Einführung des Dorfkonzepts durch Prof. Dr. Ralf Oderpol
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Speaker
Willkommen im zweiten Teil mit Professor Dr. Ralf Oderpol und der Vorstellung seines neuen Dorfes. In dieser Episode empfährst du ganz ganz viel über die 80 Spurenelemente, warum wahrscheinlich du einen Zinkmangel hast und was Gold, Klyzin und Salz Wertvolles für unseren Körper tun. Megaspannend und du erfährst noch viel mehr über Gluten,
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Speaker
und Lektin in unserer Nahrung und wie sie uns gegebenenfalls schaden können.
Wie wird man Dorfbauer?
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Speaker
Ebenso erfährst du, wie du ein Dorfentwickler werden kannst, wie du also ein eigenes Dorf entwickeln kannst oder vielleicht sogar bei dir selber einfach im Kleinen anfängst, ein kleines Stück Land bewirtschaftest und dich somit mit lokaler Produktion ein bisschen autarker machst und selber zum Produzenten wirst.
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Speaker
Megaspannendes Interview mit Prof. Dr. Ralph Oderpohl. Eine große Ehre. Schau da rein, leite es weiter und bleib gesund. Stay healthy, stay vegan, eat your broccoli. Alles, alles Liebe. Dein Christian.
Erforderliche Investitionen und Fähigkeiten für Dorfgründungen
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Das Konzept klingt ja auch mega klasse. Ich frage mich, ich denke, der Anfangsinvest oder die Anfangsinvestition sowohl zeitlich als auch geldlich ist halt mega hoch, weil ich denke, du musst halt schon eben, wie du sagst, gewisse Menschen mitbringen, die in einem bestehenden Dorf Lust haben auf sowas.
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Speaker
Oder du brauchst natürlich selber eben auch Riesen oder erstmal eine Länderei, wo du das anbauen oder anstarten kannst. Also für mich jetzt beispielsweise ist dieser nächste logische Step, selbst wenn ich das machen möchte oder ich möchte das machen,
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Speaker
unklar weil ich habe weder ländereien sozusagen ich wohne zwar auf dem dorf wo das quasi angeplackt werden kann aber habe natürlich eben auch nicht die die skills oder die erfahrung jetzt selber was anzubauen also auch da muss ich jetzt dann quasi
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Speaker
aufholen und ich denke da geht es vielen Menschen so gerade auch in der stadt dass sie eben nach was neuem sinnvollen suchen und eben auch die ruhe haben möchten und ein gesundes leben führen weil sie merken ok wenn ich jetzt so weiter mache das ist nicht mehr gesund und vegane ernährung alleine bringt es dann eben auch nicht und dreimal die woche yoga
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Speaker
Also das heißt, wie sieht der nächste konkrete Step aus, wenn ich wirklich Lust habe, da loszulegen, lieber Ralf?
Bedeutung des Bodenaufbaus und kleinbäuerlicher Landwirtschaft
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Da ist einiges dazu nötig. Also ich meine, das ist ja, wenn das einfach wäre, gäbe es das schon überall, weil die Vorteile sind eigentlich überzeugend. Jetzt gehört aber dazu, dass man
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Speaker
nicht nur einfach irgendwo Land hat, sondern halt auch den Boden erstmal wieder aufbaut. Die Böden sind oft relativ kaputt und wenn man da jetzt anfängt, Gemüse anzubauen, wird das in vielen Regionen erstmal wenig Spaß machen. Das ist halt einfach was, wo der
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Speaker
Gemüseanbau wird üblicherweise da gemacht, wo die Böden sowieso gut sind. Also da im Marschland gibt es bestimmte Ecken, wo Gemüsebau sind. Es gibt so Gegenden, da wird Gemüsebau gemacht. Und es gibt Gegenden, wo nur Weidehaltung ist, weil der Boden einfach so schlecht ist. Da, wo die Böden total sandig ist, da ist fast nur Tierhaltung. Und da kann man halt sehr schlecht dann einfach von einem auf den anderen Jahr umstellen.
