Einführung des Podcasts und Vorstellung von Patrick Rosenblatt
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Speaker
Herzlich willkommen zum Visual Makers Podcast. Ich bin Lilith. Und ich bin Alex. Und wir unterhalten uns jede Woche rund um das Thema No Code.
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Speaker
Wir freuen uns sehr, heute Patrick Rosenblatt in unserem Podcast begrüßen zu dürfen. Er ist Agenturgründer von eShop Guide. Du hast in deinem Linkin-Profil einige interessante Sachen. Einmal 20 Stunden Woche, Shopify-Experte, Generalist, Low-Code-Enthusiast und Hobbyphilosoph. Wie erklärt sich das? Willkommen, Patrick.
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Speaker
Hi, ja vielen Dank für die Einladung. Das ist immer so der Moment, das denkt man sich aus dem stillen Kämmerlein und da wird man drauf angesprochen. Also 20 Stunden Woche seit Anfang des Jahres.
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Speaker
Habe ich wirklich in meinem Unternehmen gehe ich 21 Stunden Woche nach. Erstmal ich nenne es Teilzeit-Civeticle. Ich weiß noch nicht wie lange. Ich habe jetzt seit fünf Jahren, wie nennt man das so schön, durchgearbeitet und um mal so ein bisschen Abstand zu gewinnen tut das ganz gut. Low-Code-Enthusiast.
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Speaker
Wir sind eine Shopify Agentur. Das heißt, wir haben im Prinzip schon Low-Code-Projekte gemacht, bevor ich wusste, wie das heißt. Wir haben das immer Configuration
Übergang von der Bank zur E-Commerce durch 'The 4-Hour Workweek'
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Speaker
Only irgendwie genannt und das ist ehrlich gesagt, glaube ich, auch die Basis dafür, dass wir uns als Agentur so
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Speaker
entspannt, sage ich mal, gestalten können. Ja, also wir richten halt sehr viel einfach Dritttools ein. Das heißt, wir haben keine Notfälle aller, oh mein Gott, unser Server war jetzt down und jetzt können unsere Kunden kein Geld mehr verdienen. Wenn ein Shopify-Server down ist, dann können wir dann auch nichts machen, dann außer Händchen halten. Ja, und der Rest
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Speaker
Vielleicht wird sich ein oder andere nach dem Podcast denken, dass das Tag Hobbyphilosoph ist, ist richtig oder auch nicht richtig. Genau, das bin ich.
Gründung und Wachstum von eShop Guide
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Speaker
Wie bist du denn zum E-Commerce gekommen? Du warst ja vorher Analyst bei der Deutschen Bank. Habe ich gesehen, wie passt das denn zusammen, dann zu Shopify zu kommen? Ich war in dieser 40-Stunden-Welt unterwegs und war so semi-befriedigt von dem 9-to-5-Life, sage ich mal. Ganz klischeehaft.
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Speaker
im Urlaub Tim Ferriss vor Workweek vier Stunden Woche gelesen und das hat mir so aufgezeigt, ich dachte immer entweder du machst halt Konzertkarriere oder du ballerst halt 80 Stunden in irgendeinem Startup und da wird ja so ein Mittelweg auch beschrieben, das heißt überleg dir was du willst und dann geh mit dem
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Speaker
mit dem minimalen Aufwand sozusagen daran. Und ja, da war natürlich die Idee, können wir nicht irgendeinen Shop aufmachen und Produkte verkaufen ohne Lagerrisiko, Stichwort Dropshipping. Damals war das auch noch nicht so ein Riesentrend. Wir hatten halt Bekannte, die auch Produkte vertrieben haben in Asien im Endeffekt und die haben gesagt, hey, wir haben noch niemanden in Europa, macht das gern, die haben uns ein paar Produkte rübergeschickt.
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Speaker
Dann haben wir versucht, das zu verkaufen, es hat überhaupt nicht geklappt, aber wir haben dabei Shopify kennengelernt und dann gemerkt, wir können da auch andere Leute unterstützen bei ihren Shopify-Versuchen. Damals Shopify vor fünf, ja inzwischen sechs Jahren, echtes Nischenthema in Deutschland. Den
Herausforderungen beim Übergang zu einem größeren Team
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Speaker
ersten Content produziert, ja und dann, seitdem reiten wir so ein bisschen die Welle, also das ist eigentlich ganz praktisch.
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Speaker
Ja, ich glaube der E-Commerce Bereich ist auch gut, um aus diesem Zeitgegen-Geld-Mechanismus rauszukommen und das so ein bisschen genau abzukoppeln. Wie kam es denn zu der Gründung von eShop? Ja, also vielleicht noch kurz eingeworfen, genau eShop Guide ist dann natürlich eine Agentur, das heißt da sind wir halt wieder voll in die zeitweises Geld-Sache reingelaufen.
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Speaker
Aber da können wir vielleicht noch darüber sprechen, wie Low-Code-Tools im Prinzip auch als Agentur diese Diskerpanzung ein bisschen aufzuspalten. Wie haben wir eShop-Guide gegründet im Endeffekt?
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Speaker
wie sich halt jede Agentur gründet, du fängst an als Freiberufler irgendwelche Dienstleistungen zu erbringen, merkst, okay, ich könnte das für noch mehr Leute noch teurer machen, so anzuskalieren, indem du Leute einstellst und sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viele Strukturen aufbaust, für Dinge, von denen du nicht dachtest, dass du Strukturen brauchst, aber du schreibst echt viele Dokus und dann, ja, seitdem skalieren wir sozusagen unsere Dienstleistungen und das, was wir so machen.
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Speaker
Was mich immer so interessiert, wenn man so vom einzelnen Unternehmer quasi anfängt, ein größeres Unternehmen aufzubauen, Mitarbeiter einstellt, wie ist das so? Hattest du vorher schon so ein bisschen Erfahrung im Bereich Personalführung oder das ist so ein Thema, was mich eigentlich super interessiert?
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Speaker
Sehr gute Frage. Also ich hatte Erfahrung darin, wie es ist, als Personal geführt zu werden. Und wenn man da einigermaßen empathisch zuhört und mitfühlt, dann erklärt einem das schon sehr viel darüber, was man vielleicht nicht machen möchte oder was halt vielleicht doch auch gut war. Vielleicht ein Beispiel, was man nicht machen möchte, ist,
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Speaker
Gerade jetzt in der Konzernstruktur, die hat niemand wirklich erklärt, warum du da sitzt, was eigentlich dein Purpose ist. Das war sehr unbefriedigend. Was in der Konzernstruktur gut war, war, also das ist vielleicht auch eine subjektive Meinung, Hierarchien spielen schon eine Rolle und sind auch gut, weil du willst schon jemanden haben, der verantwortlich ist am Ende des Tages. Wenn du da eine Gruppe an fünf Leuten hast und jeder kann mit dem Finger auf den anderen zeigen, ist das immer problematisch. Ja, also im Endeffekt
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Speaker
Wir haben einfach angefangen Leute einzustellen, haben natürlich das ein oder andere Buch gelesen und dann bist du einfach
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Speaker
Da kommt vielleicht das Hobby Philosophische raus. Fair. Ja, also du überlegst dir, wie würde ich gerne behandelt werden, wenn ich Arbeitnehmer wäre. Und dann versuchst du das so aufzubauen
Teamstruktur und Wachstum seit 2015
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Speaker
und einfach super transparent auch mit allen halt zu sprechen. Immer auch zu sagen, hey, schaut, wir machen das ja auch gerade zum ersten Mal. Als ich das angefangen hab zu kennen, dann hab ich auch allen Leuten gesagt, hey, ich hab hier mal gerade meine erste Schicht. Das heißt, wenn mal was nicht okay ist, bitte Bescheid sagen und dann
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Speaker
ist man in so einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess und es gibt natürlich immer noch Sachen, die die ganz neu sind für uns. Es gibt aber auch viele Sachen, die sind schon relativ gut reingekommen und vielleicht das aller krasseste, was man am Anfang merkt, ist dieses Nichts ist selbstverständlich nur, weil du selber mal was gemacht hast. Heißt es nicht, dass du jemandem das in drei Sätzen erklärst und der macht das dann genauso gut.
