wieder und intensivieren ihren Kontakt.
00:02:00
Speaker
Doch jeder von ihnen hat sein eigenes Leben, mit sich stark voneinander unterscheideten Lebensplänen, sodass sich auch die virtuelle Bindung auflöst. Sie heiratet einen jüdischen Romanautor, den sie in einem Sommer bei einem Schriftstellercamp kennenlernt.
00:02:16
Speaker
Sie spricht mit ihm über das koreanische Konzept von Injun, das Schicksal und Beziehungen betrifft, insbesondere solche zwischen zwei Menschen, die von Verbindungen in ihrem bisherigen Leben geprägt

Schicksal und Lebensentscheidungen

00:02:28
Speaker
sind. Nach weiteren zwölf Jahren treffen sich Nora und Hesung in New York. Die Handlung des Films erkundet die komplexen Dimensionen der Liebe und des Schicksals, wenn man denn an ein solches glaubt. Glaubst du denn an Schicksal, Basti?
00:02:44
Speaker
Ich glaube, das ist ein wahnsinnig schöner Übergang gewesen. Toll. Also wirklich. Muss ich jetzt an dieser Stelle einfach mal kurz sagen. Ich glaube an das Schicksal. Ich glaube daran, dass das Leben
00:03:00
Speaker
wesentlich mehr ist als das, was sich unseren Sinnen darbietet. Und von daher glaube ich irgendwie auch an ein gewisses Schicksal. Aber ich glaube nicht an ein Schicksal im Sinne, dass wir das nicht selber irgendwie in der Hand halten oder nicht auch
00:03:17
Speaker
die Möglichkeit haben, etwas an unserem Leben aktiv zu verändern, weil ja eh alles so ist. Also ich habe keine deterministische Haltung dazu. Aber ich glaube auf jeden Fall, dass das Leben ein Geschenk ist, etwas Magisches, etwas Wunderschönes und darin liegt ja schon etwas wesentlich Größeres als das, was wir durch unsere Sinne wahrnehmen. Für mich persönlich. Wie ist es denn für dich?
00:03:41
Speaker
Ja, ich glaube an Schicksal. Also ich glaube schon, dass gewisse Sachen so sein sollen. Und ich glaube also Schicksal im Sinne von, also tatsächlich
00:03:53
Speaker
hat man ja die Möglichkeit, mit gewissen Sachen oder die Entscheidung, mit Sachen umzugehen. Also ich glaube, man hat die Entscheidung im Sinne von, es gibt halt immer irgendwie eine positive Entscheidung und eine nicht so positive Entscheidung, wenn große Sachen passieren. Sagen wir, was weiß ich, sowas wie
00:04:14
Speaker
Man trennt sich von Freunden oder von Beziehungen

Reinkarnation und In-Yun

00:04:18
Speaker
oder Partnern oder jemand stirbt und ich glaube immer man hat die Entscheidung zu sagen, man sieht irgendwie das Licht auf der Seite, weil ich glaube sowas ist tatsächlich.
00:04:30
Speaker
Schicksal manchmal. Ich glaube so ein bisschen daran. Und ich glaube auch, dass so Verbindungen zu Menschen schicksalhaft sein können und dass es genau die Situation und der Zeitpunkt, das so möchte, dass man genau diesen Menschen eben dann kennengelernt hat. Oder eben, dass sich auch solche Sachen trennen und dass es dafür Gründe gibt, die man nicht so weiß, aber dass es eben so sein soll. Doch hier so ein bisschen glaube ich dran. Hast du denn von dem Konzept
00:04:58
Speaker
In Jung vorher schon mal gehört? Nee, davon habe ich noch nicht gehört. Aber es ist ja ein Konzept, das sich sehr stark auf Reinkarnation beruft. Und das finde ich spannend. Ich persönlich bin überzeugt davon, dass es Reinkarnation gibt. Wie schaut es denn bei dir aus, Emma?
00:05:22
Speaker
Ich bin nicht davon überzeugt. Ich glaube, wenn man stirbt, dann stirbt man. Und ich glaube, es gibt so ein Vermächtnis von einem, dass man so weitergibt an Generationen. Aber ich glaube, das ist eher in so Weiterzählungen und so das, was man halt hinterlassen hat. Weil ich glaube, Tod ist Tod ist Tod ist vorbei.
00:05:42
Speaker
Also dann wird man einfach... Aber auch dem gleich am Anfang so, okay, so wollen wir eigentlich über einen Film sprechen, aber jetzt philosophieren wir über die großen Themen des Lebens.

Kinoerlebnisse und Snacks

00:05:52
Speaker
Great! Der ganz leichte Einstieg. Aber es zeigt auch, dass der Film ja die großen Themen des Lebens auch abdeckt. Ich glaube, deswegen ist das schon ein ganz guter Indikator, dass es dem Film auch ganz gut gelingt, weil er solche Unterhaltungen dann tatsächlich auch
00:06:05
Speaker
befördert. Und das sind ja durchaus interessante Konzepte, mit denen man sich durchaus mal auseinandersetzen kann und durchaus vielleicht auch sollte sogar. Wo hast du denn den Film gesehen? Du warst im Kino in Berlin. In welchem Kino warst du denn?
00:06:22
Speaker
Ich war im IEL Kino, das ist am Paulinke Ufer, ein ganz kleines, ganz schmusiges Kino und es trug sich zu, dass ich eigentlich woanders hin wollte auf eine Veranstaltung, die draußen hätte stattfinden sollen und dann hat es aber angefangen zu regnen und es war an einem Sonntag und was macht man dann?
00:06:42
Speaker
nicht am liebsten, wenn es regnet und es Sonntags ist, man geht ins Kino. Und diesen Film wollte ich unbedingt sehen, den Trailer habe ich gesehen, bevor ich Mission Impossible geguckt habe und dann habe ich gesagt, definitiv gucken. Und dann war ich im Kino, genau. Und wie war das bei dir?
00:07:00
Speaker
Ich war in den Citylights-Kino in München. Das ist ein sehr schönes Programmkino. Da hängen noch ganz alte, gemalte Kinoplakate an der Wand. Also so handgemalt mit Ölfarben und so. Eine ganz alte Kunst, die ja eigentlich ausstirbt, die es eigentlich kaum noch gibt. Aber da gibt es die sehr, sehr schöne Kinosäle. Die Stühle haben sogar eine Lehne, die zurückgeht. Das hat man auch nicht überall. Also lehnt man sich zurück und dann kann man sich fast hinlegen. Total bequem, gemütlich. Es war sehr, sehr schön. War ein sehr schönes Kinoerlebnis tatsächlich.
00:07:29
Speaker
Bist du eigentlich Popcorn oder Nacho Mensch? Eigentlich finde ich schon immer Popcorn ist bei mir eigentlich eher so die erste Wahl.
00:07:40
Speaker
Aber süßes oder salzig? Und dann gibt es ja noch die Frage, süß oder... Ich wollte gerade sagen, wenn du süße... Die werden komplett halber auch noch fragen, welches. Das ist tatsächlich tagesformabhängig bei mir. Manchmal süß, manchmal salzig. Ich mochte nie salziges Popcorn, aber ich habe lange Zeit in Südafrika verbracht, da gibt es gar kein süßes Popcorn. Da habe ich salziges Popcorn auch schätzen gelernt. Hat ja auch keine Wahl. Da ist vielleicht auch wieder eine gewisse Schicksalhaftigkeit vorhanden. Und deshalb mittlerweile ist es wirklich tagesformabhängig.
00:08:10
Speaker
Und bei dir so?

