Begrüßung und Vorfreude auf die Episode
00:00:05
Speaker
Willkommen zu einer neuen Ausgabe muss man gesehen haben. Hier sind eure Gastgeber Emilia und Bastian. Hallo liebe Emilia. Hallo lieber Basti. Na, wie geht es dir? Mir geht es gut, wie geht es dir?
00:00:22
Speaker
Mir geht's auch gar fantastisch. Fantastisch gleich? Das ist ja mal ein guter Einstieg, würde ich sagen. Möchtest du weiter darauf eingehen, warum es dir fantastisch geht? Weil ich nur davon geträumt habe, dass wir endlich diese Folge aufnehmen und jetzt passiert es.
Bastians Solo-Kinoerlebnis: Einsamkeit schätzen
00:00:40
Speaker
Wow, wow. Das ist natürlich schon jede Menge, jede Menge Erfolgsdruck lastet auf meinen Schultern, dass es auch gut wird heute. Aber ich pack es an voller Zuversicht.
00:00:50
Speaker
Was Gute ist, wir sind im Team, wir müssen beide, das ist ja das, was wir beide wollen, zusammen als Team. Total. Und eigentlich ist mir auch total egal, Hauptsache wir haben ein bisschen Spaß. Ja. Das ist das Allerwichtigste. Genau. Lieber Basti. Ja? Ich würde dich gern fragen, mit wem, wann und wieso du diesen Film, über den wir uns gleich unterhalten, gesehen hast.
Warum einen gehypten Film schauen?
00:01:17
Speaker
Ich habe den tatsächlich gesehen mit meiner Wenigkeit. Ich bin allein ins Kino gegangen, was ich durchaus auch sehr schön finde. Also ich gehe gern auch mit Leuten ins Kino. Ich bin jetzt auch nicht so wahnsinnig asozial, aber ich finde es auch tatsächlich sehr schön, allein ins Kino zu gehen. Und diesen Film, von dem wir gleich sprechen werden, habe ich mir ganz allein im Kino angeschaut. Okay. Wann und warum?
00:01:44
Speaker
Also abgesehen davon, dass wir darüber sprechen wollten, aber hattest du andere Beweggründe noch, die dich da reingezogen haben? Es war ein maßgeblicher Beweggrund tatsächlich, aber ich hätte ihn mir auch so angeschaut. Also erstens mal, weil der Film natürlich ein Event-Film war im Sinne von er wurde hoch angepriesen und dadurch natürlich auch mein Interesse geweckt, wobei das bei mir oft sehr antizyklisch ist, ich gehe nicht in alles rein, was hoch gepriesen wird oder lese Bücher, die gerade hoch im Kurs stehen.
00:02:14
Speaker
Ich mache das eher ein bisschen andersrum, aber in diesem Fall wollte ich das schon sehen, weil es ein interessantes Thema ist.
Emilias geplantes Barbie-Film-Abenteuer
00:02:21
Speaker
Ich finde auch gesellschaftlich ein sehr interessantes Thema und deswegen bin ich in den Film gegangen. Darf ich dir auch eine Frage stellen, liebe Emilia? Aber sehr gerne.
00:02:32
Speaker
Wo hast du denn den Film gesehen und wie hast du den Film gesehen? Also ich habe ein Outfit angehabt. Das habe ich glaube ich wochenlang vorher geplant. Ich war mit meinen Mädels im Kino direkt am Tage, als der gekommen ist. Wir wollten unbedingt zur Premiere. Das ging dann ja leider nicht wegen des Streiks in Hollywood.
00:02:58
Speaker
Ja, also es war ein Event, das wir einen Monat vorher geplant haben, uns das rot in den Kalender eingekringelt, um zu sagen, ja, nach der Arbeit definitiv Donnerstags Kino. Wir waren im Friedrichshain in einem Kino. Das war sehr schön und… Das schöne Friedrichshain. Das schöne Friedrichshain. Das mag ich sehr. Ich auch.
00:03:26
Speaker
Okay, das heißt für dich, ihr habt da wesentlich mehr Event draus gemacht als ich. Ja, ich wollte gerade sagen, wir fangen einfach mal an, am besten fängst du an und welchen Film dreht es sich denn, liebe Emilia?
Gesellschaftlicher Einfluss des Barbie-Films
00:03:39
Speaker
Also endlich, Ausrufezeichen sprechen wir, gefühlt über den Film des Jahres, wobei ich glaube dieses Jahr müssen sich
00:03:48
Speaker
zwei Filme diesen Platz teilen. Es geht um diesen Film, auf den sehr viele Menschen sehr, sehr, sehr lange gewartet haben und die Aufregung war groß und die Debatte war groß und Social Media war noch größer und der Neid von Tom Cruise ebenso. Auf jeden Fall reden wir heute über Barbie.
Diskussion über Patriarchat: Emilia führt
00:04:18
Speaker
Liebe Emilia, dann würde ich jetzt heute einfach mal vorschlagen, da sich der Film ja größtenteils um das Patriarchat dreht, dass ich heute als Mann mich etwas mehr in die Zuhörerposition begebe, denn ich glaube gerade bei dem Thema
00:04:30
Speaker
steht es uns Männern ganz gut zu Gesicht, vielleicht einfach erstmal die Fresse zu halten und ein bisschen zuzuhören. Und dann, je nach Bedarf, kannst du mich natürlich gerne vielleicht auch befragen, wie ich zu den Dingen stehe. Und dann finden wir da bestimmt genau die richtige Mischung. Was hältst du davon? Ich halte davon sehr viel. Ich hoffe, der Zuschauerrang macht es dir da bequem.
00:04:53
Speaker
Und ich würde jetzt einmal kurz die Zuschauer-Hörerschaft abholen und kurz sagen, worum es denn so geht eigentlich, bevor wir dann richtig deep reintauchen. So machen wir das. The stage is yours, liebe
Barbie-Film Zusammenfassung und soziale Themen
00:05:08
Speaker
Emilia. Dankeschön. Das war jetzt auch schon wieder so was, ich als Mann gebe dir die Bühne. Genau, einmal die Fresse halten. Ab jetzt halte ich die Fresse. Wunderbar.
00:05:18
Speaker
Barbie lebt im Barbie-Land. In ihrem Barbie-Dreamhouse mit all den anderen Barbies und ihren Barbie-Dreamhäusern. Jeder Tag ist der beste Tag für alle Barbies im Barbie-Land. Sie sind wer sie sein wollen und alle sehen dabei fantastisch aus. Es gibt zum Beispiel Senatoren, Richterinnen, Anwälte, Modedesignerinnen, alles was man sich ebenso vorstellen kann. Im Barbie-Land haben die Barbies die Macht.