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Speaker
Darüber haben wir User Service Akzeptanzkriterien eingeführt, agiles Arbeiten auch intern und die Leute einfach mal machen lassen, ihre Fehler machen lassen. Ja, so arbeiten wir uns da praktisch ran. Wie viele Leute seid ihr jetzt und wie habt ihr euch überhaupt aufgebaut? Seit wann gibt es euch? Ein bisschen zur Gründungsgeschichte vielleicht?
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Speaker
Also unsere erste Dienstleistung frei beruflich haben wir 2015 angefangen, die ersten Leute haben wir dann 2018 eingestellt.
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Speaker
Und jetzt sind wir, wir waren ein Gründerteam aus drei Leuten, ein Freund Oliver, der vorher Berater bei Accenture war, SAP Berater, halt sehr praktisch, um auch mit den großen Kunden auf Augenhöhe zu sprechen. Dritte im Bunde Dave, der wirklich Software Developer war und unser Technical Lead und ich kam dann aus der Bank und habe so ein bisschen das Betriebs-, also das Business Development mäßige gemacht, also am Anfang haben wir natürlich alle alles gemacht, aber dann
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Speaker
So mit der Zeit, 2018 die ersten Leute eingestellt, direkt auch mit dem Plan sozusagen unter uns Gründern eine Management-Ebene reinzuziehen. Also das waren dann auch die ersten Leute, das waren Freunde oder Bekannte von uns, die unsere Reise auch schon begleitet haben.
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Speaker
Und das waren dann unsere ersten Leute plus ein paar Werkstudenten, weil die sollten ja auch direkt lernen, was es bedeutet, Leute zu führen. Und Werkstudenten sind, also nicht falsch verstehen, liebe Werkstudenten, aber nette Versuchskaninchen sozusagen im Gegensatz zu Vollzeitarbeitnehmern, die da direkt viel mehr Herzblut auch gegebenenfalls drin haben.
00:08:35
Speaker
Genau, 2018 mit denen angefangen und seitdem sind wir gewachsen, jetzt sind wir bei 30 Leuten. Aber, also auch jetzt schon seit ein paar Monaten und fühlen uns auch bei der Größe jetzt erstmal ganz, ganz wohl, also auch vor dem Hintergrund, mieser 20-Stunden-Sache wäre es vermessen zu sagen, wir fahren jetzt den Weg genauso erstmal weiter. Weil es wird ja auch nicht
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Speaker
Einfacher sozusagen, je größer du wirst. Auf jeden Fall. Und da vielleicht mal ganz spannend einzuhaken. Du sagtest ja vorhin, in dem Konzernumfeld sagt dir niemand, warum du da bist. Wie versucht ihr das jetzt in euer Unternehmen zu integrieren? Wie sprichst du mit Mitarbeitern darüber? Ja, erstmal, dass wir uns
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Speaker
Also, du musst dir als Unternehmen überlegen, wofür bist du als Unternehmen überhaupt da?
Kundeninteraktionsstrategien von eShop Guide
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Speaker
Und dann sozusagen kannst du das immer weiter runterbrechen. Ja, also als Unternehmen ist unser Ziel, möglichst einfache und effiziente Shopify-Projekte zu machen. Das bedeutet, wenn jetzt jemand kommt, Tante Emma, ein Ladenlokal, will sich irgendwie digitalisieren, der verkaufen wir nicht den 50.000 Euro-Schub, selbst wenn wir könnten.
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Speaker
Sagen wir, okay, wir bauen jetzt einen MVP, du musst den Shopify auch bedienen können. Also von dem Purpose her möglichst effizient, möglichst schlaue Prozesse, die Dinge halt zu kennen, Shopify auch gut zu kennen. Und dann weißt du, du hast drei verschiedene Bereiche. Du hast einmal Business Development, also Sales und Marketing. Du hast Projekt, das Projekt will dich abwickeln und die Entwickler, die zwar theoretisch auch zu dem Projekt gehören, aber
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Speaker
parallel irgendwie auch schon dabei existieren und dann sagen wir dann, liebe Vertriebler, ihr sollt natürlich Projektvolumen verkaufen, aber wir haben auch eine Maßzahl sozusagen, die dann am Ende eines Projekts entscheidet der PM, gibt an, wie gut hat der Kunde zu uns gepasst. Ja, also er soll nicht nur Projektvolumen verkaufen, sondern auch den Cultural Fit der Vertriebler, damit es da
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Speaker
nicht zu sehr incentiviert in die eine oder andere Richtung geht. Bei den Projektleuten sagen wir, okay, du musst gucken, dass das Projekt rentabel ist, aber der Kunde natürlich auch glücklich wird. Und bei den Developern ist es, deine Sprintgenauigkeit muss gut sein, deine Kommunikation muss gut sein, auch von den PMs sozusagen dann bewertet.
00:11:00
Speaker
Und aus dieser Kombination aus, ich sag mal, quantifizierten Zielen, die jetzt natürlich jetzt nicht dafür da sind zu sagen, okay, dein Gehalt ist davon abhängig oder so, sondern einfach nur um zu messen, was machst du? Und diesen Higher Purpose, den wir uns allen gesetzt haben, eine möglichst effiziente Prozesse und Projekte und auch immer wieder darüber zu sprechen, die Soft Skills, die dahinterstecken, Kommunikation ist ein Riesending bei uns. Ich mein, ihr kennt das, ihr seid auch im Low-Code-Bereich unterwegs.
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Speaker
Man denkt, okay, da steht doch alles da, aber man muss den Kunden auch helfen, die Tools zu interpretieren. Sonst ist die Wahrscheinlichkeit 100%, dass sie es misinterpretieren, was da, was sie da benutzen können. Das ist also eine wichtige Sache. Und jetzt, wir machen natürlich auch komplexere Projekte, also auch Coding-Projekte im Endeffekt.
