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SplitterCast 33 LIVE - Kai Meyer & Jurek Malottke

S1 E35 · Splittercast
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91 Plays3 years ago

Kai Meyer UND Jurek Malottke LIVE in Bielefeld?! Das muss man gesehen haben!

Falls ihr bei der Live-Aufnahme am 12. Mai jedoch nicht dabei sein konntet, dann könnt ihr euch jetzt auf das komplette Gespräch als Podcast freuen! Und da ist alles dabei: Vorbilder und Inspirationsquellen werden offengelegt, Lieblingszeichner*innen gepriesen, Literaturlisten geschrieben und Instrumentarien des Storytellings ausgebreitet. Es wird gelacht, es wird gelabert, es wird gealbert. Diesmal mit 100% echten Begeisterungsstürmen des schönsten Publikums diesseits der Weser-Lutter!

"Phantasmen" mit Leseprobe: https://www.splitter-verlag.de/phantasmen.html

"Das Fleisch der Vielen" mit Leseprobe: https://www.splitter-verlag.de/das-fleisch-der-vielen.html

Kai Meyer findet ihr hier: https://kaimeyer.com/

Auf Instagram: https://www.instagram.com/kaimeyerautor/

Und Twitter: https://twitter.com/KaiMeyer

Und sein nächstes Buch "Die Bücher, der Junge und die Nacht" beim Knaur Verlag: https://www.droemer-knaur.de/buch/kai-meyer-die-buecher-der-junge-und-die-nacht-9783426464618

Jurek Malottke findet ihr hier: https://metagrundierung.com/

Auf Instagram: https://www.instagram.com/metagrundierung/

Und Twitter: https://twitter.com/Metagrundierung

Den Splitter Verlag findet ihr hier: www.splitter-verlag.de

Recommended
Transcript

Einführung und Live-Aufnahme

00:00:04
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zum Splittercast, dem Podcast von und mit dem Splitter Verlag, Bielefelds bestem Comic Verlag. Freut euch jetzt schon mal darauf, dass ihr dieses Intro, diesen Intro-Satz gleich noch einmal hören werdet, denn zu einer guten Live-Aufnahme gehört natürlich, dass euch auch nichts vorenthalten wird. Und die letzte Splittercast-Aufnahme, die, die ihr jetzt gleich hören werdet, war live.
00:00:30
Speaker
Es war die allererste Live-Podcast-Aufnahme, die wir gemacht haben im wunderschönen Bunker Ulbenwal im Herzen von Bielfeld und wir hatten ein tolles Publikum da. Mehr muss ich eigentlich gar nicht dazu sagen, das werdet ihr nämlich gleich alles noch selber hören. Nur vorweg, weil ich das hinten raus
00:00:46
Speaker
nicht mehr machen werde.

Feedback und Kontaktinformationen

00:00:48
Speaker
Wie immer der Hinweis, dass wir uns sehr über Feedback, Kommentare, Kritik und Anregungen freuen. Wie immer gerne einfach an die Info at splitter-verlag.de per E-Mail oder auf den sozialen Medien Facebook, Twitter, Instagram at splitter-verlag. In den Show Notes findet ihr alle möglichen hilfreichen Informationen rund um die Show heute.
00:01:07
Speaker
Und dann wünsche ich euch jetzt ganz herzlich viel Spaß mit der allerersten Live-Aufnahme des Splittercasts, beziehungsweise der regulären Folge 33.

Vorstellung der Gastgeber und Gäste

00:01:18
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zum Splittercast, dem Podcast von und mit dem Splitter Verlag, heute dem kompletten Splitter Verlag zu mehr oder weniger. Mein Name ist Max und in diesem Podcast spreche ich mit Macherinnen und Macher aus der deutschsprachigen Comic-Szene.
00:01:36
Speaker
Heute ist alles anders als sonst. Normalerweise nehme ich diesen Podcast im stillen Kämmerlein auf und meine Gäste sitzen in ihren jeweiligen stillen Kämmerlein. Heute sind wir im Bunker Ulmenwal im Zentrum von Bielefeld und haben ganz viel, sehr viel tolles Publikum da. Hallo und herzlich willkommen auch an euch. Schön, dass ihr da seid.
00:02:04
Speaker
Aber Splitterkastfolge ohne Gäste wäre natürlich gar nichts. Und diesem monumentalen Anlass angemessen habe ich auch zwei monumentale Gäste dabei, die ich einmal kurz vorstelle, bevor ich noch ein paar technische Kleinigkeiten mit euch teile. Zwar haben wir da beide zu meiner Linken, aber zu meiner nächsten Linken.
00:02:22
Speaker
Den Bestseller Autor, den international erfolgreichen Bestseller Autor, dem Drehbuchautor, Hörspielautor, Meister der Fantastik, langjähriger Comic-Fan und Freund des Splitterverlages, der vielleicht, da bin ich mal nicht sicher, am meisten als Comic adaptierte lebende Autor,
00:02:43
Speaker
deutscherweise, deutscher, liebender Autor. Danke für die Korrektur. Und... Ach, das stimmt wahrscheinlich nicht, oder? Irgendwelche Klassiker sind wahrscheinlich schon rau und runter adaptiert für uns. Naja, aber Klassiker sind ja liebender, deutscher Autor. Und, passionierter Hundefotograf, Kai Meier ist heute Abend bei uns.
00:03:02
Speaker
Danke, dass du gekommen bist. Freut mich sehr. Dann zu seiner Linken, zu meiner entfernten Linken, ein heißes Eisen am deutschsprachigen Comic-Firmament, was eine wahnsinnig schiefe Metapher ist, aber das bleibt dann besser im Kopf.
00:03:17
Speaker
Einer der spannendsten Künstler auf der deutschsprachigen Comic-Szene definitiv, wenn nicht sogar auch wieder auf der internationalen Comic-Szene. Ein Künstler, der mit Licht und Farben arbeiten kann, wie kein zweiter, den ich kenne und der heute in Bielefeld ist, Jurek Malotka.
00:03:40
Speaker
Ein eingespieltes

Fokus auf Comic-Adaptionen und Erfahrungen

00:03:41
Speaker
Comic-Team, mit dem wir in den nächsten anderthalb bis zwei Stunden über Comic-Adaption, über Comics, über das Comic-Machen, über das Dasein als Autor, Zeichner und so weiter sprechen wollen. Und dann würde ich sagen, starten wir in Medias Res. Und ich fange mit dir an, Kai. Ich mache ja gerne, ich habe ja so nach 33 Folgen Splitterkast ein paar
00:04:05
Speaker
standard fragen die ich gerne zum einstieg möchte einstieg benutze und ich möchte dir gerne eine meiner lieblings standard anfangs fragen stellen und zwar du bist ja großer comic fan comic liebhaber wurde es vielfach adaptiert und liest auch vielen hast auch schon immer viel gelesen mich interessiert aber bei meinen gästen wie es eigentlich dazu kam gab es da den einen aha moment
00:04:31
Speaker
Als du einen bestimmten Comic aufgeschlagen hast, wo du dachtest, das ist die Kunstform, das ist geil, oder wie hat sich das bei dir entwickelt? Das kommt immer drauf an, wie früh man da einsteigt. Ich glaube, mein erster Comic, den ich regelmäßig gelesen habe, war tatsächlich Übs in den 70er-Jahren. Übs war ja damals so ein antologiewöchentliches Antologiekomik, also mit verschiedenen Serien, die darin liefen. Für Kleinere, glaube ich. Und ...
00:04:58
Speaker
Das war tatsächlich so ein Ding, für das ich mir ein komplettes Taschengeld ausgegeben habe. Also ich hab sommergfünfzig Taschengeld in der Woche bekommen und ups, kostet jetzt sommergfünfzig. Und ich bin halt immer damit dann zum Laden, hab mir das geholt und hatte dann die Woche kein Geld mehr. Fand aber immer, dass das irgendwie völlig angemessen und in Ordnung war, weil ich ja schon in dem Alter, und in dem Alter heißt jetzt irgendwie wirklich gerade im lesefähigen Alter, gemerkt hab, wie toll Comics sind und dass ich Comics großartig finde.
00:05:26
Speaker
Ich bin auch keiner von diesen Autoren, also von diesen Roman-Autoren, die schon mit vier lesen konnten und dann schon den kompletten Astrid Lindgren-Kanon irgendwie gelesen haben. Überhaupt nicht. Also ich war nie so ein Kinderbuch-Leser eigentlich als Kind. Sondern hab sicherlich viel mehr Comics gelesen, dann eben auch schnell so diese Ehapa-Alben und was es damals alles gab. Also viel mehr Comics gelesen als so die klassischen Kinderbücher.
00:05:56
Speaker
Kindercomics dann auch tatsächlich? Oder hast du dich dann schnell auch zu erwachsener Literatur weiterentwickelt? Ja, wie gesagt, also es waren ja damals vor allen Dingen die Comics, die man am Kiosk bekam. Und das waren dann eben oft so die H-Paar-Alben. Ich bin nicht mal sicher, ob es da Carlsson, also Carlsson Comic gab es natürlich, aber nicht am Kiosk. Und ich bin in der Kleinstadt groß geworden, da gab es also keinen Comic-Laden in greifbarer Nähe, sondern ich musste halt das an Comics kaufen, was es im normalen Zeitschriftenhandel gab.
00:06:22
Speaker
Und das war eben in erster Linie waren das eben diese Magazine wie ips und was weiß ich, zack und ich glaube Cobra gab's. Cobra habe ich schon glaube ich nicht mehr so ganz mitbekommen, nur noch so halb. Das war glaube ich so ein Tick davor.
00:06:35
Speaker
Und dann aber eben, wie gesagt, eHapa wurde halt über den Zeitschriftenhandel damals vertrieben, also die Superhelden-Sachen. Dann vor allen Dingen diese, wie hieß das, die großen Fantastik-Comics gab es damals, eine Reihe von eHapa. Da erschienen mehrere Unter-Serien. Da gab es dann Warlord, das war eine DC-Serie, die die machten. Dann Storm natürlich, oder Storm.
00:06:59
Speaker
Ta, der Rebell war ein spanischer Conan-Klon. Im Prinzip Conan, aber in blond. Und noch eine vierte oder fünfte Serie. Es gab einige, die unter diesem Label die großen Fantastic Comics erschienen. Und die fand ich großartig. Hab ich rauf und runter gelesen, immer und immer wieder. Dann die Star Wars Comics. Die Star Wars Comics waren bei Ehapa, die gab's auch im Zeitschriftenhandel.
00:07:26
Speaker
Die waren wahrscheinlich sogar mein Favorit. Also das ist so das, was ich wirklich ... Ich hab die alten Dinger noch und die sind so zerlesen, weil ich die wirklich irgendwie hundertmal gelesen hab. Also ich glaub, ich kann die teilweise ausfindig, die Dinger. Also das war mir wie gesagt immer viel wichtiger als Roman. Von daher, ich bin sehr früh mit Comics sozialisiert worden. Es bedeutet also quasi dein gesamtes literarisches Leben, wenn man so möchte. Ja, klar. Also wie gesagt, vom ...
00:07:55
Speaker
Erstleseralter angefangen. Wahnsinn. Ja, glaube ich, das ist eine Sozialisierung, die es bei vielen Leuten gibt. Würdest du denn sagen, dass sich das auch in deinem Lesen offensichtlich, aber auch in deinem Schaffen beeinflusst hat?
00:08:12
Speaker
Das ist vielleicht eine sehr abstrakte Frage, oder vielleicht kannst du... Nein, gar nicht so. Als ich angefangen habe, ernsthaft Bücher zu schreiben, also Romane zu schreiben, das war ja dann so Anfang der 90er, da ist das schon sehr massiv auch unter dem Einschluss von den frühen Vertigo-Sachen passiert.
00:08:30
Speaker
Also Sandman, also diese ganzen frühen Vertigo-Sachen, die von Gaiman, von Grant Morrison, von Peter Milligan und noch ein paar anderen geschrieben worden sind. Es war eigentlich mit Sandman, durch den ich begriffen habe, wie gut man Historie und Fantastik kombinieren kann.
00:08:54
Speaker
Das war sicherlich einer der Auslöser für mich, hinzugehen und diese ganzen historisch fantastischen Sachen zu schreiben, die ich in den ersten Jahren geschrieben habe. Ich habe vor allen Dingen in den 90ern sehr viele Romane geschrieben, die als historische Romane verkauft wurden, aber im Kern schon fantastische Romane waren.
00:09:13
Speaker
Und Serien wie Sandman und noch ein paar von den anderen Vertigo-Sachen waren da schon sehr prägend. Und auch was den Grad der Verrücktheiten angeht, sagen wir mal. Dass man eben, wenn man einen historischen Roman schreibt, eben nicht hingehen muss und die Geschichte von Richard Löwenherz oder sonst wem schreiben muss, also sich total an die Fakten halten muss, sondern dass man das eben mit allem möglichen Irrsinn kombinieren kann und dass man
00:09:38
Speaker
sich da irgendwie auch total verrückte Sachen einfallen lassen kann. Ich hab das im Schattenesser zum Beispiel gemacht, das war mein dritter oder viertel historischer Roman, der sich wahrscheinlich fast liest wie so eine Wörterguss-Serie.
00:09:52
Speaker
Das war auf jeden Fall schon ein großer, großer Einfluss damals wirklich bei den Romanenschrauben. Spannend, dass du das so genau auf den Punkt bringen kannst in dem Zusammenhang. Jurek, dir stelle ich nicht dieselbe Frage. Das wäre mir zu einfach.
00:10:09
Speaker
Du bist ja nicht nur Comic-Leser, du machst ja auch Comics als Zeichner. Würde mich interessieren, kannst du vielleicht schon denken, worauf ich hinaus will. Wie du dazu gekommen bist, hast du ein Upset aufgeschlagen und nicht gedacht, boah, ist das toll, sondern boah, das kann ich auch? Oder wie bist du zum Comic-Zeichner? Als Kind ... Ich weiß gar nicht. Ich hab als Kind schon meine ersten Comics gezeichnet. Was heißt als Kind?
00:10:35
Speaker
Gute Frage. Also in der Grundschule auf jeden Fall. Wahrscheinlich, je nachdem wie man Comic definiert, auch schon im Kindergarten.
00:10:54
Speaker
Aber ich habe in der Grundschule schon angefangen. Bei mir war es nicht so sehr übs, habe ich zwar auch mal gelesen, sondern bei mir war es eher lustiges Taschenbuch und Mickey Maus.
00:11:07
Speaker
Aber vor allen Dingen, ich war ein riesen, riesen Mickey Mouse und lustiges Taschenbuch-Fan und dann irgendwann war ich auch schon ein richtiger Streber geworden und hab mir so diese Carl-Barks-Sammelbände dann immer gewünscht von meinen Eltern. Und das ging relativ schnell, dann hab ich angefangen meine eigenen zu zeichnen.
00:11:27
Speaker
Deinen eigenen lustigen Taschenbuchgeschichten. Meine eigenen Donautaggeschichten, ja. Tatsache. Genau, ich weiß gar nicht mehr, aber da gab es, glaube ich, eine, da wurde der Mr. X verfolgt. Oder Mr. X hieß er in einem lustigen Taschenbuch und bei mir hieß er Mr. Ypsilon. Kläpper. Genau.
00:11:46
Speaker
Ja, das waren so die ersten, da bin ich dann auch echt ein schönes Gefühl, sehr unbedarft, rangegangen. Es war mir vollkommen egal, was irgendjemand davon denkt, sondern damit habe ich mich halt so selber unterhalten. Und das habe ich auch sehr lange dann weitergemacht. Also ich habe immer Comics gelesen.
00:12:06
Speaker
Und auch welche gezeichnet. Von der Grundschule bis zur Mittelstufe eigentlich. Wo ich dann irgendwann das kritische Selbstreflektieren eingesetzt und dann war es mir peinlich. Echt? Ja, ich weiß nicht, ich wollte dann die Anerkennung von Erwachsenen und das hab ich dann irgendwie mit diesen Comics nicht mehr bekommen. Und hab dann erst wieder weitergemacht, eigentlich nach dem Abitur schon.
00:12:34
Speaker
Ich habe dann irgendwann Illustration studiert und da dann noch mal zu Weihnachten oder wann so ein paar Graphic Novels geschenkt bekommen, was natürlich was ganz anderes war als diese lustigen Taschenbücher. Ein anderer Ansatz, einfach, ich will jetzt nicht sagen besser oder schlechter, aber einfach ein anderer Ansatz und da habe ich dann, weil da war ich
00:12:56
Speaker
immer noch so in diesem so tun als ob und respekt von älteren bekommen wollen und auf einmal dachte ich aber es geht wieder mit comics und so habe ich dann wieder angefangen. Waren dir als Teenager die Comics peinlich oder die Themen peinlich? Ja, eine gute Frage. Wahrscheinlich eher die Themen, also vor allen Dingen auch so die Enten. Inherent peinlich, weiß man ja.
00:13:27
Speaker
und ganz viele High-Fantasy-Zeugs und hatte damit sogar mal eine Ausstellung in der Schule. Also ich fand das tatsächlich ganz gut, irgendwie damit so ein bisschen nach draußen zu gehen. Also das waren ja keine tollen Zeichnungen, aber in dem Moment war ich ja irgendwie auch stolz darauf und von daher fand ich das auch eigentlich ganz gut, das irgendwie den anderen zu zeigen. Also peinlich war mir das tatsächlich nie, aber
00:13:54
Speaker
Das finde ich interessant. Das war dir unangenehm. Ja, es gab so ein Erlebnis. Ich konnte schon relativ früh gut zeichnen, war immer der beste Zeichner in meiner Klasse. Und dann gab es mal so ein Schlüsselerlebnis mit einem Lehrer von mir, der mir eigentlich helfen wollte. Der wollte mein Talent fördern.
00:14:16
Speaker
und hat aber dann als erstes mir gesagt, ich soll aufhören, das zu zeichnen, was ich zeichne, weil das interessiert keinen und das will keiner sehen. Ich war da gerade so Fantasy-Fan und hab so Elfen und so was gezeichnet und der hatte mir gesagt, hör auf, damit das zu zeichnen. Und seine Frau war irgendwie Künstlerin, die hatte das gesagt, ich soll das nicht machen, damit komme ich nicht weiter und da habe ich für ein paar Jahre aufgehört zu zeichnen.
00:14:42
Speaker
Eigentlich gar nicht. Also ich hatte eine Deutschlehrerin,

