Einführung von Splittercast
00:00:05
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zum Splittercast, dem Podcast von und mit dem Splitter Verlag, Bielefelds bestem Comic Verlag. Mein Name ist Max und in diesem Podcast spreche ich mit Menschen aus der deutschsprachigen Comic Szene.
25. Jubiläumsfolge feiern
00:00:19
Speaker
Und bevor wir da einsteigen, möchte ich ein kleines Dankeschön loswerden. Denn heute ist die 25. Folge des Splittercasts. Wir machen das seit etwa anderthalb Jahren und ich freue mich sehr, so viele Hörerinnen und Hörer und
00:00:31
Speaker
Ja, Comic-Fans begeistert zu haben dafür. Ich freue mich sehr über die vielen positiven Rückmeldungen, über das Feedback, über die Kritik. Eigentlich über alles macht immer noch eine Menge Spaß. Vielen lieben Dank.
Wettbewerb für Hörer
00:00:44
Speaker
Eine Anregung, die ich häufiger bekommen habe, möchte ich gerne aufgreifen und zwar ist eins der Themen,
00:00:50
Speaker
die am häufigsten gewünscht werden, dass ich mal mit jemandem sprechen soll in diesem Podcast, der nicht aus der deutschsprachigen Comic-Szene stammt, sondern ein Comic-Fan ist, eine Sammlerin, ein Sammler, jemand der das Ganze als Hobby betreibt und nicht so...
00:01:06
Speaker
Ja, ich sag mal professionell, wie wir das hier im Verlag zum Beispiel tun. Und da ich nicht einfach auf die Straße gehen möchte und irgendjemand von der Seite an quatscht, geht das Ganze jetzt als kleine Aktion, als kleines Gewinnspiel, wenn man so möchte, an euch raus. Also, wenn ihr einmal Lust habt, beim Splattercast dabei zu sein, ganz unabhängig davon, wie genau ihr mit Comics zu tun habt als Fan, ob ihr jetzt Alben lest, wie sie beispielsweise erscheinen, ob ihr Manga-Leser seid, ob ihr
00:01:35
Speaker
weiß ich nicht, nur US-amerikanische Trade sammelt, ob ihr sammelt, ob ihr nicht sammelt, vollkommen egal. Wenn ihr einmal mir gegenüber sitzen möchtet, sozusagen, und bei der Folge dabei sein möchtet, dann schreibt mir doch gerne an, Achtung, Gewinnspiel at splitter-verlag.de oder natürlich auf den sozialen Medien Facebook, Twitter, Instagram,
Teilnahmemöglichkeiten am Wettbewerb
00:01:58
Speaker
spitterverlag dort bitte als direktnachricht und schreibt mir ein paar sätze zu meiner persönlichen lieblingsfrage nämlich wie seid ihr zum comic lesen zum comic sammeln zum comic lieben gekommen das kann auch nur einsatz sein ganz wie ihr möchtet und die auswahl unter den einsendungen erfolgt zugegebenermaßen subjektiv
00:02:18
Speaker
so viel vertrauen müsst ihr dann fürchte ich doch in mich haben aber ich würde mich freuen viele zuschriften zu bekommen und freue mich auch darauf diese ja dieses kleine experiment zu wagen mal sehen ob die follower power reicht um ein paar coole einsendungen zusammenzukriegen und dann eine schöne folge irgendwann im jahr 2022
00:02:39
Speaker
dann erst auf die Beine zu stellen. Der Einsendeschluss dafür ist der 4. Dezember 2021, das ist vom Tag, wo wir das hier hochladen, ungefähr einen Monat. Und ja, wie gesagt, Gewinnspiel at splitter-verlag.de oder auf den sozialen Medien. Ich schreibe alles auch nochmal in die Show Notes. Und wer auch immer dann dabei sein wird, kriegt natürlich von uns vom Verlag auch noch ein kleines Dankeschön, dann ein liesbares Dankeschön.
00:03:09
Speaker
als Wiedergutmachung dafür, dass man eine Stunde lang sich mit mir hier auseinandersetzen
Vorschau auf Jubiläumsfolge
00:03:14
Speaker
muss. So, aber jetzt genug dazu, denn wir wollen ja auch noch zum eigentlichen Gespräch dieser Folge kommen und da geht es um das zweite große Jubiläum, das deutlich größere Jubiläum dieses Jahres, denn im Jahr 2021 ist Splitter 15 Jahre alt geworden. 2006 wurde der Verlag gegründet
00:03:32
Speaker
Und ich spreche heute dementsprechend, wie könnte es anderes sein, mit zwei der Gründern über diese Verlagsgründung, über die Geschichte von Splitter Verlag, über die Zukunft des Splitter Verlags, auch über die aktuelle Situation am Buchmarkt, am Comicmarkt, am Papiermarkt. Die Corona-Pandemie ist ja durchaus immer noch ein Thema und wir sprechen da heute auch mal drüber.
Interview mit Horst Gotter und Dirk Schulz
00:03:56
Speaker
Und dafür freue ich mich sehr, meine beiden Chefs da zu haben, nämlich Horst Gotter und Dirk Schulz.
00:04:01
Speaker
Dirk Schulz, unser Verleger, unseren Programmleiter und Kostgotter, unseren Hersteller. Was genau das bedeutet, was Sie da so machen. Ich hab das ja schon häufiger an dieser Stelle mal angemerkt. Diesen Satz, dass ich irgendwas häufiger schon an dieser Stelle gesagt habe, sage ich in diesem Podcast auch noch einige Male. Ja.
00:04:20
Speaker
Mit Dirk und Horst spreche ich über 15 Jahre Splitter. Ich finde, es ist ein sehr schönes Gespräch geworden. Ich habe auch noch einige neue Dinge gelernt und ihr werdet sehen, das sind wirklich zwei tolle Typen, zwei tolle Gesprächspartner.
Hörerfragen und Kommentare erwünscht
00:04:32
Speaker
Ich wünsche euch sehr viel Spaß. Wenn ihr dazu Fragen, Kritik, Anregungen habt, natürlich immer gerne an info-splitter-verlag.de per E-Mail oder auf den sozialen Medien-Ed Splitter Verlag. Auch wenn dann am Ende dieses Podcast noch Fragen bei euch offen gewesen sein sollten, schreibt mir das gerne.
00:04:49
Speaker
Ihr werdet sehen, ich antworte auch immer. Und vielleicht machen wir noch mal ein kleines Special in der Zukunft, wo wir auf eure Fragen eingehen. So, und jetzt hab ich genug geintrodukt. Viel Spaß. Hallo Horst, hallo Dirk. Schön, dass wir uns mal wieder
Erfahrungen auf der Buchmesse
00:05:05
Speaker
sehen ... Sehen tun wir uns nicht, dass wir uns hören. Lange nicht miteinander gesprochen. Na ja, nicht wirklich. Aber schön, dass ihr da seid, schön, dass ihr die Zeit habt. Horst, geht's dir gut so weit?
00:05:18
Speaker
Mir geht's eigentlich sehr gut, also auch willkommen an alle, die dazuhören. Und willkommen an euch beide. Wobei deine Aussage immer falsch sein muss, weil den siehst du jeden Tag und mich siehst du nur sehr selten. Dich hab ich seit anderthalb Jahren nicht mehr gesehen, hab ich vor kurzem darüber nachgedacht.
00:05:34
Speaker
Du musst dir in Zukunft eine eigene Formulierung für uns beide ausdenken. Ja, so in der Richtung. Aber wir sprechen ja regelmäßig miteinander. Genau, und Dirk, dich hab ich grade eben noch gesehen. Ich glaub, bei dir ist alles im Lot. Ich hoffe, in der letzten halben Stunde ...
00:05:51
Speaker
In der letzten halben Stunde ist nicht viel passiert. Die Firma gibt es noch. Also lustig, weil vor 14 Tagen war ja die Frankfurter Buchmesse und da habe ich Horst gesehen, eben auch seit anderthalb Jahren das erste Mal.
00:06:11
Speaker
Und unsere Lizenzpartner haben sich gewundert, dass wir uns tatsächlich irgendwie täglich drei-, viermal telefonisch zwar in Kontakt stehen, aber uns eben jetzt eineinhalb Jahre nicht sehen. Normalerweise ja einmal im Jahr, weil einmal die Buchmesse ist und in der Regel einmal Leipzig. Aber im letzten Jahr war ja im Prinzip gar nichts und haben uns lange gar nicht gesehen.
00:06:36
Speaker
Ja, also ich hab das bestimmt schon mal erwähnt hier in irgendeiner der frühen Folgen, aber Horst arbeitet tatsächlich schon seit immer remote. Nämlich irgendwo aus der Nähe von Frankfurt, während wir ja im wunderschönen Bielefeld hocken mit dem Rest der Mannschaft. Genau, ist eine ganz interessante Konstellation, funktioniert aber meistens gut.
Gründungsgeschichte von Splitter Verlag
00:06:57
Speaker
Und somit schon immer sind wir eigentlich auch schon direkt beim Thema. Wir wollen heute ja ein bisschen über das Jubiläum sprechen. Splitter, den Splitter Verlag neu.
00:07:05
Speaker
Wohlgemerkt, es gab ja auch meinen alten, den gibt's aber seit 2000 nicht mehr. Und seit 2006 gibt's jetzt uns den neuen Splitterverlag, den Bielefelder Splitterverlag, den ihr ja gegründet habt zusammen mit Delia. Bevor wir dazu kommen, für die Zuhörerinnen und Zuhörer zur Einordnung aber vielleicht, eure Namen sind natürlich hier im Podcast schon ein paar Mal gefallen. Rost als unser Hersteller und Dirk als unser Verleger, Programmleiter, Grafiker, alles so ein bisschen.
00:07:35
Speaker
Vielleicht trotzdem an der stelle stellt euch doch mal kurz selber vor was was ihr bei splitter so. Ja was ist so ist irgendwie komisch das sonst aber was ihr so macht dir fast fast wie würdest du selber sagen was dein aufgabenbereich ist.
00:07:53
Speaker
Also mein Aufgabenreich in der Hauptsache ist tatsächlich die Programmplanung. Also ich halte den Kontakt zu den meist französischen und eben in den letzten Jahren auch amerikanischen Lizenzgebern und kümmere mich darum, das Programm zusammenzustellen.
00:08:12
Speaker
Du kriegst es ja mit, das ist halt immer tatsächlich monatelange Arbeit und immer in dem Moment, wenn es dann wirklich wirklich fertig ist, drängt schon wieder die Zeit fürs nächste. Also ist tatsächlich immer im Fluss die Arbeit.
00:08:33
Speaker
Aber zwischendurch sind natürlich auch immer, Gott sei Dank, abwechslungsreiche andere Sachen da, dass man eben ein bisschen Werbematerial macht, dass man mal auch immer noch ein paar Alben produziert, lettert oder Umschläge macht, dass man Anzeigen macht.
00:08:51
Speaker
Ja, alles was so anfällt. Natürlich auch was jetzt in letzter Zeit relativ viel war, dass man dann eben mit deutschen Künstlern an Eigenproduktion gearbeitet hat. Am Augensammler zum Beispiel. Am Augensammler zum Beispiel, genau.
00:09:09
Speaker
Du machst ja auch viele Retuschen. Also, Quatschhorst ist da auch mit beschäftigt und unsere Grafiker Marlena auch. Aber wenn ihr zum Beispiel mal in den Kopf von Sherlock Holmes reingeguckt habt, der jetzt vor Kurzem erschienen ist, alles, was da an deutschen Texten so in den Bildern drin ist, das hat alles Dirk da reingeschrieben, das war mal französisch. So, und dann geht das Album mal durch und schaut, wie viel das war. Das gehört ja auch noch so ein bisschen dazu.
00:09:38
Speaker
Ja, genau solche Sachen. Das ist wirklich eines der aufwendigsten Alben, die wir bis jetzt gemacht haben. Damit bin ich gestartet, ich glaube im April. Im Original waren es zwei Alben, die wir zu einem zusammen gebunden haben und im April
00:09:57
Speaker
war das erste in Frankreich eben schon verfügbar. Da haben wir mit gestartet, also nachdem der Übersetzer das gemacht hat. Und das war unfassbar viel Arbeit. Ich denke man sieht das auch, aber es hat sich gelohnt, weil es ein wirklich außergewöhnliches Buch geworden ist.
00:10:17
Speaker
Es ist wirklich toll. Ja, und Horst, tatsächlich hab ich das, was du so machst für Splitter, Innsplitter, Beisplitter hier im Podcast auch schon öfters mal angerissen, weil das für alle anderen außer dich immer so ein, ja vielleicht für Marlene inzwischen auch nicht mehr so sehr, so ein bisschen ne Blackbox ist. Bei dir laufen alle Fäden mit der Druckerei irgendwie zusammen und du bist da auch für die Qualitätskontrolle zuständig und bist das, was man in der Branche ein Hersteller nennt. Du leitest unsere Herstellung. Ähm ...
00:10:46
Speaker
In ein paar Worten für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Was sagst du, was deine Aufgabenbereiche sind? Also, im Alltag ist es ja erst einmal so, der arbeitet fast alles, was wir machen wollen. Und ich bearbeite fast alles, was wir machen müssen. Das ist eine schöne Erklärung, ja.
00:11:06
Speaker
Ja, das ist schon so im Alltag jetzt. Also nicht bezogen jetzt auf das Programm an sich, weil wir das ja eigentlich alles so mehr oder weniger untereinander hin und her schieben von den Ideen und so. Das entsteht ja schon alles gemeinsam. Aber wir haben ja praktisch sowas wie wir planen einen Input und wir haben am Schluss einen Output. Und das ist eigentlich mein Part. Mein Part ist ja das, wenn das Programm steht, wie wird es umgesetzt letztendlich.