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Speaker
Da sind wir immer sehr darauf erpicht, nicht so viel technical depth irgendwie für die Kunden aufzubauen, weil die wollen ja meistens skalieren, die sind meistens Wachstumsunternehmen und die Wahrscheinlichkeit, dass da ein Tool mehr als zwei Jahre genutzt wird oder eine bestimmte Lösung ist eher klein und da muss man sich auch nicht zu sehr verkünsteln und dieses betriebswirtschaftliche, unternehmerische Denken auch bei den Developern zum Beispiel zu haben.
00:12:14
Speaker
indem wir mit ihnen darüber reden, wofür machen wir eigentlich diese Projekte, dass also einfach auf Augenhöhe unsere Zielsetzungen besprechen. Superspannend.
Ansatz ohne Code bei Kundenprojekten
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Speaker
Wie sieht denn so ein Kundenprozess bei euch aus? Also wenn du das allgemein zusammenfassen kannst, ist das so, dass ihr das mit den Kunden aufsetzt und dann könnt ihr ihren Job selber betreuen und ihr seid dann quasi als Agentur raus oder seid ihr da längerfristig begleitend mit drin?
00:12:43
Speaker
Es kommt darauf an, also den ersten Fall, wir machen das Projekt und dann sind wir als Agentur raus, das ist sozusagen per Default unsere erste Daseinsberechtigung gewesen, dass wir sagen, guck mal, du nutzt so ein Tool wie Shopify und die Apps dazu und so weiter und so fort, du hast den Anspruch,
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Speaker
unabhängig von der Agentur zu arbeiten, du willst uns nicht immer für ein Bild hochladen oder dieses oder jenes machen, jedes mal bezahlen, das heißt unser Projekt, in unseren Projekten gibt es ganz, ganz, ganz, ganz viel Wissenstransfer. Also wirklich individualisierte Schulungen und dann ist es auch, wir freuen uns dann nicht, wenn du uns vier Wochen später schreibst und sagst, hey wie war das nochmal, also finden das nicht schlimm und helfen natürlich gerne, aber wir sagen dann auch, hey, pass auf,
00:13:26
Speaker
Wir haben dir das gezeigt, mach das auch selber. Weil du kannst das, du kannst dir das coolste Auto kaufen oder was auch immer, wenn du nicht bereit bist es zu fahren, dann bringt es dir nichts. Das ist der erste Fall, gerade bei den kleineren Kunden, da gibt es aber auch Kunden, die sagen, hey, ich wachse so schnell, ich kann jetzt kein eigenes E-Commerce Team, also oder Shopify Team aufbauen oder Developer einstellen. Mit denen einigen wir uns dann natürlich da drauf, dass wir auch langfristig mit denen zusammenarbeiten. Da versuchen wir aber schon auch,
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Speaker
eine Basis zu finden, wo wir sagen, okay, bei der Größe, die du hast und da, wo du hingehen willst, dann solltest du so und so viel monatliches Budget für uns einplanen und dann, weil wir müssen ja auch unsere Ressourcen planen und wir wollen nicht so eine klassische überbuchte Agentur sein, wo man Glück haben muss jemanden zu erreichen. Wenn wir die Stunden für dich haben, haben wir die auch und dann gehen wir dir auf den Keks, dass du sie abrufst.
00:14:21
Speaker
und wenn du dann mehr brauchst, dann kannst du vielleicht ein paar Wochen später mehr haben, aber normalerweise sind wir voll und auch diese Art des
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Speaker
Der Kommunikation mit den Kunden ist auch wieder von den PMs. Dass wir denen sagen, okay, pass auf, wir versuchen ja nicht, was zu verkaufen, aber macht den Kunden klar, wenn sie euch nicht Bescheid sagen, dass sie uns brauchen, dann bekommen sie uns auch nicht. Das ist jetzt nicht ASI oder irgendwie eine Verkaufsmasche, sondern es gibt ja auch andere Kunden, die mit uns arbeiten wollen. Und da die Empathie zu erzeugen und es ist auch egal, was für eine Brand jetzt dahinter steckt oder wie auch immer, das ist uns sehr wichtig.
00:14:54
Speaker
Das heißt, auch bei den Kundenprojekten von der Planung zur Umsetzung, Wissensübergabe oder auch beim langfristigen Zusammenarbeiten auch komplette Offenheit, komplette Transparenz. Ich meine, wir sitzen in Bochum hier im Pott. Da lernt man das auch so ein bisschen so, wenn man über Malochartum redet und über Arbeit redet, dann wir sind jetzt nicht die Agentur, mit der du erstmal viermal schick essen gehst, bevor du ein Projekt mit uns machst. Entweder du hast Bock, geile Sachen zu machen und auch schnell anzufangen oder halt nicht.
00:15:23
Speaker
Cool. Du hast eben angesprochen, bei größeren Projekten, die halt schneller skalieren wollen, die haben dann auch Entwicklerteams dabei. Wie siehst du generell, wenn wir Shopify jetzt mal als No-Code-Tool oder Low-Code-Tool betrachten, wie siehst du da das Thema Skalierbarkeit?
00:15:42
Speaker
Ja, da gibt es auch, also ich sag mal, die Entwickler sehen das sicherlich anders als ich. Unsere Herangehensweise oder wie ich da gerne herangehe, ist eigentlich zu sagen, okay, lass uns versuchen, so viel wie möglich über bestehende Tools irgendwie abzuspielen.
00:16:00
Speaker
Und nur wenn nötig, auf Individualentwicklung zurückzugreifen. Was ist das nötig? Also wir versuchen wirklich Business Cases zu rechnen, so nach dem Motto, okay, eine Individualentwicklung kann dir halt 10, 20, 30 Prozent mehr, sagen wir mal, Umsatz irgendwie bringen.
00:16:20
Speaker
Kostet 10.000 Euro, die App-ins zu installieren, kostet 10 Dollar. Wann rechnet sich die individuelle Entwicklung? Und dann kann der Kunde das entscheiden im Endeffekt. Wohl wissend, dass die Welt sich, also sagen wir, der Break-Even ist dann nach drei Jahren, wohl wissend, dass
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Speaker
du in drei Jahren das Tool vielleicht die Individualentwicklung gar nicht mehr gebraucht hast. Da kommt es auch immer auf den Kunden an. Gerade die kleinen wachstumshungrigen Unternehmen, die sind da normalerweise flexibel. Die größeren, die Konzerne, die auch längere, ich sag mal, Cycles irgendwie gewöhnt sind, die greifen dann gerne auf Individualentwicklung zurück. Die Welt ist aber natürlich nicht so schwarz-weiß. Ganz oft ist es so, wir nutzen Shopify als Low-Code-Tool.
00:17:07
Speaker
Aber wenn du, ich sag mal, 10 bis 20 Prozent der Projektzeit in ein bisschen Coding steckst, bisschen CSS, bisschen JavaScript, kannst du einen extremen Mehrwert halt produzieren, der
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Speaker
wofür du dann dir viele Apps auch sparen kannst, weil das ist ja auch ein schönes Marketingversprechen von Shopify, Plug & Play, aber du kannst halt keine 20 Apps im Shop haben, die irgendwas im Frontend rumfummeln, weil dann ist halt auch langsam und doof. Und da eine Balance zu finden ist dann auch, ich sag mal, unsere Aufgabe als Experten, die Auswahl auch zu treffen.
