Einführung und Vorstellung von Eileen
00:00:05
Speaker
Hallo und herzlich willkommen beim Splittercast, dem Podcast von und mit dem Splitter Verlag. Das gilt heute tatsächlich in doppelter Weise, denn ich bin heute nicht allein. Ich bin ja nie alleine, aber heute habe ich eine Kollegin von mir bei mir, nämlich die Eileen. Hallo Eileen. Hallo Max. Schön, dass wir uns hier mal im Büro auf so ganz andere Art. Es ist ein bisschen komisch, sich jetzt nochmal zu begrüßen, denn eigentlich sind wir schon so ein paar Stunden zusammen hier im Büro unterwegs.
00:00:32
Speaker
Denn heute, das zweite was besonders ist, wir sind heute tatsächlich in den Räumen vom Spitterverlag. Normalerweise nehme ich woanders auf. Das heißt aber auch, wenn ihr im Hintergrund irgendwelche komischen Geräusche hört, das ist nicht die Zombieapokalypse, sondern im Zweifelsfall sind das Amy oder Pepe, unsere Verlagshunde, die wissen wollen, ob wir sind und eine Tür kratzen. Also macht euch keine Sorgen, uns geht's gut. Und Entschuldigung, falls im Hintergrund ein bisschen Geräusche zu hören sind.
Eileens Rolle bei Splitter Verlag
00:00:58
Speaker
Genau, Aileen ist bei uns im Verlag Redakteurin, eine von unseren Redakteuren und Redakteurinnen. Und ich spreche heute mit ihr so ein bisschen über Blicke hinter die Kulissen, die wir euch geben wollen. Wir nehmen die Folge hier auf kurz vor dem Digitalen Comics Salon Erlangen und wollen sie auch zum Digitalen Comics Salon Erlangen ausstrahlen.
00:01:19
Speaker
Der CSE ist ja in diesem Jahr 2020 leider ausgefallen. Ich freue mich sehr, dass es diese digitale Ablegervariante gibt. Und wir dachten, es passt eigentlich ganz gut, wenn wir dazu ein kleines Special aufnehmen, wo wir ein bisschen euch erzählen, ja quasi intimer euch erzählen, wie es bei uns im Verlag so abgeht. Deshalb bleiben wir heute unter uns. Wir fangen einfach mal ganz klassisch an.
00:01:45
Speaker
Ali, erzähl uns doch mal in ein paar Worten, was deine Aufgaben hier bei uns im Verlag eigentlich sind.
00:01:50
Speaker
Ja, das mache ich gerne. Das wurde ich auch schon oft gefragt, seit ich hier angefangen habe. Und hauptsächlich bin ich hier in der Redaktion tätig. Das ist vergleichbar mit dem Lektorat in normalen Romanverlagen, da ich viel Korrektur lese und die Texte in den Comics religiere. Das beinhaltet zum Beispiel die Rechtschreibung und Grammatik. Das ist, denke ich, sehr offensichtlich.
00:02:18
Speaker
Aber oft handelt es sich auch um inhaltliche Fehler, die man korrigieren muss. Manchmal passiert das in der Übersetzung, dass Dinge falsch übersetzt wurden, da muss man dann nochmal ran und nochmal hinterfragen, ob das wirklich so gemeint ist. Oft sind das aber auch inhaltliche Fehler, die einfach schlecht recherchiert sind und da müssen wir dann auch nochmal ran und das nochmal prüfen. Und außerdem bin ich hier im Verlag für die Lizenzabrechnung zuständig. Das ist ein sehr komplexer Bereich, in dem man davor noch nicht von gehört hat.
00:02:49
Speaker
Kurz zu fassen, also ich stelle zweimal im Jahr Verkaufszahlen von unseren Comics zusammen und gebe dann die Lizenzgeber und auch Autoren und Zeichner weiter, damit die dann ihre Tantiemen bekommen, weil die wollen ja auch an den Büchern Geld verdienen. Genau, da muss dann immer eine Übersicht erstellt werden, dafür bin ich zuständig.
00:03:08
Speaker
und darf dann ein bisschen neben den Texten auch mit Zahlen hantieren. Ein Traum von einem Job, also da mir die Frage eigentlich immer gestellt wird, wenn ich bei solchen Sachen hier mitmache, wie bist du zu dem Job gekommen, wie bist du in den Verlag gekommen und wolltest du eigentlich in einem Comic-Verlag arbeiten oder ist das jetzt einfach das Los, das du gezogen hast?
Eileens Weg zu Comics und Splitter Verlag
00:03:28
Speaker
Oh ja, auch eine sehr spannende Frage. Tatsächlich beschäftige ich mich seit der Uni mit Comics. Also ich bin sehr spät eingestiegen und hatte damals ein Seminar, in dem wir Kulturtheorien mit Comics für dich haben.
00:03:43
Speaker
oder ich weiß noch ganz gut, dass ich einen Referat gehalten habe zu New History-Syism erklärt anhand von V. V. Vedetta. Und so bin ich in diesem Bereich eingestiegen, denn ich muss dazu sagen, ich habe Kulturwissenschaft und Literaturwissenschaft studiert.
00:04:01
Speaker
Und so habe ich mich dem Comic einfach immer auf so eine ganz theoretische Art auch angenähert und bin dem aber treu geblieben, habe meine Masterarbeit zum Thema Literaturadaption im Comic geschrieben und spätestens da war auch für mich klar, ich möchte eigentlich gerne nach dem Studium einen Comicverlag oder die Alternative wäre ein Kinder- und Jugendbuchverlag gewesen arbeiten und bin dann doch ein bisschen über Umwege. Ich habe erst mal Voluntariaten an der Literaturagentur gemacht
00:04:28
Speaker
bin ich dann hier gelandet und das Volontariat in der Agentur hat mir aber geholfen, weil ich da nämlich das Lizenzgeschäft kennengelernt habe, mit dem ich jetzt wieder zu tun habe. Das war dann sozusagen der Fuß, der mir die Tür geöffnet hat, um hier dann auch zu landen. Tatsächlich also ein relativ ähnlicher Weg wie den, den ich genommen habe. Das ist jetzt aber, muss man dazu sagen, nicht unbedingt so das Patentrezept.
00:04:55
Speaker
Da hatten wir beide irgendwie Glück, muss man ehrlich sein. Lasst uns einen Kommentar da, wenn ihr wollt, dass in einer folgenden Folge Aline ein kleines Referat darüber hält, wie New Historicism in Vorweg Vendetta aussieht. Dann haben wir bald auch einen Bildungsanspruch hier zu erfüllen.