00:11:30
Speaker
Da das ja ganz konventionelle Bücher sind, ist die Umsetzung auch letztendlich, wie soll ich sagen, ein ganz mechanischer Akt, der sehr nah an den Comics dran ist. Also ich bin eigentlich der, der pur mit den Comics am meisten zu tun hat. Auf der einen Seite, also das ist dann so ein wirkliches Paradies für den Comic-Leser. Auf der anderen Seite ist es aber eben genau das, man setzt es dann nur noch um, weil man es vorher schon letztendlich erstellt hat.
00:11:56
Speaker
Wobei wir das jetzt nicht, das wäre von außen vielleicht nicht so zu sehen. Die Programmplanung geht natürlich über ein halbes Jahr und ist noch einmal in der Regel ein halbes Jahr bevor der Leser das mitbekommt, ein halbes Jahr vorher die Stadt gefunden. Das heißt, Planung ist ja eigentlich ein Jahr vorher und der Empath, den ich mache, das ist eigentlich ein Monatsgeschäft, weil wir jetzt nicht für ein halbes Jahr durchproduzieren irgendwie an einem Tag, sondern wir arbeiten von Monat für Monat eben genau diese Veröffentlichungstermine monatlich ab.
00:12:24
Speaker
Aber da halt dann ... ja, der handwerklichere Teil. Das Meiste, was wir bei uns im Bielefeld machen, ist ja rein digital. Du kriegst ja zum Beispiel auch die sogenannten Aushänger von der Druckerei, wo sie dann alles einmal Probe drucken, damit du kontrollieren kannst, ob die Farben stimmen, ob da nicht irgendwo Bildfehler sind und solche Sachen. Vor ein paar Monaten hatten wir das auch mal bei uns. Hatten wir Aushänger, das war ein großes Hallo.
00:12:51
Speaker
Aber die Trennung, wie du so beschreiben musst, trifft's eigentlich ganz gut.
00:12:56
Speaker
Ja, es ist interessant, dass das in anderen Branchen wirklich so vergleichbar ist. Aber wir haben, und Comic ist jetzt noch nicht mal Vorreiter dafür, aber wir haben in diesem Bereich der Buchproduktion letztendlich die Situation, dass es eine virtuelle Welt in der Erstellung immer mehr wird. Teilweise bei 100 Prozent mittlerweile liegt. Was heißt virtuell? Das heißt, es sitzen Menschen schon und arbeiten da dran, aber eben in Daten.
00:13:22
Speaker
Und auf der anderen Seite entsteht ein Buch, wie es halt vor 40, 50 Jahren mehr oder weniger genauso hätte aussehen können. Das ist schon etwas etwas Seltsames in den Branchen, weil einfach dieses Buch letztendlich eine historische Bedeutung hat, eine Tradition hat, weil auch bis heute im ganz klassischen Papier und im Betrug von Papier es gar keine Weiterentwicklung gegeben hat. Also keine Nennenswertung. Es gibt natürlich schon Entwicklungen.
00:13:47
Speaker
die interessant sind, aber wir haben am Schluss ein konventionelles Buch, das, wie gesagt, vom halben Jahrhundert exakt genauso hätte aussehen können. Ihr merkt schon, Horst nähert sich diesem ganzen Thema auch ein bisschen von einer philosophischen Seite. Trotzdem gehe ich mal im Programm ein bisschen davon, denn eigentlich wollen wir ja über den Verlag sprechen, auch wenn das durchaus sehr interessant ist.
00:14:11
Speaker
15 Jahre Splitter, mal die Frage, die weiß ich gar nicht, ob ihr die mir mal beantwortet habt, aber die sich wahrscheinlich viele Hörerinnen und Hörer stellen. Wer hatte eigentlich damals die Idee, einen Comic Verlag zu starten? War das einer von euch beiden? War das Delia?
00:14:29
Speaker
Wie kam das dazu? Saßt ihr irgendwie zu dritt klassisch am Küchentisch beim Feierabendbier und dachtet, Mensch, einen neuen Albenverlag braucht das Land. Oder wie war das? Ich hol mal ein bisschen weiter aus, ohne ganz weit auszuholen.
00:14:48
Speaker
Nachdem der alte Spiegelverlag 2000 Konkurs ging, bei dem ich als Zeichner gearbeitet habe, bin ich gewechselt. Damals war der Joachim Kapps Verlagsleiter zu Karlsen.
00:15:03
Speaker
bei Karlsen meine Comics untergebracht und habe dann eben durch die Freundschaft und durch das enge Zusammenarbeiten, mit dem ich auch im Caps viel mit dem Verlagsgeschäft zu tun bekomme.
00:15:22
Speaker
Wir haben darüber philosophiert, dass es für den deutschen Comic-Markt eigentlich extrem wichtig wäre, deutsche Eigenproduktion zu machen, damit der Leser sich besser mit den Stoffen identifizieren kann.
00:15:36
Speaker
Kurzer Zwischenschub, Entschuldigung. Joachim Caps, für diejenigen, die es vielleicht nicht wissen, ist inzwischen der Verlagsleiter von Altraverse. Also von dem Manga-Verlag in Hamburg. Nach einer anderen, noch ein paar Zwischenstationen. Tokio Pop zum Beispiel. Tokio Pop vorher, jetzt Altraverse, genau. So, Entschuldigung, ja. So. Und darüber kam im Prinzip der Kontakt mit Horst zustande. Weil ...
00:16:03
Speaker
wir uns mit diversen Leuten übers Forum damals zusammengefunden haben, mit Zeichnern und Autoren, die sich alle bei Horst getroffen haben. Und die Idee war, für Carlsen damals Comic-Serien zu erschaffen mit Teams, ähnlich wie die Franzosen das jetzt mit ihren Konzeptserien machen, mit Elfen oder Conquest oder so was.
00:16:30
Speaker
dass man mit Teams an Comic-Serien arbeitet, um einen schnelleren Output zu haben, damit es nicht zehn Jahre dauert, bis man sieben oder acht Comic-Alben hat und die Leute und die Leser inzwischen einfach herausgewachsen sind, in Anführungszeichen aus den Stoffen. Darüber habe ich Horst kennengelernt und wir sind da einfach so sehr,
00:16:56
Speaker
glaube ich, auf einer Wellenlänge gewesen in der Denke, wie Comic funktionieren müsste in Deutschland, was schiefgelaufen ist, unserer Meinung nach, in Deutschland. Und, na ja, lange Rede, kurzer Sinn, aus diesen Teams ist leider gar nicht so viel geworden.
00:17:17
Speaker
weil zu viele Leute in zu viele verschiedene Richtungen wollten. Und dann ist das im Prinzip erst mal so wieder eingeschlafen. Irgendwann, also mit Horst habe ich aber viel Kontakt gehabt. Wir haben gemeinsam zum Beispiel einen Periroden-Comic gemacht.
00:17:38
Speaker
Wir haben gemeinsam auch mit Delia für Carlsen an dem Magazin gearbeitet, an dem Fantasy-Magazin, was dann irgendwann auch eingestellt wurde. Magic Attack hieß es.
00:17:56
Speaker
Dann haben wir im Prinzip so ein bisschen überlegt, was die letzten 20 Jahre unserer Meinung nach im Comic-Markt schiefgelaufen ist, was die Verlage falsch gemacht hat. Das war zu einem Zeitpunkt, wo der franko-belgische Comic im Prinzip in Deutschland praktisch keine Rolle mehr gespielt hat.
00:18:19
Speaker
Also es ist fast alles eingestellt worden, das haben wahrscheinlich auch viele Comic-Läden gemerkt, dass die Umsätze zurückgegangen sind, weil einfach gar nichts mehr da war. Und dann gab es eben öfter Überlegungen, man müsste das selber machen, pipapo, hat sich aber einfach so ein bisschen lange hingezogen und dann ist mir tatsächlich irgendwann nachts
00:18:43
Speaker
hatte ich den Gedanken, dass man sowas machen sollte, aber Splitter nennen sollte, weil es mal ein alter Verlag war. Was bei Horst glaube ich erstmal nicht so gut ankam, weil Horst als Zeichner mit Splitter gar nicht so viel zu tun hatte und zu Recht natürlich auch darauf hingewiesen hat, dass der alte Splitter Verlag neben dem, dass er Konkurs war, auch eine Menge, Menge
00:19:12
Speaker
Ja, Müll hat liegen lassen auf seinem Weg, sag ich mal. Negativ pastisch sozusagen. Ja, also ...
00:19:21
Speaker
Da steige ich einfach mal ein, weil das ist ja die Sichtweise, dass man einfach sagt, von draußen weiß es ja keiner. Im Endeffekt, ich gehe nochmal auf dieses Künstlertreffen, das ist schon wirklich der Ursprung von allem, weil letztendlich ist es ja so gewesen, dass Dirk und ich so ein bisschen von den anderen als Profis gesehen wurden, weil Dirk bei Splitter alt war, da gerade zu Karlsen gegangen ist, ich war bei Feast und Ehapa.
00:19:44
Speaker
Und wir haben ja letztendlich auch immer diese Situation gehabt, dass wir wussten, dass also das Thema mit der Teamarbeit auf der einen Seite für den Comic selbst, aber auf der anderen Seite auch für das Thema Verlegen. Das heißt, das war immer so der Tanz zwischen zwei Vulkanen im Endeffekt. Weil wenn man ja einen Comic zeichnet, dann sitzt man ein halbes Jahr irgendwo in seinem Kämmerchen.
00:20:04
Speaker
Und wenn man auf der anderen Seite einen Comment veröffentlicht, müsste man ja dafür im Prinzip jetzt endlich die ganze Arbeit zu Hause liegen lassen, weil man da das Merchandising, der Aufwand oder tatsächlich wenn man jetzt so als Kleinverleger selbst vertreibt oder sowas. Und deshalb war von Anfang an ja die Idee letztendlich eine
00:20:20
Speaker
Für die deutschen Künstler, für den Nachwuchs, aber auch für die Etablierten und auch im Verlegerischen ist es an allen Ecken ein bisschen besser zu machen. Also das ein bisschen harmonischer aufzubauen. Also nicht jetzt besser zu sein wie die anderen, aber harmonischer. Dass man diese Probleme, die sich da aufgebaut haben, im Endeffekt nicht hat.
00:20:40
Speaker
Das ist auch das, woraus letztendlich alles entstanden ist. Die Situation war die, dass wir sehr schnell gemerkt haben, dass wenn wir da nicht bei den Verlagen mit der Idee, also dieses nicht zustande kommen, dieser Konzept sehen, 2000, 2001, 2002, hat uns ja dazu geführt, dass wir gesagt haben, die Idee ist nach wie vor sehr gut.
00:21:01
Speaker
Wir müssen sie nur anders angehen. Und daraus ist eigentlich letztendlich dann auch diese Eigenkonstruktion, weil wir haben dann drei, vier, fünf Jahre praktisch auch jede Woche miteinander gearbeitet. Also es waren Werbeaufträge und es waren Comic Aufträge und Comic Arbeiten. Wir haben auch viele eigene Comic Ideen gehabt. Es gibt Dutzende von Seiten von Comics, die wir immer wieder mal als Idee gestartet haben. Aber es war immer die Situation, dass wir wussten, wir sind immer abhängig von dieser alten Struktur.
00:21:28
Speaker
Und das war eigentlich der Gedanke, der Befreiungsschlag, dass wir gesagt haben, warum machen wir nicht alles auf einmal? Auf einmal heißt, wir arbeiten zusammen, wir zeichnen zusammen, wir verlegen zusammen und wir schauen mal, wie weit das geht. Also das heißt, der Ursprung hat natürlich ganz klar mit der künstlerischen Seite zu tun.
00:21:46
Speaker
Aber auf der anderen Seite, weil wir ja auch gleichzeitig lesen und weil auch der Künstler letztendlich, wie soll man sagen, er spürt ja letztendlich auch, wo der Künstler weiß ja, was nicht funktioniert. Also wenn man bei einem Verlag, wenn man da unterkommt und der Verlag sagt, ja, diese Serie nehmen wir, die kaufen wir, aber man macht die nächste Serie und er nimmt sie nicht, dann fängt man wieder von vorne an. Das heißt, wir brauchen auch eine vernünftigere Basis. Und das ist das, was wir schaffen wollten. Wir haben auch aus dieser damaligen Künstler-Community zum Beispiel den Janfest an Bord
00:22:15
Speaker
der jetzt uns vier oder fünf Comics adaptiert hat als Beispiel, der war damals bei diesem Künstlertreffen auch dabei. Jan Kreel. Der Boris Koch unter anderem ja auch, der war auch dabei. Jan Kreel, der zum Beispiel das Wolkenvolk und die Krone der Sterne und die Zwerge für uns adaptiert hat und Boris Koch, wo jetzt demnächst das Schiff der verlorenen Kinder erscheint, mit Frau Geberger zusammen.
00:22:38
Speaker
Aus dieser Ära ist also doch schon etwas entstanden, wenn es halt auch nicht so groß, was der Community damals gesehen, nicht so groß funktioniert hat. Aber die Grundidee ist eigentlich genau das, was sich da ergeben hat. Und vielleicht einfach, um nochmal diese zwei Standorte und sowas auch zu erklären, einfach nochmal ganz schnell zurück zu dieser Geschichte. Hätte das Ganze drei, vier Jahre vorher stattgefunden, dann wäre wahrscheinlich auch Splitter in dem Sinn entstanden.
