Begrüßung und Vorstellung
00:00:06
Speaker
Hallo und herzlich willkommen zum Splittercast, dem Podcast von und mit dem Splitter Verlag, Bielefelds bestem Comic Verlag. Mein Name ist Max und in diesem Podcast spreche ich mit Macherinnen und Machern aus der deutschsprachigen Comic Szene über diese und jene Themen. Heute habe ich mal wieder ein Künstlergespräch im Gepäck und zwar spreche ich mit Frank Schmolke.
00:00:29
Speaker
Frank Schmolke ist nicht nur insgesamt ein toller deutscher Comic-Künstler für so einige Projekte, die er schon realisiert hat, sondern er hat auch für den Splitter-Verlag, also für uns, unsere bisher ambitionierteste, umfangreichste, ehrgeizigste und größte Eigenproduktion realisiert und zwar die Adaption von der Augensammler von Sebastian Ficek.
00:00:51
Speaker
einem der großen Bestsellerautoren Deutschlands.
Adaption von 'Der Augensammler'
00:00:54
Speaker
Mit Frank spreche ich über seine Herangehensweise, über diese Adaption, über das, was er sich vorher darüber gedacht hat, über das, was er sich jetzt nachher darüber denkt, über seine Erwartungen und seine, ja, sein Arbeitsrhythmus, sag ich mal, über das, was das alles so mit sich gebracht hat. Es ist einfach insgesamt ein sehr facettenreiches Gespräch geworden, wie ich finde. Und wie eigentlich alle Künstlerinnen und Künstler, die ich hier habe, hat Frank auch ein paar äußerst interessante und vielleicht
00:01:21
Speaker
abseitige oder sagen wir mal wenig vom Mainstream berührte Leseempfehlungen dabei, die ich euch sehr ans Herz legen kann. Ich möchte außerdem noch, wo wir gerade bei Herz sind, euch, meine lieben Hörerinnen und Hörer, herzlich danken.
00:01:38
Speaker
für eure rege Teilnahme an unserem, ich nenne es mal Gewinnspiel, auch wenn es das natürlich im engeren Sinne nicht ist. Ich habe einige Nachrichten bekommen von Leuten, die beim Schlittercast gerne dabei wären in einer der kommenden Folgen. Ich hatte da ja vor zwei Folgen mit der 25. Jubiläumsfolge.
00:01:56
Speaker
zu aufgerufen und ich habe wirklich ein paar schöne Einsendungen bekommen. Vor allem hat es mich sehr gefreut, wie detailliert und lustig und berührend und offen die meisten von euch geschrieben haben, wie sie zum Comic lesen, sammeln, lieben gekommen sind. Das fand ich wirklich toll und interessant und ich werde jetzt in den nächsten Tagen und Wochen diese Nachrichten
00:02:18
Speaker
alle mal lesen und mir Gedanken darüber machen, wen ich davon einladen möchte in Zukunft. Es tut mir sehr leid, dass ich nicht alle einladen kann. Das würde das Ganze etwas sprengen. Es ist jetzt nicht so, dass ich hunderte von Nachrichten bekomme und deshalb so lange brauche, aber so in der Vorweihnachtszeit ist halt generell viel zu tun. Das heißt, ich werde erst im neuen Jahr dann
00:02:37
Speaker
mich entscheiden und Nachrichten versenden dementsprechend. Und wir werden das auch im neuen Jahr mal angehen, ganz in Ruhe, dass wir da eine Aufnahme machen. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon sehr auf diese Folge, diese Spezialfolge und möchte euch nochmal ganz herzlich danken.
Hörerinteraktion und Feedback
00:02:53
Speaker
Wenn ihr ansonsten noch Kritikfragen, Anregungen, Kommentare habt, wisst ihr Bescheid immer gerne an info.splitter-verlag.de per E-Mail oder auf den sozialen Medien-Edge Splitter Verlag. Wird alles gelesen und beantwortet. Und jetzt habe ich erstmal genug gequatscht. Ich wünsche euch viel Spaß bei der Splittercast Folge 27 mit Frank Schmolke.
Franks Erfahrungen mit der Veröffentlichung
00:03:14
Speaker
Hallo lieber Frank und herzlich willkommen im Splittercast. Sehr schön, dass du da bist. Danke, dass du dir die Zeit nimmst, hier zu sein. Geht's dir gut soweit? Hallo Max, mir geht's gut. Dir geht's gut soweit, ja. Vielen Dank für die Einladung, es freut mich sehr.
00:03:33
Speaker
Ich bin ja seit kurzem fleißiger Hörer von deinem Podcast. Das freut mich. Hast du jetzt wahrscheinlich mehr Vorarbeit geleistet als ich selber. Nein, das macht einfach Spaß. Also gerade der letzte Podcast mit den drei Firmengründern oder mit den zwei Firmengründern und dir mit dem Dirk und dem Horst und dir.
00:03:53
Speaker
Das fand ich sehr unterhaltsam und informativ und kurzweilig. Also es war ganz toll, fand ich richtig interessant.
00:04:04
Speaker
Freut mich, das zu hören. Dann hat es genau den Effekt, den ich mir erwünscht habe. Ich freu mich für meinen Teil auf jeden Fall, heute mit dir sprechen zu können. Denn wie vielleicht die eine Hörer, die andere Hörerin wissen, bist du jetzt seit Kurzem ja auch ein Künstler des Stritterverlages sozusagen. Wir haben ein Buch von dir veröffentlicht, und zwar deine Adaption vom Augensammler, dem Psychothriller von Sebastian Ficek.
00:04:30
Speaker
Während wir dieses Gespräch hier aussenden, ist der Titel so seit drei Wochen etwa am Markt, während wir hier sprechen erst seit einer knappen Woche. Bisher kann man sagen, sind die Reaktionen doch ausgesprochen positiv.
00:04:49
Speaker
Wir haben ja zum Beispiel auch eine Vorzugsausgabe veröffentlicht, wo du einen Kunstdruck für signiert hast und die ist durch Vorbestellungen schon weg gewesen und jetzt quasi schon ein Sammlerstück. Sehr zum Ärger von einigen Leuten, die leer ausgegangen sind. Das tut uns natürlich leid, aber das liegt halt in der Natur der Sache bei limitierten Editionen.
00:05:11
Speaker
Aber wir wollen jetzt ja auch mehr über deine Arbeit an dem Projekt sprechen, denn für uns den Schlitterverlag ist es ja durchaus extrem hochkarätig und sehr aufwendig auch gewesen, für dich aber natürlich noch viel mehr. Ich steige mal hintenrum ein, denn du hast jetzt ja ein gutes Jahr intensivst am Augensammler gearbeitet.
00:05:34
Speaker
Bist jetzt aber fertig. Das Buch ist in den Läden, ist verlegt, ist sehr schön geworden. Da gibt's jetzt von dir gerade zeichnerisch nicht mehr viel zu machen. Was machst du denn jetzt so, nachdem der Comic erschienen ist? Womit füllst du deine Tage? Ich ... ja, ich bin ... ich hab jetzt mal eine Weile hier mein Büro wieder so klar Schiff gemacht und war so ein paar Sachen Steuer und so, Käse. Ja. Was man halt so machen muss und ...
00:06:03
Speaker
habe dann aber jetzt eine Jobanfrage gekriegt von der Süddeutschen Zeitung Magazin und da arbeite ich tatsächlich gerade dran. Das ist ganz gut so zum Auslaufen jetzt und ich bin dann jetzt auch wieder so ein bisschen beschäftigt und warte immer darauf, dass ich ins Loch falle. Aber es ist bis jetzt noch nicht passiert. Also es ist immer irgendwie was zu machen und da und
00:06:27
Speaker
Ich verbringe jetzt auch viel Zeit wieder mit meiner Frau, weil wir haben uns ja quasi ein Jahr fast gar nicht gesehen. Also es ist jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben. Wir haben uns schon gesehen, aber es waren dann auch schon mal Tage dabei, wo wir uns gar nicht gesehen haben, weil ich eigentlich die ganze Zeit hier im Atelier gearbeitet habe und meine Frau unterschiedliche Dienste hat. Die ist Altenpflegerin, die hat Frühdienste und Spätdienste.
00:06:54
Speaker
Ja, da sind wir uns teilweise gar nicht über den Weg gelaufen und das genieße ich jetzt gerade sehr. Ja, ich lese Comics ein bisschen und so neue Projekte eventuell und ja, ich komme gerade runter so.
00:07:11
Speaker
Wohlverdient, wohlverdient. Ist wahrscheinlich gar nicht so einfach, nach so einer intensiven Phase da irgendwie sich dann zu distanzieren, geistig ein bisschen, oder? Ja, ich hatte ein bisschen Schlafstörungen, wo es dann ganz vorbei war. Weil bei so einem Comic, da ist es ja nicht so, dass
00:07:29
Speaker
dann das Baby auf der Welt ist und du lässt es los, sondern dann geht es ja erst richtig los, dann kriegst du so Feedback oder es ist dann immer irgendjemand, wenn es gut läuft, der mit dir darüber sprechen will und
00:07:46
Speaker
Ich zum Beispiel. Ja, genau. Was ich sehr gern mache, aber auch so. Also es ist, ja, ich habe, ich vermeide halt jetzt momentan, ist klar, irgendwie auf Tour zu gehen und auf Signature, das vermeide ich jetzt gerade. Ja. Das hätte ich sonst natürlich schon gemacht. Und ja, es ist so ein dickes Ding, also auch für euch, für einen Splitter Verlag.
00:08:15
Speaker
Da ist dann schon auch eine andere Art Druck auf der Tüte, sage ich jetzt mal. Das ist für mich dann auch nochmal anders. Das ist jetzt nicht mein Comic, wo ich jetzt Autor war und das ist allein mein Ding, sondern da hängt ja ganz viel dran und das ist natürlich für mich dann auch anders.
00:08:35
Speaker
Da ist es dann noch ein Stückchen schwieriger, einfach jetzt mal runterzukommen und nicht ständig diesen Titel zu googeln, um zu schauen, ob schon was im Netz steht. Das soll man ja gar nicht machen. Ich mache das normalerweise immer so, dass ich mal einen Monat vergehen lasse, bevor ich überhaupt mal danach schaue, ob da schon was geschrieben wurde von irgendeinem Titel von mir.
00:08:59
Speaker
Aber bei dem kann ich das jetzt gerade nicht, weil der auch so hochgejazzed wurde von allen möglichen Seiten und ich das immer noch nicht einschätzen kann so richtig, wie er jetzt ankommt oder wie jetzt die Fans oder eben auch normale Leserinnen den sehen. Das kann ich überhaupt noch nicht sagen. Das werden die nächsten Tage und Wochen aber zeigen und ich bin da guter Dinge.
00:09:27
Speaker
Okay. Das ist schon mal schön zu werden, ja, okay. Als wir damals auf dich, was heißt wir, mein Chef Dirk hat das ja primär gemacht, zugetreten sind mit dem Vorschlag, ob du nicht Lust hättest, einen Fitzeck-Roman, damals war es ja noch ein Fitzeck-Roman, es war ja nicht sofort klar, dass es dieser werden würde, aber die Idee, einen Sebastian Fitzeck zu adaptieren als Graphic Novel, die stand halt im Raum. Als wir damals auf dich zugetreten sind,
00:09:54
Speaker
Was hast du denn da dabei gedacht? Also das war ja dann weit bevor klar würde, dass du da so viel Zeit reinstecken würdest, dass das so ein großes Projekt werden würde, dass da so viel, ja wie du sagtest, irgendwie Druck auf dem Kessel vielleicht auch ist. Oder war dir das von vornherein klar, dass das wenn dann nur so funktionieren würde?
00:10:15
Speaker
Ja, also das war gar nicht so weit weg. Also ich habe im Oktober 2020 habe ich die Freaks beendet. Das war auch so eine Adaption von einem Netflix Drehbuch. Und da war die Idee, dass ich quasi parallel zu den Dreharbeiten, zu den Freaks-Filmen das Drehbuch als Comic adaptiere und das gleichzeitig rauskommen sollte. Also da war auch richtig viel Druck drauf.
00:10:45
Speaker
Und das habe ich nicht ganz geschafft. Also ich bin einen Monat hinten dran gewesen und das war halt auch so ein Buch von 250 Seiten, zwar nur schwarz-weiß, aber da war auch unglaublich viel Arbeit drin. Und ja, so eine Woche später, als das Buch dann
00:11:02
Speaker
fertig gezeichnet war, kam von euch die Anfrage so. Und dann dachte ich erst mal, okay, Roman adaptieren jetzt. Nee, habe jetzt gerade keinen Bock. Also das wäre jetzt zu heftig. Ja, das war, ich habe dann irgendwo auf die Mail geantwortet, ich überlege mir das mal und bin jetzt gerade noch so am Abarbeiten von ein paar Sachen und habe das dann abends beim Essen erzählt.
00:11:30
Speaker
Da haben meine Kinder noch bei uns gewohnt, die sind jetzt ausgezogen, beide sind ja schon groß. Und habe halt erzählt, ja, ich habe da eine Anfrage von einem Comic. Erst war es ja gar nicht klar, dann habt ihr mich, ihr habt mich nur gefragt, ob ich einen Roman adaptieren möchte. Da war ja noch gar nicht klar, das ist ein Vizek-Roman. Ach echt? Das wusste ich gar nicht.
00:11:51
Speaker
Ja, in der ersten Mail, ob ich überhaupt Lust dazu hätte und da habe ich eben den Dirk geschrieben, ja, generell schon, kommt halt drauf an und so weiter, wie es mit der Zeit aussieht und dass ich noch so ein paar Dinge zu tun habe und so. Und dann kam aber schon, ich glaube, am nächsten Tag einen Fizzik-Roman und das habe ich dann eben beim Essen erzählt. Ich wusste ehrlich gesagt überhaupt nicht, wer Sebastian Fizzik war. Der Name war mir schon geläufig, ich habe den schon mal gehört.
