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#04 - Communities, Unternehmertum und NoCode - mit Christian Häfner

S1 E4 · VisualMakers
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236 Plays5 years ago

Er ist Mitgründer von Fastbill, Gründer von letsseewhatworks.com und HappyCoffee - und weiß definitiv was es heißt, Communities aufzubauen.

Diese Woche sprechen wir mit Christian Häfner über seine letsseewhatworks Unternehmer-Community, wie er heute nochmal starten würde und natürlich über NoCode Tools die er dafür einsetzt.

Viel Spaß!

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Transcript

Einführung in den Visual Makers Podcast

00:00:00
Speaker
Herzlich willkommen zum Visual Makers Podcast. Ich bin Lilith. Und ich bin Alex. Und wir unterhalten uns jede Woche rund um das Thema No-Code. Wir freuen uns heute darauf, mit Christian Häfner sprechen zu können. Christian ist Unternehmer, Seriengründer und aus meiner Sicht eine bekannte Größe in der Unternehmer-Szene. Herzlich willkommen, Christian. Und danke, dass du dir die Zeit nimmst. Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung.
00:00:29
Speaker
Christian, ich muss sagen, ich freue mich persönlich ganz besonders auf dieses Gespräch, denn als ich 2019 das erste Mal mit den Gedanken gespielt habe, mich selbstständig zu machen, habe ich mich intensiv mit deinem Blog Let's see what works befasst und fand es aber mega, welche Insights und Einblicke du da gegeben hast und welchen Mehrwert du geliefert hast. Und das hat so den Drang der eigenen Selbstverwirklichung auf jeden Fall
00:00:53
Speaker
verstärkt und ja dementsprechend verdanklich ist, wahrscheinlich auch in gewisser Art so ein bisschen dir den Mut gehabt zu haben, diesen Schritt zu wagen. Cool, das freut mich. Das ist genau das Ziel der Sache gewesen, irgendwie Leuten eine Inspiration an die Hand zu geben, zu motivieren und cool, dass es jetzt einen Schritt weitergegangen ist. Ja, sehr geil. Cool, dann würde ich sagen, lasse ich dir einfach mal einen Moment Zeit, dich selbst vorzustellen.

Christians unternehmerische Reise und Fokus auf Happy Coffee

00:01:18
Speaker
Gerne. Also Christian, du hast ja schon gesagt, ich bin
00:01:23
Speaker
Gründer schon seit über zehn Jahren, Online-Gründer, und hab halt bisher alle möglichen Online-Geschäftsmodelle in Form von Unternehmen umgesetzt. FastBill war so ganz am Anfang. Zuletzt habe ich das bis 2018 operativ auch gemacht als CMO, Software as a Service-Modell. Ich hab dann seitdem mehr Fokus auf mein E-Commerce-Business, Happy Coffee gelegt. Da geht's um physische Produkte, um Kaffee, den wir verschicken und verkaufen.
00:01:51
Speaker
Ich habe parallel auch mal mich als Blogger versucht, Reisebloggerwelt, mit mehr davon machen wir da was und ich habe halt diese Community Let's see what works, in der ich all das oder die ganzen Erkenntnisse aus diesen ganzen Online-Projekten und verschiedensten Geschäftsmodellen, die habe ich da immer so ein bisschen mit aufgeschrieben über die Jahre, um halt meine Erfahrungen einfach zu teilen, weil ich immer das Gefühl hatte, man lernt doch am besten in der Praxis und am besten auch von anderen und ich wollte immer selbst so ein
00:02:21
Speaker
so ein Vorbild sein, um halt Sachen zu teilen, damit andere mit mir auch eben ihre Erfahrungen teilen. Das war

Die Entstehung der 'Let's see what works' Community

00:02:27
Speaker
so die Grundidee. Und das hat man ganz früher immer bei Mittagessen gemacht, einfach mit Leuten one on one gesprochen. Und bei Let's See What Works war halt die Idee, das so ein Stück weit online mitzunehmen und in Form einer Community halt zu betreiben, dass der Zugrang schneller ist und das Wissen einfach durch mehr Leute geteilt wird. Und ja, das hat sich, glaube ich, seit 2014 mittlerweile so
00:02:49
Speaker
entwickelt und ist eine ganz gute Community geworden mittlerweile, mit viel Wissen drin. Auf jeden Fall. Wie ist das denn passiert überhaupt? Wie ist es gekommen, dass du Unternehmer geworden bist? Du bist ja schon ganz schön lange Unternehmer, hast viele Sachen schon gemacht und wie kam das, wann kam das?
00:03:09
Speaker
Also ich bin, ich habe mit 18, glaube ich, angefangen, das erste Mal bei eBay irgendwie damals noch, welche Sachen zu verkaufen oder Handys umzubauen. Aber das war immer so ein, ja, da wollte ich, glaube ich, einfach nur mal gucken, was halt wirklich geht. So richtig Unternehmer geworden bin ich eigentlich erst, da hatte ich schon drei Jahre fast einen richtigen Job nach dem Studium. Mein erster und letzter richtiger Job bei Otto damals.
00:03:36
Speaker
Das war auch ganz cool, allerdings hatte ich mich nicht so richtig einfügen wollen in dieses feste Muster, was man dann dort halt durchleben muss. Also eine Karriere im Sinne von entweder wirst du fachlich Experte oder du wirst eine Führungskraft oder so.
00:03:51
Speaker
Und da ist halt ziemlich viel drum herum, so ziemlich viel Politik, ziemlich viel. Man muss halt schauen, dass man sich als Teil eines Ganzen sieht. Und ich wollte halt lieber immer machen, selber irgendwie Dinge in die Hand nehmen. Und je kleiner, desto besser. Und da ist natürlich Gründer sein, die beste Voraussetzung, das zu machen. Weil da hast du gar keine andere Chance, als alles selber zu machen. Und sicherlich häufig chaotisch, aber
00:04:17
Speaker
Ja, ich weiß auch nicht. Ich hatte damals die Chance mit René, den ich ja dann kennengelernt habe, in den Maudrich um. Dann haben wir FASBILD zusammen gemacht und irgendwie ist dann eins zum anderen gekommen. Das hat dann gut funktioniert und irgendwie, ja, fand ich diese Online-Welt halt faszinierend. Man kann ja wirklich super viel machen und jetzt sind mittlerweile mehrere Unternehmen draus erwachsen und ziemlich, ziemlich erfolgreich auch. Also das
00:04:42
Speaker
Ja, hat dann Spaß gemacht und das mache ich jetzt irgendwie bis heute in verschiedensten Formen. Kaffee ist was anderes als Software, aber alles spannend.
00:04:52
Speaker
Ja, absolut super spannende Themen und ich glaube, wir können mit dir über so vieles sprechen und könnten da wahrscheinlich Tage mit ausfüllen. Deswegen wollen wir uns heute so ein bisschen auf das Thema Community und deine Let's see what works Community als auch No-Code beschränken, denn du nutzt ja auch viele Tools und hast auch viele Tools getestet, mit denen sich digitale Anwendungen und Produkte erstellen lassen.