00:23:02
Speaker
unabhängig davon, wo, wie. Die Grundidee war in uns allen ja vorher, weil wir das Treffen ja hatten, auch schon da. Und dann wäre das wahrscheinlich auch ein Standort gewesen. Aber es war halt so, die Grundelier hatten mit Kind Familie, Haus renoviert. Ich hatte Familie mit Kind Haus gebaut. Das heißt, wir standen ja gerade immer an dem persönlichen Standort, gerade an der Neustadt oder was heißt man, an der Neustadt, an einem wichtigen Punkt im Leben.
00:23:26
Speaker
Und deswegen haben wir damals halt gesagt, dann lassen wir das halt auf zwei Standorten. Das ist also nichts, was eben später entstanden ist oder das man nicht zusammen wollte, sondern das hat einfach dann nicht gepasst. Die Grundidee war sehr gut, sehr fein, aber der Zeitpunkt war dann halt einfach zu spät, weil wir beide quasi Familien und Häuser quasi als Hypothek in Anführungsstrichen hinter uns hatten.
00:23:48
Speaker
ist ja trotzdem was draus geworden letzten endes aber gut dass er mit den konzept serien das habt ihr dann ja relativ früh verworfen gestartet seid ihr aber auch mit franko belgischen lizenz titeln dann damals wenn ich mich recht entsinne ich war natürlich nicht dabei aber
00:24:07
Speaker
Der erste Band vom verlorenen Paradies und der erste Band von den Schiffbrüchigen von ITAK. Das war ja die erste Splitter-Auslieferung sozusagen. Könnt ihr euch noch dran erinnern, oder wahrscheinlich warst du das damals, Dirk, der die Sachen auch eingekauft hat, zumindest, oder habt ihr das damals noch mehr gemeinsam gemacht, wie es dazu kam? Wart ihr dann einfach ...
00:24:30
Speaker
Weiß ich nicht, auf irgendeiner Buchmesse habt ihr euch das angeguckt oder wie ist man daran gekommen, diese Kontakte überhaupt erst mal zu haben? Also auch wenn es ja schon 15 Jahre her ist, das Internet gab es ja trotzdem schon, und darüber haben wir uns im Prinzip informiert. Ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass wir zu dritt bei Horst gesessen haben, unser
00:24:58
Speaker
Budget hatten und durchgerechnet haben, wenn wir kein einziges Buch verkaufen, wie lange das braucht, bis das aufgebraucht ist. Das wäre relativ schnell gegangen. Und haben dann uns hingesetzt gemeinsam und haben gesagt,
00:25:17
Speaker
Um es schlanker zu halten, weil es war ja geplant, dass wir diesen Verlag neben unserem Tagesjob nebenbei machen, arbeiten wir erstmal nur mit einem einzigen Lizenzgeber zusammen. Das war in dem Fall Soleil, für den wir uns entschieden haben.
00:25:33
Speaker
Dann hat man eben nur einen Ansprechpartner, da war ja auch genug Material generell in Frankreich, weil in den letzten Jahren keiner irgendwas gemacht hatte. Und dann sind wir hingefahren nach Paris und haben uns mit Soleil zusammengesetzt und haben gesagt, die und die und die Serie
00:25:57
Speaker
Serien wollen wir machen, haben unser Konzept vorgestellt, dass wir, was inzwischen schon komisch anmutet, aber wir waren damals der erste Verlag seit, ich glaube, zehn Jahren, der gesagt hat, wir produzieren verbindlich und mit Katalog. Das gab es damals nicht. Es kamen irgendwann irgendwelche Bücher.
00:26:18
Speaker
Und wir sind hingegangen und haben gesagt, im Oktober kommen die beiden Titel, im November die beiden und im Dezember die beiden. Wahnsinn. Und haben dann eben auch einen wirklichen Katalog produziert nach den Sachen. Und das war tatsächlich neu.
00:26:36
Speaker
Das gab es vorher schon mal, aber zehn Jahre lang war das einfach nicht mehr Usus. Dann haben wir geguckt gemeinsam, welche Serien wir starten wollen.
00:26:51
Speaker
Wir wollen so starten, wie wir das mit unseren Autoren angedacht hatten, dass wir drei, vier Serien starten, von denen wir alle zwei, drei Monate ein Band bringen, um eine Leserbindung erst mal herzustellen.
00:27:10
Speaker
Ja, wichtig war ja dann die Schlagzahl. Das war also eins unserer ganz großen Anliegen, weil wir letztendlich, es gab also, wie soll ich sagen, so Verluste am Markt und einer der Verluste war die Verbindlichkeit, nicht nur den Termin, wie der gerade genannt hat, sondern auch wirklich die in laufenden Serien. Man konnte ja sehr, sehr viele, sehr erfolgreiche, große, franko-belgische Serien hier gar nicht komplett kaufen. Das heißt, es gab irgendwann mal den siebten Band, aber der sechste war gerade noch im
00:27:39
Speaker
auf dem Markt und der Rest war nicht lieferbar. Und das war für uns eigentlich auch klar. Wir müssen in einem, so war der Plan eigentlich, im zweimonatlichen Turnus etwas rausbringen, dass man sagen kann, Band 1 bis 10 ist halt innerhalb von 1-2 Jahren kaufbar und ist am Markt verfügbar. Dass es dann vielleicht 10 Jahre oder länger ist, das war damals noch nicht absehbar, ob uns das gelingen wird, war aber auch so ein Hintergedanken.
00:28:03
Speaker
Und wäre auch noch zum Franco-Belgischen und zum Science-Fiction-Fantasy zu sagen, es war auch genau die Lücke, in die wir reingestoßen sind. Das wurde uns relativ leicht gemacht, weil diese großen 80er-Jahre Metal-O-Lon waren die Jahre, wo letztendlich Science-Fiction-Fantasy schwermetallmäßig letztendlich Volksverlag war so führend im deutschen Segment und Splitter Alt war ja auch in diesem Segment unterwegs. Und das war ja eigentlich komplett verloren gegangen.
00:28:32
Speaker
Carlson und der Harper haben sich da den Wettstreit zu der Zeit rund um das Manga gefühlt. Andere Verlage haben Graphic Novels entdeckt und so was. Da haben wir gesagt, das ist erst noch mal der Startpunkt. Auch hier ... von Anfang an war klar, dass das nicht damit irgendwie enden sollte, sondern das war ganz klar eine Konzentration auf eine Lücke. Genau, das war genau das, was ich nachfragen wollte. Ich hab quasi eine Lücke gesehen und ...
00:28:57
Speaker
Gedachte da ist noch Platz drin und tatsächlich sind ja auch immer noch in dieser Lücke aktiv, also es ist ja immer noch ein ähnliches Konzept, wo sind natürlich Sachen dazu gekommen, aber franko belgische Alben mit Schwerpunkt Science Fiction Fantasy macht ja immer noch einen großen großen Teil und auch Serien dessen aus was sie machen.
00:29:17
Speaker
Ja, so ein bisschen ist es eine Bastion, die wir bis heute verteidigen. Die Frage ist ja immer, für was steht ein Verlag? Also man hat ja tatsächlich, da wir ja eben selbst Leser waren und Autor und Zeichner,
00:29:33
Speaker
Wir wissen ja letztendlich auch, was auf der anderen Seite der Belang ist, was möchte jemand und eine Kundenbindung ist uns eigentlich auch ganz wichtig und während andere Verlage einfach in anderen Segmenten ihre Highlights bringen und einfach ihre Leserbindung haben, bauen wir sie halt in dem Segment auf. Das muss man auch schon als Unterschied am Markt sehen. Das heißt nicht, dass nicht jeder Verlag irgendwo frei wäre, alles zu machen, aber tatsächlich
00:29:58
Speaker
haben wir unseren Bereich, in dem wir uns, sag ich mal, sehr gemütlich eingesetzt haben. Und andere haben halt ihren anderen, das andere Segment. Und wir sind ja in der Vergangenheit auch sehr häufig gefragt, wann wir das Programm relativ bald und schnell auf Manga ausweiten. Und das haben wir ja bis heute letztendlich verneint. Wir haben nicht gesagt, dass wir nie Mangas machen werden, aber es ist halt nicht eben unser Bereich. Das müssen wir halt einfach von vornherein immer so sehen.
00:30:24
Speaker
Das wird auch immer wieder neu evaluiert, was genau unser Bereich dann so gesehen ist. Also vor 15 Jahren hattet ihr diese Idee und würdet ihr das dann jetzt quasi so interpretieren, dass es eher, ich weiß nicht, dass das jetzt Zufall ist, dass wir immer noch dabei sind oder glaubt ihr, das ist quasi
00:30:43
Speaker
Ja, gar nicht hätte anders laufen können. Das ist vielleicht eine etwas blüde Frage, wenn ich drüber nachdenke. Aber jetzt heute aus der Sicht von 2021 erscheint es als folgerichtig, dass wir jetzt da stehen oder dass ihr da steht und halt nicht mehr zwei, sondern 20 mit Nachauflagen auch mal 25 Alben pro Monat produziert. Oder überrascht euch das sozusagen immer noch.
00:31:10
Speaker
Also folgerichtig ist das natürlich nicht. Ja, das war gut formuliert. Niemals so geplant. Kann man auch, glaube ich, nicht planen. Wir haben natürlich von Anfang an gehofft, dass das, was wir uns überlegt haben, aufgeht. Aber also wie gut das von Anfang an funktioniert hat, hat uns natürlich schon gewundert, klar. Gewundert, schön, ja, okay.
00:31:38
Speaker
Ja, also es war, Dick hat es vorhin schon mal angesprochen, grundsätzlich, wir mussten ja für uns auch überlegen, was passiert, wenn es besser wird, grundsätzlich hatten wir erst einmal nur den Traum davon, den Verlag als Halbtagsverlag laufen zu lassen. Das war eigentlich die Idee, dass wir sagen, auf der einen Seite, also die Hälfte des Tages verdienen wir Geld und auf der anderen Seite können wir unsere Träume verwirklichen.
00:31:59
Speaker
Wir hätten auch später in jedem Fall erst mal weiter gemacht, wenn es gar keine richtigen Gewinne gab. Hat es ja auch im Endeffekt. Also wir hatten zwar Gewinne von Anfang an, bis heute letztendlich ist dieser Verlag immer gewachsen, aber wir haben das immer reinvestiert. Wir haben das in das Wachstum reinvestiert, weil wir diesen Spaß an diesem halben Tag für die gute Laune quasi gebraucht haben, um halt den anderen halben Tag...
00:32:20
Speaker
abzuarbeiten ist. Man muss vielleicht auch eins sehen, das ist, wie soll ich sagen, man kann das nicht, hat schon eine besondere Situation, weil von außen gesehen ist ein Verlag ein Verlag. Ja, das ist einfach eine Konstruktion. Aber was steht dahinter? Wenn ich einfach nach links oder rechts schaue, haben wir ja so drei Mitbewerber. Das sind letztendlich Verlagshäuser, die haben fast immer eine Muttergesellschaft. Die haben eine 50- oder eine 100-jährige Tradition. Die haben einen Namen, die haben Abteilungen.
00:32:47
Speaker
Die haben ein Portfolio, das bezogen auf die Bellatristik und ähnliches, das ist noch viel weiter als das Comic hinausgeht. Und die haben eine Comic-Abteilung. Es gab bei uns auch immer, so wie wir jetzt auch, also wir sind nicht die Ersten, die aus Engagement heraus, gerade in den 80er Jahren, sind ja sehr viele Verlage gegründet worden, die vielleicht eins, zwei, drei Mann-Verlage waren, wo einfach aus der Liebe zum Comic und dem Engagement etwas gewachsen ist. Aber in der Größenordnung, in der wir heute sind,
00:33:14
Speaker
Das ist dann schon was Besonderes, weil wir letztendlich so ein bisschen diese Liga geschafft haben, eben über diesen Halbtag-Verlag zu einem vollen Verlag zu kommen. Mittlerweile mit acht Mitarbeitern sind wir ja in der Situation, dass wir sagen, wir sind um der Produktivität von 15 Mitarbeitern, das muss man vielleicht auch dazu sagen. Das ist also auch eine ganz spezielle Situation bei uns. Da sind wir natürlich da angekommen, was vorher so nicht war. Und das muss man als Unterschied irgendwo auch ein bisschen sehen. Das ist also Programm, Programmgestaltung.
00:33:45
Speaker
oder letztendlich auch diese Buch- und Produktgestaltung, das auch ein bisschen getrieben ist von der Idee, dass man etwas Schönes macht. Ich will in anderen Verlagen nicht absprechen, dass sie nicht schöne Bücher machen, aber der Hintergrund ist eben doch grundsätzlich anders.
00:34:00
Speaker
Vielleicht eine kurze Nachfrage. Wir haben ja jetzt seit 15 Jahren quasi durchgängig dasselbe, also was heißt quasi, immer dasselbe Buchdesign. Wenn man sich unser Archiv hinstellt und anschaut und auch Leserinnen und Leser, die vielleicht mehr als ein Splitteralbum sitzen, euch wird das aufgefallen sein vielleicht, dass man die in eine Reihe stellen kann und das sieht aus wie aus einem Guss.
00:34:20
Speaker
Später dann auch mit den anderen Formaten, mit dem kleineren Thunfisch-Format, mit dem Book-Format und so. Das heißt, vor 15 Jahren habt ihr euch hingesetzt und dieses Design entworfen. War das eigentlich ein schwieriger Prozess oder war das so ein Ding, keine Ahnung, Horst hat ein Design gemacht, Dirk hat es abgenickt und dann steht das jetzt seit 15 Jahren so da.