00:05:15
Speaker
Wir haben uns eine Kleinigkeit vorgenommen, und zwar eine Frage, die ich andauernd beantworten muss, gefühlt, und die ich nie wirklich befriedigend beantworten kann, weil das einfach ein ziemlich langer Prozess ist.
Erwerb und Produktion von Comics
00:05:28
Speaker
Die Frage ist, wie ist eigentlich der Weg eines Comics, von dem Moment, wo wir uns entscheiden, wir wollen diesen Comic auf Deutsch übersetzen und bei uns verlegen, bis zu dem Moment, wo dieser Comic tatsächlich im Regal steht. Ja, das ist verständlich.
00:05:44
Speaker
Wir sind ein franko-belgischer Verlag primär und wir verlegen vor allem Lizenzen aus dem Ausland. Wir haben ein paar Eigenproduktionen, aber 95% plus der Sachen, die wir machen, kommen ursprünglich aus Frankreich, Belgien, USA, Kanada.
00:06:01
Speaker
Spanien, was weiß ich woher. Und ja, diese Frage kommt häufig auf. Und Eileen und ich, weil dieser Podcast trotz einem nicht fünf Stunden dauern soll, haben uns jetzt vorgenommen, dass wir das mal möglichst schnell von oben nach unten chronologisch abarbeiten. Ich alleine kann das gar nicht so gut, weil ich selber in der Produktion gar nicht so
00:06:19
Speaker
wirklich tätig bin, sondern nur das Drumrum organisiere. Aber auch das ist wichtig. Danke. Ja, danke. Deshalb machen wir das zusammen und wir versuchen das jetzt einfach mal möglichst schnell so im Ping-Pong-Verfahren durchzuektazieren. Wir haben hier eine Stichpunktliste uns vorbereitet, die wir hoffen, dass sie halbwegs komplett ist und dann starten wir einfach mal rein. Ich fange einfach mal an.
00:06:47
Speaker
Und zwar fängt für uns der Prozess eines Comics im Grunde damit an, dass wir die Kataloge aus dem Ausland sichten. Wir kriegen aus Frankreich und aus den USA E-Mails, Newsletter.
00:06:59
Speaker
Printkataloge oder auch einfach Bücher zugeschickt mit Projekten, die uns vorgeschlagen oder angetragen werden. Und wir informieren uns natürlich auch noch selbst. Und da finden wir dann beispielsweise, was ist jetzt ein Projekt, beispielsweise sagen wir mal der große Indienschwindel, weil das irgendwie andauernd vorkommt, sagen wir mal, wir finden dieses Projekt der große Indienschwindel und möchten das haben. Und dann passiert Folgendes.
00:07:20
Speaker
Dann setzt man sich mit dem Originalverlag in Kontakt, denn tatsächlich ist der vorher oder wird er schon vorher in einem anderen Verlag geplant, in dem Fall war es in Frankreich, und fragen die Übersetzungsrechte an, so heißt es dann, und die Veröffentlichungsrechte. Und für die bezahlt man einfach Geld. Es ist wie einkaufen gehen. Man muss jemanden finden, der ihm die Rechte verkauft, und wenn man die dann hat, dann kann man damit weiterplanen.
00:07:44
Speaker
Genau, teilweise gibt es dann noch so eine kleine Auktion auf die eine oder andere Weise, aber nicht immer. Sobald wir die Zuschlag dann bekommen haben oder das Go vom Originalverlag, kündigen wir das Ding an. Also wir planen es erstmal ein für einen bestimmten Monat in unserem Halbjahreskatalog und dann wird das angekündigt. Tatsächlich, während wir das hier aufnehmen, ist das gerade im Laufen, dass wir unser nächstes Halbjahresprogramm ankündigen und dann wissen schon mal alle, dass dieses Buch kommt und es existiert auch auf den Onlineplattformen zum Beispiel.
00:08:13
Speaker
Dann vergeht erstmal sehr viel Zeit. So. Genau. Und wenn sich die Veröffentlichung des Projekts dann nähert, dann sollte man einmal die Übersetzung in Auftrag geben, damit der Text auf Deutsch dann erlesbar ist. Und zum anderen braucht man natürlich die Daten. Das ist mittlerweile alles digital, also das wird wirklich einfach nur im Digitalzufügen bestellt. Dann laden wir uns da eine riesengroße Bilddatei herunter, wo ein Ordner mit alles drin ist.
00:08:43
Speaker
Und da können wir dann weiterarbeiten. Genau, das macht dann unsere Kollegin Marlena, die für uns, also bei uns Grafikerin ist. Und die macht dann das, was wir Aufbau nennen. Das heißt, die nimmt sich quasi ein InDesign-Datei, das ist ein Layout-Programm, und packt danach und nach alle Seiten, also die kriegen wir normalerweise als einzelne Bilddaten, packt die Seiten da rein.
00:09:06
Speaker
packt die Schriften da rein, breitet alles vor, dass die dann im nächsten Schritt der Text in diese Datei eingefügt werden kann. Das passiert im... Lettering, so nennen wir das. Und klingt auch erstmal sehr spaßig, denn man muss wirklich nur den Text, das war ein Fünfer, also ist gar nicht so kompliziert, sollte man meinen,
00:09:25
Speaker
denn die deutsche Übersetzung wird halt in die Sprechdase gesetzt, passt aber auch nicht immer, weil die deutsche Sprache ein bisschen länger ist als zum Beispiel die Englische. Auch die Franzosen sind sehr gut darin, die Sprache abzukürzen. Deswegen darf man da im Text dann immer noch mal ein bisschen rumspielen, um zu gucken, dass alles hübsch aussieht. Genau, da werden dann so triviale Sachen wie das Zeilenumbrüche nicht mitten im Wort sein sollten wichtig oder dass man versucht, dass die
00:09:52
Speaker
Die Speechbubble, die Textblase, so, möglichst gleichmäßig gefüllt ist. Im nächsten Schritt fängt dann auch das an, wo Eileen, es ist eigentlich ein bisschen doof, dass ich das erzähle, aber jetzt kommt die Redaktion. Nämlich, dass unsere Redakteurinnen und Redakteure über den deutschen Text rüberlesen, der schon in Comic drin ist. Das heißt, dass man dann auch den Kontext mit versteht und bei einer langen Serie auch die Vorgängerbände halt noch mit in Betracht zieht und so weiter und so fort.