00:17:49
Speaker
Kannst du da, also was so die Skalierung angeht, hast du da irgendwie so ein Extrembeispiel für vielleicht auch, was ihr so in der Erfahrung gemacht habt, was weiß ich, da gibt es jetzt einen Shop, der hat irgendwie eine Million Besucher im Monat und oder habt ihr da
Skalierbarkeit von Shopify und Vorteile für Agenturen
00:18:04
Speaker
irgendwas in der Richtung? Ja, also
00:18:08
Speaker
Wir haben mehrere, also wir haben Kunden aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ich sag mal, was diese Low-Code-Geschichte, die Story, die ich da am liebsten erzähle, ist. Höhle der Löwe stand an, die Ausstrahlung
00:18:24
Speaker
Wir hatten keine Zeit für gar nichts, das heißt im Prinzip haben wir nur ein Standard-Theme genommen, eingerichtet mit den Visuals des Kunden und der hatte auch wirklich gute Texte und dann mit heißer Nadel zusammengestrickt, wirklich ein Standard-Theme, nichts gecoded, gar nichts gemacht und war glaube ich der zweit oder dritt erfolgreichste Höhle der Löwenhändler zum Zeitpunkt der Ausstrahlung sozusagen. Die haben im Tag eine halbe Million gemacht.
00:18:51
Speaker
Einfach so. Ja, nicht mit 50.000 Euro invest in den Shop oder was auch immer, einfach nur mit dem Standard-Team, cooles Produkt, coole Beschreibung, cooler Auftritt. Perfekt. Und das ist, dass die Kosten, die Technologiekosten so losgelöst sind von den Mehrwerten oder Umsätzen, die du produzieren kannst, das ist das Besondere für mich an dieser Low-Code-Welt im Endeffekt. Nein, dass das erst mal nichts miteinander zu tun haben muss.
00:19:17
Speaker
Du hast natürlich auch so Skaleneffekte. Shopify ist ja ein anderes Beispiel. Gießwein. Die machen jetzt schon seit fast über einem Jahr, glaube ich, Werbung auf dem ersten. Also auch teilweise kurz vor der Tagesschau und sowas. Also wirklich Primetime. Und da zuckt Shopify nicht. Also was jetzt die Server-Performance oder was auch immer angeht, das interessiert die überhaupt nicht. Die zucken eigentlich noch nicht mal, wenn Kanye West einen Product Drop macht.
00:19:48
Speaker
Black Friday ist glaube ich der einzige Tag, wo die Ingenieure bei denen wirklich ins Schwitzen so ein bisschen kommen, aber dann ist ja die gesamte Welt, der gesamte Welt Traffic sozusagen sehr sehr hoch. Das heißt skalieren tut es
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Speaker
für unsere Zwecke, für unsere Kunden unendlich im Endeffekt und darüber machen wir uns nie Gedanken. Das eliminiert extrem viel Komplexität für uns als Agentur, weil diese ganze IT-Sicherheit und Hosting-Performance, das sind ja theoretisch Sachen, die super teuer und aufwendig sind zu machen aus den Ressourcen, die du dafür einstellen musst.
00:20:25
Speaker
haben wir gar nichts mit zu tun. Also ich meine, das ist das Coole, das schlecht ist. Für uns ist natürlich nicht trivial, monatliche Abrechnungsmodelle irgendwie mit unseren Kunden zu machen, weil das hat ja Shopify schon. Shopify nimmt ja die ganze Kohle fürs Hosting und für die IT-Sicherheit, wo du als Agentur dir normalerweise auch einen schönen Markt irgendwie nebenbei verdienen kannst. Aber ja, das ist halt der Deal. Wie viele Kundenprojekte habt ihr so oder Online-Shops habt ihr über die Zeit so gebaut, seitdem ihr existiert? So grob über einen Daumen.
00:20:56
Speaker
Also wir schreiben auf unserer Webseite, wir haben 500 und mehr Projekte rund um Shopify gemacht und das ist auch so. Ich habe letztes Jahr gezählt. In unserem Ressourcenplanungstool haben wir letztes Jahr 207 Projekte angelegt. Das klingt so, wie soll das gehen? Wir haben natürlich auch viele Einzelprojekte, also mehrere Projekte für allen Kunden, dann Shop in Shop da. Allerdings ist es schon so, dass wir
00:21:25
Speaker
Ich sag mal, teilweise Projekte machen die, die dauern 20, 30, 40 Stunden oder sowas und durch dieses, weil wir die dann auch wirklich abschließen, können wir das auch wirklich tun. Und das ist halt das Besondere an Shopify, aber vielleicht auch an dem, wie wir das machen, weil die meisten Agenturen gravitieren ja dann mehr so Richtung, ich mach immer größere und krassere Projekte. Wir versuchen eigentlich so viele kleine, strukturierte Projekte zu machen wie möglich, weil
00:21:53
Speaker
Das hebt uns ab, einerseits und andererseits. Macht uns das auch Spaß, weil die großen Projekte, so ein 50k, 100k Projekt, das machst du auch nicht mit Low-Code und Low-Code, das läuft dann nicht.
00:22:08
Speaker
Also seid ja auch gerne Bastler, also Bastler im positivsten Sinne mit Tools verbinden und so. Ja, auf jeden Fall, auf jeden Fall. Musst du dann ja auch irgendwo sein und wenn du das Wissen einmal aufbaust, das ist ja das Coole, dann kannst du das ja auch immer wieder anwenden.
00:22:31
Speaker
Der Pain, den die meisten Agenturen in unserem Bereich haben, Entwickler zu finden, klar haben wir den auch, aber nur ein Drittel unserer Leute sind Entwickler und nicht zwei Drittel oder mehr, wie es üblich ist. Und ein Drittel der Leute sind halt Projektmanager slash Shopify-Experten. Ihr würdet jetzt wahrscheinlich sagen, Low oder wie heißt das? Low Coder? Low Coder? Vielleicht, ja. Low Code Entwickler?
00:22:59
Speaker
im Endeffekt und da ist ja das witzige, genau jeder der so ein bisschen Bock hat auf basteln und keine Angst hat zu klicken kann das lernen in einer überschaubaren Zeit im Gegensatz dazu also im Gegensatz zu einem ich sag mal annehmbarer Entwickler zu werden was ja dann schon ein bisschen Zeit braucht und auch noch mehr Schmerz Wachstumsschmerz
00:23:22
Speaker
Oh ja, du hast deinen Semicolon vergessen und du suchst drei Tage danach. Genau. Ja, tschüss. Bei einer App schreibst du im Zweifel den Support an und lässt dir helfen.