00:34:40
Speaker
Also da kann man ja praktisch sagen, das Design ist geschlaut, weil letztendlich hat es uns Soleil sehr einfach gemacht. Ich wusste nicht, wie wir ehrlich sein wollen. Also letztendlich haben wir gesehen, was läuft im frango-belgischen Bereich besser. Da läuft ja einiges besser wie im Deutschen.
00:34:57
Speaker
Und da ist das ganz sicher auch etwas, was wir gemacht haben. Ich würde mal sagen, das, was Schlitter ausmacht, wenn man es jetzt wirklich auf die Optik bezieht, ist eigentlich letztendlich eine Mischung aus Soleil für das rein Visuelle und aus der Situation, dass der Karlsen-Verlag vielleicht 20 oder 30 Jahre lang das sammelwürdigste Portfolio hatte, weil diese Bücher halt über 20, 30 Jahre auch sehr einheitlich gestaltet wurden. Und aus den beiden haben wir quasi eine Win-Win-Situation versucht zu stricken.
00:35:25
Speaker
Na ja, gut, aber das ist ja eine Fusion, die durchaus auch immer noch viele Fans findet und gut ankommt. Insofern ja alles richtig gemacht. Wir bleiben mal in der Retrospective. Auf unserer Website zum Beispiel, wenn ihr mal Lust habt, nachzulesen, haben wir auch so ein kleines Über-uns-Segment. Das sind auch nur ein paar Sätze, sind so ein paar ...
00:35:46
Speaker
Ich sag mal Meilensteine in der Verlagsentwicklung ja aufgezählt, dass wir dann irgendwann das Thunfelssegment hatten und davor das Booksegment und US Comics. Und wir haben ja auch im Laufe der Zeit durchaus einige namhafte Autorinnen, Autoren, Künstler eingesammelt sozusagen. Gibt es denn für euch so ein oder zwei von solchen Meilensteinen in der Verlagsentwicklung, die besonders hervorstechen? Gibt es da irgendwas, was so spontan dir einfällt?
00:36:16
Speaker
Ja, zu dem Thema. Ja, also ein Meilenstein war natürlich, dass wir mit Gründung des Thunfisch Labels die Schlümpfe an uns gebunden haben, von denen inzwischen, weiß ich nicht, 65, 70 Bücher, alles was es an Comic gibt, gibt es aktuell auf Deutsch. Das ist auch ein Novum.
00:36:42
Speaker
Das ist schon, glaube ich, so der größte Meilenstein. Und die Schlümpfe waren vorher zehn Jahre nicht lieferbar. Und wir haben dann in einem damaligen Gewaltakt die Schlümpfe mit zwei Wänden pro Monat in kürzester Zeit komplett lieferbar gemacht für Deutschland.
00:37:06
Speaker
Das würde ich sagen, ist so von der Größe her der größte Step. Aber es gibt natürlich noch mehr. Also vorher für das Splittersegment, glaube ich, war es wichtig.
00:37:21
Speaker
dass wir Storm veröffentlicht haben und in einer Edition, die bis dahin, glaube ich, undenkbar gewesen war. Das war alles komplett in Hardcover, mit Bonusmaterial und mit Kunstdruck. Sowas gab es vorher einfach nicht. Für Sammler und für Neuleser. Ja, und Horst, bei dir?
00:37:47
Speaker
Ja, ich würde das beides nochmal aufgreifen. Man muss ja auch das menschliche bisschen dahinter sehen. Wir waren in beiden Fällen ja mit der Idee immer schon schwanger, aber wie setzt man es um? Wie kann man auf einmal quasi
00:38:02
Speaker
höhere Auflagen, bessere Qualität, eine höhere Bindlichkeit. Wie gesagt, verkauft sie. Wir brauchen ja dieses Feedback auch letztendlich aus der rein wirtschaftlichen Situation heraus, um dann das zu erfüllen, weil es ist ja ein Halbjahreskatalog, es ist schon ein ganz schönes Versprechen, was man dann ja auch hinlegt, was ja große Verlagsräume,
00:38:20
Speaker
die mehr Hintergrund haben, nicht abgegeben haben. Inzwischen ja auch über 100 Titel pro Halb, ja, tatsächlich. Wir schreiben ja gerade wieder einen Katalog zusammen, und das ist ja schon enorm. Und mit was für einer Zuverlässigkeit die Sachen dann auch tatsächlich erscheinen, da steckt ja viel Planungsarbeit auch hinter.
00:38:39
Speaker
Ich nehme an, dass wir am Schluss ein bisschen über die Ist-Situation reden, aber jetzt wo wir herkommen. Die Grundidee war da, aber jetzt sind auf der anderen Seite ja auch nur Menschen und diese zwei Schwellen, also beide sind die gut genannten, das wäre Storm, also erstmal der Reihenfolger war Storm und später war das die Schlümpfe.
00:38:55
Speaker
Aber in beiden Fällen Storm Deck und ich sind nach Holland gefahren und wir wussten ja letztendlich nicht, ob wir mit Storm nach Hause kommen. Was Storm war, das sind eigentlich immer noch für uns diese Schritte gewesen, die wichtig waren. Es gab immer auch ein Programm, das traditionell bei diesen zwei, drei großen Häusern war, und zwar eben schon über 30 oder 40 Jahre teilweise.
00:39:15
Speaker
Das heißt, das ist immer auch von der Psychologie auf der einen Seite, aber auch von der ganzen Erwartungshaltung, die immer wieder von unserer Seite dem Markt gegenüber. Es hätte ja keinen Sinn gemacht, dass wir nur irgendwas übernehmen und es schlechter machen, sondern wir mussten es natürlich auch dann ein bisschen besser machen.
00:39:30
Speaker
Wie wir da eben nach Holland gefahren sind, das war vorher sehr lange Überlegung, ob wir es tun, wie wir es tun. Und die Schwelle, dass wir die dann, wie soll ich sagen, genommen haben, das war halt einfach so eine Situation, dass es halt doch kein anderer, so wie wir, konsequent gemacht hat. Weil wir sind da hingefahren und haben gesagt, wir präsentieren den Storm, wir bringen den Storm, wir haben die Ausstattung beschrieben, wir haben die Schlagzeilen beschrieben, also all das, was ein Lizenzgeber letztendlich auch sagen konnte. Moment einmal.
00:39:58
Speaker
Und Storm war ja selbst im Redesign, also Redesign heißt technisch gesehen, wurde neu gescannt, wurde neu digitalisiert, neu bearbeitet. Und in diesem ganzen Prozess war natürlich auch da drüben ganz klar der Wunsch, dass Storm nicht in Deutschland einfach nur erscheint, sondern dass es groß gemacht wird.
00:40:15
Speaker
Und bei den Schlümpfen war das auch, wir sind drei Jahre lang, sind wir immer auf der Buche und den IMPS-Stand rumgeschlüpft quasi, man kann also sagen, das war eine sehr schlumpfige Situation, weil wir immer nicht wussten, ob das, was wir vorhaben, letztendlich auch groß genug war für das, was wir wollten. Das heißt also, was wir haben wollten, sprich diese Lizenz.
00:40:36
Speaker
Und da haben wir wohl auch immer das Moment immer auf unserer Seite gehabt, dass wir letztendlich von der Idee, von der Konsequenz der Umsetzung und allem, wie soll ich sagen, auf der einen Seite das Vertrauen, also das Psychologische, aber auf der anderen Seite auch letztendlich genau den Plan hingelegt haben, der auf der anderen Seite erwartet wurde. Das war der glückliche Moment eigentlich immer. Es war aber immer eine Schwelle, also auch im Vorfeld. Wir haben lange immer darüber nachgedacht, weil wir können wir ja auch letztendlich genau an so einem Projekt wieder scheitern.
00:41:04
Speaker
Ja, gut, klar. Wobei, dieses Scheitern hätte ja von außen niemand konkret ... Ach so, wenn ihr die Lizenz bekommen hättet und damit aber gegen die Wand gefahren wär, meinst du. Genau. Und über die größten Beträge, die auf einmal auf uns zugewandert sind. Von der Lizenz, aber eben auch von der konsequenzen Umsetzung.
00:41:22
Speaker
Die größte Treppenstufe halt immer. Ja, aber um da mal ... Also, offensichtlich gibt's den Verlag noch und ist ja nicht irgendwie an so was gescheitert. Aber komplementär gefragt, würd ich dann doch mal, weil ich denke, das ist auch viele Hörerinnen und Hörer interessiert, die Frage stellen, was denn vielleicht so Punkte waren, wo's dann doch mal schwierig wurde. Also, hatten wir mal in der Vergangenheit eine Lizenz, an der man sich fast verhoben hätte,
00:41:48
Speaker
Weiß nicht, jetzt grade erleben wir ja pandemiebedingt oder spätwirkungsbedingt eine ziemliche Papierknappheit am Druckereimarkt. Ähm, gab's so was auch schon mal, was dann irgendwie ... ja, so einen Scheideweg gegeben hätte oder so ein Damocles-Schwert, den man dann noch ausgewichen war? Horst, gab's da irgendwas, worüber du sprechen möchtest auch? Zumindest kurz.
00:42:13
Speaker
Wenn wir uns intern über den Werdegang unterhalten oder intern überhaupt ihn wirken lassen, dann ist das natürlich nie was schiefgegangen. Das ist das Interessante. Das heißt, wir hatten 15 Jahre Durchwegwachstum. Ich müsste jetzt nicht ein Jahr, wo wir stagniert oder zurückgefallen wären,
00:42:30
Speaker
was jetzt also dieser Erfolg der Bücher angeht. Also das, was wir produzieren wollten, haben wir geschafft und das, was wir produziert haben, konnten wir auch immer erfolgreich verkaufen. Es gab aber, das muss man ja schon dazu sagen, durch dieses Wachstum halt immer auch Lücken, die wir jetzt persönlich gefüllt haben. Das heißt, auf der menschlichen Seite haben natürlich, aus einem Halbtagsverlag wurde letztendlich ein doppelter Verlag, weil statt vier Stunden haben wir dann 16 Stunden jeden Tag daran gearbeitet.
00:42:59
Speaker
Das hat sich dann irgendwann mal ein bisschen entspannt, weil wir eben so, wie du, wie alle unsere anderen Mitarbeiter, natürlich ein sehr schönes und starkes Thema mittlerweile, dass wir das ein bisschen, wir werden ja auch älter, zurückschalten können. Aber das war die Schwellen, die wir nehmen mussten, waren eher persönliche Schwellen. Also geschäftlich, würde ich sagen, ist nie was richtig schiefgegangen, sondern im Gegenteil, die Konsequenz, dass es lief, wie es halt auf der anderen Seite
00:43:21
Speaker
Überstunden machen und alles dafür geben. Also ich sage ganz einfach mal mit Vollgas in die Kurve und alles andere spielt da halt keine Rolle zu dieser Zeit. Hast du noch was zu ergänzen dazu, Dirk? Oder würdest du das auch so unterschreiben? Also das unterschreibe ich so. Also wenn jetzt das uns irgendein Projekt finanziell aus dem Ruder gelaufen ist, kann ich mich tatsächlich auch nicht daran erinnern. Es gab natürlich auch menschlich
00:43:49
Speaker
die schwierige Phase, als Delia krank wurde, die im Prinzip eine der drei Säulen waren. Also wir haben tatsächlich alle drei 15 bis 16 Stunden gearbeitet am Verlag und dann ist Delia krank geworden. Das war nicht so einfach und so schnell zu kompensieren. Aber das hat dann ja auch hingehauen.
00:44:17
Speaker
Das heißt, in der Nachwirkung dessen sind ja dann ... Marlina und Aileen und ich und so dann irgendwie da zugestoßen. Und für alle, die jetzt zuhören und sich Sorgen machen, meistens müssen wir keine 16 Stunden arbeiten. Nein, das stimmt.
00:44:32
Speaker
Also, ist bisher noch nie vorgekommen. Außer man ... Nee, eigentlich noch nie. Auf Messe ist man natürlich immer viel beschäftigt, aber das macht dafür auch so viel Spaß, dass es ziemlich schnell vorbeigeht, so gesehen. Ja, Horst, du hast es grad schon mal angesprochen, der ist Zustand. Ich würde gerne noch einen kurzen Blick in die Zukunft werfen, soweit das überhaupt möglich ist und interessant.
00:44:56
Speaker
Aber was gibt es denn zum Ist-Zustand zu sagen, was du damit meintest? Also, ich glaub, wer diesen Podcast hört, der ist wahrscheinlich über das, was wir tun und machen, größtenteils zumindest halbwegs informiert. Wir hatten ja vor Kurzem eine Folge, wo wir auf den Katalog eingegangen sind, und ich spreche auch immer wieder mit ...
00:45:16
Speaker
Ach, ich hab ja auch schon genug mit Händlerinnen und Händlern hier darüber gesprochen, wie die den Splitter Verlag vielleicht sehen und so weiter und so fort. Aber was ist denn dein Blick dann auf den Verlag, wie er jetzt ist?
00:45:28
Speaker
Ja, ich würde sagen, der Unterschied zu früher ist, dass wir halt jetzt wirklich irgendwann mal diesen Begriff, wir sind ein voller oder vollwertiger Verlag. Das heißt, während wir früher letztendlich vieles auch persönlich abgefangen haben, also man muss vielleicht auch sagen, in den Büros, in den Räumen, in der technischen Ausstattung haben wir, wir hatten ja vorher eben Illustrationsstudios und Werbestudios. Und aus der Situation haben wir ja das Material in Splitter reingegeben. Das heißt, Splitter wurde ja, wenn man so will, letztendlich in zwei Studios produziert am Anfang.