00:10:20
Speaker
während parallel in der Grafik schon ein finales Cover gebaut wird, ein Impressum erstellt wird und auch ein Vor- und Nachsatzpapier designed wird. Das ist nämlich nicht immer exakt dasselbe wie bei den Franzosen oder bei den Engländern oder bei den Amerikanern. Achtet da mal drauf, Vor- und Nachsatzpapier, das ist das Papier, was auf der Innenseite des Buchdeckels klebt. Also wenn ihr einfach nur das Cover hochhebt, das was dann da zu sehen ist. Und da sind
00:10:49
Speaker
häufig gar nicht so trivial. Genau, parallel passieren dann auch noch Retuschen eventuell, beispielsweise wenn irgendwelche Schilder hochgehalten werden. Genau, da sind Schilder, da geht tatsächlich auch die Redaktion und die Grafik sehr Hand in Hand, weil man auch da oft Dinge übersetzen muss, schauen muss, wie viel Text passt vielleicht überhaupt in diesen Zeitungsartikel rein, der ja im Original Französisch war und uns da auch immer so ein bisschen sich absprechen, wie es hübsch aussieht und wie es aber auch grammatikalisch und rechtschreibtechnisch richtig ist.
00:11:18
Speaker
Danach folgt eigentlich dann auch schon als nächstes die Endkorrektur.
Finale Produktionsschritte und Vertrieb
00:11:22
Speaker
Das heißt, dann ist der Comic eigentlich soweit fertig und wird dann einfach noch mal gelesen in Hinsicht auf... Wirklich, es sind dann auch oft Tippfehler, die sich da eingeschlichen haben beim Umschreiben von Texten. Sowas sollte dann hoffentlich auch noch mal vermuten werden oder auch noch mal...
00:11:36
Speaker
letzte Stellen, die verrutscht sind. Man glaubt gar nicht, was für Kleinigkeiten man da noch mal findet, aber genau, die sollen ja auch ausgemerzt werden. Wenn das dann passiert ist, passieren wieder zwei Schritte gleichzeitig, denn dann schicken wir einmal einen Teil der Datei zumindest wieder zum Lizenzgeber zurück fürs Approval. Die müssen meistens vor allem das Impressum und das Cover und halt die richtige Namensnennung der
00:12:01
Speaker
Leute, die daran ursprünglich beteiligt waren, wichtig. Das heißt, wir brauchen dann eine Zusage von dem Ursprungsverlag, dass wir das so drucken dürfen. Gleichzeitig gehen die Daten auch an Horst, der ist unser Hersteller. Genau, da fragen wir uns eigentlich immer, was da alles an Magie passiert. Wir wissen, dass er die Druckdaten überprüft. Das hat viel damit zu tun, was für Farbwerte
00:12:26
Speaker
in der Datei vorhanden sind und wie das dann auf dem gedruckten Papier wirken wird, also wie dick die Farbe da aufgetragen wird und welche Kontraste entstehen. Und da ist er einfach unser Experte und es ist auch sein eigenes Hoheitsgebiet. Also ich glaube, da können wenige von uns wirklich reinblicken, was genau da passiert. Niemand. Aber trotzdem ein sehr wichtiger Schritt, denn sonst würden viel mehr Fehler bei der Druckerei dann passieren, die dann nämlich der eine anschließend
00:12:55
Speaker
Genau, denn als nächstes kommt dann die Drucklegung. Wenn die Dateien soweit fertig und approved und auch von Horst approved sind, kriegt die Druckerei das Go dazu, die Seiten zu drucken. Das heißt auf Bögen. Sie drucken natürlich nicht einzelne DIN A4 oder was weiß ich Seiten, sondern immer Doppelbögen. Das ist ein relativ kompliziertes Hin und Her. Das macht die Druckerei zum Glück für sich aus. Die arbeiten das dann selber um.
00:13:18
Speaker
Und dann passiert, ja, eigentlich der Hauptteil des Druckens. Das dauert dann so, je nachdem, etwa zwei Wochen. Und als nächstes... Kommt es dann schon zur Binderei, würde ich sagen? Nein. Ach, entschuldigung. Den Schritt haben wir verloren. Das geht aber einen Schritt vorher, glaube ich, bevor... Nee, die Fahnenüberprüfung kommt jetzt als nächstes. Genau, nachdem die Bücher gedruckt sind, kommt die Fahnenüberprüfung.
00:13:43
Speaker
viele raus an uns bzw. an Ross, der noch einmal überprüft, ob bei dem Druck alles rund gelaufen ist. Manchmal passieren dann doch so Fehler, dass etwas verschmutzt ist, falsche Farben da sind, da wird noch mal drüber geschaut, ob das denn alles so in Ordnung ist und ob die Bücher dann danach auch fertiggestellt werden dürfen. Exakt und dann, ja sorry, das war jetzt meine Schuld, das ist meine Notizen, die ich nicht gezeigt habe.
00:14:07
Speaker
Nach der fahrenden Überprüfung, wenn da alles in Ordnung ist, sonst wird natürlich nochmal neu gedruckt, kommt es zum Binden. Das ist nochmal eine andere Firma, die machen dann aus den gedruckten Seiten die fertigen Bücher. Das heißt, die kriegen die Cover, also die Umschläge und die Einzelseiten einzeln angeliefert und fügen das Ganze dann zusammen. Und dann ist das Buch eigentlich fertig. Die nächsten Schritte sind dann nämlich nur noch
00:14:32
Speaker
Genau, die Buchbitterei schickt die Bücher dann direkt zu unserer Verlagsauslieferung. Das ist PPM. Die sitzen nicht hier bei uns in Bielefeld, sondern in Böhrendrupp. Weil viele immer annehmen, dass die Bücher hier bei uns vielleicht vor Ort liegen würden. Das ist leider nicht der Fall. Auch wir müssen uns die Neuerscheinung dann nämlich erstmal hierher bestellen, den Verlag, bevor wir sie selbst in Händen halten können.
00:14:55
Speaker
Das ist immer eine große Frustration, wenn irgendwie die Social Media Präsenzen von irgendwelchen Comic-Läden immer schon posten, dass sie unsere Neuheiten haben und wir sitzen hier mit leeren Händen. Naja, denn im nächsten Schritt PPM liefert die Sachen dann in den Handel und zwar an alles. Also wenn ihr bei uns im Webshop bestellt, kriegt ihr Post von PPM. Wenn der Buchhändler oder Comic-Händler über sein Tool bestellt, kriegt er das von PPM. Und wenn die Großhändler, also die Barsortimente was bestellen, kriegen das auch von PPM.
00:15:25
Speaker
Jedes Buch im Grunde, das ihr von Splitter in Händen halten könnt, ist irgendwann mal bei unserem Vertrieb gewesen. Und lag dort in einem der riesigen Hallen, die sie haben, wo Unmengen an Splitteralpen liegen und darauf warten, an euch hinausgeschickt zu werden. Wenn euch das interessiert, dann schaut mal auf unserer Website. Unter Aktuelles gibt es einen kleinen Artikel mit einem Blick hinter die Kulissen, wie das bei PPM eigentlich aussieht. Da haben wir mal ein paar Fotos und eine kleine Beschreibung geladen.