Zusammenarbeit an Phantasmen und Adaptionen

00:14:45
Speaker
die dann mitbekommen hat, dass ich immer Horror schreiben wollte und ich immer so Horror-Romanhefte rumliegen hatte. Und die fand das auch ganz furchtbar. Aber die hat dann nicht gesagt, ich soll das nicht machen, sondern die hat mir Dracula in die Hand gedrückt. Und hat gesagt, ich soll doch mal einen vernünftigen Klassiker lesen.
00:15:01
Speaker
Und nicht immer diese Horror-Häftchen, sondern wirklich mein vernünftiges Buch. Sowas hätte ich mir gewünscht natürlich, aber so war es leider nicht. Sie haben mir dann gesagt, ich solle damit aufhören, dann war ich deprimiert, weil das andere wollte ich nicht zeichnen und habe jahrelang nicht gezeichnet. Und dann irgendwann, als ich wieder angefangen hatte, habe ich diesen Lehrer tatsächlich noch mal in der U-Bahn
00:15:22
Speaker
in Düsseldorf mitgetroffen. Und da war ich schon mit meinem Studium gerade entweder fertig oder fast fertig. Und er hat gefragt, na Jurek, und was ist aus dir geworden? Und dann habe ich gesagt, ich bin Zeichner geworden, ach, das war dir vorherbestimmt. Also war ein sehr schönes Gespräch und dann bin ich ausgestiegen aus der U-Bahn und habe gemerkt, es war die ganze Zeit mein Hosenstall auf dem Gebirge. Ja, also so bin ich zum Zeichnen gekommen.
00:15:58
Speaker
Mit dem Letzten hat er es mich ein bisschen umgekehrt. Das hatte nichts wirklich mit der Geschichte zu tun, aber ich erinnere mich noch daran und ich wollte es euch nicht fort. Das ist auch so ein Detail, was so eine Geschichte dann liebhaft macht. Ohne das wäre es nur eine Erzählung gewesen. Jetzt nehmen wir was mit nach Hause.
00:16:20
Speaker
Wir sind ja auch hier, um über eure Zusammenarbeit zu sprechen, unter anderem. Und ihr habt jetzt vor kurzem Phantasmen zusammen adaptiert, also einen Roman von dir, Kai, den du, Jurek, in 240 Seiten Graphic Novel, ja, kommen wir auch noch zu, adaptiert hast als monumentalen Klops.
00:16:41
Speaker
Vorher hast du aber schon eine Kurzgeschichte, auch im Horrorsuget ein bisschen knackigeren Horror, würde ich mal sagen, das Fleisch der vielen, an einer Kurzgeschichte von Kai gemacht. Was mich interessieren würde, das ist jetzt vielleicht ein bisschen fies formuliert, aber ich sag's dir trotzdem mal, damals kanntest du Jurek ja noch nicht so gut wie heute. Diese Kurzgeschichte diesem jungen Mann in die Hand zu geben, zu sagen, hier, mach mal.
00:17:06
Speaker
Was ist das für ein Gefühl? Ich habe so etwas noch nie geschrieben, aber kannst du das irgendwie in Worte fassen? Das müsste ich auch klären. Das dachte ich mir. Erstmal muss ich sagen, dass die Adaptionen natürlich komplett von Jurek sind. Ich adaptiere ja gar nicht selbst, sondern Jurek macht ja sowohl die Textadaption als auch die Zeichnung. Das heißt, ich drücke ihm wirklich nur das Original, so wie es ist, in die Hand und sage, mach mal.
00:17:28
Speaker
Und das hat den großen Vorteil, dass ich keine Arbeit damit habe. Ich mache das tatsächlich sehr gerne. Ich finde es großartig, wenn Künstler, und das ist dann egal, ob das jetzt Comic-Zeichner sind oder ob das...
00:17:44
Speaker
Musiker sind, die schon Musik basierend auf meinen Büchern komponiert haben. Das gab es ja auch schon. Oder eben den Hörspielmachern oder so. Also irgendjemandem was in die Hand drücke und sage, ihr macht mal. Und ich bin dann einfach nur wahnsinnig gespannt, was dabei rauskommt. Und ich bin auch im Großen und Ganzen eigentlich noch nie enttäuscht worden.
00:18:05
Speaker
Klar, bei Filmen ist es immer so eine Sache. Das wird dann immer noch mal ein bisschen anders, als man sich das vorgestellt hat. Aber im Großen und Ganzen muss ich sagen, ich habe da eigentlich nur sehr, sehr positive Erfahrungen gemacht. Und von daher war das bei Jurek, also bei Jurek war es so, dass ich die, ich hatte ja gar keinen Comic von ihm gesehen, weil es eigentlich ja noch keinen kam, sondern nur einzelne Illustrationen. Und die fand ich halt richtig, richtig toll.
00:18:31
Speaker
Und die Frage war also für mich gar nicht, kann er das jetzt vom Zeichnerischen her oder kann er das von der Atmosphäre her oder so. Das war völlig klar, dass er das kann. Die Frage war, ob er das Erzählerische hinbekommt. Weil beim Comic ist es natürlich wahnsinnig wichtig, dass man eben nicht nur einfach eine tolle Illustration zeichnen kann, sondern dass man diesen Erzählfluss durch die einzelnen Panels hinbekommt. Und das wusste ich natürlich gar nicht. Und dann hat Joachim drei, vier Probesalten gemacht. Mehr war es, glaube ich, gar nicht.
00:19:01
Speaker
Sechs? Ja, also ... Aber nicht viel, auf jeden Fall. Es waren ein paar Probe-Seiten. Und die waren einfach schon so ... Also, da gab's überhaupt nichts dran auszusetzen. Ich hoffe, das stimmt, oder? Du hast auf jeden Fall nichts auszusetzen. Ich hatte zumindest nichts dran auszusetzen. Das hätte ich schon gesagt. Und ... da war mir einfach klar, er kann das.
00:19:27
Speaker
Und dann kommt ja immer noch mal der nächste Schritt ist dann immer, aber kann das auch auf der Länge? Also hält das durch? Und damit meine ich jetzt nicht nur dich, sondern Zeichner im Allgemeinen. Wenn man mit Zeichnern zusammenarbeitet, also sind die wirklich in der Lage, 40, 50, 100 Seiten, in diesem Fall jetzt sogar 240 Seiten hinzubekommen? Aber auch da war es wirklich bei Jurek, es hat bei Fleisch der Vielen ein bisschen länger gedauert, glaube ich.
00:19:55
Speaker
Also jetzt ein Vergleich. Ja, länger, also gemässener in der Seitenzahl als bei Fantasmen. Ja, wahrscheinlich. Doch da gab es mal irgendwie, da gab es mal am Anfang, da gab es mal irgendwie ein paar Monate Pause oder sowas, ne? Irgendwas war da mal. Aber ... Ich verdienen musste. Aber du machst doch kaum echt. So.
00:20:15
Speaker
Wollen wir da jetzt schon auf die wirtschaftlichen? Auf jeden Fall war da völlig klar, dass er das von der Qualität her hundertprozentig kann. Und es war dann auch sehr schnell, war mir dann klar, dass er das auch von der Länge und allem hinbekommt.
00:20:34
Speaker
Ja, war das schon gut. Sah von unserer Seite auch ähnlich aus. Du suchst deine Zeichnerinnen und Zeichner ja selber. Es ist jetzt nicht so, dass wir als Verlag da irgendwie... Not gedrungen. Ihr dürft mir jetzt auch ganz viele Vorschläge geben. Ja, gut. Du sagst das jetzt so einfach, als hätten wir da irgendwie so ein Pool an Leuten, die uns die Bude einrennen würden.
00:20:54
Speaker
So ist es ja nun nicht ganz so. Aber Ralf Schlüter zum Beispiel kam vom Verlag als Vorschlag. Also von daher ist es auch nicht so, dass ich jetzt die ganze Zeit rumlaufe und zeichne. Aber Jurek hattest du ja aufgetan, mitgebracht sozusagen. Und wir haben diese Seiten ja dann auch damals gekriegt. Und ich bin mir jetzt nicht anmaßender, die Instanz zu sein ist beurteilt, aber wir waren auch echt begeistert.
00:21:18
Speaker
Was mich jetzt aber, vielleicht weißt du auch jetzt schon, wo die nächste Frage hingeht. Du kriegst jetzt von Kai so ein Buch in die Hand gedrückt. Adaptier mal. Ich weiß, so läuft es nicht, aber okay. Also in dem Moment, wo es genau so passiert ist.
00:21:36
Speaker
Wie fängst du an? Also, gerne auch, wie hat sich das entwickelt? Weil das Fleisch der vielen ist ja eine Kurzgeschichte. Fantastischen Romanen sind vom Umfang überhaupt nicht miteinander vergleichbar. Wie setzt du dich da dran? Ja. Also, das ist auch tatsächlich von der Herangehensweise bei den zwei Büchern unterschiedlich gewesen, weil die Kurzgeschichte, die war so kurz, dass ich wirklich da Absatz für Absatz einfach nur von vorne nach hinten durchgehen musste.
00:22:07
Speaker
Und so hab ich's im Grunde gemacht. Da hab ich auch keine Sorgen gehabt wegen Seitenzahl. Da dachte ich, ich mach das jetzt einfach irgendwie so, wie es passt. Und so viele Seiten, wie es dann halt hat, hat es dann. Und deswegen hab ich das genauso gemacht. Ich hab erst mal alle Seiten irgendwie mit, ja, also in schwarz-weiß einmal so angelegt, einmal anskizziert, auch schon mit Text.
00:22:31
Speaker
Und danach hab ich's reingezeichnet mit Tusche und koloriert und dann war das fertig. Also, beim Fleisch der viel war es tatsächlich relativ einfach. Jetzt wissen auch alle unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, wie man einen Comic macht. Jedenfalls einen Comic der Länge von 65 Seiten. Einen kleinen Anfang. Genau. Beim zweiten war es wirklich ganz anders. Weil da war halt klar der Roman ...
00:23:00
Speaker
hatte 398 Seiten und beim Fleisch der Vielen war es so, die Kurzgeschichte hatte 30 Seiten, da kam ich also auf 65 Comics Seiten.
00:23:12
Speaker
Und da wär ich dann ja, wär ich so rangegangen, wär hinterher ein 800-, 900-seitiger Comic-Boy rausgekommen. Das geht natürlich nicht. Nee, das wird irgendwann schwer zu binden. Theoretisch natürlich schon irgendwie, aber das wollte ich jedenfalls nicht. Und das heißt, da war also klar, ich musste viel mehr kürzen. Und ich wusste am Anfang auch noch nicht so richtig, wie und ...
00:23:39
Speaker
Ja und irgendwo wollte ich auch nicht zu viel Zeit mit Vorbereiten verschwenden, also oder verbringen. Ich hätte ja vielleicht auch was gebracht, aber jedenfalls wollte ich das nicht und hab dann das so gemacht, dass ich also einerseits natürlich beim Lesen schon die ersten Bilder im Kopf hatte.
00:24:00
Speaker
Und dann einmal grob vorher geplant habe, welche Stellen jetzt wichtig sind, wo ich irgendwie viel Platz brauchen werde und wo ich eher Sachen kürzen kann. Ganz klassisch natürlich der Anfang und das Ende, da brauch ich natürlich viel Platz. Aber tatsächlich auch so grob, hast du dann einfach diesen Textteil genommen und dir den Notiz gemacht, viel Platz, wenig Platz? Oder hast du schon mal durchgerechnet vielleicht so ein bisschen? Ich hab nicht wirklich durchgerechnet, nee. Ich hab mir auch keine Notizen gemacht. Ich hatte das halt irgendwie so ...
00:24:30
Speaker
so im kopf weil also meine herangehensweise ist immer irgendwie ist so einfach und so so simpel Einfach ist jetzt vielleicht auch missverständlich was natürlich trotzdem irgendwo eine herausforderung ist aber jedenfalls
00:24:44
Speaker
möglichst Komplexität zu vermeiden in meinem Arbeitsprozess. Und deswegen habe ich das so sehr grob im Kopf behalten, dass ich dachte, das hier sind irgendwie wichtige Stellen und dafür möchte ich Zeit reservieren und Platz in dem Comic.
00:25:04
Speaker
Und bei den anderen Stellen, da kürze ich einfach so viel, wie es nur irgendwie geht. Tatsache. Ohne dass die Geschichte kaputtgeht von der Eindruck. Das Interessante daran ist, dass ich tatsächlich diese Kürzungen gar nicht bemerke. Das wäre jetzt nicht meine nächste Frage. Nee, das ist tatsächlich so. Klar, es gibt jetzt irgendwie andere Szenen, wo ich sagen kann, die fehlen jetzt komplett. Aber das sind minimale Sachen, die nicht wirklich wichtig sind.
00:25:31
Speaker
Aber wenn ich jetzt meinetwegen das Fleisch der Vielen lese und Phantasmen lese, dann merke ich im Vergleich nicht, dass Phantasmen in irgendeiner Form gerafter ist. Also das macht für mich wirklich den Eindruck, als wäre es der komplette Roman, also die komplette Geschichte. Und es hat ja sogar noch relativ viel Text auch noch. Es ist ja noch relativ viel Text drin auch.
00:25:54
Speaker
Aber der Plot und alles ist wirklich komplett drin. Also es ist nicht so, dass da jetzt irgendwelche großen Blöcke raus sind oder sowas. Es ist mal eine Szene nach hinten hin ein bisschen gekürzt, es ist mal irgendwo auch mal eine ganze Szene ein bisschen, ich weiß gar nicht ob komplett, aber doch sind ein paar, glaube ich,
00:26:09
Speaker
Ja, jetzt also nicht, ja doch ein paar sind. Ja, aber minimal. Also es ist wirklich, man kann den Comic lesen und hat eigentlich den, eigentlich den kompletten Roman gelesen. Ist dir das auch wichtig in dem Zusammenhang oder wäre es auch in Ordnung gewesen, wenn Jurek sich größere Freiheiten genommen hätte?
00:26:29
Speaker
Ich habe ihm das ja gesagt, er kann das so machen, wie er das machen möchte. Ich hatte auch nie das Gefühl bei dir, Kai, dass du mit irgendwas, was ich entschieden hätte, also immer, wenn ich gefragt habe, du hast immer gesagt, mach mal.
00:26:47
Speaker
Wirklich erst eigentlich Gespräche über bestimmte Punkte geführt, ganz am Ende, als es eigentlich fertig war. So habe ich das auch bei den anderen Zeichnerinnen und Zeichnern immer gemacht, dass ich am Ende dann nochmal sehr, sehr genau drüber gehe. Also wenn wirklich die Zeichnungen da sind, wenn der komplette Text in den Sprechblasen steht,
00:27:05
Speaker
Dann gehe ich wirklich noch mal sehr genau drüber und mache auch noch mal sehr detaillierte Anmerkungen über, was weiß ich, wo eine bestimmte Sprechblase sitzt, ob man die nicht vielleicht woanders macht, damit der Lesefluss ein anderer ist oder dass man irgendwie vielleicht auch noch mal irgendwo mal ein Panel ändert, aber das sind in der Regel auch ganz wenige. Also da ist dann der Punkt, an dem ich wirklich mich noch mal sehr genau damit auseinandersetze, aber vorher eigentlich nicht. Also vorher lasse ich eigentlich alle mehr oder minder machen.