00:05:45
Speaker
Im Film ist der Hauptcharakter der Stereotyp Barbie, gespielt von Marge Drogby. Wie schon erwähnt hat Barbie jeden Tag den besten Tag. Anders als Ken, der nur einen guten Tag hat, wenn Barbie ihm Aufmerksamkeit schenkt. Jedoch trägt es sich zu, dass es dann zu Unstimmigkeiten kommt. Barbie wacht eines Tages auf und denkt an Sterben. Sehr ungewöhnlich für eine Welt, in dem Tod nicht vorkommt. Weiter trägt es sich zu, dass sie an ihrer Perfektion verliert.
00:06:15
Speaker
Ihre Barbie-Welt scheint Risse zu bekommen. Aber um ihre Welt wiederherzustellen, wird sie zur Weird Barbie geschickt.
00:06:23
Speaker
die ihr auftritt, um das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen, in die reale Welt zu gehen und dort das Mädchen zu finden, welches mit ihr spielt. Also macht sie sich mit ihrem Pardor Ken auf die Reise in die reale Welt. Dort wird sie von den menschlichen Unzulänglichkeiten konfrontiert und findet einiges über die Komplexität der Welt heraus. Auch Ken wird mit den Problemen des 21. Jahrhundert konfrontiert und entdeckt dann das Patriarchrat und möchte es im Babylon verbreiten.
00:06:54
Speaker
Dort wieder angekommen, muss Stereotyp Barbie die Ordnung wiederherstellen, die unter anderem Ken dort durcheinandergebracht hat.
Barbie und kulturelle Bedeutung: Emilias persönliche Verbindung
00:07:04
Speaker
mit viel Glitzer, sehr viel Pink, sehr gutem Schauspiel, sehr guter Musik, mit diesen ganzen modernen Thematiken und der vor allem, glaube ich, über Social Media gefolgten Debatten über diese kontroverse Spielpuppe, die 1959 erfunden wurde, ist der Film seit Juli präsent und in allen Kinos und ein sehr großes Thema und endlich
00:07:32
Speaker
Sprechen wir hier darüber. Du und ich, Bassi. Danke für diese schöne Zusammenfassung, liebe Emilia. Was hat, ich wollte ja die Fresse halten, aber ich werde jetzt einfach mal nur so ein paar Fragen stellen. Was hat dir denn an dem Film zunächst mal gut gefallen?
00:07:49
Speaker
Alles. Es ist schwer damit anzufangen. Ich war wahnsinnig aufgeregt. Ich bin mit meinen Mädels ins Kino gegangen. Und was mich stark beeindruckt hat, ist das Publikum, was sich ja wie so ein kleiner... Es hat irgendwie mit einem Kuhl so ein bisschen angefangen. Jeder war in Pink. Jeder war irgendwie vorbereitet. Und für mich, das wollte ich sich natürlich auch noch fragen, wie denn dein Publikum war. Denn bei uns war das...
00:08:16
Speaker
Also sowas, was man so selten erlebt, dass man ins Kino geht und Leute so mit dabei sind und man lacht und man klatscht dem Film und den Schauspielern zu und man hat so eine Gemeinschaft als, als das Publikum, das also, sonst ist es ja relativ anonym und das fand ich wahnsinnig beeindruckend und dazu eben natürlich oberste Regel irgendwie pink.
00:08:39
Speaker
Ich hab auch gehört, dass Kinos Rabatte auf Kinokarten gegeben haben, wenn du in einem Barbie-Outfit angekommen bist. Hab ich auch gehört, ja. Das war bei uns leider nicht der Fall. Aber... Scheiße nochmal. Scheiße nochmal. Address Kino nächstes Mal. Aber Gott sei Dank, da geht's ja auch einfacher.
00:08:59
Speaker
Ja, ich weiß es nicht, vielleicht war das aber auch nur der ganze Anfangshype. Ich glaube, ich bin gehypt auf diesen Film, seit ich letztes Jahr gehört habe, dass er dieses Jahr rauskommt. Und natürlich habe ich dann die Tage gezählt und die Kalendertage durchgestrichen und nur darauf geguckt, dass wir endlich am Donnerstag dann ins Kino gehen können.
00:09:23
Speaker
Wow, du bist natürlich nochmal mit einer ganz anderen Vorfreude hingegangen als ich. Also ich habe mich auf den Film auch gefreut, aber ich freue mich immer auf einen Film, wenn ich ins Kino gehe. Aber das war nochmal eine Schippe oben drauf. Auf jeden
Barbies Rolle im Feminismus und Gesellschaftserwartungen
00:09:35
Speaker
Fall. Oder zwei. Und ich habe mir darüber auch Gedanken gemacht und ich habe gedacht, also ich bin
00:09:39
Speaker
mit Barbie aufgewachsen. Und ich glaube, das ist halt auch eine Riesenspanne an Generationen, die mit dieser Barbie oder mit der Puppe Barbie als Marke aufgewachsen sind. Und dazu gab es ja für uns, also ich glaube, wir können da hauptsächlich die weiblicheren Zuhörerinnen ansprechen.
00:10:04
Speaker
Das hast du total schön gegendert. Danke. Es war total Wahnsinn. Danke. Ich bin begeistert. Aber ich glaube, was an diesem Film so toll ist, dass absolut jeder damit in Berührung gekommen ist. Sei es der kleine Bruder, der gezwungen wurde, mit der großen Schwester oder der Kleinschwester mit den Barbiepuppen zu spielen, seien es die Eltern, die für Weihnachten die perfekte Puppe aussuchen mussten, seien es die Großeltern, die selbst
00:10:32
Speaker
wahrscheinlich nicht damit aufgewachsen sind, weil es das als die große Marke noch nicht gab. Aber dann eben durch die Kinder, das Kind oder die Enkelkinder dann, also es ist ja ein riesen, riesen Thema für Kinder, für, ja. Absolut. Genau. Und ich werde mich da nicht raushalten. Ich hatte unfassbar viel Barbie-Spielzeug. Ich hatte alles.
00:11:02
Speaker
Ich hatte alles. Das heißt, es kam dir alles sehr bekannt vor, so diese Klamotten und Kleidungsstücke, die dann auch teilweise dort sehr bunt in die Szene gesetzt wurden. Sozusagen dieser Film war mein Kinderzimmer. Also den hätte man in meinem Kinderzimmer drehen können. Okay, okay.
00:11:21
Speaker
Und das ist natürlich toll, das dann zu sehen und als Erwachsener dann zu sehen und einerseits zu denken, okay, man ist ja schon gespannt, man hat ja viel gehört, es gab ja wirklich viel Social Media Pro und Contra und sollte man ihn sehen, warum ist Barbie gut, warum ist Barbie nicht gut, all das. Ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut, ich war auch
00:11:41
Speaker
sehr davon überzeugt, dass der einfach nur gut werden kann. Auf einerseits aufgrund der Regisseurin, andererseits einfach aufgrund des Castes. Ich meine, Marge and Robbie und Ryan Gosling reichen im Prinzip, um zu sagen, man geht ins Kino.