00:15:53
Speaker
Und damit sind wir durch. Ich guck mal auf die Zeit, das waren jetzt doch fast 10 Minuten. Ja, also wir haben die Zeit nur ums Doppelte überzogen, von dem, was wir uns vorgenommen haben. Ja, gut. Aber jetzt habt ihr auf jeden Fall mal einen Referenzrahmen für das, was wir jetzt noch ein bisschen besprechen wollen, nämlich die genaueren Details von dem, was Aline hier so macht.
00:16:16
Speaker
Dieses Redigieren und Korrigieren klingt eigentlich schon so ein bisschen wie so ein kleiner Traumjob, finde ich immer. Nämlich, dass man einfach Comics lesen kann den ganzen Tag, bevor sie überhaupt gedruckt werden.
Herausforderungen und Freude am Editieren
00:16:29
Speaker
Aber macht das tatsächlich so viel Spaß, wie ich es mir vorstelle?
00:16:33
Speaker
Ja, also doch im Großen und Ganzen schon. Also ich kann mich wirklich für sehr viel begeistern und man muss aber natürlich dazu sagen, dass ich nicht aussuchen kann, was ich lese. Und da ich privat auch teilweise ganz andere Genres lese als hier auf später Verlage veröffentlicht werden,
00:16:47
Speaker
Es ist natürlich trotzdem Arbeit, sich in die Themen hineinzulesen. Vor allem, womit ich mich immer sehr schwer tue, sind historische und sehr technische, wissenschaftliche Comics. Da muss man noch unheimlich viel recherchieren und schauen, ob die zusammenhängig sind und ob
00:17:04
Speaker
bestimmte Begriffe richtig geschrieben sind und da ist es dann wirklich Arbeit. Also es ist dann nicht nur ein reines Lesen, man muss dann wirklich immer oft innehalten. Wir arbeiten sehr viel einfach mit dem Internet, es ist heutzutage super leicht, an Informationen zu kommen und das muss dann aber auch alles abgeglichen werden. Oft reden wir auch einfach noch mal drüber und fragen die Kollegen, ob man es vielleicht besser weiß. Und genau, also deswegen, natürlich macht es Spaß, aber wie gesagt, man muss auch immer mal schauen, welche Comics man hat.
00:17:33
Speaker
Welche Serien machen denn oder welches Genre macht denn am meisten Spaß, wenn Historien und Comics nicht so toll sind? Also für mich persönlich. Ja, für dich persönlich. Ich lese total gerne die Fantasy-Sachen, die machen auch wirklich Spaß zum Lesen. Insbesondere bin ich Fan geworden von den Welten von Aran, also die Elfen, Orcs und Goblins, Magier und auch den Sager der Zwerge.
00:17:56
Speaker
Und da habe ich zum Beispiel das Gefühl, dass ich auch richtig was lerne. Also bei den Zwergen geht es ja manchmal so um Brückenstatik, um Schmiedekunst und das ist so gut recherchiert. Ich freue mich dann immer richtig, wenn ich über, die haben auch alle so besondere Professionen und da nehme ich immer richtig was draußen mit. Also, wenn ihr was über Schmiedekunst und Brückenstatik lernen wollt, wisst ihr jetzt, wo ihr suchen solltet?
00:18:20
Speaker
Oder eine Serie, mit der ich leider gar nicht gut klarkomme, das wäre Prometheus von Christoph Beck. Das ist so ein Mammutprojekt, das hat mittlerweile 20 Bände. Ich bin noch nicht so lange hier im Verlag, ich habe wie gesagt vor zwei Jahren hier angefangen.
00:18:37
Speaker
Letztes Jahr durfte ich Band 17 dann wahrscheinlich lesen und es ist wirklich Arbeit gewesen, erst mal herauszufinden, was da vorher passiert ist, denn diese Geschichte springt unheimlich in den Zeiten hin und her, also spielt in der Vergangenheit, in der Zukunft. Es gibt irgendwie ausgedachte Dinge, aber auch viele technische und wissenschaftliche Sachen und da ist es dann wirklich harte Arbeit, dass die Geschichte auch am Ende noch verständlich ist, weil auch der Übersetzer weiß dann manchmal nicht mehr, was vorher passiert ist und da
00:19:06
Speaker
Ja, da würde es ja vielleicht auch manchmal ein bisschen nervtöten. Aktuell bist du die dienstjüngste Mitarbeiterin hier, sage ich mal. Also nicht um viel, aber du bist jetzt seit etwa zwei Jahren hier.
00:19:19
Speaker
Und ich könnte mir vorstellen, dass das für ein paar unserer Zuhörer auch interessant ist. Als du dann hier angefangen hattest, was hat dich denn da am meisten überrascht? Also du hattest vorher auch noch nicht in einem Verlag gearbeitet, nur in der Lizenzagentur. Was war ganz anders, als du es dir vorgestellt hättest?
00:19:38
Speaker
Ja, das weiß ich tatsächlich noch ganz genau. Ich habe mich darüber gewundert, wie klein der Verlag noch ist. Weil ich habe schon gesehen vorher, was für ein Output der Spitterverlag leistet, wie viele Bücher monatlich erscheinen, habe ich natürlich auch ein bisschen darüber erkundigt. Und dann kam ich hierher und es sind hier drei Büroräume, vielleicht so dreieinhalb.
00:19:59
Speaker
und sechs bis sieben Mitarbeiter. Und da habe ich mich wirklich gefragt, wie ist das möglich? Und da wusste ich aber auch noch nicht, dass zum Beispiel die Übersetzzahler ausgelagert sind. Also die machen alle Auftragsarbeiten für uns. Also die sind hier gar nicht vor Ort. Das erklärt dann schon mal ein bisschen die Größe des Verlags. Auf jeden Fall war ich davon sehr überrascht.
00:20:18
Speaker
Genauso wie der Vertrieb. Also wenn wir die Bücher alle selber noch verschicken müssten, ginge das natürlich nicht. PPM hat glaube ich zu Hochzeiten auch oft mehrere Dutzend Leute über sich im Lager arbeiten.
