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SplitterCast 15 - Ingo Römling

S1 E15 · Splittercast
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104 Plays4 years ago
Von viktorianischer Mystery zum Krieg der Sterne und weiter zur Suche nach den Chroniken des Universums: Wenige deutsche Comiczeichner sind inernational so erfolgreich wie Ingo Römling. Im SplitterCast spricht der sympathische Wahlberliner über seinen Weg auf den französischen Comicmarkt und das Zeichnen nach Excel-Tabellen. Außerdem geht es um die Arbeit an Star Wars und seine geheimen Design-Datenbanken, von denen das Imperium nie erfahren darf. Also Psst! und gleich reinhören.

Ingo Römling gibt's auf Instagram: https://www.instagram.com/ingoroemling/
Twitter: https://twitter.com/ingoroemling
Facebook: https://www.facebook.com/ingoroemling.art/

und Tumblr: https://ingoroemling.tumblr.com/
Leseproben von Die Chroniken des Universums: https://www.splitter-verlag.de/chroniken-des-universums-1-sternenstrudel.html

und von Malcolm Max: https://www.splitter-verlag.de/malcolm-max-bd-1-body-snatchers.html
Und uns, den Splitter Verlag, findet ihr hier: www.splitter-verlag.de
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Transcript

Einführung und Vorstellung des Gastes

00:00:05
Speaker
Hallo und herzlich willkommen beim Splittercast, dem Podcast von und mit dem Splitter Verlag, dem besten Comic-Verlag Bielefelds. Heute in Folge 15 habe ich Ingo Röhmling zu Gast. Ingo Röhmling ist Comic-Zeichner und hat bei uns gerade frisch die Chroniken des Universums veröffentlicht. Und darüber wollen wir auch größtenteils sprechen.
00:00:27
Speaker
Außerdem geht es um Malcolm X, um seine Arbeitsweise, um seinen Zugang zum frankobelgischen Comic-Markt und um so einige andere Themen. Es ist nämlich ein recht ausuferndes Gespräch geworden, aber wie ich finde auch ein sehr schönes und sehr, sehr unterhaltsames.
00:00:44
Speaker
Schreibt uns gerne, was ihr davon haltet, an info at splitter-verlag.de oder auf den sozialen Medien at splitter-Verlag. Ich freue mich auf Feedback, Kommentare, Anregungen und natürlich über Abos.

Aktuelles Projekt: Chroniken des Universums

00:00:56
Speaker
Und jetzt viel Spaß mit der Folge.
00:00:59
Speaker
Hallo lieber Ingo und erstmal vielen Dank, dass du dabei bist und die Zeit nimmst. Geht's dir gut soweit? Mir geht's gut. Hallo lieber Max. Ja, gerne. Ich hab mich sehr gefreut und ich freue mich auch hier zu sein. Mir geht's gut.
00:01:15
Speaker
Prima, das freut mich, mir auch. Ich bin mir auch sicher, dass viele unserer Zuhörerinnen und Zuhörer sich freuen, dass du da bist. Und ich dachte, wir fangen einfach mal antichronologisch an. Es gibt ja einiges, womit man ...
00:01:30
Speaker
Worüber man mit dir so sprechen kann. Antichronologisch, ja. Äh, sprich mit deinem jüngsten Projekt, mit dem, wo du grade dran arbeitest. Und was jetzt grade auch frisch bei uns erschienen ist, wenn diese Folge online geht, nämlich die Chroniken des Universums. Franco-Belgische Science-Fiction-Alben-Reihe. Kannst du mal in, damit ich's nicht machen muss, in ein paar Sätzen zusammenfassen, worum es da drin geht. So.
00:01:57
Speaker
Also ja, kann ich gerne machen. Das Ganze ist angelegt schon ein bisschen epischer, wobei es Einzelepisoden innerhalb eines Universums geben wird. Also das ist schon so ein bisschen gedacht wie Star Trek.
00:02:15
Speaker
irgendwie ein Zeit-Setting, also es findet in der fernen Zukunft statt und du hast Charaktere und die erleben jetzt Abenteuer. Diese Abenteuer sind voneinander getrennt, also die kann man einzeln lesen und sind halt kleine abgeschlossene Geschichten. Es gibt aber ein übergreifendes Element und das sind diese Chroniken des Universums.
00:02:41
Speaker
Ja, also man kann kurz geschildert, es ist ein bisschen wie in Star Trek, also die Menschheit ist in der fernen Zukunft und wir haben bereits Kontakt aufgenommen zu vielen verschiedenen außerirdischen Zivilisationen. Haben wir uns auch mit ein paar von denen, also zumindest im ersten Band zu der Hauptcrew gehört ja auch ein Alien mindestens. Ein Alien, genau. Nicht alle feindselig.
00:03:06
Speaker
Nein, die sind nicht alle feindsächlich und das ist nämlich auch so ein Element, das in der Geschichte oder der Erzählung von diesen Chroniken des Universums ein bisschen eine Rolle spielt, weil die Menschheit
00:03:21
Speaker
eine versteckte Existenz führt. Die Position der Erde wird bewusst geheim gehalten und die Menschheit ist ein bisschen vorsichtig in der Kontaktaufnahme mit Alien-Zivilisationen, weil
00:03:38
Speaker
natürlich im Vorfeld so ein bisschen geklärt werden muss, wir sind nie drauf. Also es ist nicht ganz so wie in Star Trek, dass halt eben grundsätzlich die Feinde in der Minderzahl sind und die meisten eigentlich eher freundlich und fortschrittlich und aufgeschlossen sind. Also die Föderation bei Star Trek ist ja so, alle verstehen sich erstmal. Also wir haben so einen gemeinsamen Nenner und wir können miteinander reden und jetzt bei den Chroniken des Universums ist das Modell so ein bisschen, das Denkmodell ein bisschen so,
00:04:06
Speaker
Dass man es halt nicht weiß. Kommt man überhaupt miteinander klar? Kann man miteinander überhaupt kommunizieren? Und wenn ja, wäre es denn gut, wenn jetzt die Kontaktaufnahme einfach so überhaupt stattfinden würde. Und insofern gibt es die Akademie der Universalen Wissenschaften auf der Erde.
00:04:28
Speaker
die sich genau diesem Thema halt verschrieben hat, also einerseits der Geschichtsschreibung, also alles zu bewahren, das Wissen zum Mehreren, also der Menschheit irgendwie zu vergrößern und also auch mit Hilfe von außerirdischen Zivilisationen, aber halt auch extrem vorsichtig zu sein bei der Kontaktaufnahme und halt erstmal so abzuklopfen.