Die Definition und Entwicklung von Gemeinschaften

00:05:14
Speaker
Genau, deswegen jetzt vielleicht eingangs mal so die Frage, was ist überhaupt Community und was ist Community für dich?
00:05:21
Speaker
Also Community sind für mich Menschen, die ein gewisses Interesse teilen. Es gibt immer so einen gemeinsamen Nenner, so einen Themen-Nenner. Und alle haben irgendwie so mehr oder weniger dieselben Probleme, Fragen, Herausforderungen und Lösungen. Und sobald man sich gegenseitig irgendwie hilft und unterstützt, in Form von Wissen teilen,
00:05:48
Speaker
ist es schon eine Community für mich. Das heißt, einer weiß was und andere haben diese Frage und dann teilt man die und hat innerhalb der Community sich geholfen. Und das passiert nicht immer nur one on one, sondern one to viele. Und genauso kann man aber auch das zurückbekommen. Fragen, die andere haben und Probleme oder Problemlösungen, die sie haben, die kann man selber mit abgreifen, ohne dass man vielleicht aktiv danach gesucht hat. Und man lernt einfach permanent was Neues. Das ist total cool.
00:06:18
Speaker
Ja, auf jeden Fall. Wie ist denn aus Let's see what works eine Community geworden? Also hast du gestartet einfach zu schreiben erst mal oder wie, wann hast du es Community genannt?
00:06:29
Speaker
Also ich habe von vornherein nicht zwingend eine Community haben wollen, im Sinne von, dass da jetzt eine Gruppe ist, wo sich Menschen aktiv beteiligen. Also was ich wollte, ist Wissen teilen, dass ich mein Wissen teile. Ich wollte selber sozusagen den Schritt zuerst gehen, damit andere folgen. Das war so ein Stück weit die Strategie. Und ich habe schon immer gerne mein Wissen geteilt, meine Erfahrung.
00:06:58
Speaker
Und das Hauptproblem, was ich hatte, war immer, dass dieses Wissen Teilen in der Vergangenheit immer nur mit Mittagessen, mit anderen Gründern funktioniert hat. Man ist wohin gegangen, hat sich getroffen, hat zusammen Mittag gegessen und sich dann ausgetauscht und ist schlauer nach Hause gegangen. Das hat grundsätzlich immer gut funktioniert, aber es ist doch ein sehr langsamer Weg zu lernen, fand ich. Und es ist aber irgendwie schade, dass
00:07:25
Speaker
dieses Wissen immer nur quasi denen vorbehalten bleibt, die unmittelbar in Reichweite waren. Und das Ganze eben online zu heben, fand ich einen total sinnvollen Schritt, einfach darüber zu schreiben, was ich gelernt habe, was ich selber für Erfahrungen gemacht habe, was funktioniert hat, was auch nicht funktioniert hat. Daher dann auch der Name let's see what works. Und ja, daraus ist dann halt
00:07:50
Speaker
Das kam gut an, dass ich da eben mein Wissen geteilt habe. Viele haben dann auch mitmachen wollen, haben dann in Form von Gastverträgen zum Beispiel eigenes Wissen geteilt. Und dann irgendwie später kam halt diese Facebook-Gruppe noch dazu, was ich heute so ein Stück weit mehr als Community bezeichne, weil da sind halt alle, da kann man dann eine Frage platzieren und bekommt halt sofort eine Antwort.
00:08:11
Speaker
ist so eine Mischung aus vielen. Einmal so eine Wissensdatenbank in Anführungsstrichen jetzt in einem Blog und einmal dieser Direktzugriff in Form von der Facebook-Gruppe. Das hat sich ganz gut so etabliert mittlerweile und ja, funktioniert eigentlich sehr gut. Also bis heute, das ist sehr aktiv die Gruppe, die das nutzt und wann immer da eine Frage kommt, kriegt man eine schnelle Antwort und viele finden mich natürlich oder finden die Inhalte auch über Google natürlich.
00:08:38
Speaker
Genau, und das macht es, glaube ich, ganz gut aus. Jetzt beschäftigst du dich gerade viel mit Tools und Plattformen. Welche Plattformen hast du damals für den Blog verwendet oder auch heute? Und aus welchen Gründen hast du dich dafür entschieden? Also rein technisch ist das Ganze angefangen als, ich glaube, es war ein WordPress-Blog damals. Ganz klassisch, ich wollte einfach mal einen Blog starten, um Inhalte zu veröffentlichen.
00:09:06
Speaker
Dann habe ich irgendwann, also ich hatte so viele Sachen mal ausprobiert. Ich hatte auch mal so ein Marktplatz-Modell dann irgendwann ausprobiert, habe da mal mit ShareTribe rum experimentiert. Aber es ist am Ende immer wieder ein Blog geworden und ich bin jetzt seit einigen Jahren auf Chimpify unterwegs, was super ist.
00:09:25
Speaker
weil es halt ein geschlossenes System ist, was super performant ist und jeden Tag flexibler wird. Also da bin ich eigentlich sehr zufrieden mit Chipify, weil ich eben jetzt auch keine Tools drum herum mehr brauche, für zum Beispiel E-Mail-Marketing und andere Sachen, wo man sehr klassischerweise dann irgendwie mit einem Mailchimp oder sonst was anfängt. Genau, das habe ich jetzt alles in einem, zahle dafür einen fixen Betrag, habe ein performantes
00:09:49
Speaker
und bin trotzdem flexibel genug. Deswegen ist es bis heute die Lösung und die Community im Sinne von Gruppe, das ist eine Facebook-Gruppe, die ich da einfach nutze. Genau, das ist das aktuelle Setup.
00:10:03
Speaker
Ja, Typify haben wir tatsächlich auch jetzt schon ein paar Mal gefeatured. Ich kannte die vorher noch nicht und finde aber auch super spannend, was die machen. Let's see what works war ja mal eine paid community, richtig? Was war die Entscheidung dazu und was war auch die Entscheidung, also was hat zu der Entscheidung dazu beigetragen, es auch wieder nicht paid zu machen?