00:12:20
Speaker
Und da habt ihr jetzt auch noch nicht groß nachgegoogelt oder ich hab das einfach erzählt. Und dann hat meine große Tochter, die Natalie, die hat gleich gesagt, was? Fizik, den musst du machen. Der ist ja total bekannt. Weißt du, wie bekannt der ist? Nicht wie Fücher, der schon geschrieben hat und so. Und meine große Tochter ist keine Vielleserin. Die liest schon Bücher, aber die ist so.
00:12:43
Speaker
Aktiv und im Leben, also die hat da nicht so viel Zeit, aber sie hatte einen 40-Roman bei sich stehen, den sie auch gelesen hatte. Weißt du noch welcher das war? Das war das Paket. Ah ja, also einer der neueren. Weiß ich nicht, ob der neuer ist. Ich glaube, ja, genau. Ja, ja, relativ, relativ. Und den habe ich mir dann mal so zur Brust genommen und habe dann mal so reingelesen.
00:13:10
Speaker
und habe mir gedacht, okay, ja, ich war mir echt nicht sicher. Und dann hat der Dirk mir ja gesagt, wir hatten dann das erste Mal auch telefoniert, dass der Splitter Verlag die Rechte für drei Bücher hat und ich könnte mir eigentlich aussuchen, welches ich möchte.
00:13:37
Speaker
Das war dann eben einmal Splitter. Das war so der Favorite vom Dirk und vom Verlag, denke ich auch. Ja, in dem Zusammenhang vielleicht von unserer Seite auch ganz lustig an der Stelle, dass Dirk ist selber auch gar nicht so der Riesen
Entscheidungsprozess für die Adaption
00:13:51
Speaker
-Fizek-Fan und auch gar nicht so der Thriller-Fan, aber seine Freundin ist ein gigantischer Fizek-Fan. Ja, habe ich mitgekriegt. Und die, die, die, die und
00:14:01
Speaker
Die hatte Splitter, also Splitter ist so einer ihrer Favorites. Und lag für uns allein ... Das wär halt schon lustig gewesen, ne? Splitter bei Splitter oder so ähnlich. Ja, aber interessant, nur so nebenbei, dass das bei uns ... Interessant ist, dass ihr beide das auseinander ... miteinander verhandelt habt und beide jeweils von ... aber einer dritten Person so ein bisschen angestupst wurde. Ja, genau. Ja, wir hatten drei zur Auswahl.
00:14:28
Speaker
Du wolltest dir aber eigentlich das Kind machen, glaube ich, ne? Ja, also ich habe jetzt vor allen Dingen überlegt...
00:14:37
Speaker
Mir hat es ein bisschen Sorge gemacht, dass der Sebastian Fitzek so bekannt ist, weil ich mir dachte, und das kam dann auch schon von eurer Seite, da ist eine Agentur und ihr verhandelt gerade mit der Agentur und die sind alle total nett, aber das war dann schon klar, dass es einige Leute sind. Also gut, wir hatten dann eigentlich nur mit zwei Leuten zu tun, also ich mit niemandem, das kann ich ja im Vorfeld schon sagen, dass ich weder mit Sebastian Fitzek
00:15:07
Speaker
noch mit der Agentur direkt zu tun hatte, sondern es ging dann alles über euch. Und das war auch ganz gut eigentlich so.
00:15:15
Speaker
Weil ihr mir ja auch zu diesen ganzen alltäglichen Hin und Her so, wo es wahrscheinlich nicht so viele gab, aber die habt ihr mir ja total vom Leib gehalten. Auf jeden Fall meine Strecken unterschiedlich, unterschiedlich, wie viel es davon gab. Also streckenweise mal mehr, dann ganze lange Zeit auch nichts. Aber uns und vor allem auch Dirk, der ja selber auch lange Zeit war, war das auch wichtig, dass du dich auf deinen Kram konzentrieren kannst und wir den Rest dann quasi erdenken.
00:15:43
Speaker
Das habe ich sofort gespürt, auch im Gespräch mit dem Dirk, dass er wirklich Ahnung hat und auch weiß, was es bedeutet, so einen Comic zu machen. Und mittlerweile weiß ich das auch, dass das nicht nur der Dirk ist, sondern dass allgemein im Splitter Verlag das mit Herzblut alles gelebt wird. Und das hat mich auch so begeistert. Aber da bin ich dann erst später darauf gekommen, dass das eigentlich richtig toll ist.
00:16:12
Speaker
Auf jeden Fall habe ich halt überlegt, ob ich das machen will, weil ich bei großen Jobs, also Illustrationsjobs ist mir das schon mal passiert, dass das Projekt eigentlich fertig war, so ein großes Projekt, und es gab viele Entscheider und die haben das dann zu pflückt, weil jeder irgendwas dazu gesagt hat. Und das war so ein bisschen mein Gedanke.
00:16:33
Speaker
dass vielleicht das Sebastian Fittsig da ganz kritisch ist und seine Agentur sowieso und dass das dann eher so ein, ja, eher ein Albtraum wird. Ja, aber ich dachte mir, okay, ich hatte ehrlich gesagt den Splitter Verlag auch noch nicht so auf dem Schirm. Pfui. Ja, ich weiß. Schande über mich. Nein, alles gut.
00:17:00
Speaker
Ich hatte tatsächlich nur ein Band Black Hammer, weil ich den Jeff Lemire ganz cool finde. Von dem Zeichen hatte ich noch nichts, wusste ich noch nichts und so. Und hatte schon mal das Format, also so sollte das aussehen. Und dann dachte ich mir, weil ich ja meistens schwarz-weiß Sachen gemacht habe im Softcover, das wäre schon mal geil.
00:17:28
Speaker
Hardcover vollfarbigen Band zu machen. So einen richtigen. Und der Witz ist, meine Töchter haben dann auch gesagt, weil ich den Black Hammer mitgebracht habe, das ist ja ein richtiger Comic. Ja wieso? Meine Comics, keine richtigen Comics. Nee, aber das ist halt anders bei dir. Das ist ja mehr so ein Buch bei dir und das ist aber ein richtiger Comic.
00:17:52
Speaker
Das war interessant, weil das Verständnis von diesen unterschiedlichen Lesern und Lesern, diese Strömungen, die es da gibt. Ich dachte mir, es wäre eigentlich schon echt interessant, das zu versuchen, ob ich das kann. Eine Neugierde hatte ich auf jeden Fall.
00:18:18
Speaker
Und ich glaube, wir haben dann auch gar nicht mehr so viel verhandelt, sondern es ging dann auch mal um die Bücher. Ich habe dann genau, um das wieder aufzugreifen, ich habe mich dann letztendlich im ersten Griff, also vom Klappentext her, habe ich mich dann für das Kind kurzerhand entschieden und habe das gelesen und dachte mir, okay, weil in den 40 Büchern ist ja eigentlich immer richtig viel los. Da passiert ja auch dauernd was so.
00:18:48
Speaker
Und dann dachte ich mir, wow, das wird eine ganz schöne Herausforderung. Aber das hat mich eigentlich, ja, mittlerweile hab ich da schon so ein bisschen, hab mir gedacht, ich will das einfach mal probieren, so, ob das klappt. Und hab mich dann auch gleich einen Skript gemacht, hab mir das quasi im Buch angestrichen, was ich jetzt streichen kann.
00:19:11
Speaker
Das war dann auch im Vorfeld mit euch schon geklärt, dass ich das adaptieren möchte und dass es halt meine Version eines Fizikstoffes wird. Genau. Und das war vom Dirk und von eurer Seite war das ja ganz klar.
00:19:26
Speaker
Das war für mich immer so ein bisschen ein Damoclash-Schwert über mir. Ich dachte mir, irgendwann kommt die Agentur und sagt, so geht das nicht. Aber das ist letztendlich nie passiert, worüber ich sehr glücklich bin. Das war wirklich ein ganz cooles Arbeiten im Nachhinein.
00:19:45
Speaker
Und ich bin dann einfach ran und habe mir diesen Band zusammengeschrieben, das Kind, und hatte eigentlich schon das ganze Manuskript, also mit den Szenen, die ich verwenden möchte und teilweise Szenen umgestellt, auch Szenen und Figuren rausgeschmissen,
00:20:06
Speaker
Das waren ja auch über 400 Seiten, glaube ich. Ja, das ist auch so in der Größenordnung. Genau. Und das auf 200 Seiten Comic zu kriegen, da musst du einfach streichen, aber das gibt es nicht. Und da ist mir meine Frau auch eine große Hilfe, die Elke, weil die nämlich auch eine Swiller-Leserin ist und die ist so...
00:20:30
Speaker
Die ist wie Spock, die blättert einmal durch und hat dieses Buch erfasst irgendwie. Das ist so eine Schnelleserin. Das können Frauen oft viel besser wie Männer, finde ich. Also das habe ich so beobachtet. Und die frisst solche Titel. Und die hat mir dann, hat das eben gelesen und hat dann auch gesagt, ja eigentlich könntest du auf die Figur verzichten, weil die ist dann
00:20:51
Speaker
spielt jetzt keine so große Rolle im Endeffekt. Und ja, ich hatte im Endeffekt dann in einem guten Monat hatte ich das ganze Script aufgeschrieben und wollte mich dann auch schon ans Zeichen machen und habe angefangen, ein paar Skizzen zu machen.
00:21:06
Speaker
Und dann kam eine Mail von euch, die Fizik Agentur hat sich jetzt für ein anderes Buch entschieden. Sie hätten jetzt gerne den Augensammler. Und da dachte ich mir, super, jetzt geht es genauso los, wie ich mir das irgendwie so ein bisschen gedacht habe.
00:21:24
Speaker
Und ja, weil das eben der beliebteste Titel ist unter den 40 Fans und sie würden sich dieses Buch gerne wünschen. Und dann habe ich mir gedacht, okay. Dann nochmal von vorne und habe dann wirklich nochmal angefangen alles die gleiche Arbeit nochmal zu machen. Beim zweiten Mal geht es ja immer schneller.
00:21:49
Speaker
Und ich habe ja vorher ein Drehbuch adaptiert und so ein Drehbuch ist ja viel einfacher wie jetzt eine Buchadaption. Weil es von den Szenen geschrieben ist? Ganz genau. Da hast du ganz rudimentär so die Szenen, die sind aufgeteilt, aufgeschlüsselt und du siehst ganz genau wo es hingeht. Was kannst du weglassen? Was kannst du umstellen? Das ist wie so ein Baukasten so ein bisschen. Und so ein Buch muss man halt dann doch mal erst entschlüsseln.
00:22:15
Speaker
Und ja, das ging dann innerhalb von drei Wochen eigentlich schon und dann hatte ich aber schon gut zwei Monate verloren und man darf ja nicht vergessen, das war im, wo habe ich damit angefangen, ich glaube im Januar so richtig, ich hatte mal im Dezember eine Probeseite gemacht, aber so richtig losgegangen ist es mit dem Kind eigentlich im Januar, soweit ich das erinnere.
00:22:43
Speaker
Und dann also erst im Februar mit dem Augensammler. Und im Oktober war Abgabe. Das heißt, ich hatte unterm Strich acht Monate Zeit für, da war die Adaption jetzt, also der Script schon dabei, aber für die Adaption
00:23:03
Speaker
die Zeichnungen und das Kollagieren auch noch. Und das war dann schon was, wo ich mir dachte, Gott, was hast du dir da angetan? Das klappt ja nie.
Herausforderungen bei der Comic-Erstellung
00:23:12
Speaker
Das ist leider erfahrungsgemäß für Außenstehende oder an Außenstehende immer ein bisschen schwer zu vermitteln, wie viel Arbeit es tatsächlich ist.
00:23:22
Speaker
so einen Comic zu zeichnen. Wir kriegen ja auch häufig dann, also jetzt nicht nur in Bezug auf Eigenproduktion, sondern generell so die Fragen, wann kommt denn der nächste Band, warum dauert das alles so lange, was ist da los. Aber dass man das halt mal ...
00:23:38
Speaker
vermittelt bekommt, dass dieses Zeichnen, es ist halt nicht einfach nur ein Anführungszeichen, dass man sich eine Geschichte ausdenkt und dann malt man die mal so runter. Ähm ... Comic-Zeichnen ist einfach ein sehr langwieriger Prozess. Und 200 Seiten in acht Monaten ist ... Also, das kann jeder bestätigen, der irgendwie damit mal Berührungspunkte hat oder vielleicht auch mal selber Comic gemacht hat.
00:24:02
Speaker
Das ist eine unfassbare Leistung. Was uns auch allen klar ist, aber ... Ja, also von meiner Seite, ich bin selber kein Zeichner, weiß nicht, wie viel das wert ist, aber ich zieh da echt meinen Hut vor. Das ist wirklich beeindruckend. Vielen Dank, das ist sehr nett, dass du das sagst. Ja. Und ich hab dann auch auf Facebook mal so ein paar Seiten gepostet, nachdem das bekannt war.
00:24:32
Speaker
Und dann kam Feedback von Comic Designer. Ah, schon wieder? Die Maschine, du bist die Maschine. Letztendlich konnte ich das in dieser Zeit nur so komprimiert machen, weil meine Frau mich da unterstützt hat. Das muss ich echt sagen, weil die hat alles zu Hause gemacht. Haushalt, Einkaufen.
00:24:58
Speaker
Was weiß ich, der ganze andere Käse, der da noch angefallen ist. Ich habe nur Comic gemacht und habe mich total rausgenommen aus unserem Leben. Also wir waren wie in Scheidung so. Und das muss man halt auch sehen. Also wenn du jetzt alleine bist, wenn du alleine lebst und bist dann niemanden jetzt Rechenschaft schuldig, sage ich, oder bist in keiner Partnerschaft, dann kannst du das auch machen. Klar, dann kannst du es viel einfacher machen. Aber wenn du jetzt so ein
00:25:27
Speaker
so eine Struktur schon hast und die musst du dann auflösen für so ein Projekt, dann können halt immer zwei dazu, dass man das machen kann. Ja, genau. Richte deiner Frau auch mal liebe Grüße aus. Ja, hat der Dirk auch schon gesagt, das habe ich auch schon gemacht und die ist da ganz cool.