'Past Lives': Emotionale Tiefe

00:08:12
Speaker
Ich liebe Nachos, ja. Okay, super für die Kontroverse hier. Ja, gemixt. Aber ich kann nicht nur süß und ich kann nicht nur salzig. Aber nicht im selben Karton gemixt, oder? Weil das stelle ich mir dann doch ein bisschen. Ja, wirklich. Also die sind alle wirklich bunt durcheinander. Okay, wow.
00:08:34
Speaker
Aber da brauchst du ja dann eigentlich jemanden, der mit dir ins Kino geht, der einen ähnlichen Geschmack hat. Weil du müsst ja dann die beiden vermischen. Oder sagst du dann einfach bei der Herstellung, bitte schmeißt einfach zu gleichem Anteil süßes und salziges Popcorn in meine Tüte. Das ist sehr lustig. Aber man kann sagen, gemixt, ja. Dann mixen die das zusammen. Das habe ich noch nie gesehen. Ich lerne so viel heute. Ich lerne so viel heute. Liebe Media, vielen Dank. Wir reden heute nicht über den Film, wir reden über Kinosnacks.
00:09:04
Speaker
Das wäre vielleicht mal irgendwo eine neue Ansatz. Also jetzt, wo wir das alles besprochen haben, was ist denn das Erste, was dir bei dem Film in den Sinn kommt, was dir sehr gut gefallen hat? Es rührt mich, glaube ich, sehr diese eine Geschichte aus
00:09:25
Speaker
Ich weiß nicht, ob die aus jedem Leben sein kann, aber es ist ja irgendwie eine tragische und zugleich auch sehr liebevolle Liebesgeschichte. Und ich weiß nicht, wie vielen Leuten das so geht, dass man jemanden gekannt hat oder kennt noch und das Gefühl hat, irgendwie gibt es eine große Verbindung. Und wie gesagt, diese Umstände, die man hat,
00:09:55
Speaker
man kann das nicht, lassen das nicht zu, dass man eben mit dieser Person das Leben verbringt oder anfängt eine Beziehung zu führen. Und das hat doch eine gewisse, es ist schon tragisch, ist es nicht.
00:10:11
Speaker
Ja, und ich glaube, das ist aber diese Tragik, auf die der Film hin meist, die ja dem Leben an sich inne wohnt. Also unser Leben ist ja, und ich meine es im positivsten Sinne, das Leben ist ja in gewisser Weise verlustbehaftet, weil
00:10:26
Speaker
Man könnte ja immer einen anderen Weg einschlagen. Es gibt ja immer irgendwo, hätte man wo was anderes machen können, irgendwo anders abbiegen können. Das sind so die Opportunitätskosten, wenn du sie so möchtest. Dieses FOMO, dieses Fear of Missing Out, warum Leute mittlerweile so schwer tun, überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Weil es könnte ja die falsche sein.