Modellwechsel: Von bezahlter zu kostenloser Community

00:10:27
Speaker
Also die Idee war, dass wenn man Inhalte aufbereitet und produziert, dass das natürlich einen Aufwand verursacht, der irgendwie bezahlt werden muss. Das heißt, wenn ich oder jemand anderes das mache, dann muss man dafür am Ende auch irgendwie seine Miete bezahlen können. Und die Idee war, dass dieser Mehrwert, den ich liefere, so groß ist, dass Leute bereit sind, dafür zu bezahlen.
00:10:51
Speaker
Ich habe das halt in so verschiedenen Modellen mal probieren. Ich hatte auch immer Let's see what works selber als die Probierplattform verstanden, um sowas mal auszuprobieren. Das war also lange Zeit kostenlos. Dann hatte ich mal entschieden, dass das ein Page Ansatz werden sollte und habe da eben verschiedenste Sachen probiert. Eine Idee war, ich glaube, es war die erste damals, einfach so eine Art Lifetime Pass zu verkaufen, also Leute dazu zu bewegen, einmalig
00:11:19
Speaker
Ich glaube damals waren es 79 Euro oder so zu bezahlen. Dann irgendwann habe ich es mal geändert auf ein Monatsmodell. Dann hatte ich es mal geändert auf ein teilweisees Paid-Modell, sodass es einen Teil gibt und einen geschlossenen Teil gibt. Der geschlossene Teil wird dann nur mit
00:11:38
Speaker
speziellen Insights und Wissensvorsprünge vielleicht gefüllt und dafür sollte es dann einen monatlichen Beitrag geben. Das hat auch alles in den Grundzügen immer funktioniert. Also ich habe immer Geld damit verdient und Leute waren bereit, das mitzumachen und die
00:11:54
Speaker
diese, auch wenn es für die Community natürlich immer so ein Schritt war, die haben sich wahrscheinlich auch immer gedacht, oh man, jetzt fängt er schon wieder an hier mit einer Bezahltranke und so. Aber ich habe das halt auch immer so kommuniziert, dass das jetzt ein Experiment ist und warum ich das mache. Und das ist ja wichtig, jetzt irgendwie davon auch zu leben. Der Grund, warum ich das am Ende dann alles wieder free gemacht habe, sind zwei. Erstens, ich hatte Let's do what works nicht als meinen Hauptjob verstanden, sondern ich hatte damals Fastbill, mittlerweile Happy Coffee.
00:12:24
Speaker
So das sind meine Projekte, wo ich meine Energie reinlegen will und wo ich dann auch am Ende mein Geld mit verdiene. Und hatte Let's see what works.
00:12:34
Speaker
immer so als, das schwingt halt mit und ich teile da was und das ist so ein, ich will jetzt nicht nebenbei Projekt sagen, aber das ist halt so, das ist halt, das ist so ein bisschen wie Wikipedia, das soll am Ende für alle halt offen sein und soll halt auch gefunden werden können und muss halt nach und nach aber eben gefüllt werden, durch mich, durch die Community. So, das war mein
00:12:55
Speaker
Also so ein bisschen die Erkenntnis daraus am Ende. Und das zweite ist, ich habe durch diese Paid-Community natürlich auch viel Content hinter einer Bezahlschranke gelegt und damit aber auch hinter eine Schranke für Google. Das heißt, der organische Traffic ist am Ende, konnte nicht weiter ansteigen, weil halt die Sachen nicht gefunden werden konnten bei Google, weil sie einfach hinter einer Bezahlschranke waren. Also ganz rein praktischer Grund.
00:13:19
Speaker
Offener Content heißt natürlich, dass er gefunden werden kann und ist am Ende ja auch ein Nackwiese-Kanal. Gar nicht so unrelevant jetzt in dem Bereich. Und das wäre natürlich schade, wenn man sich diesen Traffic abknabst, indem man halt einfach sagt, ich will lieber Geld damit verdienen. Und das dritte Problem, was dann halt irgendwie dazukam, ist, dadurch, dass es dann paid war, hatten die Leser ein Stück weit auch den Anspruch, dass sie mich in irgendeiner Form buchen,
00:13:46
Speaker
Service sozusagen. Und da ist mir halt total schnell klar geworden, okay, das ist einfach nicht mein Business-Modell. Ich will ja nicht Berater sein, ich will halt, das wollte ich nie, das ist nicht meins. Und deswegen musste ich es irgendwie wieder zurückdrehen und hab mich dann entschieden, let's see what works, wieder kostenfrei zu machen. Und ja, also aktuelles Geschäftsmodell ist halt da. Man verdient natürlich durch die Empfehlung von Software in diesen Artikeln
00:14:14
Speaker