00:45:58
Speaker
Und heute sind wir ja in einer ganz anderen Situation. Wir sind, wie gesagt, gewachsen. Wir haben eine Mannschaft, ein Team. Wir haben Arbeitsverhältnisse, die normal sind.
00:46:10
Speaker
Unsere Mitarbeiter haben Urlaub, wir bezahlen Gehälter, wir haben mehr oder weniger in der Planung eine Profession, dass wir sagen, auch finanztechnisch, das Programm, die Absicherung, dass wir also, wir haben für keine Mutter, also das ist immer noch die besondere Situation, dass wir keine Muttergesellschaft haben. Aber dass das, was wir machen, letztendlich von der Struktur nicht sich nicht mehr so groß unterscheidet wie letztendlich von einem dieser vielleicht drei
00:46:35
Speaker
Nur Comic-Verlage, die den deutschen Markt seit 30, 40 Jahren eigentlich von oben her, sage ich mal, beliefert haben. Da sind wir sehr nah dran eigentlich. Vielleicht sind wir an manchen Stellen sogar mittlerweile professioneller, weil bei denen sind ja oft auch kleine Entscheidungen, eher nur so Abteilungsentscheidungen. Bei uns ist es immer, sage ich mal, eine Entscheidung aus der vollen Struktur heraus.
00:46:54
Speaker
Also da sind wir, glaube ich, ganz klar in den letzten fünf, sechs Jahren noch einmal so einen Schritt weitergekommen, den man von außen vielleicht nicht so sehen würde. Das war vorher, ist halt sehr viel eben durch Liebhaberei, durch Engagement, einfach dadurch entstanden, dass wir das machen wollten. Und heute ist es im Endeffekt wirklich eine
00:47:15
Speaker
durchstrukturierte Firma. Und wenn da etwas fehlt, der und ich sind ja bei sowas ein bisschen betriebsblind, dann muss es eben von dir und von unseren Mitarbeitern kommen. Wenn die sagen, für eine Vollfirma fehlt jetzt noch die Kaffeemaschine hoch zehn oder sowas, dann weiß ich nicht, das muss im Prinzip dann aus den Mitarbeitern kommen letztendlich. Also was wir als Nachhol haben, ich sehe da im Moment nicht mehr so viel als Nachholbedarf.
00:47:39
Speaker
Dirk hat ja jetzt grade erst das Wochenende unseren Pausenraum eigenhändig renoviert, und er ist wunderschön geworden. Davon machen wir bestimmt demnächst auch noch mal ein paar Fotos, wenn ich mich dazu bequemt habe, das Archiv umzuräumen.
00:47:55
Speaker
Wie siehst du das mit dieser ... Ich nenn's mal Professionalisierung. Also, keine Ahnung. Im Vergleich zu dem, was ich so höre von Leuten, die in irgendwelchen Riesenfirmen arbeiten oder bei Unternehmensberatungen, haben wir ja immer noch ein sehr familiäres und kurze Wege, unbürokratisches Arbeitsklima bei uns. Was sehr, sehr schön ist, aber ...
00:48:17
Speaker
Wie siehst du diese, diese Professionalisierung dann in der, in der Szene, Dirk? Quatsch, in der Szene, in der Firma, wenn man so möchte.
00:48:27
Speaker
Generell gebe ich dir recht, wir haben eine relativ flache Hierarchie. Was meiner Meinung nach schon auch wichtig ist, dass man so ein angenehmes Betriebsklima hat. Wir sind jetzt nicht irgendwie eng wie die Kaninchen. Wir haben schon Platz, aber wir arbeiten mit sechs, sieben Leuten.
00:48:49
Speaker
quasi auf einer Etage. Und da finde ich es schon wichtig, dass man sich gut versteht, dass es eine Atmosphäre ist, wo keiner Angst haben muss, irgendwem was zu sagen. Und ich glaube nicht, dass ich irgendwem hier in der Firma das Gefühl gebe, den Chef raushängen zu lassen. Sondern wir gucken ja auch, wenn aus meiner Sicht neue
00:49:15
Speaker
neue interessante Projekte da sind, dann besprechen wir das alle in Runde und man hört sich an, was die unterschiedlichen Meinungen zu den Sachen sind.
00:49:31
Speaker
ist auf jeden Fall, glaube ich, das war alle auf Augenhöhe arbeiten trotzdem, aber eben so professionell, dass man alles, was man macht, in Anführungszeichen, mit Hand und Fuß macht. Also das Wirtschaftliche muss passen. Natürlich kann man immer auch mal, wenn es gut läuft, einen Titel mit reinnehmen,
00:49:55
Speaker
den der eine oder andere besonders mag, wo man weiß, den werden wir nicht so gut verkaufen. Der ist dann eher für die persönliche Note oder für das Image des Verlages generell. Aber so, glaube ich, stehen wir auf sehr guten professionellen Beinen.
00:50:13
Speaker
Die Arbeit auf der kompletten digitalen Ebene funktioniert extrem gut und deshalb ist es auch überhaupt kein Problem, dass Horst nicht vor Ort sitzt. Es ist schade, dass man ihn immer nur hört und selten sieht, aber vom Arbeitsablauf funktioniert das alles
00:50:37
Speaker
reibungslos und eben an der Stelle auch tatsächlich, wie Horst es eben schon gesagt hat, ein Riesenlob an das Team, was echt super funktioniert. Also habe ich, glaube ich, aber auch öfter intern schon gesagt, dass ich mit den
00:50:54
Speaker
mit den Leuten, die im Moment daran arbeiten, extrem zufrieden sind, weil jeder auch eigenständig arbeitet und eben auch für sich immer guckt, dass er die Qualität so hoch wie möglich hält und jeder schaut, dass er alles für letzten Endes ein Buch gibt, was so gut wie möglich rausgeht.
00:51:15
Speaker
Falls ihr, liebe Hörerinnen und Hörer, da zu Kritikpunkten anzubringen habt, dann wisst ihr, wo ihr hinschreiben könnt. Nein. Ja, das haben wir schon mal so mitbekommen. Worauf wollte ich jetzt hinaus? Genau. Also, ich würd mal was einfach mal zwei, drei Sätze auch zu dir sagen, Max. Es ist ja so, dass wir letztendlich genau das ...
00:51:36
Speaker
Also einfach zu diesem Ist-Zustand, wo wir angekommen sind. Du machst ja im Prinzip das digitale Angebot. Und das ist also das Digitale jetzt nicht in der Erstellung der Comics, sondern das Digitale im Online-Thema. Also das heißt bei dem Thema der E-Books, bei dem Thema eben dieses Cuts. Das ist im Prinzip deine Welt und dafür wirklichst du dich. Und das ist das, was wir ja wollten. Wir wollten Dinge ja auch hergeben. In der Absicht, dass diese Firma, also das sehen wir auch als professionell, weil jemand alleine das nicht
00:52:04
Speaker
nicht lösen kann und wie der Verlag noch nicht so viele Mitarbeiter hatte. Also wenn ich einfach meine bescheidenen HTML-Kenntnisse nehme, die wirklich sehr rudimentär sind und irgendwelche Präsentationsseiten irgendwo auf irgendwelchen Surfern gebastelt wurden vor 15 Jahren. Ich habe da bis nach zum 5. gesessen, aber das, was da rauskam, war rein technisch gesehen schon ein Jahr später komplett wieder überholt. Man muss sich da mehr oder weniger auch ein bisschen auf seine Fähigkeiten, auf das, was der Markt draußen abfordert.
00:52:30
Speaker
ein bisschen konzentrieren. Und das ist eigentlich auch wieder so eine Situation. Dieser Strukturwandel geht dahin, wir wollen die Mannschaft, wenn also die Corona-Zeit, da kann man ja nachher noch ein paar Sätze dazu sagen, wenn diese Corona-Zeit jetzt nicht doch noch irgendwelche negativen Spätfolgen, also die Anfangsfolgen sind nicht schlecht, die Spätfolgen schlechter wären, ist vielleicht manch gesagt das hinfällig, aber letztendlich wollen wir später sogar weiterhin, was die Professionalität geht, wachsen lassen. Wir denken also darüber nach in der
00:53:00
Speaker
Mannschaft aufzustocken. Wir denken darüber nach, das Programm so ein bisschen noch zu schärfen in gewisse Richtungen. Das sind alles Dinge, aber die können letztendlich nicht von gerade von Dirk und mir alleine ja nicht geleitet werden. Da sind wir viel zu wenig professionell unterwegs und das ist ja auch bei den anderen Häusern so.
00:53:17
Speaker
Wenn man einen großen Verlag als Mutterhaus hinter sich hat, wird ja auch nicht in der Comic-Abteilung da irgendwie zum Beispiel der Internet auftritt. Der wird ja von den Leuten gar nicht gemacht. Das sind sogar eventuell externe Dienstleistungen. Und in der Richtung, glaube ich, sollte man also eben nicht unerwähnt lassen, dass das, was Splitter heute ausmacht, hat ja sehr viel mit unseren einzelnen Mitarbeitern und denen ihren Fachgebieten zu tun.
00:53:41
Speaker
Also für den ganzen i-Bereich bist du zuständig und den machst du sehr gut. Und wenn heute jemand bei Splitter reinklickt und etwas funktioniert, natürlich auch wenn es nicht funktioniert, bleibt es dann auch bei dir hängen, aber wenn es funktioniert, dann ist das dein Lob, das du in jedem Fall von uns beiden an der Stelle jetzt nochmal bekommen sollst. Weil da können Dirk und ich gar nicht mehr mithalten, auch vielleicht letztendlich ein bisschen
00:54:05
Speaker
dem Alter geschuldet. Das sollte man auch sehen. Das findet auch das Thema. Auch ein bisschen den Generationswechsel und all das sind so Aufgaben, die Spieler zu meistern hat neben dem Programm. Damit sind wir ja jetzt schon quasi, das wäre jetzt eigentlich ein wunderschönes Schlusswort für mich natürlich, aber da bin ich ganz am Schluss angekommen. Damit sind wir ja schon quasi dann mit einem Fuß in der Zukunft. Und weil du es jetzt schon angesprochen hast, bleiben wir, finde ich, auch einfach mal kurz dabei.
00:54:32
Speaker
Wir kommen dann als Rausschmeißer vielleicht noch mal zu ein bisschen ein, zwei leichteren Themen. Du hast jetzt Corona schon angesprochen. Ist auch hier im Podcast schon ein paar Mal vorgekommen. Und ich glaub, die meisten Hörerinnen und Hörer haben das ja auch am eigenen Leib zu spüren bekommen. Wir sind ja aus der Pandemie auch noch bei Vibe nicht raus und die letzten anderthalb Jahre hatten ...
00:54:51
Speaker
hatten so ihre Schwierigkeiten. Auch bei Splitter waren wir im Homeoffice eine Zeit lang und es gab dann die Ladenschließungen. Wir haben aber auch schon festgestellt, oder ich hab auch schon festgestellt an dieser Stelle, dass letzten Endes der Comic-Markt und der Buchmarkt und auch Splitter an sich recht gut durch die ganze Sache durchgekommen ist. Der Manga-Markt ist ja regelrecht explodiert, wenn man so den Stimmen aus der Szene so hört.
00:55:17
Speaker
Hast du da noch einen anderen Blick drauf? Oder was war denn für dich in der Herstellung? Sagen wir mal, das ist ja, wie gesagt, so ein bisschen ein Thema, was für dich sehr, sehr viel deine Arbeit ausmacht. Aber für mich jetzt zum Beispiel gar nicht. Also, mich tangiert das halt überhaupt nicht. Wie war das denn für dich an dem Punkt, die letzten anderthalb Jahre? Oder was auch in die Zukunft gedacht, was siehst du da vielleicht noch kommen?
00:55:48
Speaker
Es gibt zwei Dinge zu beachten. Das eine ist im Endeffekt, wie ändert sich die Welt da draußen? Und auf der anderen Seite, was ändert sich dadurch bei uns? Da draußen hat sich die Welt so geändert, dass wir sehr viele Menschen erfahren haben, dass es in manchen Gebieten, in manchen Bereichen gar keine Probleme gab, in anderen sehr große, massive, auch persönliche Probleme gab.
00:56:12
Speaker
Wie soll man sagen, das ist sehr schwer. Ich ziehe bei sowas immer gerne den Vergleich mit dem Jahr 2008. Da hatten wir die große Finanzkrise. Und die bucht als eine der, oder die einzige wirklich große Fachbereiche an
00:56:26
Speaker
war das Verlag zum Buchwesen, das nicht gelitten hatte damals. Alles andere hatte mit 15, 15 Prozent Rückgang, Umsatz zu kämpfen und die Buchbranche ist tatsächlich, wenn auch nur ganz leicht, aber um 1, 2 Prozent zu der Zeit gewachsen. Buch ist etwas, und auch speziell Comic-Buch ist etwas, was nicht in einem gesättigten Markt stattfindet. Das hat was mit Psychologie, mit Zeit, Freizeit, Verhalten, wir wissen das alles, mit Urlaub oder mit Geschenken und mit ähnlichem zu tun.
00:56:53
Speaker
mit speziellen Vorlieben, mit Kindheitserinnerungen. Es wächst so viel zusammen. Deshalb entkoppelt sich ein bisschen dieser Buchmarkt von dem, was man da vielleicht woanders ja ganz einfach nachvollziehen kann. Also der Buchmarkt muss nicht automatisch darunter leiten. Und wenn man jetzt in die Corona-Phase reingeht, der Buchmarkt hat sehr stark darunter gelitten.
