Einführung und praktische Tipps
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Speaker
Heute stelle ich dir Dave Jock vor im veganen Weltneudenken Format und zusammen retten wir heute die Erde. Denn dafür ist Dave bekannt und er verrät dir eine Kleinigkeit, die du zu Hause machen kannst, sofort machen kannst, dabei noch Müll sparst und damit wirklich die Erde rettet. Du darfst gespannt sein. Jetzt erstmal mit einer kleinen Einführung zu Dave und dann kommen wir zu seinen 20 Minuten.
Bodenerhaltung und Phosphatmangel
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Speaker
Willkommen im Format die vegane Welt neu denken und es kam der Wunsch auf von euch liebe Zuhörerinnen liebe Zuhörer einfach auch mal konkrete Möglichkeiten noch mehr konkrete Möglichkeiten an die Hand zu bekommen was jeder von uns tun kann um die
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Speaker
Erde zu retten und sprichwörtlich um die Erde, um die geht es heute, nämlich um die Erde, die bei uns auf dem Boden rumliegt und auf denen und auf der unsere tolle Gemüse, Obst und vieles andere wächst, was wir täglich essen.
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Und Dave berichtet in seinen Minuten davon, dass über 2 Milliarden Menschen auf dieser Welt von der Landwirtschaft leben und gibt uns einen kompletten Einblick in die jetzige Landwirtschaft, welche Rolle dabei die Gentechnik spielt und vor allem wie wichtig Phosphat heutzutage ist. Und jetzt kommt der Hammer.
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Wenn wir Phosphat nicht mehr haben oder wenn uns dieser Nährstoff ausgehen sollte, dann gehen die Ernten um zwei Drittel zurück und das würde globale Hungersnot
Terra Preta und globale Projekte
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bedeuten. Aber er liefert eben auch direkt Lösungen mit, denn vor tausend Jahren schon bereits gab es eine Art Kreislaufwirtschaft, um zum Beispiel Dauerhumus zu produzieren.
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Ja, du hast richtig gehört. Heute geht es um die Erde. Und Humus ist die nährstoffreichste Erde, die wir haben können. Und dafür gibt es Terra Preta. Und Dave mit seinem Team baut auf der ganzen Welt Terra Preta, also Humus, auf, um diese Erde wieder fruchtbarer zu machen.
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Speaker
Er liefert dir direkt mit, wie du das vor deiner Haustüre auch machen kannst und dabei zum Beispiel deinen Bioabfall nutzen kannst. Ganz ganz einfach, ganz ganz easy erklärt dir, wie du das erstellen kannst und wie du damit deinen Beitrag zur fruchtbaren Erde leisten kannst und nie hungern musst.
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Speaker
Ihr Lieben, begrüßt mit mir den lieben Dave, der euch zunächst etwas von seiner Herkunft verrät und dann konkret darauf hinweist, wie du Terrapreter herstellen kannst. Lieber Dave, schön, dass du da bist. Wie gut geht's dir und viel Spaß mit deiner Bühne. Hallo, mein Name ist Dave Czok und ich freue mich heute, euch was über Terrapreter erzählen zu dürfen. Zuerst mal etwas zu meiner Person.
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Meine Eltern kommen aus Südostasien, genauer gesagt aus Indonesien und China. Ich habe dort als Kind und Jugendlicher einige Zeit verbracht und habe dadurch sehr früh eine Perspektive bekommen, wie es ist, einerseits hier in Deutschland zu leben, andererseits aber auch in Indonesien und in China und habe da eben gesehen, wie das mit der Natur aussieht, dem Ackerbau, die Essensgewohnheiten und die Art, wie wir auch mit Abfällen, insbesondere mit Bioabfällen umgehen. Später habe ich dann noch das große Glück gehabt,
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Projekte zur Bodenrekultivierung mit begleiten zu dürfen auf der Welt, sowohl in Südas Asien als auch in anderen Teilen der Welt.