Affiliate, ganz klassisch, das ist auch okay. Und dass ich damit jetzt nicht mein Haupteinkommen verdiene, ist auch okay. Aber wie gesagt, das ist halt auch nur eins von vielen Dingen, die ich in meinem Alltag so mache und hat für mich daher jetzt an der Stelle einen guten Platz gefunden. Aber natürlich könnte man viel mehr machen, wenn man jetzt vollen Fokus da auflegen würde. Aber wie gesagt, es ist nicht mein Bestreben aktuell. Ja, ja, verständlich.
00:14:45
Speaker
Also wie sehr hast du denn das Gefühl, dass du nah an deiner Community dran bist? Ist das für dich eher so ein, es kommen viele Leute auf die Seite und man diskutiert zusammen, zum Beispiel in dieser Facebook-Gruppe oder kennst du auch viele von denen, die in deiner Community drin sind? Wie nah bist du da dran?
00:15:04
Speaker
Also das ist, ich glaube, wie in jeder Gruppe ist es irgendwie, es ist so, dass man, also es verteilt sich. Es gibt halt einen ganz kleinen Teil von Leuten, die sind sehr aktiv, die sind aktiv bei Facebook, die sind außerhalb von Facebook auch aktiv. Vielleicht hat man die auch schon mal persönlich getroffen oder in Corona-Zeiten dann einfach mal zusammen gesoomt oder geskyped oder sowas.
00:15:27
Speaker
Das gibt's, aber das sind halt irgendwie zwei Händevoll Leute, die sich da so mit den Jahren rauskristallisiert haben. Und da hilft man sich halt auf eine ganz besondere Art und Weise. Vielleicht läuft das, also das läuft ja in den meisten Fällen tatsächlich jetzt gar nicht immer über diese Facebook-Gruppe. Auch, aber nicht nur. Und dann hat man eben halt hier WhatsApp und Messenger direkt und sowas. Also man ist einfach im direkten Austausch mit so zwei Händenvoll Leuten. Und dann gibt's halt so eine Gruppe von Menschen, die immer mal wieder aufpoppen.
00:15:57
Speaker
die immer mal wieder auch helfen, die immer mal wieder auch Fragen stellen. Und also wo man die Namen einfach immer mal wieder wahrnimmt. Die gibt es auch. Dann gibt es noch einen kleinen Teil unten am unteren Ende dieser Community, wo Leute mehr oder weniger einmalig eine Reaktion zeigen, wo sie sagen, hey, cooler Content, vielen Dank. Das kann ein Kommentar sein im Blog, das kann aber auch einfach mal eine E-Mail sein. Sowas gibt es auch. Ja, und dann gibt es den ganz, ganz großen Teil in der Mitte.
00:16:24
Speaker
Sagen wir mal 80 Prozent, das sind die sogenannten stillen Mitleser. Wie viele von denen jetzt aktiv oder nicht aktiv sind, das ist immer schwer zu sagen, aber irgendwie sind sie halt mal reingekommen, wahrscheinlich, weil sie irgendwo eine Schnittmenge hatten thematisch, aber die haben halt noch nie irgendwie was gesagt, gemacht, getan. Viele schreiben dann auch irgendwann mal den ersten Post in der Community, in der Facebook-Gruppe und schreiben halt dazu, die letzten Jahre war ich bisher stiller Mitleser, aber jetzt habe ich ein Problem.
00:16:54
Speaker
Das ist ja auch okay. Aber es ist halt immer schwierig, dann solche stillen Leute dann mit zu zu reißen oder zu motivieren, auch mal was zu sagen. Weil natürlich kann man eine Frage nur beantworten, wenn man sie auch stellt vorher oder wenn sie gestellt wurde von irgendwer.
00:17:11
Speaker
Und deswegen ist es halt für die stillen Leute immer so ein bisschen schwierig da so irgendwie reinzukommen. Auf der anderen Seite gibt es halt auch in anderen Gruppen, das sehe ich auch immer wieder, das Phänomen, dass jede Frage alle drei Tage neu gestellt wird. Das ist natürlich auch nicht so richtig gut. Aber es gibt natürlich Suchfunktionen und kann ja auch ein Qualitätsmerkmal sein, wenn nicht so viel gefragt wird. Also es ist halt superschwer zu bewerten. Aber es gibt wie gesagt einen kleinen Teil oben, der ist sehr aktiv, mit dem ist man auch im direkten Austausch.
00:17:40
Speaker
Ganz wenige habe ich tatsächlich auch im echten Leben schon mal gesehen. Auf irgendwelchen Events oder so trifft man sich dann halt. Und genau, das ist so die Verteilung. Eine Normalverteilung würde ich glaube ich fast nennen, weil es dürfte in jeder anderen Community ähnlich sein.
00:17:55
Speaker
Ja, genau, ich habe auch letztens mit jemandem aus dem No-Code-Universum quasi darüber gesprochen, über Communities, und wo er dann auch sagte, es ist der größte Teil eben, der still ist, und wo wir uns dann aber auch gefragt haben, ist das überhaupt schlimm, weil man ja eventuell trotzdem Mehrwert bietet für die, die auch einfach mitlesen durch die Probleme von anderen oder die Fragen, die andere dann stellen.
00:18:19
Speaker
Und haben uns gefragt, wie kriegt man die aktiv?