Identität und Zugehörigkeit

00:10:44
Speaker
Und ich finde, der Film zeigt auf sehr feinfühlige Art und Weise, dass uns die Liebe,
00:10:51
Speaker
als eigentlich letzte und einzige Instanz hilft, genau damit umzugehen, weil sie hilft, das einzuordnen und den eingeschlagenen Weg zu akzeptieren. Sprich, wenn man Liebe zu dem hat, was man hat und wem man sich umgibt, dann fällt es einem wesentlich leichter, diese Opportunitätskosten, auch wenn das jetzt reichlich berufswirtschaftlich rüberkommt, damit umzugehen und das Leben so zu akzeptieren, wie es sich einem dann darstellt.
00:11:20
Speaker
Ja aber eben auch nicht, weil ich finde diese Acceptance, ich meine in diesem Film, wo man ja mal sagen kann, dieser Film besteht im Prinzip nur aus drei Hauptdarstellern, was irre ist und was so Spaß macht zu sehen.
00:11:37
Speaker
Es ist ja ein relativ ruhig erzählter Film, also es passiert schon sehr viel, aber ich glaube die Celine Song ist ja im Großen und Ganzen sehen wir ja nur wenige Schauplätze und letztendlich gibt es ja eben die Greta Lee, die die Nora spielt, den Theo Jung, der den
00:12:03
Speaker
Herr Sung gespielt und dann eben ihren Ehemann Arthur gespielt von John Margerow.
00:12:10
Speaker
Ich muss auch gestehen, ich weiß gar nicht genau, wie man ihr ausspricht, aber es war ähnlich gut wie dein Koreanisch an dieser Stelle. Danke! Und ich glaube, er hat halt diese Möglichkeit, das zu akzeptieren. Aber im Sinne der Akzeptanz wäre sie ja einfach, hätte sie ja gesagt, okay, ich habe mein eigenes Leben und ich habe mal jemanden gekannt, aber warum sollte ich da nochmal in dieses vergangene Leben mich zurück
00:12:41
Speaker
bringen. Und trotzdem hat sie ja dieses Bedürfnis und spürt ja immer noch diese Verbundenheit, die ja eben erzählt wird in 24 Jahren, 24-jähriger Zeitspanne. Ich meine, ich finde diese Akzeptanz wäre gewesen, okay, ich habe mal jemanden gekannt.
00:13:02
Speaker
Whatever. Aber trotzdem brauchen sie ja diese, ja, spüren sie diese Verbundenheit und brauchen doch trotzdem diesen Kontakt. So haben ihr eigenes Leben und führen das ja auch, aber wissen, okay, es ist irgendetwas da in einer Person, das mich
00:13:22
Speaker
so führen lässt und ich fühle mich hingezogen zu dieser Person, obwohl ich überhaupt nichts über sie weiß und ich weiß, was sie gerade macht, aber ja, das finde ich, oh Gott, ist das nicht wahnsinnig romantisch auch.
00:13:38
Speaker
Natürlich. Der Film ist auch romantisch, auch wenn nicht im klassischen Sinne. Es ist keine klassische Romanze. Es ist auch nicht. Man trifft sich, man findet sich irgendwie nicht so gut und dann über jede Menge Abenteuer hinweg die drei Akte quasi finden sie dann am Ende zusammen, weil sie alle diese Dinge überwinden gemeinsam. So ist es ja nicht. Von dieser klassischen Struktur weicht es ab.
00:14:05
Speaker
Und das macht den Film auch noch mal zusätzlich sehr spannend und interessant, finde ich. Weil er mit dieser klassischen Struktur bricht, aber er ist trotzdem sehr romantisch. Ich finde die Form, die Art und Weise, wie der Film Liebe darstellt und mit Liebe umgeht, ist sehr feinfühlig und auch sehr schön, sehr poetisch. Es ist ein sehr poetischer Film, finde ich tatsächlich. Wie geht es dir denn damit?
00:14:29
Speaker
Echt, also ich finde das eben, also es ist kein veramerikanisierter Film, wo man dann irgendwie denkt, oh Gott, alle, das ist irgendwie so dieses perfekte, doch, ja, ich finde, amerikanisiert ist ein gutes Wort dafür, aber es ist glaube ich einfach eine Geschichte aus dem Leben und ich liebe Geschichten aus dem Leben, weil man irgendwie sagt, okay, es ist nicht fiktiv. Ich glaube, es gehen Menschen so, wie es den Darstellern in diesem Film geht oder wie sie das eben verkörpern.
00:15:00
Speaker
Mit Sicherheit. Und das dann eben dazu, ja mit diesen ganzen Unterschieden, die es ja gibt, weil sie wächst auch in Kanada und ihr großer Traum ist ja einen Nobelpreis zu bekommen und dann wird ihr Traum wahr in New York. Ja in New York, das liebe ich an dem Film auch sehr, sehr viel.
00:15:24
Speaker
Da hast du ja so die eine oder andere Beziehung zu der Stadt. Ja, absolut. Ich glaube, es ist eine große

Charakterdynamik und Arthur

00:15:30
Speaker
Liebe neben Berlin, oder ist New York? Könnte man das so sagen? Das kann man so sagen, ja.