00:11:54
Speaker
Absolut. Bei mir vor allem tatsächlich sogar Ryan Gosling. Ich weiß nicht, also das ist wirklich so, ich mag den einfach. Ich mag ihn auch in Interviews und so, er hat einen guten Sinn für mich, aber ich mag den einfach. Ja, und er sieht fantastisch aus. Ja, er sieht auch gut aus. Also ich würde ihn auch nicht von der Bettkante stoßen, muss ich ganz ehrlich sagen. Ja, absolut. Also der ist schon, der ist schon ein ganz feines Zuckerl. Auf jeden Fall ja, aber ich wollte dich nicht unterbrechen.
00:12:18
Speaker
Und hast du jetzt aber, siehst du, einmal völlig den Faden verloren. Darf ich dich dann eine kurze Zwischenfrage vielleicht vergönnen? Und zwar wollte ich fragen, weil das ist ja das, was mich tatsächlich interessiert, weil ich habe Barbie tatsächlich auch sehr häufig als eben Stereotyp
00:12:43
Speaker
Und deshalb vielleicht auch gar nicht unbedingt, sag ich jetzt mal, einem feministischen Frauenbild vorteilhaft betrachtet häufig. Der Film hat mir da aber ein bisschen eine andere, also ein bisschen andere Perspektive geliefert dazu. Jetzt wollte ich dich mal fragen, wie siehst du denn Barbie? Siehst du das eher als, wie es ja auch zu Anfang war, als etwas, was Frauen vielleicht auch emanzipiert hat, weil es auch Barbies gibt, die Nobelpreise gewonnen haben oder so? Oder aufgrund, sag ich mal, der optischen Ästhetik vielleicht auch einfach einen
00:13:13
Speaker
Rollenbild geliefert haben, das vielleicht auch für mehr Druck bei
Gesellschaftliche Themen im Film: Humor und Ironie
00:13:16
Speaker
Frauen gesorgt hat. Wie war denn das für dich? Ja, definitiv das zweite. Also ich finde, ich bin schon damit aufgewachsen, dass Barbie ist
00:13:27
Speaker
das, was es am besten Fall irgendwie zu erreichen geht, weil Barbie hat alle Klamotten, Barbie hat die tollsten Traumhäuser und Barbie hat Autos und Kutschen und aber nicht als im Sinne von wow, es ist
00:13:45
Speaker
der Kampf für den Feminismus, sondern einfach als ja, dieser Stereotyp zu sagen. Also, um ein Zitat vielleicht zu verwenden aus dem Film, den ich sehr gut finde, ist, wenn sie sagt, Männer gucken mich an, als wäre ich ein Objekt.
00:14:08
Speaker
Als sie gerade gelandet sind, oder? Als sie gerade aus Barbieland rauskommen. Genau. Und das ist, glaube ich, Barbie für mich immer noch gewesen, bevor ich diesen Film gesehen habe, ja.
00:14:23
Speaker
Okay. Ich glaube, das ist ja nicht alles schwarz-weiß immer. Ich glaube, es gibt ja durchaus auch, also wahrscheinlich gab es auch durchaus frau-, äh, starke Bilder, die dadurch auch vielleicht in die Öffentlichkeit getragen wurden. Genauso wenig, wie man sagen kann, es war nur alles schlecht, war bestimmt nicht auch alles nur gut. Nein, absolut. Aber deswegen hat nicht genau deine Perspektive… Was ja toll ist, ist ja auch dieser Grundsatz oder wie es unter anderem ja
00:14:49
Speaker
gedacht war, dass zu sagen, hey, wir schaffen etwas, womit Kinder spielen, um zu sagen, dass das ermutigt sozusagen die Frauenwelt und zu sagen, hey, wenn Barbie alles kann, dann kannst du das auch. Und wenn du damit aufwächst, dann
00:15:09
Speaker
Es ist ja sozusagen, also das ist glaube ich dieser Gedanke, der sowohl einmal ins Profeld als auch ins Kontra von Barbie, weil wie du sagst, es gibt nicht schwarz-weiß, aber einerseits genau dieses, hey, einfach aufgrund, dass Barbie alles kann, können Frauen eben auch alles und wir zeigen das schon im
00:15:31
Speaker
sehr jungen Alter. Und da gibt es ja auch dieses Zitat aus dem Film zu sagen, dank Barbie. Also, Barbie hat die Probleme aller Frauen gelöst. Ja, genau. Gleich zu Anfang. Genau. Das ist die Einstellung, die in Barbieland tatsächlich hochgehalten wird. Und dann kommt die große Überraschung, wenn sie dann in die echte Welt hinausfahren.
00:15:57
Speaker
In der wir uns ja leider noch befinden. Ich würde, ich hätte auch nichts dagegen. Absolut, absolut. Noch sind wir nicht in Barbie Land. Aber ich wollte dich fragen, wie wird der Film denn dieser Aufgabe gerechter in der Meinung machen? Weil wir haben ja gesagt gerade, es ist ja nicht nur schwarz-weiß, es ist ja, aber es sind ja doch aus sehr konträrer
00:16:15
Speaker
Perspektiven. Das eine ist zum einen ein emanzipierteres Frauenbild zu vermitteln, das andere ist aber dann eben dadurch, dass es auch keine Durchschnittsbarbie gibt, sag ich mal, sondern immer nur das Beste vom Besten, auch optisch und ästhetisch, immer schlank und rank. Eigentlich meistens, es gab dann natürlich, da bist du besser von mir als ich,
00:16:33
Speaker
auch mal andere Modelle, die sich das Ganze zur Aufgabe gemacht haben. Aber im Großen und Ganzen war es doch immer, sag ich mal, ein relativ ästhetischer und formschöner Körper, der den Barbies mitgegeben wurde. Inwiefern wurde denn der Film diesem Spagat ein bisschen gerecht, selbstkritisch zu sein und auf der anderen Seite aber auch vielleicht das Positive in Augenschein
Patriarchale Themen und Realitätsbezug
00:17:00
Speaker
Also für mich persönlich war halt jede Thematik, die dieser Film aufgegriffen hat, sehr gut gesetzt und auch einfach weil dieser Film sehr humorvoll ist und sehr selbstironisch bei den Charakteren, sowohl bei Barbie als auch bei Ken, dass eben diese Stereotypen auch so ein bisschen über sich lachen können und
00:17:25
Speaker
Ich glaube, was ich an diesem Film so gut fand, war dieses, okay, wir thematisieren etwas. Wir haben aber die Lösung auch noch nicht. Wir zeigen einfach nur, dass eben diese Themen, die wir als Gesellschaft irgendwie haben, in diesem völlig überdrehten alles pink und alles, alle sagen, oh wow, das ist ja nur was für Frauen oder für kleine Mädchen. So, wer spielt denn mit Puppen? Wer spielt denn mit Barbies? Und Barbie ist ja irgendwie auch nur eben
00:17:53
Speaker
sehr stereotypisch.
00:17:58
Speaker
eingeschlagen. Und ich finde, es hält halt diese Debatte sehr aufrecht, um zu sagen, ja, wie du sagst, es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt halt irgendwie einfach noch vier. Es gibt auf der einen Seite Babylonland, auf der anderen Seite das Patriarchat. Wo ist da die Mitte? Wo müssen wir zusammen arbeiten? Können wir nicht irgendwie, was ja dann auch dieses schöne Ende hat, zu sagen, hey, finde als Individuum dich selber.