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Speaker
Und da gibt es aber zum Glück doch viele Möglichkeiten. Und das Gute ist, dass wenn man relativ kleine Flächen bearbeitet, kann man da sehr schnell Humus aufbauen, selbst da, wo weitgehend Sand ist. Und das ist so die Idee dabei, dass die Leute, die jetzt da mitmachen, dass die einfach das lernen, wie man das macht.
Charles Dowding's Methoden: Gartenarbeit ohne Umgraben
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Speaker
Und da hat man durchaus einen Vorteil, wenn man nicht aus dem Gartenbau kommt, weil die erstmal die falschen Dinge lernen in der Regel.
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Speaker
Und das Gute daran ist, dass man halt die, ja, sagen wir mal, den, ja, nicht Beste oder so, das ist immer, das klingt immer so absolut, aber dass man die jetzt
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Speaker
toll funktionierenden Systeme sich als erstes anguckt. Also nicht jetzt mit der üblichen Plackerei anfängt, normaler Gartenbau, das führt eigentlich zu nichts, das sieht man überall. Gartenbau wird auch so bewertet, ja, da kann man ja nichts mit verdienen und so weiter. Die Betriebe finden alle keine Gärtner, weil das halt auch einfach einen schlechten Ruf hat und tatsächlich so, wie man es üblicherweise macht, nicht funktioniert.
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Speaker
Und deshalb kann man halt, wenn man da neu einsteigt, einfach mal vorausgesetzt, man findet einen guten Platz. Man findet genug Leute, dass man auch Lust hat, da rauszugehen und dass man dann halt gleich weiß, was man machen kann. Und da gehören ein paar Sachen dazu, die sehr, sehr weitreichend sind und die kriegt man jetzt im Internet quasi auf dem Silbertablett rübergereicht.
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Speaker
Eine Voraussetzung ist allerdings dabei, dass man Englisch kann. Es ist leider so, dass die Dinge, die in Deutsch verfügbar sind, sind meistens doch relativ oder nicht so nah dran an dem, was man im Grunde als erstes lernen sollte.
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Speaker
Ja, wo muss ich hin, wenn ich jetzt Englisch kann und mich damit auskennen möchte?
Vorteile der nicht-umgrabenden Landwirtschaft
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Speaker
Also das, was ich halt als erstes empfehlen würde für die Leute, die vielleicht schon gärtnern und die noch umgraben. Also das Umgraben ist so ungefähr der größte Unsinn, den man machen kann. Und da gibt es halt in England jemanden, der das sehr, sehr gut entwickelt hat.
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Speaker
Und das ist der Charles Dowding. Und der hat halt seit Jahrzehnten untersucht, wie kann man halt einen Gartenbau machen mit Umgraben und wie kann man einen Gartenbau machen, wenn man eben nicht umgräbt. Und er hat ganz klar bewiesen, dass Umgraben keinerlei Vorteile hat, aber etliche Nachteile und auch noch den Rücken kaputt gemacht.
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Speaker
Und ich will jetzt nicht sagen, dass das einfach ist, einfach das Umgraben weglassen. Das ist es natürlich nicht. Aber was man deutlich sagen kann, dass er und auch andere völlig klar bewiesen haben, dass es ohne geht und auch besser geht. Weil wenn man das Bodenleben immer wieder zerstört durch Umgraben oder in der Flächenlandwirtschaft durch Pflügen, dann macht man unser wichtiges
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Speaker
wichtigstes Unterstützungssystem kaputt und das sind die Bodenpilze. Also das ist halt inzwischen klar. Arbeit von Dr. Johnson von New Mexico State University, der hat ganz klar herausgefunden, dass das Verhältnis von Bodenpilzen zu Bakterien entscheidend wichtig ist. Wir brauchen sehr viel Bodenpilze und dann geht es den Pflanzen sehr viel besser.
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Speaker
Und diese Bodenpilze, da gibt es auch diese Mykorrhiza. Das hat sich zum Glück inzwischen ein bisschen rumgesprochen. Mykorrhiza sind die Pilze, die mit Pflanzenwurzeln zusammenarbeiten. Das sind hochwirksame Symbiosen. Und damit kann man dann tatsächlich erreichen, dass die Nährstoffe auch in tiefen Bodenschichten aktiviert werden.