Probleme in der Landwirtschaft
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Und zuerst einmal wollte ich euch erklären, was überhaupt wir an Problemen haben beim Thema Nahrungsmittelproduktion. Also unsere Nahrungsmittel werden ja zunächst einmal erstmal auf dem Acker gewonnen. Das heißt durch Getreideanbau und entweder essen wir als Menschen das Getreide oder wir verwenden das eben als Tierfutter.
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Speaker
und von der Landwirtschaft unmittelbar leben mehr als zwei Milliarden Menschen. Das heißt, gesunder Ackerboden ist also die Schlüsselressource überhaupt. Da sollte man ja meinen, dass wir da pfleglich mit dem Boden umgehen. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall. Durch die Übernutzung von Ackerfläche und insbesondere durch die Bodenverdichtung, aber auch durch Monokulturen ist es so, dass wir Bodenerosion haben. Bodenerosion bedeutet,
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Speaker
dass durch natürliche Ereignisse, durch Wind, Wetter, Regen, wird voller Ackerboden, Ackerkrumme einfach weggeschwemmt wird. Und diese Fläche, die wir pro Jahr verlieren, das ist mehr als die Fläche Irlands. Das müsst ihr euch wirklich mal vorstellen. Mehr als die Fläche Irlands geht da verloren. Und das bedeutet, dass wir, wenn wir so weitermachen würden, wir kurz oder lang, eher kurz, auf ein riesiges Problem stoßen,
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Nämlich, dass wir zu wenig fruchtbare Bodenfläche haben, um eben eine wachsende Weltbevölkerung sinnvoll ernähren zu können. Und um gleich eins vorweg zu sagen, Gentechnologie, also gentechnisch veränderte Pflanzen als auch Riesenmaschinen sind auch nicht die Lösung in der Landwirtschaft. Um das jetzt mal kurz anzureißen, gentechnisch veränderte Pflanzen sind nämlich, wie der Hammer schon sagt, gentechnisch verändert und das bedeutet,
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Die Pflanzen sind für eine bestimmte Umgebung optimiert, aber sind potenziell eben auch anfällig. Deswegen bieten beispielsweise große Konzerne wie Monsanto dazu auch komplette Pestizidherbizidpakete an, weil diese Pflanzen eben empfindlich sind und eben geschützt werden müssen gegen sogenannte Unkräuter oder Schädlinge. Und hinzu kommt außerdem, dass diese Pflanzen
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sehr teuer sind, weil das Saatgut quasi in einem Abo-System bezogen werden muss und das für besonders arme Landwirte, die eben nicht so viel verdienen, ein riesiges Problem ist. Das ist also keine Möglichkeit, wie man vor allem die Ärmsten der Arme unterstützen kann. Und auf der anderen Seite riesige Traktoren, also Traktoren, wie man sie aus den Vereinigten Staaten kennt, die wirklich extrem groß sind und vollkommen automatisiert fahren können, sorgen durch ihr schieres Gewicht
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Speaker
Also das Gewicht ist so groß wie das eines Panzers dafür, dass sie die Bodenverdichtung noch mehr vorantreiben. Das heißt, wir erzeugen damit selber gemachte, menschengemachte Wüsten. Unser Hauptproblem ist eigentlich, dass wir keine geschlossenen Stoffkreisläufe haben. Das heißt, wir holen von einem Ort der Welt, bauen wir zum Beispiel Phosphate ab,
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Speaker
Und dann werden sowas weiter als Düngemittel eingesetzt. Dann werden darauf Pflanzen angebaut. Dann werden die Pflanzen verarbeitet und gegessen. Aber es werden nicht ausreichend Nährstoffe in Form von Dauerhumus, also kompostierter Erde, wieder zurückgefahren auf den Acker und vor allem in den Ursprungsregionen. Und wenn man etwas rausnimmt, ständig, ständig, ständig, dann ist dann irgendwann nichts mehr da.