00:18:25
Speaker
und lasst uns dann da irgendwie anfangen und dann zusammen sein. Und jeder ist ja für sich irgendwie toll und einzigartig und ja, aber eben sowohl das als aber auch im Kollektiv und das, genau.
00:18:41
Speaker
Ich will nur kurz anfügen, ich habe gerade gesagt, ästhetische und formschöne Körper, die Barbie aufdrängen, weil ich finde formschöne Körper sind nicht nur Barbiekörper, um Gottes Willen. Weil die wären ja dann aus Plastik, das wäre ja da brauchen. Ja, das ist dann doch auch relativ, sag ich mal, von einem sensorischen Standort aus gesehen, relativ unzufrieden.
00:19:03
Speaker
Von daher, das möchte ich nur sagen, also ich finde, das sollte auch keineswegs ein Ideal sein, ein Barbiekörper. Die sind ja auch tatsächlich vollkommen unrealistisch. Ja, aber abgesehen davon haben die sich ja auch weiterentwickelt, glaube ich. Also ich glaube, als ich noch in dem Alter war, gab es noch nicht so viele
00:19:24
Speaker
verschiedene realistische Körper. Ich glaube, irgendwann habe ich mal, es gab ja wirklich auch dann diese Barbies, die man so umknicken konnte, die dann so Gelenke hatten und dann hat sich das, aber ich glaube, als ich da noch viel mitgespielt habe, war es halt eben diese eine Stereotype Barbie. Stereotype Barbie. Genau.
00:19:45
Speaker
Wie stehst du denn dazu? Wie wird denn das Patriarchat abgebildet in dem Film? Hat es dir Einsichten vermittelt?
Geschlechtergleichheit und Filmauswirkung
00:19:52
Speaker
Wahrscheinlich könnte ich mir das vorstellen, so Patriarchat vielleicht eher nicht, aber vielleicht eher zu dem, wie man damit umgehen kann, wie man, sag ich mal, Frauenpositionen stärken könnte in Zukunft. Denn ich glaube, das ist ja das Wichtige für mich in dem Film. Es wird ja oft gesamtgesellschaftlich so getan und auch gerade wieder von Männerseite.
00:20:11
Speaker
dass wir alle schon erreicht hätten quasi in Sachen Emanzipation und Gleichberechtigung. Wir könnten jetzt irgendwann mal aufhören. Ich glaube, das Gegenteil ist der Fall. Und das sehen wir auch in aktuellen Debatten wie zum Beispiel Rammstein und so weiter und so fort, ohne jetzt zu tief in die Materie einsteigen zu wollen. Aber wo wir ganz viel männliches Verhalten sieht, das auch Täter-Opfer-Umkehr betreibt und so weiter und so fort.
00:20:31
Speaker
Hat dir der Film da irgendwas aufgezeigt, was du vielleicht vorher noch nicht so unbedingt verankert hattest, die irgendwas aufgezeigt, eine neue Perspektive?
00:20:42
Speaker
Ich glaube nicht, aber ich glaube, was ich halt toll finde, ist eben dieses, hey, wir sind noch nicht irgendwann gekommen. Und ich finde das sehr gut, diesen Film eben auch zu haben, als die Menschen, die sagen, hey, wir sind mit Barbie aufgewachsen, wir gucken uns das jetzt an und sind total überrascht über die neue Perspektive, die Barbie einnehmen könnte, als auch die
00:21:04
Speaker
Kinder, die jetzt zu Barbie gehen können, um zu sagen, hä, das ist ja voll cool, dass Barbie eben auch für das und das stehen kann und dass ich da jetzt reinwachse, um das irgendwie zu verstehen und mitzunehmen und dass wir eben daran arbeiten können, dass wir irgendwann vielleicht dazu kommen, dass das ein gutes Gleichgewicht hat.
00:21:28
Speaker
Das sollte das Ziel sein, auf jeden Fall. Ja, ja. Und das … Davon sind wir noch entfernt. Absolut. Wir haben uns an das Ziel angenähert. Ich möchte auch nicht sagen, dass es keinerlei Fortschritte gab in der Vergangenheit, wobei ich das gar nicht bewerten möchte. Das musst du eher bewerten als ich. Das ist mein Eindruck, lass es mich so sagen. Aber das ist noch ein sehr, sehr weiter Weg. Es würde zu dem zustimmen.
00:21:49
Speaker
Leider ja. Es wäre voll cool, wenn alle in den Film gehen können, um zu sagen, ach so. Und zack, ändert sich das. Ja, das wäre Wahnsinn. Das wäre so gut. Diese Macht hat doch nicht mal der Film. Nein, Dear Greta. Das war nett gedacht, aber eigentlich irgendwas hast du da vergessen. Es ist immer noch wie vorher. Was ist denn da schiefgelaufen?
00:22:18
Speaker
nach diesem Film, dass es so bleibt. Einfach alle laufen in Pink rum und alles glitzert und dann gibt es irgendwelche Soundeffekte und dann singt Ryan Gosling bestens die ganze Zeit in jedem Radio. Ich glaube, das Gefühl, das Wohlfühlgefühl wird dann verstärkt auch.
00:22:35
Speaker
Total, ich bin dafür ab sofort Ryan Gosling jeden Tag live im Radio mit Gesang und Tanz im Fernsehen dann natürlich bei visuellen
Herausforderung gesellschaftlicher Rollen im Film
00:22:44
Speaker
Medien. Oh Gott. Ja, würde ich mich, die Petition würde ich unterschreiben. Ja. Auf jeden Fall. Nein, also ich mein, die Debatte ist ja groß und die ist ja, bleibt ja auch groß und die ist ja auch so wahnsinnig kontrovers und wo, wo ja einerseits diese sehr viele Leute aus Absicht gesagt haben, sie kennen oder ja, was heißt, kennen sie den Film, aber sie gucken den Film nicht aus,
00:23:05
Speaker
und der und der. Also ich bin absolut Barbie-hyped, falls man das noch nicht mitbekommen habe. Ja, Riesenfan. Ist ein bisschen untergegangen bisher, muss ich ehrlich sagen. Gut, dass du das nochmal ganz deutlich gemacht hast. Ja, war mir auch wichtig.
00:23:22
Speaker
Ja, total, absolut. Und ich finde, man kann ja, ja, also ich habe mir ein paar Sachen auch angehört, um zu sagen, ja, also die Kritik verstehe ich, aber ich fand, die Kritik geht ja dann eher in unsere Gesellschaft als wirklich gegen diesen Film, weil letztendlich ist es einfach nur ein Unterhaltungsmedium.
00:23:45
Speaker
Und ja. Hast du das Gefühl, um es mal doch ein bisschen schwarz-weiß zu machen, dennoch, innerhalb des Kontexts, meinst du, der Film hat eher einen Beitrag, einen Positivbeitrag oder einen Negativbeitrag zu der gesellschaftlichen Debatte, die er dann auch darauf nicht aufbaut, aber die ist ja ergänzt, der Film, geleistet?