00:25:49
Speaker
die schreibt sich das nicht groß auf die Fahnen, die macht das dann einfach. Das ist wirklich ganz irre beeindruckend. Hatte das denn, wenn ich da kurz eingrätschen darf, hatte das denn vielleicht dann auch zumindest den Vorzug, dass du dich halt so
00:26:04
Speaker
stark auf dieses Projekt konzentrieren musstest, dass du dich so stark auf dieses Projekt konzentrieren konntest, dass du dann quasi da so richtig reintauchen konntest oder machst du das sowieso immer? Nein, das geht nicht immer. Das geht wirklich nur in so einer Lage. Also bei den Freaks habe ich das schon gemacht, bei meinem Vorgängercomic.
00:26:24
Speaker
der bei der Elite so moderne erschienen ist. Da habe ich es ähnlich gemacht, auch in ähnlich kurzer Zeit. Und das hat mir eben auch die LKR ermöglicht, dass ich das überhaupt leben kann. Und bei meinem Buch davor, Nachts im Paradies,
00:26:42
Speaker
Da habe ich eigentlich immer gezeichnet, wenn ich jetzt gerade keine Arbeit hatte, wenn ich keine ILO-Jobs hatte oder wenn gerade Zeit war und deswegen hat es auch viel länger gedauert. Also die Arbeit dann nachts im Paradies, die hat insgesamt fast vier Jahre gedauert.
00:26:57
Speaker
auch ein sehr schöner comic allerdings also ja finde ich auch das ist über den sind wir ja erst so richtig auf dich aufmerksam geworden weil wir also freaks war so ein bisschen der anstoß punkt dass wir dachten na frank schmolke was ist eigentlich mit dem warum der scheint jetzt ja gerade was fertig gemacht zu haben dann hat er doch bestimmt zeit aber von nachts in paradies sind wir in der redaktion alle vorher auch schon
00:27:17
Speaker
Also ich bin ja generell auch ein Fan von der Edition Moderne. Aber den hatten wir halt tatsächlich dann auch. Ich weiß gar nicht, wer den ... Ich glaub, mein Kollege Sven hat den mitgebracht irgendwann mal. Dann haben wir den echt so rumgereicht. Und innerhalb von zwei Wochen hat den jeder bei uns einmal gelesen gehabt. Ja, das ist interessant. Okay, okay. Weil ich ... Das hat er dir gleich am Anfang geschrieben. Dass das bei euch im Laden so diskutiert wird und ...
00:27:46
Speaker
dass ihr den so mögt und das habe ich überhaupt nicht mit dem Splitter Verlag in Verbindung gebracht. Also Splitter Verlag war für mich immer Franko, Belgisch und Fantasy.
00:27:56
Speaker
Und das ist komisch auch, wie man da für sich so eine Grenze zieht. Und ich hab euch jetzt eigentlich erst für mich entdeckt, weil ich mir dachte, ihr habt auch richtig geile Titel so. Wir versuchen uns breit zu streuen, auch wenn ich dir Recht gebe, dass der Fokus schon immer noch Fantasy und Science-Fiction und viel Franco-Belgisch ist. Ja, ihr seid ein bisschen so wie
00:28:20
Speaker
wie Fizzek, also so diese Fanbase, hast du diese vielen Fans und das ist so eine Welt für sich. So habe ich den Splitter Verlag immer empfunden, so ein bisschen. Teilweise ja, doch teilweise stimmt das auch bestimmt. Aber ja, man muss einfach seine Fühle ausstrecken. Also ich glaube, das ist gar nicht so.
Zielgruppenansprache
00:28:40
Speaker
um jetzt mal aus unserer Perspektive einen Schritt zurückzugehen und, ich sag mal, verlagspolitisch zu sprechen, für uns ist halt auch der Reiz an so einem Projekt wie dem Augensammler oder an einem Projekt, ursprünglich war es intern ja einfach Projekt Fizek, so mehr oder weniger, dass man damit natürlich eine viel breitere Leserschaft erreicht, dass man damit Leute erreicht, die halt Fizek-Fans sind oder einfach, keine Ahnung, deutsche Populärliteratur gern mögen.
00:29:06
Speaker
Und die dann halt vielleicht mal im Laden diese Graphic Novels sehen, die ja auch so vom... Daher fand ich das auch ganz lustig, was deine Töchter meinten, denn vom Gefühl her hätte ich jetzt genau andersrum gesagt, dass deine Bücher bei der ältesten Moderne viel eher wie ein Comic aussehen, weil sie halt Softcover sind und irgendwie für mich viel mehr nach Comic rufen als jetzt der Augensammler, der ja ein Rundrücken hat und ein Lesebändchen und in Hardcover und irgendwie ja auch eine sehr typografisches Cover.
00:29:37
Speaker
Was jetzt gar nicht so sehr Comic schreit, finde ich, sondern durchaus vielleicht auch auf einen Roman passen würde. Stimmt schon. Aber Schwarz-Weiß verschreckt auch viele Leser.
00:29:53
Speaker
Auf jeden Fall. Darum wollten wir es ja auch unbedingt in Farbe haben und waren in dem Zusammenhang auch sehr glücklich, als du deine ersten Farbstudien oder farbigen Seiten geschickt hast, wie gut das aussah. Weißt noch, das war die Passage ganz am Anfang, wo man so ein paar Eindrücke aus Berlin kriegt und wo Zorbach dann in den Zwinger-Club reingeht. Ich denke, so viel Spoiler darf man an dieser Stelle bringen. Ich glaube, das ist auch auf unserer Website in der Leseprobe schon zu sehen.
00:30:19
Speaker
wo er dann plötzlich aus dieser tristen Großstadtdepression in diesen Swinger-Club reingeht und dann so vollkommen laissez-faire mit einem Handtuch um die Hüften durch diese Schroboskop-Szene dackelt. Und dann plötzlich alles halt in so Konfetti-Farben ist. Und das war echt toll, da haben wir uns wirklich gefreut, wie du auf diesen ersten Seiten schon so eine Bandbreite an Farbwelten einfach auf die Seite bringst.
00:30:48
Speaker
Und wie toll das aussah. Ja, vielen Dank. Das freut mich sehr. Ich hab ja mal lange Jahre als Maler existiert. Ah ja? Okay. Also existiert kann man, also gerade so existiert kann man sagen. Ich verstehe. Und da bin ich viel auf meinen Taxischein, hab ich da zurückgegriffen. Und um das zu kompensieren, dass ich eben ab und an mal ein Bild verkauft hab, ja, aber es hat halt nicht wirklich gereicht.
00:31:15
Speaker
Da konnte ich so ein bisschen, natürlich jetzt digital, das ganze Augensammler ist ja digital gezeichnet, das ging leider nicht anders in der kurzen Zeit. Normalerweise bin ich jemand, der viel lieber mit dem Pinsel oder mit der Feder aufs Papier zeichnet und dann auch, wenn die Zeit dafür bleibt, das Handish koloriert. Wirklich? Ja, das ist ja mein Traum, so einen Comic mal zu machen. Okay.
00:31:41
Speaker
Auch mit den ganzen Fehlern, die da dabei sind. Und Nachts im Paradies zum Beispiel ist komplett analog auf Papier gezeichnet. Mit so einem Pinselstift und auch wirklich schnell. Also ich habe da nicht viel korrigiert. Und man sieht auch in dem Buch so kleine Fehler. Und die machen es aber dann auch. Die machen das irgendwo lebendig.
00:32:06
Speaker
Und das ins digitale rüber zu bringen ist oft gar nicht so leicht, weil man dann anfängt zu fitzeln und dann ist noch dieses Detail und dagegen noch ein Effekt und so. Und da muss man echt aufpassen, dass das nicht zu viel wird. Also das ist so mein Empfinden. Aber ich konnte eigentlich von der Farbigkeit jetzt mal aus meiner
00:32:26
Speaker
aus meiner Malerlaufbahn so ein bisschen schöpfen und die Farben mit denen ich da schon immer meine Bilder gemalt habe irgendwie auch verwenden. Also viele Türkis Töne oder auch mal so entsättigte Farben und das hat unglaublich Spaß gemacht die ersten Seiten und die waren total wichtig für das Projekt, weil
00:32:46
Speaker
man dann auch schnell merkt, ob man da jetzt reinkommt oder ob man es lieber dann doch sein lassen sollte. Und ich habe halt gemerkt, ich bin dann relativ schnell in das Projekt reingekommen und dann hat es auf einmal angefangen Spaß zu machen. Weil ich ja diese erste Szene, die du angesprochen hast im Swinger Club, die ist ja eigentlich erst im zweiten Drittel des Buchs oder Ende des ersten Drittel taucht die auf. Und ich habe ja auch relativ viel umgestellt in dem Buch.
00:33:16
Speaker
und Sachen anders dargestellt und auch so ein bisschen der Ironie vielleicht mitgebracht oder aber auf jeden Fall diese Melancholie, die ich immer in meinen Comics habe und die ich jetzt in den 40 Büchern nicht so gelesen habe, die man aber rein interpretieren kann. Also man kann das auch so lesen wie
00:33:38
Speaker
wie so ein 60s-Pulp-Buch, weißt du, so eine Hardbold-Geschichte. Und das war so mein Ansatz für den Stoff. Und da muss man wirklich sagen, da ist so ein 40-Titel eigentlich schon dankbar, weil man auch viel reininterpretieren kann und das auch anders sehen kann. Das war dann schon ganz gut.
00:34:08
Speaker
Und eher nach den ersten Seiten war ich dann richtig angeteasert. Da habe ich mir gedacht, okay, das könnte richtig gut werden so. Und hatte da auch diese Probe-Seiten in Farbe und wusste, okay, das kann ich jetzt farbig auch so durchziehen irgendwie und habe dann aber erst mal schwarz-weiß weitergemacht.
00:34:30
Speaker
Und dann ist es natürlich eine lange Strecke über diese 200 Seiten, wo du dann geradezu gegen Ende, ich hab's jetzt gar nicht mehr so richtig im Kopf, aber ich glaube, ich war jetzt erst im September, Anfang August war ich erst mit den Zeinungen, mit den kompletten 200 Seiten schwarz-weiß durch.
00:34:51
Speaker
Ja, ich meine, mich zu erinnern, dass die Ansage irgendwie war, dass du die Koloration in einem Monat quasi machst. Dann war's Ende ... ja, dann war's eigentlich schon fast Ende September. Ja, so war's in der Ecke. Ich weiß es nicht mehr genau. Und da ... da wurde ich dann ... da war's dann richtig stressig. Das glaub ich. Das hab ich dann schon im letzten Drittel gemerkt. Bei den Schwarz-Weiß-Zeitungen dachte ich mir, boah, das wird echt knapp, das noch in dieses Weihnachtsgeschäft reinzukriegen.
00:35:20
Speaker
Ja, dann wurde das auch immer klarer, was das für euch bedeutet, was das für ein Titel ist für euch und wie viele Fans dieser Sebastian Fitzek hat. Das ist ja irre. Und ich wollte es halt auch für seine Fans machen. Das war so mein Anspruch. Ich dachte mir, okay,
00:35:40
Speaker
Ich mache da schon was eigenes draus, also so eine Schmolke irgendwie. Aber der soll so lesbar sein, dass die Fans auch damit was anfangen können. Also ich wollte nicht zu weit weg von dem eigentlichen Kern.
00:35:54
Speaker
von seiner Geschichte, dass sich auf jeden Fall der Fan auch erkennt oder das gerne liest. Hast du dir der Input von außen geholt, also das zwischenzeitlich zum Beispiel deiner Frau oder deinen Töchtern mal gezeigt? Nein, weil ich die da auch schnell überfordere mit so was.
Kreative Freiheit und Feedback
00:36:17
Speaker
Ich bin wirklich ein
00:36:20
Speaker
Ja, die machen so viel und sind so für mich da und das will ich dann nicht einfach auch noch da irgendwie so eine Erwartungshaltung reinbringen. Jetzt lest mal das Buch und sagt was dazu. Das ist ja immer ganz blöd. Also gerade für einen Lebenspartner. Wenn du mit einem Künstler zusammen bist oder einer Künstlerin und die will ein Feedback von dir oder das ist immer ganz schwierig, glaube ich. Da habe ich mir gedacht, ne, das lasse ich. Aber ich hatte
00:36:45
Speaker
Ich hatte eine gute Freundin, die Alke Wendland vom Literaturhaus München, die liest sehr viel und ist sehr Comic-affin. Die hat das für mich gelesen und hat auch das Buch gelesen und hat mir da immer so Wasserstandsmeldungen gegeben, was sie davon hält und so. Und einen sehr guten Freund von mir, der auch Comic-Leser ist, dem habe ich das auch ab und zu mal gezeigt. Also das waren wirklich so die zwei einzigen Menschen.
00:37:13
Speaker
Und dann war natürlich der Leuchtturm, das war dann ihr. Ich habe immer auf Kritik von euch gewartet.