00:27:34
Speaker
Ich sehe das dann zwar und gucke mir das an. Es ist wirklich selten, dass ich mal was sage. Aber am Ende haben wir dann noch mal über bestimmte Dinge gesprochen. Wegen einem Panel, wo ich gesagt habe, da erkenne ich nicht, was da passiert. Ich könnte das vielleicht noch ein bisschen anders machen. Aber auch das waren jetzt nicht unglaubliche Mengen, sondern Details.
00:27:59
Speaker
Ich hatte auch tatsächlich drüber nachgedacht, eine größere Änderung vorzunehmen. Aber da war klar, wenn ich das mache, dann nur in enger Zusammenarbeit mit dir. Und dann habe ich, als ich ein paar Mal vorsichtig nachgefragt habe, habe ich schon gemerkt, da hast du jetzt nicht wirklich Zeit für, und das würde wahrscheinlich auch dann sehr ausatmen. Dann habe ich gedacht, nein.
00:28:23
Speaker
Was du meinst, den Plot zu ändern, oder? Nicht den Plot zu ändern, nein, aber so vielleicht noch mal so eine erklärende Szene irgendwie noch mal hinzuzunehmen. Ach wo? Mal überlegt oder mal so eine Rückblende noch. Einfach weil ich dachte, dass, so allein die Form Comic verändert ja die
00:28:41
Speaker
Die ganze Sache schon sehr irgendwo. Und da dachte ich, vielleicht kann ich es ein bisschen noch mehr daraufhin optimieren. Aber ich bin jetzt auch eigentlich froh, dass es nicht nötig war. Also, was ich halt faszinierend wirklich an Phantasminfinder, seinen Comic finde, ist, dass er sich so unglaublich filmisch liest. Und es ist ja auf der anderen Seite kein fotorealistischer Stil.
00:29:04
Speaker
in dem Jurek zeichnet, aber es liest sich trotzdem wie ein Film. Und das finde ich total faszinierend daran. Und deshalb, glaube ich, hätte man jetzt auch gar nicht noch großartige zusätzliche Erklärungen oder sowas gebraucht, weil die hätte wahrscheinlich, eigentlich hätte das Ganze nur gestoppt an irgendwelchen Stellen. Weil so hat es auch ein ordentliches Tempo, finde ich, so wie es jetzt ist.
00:29:26
Speaker
Ja, und du hast ja eigentlich auch schon einen Film geschrieben. Im Kern ist es natürlich sowieso ein Roadmovie. Das Ganze ist natürlich konstruiert wie ein Roadmovie. Also einfach eine Reihe von Personen sind im Auto und auf dem Motorrad und so weiter unterwegs durch diese Wüste, in der das Ganze spielt. Zumindest zu zwei Dritteln oder drei Vierteln.
00:29:51
Speaker
Und das macht natürlich eh schon filmisch. Dadurch hat man natürlich eh schon eine Bewegung im Plot auch und eine Bewegung, also eine physische Bewegung der Figuren innerhalb der Bewegung des Plots. Das klingt jetzt kompliziert, ist uns aber im Grunde nicht. Und das macht so eine Geschichte natürlich dann eh schon sehr viel filmischer als jetzt meinetwegen eine Geschichte, in der fünf Leute in einem Haus sind und
00:30:14
Speaker
sich nur durch drei Räume bewegen. Es bietet mehr Schauwert als ein Kammerspiel beispielsweise wäre oder eine reine Introspektive. Genau, obwohl ja so vieles eigentlich in der Wüste spielt und eine Wüste grundsätzlicher ein Horizont mit unten gelb und oben blau ist. Aber wenn man den Horizont schön einfärbt...
00:30:33
Speaker
Ja, aber trotzdem funktioniert das halt. Obwohl die Hintergründe sich natürlich zwangsläufig in dieser Landschaft ähneln, hat es trotzdem nicht diesen Kammerspiel-Charakter, sondern es hat immer diese Bewegung und dieses Tempo. In dem Zusammenhang schließt sich das eigentlich ganz gut an, denn es war eine Frage, die tatsächlich aus der Community, wie man so schön sagt, kam. Gerade jetzt bei Phantasten, das sind ja
00:31:00
Speaker
recht konkrete Referenzen. Es geht ja um eine bestimmte Wüste tatsächlich. Nämlich um die, die... Der Viator de Taverna. Dankeschön. Ich hab's mir hier irgendwo aufgeschrieben.
00:31:11
Speaker
Um die einzige europäische Wüste in Spanien. Du hast im Roman zumindest auch andere architektonische Vorlagen genommen. Das World Trade Center kommt hinten raus einmal vor. Das kann ich, glaube ich, spoilerfrei mal sagen. Arbeitest du viel mit Referenzen, Jurek? Ja.
00:31:31
Speaker
Ja, extrem. Was heißt extrem? Ja, also in dem Fall wollte ich ja tatsächlich auch diesem, also es ist jetzt, wie du schon sagtest, kein fotorealistischer Stil, aber schon irgendwo ein fotografischer Stil, also der
00:31:48
Speaker
der jedenfalls daran erinnern soll, an so eine Kamera irgendwie, also die Sicht einer Kamera auf die Sache und ich wollte so diesen Eindruck, als wäre einer mit dem Handy so nebenher gelaufen und hätte das irgendwie alles gefilmt. Das war so ein bisschen, an manchen Einstellungen geht es natürlich nicht, irgendwie so Flugzeug im Himmel von außen, aber
00:32:12
Speaker
Aber das war so ein bisschen so meine Idee, um das irgendwie noch spannender und noch nachvollziehbarer zu machen, weil es ja so gerade zu Ende hin so sehr groß wird. Also da passieren Dinge, die sind irgendwie schwer vorstellbar und dadurch wollte ich, damit man sich da einfach besser hinein
00:32:33
Speaker
fühlen kann wollte ich diese sehr diese perspektive wählen die also wirklich und auch bilder die man irgendwie kennt halt aus youtube videos was weiß ich solche handy videos die die kennt man an diesem überall heutzutage und diese optik wollte ich irgendwie dafür nehmen und deswegen habe ich mir ganz ganz viele solche videos
00:32:55
Speaker
gesucht oder Fotos auch selber, sehr viele gemacht, da gibt es auch ein lustiges Archiv, wie ich also als alle möglichen Figuren, noch nicht, also wer weiß, wenn hier genug Interesse besteht. Also macht mal irgendjemand eine Petition auf, bitte. Ich kann hier gerade nicht weg. Aber dann als alle möglichen Leichen lege ich dann auf den Boden oder... Tatsächlich, du arbeitest mit dir selber als... Ja, genau, also wenn ich nichts finde, dann muss ich mir selber halt irgendwas machen oder...
00:33:26
Speaker
Ich bin auch diese abgemärgelten Probanden. Das bin auch immer ich.
00:33:36
Speaker
Okay, mit bisschen Phantasie natürlich. Darum das Lauftraining, um diese Form zu erreichen. Aber auch bei den architektonischen Sachen, es ist ganz klar. Es gibt ja in einer Szene dieses sogenannte blaue Haus. Und das blaue Haus basiert tatsächlich auf einem Gebäude, das zwar nicht in dieser Wüste steht, aber an der spanischen Küste in Kalpe.
00:34:05
Speaker
Und nur, dass es da grün ist. Und das ist ein total irres Haus, das auch in diversen Filmen immer auftaucht. Vor allen Dingen in den Filmen von einem spanischen Regisseur. Ja, den spricht man immer englisch aus, falscherweise. Just Franco sagen die meisten. Oder eben Jesus oder Jesus Franco. Der hat in den 60er-, 70er-, 80er-Jahren jede Menge oft sehr, sehr trashige Filme gemacht.
00:34:34
Speaker
Hatte aber eben so bestimmte Elemente, die in seinen Filmen immer wieder auftauchen. Der hat hunderte Filme gemacht, glaube ich, 200 oder wie viele auch immer. Und hatte bestimmte Elemente, die in seinen Filmen immer wieder auftauchen, unter anderem eben dieses Grünhaus in Kalpe. Und ich fand dieses Haus schon immer so toll und auch in seinen Filmen so toll, dass ich gedacht habe, ich transferiere das jetzt einfach mal mitten in diese Wüste.
00:34:56
Speaker
Ich streiche es blau an und das ist mein blaues Haus. Und da hat Jurek zum Beispiel gesagt, hier, das ist dieses Haus, guck dir das mal an und hat ein paar Fotos geschickt und so weiter. Also das Haus, wie es jetzt im Comic ist, sieht tatsächlich genauso aus wie dieses echte Haus, das eigentlich an der spanischen Küste steht. Also auch da sind halt dann Bildreferenzen natürlich...
00:35:17
Speaker
Das ist ja auch irgendwo das Schöne an der Geschichte, dass diese Dinge halt wirklich existieren. Das macht es ja auch echt sehr interessant. Nicht immer geht es, weil manche Dinge, wie diese unterirdische Bunker oder irgendwelche Labore,
00:35:33
Speaker
Da findet man einfach keine eins zu eins Vorlagen und deswegen musste ich dann irgendwie versuchen, die Sachen, die ich finden konnte, zu kombinieren und vielleicht auch noch mit dem von mir ausgedachten irgendwie
00:35:50
Speaker
Das alles so zusammenzusetzen, am liebsten so, dass ich meine Spuren verwische und man nachher nicht mehr sagen kann, was ist jetzt ausgedacht, was ist nach einem Foto, was ist nach einem 3D-Modell. Du verstehst das als Versteckspiel, so ein bisschen mit dem Räser. Ja, genau. Ich denke vor allen Dingen immer an meine Kollegen, also diesen Illustratorenblick, dann denke ich auch nicht, dass der jetzt weiß, dass ich hier Fotos benutzt habe.
00:36:17
Speaker
Guckt man darauf herab irgendwie? Ja, also alle sagen natürlich immer, nein, das ist vollkommen in Ordnung, das ist, jeder macht das. Und es ist natürlich so, aber alle sind immer total stolz und geben richtig, inklusive mir, falls es euch noch nicht aufgefallen ist, wenn man es mal geschafft hat, das ohne Fotovorlage zu machen. Du hast mir gerade zugegeben, dass du das die ganze Zeit mit Fotos gemacht hast.
00:36:38
Speaker
Deine Bragging Rights sind jetzt gerade erst mal weg. Ja, aber ich hab das, als Kai geredet hat, hab ich gemerkt, dass ich mir doch diese Lücke noch lassen wollte und darum musste ich das jetzt gerade nochmal erklären, dass ich nicht immer Fotos benutzt habe. Manches hab ich mir auch ausgedacht. Ich schneid das hinterher raus, im Internet wird das nie jemand erfahren.
00:36:54
Speaker
Was allerdings ohne Vorlagen existiert, sind die Figuren. Also jetzt nicht nur bei den Fantasmen, sondern auch im Fleisch der vielen oder eigentlich auch bei all deinen Romanen oder generell bei jedem literarischen Werk, die bei so einer Adaption ja auch ein Gesicht kriegen müssen. Und nicht nur ein Gesicht, sondern auch
00:37:16
Speaker
teilweise auch in einem Bewegungsapparat, aber eine Gestik, eine bestimmte Form der Position. Ich fange mal bei dir an.
00:37:31
Speaker
Wie nah kommen Illustratorinnen und Illustratoren normalerweise deinen Vorstellungen dabei? Oder willst du gar nicht, dass sie deinen Vorstellungen nahe kommen? Wieso sollte ich das nicht wollen? Das weiß ich nicht. Ich möchte am liebsten, dass sie das genauso machen. Eigentlich sollen sie natürlich alles so machen, wie ich das haben will. Ja, gut.
00:37:53
Speaker
Da ich weiß, dass das nicht funktioniert. Klar mache ich da Kompromisse irgendwo im Kopf. Aber grundsätzlich ist es ja so, dass ich Skizzen von den Figuren bekomme vorab.
00:38:09
Speaker
Also doch. Es gibt schon immer Skizzen von den Figuren. Eigentlich war das bei allen Zeichnerinnen und Zeichnern so, dass sie vorher Skizzen der Hauptfiguren gemacht haben oder ganz oft auch der Nebenfiguren.
00:38:24
Speaker
Und im Fall von Phantasmon war es sogar so, dass ich ihr, glaube ich, ein Foto geschickt hatte für Rain. Für die Hauptfigur habe ich ihr ein Foto geschickt von einer Sängerin aus einer Band, von der ich fand, dass sie ziemlich nah an dem dran ist, was ich mir da für Rain vorgestellt hatte, gerade eben weil sie auch diese spezielle
00:38:45
Speaker
Frisur hat und so weiter, also wer hat ja diese roten Dreadlocks und so. Aber ich glaube bei den anderen nicht, ne? Ne, bei den anderen hatten wir keine Fotoreferenzen. Also ich zumindest nicht. Also von daher ist das schon immer letztlich dann doch sehr nah an dem, was ich mir vorstelle. Eben auch weil ich bei den Skizzen dann manchmal nochmal sagen kann, ne, hier vielleicht doch ein bisschen anders und hier vielleicht ein Bart und da lange Haare und so. Also das schon. Aber es muss natürlich nicht bis ins allerletzte Detail sein.
00:39:13
Speaker
Du beschreibst die ja auch eigentlich sehr genau in den Büchern. Die Figur nicht, oder? Ich bin immer so jemand, der versucht, die Figur nicht so genau zu beschreiben. Also klar, bei Rainn ist es halt durch diese Frisur und so weiter natürlich so und bei Emma weiß ich es gar nicht so genau.
00:39:30
Speaker
Also bei beiden war eigentlich die Kleidung und die Frisur sehr genau beschrieben, bis auf die Schuhe. Und bei Emma hattest du auch geschrieben, dass sie ein hübsches, holwangiges Gesicht hat, mit blauen Augen. Ja, das hab ich schon vergessen. Ja, das hab ich schon vergessen.
00:39:52
Speaker
Und dann gibt es die Szene, wo sie ihre Eltern ja sehen in der Wüste. Und dann gehen die aber auch nochmal, weil da stehen dann die Geister so vor sich und die beobachten dann die Geister und wie sie aussehen. Und dann wird nochmal gesagt, ja die Nase habe ich vom... Achso, so was.
00:40:11
Speaker
Die lange, dünne Figur von meinem Vater. Also oft mogel ich mich einfach nur so ein bisschen mit Haarfarbe heraus. Das reicht dann meistens schon. Weil ich persönlich auch finde, dass man
00:40:30
Speaker
dass man Figuren in Romanen gar nicht so genau beschreiben sollte, weil die meisten Leserinnen und Leser eh sich ein eigenes Bild davon machen. Also das hat ganz viel mit dem Namen zu tun. Also ein Name suggeriert ganz oft schon den Leuten automatisch ein gewisses Aussehen, ohne dass man was dazu sagt.