00:24:06
Speaker
Positiv, absolut. Also ich fand, um nochmal zurückzukommen zu meinem, zu meiner Erfahrung in diesem, also ich hab ihn ja jetzt zweimal schon gesehen und das erste Mal fand ich das, also als einmal dieses, dieses Erlebnis als Kollektiv, dass alle irgendwie zusammen gelacht haben und tatsächlich gab es ja auch drei Stellen, wo wir dann auch als Kollektiv zusammen geweint haben vielleicht und dieses, es war ja sehr rührend und ich fand auch dieses,
00:24:35
Speaker
Es gibt diesen einen Honolog, äh, dieser einen Schauspielerin, der so extrem das noch mal, ähm ... Von Gloria, oder? Ja, genau. Wo sie an die Frauen appelliert, an die Babis, wie sie dem Patriarchat, das sich im Babiland verbreitet hat, wieder gegenaufbegehren kann. Genau. Und das ist ein Thema seit so vielen Jahrzehnten. Und wir haben es immer noch nicht geschafft, davon wegzukommen. Und das ist ja irgendwie auch ...
00:25:04
Speaker
Dieser Teufelskreis und man muss das, aber man sollte das und abgesehen davon und ich finde auch, da kommt irgendwie noch mehr Druck dazu im Sinne davon, dass ja jetzt für den Feminismus mehr gekämpft wird und dann ist man Feministin und wenn man Feministin ist, darf man aber dann nicht mehr so und so und
00:25:23
Speaker
dass da einfach noch sehr viel männlicher Einfluss mit dabei ist, von dem wir uns, glaube ich, mehr und mehr lösen. Aber die Schritte sind halt sehr klein und da wäre es halt schön,
00:25:42
Speaker
Wenn es so einfach wäre, wie in dem Film, dieses Brainwashing zu stoppen und einfach einen Zusammenhalt zu finden und dann zu sagen, ah und jetzt ist alles wieder gut und jetzt ist nicht Männer gegen Frauen und dann
00:25:58
Speaker
Frauen gegen Männer, sondern wir sind nicht gegen, sondern für einander und miteinander. Und das wäre ja was Schönes, wenn das irgendwie passieren würde. Das hast du total schön gesagt, dem ist eigentlich gar nicht hinzuzufügen. Das war wirklich total, ich habe ein bisschen Gänsehaut tatsächlich, weil genauso sollte es sein. Es geht ja darum, dass wir uns aneinander ergänzen und dadurch eigentlich erst
00:26:21
Speaker
die unglaubliche Vielfalt, die wir auch menschlich sind, für uns gewinnbringend einsetzen. Und das kann ja nicht passieren, wenn wir 50 Prozent der Bevölkerung ständig ihren Potenzial hinterherlaufen lassen. Also allein daher ist es ja genau das, was du gerade beschreibst. Ich würde ganz gerne kurz, weil du von dem Monolog gesprochen
Bedeutung von Glorias Monolog im Film
00:26:39
Speaker
hast, nur mal kurz die ersten zwei Paragrafen lesen, weil die sind wirklich sehr, sehr gut. Mit deiner Zustimmung natürlich nur. Tu es.
00:26:47
Speaker
Dürfte ich's tun? Ja, vielen Dank. Ist auf Englisch allerdings. Ich hab's jetzt nur auf Englisch hier. Ich bin mir sicher, die meisten werden das verstehen. Okay. Muss ich mal dazu sagen, die Zitate, die ich mir, ich hab sie extra nochmal übersetzt.
00:26:59
Speaker
Ah, hast du? Was hast du denn für Zitate? Vielleicht sind deine ja sowieso besser. Hast du auch noch von Gloria's Monologue? Ach so, die habe ich ja schon gesagt. Ach, die hast du schon gesagt, okay. Vielleicht könnte ich es auch schnell so übersetzen, aber ich glaube auf Englisch ist das… Ich tue es einfach. Ich tue es einfach, ja. Zitat Doppelpunkt. Zitat Doppelpunkt. Gloria in dem Film, sie sagt nämlich Folgendes. It is literally impossible to be a woman. You are so beautiful and so smart and it kills me that you don't think you're good enough.
00:27:28
Speaker
Like we have to always be extraordinary, but somehow we're always doing it wrong. You have to be thin, but not too thin. And you can never say you want to be thin. You have to say you want to be healthy, but also you have to be thin. You have to have money, but you can't ask for money because that's crass.
00:28:02
Speaker
Dann geht's natürlich noch weiter. Ja, und da kann man ja auch dazu sagen, das trifft nicht nur auf Frauen so, das trifft ja so, also es gibt ja auch Männer, von denen das erwartet wird oder
00:28:12
Speaker
Also es geht ja da auch um das Individuum, aber natürlich ist es viel, wenn man das hört, denkt man erst mal an Frauen, glaube ich. Und ich meine, das Einzige, was ja faktisch noch so dasteht, ist ja, dass Frauen die Einzigen sind, die Kinder kriegen können und in dem Fall eben auch Mütter sind. Da kann ich mich, also das dem so ist, habe ich schon mal gehört, dass das auch sehr anstrengend ist. Aber letztendlich, genau, es ist dieses, du,
00:28:40
Speaker
immer dieses Gegenteil. Du sollst und du musst aber. Und dann ist dieser Kreislauf eben da. Und da irgendwie auszubrechen, um dann zu sagen, hey, es ist voll okay. Und es gibt ja auch Tage, wo man mal das eine ist und mal das andere. Aber es stimmt schon. Und ich glaube, was halt vor allem auch schwierig ist, ist dann diese ganze... Und dann... Einer meiner Lieblingskomedien hat das mal sehr gut auf den Punkt gebracht. Leider habe ich das Zitat nur als Video gefunden.
Unrealistische Erwartungen an Frauen im Film
00:29:08
Speaker
Das ist jetzt so ein halbes Zitat, aber auf jeden Fall sagt er, hey, wir Frauen kaufen uns diese Zeitschriften, die sagen, und so fühlst du dich besser und so bist du dein besseres Ich. Und dann lesen wir das und dann wollen wir diese Tipps angehen, um dann den Fernseher einzuschalten, wo uns dann wiederum gesagt wird, ja, aber du musst aber trotzdem so aussehen und so das und das machen, um erfolgreich zu sein. Und dann sind es aber diese Frauen,
00:29:32
Speaker
die uns das sagen, die dann eben auf diesen Zeitschriften sind, wo dann aber wieder sagt, hey, kannst du mal bitte einfach du selber sein und dich wohlfühlen, was ist dein Problem? Und das ist ja dann auch wieder dieser Kreislauf, wo man ja auch irgendwie sagt, ja, ja, was denn nun? Darf ich so ich sein? Aber darf ich ja auch nicht, weil um perfekt auszusehen, muss ich ja das und das machen oder nicht nur das Aussehen, sondern, weiß ich nicht, um erfolgreich zu sein oder um die perfekte Familie zu haben oder
00:29:58
Speaker
Weiß ich nicht. Einfach nur ein schönes Zimmer einzuräumen. Das fängt ja von bis... Es gibt ja einfach 10 Millionen Themen, richtig? Ja. Wer hat das eigentlich gesagt? Bau Bernham.