Verlagszusammenarbeit und Comic-Events

00:04:50
Speaker
Wie sind denn potenzielle andere Intelligenzen überhaupt erst mal so drauf? Und wie sind die uns gegenüber auch so? Weil von deren Seite ist es vielleicht genauso kompliziert, mit uns vielleicht zu reden. Insofern gibt es halt von dieser Akademie der Universalen Wissenschaften, gibt es halt dann sozusagen Agenten, die sich halt möglichst unerkannt und vorsichtig durch das Universum bewegen, also durch die Galaxis, und halt ganz erst so vorsichtige Kontakte halt knüpfen.
00:05:20
Speaker
Und ja, das ist so das grobe Setting. Also so im Prinzip die Menschheit ist interstellar geworden und hat Kontakte zu außerirdischen Zivilisationen und pflegt halt auch so einen Informationsaustausch. Aber der ist halt noch sehr reglementiert und auch vorsichtig von beiden Seiten. Also es ist nicht so ein ganz und buntes Treiben wie jetzt so in anderen Universen wie Star Wars oder Star Trek, sondern es ist halt noch sehr
00:05:50
Speaker
Ja, sehr ausgewählt. Wir kommen gleich nochmal ein bisschen mehr auf ein paar inhaltliche Aspekte zurück. Ich würde nochmal einen kurzen Schritt zurückgehen, denn das ist jetzt deine erste Reihe für den französischen Verlag Dago.
00:06:08
Speaker
gerade frisch erschienen ist, der erste Band. Wir haben das tatsächlich als Lizenz von Dago aus Frankreich eingekauft. Und du arbeitest da zusammen mit dem doch recht wohlbekannten Szenaristen Rishama Rasano. Ich hoffe, das spreche ich halbwegs richtig aus. Ja, stimmt schon. Ich denke, ja.
00:06:26
Speaker
Von dem wir auch schon ein paar Sachen veröffentlicht haben, wie den Schimpansenkomplex zum Beispiel. Auch eine Science-Fiction-Serie. Mal ganz plump gefragt, wie kam's dazu, dass du mit ihm zusammengekommen bist und wie seid ihr dann zu zweit oder zusammen an Dago geraten?
00:06:44
Speaker
Das lief genauso plump lief es auch. Es lief ähnlich plump. Yes. Also ich war eingeladen in Polen auf eine Comic-Veranstaltung von Scream Comics. Kennt ihr ja auch. Die in Polen Malcolm X verlegen.
00:07:05
Speaker
Genau. Und da gab es zusammen mit dem, so kann man die Randgeschichte ganz kurz erzählen, der Deutsche Comic-Verein hat eine kleine Sause da sozusagen organisiert mit deutschen Kollegen, dass wir halt in Polen auch so ein bisschen erzählen, machen eine kleine Ausstellung, was passiert hierzulande, was machen wir so für Comics, was macht ihr so für Comics, was gibt es in Polen, was gibt es in Deutschland.
00:07:32
Speaker
und da war irgendwie der Mawil und die Burcu Türke und ich und Sascha Hummer war noch dabei genau so und dann bin ich ein bisschen Karo und ich waren wir waren zu zweit da wir sind ein bisschen zu spät gekommen zum Abendessen
00:07:48
Speaker
Also das erste große gemeinsame Abendessen. Und dann sind wir in diesen Saal gekommen und so mit Buffet und Tischen und so und dann war der deutsche Tisch, der in Anführungszeichen, war voll. Also da gab es keinen Sitzplatz mehr irgendwie. Und dann haben wir halt geguckt und dann waren halt noch ein paar Sitzplätze frei, haben die Ohren so gespitzt und da wurde Englisch gesprochen an diesem Tisch. Also es wehte so ein bisschen so rüber und dann dachten wir so, ah cool, also Polnisch besprechen wir beide nicht und Französisch schwierig und so.
00:08:14
Speaker
Aber da haben wir uns dahingesetzt. Und dann war so neben uns saß ein großer, schlaxiger, sehr, sehr lustiger Mann, der dann irgendwann, also wir haben so ein bisschen uns nett unterhalten und ein bisschen rumgeblödelt. Und dann hat er uns seine Visitencard rübergeschoben. Und dann war es Thomas Ragon von Dago, vom Verlag, der Redakteur ist und halt auch so ein bisschen, er sagte, er hatte sich so, hat sich vorgestellt so, ja, ich gucke hier so ein bisschen Talentsucher. Ach was.
00:08:41
Speaker
Ja. Und dann dachte ich gleich so, ha, ist ja geil. Habe ich so ganz schüchtern. Ich glaube, da war ich so mit Malcolm X gerade zugange mit dem vierten Band. Und ich hatte auf meinem Telefon so einige
00:09:01
Speaker
Naja, so die Inks, das war noch gar nicht koloriert und so. Und da waren wir schon relativ weit fortgeschritten, weil ich die Farbe eigentlich so im zweiten Schritt mache. Also jedenfalls, ich habe ihm so ein paar Seiten gezeigt und dachte, er guckt dann jetzt ein bisschen und gibt mir das Telefon dann zurück. Aber er hat sich das Telefon gleich so genommen und war schon so am Essen. Er hat beim neben dem Essen wirklich so das Telefon neben sich hingelegt und ich habe gedacht, oh Gott, der guckt sich jetzt wirklich jede Seite an. Also er hat wirklich, er hat dann so
00:09:27
Speaker
Sie hat jede Seite geöffnet und reingezoomt und dann rumgescrollt und dann so Panels groß gemacht und wieder klein gemacht und hat dann manchmal so zu mir rüber geguckt und so gegrinst und so, ja ja, so was, so genickt. Und dann hat er manchmal so Fragen gestellt, so ja, hat dieser Hund, würdest du den, zeichnet man so einen Hund, würdest du den so zeichnen? Und ich so, na ja.
00:09:50
Speaker
Ich war so voll am schwitzen, wie so ein Tüter. Da sitzt ein Typ von Dago und guckt sich meinen Kram an und nimmt sich richtig Zeit. Und vor allem eigentlich war ja Abendessen angesagt. Wir hatten alle schon unsere Teller vor uns stehen.
00:10:05
Speaker
Ja, und hat dann aber noch nicht so richtig, hat also jetzt nicht irgendwie gesagt so, ja ist toll oder ist scheiße oder irgendwie, sondern ist jetzt noch kein Urteil vom Stapel gelassen. Sondern wir haben einfach, das war einfach so eine völlig
00:10:22
Speaker
von seiner Seite so völlig locker und umverkrampft, so ein lustiger Typ. Und dann setzte sich noch jemand dazu. Und das war Richard. Und die beiden kannten sich anscheinend so total gut. Und es war jetzt noch nicht so nach dem Motto, ich wusste nicht, wer Richard ist tatsächlich. Ich kannte den Namen Richard Marasano.
00:10:43
Speaker
Halt jetzt von, ich glaube in diesem Fall, Drei Geister von Tesla. Ach ja. Ich wusste ja, aber ich hatte noch nicht so eine Ahnung, was der eigentlich alles macht. Ich wusste, das ist ein Autor, der hat einen Namen, der hat schon einiges gemacht.
00:10:59
Speaker
So richtig connected hat sich das eigentlich erst ein bisschen später, weil Richard hat dann am Tag drauf oder vielleicht auch zwei Tage später, wir haben zusammen durch einen Zufall wiederum bei Scream zusammensigniert. Also wir saßen nebeneinander.
00:11:15
Speaker
Und das war auch extrem lustig. Also wir hatten irgendwie echt Spaß miteinander. Er ist ein lustiger Kerl, er spricht hervorragend Englisch, Thomas übrigens auch, und insofern konnte man sich halt unterhalten. Und wir haben halt so rumgeblödelt, was man halt so macht irgendwie beim Signieren. Du bist halt am Zeichnen und dann sind nette Leute da und man macht halt Scherze.
00:11:38
Speaker
Auch die Besucher am Stand waren irgendwie alles total gut drauf. Es war eine irre Menge los. Also es war total gut besucht. Und irgendwie verbleibt man dann halt so, dass man sagt, ach komm, lass uns mal in Kontakt bleiben. Aber das ist alles noch, wie gesagt, zu dem Zeitpunkt noch alles so relativ unverbindlich gewesen. Dann gab es abends halt so die große Abend Schlussveranstaltung. Man steht mit ganz vielen Leuten zusammen.
00:12:06
Speaker
Also man geht so auseinander und geht so davon aus, so gedanklich, Mensch, war wieder mal super, klasse Leute kennengelernt, jetzt geht man wieder seiner Wege. Weil meine Planung war eigentlich anders. Das war 2018. Ja, genau.
00:12:24
Speaker
Und meine Plan war eigentlich, ich war zu dem Zeitpunkt heftig am Zeichnen für Serien, also für Panini. Ich habe Star Wars gemacht und Trolljäger und hatte eigentlich so das Jahr 2019 geplant, nur Serien zu machen. Also wirklich monatlich rauszuhauen und damit halt Geld zu verdienen. Und ich habe auch geguckt nach Koloristen zum Beispiel, dass ich wollte das so richtig so aufziehen. Weißt du, ich mach die Inks und wenn jemand anders koloriert
00:12:54
Speaker
Und das brach mir dann im Januar komplett zusammen, weil die Serie Star Wars Resistance, an der ich zu dem Zeitpunkt gearbeitet habe, die fand hier in Deutschland kaum statt. Das lief auf Disney, auf Disney+, nee, das hieß damals noch nicht Disney, Disney XD, das gab es noch gar nicht, das kam erst später.
00:13:24
Speaker
Ja, das war gerade diese komische Umbruchszeit, wo, glaube ich, Disney schon längst dabei war, im Hintergrund einen eigenen Channel hochzuziehen. Aus irgendeinem Grund ging das mit Star Wars Resistance und auch mit Rebels so ein bisschen. Die erlangten hierzulande einfach nicht so eine richtige Popularität. Also irgendwie hat es nie so richtig gezündet.
00:13:45
Speaker
Und dann kam halt im Januar von Fannini die Ansage, die Heftchen werden zurückgeschraubt. Also 2018 erschienen die monatlich und 2019 wurde auf Vierteljährlich umgestellt. Und da gab es dann auch so ein bisschen so Merch. Also so manche Hefte wurden zusammengeführt, was vorher so drei Einzelhefte waren, erschienen jetzt unter einem neuen Titel als eins. Und es gab ja, ich war ja nicht der einzige Zeichner,
00:14:12
Speaker
und kurz und gut. Also für mich war auf einmal, wie es aussah, gar keine Arbeit mehr da. So für das ganze Jahr. Also auf einmal so. Ja, irgendwie war das dann so. Das war eine sehr, sehr große Überraschung, sage ich mal. Das kann ich mir vorstellen.
00:14:28
Speaker
Das ist ja auch nicht die Schuld vom Verlag oder so. Also ich habe mit Panini super zusammengearbeitet. Es war eine Riesenfreude mit dem Gunther Nickel, ein total toller Redakteur. Ich hätte das gerne so weiter gemacht. Aber es kommt dann halt irgendwie, wenn so ein Riesenkonzern wie Disney, wird halt irgendwo eine Entscheidung getroffen und ist halt dann so. Es kann auch irgendwie ganz schnell mal wieder vorbei sein.
00:14:57
Speaker
Und dann habe ich irgendwie mich erinnert. Weißt du, so vor einem halben Jahr habe ich doch mit diesen Typen da aus Frankreich und Dago und zusammengesessen und wir hatten Spaß. Und dann habe ich einfach gedacht, du kannst ja nichts verlieren. Ich schreibe ihm jetzt einfach mal. Hallo, ich bin's. Kannst du dich noch erinnern?
00:15:16
Speaker
Ich dachte so, ey, man, da goh. Nie im Leben. Never. Ich wusste ja nicht mal so richtig, was Thomas irgendwie von meinen Sachen hielt. Also er hat nicht so richtig… Keine Ahnung. Es gab jetzt echt noch nicht so die… Weißt du, so ein Andock-Slot oder sowas, wo ich gedacht habe, so todsicher.
00:15:37
Speaker
Ich ziehe da jetzt ein Telefonnummer raus und dann habe ich einen Job oder so. Das war halt eher so, ich probiere es mal. Es gibt ja nichts zu verlieren. E-Mail geschrieben und prompt kam die Antwort von Richard. Hey, kleinere ich mich, wie geht es dir?
00:16:01
Speaker
Ja, echt total. Und ich habe dann gesagt, ich glaube, das lief über irgendein Messenger oder so. Also es war mehr so Gesprächskarakter. Ich habe gesagt, du, hast du Bock? Wollen wir was zusammen machen? So einfach so? Was soll ich jetzt groß um den heißen Brei rumreden? Ich habe Zeit.
00:16:20
Speaker
Mir ist hier gerade ein bisschen was von der Planung weggebrochen. Ich habe auf einmal Zeit. Und dann kam irgendwie von ihm so, klar, lass uns was tun. Worauf hast du Lust?
00:16:34
Speaker
Und ich sagte so, also wenn du mich so fragst, ich habe Bock auf so eine klassische, doofe, weißt du, so eine Science-Fiction-Saga. Ein Raumschiff, Leute steigen rein und fliegen los. So, darauf hatte ich Bock. Weißt du, so einfach so dieses klassische,
00:16:55
Speaker
Ja, wie nennt man das? Ich nenn das immer so Sense of Wonder Sci-Fi. So wie Star Trek auch ist. Man beobachtet Leute dabei, wie sie Sachen sich anschauen. Man erkundet mit irgendwelchen Figuren zusammen den Weltraum. Ja, genau so was. Hab ich noch nicht vorher gehört. Sense of Wonder Sci-Fi. Das ist einfach Spaß, was man den Spaß daran hat, sich überraschen zu lassen.
00:17:21
Speaker
Ja genau, sowas. Ich hatte nämlich irgendwie kurz zuvor, ich hatte Valerian den Film auch gesehen, der hat jetzt mit den Comics jetzt auch nur am Rande irgendwie zu tun, aber das ist ja auch so ein bisschen der selbe Spirit. Weißt du, er hat nämlich diese Eröffnungssequenz von diesem Film, wo diese Raumstation gebaut wird und immer mehr wächst und dann kommen so die ersten Aliens kommen und sagen hallo.
00:17:44
Speaker
Allein schon die Begrüßung ist halt immer wieder anders. Einer hat so Tentakel, der andere hat Flossen, der nächste hat Krallen. Und wie sie sich immer so die Hand geben und diese Begrüßung, das fand ich total schön. Das hat mir einfach total super gefallen. Und ich dachte so, so was in der Richtung
00:18:01
Speaker
Da hätte ich total Bock drauf. Und dann hat Richard das mal so eben aus dem Ärmel geschüttelt? Oder wie? Oder habt ihr euch dann zusammen hingesetzt und das entworfen? Oder wie stelle ich mir das jetzt vor?
00:18:15
Speaker
Naja, er hat halt gesagt, ja, warum nicht? Er meinte dann, er hatte was in der Schublade. Ich soll ihm irgendwie zwei, drei Wochen Zeit geben, er schreibt mir da ein paar Demoseiten. Unten schreibt er ein Exposé. Und dann kamen tatsächlich
00:18:34
Speaker
Also er hat dann offenbar Kontakt aufgenommen mit dem Verlag und dann hat sich das irgendwie so gefügt. Also wirklich kein Witz. Das lief wirklich so ein bisschen wie auf Schienen, weil von ihm kam dann zurück, er hat mit Thomas gesprochen und Thomas war eigentlich gleich mehr oder weniger Feuer an Flamme von der Idee, weil sie wollten 2000
00:18:59
Speaker
Im Jahr 2020 wollten Sie sowieso verstärkt Science Fiction machen. Sie sind gerade in der Planung, wir wollen wieder verstärkt klassische Science Fiction.
00:19:11
Speaker
Und das würde eigentlich total gut passen, also mach doch mal was. Und dann hat Richard ein Exposé geschrieben, so ein Treatment, also so eine grobe Abhandlung, hat die Figuren halt kurz geschildert. Bei den Figuren haben wir uns halt ein bisschen ausgetauscht, weil ich wollte, dass nicht diese klassische Star-Trek-Geschichte mit dem Commander und der männliche weiße Mann, der am Mandus sitzt,
00:19:36
Speaker
Ich wollte ganz bewusst diese klassischen Rollen aufbrechen, sowohl geschlechtermäßig als auch von der Hautfarbe. Insofern haben wir unsere Crew. Wir haben jetzt einen weißen Kerl dabei. Es sind drei Frauen und ein Alien.
00:19:59
Speaker
Und vergiss nicht den Typen in dem Tank, den Kopf in der Glas. Genau, es gibt einen vertrockneten Zombie in einem Glas. Und es gibt ein kleines Alien, der am Anfang in einer Gefängniszelle sitzt, aber dann freigelassen wird.
00:20:17
Speaker
Da verraten wir jetzt aber noch nicht mehr drüber. Bisschen spoilern ist okay, aber nicht zu viel. Und diese Crew ist eigentlich auch überhaupt nicht so rekrutiert oder so, sondern die sind eigentlich, das sind Studenten, die für ein Projekt, die sind zusammengewürfelt und haben eigentlich auch überhaupt keinen, wie Studenten so sind, die haben nicht so wirklich Bock eigentlich. Wir müssen das halt machen, so unseren Schein irgendwie, um unsere Scheine zusammen zu kriegen.
00:20:44
Speaker
Wir sind jetzt auf diesem nicht mehr besonders modernen Schiff unterwegs und untersuchen halt irgendwie so einen total langweiligen Stern, machen das halt für unsere, damit wir halt unseren Kurs halt irgendwie fertig kriegen.
00:20:59
Speaker
Das fand ich, fand ich beim Lesen einen total genialen Twist, der uns in der Redaktion auch erst irgendwie später aufgegangen ist. Am Anfang haben wir auch angefangen zu lesen, ach so, hier so eine Crew auf dem Raumschiff, es wird wohl so sein wie The Expans. Aber in der Dynamik zwischen den Figuren, dadurch, dass die, wie du gesagt hast, alle nicht so richtig Lust darauf haben, oder einige zumindest nicht, und dann auch teilweise diese flapsige Schülermentalität haben und dann diesen Glaszombie irgendwie ...
00:21:28
Speaker
Die ganze Zeit versuchen zu verarschen oder auch nicht. Ja, das ist halt so der Prof, das ist so der ... Ja, das ist der blöde Alte, der aber nicht wissen darf, dass man ihn der Alten nennt und so weiter. Also, das ist wirklich charmant und lustig einfach. Also, das fand ich eine supercoole Idee, diese Rollen-Klischees mal anders zu besetzen, ja.
00:21:51
Speaker
Genau, also das war so, da hatte ich halt total Lust drauf, also wie gesagt so dieses klassische, einerseits das klassische total zu bedienen, aber das halt auch total aufzubrechen. Also halt, diese Klischee ist halt einfach mal zu lassen, also einfach zu vermeiden auch.
00:22:12
Speaker
Und da bin ich bei Richard, habe ich da eigentlich so ziemlich offene Türen eingerannt. Also der war da auch total, ja genau, super Idee. Und dann haben wir eigentlich die Charaktere mehr oder weniger, das war so ein First Take fast. Also von der Besetzung her war es mehr oder weniger ein First Take.
00:22:33
Speaker
Adya hatte vorher einen Kommandantenstatus, den wir dann aber bei Xie sehen. Xie ist eine asiatische Studentin. Sie ist eher ein sehr kopfiger Typ, sehr analytisch.
00:22:49
Speaker