Wert und Engagement stiller Teilnehmer in Communities

00:18:22
Speaker
Und dachten aber dann auch vielleicht, vielleicht muss das auch gar nicht so sein, sondern es ist auch völlig okay, wenn man eine große Bubble hat, die dann eben stiller Mitleser ist. Ja, es ist halt die Frage, warum muss man die jetzt aktiv haben? Einfach nur, damit jemand eine Frage fragt. Und da kommt am Ende immer wieder die Frage, was ist eigentlich das Geschäftsmodell, wenn man jetzt halt
00:18:41
Speaker
sagen wir, ich möchte mit den Leuten Geld durch Beratung verdienen, dann ist es vielleicht auch gut, wenn nicht 1000 auf einmal kommen, weil da kann man einen nach dem anderen abarbeiten. Wenn es jetzt darum geht, dass die Leute halt über Affiliate zum Beispiel irgendwie eine Empfehlung von Futur bekommen oder einen Kurs kaufen oder so, dann kann man das natürlich skalieren und müsste halt schauen, wo ist jetzt in dem Lifecycle von der Person, die sich gerade in dieser Community befindet, wo ist der gerade, hat der jetzt gerade ein Problem, kann ich dem überhaupt helfen? Und ganz, ganz häufig ist es so,
00:19:11
Speaker
nicht nur jetzt in dem Thema, sondern zu allen Themen. Der Bedarf entwickelt sich halt erst mit der Zeit und man braucht halt sehr viele Touchpoints.
00:19:19
Speaker
mit so einem Nutzer, schrägstrich Kunden dann irgendwann, bevor der überhaupt dann auch bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen. Also dieses stille Mitlesen ist halt so eine Art Trust-Anreicherung. Mit jedem Tag, in jedem Monat, in der er in dieser Gruppe als stiller Mitleser ist, nimmt er das ja unbewusst wahr, dass da eine Möglichkeit für mehr ist. Und irgendwann hat er vielleicht sein Problem und wird dann aktiv und ist dann auch vielleicht bereit, in irgendeiner Form Geld zu bezahlen
00:19:48
Speaker
zum zahlenden Kunden zu werden. Und das ist mit allem so. Das ist beim Kaffee so. Wir sagen Leuten, wir haben Kaffee zu verkaufen bei Happy Coffee und die haben aber lange keinen Bedarf und irgendwann haben sie halt Bedarf und da kommen sie zu uns und sagen, okay, jetzt kaufe ich den. Aber das wäre nicht passiert, wenn diese ganzen langen Schritte vorher vielleicht nicht gegangen worden wären. Das kann man jetzt die Branding nennen, das kann man
00:20:11
Speaker
Trust-Anreicherungen nennen, also all das ist halt Teil des späteren Mitmachens. Aber genauso müsste man vielleicht dann auch irgendwann fairerweise sagen, wir räumen die Community auf, wir nehmen nur noch Leute rein, die auch in irgendeiner Form so eine Mindestaktivität zeigen und nehmen alle, die halt so vielleicht zu verstören, dann irgendwann wieder raus. Also da bin ich auch recht rigoros bei Let's Do Our Works, alle, die irgendwie mir dumm kommen oder irgendwie
00:20:39
Speaker
Thema verfehlen oder Werbung machen in irgendeiner Form, die halt nicht reinpasst. Die werden sofort und ohne Anmerkung und Vorwarnung werden die mittlerweile alle rausgekappt, sodass halt die Qualität an sich vorhanden bleibt. Und das funktioniert auch ganz gut. Da ist die Gruppe halt relativ klein noch, ein paar tausend Leute nur drin. Aber dafür gibt es halt auch keine
00:21:04
Speaker
oder wenig Spammer oder sowas. Und alle haben das Gefühl, wenn sie was melden, dann nimmt der Admin, also ich nehme es dann auch ernst und dann wird auch schnell reagiert. Und ich lasse auch nicht mehr alle Leute zu, sondern halt nur noch die bestimmte Menschen, die halt Fragen beantworten oder die jetzt keine Seitenprofile haben. Weil ich halt immer sage, hey, wir sind alles Menschen, wir sind jetzt keine Brands, die hier miteinander kommunizieren.
00:21:28
Speaker
Wir machen das auf einer persönlichen Augenhöhen-Ebene. Was sich als Rahmenbedingungen geben, was die daraus machen, ist am Ende jedem selbst überlassen. Rahmenbedingungen heißt halt in dem Fall, dass ich nur bestimmte Leute mit bestimmten Profilen zulasse, keine Seitenzulasse, also keine Seitenprofile, sondern halt nur Menschen, die auch vielleicht diese Fragen beantwortet haben, einfach damit ich besser einordnen kann, wer ist das, was haben die für Probleme, was haben die für Herausforderungen.
00:21:54
Speaker
Und dann kann man auch gleich sehen, passen die grundsätzlich rein oder nicht. Und auf der anderen Seite mache ich es genauso rigoros, wenn jemand einfach nicht reinpasst, weil er die Regeln missachtet hat oder einfach nur da ist, um Werbung zu schalten und eine 1 zu N Kommunikation macht und keine Frage stellt, dann ist es halt auch ein Grund, den einfach rauszuschmeißen. Es gibt halt eine einzige Regel in der Community, die wirklich wichtig ist. Und die heißt halt, jeder Post muss eine
00:22:23
Speaker
muss eine Diskussion fördern können. Also es muss ein zweiseitiges Kommunikationsverhalten möglich sein. Wenn jemand jetzt einfach nur sagt, ich habe hier was gefunden, ich teile das nur mit, ja, das kann meistens ein eigener Blogpost sein oder eine Werbung für irgendwas oder einfach nur eine Mitteilung und andere sollen es dann
00:22:41
Speaker
aufnehmen, das ist ein Grund, gelöscht zu werden bei uns. Also es muss immer eine zweiseitige Kommunikation möglich sein und der einfachste Weg dahin ist, eine Frage zu stellen. Das kann auch in Kombination mit irgendeinem Thema sein, über das man jetzt geblockt hat und dann teilt man da den Blogpost zum Beispiel mit. Das ist alles total okay. Es kann auch ein Affiliate-Ding sein, auch total okay, aber es muss halt eine Diskussion möglich sein. Und das wird in der Regel durch eine Frage eröffnet. Und wer sich daran nicht hält,
00:23:12
Speaker
Der fliegt ganz schnell wieder raus und dadurch schaffen wir es halt aber auch, so eine gute Kommunikationsbars zu haben in der Community. Und so nach und nach lernen die Leute das oder haben es gelernt. Sehr cool. Sagen wir mal, du startest heute bei Null und möchtest eine Community aufbauen. Was wären so die Ansätze, die du verfolgen würdest? Also erstmal würde ich mir überlegen,
00:23:34
Speaker
Wer hat welche Probleme? Also wer hat die Fragen, die ich selber mit meiner Community lösen will oder die ich auch habe? Schrägstrich Zielgruppe einfach finden. Es nützt halt nichts, um die ganz viele Menschen zu erreichen, die eigentlich andere Fragen haben als man selbst. Genau, wenn das klar ist, was eigentlich das Problem ist oder was das Thema ist, um das hier geht, dann würde ich gucken, wo kriege ich die Leute her? Wie finde ich die? Wie kommen die zu mir?
00:24:03
Speaker
Und das muss halt auch ganz klar kommuniziert sein. Also jeder, der irgendwie in so eine Gruppe reinkommt, der wird gerade in der heutigen Zeit, wo er sowieso schon irgendwie von allen Ecken beschossen wird, mit Informationen. Das muss halt total klar sein. Also diese Erwartungshaltung muss klar sein. Was bekommt man hier? Was bekommt man vielleicht nicht?
00:24:24
Speaker
Und damit alle verbundenen Fragen, was kostet es, was muss ich tun und so weiter und so fort. Ich habe die Erfahrung gemacht von anderen Communities, dass Paid Communities zum Beispiel auch gut sein können, weil die Qualität natürlich höher ist. Also Leute committen sich, indem sie Geld dafür bezahlen, um mitmachen zu können.
00:24:44
Speaker
Das schränkt, wie sagt man auf Deutsch, das grenzt den Umfang der Community in der Regel stark ein, aber die Qualität wird halt deutlich erhöht. Aber am Ende ist auch hier gibt es halt häufig diese Fitnessstudio-Effekte, die Leute zahlen trotzdem, machen trotzdem nicht mit. Also deswegen ist es halt in erster Linie für mich immer eine qualitative Frage. So was bekommt man? Was wird diskutiert? Wie wird diskutiert? Und einfach nur diskutieren. Das Diskutieren zwingens ist halt auch nicht die Lösung. Also es muss halt so eine Balance gefunden werden zwischen
00:25:13
Speaker
Was ist gerade aktuell am Thema? Was ist gerade wichtig am Thema? Was ist vielleicht auch nicht aktuell? Genau, und deswegen ist es halt irgendwie wichtig, regelmäßig von vielen Seiten so einen Input zu bekommen. Es fällt mir gerade schwer, das konkreter zu formulieren, aber hoffe, das wird ein Stück weit klar.
00:25:34
Speaker
Man macht halt nicht mit, weil man jetzt irgendwie dabei ist, sondern man macht halt mit, weil man Probleme hat, die gelöst werden müssen, Fragen, die beantwortet werden müssen. Das muss eigentlich rausgefunden werden, welche Fragen sind das. Und dann passiert der Rest mehr oder weniger von alleine. Sehr spannend. Cool.