00:20:29
Speaker
Ja, das fand ich tatsächlich auch ziemlich überraschend und wenn man das an Leuten extern erzählt, ist das auch immer für die eine Überraschung. Aber ich glaube, ist das nicht auch so ein bisschen eine Sache, die generell in der Buchbranche oft so ist, dass die Verlage zumindest oft bedeutend kleiner sind, als man
Splitter Verlags Teamgröße und Effizienz
00:20:45
Speaker
meint? Ja, ich glaube schon, aber wie gesagt, ich habe nicht so viel Vergleich, weil ich war bisher immer nur in anderen Literaturbetrieben unterwegs und auch diesen aber doch.
00:20:52
Speaker
immer kleiner. Also es ist erstaunlich, wie viel wenig Menschen dann doch leisten können. Vielleicht auch aufgrund, dass sich alles so digitalisiert hat. Natürlich sind die Abläufe auch schneller geworden. Früher waren mehr Leute beteiligt, schon allein an so einem Aufbau und so einem Comic. Das geht ja mittlerweile alles sehr schnell. Es geht die Arbeit auch, weil wir relativ
00:21:15
Speaker
eng Hand in Hand arbeiten. Das sind ja sehr eng getaktete Produktionsrhythmen. Also das, was wir gerade beschrieben haben, das ist der Ablauf für uns, also für den Splitter Verlag. Das ist jetzt nicht so eine Blaupause, die für jeden Comic Verlag Deutschlands oder der Welt funktioniert. Also, ich weiß nicht, gerade wenn man jetzt mehr Eigenproduktion hätte, liefe das wahrscheinlich nochmal komplett anders. Das glaube ich auch, ja. Aber das ist bei uns halt größtenteils nicht der Fall.
00:21:42
Speaker
also der andere Hauptaufgabenbereich, Lizenzabrechnungen, ist das tatsächlich so nervtötend, wie ich mir das vorstelle oder habe ich dann so ein schlechtes Bild von? Ja, also das ist schwer zu sagen. Das ist natürlich eine Geschmackssache. Ich finde es nicht nervtötend. Ich mache das sogar relativ gerne, weil es, wie gesagt, auch eine Abwechslung zu den täglich zu lesenden Texten ist und
00:22:07
Speaker
Wenn man einmal weiß, wie es geht, ist es auch relativ einfach. Es sind halt viele Zahlen. Ich arbeite dann viel mit Excel-Tabellen. Und da ist ja so viel möglich mit den Formeln, dass das relativ schnell einem die richtigen Zahlen ausspuckt. Spannend wird es dann immer, wenn mal etwas nicht stimmt und ich dann wie ein kleiner Detektiv den Fehler suchen darf. Und dann freue ich mich auch auf ungemein, wenn ich dann herausgefunden habe, wo jetzt irgendwo eine Komma-Stelle falsch war, weswegen die Rechnung nicht so stimmt, wie sie sein sollte.
00:22:37
Speaker
Und da kann ich mich dann schon dran erfreuen. Also ein bisschen kompliziert wird es tatsächlich mit unseren Eigenproduktionen.
00:22:42
Speaker
Also alle Sachen, die von deutschen Autoren und Künstlern gemacht wurden, weil diese immer so zusammengesetzt sind. Da gibt es dann einen Autoren, einen Zeichner, oft noch einen Szenaristen. Die bekommen alle unterschiedliche Prozentsätze von anderen Themen. Und das muss man dann erstmal auseinanderdröseln. Also so Bilder von Markus Heitz, die Zwerge, da ist auch noch die Agentur von Markus Heitz involviert. Bei Kai Maier, von dem haben wir auch einige Projekte
00:23:09
Speaker
Wie das Wolkenvolk und die Kronen der Sterne. Da hängen dann einfach so viele Leute mit. Es wird so ein bisschen fummelig, da sitze ich dann auch gerne ein bisschen länger dran, um das auseinanderzurechnen alles. Ist aber halt eine wichtige Aufgabe. Ich meine, das ist ja letzten Endes das, was finanziell irgendwo hängen bleibt. Ja, also wir sind glaube ich ziemlich froh, dass das jetzt alles so in einer Hand ist. Zwar vorher glaube ich ein bisschen chaotischer, auch wenn ich damit so gegebenermaßen nicht so viel zu tun hatte.
00:23:34
Speaker
Ich habe dafür andere Fleißaufgaben. Ja, das ist durchaus ein spannender Bereich. Man sollte nicht davor abgeschreckt sein, aber man muss halt schon ein bisschen Lust auf Zahlen haben, sonst ist das vielleicht nicht so. Gut, dass wir da jemanden an der Hand haben jetzt.
00:23:48
Speaker
Ich hatte vorhin kurz erwähnt, dass wir das jetzt veröffentlichen oder aufnehmen, auch im Zusammenhang mit dem digitalen Comic-Salong Erlang.
Auswirkungen von COVID-19 auf Veranstaltungen
00:23:55
Speaker
Unser Messejahr ist dann Corona ja komplett ins Wasser gefallen. Also Splitterverlag ist ja jetzt nicht auf so vielen Messen dabei. Leipziger Buchmesse, Manga Comic Con und halt der Comic-Salong Erlang alle zwei Jahre. Das wäre aber halt dieses Jahr gewesen. Das heißt, wir hätten zwei Messen gehabt in diesem Jahr, die beide nicht stattgefunden haben.
00:24:14
Speaker
Letztes Jahr warst du auf der Manga Comic Con schon mit dabei.
00:24:19
Speaker
Dann erstes Mal, ne? So 2.0 als Besucher dort, genau. Hättest du dich dieses Jahr auch gefreut? Oh ja, auf jeden Fall. Ich war sehr enttäuscht, dass es nicht stattgefunden hat, weil ich mag es total gerne, mich mit Menschen über Comics auszutauschen. Und das habe ich so wie in Leipzig noch nirgends erlebt, also diese vielen Leute, die die Begeisterung teilen und auch einfach da im Stand zu stehen und mit den Menschen über die Comics, die wir produzieren, zu reden, zu schauen, was die interessiert.
00:24:46
Speaker
Da hätte ich mich sehr darauf gefreut, das in diesem Ganon zu erleben. Es geht mir ähnlich. Dieser Trubel und diese Begeisterung, die da so im Raum schwebt für das Thema und dass man so viele Leute trifft, die dann vielleicht auch von irgendwas total begeistert sind, was sie da neu entdecken. Das finde ich immer am coolsten, wenn man dann Leute trifft,
00:25:07
Speaker
Ja, sich so begeistern für das Thema und dann das nach außen tragen. Genau, ja. Sonst hockt man ja immer nur irgendwie hier im Büro oder... Man ist ja auch so ein bisschen in seiner Blase. Man beschäftigt sich ja immer nur mit sich selbst und man weiß selbst, was man über die Comics denkt, aber es ist dann auch mal schön von außen zu hören. Das andere über meine Lieblingsreihe oder so zu sagen. Ja, genau. Was war dein Highlight letztes Jahr? Hast du da irgendwie so ein singuläres Event oder sowas?