00:15:39
Speaker
Das ist auch diese Tragik. Darf ich an der Stelle ganz kurz sagen, weil das ist ein schöner Zeitpunkt auch zu sagen, dass die Kameraarbeit fantastisch ist. Die Kamera hat Shabir Kirchner gemacht, den ich überhaupt nicht kannte zuvor.
00:15:57
Speaker
Die Kameraarbeit ist wahnsinnig unaufdringlich und was den Film auszeichnet, ist, dass es wirklich sehr lange Kameraeinstellungen gibt. Es wird relativ wenig und vor allem in gewissen Einstellungen mit sehr wenig Schnitt gearbeitet. Oft sind die Charaktere sehr zentral quadriert tatsächlich in so einer Art fast einem Weitwinkelperspektive und dadurch nimmt die Stadt und die Szenerien, in der sie sich befinden, wahnsinnig viel Raum ein.
00:16:22
Speaker
Und es heißt, dass eigentlich die Städte mit zum Protagonisten dieses Films werden. Und das ist wahnsinnig schön. Und auf der anderen Seite fühlt man sich dadurch auch immer mehr in den Film hineingezogen, obwohl man jetzt nicht die Narren hat oft. Aber weil du einfach das Gefühl hast, das ist echt, das ist authentisch, du bleibst in der Szene wie ein Beobachter.
00:16:42
Speaker
Wie jemand, der wirklich neben dieser Szene steht und das Ganze irgendwie beobachtet. Und das ist ja bei der Eröffnungsszene schon so. Und die finde ich deshalb so gut, weil das zieht sich durch diesen Film. Da sitzen sie nämlich in der Bar und du hörst quasi das Geflüster von Leuten, die auf der gegenüberliegenden Seite der Bar sitzen und sich Gedanken dazu machen, wie die drei eigentlich zueinander stehen. Ist jetzt ein Pärchen, ist er mit ihr verheiratet, ist er das? Und diese Frage stellst du dir durchaus im ganzen Film.
00:17:07
Speaker
und ertappst dich dann immer wieder dabei, wie du eigentlich diese Barbesucher ganz Anfang in der Öffnungsszene bist und diesen Gesprächen zuhörst und versuchst zu erkennen, wie passen sie eigentlich zusammen. Das ist großartig gemacht. Ja, ja, toller Einstieg. Absolut. Und ich mag das an diesem Film eben auch, dieses wow.
00:17:27
Speaker
Man lässt den Schauspielern das Schauspiel. Man braucht nicht großes Schi Schi und Schi Schi drum herum, sondern die Geschichte erzählt sich einfach von drei fantastischen Schauspielern und von einem so unglaublich gut geschriebenen Drehbuch, weil die Dialoge stimmen und die sind so on point, aber sie sind eben nicht so aufdringlich und sie
00:17:51
Speaker
erzählen einem halt nicht, was man zu denken hat, sondern ich glaube, jeder interpretiert das eben anders oder fühlt anders mit den Charakteren und ich finde auch, dass es am Ende, habe ich glaube ich gesagt, gewinnt halt keiner.
00:18:09
Speaker
Es gibt keinen Gewinner in dieser Konstellation, in diesem Film oder, wenn man so möchte, im Leben. Das muss ich jetzt gerade erstmal kurz sacken lassen. Ich möchte ganz kurz diesen Anlass nehmen, weil ich finde, für mich trotz alledem in meiner Wahrnehmung in diesem Film gibt es einen wahnsinnig großen Gewinner und ich glaube, das ist auch tatsächlich
00:18:37
Speaker
Das ist wahnsinnig schwierig, das ist nicht so binär. Die Charaktere sind, man baut für alle Sympathien auf, aber mein persönlicher Favorit nach wie vor ist dennoch Arthur. Arthur ist ein fantastischer Charakter, obwohl er eigentlich erst der dritte von, eigentlich ist er von allen drei Charakteren, der dir am wenigsten vorkommt und auch am wenigsten mit der Geschichte zu tun hat. Aber warum mir Arthur so gut gefällt?
00:18:59
Speaker
Weil Arthur durchaus im ganzen Film Selbstzweifel hat. Er liebt Nora unglaublich, das merkt man, das weiß man. Aber er hat auch Selbstzweifel, was ihre Beziehung betrifft. Er reflektiert das auch mit ihr, nachdem sie ihn dann kennenlernt. Und dennoch, trotz aller dieser Zweifel und dieser Verletzlichkeit auch in diesem Sinne, gibt er ja trotzdem unglaublich viel Raum.
00:19:28
Speaker
Und in der Regel und sehr häufig ist es ja so, dass wenn man irgendwo Selbstzweifel hat, dann machen die meisten Menschen ja das Gegenteil davon und versuchen etwas an sich zu zerren, etwas nicht mehr abzugeben und eigentlich durch Nähe das Ganze im Kreime zu ersticken. Und Arthur macht genau das Gegenteil und das macht ihn für mich zu dem eigentlich wirklichen Helden in diesem Film. Und ich lieb seinen Charakter