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Speaker
Das ist ja eigentlich logisch. Aber trotzdem machen wir da ebenso weiter. Und am Beispiel Phosphat ist das auch unglaublich dramatisch, weil Phosphat ist jetzt eines der wichtigsten Düngemittel überhaupt auf der Welt geworden. Und wenn wir so weitermachen, dann sind diese Vorkommen nun ja auch bald erschöpft. Und wenn wir kein Phosphat mehr ausbringen würden in unserer heutigen Landwirtschaft, dann würden unsere Ernten um zwei Drittel zurückgehen.
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Speaker
Also die Folgen wären da katastrophale Hungersnöte. Und an dieser Stelle kommt nur noch die Frage, sind wir denn eigentlich alle irgendwie zu blöd, dass wir Kreisläufe nicht schließen können, obwohl es doch eigentlich klar ist.
Nachhaltige Praktiken der Antike
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Vor einigen Jahrtausenden gab es schon mal eine Kreislaufwirtschaft, nachweislich, und zwar
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hatten die Ureinwohner in Mittelamerika da entdeckt, dass es möglich ist, Bioabfälle und dann auch Nahrungsmittelreste, Fischgräten, eventuell auch Fäkalien zu mischen mit Holzkohle und das eben zu kompostieren oder auch zu fermentieren. Und anschließend hatten sie eben nach einigen Monaten oder nach einem Jahr Dauerhumus gehabt, also eine menschengemachte
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Speaker
Schwarzerde, die sie genutzt haben, um ihren Acker urbar zu machen. Warum ist das so was besonderes in der Region? Nun, in Mittelamerika ist es so, dass die natürlichen Böden dort sehr rot sind. Rot bedeutet, es enthält Ferrasol, das ist praktisch Eisen, sowie Rost. Das ist aber kein fruchtbarer Boden. Es gibt aber in einigen Gegenden
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Speaker
wo früher Siedlungen standen, Beobachtungen und Entdeckungen, die man gemacht hat, nämlich, dass es dort meterdicke Schwarzerdeböden gibt, die sagenhaft fruchtbar sind. Diese Entdeckungen hat man eben Terra Preta genannt, also schwarze Erde, auf Portugiesisch, weil man die ersten Entdeckungen auch in Brasilien gemacht hat. Tatsache ist, dass Terra Preta wohl früher nicht nur dort, sondern auch in anderen Teilen der Welt
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Speaker
von Menschen hergestellt wurde. Das bedeutet, die Menschen hatten vermutlich entdeckt, dass es möglich ist, durch eine Kombination aus ihren Kohleresten mit ihren Bioabfällen eine Erde herzustellen durch Kompostierung und damit bessere Ernten zu bekommen.
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Terrapreter bedeutet also der Oberbegriff für diese menschengemachte Schwarz Erde und die gibt es in vielerlei Ausführungen.
Forschung und Vorteile von Terra Preta
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Warum ist Terrapreter so wichtig für uns alle? Also zuerst einmal etwas über die Funktion des Bodens. Bodens ist nicht einfach nur brauner oder schwarzer Dreck. Im Boden finden sich unglaublich viele Lebewesen, Bakterien, Würmer,
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alles was eben dafür sorgt, dass Biomasse oder Bioabfälle oder Blätter abgebaut werden und dann eben humifiziert werden zu Erde. Das heißt, der Boden ist praktisch so etwas wie der Magen, wo eben diese ganzen Ernteresten, Blätter, alles was eben so übrig bleibt, eben verdaut wird und zu neuen Nährstoffen wird und zu neuen Humus wird. Es ist also ein total natürlicher Kreislauf.