Sie hat jetzt mehr oder weniger ungewollt oder auch mehr so zufällig so ein bisschen so den... Sie organisiert und regelt halt so ein bisschen mehr. Sie denkt halt mehr nach und Adya ist eher so ein bisschen schüchterner und dann gibt es halt Mark zum Beispiel, der ist eher so ein bisschen strebsam, aber auch total unbeholfen und so weiter und so fort. Also das hat sich dann so ein bisschen so ergeben. Dann sind so die Figuren so in ihre eigenen kleinen Slots so gekommen.
00:23:30
Speaker
Das funktioniert auch super gut. Das könnt ihr beim Zuhören nicht sehen, aber die Charaktere sind auch visuell sehr unterschiedlich gestaltet.
00:23:38
Speaker
sagen auch durch ihr Design und durch im Grunde alles, was ... Also, mir fiel's in dem Comic superleicht, sofort, obwohl man alle Charaktere quasi gleichzeitig kennenlernt, kein Problem damit zu haben, denen zu jedem irgendwie so eine Bindung aufzubauen und zu verstehen, was sie wollen und wie ... zu erahnen, wie vielleicht die Dynamik sich so entwickelt. Teilweise wird das dann auch wieder unterlaufen, was ja gut ist.
00:24:06
Speaker
Ja, habt ihr am Design oder hast du am Design der Figuren viel gearbeitet oder war das auch so ein ... Nachdem ihr die groben Rollen festgelegt hattet und vielleicht die Namen euch ausgedacht habt, war das auch so ein ... Du hattest das Bild und dann war's im Grunde schon fertig.
00:24:24
Speaker
Also im Grunde, also erstmal vielen Dank, das freut mich total, weil das war auch genau das, was ich halt wollte bei dem Gestalten von den Figuren, dass man halt wirklich zu jedem eine eigene Connection aufbauen kann und dass sie halt auch gut unterscheidbar sind. Sowohl äußerlich, als auch vom Charakter her. Ja, also das freut mich sehr, danke schön.
00:24:51
Speaker
Die Figuren sind tatsächlich von der Erscheinung von mir. Charakterlich und vom Namen her kamen sie von Richard. Ich habe die Namen und mit einer kurzen Beschreibung, wobei es noch gar nicht so festgeschlickt war, ob es jetzt vom Geschlecht her zum Beispiel. Es hätte männlich oder weiblich sein können.
00:25:12
Speaker
Das war eigentlich eher so ein Vorschlag. Also er hat gesagt, so ein Poly ist eine Mechanikerin und die ist schnell auf 180 und hat immer flapsige Sprüche und so. Also die ist eher so ein bisschen so eine Klischee-Rolle, die man eigentlich klischemäßig männlich besetzen würde.
00:25:30
Speaker
ist halt hier ein Mädel, ja. Sie schraubt irgendwie am Schiff und ist auch diejenige, die als Erste zum Beispiel den Blaster zücken würde. Genau das wollte ich grade sagen. Diesen Teil ihres Charakters kriegt man halt superschnell mit, weil sie relativ schnell dann irgendwie dabei ist, in so einer Action-Szene drin zu sein und so ultra-dynamisch mit viel Funkenflug im Bild zu stehen,
00:25:56
Speaker
wenn zum Beispiel Adia, die man fernlich am Anfang gar nicht so viel von mitkriegte, relativ ... halt genau, also diese, die so eher reserviert ist und ein bisschen ruhiger, was sich darin widerspiegelt, dass sie halt meistens nichts tut am Anfang zumindest.
00:26:12
Speaker
Ja, sie ist so ein bisschen im Hintergrund. Das ändert sich im Band zwei, also wir sind ja jetzt schon am zweiten Band, das ändert sich da noch. Man kann halt nicht leider, denke ich mal, so in einem Comic-Band so alle Charaktere gleich behandeln. Nicht so ganz, man musste schon so ein bisschen Schwerpunkte setzen, ja. Jetzt hatte ich dich aber unterbrochen. Genau, also das Design hast du dann im Grunde aufgrund von den Charaktereckdaten von Richard erarbeitet.
00:26:42
Speaker
Genau, die sind dann vor meinen Augen mehr oder weniger schon lebendig geworden. Das Einzige, wo wir ein paar Designstufen hatten, waren die Klamotten zum Beispiel, das Raumschiff.
00:27:01
Speaker
Da bin ich am Anfang in eine andere Richtung gegangen, als geschah, wollte. Bei mir war es tatsächlich, ich habe zu dem Zeitpunkt ja viel Star Wars gemacht.
00:27:14
Speaker
Und habe das Raubenschiff tatsächlich auch so... Ja, so... Also das Design bei Star Wars zum Beispiel, ich bin großer Fan davon. Weil es sieht alles so Open-Bike-mäßig aus. Also es ist wenig verschalt, weißt du? Ich verstehe das von manchen, ja. Ja, genau. Du siehst sehr viel. Du bist so ein Millennium-Falke. Du siehst diese ganzen Leitungen. Du hast diese ganze Technik. Du hast so Schräubchen und Abdeckplatten und Lüftungsschlitze und Ventile.
00:27:45
Speaker
Wohingegen du, wenn du jetzt zum Beispiel ein Auto nimmst, also was wirklich Industriedesign ist, ist ja alles sehr geschlossen und sehr verschalt. Also du konfrontierst den Leuten, die Leute ja nicht mit dem Innenleben. Deswegen habe ich so gedacht, das sieht aus wie so ein naked Bike, so ein Motorrad, wo der Motor vor dir liegt, so ungefähr. Und so ähnlich hatte ich mir dieses Raumschiff auch vorgestellt. Du hast so ein fliegendes Ding, was du aus Tanks und Kabinen und Schläuchen und Korridoren
00:28:12
Speaker
Halte, Streben und Sensoren und Antennen besteht. Ich habe total viel Arbeit da reingesteckt. Das sah völlig so primelig, fast so insektenartig aus und lauter so feine, spinnenartige Sensoren und Antennen in alle Richtungen und so. Richard meinte so, das sieht mir so 80er-mäßig aus.
00:28:38
Speaker
Das ist ein bisschen weniger, so 80er-mäßig machen. Ich wusste genau, er bezog sich auf diese Science-Fiction, was Star Wars ist aus den 70ern. Das ist ja so da entstanden, in dieser Ecke, wo alles so... Da war ich erst so ganz geknickt, so echt, so gar nicht.
00:28:57
Speaker
Ja, da haben wir uns dann so langsam angenähert. Er hat mir dann so Designbeispiele geschickt, was so ultramodern war, so aus Japan oder es gibt auch so einen russischen Designer.
00:29:09
Speaker
Der ist so ein irres Zeug, der macht ganz viel 3D auch. Ich weiß den Namen jetzt gerade nicht mehr, der hat auch für Filme schon ganz viel gemacht. Also der macht sehr viel so Maschinendesign, was jetzt so gerade so ganz modern ist, was du so in vielen Animes halt siehst, so dieses Mecha-Design, so dieses Moderne, dass der viele gerade Linien und
00:29:31
Speaker
Aber auch so verschalte Oberflächen, wo du halt noch so diese Nähte halt siehst. Weißt du, was ich meine? Ja, ich glaube, ich weiß, was du meinst. Ich habe jetzt auch kein Beispiel parat, ehrlich gesagt. Es ist auch so ultraschwer in Worte zu fassen, diese Form von Futurismus, die es da einfach gibt.
00:29:48
Speaker
Ich persönlich mag das auch total gerne, aber ich versuche es immer so zu vermeiden, dass wenn man das dann irgendwas von mir sieht und sagt, er erinnert mich an das und das, dann hast du bestimmt da und da geklaut oder so. Ich versuche dann immer so ein bisschen so gegen zu arbeiten, so gegen die eigene Tendenz, so irgendwas nachzumachen, was einem gefällt irgendwie. Ja, kann ich verstehen.
00:30:08
Speaker
Und genau, da haben wir halt, also bei der Tukidides heißt die eben in Deutsch, da ist halt dieser Philosoph, das ist der Name des Raumschiffs. Und in Französisch war der Tusidide oder so. Bisschen reganter, ja. Tukidides ist so ein Historiker, so ein Krieger. So heißt das Schiff. Klingt allerdings auch dann, dann ist zumindest der Name ein bisschen sperrig und klotzig.
00:30:37
Speaker
Ja, genau. Also wenn du mich hier zu Hause, Caro und ich, wenn wir so drüber sprechen, was wir so arbeiten gerade so. Und, was machst du heute wieder, Tucki? Tucki ist so unser Codewort für das Projekt.
00:30:53
Speaker
Ich zeichne Tuki. Tukuni heißt das Raumschiff. Wir hatten drei oder vier Designschritte. Da gab es ein bisschen Hin und Her. Was für eine Form von Futurismus haben wir hier? Wir haben uns in der Mitte getroffen. Ich wollte dieses Raue, Düstere.
00:31:12
Speaker
So wie bei Alien vielleicht auch. Alien war so eine Referenz, gerade für so das Innendesign von dem Raumschiff, weil es irgendwie funktionell, aber auch total verbraucht und siffig. Ja, das kommt sehr gut vor. Ja, genau das halt. Das sind halt Gebrauchsgegenstände. Wir zelebrieren hier nicht so die Zukunft, die so wie in
00:31:36
Speaker
Star Trek zum Beispiel ist ja alles sehr hochpoliert. Das ist alles sehr sauber und glatt und da wird es so ein, ach die Zukunft, alles ist toll und alles ist schön und gepflegt und so. Ich verfolge da ja so dieses Ding so, nein, es sind immer noch Gebrauchsgegenstände und die haben ein Alter, die haben auch so eine Historie bereits hinter sich, auch in der Zukunft.
00:31:57
Speaker
Und die sind halt auch kaputt und tausendmal repariert worden und gepflegt und verrostet und verbeult und das ist sowieso so ein Studentenraumschiff. Das ist wie so eine Studenten-WG, da fliegt halt Zeug rum, da stehen Becher rum und Essenskartons und das ist halt so.
00:32:15
Speaker
Kennst du Dark Star von John Carpenter? Das sind ja auch so drei Astronauten an Bord eines völlig beengten Raumschiffes, die halt überhaupt keinen Bock haben. Die sind halt bärtig und ungepflegt. Die sind halt total gelangweilt von der eigenen Mission. Da hab ich ewig nicht mehr dran gedacht.
00:32:33
Speaker
Aber ja, das ergibt Sinn. Da habe ich auch nur einmal gesehen und da war ich auch noch viel zu jung, um irgendwie so Science Fiction so richtig zu verstehen. Ich habe auch gedacht, wie sind die denn drauf? Das ist ja komisch, irgendwie so drei bärtige Männer, die total keine Lust haben.
00:32:48
Speaker
sich auch irgendwie dann zwischendurch kloppen und ja also völlig dysfunktional weißt du so so habe ich mir das halt so das innenleben von dieser tokiri das ist halt einfach funktionell aber halt auch vernachlässigt so es ist nicht das modernste ding das würdest du dir nicht aussuchen um zu sagen ich breche jetzt ins weltall auf auf eine ewig lange mission oder so das ist nicht das raumschiff der wahl eigentlich das ist so ein bisschen
00:33:16
Speaker
Also, ich fand das Design ... Mir gefällt das Design. Ich erinnere mich auch lebhaft an einen der ersten echten Science-Fiction-Romanen, den ich gelesen hab und ich immer noch sehr gut finde, war Der ewige Krieg. Ich weiß nicht, ob du das kennst, von Joe Haldeman. Ist auch, ich glaub, aus den 70er-, 80er-Jahren. Und da geht's halt auch um ... Die Menschheit ist halt in einem ewigen Krieg verwickelt. Vor allem ewig, weil halt durch die relativen Geschwindigkeiten dazwischen die Soldaten irgendwie Hunderte von Jahren alt werden.
00:33:46
Speaker
Und da werden die raum schiffe der menschlichen flotte halt auch so beschrieben sind im grunde riesige hässliche schwarze klötze. Wo dann die erklärung ist ja also im weltall gibt es keinen luftwiderstand wieso sollte man nicht ein raum schiff einfach als einen schwarzen klotz bauen es ist ja vollkommen egal. Ja das das fand ich halt so einleuchtend irgendwie deshalb muss ich jedes mal dran denken wenn ich so ein hochglanz raum schiff.
00:34:12
Speaker
Gucke sie überlegen so ein raum schiff wenn es in krieg ziehen oder normalerweise die haben halt auch keine haben wir auch keine fenster also realistisch würdest du es ja alles über sensoren machen.
00:34:24
Speaker
Das heißt, das sieht auch eh niemand jemals von außen. Das wollte ich grad sagen, sieht ja niemand. Niemand wird jemals das Raum von außen sehen. Wieso sollte es hübsch sein? Aber okay, das ist jetzt ... Exakt, genau. Andererseits bin ich halt auch immer so ... Ich versuch, mich auch mal ein bisschen zurückzunehmen und nicht zu sehr drüber nachzustellen, würde das jetzt Sinn machen oder so.
00:34:49
Speaker
Letzten Endes erzählt man ja immer noch eine Geschichte und versucht das halt auf möglichst unterhaltsame Art und Weise zu tun. Der Spaßfaktor sollte natürlich auch jetzt nicht zu kurz kommen. Es gibt ja so diese Die Hard Fans, das ist ja auch so bei Star Wars oder so. Da kennen sich ja alle Leute besser aus als ich. Also ich habe zwar Star Wars gemacht jetzt vier Jahre lang oder so und Rebels gezeichnet, aber es gibt dann halt die Fans, die wissen dann genau
00:35:16
Speaker
welches Panel für was zuständig war, welche Schraube an Bord von diesem Raumschiff. Und dann fragen die einen sowas. Das war doch da gar nicht so und das ist doch so und so. Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Ich erzähle hier nur eine Geschichte ungefähr. Bei Science Fiction projiziert man ja immer so ein bisschen in die Zukunft. Aber zum Beispiel, was ich ja gemacht habe, ich habe ja immer noch so Flachbildschirme.
00:35:44
Speaker
Ja, es gibt ja immer noch Monitore an Bord von der 2Qtides. Das erkläre ich jetzt einerseits damit, die ist halt jetzt nicht mehr so, nicht so neu. Andererseits, warum hat man nicht schon längst irgendwelche Holo-Displays oder was weiß ich, warum, vielleicht wird das hier nicht schon längst alles auf die Netzhaut, was ich so projiziert oder so. Solche Gedanken könnte man sich ewig machen, aber ich finde es dramaturgisch einfach,
00:36:13
Speaker
Geiler, wenn immer noch Knöpfe betätigt werden müssen und Hebel gezogen werden müssen und ein Raumschiff rumpelt, wenn es von Turbulenzen durcheinander geworfen wird und Funken sprühen, wenn Schallkreise überhitzen. Weißt du solche Sachen? Was ist so wie in einem U-Boot.
00:36:31
Speaker
die assoziation hatte ich hatte ich beim lesen teilweise auch ich dachte das jetzt wurde es ja genau ja gut spitze freut mich alles sehr weil es ist so ich möchte halt auch irgendwie das leben im all ist halt auch es ist halt kein spaß auch das ist halt irgendwie
00:36:51
Speaker
Ja, es gehen Sachen kaputt, man muss sie reparieren. Es ist, was es ist. Es ist, was es ist, genau. Die Tukudi, das hatten wir jetzt schon erwähnt, sowohl von innen als auch von außen. Es gibt ja aber auch noch zumindest einen weiteren großen Schauplatz. Also irgendwann landen sie ja auf einem fremden Planeten und erkunden den so teilweise.
00:37:14
Speaker
Und was mir beim lesen auch aufgefallen ist deutlich du arbeitest viel mit ziemlich. Ausgefallen und auch raumgreifenden effekten also das vorhin schon was von blaster schüssen gesagt und da geht mal was kaputt da fliegen dann funken das ist alles. Sehr also ich fand ich fand es irgendwo beeindruckend visualisiert weil es halt so plastisch wirkt obwohl es ja eigentlich nur eine seite papier ist mit tinte drauf.
00:37:41
Speaker
Vielen Dank ja gerne nicht dafür aber was mich jetzt interessiert hat. Hast du da ein bisschen was neues auch mal ausprobiert und vielleicht irgendwie ich hatte einem früheren podcast mal mit kathrin gahl gesprochen darüber wie sie ihre innenräume halt 3d render bevor sie dann quasi zweidimensional drüber zeichnet und so ja.
00:38:05
Speaker
Hast du da auch solche Digitechniken verstärkt eingesetzt? Also ich gehe mal da, na gut klar, du hast digitale Techniken eingesetzt, das ist jetzt nicht die Frage, aber hast du da viel rum experimentiert oder war das alles schon so bekannt und du hast es jetzt nun mal quasi auf 120 gedreht für die Chroniken oder wie war das so?
00:38:26
Speaker
Ja, ich bin da immer noch total mittendrin. Also stimmt, ich mache ganz viel mit 3D. Das habe ich damals angefangen, als ich für Star Wars Rebels angeheuert wurde.
00:38:44
Speaker
Weil da müssen die Raumschiffdesigns ja hinhauen und die müssen sich auch immer möglichst ähneln. Also wenn du so einen TIE Fighter zeichnest, dann muss der stimmen. Und das ist etwas, wo halt auch Lucasfilm total drauf achtet. Also wenn du Korrekturen bekommst, dann macht die Flügel von dem TIE Fighter kleiner. Die sind in Wirklichkeit kleiner.
00:39:05
Speaker
Dieser Roboter hat keine gerippten Schläuche, das muss ein glatter Schlauch sein oder so. Da gab es manchmal echt Diskussionen, weil alles diese Design-Daten banken. Ich hatte tatsächlich dann auch mal so einen Zugang.
00:39:21
Speaker
Lucas Firm hat so eine Design-Datenbank, wo man dann den Artist so einen Zugang gewährt, dass sie halt Referenzen sich holen können. Und das war total faszinierend. Und da achten die wirklich sehr drauf. Also so beim Ausdruck oder wie du das in Szene setzt, da bist du sehr frei. Aber die Figuren müssen stimmen. Wie bin ich da jetzt drauf gekommen? Ach genau, 3D. Und deswegen fing ich an so, verdammt.
00:39:49
Speaker
Star Wars ist ja so detailreich. Wenn ich jetzt so einen TIE Fighter habe oder dieses Raumschiff da, dieses Ghost oder so, und die jedes Mal wieder per Hand neu zeichnen muss, das kostet irre viel Zeit. Und diese Heftchen, ich habe teilweise monatlich zwölf Seiten gemacht.
00:40:07
Speaker
Mit Abstimmung. Also mit Pencils, Inks, Layouts, alle Balloons selber gemacht, koloriert und noch mit der redaktionellen Abstimmung mit LucasFilm. Also was halt der Gestalt war, ich schick die Seiten halt rüber zu Panini, die schicken das über ein spezielles Briefkastensystem zu LucasFilm und dann kommt das Feedback an Panini und die geben das weiter an mich. Und da geht es auch zeitflöten. Also es war richtig, das musste schnell gehen.
00:40:37
Speaker
Und das war damals das Experiment, ich habe gesagt, ich probiere es jetzt mal, ich baue mir diese Dinger selber, also man bekommt die ja nicht von Lucasfilm, also die haben zwar alles in 3D, das rücken die ja nicht raus. Natürlich nicht.
00:40:54
Speaker