00:25:35
Speaker
dass ich mal abends noch im Bett lag und das alles hab Revue passieren lassen. Das war überwältigend einfach. Man ist die ganze Zeit in Aktion und immer passiert was und hat so viele Eindrücke. Kann ich jetzt nicht speziell zu nennen. Ja, man steht ziemlich unter Strom, auf eine positive Art und Weise. Aber das wird mit den Jahren besser. Leider, ja. Hätte ich ja gern dieses Jahr schon verbessert drin, aber gut.
00:25:59
Speaker
Aber andersrum gesagt, es ist auch anstrengend, wenn man auf der Messe arbeiten muss. Gab es irgendwas, was dich richtig genervt hat? Ich muss ehrlich sein, wir sind hier immer ehrlich. Ja, tatsächlich. Er muss aber zu sagen, dass wir als Spitterverlag in dieser Manga Comic Con Halle mit drin hängen.
00:26:15
Speaker
Ich glaube, ich weiß, worauf du hinaus willst. Es ist unfassbar, was da für ein Lärmpegel herrscht. Ich bin dann zwischendurch, hatte ich doch auch mal die Zeit, in die anderen Hallen zu gehen. Und das war so eine Erholung fürs Gemüte und zu den Ohren. Und dann, sobald man in diese Manga-Halle zurückkommt, ist man erstaunt, wie man die Stunden vorher ausgehalten hat. Aber auch das macht das irgendwie aus. Also das vibriert ja richtig dort in dieser Halle. Es lebt so ungemein.
00:26:40
Speaker
Das ist irgendwie ein Gefühl, das ist eigentlich unbeschreiblich. Es ist eine Hass- und eine Liebe. So eine Hass-Liebe. Genau. War das letztes Jahr, dass wir direkt neben diesem Stand waren, der irgendein japanisches Videospiel promotert hat, wo die ganze Zeit Videospielmusik im Hintergrund lief? So K-Pop und so ein Kram? Ich glaube nicht. Das war vorletztes Jahr. Das war heftig. Boah, war das heftig. Ja.
00:27:10
Speaker
aber es lief dann im Kopf weiter, nachdem man die Messerhalle schon verlassen hatte. Oh ja, auch schöne Erinnerungen, auf jeden Fall. Beim Comic-Salon Erlang warst aber noch nicht dabei, oder? Oder warst du mal privat da? Nein, auch nicht.
00:27:25
Speaker
Also der ist natürlich deutlich kleiner als die Manga Comic Con, findet auch nur alle zwei Jahre statt, ist aber eigentlich für die Branche, für die Comic Branche an sich ein bisschen wichtiger. Da ist dann auch Manga und solche Sachen tatsächlich etwas ausgeklammert, also deutlich weniger präsent. Ist auch eine sehr schöne Sache, ganz anderer Vibe. Wie hättest du dir das denn vorgestellt im Vergleich zur MCC?
Erwartungen an den Comic-Salon Erlang
00:27:52
Speaker
Was ist anders, was ist gleich?
00:27:55
Speaker
Ich hätt's mir glaub ich noch ein bisschen familiärer vorgestellt, dass es ein bisschen enger und kleiner ist und es sind ja auf dem Tisch dann nur Comic-Verlage. Also man hat dann nicht so ewig weiten großen Hallen mit den anderen Buchverlagen, was ja auch in diesem Fiesenmarkt einfach ist in Deutschland. Und ich hätt mich einfach auf die Gespräche gefreut. Also so viele Leute, die ich mal kennenlerne, weil das ist vielleicht...
00:28:18
Speaker
Leipzig ist doch sehr gross, sehr hektisch. Ich habe mir einfach vorgestellt, dass Erlangen vielleicht so ein bisschen intimer ist, dass man da mehr Zeit hat, vielleicht mit anderen von anderen Verlagen zu reden.
00:28:27
Speaker
vielleicht auch mehr Zeit mit den einzelnen Kunden zu sprechen, die da an den Stand kommen. Genau, so habe ich es mir vorgestellt und ich hatte tatsächlich auch einfach unglaublich Lust, diese Atmosphäre doch mal aufzusaugen, weil alle davon so schwärmen. Ja. Genau, das konnte ich jetzt leider dieses Jahr nicht erleben. Vielleicht wird es in zwei Jahren nochmal dazu kommen. Gott, hoffentlich. Schön, wie es ist, ja.
00:28:50
Speaker
Ja, das beschreibt aber die Atmosphäre da eigentlich schon ziemlich gut. Also ich war jetzt auch erst einmal da, vor zwei Jahren halt, aber es ist genau der Effekt, den du geschrieben hast. Man lernt halt so viele Leute kennen, die man sonst immer nur per E-Mail oder per Telefon oder von denen man sonst nur mal gehört hat irgendwie, weil die da alle auf relativ engem Raum zusammenhocken.
00:29:14
Speaker
und dann, ja, halt schwatzen vor allem viel. Es ist auch ein bisschen entzerrter, weil man etwas weniger zu tun hat, normalerweise, dass man mehr Zeit hat, um sich die Sachen anzugucken, die denn dort geboten werden. Ja genau, ich wäre auch natürlich mal neugierig, dann bei den anderen Verlagen vorbei zu schauen, da war in Leipzig auch nicht so viel Zeit für.
00:29:32
Speaker
Nee, genau, also das fällt da tatsächlich eher etwas flach. Dafür ist ein Erlang dann mehr Zeit. Gab es irgendein konkretes Ding, auf das du dich gefreut hättest? Irgendeine Zeichnerin, Zeichnerin, die du gerne mal getroffen hättest oder so ein bisschen was?
00:29:46
Speaker
Fan-Girl-mäßiges. Oh nee, tatsächlich nicht, weil ich überhaupt kein Fan-Girl bin. Stattdessen habe ich mich aber sehr eigentlich auf die Stadt gefreut. Ich war noch nie in Erlangen. Ich habe gehört, dass es so wunderschön sei. Ich war eigentlich schon kurz davor, mal zu gucken, was man sich in der Stadt noch anschauen kann. Aber dann wurde es ja klar, dass es nicht stattfinden wird. Dann habe ich meine Träume direkt begraben.
00:30:07
Speaker
Erlang ist sehr, sehr schön. Vor zwei Jahren war das auch schon so, dass Erlang, Quatsch, der Comic-Salon Erlang in Zelten stattgefunden hat. Ähnlich wie das Festival Le Bon Désign in Angoulême.