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Und dieser Kreislauf ist praktisch jetzt unterbrochen. Und der Vorteil, wenn man jetzt eben Therapreter einsetzt, ist, dass man praktisch diesen Kreislauf wieder auf natürliche Art und Weise installiert. Nicht durch zusätzliche Überdüngung, sondern indem man dem Boden die Fähigkeit wieder zurückgibt, Nährstoffe zu speichern, Wasser zu speichern und beides Pflanzen verfügbar zu machen. Denn wenn ein Boden tot ist, also zu wenig Organik beinhaltet,
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Dann kannst du noch so viel düngen. Du kannst noch so viel wässern. Es versickert einfach. Und das ist ein sehr, sehr großes Problem. Hier in Deutschland wurde durch Professor Bruno Glaser von der Uni Halle und vom Hans-Peter Schmidt vom Ithaka-Institut in der Schweiz das Thema Thera-Preda-Forschung hier überhaupt wieder sehr populär gemacht, überhaupt eine Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Es ist ja so,
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Speaker
Es gibt unglaublich viele wissenschaftliche Papers, aber das Ganze so zu übersetzen, dass es alltagstauglich ist, das ist erst in den letzten 10, 15 Jahren passiert. Und erst so in den letzten 10 Jahren hat man das Thema so gut verstanden, dass man es im Prinzip nachbauen konnte für die heutige Zeit. Und Therapreter hat verschiedene wichtige Vorteile. Therapreter
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bindet nämlich, wie schon gesagt, Nährstoffe und Wasser. Aber Therapreter ist noch etwas anderes wichtiges. Therapreter sorgt nämlich dafür, dass zum Beispiel Stickstoff besser verfügbar ist. Und Stickstoff ist unglaublich wichtig für Pilze und auch für Mykorrhiza. Mykorrhiza ist das Symbiose-Geflecht, mit dem Wurzeln aller Art versorgt werden mit Nährstoffen. Das heißt, der Boden sorgt praktisch dafür, dass all das wieder da ist.
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Speaker
Außerdem sorgt Terra Preta auch dafür, dass die Pflanzenernährung optimiert funktioniert. Und das schmeckst du zum Beispiel. Und ein Beispiel, ich war mal zu Besuch bei Jürgen Reckin, der ist ein Bodenkundeforscher in Brandenburg und der baut auch auf Terra Preta alte Sorten an. Und dieses Obst schmeckte unglaublich, also wirklich unglaublich gut.
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Speaker
Und er hat diese doch anspruchsvollen Bäume angebaut auf normalerweise Brandenburger Sandboden. Also Brandenburg müsst ihr wissen. Er hat sehr viele sandige Böden. Man nennt es auch eben deswegen auch die Sandbüchse. Und ihm ist es eben gelungen durch jahrelange Kultivierung entsprechend Terrapreter Beete anzulegen und vor allem auch damit zeigen zu können, dass auch anspruchsvolle Sorten darauf wachsen können und das eben
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Speaker
ohne eine intensive Bewirtschaftung. Terepreter speichert sehr, sehr viel Kohlenstoff und sehr viele Nährstoffe, wie schon gesagt. Das ist deswegen besonders wichtig, weil ihr damit Kohlenstoff speichern könnt, der ansonsten in Form von CO2 oder Methan oder Lachgas freigesetzt werden würde. Beispielsweise, wenn man Gärreste aufs Feld fährt, kann es passieren,
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Lachgas entsteht und Lachgas wirkt noch mal 216 mal so klimawirksam wie CO2. Und Klimawirksamkeit bedeutet eben, dass es zum Treibhauseffekt beiträgt, was also alles sehr, sehr bedrohlich ist. Das heißt, man kann mit Terrapreter zwei wichtige Dinge machen. Man kann zum einen dafür sorgen, dass mehr fruchtbarer Boden entsteht und zum anderen, dass weniger CO2 oder weniger Lachgas entsteht aus Ernteresten und
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Speaker
diese dann stattdessen in pflanzenverfügbare Nährstoffe umwandeln kann. Was sollte man bei Terra Preta tun und was sollte man nicht tun?
Herstellung und Nutzung von Pflanzenkohle
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Also ein wichtiger Stoff für die Terra Preta Herstellung ist diese Pflanzenkohle. Pflanzenkohle nennt man sie deswegen und nicht einfach eine Holzkohle, weil Pflanzenkohle, so der Eigenbegriff, sehr schonend hergestellt wird, sehr hochwertig, das bedeutet,
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Speaker
dass man darauf achtet, dass da keine giftigen Stoffe drin sind, weder Schwermetalle, noch zum Beispiel auch PAKs, das steht für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Was das genau ist? Wenn ihr zum Beispiel an Grillkohle riecht, dann riecht ihr, das riecht so Barbecue-mäßig. Und das sind diese PAKs. Die sind auch krebserregend.