Charakterbeschreibung und Leserimagination

00:40:47
Speaker
Und ich merke das auch umgekehrt, wenn ich Romane lese, dass ich, also es ist ja ganz oft so, dass eine Figur erst mal nur über den Namen eingeführt wird und man die optische Beschreibung
00:40:56
Speaker
... vielleicht erst ein, zwei, drei, vier Etten später bekommt. Und ganz oft ist es so, wenn ich Romane lese, ... ... dass ich dann einfach schon ein festes Bild von einer Figur habe, ... ... wenn sie namentlich auftaucht. Und wenn dann die Beschreibung kommt, ... ... dann ist die manchmal gar nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe ... ... und dann ignoriere ich die auch im Kopf. Also gar nicht bewusst, sondern ... ... das bleibt dann trotzdem die Figur, ... ... die ich von Anfang an irgendwie im Kopf hatte. Und deshalb finde ich, ... ... umgekehrt ist es auch als Autor wichtig, ... ... dass man einfach gar nicht so sehr ins Detail geht. Also es gibt so bestimmte Dinge, ...
00:41:25
Speaker
mit denen man die Figuren dann auch charakterisiert so ein bisschen. Bei Emma war es einfach wichtig, sie hat ja so einen leichten Asperger. Und da war auch die Gestik zum Beispiel wichtig, dass ihre Gestik ein bisschen beschrieben wird. Und das hat Jurek irrsinnig gut umgesetzt zum Beispiel. Die ganze Körpersprache von Emma ist toll, da gibt es so einige Panels, in denen wirklich nur so
00:41:54
Speaker
Ja, nebenbei nimmt man das so wahr. Also vielleicht nimmt das viele Leser auch gar nicht wirklich wahr, aber wenn man mal genau hinguckt, was Emma da so im Hintergrund macht, also dass sie, da gibt es diese eine Szene, wo sie um so eine Lampe oder einen Fahnenmast sich so rumschwingt und so was, ohne dass das groß thematisiert wird, sondern das macht sie einfach so mitten im Dialog und man weiß gar nicht so genau warum.
00:42:15
Speaker
Und das passt einfach wahnsinnig gut zu dieser Figur. Und das ist alles ganz, ganz wichtig für die Charakterisierung der Figur. Und auch wenn man das als Leserin oder Leser einfach nur unbewusst wahrnimmt. Und das so wirklich nur quasi aus dem Augenwinkel sieht.
00:42:31
Speaker
Wie entstehen solche Kleinigkeiten? Also im Zeichen, ich muss vielleicht mal sagen, wen ich gerade anspreche, fällt mir gerade ein für die Leute, die nicht hier sitzen, Jurek. Ja, also jetzt bei Emma konkret. Grundsätzlich ist das das Bedürfnis, einfach über das Skript oder halt den Roman hinauszugehen. Weil es eben bei der Übersetzung in den Comic Lücken gibt, die ich irgendwie füllen muss.
00:42:55
Speaker
Was meinst du mit Lücken? Im Roman wird immer nacheinander beschrieben, was jetzt gerade wichtig ist. Da kann zwar irgendwie mal eine Szene
00:43:10
Speaker
auch in mehreren Details beschrieben werden, auch Dinge, die nebenher passieren, aber halt sind das alles irgendwie Dinge, die wichtig sind. Und die Emma macht in der Geschichte über lange Strecken keine wichtigen Dinge. Vieles ist auch einfach nur, dass die Figuren durch
00:43:33
Speaker
durch die Landschaft gehen oder halt von einem Ort zum nächsten. Sie kommentiert ganz viel eigentlich. Sie kommentiert ganz viel. Sie ist immer so diese Stimme aus dem Hintergrund, aber ansonsten halt ziemlich still und so dabei und dann auf einmal ist sie überraschenderweise wieder da und es wird über lange Zeit hin nicht beschrieben, was sie jetzt eigentlich gerade macht. Und ich habe bei diesen vielen Szenen, wo sie
00:43:59
Speaker
wo die halt so als Statistin mehr oder weniger so daneben ist, immer so gedacht, es ist auch irgendwie einerseits langweilig, wenn ich die jetzt einfach immer nur so hinterherlaufen lasse und andererseits dachte ich ja auch, eine Chance für mich, die Emma noch zu charakterisieren. Also ich muss sie irgendwie zeigen, ich kann sie nicht über Seiten lang nicht zeigen und dann ist sie auf einmal wieder da, das geht nicht, also irgendwas muss sie machen.
00:44:24
Speaker
Und da ich auch immer bei allen Figuren, in jedem Bild immer gucke, wie fühlen die sich gerade, wofür interessieren die sich auch gerade, dachte ich, dass bei Emma das eine
00:44:37
Speaker
eine sehr gute Chance eigentlich jetzt des Comics ist, weil es wird eben beschrieben, dass dadurch, dass sie so dieses Asperger mäßige irgendwie hat, nimmt sie die Welt ganz anders wahr als andere. Und das habe ich in dem Comic so umgesetzt, dass sie eben immer grundsätzlich mit was anderem beschäftigt ist als die als die anderen Figuren.
00:44:57
Speaker
Wenn die anderen dann irgendwie zielstrebig irgendwo durchgehen, dann betrachtet sie irgendwie so ihr verzerrtes Spiegelbild. Das ist großartig. Das ist meine Lieblings-Penel. Vor ihrem Spiegelbild, also es gibt eine Szene auf dem Solarfeld und sie steht dann vor so einem Solar-Penel und alle machen irgendwie was ganz wichtiges und sie steht da und guckt sich ihr auf dem Kopf stehendes Spiegelbild an. Also das sind wirklich so Kleinigkeiten, die einfach so toll sind.
00:45:21
Speaker
Wie fällt einem so was ein? Schreibst du oder zeichnest du die Szene und denkst dann tatsächlich einfach, ach, da könnte man so was reinsetzen? Die sind ja, die befinden sich ja in einer Umgebung. Und ich hatte ja, ich hab ja eben schon gesagt, dass ich auch als Kameraperspektive quasi als Figur mit durch diese Welt mit durchgehe.
00:45:47
Speaker
Und das passiert so ein bisschen auch, während ich mir die Fotoreferenzen zum Beispiel zusammensuche. Und dann sehe ich da diese Spiegel-Sicht, das Spiegel-Sicht, ach guck mal, das wäre doch jetzt eine Chance für Emma, sich da drin zu spiegeln. Und so habe ich dann einfach, das wurde zu so einer Gewohnheit, dass ich mir im Hintergrund immer
00:46:05
Speaker
Dinge gesucht habe, mit denen er jetzt interagieren kann auf irgendeine Art. Verstehe. Also wir sehen zumindest ganz so einfach Videos vor einer halben Stunde gesagt, das ist ein Comic zu machen, doch nicht. Das beruhigt, äh beruhigt mir. Das wäre eigentlich beunruhigt gewesen, wieso ich das eigentlich noch nicht gemacht hätte. Und dieser Beruhigung machen wir jetzt eine ganz kleine Pause, so zehn Minuten, viertel Stunde und setzen dann da wieder ein.
00:46:44
Speaker
Ja, wir sind wieder da. Wir machen weiter an dieser Stelle. Schön, dass ihr immer noch alle da seid. Wir sind auch noch hier und wir haben auch noch ein paar Punkte auf dem Zettel, sage ich mal.
00:46:58
Speaker
Wir haben zuletzt gerade noch über Referenzen gesprochen, in dem Fall Bildreferenzen, und es ist jetzt glaube ich schon so ein bisschen angeklungen. Du arbeitest Kai ja auch viel mit Referenzen, wenn man so möchte. Zum Beispiel schreibst du in dem Nachwort von Phantasman, dass deine allererste Idee eigentlich der Schauplatz war, nämlich diese Desierta de Taberna.
00:47:18
Speaker
Also diese Wüste. Furchtbares Wort. Ich spreche es wahrscheinlich auch falsch aus. Ich habe schon so oft so ausgesprochen, dass ich jetzt einfach behaupte, dass es die richtige Aussprache war. Ich habe nie behauptet, dass ich Spanisch könnte. Insofern bin ich da jetzt fein raus. Nein, aber ist das...
00:47:38
Speaker
etwas, wo du bewusst nach suchst. Also gehst du auch hin und fotografierst dich vor interessanten Orten, so wie Jurek sich stetig und durchgängig vor allem in allen möglichen Kursen fotografiert? Und hast du da auch so eine Art Archiv für oder ist das ein ungesteuerter Prozess? Ich mache Fotos von Schauplätzen, wenn ich denn tatsächlich an diese Schauplätze reise für einen Roman. Also was ich hin und wieder tue, aber nicht immer,
00:48:08
Speaker
Ich war zum Beispiel nicht für den Roman in Spanien in der Wüste. Das Besondere daran ist ja nicht nur, dass es die einzige Wüste Europas ist, sondern dass es eine Wüste ist, in der unglaublich viele Filme gedreht worden sind.
00:48:24
Speaker
Eben weil es die einzige Wüste Europas ist, sind da fast alle, zumindest ein Großteil der Spaghetti-Vestern gedreht worden. Der Schuh des Manitou habe ich mir nicht gelesen. Der Schuh des Manitou, Cleopatra teilweise, Lawrence von Arabien.
00:48:42
Speaker
Indiana Jones war da, der letzte Terminator, der in Mexiko spielt, der ist komplett da gedreht worden. Also es wird immer noch sehr, sehr viel da gedreht, aber vor allen Dingen eben in den 60er und 70er Jahren haben die sich da wirklich die Klinke in die Hand gedrückt. Als noch diese ganzen italienischen Western gedreht worden sind Ende der 60er Jahre, wurde da zum Teil in vier, fünf Schichten an denselben Drehorten gedreht. Also die haben wirklich
00:49:06
Speaker
Da hatte jeder ein paar Stunden und dann kam das nächste Team und dann mussten die alle weg sein und dann drehten die da in den nächsten Filmen. Die drehten wirklich mehrere Filme gleichzeitig. Da wurden Hotels nur für die Filmteams aus dem Boden gestampft und so weiter. Also von daher hat diese Wüste eben auch einfach eine filmhistorische Bedeutung und ja eben Geschichte. Und dadurch bin ich da irgendwann mal drauf gekommen und hab gedacht, das wäre eigentlich ein toller Schauplatz für einen Roman.
00:49:35
Speaker
und habe mir dann überlegt, was für eine Art Roman das spielen könnte, hatte dann relativ schnell eigentlich diese beiden Schwestern als Hauptfiguren, also noch bevor ich die die Handlung hatte und habe erst mal ein paar Wochen überlegt in Richtung, was die
00:49:50
Speaker
auch ein Roadmovie, also auch so eine Roadmovie-Geschichte war, aber eher was von einem Krimi oder Thriller hatte, ist mir dann alles, was ich dazu gesammelt hatte, also das habe ich dann irgendwann mal in meinen ganzen Notizen, ich gehe die dann ab einem gewissen Punkt, gehe ich die dann einfach mal wirklich mal alle genau durch und gucke, was ich aussortieren kann und was taugt und womit ich arbeiten kann. Und in dem Fall war es einfach so, dass ich
00:50:16
Speaker
den Eindruck hatte, dass ich zu vieles davon schon aus anderen Büchern oder Filmen oder was auch immer Geschichten kannte. Also irgendwie habe ich mich mit diesem Genre an diesem Schauplatz nicht wohl gefühlt. Warum auch immer. Ich kann es gar nicht mehr genau sagen, warum. Das klingt recht... Sorry, das klingt irgendwie ein bisschen analytisch fast, dass du... Nee, das ist eher so eine Bauchgefühlgeschichte. Ah ja, okay. Also eher so eine Sache vom Bauchgefühl her.
00:50:42
Speaker
dass ich gedacht habe. Also es war nicht so, dass ich gedacht habe, oh, den Punkt kenne ich jetzt schon da und den Punkt kenne ich von irgendwas anderem und das hat es irgendwie schon hundertmal gegeben und so, sondern es war eher so der Gesamteindruck eigentlich, dass ich dachte, das wird wahrscheinlich ein ganz gutes Buch, aber eigentlich eins, das man nicht jetzt unbedingt braucht, weil es so ähnliche Sachen schon gab. Und dann habe ich mich erinnert, dass ich ja eigentlich immer mal ein Buch über den Weltuntergang schreiben wollte, schon lange. Wer kennt das nicht?
00:51:12
Speaker
Das hatte ich Jahre vorher schon mal überlegt, tatsächlich als historischen Roman zu machen. Also einfach den Weltuntergang ins Mittelalter zu verlegen. Das war mal so ein Plan irgendwann vor Jahren, was ich dann nie gemacht habe. Und das heißt, dann hatte ich die Wüste, ich hatte die beiden Schwestern, ich hatte den Weltuntergang. Und dann war eigentlich die Frage, was für eine Art von Weltuntergang sollte das sein? Und was ich eben auch schon immer mal hatte machen wollen, war so eine Invasionsgeschichte, eine klassische Invasionsgeschichte.
00:51:42
Speaker
Ich wollte aber eben keine Aliens, keine Zombies, wollte auch kein Virus oder so was machen, weil auch das gibt es ja schon hunderttausendmal. Und bin dann so auf diese Geister gekommen. Also dass ich einfach dachte, ja Geistergeschichten gibt es zwar viele, aber eine Invasion von Geistern gab es in dem Sinne eigentlich noch nicht. Und wollte dann auch möglichst weit weg von Zombies, also was natürlich dann noch ein bisschen damit verwandt ist, klar Tote und so weiter.
00:52:08
Speaker
Er wollte die Bedrohung durch die Geister auf eine Art und Weise rüberbringen, die es meines Wissens so noch nicht gab. Durch dieses Lächeln, dass sie in bestimmten Intervallen fangen, diese Geister an zu lächeln. Und immer wenn sie das tun, sterben im Umkreis von 17 Metern alle Menschen an Herzversagen.
00:52:31
Speaker
Und das war so die Grundregel, die ich aufgestellt habe. Und dann war auch ganz klar, wenn denn dann so viele Menschen oder an Orten, an denen viele Menschen leben, also eben in Großstädten, wenn da dieses Phänomen einsetzt, sterben natürlich auf einen Schlag Zehntausende, Hunderttausende Menschen, weil alle so eng beieinander sind und aus jedem Toten auch ein neuer Geist auftaucht.
00:52:54
Speaker
Und im Rückschluss oder im Gegensatz dazu stehen dann natürlich die Landschaften, in denen wenige Menschen leben. Und da war ich dann wieder bei meiner Wüste. Von daher war es irgendwie ganz logisch, dass Leute sich auf der Flucht vor den Geistern in eine Wüste zurückziehen. Weil da sind ja zumindest in Nahvergangenheit noch nicht so viele Menschen gestorben. Und deshalb gibt es noch nicht so viele Geister. Dadurch hat sich diese ganze Geschichte dann irgendwann
00:53:24
Speaker
Ab einem gewissen Punkt eigentlich von selbst zusammengesetzt. So wie du das darstellst, ja. Aber wenn ich so ein Bild von der Wüste sehe, bin mir ziemlich sicher, dass sowas nicht dabei rauskommen soll. Nein, das ist schon so ein bisschen basteln, tatsächlich. Ich nehme dann einfach bestimmte Elemente, bestimmte Szenen, bestimmte Figuren, bestimmte Gefühle auch und alles, was...
00:53:47
Speaker
was mir in einem bestimmten Zeitraum dann eigentlich einfällt, also in dem Zeitraum, in dem ich diese Geschichte konzipiere, plane und so weiter, dann habe ich einfach wirklich diese Vielzahl von Notizen, die sich über alles Mögliche erstrecken, wie gesagt bis hin zu irgendwelchen emotionalen Dingen. Und wenn ich das dann nachher durchgehe, dann
00:54:09
Speaker
Ich kann das selbst gar nicht. Ich bin gerade wieder dabei, irgendwie eine Hörspielserie für Audible zu konzipieren, also die erste Staffel. Das sind irgendwie sieben Stunden Hörspiel, da passt schon eine Menge Handlung rein. Und ich bin gerade wieder an diesem Punkt, wo sich das alles so zusammenfügt.
00:54:30
Speaker
Und das ist tatsächlich immer so der Zeitpunkt, der mir fast am meisten Spaß macht beim Erfinden dieser Geschichte. Also wenn ich so merke, die Dinge kommen fast von selbst zusammen. Also sie sind jetzt alle da. Ich muss jetzt nur noch gucken, wie sie irgendwie wie so ein Puzzle, wie die zusammenpassen.
00:54:49
Speaker
Und dann kommt irgendwann dieser Punkt, an dem ich merke, das geht jetzt fast von selbst. Und dieser Punkt kommt immer? Jedes Mal? Der kommt immer, es dauert manchmal ein bisschen länger, manchmal geht es schneller, aber in der Regel kommt der schon immer.
00:55:08
Speaker
Wenn der nicht kommt, kann ich das Buch nicht schreiben, weil dann hätte ich keinen Plot. Ja, okay, das ergibt natürlich Sinn. Du, Kai, du siehst doch auch dadurch, dass du so viel schreibst, bestimmt auch die Welt dann durch so eine Schriftstellerbrille, oder? Also ich stelle mir vor, dass das so deine Wahrnehmung doch bestimmt beeinflusst und vielleicht suchst du dann ja auch nach den fehlenden Puzzleteilen so im Alltag.
00:55:34
Speaker
Nein, also ganz so sehr im Alltag. Es gibt immer diese Phasen, in denen ich dann gerade dabei bin, mir Gedanken über eine bestimmte Geschichte zu machen. Und in dem Moment, wenn feststeht, wo sie spielt und was die ganz groben Eckpunkte der Geschichte sind,
00:55:55
Speaker
Ab da ist das wie so ein Trichter. Da nehme ich tatsächlich ganz vieles, was ich wahrnehme, fällt in diesen Trichter rein und passt plötzlich in den Rahmen dieser Geschichte rein. Aber dazwischen oder während ich den Roman schreibe und der ja eigentlich schon als Konzept, also ich mache immer sehr ausführliche Exposés, wenn das Konzept also schon steht und die ganzen Szenen stehen und so weiter und ich das Ganze dann in Anführungszeichen nur noch schreiben muss,
00:56:23
Speaker
In den Phasen nehme ich, glaube ich, die Welt nicht anders wahr als jeder andere auch. Es ist wirklich immer nur in diesen Wochen oder zwei, drei Monaten, in denen ich wirklich in dieser Konzeptarbeit stecke, wo ich mir permanent Notizen mache und tatsächlich permanent Dinge wahrnehme, die ich wahrscheinlich sonst gar nicht wahrnehmen würde.
00:56:43
Speaker
Wie ist es denn Jurek bei dir in der Arbeit? Gibt es da auch so einen Moment, wo die Dinge sich fügen irgendwann im Prozess des Zeichnens oder vielleicht gibt es auch mehrere davon? Also ich weiß es nicht.
00:56:58
Speaker
Ich glaub tatsächlich, dass meine Arbeit da sehr anders ist als die von Kai, weil so viele dieser Probleme hat er ja dann schon gelöst. Ich hab auch mal Geschichten geschrieben, früher Kurzgeschichten. Und ich kenn dieses Gefühl, wenn man denkt, die Dinge passen jetzt auf einmal zusammen. Und irgendwo sucht man auch danach, weil das einfach irgendwie so ...
00:57:24
Speaker
Das funktioniert beim Zeichnen nicht so. Da gibt es nicht so diese Bezüge. Aber hast du das nicht auch bei bestimmten Bildern oder bestimmten Panels, in denen du dann einfach merkst, okay, jetzt ist so dieser Punkt erreicht, an dem ich genau weiß, wie das aussehen muss und alle Probleme sind gelöst? Ja, das gibt es natürlich. Genau, ich beschäftige mich eigentlich
00:57:50
Speaker
Ich löse auch eigentlich in meiner Arbeit den ganzen Tag Probleme, so sehe ich das auch. Aber ich habe nicht so dieses Gefühl, dass alles irgendwie... Bei mir ist es eher so, dass ich dann wirklich diese Vorstellungen entwickle. Also die wird im Laufe der Arbeit immer klarer und klarer und irgendwann ist es so klar,
00:58:10
Speaker
Also gerade bei Phantasmen habe ich es sehr stark gemerkt dadurch, je nachdem, es gibt ja sehr viele verschiedene Schauplätze und irgendwann kannte ich diese Schauplätze so gut, da brauchte ich dann auch
00:58:24
Speaker
keine Fotos mehr. Am Anfang hab ich mir die dann noch immer zusammengesucht und irgendwann war einfach alles so klar, dass ich auf die Skizze geguckt habe und schon genau die Farben und alles schon vor mir gesehen habe. Das sind natürlich eigentlich immer die besten. Das ist beim Schreiben auch. Man baut sich diese Kulissen ja irgendwie zusammen. Und irgendwann hat man dann alle vier Seiten zusammen und weiß genau, wie sich die Figuren darin bewegen können. Und auch jetzt zum Beispiel im Moment, wo du
00:58:55
Speaker