00:30:10
Speaker
Bo Burnham, ah, okay, da können wir zu verlinken in den Show Notes, weil wir haben auch Show Notes. Ich glaube, für mich, was ich da rauslese aus dem Monolog ist einfach, dass es einfach eine extrem viele, eine dichte Rollenerwartung
00:30:29
Speaker
diverseste Rollen von Frauen erwartet werden, die sie ausfüllen. Mehr als bei Männern. Ich glaube, das ist die Problematik. Zum einen, und diese Rollen sind vor allem, fußen vor allem in den Vorstellungen von Männern nach wie vor. Deswegen ja Patriarchat. Und diese Rollenmuster, die Frauen auferlegt werden, vor allem gesellschaftlich, aus denen müssen wir uns einfach langsam lösen und diese Rollen entweder anders umschreiben, anders benennen, anders definieren oder auch tatsächlich wegfallen lassen.
00:30:57
Speaker
Ich glaube, wir Männer haben es tatsächlich viel, viel einfacher, auch wenn ich, das ist auch wieder nicht schwarz-weiß, aber wir reden ja jetzt gerade über das Patriarchat. Und ich glaube, wir Männer haben es da doch einfacher, das sage ich als Mann, weil an uns, wir haben auch verschiedene Rollen, die wir ausfüllen müssen, aber es ist dennoch, es ist nicht so eine Vielzahl. Ja, und es geht mehr ums, um was ihr zeigt, was ihr könnt.
00:31:23
Speaker
Also ich glaube, es ist halt nicht nochmal dieses ganze, oh, Aussehen und, also dieses Äußerliche ist dann nicht so groß ein Thema wie bei Frauen. Ja, ich glaube, das wird tatsächlich auch ein bisschen mehr. Ich weiß gar nicht, ob es das ist. Ich glaube, das größte Problem ist, dass die Rollenmuster, die wir Männer ausfüllen müssen, ja größtenteils auch uns selber geschaffen wurden.
00:31:51
Speaker
Und da sind wir ja wieder beim Patriarchat. Natürlich ist das so. Männer haben sehr lange die Gesellschaft und die Strukturen bestimmt und vorgegeben, das ändert sich jetzt langsam, Gott sei Dank, weil dadurch sehr, sehr viele Dinge entstanden sind, die ganz offensichtlich in eine falsche Richtung gelaufen sind.
00:32:11
Speaker
Es werden immer mehr Rollenmuster von Frauen an uns herangetragen, dass wir zum Beispiel bessere Väter sein sollen. Dass wir uns auch mehr um die Familie kümmern und nicht nur um neun aus dem Haus gehen, um sechs Uhr wiederkommen und dann das Essen auf dem Tisch stehen haben. Das sind ja Dinge, die positiv sind.
00:32:26
Speaker
Ja, damit müssen wir Männer uns natürlich auch auseinandersetzen. Das heißt, natürlich gibt es gewisse Spannungen in allen Rollenmustern gesellschaftlich. Das hört bei Frauen nicht auf, das geht bei Männern weiter. Nur haben wir eben den Vorteil, wir Männer haben das lange Zeit gemacht und die Dinge, die wir uns jetzt eigentlich aneignen müssen, so wie bessere Väter zu sein, sind ja eigentlich tatsächlich Dinge, die in unserem eigenen Interesse sein
Filme nicht nach Geschlecht labeln: Diskussion
00:32:49
Speaker
Und die uns ja auch tatsächlich einen Mehrwert im Leben geben. Ja, aber hast du das Gefühl, dass zum Beispiel... Also, ich glaube, was wahrscheinlich die Mehrzeit der Menschen sagen würde, ist, dass Barbie jetzt grundsätzlich eher ein Mädchenfilm wäre, wenn man das so sporadisch mal kategorisieren sollen wollen würde. Hast du das Gefühl, dem ist so oder...
00:33:15
Speaker
Würdest du? Also, nee. Gut. Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube tatsächlich, gerade, ich glaube tatsächlich, gerade weil es ein Film ist, der eben auch sich zu einem, ich glaube, der größte Teil behandelt, natürlich das Patriarchat, ist es gut, wenn sich den Männer anschauen. Also, wie gesagt, das habe ich ja zu Anfang auch gesagt, das ist eine Möglichkeit für uns mal auch zuzuhören. Ich finde den Monolog von Gloria tatsächlich sehr, sehr gut. Der bringt viele Bedingungen auf den Punkt und es kann uns Männern sicherlich nicht schaden.
00:33:45
Speaker
Wenn wir uns auch Filme anschauen, wo man von vornherein eher, die würde man als Frauenfilme fahren kann, das finde ich generell sowieso total dämlich.
Barbie-Film für alle Zuschauer
00:33:53
Speaker
Weil ich finde auch, ich finde da fängt, da fängt es ja schon an eigentlich. Also dass man Filme klar zu Männerfilmen macht und klar zu Frauenfilmen. Männer schauen sich Actionfilme an und Frauen schauen sich irgendwie Romcom an.
00:34:06
Speaker
Damit kann ich nichts anfangen. Also meine innere Gefühlswelt ist breiter aufgestellt als das, ja. Da würde ich mich nicht abholen. Und in dem Fall, liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer, ist das nämlich so, dass ich lieber zum Beispiel in Impossible gehe und baste dann zu.
00:34:22
Speaker
Tatsächlich Liebe. Ja, genau. Ach, ist da eine Fortsetzung geplant? Das wusste ich gar nicht. Geil, da gehe ich rein. Ich gehe tatsächlich zu Tatsächlich Liebe, klar. Ja, die Zähne an der Tür, total schön mit den Schildern. Ich meine, hallo, war total romantisch und schön. Ich habe geweint. Also je nachdem, ich fühle mich da nicht abgeholt, deswegen, ich finde, da fängt es schon an, Filme zu unterteilen, Männer- und Frauenfilme finde ich eher destruktiv. Und von daher würde ich davon sowieso abweichen.
00:34:50
Speaker
Hast du geweint bei Barbie oder warst du… Nein. Nein? Nein, hab ich nicht. Warum nicht?
00:34:58
Speaker
Ich weiß nicht. Kann ich dir gar nicht sagen. Ich weine tatsächlich häufig in Filmen. Aber montags nicht. Montags wird nicht im Film. Montags ist mein Nicht-Weintag. Das ist aufs Beinen und aufs Weintrinken, bezieht sich auf beide. Das ist ein nichtalkoholischer Nicht-Weintag. Okay. Was mich jetzt tatsächlich zu den Fun
Filmreferenzen und Hommagen in Barbie
00:35:21
Speaker
Facts bringen würde. Auf die Plätze fertig los. Wenn du dazu bereit bist. Ja? Ja. Dann, also.