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Speaker
Deswegen ist es eben wichtig, dass diese Pflanzenkohle, die man für die Terrapreterherstellung einsetzt, so unbelastet wie möglich ist. Und da gibt es eben verschiedene Verfahren, sowohl hochtechnisiert bis hin zu ganz einfach ohne Technik, um diese Pflanzenkohle herzustellen. Das Holz für die Pflanzenkohle darf auf gar keinen Fall vom Regenwald abgeholzt werden. Das wäre ja auch völlig verrückt. Stellt euch vor,
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Speaker
Man möchte jetzt Bodenwiedervruchtbar machen und dafür holzt man Regenwald ab, damit man daraus Kohle herstellen kann. Das sind auch Techniken, die man jetzt benutzt. Beispielsweise wenn man Grillkohle herstellen will, nimmt man an einigen Gegenden der Welt tatsächlich auch Regenwaldholz. Und das was ich aber vorschlage und was eben allgemein auch sinnvoll ist, ist durch Open Source Verfahren,
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dem Kon-Tiki-Verfahren, das durch das ITAKA-Institut entwickelt wurde, ist eine Feuerschalentechnik, mit der man in der Lage ist, Ernte-Resteholz, also Gebüsche, Sträucher zu benutzen. Das bedeutet, wenn ihr Ernte-Reste benutzt, in Kombination mit Gebüsche und Sträucher, die pro Jahr immer anfallen, dann könnt ihr daraus eine saubere Terrapreter herstellen, eine saubere Pflanzenkohle eben daraus herstellen,
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Speaker
und damit sorgt eben dafür, dass zum einen die Böden gesünder werden vor Ort und ihr sorgt auch dafür, dass man eben nicht Bäume fällen muss, um diese Pflanzenkohle eben zu gewinnen. Pflanzenkohle wirkt wie ein Schwamm. Pflanzenkohle ist vergleichbar wie Aktivkohle. Das heißt, sie hat große
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Speaker
innere Oberflächen, praktisch Mikro- und Mesoporen, in denen sich dann besser Mikroorganismen einsiedeln können, also so dass wie eine Großraumwohnung nur eben für Bakterien und die helfen eben mit, dass aus Ernteresten, aus Bioabfällen schneller Humus entstehen kann. Würde diese Pflanzenkohle fehlen, würde eventuell auch Erde daraus werden, allerdings
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Speaker
würde dabei viel mehr Kohlenstoffflöten gehen, in Form von CO2. Und indem man eben diese Pflanzenkohle einsetzt, typischerweise mischt man so 10 bis 15 Volumenprozent darunter unter den Bioabfall. Und dadurch bekommt man eben diese Terrapreter. Was das Ganze so spannend macht, wenn ihr 100 Tonnen Bioabfall habt und würdet das jetzt einfach nur konventionell irgendwo liegen lassen,
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Dann werden aus diesen 100 Tonnen gerade mal um die 3 Tonnen Dauerhumus und es braucht Monate bis Jahre. Wenn man das eben über Terra Preta macht, über dieses Kompostierungsverfahren, geht das Ganze innerhalb von wenigen Monaten. Das heißt, man hat eine höhere Humuseffizienz, also es kommt mehr Humus heraus und es geht viel schneller. Das ist deswegen so wichtig, weil wir dann eine Möglichkeit haben, Bioabfälle
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Speaker
die ja sehr, sehr, sehr viele Nährstoffe beinhalten, nutzen zu können, um daraus eben wieder gesunde Erde zu machen. Diese Pflanzenkohle, von der ich schon erklärt habe, wie wichtig sie ist, kann man wie gesagt auf verschiedene Art und Weise herstellen. Das passiert im Grunde durch ein Verfahren, das heißt Pyrolyse. Pyrolyse bedeutet eine Verbrennung unter Sauerstoffausschluss. Das bedeutet,
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Speaker
Man verkohlt praktisch die Biomasse, aber verhindert, dass sie verbrennt. Und da gibt es eben verschiedene Techniken dazu. Und diese Pflanzenkohle alleine, als auch eben die Therapeute als solche, kann man eben überall einsetzen, wo man auch Landwirtschaft betreibt. Das heißt, stellt euch Folgendes vor. Es fallen alleine in Deutschland Millionen Tonnen Bioabfälle an, pro Jahr.