Das geben die nicht her. Da habe ich mir die nachgebaut. Ich habe schon oft was mit 3D gemacht. Ich habe diverse Software hier und fing an, das nachzubasteln und habe das immer weiter verfeinert. Es kamen immer wieder Raumschiffe dazu. Ich habe an den Modellen gearbeitet und habe die dann auch so rausgerendert, dass ich die direkt in den Comics verwenden konnte.
00:41:21
Speaker
Also es gibt dann so einen Tunen-Shader. Du baust halt ein Objekt, also jetzt für die Leute, die mit 3D gar nichts anfangen können. Also mittlerweile machen schon einige Kollegen das auch, dass sie halt 3D-Unterstützung sich halt nehmen, für Perspektiven konstruieren oder so.
00:41:39
Speaker
Du baust ja in 3D, das ist ja kein physikalisches Objekt. Du baust das aus Flächen und Punkten. Das ist so ein Vektoren-Ding. Und dann kannst du sagen, so das Ding ist jetzt aus Glas oder das ist jetzt aus Holz oder aus Metall und kannst dann einstellen, alles mögliche wie stark reflektiert oder welche Farbe hat es. So und dann gibt es halt so Shader. Das nennt man Shader, also wie die Oberfläche aussieht.
00:42:00
Speaker
Und dann kannst du sagen, jetzt verlassen wir diesen natürlichen Raum und sagen, ich möchte, dass es jetzt aussieht, als wäre es gezeichnet. Und dann fragt er dich, welche Linien möchtest du denn haben? Möchtest du die Kanten haben? Und dann kannst du dir so einen Shader so programmieren, wenn du weißt, wie es geht. Und ich musste mir das halt irgendwie selber auch ein bisschen so drauf schaffen, dass es halbwegs handgezeichnet aussieht. Und dann hast du so einen Grund. Ich glaube, ich habe das mal irgendwie auf Facebook auch mal dargestellt.
00:42:29
Speaker
Da hast du so eine Grundzeichnung, du musst aber immer noch hinterher arbeiten, weil der Rechner versteht halt auch viele Sachen nicht, wie du sie haben willst. Das geht halt nicht immer. Katrin macht es wahrscheinlich eh nicht, schätze ich. Ja, ja. Christine Wendt, glaube ich, auch bei Message. Sie hat auch ganz viel 3D-Sachen verwendet. Und man muss immer mit der Hand nacharbeiten. Aber ich habe dann zum Beispiel, da habe ich gesehen, cool, ich kann jetzt diese Raumschiffe darstellen. Die sehen jetzt so aus, wie ich sie haben will in Star Wars.
00:42:59
Speaker
und kann die in meinen Comics verwenden und das habe ich halt weiter verfeinert halt für die für die Chroniken des Universums. Ja schick. Und du wirst nicht glauben, also ich habe dieses Raumschiff mittlerweile fast komplett gebaut. Von innen auch.
00:43:16
Speaker
Ja, von innen. Es ist noch nicht wirklich 100% logisch. Ich habe so Korridore, ich habe mir dann so Stückchen gemacht, also ich habe mir so Module gebaut, die ich immer wieder neu zusammenschiebe. Also wahrscheinlich so, wie du es auch in einem Filmset machen würdest. Wenn du halt sagst, ich brauche
00:43:37
Speaker
Ich brauche jetzt nur eine Ecke. Wir drehen jetzt eine Szene, wo der Charakter um die Ecke rennen muss und diese Tür muss sich öffnen und er rennt dann rein und die Tür geht wieder zu. Dann brauchst du ja nicht das ganze Raumschiff, dann brauchst du nur diese zwei Wände, den Fußboden und die Decke und die Tür. Und da habe ich mir halt so eine Datenbank aufgebaut mit ...
00:43:58
Speaker
Ja, so verschiedene Shots, so ein großes, ein kleines, wie sich das öffnet, ein schmales, ein breites. Ich nehme jetzt den zweiten Shot, klebe die Wand dran, nehme den Fußboden und wenn mir das noch zu langweilig aussieht, dann klebe ich noch ein paar Panels und dass es ein bisschen belebter aussieht und so bastle ich mir dann halt diesen Korridor.
00:44:18
Speaker
Und da habe ich mittlerweile eine richtig fette Datenbank an verschiedenen Szenerien. Es gibt so ein Labor, es gibt eine Mannschaftsunterkunft, es gibt eine Luftschleuse, den Pilotenraum. Und wenn ich dann halt immer mal zwischendurch so ein bisschen Zeit habe, dann bastle ich da noch so ein bisschen dran.
00:44:43
Speaker
Jetzt habe ich neulich zum Beispiel an Pilotensitzen gebaut und habe die dann wieder so ein bisschen verfeinert und so gemacht, dass es ein bisschen besser passt. Das habe ich halt zum Beispiel bei dem Raumschiff, also bei den technischen Sachen. Jetzt landen die auf diesem Planeten. Das ist in so einem Tempel, in so einer komischen
00:45:05
Speaker
Da wolltest du wahrscheinlich noch dazukommen. Nee, mach mal. Ich hätte es nicht unbedingt vorweggenommen, aber das kann man schon sagen, dass sie in so einem Tempelkomplex landen und da reinlaufen. Genau. Sie finden dann so ein außerirdisches Artefakt und dann so reingehen. Und da hab ich zum Beispiel auch viele in 3D gebaut. Weil ich fing dann so an, ich mag so diesen ... Ich mag zum Beispiel auch so Kollage.
00:45:34
Speaker
Techniken. Also zum Beispiel verschiedene Sachen zusammenzubringen, drüber zu malen, zu schneiden, zu kleben. Ich habe zum Beispiel früher als Kind, als ich anfing, so Comics zu machen, so selber zu machen, habe ich immer davon geträumt, ich möchte einen Kopierer. Weil dann kann ich ja
00:45:53
Speaker
Sachen immer wieder vervielfältigen und mir so zurecht schneiden und kann dann meine Figuren ausschneiden und kann wieder draufkleben. Praktisch. Ja, ich habe mir das halt so vorgestellt, so naiv, ich wusste ja damals noch nicht wie Comics gehen oder so, aber ich fand einfach so immer so dieses, man kann halt verschiedene Sachen aus verschiedenen
00:46:15
Speaker
Medien zusammenführen mit Klebstoff oder kann man drüber malen mit Deckweiß oder das hat mich schon immer so ein bisschen fasziniert anstatt halt irgendwie also natürlich einerseits das Zeichnen aber halt auch so verschiedene Sachen zusammenzubringen zusammen zu stöpseln auch so
00:46:30
Speaker
Und ich weiß halt mittlerweile, es gibt ja auch Kollegen, die halt zum Beispiel mit Projektoren arbeiten und dann halt zum Beispiel auch Pausen. Und das sind ja alles so, im Prinzip so Montagetechniken. Und im Prinzip ist das mit dem Rechner ja ähnlich. Und ich nutze das halt einfach deswegen. Einerseits spart es halt sehr viel Zeit und du kannst halt auch
00:46:57
Speaker
Naja, der Zeitfaktor ist eigentlich schon ein bisschen das Wichtigste, muss man fast sagen. Ja. Also, ich kann das gut nachvollziehen. Guckt euch mal, wir haben ja genug Material von dir auf unserer Website, sowohl von den Chronikern des Universums als auch von Merkmax. Du hast ja nun einen sehr detaillierten und ausgefeilten Stil. Also, jetzt ja nicht so, dass du ...
00:47:19
Speaker
dass dann irgendwie diese Verkürzung nehmen würdest, um dann noch irgendwas dahingeschmiertes oder Halbfertiges abzuliefern. Das ist ja schon sehr, sehr raffiniert. Ich glaub, da kann man schon nachvollziehen, dass du da versuchst, ein bisschen zeiteffizient zu arbeiten.
00:47:35
Speaker
Ja, es ist auch echt eine Notwendigkeit. Also gerade bei den Star Wars Geschichten war es sowieso eine Notwendigkeit, weil du bist gebunden an Deadlines. Also das ist für die amerikanische Industrie, da habe ich so gemerkt, das ist auch echt einer der maßgeblichen Unterschiede. In den USA wird sehr, sehr industriell, sage ich mal, gearbeitet. Da gibt es strikte Terminvorgaben.
00:47:59
Speaker
strikte Hornograforgaben. Es gibt einfach diese Rahmen, wo sich jeder drin bewegt. Und das muss auch erfüllt werden. In Frankreich ist es noch sehr viel künstlerischer orientiert. Da sagt man halt, Richard zum Beispiel, es muss halt geil werden. Dann dauert es vielleicht ein, zwei Monate länger, aber es muss halt schön sein. Es muss schon so sein, wie wir es uns vorstellen. Eigentlich sehr positiv zu betrachten, diese Herangehensweise.
00:48:25
Speaker
Ja, total. Aber trotzdem, ich werde ja, das kann ich ja sagen, also von Dago zum Beispiel auch pro Seite bezahlt. Also der Verlag, ich liefere Seiten und kriege dafür mein Geld sozusagen. Und da bin ich ja, um dann halt so ein Gehalt in Anführungszeichen zu generieren, muss ich ja so einen Turnus haben, so eine gewisse, ich muss halt pro Monat so und so viele Seiten produzieren, damit ich meine Miete bezahlen kann. Ja, ganz simpel.
00:48:53
Speaker
ganz simpel, ganz profan und erschreckend so ist das. Das ist ja so ein Thema auch immer so, der Künstler lebt von
00:49:05
Speaker
In der Wahrnehmung ist es ja immer noch so. Ja, das stimmt. Von Luft und Liebe, oder? Ja, doch. Beziehungsweise die Leute machen sich häufig etwas verschobene Vorstellungen, wie viel Geld man damit eigentlich verdient. Aber das gilt ehrlich gesagt für jeden Beteiligten an dieser ... Wir hatten in den letzten Podcasts ... hatten wir so eine Wertschöpfungskette Comic.
00:49:29
Speaker
Jeder Leserin, jeder Leser geht meistens davon aus, dass alle Beteiligten viel mehr Geld an jedem dieser Bücher verdienen, als tatsächlich der Fall wäre. Ja, das ist tatsächlich so. Da könnte man jetzt stundenlang drüber sprechen. Da könnte man lange drüber sprechen. Da kannst du einen eigenen Podcast drüber machen über die verschiedenen Art und Weisen des Selbstverständnisses von Künstlern.
00:49:54
Speaker
Aber auch von Verlagen und auch so von Publishing Prozessen oder auch wie Rechte gehandhabt oder vergütet werden oder Lizenzen und so. Das ist schon echt unglaublich komplex und unglaublich heterogen auch. Sehr, sehr heterogen. Ja, ja, total. Also zum Beispiel, ich komme ja aus der Illustration eigentlich. Also so Grafik, Illustration und so. Und das Comiczeichnen mache ich ja jetzt noch gar nicht so lange, sage ich mal, wirklich
00:50:23
Speaker
Als Gelderwerb. Das Reitetun mache ich schon wirklich sehr lange. Aber jetzt zu sagen, ich zeichne jetzt wirklich, ich bin jetzt Comiczeichner und Geschichtenerzähler und arbeite und verdiene damit mein Geld, meinen Lebensunterhalt, da bin ich jetzt gerade so in der Situation, dass man sagen kann, es funktioniert. Also ich komme jetzt gerade so hin, dass man wirklich davon leben kann.
00:50:52
Speaker
Ja, das ist halt ein wahnsinnig komplexes Thema. Also zum Beispiel gemessen, so Arbeitsaufwand, gemessen Bezahlung. Wenn ich jetzt mit einem Illustratorenkollegen rede, der fragt mich, was kriegst du pro Seite? Und ich sage es ihm, dann entsetzt er die Hände über dem Kopf zusammen. Weil gemessen an dem Aufwand, also der zeichnerische Aufwand, eine Seite zu produzieren, was man dafür bekommt, wäre für einen Illustratoren
00:51:16
Speaker
Viel zu wenig. Andererseits der Schwerpunkt. Ganz so einfach ist es nicht, weil der Schwerpunkt ist bei mir ein anderer. Beim Illustratoren, du zeichnest ein Bild, dann geht es zum Kunden. Und dann sagt er, ich hätte aber gern das anders. Dann geht es zu dem nächsten Sachbearbeiter, der sagt, ach, meine Tochter hat das gesehen und sagt, die Nase von dem Typen da. Weißt du, dann kriegst du eine, als Illustrator bin ich immer durch hunderttausend Korrekturschleifen gegangen.
00:51:46
Speaker
Und das ist als Comiczeichner zumindest, eigentlich im Idealfall ist es halt nicht so. Nicht mal bei Star Wars war das so. Beim Comiczeichner ist es so, es geht um die Erzählung. Und das Zeichnerische ist eigentlich nur das Mittel zum Zweck. Ja. Also du musst ja auch nicht so ein Gottzeichner sein, profan. Also es geht um, du musst halt rüberbringen, du musst die Geschichte erzählen können. Ja, und davon musst du gemessen.
00:52:13
Speaker
Daran wirst du gemessen und dafür wirst du halt auch bezahlt. Also jemand, der sehr simpel zeichnet. Also ihr habt zum Beispiel, was ich ganz toll finde bei euch im Programm, die Frauke Berger. Mhm. Grün. Und die Schöne und die Biester. Ja, inzwischen auch.
00:52:29
Speaker
Ja, die ist ja jetzt an ihrem nächsten Projekt schon dran. Und da habe ich auch gedacht, Applaus, Applaus, es ist ein super einfacher Strich, was sie macht und sie erzählt einfach die Geschichte. Und es gibt so viele Sachen, die so brachial gezeichnet sind, also wo ich mich ehrlich gesagt frage, wie schaffen die Leute das? Wie machen die das? Das kann doch nicht wahr sein, dass man irgendwie
00:52:54
Speaker
damit, dass man das so ein Output generieren kann, dass man davon leben kann. Weil das ist einfach vom Aufwand her, meine ich. Ja, ja. Ich weiß, was du meinst. Ich weiß, was du meinst. Ich denke da immer an Claudia Schmidt.
00:53:08
Speaker
Claudia Schmidt zum Beispiel ist mir ein Rätsel. Wir verstehen es auch nicht. Vielleicht hat sie sich klonen lassen oder so. Oder sie hat einen Weg gefunden, nicht mehr schlafen zu müssen. Oder das. Für diejenigen, die es nicht kennen, Claudia Schmidt zeichnet und schreibt Müre, was sie im Self-Publishing auf Englisch macht und die deutsche Version. Sie ist Deutsche.
00:53:32
Speaker
erscheint bei uns, also bei Splitter. Und der Zeichenstil ist vom Detailgrad und einfach von den Ausmaßen her, sag ich mal, wirklich jenseits von Gut und Böse. Also ich würd's eigentlich gar nicht mehr Zeichnen nennen. Es ist gemalt. Sie malt diese Comics irgendwie. Jeden Panel ist wie ein Ölgemälde.
00:53:55
Speaker
Und da muss ich sagen, ich passe. Also da wäre ich einfach nicht in der Lage, da wirklich so ein Output zu generieren. Ich glaube, sie macht das ja auch irgendwie ganz clever. Sie bedient ja auch so verschiedene Plattformen und macht auch immer so Preisausschreiben und Verlosungen. Und es ist bei ihr so ein Gesamtkunstwerk eigentlich. Es ist tatsächlich mehr so ein World Building Fantasy.
00:54:24
Speaker
Franchise-Ding, was auf Illustration und Comic basiert. Es geht nicht nur um den Comic im engeren Sinne. Mhm, genau. Ja, ja. Und das ist so etwas, wo ich halt ... Also, da bin ich halt eher so, wie gesagt, der klassische Comiczeichner, der, weiß nicht, Lohnzeichner. Also, ich sitz hier und mach meine Seiten fertig. Und das ist jetzt auch überhaupt nicht irgendwie ...
00:54:51
Speaker
Das klingt jetzt vielleicht so ein bisschen doof oder frustrierter. Ich finde es total gut. Ich liebe es. Ich genieße es total, in so eine Geschichte abzutauchen und die Seiten, die Geschichte voranzutreiben. Du hast ja auch deine Freiräume. Ich habe meine Freiräume.
00:55:10
Speaker
Ich habe aber auch total Spaß daran, mich in so einem Universum, in so einem vorgefertigten Universum auch zu bewegen. Also auch Star Wars hat mir unglaublich Spaß gemacht, weil es ist für mich gleichzeitig wie so ein Film zu drehen und gleichzeitig zu gucken. Das Ganze vor mir, vor mir auf dem Papier oder auf dem Tablet. Also du sitzt im Kino, aber drehst gleichzeitig diesen Film. Es ist ein großer großer Spaß.
00:55:37
Speaker
Lass uns mal von den Chroniken etwas abrücken. Wenn ihr interessiert daran seid, der erste Band ist inzwischen auf deutscher Schiene, der zweite Band ist in Arbeit. Auf unserer Website gibt's Leseproben dazu und, und, und. Und zu diesem Zeitpunkt ... Du weißt davon jetzt noch nichts, Ingo, aber es wird demnächst auch noch einen kleinen Teaserfilm dafür geben.
00:56:01
Speaker
Ja, wir sind auch sehr gespannt. Ja, super. Den werdet ihr dann auch finden. Schaut's euch an, ich find's sehr lesenswert. Und ich hab schon viel Science-Fiction gelesen. Ich würd aber gerne noch mal kurz auf die andere Serie, die bei uns von dir erscheint, zurückkommen. Malcolm X, was du mit Peter Mannigan zusammen machst.
00:56:26
Speaker
Mal so ganz aus dem Bauch rausgefragt. Fühlt es sich sehr anders an, an Malcolm X zu arbeiten als an den Chroniken jetzt zum Beispiel? Ich mein, sind beides vom Format her irgendwie franko-belgische Alben? Beides ... Also, das Genre ist natürlich ganz anders. Malcolm X ist ja so eine viktorianische Mystery-Serie mit Abenteuereinschlägen. Aber gibt's da grundsätzlich anderes Feeling?
00:56:55
Speaker
Ja und nein. Ich kann dir mal sagen, was grundsätzlich anders ist. Grundsätzlich anders ist schon mal die Art des Skriptes. Peter schreibt ganz anders als Richard. Peter ist einerseits klassisch im Drehbuchformat. Er hat diese textbasierte Form.
00:57:21
Speaker
Seite 12, erstes Bild, London. Die und die Straße, Straßenbeschreibung, Lichtbeschreibung, Personen. Also Peter beschreibt sehr, sehr ausführlich die Szenerie, was ich ganz toll finde. Also man merkt so richtig, Peter ist so richtig in dieser Welt drin.
00:57:45
Speaker
Er hat auch ein unglaubliches Auge aufs Detail, also in der Ecke steht ein Tisch, hier ist ein Regal mit Büchern, wobei er immer betont, es ist immer ein Vorschlag, also er ist ja so ganz bescheiden, aber ich stelle mir das so und so vor. Und dann hat er auch manchmal auch noch im Skript, ich habe da immer so eine Word-Datei, die so 300 Seiten hat oder so. Für ein 48 Seiten Album, ja.
00:58:08
Speaker
Ja, das muss man sich mal reinziehen. Für ein 48 Seiten Album schreibt er so 300 Seiten Skripte. Wobei nicht alles, muss man in Fairness halber sagen, geschrieben ist. Ganz viele Bildreferenzen auch. Er macht dann auch immer ganz viele Vorschläge. Dann hat er hier einen Screenshot aus einem Videospiel und recherchiert ganz viel im Netz. Er stöpselt dann auch so Moodboards zusammen. Diese Straße stellt er sich so und so vor. Morgennebel.
00:58:38
Speaker