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Speaker
Und wenn man jetzt einen Anbau macht, wo man pflügt oder umgräbt, dann killt man immer wieder dieses Bodenleben. Das ist völlig absurd.
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Speaker
Also das ist ja schon mal eine gute Nachricht. Ich muss mir nicht den Rücken kaputt machen, obwohl es ja schon eine Art Fitnessübung ist, die aber für unseren ganzen Bewegungsapparat nicht gerade förderlich ist. Deshalb rate ich immer nicht nur Bewegung draußen im Garten oder spazieren gehen, sondern eben auch
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Speaker
wirklich sportliche, körperliche Betätigung in Form von, dass ich meine Muskeln aufbaue. Denn das sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Und es reicht eben nicht aus meiner Sicht fünf Stunden jeden Tag im Garten zu gärtnern sozusagen.
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Speaker
Die meisten Gärtner, die das so machen, haben trotzdem einen dicken Bauch und sehen weit weg aus von sportlich. Dementsprechend, ich brauche die Muskeln. Das aber ein anderes Thema, also inwieweit vegane pflanzliche Ernährung und auch das Thema Fitness zusammengehören, da gibt es ja ganz viel auf unserem Blog und Podcast.
Permakultur und Bodengesundheit als Einkommensquelle
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Speaker
Jetzt hast du es angesprochen, also Umgraben brauchen wir schon mal nicht. Wir brauchen aber definitiv Boden. Du hast auch von Permakultur in deinem Buch gesprochen. Das heißt, das wäre eine Anbaumethode, die dann in Verbindung mit dem guten Boden, sprich Humusboden ohne Umgraben, dann eben auch hervorragende Ergebnisse erzielt. Und du hast dann gemeint, dass wir davon dann eben auch sogar
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Speaker
einen Anteil verkaufen können, je nachdem wie groß das Land ist und dann dementsprechend auch was verdienen können, richtig? Das ist der Ansatz dabei. Also wenn man auf dem Land lebt, muss man in der Regel sein Einkommen selber generieren. Und das ist halt etwas, was man zum Teil auch durch Gemüsebau machen kann oder auch durch andere. Natürlich kann man auch andere Dinge anbauen. Waldgarten, man kann Nüsse produzieren und so weiter.
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Speaker
Obst ist immer im Überschuss in der Saison. Das ist also für das Geldverdienen halt ein bisschen schwierig oft. Aber letztlich soll es darum gehen, dass man ja mit den Menschen zusammen jetzt über Solawi-Systeme die Sachen anbaut, wo man sagt, okay, bei uns sind die Bodenpilze da. Wir versorgen den Boden auch über Steinmehle mit den ganzen Spurenelementen.
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Speaker
Die Pilze können das dann dadurch aktivieren, weil auch dafür sind die nötig. Auch wenn wir die Bodenpilze haben, können wir diese Spurenelemente auch aus tieferen Bodenschichten aktivieren. Und damit können wir dann einfach sagen, okay, jetzt hier, wir haben hier ein Gemüse, da ist im Grunde alles drinnen an Spurenelementen. Das wird auf ordentliche Art angebaut. Wir haben Spaß dabei, weil wir nur einen halben Tag oder drittel Tag draußen sind. Wir machen uns nicht den Rücken kaputt mit Umgraben.
00:11:15
Speaker
Und wir bauen das Ganze und das noch auch eine Herausforderung, wo man auch durchaus noch Ideen entwickeln kann.
Fitness durch landwirtschaftliche Aktivitäten
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Speaker
Wir bauen das ganze Gartenbausystem so auf, dass es im Grunde so auch für aus sportlichen Gesichtspunkten gut ist. Dass wir das auch abwechselnd machen, dass wir nicht die ganze Zeit irgendwo knien, sondern das war halt einfach
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Speaker
eine Weile diese Sachen im Knie machen, dann aber auch so da in einer ordentlichen Bewegung bleiben, dann wieder hoch und irgendwo an Bäumen was pflücken oder Bäume beschneiden. Also ich denke, man kann das gerade, wenn man so einen vielfältigen Garten hat mit Permakultur, mit Baumelementen und so weiter, Bäume, Sträucher, dann kann man sehr, sehr vieles machen. Ich habe selber bei meinem Gelände auch ein Stück Wald dabei.