00:23:33
Speaker
Ja, oder du findest den Fehler ja auch schnell. Also da wird ja oft angezeigt, wo der Fehler sich jetzt befindet. Wie lange dauert denn so, kannst du ungefähr sagen, wie lange es so dauert im Schnitt, so ein Shopify-Projekt aufzusetzen? Wie lange dauert es, so ein Shopify-Projekt aufzusetzen? Man muss vielleicht unterscheiden. Sagen wir mal jetzt wirklich so ein, jetzt vielleicht das falsche Wort, aber 0815-Shop, also ein ganz normaler irgendwie Standard-Shop. Du hast deine drei Produkte und
00:24:00
Speaker
Wie das Hülle der Löwen Beispiel? Das Hülle der Löwen Beispiel. Also die technische Umsetzung.
00:24:09
Speaker
Ohne Wissenstransfer, ohne alles, dauert 10 bis 20 Stunden. Sehr ordentlich. Du kannst natürlich auch da hinrotzen in zwei, drei Stunden, das geht auch. Wir haben da unsere Checkliste und dann ist das schon okay, du machst noch ein, zwei Apps irgendwie. Das, was eigentlich am längsten dauert, sind also auch das mit dem Wissenstransfer, das wäre die zweite Komponente,
00:24:31
Speaker
kriegen wir auch relativ zügig inzwischen hin, weil wir das auch sehr strukturiert machen. Das was eigentlich am längsten dauert ist die Inhalte vorzubereiten, einzufügen, weil das unterschätzen die meisten unterschätzen das was es bedeutet eine gute Produktbeschreibung zu schreiben, ein gutes Visual zu erstellen, weil Kreativität passiert halt nicht unbedingt auf Knopfdruck. Also das ist halt dann so und das ist eigentlich das warum unsere Projekte
00:25:01
Speaker
im Durchschnitt dann eher vier bis acht Wochen dauern, statt, ich sag mal, wir bräuchten eine bis zwei Wochen. Aber du musst den Kunden auch erlauben, diese zu sehen, ah, jetzt fehlt mir hier ein Bild und dann zu den Fotografen zu gehen oder zu den Kreativen und das zu machen. Aber der technische Aspekt von so einem Projekt ist
00:25:23
Speaker
sehr gering und es war auch eine lange Reise als Agentur, diese nicht technischen Aspekte auch zahlen zu lassen, weil das ist halt auch eine sehr, sehr wichtige Leistung und am Anfang denkst du ja, okay, jetzt für so eine App einrichten, da kann ich ja nicht wirklich Geld nehmen, bis du dann realisierst, die Kunden kriegen es alleine halt einfach nicht hin und sie wollen es auch alleine nicht hinbekommen.
00:25:42
Speaker
Ich vergleiche das immer so ein bisschen mit dem Personal Trainer. Der gibt dir auch nichts, was du nicht vorher schon wusstest eigentlich. Du musst dich gesund ernähren und halt regelmäßig trainieren und klar, die Art der Übung, die macht vielleicht noch mal so zwei, drei Prozent irgendwie aus, aber im Endeffekt geht es um Disziplin. Und geht es darum, fokussiert eine Sache durchzuziehen und das tun wir halt auch für unsere Kunden, dass wir die so ein bisschen an die Hand nehmen.
00:26:09
Speaker
Shopify ist ja ein sehr beliebtes E-Commerce-Tool, vielleicht auch das meistgenutzte, ich weiß nicht ganz genau. Aber was sind denn so die Vorteile gegenüber anderen Anbietern? Es gibt ja noch einige mehr am Markt. Warum ist Shopify gerade so das beliebteste Tool? Also die anderen Anbieter, die es so gibt, sind ja eigentlich
00:26:31
Speaker
die großen Konkurrenten sind ja mehr so aus der Hosted Welt gekommen, also ob es jetzt Magento oder auch WooCommerce, ich meine da hast du einen Wordpress-Aufsatz, da gibt es natürlich auch richtig viele darauf schwören. Shopify waren halt einfach die ersten, die dieses Cloud-mäßige ohne Hosting, ohne diesen Kopfschmerz, ohne
00:26:50
Speaker
Dates, die du selber machen musst, durchgezogen haben. Und ich meine, wir alle wissen, das Internet fördert Monopole. Der, der als erstes da ist, Netzwerkeffekt, der, der am schnellsten irgendwie ist, der kann dann auch langfristig am besten wachsen. Und das merkst du halt jetzt schon. Shopify ist halt das System, was mit den meisten anderen Systemen irgendwie integriert ist. Jedes neue System, was dazu kommt, geht auch als erstes auf Shopify. Also dieser Effekt ist jetzt schon da und der wird sich über die Zeit nur
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Speaker
vergrößern sozusagen. Das ist halt ein kompetitiver Vorteil ist im Prinzip auf Shopify zu setzen. Und ganz nebenbei sind sie nicht nur groß, sondern die machen auch wirklich einen eigentlichen ganz guten Job. Ich meine, man sieht es echt viel auch, dass Leute jetzt auch ohne Agenturen tolle Shops bauen.
00:27:40
Speaker
Und ich meine das shop bauen wir wir e-commerce agenturen tun immer so als wäre das eigentlich der der heilige grail der heilige grail ist marketing. Bei allem was du im internet machst das tool was du hast das kann oder dass das das das produkt was du anbietest das kann.
00:27:56
Speaker
so oder so sein, aber du musst halt die Leute finden, die das halt kaufen wollen. Und ich sag mal, Shopify minimiert den Hassle, den du hast, den Shop aufzubauen, sodass du maximal viele Ressourcen in die Vermarktung, in den Vertrieb, in den Kundenservice und so was stecken kannst. Das haben wir halt
00:28:14
Speaker
gecheckt und so bauen die auch ihre Plattform auf. Die warten auch nicht mit dem Release eines Features, bis es halt perfekt ist. Sie bringen halt ein Feature raus und das ist, also jetzt aus deutscher Brille auch oft, du denkst dir so, das ist so frech, das so rauszubringen, aber es hilft dann halt 80 Prozent der Leuten bei 80 Prozent ihrer Anforderungen und dann ist es ja auch, und bei eine Million Shops wahrscheinlich schon mehr, ist das natürlich auch immer einen riesen Impact dann direkt.
00:28:40
Speaker
Super interessant. Und ich finde auch, das ist generell die Power von No-Code, von No-Code und Low-Code, dass sie dir halt das Technische abnehmen, weil meistens musst du ja das Technische oder gerade das Technische nicht komplett neu erfinden, sondern du hast dann halt Zeit, Arbeit da reinzustecken, was halt dann wirklich zählt für dein jeweilsiges Produkt wie Marketing, Vertrieb.
00:29:02
Speaker
Kreativität und auch wirklich Abendprodukt selber zu bauen. Genau, deshalb würde ich auch sagen, also ich glaube,
Ideale Anwendungsfälle für Shopify
00:29:09
Speaker
bei vielen ist Shopify noch nicht so als No-Code-Tool angekommen. Ich hatte das zum Beispiel auch, wie du am Anfang gesagt hast, dieses ich habe am Anfang mit Zapier war mein Tool. Ich komme eher aus der Automatisierung und wusste nicht, dass das No-Code ist und das im Prinzip. Aber alles, was klickbar ist, womit du dir in gewisser Weise deine eigene Software zusammenstellen kannst auf Basis von Templates,
00:29:32
Speaker
ist eben No-Code und das ist ja die ganze die ganze Power davon. Würdest du sagen es gibt bestimmte Produkte für die sich Spotify besonders eignet oder würdest du sagen E-Commerce, Shopify?