festgelegt hast, dass du diese Handy-Kamera-Optik oder Ästhetik, oder wie du das nennen möchtest, dass du die probierst und du hast dann, weiß ich nicht, ein paar Seiten damit gezeichnet und gemerkt, das ist was. Ist das auch nicht so ein Moment, wo du vielleicht sagen willst, es ist so ein Heuriker? Weiß ich nicht. Ja, okay, doch, das gab's auch. Gern geschehen.
00:59:18
Speaker
Am Anfang war tatsächlich noch gar nicht so klar, also weder wie der Comic aussehen würde, noch ob das so überhaupt funktionieren würde. Ich wusste irgendwie, dass ich in eine mehrmalerische Richtung gehen wollte, dass ich in eine sehr filmische Richtung gehen wollte und ich hatte darüber nachgedacht, schon die Konturen wegzulassen, diese klassischen Comic-Konturen.
00:59:39
Speaker
von denen ja jetzt tatsächlich gar keine mehr übrig sind. Aber am Anfang war ich mir dann noch nicht sicher, da dachte ich vielleicht ein paar, weiß nicht an welcher Stelle und ja, so die ersten Testseiten, die ich gemacht habe,
00:59:55
Speaker
den sieht man das auch noch an, dass ich da noch gar nicht genau wusste, wie das jetzt aussehen würde eines Tages. Da bin ich auch super froh über das Vertrauen von Kai und vom Verlag, dass ihr mich dann alle habt machen lassen trotzdem, obwohl das alles noch so sehr in der Entwicklung war. Aber als das dann klar war,
01:00:18
Speaker
Das war, als ich den Anfang gezeichnet hatte. Ich hab als Erstes, die ersten Testseiten waren aus einer Stelle, die etwas später kommt. Und danach hab ich mir den Anfang vorgenommen. Und als ich diese zehn ersten Anfangsseiten, die ich ja auch irgendwie so als Vorspann, so richtig als filmischen Vorspann mit so einer Titeldoppelseite auch konzipiert habe, als das alles stand, da hab ich, da war ich mir auf einmal sicher,
01:00:44
Speaker
Das funktioniert. Das kann ich jetzt auch die 240 Seiten durchhalten. Doch, das war schon auch noch mal so ein Moment, auch wo ich ... Merkte man auch. Jetzt merkt man tatsächlich, ich hab das auch gedacht tatsächlich. Es gab erst diese eine Szene, die du gemacht hast, und danach diese ganze Anfangsszene. Und bei der Anfangsszene merkte man einfach, jetzt hat er's irgendwie gefunden. Jetzt weiß er, wie er das machen will. Und da war auch eigentlich ganz klar,
01:01:15
Speaker
im Grunde wie der Comic aussehen soll. Da war ich dann auch stolz, was entwickelt zu haben und ich habe mich auch tatsächlich bis zum Schluss noch an diesen ersten zehn Seiten orientiert. Ich weiß auch nicht, warum das da so gut funktioniert hat. Ich habe die alle in einer Woche irgendwie fertig gemacht.
01:01:35
Speaker
Ich glaube, ich war einfach total drin, gerade in dieser Atmosphäre. Ich finde den Anfang vom Roman so toll. Da ist so eine Aufbruchsstimmung, so eine Freiheit irgendwie drin. Dieses Gefühl, wenn man erwachsen wird und die ganze Welt steht einem auf einmal offen. Und dann noch immer dieser blaue Himmel und die Sonne. Ich war einfach so drin und irgendwie hat es einfach funktioniert.
01:02:00
Speaker
Könnt ihr für den Moment fast vergessen, dass überall Geister in der Gegend rumstehen. Ja, genau. Es war jetzt nicht die erste Adaption, die du gemacht hast. Vielleicht auch nicht die letzte sein. Du sagtest aber auch gerade schon, Kai hat schon einige Probleme für dich gelöst in dem Zusammenhang. Aber du hast auch schon mal selber geschrieben,
01:02:23
Speaker
Was würdest du sagen ... Aber, so, jetzt ... Vergesst noch zu reden. Du hast aber auch schon nach Szenarien gezeichnet. Du hast mit Michael ... Mikolajczak, ja. Mikolajczak zusammen vor kurzem einen Comic über Zulia Key gemacht. Und du hast auch schon Captain Berlin gezeichnet. Und warst auch in den Australian Superheroes schon dabei.
01:02:46
Speaker
gibt es irgendwie einen, der Modi adaptieren versus Szenario zeichnen versus vielleicht auch ein eigenes Szenario schreiben und dann zeichnen
01:02:58
Speaker
Gibt es da etwas, was dich besonders reizt, was dir lieber ist als die anderen? Kann man das überhaupt so vergleichen? Das ist jetzt echt eine schwere Frage. Also alles hat natürlich seine eigenen Vor- und Nachteile. Und ich bin aber auch jemand, der sich für Herausforderungen begeistert. Darin finde ich auch irgendwo meinen Spaß an dieser Arbeit. Und das ist
01:03:27
Speaker
Eigentlich in der Arbeit jetzt mit Kai zusammen mehr der Fall. Also die Adaption von so einem Roman ist einfach irgendwo schwieriger als nach so einem Skript, wo ja wirklich drinnen steht, erstes Panel das, zweites Panel das. Bei Captain Berlin habe ich ja sogar noch Vorzeichnungen bekommen, die ich dann natürlich teilweise auch verändert habe, aber ja.
01:03:54
Speaker
Da konnte ich mich dann auf andere Sachen konzentrieren, aber ich mag grundsätzlich auch diese intellektuelle Herausforderung der Adaption sehr gerne. Und da auch zu diesen Medien zu vergleichen und zu gucken, was kann ich jetzt von dem Buch übernehmen und welche Vorteile habe ich vielleicht auch jetzt in dem Comic, das vorher in dem Buch nicht ging.
01:04:22
Speaker
Das sind schon sehr interessante Fragen, über die ich auch gerne nachdenke und über die ich dann auch nach dem Feierabend noch gerne nachdenke. Also das ist bei der Arbeit ein Handicap. Macht als Comic-Zeichen überhaupt jemand so richtig Feierabenddienst? Ja, wenn der Comic raus ist.
01:04:44
Speaker
Das war eigentlich immer eine ganz interessante Frage. Wenn du ihn jetzt in die Hand nimmst und reinguckst, wie fühlt sich das an? Es ist erstaunlich, dass der erst, jetzt haben wir Mitte Mai, also erst irgendwie zwei Monate,
01:05:00
Speaker
draußen ist. Es kommt mir schon ewig her vor. Also wahrscheinlich auch, weil seitdem privat bei mir viel passiert ist, bin ja umgezogen und so. Aber es war ja auch früher. Ja, also es kommt mir schon unglaublich lange her vor, dass ich daran gearbeitet habe.
01:05:18
Speaker
Okay, also so fühlt es sich, heißt das, es fühlt sich an, als hätte das jemand anders gemacht? Genau, das hätte ich jetzt genau gesagt. Also ich kann den so lesen, als wäre der von jemand anderem. Ich hab den allerdings auch so, ich hab den schon auch so gezeichnet, dass ich dachte, wenn der von jemand anderem wäre, würde ich den dann kaufen.
01:05:44
Speaker
Hier ist es gut, also...
01:05:49
Speaker
Das ist eigentlich der beste Modus, ... ... ist ja tatsächlich auch der sinnvollste. Ja, weil ich kann ihn dann besser verkaufen, ... ... als wenn ich da stehe und immer nur die Probleme sehe ... ... und denke, das ist schon jetzt irgendwie doof, ... ... wie ich da den Strich gezogen habe. Also wenn ich da wirklich stolz bin und sage, ... ... dafür würde ich sogar Geld ausgeben, ... ... dann fühle ich mich dabei wirklich sehr viel besser. Ich brauche da immer ein paar Jahre für. Also ich habe diesen Abstand dazu immer erst so nach ... ... zwei, drei Jahren vielleicht, manchmal noch mehr.
01:06:18
Speaker
Dann kann ich da tatsächlich auch mal irgendwie reinlesen oder in ganz, ganz seltenen Fällen, wenn man das Hörbuch anhört, was ich wirklich nur zwei, drei Mal gemacht habe, dass ich mein Hörbuch komplett angehört habe. Was funktioniert jetzt mit Hörspiele einfach, weil die vom Medium
01:06:36
Speaker
Also Hörspieladaption meiner Romane, die kann ich mir tatsächlich gut noch mehrfach anhören, weil die vom Medium her so anders sind. Also das ist halt wirklich dann eher so was, würde ich mir eine Verfilmung angucken oder so was. Aber mich wirklich mit dem mit dem konkreten Text eins zu eins zu beschäftigen, das kann ich immer erst nach einer Weile.
01:06:57
Speaker
Also vor allen Dingen, erst mal, nachdem das Ding abgegeben ist, kann ich es sowieso erst mal nicht mehr sehen. Weil dann habe ich es nicht nur geschrieben, sondern auch noch zweimal überarbeitet. Und dann bekomme ich noch mal Korrektur fahren. Also dann bekomme ich den lekturierten Text und bekomme die Korrektur fahren. Das heißt, ich habe das Ding dann im Grunde nachher viermal gelesen, nachdem ich es abgegeben habe. Und dann bin ich froh, wenn ich es erst mal nicht mehr sehen muss. Und dann muss ich ja meistens auch noch Lesungen machen.
01:07:24
Speaker
und dann muss man dann Szenen rauslesen, die ich daraus vorlese und so weiter. Das heißt, es verfolgt einen dann schon noch so eine Weile und dann bin ich froh, wenn ich irgendwann nichts mehr damit zu tun habe. Aber dann, so nach ein paar Jahren, kommt dann irgendwie so der Punkt, an dem ich dann wieder da reinschauen kann.
01:07:39
Speaker
sagen kann, okay, das ist jetzt ganz gut geworden. Oder natürlich dann noch mal irgendwo einen Satz sehe, von dem ich denke, naja, der hätte jetzt woanders sein können. Aber das braucht halt wirklich ein bisschen Zeit. Also, dass du da nach zwei Monaten schon so weit bist.
01:07:54
Speaker
Ja, war jetzt auch für mich überraschend. Es war natürlich nicht zu 100% mein eigener Comic, die Geschichte ist ja von dir. Vielleicht hat das geholfen. Also wenn du draufguckst, das ist ja erstmal komplett von dir. Also die Zeichnungen sind ja komplett deine.
01:08:09
Speaker
Ja, aus diesem Fehler-Umsuch-Modus, in dem man dann noch so kurz nach Abgabe noch so drin ist, ne, dass man ja mal guckt, ach, hier noch ein, weiß nicht, noch ein Skizzenstrich drin gelassen, oder, weiß nicht, ne. Da war ich relativ schnell raus. Und dass ich da jetzt wirklich drauf gucken kann. Und ich, ich stell auch fest, dass wenn ich's in die Hand nehme und es mal aufmache, dass ich dann auch anfange zu lesen. Und dann auch denk, ach, ist das schon gut geworden.
01:08:42
Speaker
Ja, also Stolz ist ja auch irgendwie, klar, auf die Bücher bin ich in gewisser Weise natürlich auch stolz und mit Abstand dann noch ein bisschen mehr. Ist das auch, dass du das dann mal liest und dann so denkst du, das hätte jetzt hier wirklich nur Kai Meier schauen können? Aber nur heimlich.
01:09:02
Speaker
Nein, natürlich klar. Ich würde das wahrscheinlich nicht so lange und so häufig schon gemacht haben, wenn ich das nicht irgendwie auf Wut fände, was ich da mache. Das ist gar keine Frage.
01:09:17
Speaker
Also ich sehe dann eher handwerkliche Dinge, also handwerkliche, gar nicht unbedingt Fehler, aber irgendwie Sachen, die ich handwerklich jetzt vielleicht mit einem Abstand anders machen würde. Das ist natürlich vermehrt jetzt bei Büchern, meinetwegen aus den 90ern, also die jetzt wirklich 20 Jahre zurückliegen und mehr. Wenn ich da reingucke, dann sehe ich natürlich irgendwie zu viele Adjektive, sehe ich irgendwelche schrecklichen Alternativen für sagte er und sagte sie.
01:09:44
Speaker
Diese typischen Anfängergeschichten auch und handwerklichen Geschichten. Einfach, dass ich sage, irgendwie der Relativsatz, den würde ich heute so nicht mehr machen. Und auf dem langen Satz würde ich vielleicht drei Kurze machen. Das sind so die klassischen Dinge, die man sieht irgendwann. Die sehe ich jetzt nicht zwangsläufig bei einem Buch, das ich vor drei Jahren geschrieben habe. Weil da bin ich stilistisch
01:10:07
Speaker
noch so nah dran, dass sich da nicht viel getan hat, glaube ich. Also von daher, klar bin ich auf die Bücher stolz, also gar keine Frage. Aber ja, und auch manche mehr als auf andere. Aber ich habe zum Glück keins dabei, von dem ich irgendwie sagen würde, das ist jetzt so furchtbar, da schäme ich mich jetzt für. Also das ist tatsächlich, da bin ich auch ganz froh drüber. Das hat auch damit zu tun, dass ich nie irgendwelche Aufträge angenommen habe oder sowas, sondern eigentlich immer genau das gemacht habe, was ich gerade machen wollte.
01:10:39
Speaker
Und dadurch kann ich eigentlich so auf alles ganz gut zurückblicken und sagen, ja, das ist genau das, was ich zu dem Zeitpunkt gut fand und zu dem Zeitpunkt machen wollte. Und mit ein bisschen Glück finde ich das auch heute noch genauso gut wie damals. Schön, wenn man so was sagen kann.
01:10:53
Speaker
Das heißt aber, die Comic-Adaptionen zum Beispiel von Phantasman oder auch deiner anderen Werke sind auch vielleicht so ein bisschen eine Tür in deine eigene Geschichte wieder zurück? Ja, das ist eine gute Formulierung. Das ist bei den Comics und bei den Hörspielen so.
01:11:12
Speaker
Das sind quasi die beiden Medien, in denen ich meine eigenen Geschichten ... ... lesen kann oder konsumieren kann, ... ... wie ein normaler, also mehr oder minder normaler Leser. Das heißt, da kann ich wirklich sagen, ... ... okay, das ist irgendwie eine Geschichte, die gefällt mir gut ... ... und das würde ich jetzt auch, ... ... also wie du es eben gesagt hast, das würde ich jetzt auch kaufen. Ganz klar. Also bei den Romanen ist es schwieriger, ... ... weil ich eben immer diesen handwerklichen ... ... und analytischen Blick darauf habe.
01:11:38
Speaker
Aber den habe ich komischerweise bei Comic und Hörspiel nicht. Also da ist es wirklich so, dass ich das... Also gerade auch bei den Hörspielen, weil die kann ich natürlich auch so nebenbei irgendwie mir anhören, wenn ich mit dem Mund draußen umlaufe oder so was. Und das mache ich durchaus mal, dass ich mir dann irgendwas noch mal nach ein paar Jahren anhöre. Und eigentlich denke ich fast jedes Mal, ich höre das jetzt eigentlich so wie jeder andere auch.
01:12:05
Speaker
Schön, wenn man ... Also, ich find's schwer vorstellbar, wenn ich mir eine Podcastfolge anhöre, schalt ich nach 30 Sekunden aus. Was will dieser Mann, warum klingt der so komisch? Das hat was auch damit zu tun, dass man ja die eigene Stimme ... Ja, das ist schon klar. Würde mir jetzt auch ein Interview mit mir nicht noch mal komplett anhören. Musst du ja auch nicht. Nee. Wieso ...
01:12:34
Speaker
Also, du suchst oft und viel nach Möglichkeiten, deine Romane, Kurzgeschichten, was auch immer, zu adaptieren. Aber hattest du auch schon mal drüber nachgedacht, ein Szenario für Comic direkt zu schreiben? Hab ich schon mal. Ich hab mal... Also, die ersten Comics, mit denen ich zu tun hatte, waren drei Episoden für die Geschwänstergeschichten von Bastai.
01:12:57
Speaker
Da habe ich mal drei Stück geschrieben, also Gespenstergeschichten für diejenigen, die es nicht wissen. Das war eine Comic-Serie aus einem Bastai-Verlag, die lief, keine Ahnung, 30 Jahre, 27 Jahre, ich weiß nicht, also endlos. Ich glaube, jede Woche oder, nee, alle 14 Tage. Das war eine Anthologie-Reihe, das heißt, in jedem Heft waren immer drei, vier
01:13:18
Speaker
In Anführungszeichen Gruselgeschichten. Und als Kinder haben wir die irgendwie alle, ich fand die nie so richtig toll, weil sie mir nie gruselig genug waren, schon als Kind nicht. Aber irgendwie lagen sie immer irgendwo rum, irgendwelche Freunde hatten die immer, also irgendwie man las die halt.
01:13:35
Speaker
Und ich wollte halt, wie gesagt, schon immer auch irgendwie was mit Comics zu tun haben. Und als ich dann angefangen habe, meine ersten Romane zu schreiben, habe ich dann bei Bastel einfach mal nachgefragt, ob es eine Möglichkeit gäbe, da über diese Gespenstergeschichten mitzumachen. Und dann haben sie mich mal drei Geschichten schreiben lassen. Das Problem da war, dass man eben, es war ein, also man schrieb im Prinzip ein Comics-Szenario, aber ohne Dialoge.
01:14:07
Speaker
Es war so eine Mischung aus diesem Szenarios-Stil, in dem man wirklich jedes Panel beschreibt und diesem klassischen Marvel-Stil, in dem immer nur, also Marvel hat ja früher
01:14:20
Speaker
da schrieben die Autoren eben einfach nur einen Plot und der Zeichner brach das dann in Bilder um und dann ging das zurück zum Autor und dann schrieb Stan Lee oder wer auch immer schrieb dann die Dialoge rein. Das war so dieser klassische Marvel-Stil und irgendwann wurde es aber immer mehr und mehr dieser fast Drehbuchstil, in dem man halt irgendwie das Panel beschreibt und die Dialoge reinschreibt und so weiter und es dann erst zum Zeichner geht und der Zeichner sich daran entlanghangelt.
01:14:46
Speaker
Und bei Wasthai war es quasi eine Mischform daraus, also man beschrieb die Panels, also gab quasi den Plot vor und ein bisschen Optik, aber man durfte die Dialoge nicht schreiben. Und dann wurde das Ganze übersetzt, weil es in der Regel zu türkischen oder spanischen Zeichnern ging. Ja, okay. Die zeichneten dann die Seiten und dann kamen die Seiten zurück und dann bekam man die aber als Autor nicht mehr, sondern da gab es den, hieß er, H.U.F. Breuer bei Lübe,
01:15:14
Speaker
der über Bastheil übe, der alle Dialoge zu allen Geschichten schrieb. Was für ein Workflow. Und meine Hüte. Und der machte das nicht gut, muss man sagen. Es ist jetzt nicht nett, der Hammermann ist tot. Aber ich fand's ganz braunvoll. Und ganz schlimm. Und hab das dann eben drei Geschichten mitgemacht und hab dann gesagt, okay, das muss ich jetzt nicht mehr haben.
01:15:43
Speaker
Zum Ersten waren meine Geschichten nicht gut. Das ist schon mal der erste Schuldige, bin ich. Dann waren die Zeichnungen in der Regel auch nicht besonders toll, weil die eben sehr schnell von irgendwem hingeschludert wurden. Meistens bei den, also zumindest damals bei den Gespenster-Geschichten. Ich glaube, es wurde dann irgendwann mal ein bisschen besser. Und zum Dritten kamen dann diese grauenvollen Dialoge da drauf, wo es halt wirklich
01:16:09
Speaker
Ja, was mir echt unangenehm war. Weil natürlich jeder in dem Moment dachte, die sind von mir, weil irgendwo stand ich da als Autor drin. Und von daher hab ich das nach drei Geschichten dann aufgegeben. Also das waren die ersten Mal, in denen ich mit Comics zu tun hatte. Und dann hab ich tatsächlich aber ein richtiges Szenario geschrieben für ein Comic-Album für den Dieter Jüt. Dieter Jüt ist auch ein ganz grandioser Comic-Zeichner, der leider schon lange keine Comics mehr gemacht hat.
01:16:38
Speaker
Der hat mal für Feast, also Ehapa, zwei Alben gemacht. Das eine heißt Heimsuchung, das ist eine Adaption von Bruno Schulz, Kurzgeschichten, und das zweite ist eine Adaption von einem Roman von Michael John Harrison, Vericonium heißt das. Es ist eine Schande, dass das keine deutschen Klassiker sind, Comic-Klassiker sind, weil die sind so unglaublich gut.
01:17:01
Speaker
Also wer die noch irgendwo bekommt und man bekommt mit Sicherheit noch Heimsuchungen und Yurikonium. Also ganz, ganz, ganz großartige Comics. Und wie gesagt, er hat die Interview gemacht und ich habe damals, nachdem ich Heimsuchungen gelesen habe, habe ich ihn angerufen. Also wir kannten uns nicht. Ich hatte dann irgendwo seine Nummer oder Adresse. Ich habe ihn geschrieben oder angerufen und habe gesagt, ich möchte jetzt unbedingt was mit ihm machen. Ich finde das so großartig. Und die Gelegenheit kam dann ein paar Jahre später.