Einfluss von No-Code-Tools auf Unternehmertum

00:25:51
Speaker
Ich würde sagen, wir gehen vielleicht nochmal so ein bisschen auf das Thema No-Code ein. Hast du selbst einen technischen Background oder wie sieht es bei dir aus?
00:25:59
Speaker
Also ich habe ein großes Verständnis technisches von allem. Ich bin aber kein Entwickler. Das ist immer so die. Also in all den Gründungen, die ich bisher gemacht habe, war ich nie der Entwickler. Ich war immer der Vermarkter. Und bei Happy Coffee gibt es keinen Entwickler. Deswegen nutzen wir hier ausschließlich Tools, die ich selbst bedienen kann. Aber ja, natürlich so ein gutes Verständnis habe ich und ein paar Zeilen irgendwo anpassen kann ich auch. Aber
00:26:24
Speaker
bauen kann ich selber nichts technisch. Ja, dafür gibt es ja auch die ganzen Tools. Ja, das ist auf jeden Fall auch der, aber es ist schön zu hören, wir haben keinen Entwickler, da brauchen wir auch keinen, weil ich muss alles selbst bedienen können. Ja, genau dafür soll es ja sein. Glaubst du, auch wenn du jetzt gar nicht so sehr im No-Code-Space drin bist, aber glaubst du, dass
00:26:50
Speaker
sich durch No-Code auch so ein Gründungsverhalten verändern kann, also dass da mehr Leute einfach encouraged werden in dem Sinne, weil eben nicht mehr die Barriere besteht, es mit Entwickler probieren zu müssen.
00:27:07
Speaker
Also auf jeden Fall, das hat zwei große Vorteile, die ganze No-Code-Welt. Erstens, man kann halt MVPs bauen, ohne dass man jetzt selber Hand anlegen muss. Früher hat man wirklich eine Software von Null an, die aufbauen müssen. Heute kann man zumindest bis zu einem gewissen Grad mit No-Code-Software Problemlösungen anbieten und kann zumindest mal validieren, ist dieses Problem tatsächlich eins, was ich da versuche zu adressieren.
00:27:35
Speaker
Also diese eine Hürde, erst jemanden technisch mit dem Team haben zu müssen, die ist glaube ich nicht mehr da oder nicht mehr so hoch zumindest.
00:27:44
Speaker
Damals war es immer so, also damals vor zehn Jahren oder so, wenn man da einen Start-up, einen Online-Start-up gründen wollte, dann musste man auf jeden Fall mit einem Entwickler in den Gründungsteam rechnen und kalkulieren. Ich sage nicht, dass der nicht mehr erforderlich ist, zumindest aber nicht mehr in der allerersten Phase. Wenn man dann später festgestellt hat, okay, das Problem ist, das ist offenbar ein echtes Problem und Leute sind für diese Lösung, wie ich mir überlegt habe, bereit, auch Geld zu bezahlen.
00:28:13
Speaker
Dann kann man das halt entsprechend größer machen und vielleicht auch das Minimum Viable Product, was man halt vielleicht mit einer No-Code-Lösung gebaut hat, irgendwann auch ersetzen, sollte es denn erforderlich sein. Aber manchmal gibt es halt auch mittlerweile tolle No-Code-Lösungen, die sind so gut, damit kann man auch irgendwie auf Millionen Größen hochskalieren. Und jetzt gerade E-Commerce ist zum Beispiel ein super Beispiel.
00:28:38
Speaker
Ob das jetzt ein Shopify ist oder ob das mittlerweile auch andere große Plattformen sind, am Ende verlässt man sich immer auf ein funktionierendes Gerüst, was halt per No-Code verwendet werden kann und kann dann an einem gewissen Punkt sagen, okay, ich möchte es ein bisschen hier individualisieren, möchte da was anderes machen und passt es dann mehr oder weniger noch an nach dem eigenen Bedarf. Aber ich kenne viele Unternehmen, die machen achtstellige Umsätze im Jahr, die aber hier Standard-Software für 70 Euro im Monat verwenden dafür.
00:29:07
Speaker
Das ist schon krass, wenn man sich vor Augen führt, was da mittlerweile geht. Das ist in ganz vielen Bereichen so.
00:29:15
Speaker
Es gibt aber auch ein paar Bereiche, da gibt es halt wenig oder keine No-Code-Lösung. Da hat man natürlich als Entwickler noch eine Chance sozusagen mitzumachen. Aber No-Code heißt ja auch immer, dass man auf eine gewisse Standardlösung setzt und die geht halt nur so lange, bis der Standard dann irgendwann überschritten wurde und man halt doch eine sehr individuelle Lösung braucht. Aber ganz häufig muss man, ob das Rad nicht neu erfinden und kann eben mit No-Code sehr, sehr weit kommen.
00:29:42
Speaker
was ich halt bisher mal gemacht habe in der Vergangenheit, ist halt versucht irgendwie eine Lösung zu formulieren, ein Angebot, also das kann eine Software sein, das kann aber auch irgendwie einfach nur ein Angebot sein, zum Beispiel Kaffee, ganz einfaches Angebot. Und dann würde ich das halt
00:29:58
Speaker
mir überlegen, wie kann man es an wen bringen. Also ganz häufig ist es da halt gar nicht die technische Frage, wie bilde ich das jetzt ab, sondern auch da. Ich hatte mal mit WooCommerce, davor mit XTCommerce, dann habe ich mit irgendwelchen anderen Shop Software-Dingern angefangen und irgendwann bin ich jetzt bei Shopify gelandet, weil es einfach meiner Sicht das coolste Shop System gerade ist. Aber die Kunst ist halt nicht, einen Shop aufzubauen heutzutage, sondern die Kunst ist halt,
00:30:25
Speaker
Und das ist halt alles, was vor und nach dem technischen Teil passiert. Also was ist mein Produkt, was ich dann quasi technisch anbieten will und an den verkaufe ich das. Und wenn das alles zusammenpasst, dann hat man am Ende einen funktionierenden Funnel gebaut und muss halt oder eine funktionierende Wertschöpfungskette gebaut. Und der technische Teil ist halt immer nur noch ein Teil da drin. Und das vergessen, glaube ich, ganz viele. Die sagen halt, ich bau jetzt einen Shop und dann wundern sie sich, dass da keiner reinkommt und Sachen kauft.
00:30:54
Speaker
Deswegen gehört alles zusammen und darauf muss man sehr früh Fokus legen. Das würde ich vielleicht tatsächlich anders machen. Heute mich eher mit der Zielgruppe beschäftigen und gucken, was wollen die eigentlich und dann so rückwärts engineern. Gucken, wie kann ich das eigentlich lösen, das Problem, das die haben. Aber erst muss das Problem bekannt sein.
00:31:16
Speaker
Und genau, das habe ich jetzt mit den Jahren gelernt, dass das eigentlich wichtiger ist, als vorne zu gucken, welches Shopsystem ist jetzt der schönste oder welches Software ist gerade die beste, sondern wirklich gucken, was passt wozu.