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Speaker
Das ist richtig Sport, wenn man das von Hand macht. Da merke ich dann auch sehr schnell, dass ich, wenn ich da ein paar Kiefern aus der Monokultur rausgeschnitten habe, wo ich dann Nahrungsbäume pflanze, dass ich dann doch sehr schnell wieder denke, so gut, jetzt gehe ich mal wieder an den Schreibtisch und
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Speaker
... schaue noch eine Doktorarbeit durch. Ja, okay, spannend. Also du hast jetzt ... Aber tatsächlich ... ... in so einem Umfeld brauche ich ... ... keinen Gym mehr. Also der Sport ist dann ... ... erledigt, aber ... ... ich denke, da ist noch viel da dran, ... ... dass man das jetzt auch nicht zu einseitig macht. Also du hast es jetzt angesprochen, ... ... es gibt auch die Möglichkeit, ... ... das denke ich mal ... ... Teilzeit zu machen. Also wenn genug andere Menschen da sind, ... ... eben, das sagt sie auch so schön im Buch, ...
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Speaker
da zwei, drei Jobs gleichzeitig zu haben und einen guten Mix zu haben. Einerseits aus Bürojob und die schönen Sachen daraus nehmen und andererseits aber auch an der Natur sein, an der frischen Luft sein, sich die Sachen selber anbauen und da dürfen wir eben dann wieder ein bisschen zurückgehen zur guten alten Gemeinschaft.
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Speaker
Also weg vom Single-Leben, ist es denn quasi eben auch aus meiner Sicht, das ist es so, aber ich würde gerne deine Sicht da hören, die ja auch schon ein paar mehr Lebensjahre auf sich hat, zu einem glücklichen, erfüllten Leben oder wenn wir den Überbegriff gesundes Leben nehmen und da nicht nur die körperliche Gesundheit einbeziehen,
Gemeinschaftsbeteiligung und persönliche Autonomie im Dorf
00:13:35
Speaker
Gehört denn Gemeinschaft auf jeden Fall dazu aus deiner Sicht? Und wenn ja, wie sollte die gestaltet werden? Weil du ja eben auch meintest, es geht nicht darum, sich ständig auf dem Pelz zu hängen, wie in manchen Öko-Dürfern. Ja, also das ist ja was, was dann jede Gruppe, jeder Mensch für sich entscheiden kann. Brauche ich sehr enge Gemeinschaft mit vielleicht 50 oder 100 anderen?
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Speaker
Das kann sehr anstrengend werden und es fliegt auch oft auseinander. Aber da gibt es halt tolle Entwicklungen auch aus der Ökodorfbewegung, also die halt auch gelernt haben, solche Gruppenprozesse da gut hinzukriegen. Ich selber bin mehr Fan von interessanter Nachbarschaft, wo man halt einfach so
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Speaker
einen engeren Freundeskreis hat, aber nicht mit allen sich immer auseinandersetzen muss, wobei natürlich immer auch gemeinsame Aktivitäten gut und richtig sind. Aber aus meiner Sicht ist es wichtig, dass die Menschen, die es wollen, einen Handlungsspielraum haben. Deshalb sehe ich auch eher die Menschen, die jetzt so einen Gartenbau machen,
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Speaker
dass diese als Familie, als WG, als kleine Gruppe, wie auch immer, Gelände haben, was groß genug ist, für sich selber, für die eigene Familiennahrung anzubauen und einen Teil auch noch zu vertreiben, um Teil der Lebenshaltungskosten zu generieren.
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Speaker
und dort aber jetzt nicht immer mit dem Plenum abstimmen müssen, wenn sie halt irgendwo was pflanzen wollen oder irgendwo den Anbau ändern wollen. Und da sehe ich sehr viel Frust auch in Ökodörfern, wenn halt Menschen, die selber was gestalten wollen, dass die oft dann halt einfach ausgebremst werden durch
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Speaker
endlose Abstimmungsprozesse und das geht teilweise in so eine Richtung von Kollektivismus, die aus meiner Sicht für viele Menschen nicht interessant ist. Ich möchte mich individuell entfalten. Ich möchte auch meine eigenen Dinge entwickeln. Mir reicht es nicht, wenn ich nur ein eigenes Zimmer gestalten kann.