00:29:51
Speaker
Also vielleicht, wo du das jetzt auch sagst, alles was template ist, vergleich mal Shopify mit Wix oder auch SquareSpace oder sowas, die natürlich richtig coole visuelle Tools sind, aber E-Commerce oder Handel ist im Endeffekt ein
00:30:07
Speaker
maximal prozessgetriebenes Thema. Also diese ganzen transnationalen Sachen, die Logistik, die dahinter hängt und so weiter und so fort. Und da hast du mit Shopify schon echt viele Tools im Prinzip eingebaut oder Tools, die du connecten kannst. Vielleicht das noch einfach zu erwähnen, wie sich das abgrenzt gegen andere Low-Code-Template-Bilder im Endeffekt. Und dann auf deine Frage zu kommen,
00:30:37
Speaker
den größten Impact hat Shopify auf jeden Fall für Direct-to-Consumer-Brands. Also D2C ist auch vielleicht gerade so ein Buzzword. Das bedeutet, dass du früher, wenn du ein Produkt hattest, musstest du halt in den Einzelhandel. Das heißt, du hast jetzt eine
00:30:53
Speaker
neuartigen Schuh entworfen und wenn du dann halt nicht bei, ich kenne jetzt keine großen Schuhketten, aber sagen wir mal bei Karstadt, Deichmann, Vosswinkel oder wie sie heißen, nicht da auf den Flächen gelandet bist, dann hast du halt nichts verkauft und heutzutage durchs Internet, direct to consumer, entweder über Marketplaces oder über deinen eigenen Onlineshop, willst du halt dein Produkt, was du erfunden hast, vermarkten und verkaufen
00:31:14
Speaker
Und für solche Brands ist Shopify halt Faust aufs Auge im Endeffekt. Aber für verdammt viele andere Anwendungsmöglichkeiten im E-Commerce auch. Ich würde das eher Blacklisten statt Whitelisten, also was was über Shopify vielleicht
00:31:35
Speaker
im Moment zumindest noch nicht so perfekt funktioniert ist, du bist jetzt irgendwie Mittelständler, der 1000 verschiedene Kunden hat, 100.000 verschiedene Schrauben verkauft und jeder Kunde hat für sich jede Schraube einen eigenen Preis und du brauchst eigentlich ein B2B Tool oder einen digitalisierten B2B Vertrieb eigentlich.
00:31:58
Speaker
Da versuchen viele Leute Shopify dann auch rein zu drängen. Das passt dann auch nicht unbedingt so gut oder halt vieles, was du generell versuchst, auch Richtung Internet of Things und generell zu
00:32:17
Speaker
Handel oder Transaktion zu digitalisieren. Das kannst du mit Shopify auch machen, dann bist du aber nicht mehr im Low-Code-Bereich unterwegs, sondern dann bist du halt in der API-Economy, sag ich mal, und dann benutzt du Shopify als Headless-Lösung. Das ist so, wenn man so will, das Gegenteil von Low-Code dann, weil da ist halt Code, also nur Code, wenn du so willst erst mal. Aber ja, also D2C-Brands, aber E-Commerce im Allgemeinen würde ich eigentlich so gut wie keine Einschränkungen
Pandemie und E-Commerce-Wachstum in Deutschland
00:32:48
Speaker
wofür du Shopify benutzen kannst. Wie hat sich das letzte Jahr für euch ausgewirkt? Also mit Corona und also E-Commerce hat ja große Wellen geschlagen. Genau, wie war das für euch?
00:33:04
Speaker
Also es war noch mal so ein Flaschenöffner tatsächlich letztes Jahr. Deutschland halt notorisch konservativ was Digitalisierung angeht und gerade halt große Projekte, große Budgets, wo wir mit Kunden mal vor zwei, drei, vier Jahren gesprochen haben, die sind dann um die Ecke gekommen und haben gesagt, hier ist egal, ist egal wie, was einfach machen, morgen am besten. Und das war natürlich ein
00:33:31
Speaker
eine Eyeopener auch für uns. Und wo jetzt wir auch sagen, okay, da wurde eine Entwicklung jetzt losgetreten, oder eine Geschwindigkeit aufgenommen, ein Momentum aufgenommen, das halt irgendwie gefehlt hat bis jetzt. Und jetzt fühlen wir uns hier als Anbieter eigentlich sehr, sehr wohl, weil du kannst dich kaum retten. Ich glaube, 2018 war das bei einer Shopify-Veranstaltung gesprochen.
00:33:57
Speaker
Und da war die Statistik, dass 58% aller deutschen Händler noch keinen Umsatz digital gemacht haben. 58%, das war 2018, das wird jetzt ganz anders sein, aber wir sind Deutschland, wir sind, weiß nicht, auf jeden Fall in den Top 10, vielleicht sogar Top 5 der Ökonomie in dieser Welt, also da geht noch so viel. Und das hat das letzte Jahr definitiv gezeigt, ja und wie gesagt, Bottle Opener für größere Projekte oder
00:34:28
Speaker
Unternehmungen, denen es eigentlich ganz
Shopifys Datenschutz und europäische Konkurrenz
00:34:30
Speaker
gut ging, die nicht so richtig eingesehen haben, warum sie jetzt mal ein bisschen Geld in die Hand für Digitalisierung nehmen sollten und dann plötzlich war es das einzige, was auf der Platte war und dann haben sie das halt auch gemacht und die kommen jetzt nicht hinterher, die Leute auszubilden und Leute einzustellen, die diese Themen dann bei sich intern auch betreuen können, weil du
00:34:50
Speaker
Weil wir Agenturen können auch nur so schnell wachsen und wir können nicht dein ganzes E-Commerce Team ersetzen. Vielleicht wollen das manche Agenturen, gibt es auch Geschäftsmodelle, die in die Richtung gehen, aber die meisten haben eher Inselbegabung und sind jetzt nicht deine Generaldienstleister.
00:35:10
Speaker
Krass, 58 Prozent. Da merkt man immer wieder, dass man in einer Bubble lebt. Ja. Echt krass, obwohl du eben sagtest, vor fünf Jahren ist Shopify gekommen. Da ging die Welle los. Fünf Jahre, das ist wirklich nicht lang. Echt krass.
00:35:27
Speaker
Ja, also in Deutschland, also in den USA und so. Und das ist auch vielleicht jeder, der sich jetzt mit Shopify auseinandersetzt. Schaut, was ist in den UK, was ist in den USA passiert. Minus zwei Jahre und das wird bei uns passieren. Das ist echt easy. Ja. Und dann wirst du hier auch immer noch so ein bisschen ausgebremst wegen der ganzen Datenschutz-Thematik, was da sicherlich auch bei Shopify ein Thema ist.