Und dann hatte er eine alte historische Abbildung aus einer Gasse mit Fachwerkhäusern oder so. Also ganz viel Bildstimmung, Lichtstimmung, Atmosphäre. Da ist Peter ganz groß, also ganz viele Schilderungen. Und dann ist halt Malcolm X hat auch sehr viel Dialog.
00:58:57
Speaker
Er schreibt auch sehr ausrufende. Ich mag das sehr, sehr gerne. Es ist ein Selling-Point. Peter hat ja auch einen wahnsinnig geschliffenen und viktorianischen Stil zumindest. Vielleicht kurz für diejenigen, die nicht wissen, wer er ist. Peter Mennigen hat in seinem Leben schon ungefähr alles dreimal geschrieben.
00:59:20
Speaker
Was Peter für Bastai ... Gespenstergeschichten. Superheldenstories für Bastai und für unfassbarer Output. Ja, irre. Also nicht nur im Comicbereich. Er hat Drehbücher geschrieben, er hat TV-Shows konzipiert. Er hat mir mal erzählt, er hat für die Bee Gees die Website mal gehostet. Also, bestückt mit Inhalten. Das ist kein Witz.
00:59:46
Speaker
Er haut ja auf Facebook manchmal so Anekdoten raus mit so Fotoserien, wo er irgendwie unterwegs war bei der und der Tour mit Costa Cordalis oder so, mit Schlagersägen und Schauspielern und so. Also er hat irgendwie einen, er blickt auf so ein unglaublich bewegtes Leben wohl zurück, wo er wirklich überall schon die Pforten mal drin hatte, hier was schreiben, da was schreiben.
01:00:10
Speaker
Hier eine Idee, da eine Idee. Total irre. Der Typ ist der Wahnsinn. Und Richa Marazano hat einen reduzierteren Ansatz?
01:00:20
Speaker
Ja, total. Bei ihm ist es tatsächlich so, er schreibt die Skripts, bei ihm hat das so eine Tabellenform. Das ist total lustig. Es ist wirklich lustig, als kriegst du eine Tabelle, wo halt die Zeilen sind die Panels, also so 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 oder so. Und die Spalten sind Szenenschilderungen,
01:00:41
Speaker
Dialog und dialog noch mal aber auf französisch ich wollte gerade sagen ihr macht ihr kommuniziert wahrscheinlich auf englisch aber das das album ist ja ursprünglich jetzt auf französisch erschienen also ja also ich ich spreche so gut wie gar kein französisch also das kannst du wirklich knicken ich war sehr sehr schlecht ich war total schlecht in französisch auch in der schule schon und ich das ist so
01:01:05
Speaker
Ich weiß nicht warum, frage mich nicht warum, aber die Sprache hat bei mir nie so richtig gefruchtet, was ich mittlerweile wirklich stark bereue. Aber es ist halt so, dass Richard sehr gut Englisch spricht und wir verständigen uns auf Englisch allen.
01:01:21
Speaker
Ein großer Segen. Und er schreibt mir die Dialoge halt doppelt, weil er sagt, für den Verlag ist es besser zum Layouten, wenn alles fertig ist. Also in den Sprechblasen das steht, was nachher auch reinkommt. Und insofern, ich setze alle Dialoge auf Französisch, lese sie aber auf Englisch. Also ich weiß, worum es geht.
01:01:43
Speaker
Im Zweifelsfall jag ich das noch mal durch einen Translator oder so. So ein kleiner Software-Schnudel hier, der hier ein bisschen übersetzen kann. Und da mit auch wirklich keine Missverständnisse aufkommen oder so. Als wenn ich etwas unsicher bin. Ja, wie kamen wir drauf? Genau, die Unterschiedlichkeit. Genau, die Unterschiedlichkeit. Das heißt, du hast dann da ein viel stärkeres Gerüst, an dem du dich orientierst oder ...
01:02:10
Speaker
Ja, ja. Wobei Peter sagt, es ist halt keine strikte Vorgabe. Er sagt, es sind alles Vorschläge und so. Und Peter macht sich unglaublich viele Gedanken. Also er ist wahnsinnig sorgfältig. Richard auch auf seine Art. Aber das Skript ist sehr, sehr knapp bei Richard. Also er sagt halt,
01:02:32
Speaker
Also er überlässt das mir. Beim ersten Band war es zum Beispiel auch so, dass Richard zusätzlich zu dem Skript noch ein Storyboard gezeichnet hat, weil er zeichnet selber auch sehr, sehr, sehr gut. Also er ist auch ein sehr, sehr aktiver Zeichner und Maler und macht Aquarell und Öl und ganz viele andere Sachen auch. Und er kann auch zeichnen, aber er hat halt sehr, sehr grob gezeichnete Storyboards mir gemacht für jede Seite, wie er sich das vorstellt. Und jetzt beim zweiten Band hat er gesagt, ach nee, mach du das.
01:03:00
Speaker
Also er lässt mir jetzt die Leine ein bisschen lockerer. Und genau, also die Skripte sind wirklich sehr, das ist wirklich sehr knapp. Es ist wirklich nur eine ganz knappe Beschreibung von dem, was er halt für wichtig hält. Also wenn ein bestimmter Gesichtsausdruck zum Beispiel sein muss, also hat er ja guckt erstaunt oder entsetzt oder so. Und dann kommt schon der Dialog. Also die Szenerie ist eigentlich nur einmal vorgegeben, also nur beim Szenenwechsel. Dass man sagt, wir befinden uns hier.
01:03:29
Speaker
Wir befinden uns in einer Höhle oder wir befinden uns an Bord des Raumschiffs oder so und der Rest, das muss ich halt irgendwie, das mach ich halt. Also ich, wenn er sagt, hier Schnitt, Pilotenraum an Bord des Raumschiffs, dann obliegt es mir zu sagen, aha, wo sind wir denn? An welchem Platz sitzt Utschar zum Beispiel?
01:03:52
Speaker
Der Außerirdische sitzt an seinem Platz. Jeder hat seinen Platz auf der Kommandobrücke, so ähnlich wie bei Star Trek. Da habe ich auch die Sitznummern so durchnummeriert. Also wenn Ucha an seinem Platz sitzt, dann weiß ich, wo er sitzt. Das Szenenbild baue ich dann auf sozusagen.
01:04:13
Speaker
Das ist das eine. Das andere ist auch, wie gesagt, Dialoge zum Beispiel. Peter schreibt sehr ausführliche Dialoge. Das war am Anfang ein großer Kritikpunkt bei Malcolm X. Also ich habe viele Kritik bekommen, muss ich sagen. Ja, gut. Und mittlerweile, glaube ich, haben es die Leute gefressen. Jetzt haben sie es verstanden. Jetzt akzeptieren sie es, glaube ich. Es kommt nicht mehr so.
01:04:37
Speaker
Aber am Anfang hab ich oft ... War das bei euch nicht so? Viel zu viel Text, viel zu viel. Der erste Band ist erschienen, bevor ich im Verlag gearbeitet hab. Merke, Max gibt's ja inzwischen auch in Frankreich. Allerdings bei Del Cours, nicht bei Der Goh, was ja auch ein großer Verlag ist. Del Cours Soleil. Finden die Franzosen das auch zu viel Text?
01:05:00
Speaker
Ne, also die Kritiken sind sehr, sehr wohlwollend bisher. Und soweit ich mich erinnern kann, habe ich überhaupt nichts über die Textmenge gehört.
01:05:10
Speaker
Oder? Nö, wir auch nicht. Was wir bisher mitbekommen haben, ist es auch gut angekommen. Der Redakteur liebt ja auch die ... Der hat an Peters Schreibweise auch einen Narren gefressen. Wir sind immer noch nicht ganz sicher, ob er das auf Deutsch gelesen hat oder es sich auf Englisch oder Französisch übersetzen hat lassen. Wissen wir nicht so genau. Aber ... man muss sich halt darauf einlassen, dass es zu dieser Serie dazugehört. Ja.
01:05:35
Speaker
Das finde ich halt auch. Ehrlich gesagt war es auch das, was mir von Anfang an spontan total gefallen hat, als ich das allererste Skript von ihm bekommen habe. Das ist ja auch so eine Nummer. Peter hat mich ja kontaktiert und hat gesagt, wir haben uns ja noch gesiezt, also er hat mich gesiezt und gesagt, kann ich ihm mal was schicken?
01:05:56
Speaker
Und dann kam so ein riesen fetter Umschlag, also wie so ein Telefonbuch, wo ich glaube, da waren zwei Skripte drin, zwei komplette Skripte, zwei komplette Serienkonzepte und eins davon war Malcolm X und ich mochte halt auch gleich so diese
01:06:12
Speaker
altmodische Art zu erzählen. Also du hast auch viel mit Off-Text-Box. Also so, dass du halt eine Box hast, wo geschildert wird, was gerade gezeigt wird. Zum Beispiel, wo gerade im ersten Band, da musste ich so lachen, Sir Archibald Greenwood findet die Leiche seiner Geliebten im Gebüsch und ist da ob sehr entsetzt und übergibt sich.
01:06:37
Speaker
Ich mache ein bisschen kleines Panel, wo nur er als Silhouette gezeigt wird, wo er sich übergibt. Aber in der Off-Text-Box, die dreimal so groß ist wie das Panel, wird noch geschildert, was er gerade von sich gibt. Welche Mahlzeit er von sich... So ein Clotted Cream, so und so. Und das Hühnchen vom Nachmittag. Und das fand ich fantastisch.
01:06:59
Speaker
So gesehen, es gibt ja diese Faustregel Showdown-Tell. Ja, gibt es. Eigentlich wie das visuelle Medium, aber teilweise ist Malcolm X genau andersrum. Ja, genau. Dass er viele Dinge nicht zeigt, die dann irgendwie impliziert werden. Und das lebt dann natürlich wieder davon, dass Peter so blumig schreibt und einen dermaßen in diese Epoche reinzieht auf die Art und Weise, wie er die Texte verfasst.
01:07:25
Speaker
Natürlich gibt es diese Regel, und die ist ja auch nicht falsch. Aber ich finde, wie Peter das halt macht, ist das halt eine eigene Form des Humors. Also wenn zum Beispiel der Inspektor kommt hergerannt und sagt, Hilfe, ich werde von einem schrecklichen Monster verfolgt, und Malcolm X entgegnet einfach nur an diesem Satz, missfallen mir spontan zwei Dinge.
01:07:54
Speaker
Das trägt ja nichts zur Handlung bei. Das würde auch niemand sagen, Hilfe, ich werde von einem schrecklichen Monster verfolgt oder so. Meistens ergibt sich das ja aus der Handlung oder aus dem Gezeigten, aber ich finde das so großartig.
01:08:10
Speaker
Das ist sehr charmant. Genau, das ist einfach charmant. Genauso wie bei diesen alten Bas-Bänzer-Filmen. Diese Prügeleien, die einfach die ganze Zeit verbal begleitet werden. Kennst du die? Ehrlich gesagt nur so ausschnittsweise. Die Filme habe ich glaube ich nie in Gänze gesehen. Boah, musst du mal gucken. Das ist einfach so durch die deutsche Synchro.
01:08:34
Speaker
Es gibt diese Prügeleien und die kommentieren das auch ständig, während sie sich prügeln. Es ist fantastisch, es ist zum Todlachen. Und so ähnlich, so ein bisschen ist es auch so vielleicht bei Malcolm X, es entsteht so eine eigene
01:08:50
Speaker
So eine kommentatorische Ebene. Ja, ich verstehe. Auch da könnt ihr auf unserer Website ... Sorry, ich will zwischendurch immer wieder Werbeeinspieler machen. Aber zwischendurch muss man ja doch noch mal vom Zuhörer oder der Zuhörerin her denken. Auch da findet ihr massenhaft Leseproben auf unserer Website. Inzwischen, merke, Max sind jetzt gerade vier Bände.
01:09:11
Speaker
plus ein spin-off band wo noch drei weitere zeichnerinnen dran beteiligt war mit vier kurzgeschichten. Lass uns mal so langsam auf die ziel gerade mit meinen endfragen kommen aber ganz. Vorher noch mal so würde mich interessieren mit also mit den chroniken bist du jetzt ja noch einige zeit beschäftigt.
01:09:34
Speaker
Ich hoffe schon. Ich geh mal davon aus. Ich warte jetzt auf den zweiten Band, mindestens. Vorher hörst du mir nicht auf. Nee, nee, nee. Aber wenn du jetzt ... Sehr schön. Wenn du jetzt so ganz ins Blaue dir was aussuchen dürftest, was du danach machen wolltest, gäbe es so ein Herzenswunschprojekt, was du immer mal ...
01:09:57
Speaker
machen wolltest, jetzt unabhängig davon, ob das in einem Franchise ist, das es schon gibt, oder mit einem, meinetwegen mit einem Autorin oder mit einer Autorin zusammen, von der du immer schon mal was realisieren wolltest, keine Ahnung. Gibt's da so was? Oder ist das zu ... lethargisch?
01:10:16
Speaker
Also, das Klick ist total doof. Aber das, was ich mir schon ganz stark gewünscht habe, das habe ich eigentlich auch schon gemacht. Oder ich mache es gerade. Es ist ein irres Ding gewesen damals, als es hieß, du machst Star Wars.
01:10:37
Speaker
Das war zum Beispiel so ein Teil. Ich hätte echt nicht geglaubt, dass das klappt, dass das geht, dass ich Star Wars mache. Es gibt wirklich jetzt nicht so speziell, wo ich sagen würde, das möchte ich unbedingt machen. Ich bin total offen. Ich habe einen großen Spaß an dem fantastischen Genre, also Science Fiction.
01:11:07
Speaker
Fantasy? Vielleicht? Keine Ahnung. Aber nichts Konkretes. Nicht so wirklich konkret. Aber ist doch eigentlich die schönste Antwort, wenn du sagen kannst, nein, das habe ich nämlich schon. Das meine ich, das ist eigentlich wirklich so. Es ist tatsächlich so das, was ich gerade mache. Ich lebe meinen Traum.
01:11:30
Speaker
So ein bisschen so ist es. Es ist tatsächlich. Also es ist schon irgendwie echt abgefahren. Wer weiß, was sich noch ergibt. Ja, mal sehen. Dann erfüll ich dir jetzt aber noch einen Traum, denn wie immer darfst du natürlich jetzt, nachdem ich dich schon so gelöchert habe, auch noch eine Gegenfrage stellen, wenn du möchtest. Eine Frage an den Spitterverlag oder an mich, wenn dir irgendwas unter den Nägeln brennt, bevor ich meine Schlussfragen stelle.
01:11:57
Speaker
Lieber Max, ich habe auch Fragen. Bevor ich frage, ich muss Splitter loben. Ich kann mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen, wo wir sonst hätten mit Malcolm-Max landen sollen.
01:12:18
Speaker
Ja, wirklich. Ich finde, dass ihr mit großem Herzblut an die Sache geht. Eure Sachen sind qualitativ unglaublich hochwertig. Also alles, was bei euch erscheint, es hat so eine eigene Güteklasse irgendwie. Also Splitter ist schon eine Hausnummer, muss ich mal sagen.
01:12:43
Speaker
Ja, also ich fühle mich wirklich sehr wohl bei euch. Aber ich war noch nie bei euch. Ich war noch nie in Bielefeld, seid ihr? Wir sind in Bielefeld, ja.
01:12:53
Speaker
Ja, und ich war noch nie bei euch im Verlag. Und erzähl doch mal so ein bisschen, wie viele seid ihr? Was macht ihr da? Oh, okay. Also wir sind im Verlagsgebäude normalerweise zu siebt. Jetzt gerade deutlich weniger, weil ungefähr die Hälfte von uns im Homeoffice ist, damit der Rest jeweils
01:13:16
Speaker
ein eigenes Büro für sich hat immer. Sonst teilen wir uns die teilweise. Ist jetzt grade in Corona-Zeiten aber halt nicht der Fall. Mhm, ja. Dass wir nicht alle im Homeoffice sind, liegt daran, dass wir nicht alle im Homeoffice arbeiten können. Denn speziell die Leute, die viel mit Grafiken zu tun haben, es gibt einfach keine Internetverbindung in Deutschland zumindest, von der wir wüssten, die schnell genug ist, um diese Datenmengen in halbwegs vernünftigen Zeiten von unseren Servern zu tunneln.
01:13:46
Speaker
Also wir brauchen halt sichere Tunnel für die Datenübertragung und die sind einfach nicht schnell genug, dass du dann mit solchen Grafikdateien arbeiten kannst. Also du meinst zum Beispiel, wenn du so Rohdaten kriegst von den Zeichnern, also so wie die Sachen von mir? Ja, genau. Also der Download oder so, das ist nicht so das Problem. Aber wenn du dann irgendwie seinen aufmachst, dann verknüpft er das ja alles links und rechts und du musst das alles in
01:14:09
Speaker
mit extrem hoher Auflösung der Anschauen und dann noch Querverweise. Das liegt alles auf Servern, die bei uns im Keller stehen. Und das dann irgendwie, auch wenn's nur ein paar Hundert Meter in die Innenstadt sind, zu tunneln, sodass man als Grafiker oder Redakteur nicht einen Kollaps kriegt, weil jede Seite zwei Minuten lädt, bevor man sie sich angucken kann. Das funktioniert halt nicht so ganz. Ja, aber so ein Grund ... Ja.
01:14:36
Speaker
Ja, das ist halt ein Deutschlandthema auch, oder? Es ist ein bisschen so ein Deutschlandthema. Also wenn wir alle eine Glasfaserbuchse bei uns hätten, wo wir unsere Computer drin einstöpseln können, wär das überhaupt kein Ding, aber das ist halt nicht so. Also gerade zum Beispiel unsere Grafikerin lebt in einem Haus, wo sie tatsächlich nur WLAN hat.
01:14:57
Speaker
Was sie sich irgendwie mit 15 parteien teilt und das klappt halt vorne und hinten nicht deshalb sind wir jetzt gerade ein bisschen reduziert aber also normalerweise sind wir zu sieben und wohnen er quatsch arbeiten im erdgeschoss vom wohnhaus unseres verlegers dirk.
01:15:12
Speaker
Das ist ein sehr hübscher, sehr großer Altbau. Ziemlich zentrumsnah in der Nähe vom Landgericht ist das. Wenn ihr mal auf die Karte gucken wollt. Das ist das im Moment. Ihr habt gar kein eigenes Bürogebäude? Das ganze Erdgeschoss gehört uns sozusagen. Da drüber wohnt Dirk. Das Erdgeschoss, wo Dirk wohnt? Das Erdgeschoss von dem Haus, in dem Dirk wohnt, genau.
01:15:36
Speaker
Im ersten Geschoss wohnt Dirk, im Stock da drüber sind Büroräume, die untervermietet sind, und im Stock da drüber wohnt noch eine Untermieterin. Also es ist ein relativ großes Gebäude. Und dann sind wir da zu Sibt. Unser Hersteller Horst, den du ja auch kennst, der lebt in der Nähe von Frankfurt.
01:15:58
Speaker
Das weiß ich auch. Genau, der leidet unter dieser Internetsache auch, denn der muss ja unsere Druckdaten sich angucken. Und der arbeitet dadurch deshalb in der Nachtschicht quasi, weil tagsüber zu viel Traffic in seiner Wohngegend ist und er nie zu Rande kommen würde. Der macht dann nachts immer seine Daten fertig, legt die auf den Server und der Upload läuft dann den ganzen Tag über.
01:16:20
Speaker
Das sind teilweise ganz seltsame Konstruktionen. Aber es funktioniert, sag ich mal so. Ach du meine Güte. Und dann haben wir da zwei bis drei Hunde, je nachdem, wie viele Hunde da gerade so sind. Hunde? Hab ich Hunde gehört? Ja, Hunde. Hunde? Okay. Zwei Scharpals und ein schwarzer Labrador. Ach, die Scharpals, sind das die von Dirk? Das sind die chinesischen Faltenhunde, ja.
01:16:48
Speaker
Ja, da hat er mal davon erzählt, dass er die hat. Das sind die, die so... Ja, das Gesicht sieht aus wie so ein Gehirn. Ja, doch, das kommt.