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Auf der anderen Seite werden Erntereste oder Erzeugnisse wie z. B. Mais direkt erstmal für die Biogasproduktion verwendet, was unter Umständen ja auch ganz sinnvoll sein kann, also die Biogasproduktion, wenn man es richtig macht. Aber das Problem ist, dass diese Gelreste, die ja im Prinzip konzentrierte Nährstoffe sind, die werden nicht wieder sinnvoll aufbereitet, sondern
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Speaker
werden einfach entweder auf einem Feld entsorgt. Das sorgt dafür, dass dieses Feld praktisch total versalzen ist, weil es zu viel Nährstoff und Düngemittel abbekommt. Auf der anderen Seite gibt es Felder, die zu wenig davon haben. Und die richtige Mischung vor allem macht es aus. Gelreste ohne Organik, das ist einfach zu viel für den Boden. Das ist einfach viel zu scharf. Es muss durch eine Kompostierung zuerst einmal
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stabilisiert werden und das tut man leider nicht. Stattdessen werden Gärreste woanders hin verfrachtet. Das passiert momentan, indem man Gärreste zum Beispiel von Deutschland in ihr Lande fährt, wo man die eben benötigt für den dortigen intensiven Landbau und dann werden die auch aufbereitet und werden anschließend wieder her transportiert, aufbereitet. Das ist total transportmäßig Irrsinn, sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch.
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Speaker
Denn man könnte diese Nährstoffe auf jeden Fall hier nutzen. Generell muss man auch eines sagen. Wir verwenden in der Ernte von Pflanzen oder generell in der Verarbeitung immer nur das Filet der Pflanze. Den Rest, den werfen wir eben weg. Und diese Wegwerfkultur stellt auch das Problem unserer Gesellschaft dar.
Abfallvermeidung und Bildung
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Speaker
Das bedeutet, wir haben beispielsweise Klärschlämme, Gärreste, Bioabfälle und das wird entweder
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Wenn man Glück hat, hier noch weiter aufbereitet, aber Klärschlämme beispielsweise werden verbrannt und anschließend wird die Asche versiegelt, weil die als Abfall gilt. Und es gibt auch Gegenden, da werden Gärreste weggefahren und das bis in weite Gegenden, wie z.B. in den neuen Bundesländern und da werden sie einfach als Auffüllmaterial für frühere Braunkohletagebaustätten verwendet.
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Wir machen praktisch so eine Art Sackgassentechnik, End of Pipe nennt man das, mit unseren wertvollen Nährstoffen. Das heißt, einerseits haben wir einen Mangel und andererseits schmeißen wir viel zu viel davon fälschlicherweise weg. Und wenn wir eben diese Terra Preta Kulturtechnik auch bei uns einführen, vor allem eben auch auf regionaler Ebene, dann können wir da eben wirklich viel tun. Und was kann da jeder Einzelne von uns machen? Meiner Meinung nach,
00:23:11
Speaker
Sollte die Terrapreter-Erstellung, was total einfach ist, ist nichts anderes als eine Kompostierung, sollte sowohl in Kindergärten als auch in Jugendeinrichtungen, Schulen, Schulgarten beigebracht werden, damit man einfach anschaulich weiß, wie werden Nahrungsmittel denn normalerweise hergestellt und was kann man damit denn machen. Wer sich dafür interessiert, dem kann ich total nur folgende Literatur-Tipps geben. Zum einen, es gibt da das sehr einfach verständliche Buch
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Terra Preta, die schwarze Revolution aus dem Regenwald, geschrieben von Ute Scheub und Heiko Pieplo und Hans-Peter Schmidt, erschienen im Ökom Verlag. Und Hans-Peter Schmidt ist ein unglaublich engagierter Aktivist, Forscher, Mentor im Bereich Pflanzenkohle, Terra Preta und Open Source Technik. Da rate ich euch die Website vom ITAKA-Institut anzuschauen, weil da werdet ihr unglaublich viel dazu lernen können.