Marktentwicklung und Wettbewerb im E-Commerce

00:31:29
Speaker
Na, finde ich total spannend, weil eben klang das auch so ein bisschen so, als du mit Fastball quasi angefangen hast, dass das in deinem ersten Job und einzigen Job, so richtigen Job meine ich, großen Anführungsstrichen, dass du, also es klang zumindest eben so, dass du das Bedürfnis hattest zu gründen und selbstständig zu sein und dann erst geguckt hast, was mache ich denn überhaupt für ein Produkt?
00:31:55
Speaker
Ja, das stimmt. Ich hatte damals meinen Job gekündigt und habe mir dann erst überlegt, wovon kann ich eigentlich überleben die nächsten Monate, wie verdiene ich hier Geld und so was und habe mich dann halt mit so Sachen wie Gründungszuschuss erst beschäftigt. Das war dann am Ende alles nochmal gut gegangen, würde ich sagen.
00:32:12
Speaker
Ich hatte halt einfach das Bedürfnis, irgendwie selbst entscheiden zu können, was ich mache, wann ich arbeite, wie, mit wem, woran und so weiter. Das war halt so mein tiefstes Bedürfnis, selbst entscheiden zu können und nicht einfach nur irgendwelche Aufgaben zu machen, weil man die halt so macht, weil irgendein Chef gesagt hat, mach das halt so. Das muss nicht heißen, dass das alles schlecht war, aber es hat mich persönlich einfach nicht erfüllt.
00:32:33
Speaker
Und deswegen habe ich dann eine Kündigung entschieden, Gründer zu werden. Und ich war ja da irgendwie Mitte 20 und hatte dann halt das Gefühl, gut, wenn ich jetzt wandere, ich habe noch eine relativ tiefe Fallhöhe, flache Fallhöhe, wenn es nicht gut geht, dann mache ich halt einen anderen Job wieder. Genau, also das war diese Grundnaivität, mit der ich dann rangegangen bin als Gründer. Und am Ende ist gut aufgegangen der Plan.
00:32:59
Speaker
Genau, aber bei FastBill war es dann halt so, wir hatten halt, es gab keinen No-Code damals, es gab nicht mal online Rechnungssoftware. Damals haben Leute halt noch mit Word und Excel ihre Rechnung gestellt und dann haben wir halt angefangen, Software dafür zu bauen und da es das noch nicht gab, mussten wir es halt irgendwie entwickeln und deswegen hat das halt ganz gut funktioniert. Heute sind wir ja jetzt irgendwie 10, 12 Jahre weiter.
00:33:22
Speaker
da sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Deswegen würde das, was wir heute machen, also wenn ich exakt das, was wir damals bei Fastway gemacht haben, heute nochmal so machen würde, dann würde das wahrscheinlich gar nicht funktionieren. Man muss halt dann auch hier wieder mit der Zeit gehen und gucken, was gibt's, was brauchen die Leute, wo sind die Probleme, wie kann man sie lösen. Und immer halt, die Benchmark ist immer das, was gerade jetzt eine Alternative da ist und nicht das, was vor zehn Jahren vielleicht mal eine Lücke war im Markt. Weil sonst, wenn wir alles gewusst hätten, wie es läuft, dann hätten wir alle unsere Bitcoins damals nicht verkauft.
00:33:53
Speaker
Ja, absolut stimme ich zu. Ja, vielleicht auch ein spannendes Thema gerade für dich im E-Commerce-Bereich. Wie sieht es bei dir aktuell in der Situation aus? Was hat sich so bei dir im E-Commerce-Bereich im letzten Jahr getan, wo sich die ganze Welt irgendwie veränderte?
00:34:11
Speaker
Genau, also es gibt eine positive Entwicklung für uns jetzt durch Corona. Die Leute sind mehr zu Hause, trinken mehr Kaffee, kaufen mehr Kaffee, stellen mehr Kaffee, das ist gut. Und ich glaube, so geht es ganz vielen E-Commerce-Unternehmen, die einfach von dieser Situation profitiert haben.
00:34:28
Speaker
Auf der anderen Seite merke ich aber auch, dass es extrem voll geworden ist im Markt. Durch Anbieter wie Shopify oder auch andere Shopplattformen bzw. Softwareanbieter ist der Zugang zu so einem E-Commerce Shop und damit auch der Zugang zu einem E-Commerce Publikum.
00:34:46
Speaker
ist halt extrem einfach geworden. Das heißt, so gefühlt entstehen jede Woche fünf neue Kaffee-Startups, habe ich das Gefühl. Und gerade mit so einem relativ einfachen Produkt wie Kaffee ist es halt extrem schwierig oder extrem herausfordernd geworden, sich zu differenzieren. Man kann jetzt technisch quasi keinen Unterschied mehr machen, weil alle selbe Shop-Systeme annutzen. Man kann aber auch im Produkt nur relativ wenig Unterschied machen, durch Verpackungen und so weiter.
00:35:15
Speaker
kann man sich differenzieren, aber am Ende ist es Kaffee, den man verkauft und klar wird anders geröstet und so weiter und ist auch besonders fair, aber auch selbst das ist mittlerweile keine unique selling proposition mehr, weil das eben viele machen können. Also ist die Herausforderung jetzt eben neu. Wie kann ich mich mit einem relativ einfachen Standardprodukt in einem relativ
00:35:40
Speaker
vollen Markt trotzdem differenzieren und wie kann ich halt Wachstum hier erzeugen? Und dann geht es jetzt gar nicht mehr so sehr darum, wie ist der vordere Teil der Wirtschaftungskette, sondern wie und wo und womit erreiche ich dann meine Kunden? Also es ist eigentlich eher so ein Marketing-Spiel geworden, wenn man es möchte und gar nicht mehr so sehr dieses Produktspiel und auch nicht mehr die technische Frage, weil die ist halt gelöst. Genau, das ist halt so ein bisschen die Verschiebung, die ich wahrgenommen habe. Das macht es jetzt nicht einfacher, ehrlich gesagt, aber das ist halt
00:36:10
Speaker
Teil dieser Entwicklung. Ja, sehe ich auch so.
00:36:16
Speaker
Ich hab mich irgendwann mal so ein bisschen mit dem Thema Dropshipping beschäftigt vor zwei Jahren oder irgendwie sowas und bin immer noch in den verschiedenen Facebook-Gruppen drinnen und merkte auch, dass das also viel, viel jetzt gerade im letzten Jahr neue Player in den Markt kommen, dass viele Shops gebaut werden zu allen möglichen Themen. Ich bin jetzt nicht so ein Bilder, was Kaffee angeht, aber generell ist da ein massiver Aufschwung. Also unglaublich. Aber klar, durch die niedrige Ansturzwerte. Das betrifft alle Märkte, ob das jetzt hier CBD ist, ob das Nahrungsergänzungsmittel sind, ob das
00:36:45
Speaker
ob das jetzt Tee, Kaffee oder Fashion ist oder Sachen für Fitnessleute. Also das ist unglaublich und alles gibt es in allen Varianten millionenfach. Und es ist halt echt schwierig, sich als Marke da zu platzieren. Aber das ist halt die Kunst, am Ende nicht nur Produktanbieter zu sein, sondern Marke zu werden. Und das ist halt die
00:37:10
Speaker
ganz große Challenge und ist dann auch der Grund, warum Leute halt immer und immer wieder kommen und bleiben und vielleicht auch bei dir kaufen und nicht bei einem Wettbewerber, weil die Marke halt besser zusagt. Und genau, da gibt es halt noch nicht so richtig einen Blueprint für, sondern eine Marke lebt ja davon, was die Menschen draus machen, die hinter der Marke sitzen. Und das ist halt bei jedem anders und sorgt halt dafür, dass man mit seiner Marke dann eben ein gewisses Publikum erreicht und vielleicht ein anderes auch ausliest.
00:37:40
Speaker
Aber das ist der einzige Weg, wie man heute noch eine echte Differenzierung, glaube ich, machen kann im Online-Markt. Ja, absolut.