Prozess des Comic-Schreibens und Künstlerwahl

01:17:29
Speaker
Als ich mitgearbeitet habe am Hintergrund eines Rollenspiels, das heißt Engel, da hatten mich die Autoren dieses Rollenspiels gefragt, ob ich Interesse hätte, an dem Weltenbau mitzuarbeiten. Also nicht an den eigentlichen Regeln, sondern nur an der ganzen Welt, in der das Ganze spielt.
01:17:50
Speaker
Und deshalb habe ich mich ein paar Mal mit denen getroffen, wir haben da zusammengesessen, ich habe da meine Ideen, die sind da irgendwie mit eingeflossen. Und irgendwann erzählten die mir, sie würden eigentlich auch gern, wenn das Regelwerk erscheint und die Szenarien dazu, also bei Rollenspielen gibt es ja meistens so eine ganze Reihe Bücher, die dann gleichzeitig erscheinen.
01:18:08
Speaker
Sie würden eigentlich auch gerne einen Comic rausbringen, das so ein bisschen in diese Welt einführt, also ein Album. Und dann habe ich gesagt, super, das schreibe ich. Ich wollte schon immer mal ein vernünftiges Comic schreiben und toll wäre es doch, wenn das mit Dieter Ju zusammengeht. Und ja, so kam es dann auch. Das heißt, da habe ich wirklich dann ein komplettes Szenario geschrieben für dieses Album.
01:18:30
Speaker
Ich habe es damals so gemacht, dass ich nicht Panel für Panel das beschrieben habe, sondern Seite für Seite. Ich habe ihm immer beschrieben wie in einem Drehbuch, was auf der einzelnen Seite passiert, mit Dialogen und den Captions und so weiter, also dem Erzähltext. Und er hat das dann auf der jeweiligen Seite in die Bilder umgebrochen. Das fand ich auch eigentlich eine ganz gute Herangehensweise, weil man sich dann wirklich als Autor nicht
01:18:56
Speaker
ganz genau Gedanken darüber machen muss, wie das nachher aussehen soll, weil ich finde, das können die Zeichner eh besser. Also ich kann Vorschläge machen, aber ich finde, man muss nicht zwangsläufig jedes einzelne Bild beschreiben. Am Ende wissen die Zeichner am besten, wie man eine Action-Szene zum Beispiel inszeniert. Und trotzdem war natürlich letztlich was, was trotzdem mein Inhalt, also einfach dadurch, dass ich die Seite halt beschrieben habe. Ja, also von daher, ich hab das mal gemacht. Das war irgendwie so um 2000 rum.
01:19:25
Speaker
Hast du aber seitdem von Abstand genommen? Einfach nur auf Zeitgründen. Ich würde das gerne mal wieder machen. Und dann ... Jetzt kann ich mich mal eine Frage stellen. Nein, wenn du das noch mal machen würdest, jetzt anwesende ausgenommen, welcher Zeichner oder welcher Zeichnerin würdest du das gerne in die Hand drücken? Robert. Ja, genau. Anwesender ausgenommen. Anwesender aufgenommen. Wenn ich anwesend alle ausschläfe, dann ...
01:19:52
Speaker
Also, tatsächlich noch mal gerne mit Dieter Jütt, der nun, wie gesagt, leider keine Comics mehr macht, schon sehr, sehr lange. Aber das wäre so ein Wunschkandidat. Wir haben jetzt auch leider gar keinen Kontakt mehr gehabt in den letzten Jahren, aber ja, wie gesagt, was ich finde, da ist es wirklich so jemand, der zu unrecht so ein bisschen auf dem Blickfeld der deutschen Comic-Historie verschwunden ist. Und bei internationalen Zeichnern, oh Gott, da gibt es irgendwie zu viele.

Erzählkunst vs. Kunstqualität in Comics

01:20:23
Speaker
Kann ich jetzt gar nicht sagen. Ich bin aber auch so ein... Ich bin auch eigentlich so ein richtiger Comic-Leser und gar nicht so jemand, der immer auf die Zeichner guckt. Ach, tatsächlich. Also ich hab ja eben die Vertigo-Sachen erwähnt. Und wenn man sich die anguckt, die sind zum Teil ganz grauenvoll gezeichnet. Also die frühen Vertigo-Sachen, die tun manchmal echt ein bisschen weh im Auge. Aber es hat mich nie gestört, weil die Geschichten so gut waren und die Dialoge so gut waren. Und von daher ist es auch heute noch so, dass ich, wenn ich Comics lese,
01:20:52
Speaker
in erster Linie auf die Geschichte und auf das
01:20:56
Speaker
geschriebene Wortgucke oder eben auf den Plot an sich und dann erst gucke, wie gut finde ich die Zeichnungen. Wenn ich sie nicht so gut finde, aber die Geschichte toll ist, dann stört mich das auch nicht. Also von daher habe ich auch gar nicht so den hundertprozentigen Überblick über die Zeichnerszene und wen ich da so richtig toll finde. Aber klar, es gibt natürlich einige, die ich gut finde, aber ich glaube, ich kann da jetzt gar nicht so einen raussuchen.
01:21:25
Speaker
Ich finde zum Beispiel sehr unterschätzt viele von den italienischen Zeichnern. Also wenn man sich viele italienische Sachen, so was wie Dillendog und so was anguckt. Da sind oft so tolle Zeichner dabei, die da gearbeitet haben. Also in diesen italienischen Schwarz-Weiß-Comics, von denen es ja unglaublich viele gab und gibt. Genau. Und es sind eine ganze Reihe von denen, die sind ja mittlerweile auch in Amerika gelandet. Die haben dann ja irgendwann so vor 10, 15 Jahren ging es ja los, dass die auch in Amerika verstärkt gearbeitet haben.
01:21:55
Speaker
Aber da gab es so tolle Leute, deren Namen ich leider alle gar nicht kenne, die ich mir alle gar nicht gemerkt habe, die ich oft viel besser finde als diese gehypten amerikanischen Zeichen. Diese ganz großen Namen im amerikanischen Comic kommen entweder aus der Superhelden-Szene, mit der ich persönlich gar nichts anfangen kann.
01:22:21
Speaker
Oder es sind diese ganz abgedrehten ... Wo es dann sehr verkünstelt wird. Das ist mir manchmal auch schon wieder zu viel. Ist vollkommen nachvollziehbar. Ich persönlich bin ein großer Fan von künstlerischer Problemlösung zum Beispiel. Das ist das, was mich an einem Comic begeistert. Aber Jurek, wie siehst du das denn?
01:22:48
Speaker
Liest du einen Comic auch wegen der Story oder wegen der Zeichnungen oder? Ja, also eine interessante Frage, weil ich habe jetzt auch natürlich mitgedacht, wie ist eigentlich meine eigene Meinung dazu und irgendwo finde ich nicht.
01:23:04
Speaker
Oder ich will nicht, dass man diese zwei Dinge so stark voneinander trennen kann. Ich denke eigentlich immer, dass der Zeichner auch irgendwo eine Verantwortung hat, die Geschichte gut zu erzählen. Je nachdem, wie die Arbeitsteilung ist, hat man da natürlich mal mehr, mal weniger Möglichkeiten. Wenn ich nach einem Skript arbeiten soll, dann ist eben schon vorgeschrieben, was in den Panels passiert. Da habe ich dann schon wieder weniger Freiheit. Aber eigentlich, da kann man immer noch viel machen. Da kann man immer noch
01:23:33
Speaker
über Farben oder über besondere Kontraste immer noch den Lesefluss beeinflussen und Akzente setzen. Man hat da so viele Möglichkeiten. Ich will das eigentlich nicht so stark voneinander trennen und ich finde immer, dass wenn die Geschichte mir gefällt,
01:23:52
Speaker
in einem Comic, dann ist da auch der Zeichner mit dran schuld. Wenn natürlich jemand zu mir kommt und sagt, die Geschichte war doof, die Zeichnungen waren aber gut, dann sag ich natürlich, ja, danke, vielen Dank, und schieb dann die Verantwortung auf den Pfeil. Aber eigentlich bin ich schon der Meinung, dass ich als Zeichner die Verantwortung habe, ich muss die Geschichte, ich bin der, der die Geschichte erzählt.