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Speaker
Ich möchte auch ein Stück Wald gestalten, ich möchte auch einen eigenen Garten gestalten und ich möchte dann aber auch mit Menschen zusammenarbeiten, die vielleicht ähnliche Dinge anders tun, dass man sich austauscht, gemeinsam Saatgut züchtet oder halt
00:16:16
Speaker
Also so eine Mischung da draus, also jetzt nicht enge Gemeinschaft, ich muss immer jeden zweiten Samstag aus Plenum, sondern wir haben Teildinge, die auch gemeinschaftlich laufen, aber die Menschen haben nach ihrem Wunsch auch eigene Gestaltungsmöglichkeiten.
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Speaker
Cool, verstehe. Gehen wir am Schluss noch mal so ein bisschen drauf zurück. Du baust jetzt ja auch schon wahrscheinlich selber an. Was für einen Unterschied merkst du, wenn du zum Beispiel länger auf Reisen bist und hast jetzt nicht das eigene Gemüse oder das Gemüse, wo du weißt, das ist sehr, sehr nächtstoffhaltig?
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Speaker
Merkst du einen Unterschied zwischen konventioneller Nahrung und dieser nachhaltig angebauten Nahrung? Inwieweit hat das auch einen Einfluss auf das, was du jetzt kreiert hast?
00:17:13
Speaker
Na klar, also ich meine, ich gehe inzwischen sehr ungern in Restaurants, weil man doch sehr wenige Restaurants findet, die gutes Essen
Nachhaltig angebaute Lebensmittel vs. konventionelle Optionen
00:17:22
Speaker
haben. Zum Glück kann man über Internet vorher recherchieren, aha, da ist ein Bio-Restaurant, das sind dann halt so Anlaufstellen für mich.
00:17:30
Speaker
wenn ich unterwegs bin. Und das ist natürlich jetzt schon mal ein großer Fortschritt. Aber man muss auch sehen, dass es nicht einfach nur platt um Bio oder nicht Bio geht. Wie schon gesagt, auch bei Bio-Anbau fehlen zum Teil Spurenelemente, weil die Bio-Bauern das zum Teil auch nicht wissen. Und da denke ich, wir sollten tatsächlich dahin kommen, dass man diese Qualität testen kann.
00:18:00
Speaker
Ich kann selber das inzwischen wahrnehmen, wie gut mir in diesem Moment irgendwas tut. Das ist auch sehr interessant. Also da gibt es auch Sachen, wo ich eigentlich früher gedacht hätte, oh, das ist doch gesund für mich, wo ich merke, aha, tut mir nicht gut oder tut mir jetzt nicht gut. Kann aber für jemand anders gut sein. Und da kann man einfach auch diese, sagen wir mal, so Instinkt ist nicht das richtige Wort, aber diese Wahrnehmung. Man kann ganz einfach auch spüren, zieht mich das an oder stößt mich das ab.
00:18:29
Speaker
Das ist halt ganz gut. Und jetzt das, was ich eben angesprochen habe, dieses Spektrometer von Dan Kittredge. Das ist natürlich was, wo ich dann auch egal, wo ich bin, das Ding mal durch testen kann und da schon mal weiß, was da los ist. Und Dan
00:18:46
Speaker
Kittredge hat sehr viele Videos für ein ganzes Wochenendseminar. Auch da, wie gesagt, in Englisch. Und das ist aus meiner Sicht der Stand von Gartenbau, der absolut überragend ist. Also der hat wirklich die Dinge einbezogen. Alles, was ich kenne und hat das super zusammengebracht und hat auch noch Dinge, die für mich neu waren, was inzwischen nicht mehr so leicht geht.
00:19:12
Speaker
und hat auch Leute begeistert, die sich auch extrem gut auskennen. Also das kann ich sehr empfehlen. Bio-Nutrient Association, oder man findet es unter seinem Namen, also Dan Kittredge. Vielleicht können wir einen Link auch einbauen, weil das ist absolut... Ja, selbstverständlich. ...anzustoßen. Also du schickst auf jeden Fall die Links rüber, auch wenn dieses Gerät hier in Deutschland zur Verfügung steht für all diejenigen, die es natürlich dann eben auch direkt kaufen wollen. Ist ja auf jeden Fall sehr, sehr spannend.