00:57:11
Speaker
Gerade am Anfang, nämlich unter der Situation, dass die Läden geschlossen wurden, dass die Messen abgesagt wurden. Auch wir haben in diesem Februar, März sehr stark darüber nachdenken müssen, ob das und wie das so weitergeht. Also nicht ob die Firma an sich weitergeht, aber ob das Programm zu halten ist, ob wir in eine Nicht-Verkaufbarkeit rein produzieren. Gerade weil wir so viele Titel hatten, wären wir ja auch sehr schnell negativ betroffen gewesen.
00:57:35
Speaker
Und in der Situation war, sagen wir mal, da draußen eine neue Ära angebrochen. Aber sehr schnell hat sich gezeigt, dass der Buchmarkt eben diese spezielle eigene Kraft hat. Und weil man halt die Ländergrenzen ein bisschen zugemacht hat, man nicht mehr in Urlaub fliegen konnte, ist man halt hier geblieben.
00:57:54
Speaker
Die Ostsee-Strände haben mit Sicherheit nicht drunter gelitten, dass die Menschen hierbleiben und wir leiden auch nicht drunter, weil die Leute, wenn sie daheimbleiben, sie lesen ein gutes Buch. Das ist halt das Einzige, was wir zu dieser Situation auch leisten können. Wir können nur sagen, wir sind an der Unterhaltungsfront.
00:58:13
Speaker
unsere Situation bewusst und wir liefern weiter aus. Wir waren da auch sehr mutig und dadurch haben wir auch nicht drunter gelitten. Die Prozesse, das ist wieder was anderes. Der Weg dahin, also was so intern stattfindet und intern jetzt nicht mal in Splitter intern, sondern intern in der Branche, ist natürlich die Prozesse sind alle sehr, sehr stark beeinflusst. Das fängt bei den ganz normalen Betrieben an, die alle in Schichtdiensten verarbeiten müssen, die Übergabe, Reinigungen, Desinfektionsprozeduren haben.
00:58:40
Speaker
Da läuft sehr vieles nicht so reibungslos. Jetzt aktuell ist man ja in der Situation, dass auch der Materialverkehr zusammenbricht, Materialkosten steigen. Das sind Sachen, die mit Corona zu tun haben, die wahrscheinlich aber auch mit der Zukunft zu tun haben. Man will CO2 sparen. Das wächst halt alles hier so ein bisschen ineinander. Aber wir haben ja eben den stabilen Markt auf der anderen Seite. Das heißt also,
00:59:04
Speaker
den stabilen Leser, den Interessenten und keine Sättigung. Das heißt, ich glaube, dass es uns, wenn die Welt sich nicht grundsätzlich ändert, uns immer wieder gelingen wird, den Interessenten, den Leser, den Liebhaber zu erreichen. Und das ist für uns das Wichtige, dass wir nicht ein Buch produzieren und es bleibt im Lager liegen. Der Weg dahin ist vielleicht ein bisschen komplizierter, aber
00:59:27
Speaker
What happens? Oder wie sagt man so, ja? Das muss man halt bitten. Ja, aber das ist, das finde ich, ist ein schönes Bild für die Gesamtsituation. Hauptsache, das Buch liegt nicht im Lager, sondern findet zusammen Leser. Und das koppelt ja auch schön quasi an die Gründungsgeschichte zurück.
00:59:43
Speaker
Dirk, ich erinnere mich, dass du während der heißen Phase des Lockdowns, sag ich mal, in Deutschland war es ja die eine Sache, aber auch europaweit und international hat das ja ganz schön zu Verwirfnissen geführt. So. In den USA hat ja beispielsweise Diamond zugemacht, und dann war irgendwie plötzlich DC im Streik oder so was. Ich erinnere mich ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau.
01:00:09
Speaker
Programm zusammenstellen musstest, wolltest, wie immer, und dass dann plötzlich irgendwie niemand mehr von den Lizenzgebern so richtig ansprechbar war, weil die alle im Homeoffice waren und sich irgendwie nicht so richtig organisiert hatten. Hat sich das inzwischen wieder normalisiert oder spürst du da immer noch die Auswirkungen von?
01:00:28
Speaker
Das hat sich tatsächlich relativ schnell normalisiert alles. Auch bei den Franzosen und Amerikanern war es dann im Prinzip wie auch hier die ersten vier bis sechs Wochen so, dass keiner wusste, was passiert. Die großen Verlage haben Ankündigungen von neuen Stoffen oder neuen Bänden von Serien.
01:00:57
Speaker
aufgeschoben, weil sie nicht genau wussten, ob es Läden gibt, die die Sachen verkaufen können. Sie wussten nicht genau, ob sie das Geld haben, die Künstler zu bezahlen, ob die Künstler weiter produzieren können, die ja auch oft in Studios zusammengesessen haben und produziert haben. Das war dann aber
01:01:18
Speaker
relativ schnell vom Tisch, weil es sich normalisiert hat. Auch da wurde natürlich viel im Homeoffice gearbeitet, was bei den Lizenzleuten, mit denen ich am meisten zu tun habe, im Prinzip gar kein Problem ist.
01:01:36
Speaker
Auch die Treffen auf Messen wurden dann einfach über Zoom oder so gemacht. Da hat sich gar nicht so viel verändert. Wir haben natürlich wie alle die ersten vier Wochen, als die ganzen Läden zu waren, schon uns Gedanken gemacht, was machen wir jetzt? Wie Horst schon gesagt hat, wir produzieren jetzt 16, 17 Bücher im Monat und haben vielleicht gar keinen Abnehmer dafür.
01:02:03
Speaker
Deshalb haben wir damals ja in dem ersten Monat gesagt, wir schieben einfach einen Monat raus, wo wir gar nichts produzieren, um zu gucken, wie es sich entwickelt. Aber Gott sei Dank hat sich das wirklich sehr, sehr schnell gefangen.
01:02:21
Speaker
weil die viele Läden dann Online-Shops eingerichtet haben oder schon hatten, weil die Comic-Händler sehr aktiv mit ihren Stammkunden umgegangen sind, dass sie angeboten haben, dass sie die einfach telefonisch oder online bestellen können und im Laden abholen können, dass sie die vor die Tür stellen. Das hat sehr schnell sehr gut funktioniert und von daher hat uns das
01:02:49
Speaker
gar nicht so belastet, eben kurzzeitig. Ich hoffe, dass die Papierknappheit im Moment auch ein kurzzeitiges Phänomen ist. Langfristig wird es höchstwahrscheinlich so bleiben, dass die Papierpreise oben bleiben werden. Davon gehe ich aus. Da müssen wir dann eben auch schauen, wie sich das auf die Buchpreise auswirkt.
01:03:17
Speaker
Aber das wird auch die ganze Branche betreffen, denke ich mal. Es zeichnet sich zumindest ab, dass das ein Thema ist, das nicht nur unser Problem ist, auf gut Deutsch gesagt. Wir haben es ja jetzt zum Glück irgendwie hinbekommen, für die nächsten paar Monate unsere Neuheiten zumindest ausliefern zu können. Also eure Weihnachtsgeschenke sind sicher.
01:03:38
Speaker
Liebe Leute. Und was danach ist, wird sich dann zeigen. Wir sind ja inzwischen auch ein bisschen gewohnt, die ganze Branche ist es gewohnt, nur auf Sicht fahren zu können. Und da sind wir ja nun ... bei weitem nicht die Einzigen. Ich bin jeden Tag, wo ich irgendwie mit Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen spreche oder mit Lehrerinnen und Lehrern froh, dass ich in einem Verlagshaus sitze und da arbeiten kann. Ja, so viel dazu.
01:04:04
Speaker
zur aktuellen Situation. Ich habe was ganz Brandneues quasi. Das ist eine Interna. Moment, das hören hier Leute, oder? Das hören hier alle, ja. Aber wir wollen ja heute ein bisschen Interna zu Externa machen. Ich mache einen ganz kleinen Abriss der letzten 15 Jahre und die betreffen eigentlich die ganze Euro-Ära, also das heißt ungefähr 20 Jahre.
01:04:25
Speaker
Wir hatten jetzt ja letztendlich auch, speziell im Papiermarkt, mehr oder weniger eine Preisstagnation. Es gab zwar fast jedes Jahr Preiserhöhungen, die waren aber am Markt nicht durchsetzbar. Das heißt, wenn man gut taktiert hat und später ist dadurch diese Phase sehr, sehr gut durchgekommen die letzten 15 Jahre, dann hatte man letztendlich die Preise halten können und das ist es ja auch gewesen. Wir waren jetzt wirklich
01:04:47
Speaker
Das fing bei 12, 13, 80 ungefähr an und wenn man jetzt über klassisch vielleicht bei 15 Euro ist, dann ist man bei 1, 2 Euro. Ich muss dazu sagen, dass wir aber auch die Ausstattung in den Büchern in den letzten 15 Jahren gesteigert haben. Unsere Materialien, die wir heute verwenden, in der Veredelung, das Zellophonieren, die Papier stärken, Papierqualität, alles hat bei uns Druck verfahren, alles hat bei uns in den letzten 15 Jahren auch noch zugenommen.
01:05:10
Speaker
Auch mit der Made in Germany Qualität, also wir produzieren für die, die das jetzt nicht wissen, auch zu 100 Prozent in Deutschland. Das heißt also, wir versuchen da auch alle Kompromisse, die da irgendwo das Geld deswegen im Ausland gemacht werden, zu umschiffen. Das heißt nicht automatisch, dass jedes Buch aus dem Ausland schlecht ist,
01:05:26
Speaker
Die Kommunikation ist ja in Deutschland einfach schon viel verbindlicher und viel schlanker und damit kann man auch Probleme, die wir auch haben, bei der Produktion geht immer noch was schief, aber das können wir viel, viel besser interne regeln und das wälzen wir dann jetzt letztendlich nicht auf den Wesen ab. Aber wir kommen aus einer Phase,
01:05:43
Speaker
in der speziellen Papiermarkt die Preise mehr oder weniger stehen geblieben sind. Und das war irgendwie klar, dass das auf lange Sicht nicht zu halten ist. Also das heißt, es gibt einen Langzeitrend und dann gibt es eben diese aktuelle Situation von Corona und CO2. Und die drei, diese drei Aspekte zusammen, die sind halt jetzt so gewaltig, dass wir da jetzt nicht mehr
01:06:05
Speaker
Das war ja auf der Buchmesse jetzt eins der großen Themen, dass Verlage schon ihre Auslieferungen reduzieren, zumindest die Nachauflagen ganz offiziell erst einmal einstellen für dieses Jahr, um halt einfach die Novitäten und sowas erfüllen zu können.
01:06:20
Speaker
Schock, nenne ich es jetzt mal, der so ein bisschen da vor ein, zwei Monaten durchgeht, tatsächlich gespürt in einem Monat, haben ein bisschen Nahrauflagen aufgeschoben. Deswegen jetzt diese neueste News. Also ich habe heute die Zusage bekommen, und zwar die schriftliche Zusage. Wir haben also bis März hinein vier Millionen Papierbögen schriftlich zugesagt bekommen. Wie viel ist das in Fußballfeldern?
01:06:46
Speaker
Man darf es gar nicht sagen, das ist ungefähr die sechsfache Menge, die wir noch vor letztem und vor letztem Jahr produziert haben. Und die haben wir schriftlich zugesagt bekommen. Es gibt nur ein Momentum, da können wir nichts dran ändern. Und zwar heute ist die Industrie, jeder weiß das letztendlich, man hört das aus vielen anderen Bereichen. Das ist halt alles just in time. Das heißt, dieses Papier ist natürlich noch nicht produziert und dann kann natürlich im worst case noch noch was schiefgehen. Aber vertragstechnisch haben wir alles abgesichert und wir haben das Programm.
01:07:13
Speaker
für den Katalog bis April, Mai schon komplett fix eingekauft, das Papier. Wenn da also nicht der Markt ans Ganzes zusammen bricht, und das würde man dann überall spüren, sind wir lieferfähig bis zu diesem Termin April, Mai ohne eine Einbuße, auch für die Nachauflagen. Also wir werden nicht zurückstecken, wenn es nicht uns von außen aufgezwungen wird.
01:07:35
Speaker
Wahnsinn. So, das ist für mich jetzt auch neu gewesen, aber de facto heißt das alles, was bisher angekündigt wurde an Splitter Comics. Also, das geht jetzt ja aktuell bis April 2022. Das Sommerprogramm kündigen wir dann kurz vor Weihnachten wieder an. Alles, was bisher auf unserer Website und unserem Katalog zu sehen ist, ist gesichert, dass es erscheinen wird.
01:07:59
Speaker
Das ist so quasi der Blick in die Kulissen. Das ist so ein bisschen der Deal. Wir müssen heute für die Bücher ab nächsten Monat mehr bezahlen. Aber die Welt ist angeben oder nehmen. Und für das mehr bekommen oder mehr geben wollten wir ein bisschen mehr bekommen. Und das haben wir bekommen. Das ist also etwas, was auch nicht so üblich ist.