Kritik der 90er Jahre Comic-Kunst

01:24:17
Speaker
Ja, genau, aber das, ja.
01:24:20
Speaker
Ich habe das eben vielleicht falsch gesagt, aber wenn ich gesagt habe, die vertigo-Sachen waren schrecklich gezeichnet. Die waren in der Regel immer sauber erzählt, aber einfach vom, man sich jetzt mal gegen Gesichter anguckte oder so, war das jetzt keine große Kunst, ehrlich gesagt. Aber sie waren halt, sie waren in der Regel immer sauber erzählt, also so, dass man, dass man, und das ist so das,
01:24:41
Speaker
Die unauffällige Qualität hier eigentlich am Comic, also die von vielen ja gar nicht wahrgenommen wird, dass eine Geschichte eben so erzählt wird, dass man sie versteht und dass man einfach immer weiß, was gerade passiert, wo befinden sich die Figuren gerade, wie ist die Geografie der Szene, das ist ja was ganz wichtiges, was viele...
01:24:59
Speaker
Leserinnen und Leser, wo sie natürlich gar nicht drauf achten. Das ist dieser Aspekt der Geographie einer Szene. Also wo befinden sich die Figuren in einem Raum? Wie verhalten sie sich zueinander? Das ist beim Film ja ganz, ganz wichtig und beim Comic natürlich letztlich auch.
01:25:16
Speaker
Also das sind diese Sachen, die natürlich letztlich auch einen guten Zeichner ausmachen, selbst wenn dann vielleicht irgendwelche Details nicht so toll sind, aber trotzdem dieses Erzählerische ist natürlich ganz ganz wichtig bei Zeichnern. Von daher, ja klar, also die Zeichner sind, ich wollte damit jetzt nicht sagen, die Zeichner sind nicht wichtig, sondern die sind natürlich wichtig dafür, dass sich die Geschichte überhaupt
01:25:37
Speaker
lesen kann, also verstehen kann, das schon. Nur ich habe fast nie Comics nach Zeichnern gekauft, das meine ich. Wenn die Geschichte nicht funktioniert oder nicht toll ist, dann rettet sie in der Regel auch der tollste Zeichner nicht mehr. Dann habe ich ein Bildband, was ja auch schön ist, dann habe ich tolle Bilder, aber ich habe keine funktionierende Geschichte.
01:26:01
Speaker
Ja, also mir ist das andersrum auch wesentlich lieber. Ich hab lieber, dass der vielleicht irgendwelche schiefen Gesichter zeichnet, aber man dafür die Geschichte gut lesen kann und die gut rüberkommt, als dass mir die Geschichte egal ist. Ich denke immer so an Jim Lee und diese ganzen 90er-Bombasmus. Das finde ich alles total dämlich, damit kann ich gar nichts anfangen. Ja, was?
01:26:31
Speaker
Ja, der kann natürlich zeichnen, aber ich habe noch nie das Gefühl, einen Gemini-Covid zu bringen. Nein, stimmt schon. Es sind viele von diesen 90er-Jahre-Image-Zeichnern, die im Imageverlag groß geworden sind oder eben vorher bei Marvel so groß geworden sind. Wie heißt der Rob? Liefeld? Liefeld, glaube ich.
01:26:55
Speaker
Das grauen oder das wird jetzt sehr nördig aber das den kannst du nicht mit dem liefergleichen also sogar bei so leuten wie rob liefeld oder auch.
01:27:12
Speaker
Aber bei denen, finde ich, da wird es so grotesk, dass es schon wieder auch irgendwo Scham hat. Da finde ich es schon wieder lustig. McFarland geht noch irgendwie, aber einige von diesen Image-Leuten ... Ja, einige von diesen ... Ja. Also, klar sind da welche, die super waren. Wie heißt der? Jay-Z vor allen Dingen, ne? Ja, gut, aber der hat wieder sehr viel, sehr viel artistischeren Ansatz. Also Jay-Zs Cover zum Beispiel sind ja teilweise ...
01:27:42
Speaker
Ja doch, also die Cover, aber auch die Insights sind wahnsinnig geometrisch. Der hat auch Dark Tower gemacht, ne? Ja, genau. Und der kann auch erzählen. Der macht ja nicht nur Cover, sondern der erzählt ja wirklich auch die Geschichten gut, finde ich.
01:27:57
Speaker
Ja, aber halt auch auf teilweise ... Wie hieß es denn? Before Watchmen hat er die Ozymandias-Arcs gemacht. Da hat er sich selber auferlegt, dass quasi jedes Panel eben nicht wie durch eine Kamera gezeichnet wird, sondern geometrische Formen beinhaltet. Das ist dann immer so eine komplett gleichseitige, gleichschränklige Aufteilung der Seite in Kreise und Dreiecke. Genau. Das ist natürlich ...
01:28:24
Speaker
Das ist ja auch eine künstlerische Entscheidung. Aber bei vielen von diesen Superhelden, Leuten aus den 90ern zumindest, die damals eben so, also wie gesagt, Rob Liefeld und solche Leute, da sind ja keine künstlerischen Entscheidungen getroffen worden. Da ging es nur darum, irgendwie einen dicken Bizeps und eine große Brust und eine schmale Taille zu zeigen.
01:28:46
Speaker
Wir wollen jetzt nicht stundenlang... Wir gehen ja gerade von der Kamera weg. Hörer dieses Podcasts und Hörerinnen wissen, dass ich eine Schwachstelle für Hasch habe für die Batman-One, der von Jim Deere ist.
01:28:59
Speaker
Deshalb lasse ich auf die nichts kommen, aber das ist jetzt ein persönliches Problem von mir, da müssen wir jetzt auch nicht näher drauf einsteigen, wenn ich darauf ankomme. Es ging darum, welche Zeichner wieder gut finden. Also ich bin ja eher ein Fan des zeichnerischen Understatements.
01:29:15
Speaker
sich zurückhalten. Die Geschichte hat immer Vorrang. Ich habe bei solchen Zeichnern eher immer das Gefühl, die drängen sich irgendwie in den Mittelpunkt und versuchen hier irgendwie, ich will denen das nicht unterstellen, aber das ist irgendwie so ein bisschen, was mir beim Lesen so sauer aufstößt, dass die Zeichnungen, die sind so
01:29:37
Speaker
Die sind so toll und extrem, dass die lenken fast schon ab. Die auf meine Aufmerksamkeit von der Geschichte. Und das finde ich, ist einfach irgendwie, das könnte ich auch den Autoren gegenüber nicht so ... Also, es sei denn, die bestellen das bei mir. Wie findest du denn dann Leute wie Manara oder so was, die jetzt einfach ... Ne, den Italiener Manara. Also, der zeichnerisch wirklich ziemlich perfekt ist.
01:30:06
Speaker
Das ist ja unbestreitbar, dass der Mann irgendwie weiß, was er da tut. Aber findest du, das spielt sich dann in den Vordergrund oder steht das im Dienste der Geschichte? Also mit Manara bin ich jetzt nicht so vertraut, aber der zeichnet doch sowieso auch viel Erotik und das ist ja eh eine sehr visuelle
01:30:26
Speaker
Ich meine, da sind die Bilder nun mal auch noch mal wichtiger und auch so dieses Sinnliche, was man eben beim Lesen. Ja, aber der hat auch ein paar andere Sachen gemacht. Also bei Manara kann ich jetzt nicht so viel zu sagen. Das ist auch nur ein Beispiel. Ich meine eigentlich so diese Zeichner, die jetzt... Oder Möbius vielleicht? Genau, Möbius ist auch so jemand. Möbius finde ich toll.
01:30:51
Speaker
Ich meine, da war es auch so, dass die später diese typischen, wahnsinnigen Moebius-Science-Fiction-Sachen, da ist jetzt auch nicht mehr so viel Geschichte drin. Aber die kann ich auf jeden Fall gut lesen. Auch in den frühen schon nicht. Ja, aber das hat so etwas ganz Eigenes halt. Das finde ich auch. Klar, da steht der Zeichner ganz klar im Vordergrund.
01:31:13
Speaker
Aber da funktioniert das irgendwie. Also es gibt so bestimmte Zeichner, bei denen das auch für mich funktioniert. Also wo man merkt, es geht jetzt eigentlich nur um die Zeichnung. Aber das ist jetzt nach meinem Geschmack und aus meiner Sicht ist das relativ selten. Also dass das wirklich funktioniert. Dass man, also für mich, dass ich den Comic nur durchdenke, nur für den Zeichner. Also Möbius kann ich zum Beispiel lesen. Das ist mir fast egal, um was es geht.
01:31:39
Speaker
Das kenne ich mir wirklich einfach irgendwie, das gucke ich mir auch wirklich an und da fühlt man sich auch so, da merkt man auch einfach, da ist man quasi
01:31:50
Speaker
als Leser gut aufgehoben. Also da weiß man genau, das ist halt ein totaler Perfektionist, der macht das halt auch unglaublich gut und der weiß, wie man eine Geschichte erzählt, wie man eine Seite erzählt und so weiter. Und ist halt, wie gesagt, trotzdem ein irrsinnig guter Zeichner. Aber es gibt eben halt oft auch so diese Leute, die einfach zeichnerisch wahnsinnig gut sind, aber wo man dann einfach merkt, okay, da geht es jetzt eigentlich nicht mehr um die Geschichte oder das ist so,
01:32:14
Speaker
Eigentlich verstehe ich nicht, worum es da geht, sondern es ist irgendwie nur schön anzuschauen. Ich verstehe schon, was du meinst. Ich finde, das kann auch einen Wert für sich haben. Ich kaufe durchaus auch Comics nur wegen der Zeichner. Zum Beispiel, wenn Lieber Mecho sie gemacht hat. Hat mir vorhin drüber gesprochen, das könnt ihr jetzt nicht wissen.
01:32:32
Speaker
Aber der zum Beispiel ja auch einen wahnsinnig perfektionistischen, kleinteiligen Stil hat vorhin gegen Möbius ja seine eigenen Geschichten viele gezeichnet, wenn man sich zum Beispiel Azaf durchliest, was ja komplett ohne Text auskommt. Das besteht ja nur aus den Zeichnungen, mehr oder weniger. Aber das ist ja auch das Medium, mit dem Möbius direkt erzählt ist. Ich verstehe, was du meinst, definitiv. Aber ich glaube, ich persönlich würde das etwas anders sehen, aber das ist ja okay.
01:33:00
Speaker
Und es geht ja auch nicht so sehr um meine Meinung. Ich hätte nämlich noch ein paar Fragen, wo ich eure Meinung zu hätte. Nämlich so langsam die Schlussfragen. Wir haben übrigens, indem wir jetzt diesen kleinen Exkurs gemacht haben, eine weitere Frage aus der Puniit Community. Antwortet mir, oder weniger.
01:33:16
Speaker
Mit einem kleinen Blick auf die Uhr würde ich aber so langsam auf die Zielgerade einbiegen und ich habe das ein bisschen gerafft an dieser Stelle für den Live-Podcast, aber so ein paar meiner klassischen Schlussfragen möchte ich euch doch stellen.
01:33:31
Speaker
Hörer und Hörer, die das nicht zum ersten Mal hören, wissen, was kommt, ihr vielleicht nicht. Deshalb find ich interessant, was kommt. Ich fang mit dir an, Jurek. Ein Comic, den es noch nicht gibt, aber den es unbedingt geben sollte. Egal, wie du diese Frage jetzt verstehst. Was wäre das für ein Comic deiner Meinung nach? Den es noch nicht gibt, aber den es geben sollte. Ja. Egal, wie du diese Frage verstehen möchtest, was wäre das?
01:34:00
Speaker
Ja, am besten einer, der sich gut verkauft und den ich gemacht habe.
01:34:16
Speaker
Wenn ich die Frage jetzt an Kai weiterführe, darfst du nicht dieselbe Antwort geben. Nee, also ich werde jetzt auch gar nicht versuchen, da noch irgendwas Witziges hinterherzukommen. Nein, das fand ich mal wahnsinnig schade, dass der Herr der Ringe nie komplett adaptiert worden ist. Ja, oder?
01:34:32
Speaker
Ja, also es gab ja damals eben diese halbe Adaption, also der ersten Hälfte, die kam im Zuge des Zeichentrickfilms damals raus, von einem spanischen Zeichner. Die ist damals auch bei Hapa erschienen, als drei Alpen, und die endet aber mehr oder minder an der Stelle, an der auch dieser Zeichentrickfilm damals abbrach, der ja auch in der Mitte aufhörte.
01:34:52
Speaker
Und es gab dann nie eben die zweite Hälfte. Aus irgendwelchen rechtlichen Gründen natürlich auch. Der ist auch interessanterweise nie auf Englisch erschienen. Also die hatten wohl offenbar nur die europäischen Rechte. Also die Rechte, einen Comic in Europa vom Herr der Ringe zu machen, aber eben nicht in Amerika und England. Und ich fände es tatsächlich schön, wenn es eine Herr der Ringe-Adoption gibt, die nicht aussieht wie die Jackson-Verfilmung, die ich sehr mag. Aber dass noch mal jemand hingeht und quasi eine komplett neue
01:35:22
Speaker
visuelle herangehensweise an den herr der ringe hätte jetzt mal ganz jetzt mal ganz blöd gefragt glaubst du das geht überhaupt ich meine der herr der ringe war ja gerade was in der fantasy fantasy angeht unfassbar stilprägend glaubst du das
01:35:35
Speaker
Es gab ja aber viele Jahre, ne die gibt es immer noch, aber vor allen Dingen in den Anfangsjahren, also das Herr der Ringe Erfolges in den 70ern, da kam ja diese Herr der Ringe Kalender auf. Also wie gesagt, die gibt es immer noch, aber mittlerweile werden die fast immer von den gleichen zwei, drei, vier Zeichnungen gemacht.
01:35:53
Speaker
Aber in den Anfangsjahren ist da sehr viel experimentiert worden. Und da gab es sehr, sehr unterschiedliche Künstler, die sich halt mit Mittelerde auseinandergesetzt haben. Und von ganz schrecklich bunt und kitschig über fotorealistisch bis hin zu abstrakt und so weiter. Also ich glaube schon, dass es die Möglichkeit gibt, das noch anders und trotzdem gut zu interpretieren.
01:36:19
Speaker
Also ich finde es jetzt auch ein bisschen schade fast, dass das, was man von der Herr der Ringe Fernsehserie sieht, natürlich aus naheliegenden Gründen, aber dass es trotzdem so aussieht wie die Filme. Oder Gott bewahre wie der Hobbit. Es sieht fast vom Trailer her mehr aus wie der Hobbit, muss man leider sagen.
01:36:42
Speaker
Aber wie gesagt, letztlich ist es halt diese Optik, die Alan Lee und John Howe für die Jackson-Filme, Jackson-Verfilmungen gemacht haben, die toll ist, wie gesagt, ganz großartig. Ich finde die Filme ganz wunderbar. Aber wenn da nochmal jemand die Möglichkeit hätte, da ranzugehen und einfach nochmal was Neues auszuprobieren, fände ich spannend.
01:37:02
Speaker
Ob das kommerziell wäre, weiß ich nicht, aber spannend wäre es allemal. Das ist dann natürlich der zweite Punkt, ob Leserinnen und Leser etwas, was nicht wie diese bekannte Stilistik und Ästhetik folgt. Ja, das Problem sind die Verfilmungen letztlich natürlich. Man hat das jetzt zum Beispiel bei Eric. Also ihr habt ja bei Splitter letztlich diesen neuen Eric-Alben, also die Michael-Wilcock-Adoption gemacht.
01:37:24
Speaker
Und da gab es ja schon diverse Elrik-Comics von anderen Zeichnern, die stilistisch komplett anders waren, in denen die Welt komplett anders aussah, während jetzt die neue Elrik-Version, die bei Splitter erschienen ist, ja sehr, sehr düster und so sehr bildgewaltig daherkommt. Also so was sehr Opernhaftes, so fast Wagner. Ja, das ist super.
01:37:48
Speaker
Während zum Beispiel diese Craig Russell Version damals, die war ja sehr Jugendstil, sehr geschnörkelt, sehr verspielt, sehr bunt und so. Da sieht man ja, dass man an so einem Kosmos natürlich auch
01:38:06
Speaker
auf unterschiedliche Weise herangehen kann. Man sieht es ja bei den Superhelden zum Beispiel auch, da wird ja permanent irgendwie die Werbewelt von unterschiedlichen Künstlern unterschiedlich dargestellt. Also ich glaube schon, dass das ginge, aber wie gesagt, wie verkäuflich das wäre, klar würde sich das verkaufen, weil Herr der Ringe drauf steht, aber wie akzeptiert es wäre bei den Leuten, das weiß ich nicht.
01:38:24
Speaker
Aber es ist eine interessante Überlegung und eine sehr schöne Antwort auf die Frage. Wir machen einen winzig, winzig, winzig kleinen Werbeblock. Einfach weil es immer noch Splittercast heißt.