00:37:28
Speaker
Ich habe ab und zu mit dem Dirk dann auch telefoniert und immer wenn ich ihm so die nächsten 30 Seiten geschickt hatte, dann hat er einmal gesagt, ey weißt du was, vergiss den Möbius, das ist ein Comic, erzählt. Und ich dachte mir so, ja, das lasse ich mir tätowieren, das ist ja genial. Das passt. Und ja, natürlich hat er da maßlos übertrieben, aber es war sehr süß und
00:37:55
Speaker
Ihr habt mich da eigentlich immer so auf den Weg gehalten und ich war von euch, trotz allem, dass ihr mich komplett in Ruhe gelassen habt, habe ich mich immer so begleitet gefühlt von euch. Also ich konnte wirklich mit allen Sachen beim Dirk aufschlagen und Problemchen fragen und so. Ich meine, da war jetzt nicht viel, aber das Gefühl war einfach super so. Und auch das Vertrauen, das ihr in mich hattet und ich habe dann auch immer wieder mal was
00:38:24
Speaker
über euch von der Agentur gehört oder auch von Sebastian Fützig selber. Also wie gesagt, nicht direkt zu mir, sondern über euch. Ach so, ja, ja. Und das war, das war immer positiv im allerbesten Sinne. Und das hat mich eigentlich motiviert, weil ich glaube, da wird ganz schnell der Zahn gezogen, wenn dann irgendwie so anfängt, so Kritik und so. Bei so einem Projekt, dann kommst du da ganz steh aus dem Rhythmus.
00:38:54
Speaker
Ja klar, es ist halt extrem intensiv und du musst da dann ja auch in diesen Tunnel irgendwie rein, wenn du dann da entgleist wirst. Oh ja, in den Weich. Da war ich ganz tief drin. Wobei, also von unserer Seite muss man da soweit ich es mitbekomme sagen, die Agentur und Sebastian Vicek haben da jetzt auch
00:39:11
Speaker
Nach diesem ersten Wunsch, dass sie halt aus Marketinggründen, die auch irgendwo nachvollziehbar sind, sich halt einen anderen Titel gewünscht haben, ist dann keine große Kritik mehr gekommen. Also die haben uns und damit dich auch echt eigentlich machen lassen, weil das auch von vornherein quasi so kommuniziert war, dass wir halt
00:39:33
Speaker
eine Adaption von einem Roman machen und aber nicht für sie, sondern für uns und für die Leser innen, die wir damit erreichen wollen. Und das war eigentlich ein ganz gutes ganz gutes Miteinander. Total. Das wollte ich auch noch sagen. Also das hat mich total verblüfft, dass da gar nichts kam eigentlich. Also es gab
00:39:54
Speaker
Alles in allem im ganzen Buch drei kleine Korrekturwünsche. Das war einmal das Cover. Der Schatten, den habt ihr ja ganz gut im Making-of. Habt ihr das ganz gut dargestellt, was ein Schatten eigentlich mit zum Gesicht macht, wenn man nur den Schatten verändert.
00:40:16
Speaker
Und dann eine Textkorrektur und dann noch irgendwas, ich weiß es gar nicht mehr. Ich glaube, ich weiß, was es ist. Ich glaube, es hatte was mit dem Tattoo zu tun oder es war zumindest so ein Knackpunkt. Ich bin mir jetzt aber nicht ganz sicher, wie das gelöst wurde letzten Endes. Ja, das wurde drin gelassen.
00:40:32
Speaker
Ja, ich glaub auch. Wir sollten da nicht zu tief drauf einsteigen, weil das führt jetzt zu weit inhaltlich. Ihr werdet auch bemerkt haben, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wir haben jetzt keine Inhaltsangabe am Anfang gemacht oder so. Ich gehe einfach mal davon aus, der Ehrungssammler ist jetzt, der Roman ist 15 Jahre alt. Wer wissen will, worum es geht, kann sich das bestimmt irgendwo im Internet rausziehen. Und ansonsten bei einem Psycho-Thriller, finde ich, ist auch das Meiste, was man darüber sagen würde, eigentlich schon zu viel.
00:41:02
Speaker
Ne? Ja, auf jeden Fall. Das spricht, glaub ich, schon ganz gut für sich selbst. Ja. Ja, und gut, das mit dem Cover, das ist halt der wichtigste Teil von jedem Buch, mehr oder weniger, weil das der Teil ist, den man sehen kann. Und dass die Agentur und Sebastian Fitzsig da noch mal eine eigene Meinung zu haben würden, das war eigentlich klar. Und das ist auch richtig, weil da muss man sagen, irgendwo wollen wir ja auch, dass es vor allem dem Autor des Romans und seinen Leuten halt auch irgendwo gefällt.
00:41:32
Speaker
Sie kennen ihre Leser besser als wir ihre Leser kennen. Wir kennen unsere Leser natürlich besser als sie unsere kennen. Aber im Großen und Ganzen, glaube ich, haben wir das dafür vor allem auch, wie schnell alles gehen musste, jetzt so fürs Weihnachtsgeschäft und so auch echt noch ganz gut über die Bühne gebracht.
00:41:54
Speaker
Ja, man muss aber auch sagen, was ihr da geleistet habt. Also das ist ja auch Wahnsinn. Und auch der Horst in der Herstellung und ihr im Marketing und was da alles war. Also da habe ich ja gar nicht so den Plan davon, was das eigentlich bedeutet auch für euch.
00:42:12
Speaker
Ja. Ach, wir sind ja auch noch ... Zu dem Zeitpunkt, wo wir hier aufnehmen, sind wir damit noch lange nicht fertig. Wir haben noch so ein, zwei Gimmicks in der Hinterhand. Und auch grade so die Pressearbeit ist ja grade erst am Anlaufen. Der Comic ist ja jetzt wirklich grade erst frisch auf dem Markt. Und da wird noch abzuwarten sein, was da alles noch so kommt. Mhm.
00:42:36
Speaker
Das ist jetzt eigentlich quasi sogar noch ein bisschen zu früh, um das zu beurteilen. Aber klar, was Horst da wieder in der Herstellung geleistet hat, und man muss das jetzt auch nicht verhehlen. Wir sind jetzt gerade natürlich in einer kleinen Papierkrise. Hatten wir ja auch ... Inzwischen ist der vorletzte Podcast mit Horst und Dirk auch kurz darüber gesprochen.
00:42:56
Speaker
Das ist natürlich auch schon ein Brett, dass wir es geschafft haben, überhaupt die Auflage, die wir haben wollten, die für Splitter exorbitant hoch ist, überhaupt auf die Kette zu kriegen. Denn als wir das alles eingetütet haben, selbst im September, als du deine Abgabe hattest, war überhaupt nicht absehbar, dass die Papierkrise und der Mangel an Rohstoffen dermaßen heftig ins Konto erhauen würde.
Produktionsherausforderungen
00:43:24
Speaker
muss man auch echt sagen, da haben wir echt auch, ja, ich glaub nicht, dass die zuhören, aber auch unsere Druckerei hat da schon einiges noch mitgerissen. Ja, ja.
00:43:35
Speaker
Ja, ihr habt ja eine Druckerei, oder? Sie arbeitet ja immer mit der gleichen zusammen. Ja, eine Druckerei und eine Binderei. Also die Bücher werden, die Bücher und die Umschläge werden an einer einen Stelle gedruckt und dann ein paar Kilometer weiter. Das findet alles in Bayern statt, tatsächlich. Okay, aber wenn so viel Titel wie ihr jetzt im Quartal raushaut, sage ich jetzt mal dann
00:43:57
Speaker
Arbeitet die Druckerei und die Binderei ausschließlich für euch? Nicht ganz ausschließlich, aber wir sind jetzt vor allem nach Corona schon der wichtigste Kunde und das macht natürlich auch viel möglich. Der Horst hat zudem einen sehr kurzen Draht.
00:44:12
Speaker
Und die machen für uns auch viel möglich, auch sehr relativ kurzfristig, weil wir halt jetzt ja auch seit fünf, also ich glaube, wir sind nicht ganz seit 15 Jahren bei dem, aber bestimmt seit zehn. Und halt mit einem immer weiter steigenden Volumen. Und die Sachen, die wir produzieren, sind ja auch nicht günstig.
00:44:31
Speaker
Das ist jetzt ja nicht so, dass wir da auf Bibelpapier irgendwie Flyer drucken würden. Ich habe mich mit dem Claudio Baradun, dem Verleger von der Edith zum Moderne drüber unterhalten.
00:44:44
Speaker
Und der war ja total fasziniert von diesen ganzen Titeln, die ihr da im Quartal habt. Weil er ja auch weiß, was das bedeutet an Arbeit. Und das ist mir ja gar nicht klar. Von solchen Dingen habt ihr mich so komplett ferngehalten. Ich konnte wirklich hier den totalen Comic-Nerd rauslassen. Einfach nur das machen, was ich eigentlich total liebe.
00:45:10
Speaker
hat mir auch den Druck so weggehalten, finde ich. Das kommt jetzt erst so richtig durch, weil das wird mir erst so richtig klar, was dieser Titel bedeutet und wie hoch, weil du das vorhin sagtest, wie hoch die Auflage ist und wie hoch die Erwartungen sind von so vielen. Und das macht mir jetzt ein bisschen Sorge, muss ich ganz ehrlich gestehen.
00:45:33
Speaker
Inwiefern? Weil du bist du dir... Also ich... Ist mir vorher nicht so klar gewesen. Das war einfach, weil ihr das so weggehalten habt. Ach so, ja gut. Ja gut, aber das sehen wir halt auch irgendwie als unsere Aufgabe als Verlag. Verlag kommt ja von Verlegen und das wiederum kommt von Vorlegen. Wir gehen halt in Vorschuss.
00:45:53
Speaker
nicht nur mit Geld, sondern auch mit unserem Know-how und unserer Arbeit, die wir da reinstecken, die du dann halt dafür nicht leisten musstest. Das ist ja so der... In Zeiten von Desktop-Publishing und Print-on-Demand könnte man meinen, dass jeder Künstler, jede Künstlerin ja auch alles selber machen kann. Und viele machen ja auch viel selber. Und teilweise mit herausragenden Ergebnissen.
00:46:15
Speaker
Ja, absolut. Aber gerade für so ein Projekt, also ich wage mal zu behaupten, dieses Projekt jetzt zum Beispiel hätte man im Eigenverlag nicht hinbekommen können. Das geht einfach nicht. Schwierig. Zumindest nicht in der Zeit, vielleicht mit irgendwie zwei Jahren mehr.
00:46:34
Speaker
mal abgesehen davon, dass man, glaube ich, als Privatperson gar nicht an die Dizenz rangekommen. Nein, und du hast ja auch gar nicht die Vertriebsstruktur und so. Ich hatte einen Selbstverlag ein paar Jahre lang und hab meine Comics da immer, also da war ich Anfang 20, meine ersten Comics habe ich im Selbstverlag vertrieben und nein, das kriegst du so nicht hin. Das ist einfach, da brauchst du eben diesen ganzen Stamm und die Erfahrung und ja.
00:47:02
Speaker
Ja, so ist es, Leute, so ist es. Ob es sich jetzt hinterher gelohnt haben wird und wie das so ankommt, das liegt nicht zuletzt auch in eurer Hand. Das hier ist ja keine Werbeveranstaltung, das wissen Hörerinnen und Hörer des Splattercasts ja eigentlich. Dass es hier mir und uns nicht darum geht, Großwerbung zu machen, aber ...
00:47:25
Speaker
Ja, letzten Endes, klar, guckt euch das Buch mal an, guckt euch die Leseproben an, schaut mal rein, ob das nicht was für euch ist. Ihr wisst jetzt auf jeden Fall schon mal einiges über den Hintergrund. Es ist wirklich ein herausragendes Comic-Projekt in Deutschland. Solche Sachen passieren hier nicht regelmäßig, muss man einfach sagen. Wir sind nicht das einzige herausragende Comic-Projekt, nicht falsch verstehen.
00:47:48
Speaker
Aber es ist schon in der Art und Weise, wie es gemacht wurde, oder wie du es gemacht hast, oder wie es von allen Beteiligten über die Bühne gebracht wurde, ja, schon recht einzigartig. Deshalb würde mich jetzt auch mal ganz stumpf gefragt, ich stelle ja ganz gerne stumpfe Fragen, würde mich interessieren, bist du eigentlich jetzt zufrieden damit? Du hast deine Belegexemplare in der Hand gehalten. Ja, ja, ja. Wie gesagt, Presseecho, Medienecho fehlt noch so ein bisschen,
00:48:18
Speaker
Ich hatte das im Urlaub dabei. Also ich bin mit meiner Frau nach Salzburg gefahren in so ein Luxushotel. Fantastisch. Ja. Nein, das war auch für sie. Und einfach, um da wieder runterzukommen. Ich fahre sonst nicht in Luxushotel, also Hotels. Also nicht, dass die Leute jetzt denken, ich verdiene
00:48:45
Speaker
ein Schweinegeld damit, sondern wir sind da einfach, wir haben uns einfach mal ein paar Tage gut gehen lassen in diesem vollkommen verdient. Und da hatte ich das Buch dabei. Es war schon ausgepackt. Ich wollte es lesen, aber ich bin ich, ich habe es nicht geschafft. Okay. Und ich habe es schon Dirk erzählt. Der hatte auch, hat einen Lachanfall gekriegt und hat gesagt, ja wie? Ich konnte es nicht lesen, weißt du? Es war so,
00:49:14
Speaker
Ich wollte es nicht lesen. Ich hatte zu viel Angst, dass ich so enttäuscht werde. Dass ich mir den Urlaub jetzt mit meiner Frau versau. Weil ich da super kritisch bin. Also bei allen Titeln, die ich bisher gemacht habe. Also auch Trabanten, Nachts im Paradies, Freaks.
00:49:32
Speaker
Da habe ich immer irgendwas zu meckern gehabt und so, obwohl das wunderschöne Comics sind. Da findest du normalerweise nichts, aber man findet halt immer irgendwas. Und ich ganz besonders. Und dann habe ich gedacht, ne, das tue ich mir jetzt nicht an.
00:49:48
Speaker
Und da lag das da wirklich jetzt im Urlaub auf dem Nachtisch und ich hab mir nur das Cover immer wieder angeschaut. Auch schön. Ja, war auch schön. Und hab's dann wirklich hier gelesen so. Und natürlich hab ich da auch wieder was gefunden, ganz klar jetzt so. Aber ich muss jetzt schon sagen, das ist
00:50:11
Speaker
Ja, ich habe halt auch noch nie einen Farbcomic so im Ganzen gemacht. Und wenn man das dann so diesen Brocken in der Hand hält auf diesem Papier und dann wirklich so in dieser Brillanz seine eigenen Zeilungen sieht.