00:35:29
Speaker
Fun fact Nummer eins. Die erste Szene ist im Prinzip eins zu eins wie von
00:35:47
Speaker
Passiv! Ach so, da hast du mich gefragt. Ich dachte, du wolltest einen Soundeffekt oder so. Keine Ahnung. Ich dachte, du wolltest die Spannung auf die Spitze treiben. Ich hab jetzt gerade noch einen Trommelbund. Ja, ja, okay, das streichen wir. Darf ich? Darf ich? Darf ich nochmal? Also, nochmal. Die erste Szene von Barbie ist eins zu eins wie von? Stanley Kubrick's Space Odyssey. Und es ist großartig.
00:36:11
Speaker
Ist sehr großartig gemacht, finde ich auch. Find ich sehr gut gemacht. Ja. Und es ist angelegt eben an diese Szene, The Dawn of Man, also die, der hilft mir, liebe Emilia.
00:36:26
Speaker
Der Aufstieg des Menschen, lasst mich so sagen, die Dämmerung des Menschen, Menschheitsdämmerung, jetzt habe ich es glaube ich, jetzt wird es langsam. Wo quasi die ersten Menschen, Neandertaler oder wie auch immer man sie in dem Film bezeichnen möchte, naturhistorisch einordnen möchte.
00:36:50
Speaker
finden dort einen Monolithen und das ist quasi so die Entdeckung der menschlichen Zivilisation und von dort verbreitet sich dann der Mensch, sozusagen der Moment der großen Erkenntnis. Und so ist es eben auch in dieser Szene, nur dass es eben mit Barbie-Figuren vonstatten geht, aber stilistisch
00:37:15
Speaker
vollkommen, also wirklich gestohlen. Nicht kopiert, sondern gestohlen. Die große Hommage von Greta an Kubrick. Absolut. Genau. Und fand ich, fand ich sehr gut gemacht. Wie fandest du das denn? Wahnsinnig amüsant. War sehr amüsant. Aber ich hab davor auch gelesen, dass ich wusste, dass das passieren wird.
00:37:34
Speaker
Du wusstest das schon. Du bist jemand, die geht informiert in Filme. Meistens, ja. Man kommt ja nicht drumherum. Also ich habe noch einen Fun-Fact. Bitte, ja. Also der Film spielt ja sehr stark mit anderen Filmen tatsächlich. Macht ja sehr viele andere Filmreferenzen. Das macht den Film
00:37:53
Speaker
tatsächlich auch noch viel besser, finde ich, weil ihn dadurch in so einem kulturhistorischen oder filmhistorischen Kontext auch einbettet. Und das finde ich spannend, weil Barbie ist ja auch tatsächlich eine historische Figur, ein historisches Spielzeug, das es schon lange, lange Jahre gibt. Ich glaube, seit den 50ern. 1959 gab es die erste Barbie. Danke schön. Ruth Handler. Ja.
00:38:16
Speaker
deren Rolle ja auch, aber vielleicht willst du das sagen, ich will es gar nicht vorgreifen, aber zum Beispiel gibt es in den Filmen auch sehr viele Referenzen zum Wizard of Oz. Wie Dorothy zum Beispiel über die Yellow Brick Road, also die gelbe, Mann, ist echt schlimm mit mir. Dann belass es einfach dabei, wenn du auch Wizard of Oz sagst, das nicht übersetzt möchtest, aber dann Yellow Brick Road,
00:38:40
Speaker
Die Yellow Brick Road nimmt, um eben in das, in ihre Reise zu beginnen und ihre Introspektive zu beginnen. Weil darum geht's ja auch, in The Wizard of Oz ist ja eine Reise zu sich selbst so ein bisschen. Und das ist ja auch das, was Barbie macht, da sie dann auch sich auf den Weg macht in die echte Welt. Und da gibt es wahnsinnig viele Referenzen dazu eben, wie das Ganze aufgebaut ist. Und auch diese Pink Road dann, nicht Yellow Brick Road, aber Pink Road, das ist auch, finde ich, sehr gut gemacht. Was hast du denn noch im Köcher?
00:39:14
Speaker
Dass der Flughafen im Barbie Land BAX heißt und natürlich Barbie Land, das Traumland, das wir ja haben in Kalifornien.
00:39:28
Speaker
Das super wunderbare Los Angeles, wo ich auch denke, wow, von Barbie Land gibt es dieses Portal direkt nach Los Angeles. Ja, aber okay. Hätte man so machen können. Ja, wenn es Paradies geben könnte und man das Patriarchat im echten Leben bekämpft, dann definitiv zuerst in Los Angeles.
00:39:50
Speaker
Absolut. Absolut. Ich glaube, das wäre ein guter Anfangspunkt. Ich hab noch was und zwar, Fun Fact oder nicht, was ich wahnsinnig spannend fand oder was ich auch gut gemacht fand war, als Weird Barbie ihr jetzt sozusagen eine Entscheidung überlässt, wohin sie jetzt hin möchte und ihr zwei Schuhe präsentiert, links und rechts. Und das ist natürlich die klare Referenz zur Matrix auch.
00:40:14
Speaker
Und um damit auch zu zeigen, wie schwerwiegend denn diese Entscheidung ist, sie jetzt gerade zu treffen hat. Und natürlich auch dieses anderweltliche und so weiter und so fort wird dadurch ganz gut getragen. Das ist auch ganz gut gemacht. Ja. Hast du noch einen? Einen hab ich noch. Einen hast du noch? Dann schieß mal los. Moment hier, da. Also Fakt ist ja, also was wir sagen können, sind, dass diese, dass alles unglaublich gut aussieht. Alles.
00:40:43
Speaker
Die Outfits sind natürlich die, auf die wir als, oder ich definitiv als Kind auch immer neidisch war und gedacht habe, ich möchte das auch in dieser Kombination und das ist
00:40:55
Speaker
Herrlich und sieht toll aus. Aber auf jeden Fall gibt es eine fantastische Serie, die unter anderem einer meiner Lieblingsserien ist New Girl und in New Girl gibt es eine Episode, wo die VG zusammen zu einer Halloween Party geht und Schmidt verkleidet als Cowboy ist. Lustigerweise hat Ryan Gosling als Ken in der realen Welt das gleiche Kostüm.
00:41:22
Speaker
Ah, schau mal einer an. Das ist spannend. Vielen Dank. Sound. Ich warte auf den Sound. Ach so, Moment. Oh ja.
00:41:31
Speaker
Oh, Entschuldigung, mein Gott. Was hat denn das Sound-Department wieder verpennt? Ach wirklich? Also hier, Günther, Günther. Hallo. Ich meine, der Günther wieder. Ich sag's dir, er hat irgendwie kurz gepennt.