Büroumgebung und Arbeitskultur

01:16:59
Speaker
Das klingt jetzt ekliger, als es ist. Das sind vor allem sehr... Ja, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne
01:17:13
Speaker
Ja, und normalerweise wuseln wir da so umeinander rum, und es lebt viel davon, dass wir vieles auf sehr kurzen Wegen besprechen können. Anders als zum Beispiel in so Konzernen, wo dann halt alles noch über durch fünf Hände gehen muss, geht das halt teilweise recht schnell, lässt sich im Dialog reden, ist momentan auch ein bisschen langsamer.
01:17:36
Speaker
Im Großen und Ganzen ist es halt ein Altbau, statt Schreibtischen haben wir so... Ich denk da jetzt gerade dran, ich hab grad überlegt, wie erklär ich das jemandem... Ich hab das Glück, ich sitze im Archivraum, hab mein Büro, das heißt, um mich rum sind alle Splitteralben, die jemals veröffentlicht wurden, das sieht sehr schön aus. Gibt's im Internet auch ein paar Fotos von, und anstatt von normalen Schreibtischen haben wir so ausrangierte Loren von Bergbauunternehmen.
01:18:05
Speaker
Ja es ist kein witz das sind so riesen also nicht riesengroß aber so ultramassive metallteile die halt auch mit noch mit rädern sind. Und mit so wie so wägelchen ja so was wie indiana jones ja ja also nicht ganz so groß haben wir denn sowas als schreibtisch nehmen ich weiß es nicht aber also die waren schon da als gekommen sind dirk hatte irgendwie vorher vor zehn jahren oder so mal irgendwie besorgt.
01:18:32
Speaker
Keine Ahnung wieso. Wir haben auch in unserem eigentlichen Meeting-Raum, sag ich mal, wo jetzt ein Büro drin eingezogen ist, wo wir normalerweise unsere Treffen haben, ist unser Tisch auch ein riesiger Billardtisch.
01:18:52
Speaker
Das, was eigentlich unbequem ist, aber irgendwo auch cool. Nur so Kleinigkeiten. Das ist der Meeting-Tisch. Ja, der Meeting-Tisch. Eigentlich der Meeting-Raum auch. Wird ja dann auch zum Billard-Spielen benutzt. Hin und wieder.
01:19:10
Speaker
Ja, hin und wieder. Man darf doch den Filz nicht ... Man darf doch da dann nicht ... Sind da Billardspieler nicht irgendwie sehr permeable? Ja, da ist so eine massive Holzplatte drauf, die den abschließt. Ach so, ah. Der lässt sich auch schon so als Tisch benutzen. Ist halt dann relativ hoch. Ach so, natürlich. Na, da ... Ich bin ja kein ... Bist du Billardspieler? Sind wir leider alle nicht so richtig, außer Dirk. Aber so weiß man zumindest, wer gewinnt, wenn man dann mal spielt.
01:19:39
Speaker
Ja, also ich bin auch kein besonders toller Billiardspieler, aber ich habe immer so mitgekriegt, man muss irgendwie echt aufpassen mit diesem Filz. Dass man bloß nicht diesen Fehler macht, mit dem da irgendwie so rein zu, dran zu stoßen oder so. Da gab es dann irgendwie wirklich, da war was los. Ist bisher noch nie passiert.
01:20:00
Speaker
Ja, na dann. Ja, und ansonsten, es ist auf eine angenehme Art chaotisch und voll mit Büchern. Und es werden immer mehr, und wir wissen irgendwie nicht mal so richtig, wohin damit so langsam. Aber familiär und schön, würde ich sagen. Muss mal vorbeikommen, wenn das wieder geht. Ja, unbedingt. Wenn's mal wieder geht. Echt, ja, das sollte ich wirklich mal tun. Ja, hört sich aber so an, wie ich's mir vorstelle.
01:20:27
Speaker
Inklusive der Loren. Ist echt abgefahren. Das nehme ich inzwischen gar nicht mehr so richtig wahr. Aber wenn man drüber nachdenkt, ist das eigentlich irre. Weil es ist auch wirklich jeder unserer Schreibtische ist so ein Teil. Also es ist eigentlich total... Also es ist praktisch. Die sind groß genug. Es ist eigentlich sehr bequem. Auch genau die richtige Höhe. Aber man sitzt dann da halt eigentlich an so einem Metallwagen.
01:20:50
Speaker
Naja. Ja, okay. Das ist ja geil. Komm, ich hab noch ein paar Empfehlungen, die ich von dir einholen möchte, wie bei jedem Gast.