Vergangenheit, Gegenwart und Identität

00:19:49
Speaker
wirklich sehr. Ja, aber ist es nicht auch wahnsinnig
00:19:56
Speaker
Also er ist schon sehr, sehr stark, aber es ist eben doch diese Endszene. Oh Gott. Ja, sehr, sehr, oh Gott. Möchtest du jetzt schon die Endszene verwenden? Nein, ich möchte nicht die Endszene. Nein, um Gottes Willen, ich möchte sie einfach nur erwähnen, um dazu zu sagen, dass...
00:20:15
Speaker
Ich muss ja nicht sagen, was passiert, aber trotzdem, wenn er da so ist und man denkt so, oh Gott, dieser arme Typ und er kann nichts dafür und sie kann auch nichts dafür und das ist halt einfach irgendwie dieses Jahr, wie das Leben spielt und jeder findet irgendwie gerade seinen, muss sich irgendwie neu positionieren zu einem Ereignis im Leben. Aber hattest du Mitleid mit Arthur in der Szene?
00:20:43
Speaker
Weiß ich nicht, ob ich Mitleid hatte. Ich glaube, ich wäre ungern in dieser Situation gewesen, weil ich selber auch nicht gewusst hätte, damit umzugehen. Weil einerseits bist du eben eine Person, die eine andere Person sehr liebt und plötzlich konfrontiert wird mit eben 24 Jahre Vergangenheit dieser Person und musst dann eben plötzlich damit umgehen.
00:21:11
Speaker
das für sich selber einordnen. Und das ist eben ja auch dieses, ja... Nein, ich wollte dich gar nicht unterbrechen, Entschuldigung, nein, nein, nein, bitte, bitte, nein, bitte liebe Emilia, bitte, ich höre, ich möchte das gerne zu Ende hören.
00:21:32
Speaker
Sie ist eben zerrissen zwischen ihrer eigentlichen Heimat in Korea, wo sie aufwächst, bis sie zwölf ist, wo sie Wurzeln hat. Dann kommt sie in ein Komplett. Also wirklich, ich glaube, Kanada und Korea sind sehr unterschiedlich. Und dann kommt sie da in die Schule und da gibt es ja auch diese Szene, wo sie auf dem Schulhof ist und keiner sieht aus wie sie.
00:22:01
Speaker
Und wächst dann da auf und muss sich einen neuen Namen geben, wo ja auch die Eltern gleich am Anfang sagen, okay, ihr dürft euch den Namen aussuchen. Wir passen uns jetzt einem neuen Leben an.
00:22:15
Speaker
Und dann ist sie aber eben später in New York und trotzdem hat man ja bei ihr dieses Gefühl zu sagen, wo gehört sie denn hin? Ich glaube, das ist eben ihre Geschichte zu sagen, ich habe Wurzeln oder ich möchte Wurzeln schlagen irgendwo, aber ich weiß gar nicht, wo.
00:22:34
Speaker
wo ich wirklich hingehöre. Wobei bei ihm, bei dem Tao-Yu, das komplett anders ist. Er weiß, wo er hingehört und er weiß, was so sein Leben für ihn bereithält und dass er eben ständig ist aus Korea und er geht ja dann nach China. Was studiert er nochmal? Studiert er nicht auch irgendwas wahnsinnig Krasses?
00:23:00
Speaker
Maschinenbau. Wahnsinnig krass. Ist das echt wahnsinnig krass? Ich glaube, es ist sehr beeindruckend. Für jemanden, der zwei linke Hände hat wie mich, ist das wahnsinnig krass. Ja, meine ich auch. Und andersherum dann eben auch mit Arthur, der sagt so, okay, er ist halt
00:23:23
Speaker
Auch er weiß von wo er kommt und er ist eben Amerikaner und jüdischer Abstimmung und kann sich damit total identifizieren und will dann eben für sie Koreanisch lernen, um ihr zu sagen so, hey, ich bin da und ich möchte Teil von dir sein. Dann aber ihr Ding zu sagen, ja aber Teil wovon? Von welcher? Von Nora oder von einer Jungen?
00:23:54
Speaker
Das stimmt. Ich habe das so wahrgenommen, dass das, was nicht ist, können wir natürlich in unseren Köpfen auch immer so ausschmücken, dass es immer nach diesen verlorenen Möglichkeiten klingt, die besser, schöner weiter gewesen wären, weil sie sich nicht an der Realität messen lassen müssen.
00:24:17
Speaker
Das ist ungefähr so, ich hoffe der Vergleich hinkt nicht zu sehr, so wie man mal früher Auré Cartier-Bresson gefragt hat, einen meiner großen fotografischen Vorbilder, der wirklich fotografische Geschichte geschrieben hat, den hat man mal gefragt, was denn sein bestes Bild ist. Und dann hat er einmal gesagt, die besten Bilder sind die, als ich meine Kamera nicht dabei hatte.
00:24:42
Speaker
Und ich glaube, das ist eine sehr gute Metapher fürs Leben, weil die Dinge, die man nicht aufgenommen hat, und sie geht es mir auch, wenn ich irgendwo ein Foto nicht mache, denke ich mir in meinem Kopf ständig, mein Gott, was wäre das Foto gewesen? Das Beste, das ich je gemacht hätte. Das ist sehr einfach und liegt sehr auf der Hand. Und deswegen kann man sich dieser Illusion sehr, sehr schnell hingeben. Und deswegen ist es auch so gefährlich. Und ich glaube, das geht allen Menschen tatsächlich gleich.