00:30:22
Speaker
größte, wichtigste französische Comic-Messe ist und das war halt auch fantastisch. Es findet im Sommer statt, normalerweise im Juni, das heißt das Wetter ist schön, man hat dann den ganzen Marktplatz für sich quasi, das ist das Palais Stutterheim glaube ich, wirklich schönes Prachtgebäude, wird dann auch für den Comic-Salon in Beschlag genommen und man hat Blumenwiesen da quasi zwischen unseren Parkanlagen und
00:30:47
Speaker
Man ist echt mittendrin und ja. Klingt fantastisch. Klingt ja wie so ein schöner, großer Comic-Laden mit Kultur. Ja.
00:30:58
Speaker
Ja, klar. Und klar, man kann auch massig viele Comics kaufen dort vor Ort. Viele Verlage planen ja auch extra Veröffentlichungen nur für den Comics, solange er lang oder terminieren das zumindest dahin. Hatten wir auch. Ja, sind ja trotzdem erschienen. Ja, größtenteils. Also ja, sind erschienen oder werden jetzt demnächst noch erscheinen. Fand ich allerdings tatsächlich schade. Wir hätten ja Felix de Lep dabei gehabt, den Zeichner vom Schloss der Tiere, der
00:31:25
Speaker
ein begnadeter Künstler ist, finde ich, und der wirklich nett wirkte, als wir ihn kennengelernt haben. Ja, das wäre für mich so ein bisschen das Highlight gewesen, halt ein paar von den Leuten, die wir eingeladen hätten, mal dann da zu haben. Denn wir treffen die Zeichner und Autoren auch eigentlich fast nie. Also außer bei unseren Eigenproduktionen treffen wir die nie oder haben
00:31:44
Speaker
quasi keinen Kontakt, weil wir das alles über die Verlage einkaufen. Und wenn, dann treffen wir die Kreativen halt vor allem auf solchen Messen. Das ist dann oft cool, weil die auch meistens gut drauf sind und dann kann man sich halt unterhalten mit denen und fachsimpeln und so. Das macht schon Spaß. In zwei Jahren vielleicht. Ja, wollen wir doch darauf hoffen und auch mal schauen, was
00:32:03
Speaker
Was sonst so jetzt zu einem Alternativprogramm zu erlangen entsteht? Vielleicht trägt es diese Furcht und die spannenden Sachen kommen noch daraus. Ja, also diese Social Media Wall, die jetzt aufgezogen wird von den Organisatoren, die bleibt ja auch bestehen. Die ist ja jetzt nicht nur für das Wochenende, wo es gelauncht wird. Ich hoffe, da wird was draus. Wir biegen mal so langsam ein auf die, ja Zielgerader will ich jetzt nicht sagen, aber auf den Teil des Gesprächs, wo ich noch so ein paar Standardfragen an dich habe, aber
00:32:29
Speaker
Obwohl es vielleicht ein bisschen redundant ist, natürlich sollst du trotzdem die Möglichkeit haben, mir oder uns noch eine Frage
Umgang mit der Vielzahl an Comics
00:32:37
Speaker
zu stellen. Ich weiß nicht, was du jetzt für eine Frage an den Verlag stellen könntest, die sowieso schon beantwortet ist. Aber vielleicht hast du ja was im Petto.
00:32:46
Speaker
Ja, ich habe tatsächlich eine Frage, die aber auch gerne an alle, die zuhören, gestellt wird. Wieso gibt es so viele gute Comics und Bücher? Und wann soll man die alle lesen? Weil schon alleine die Splitterbacklist ist so gigantisch, dass ich nicht weiß, wann ich das aufholen soll. Ich arbeite jetzt seit zwei Jahren hier. Ich lese wirklich schon bestimmt ein Drittel unserer Monatsproduktion. Lese ich ja vorab schon, weil das zu meinem Job gehört.
00:33:13
Speaker
Und ich hätte eigentlich gerne noch mehr Zeit die anderen Sachen nachzuholen. Gibt's da irgendwie ein Lese- und Lebensmanagement?
00:33:23
Speaker
Ich wäre der Antwort auch interessiert, auf jeden Fall. Als ich hier angefangen habe, dachte ich auch so, mein Gott, so viel zu lesen, so viel zu lesen. Inzwischen denke ich, mein Gott, so viel zu lesen, so viel zu lesen. Dann unser Archivregal, wo wir halt von jedem, beispielsweise ein Buch, ein Exemplar reinstellen. Das wächst ungemein und ich hatte mir eigentlich, als ich hier angefangen habe, vorgenommen, da einmal die Woche irgendwie eins rauszunehmen, was ich noch nicht kenne. Aber diese Abition habe ich auch schon aufgegeben.
00:33:53
Speaker
auch noch von anderen Comic-Verlagen und es gibt auch noch viele andere Bücher. Den Impuls erinnere ich mich aber auch. Ich sitze ja quasi im Archiv. Das Archiv ist so ein Durchgangsraum bei uns, in dem mein Schreibtisch steht und jedes Mal wenn Gäste auch kommen, die das zum ersten Mal sehen, machen sie 100 pro
00:34:15
Speaker
wenn man jemanden hier einlädt oder wenn ich jemandem von meinem Job erzähle, die erste Reaktion ist Bielefeld, gibt's doch gar nicht. Wenn ich einen Euro hätte für jedes Mal, wo ich den Witz gehört hätte, würde ich jetzt hier nicht mehr arbeiten, sondern wäre in Ruhe stand. Und wenn jemand reinkommt, ist immer die Reaktion, hier möchte ich gerne nachts eingeschlossen werden. Also, ungelogen. Aber eine Nacht reicht da nicht. Nein, eine Nacht reicht da nicht. Und inzwischen denke ich mir auch immer noch, was, ja und dann, das sind 1500 Bücher, wie willst du das denn machen?
00:34:44
Speaker
Ja, wenn jemand eine kluge Idee hat für ein Modus, wie man das aufarbeiten kann, oder schreibt uns doch, was ihr für, wenn ihr auch viel Leser seid, wofür wir natürlich ausgehen, schreibt uns doch mal einen Modus, damit wir vielleicht auf einen grünen Zweig kommen, wie wir unsere, ich glaube, Stapel der Schande soll man nicht mehr sagen. Man sagt nicht mehr Pile of Shame, sondern Books to Read, ich weiß es gar nicht mehr.
00:35:08
Speaker
oder viele sagen auch, glaube ich, den Stapel umgelesener Bücher. Das war's, genau. Oder meine Want-to-Read-List. Das war's, genau. Aber das ist ja bei uns hier wirklich ein Regal. Mehrere Meter. Also seit ich hier bin, habe ich das alleine dreimal umgeräumt, weil nicht mehr genug Platz drin war.