00:50:24
Speaker
Das ist schon surreal auch so ein bisschen gewesen für mich. Das kann ich mir vorstellen. Also wirklich, das muss ich immer noch verdauen. Und je öfter ich mir das anschaue, desto besser gefällt es mir. Und das ist eigentlich ein gutes Zeichen. Ja. Das geht mir bei Platten auch immer so oder bei Musik, wenn ich neue Musik höre und ein Album, das mir gleich gefällt, das höre ich nicht lange. Und meistens ist es bei den Alben so, wo ich am Anfang ein bisschen Schwierigkeiten hatte,
00:50:54
Speaker
Das wären dann so die Klassiker. Und um das mal zu übertragen für mich, das würde ich jetzt nie von mir sagen, dass das jetzt ein Klassiker ist. Aber ich finde eigentlich so im Nachhinein jetzt gefällt es mir eigentlich immer besser. Aber es gibt schon auch Kritikpunkte. Also ich weiß nicht, soll ich das mal ansprechen oder?
00:51:16
Speaker
Ich weiß ja nicht, worauf du hinaus willst, aber du kannst hier ganz offen sein. Es geht nicht um den Druck. Es geht um meine Arbeit. Es ist einfach so, dass ich zum Schluss die letzten fünf Seiten so bin ich einen Tick zu schnell. Da hätte es dann noch zwei, drei Seiten gebraucht, um das so richtig schön auslaufen zu lassen. Da bin ich einen Tick zu schnell.
00:51:42
Speaker
Und ich bin im letzten Viertel des Buches, ist es auch einen kleinen Tick zu dunkel. Also das Artwork ist ein bisschen zu dunkel. Das hat jetzt aber gar nichts mit dem Drucker zu tun oder mit der Herstellung überhaupt nicht.
00:52:02
Speaker
Das sind diese Mac-Bildschirme, die haben so eine Brillanz und da sieht einfach alles geil aus. Das muss man so sagen. Und im Buch ist es dann immer anders natürlich. Das ist das Papier, die Farbigkeit, die Umsetzung. Ja, da sieht es einfach anders aus. Und wenn man wirklich jetzt mal ein Jahr lang in so einem Mac-Monitor startet, auf diese Arbeit da,
00:52:26
Speaker
Und dann hast du es auf dem Papier, dann ist es immer irgendwie erstmal anders. Und das muss man halt auch im Kopf erstmal verarbeiten oder zumindest ich muss das mal im Kopf verarbeiten. Und es hätte dem Band einen Kapitel gut getan. Es gibt zwar ein wunderschönes Kapitelbändchen, was sehr gut dafür ist, um da mal eine Pause zu machen und aufs Klo zu gehen.
00:52:50
Speaker
Aber, also sagen wir mal so drei, vier Kapitel hätten dem Buch ganz gut getan.
Technische Aspekte der Produktion
00:52:56
Speaker
Aber da war natürlich Papierfrage, komm mal hinten wieder raus und ich hab das auch erst jetzt wieder gelernt. Der 16er Bogen ist ganz wichtig. Der 16er Bogen, das ist...
00:53:08
Speaker
Das ist der heilige Gral unseres Herstellers. Genau, genau. In 16er-Schritten denken, weil wenn du jetzt eine Seite drüber bist, hast du eben so einen 16er-Bogen drin und da musst du die 16 Seiten füllen. Ja. Und kostet natürlich dann auch mehr und dann kostest du ein Buch auch mehr und ja, solche Dinge, die ich sonst so nicht so im Kopf hatte. Ja, das ist dann so die eine Stelle, wo unsere verlegerische Tätigkeit dann doch mit der künstlerischen Freiheit
00:53:36
Speaker
überschneiden, sag ich mal, dass Horst hat da bei sich am Arbeitsplatz halt wahnsinnige Tabellen, tatsächlich Excel-Tabellen und andere Sachen, wie er mit der Sprucherei auch immer wieder mal neu aushandelt, wie viel jetzt dieser und jeder Bogen und Sonderbögen und 16er-Schritte und Achterschritte und Viererschritte und ...
00:53:57
Speaker
Wie wie wie wie dick dann der der der Buchrücken werden muss und wie viel das wieder kostet und wie man das dann umrechnen muss auf den VK Preis, also auf den Verkaufspreis, das ist ein ein ein ein Monstrum. Ja eine Wissenschaft für sich. Das ist absolut irre. Insofern ist das dann.
00:54:16
Speaker
Ja gut, also 200 Seiten ist schon ist schon recht optimal. Ja, wir haben es ja echt auf den Punkt gebracht. Aber wie gesagt, zwei, drei Seiten mehr am Schluss, gar nicht viel Textes, sondern eher so von der Stimmung. Aber es geht auch so. Ja, also das ist meine meine Kritik an dem Anbruch. Und ich wollte noch mal fragen im Bezug auf den Horst, den Horst Gotter, der die
00:54:43
Speaker
der die ganzen Bücher produziert bei euch. Im vorletzten Podcast hieß es, dass er irgendwie 138 Bildschirme in seinem Arbeitszimmer hat. Und ich wollte nochmal fragen, wozu braucht er so viele Bildschirme? Das ist ja Wahnsinn. Ach du, warum nicht?
00:55:00
Speaker
Nee, also in dem Zusammenhang Horst ist unser Hersteller, das muss ich um meine Kollegin Marlena hier nicht irgendwie unter den Tisch fallen zu lassen. Wir haben auch noch, also Dirk macht auch hier bei uns grafische Arbeiten, aber auch vor allem Marlena. Und wenn man in die Bücher mal reinguckt, dann steht da oft so was von Herstellung, das müsste dann eigentlich immer Horst Gotter.
00:55:23
Speaker
und aber Produktion und Covergestaltung und so, das teilt sich bei uns so ein bisschen auf. Aber Haus ist unser Hersteller und der hat diese ganzen diese ganzen Bildschirme zum Teil, um dem entgegenzukommen, was du gerade beschrieben hast, weil man halt, wenn man nur einen Bildschirm hat und jedes Bild sich darauf anguckt, hat man kein Gefühl dafür, wie die Farben tatsächlich sind. Richtig.
00:55:46
Speaker
Und deshalb hat er ganz viele verschiedene Bildschirme und Grafiktablets. So, ne? Glaub ich. Und hab wirklich ... Ich hab mir immer noch vorgenommen, Ihnen mal zu bitten, ein paar Fotos vonzumachen. Der arbeitet ja remote. Damit wir die mal irgendwo veröffentlichen können auf unserer Website oder so. Das ist wirklich ... Bitte?
00:56:09
Speaker
Muss ja aussehen wie in einem Raumschiff. Tut es auch. Also 138 sind es nicht, aber es sind, ungelogen, glaube ich, 18 oder 19 Bildschirme, die er da in so einem Halbrund hat. Teilweise steht die halt im Hochformat, dann sind es teilweise Grafiktablets, dann ist es, glaube ich, ein paar Fernseher sind da auch irgendwie noch drin. Das hängt halt auch damit zusammen. Horst bacht ja für uns oder auch für andere Verlage tatsächlich Retuschen auch, ne?
00:56:35
Speaker
Zum Beispiel, dass unsere Möbius-Ausgabe so gut aussieht, wie sie aussieht, dass der Inkal bei uns so aussieht, dass die die die Metal-Urlan-Sachen so aussehen, wie sie aussehen, dass der Comanche und der Storm und der Torgal, dass die so brillant sind, wie sie bei uns sind. Das liegt nicht daran, dass wir so tolles Papier hätten, also auch, aber nicht nur, sondern das Horster halt teilweise ist ins verrücktest kleinste Detail.
00:57:00
Speaker
mit ... grafisch hinterher ist und das aufarbeitet, ne? Da geht er dann auch gerne mal in so eine Vergrößerung jenseits von Gut und Böse rein. Und hat das dann auf mehreren Bildschirmen gleichzeitig und vergleicht es dann mit diversen anderen Ausgaben und mit Drucken und guckt dann, wie die Farben halt so werden, wenn man's mal hier oder da draufschiebt. Ich glaub, ehrlich gesagt, was genau er da macht, das weiß auch nur er selber.
00:57:28
Speaker
Aber es hat alles irgendwo Sinn. Ja, da hast du mir meine Lobhudelei für die Möbius-Bände schon vorweg genommen, weil das wollte ich noch mal aufgreifen.
00:57:41
Speaker
Die hat mir der Dirk alle drei bis jetzt zukommen lassen und die sind grandios. Also wahnsinnig. Ich bin ja jeder totale Möbius-Fan. Und der Witz ist, ich habe in meinen 20er-Jahren einen Teil meiner Comics-Sammlung in einem Anflug von komplett Hirnversagen verkauft. Und da waren eben viele alte Möbius-Bände dabei. Also auch die Gero-Sachen, die Blueberry.
00:58:06
Speaker
Und ja, und ich hab's bis heute bereut. Und dass ihr das mal, also nicht Blueberry, aber dass ihr diese Möbius-Titel alle mal zusammenfasst, das ist ja outstanding. Also, das gibt's ja auch. Soweit ich das jetzt weiß, war das ja lange überfällig, dass das endlich mal ein Verlag macht. Ja, ja.
00:58:27
Speaker
Also, wir haben's ja in Form einer Geburtstagsausgabe mit dem Möbius opus schon mal gemacht, so ein bisschen. Wenn auch nicht exakt in dem Umfang, den das jetzt hat. Und der war ja auch superschnell vergriffen und ist dann jetzt auch weg seit zwei oder drei Jahren. Aber die Form, die wir jetzt da haben, die ist tatsächlich auch einzigartig. Also, wir orientieren uns da ja schon an der französischen Veröffentlichung, an der sogenannten Édition Diebtique von Immanuel.
00:58:52
Speaker
Aber wir fügen halt auch noch ein bisschen eigenen Kram hinzu und wir benutzen halt unser eigenes Bildmaterial. Und nicht das aus Frankreich. Und das sieht halt dank Horsts. Also Horst ist da halt auch teilweise wirklich im besten Sinne wahnsinnig. Also normalerweise druckt man halt, also Zeitschriften und so ein Kram werden ja gerne in 300 dpi gedruckt, von der Auflösung her. Wir versuchen immer so auf 600 zu gehen, aber für solche für solche Liebhaber
00:59:19
Speaker
Projekte wie halt für Horst Möbius oder alles von Hermann, dann überlegt er halt auch, ja wie sehe das denn in 1200 DPI aus, wo dann jede Seite irgendwie so ein Gigabyte Daten plötzlich hat. Und wenn das zu pixelig ist, dann retuschiert er halt nach, bis es nicht mehr pixelig ist. Hatte er die Originalseiten gehabt, oder? Hatte er die Originalseiten?
00:59:38
Speaker
Nö, das rechnet er dann hoch und korrigiert es dann im Grunde. Okay, okay. Oder auch die Kapitelüberschriften von den Möbius-Werken, die sind ja auf Deutsch in unseren Büchern. Du glaubst nicht, dass die schon mal da gewesen wären. Die hat Horst alle gehandgemalt. Ja, okay. Und zwar noch nicht vor so langer Zeit. Ja, er ist ja selber Illustrator, das muss man vielleicht auch mal dazu sagen, dass er selber Comic-Zeiner und Illustrator ist.
01:00:01
Speaker
Und ja, das spielt eine große Rolle bei euch, denke ich. Ja, ja. Also ich will mich da jetzt auch nicht, vielleicht habe ich mich da jetzt schon auch zu weit aus dem Fenster gelegt. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich kenne mich damit super gut aus. Da bin ich echt nicht der Ansprechpartner für, aber dafür braucht er seine Bildschirme so. Okay, okay. Jetzt weiß ich das auch. Ja.
01:00:22
Speaker
Du, ich würd so langsam mal auf die Zielgerade einbiegen. Aber ich finde, das war bisher schon ein sehr aufschlussreiches Gespräch. Und auch gerade, dass du gerade jetzt noch mal ein bisschen Selbstkritik geübt hast, ist, glaub ich, auch für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sehr spannend. Denn ihr könnt jetzt ja auch selber mal ...
01:00:41
Speaker
Ihr seid natürlich herzlich eingeladen, euch sowieso eine eigene Meinung zu bilden, wie auch immer die ausfällt. Aber ich finde, gerade wenn man so ein bisschen so einen Denkanstoß tatsächlich vom Künstler auch selber kriegt, ist es ja vielleicht auch noch mal ganz interessant, sich das unter dem Gesichtspunkt selber noch mal anzuschauen, ob man das nachvollziehen kann. Mir ist es beim Lesen nicht aufgefallen. Okay. Ich werde es jetzt aber bestimmt noch mal unter diesem Gesichtspunkt mir noch mal anschauen.
01:01:10
Speaker
Ja, und ich mein, es ist ja trotz allem ihr überschaubare Selbstkritik. Es ist ja nicht so, dass du das ganze Ding in die Tonne kloppen möchtest. Nee, ich hätt schon noch mehr Sachen, aber das sag ich jetzt nicht.
01:01:22
Speaker
Das ist aber, das geht alles um meine Arbeit. Wie gesagt, nicht die Herstellung. Ja, gut, alles gut. Du hattest am Eingangs schon erwähnt, dass du jetzt gerade schon wieder so ein, zwei kleine Projekte am Start hast, Illustrationsjobs oder so. Aber was mich interessieren würde jetzt, nachdem du ja diese Mammutleistung
Zukünftige Projekte und Einflüsse
01:01:43
Speaker
erbracht hast, um es mal neutral auszudrücken, gibt doch bestimmt wahrscheinlich auch für jede Künstlerin, jeden Künstler so ein absolutes Traumprojekt.