Zukunftspläne und das Motto 'Let's see what works'

00:37:48
Speaker
Bestimme ich dir vollkommen zu. Wie sieht denn das, also gibt es irgendwas, was sich im nächsten Jahr für dich verändern wird? Oder wie sieht dein nächstes Jahr aus? Also das hat ja gerade das angefangen, das Jahr. Aber das nächste, also ich bin im Moment dabei, diese
00:38:08
Speaker
Möglichkeiten, die das Internet bietet für uns, einfach weiter auszureizen in verschiedensten Formen. Also ich versuche mich auf das zu fokussieren, was funktioniert, was ich gelernt habe. So wieder dieser klassische Let's Your Works Ansatz. Ich will halt sehen, dass wir aus dem, was wir machen, was funktioniert, das Maximale herausholen und das einfach immer und immer wieder machen und alles versuchen zu skalieren bis zur völligen Erschöpfung, bevor wir dann anfangen neue Wege zu überlegen.
00:38:38
Speaker
Und das kann man halt mittlerweile in so einem E-Commerce Business mit Standard Software kann man das relativ cool machen. Also dadurch, dass ich mich jetzt nicht so sehr drum kümmern muss, dass ich, dass der Shop wie läuft, kann ich mich halt darum kümmern, wo ich halt die Zielgruppe erreiche, zum Beispiel. Und genau, also der Fokus ist halt so mein Ziel. Und dann einfach das, was wir schon gut machen, einfach
00:39:04
Speaker
noch mal so gut machen und einfach weitermachen und stabil ausbauen, sodass wir aus den jetzigen Kunden, aus den jetzigen Bestellungen einfach ein Fünf- oder Zehnfaches rausholen können. Einfach nur indem wir das machen, was wir jetzt machen, aber noch intensiver machen. Gut, ich würde sagen, man sagt immer so ein bisschen oder habe ich zumindest gehört, ein Podcast sollte nicht länger dauern als ein deutscher Inlandsflug. Habe ich mal irgendwo aufgeschnappt. Was?
00:39:33
Speaker
Tolle Statistik, ja. Genau. Der Weg zur Arbeit, der sollte nicht länger sein, er ist der Weg zur Arbeit. Im Moment ist es halt schwierig. Vom Bett zum Schreibtisch und wieder zurück. Genau. Christian, es hat uns sehr, sehr viel Spaß gemacht, mit dir zu reden. Vielen, vielen Dank, dass du bei uns warst.
00:39:57
Speaker
Hast du noch ein Abschlusswort zu Community Let's see what works Unternehmertum? Also ich würde immer empfehlen, das auszuprobieren und Let's see what works als Motto aufzugreifen. So funktioniert Unternehmertum nun mal. Einfach probieren und gucken, was geht, was geht nicht und das, was nicht geht einfach nicht mehr machen.
00:40:23
Speaker
das was funktioniert mehr machen. Und dann wird das schon irgendwie. Ansonsten vielen Dank, dass ich dabei sein durfte. Hat Spaß gemacht. Ich hoffe, da kommt jetzt irgendwie eine saubere Folge raus. Viel Unterbrechungen hier zu tun durch. Aber das habt ihr hoffentlich zu Recht bestimmt. Das kriegen wir hin. Super. Vielen, vielen Dank, Christian. Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann würden wir uns freuen, wenn du in der Apple Podcast App eine Bewertung für uns hinterlässt. Das hilft uns, besser gefunden zu werden.
00:40:53
Speaker
Und wenn du mehr über NoCode erfahren willst, schau noch gerne mal auf unserer Website vorbei visualmakers.de Bis zum nächsten Mal.