Liebesgeschichte und Schicksal

00:25:06
Speaker
Opportunitätskosten, von denen ich gesprochen habe, diese Möglichkeiten, die man dann tatsächlich verklärt, auch sehr leicht. Und deswegen meinte ich vorhin, das kann man nur durch die Liebe zum eigenen Leben, durch die Liebe zu den Dingen und vor allem zu den Menschen, die man in seinem Leben hat, auffangen und das in den richtigen Rahmen setzen. Und ich finde, das kommt in dem Film schon
00:25:31
Speaker
Ich finde, dass Arthur in dem Film ihr genau das bietet, nämlich die Realität, die sie dann in den Arm nimmt, die dann dort ist, wenn sie sich mit diesen Gedanken auseinandersetzt.
00:25:49
Speaker
diese Kontinuität, diese Konstanz, dieses Bedingungslose auch. Weil das ist das, was Arthur auch auszeichnet, dass er zu jedem Zeitpunkt sie unterstützt und sagt, das musst du machen. Und sogar in der Bar, als sie dann sitzen, und ich glaube Nora ist kurz auf der Toilette, sagt er noch zu Heisung, es ist schön, dass du gekommen bist, du hast das Richtige gemacht.
00:26:11
Speaker
Trotz aller Zweifel auch, die das in ihm auslösen, was ihre Beziehung betrifft. Und deswegen ist Arthur so mein Lieblingscharakter, weil Arthur für mich ist genau diese Form von Liebe, die auf der einen Seite die Dinge zusammenhält, dieses Bedingungslose und immer diesen Anker auswirft, um dich im Hier und Jetzt und in deiner wirklichen Realität zu halten.
00:26:34
Speaker
Voll, also einfach im Sinne von, es gibt dieses, ja was du gesagt hast, es gibt dieses Leben, was man sich vorstellt und was so größer sein könnte. Also da ist ja glaube ich sehr konjunktiv ganz wichtig und Arthur ist das, was ist und was einfach schön ist auch zu haben.

Zitate und Ästhetik des Films

00:26:53
Speaker
Hast du eigentlich einen Lieblingstitel in dem Film?
00:26:57
Speaker
Oh, liebe Emilia, das bringt uns ja zu unserer neuen Rubrik. Günther, spiel mal hier den Einspieler ab. Oh nee, das war der falsche Günther. Der Günther immer. Der Günther immer. Hast du die nicht beschriftet, sag mal? Nee, ich verfahre da immer nach dem Prinzip Hoffnung.
00:27:22
Speaker
Das Filmzitat. Das Filmzitat. Ich habe tatsächlich ein sehr schönes Zitat, das ich sehr, sehr schön fand. Nur kurz um den Kontext einzubenden, weil Kontext ist ja wichtig. Kontext ist ja King. Das ist als Heisung, Nora, nach diesen 24 Jahren dann tatsächlich, nachdem sie sich ja nicht gesehen haben, in New York besucht und sie laufen durch, ich glaube, sie sind auf Staten Island und schauen dann auch so auf Battery Park und so und sie zeigt ihm so ein bisschen die Stadt.
00:27:51
Speaker
Und sie sagt dann in Bezug auf Arthur und ihre Beziehung, we lived near here before we moved to the East Village. We did all our dating here and we would fight here too. Und dann sagt Heisung, you too fight?
00:28:05
Speaker
Und Nora sagt, oh yeah, we don't fuck around. Und Haesung, why do you fight? Und dann sagt Nora, just because, it's like planting two trees in one pot. Our roots need to find their place. Und das finde ich ein wahnsinnig schönes Zitat, weil genau das finde ich sehr metaphorisch auch eine Partnerschaft zum Ausdruck bringt. Ja, wie Beziehung steht, ja.
00:28:31
Speaker
Wobei das auch nochmal ihren Charakter so ein bisschen zeigt zu sagen, wo schlägt sie Wurzeln und wie tief graben sie sich ein. Absolut. Da sind wir wieder bei der Identität, die der Film eben auch stellt und sehr gut stellt. Wo gehöre ich hin, wer bin ich und wie viele und all das. Was ist denn dein Lieblingszitat?
00:29:03
Speaker
Er ist in New York nach diesen 24 Jahren und sagt zu ihr,
00:29:14
Speaker
You had to leave because you're you. And the reason I liked you was because you are you. And who you are is someone who leaves. Und dann sagt sie, the young you remember doesn't exist here. Also he is in New York. She's not sitting here in front of you. But that doesn't mean she's not real. Twenty years ago, I left her behind with you. Sehr schön. Was sagt dir das, dieses Zitat?
00:29:46
Speaker
Was sagt man dieses Zitat? Das ist glaube ich sehr interessant, auf jemanden zu treffen, mit dem man seine Kindheit verbracht hat.
00:29:57
Speaker
sich lange Zeit nicht sieht und trotzdem wieder diese Verbindung hat von, wow, jemand war so wichtig in deinem Leben, dass man immer wieder daran denkt und plötzlich kommt er in diesem Kontext von Erwachsensein und hat plötzlich dieses Bild von einem. Und man selber weiß ja auch, dass man gewachsen ist und sagt dann eben, okay, krass, aber
00:30:23
Speaker
Mich als Person, die du erinnerst, gab es ja oder gibt es ja eben in dieser Vergangenheit immer noch. Das stimmt. Und es liegt halt auch, finde ich, die Vergänglichkeit des Lebens darin begraben. Und ich finde, die Vergänglichkeit des Lebens ist tatsächlich auch eines der Grundthemen in dem ganzen Film.
00:30:42
Speaker
Man kann nichts wirklich fassen, nichts wirklich festhalten. Das ist ja die eigentliche Tragik. Das ist ja das faustische Problem, das Grundproblem so ein bisschen. Dass man wirklich nichts, den Moment nicht stillhalten kann und den einen Moment, in dem man sich befindet, gleich schon wieder der nächste folgt. Und ich glaube, das zeigt der Film eben auch sehr gut und geht eben damit um, wie man das akzeptieren kann.
00:31:07
Speaker
Und auch wenn das manchmal mit einer gewissen Trauer verbunden sein kann und ist.