Lieblingscomics und Comic-Kultur

01:21:01
Speaker
Und wir gehen dir jetzt einfach mal durch. Ingo, was sind deine drei Comics für die Einsame Insel? Serien sind auch in Ordnung, also zählt dann als eins.
01:21:12
Speaker
Ja, okay, da muss ich tatsächlich, ja, also du hast mir die, das hast du mir ja vorab geschickt. Und da wäre ich jetzt nämlich, wenn ich, ich wäre echt überfordert, weil ich komme echt nicht so viel zum Lesen. Das ist wirklich ein, so ein Nebeneffekt. Ich arbeite eigentlich, ich zeichne mehr als dass ich lese. Aber es gibt natürlich so ein paar Sachen, wo ich halt sagen würde,
01:21:38
Speaker
Wenn jemand, also Comics für die einsame Insel, was ich immer wieder gerne in die Hand nehmen würde, wäre zum Beispiel, das ist jetzt nicht von Splattern, ich hoffe du bist nicht böse. Quatsch, egal.
01:21:56
Speaker
Die Zeit und Gott. Kennst du das? Nee. Das ist bei Zwerchfilm. Das ist der kleine Indie-Verlag, wo ich damals angefangen habe, auch bei Die Toten irgendwie mitzuzeichnen. Die Zeit und Gott, das ist ein kleiner, sehr handlicher Cartoon-Band.
01:22:12
Speaker
Der eigentlich handlungsmäßig, es gibt keinen wirklichen Handlungsfaden, es sind eigentlich eine Sammlung von kleinen Cartoons, von wirklich zuckersüßen, drolligen, brechend komischen kleinen Cartoons von Gott und dem, was er alles so erlebt. Es gibt mittlerweile eine Fortsetzung, die fällt mir gerade nicht ein, aber die Zeit und Gott eikeahnt.
01:22:35
Speaker
Das wäre so was. Es ist einfach, es ist universell schön und lustig. Das wäre so was. Dann vielleicht, es gibt einen Comic, der mich emotional so gepackt hat, wie ich es nicht vermutlich gehalten habe. Und zwar ist das Lüdi von den Autoren Sidrou und von Jordi Lafebre.
01:23:04
Speaker
Ich weiß nicht, ob du den kennst. Ich weiß nicht, wo der erschienen ist. Ist der bei Salek vielleicht? Der hat auch ein wundervoller Sommer zum Beispiel. Es ist überhaupt nichts Fantastisches. Ich kann es kurz erzählen, es geht um eine Gasse in dieser Stadt, wo die Bewohner besonders zusammenhalten. Und in dieser Gasse, unter diesen Bewohnern, das ist so eine eingeschworene kleine Gemeinschaft,
01:23:33
Speaker
lebt eine junge Frau, die, naja, wie kann man sagen, vielleicht geistig ein bisschen zurückgeblieben ist, aber eine herzensgute junge Frau, die ihr Kind im Kindbett verliert. Also sie soll das Kind auf die Welt bringen, das klappt aber nicht. Es geht schief, das Kind kommt tot auf die Welt. Das ist ein fürchterliches Drama.
01:23:54
Speaker
Und die Bewohner dieser Gemeinschaft beschließt, sie kann das auch nicht verarbeiten. Da ist sie nicht dazu in der Lage. Und die Bewohner dieser Gasse beschließen, weiterhin so zu tun, als ob dieses Kind da wäre. Für sie ist das Kind noch da, es lebt. Und die anderen spielen dieses Spiel mit. Wahnsinn.
01:24:17
Speaker
Und ich kriege schon wieder einen Kloß in den Hals, wenn ich das jetzt erzähle. Dieser Comic ist unfassbar. Es ist unfassbar schön gezeichnet, unfassbar schön erzählt. Es hat ein ganz, ganz tolles, herzerweichendes Ende. Es ist erst mal sehr dramatisch und traurig und so. Aber ich habe so geheult, es ist nicht zu glauben. Also Lüdi, unglaublich empfehlenswert.
01:24:43
Speaker
Und jetzt wieder zurück zu ein bisschen was lustigem. Ich würde irgendwas von Sara Burini zum Beispiel auch empfehlen vielleicht. Also das da kann man auch. Die hat mittlerweile so viel gemacht.
01:24:51
Speaker
Das Leben ist kein Ponyhof. Mittlerweile macht sie das nicht mehr, weil sie sagt, irgendwann muss ich auch mal was Neues probieren. Da hat sie auch wirklich nicht unrecht. Aber das ist auch so, das ist auch wirklich brillant. Es gibt noch ganz viel. Ich könnte eine Riesenliste machen von Sachen, die mir gefallen oder die toll wären, die mich beeinflusst haben.
01:25:14
Speaker
Ich kann jetzt entweder sagen, ich knall dir ein Telefon voll mit Sachen, die auf meine einsame Insel mitkommen oder einfach so drei Sachen, die mir spontan einfallen, wo ich sagen würde, das ist für jeden was. Das versteht jeder, auch jemand, der vielleicht auch nicht viel mit Comics anfangen kann oder so.
01:25:34
Speaker
Das wären so Geschichten, ja. Ja, ist doch cool, ist doch perfekt. Drei sehr unterschiedliche Sachen. Das klingt wirklich cool. Und ich kenn ... Gut, ein paar Sachen von Sara Borini kenn ich, aber die anderen beiden kannte ich noch nicht. Ja, vielen Dank. Ja, aber hat halt wirklich ... Da muss ich sagen, im Humorbereich ist es einfach auch so, was Deutschland irgendwie zu bieten hat grade. Ist für mich irgendwie ganz vorne. Also, grad so im Comic-Karton-Bereich, also ...
01:26:00
Speaker
Sie hat diese Form von wirklich Selbstironie, die einfach super Spaß macht. Sehr lustig. Aber nicht dumm. Extrem intelligent, brechend komisch auch, völlig abgefahrene Abstruse-Einfälle dabei, also alles gemischt.
01:26:22
Speaker
Manchmal auch ernste, auch ernste Untertöne. Also es geht auch wirklich auch mal um ... na ja, um die Fragen des Lebens oder so. Das ist schon eine Kunst, so eine Gratwanderung auch mal einzukriegen. Es ist wirklich, ja. Es ist wirklich. Nächste Frage. Das ist die, die immer so schwierig zu formulieren ist. Ein Comic, den es noch nicht gibt, aber den es geben sollte. Und wie auch immer du diese Frage interpretierst, ist richtig.
01:26:51
Speaker
Das ist eine total schwierige Frage. Ich finde es interessant. Ich hätte einige Ideen für Sachen, die es noch nicht gibt, aber die es geben sollte. Du bist jetzt gefragt. Ich zuerst.
01:27:08
Speaker
mehr Comics von Frauen. Es gibt wahnsinnig viele wenige Autorinnen, es gibt wenige Zeichnerinnen, es sind mehr davon. Also es kommen jetzt so, die Katrin Gahl zum Beispiel, die habt ihr auch schon im Podcast gehabt mit Radius.
01:27:29
Speaker
oder Claudia zum Beispiel, die sind auf einmal da, das macht so Kawumm und du denkst halt, das ist schon so ausgereift, das ist schon ausgearbeitet und fertig und tolle Ideen, tolle Zeichnungen, mehr. Also ich frag mich halt echt,
01:27:49
Speaker
Es hat natürlich einen Grund. Es ist einfach so eine Männerdomäne. Jetzt gewesen, hoffe ich, wo es einfach so Zeit wird. Mehr. Frauen voran. Es gibt so viele gute Künstlerinnen, Schreiberinnen, Autorinnen. Aber das ist jetzt sehr allgemein. Der Comic, den es hätte geben müssen, finde ich, ist Spirou von Sascha Wüstefeld.
01:28:16
Speaker
Das ist jetzt wieder sehr spezifisch dafür, aber das finde ich eine gute Idee. Wobei, ich fand den Spiro von Flix auch gut. Ich fand den auch gut. Ich mag Flix. Ich bin nicht so im Spiro-Universum. Ich mag Flix auch als Zeichner. Aber Sascha ist halt jemand,
01:28:37
Speaker
der so eine, naja, fast eine arrogante Leichtigkeit hat und er hat mal vor Jahren eine Tributtzeichnung gemacht, also so ein Tribute ans Büro und hat nur so eine kleine Zeichnung rausgehauen, hat den halt gezeichnet und
01:28:53
Speaker
Oh Gott, war der gut. Das war so gut. Das war einfach irre. Ich glaube, er hat sogar von Joan, also von einem der Originalkünstler, auch einen riesen Applaus bekommen für diese Zeichnung. Ich finde, er hat einfach diesen Swag. Sascha, müsst ihr echt mal gucken. Was macht ihr gerade?
01:29:11
Speaker
hat das das Upgrade gemacht, was leider so ein bisschen in der Mitte stecken geblieben ist, weil es wahrscheinlich einfach zu groß, zu abgefahren oder zu schräg oder weiß auch nicht. Also das ist auch etwas, was so visuell irgendwie eine komplett eigene Sprache hat und was
01:29:28
Speaker
Sascha Wüstfeld hat für die deutsche Bahn so Cartoons gemacht. Ja, das wissen viele nicht. Ja, diesen kleinen ICE. Genau, das wollte ich gerade sagen. Das muss man sich mal reinziehen, dass er es geschafft hat, aus einem ICE einen wirklich coolen und auch irgendwie lebenswerten Charakter zu designen.
01:29:47
Speaker
Er hat ja wirklich so ein kleines Universum und hat mittlerweile auch Spielzeuge. Die sind ja nach seinen Zeichnungen, seinen Designs nachempfunden und auch gut nachempfunden. Das muss man echt mal schaffen, oder? Dass es von den eigenen Figuren Figuren gibt.
01:30:03
Speaker
Das ist schon der Wahnsinn. Und Sascha hat zum Beispiel auch, was er auch gemacht hat, er hat für Asterix eine Seite gezeichnet. Also es gab mal so ein Tributband, so alle möglichen Zeichner sind eingeladen, was zum Asterix-Universum beizusteuert. Und auch das ist... Sascha Wüstefeld hätte mal so richtig einen franko-belgischen Comicband.
01:30:26
Speaker
machen müssen kann ja noch kann ja noch werden das ist ja momentan kann ja ich habe ich habe jetzt gerade ich hoffe das stimmt ich habe es irgendwie so am rande mitbekommen mitbekommen dass ralf könig auch lucky luke macht demnächst ich glaube schon das wäre auch mal wieder lucky luke und sein und sein mann
01:30:52
Speaker
Ich weiß jetzt nicht genau, dass Marvel da irgendwie so eine Fahrradgeschichte draus macht. Was Ralf König da jetzt so draus macht, wird sich zeigen, aber wird bestimmt lustig. Das wird bestimmt lustig. Auf jeden Fall. Da hör ich jetzt auch zum ersten Mal davon. Da bin ich sehr gespannt. Ja, es gibt noch so einiges. Also, es gibt noch ... Was ich auch sagen würde, man könnte irgendwie auch ...
01:31:22
Speaker
Ich würde sagen, mehr Zeichner und Autorengespanne. Weil ich finde, in Deutschland wird erwartet, dass der Zeichner auch der Autor ist, anscheinend. Das ist so ein bisschen sehr ... Ist tatsächlich der Fall. Aber das führt mich gut zu der nächsten Frage. Denn wenn du mal Kupler spielen würdest zwischen einem Autor oder einer Autorin plus Zeichner plus, wenn du willst, auch Kolorist, wen würdest du denn da gerne zusammen mal vor einen Karren spannen für ein Projekt?
01:31:51
Speaker
Keine Ahnung. Gute Frage, wirklich. Ihr macht ja einiges von Kai Meier. Der hat ja wahnsinnig viel im Portfolio.
01:32:06
Speaker
Ja, wirklich. Das ist auch so die Krone der Sterne von Ralf Schlüter.