01:01:56
Speaker
dass du unbedingt, oder was heißt unbedingt, dass du immer gerne mal machen würdest, gesetzt den Fall, du kriegst, du musst halt damit, dumm gesagt, kein Geld verdienen. Das ist ja schon immer so das Ding, dass man natürlich Projekte braucht, für die man auch bezahlt wird. Aber wenn das jetzt mal kein Faktor wäre, gibt es dann so ein Traumprojekt, das Sprichwörtliche, was du machen möchtest? Ja, ich möchte seit 15 Jahren eine Biografie über Max Beckmann machen, den Martin.
01:02:26
Speaker
explosiven Maler und der hat ein ganz spannendes Leben gehabt und den seine Bilder haben mich geprägt. Also ich habe den das erste Mal beim Schulausflug gesehen. Da waren wir in der neuen Pienakothek in München.
01:02:46
Speaker
Und da weiß nicht, da war ich zwölf. Ja, und da habe ich das erste Mal Bilder von Max Beckmann gesehen und von Van Gogh. Die haben mich beide total gerissen, aber Max Beckmann hat mich so künstlerisch nicht mehr losgelassen. Ich habe da
01:03:05
Speaker
viele Ansätze gehabt und habe jetzt auch schon drei Skizzenbücher voll mit dem Storyboard für die Geschichte. Kurz bevor der Krieg losging, ist der quasi als entartet in dieser Ausstellung in München gezeigt worden und war dann auch sehr diskriminiert worden.
01:03:28
Speaker
hat seine Professur verloren und ja, er ist halt dann ins Exil nach Amsterdam und war da 10 Jahre in Amsterdam. Unter teilweise ärmlichsten Bedingungen hat er unter so einem alten Tabak-Speicher seine Bilder weitergemalt.
01:03:46
Speaker
zwischen Bombenangriffen und totaler Hungersnot. Und das sind seine intensivsten Bilder in seinem ganzen Oeuvre und mich hat dieser Maler nie losgelassen. Und dadurch, dass ich selber mal gemalt habe, war das ein Rieseneinfluss auch für mich und dem würde ich gerne mal eine Biografie widmen und habe da auch schon Kontakt zum
01:04:11
Speaker
zur Kunsthalle Hamburg oder Hamburger Kunsthalle. Ich weiß immer nie richtig, wie sie heißt. Das kann ich dir auch nicht sagen. Ich glaube Kunsthalle Hamburg. Auf jeden Fall gibt es da zwei wirkliche Koryphäen in Sachen Max Beckmann oder eine wirkliche Koryphäe in Sachen Max Beckmann, die sich wirklich unglaublich gut auskennt und die würden das gerne supporten.
01:04:35
Speaker
mit ihrem Wissen und dann eventuell auch eine kleine Ausstellung machen oder eine Präsentation, wenn das Buch mal draußen sein sollte. Die Edition Moderne möchte das gerne machen. Aber der Claudio Baradun von der Edition Moderne hat mir schon gesagt, da wirst du über die erste Auflage nicht rauskommen. Und weil das halt so ein Thema ist, das interessiert. Ja, ich war mal in so einem Max Beckmann Vortrag.
01:05:01
Speaker
in der Penakotik der Moderne in München und da waren tatsächlich irgendwie knappe 50 Leute und Altersdurchschnitt über 80 und ein paar Kunststudenten waren rumgesessen und ich dachte mir auch, boah, der wird echt vergessen.
01:05:17
Speaker
Und das war dann noch mal so ein Punkt, wo ich sagte, über den muss man unbedingt was machen. Ja, aber es interessiert nur einen kleinen Kreis von Menschen. Das ist ein alter, weißer Mann, weißt du? Das ist ja eh das Problem mittlerweile. Das interessiert keine Sau mehr. Aber das würde ich gerne machen. Und da gibt es halt auch kein Geld dafür. Und das würde ich dann wirklich analog mit einem Pinsel auf Papier und Hand koloriert.
01:05:43
Speaker
So ein richtiges Oldschool-Ding würde ich da mal raushauen. Das wäre dann aber eher so ein Kunst, so was Künstlerisches, aber das wäre so ein Traum von mir, den ich gerne nochmal verwirklichen würde.
01:05:54
Speaker
Ein schöner Traum. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich wüsste, wer Max Beckmann ist. Ich hab's hier parallel kurz gegoogelt. Ja, das ist ein Maler, der vor allen Dingen in der Spätphase viel mit Outlines gearbeitet hat. Das war vielleicht auch das, was mich immer interessiert hat. Der hat so eine dicke Outline.
01:06:14
Speaker
und hat dann aber auch so eine Farbigkeit, die du im Augensammler auch entdecken wirst, wenn du ein bisschen genauer hinguckst. Ja, spannend. Und der hat mich eigentlich immer, also der hat mich zu dem Zeichner gemacht, der ich jetzt bin auch. Spannend. War dieser Einfluss, diese Farbigkeit, diese Bilder.
01:06:36
Speaker
Das heißt, liebe Hörerinnen, liebe Hörer, ihr habt jetzt direkt noch einen Interpretationswinkel für den Augensammler. Wenn ihr dann nämlich mal Franks Werke oder Franks Zeichnungen gegen die von Max Beckmann ... Man findet viele Abbildungen von seinen Sachen im Netz. Ich werd mir das mal anschauen an dem Gesichtspunkt. Mhm.
01:06:55
Speaker
Du hast zwar gerade ja schon eine Frage gestellt und beantwortet bekommen, aber trotzdem sollst du natürlich, bevor wir zu meinen Schlussfragen kommen, wie jeder Gast auch noch die Gelegenheit zu einer Gegenfrage kriegen, wenn du möchtest. An den Verlag oder an mich oder wie auch immer. Oder wäre das sowieso deine Frage gewesen mit den Monitoren?
01:07:16
Speaker
Unter anderem. Ja, also mich würde mal interessieren, ob ihr auch mal vielleicht in schwarz-weiß was rausbringt und in Softcover. Ja, also schwarz-weiß. Wir hatten ja durchaus schon ein, zwei schwarz-weiß Sachen. Also zum Beispiel letztes Jahr. Davon habe ich gehört. Der Dracula von Georges Bess zum Beispiel, der ist ja in schwarz-weiß gewesen.
01:07:43
Speaker
Und es gibt bestimmt auch noch ein, zwei andere Sachen, auf die ich gerade nicht komme. Aber im Großen und Ganzen, klar, sind wir eher für farbige Comics bekannt und haben da auch ein größeres Augenmerk drauf. Aber wir wären jetzt dem schwarz-weißen Comic, wenn er gut ist, definitiv nicht
01:07:59
Speaker
nicht abgeneigt. Bei dem Augensammler war's halt so, dass wir schon irgendwie gedacht haben, das ist wahrscheinlich für die breitere Lesenschaft interessanter, wenn's farbig ist. Und in dem Titel ist halt die breite Leserschaft die, die wir ansprechen wollen. Wohingegen so eine ultrabibliophile Gold-Lock-Hardcover-Riesenausgabe von Dracula, von einem Künstler, der wirklich nur franko-belgisch bekannt ist, nicht das breite Publikum braucht. Mhm.
01:08:26
Speaker
Und Softcover? Boah, eher nicht. Also, das steht auch immer im Raum, und man soll natürlich niemals nie sagen. Und zum Beispiel haben wir uns auch immer überlegt, ob nicht zum Beispiel, wenn der Augensammler so gut läuft, wie wir uns das erhoffen, da eine Softcover-Ausgabe als Zweitverwertung nicht sinnvoll wäre.
01:08:48
Speaker
Und die Idee steht auch immer noch im Raum und wird auch sicherlich nicht angetastet werden. Aber jetzt grundsätzlich haben wir halt unsere Editionsformen und können da halt auch diesen Output, den wir haben, unter anderem deswegen halten, weil wir die immer so stringent durchziehen.
01:09:07
Speaker
Und viele unserer Kernleserinnen und Leser mögen das halt auch so. Die wollen das nicht so ins Regal stellen. Und dann, dass das halt auch aus einem Guss aussieht alles. Und dann muss es halt Hardcover-Alben sein. Aber man soll niemals nie sagen. Wir rechnen das auch immer mal wieder durch mit der Druckerei, mit der Binderei, wie das so wäre, wenn man das als Softcover machen würde, und wie viel günstiger ein Schwarz-Weiß-Druck ...
01:09:32
Speaker
sein könnte und so weiter und so fort aber bisher geht der trend auch auf dem buchmarkt eigentlich immer mehr zu mehr aufwand und nicht zu weniger da habe ich anderes gehört ist das so ja also dass diese dass diese schwarz-weiß titel momentan sehr begehrt sind also gerade weil
01:09:57
Speaker
bei so richtigen Graphic Novels, wo es auch um schwierige Themen geht, die dann im Föhrtor stehen und wo dann auch ein anderes Publikum einfach sich diese Sachen im Buchladen greift. Und die greifen tatsächlich eher mehr zu den Schwarz-Weiß-Sachen. Nicht unbedingt Softcover, aber eher Schwarz-Weiß-Titel.
01:10:16
Speaker
Das ist dann immer wertiger wie jetzt so ein knallbunter Comic. Ja, also das finde ich grundsätzlich schon mal eine furchtbare Aussage, dass man die Wertigkeit an der Farbigkeit abhängig macht. Das ist aus meinem persönlichen Empfinden genau das, was an diesem Graphic Novel Begriff falsch läuft. Dass die Leute sagen, oh, das ist ja gar nicht schwarz-weiß und deprimierend. Das ist bestimmt inhaltlich kacke und für Kinder.
01:10:39
Speaker
Aber die Beobachtung ist natürlich richtig. Ich meinte jetzt auch mit Wertigkeit eher so die Aufmachung. Dass ich nicht das Gefühl habe, dass die Leute nach Softcover-Ausgaben lächzen. Und so Spielereien wie dieses Lesebändchen beim Augensammler zum Beispiel. Das ist jetzt ja nicht so, dass wir das gratis bekommen hätten.
01:10:57
Speaker
Wir haben schon die Druckerei bezahlen müssen, dass die das daran machen. Aber wir finden es halt schön und irgendwie ... Ja, natürlich. Ich hab das auch nur gehört und ich glaube auch nicht, dass die Leute so einen Dünkel haben, dass sie eben sagen, das ist ein Farbband und das ist scheiße. Ich glaube, die lesen dann schon ganz genau auf dem Buchrücken, auf dem Backcover.
01:11:20
Speaker
die Zusammenfassung und da kann sich jeder sofort seine Meinung bilden und oft wissen die Leute auch, auf welche Comics sie zugreifen. Also ich denke, dass das nicht so klar getrennt ist. Deswegen hat mich diese Aussage auch gewundert, dass es mehr zu Schwarz-Weiß-Titeln geht. Das ist wahrscheinlich eine andere Leserschaft.
01:11:37
Speaker
Es ist definitiv eine andere Leserschaft als die, die so kernmäßig unsere Titel kaufen. Da haben wir selber auch keine Illusionen wegen. Wir sind halt eher so im Mainstream und in populären Genres. Aber ich persönlich hab da nur etwas ...
01:11:57
Speaker
pessimistische Meinung zu. Ich glaube halt, dass diese Lesegewohnheiten sich dann schon irgendwie mit der Zeit selbst verstärken, wenn man halt gewohnt ist, dass anspruchsvolle Comics, die man auch als gebildeter, als Bildungsbürger lesen darf, ohne sie verstecken zu müssen, wenn ein Besuch zur Weinprobe kommt.
01:12:14
Speaker
Nein, das ist ein Klischee, das ist ein Klischee, das ist glaube ich gar nicht so. Nein, nein, nein, das ist nicht so. Das mischt sich immer mehr. Also Menschen, die jetzt dieses Graphic Novels lesen, die greifen auch zu ganz normalen Comics und da hat sich schon einiges verändert über die Jahre und mit der Weinprobe und so, das ist so ein intellektuelles Klischee, das gibt es sicher.
01:12:38
Speaker
Aber das ist nicht die Masse, weißt du? Also ich glaube, das mischt sich immer mehr und die Leute sind ja auch dann offen für andere Dinge. Also ich denke, das ist schon mehr so im Fluss irgendwie, dass es sich so ineinanderfügt. Lass mich an dieser Stelle kurz zurückrudern. Ich nehme das zurück, ich möchte das relativieren. Also das war vielleicht jetzt tatsächlich eine sehr
01:13:02
Speaker
eine sehr pointierte Aussage. Hier kann man ja mal machen. Du hast sicherlich recht, dass es sich mehr verwischt. Das ist jetzt so ein bisschen auch die Bitterkeit, die vielleicht aus mir spricht, weil ich halt nicht solche Leute kenne. Aber das ist halt so für einen Verlag wie uns, der halt ...
01:13:20
Speaker
äh, Genre-Titel macht und Titel, die halt, äh, die halt auch einfach mal Spaß machen sollen und die halt auch nicht viel mehr, die halt auch einfach mal Spaß machen sollen, weil sie schön aussehen. Und dann ist das halt Space-Opera. Jaja, natürlich. Alter Wein in neuen Schläuchen so ein bisschen, aber das ist ja okay, also ... Jaja. Aber aus dieser Perspektive ...
01:13:45
Speaker
frag ich mich dann manchmal schon, wieso bestimmte Sachen jetzt so viel Aufmerksamkeit erheischen und andere nicht. Aber das Thema hatte ich an dieser Stelle mit dem Podcast auch schon ein paar Mal, zum Beispiel mit der Veronique Sina, der Comicforscherin.
01:14:00
Speaker
die da auch eine sehr differenzierte Aussage-Stellung zu hatte. Ja, ich glaube, die Franzosen machen das einem ganz gut vor. Da mischt sich dieses Intellektuelle mit dem Trivialen und das ist alles okay, es ist alles gut. Also das ist wirklich eine tolle Kultur, wo auch der Comic eine ganz andere Wertschätzung hat. Aber ich muss sagen, über die Jahre jetzt habe ich das gemerkt, dass sich da schon viel verändert hat.