Produktionsdetails und Metaphern

00:31:13
Speaker
Aber das, finde ich, drückt der Film auf sehr poetische Art und Weise aus. Das ist auch ein sehr schönes Zitat, finde ich. Darf ich noch ganz kurz was zum, liebe Emilia, zum Colorgrading auch sagen? Weil das fand ich tatsächlich auch wahnsinnig schön.
00:31:25
Speaker
Ich fand das Colorgrading total schön, weil es war sehr unaufdränglich, wie der ganze Film auch, sehr poetisch. Es hatte eigentlich so einen analogen Look, aber einen sehr schönen analogen Look, sehr gleichmäßig, sehr warm und auch so ein schönes Filmkorn. Ich habe es tatsächlich gar nicht rausgefunden, ob sie es wirklich auch auf Film gedreht haben und ob sie es digital danach draufgesetzt haben.
00:31:49
Speaker
Aber es war wahnsinnig schön. Ich fand das Colorgrading in dem Film wirklich sehr, sehr schön, weil es war unauffringlich und dennoch einfach in sich wahnsinnig schlüssig und schön und einfach schön anzuschauen. Da musste ich jetzt noch loswerden. Ganz toll. Haben wir Funfacts?
00:32:10
Speaker
Natürlich haben wir Fun Facts. Liebe Emilia, schön, dass du uns heute so durch diese Unterhaltung hin durchleitest. Moment. Fun Facts. Fun Facts. Hier, fang doch du mal an. Was hast du denn aufgeschrieben? Also ich habe abgeschrieben,
00:32:27
Speaker
dass 2020 ein ganz anderer Darsteller bekannt gegeben wurde, der den Haesong spielen sollte. Und zwar wurde bekannt gegeben, dass, ich hoffe, dass Choi, wo Schick eigentlich dafür besetzt war und dann aber ersetzt wurde durch den T.O.Yo. Und sowas ist
00:32:54
Speaker
Sehr bitter und tragisch, glaube ich, wenn einem das widerfährt. Als Schauspieler. Absolut. Da kann ich nur staunen. Hast du rausgefunden, warum das der Fall war? War kein Interesse mehr an ihm, war er sich erkältet. Warum war das so? Weißt du das? Ist nicht näher dran eingegangen worden.
00:33:21
Speaker
Ja, aber okay. Ich hab auch mir was aufgeschrieben, ich hab mir auch was notiert. Ich hab da auch was vorbereitet. Und zwar, obwohl Heisung in dem Film sehr gebrochenes Englisch spricht, also kaum Englisch spricht, ist der eigentliche Theo Yeoh, also der Schauspieler, ein sehr guter Englischsprecher und spricht sogar noch drei weitere Sprachen.
00:33:49
Speaker
Was denn noch? Das stand nicht dabei. Da hat meine Recherche dann aufgehört. Aber beim nächsten könnte ich vielleicht nachliefern. Ich weiß es tatsächlich nicht genau, was er noch spricht. Koreanisch nehme ich mal stark an. Könnte ich mir das vorstellen. Als eine. Englisch. Aber fand ich erwähnenswert. Hast du noch was?
00:34:19
Speaker
Ich, dass die Regisseurin Celine Song hat dem Theo Yeoh und dem John Majuro nicht erlaubt, sich zu treffen, bevor ihre allererste Szene gedreht wurde zusammen.
00:34:38
Speaker
Und das finde ich, das gibt es ja manchmal, dass auch Schauspieler darauf bestehen zu sagen, okay, sie brauchen halt absolut diesen ersten Moment des Charakters vor der Kamera und machen dann halt die Proben eben mit einem
00:34:56
Speaker
jemand anderen, beziehungsweise wird dann der Text eingelesen, damit sie wirklich diesen ersten Moment haben. Und das kenne ich eigentlich eher von Schauspielern, die irgendwie darauf bestehen, aber ich finde es irgendwie sehr interessant, dass es von der Regisseurin selber kam, die gesagt hat so, okay, ihr habt das Buch gelesen und auf Bitte 3, 2, 1 trefft ihr euch dann wirklich als Rolle das erste Mal.
00:35:22
Speaker
Finde ich spannend. Du bist ja Schauspielerin. Wie ist denn das für dich? Macht das Sinn für dich? Hast du sowas ähnliches auch schon mal erlebt? Wie siehst du das?
00:35:33
Speaker
Ich glaube, also ich finde es schon, dass es Sinn ergibt und wenn es die Möglichkeit gibt, ist es glaube ich sehr spannend, sich eben diese Rolle dann zu erarbeiten und sich vorzustellen, wie das dann wäre und dann eben das erste Mal mit seiner Vorstellung konfrontiert werden, um dann zu sehen, wie es in echt ist.
00:35:54
Speaker
Ich kann mir beides vorstellen. Ich finde es auch gut zu sagen, man hat ja Readings bevor so ein Film gedreht wird, meistens mit Schauspielern und dem Team zusammen. Man hat Proben bevor das erste Mal gedreht wird.
00:36:14
Speaker
Ich glaube, wenn es wirklich so, also klar macht das manchmal Sinn und da geht es glaube ich komplett typabhängig. Aber ich finde es halt wirklich spannend, dass die Regisseurin das so wollte und dass es nicht von den Schauspielern kam. Okay.
00:36:29
Speaker
Ich habe noch eine Sache, die ich gerne auch erwähnen würde und zwar sind es die tollen Skulpturen. Die Szene, in der die beiden als Kinder noch, als zwölfjährige Kinder im Park spielen und sich abzeichnet, dass Nora das Land verlassen wird und die beiden Mütter auf der Bank sitzen und sich darüber unterhalten und es dem Zuschauer auch zum ersten Mal so richtig bewusst wird, spielen sie auf einem Spielplatz. Und die Skulpturen dort sind großartig, sind richtig schön.
00:36:57
Speaker
Die sind sowieso aus so einzelnen Blöcken gefertigt, massiv. Aber du hast das Gefühl, du könntest die Blöcke jederzeit gegeneinander verschieben. Und das ist so, auch tatsächlich finde ich, jetzt wo ich drüber nachdenke, und das dauert bei mir manchmal etwas länger,
00:37:13
Speaker
dass das auch diesen Film in gewisser Art und Weise widerspiegelt. Auf der einen Seite wirken sie wie ein sehr massives Gebilde. Auf der anderen Seite besteht es auch Blöcken, wo du denkst, die könntest du verschieben. Du könntest jederzeit auch eine andere Skulptur daraus fertigen. Aber dann besteht die Gefahr, dass das alles in sich zusammenfällt. Und ich glaube, in dem Sinne ist das tatsächlich... Ich weiß nicht, ob gewollt oder nicht, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, es sind wenig Dinge, die rein zufällig passieren in Filmen.
00:37:42
Speaker
denke ich vielleicht auch eine gewisse Metapher wie Celine Song, dass das sieht, die ganze Thematik auch. Und deswegen fand ich wahnsinnig schön die Skulpturen. Ich glaube, das ist durchaus eine Metapher, die durchaus gewünscht ist. Also darauf achten beim Anschauen, kann ich dir nur sagen. Kommen wir zur Conclusi oder hast du noch einen?
00:38:04
Speaker
Ne, also ich glaube, wir können zur Conclusi kommen, bevor wir dann noch zu den weiteren kurzen Rubriken kommen. Aber soll ich dann unseren Countdown mal einstarten? Bitte ja. Okay, dann läuft der Countdown jetzt.
00:38:24
Speaker
Ja. Muss man gesehen haben. Muss man gesehen haben. Wir sind ja einer Meinung heute wieder. Das ist auch schön. Es ist auch schön. Ich fand letzte Woche es war...
00:38:36
Speaker
Der Film ist so toll und ich glaube einfach in dieser Hektik von Filmen, die immer irgendwie was erzählen müssen, um ein Ende zu finden, dieser Film ist so echt und das ist eine erzählte Geschichte aus dem Leben und ich persönlich finde sowas so toll und zuzusehen und drei Schauspieler für die ganze Zeit so präsent zu haben und sich so
00:39:02
Speaker
Also so mitzufühlen mit allen dreien. Ganz großes Kino. Ganz großes Kino in so klein gehaltenem, ohne zu viel Chichi und so. Es war echt ein toller Film. Ja, dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Ich finde, es ist ein poetisches, feinfühliges Meisterwerk. Ich finde es wirklich
00:39:26
Speaker
einfach wahnsinnig schön erzählt. Es stellt viele Fragen, ohne viele Antworten zu geben. Ich finde, das ist immer ein Qualitätsmerkmal von einem Film.
00:39:36
Speaker
Und ich habe ihn voll und ganz genossen. Und ich muss auch wirklich sagen, ich fand auch die Darstellung der Städte, ich wiederhole mich da, aber wahnsinnig schön. Ich habe wahnsinnig Lust, jetzt nach New York und nach Seoul und nach Toronto zu fahren, tatsächlich, nachdem ich einen Film gesehen habe. Mal schauen, ob das in nächster Zeit so einfach stattfinden wird.