00:19:40
Speaker
Ja, genau. Und dann gibt es noch etwas Wichtiges und das ist, wenn wir jetzt so eine Art von neuem Dorf haben oder Gärtner Dorf, die Ökodörfer gehen zum Teil in die Richtung.
Professionelle Planung und Rolle der Dorfentwickler
00:19:59
Speaker
Einige Ökodörfer produzieren auch deutlich Schloss Tempelhof zum Beispiel und auch einige andere.
00:20:08
Speaker
Insofern ist da auch eine gute Anknüpfung. Wenn man sucht, wo kann ich was machen, kann man da auch mal schauen, ist da irgendwo in der Wunschregion irgendwo ein Ökodorf, wo man vielleicht mit einsteigen kann. Jetzt ist aber die Sache, diese Größe, das ist was, wo man eigentlich professionell planen muss. Und da ist das Interessante, wo es im Moment dran hakt, ist eigentlich,
00:20:37
Speaker
Leute zu haben, die sowas entwickeln können. Man könnte sich jetzt so sagen, okay, ich mache mir jetzt den Beruf Dorfentwickler. Und dann kann man sich da halt schlau machen, ausbilden. Wir haben da auch einiges zu. In meinem Buch ist sehr viel davon drin und auch in meiner Seite gartenring.org, immer aktuelle Sachen auch. Und da kann man dann halt sagen, okay, ich plane jetzt mal was.
00:21:05
Speaker
Und der wichtigste Teil davon ist tatsächlich, dass man Zugang zu Land kriegt. Und deshalb ist das aus meiner Sicht ganz wesentlich ein System, wo man mit der Landwirtschaft zusammenarbeiten sollte, auch mit den Konventionellen. Ja, keine Polarisierung, sondern einfach gucken, wer es interessiert. Und in der Landwirtschaft ist inzwischen ein großes Interesse an neuen Lösungen. Also ein Stichwort ist regenerative Landwirtschaft, gibt es tolle Systeme.
00:21:31
Speaker
wo man auch mit Flächenlandwirtschaft relativ schnell Boden aufbauen kann. Agroforstsysteme machen wir Beratung inzwischen für die Landwirtschaft, also rein von Bäumen auch in den Äckern, wo dann auch Nahrung wächst, wie Esskastanie, Walnuss, Haselnuss und vieles andere. Und das ist auch finanziell sehr interessant.
00:21:55
Speaker
Und wenn man bei Bauern einfach mal fragt, wer hat Interesse in der Region? Können wir nicht hier so was aufbauen? Es reicht ja auch, erstmal ein paar Teilflächen als Gartenbaubetriebe zu machen. Da ist auch ein Betrieb, den wir gerade beraten, der hat durch Zusammenarbeit mit der Solavie, hat der einfach jetzt schon vier Hektar
00:22:22
Speaker
Gemüseanbau mit einer Solawi. Sieben, acht Gärtner und da wird hier Hamburg Süd versorgt und die können niemand mehr aufnehmen, weil so ein Rieseninteresse ist inzwischen. Und dort ist jetzt auch die Idee, dort noch weitere Gartenbauparzellen aufzubauen, wo die Leute dann halt das pachten. Es muss gar nicht unbedingt gekauft werden. Bauern verkaufen nicht gerne Land, aber man kann auch ein Pachtmodell machen,
00:22:47
Speaker
Es können auch Wohnungen entstehen, zum Beispiel in den oft sehr großen Hofgebäuden. Das wäre so ein Einstieg. Und so kann man halt dann auch die Möglichkeiten halt auftun, die halt in der Region passen. Und ein ganz, ganz wichtiger Ansatzpunkt ist, mit den Menschen in der Region zusammenarbeiten. Gucken, wer hat Lust bei so was mitzumachen. Nicht als geschlossene Gruppe anzukommen und wir sind jetzt hier die vegan Freaks und wir übernehmen jetzt hier,
00:23:17
Speaker
dann ist man sofort raus, also dann wird man da keinen Fuß mehr an den Boden kriegen. Und es sollte auch nicht irgendwie jetzt das neue Veganerdorf werden, weil das ist sofort was, wo man im Grunde ja eine Menschenrechtsverletzung begeht, weil einfach die Freiheit des Einzelnen ist ein oberstes Gebot.