00:35:48
Speaker
Ich weiß nicht, kannst du da vielleicht ein paar Aussagen zu machen, wie sich das bei euch auch verhält? Kein Kommentar, nein, kann ich machen. Ja, wie verhält sich das bei uns? Also Shopify ist natürlich committed für die EU und hier auch einen Service anzubieten, der funktioniert. Zum Glück ist jetzt Kalifornien letztes oder vorletztes Jahr auch mit sehr starken Datenschutzregeln nachgezogen, die im Prinzip GDPR ähnlich sind.
00:36:18
Speaker
Das heißt, wenn so Leute wie Shopify aber auch die ganzen anderen großen Internetkonzerne vorangehen, hat das natürlich eine große Strahlkraft. Das große, große, große Thema müssen Server in die EU stehen. Nach der Interpretation von Shopify und ganz vielen anderen müssen sie es nicht. Das müssen dann halt nur, wenn du sie überträgst, gewisse Richtlinien eingehalten werden.
00:36:44
Speaker
Und das ist im Prinzip das, was wir sagen, das ist das, was die Anwälte dann erzählen und im Endeffekt sagen wir unseren Kunden, hey, ihr müsst das aber selber einschätzen. Wenn ihr jetzt sagt, das ist euch ein zu großes Risiko, dann macht das nicht, aber dann seid euch auch bewusst, dass ihr wahrscheinlich nicht, also dass auch euer Marketing, sprich Google Ads, Facebook Ads, TikTok oder was auch immer ihr alles nutzen wollt, das könnt
00:37:10
Speaker
Das klappt dann halt auch nicht. Entweder du gehst halt da rein in diese Welt oder nicht und irgendwie nachvollziehbar dir Gedanken darüber machen, als Unternehmen hier, wie du Datenschutzstandards irgendwie einhältst und da bietet Shopify und auch die ganzen angeschlossenen Tools schon Möglichkeiten. Die sind zertifiziert durch eine Händelabo und durch Trusted Shops und ja, da versucht der Markt sich schon irgendwie gegenseitig zu stützen, sag ich mal.
00:37:33
Speaker
Gibt es da vielleicht auch eine europäische Lösung, die Shopify da gefährlich werden könnte oder siehst du Potenzial für eine Lösung, die da aufkommen könnte?
00:37:47
Speaker
Nein, also es kommt ja wieder dahin, dass du einen Anbieter wird sich durchsetzen wahrscheinlich bei dieser Sache und den Rest schlucken. Nichtsdestotrotz wird es in der Nische
Nischenlösungen im E-Commerce und Marktdynamik
00:37:59
Speaker
oder wird es auch temporär sicherlich Leute geben oder Unternehmen geben, die da Konkurrenz machen. Ich denke jetzt gerade in Deutschland ist da Shopware zu erwähnen, die eine Shopplattform auch anbieten, aber die halt
00:38:16
Speaker
Ich sag mal, nicht so sehr Richtung Low-Code und No-Code gehen, deswegen halt nicht so eine Breite ansprechen werden, sondern eher Agenturen oder technische Dienstleister oder technische Teams. Aber das ist definitiv zu erwähnen. Das muss ich sagen, jetzt Richtung Low-Code und No-Code sind mir jetzt keine europäischen Anmieter bewusst, die sich jetzt hier, also korrigiert mich gerne, die sich jetzt hier hervortun. Ich meine, Wix ist sehr international, Squarespace ist glaube ich UK oder auch USA.
00:38:47
Speaker
Magento und sowas, das ist alles hosted. Ich sehe da keinen am Horizont, sagen wir mal so. Alex, du hattest gestern noch einen aus Berlin. Gambio, genau. Gambio, genau. Und GetPacked kenne ich noch, aber das sind, also GetPacked ist auf jeden Fall eine sehr spitze Lösung für lokalen Einzelhandel, die auch eher auf
00:39:09
Speaker
Das hatte ich mit Metzgereien und Hofläden und sowas gehen. Ich weiß nicht genau, was Gamiyo macht. Ich stelle auch ein gehostetes Shop-System zur Verfügung. Kannst du im Prinzip ähnlich nutzen wie Shopify. Gibt es aber glaube ich keinen App-Store oder sowas, wo du dann Drittanbieterlösungen implementieren kannst. Und ich weiß aber nicht genau, wie so die Integrationsmöglichkeiten sind.
00:39:33
Speaker
Genau, also Gambio ist halt auch was, was früher halt viel, viel genutzt wurde. Das ist im Prinzip so, man muss sich das vorstellen. Shopify oder auch andere Systeme mit Marketplaces und so, das ist, das sind halt Smartphones, wie wir sie kennen, mit App Store und diese ganzen anderen Systeme sind halt, stelle dir vor, du hast ein Smartphone ohne App Store, so ist das dann. Du kannst natürlich selber dir deine Apps bauen oder irgendwie da rein hacken, aber dann sind wir wieder in technischen Komplexität. Vielleicht so zu Spitzenlösungen nochmal zu erwähnen, sowas wie Get Packed.
00:40:04
Speaker
die haben definitiv ihre Daseinsberechtigung und ich sag mal je plug and playiger es wird für einen bestimmten Fall desto cooler ist das ja und das sollte man glaube ich auch auch mitnehmen jetzt wenn ich jetzt Metzger bin und ich höre das jetzt würde ich jetzt nicht okay der Rosenblatt hat gesagt man muss eigentlich Shopify benutzen wenn du wirklich in zwei Stunden mit deinem Get Packed Shop online gehen kannst bei Shopify aber erstmal
00:40:28
Speaker
Keine Ahnung, dass das komplexer ist für dich. Mach erst mal die kleinere Lösung. Umziehen kannst du immer noch, wenn du dann halt über das digitale Geld verdienst und im Zweifel wird dann Get Packed eh gekauft von irgendwem, der dann halt größer ist. Also so
Zukunftspläne und Wissenstransfer
00:40:46
Speaker
laufen diese Dinge dann ja, der dann halt größer ist und dann läuft das. Aber wenn ich wirklich eine nischige Lösung, ein cooles Produkt irgendwie finde für das, was ich wirklich jetzt brauche,
00:40:56
Speaker
würde ich das auch immer erstmal nehmen.
00:40:59
Speaker
Wie sind denn eure Pläne für das nächste Jahr? Du hast eben schon gesagt, ihr wollt so bei den 30 Mitarbeitern bleiben. Ihr lauft da jetzt ganz gut. Wie sieht euer nächstes Jahr aus? Oder also dieses Jahr, es hat schon angefangen. Es hat schon angefangen. Also was wir noch mehr machen wollen, ist uns wirklich auf die Zukunft vorzubereiten. Die Shopify und halt Tools in diese Richtung halt auch für Agenturen.