01:14:27
Speaker
Da tut sich auf jeden Fall einiges und klar, es gibt immer noch die Vorlieben und auch die die die Abneigungen dann noch oder die Vorurteile gegenüber einem Titel oder so. Das geht ja bei mir schon los, wo ich sagte, ich dachte immer Splitter hat nur frankopeltschische Sachen und Fantasy, weißt du, das ist ja auch ein Vorurteil. Und ja, also
01:14:50
Speaker
Ich glaube aber, dass sich das immer mehr so dadurch, dass es auch immer mehr in den Buchläden liegt und nicht nur beim Comic-Dealer irgendwie, wo die Leute eh reingehen, die genau wissen, was sie wollen, sondern dass man da auch mal zum Titel greift und sagt, okay, das ist interessant. Das nehme ich jetzt mal mit so.
01:15:08
Speaker
Lass uns das mal so stehen lassen. Ich find, das ist eigentlich eine sehr schöne Perspektive auf die Sache. Und wahrscheinlich hast du auch im Großen und Ganzen recht, und ich verbeiße mich da jetzt in meine schlechte Laune. Okay, nein, darf ja auch sein.
01:15:24
Speaker
Komm Frank, lass uns mal zu den Schlussfragen übergehen. Und da möchte ich dich mal um ein paar Leseempfehlungen unter anderem bitten. Und zwar klassischerweise. Was wären denn deine drei Comics oder deine drei Comic-Reihen für die sprichwörtliche Einsame Insel? Was würdest du da mitnehmen?
01:15:42
Speaker
Du hast mir die Fragen Gott sei Dank im Vorab geschickt. Ja, mache ich ja immer. Und jetzt so aus dem Standtepede wäre mir nichts eingefallen. Alles gut. Ich habe jetzt mal meine Comics reingeguckt und habe da jetzt wirklich mal drei Comics rausgesammelt. Das wäre einmal Ray Banana von Ted Benoit. Das ist ein Titel, der ist recht alt. Ted Benoit hat so einen L'Inclair-Stil, der dem RG's sehr ähnlich ist.
01:16:10
Speaker
Also es sieht wirklich aus, als hätte der Tim und Struppi diesen Band gezeichnet. Es ist aber eine Noir-Geschichte, die in den 50er Jahren spielt, mit tollen Autos, tollen Settings, tollen Klamotten. Und als ich den gelesen habe, da war ich glaube ich 17, da habe ich dann auch angefangen so rumzulaufen.
01:16:32
Speaker
Ich habe mir so Rockabilly-Sakus gekauft und eine tolle gemacht und das ist ein wunderbarer, auch wunderbar erzählter Band. Wirklich eine Noir-Geschichte in Schwarz-Weiß mit Grautönen. Ein ganz edles Teil, das total zerfleddert ist, vollkommen runtergenudelt und runtergelesen.
01:16:54
Speaker
Und das gab es mal im Taschenverlag bei Taschencomics. Ich wollte gerade fragen, weißt du, ob der noch verfügbar ist? Ich glaube nicht, das ist Dezember 82 kam der raus. Jo, also viel Glück beim archivier, beim archivarischen Stöbern, aber vielleicht... Ja, bei Kastermann ist der ursprünglich erschienen, den gibt es vielleicht noch bei Kastermann. Aber das wäre so ein Titel, wo ich mir wünschen würde, der wird nochmal aufgelegt werden.
01:17:20
Speaker
Ja, genau. Das ist der eine Band, der hat mich auch stark beeinflusst. Dann Discovering America von David Marzocelli. David Marzocelli hat unter anderem mal Batman gezeichnet. Ja, sehr, sehr toll. Ich weiß gerade nicht mehr, wie er hieß, aber das war ein guter Run. Daredevil hat auch mal eine Geschichte, glaube ich, gemacht.
01:17:44
Speaker
und ist dann mehr so in den independent comic und hat so künstlerische sachen gemacht und dieses discovering amerika sind drei oder vier kurzgeschichten ein wunderbarer band der bei diesen diesen verlag das ist ein arracheur heißt er glaube ich ich weiß nicht ob ich das jetzt richtig ausspreche ist aber ein deutscher ein schweizer deutsch schweizer verlag
01:18:11
Speaker
Und das war auch ein wirklich prägender Comic für mich, von der Aufmachung, und das ist ein genialer Zeichner einfach. Und dann habe ich mir, das wäre vielleicht auch nochmal ein Wunsch, oder das würde ich mit auf die Insel nehmen, das ist eine Gesamt-, die habe ich mir in Corsica geholt, auf Französisch, eine Gesamtausgabe von Torpedo. Torpedo. Torpedo, Jordi Benet heißt der, glaube ich, und Abouli ist der Autor.
01:18:41
Speaker
Du musst nur mal Torpedo googeln, du kennst ihn gleich. Und Alex Toss hat auch mal ein paar Torpedo Folgen gemacht. Das ist ein Killer aus den 30er Jahren. Chicago komplett in schwarz-weiß gezeichnet. Diese Gesamtausgabe hat, glaube ich, 600 Seiten. Er ist ein Meilenstein der Comic-Geschichte. Und der hat diesen genialen Pinselstrich, diesen lockeren
01:19:08
Speaker
Gangster, also das Ganze wimmelt von Gangster. Das ist moralisch total fragwürdig, dieser Comic. Ist brutal sexistisch, also den kannst du in der heutigen Zeit wahrscheinlich nicht mehr verlegen. Aber mich haben ... einfach diese Zeichnungen haben mich so angefixt bei ihm. Das ist ein genialer Zeichner, finde ich. Also, wo das herkommt, dass du den Augensammler so in den 60er-Jahren-Noir-Setting dir vorgestellt hast, das erklärt sich gerade noch mal deutlich.
01:19:37
Speaker
Ja, ich hatte da schon in meiner frühesten Jugend auch durch so alte Kriminalfilme und den alten Blade Runner und so, da hatte ich dann auf einmal so, ja, das hat mir einfach immer gefallen und hatte dann auch immer einen Hut auf und so. Und ja, ich finde, da kann man so viel rausziehen aus dieser Zeit, aus diesem Genre. Und das kann man auch richtig mixen. Und ja, da ist einfach viel drin, finde ich.
01:20:02
Speaker
Ja, nee, es ist auch super cool irgendwo, aber finde ich spannend. Ja, drei sehr interessante, vielleicht etwas obskure Vorschläge. Es klingt jetzt nicht so, als wäre das alles so einfach ranzukommen, zumindest. Ja, aber die Zeichner, die gibt es immer noch. Also Ted Benoit, der veröffentlicht noch, da kann man auch mal gucken. Ach so, ja, stimmt. Und David Mazzuccelli mit zwei Z und zwei L geschrieben. CH in der Mitte.
01:20:31
Speaker
Der hat jetzt zuletzt Asterius Polyp gemacht in einem amerikanischen Verlag, glaube ich. Der ist hier schwer erhältlich, aber der hat zum Beispiel die Adaption Stadt aus Glas gemacht von Paul Austen. Darin erinnere ich mich. Und das war mein allererster wirklich, wo ich mir dachte, das ist eine Graphic Novel, verdammt. Ja. Und das war in den 90er Jahren irgendwann, Mitte der 90er Jahre, glaube ich. Kann sein. Ich habe ihn da.
01:20:57
Speaker
Der ist erschienen bei Rororo, also in einem Buchverlag. Ob es den jetzt noch so gibt, weiß ich nicht. Ich glaube er ist nachverlegt worden. Ich glaube sogar das Reprodukt oder so. Die haben den glaube ich mal gemacht. Auch schwarz-weiß, aber ein wunderbarer Comic. Das ist eine echte Graphic Novel. Das ist übrigens auch ein Thriller.
01:21:19
Speaker
Eine Detektivgeschichte, wenn man so will. Ja, genau. Sehr schön, sehr schön. Vielen Dank für die Einblicke, für die Empfehlungen. Frage zwei, meine Lieblingsfrage. Ein Comic, den es noch nicht gibt, aber den es unbedingt geben sollte, deiner Meinung nach. Wie auch immer du diese Frage jetzt interpretieren möchtest. Welcher Comic oder was für ein Comic wäre das?
01:21:47
Speaker
Ja, da würde ich jetzt mal einen eigenen Comic wählen und den Max Beckmann in den Fokus holen. Da mache ich es mir jetzt mal leicht.
01:21:59
Speaker
Ja, ich warte auf deine Folgefrage eigentlich. Ach so, ja, okay, dann ... Die ist ja so ähnlich. Ja, die geht in eine ähnliche Richtung. Nämlich, was für ein Dream-Team, Dream-Kreativ-Team du zusammenstellen würdest, wenn du, unabhängig von der Realistischkeit, von dem Realismus dieser Zusammenstellung, ein Autor oder eine Autorin mit einem Zeichner und, wenn du möchtest, auch einen Koloristen zusammenpacken dürftest.
Empfehlungen und Einflüsse anderer Medien
01:22:24
Speaker
Mhm. Was ich ihm das ehre.
01:22:25
Speaker
Ja, da sag ich jetzt wahrscheinlich wieder einen Zeichner, den keiner kennt. Das macht nichts. Aber der war in den 90er Jahren aktiv. Der hat Kurzgeschichten gemacht. Markus Huber heißt der. Und der hat zum Beispiel Letter to a dead friend oder nichts von Bedeutung. Das waren glaube ich Titel, die sind bei Reprodukt oder bei Jochen Enterprises, diese kleinen Verlage. Jochen Enterprises gibt es glaube ich gar nicht mehr und Reprodukt gibt es natürlich schon noch.
01:22:55
Speaker
Saturnia, der hat solche kleineren Titel gemacht, ein genialer Zeichner. Und der hätte auch mal einen größeren Band, so einen richtig graphic novel, einen dickeren Band in der Edition Moderne machen sollen.
01:23:11
Speaker
und hatte da, ich konnte durch den David Basler, durch den alten Verleger, der hat mir mal ein paar Seiten gezeigt, das war fantastisch. Er hat diesen Band aber nie gemacht, also er hat seinen Vorschuss zurückbezahlt.
01:23:26
Speaker
und hat diesen Band letztendlich nie gemacht. Und das ist einfach ein Zeichner. Der Markus Huber hat jetzt eine Professur. Er ist Professor für Schlag mich tot, Gestaltung. Ich weiß es nicht genau. Natürlich irgendwas mit Zeichnen, logisch.
01:23:43
Speaker
Und ist leider in dieser Professur verschwunden, sage ich jetzt mal so. Flapsic. Natürlich ist er nicht verschwunden, er macht noch so Mappen, aber die sind jetzt nicht mehr zugänglich. Ein fantastischer Zeichner und den würde ich gerne mit Jeff Lemeyer zusammenbringen. Eine Kombi, die mich einfach so anfixt jetzt.
01:24:04
Speaker
Also, Markus Huber muss ich selber erst mal wieder googeln, glaub ich. Aber Jeff Lemire ist natürlich ein sehr cooler Autor. Jeff Lemire, ich wusste nie, wie man den richtig ausspricht. Ich weiß es auch nur aus professionellen Gründen. Jeff Lemire, okay. Aber Lemire wäre genauso richtig theoretisch. Also, keine Ahnung. Ist ja Kanadier, da weiß man's nie so genau.
01:24:27
Speaker
Ja, cool. Ne, spannende Kombi. Markus Huber, mal nachgoogeln. Dann, Frank, gib uns doch eine Empfehlung, wir machen jetzt doch einen kurzen Werbeblock, nämlich eine Empfehlung aus dem Splitter Comic Programm. Ja, da würde ich natürlich die Möbius-Bände ins Spiel bringen und natürlich Richard Corbin, die Gesamtausgabe.
01:24:51
Speaker
Ich bin ein großer Richard Corbin Fan und der ist jetzt vor nicht allzu langer Zeit von uns gegangen.
01:24:59
Speaker
Und diese zwei Klassiker, die würd ich jedem empfehlen. Ja, schön, nee. Natürlich wieder grandios aufgemacht. Ja, die sehen schon gut aus. Also, ich bin selber zu jung, um durch Möbius irgendwie sozialisiert worden zu sein. Aber diese Collection hab ich mir inzwischen auch hingestellt und guck da auch tatsächlich immer gerne rein. Das war so deins? Womit ich zu Comics gekommen bin. Ja. Also, so ernsthaft damals durch Fun Home von Alison Bechdel. Siehst du den kenn ich jetzt gar nicht.
01:25:29
Speaker
Ja, das ist eine Graphic Novel von amerikanischer Autorin, die da so biografisch ihre Kindheit aufarbeitet. Und von da aus ging's dann weiter, sag ich mal. Mhm. Dann so über die modernen Standards, The Dark Knight, V. W. Vendetta, Frank Miller, also vor allem amerikanische Sachen. Möbius hab ich erst über meine Arbeit bei Spitter kennengelernt.
01:25:58
Speaker
Wer ist denn meiner Generation verhaftet? Das ist dann die, die im letzten Jahrtausend noch etwas länger gelebt haben als die Menschen. Die sind mit Möbius verortet. Da hätte ich glaube ich mit drei nicht viel mit anfangen können.
01:26:15
Speaker
Ja, und dann einen Schritt weiter eine aktuelle Medienempfehlung. Also ein Buch, ein Film, ein Serienspiel, irgendwas, was du in letzter Zeit dir zu Gemüte geführt hast und was dich begeistert hat. Egal was.
01:26:31
Speaker
Ich habe mir jetzt neulich zum zweiten Mal die Netflix-Serie Better Call Saul. Das ist ein Vorläufer von Breaking Bad. Ich hatte Breaking Bad bis dato noch nicht gesehen, aber Better Call Saul habe ich vorher gesehen und ich fand das so genial. Also wie das erzählt ist, der Witz in dieser Serie.