00:23:40
Speaker
Und es sollte eine freie Entscheidung sein, wie man lebt und nicht eine zwangsweise Entscheidung, sonst ist da irgendwie schon so viel falsch, dass man es eigentlich gleich lassen sollte. Ja, definitiv. Und du machst das ja auch eher undogmatisch, wie ich gesehen habe. Das gefällt mir gut. Und da ist halt dann der Punkt, dass die Landwirte, die Bauern, die haben heute kaum noch
Innovative Landwirtschaft für die nächste Generation
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Speaker
Nachfolge. Die Kinder der Bauern wollen die Höfe nicht mehr übernehmen.
00:24:04
Speaker
Und wenn man jetzt mit einem super Konzept kommt, wo man sagt, hier, dann machen wir das und das und dann gehe ich davon aus und ich kenne auch einige Beispiele, wo wir im Gespräch sind, wo die Kinder der Bauern dann sagen, ja, diese Plackerei hier, Riesenmaschinen nur fahren und so, da habe ich keine Lust zu, sondern ich will halt was Besonderes machen, was mit aufbauen und hier bei solchen Konzepten
00:24:31
Speaker
offene Konzepte, so und so und so, da bin ich dann dabei. Und plötzlich sind die Kinder der Bauern da, die dir das Ganze voranbringen und dann auch selber nicht mehr so alleine da sind. Und wenn sie Kinder kriegen, dann hat man halt eine eigene Schule auf dem Hof zum Beispiel. Also es hat sehr, sehr viele Vorteile.
00:24:50
Speaker
Und ein Vorteil dieser, aus meiner Sicht, Mindestzahl von 150 Leuten mit vorhandenem Dorf, mit Leuten, die sowieso da schon wohnen, ist, dass wenn 150, 200, vielleicht maximal 300 Leute dabei sind, dass man dort eine kleine Schule betreiben kann. Und wenn dann halt welche Kinder kriegen, dass die nicht wegziehen, weil die dort auch eine Schule betreiben können.
00:25:17
Speaker
Megaspannend. ...Dienstleistung aufbauen. Man kann durch diese Größe, es braucht dann Lehrer, Lehrerinnen, es braucht Heilberufe, aber vielleicht nicht mehr so wie jetzt, wo einfach die chronischen Krankheiten behandelt werden, die auf Fehlernährung zurückzuführen sind, Bewegungsmangel, sondern wo es eher um Beratung für volle Entwicklung geht, für spirituelle Entfaltung,
00:25:46
Speaker
Einfach auch eine positive Begleitung statt jetzt einfach nur die Fehler, die wir halt hier haben, weil die Systeme kommerziell halt besser funktionieren, wenn die Menschen da Schrott essen.
Herausforderung der aktuellen Lebensmittelsysteme durch lokale Produktion
00:26:01
Speaker
Ich habe jetzt extra nicht das andere Wort benutzt. Dieses pervertierte System, was halt die Menschen chronisch krank macht, immer jünger chronisch krank macht,
00:26:12
Speaker
Das sollten wir einfach nicht mehr mitmachen. Die Politik wird es nicht ändern. Die Leute, die da mahnen, die werden oft angegriffen. Es gibt Diffamierung, es gibt Morddrohungen und so weiter. Da muss man sich bewusst sein, das ist ein Riesenmarkt und diesen Markt sollten wir als Menschen zum Teil wieder zurückerobern. Lokale Produktion, selber auch Produzenten werden, nicht nur
00:26:40
Speaker
Konsumenten, die in der Stadt sitzen und von allem abhängig sind und bei Stromausfall im Grunde keine Lebensgrundlage mehr haben.