00:41:28
Speaker
bedeuten. Ja, also das ist so ein bisschen, glaube ich, dass etwas passiert wie mit Amazon in den Händlern. Du kannst nicht ohne, mit ist aber halt auch irgendwie schwer. Die werden halt, also Shopify wird sein Produkt eiskalt weiterentwickeln und da muss man gucken, wo man bleibt. Und das so ein bisschen zu antizipieren, sich zu überlegen, was macht für die Sinn und unsere Dienstleistung auch drum herum aufzubauen. Wie gesagt, Wissenstransfer, Projektplanung, Fokusförderung, solche Sachen noch mehr auszubauen, diesen
00:41:59
Speaker
während man gleichzeitig natürlich aber auch up to date bleibt, weil so ein Produkt ist ja auch nicht statisch, so ist wie Shopify durch die ganzen Apps herum, da musst du ja auch immer up to date bleiben. Das heißt, organisationsstrukturell einfach diese Langfristigkeit aufzubauen, weil wachsen ist oft einfacher als zu konsolidieren eigentlich, weil dann jetzt musst du in der Tiefe wachsen, Wissenstransfer betreiben und so was, das sind halt Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen.
00:42:27
Speaker
Auf der einen Seite, auf der anderen Seite haben wir auch ein paar Apps im App Store von Shopify, die wir selber gebaut haben und dort vermarkten und da werden wir wahrscheinlich auch noch weitere bauen und auch ausbauen, weil das ist auch für jeden, der zuhört. Mein Appsteam-Lied, der wird mich jetzt verfluchen, aber auf jeden Fall eine Opportunity, die sich auch lohnt, sich anzuschauen, wenn man sich überlegt als Def oder auch als kleines Team, womit möchte ich denn jetzt gerade Geld verdienen?
00:42:55
Speaker
Megacool. Wo kann man euch denn finden? Wenn man jetzt entweder als Shop oder eben als Def.
00:43:05
Speaker
Yeshop-Guide.de ist unsere Adresse damals. Man muss es falsch schreiben im Endeffekt. Eshop-Guide.de, das wir haben aber schon alle möglichen Schreibweisen gesehen. Ansonsten, man findet mich auf LinkedIn, Patrick Rosenblatt. Es gibt eine große Facebook-Community, die wir betreuen. Jetzt nicht komm da rein und werd reich, sondern von Shopify-Händler für Shopify-Händler so ein bisschen.
00:43:29
Speaker
Shopify Deutschland, Österreich, Schweiz heißt die. Also wenn du Shopify suchst und die Gruppe findest, ist die größte Gruppe und da einfach reinkommen, wenn man sich interessiert. Genau, das sind so die Sachen und schreibt uns gerne, aber vielleicht auch für alle Shopify-Händler oder auch Leute, auch jetzt Leute, die irgendwie Entwickler sind und Geld damit verdienen wollen.
00:43:52
Speaker
engagiert euch in der community das ist mega mega hilfreich man wächst daran krass und
00:44:02
Speaker
Also Shopify plant gerade, die sind gerade so drauf, die sagen eine Million Shops ist schön und gut, wir wollen 50 Millionen. Ich guck euch den Aktienpreis an, die Welt scheint zu denken, dass sie das hinbekommen werden. Das heißt der Markt, den wir jetzt gerade schon als groß wahrnehmen, der wird nochmal 50 mal größer. Das heißt wenn ihr denkt, boah die Community ist doch schon voll groß und das lohnt sich doch jetzt für mich überhaupt nicht mehr.
00:44:22
Speaker
Ne, ne, das sind glaube ich gerade immer noch die Anfänge. Das heißt, kommt rein, wenn ihr irgendwas braucht, schreibt uns oder mich an. Wir haben da auch Bock, so ein bisschen Katalysator zu sein für alles, was so passiert. Freuen wir uns sehr und ich meine dieser Podcast oder auch was ihr macht, das ist ja jetzt auch was, was jetzt nicht irgendwie Shopify spezifisch ist, aber was so diese Revolution vielleicht schon in der IT gerade
00:44:50
Speaker
auch vorantreibt oder daraus entstanden ist und dann weiter vorantreibt und deswegen finde ich das mega cool hier auch mit euch darüber zu sprechen und da auch up to date zu bleiben, weil das ist die Zukunft, das ist viel eher die Zukunft als irgendwelche hochkomplexen IT-Projekte mit ganz viel Informationsasymmetrie, wo nur der eine Entwickler wusste wie das geht. Das wird immer transparenter und demokratischer, hoffe ich.
00:45:16
Speaker
Definitiv, dahin wird's gehen, ja. Gerade weil so viele Stellen gesucht werden, so wenig Personal dafür vorhanden ist und dementsprechend muss man die Ressourcen einfach mehr Leuten zugänglich machen. Und womit geht's einfacher als mit No-Code-Anwendung.
Abschluss und Zukunftsausblick im E-Commerce
00:45:29
Speaker
Genau, und man muss halt einfach nicht jedes Mal alles neu erfinden, weil die Technik ist ja da. Also ja, definitiv, wenn ich das vielleicht nochmal so auch raushauen darf, so ein anekdotischer subjektiver Blick, das ist wirklich
00:45:46
Speaker
Liebe zentraleuropäer, lasst euch das auf eine Zunge zergehen. Man muss nicht alles neu erfinden. Es kommt nicht auf das letzte Detail an. Pareto Prinzip 80, 20, 20% der Features, geben euch 80% des Umsatzes. Und machen ist immer besser als planen und und und. Ich kann jetzt doch ganz viele phrasenschweinmäßige Sachen hier raushauen, aber es ist halt wirklich so. Wir sehen das an unseren Händlern. Wir sehen das an
00:46:12
Speaker
an vielen Stellen und dass die Geschwindigkeit des Momentums oder die Rate des Momentums ist langfristig, wird entscheidend dafür sein, wer überlebt und nicht der, der die, ich sag mal jetzt nach puristischen Maßstäben die beste Lösung baut, sondern der, der einfach am schnellsten eine hinstellt und sie dann am verlässlichsten optimiert. Das ist da jetzt eher der Deal. Und am sinnvollsten vermarktet und am nachhaltigsten.
00:46:42
Speaker
Ja bitte. Auf jeden Fall.
00:46:46
Speaker
Patrick, das war mega, mega schön und super interessant, dass du bei uns warst. Vielen, vielen Dank. Und ich würde sagen, auf eine gemeinsame Zukunft. Ja, danke, danke, dass ich hier sein durfte. Das ist wirklich sehr spannend und sehr interessant. Es ist mal schön, auch so ein bisschen aus der Shopify-Bubble rauszukommen und nochmal das größere Ganze zu sehen und auf die gemeinsame Zukunft. Definitiv, da freue ich mich auch.
00:47:14
Speaker
Sehr cool, auch von mir nochmal. Vielen, vielen Dank für deine Zeit. Und deine Insights waren mega spannend. Und ich freue mich auf mehr in Zukunft. Danke dir. Danke euch. Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann freuen wir uns, wenn du in der Apple Podcast App eine Bewertung für uns hinterlässt. Das hilft uns, in Zukunft besser gefunden zu werden. Und wenn du mehr über No-Code erfahren willst, dann schau doch gerne mal auf unserer Website vorbei visualmakers.de. Ansonsten freuen wir uns, wenn du auch in der nächsten Folge wieder dabei bist. Bis zum nächsten Mal.