00:24:20
Speaker
Wie kann jede und jeder von euch Terrapreter herstellen? Das ist im Grunde recht einfach. Ihr könnt einfach eure Bio-Abfälle nehmen, eure Abfälle, die ihr ansonsten kompostieren würdet, könnt die in einem Behältnis, zum Beispiel auf dem Balkon oder draußen, sammeln und gebt dann etwa ein Fünftel des Volumens in Form von Pflanzenkohle dazu und mischt das Ganze gründlich.
00:24:49
Speaker
Und dann lässt ihr es entsprechend stehen und müsst es immer wieder mal wenden. Wenden bedeutet, ihr schaufelt es um, damit überall Luft reinkommen kann. Das ist eine Möglichkeit der Herstellung. Die andere Möglichkeit der Herstellung, wenn ihr das Ganze lieber im Eimer machen wollt, ist die sogenannte Bokashi-Methode. Dabei verwendet man sogenannte effektive Mikroorganismen und mischt das Ganze dann eben mit dem Bioabfällen,
00:25:17
Speaker
dann ebenfalls noch ein bisschen Pflanzenkohle dazu und lässt das Ganze dann praktisch wie eine Art Sauerkraut fermentieren. Und diese unterschiedlichen Varianten führen alle eben zu Terrapreter. Wie ich schon sagte, es gibt nicht die eine Richtung und die eine Variante für Terrapreter, sondern es gibt wie beim Kochen extrem viele Rezepturen, um sich seine eigene Terrapreter zuzubereiten. Und wenn man keinen eigenen Garten hat, ist es auch nicht schlimm,
00:25:45
Speaker
Man kann Thera Preta auch anwenden in Blumentöpfen oder beispielsweise in Hochbeeten. Das ist gerade für Kinder eine ganz tolle Sache, weil sie da eben auch selber was machen können und Hochbeete haben auch den Vorteil, dass die dann eben auch platzsparender sind und weniger Erde brauchen. Also es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, was man eben mit Thera Preta machen kann, vor allem im Bereich Heimgärtnern, also Urban Gardening.
Lokale Lebensmittelproduktion und Transition Town
00:26:11
Speaker
Das Besondere bei Thera Preta ist,
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Speaker
dass ihr eben in der Lage seid, die Nahrungsmittelproduktion wieder zu euch zu holen. Das heißt ganz im Sinne der Transition Town Bewegung, dass ihr euch vorbereiten könnt, wenn Erdöl mal weniger wird oder viel knapper wird und deswegen die Transporte nicht mehr so einfach möglich sind von einem Ende zum anderen Ende der Welt, dass ihr eben in der Lage seid, euer eigenes Gemüse zu ziehen und selber auch in der Lage seid, Ackerböden wieder fruchtbarer zu machen und nutzbarer zu machen.
00:26:46
Speaker
Ich hoffe, ich konnte euch in der Kürze der Zeit einen Überblick geben, was genau Terra Preta ist. Denn meiner Meinung nach ist Terra Preta ein sagenhaft toller Baustein, dass wir unsere Ernährung wieder gesünder machen können, dass wir viel, viel mehr Menschen gesund ernähren können und dass wir trotzdem dabei die Kreisläufe regional schließen können. Und ich hoffe, dass ihr selber auch teil habt an der Terra Preta-Faszination, es mal bei euch ausprobiert
00:27:14
Speaker
und für euch selber erkennt, was man damit tolles machen kann.