Fazit und Empfehlung des Barbie-Films
00:41:43
Speaker
Naja, ist okay. Ist ein netter Kerl ansonsten. Ich hätte noch einen. Bitte? Oh wow. Einen hätte ich noch. Okay. Also am Ende gibt's ja so eine Montage.
00:41:52
Speaker
Ja, das ist quasi what it means, was es bedeutet, eine Frau zu sein. Und so diese, so eine Montage mit emotionalen Momenten, die natürlich relativ breit gestreut sind, thematisch. Und diesen Montagebildern sind tatsächlich Familienmitglieder der Crew und Cast mit dabei. Also das sind tatsächlich, soweit ich meine Recherchen ergeben habe, auch tatsächlich persönliche
00:42:17
Speaker
Klips, die dort dazu beigetragen haben. Sehr gute Montage, gerade am Ende fand ich sehr schön. Deswegen ist es ganz interessant zu wissen, dass das tatsächlich auch sehr private Aufnahmen sind, die da runter sind. Dann schließe ich mit dem Letzten.
00:42:31
Speaker
Moment, Günter. Und also, Barbie wurde erfunden von Ruth Handler, die Barbie erfunden hat wegen ihrer Tochter Barbara. Das war mir wirklich neu, dass Barbie einfach die Abkürzung von Barbara ist. Also dieser Weltmarkenname bedeutet, ist dieses Andenken an ihre
00:43:00
Speaker
Tochter? Dass man so schön Deutsch auch aussprechen kann. Barbara. Ja, Barbara. Genau, finde ich auch. Finde ich total schön.
00:43:08
Speaker
Also, das waren unsere Fun-Facts zu diesem Film. Fun-Facts. Damit schließen wir das ab. Dann bleibt uns ja eigentlich nur noch im Endeffekt... Den Trommelwirbel, ja. Der Trommelwirbel für... Ah, ein Trommelwirbel sollte ich noch einmal und ich hab nur diesen Trommenschlag da, wie auch immer. Also jetzt Trommelwirbel.
00:43:33
Speaker
Wir haben ja einen Countdown. So was. Also jetzt dann unser abschließendes Urteil, ob man den gesehen haben muss oder nicht. Bist du so weit? Auf jeden Fall. Dann starte ich den Countdown ein. Muss man gesehen haben.
Einladung zur Zuhörerbeteiligung auf Plattformen
00:43:54
Speaker
Absolut. Keine Frage.
00:43:56
Speaker
Cast toll, fantastische Regie, Drehbuch super, moderner Film, tiefgründig, macht aber auch, also tiefgründig mit genug Humor. Kann man, muss man gesehen haben, kann man aber auch öfter gesehen haben.
00:44:17
Speaker
Dem ist nichts hinzuzufügen, finde ich. Ich würde jetzt einfach mal sagen, wir laden alle ZuhörerInnen dazu ein, uns auch sehr gerne zu widersprechen, vielleicht auch diese Meinung nicht zu teilen. Dazu könnt ihr uns dann jederzeit eine Nachricht auf den diversen Medien, die wir bespielen, hinterlassen. Darüber würden wir uns sehr freuen.
00:44:40
Speaker
Was bleibt uns jetzt noch? Einmal das Glücksrad drehen, bitte. Ach ja, das Glücksrad. Selbstverständlich. Um den nächsten Buchstaben festzulegen. Ja. Okay, also ich drehe los. Du zählst im Geiste, wie man es bei Stadt, Land, Fluss macht, oder? Machen wir es so? Okay. Okay. Und ... Stop. Und? Wo bist du gelandet? Es ist ... Oh!
00:45:09
Speaker
Oh, wie? Müssen wir noch herausfinden. Müssen wir noch herausfinden? Dazu gibt es dann beim nächsten Mal mehr mit Oh, ich habe ja schon ein paar Ideen. Mir fällt da schon was ein. Aber ich halte damit jetzt noch ein bisschen hinter den Berg, weil sonst würde ich es ja total spoilern. Das wollen wir ja nicht, oder? Das wollen wir nicht. Die Babas, die sagen, wir haben eine große Ehre, mit dir über Babi zu sprechen.
00:45:33
Speaker
Es war wunderschön, mit dir über Barbie zu sprechen. Ich hoffe, ich hab genug die Fräße gehalten. War das, meinst du, in einem richtigen Rahmen oder würdest du mir empfehlen, in Zukunft vielleicht noch ein bisschen mehr die Fräße zu halten? Ich glaube, in Zukunft werden wir weniger Filme über Patriotat haben. Also ich glaube, die Chance, die du hattest, hattest du jetzt.
00:45:51
Speaker
nicht einfach in den Hintergrund zu stellen, so ein bisschen. Ich meinte auch eigentlich nur jetzt bezüglich des Patriarchats und diese Episode. Genau, ob du meinst, dass das eine gute Mischung war oder nicht, wüsste ich gerne noch zum Abschluss von dir. Ich hatte ein gutes Gefühl, ja, ja. Doch, doch. Super. Ich hatte auch, also vom Gefühl her hatte ich ein total gutes Gefühl.
00:46:16
Speaker
Wunderbar, liebe Emilia. Es war mir ein Fest, ein inneres Blumenpflücken, wie wir hier auch oft sagen. Und wir hören uns wieder in einem Monat. Darauf freue ich mich schon. Ich mich auch. Basti, mach's gut. Du auch. Und ein schönes Wochenende. Bis am Samstag. Tschüss. Also, bis dahin. Ciao. Das war Muss man gesehen haben mit Emilia Bernstorf und Bastian Fischer.
00:46:44
Speaker
Hey Basti. Was denn, liebe Emilia? Ratte mal, von wem dieses Zitat kommt. Es kommt im Leben nicht darauf an, wie viel du austeilst, sondern darauf, wie viel du einstecken kannst. Das kommt natürlich vom einzig wahren Rocky Balboa. Ja, es kommt vom einzig wahren Rocky. Und das...
00:47:04
Speaker
Yes! Wenn du gut in etwas bist, mach es nie umsonst. Das war Heath Ledger in The Batman. Boom! Als The Joker. Nein, Heath Ledger in Batman als The Joker. So rum. Ich glaub, jetzt müsstest du stimmen, oder? Ja, total korrekt. Du bist richtig gut heute. Vielen Dank. Danke fürs Kompliment. Meinst du, wir sollten ... Ja, vielleicht, also gleich. Aber ich hab noch eins. Eins hab ich noch. Dann hau mal raus. Okay. Also, ready? Ready.
00:47:34
Speaker
Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen. Das ist natürlich aus Fight Club. Natürlich ist es aus Fight Club. Ja, very good. Und deswegen, liebe Leute, wollen wir von dem Geld, das wir noch nicht haben, Dinge kaufen, die wir für diesen Podcast brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir definitiv mögen. Nämlich euch filmbegeistert.
00:47:58
Speaker
Also, wenn euch dieser Podcast gefällt, supportet, liked und donatet, was das Zeug hält. Die Links dazu findet ihr wo, liebe Emilia? Unten in den Showhouse. Und damit verabschieden wir uns. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ciao.