Zukünftige Projekte und Empfehlungen

01:32:13
Speaker
Das entsteht auch gerade weiter, glaube ich, wird gerade weiter geführt. Ralf zeichnet weiter, gerade am zweiten Ball. Ralf zeichnet, genau. Also es gibt, glaube ich, von Kai Maier, da gibt es irgendwie sehr viele Stoffe, wo ich mir vorstellen könnte, da könnte es Zeichner geben, die würden das super machen. Also ich selbst
01:32:32
Speaker
Ich bin zu beschäftigt. Es ist wirklich wahr. Ich habe mich mit Kai auch schon unterhalten und so. Aber er schreibt ja immer so eben. Das ist ja immer so gleich das ganz große Ding irgendwie. Und da habe ich dann, ich war damals schon, ich habe an Malcolm X gearbeitet und habe halt einfach auch so
01:32:55
Speaker
Ja, also ich kann mich leider nicht klonen, ich kann mich nicht zerreißen. Auch wenn es wünschenswert wäre, ja. Ja, manchmal. Keine Ahnung. Ja, also vielleicht kann man ja und dann gibt es zum Beispiel auch so Zeichner oder Zeichnerinnen, wo ich auch frage, die müssen bitte mal einen Comic machen. Zum Beispiel hier Simone Grünewald, also die ja für unseren
01:33:21
Speaker
unseren Comic da was beigesteuert hat für die Geschwister Finch und die fabelhaften Emeline und Miranda Finch. Das ist so für mich auch so eine Comic-Zeichnerin, obwohl sie ja die macht ja Concept Art hauptsächlich glaube ich und eine wahnsinnig gute Zeichnerin, wo ich auch denke so
01:33:43
Speaker
Jaja. Die hat auch tolle ... Also, Concept-Art- und Character-Design kann sie ja auch großartig. Mir kam das, als ich das gesehen hab in dem Band, so bekannt vor, bis ich dann begriffen habe, dass die bei Daedalic gearbeitet hat und diese Deponia ... heute einen Click-Adventures ... gemacht hat. Von der ein kompletter Comic ... Ja, das wär schon schön. Aber da hast du ... Das wär doch ein tolles Gespann.
01:34:08
Speaker
das wäre doch schon mal das wäre zum beispiel war ja oder also wo ich jetzt sagen würde es ist gar nicht so konkret dass die zwei jetzt konkret zusammen müssen aber ich finde halt kein meier ist glaube ich ist so ein ding was das ist halt so das große keto
01:34:23
Speaker
Und da müsste man halt irgendwie Zeichner ranholen. Also Simone, von ihr würde ich einfach wahnsinnig gerne mehr Comics sehen oder so. Es gibt zum Beispiel aber auch so einen Zeichner, der auch total verschwunden ist. Und zwar kennst du DD.
01:34:39
Speaker
Das ist bei Epsilon erschienen. Der Frank Weißmüller, der nennt sich Erik als Zeichner, der hat auch innerhalb kürzester Zeit irgendwie drei oder vier Alben rausgehauen, er zeichnet so ein bisschen wie Uderzo eigentlich, also wie so ein, mit einer ganz eigenen Note irgendwie und das, wo ich dann auch... Der hat dann irgendwie nie wieder was gemacht danach. Und da habe ich mich dann zum Beispiel auch gefragt, Mensch, wieso ist er ja nicht bei euch gelandet? Keine Ahnung.
01:35:10
Speaker
Der müsste mal wieder, das da hätte ich gerne mehr gesehen tatsächlich, das sind auch so Sachen. Ja, der Erik. Ich notiere das mal. Das ist die DD, war eine Detektivserie, so eine Filmnoir-Detektivserie mit vier Alben und dann D. Ex Machina, die Göttinnen aus der Maschine. Das ist eine abgefahrene Geschichte über drei Göttinnen tatsächlich, die sich durch die Jahrhunderte bewegen.
01:35:34
Speaker
Und auch so eine total lange Story, die er glaube ich erst als Webcomic gemacht hat und die dann auch gedruckt wurde. Grafisch total hochwertig. Also irgendwie, ja, keine Ahnung. Ansonsten kenne ich einfach noch so wenig. Ich komme so wenig zum Lesen. Es gibt so viele schöne Sachen. Das ist schlimm.
01:35:52
Speaker
Ihr habt ja auch so ... Genau, da wollt ich jetzt nämlich drauf hin. Jetzt musst du doch Werbung machen, und zwar für uns. Empfiehle uns doch etwas aus unserem Programm, unabhängig davon, ob es aktuell ist oder älter oder wie auch immer. Einen Splitter-Comeback. Ach so. Ja, da drängt sich gleich ein Ding vor. Das sind die alten Knacker. Das ist tatsächlich ...
01:36:17
Speaker
habe ich gelesen, die ersten zwei Bände, wo ich halt sagen muss, das ist halt auch erzählerisch einfach so toll. Das ist so ein Ding, das ist so comic at its best. Einfach das Ding läuft so vor deinem Auge wie so ein sympathischer Bodymovie-Film einfach ab und es sind so brillante, die Charaktere sind so toll entwickelt. Also das war so ein, ich kann jetzt gar nicht so
01:36:43
Speaker
ich kenne nur leider nicht alles aus eurem programm muss ich das ist das ist auf jeden fall eine gute empfehlung ist ja auch unser bestseller das ist blüper nur und koje koje koje koje also der nachname da wissen selbst franzosen normalerweise nicht wie man den ausspricht richtig blüper nur und koje das ist aber auch so ein match made in heaven die wussten wahrscheinlich vorher selber nicht dass es so gut funktionieren würde
01:37:07
Speaker
Die alten Knacker sind in Frankreich ja auch so ein Über-Bestseller. Also das ist absolut irre, was da für ein Hype umgemacht wird. Ist das nicht auch das? Ich hoffe, dass ich das jetzt nicht verwechsel. Ist es nicht auch das, wo der Wolf im Slip ... Ja, genau. Das ist so die Kinderauskopplung. Ja, das ist insofern brillant, weil in diesem Comic gibt es ja eine Figur, die einen Kindertheater hat, einen Kaspertheater, als Betrieb, als Eigen ...
01:37:35
Speaker
und die führt dieses stück auf der wolf im slip und das wird in der geschichte selbst spielt das eigentlich kaum eine rolle also es wird nur irgendwie immer erwähnt dass das so ihr stück ist dass sie spielt mit ihren handpuppen und dann fand ich das so toll dass es auf einmal als eigenes comic album gibt also der wolf im slip ist wirklich schön ist auch sehr schön gemacht auch sehr lieb auch sehr schön also das wäre so mein das wäre deine ja aber die ist die ist definitiv nicht falsch sagen wir es mal so
01:38:02
Speaker
Hast du denn auch noch irgendwas unabhängig vom Comic, was aktuell ist, was dich begeistert, was dich interessiert, was du in letzter Zeit gesehen, gespielt, geschaut wie auch immer hast, gelesen? Ja, also mein Tagesablauf ist halt im Moment so, ich zeichne wahnsinnig viel. Also schon, ich fang morgens an und dann will ich so mein Pensum erledigen. Und dann bin ich eigentlich so mehr oder weniger hirntot. Und dann kochen wir meistens was, was ich sehr toll finde.
01:38:32
Speaker
Und dann setzen wir uns mit diesem Essen vor den Fernsehern und gucken noch so ein oder zwei Folgen einer Serie. Und deswegen habe ich irgendwie mittlerweile so ein paar Serien, die ich gut finde oder gut fand.
01:38:47
Speaker
Das ist für Netflix-Benutzer. The Haunting of Bly Manor ist eine Spukhausgeschichte, die gar nicht so gruselig ist, wie es sich erst mal anhört, weil es ist eine zutiefst romantische Liebesgeschichte.
01:39:07
Speaker
Weil ich liebe, was ich so mag, ist diese Gothic-Horror-Tales, wo dieser romantische Gedanke, das Geister nicht nur fürs Gruseln da ist, sondern dass da oft auch eine sehr tragische Geschichte dahinter steckt.
01:39:27
Speaker
Und Geister halt immer noch getrieben sind von Leidenschaften und von Liebe, von unerfüllten, unerledigten Dingen, die sie halt im Leben nicht hinbekommen oder auf Kette bekommen haben und deswegen jetzt als ruheloser Geist halt wandeln müssen. Und da gibt es halt eine, das ist eine wunderschöne Liebesgeschichte, die teilweise im Geisterreich spielt und
01:39:48
Speaker
Das Ende kann ich nicht verraten. Es ist eine Miniserie. Es sind, glaube ich, fünf oder sechs Folgen. Es geht nicht ewig lang. Es endet auch, hat ein wunderschönes Ende und ist wunderbar. Auf Netflix ein Blei meiner BLY. Jetzt gucken wir gerade.
01:40:07
Speaker
Ja, das finde ich ganz, ganz, ganz toll. Und jetzt gucken wir gerade die wundervolle Mrs. Maisel. Die kenne ich, habe ich gesehen bei den Staffeln. Hast du gesehen? Fandest du gut? Die erste Staffel ja, bei der zweiten Staffel. Also meine Freundin und ich, also zuerst meine Freundin und ich inzwischen auch, wir sind riesige Gilmore Girls-Fans.
01:40:32
Speaker
Und die Produzentin und Regisseurin und vor allem Autorin von den Gilmore Girls, Amy Sharman-Paladino, die macht ja auch Marvelous Miss Maisel. Die schreibt auch das. Okay, Gilmore Girls kenn ich jetzt nicht, aber nur vom Namen her. Also, Gilmore Girls ist inzwischen, man merkt der Serie schon ein bisschen anders, es waren auch andere Zeiten, Miss Maisel ist ein bisschen moderner.
01:40:56
Speaker
Aber es geht ja auch um eine starke Frauenfigur oder zwei starke Frauenfiguren. Und dieses Comedy-Setting ist ja sehr cool und sehr lustig. Tolle Schauspielerinnen auch. Absolut, ja. Jetzt hab ich deinen Tipp erklärt, Entschuldigung. Aber die Serie find ich auch klasse. Genau, das gucken wir gerade. Wir haben gerade die zweite Staffel angefangen. Es sind eher so Serien. Es gibt irgendwie echt verdammt viele gute Serien.
01:41:24
Speaker
Also das ist ja auch irgendwie so Light Medium momentan. Irgendwie schon, ja. Wo wir auch uns sehr drin verloren haben, ist deutsche Produktion Dark. Auch Netflix. Fand ich erstaunlich. Ein bisschen arg.
01:41:42
Speaker
sehr ineinander verdreht, weil es geht ja um Zeitreisen und auch Paradoxen. Aber unfassbar cool. Cool produziert, coole Optik und man bleibt irgendwie dran. Man ist schon echt sehr gefesselt davon. Das fand ich auch ziemlich gut.
01:41:58
Speaker
Aber Dark ist ja auch im Grunde so eine Lebensaufgabe, fast das zu verstehen. Deshalb lass uns mal zu meiner letzten Frage kommen, denn wie jeder meiner Gäste hast du am Ende noch einen Wunsch frei, wenn du möchtest. Wenn du einen nerdigen Wunsch hättest, oder wie auch immer du das jetzt interpretierst, was wäre das?
01:42:21
Speaker
Hm, oh je. Es darf alles sein. Es darf wirklich alles sein. Du kannst Möbius wiederbeleben, damit er den Silversäufer noch mal neu macht, weil der doof ist. Verdammt. Du darfst dir einen Anbau wünschen, wo Flipper-Maschinen drinstehen. Du darfst ... Was auch immer. Du darfst dir eine 26. Stunde für den Tag wünschen, damit du noch mehr zeichnen kannst oder noch mehr Serien schauen.
01:42:46
Speaker
Ja, keine Ahnung. Also das war schon mal echt cool. Das mit Möbius, ich sekundiere das. Ja, das war Jurek Malodka, der sich das gewünscht hat. Ja. Ach, Jurek übrigens, ey, das ist ja auch so ein Ding. Der macht ja auch tolle Sachen irgendwie in letzter Zeit. Ja, der arbeitet an dem neuen Projekt mit Kai Meier. Wirklich? Ja, der adaptiert jetzt ein richtig dickes sogar, das erscheint auch bei uns dann.
01:43:12
Speaker
Fantasmen heißt der Roman das ist also ist nicht nicht nicht geheim aber dauert halt noch. Ich habe gehört ich habe ich habe doch doch doch da hat was da klingelt was ich habe davon gehört aber ich finde halt seine Artworks halt im Moment das ist wirklich fantastisch großartig.
01:43:29
Speaker
So ein ganz eigenes Ding irgendwie. Ich habe mit dem im Podcast darüber gesprochen, der nutzt ja Heavy Paint als Programm. Ja, und was der super rudimentär ist. Genau. Und er meinte, aber diese diese diese diese Einfachheit der Mittel, die inspiriert ihn halt teilweise zu diesem besonderen. Also der Stil ist ja nicht nicht komplett von dem ab, was er vorher gemacht hat. Aber das trifft halt irgendwie genau seinen Nerv und das, was er machen will. Und ich finde das auch sehr beeindruckend, was er damit macht.
01:43:59
Speaker
Das, was er macht, ist wirklich reduzierter, als es nicht reduzierter geht. Also wirklich aufs Allernötigste. Und trotzdem, wenn du das so mit... Du wirfst einen schnellen Blick drauf und denkst ein Foto. Man macht ja manchmal so Landschaften, Lichtsituationen.
01:44:20
Speaker
Du siehst sofort, es ist gemalt, aber so beim allerersten Eindruck oder du guckst unscharf drauf und denkst, das ist ein Foto. Und dann benutzt er aber auch so ganz grobe Farbflächen, die aber so pointiert gesetzt sind und wo die Farbe so exakt hinhaut. Und dann macht er das mit diesem, ich habe das Programm ja mal angeguckt, das ist wirklich...
01:44:37
Speaker
Das besteht aus drei Knöpfen. Die Oberfläche sieht aus wie ein Herzmonitor im Krankenhaus. Das ist wirklich eine super große Symbole. Es ist wirklich so weit entfernt von jeglicher User-Comfort überhaupt nicht. Wie aus den Anfangstagen wurde noch mit dem C64
01:44:59
Speaker
Wenn ich das erste Pixel schieben konnte auf dem Bildschirm. Aber was der damit macht, ist total irre. Das ist überhaupt kein Luxusprogramm. Das ist das Allereinfachste. Admeta-Grundierung, falls ihr das euch mal anschauen wollt. Sorry, Admeta-Grundierung auf Instagram oder auf Facebook. Da kann man sich angucken, was Jurek so macht damit.

Comics als ernstzunehmende Literaturform

01:45:20
Speaker
Ne, Mördiger Wunsch wäre vielleicht, dass, vielleicht wird ja, es passiert gerade so viel, so mit Comics irgendwie und ich hoffe, dass es vielleicht, vielleicht wird das ja so ein bisschen mehr noch in Deutschland, ich weiß es nicht, das ist so nah.
01:45:39
Speaker
Das ist irgendwie mal so, weißt du, so dass die einfach so, dass da nicht mehr so oben drüber steht, hier kommen die Comics, sondern dass das irgendwie so ein gleichberechtigteres Ding neben, also als Literaturform, weißt du, so als Erzählform. Wir arbeiten daran. Weil es ist ja so zwischen den Stühlen. Wir arbeiten daran. Genau. Aber es ist ein weiter Weg. Das ist ein sehr nördiger Wunsch jetzt. Das ist so.
01:46:00
Speaker
Es ist einfach Zwischenfilm und Buch und Kopfkino. Es ist unglaublich wichtig. Ich finde Comics sind wichtig. Das auf jeden Fall. Sonst hätten wir dieses Gespräch auch gar nicht geführt.
01:46:16
Speaker
Stimmt, genau. Es war ein sehr schönes Gespräch. Das finde ich auch. Denn wir haben schon wieder einen Folgenrekord geknackt, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Aber ich hab's überhaupt nicht mitbekommen. Muss ich ehrlich zugeben. Hat mir sehr viel Spaß gemacht, Ingo. Vielen Dank, dass du da warst. Danke mir auch.
01:46:39
Speaker
Alle Infos zu dem, was Ingo so macht, zu seinen Publikationen und zu seinen Instagram, Twitter und sonstigen Kanälen findet ihr in den Show Notes. Genauso wie die Infos zu uns im Splitter Verlag. Schreibt uns gerne, was ihr davon haltet, an info at splitter-verlag.de oder auf den sozialen Medien. Wünscht euch Gäste und Gästinnen für die kommenden Folgen, gebt uns Feedback, lasst uns ein Abo da, wenn ihr Spaß daran hattet.
01:47:09
Speaker
Genau. Und ich glaube, damit habe ich jetzt meine meine letzten Sätze gesagt. Danke nochmal fürs Kommen, Ingo. Gerne. Danke dir. Bis hoffentlich bald dann in Bielefeld. Ja, tschüss.