00:26:48
Speaker
Und das ist eigentlich was, wo wir mit viel Freude und Kreativität einfach was aufbauen sollten. Geil. Da hast du jetzt ja einiges genannt. Vielen lieben Dank. Und ich denke, wenn da jemand sich berufen fühlt und jetzt wirklich Lust hat, dann kann er auf gardenring.org gehen, dich kontaktieren, mich kontaktieren. Ich denke, da werden wir auf jeden Fall was hinbekommen, wenn du da tatsächlich Interesse hast. Und ich glaube,
00:27:16
Speaker
Der Liberalf hat sich jetzt echt eine Stunde Zeit genommen und hat hier richtig viele Vorteile aufgemacht. Ich glaube selber auch, dass der Weg mehr und mehr dahin führen muss. Umso mehr Menschen auch in die Stadt ziehen, müssen wir eben auch dafür sorgen, dass Menschen auch in der Stadt gesund versorgt werden.
00:27:36
Speaker
Und da hilft dein Buch. Also dein Buch ist natürlich verlinkt in den Show Notes. Wir haben auch ein tolles 15 Minuten Trailer-Video von dir in YouTube, was wir dort verlinken. Und wenn du es vielleicht noch nicht gehört hast, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, ich plane mit dem Ralf auch nochmal eine Episode zum Thema
00:27:57
Speaker
Wirklich, wie sieht unsere Situation aktuell aus in den Nahrungsmitteln? Wie kriegen wir wirklich wieder unsere benötigten Nährstoffe in die Ernährung rein? Denn da weiß ich, dass der Ralf viel, viel Erfahrung damit eben auch hat. Jetzt mal abseits dessen, dass du auch selber anbauen kannst, sondern wie kommst du dann dahin und dass es dir eben bewusst wird.
00:28:18
Speaker
Und das werden wir auf jeden Fall nochmal in einem separaten Podcast thematisieren. Ralf, erstmal vielen lieben Dank. Gibt es sonst noch eine Sache, die du sagst, die muss auf jeden Fall jetzt noch hier raus in die Menschheit? Absolut. Du hast die Stadt nochmal angesprochen. In der Stadt sollten die Häuser Dachgärten haben. Wir haben jetzt Planungen dazu gemacht.
00:28:42
Speaker
möglichst besonders bei Neubau immer einfordern, dass Dachgärten kommen, weil dann haben wir halt wirklich tolle Möglichkeiten auch in der Stadt hochwertiges frisches Gemüse anzubauen.
00:28:53
Speaker
Und dass Leute da auch lernen können, wie man halt einfach tolle Nahrung produziert mit viel Freude. Das war's dann auch. Vielen lieben Dank für deine Zeit. Einen Professor hier im Podcast zu haben, ist immer eine besondere Ehre. Vor allem noch jemand, der so ein erfolgreiches Buch geschrieben hat, bei TEDx schon gesprochen hat und vieles, vieles mehr.
00:29:12
Speaker
Ich hoffe, wir lernen uns bald persönlich kennen, denn der Beruf, wie du ihn genannt hast, Dorfentwickler, ist mir sehr sympathisch und witzigerweise habe ich schon vor Jahren immer wieder so diese Träume bzw.
00:29:32
Speaker
Und jetzt kommst du das eine zum anderen und wir werden uns da auf jeden Fall austauschen. Ja, in diesem Sinne sag ich auch heute wieder, stay healthy, stay vegan, eat your broccoli. Natürlich im Optimalfall dein selbstangebauten mit ganz vielen Mineralstoffen, Spurenelementen.
00:29:48
Speaker
Und sei der Welt ein Licht, sei der Welt ein Geschenk. Wenn du einen Impuls verspürst, liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer, jetzt aktiv zu werden, dann tu es. Schau in die Show Notes vorbei. Dort sind die nächsten Steps. Und wir hören uns das nächste Mal wieder. Alles, alles Liebe. Dein Christian. Ciao. Danke. Tschüss.
00:30:15
Speaker
Dir hat das Thema der Episode gefallen? Du möchtest Christian für einen Vortrag in dein Unternehmen einladen? Egal ob Workshop vor Ort oder ein digitaler Workshop über Zoom. Schreibe einfach an christian-wenzel.com und buche ihn für deinen nächsten Vortrag. Bis zum nächsten Mal!