01:08:20
Speaker
ob das halt, wie gesagt, externe größere Gründe geben kann. Also jeder weiß, wo wir im Moment als Gesellschaft stehen. Corona ist gerade wieder am Wachsen. Das CO2-Thema, die Politik ist, das ist alles noch nicht. Wie wird im Prinzip die Wirtschaft reagieren? Wie werden die Dinge, also dieser gesellschaftliche Umbruch,
01:08:41
Speaker
Wir reden ja auch von Papier, wir reden von Holz. Ich habe jetzt die letzten zwei Wochen fünf oder sechs Sendungen gesehen, in denen gefordert wurde, dass die Holzwirtschaft eingestellt wird. Die tatsächlich so radikal an den Gedanken rennen, dass sie die Holzwirtschaft einstellen wollen. Unsere Bücher sind also 99 Prozent aus Holz. Also wenn da wirklich ein gesellschaftlicher Umschwung stattfinden würde,
01:09:04
Speaker
Ich kann da nicht dran glauben, weil das hat die letzten 20 Jahre auch nicht stattgefunden. Aber das sind natürlich Faktoren, die wirken heute mehr, wie gesagt vor 10 oder 20 Jahren. Wir sind in einer grundsätzlich neuen Ära als Menschheit eingetreten. Und so sieht das im Moment aus. Da können wir uns nicht loswerden.
01:09:19
Speaker
Da sprechen wir dann bei Zeiten noch mal drüber. Und ich muss jetzt auch leider diesen philosophischen Exkurs ... ein bisschen abwürgen. Denn mit einem kleinen Blick auf die Uhr kommen wir mal zu den Schlussfragen, die ich ja auch in jeder Folge noch habe. Die hab ich jetzt ein bisschen modifiziert. Einerseits, weil wir zu dritt sind. Andererseits, um's nicht zu kompliziert zu machen. Und weil ich ein, zwei andere Fragen im Kontext dessen, dass ihr unsere Verleger seid, auch interessant finde. Aber ...
01:09:49
Speaker
Ich fang einfach mal an. Und zwar ist die erste Frage immer, welchen Comic ihr oder welche Comic-Reihe ihr auf die sprichwörtliche Einsame Insel mitnehmen würdet, also den ihr dann dort lesen könnt, während ihr da gestrandet seid. Dirk, was wäre das bei dir?
01:10:07
Speaker
Aus dem eigenen Buch? Nein, nein, egal. Ein einziger ist tatsächlich schwierig. Natürlich ist das schwierig, aber ein Comic-Buch oder eine Comic-Serie darf es auch sein. Muss auch nicht aus unserem Programm sein, vollkommen egal. Ja, also ich hätte aktuell natürlich den im Kopfhörnchen zurückgenommen, aber da ich den gerade gelesen habe und der noch ganz frisch ist, nehme ich mir den Indienschwindel mit. Sehr gut.
01:10:33
Speaker
Der kommt auch verlässlich ... Inzwischen, seit er erschienen ist, kommt er verlässlich in jeder Folge einmal vor, weil er erwähnt wird oder empfohlen. Also, wenn ihr ihn immer noch nicht gelesen oder gekauft habt, weiß ich's ehrlich gesagt auch nicht mehr. Aber Horst, was wäre deine Wahl?
01:10:50
Speaker
Ja, soll ich jetzt auch aus dem Programm und generell? Das ist vollkommen egal, was auch immer du mitnehmen willst. Du kannst auch sagen, weiß ich nicht, die Fix und Foxy Gesamtausgabe, die nicht existiert. Ich weiß nicht, was du auf der einsamen Insel so haben möchtest. Ja, also jetzt aus dem aktuellen Programm zum Beispiel hat mich jetzt am meisten berührt, ist trotz allem Liebe. Das ist für mich im Prinzip
01:11:16
Speaker
einfach eine Lebensgeschichte erzählt. Das ist auch was Persönliches, was da immer so mit drin steckt, weil jeder solche Momente erlebt von möglichen und vergangenen Liebeleien und so was und von Trennung und so was. Das sind Lebensgeschichten und die gehen mir schon auch sehr nah und das wäre so etwas, was ich also in jedem Fall goutieren würde.
01:11:36
Speaker
Aber in der Historie und in der Gesamtzahl gibt es halt für mich leider nur... Das ist jetzt nicht irgendwie für den normalen Leser ein Titel, wo du sagst, man, hat der jetzt das... Es hat mit der eigenen Genese zu tun. Das kann für mich nur Blueberry sein, weil ich über Blueberry mit elf Jahren zum Comic gekommen bin. Mit elf Jahren habe ich beschlossen, dass ich Comics mache, Comics verlege, Comics zeichne, Comics lese. Und das habe ich der Serie Blueberry zu verdanken. Und deshalb ist das mein Alltime Hero.
01:12:06
Speaker
Also, da kann nichts mehr drankommen. Das habe ich mit Elfjord beschlossen und daran werde ich in meinem Leben nichts mehr ändern.
01:12:12
Speaker
Das ist ein schöner Übergang zu dem, was ich als Nächstes fragen wollte. Denn bei Blueberry ist es kein großes Geheimnis, dass wir den auch gerne bei Splitter gehabt hätten. War ja vor Kurzem ... Es gibt ja seit Kurzem wieder eine neue Gesamtausgabe am Markt. Die hätte ja durchaus auch bei Splitter erscheinen können. Das wäre wahrscheinlich auch sehr schön geworden. Das hatte ich doch in dem Zusammenhang wahrscheinlich etwas geärgert, dass das nicht funktioniert hat.
01:12:40
Speaker
Ja, natürlich, weil das letztendlich, also wenn man den Comic-Macher auch als Traum sieht, dann wäre das natürlich eine der schönsten Träume, die man träumen kann. Das ist gar keine Frage. Also, gedröstet habe ich mich und das mache ich heute noch jeden Tag, auch gerade aktuell mit Comanche, weil es halt neben Blueberry, ich sage es mal nicht jetzt irgendwo qualitativ oder auch so, aber einfach in der Reihenfolge, es ja eine Nummer 2 gab oder sowas und das wäre dann zum Beispiel auch schon damals Comanche gewesen.
01:13:09
Speaker
Also meine persönlich als 11-Jährige, meine erste eigene Comic-Zeichnung, ein nachgemaltes Blueberry war eine zweite Zeichnung, der dritte Zeichnung war dann halt schon der Red Dust. Das war auch noch mit elf Jahren und deswegen würde ich jetzt sagen, ich habe genug, um mich zu trösten. Aber es ist natürlich richtig.
01:13:29
Speaker
Das hat aber mit Splitter auch nicht so viel zu tun, sondern das hat was einfach mit der ... Wie soll man sagen? Wenn ich mit jemandem rede über die Comics, die der mag, dann kommt fast in 90 Prozent der Fälle immer auch die Kindheit zuzutragen. Mit was man letztendlich da angefangen hat, in dieses Medium einzusteigen. Das wirkt ein Leben lang mit. Bin ich gespannt, ob ich irgendwann auch wieder anfange, lustige Taschenbücher zu lesen.
01:13:55
Speaker
Gibt's denn bei dir, Dirk, irgendeinen Comic, den wir im Programm haben, über den du dich jeden Tag freuen kannst? Weiß ich nicht, ob du da stolz drüber bist oder wo du dich freust, dass das geklappt hat, dass wir die Reihe oder den Autor oder wie auch immer bei Splitter aufnehmen konnten.
01:14:13
Speaker
Also nahezu alles natürlich. Logischerweise stelle ich das Programm ja zu 90 oder sagen wir 85 Prozent nach meinem Geschmack zusammen. Also ich nehme ja meinen Geschmack oft raus, weil ich
01:14:33
Speaker
Ja, weil ich finde, dass man schon auch mal wirtschaftlich denken muss, aber viel, viel, viel ist ja trotzdem mein Geschmack. Von daher ist das meiste, was wir im Programm haben, tatsächlich, was ich mir so als Kunde auch kaufen würde. Aber natürlich gibt es auch
01:14:52
Speaker
Auch bei mir Comics, die wir leider nicht im Programm haben. Das wäre jetzt die nächste Frage gewesen. Genau, das wäre bei mir zum Beispiel halt der Vogel der Zeit gewesen. Das ist für mich der Comic, über den ich zum Comic-Zeichner wurde von Régis Lorsel. Der auch vor kurzem wieder erschienen ist, ist auch sehr lebenswert, aber ich erinnere mich auch daran, dass es sehr schade war, dass wir den nicht bekommen haben.
01:15:19
Speaker
Sehr, sehr schade. Ich sage, wenn der Dirk läuselt wieder, und das ist schon wieder ein Fachbegriff, Dirk und läuseln ist eine ganz spezielle Art, seinen Bedauern auszudrücken. Wenn er läuselt, weiß er, er will das auch. Seit 30 Jahren will er im Prinzip diesen Bedauern ausdrücken. Auf der anderen Seite gibt es dadurch ja auch immer noch Ziele, die Männer reichen.
01:15:42
Speaker
So ist das. Einfach mit langem Atem dranbleiben. Ja. Es gibt noch was anzumerken zu dieser letzten Aussage von Dirk. 90, 95 Prozent ist natürlich auch zu... Mach mal 85, 90 Prozent. Nehme 5 Prozent raus, aber 85, 90 Prozent ist es natürlich auch mein Geschmack. Nicht, dass das draußen falsch verstanden wird. Weil Dirk und ich haben einen
01:16:07
Speaker
Deswegen ist ja auch alles irgendwann, wir gehen jetzt einfach wieder zurück diese 15 Jahre. Warum war das eigentlich zwingend, dass wir zusammen Splitter gründen müssen? Weil wir ja praktisch vorher in den fünf, sechs Jahren, wir haben fast jeden Tag miteinander telefoniert. Heute haben wir so viel Arbeit, dass wir gar nicht mehr so viel telefonieren wie früher, weil früher haben wir jede Minute auch in der Freizeit. Wir haben die genommen und haben letztendlich sehr viel auch über Comics geredet. Das heißt,
01:16:31
Speaker
Für uns war dieser Gleichklang eigentlich, das A und O ist überhaupt auch zu tun, wenn die Harmonie nicht da gewesen wäre, was das Programm, die Ideen angeht. Wir waren damals nicht in den Gedanken so konzeptionell so weit, wie wir jetzt da gelandet sind. Das war nicht der Fall. Aber wir haben diesen Gleichklang immer wieder gesehen, dass wir dieselben Comics mögen, dass wir den deutschen Comic-Markt genauso beurteilen, dass wir das also, wenn wir da was tun würden, rein fiktiv erstmal, also in der Vorzeit, eigentlich dasselbe Programm im Kopf hatten.
01:17:01
Speaker
Und dass wir natürlich auch selbst in unserer Ausdrucksweise, in unserem Stil, in unserer Art, wir haben ja auch zusammen Comics gemacht, wenn auch nicht viel, aber das alles war ja immer auf Harmonie aufgebaut. Es gab da nie einen Disput zwischen Dirk und mir in den 20 Jahren, was das Programm, was die Inhalte, was die Richtung angeht. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir irgendwo mal eine Grundsatzdiskussion gehabt hätten oder sowas.
01:17:26
Speaker
Nein, das haben wir tatsächlich nicht und wenn ich jetzt wieder bei der Buchmesse darüber nachdenke, da läuft es dann, also meistens mache ich die Termine alleine bei Plenar jetzt mal als Beispiel und suche 12, 15 interessante Sachen raus.
01:17:43
Speaker
Und in der Regel, am letzten Tag gehe ich dann einmal noch mal mit Horst über die Messe und wir gehen gleich bei Glenar vorbei und von den 15 Titeln sucht Horst in der Regel 14 raus. Also es ist schon sehr deckungsgleich, was wir mögen. Das stimmt schon.
01:18:00
Speaker
Und heißt in dem Zusammenhang ja auch nicht, dass das alles beispielsweise dasselbe Genre wäre oder so. Also ihr habt ja da schon einen breitgefächerten Geschmack. Insofern passt das ja auch gut.
01:18:16
Speaker
Es sind halt keine 100 Prozent. Aber diese 5 Prozent, das ist ein Geben oder Nehmen. Das ist für mich eine ganz klare normale Situation. Wenn man sagt, du möchtest den Titel, dann nehme ich mir den rein.
Traumteam von Autoren und Illustratoren
01:18:31
Speaker
Warum nicht? Das ist ja auch Freiheit im Endeffekt. Ja.
01:18:37
Speaker
Aber wenn ihr jetzt, und das ist eine Frage, die finde ich in dem Kontext auch ganz interessant, ich stelle an der Stelle auch immer so eine Frage nach einem Outdoor-Zeichner-Dream-Team oder einem Matchmaking, wenn man so möchte. Wenn ihr euch, also die Frage darf jeder von euch einzeln beantworten, aber wenn ihr euch ...
01:18:54
Speaker
ein Traumprojekt quasi vorstellt, wenn ihr einen beliebigen Autor tot oder lebendig mit einem beliebigen Zeichner, Zeichnerin auch tot oder lebendig verkuppeln könntet und das Buch, was dabei rauskommt, dann bei uns erscheinen würde. Wen würdet ihr da zusammensetzen Horst?
01:19:12
Speaker
Das ist eine vielschichtige Frage, aber du kannst gerne aus dem Bauch hinaus heraus antworten. Rein als Traum. Ich sage jetzt mal, als Autor ist Citroen als Beispiel. Da steht man da und dann liest man das und sagt, wow, der hat Ideen, der ist neu, der ist frisch.
01:19:28
Speaker
Und wenn ich jetzt grafisch, was weiß ich, Moebius nehme, bei dem kann ich halt irgendwann mal sagen, ja, der beherrscht seinen grafischen Ausdruck, der beherrscht sein Universum. Aber das, was er dann irgendwann mal nach 10, 20 Jahren immer wieder erzählt hat, war nichts Neues mehr, nichts Frisches. Jetzt nehme ich so einen frischen Autor und schmeiße den mit Moebius zusammen, der würde mich wahrscheinlich flaschen.