Empfehlungen und kommende Projekte

01:38:36
Speaker
Ich möchte von euch beiden gerne jeweils eine Empfehlung aus dem Splitterprogramm, was ihr für einen Comic aus unserem größeren Portfolio unserer Hörerinnen und Hörern empfehlen würdet, unabhängig davon, wann der erschienen ist, alt, neu.
01:38:51
Speaker
Was für ein Stil. Ich fange jetzt mal bei dir an, Kai. Oder eine Serie. Ich kaufe ja tatsächlich sehr viele Splitterer-Sachen. Also, abgesehen von Eric, den ich ziemlich gut finde, auch wenn er sich so weit vom Roman entfernt, würde ich was nehmen, was jetzt gar nichts Fantastisches ist. Ich habe nur leider den Titel vergessen. Das ist dieser Contrapasso.
01:39:15
Speaker
Ja, von Therese Valero, diese Geschichte während des Franco-Regimes, dieser Krimi, der während des Franco-Regimes in Spanien spielt. Das ist jetzt tatsächlich auch das letzte Splitter-Album, das ich gelesen habe, ist gerade erst ein, zwei Wochen her. Und das fand ich richtig, richtig toll.
01:39:32
Speaker
Das ist hervorragend. Ja, wirklich ganz konstruiert. Sehr, sehr gut recherchiert und man merkt, dass es ihr nahe geht. Sie ist ja Spanier und ich weiß nicht, ob sie die Zeit miterlebt hat. Ich weiß nicht, wie alt sie ist. Sie ist zu jung. Ja, sie ist zu jung. Aber sie ist auch da wieder irrsinnig gut erzählt. Es ist so unaufdringlich erzählt, aber trotzdem toll gezeichnet. Es ist richtig gut geschrieben, richtig gut konstruiert.
01:39:55
Speaker
Da gab es echt so gar nichts, woran ich dran hätte herummäkeln können. Ich bin immer so ein bisschen mäkelig schnell bei sowas, aber ich fand es wirklich ganz, ganz wunderbar. Ein Qualitätsmerkmal unbemäkelbar. Sehr schön. Und Jurek, von deiner Seite? Ich überlege, ich hoffe, dass ich den nicht schon im letzten Splittercast mit dir empfohlen habe, aber welchen ich ganz, ganz toll fand, war Fangs von Sarah Anderson.
01:40:21
Speaker
Die Vampir-Winz-Werwolf. Diesen romantischen Vampir-Werwolf war schon fast so ein bisschen so ein Strip. Die zeichnet ja sonst immer in so vier Panels ihre Instagram-Comics. Wahnsinnig erfolgreich. Super erfolgreich. Und diese irgendwie aus dem Horror kommende Wand,
01:40:44
Speaker
ist da immer noch sehr in dieser Welt drin. Es wird in so kleinen Szenen immer erzählt. Und das fand ich einfach
01:40:54
Speaker
Das ist jetzt nicht irgendwie nichts super Großes oder Aufwändiges oder Aufregendes, aber es ist einfach total charmant und liebevoll gemacht und super süß. Also das hat mich echt super angesprochen und mir richtig gut gefallen. Also wahnsinnig wiederholsam, auf jeden Fall. Ach doch, was ich unbedingt erwähne, das sind die Comics von dem, ich weiß gar nicht, sprich der sich auch Englisch aus, Jim, also der ist ja Franzose.
01:41:24
Speaker
Oder spricht er sich irgendwie französisch aus? Weiß das jemand da hinten vom Verlag? Das ist ja sein Künstlernamen. Also ich nehme an, Jim ist Jim. Aber Jim, ne? Also die englische Aussprache. Der heißt mit Nachnamen eigentlich nicht irgendwas Terrasson oder so ähnlich. Okay. Also wie Terrasse würde ich mir auch einen Künstlernamen geben, glaube ich.
01:41:41
Speaker
Fantastische Autor finde ich vor allen Dingen. Eine Nacht in Rom. Ja genau, Eine Nacht in Rom ist ganz ganz toll. Ich mochte die auch dieses, ich weiß gar nicht ob es das erste war, Sonnenwände glaube ich heißt das? Sonnenfinsternis. Sonnenfinsternis. Mochte ich wahnsinnig gerne. Also die haben ja alle so einen ähnlichen Ton, das sind halt im Grunde alles so.
01:42:03
Speaker
So Liebesgeschichten zwischen Leuten, irgendwie so zwischen, weiß ich nicht, 13, 40 oder 13, 50 in dieser Altersgruppe. Und richtig toll, finde ich gut. Einen leicht melancholischen Grund. Ja, also ganz, ganz melancholisch oft. Also wirklich so ein bisschen...
01:42:22
Speaker
also bis hin zu richtig todtraurig eigentlich. Und das muss man im Comic ja auch erst mal hinkriegen. Schafft ja auch nicht jeder. Ja, ist was dran. Ich hab gelogen, wir machen noch mehr ein bisschen Werbung, aber diesmal für euch. Jurek, was ist denn dein aktuelles Projekt, oder womit beschäftigst du dich gerade? Wo können Hörerinnen und Hörer oder die Anwesenden demnächst mehr von dir sehen, hören, lesen? Ja, wahrscheinlich sehen, ne?
01:42:50
Speaker
Ja sehen, also das Aktuellste ist jetzt wirklich kommt heute ist Donnerstag, richtig? Ja, weil wir aufheben müssen. Donnerstag, der 12. Mai. Genau, also dann von uns, heute aus gesehen übermorgen, kommt mein nächster Comic raus.
01:43:07
Speaker
Ein kleiner Beitrag zum gratis Comic-Tag, eine Kurzgeschichte, also geschrieben von Michael Mikolajczak, mit dem ich das zweite Mal zusammenarbeite, über das Thema Zöliakie. Eine ganz kurze Geschichte. Das Heft wird auch noch eine zweite Geschichte beinhalten, die, denke ich, auch noch länger ist, weil meine ist wirklich nur vielleicht
01:43:31
Speaker
10 seiten oder so und die habe ich in einem ganz anderen stil gezeichnet jetzt als fantasmen auch unter anderem deswegen weil ich nur sehr wenig zeit hatte aber in schwarz weiß und war mal ganz schön für mich
01:43:45
Speaker
Als Zeichner irgendwie auch das Gefühl zu kriegen, zu was nützend zu sein und auf so eine seltene Krankheit oft aufmerksam zu machen. Wie die Zöljakie. Das hat mir also mal ganz gut getan. Der kommt am Samstag raus und man kann ihn für umsonst sich im Comic-Laden abholen. Das ist vielleicht mal ganz voll. Für die Hörerinnen und Hörer zu Hause, für die der Gratis-Comic-Tech jetzt schon vorbei ist, weil er jetzt nicht bis morgen hochgeladen ist, kann man gar nicht ihn auch noch irgendwo anders später kriegen.
01:44:15
Speaker
Stimmt, also die, die nicht alle vergriffen sind. Also ich guck mal, ich pack das mal irgendwie in die Show-Notes für euch, liebe Hörerinnen und Hörer da draußen. Gebe die Frage immer dann Kai weiter, woran arbeitest du zurzeit oder was wird bei dir demnächst erscheinen? Also im Comic-Bereich läuft ja noch die Adaption von Krone der Sterne, die Ralf Schülter und Jan Krehl.
01:44:37
Speaker
Also Ralf Schüter als Zeichner und Jan Krehl als derjenige, der den Text adaptiert. Da ist gerade der zweite Band erschienen und da kommt natürlich auch noch ein dritter.
01:44:46
Speaker
Dann gibt es eine junge Zeichnerin, die gerade an einem neuen Einzelband sitzt. Damit hat sie gerade begonnen. Da sage ich jetzt inhaltlich noch nicht so wahnsinnig viel zu, aber ja, es ist eine Adaption, aber auch keine Adaption. Das ist schwierig. Reden wir dann noch einmal drüber. Aber es ist auf jeden Fall ein neuer Comic, der da gerade in der Mache ist.
01:45:09
Speaker
Und was Romane angeht, da erscheint am 2. November, glaube ich, mein neuer historischer Roman, der heißt Die Bücher der Junge und die Nacht. Das ist ein Buch, das auf drei Zeitebenen im 20. Jahrhundert spielt, 1933, 1943, 44, 1971.
01:45:33
Speaker
Es ist so halb Thriller, halb Familiendrama oder Familiensaga, halb Schauerroman. Also es ist so eine Mischung aus ganz vielen Dingen. Da habe ich jetzt die letzten acht Monate dran gesessen und der ist gerade fertig. Sehr schön. Was haben wir jetzt so Anfang November? Anfang November, ja. Habt ihr noch ein bisschen Zeit vorzubestellen?
01:45:54
Speaker
Ja, den kann man schon vorprobieren. Den gibt's schon überall. Sehr gut. Und jetzt die allerletzte Frage für euch beide jeweils. Und dann kommt danach ein Dankeschön.

Nerdy Wünsche der Gäste

01:46:06
Speaker
Wenn ihr einen nerdigen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch dann wünschen, Kai? Was wäre dein nerdiger Wunsch? Ein nerdiger Wunsch? Das darf alles sein. Das kann auch irgendwas ganz Kleines sein. Kann aber auch was ganz Großes sein.
01:46:26
Speaker
Finde ich schwierig, weil natürlich habe ich irgendwie tausend so kleine, langweilige, neutige Wünsche, so Dinge, die ich gerne hätte, die ich nicht habe.
01:46:40
Speaker
Ich weiß, ein Flipper. Ja, ein Flipper-Anbau, ehrlich gesagt. Ein Anbau am Haus mit Flippern drin. Ich hatte als Kind mal einen Flipper. Also so einen Kneipen-Flipper. Der ist aber leider kaputt. Es tut mir sehr leid. Den hätte ich heute sehr gerne.
01:46:58
Speaker
Ich weiß, was ich eigentlich nicht möchte tatsächlich. Das ist nämlich das, was wahrscheinlich viele andere möchten. Das ist bestimmte Personentreffen. Also das hab ich so gar nicht. Dieses, ich möchte jetzt mal, keine Ahnung, Neil Gaiman treffen oder Alan Moore treffen oder sowas. Das hab ich gar nicht. Und zwar...
01:47:19
Speaker
weil ich die als Autoren so schätze und es komisch fände, jetzt quasi als Fan vor denen zu stehen, obwohl ich ja selbst Autor bin. Also den müsste ich ja quasi erstmal erklären, also müsste ich nicht, aber das wäre wahrscheinlich doch irgendwie so im Hinterkopf, dass ich jetzt das Gefühl hätte, ich müsste denen jetzt erstmal erklären, wer ich überhaupt bin. Und da geht's schon los, das wäre mir erstmal peinlich.
01:47:41
Speaker
Ich schreibe übrigens auch Bücher. Daran würde es scheitern, deshalb möchte ich das nicht. Möchtest du ihn vielleicht mal treffen? Der weiß schon, wer du bist.
01:47:55
Speaker
Wäre das vielleicht der Herr Hördiger, der hat in der Zeitung von dir gelesen, und dann am nächsten Tag... Also Gämen war jetzt auch nur ein Beispiel. Es gäbe glaube ich andere, die ich interessanter fände. Also Elmur fände ich irgendwie schon interessant. Aber Elmur ist irgendwie so...
01:48:17
Speaker
Aber den würde auch nicht interessieren, wenn du bist. Nee, genau, den würde das überhaupt nicht interessieren. Den interessieren nicht so viele andere Leute, hat man immer so den Eindruck. Nee, von daher weiß ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht. Und was so Kram angeht,
01:48:30
Speaker
Da kaufe ich mir irgendwie viel zu viel. Also alles, was ich irgendwie immer sehe und haben will, so Bücher oder Krempe, kaufe ich mir dann meistens. Und ganz oft tut es mir dann irgendwie schon wieder leid, bevor es überhaupt ankommt. Also dann denke ich irgendwie, ach, so dringend war es jetzt, so nötig war es auch nicht.
01:48:46
Speaker
Aber ich bin so jemand, der immer noch wahnsinnig viele Bücher und Krempel kauft und nicht weiß, wohin damit. Ich glaube, da bist du sehr gut aufgehoben in der Runde der Hörerinnen und Hörer dieses Podcasts. Da mache ich mir keine Sorgen.
01:49:01
Speaker
Und Jurek, wie sieht's bei dir aus, wenn du einen nerdigen Wunsch frei hättest? Ich hab so seit längerem schon aufgeheimen, diesen Wunsch. Ja, der Rückkehr dieser Sword-and-Sorcery-Fantasy. Ich möchte irgendwie, dass das wieder angesagter wird und auch vielleicht mal so eine anständige Conan-Verfilmung.
01:49:21
Speaker
Okay, dann noch eine!
01:49:36
Speaker
Ich finde das total schade, dass das im Moment nicht angesagt wird. Ich finde das eigentlich total klasse. Das ist ja schon ein bisschen albern, muss man ganz ehrlich sagen, aber das gefällt mir auch daran. Ich finde das unheimlich klasse irgendwie. Ich mag auch diese, auch bei Splitter übrigens erhältlich, die Elmer-Szenario.
01:49:56
Speaker
... Reihe von Segel ist, das ist auch irgendwie so eine ... ... so eine Sauce für die Sache. Ich finde das total ... Und das schreibe ich sofort. Also das ist ... Okay, da gehe ich mit. Also das ist dann auch mein heutiger Wunsch. Das finde ich auch wirklich ganz, ganz toll. Also das ist ... Ich habe immer so ... Ich versuche immer noch so alte Geschichten damit zu lesen ... ... aus den 60ern, 70ern und davor.
01:50:21
Speaker
Das funktioniert nicht immer, weil manchmal sind sie wirklich doof. Aber es gibt auch immer wieder ganz, ganz Tolle. Und es gab auch so gute Stylisten unter denen zum Teil, die aber gar nicht als solche wahrgenommen werden. Weil immer alle sagen, ja es haut ein Sorcery, das sind Muskelmänner und Frauen, die gerettet werden müssen und ein Monster. Darauf wird das immer so reduziert. Aber da gab es schon irgendwie tolle Autoren.
01:50:47
Speaker
Angefangen bei Robert E. Howard, der das Ganze mehr oder weniger erfunden hat, in den 30ern. Ja, und ich bin auch immer noch Fan von den ganzen trashigen 80er-Jahre Thornton-Sorcery-Filmen. Also Conan finde ich jetzt nicht trashig, der ist großartig. Und selbst Beastmaster ist ziemlich gut. Und dann wird schon so ein bisschen, dann kommen so die ganzen Schlechteren, aber die gucke ich mir immer noch an. Also ich hab das ganze Zeug auf DVD und Blu-ray und meistens dreimal, aus irgendwelchen komischen Gründen.
01:51:19
Speaker
Ja, sehr schön. Hübscher Wunsch, schöner Wunsch, dem ich mich auch anschließen würde. Apropos schließen, damit beschließen wir auch diese Folge Kai Jurek. Vielen lieben Dank, dass ihr da wart. Hat mir sehr viel Freude gemacht.
01:51:34
Speaker
Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Danke, dass ihr den Weg auf euch genommen habt, hier zu sein bei der ersten Live-Folge. Danke auch an euch alle, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, dass ihr da wart und so gute Laune mitgebracht habt und hoffentlich einen schönen Abend hattet. Und auch vielen lieben Dank an das Team von Bunker Ulm, weil vielen Dank an Thomas, an Kyle Chaya.
01:51:55
Speaker
Joel, an alle, die jetzt im Hintergrund noch mitgewirkt haben, denn ehrlich gesagt haben die das hier alles möglich gemacht. Ich sitze hier nur und quatsche mir den Mund so ein bisschen fusselig. Ja und damit könnt ihr euch jetzt vorstellen, dass die Automusik läuft und vielen Dank, dass ihr alle da wart.