Abschluss und Ausblick

00:39:54
Speaker
Nächster Podcastaufnahme dann in New York City.
00:39:58
Speaker
Und ich glaube, was da auch noch toll ist, ich meine, es war ja ihr Debütfilm und ich hoffe, dass sie weiterhin solche Filme machen darf und machen wird und schreibt und dass wir viel auch Kulturelles dann eben noch bekommen.
00:40:20
Speaker
Dazulernen, uns erschließen. Und es steckt viel auch an koreanischer Kultur tatsächlich drin. Also nicht viel, aber interessant genug. Und das macht es auch schon. Aber eines möchte ich noch sagen, weil das haben wir ganz vergessen tatsächlich, liebe Emilia. Wir haben nicht die Filmmusik angesprochen, weil die Filmmusik ist tatsächlich auch sehr schön. Ich finde, das ist eine sehr schöne Filmmusik, die den Film auch sehr
00:40:43
Speaker
gut trägt und die wurde geschrieben von Christopher Bear und Daniel Rosson, die auch Grizzly Bear die Band haben. Die eine Indie-Band sind, das stimmt. Die eine Indie-Band sind und der Soundtrack, ich glaube, ist der erste, den sie geschrieben haben und der ist wirklich sehr, sehr schön. Der trägt den Film noch zusätzlich und ja, habe ich sehr genossen auch. Dann bleibt uns noch die Szene des Monats. Die Szene der Woche.
00:41:11
Speaker
Oder der Woche oder wo wir jetzt sind? Keine Ahnung. Eigentlich der Woche. Die Szene dieser Ausgabe. Hast du was gefunden oder schließt du dich nächstes Mal wieder an? Natürlich habe ich was gefunden. Aber du darfst. Oh Gott. Gib es mir zuerst.
00:41:30
Speaker
Okay, ich habe gestern eine schöne Szene gesehen und die kennen wahrscheinlich die meisten. Ich habe sie nur gestern erneut gesehen. Und das war, jeden Sommer haben wir ja die Sommerinterviews, Politiker-Sommerinterviews in den Öffentlich-Rechtlichen. Und ich bin mir nicht mehr sicher, ob es dieses Jahr oder letztes Jahr war, haben wir auch Kinderpolitiker interviewt. Und das finde ich immer wahnsinnig spannend. Vor allem machen das die Kinder richtig gut.
00:41:53
Speaker
Und ich bin über die eine Szene gestolpert, wo ein Kind, Tino Krupalla, den Vorsitzenden der AfD fragt, was denn sein deutsches Lieblingsgedicht wäre. Und Tino Krupalla gesagt hat, da muss ich jetzt mal nachdenken, da fällt mir jetzt gerade gar keins ein. Und dann der Junge.
00:42:10
Speaker
Wahnsinnig schleifhaft gesagt, wie? Was? Jetzt wirklich nicht? Und ich fand diese Szene so großartig, weil ich ziehe meinen Hut vor diesem Junge. Ich hab jetzt leider seinen Namen nicht mehr, den muss ich nachliefern. Der Kinderreporter hieß Alexander und die Frage hat er gestellt, nachdem Tino Krupalla gesagt hat, er möchte das Kinder endlich wieder mehr deutsche Lieder und deutsche Gedichte in der Schule lernen. Danke Alexander für dein beherztes Nachfragen.
00:42:39
Speaker
Aber ich fand einfach dieses entwaffnende, ehrliche und fand ich großartig. Ich finde die Szene einfach gut, weil sie vieles offenbart. Da steckt viel drin, was ich durchaus gut finde. Wie geht es dir? Also was hast du? Was ist in deinem Kopf geblieben?
00:43:00
Speaker
Hören Sie nächstes Mal. Ich trage das nach. Ich glaube, ich trage das nach. Ich glaube, ich muss mich noch mit dieser Geschichte beschäftigen. Das ist das Einzige, was mir gerade in den Kopf kommt und ich weiß es.
00:43:17
Speaker
Ich folge einer Seite auf Instagram, der heißt Stand Up Journal und da gab es gestern ein, wahrscheinlich ist es ein TikTok, ich weiß es nicht, aber es wurde reposted definitiv und zu sehen ist ein Pärchen und sie ist in front of the camera und sagt, sie will ein 30 sekündiges Video machen, um zu zeigen, wie sie als Paar fungieren und im selben Moment wirft er
00:43:48
Speaker
Eine Plastikflasche hoch, die prallt von der Decke ab und trifft ihn wieder zurück auf den Kopf und das verdutzt ihn so ein bisschen und ihr Blick ist einfach nur, sie wollte glaube ich dieses perfekte, okay wir zeigen mal kurz wie süß wir sind im Internet und er ist eben voll der Idiot, weil er glaube ich auch sehr dazu gezwungen wurde, das für seine Freunde zu machen und ihr Blick dazu war wirklich so, really.
00:44:18
Speaker
Das fand ich sehr lustig. Vielleicht auch zwei, drei Mal hintereinander angekuckt. Okay, wir verlinken dazu. Wie immer in den Show Notes. Absolut. Du hast dich wacker geschlagen. Du hattest eine Szene des Monats dieses Mal. Das finde ich super. Diese junge Rubrik wird auch in Zukunft weiter wachsen.
00:44:43
Speaker
Und von daher freuen wir uns da natürlich auf mehr. Ich glaube, mehr bleibt uns gar nicht zu sagen. Doch, wir müssen noch einmal das Handdrehen, bitte. Ja, bevor wir das natürlich machen, natürlich. Jündar? Natürlich, natürlich. R. R. Okay, that's interesting.
00:45:13
Speaker
Oh, that's interesting. Dann bleibt uns ja nur noch eins im Prick, oder?
00:45:20
Speaker
Eigentlich, ja, uns langsam dann von den Zuhörerinnen zu verabschieden. Und von uns natürlich auch. Ja, von uns auch. Es war wieder mal ein großes Fest. Ich kann gar nicht glauben, dass schon wieder eine dreiviertel Stunde vorbei ist. Die Zeit vergeht immer so schnell mit dir. Das ist ja was Schöneres, kann man ja über einen Menschen eigentlich gar nicht sagen, oder? Wenn die Zeit immer so schnell mit jemandem vergeht. So geht es mir jedes Mal. Dann hoffen wir, dass es so bleibt.
00:45:47
Speaker
So, ich rutsche jetzt auf meiner Schleimspur aus dem Studio hinaus. Ich wünsche allen, die zugehört haben, noch einen schönen Tag, einen schönen Abend, wo ihr euch befindet. Vielen Dank fürs Zuhören und wir hören uns auch ganz bald wieder. Liebe Emilia, es war mir ein Fest, wie immer. Tschüss, Basti. Tschüss, tschüss. Tschüss. Tschüss. Das war Muss man gesehen haben mit Emilia Bernsdorf und Bastian Fischer.
00:46:16
Speaker
Hey, Basti. Was denn, liebe Emilia? Ratte mal, von wem dieses Zitat kommt. Es kommt im Leben nicht darauf an, wie viel du austeilst, sondern darauf, wie viel du einstecken kannst. Das kommt natürlich vom einzig wahren Rocky Balboa. Ja, es kommt vom einzig wahren Rocky. Und das ... Elviel!
00:46:39
Speaker
Wenn du gut in etwas bist, mach es nie umsonst. Das war Heath Ledger in The Batman. Boom! Als The Joker. Nein, Heath Ledger in Batman als The Joker. So rum. Ich glaube, jetzt müsste es stimmen, oder? Ja, total korrekt. Du bist richtig gut heute. Vielen Dank. Danke fürs Kompliment. Meinst du, wir sollten ... Ja, vielleicht, also gleich. Aber ich hab noch eins. Eins hab ich noch. Dann hau mal raus. Okay. Also, ready? Ready.
00:47:06
Speaker
Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu imponieren, die wir nicht mögen. Das ist natürlich aus Fight Club. Natürlich ist es aus Fight Club. Ja, very good. Und deswegen, liebe Leute, wollen wir von dem Geld, das wir noch nicht haben, Dinge kaufen, die wir für diesen Podcast brauchen, um Leute zu imponieren, die wir definitiv mögen. Nämlich euch Filmbegeisterte.
00:47:31
Speaker
Also, wenn euch dieser Podcast gefällt, supportet, liked und donated, was das Zeug hält. Die Links dazu findet ihr wo, liebe Emilia? Unten in den Show Notes. Und damit verabschieden wir uns. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ciao.