01:19:51
Speaker
Ja, das war ja seine Frage, so ganz fiktiv. Das war genau meine Frage. Und das, finde ich, ist auch eine fantastische Antwort. Und das, dass du Möbius nehmen würdest, dachte ich mir schon irgendwie. Aber Sidru kann auch irgendwie alles schreiben. Insofern kann Möbius dann auch alles zeichnen, sozusagen. Und was wär's bei dir, Dirk?
01:20:12
Speaker
Ich hätte tatsächlich auch den Sidro als Autor genommen. Klammer den jetzt. Klammer den jetzt, aber aus dem Grundausfall hast du ihn genommen und würdest den Lupinon nehmen und den natürlich mit Lurzel zusammen... Ja, du siehst, die Harmonie ist so groß, dass ich das genau andersrum betonen kann. Es wäre genau andersrum gelaufen. Hätte er Sidro gesagt, hätte ich Lupinon genommen. Also so geht das halt. Ja.
Erfolg des 'Augensammler' Projekts
01:20:40
Speaker
Das ist schon interessant. Ich weiß nicht, ob das jetzt in diese Frage auch noch reinkommt, weil das Dreamteam, was wir haben, das hätte ich vielleicht einfach gerne mal erwähnt, das ist schlicht und einfach der Augensammler. Weil wir machen ja viele Eigenproduktionen, wobei ich das keinen der anderen alle schmeltern möchte, aber zum Beispiel einfach in der Situation, wir haben eine Eigenproduktion mit dem Augensammler, wo ich sage, das hat das
01:21:05
Speaker
Das flasht mich weg, weil ich einfach ein Projekt und ein Produkt am Schluss sehe. Man kann das lesen, man kann das skutieren. Das wird für uns wahrscheinlich einfach von der Bekanntheit, das Auto aus Fizek, das wird auf dem Markt funktionieren. Und wir haben mal erreicht, dass wir eine Harmonie hergestellt haben,
01:21:27
Speaker
die man eigentlich anstrebt. Wir würden ja gerne immer auch Comics, die einen bewegen. Für mich ist der Augensammler ganz speziell in der Ausdrucksstärke etwas geworden, wo ich vorher gar nicht sehe, ob es da hinkommt. Und das ist das, wo ich jetzt als Dreamteam... Das war vorher ja das Fiktive. Und für mich wäre das aktuelle Dreamteam Augensammler verwirklicht. Jetzt für die aktuelle Situation. Weil er ja auch genau diesen Monat erscheint. Das ist mein aktuelles Dreamteam.
01:21:57
Speaker
Kann ich, kann ich so unterschreiben. Also was Frank Schmolke da gemacht hat und aufs Papier gebracht hat, ist echt einzigartig und sehr beeindruckend. Und in einer der nächsten Folgen spreche ich ja auch noch mit ihm darüber. Also bleibt dran. Ihr wisst ja Bescheid. Immer schön abonnieren und die neuen Folgen hören. Na ja, aber tatsächlich spreche ich demnächst noch mit Frank darüber. Und er wird da, er hat mir da auch schon ein paar Sachen zu erzählen. Das wird bestimmt spannend.
01:22:23
Speaker
Genau, und der Augensammler, wenn diese Folge erscheint, wird in etwa zwei Wochen in den Läden stehen. Geht mal davon aus. Bestimmt habt ihr es auch schon mitbekommen. Ihr werdet daran auch schwer vorbeigehen können. Der Band ist wirklich einen Blick wert.
Zukünftige Projekte und Herausforderungen
01:22:38
Speaker
Genau, und damit würde ich dann so langsam zu den zu den Rauskehrer-Fragen kommen. Die Frage nach einer Empfehlung aus dem Splitterprogramm schenke ich mir an dieser Stelle mal.
01:22:48
Speaker
Es sei denn ihr wollt noch auf irgendeinen bestimmten Comic bei uns hinweisen, der bisher nicht genannt wurde. Weiß ich ja nicht.
01:23:02
Speaker
Natürlich haben wir immer auch so etwas, dass wir Titel haben, die wir schon pushen wollen, weil wir da auch mehr anfassen und mehr tun und uns auch engagieren und höhere Auflagen fahren. Das wäre zum Beispiel einfach auch mit der Tune. Dass wir sagen, bei Tune sind wir da dran, was geht. Wir machen Tune und Tunehaus Adreides. Weißt du, wie es gesprochen wird? Adreides.
01:23:26
Speaker
Da zum Beispiel sind wir auch sehr stolz drauf, dass wir das an Bord haben und das würde ich auch immer empfehlen, weil letztendlich man hier weiß, auf Leserseite, also es gibt bei uns, ich hab's jetzt gar nicht im Kopf, sieben neue, die wir geplant haben für nächstes Jahr, also mit Limit-Version. Was? Sieben neue Tunes?
01:23:45
Speaker
Eins, zwei, mit Limit, eins, zwei, drei. Mit limitiert fünf, glaube ich. Fünf? Ja, zweimal aus Atreides, einmal so ein Sammelband. Atreides ist ja jetzt draußen, ja. Also mit den jetzigen sieben. Also sieben für das nächste, bis nächsten Oktober.
01:24:03
Speaker
Wenn du die, die jetzt grad frisch erschienen sind, mitsetzt, ja, aber wir wissen ja auch schon, wie es weitergeht danach, die Bände werden halt nur noch nicht angekündigt. Das wird bei uns noch ein ziemlich großer Kosmos werden. Genau, und das wäre so etwas, wo ich halt auch einfach mal erwähnen wollte, weil wir das im Prinzip auch als ... Wir machen da mehr, wir machen ...
01:24:21
Speaker
mehr Werbung, mehr Merchandising, wir fahren höhere Auflagen und wir glauben, dass das so ein bisschen unser... Du hast ja vorher über die Schlümpfe oder über diese besonderen Situationen gesprochen und das wäre zum Beispiel etwas, was wir auch bei Tune sehen. Also Augensammler jetzt für die Eigenproduktion und Tune für den Lizenzeinkauf.
01:24:39
Speaker
Außer jetzt, Dirk hat noch auch noch einen. Ja, wollte ich gerade fragen, du noch irgendwas anzumerken? Nein, also für mich ist, auch wenn wir es jetzt schon erwähnt hatten, natürlich der Augensammler von Sebastian Vizek und Frank Schwolke das Ding schlechthin. Ich hatte jetzt die letzten Monate auch ziemlich intensiv damit zu tun und
01:25:00
Speaker
Ich kannte Frank Schwolke persönlich vorher nicht, ich kannte seine Arbeiten und wir haben ja auch lange generell über das Thema nachgedacht. Ich muss sagen, dass ich mit Frank jetzt leider nur per Telefon oder Zoom
01:25:19
Speaker
eine wirklich echte Freundschaft geschlossen habe. Ich fand es sensationell, wie er sich in das Thema reingekniet hat. Ich fand es unfassbar professionell, wie er es auf den Punkt hingekriegt hat, diese fetten 200 Seiten pünktlich abzuliefern.
01:25:38
Speaker
Das hat einfach nur Spaß gemacht. Es ist wirklich fantastisch, wie er das umgesetzt hat. Von Anfang an das erste Feedback, was ich ihm ja gegeben hatte, war, dass er, ich glaube, er hatte zwölf oder vierzehn Seiten geschickt von der Umsetzung, dass man wirklich nach zwei oder drei Seiten schon so in die Geschichte reingezogen wurde. Das hat er wirklich, wirklich, wirklich super hingekriegt.
01:26:09
Speaker
ohne unsere anderen eigenen Autoren schwellern zu wollen. Also es macht wirklich mit allen Autoren Spaß zusammenzuarbeiten. Also Jurek finde ich sensationell, was der bis jetzt macht. Und da haben wir jetzt auch gerade gestern die, ich habe es nicht gezählt, aber 140 Seiten von Phantasmen hat er inzwischen auch fertig. Das ist auch
01:26:35
Speaker
auch wirklich großartig oder Boris und Frauke, was sie hinlegen. Das macht schon wirklich Laune und das macht einen auch tatsächlich stolz, weil es einfach so ein bisschen den Bogen spannt, wo wir gestartet sind. Ich bin stolz, dass wir mit dem Augensammler es auch wirklich hingekriegt haben, tatsächlich einen Comic-Zeichner adäquat zu bezahlen.
01:27:04
Speaker
Was auch nur mit dem Namen Fizec ging. Ja, also wir haben noch nie so viel Geld angefasst für ein Projekt wie bei dem. Ja, das hatte ich, glaub ich, an dieser Stelle auch schon mal erwähnt. Das heißt natürlich nicht, dass Comiczeichner sonst nie bezahlt werden würden. Aber das ist auch kein Geheimnis, dass man davon in Deutschland sehr selten leben kann. Also, das können wirklich nur eine kleine Handvoll von Leuten, und dass es möglich war,
01:27:31
Speaker
Da werde ich mit Frank auch noch mal direkt darüber sprechen. Aber das ist schon was Besonderes. Also das war schon... Das ist schon so eine Ferrari immer mit. Also tatsächlich finde ich es schade, es war eigentlich geplant, er wollte jetzt in 14 Tagen, wenn das Buch kommt, oder irgendwann danach mal uns besuchen, dass er das ganze Team mal kennenlernt. Und das war im Prinzip auch real mal auf das Buch anstoßen.
01:28:00
Speaker
Was leider nicht funktioniert, weil er eine Hunderhallergie hat. Und hier laufen halt drei Stück rum. Das kriegen wir auch nicht rausgefegt. Da müssen wir irgendwann auf einer Messe oder im Sommer mal draußen was machen. Wieder beim Posttreffen.
01:28:17
Speaker
Oder beim Horst-Treffen, da ist es eher sauber. Deine Monitorwand bewundern. Ja. Ich hab nur technische Geräte, keine... 18 Computer. Gibt's davon eigentlich irgendwo ein Foto online? Ich glaub nicht. Müssen wir irgendwie mal... Es gab mal eins, aber da waren's ja gerade mal, ich glaub, 12 oder 13 Monitore und jetzt sind's ja glaub ich 18 oder 19 und so.
01:28:40
Speaker
Es gibt kein Objektiv oder so. Muss man Fischaugen oder was, damit das alles draufgeht. Das kann man doch wahrscheinlich als Panoramafoto machen. Moderne Handys können das. Genau, das muss ich machen. Mach ich dir mal für deinen ... Ja, ich komm darauf zurück bei Gelegenheit. Aber erst fotografieren wir den neuen Pausenraum und unser neues Kunstwerk. Das ist an der Stelle nichts verratbar, wir haben was Schönes uns gegönnt.
01:29:06
Speaker
Ähm, genau, und als allerletzte Frage, bevor wir den Sack jetzt mal zumachen, hier haben alle meine Gäste auch immer noch einen kleinen Wunsch frei. Ich formuliere das immer so, dass man einen kleinen nerdigen Wunsch hat, also so, bis jetzt in Bezug sein auf irgendein Hobby oder auf den Comicmarkt oder auf
Nerdige Wünsche von Dirk und Horst
01:29:24
Speaker
... Ach, die Leute haben sich auch schon alles Mögliche gewünscht, davon, dass irgendwelche Fernsehserien endlich weitergeführt werden, bis hin zu einer persönlichen Flipperhalle.
01:29:34
Speaker
Aber Dirk, wenn du einen solchen Wunsch hättest, und mal an der Wunderlampe reiben dürftest, was wäre dein nerdiger Wunsch? Tatsächlich wüsste ich nichts, aber ich bin ... Das ist okay. Auch das haben wir. Grundzufrieden, also muss ich schon sagen. Also, ich hab einen ganz großen Wunsch. Ja, bitte. Der heißt aber letztendlich, dass sich nichts ändert. Ja, das ... Das heißt also, wunschlos glücklich.
01:30:03
Speaker
Das finde ich eigentlich ein schönes Schlusswort dafür, dass ich mit den Splitterverlegern hier geredet habe. Dass es eigentlich so, wie es ist, ganz schön ist und so bleiben kann. Aber wenn ihr, liebe Hörerinnen und Hörer, da anderer Meinung seid, wisst ihr ja, wo ihr uns erreichen könnt. Eine E-Mail an info-splitter-verlag.de oder auf den sozialen Medien-Ed Splitter Verlag. Ihr habt's ja auch gehört, ich bin derjenige, der das lesen muss.
01:30:28
Speaker
Es auch gerne liest und auch immer antwortet, ähm, tatsächlich. Also schreibt gerne, und Kritik, Anregungen, Kommentare sind immer gerne gesehen. Wenn ihr nach dem Hören dieser Folge noch Fragen habt zu den Themen, die wir besprochen haben, schickt die auch gerne. Vielleicht machen wir so was irgendwann, vielleicht auch nicht erst in 15 Jahren noch mal, oder ich sprech sie dann ...
01:30:50
Speaker
Ich leite die Fragen dann weiter und kläre das dann auch gerne quasi in der nächsten Folge einfach mal so. Genau. Und ansonsten würde ich sagen, haben wir ein sehr schönes, sehr informatives Gespräch geführt. Ich hoffe, euch hat es auch gefallen, liebe Hörerinnen und Hörer. Und euch natürlich auch, Dirk und Horst, danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt.
01:31:11
Speaker
Wir danken, dass du uns eingeladen hast. Ja, war mir eine Freude. Und dann sage ich an dieser Stelle einfach mal Tschüss und bis morgen. Macht's gut. Tschüss an die Zuhörer, die ja auch teilweise überwiegend wahrscheinlich auch unsere Leser sein werden. Also Zuhörer und Leser, danke schön für euer Zuhören. Ja, dem schließe ich mich doch an.