01:26:56
Speaker
Es ist ja eine Dramödie vielleicht, wenn man so will. Und diese Figuren, wie die gezeichnet sind, es ist für mich genial. Es ist eine geniale Serie. Es ist, glaube ich, schon die fünfte, sechste Staffel. Ich glaube, die fünfte.
01:27:09
Speaker
Und ich habe danach erst Breaking Bad gesehen und war enttäuscht von Breaking Bad, weil das auch so gehypt wurde, ist klar. Wenn man von allen Seiten gesagt kriegt, das ist total geil, das musst du dir angucken, dann ist man schon so ein bisschen anti, guckt man schon genau drauf.
01:27:27
Speaker
Ja, und der Schauspieler, der Bob Odenkirk, finde ich einen super Schauspieler, den ich so noch nicht auf dem Schirm hatte. Der hat jetzt einen neuen Film gemacht, Nobody. Das ist so ein echter Actionkracher. Wenn du mal Aggressionen hast oder bist schlecht drauf, guck dir diesen Film an. Das ist genial. Also das ist ein total überzeichneter
01:27:54
Speaker
Wie soll man sagen? Rache. Also der, der sich auch nicht richtig ernst nimmt. Ja. Und der ist von den von den Produzenten von John Wick. Ach du Scheiße. Okay. Ist jetzt auch nicht so meins, aber der ist anders. Also der hat wirklich richtig Spaß gemacht. Nobody. Das ist ein Film, den gibt es jetzt irgendwo. Kann man sich glaube ich schon ziehen irgendwo. Und Better Call Saul als absolute Serien Empfehlung.
01:28:22
Speaker
Ja, ich hab tatsächlich auch vor nicht allzu langer Zeit Breaking Bad noch mal gesehen. Ich hatte ihn damals gesehen, als er rauskam. Aber kurz danach und jetzt vor Kurzem auch noch mal. Der ist nicht immer so, nicht an allen Stellen toll gealtert.
01:28:35
Speaker
Aber im Kontext, was er damals war, und dass er damals diese ganze Form des Erzählens so aufgebrochen hat, muss man sagen, der war halt im Kontext einer Zeit wirklich bahnbrechend. Nur heute ist Better Call Saul halt schon irgendwie moderner und flippiger erzählt und sieht halt auch viel besser aus, muss man jetzt nicht drüber reden. Breaking Bad ist jetzt nicht Grütze, aber sieht halt für moderne ...
01:29:01
Speaker
sehr gewohnt hatten, die irgendwie 4K-UHD gewohnt sind. Ist jetzt auch nicht mehr so die Bombe. Ja, stimmt schon. Aber ich finde vor allen Dingen die Figurenzeichnungen. Werder Kohlshal so genial. Also wirklich diese liebevolle.
01:29:16
Speaker
wie die Figuren so aufgehen. Die ist deutlich interessanter, ja. Ist vielschichtiger auch, was man lange hat, dass man nie so richtig weiß ... Ich hab, glaub ich, mit den ersten drei Staffeln gesehen, dass man nie so richtig irgendjemanden verdammt und andere dafür dann toll findet, weil alle Figuren positive wie negative Seiten haben. Sogar dann irgendwie sein Chef, der ihnen irgendwie hintergeht oder nicht nach unten drücken will, ist eigentlich kein schlechter Mensch oder ein Unsympath oder so.
01:29:44
Speaker
sondern hat halt auch seine eigene Agenda. Und sein Bruder ist so eine gespaltene Person. Es ist sehr interessant. Ja, hat aber auch einen unglaublich feinen Humor, diese Serie. Total. Ja, macht Spaß, macht einfach Spaß, finde ich. Ja, Nobody schreib ich mal auf. John Wick fand ich persönlich klasse, zumindest den ersten Teil. Den zweiten fand ich ein bisschen drüber dann irgendwie. Aber wenn die jetzt was mit Bob Orenkirk gemacht haben, ist bestimmt cool.
01:30:11
Speaker
Ja, also es ist ein absoluter Tipp. Da gibt es eine Schlägerei im Bus, die ist der Hammer. Also sowas hast du noch nicht gesehen. So was hast du noch nicht gesehen, das ist wirklich absurd, total absurd, aber richtig genial. Also für sowas kann ich mich begeistern. Ich fand auch damals in
01:30:29
Speaker
King's Man 1, die Szene in der Kirche, wo ... Hast du's gesehen, King's Man? Nee, nee. Also, der ist auch sehr humorvoll, und da gibt's ein paar Action-Szenen, die sind auch komplett jenseits von gut und böse. Wo dann ... Ach, jetzt komm ich nicht drauf. Wie heißt der Schauspieler von ... Ja, ein bekannter britischer Schauspieler. Ach, da muss ... Hier, The King's Speech. Ach.
01:30:57
Speaker
Colin Firth. Ja genau, wo Colin Firth dann so teilweise in Slow-Mo und mit voll komplett absurden Kameraeinstellungen so eine Kirche zerlegt quasi, mit samt allen Insassen wollte ich schon sagen, mit samt allen Kirchgängern. Weil, also ich spoiler jetzt nicht, aber warum, aber das hat so seine Gründe.
01:31:19
Speaker
Ja, okay, nee, aber cool. Ja, danke für die Empfehlung. So, und zum allerletzten guten Abschluss räume ich dir natürlich auch wie jedem meiner Gäste noch einen kleinen Wunsch ein. Wenn du einen nerdigen Wunsch hättest, Frank, was wäre das? Ein virusfreien Planeten, der kein Klimaproblem hat und Friede auf Erden mit vielen Schmetterlingen.
01:31:42
Speaker
Fantastisch. Da stelle ich mich hinter und ich bin mir sicher, dass viele unserer Hörerinnen und Hörer da auch ihre Freude dran hätten. Da hätten wir auf alle Fälle auch viel mehr Zeit, um Comics zu lesen. Und das ist ja quasi das Endziel.
01:31:58
Speaker
Ja, Frank, vielen lieben Dank, dass du hier warst und dir die Zeit genommen hast. Noch mehr eine Freude. Ja, mir auch. Sehr interessante Einblicke und toll, dass du hier warst, um mit uns über dein neues, ja, dein neues inzwischen, wie gesagt, ein paar Wochen auf dem Markt, aber doch immer noch recht neu, dein neues Buch zu plaudern. Wenn ihr gucken wollt, was Frank sonst so gemacht hat, ich pack euch in die Show Notes natürlich alle. Darf ich noch was einfügen?
01:32:28
Speaker
Es kam in der Anfrage von euch bezüglich eines zweiten Teils, weil der Augensammler ist ja eigentlich nur ...
Zukunftspläne und Fan-Erwartungen
01:32:36
Speaker
Der erste Teil einer Trilogie. Der erste Teil. Und das hast du jetzt gar nicht erwähnt.
01:32:43
Speaker
Nee, das wollte ich, das hab ich mit Absicht ein bisschen umschifft, weil ich nicht so genau wusste, wie der Stand da jetzt grade so ist. Ah, okay. Ja, man kann's ja mal erwähnen. Okay, nee, dann lass uns da noch kurz drauf eingehen. Sorry, ich hatte das mit Absicht ausgeklammert, weil ich da dich nicht irgendwie unter Zugzwang Antworten bringen wollte. Also, wie gesagt, wenn wir jetzt hier aufnehmen,
01:33:08
Speaker
Kommerzielle Erfolg, in Anführungszeichen, vom ersten Band, oder von dem Augensammler, den wir jetzt haben, ist noch nicht so ganz absehbar, weil das Buch erst seit drei, vier Tagen auf dem Markt ist. Das reicht einfach noch nicht, aber es zeichnet sich schon ab, dass es so gut läuft, wie wir uns das vorgestellt hätten, wenn nicht sogar noch besser.
01:33:26
Speaker
Und natürlich wenn man den den band jetzt zu ende liest und das letzte panel sich anguckt das ist noch nicht zu ende erzählt genau das ist klar genau und der grund weshalb die agentur den augensammler haben wollte und nicht das kind war ja auch dass der augensammler mehr teil ist. Sebastian fitzes neuestes buch playlist.
01:33:47
Speaker
spielt ja auch quasi in derselben Handlungsstrigenz nur davor, wenn ich's richtig verstanden habe.
01:33:58
Speaker
Ja, und also von unserer Seite wäre es natürlich wünschenswert, wenn das jetzt nicht der letzte Fizec-Roman bei Splitter gewesen wäre und natürlich auch nicht der letzte Fizec-Roman bei Frank Schmolke. Wenn du dazu was sagen möchtest oder kannst, dann sehr gerne. Könntest du dir denn vorstellen, sowas nochmal zu machen?
01:34:18
Speaker
Ja, ich habe ja mir auch beim Dirk ein bisschen eine Auszeit erbeten. Ja, ja, genau. Das war nämlich auch mein Stand, weshalb ich das jetzt so ein bisschen ausgeklammert habe. Genau, weil also was ich nicht mehr möchte, ist dieses brutale Zeitfenster. Das habe ich ihm auch ganz klar gesagt und das verstehen auch alle. Also das kann ich meiner Familie auch nicht mehr antun, sage ich jetzt mal.
01:34:43
Speaker
Und das will ich mir auch nicht mehr antun. Grundsätzlich ist es so, wie du sagst, man sollte jetzt erst mal warten, wie sich das gestaltet, ob das Buch angenommen wird. Und dann wäre natürlich irgendwann vielleicht dann doch mal eine Fortsetzung spannend. Ich möchte mich da jetzt noch nicht festlegen. Ich wollte es eigentlich nur erwähnen, dass es eigentlich, falls sich dann Leserinnen
01:35:13
Speaker
über den Schluss wundern, dass es ja eben so ein bisschen wie Badune Part One ist und es ist schon irgendwie geschlossen für sich, aber es ist noch nicht zu Ende erzählt.
01:35:28
Speaker
So gesehen geb ich natürlich recht, wär's fast ein bisschen nachlässig, das nicht erwähnt zu haben. Und vielleicht sprech ich ins Intro einfach, geh ich im Intro noch mal kurz darauf ein, dass ich mich da jetzt quasi ... Das hier ist zwar nicht live, aber wir sind ja authentisch und frei. Dann kann ich da durchaus auch mal kurz drauf eingehen, dass Sie diese Info am Ende des Podcasts finden werden.
01:35:51
Speaker
Nee, also von unserer Seite gehe ich sehr stark davon aus, dass da Interesse dran besteht. Aber mein Stand war halt auch, dass du da jetzt vielleicht erst mal ein bisschen Ruhe brauchst und wir halt auch erst mal gucken müssen, wie sich das jetzt so anläuft. Genau, das muss ich erst mal sortieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in einem Monat hier sitzen und sagen, boah, das ist ja voll nach hinten losgegangen. Nichts deutet darauf hin, dass es so sein wird.
01:36:17
Speaker
Aber man soll ja niemals nie sagen, und wir leben in Unstätigkeiten. Es war ja auch so ein bisschen ein künstlerisches Risiko für mich. Weil ich ja auch mir schon durch die Bücher, die ich vorher gemacht hab, ich bin natürlich nicht richtig bekannt, das weiß ich schon. Aber ich hab so eine kleine Fanbase. Ich hab mir auf jeden Fall schon ein paar Fans erarbeitet.
01:36:42
Speaker
Da weiß ich auch nicht, ob sie mit dem Augensammler unbedingt was anfangen können, weil das doch eine andere Art von Erzählung ist. Oder von wie ich jetzt eine Geschichte... Eigentlich nicht, aber durch die Farbigkeit... Ich weiß es nicht, da spielen ja so viele Sachen rein. Und deswegen wollte ich mir das jetzt auch mal offen lassen. Nicht zu lange natürlich, weil ich euch ja auch da in Kenntnis setzen muss oder möchte.
01:37:12
Speaker
wie ich dazu stehe. Für mich ist es immer noch interessant, das zu machen. Aber ich möchte jetzt mal dieses Jahr noch abwarten, wie das unter meinen Fans aufgenommen wird. Und wenn die sagen, ja, okay, jetzt wirst du da Hauszahner von 40, das bist du nicht mehr du so. Das ist so ein bisschen eine Sorge, die ich vielleicht habe, weißt du. Und da möchte ich jetzt tatsächlich erst mal das Feedback abwarten. Aber grundsätzlich
01:37:40
Speaker
Es ist fast schon so für mich, dass ich mir sage, okay, jetzt hast du damit angefangen. Jetzt musst du es auch zu Ende bringen. Ja, also mir hat es einfach alles in allem totalen Spaß gemacht.
01:37:54
Speaker
Und das ist eine perfekte Überleitung zum Abmoderieren. Denn wenn euch der Splittercast Spaß gemacht hat, dann freuen wir uns natürlich sehr über Kommentare und Abonnements, wo auch immer ihr den Podcast hört. Lasst uns gerne einen Daumen hoch da oder einen Stern oder fünf, je nachdem. Das hilft uns sehr. Und Kommentare, Kritik, Anregungen, Feedback natürlich auch wie immer gerne an info-splitter-verlag.de per E-Mail oder auf den sozialen Medien-Edge Splitter Verlag.
01:38:22
Speaker
Alles über Frank und was er so macht, sein Instagram Profil, seine Website und so weiter findet ihr in den Show Notes. Ebenso ein Link zu unserem Webshop, wo ihr den Augensammler findet und eine Leseprobe vom Augensammler. Und ansonsten findet ihr das Buch inzwischen überall im Comic- und Buchhandel und auch in jedem vernünftigen Online-Shop. Viel Spaß damit.
01:38:43
Speaker
so und damit vielen dank fürs zuhören vielen dank dass du da warst frank hat mir viel spaß gemacht und ja wir hören uns beim nächsten mal macht's gut ja bis bald