00:35:26
Speaker
Okay. Gut, also dann warten wir gerne gespannt auf Tipps, wie man damit umgeht. Zu viel Lesenmaterial. Und damit würde ich dann dich jetzt noch um ein paar persönliche Leseempfehlungen oder um generelle Medienempfehlungen bitten. Ihr kennt das schon,
Eileens Comic-Empfehlungen
00:35:41
Speaker
ich habe eine kleine Frageliste vorbereitet und wir fangen wie immer an mit drei Comics für die einsame Insel. Empfiehl uns doch mal welche.
00:35:48
Speaker
Ja, ganz aktuell habe ich mir tatsächlich gerade einen bestellt aus zweiter Hand, weil es den nicht mehr im Modell zu kaufen gibt. Und ich fand den sehr passend, weil das ist. Und dann gab es keinen mehr, eine Agatha Christie Adoption. Das ist die Geschichte, wo zehn Leute auf einer kleinen Insel sind und dann einander einander ums Leben kommt. Das ist eine krimle Geschichte. Die hieß ursprünglich mal Zehn kleine Negerlein. Darf man heute nicht mehr sagen.
00:36:18
Speaker
Und soll eine der besten Geschichten von Agatha Christie sein? Ich dachte, ich näher mich dem jetzt gegenüber dem Comic an, weil ich darauf gestoßen bin. Und ja, von der Insel, eine Geschichte über eine Insel. Dachte ich, ist nicht verkehrt. Klingt eigentlich nach so einem typischen Agatha Christie Setup. Also ich muss zugeben, das ist gar nicht so mein Genre. Aber ist das nicht häufig so, dass nach und nach irgendwelche Leute sterben und dann am Ende waren es alle?
00:36:39
Speaker
Beteiligten oder sowas? Ja, so ähnlich. Also tatsächlich ist es, glaube ich, einer der untypischen, da kriegst du die Romanen, weil normalerweise gibt es einen Ermittler und auf der Insel gibt es niemanden, der ermittelt. Das sterben ja auch alle nacheinander. Also ich bin selbst ja gespannt darauf. Ich kenne die Originalgeschichten nämlich auch noch nicht und so hätte ich auch etwas ganz Neues mit auf der Insel.
00:36:58
Speaker
Ach so, wegen Inseln. Na klar, wegen der einsamen Insel, auf der ich bin. Clever, lange Leitung gehabt. Kein Problem. Aber außerdem lasse ich mir, wenn ich auf so einer einsamen Insel bin, damit ich mich vielleicht nicht so einsam fühle, nehme ich mein Buch über Einsamkeit mit. Und zwar aus dem Splitterverlag Amen von Emmanuel Lepage. Die Geschichte spielt auf einem Leuchtturm, der vor der Küste der Britannien liegt.
00:37:23
Speaker
Mit dem Amen. Der heißt so. Der heißt auch so. Und dort gibt es zwei Leuchtturbwärter, also die immer auch im Wechsel, ich glaube die bleiben da immer für drei oder vier Wochen und dann werden die, genau die Schichtwechseln sozusagen. Und da wird dieses Thema Einsamkeit um die unfassbar gut behandelt, auch mit dieser Isolation und ob man sich selbst in die Isolation begibt. Genau das fand ich sehr faszinierend, als ich den gelesen habe. Und außerdem liebe ich
00:37:46
Speaker
Die Zeichnung von Emmanuel Lepage, also wie der Reflektion aus dem Meer wiedergibt, ob ich jetzt auf der einsamen Insel sitze oder nicht, aber in diesem Buch hat er das so toll dargestellt.
00:37:58
Speaker
seine anderen Werke mit drauflegen, weil ich sie einfach alles so faszinierend finde. Also das wäre auf jeden Fall, glaube ich, ein Muss für den Koffer für die Insel. Lepage ist großartig, was so maritime Meereszeichnungen vor allem gehen angeht. Was war das andere? Die Fahrten des Odysseus, oder der Odysseus, je nachdem wie man es lesen will. Genau. Auch einen Roman, einen Graphic Novel über, ja nicht über Seefahrt, sondern es ist eine lose Adaption der Sage. Genau, aber es ist schon, genau, ein großes Motiv ist schon diese
00:38:29
Speaker
mit der Fahrt zu dem Cabriolet. Ah ja, genau. Auch sehr gut. Genau, da hat er viel zu zu bieten zu dem Thema. Genau, mein dritter Comic, da muss ich lange drüber nachdenken, welchen ich da noch mitnehmen würde, wäre dann am liebsten Acklich Monster von Emil Ferris. Tatsächlich. Ja, weil ich, das war ein Comic, der mich in den letzten Jahren am meisten begeistert hat. Und der ist ja auch super umfangreich. Ich glaube, den kann ich dann, egal, ob ich mich auf Zirkensee sitze, den kann ich dann immer nochmal wieder von vorne anfangen und würde jedes Mal was Neues daran entdecken.
00:38:58
Speaker
weil ich den so vielschichtig finde und so interessant. Genau, das war einfach, wie gesagt, aus den letzten Jahren mein Highlight. Das würde ich auf jeden Fall gerne mit dabei haben. Auf Deutsch erschienen bei Panini. Genau. Etwas überraschenderweise zugegebenermaßen. Ja, weil es vom Stil her so was ganz anderes ist. Ganz anders ist es als das Sonstige. Aber da hatten sie wirklich einen guten Riecher. Ich muss zugeben, ich fand den schon sehr gut, aber ich habe da glaube ich nicht so ganz den Zugang zugefunden, warum alle den so
00:39:26
Speaker
stark hypen. Es ist schon eine sehr interessante Geschichte, eine sehr klug gemachte Geschichte und auch ein wahnsinnig interessanter Zeichenstil. Aber ich weiß gar nicht, kannst du irgendwie...
00:39:38
Speaker
warum dich das so begeistert oder mitnimmt? Ja, weil das irgendwie erstmal eine ganz banale Geschichte ist, da ist die Nachbarin gestorben von der Protagonistin und sie versucht dann so ein bisschen herauszufinden, wie es dazu kam, wer damit drinsteckt, aber eigentlich geht es gar nicht darum, es geht vielmehr um sie. Es ist eine Identitätsgeschichte, es ist eine Coming-of-age-Geschichte, eine Coming-out-Geschichte.
00:40:01
Speaker
Und das ist auf so eine, wie du schon meintest, sehr kluge Art gemacht und verarbeitet worden, dass man, also ich habe mich lange nicht mehr mit einer Protagonistin aus so nah gefühlt. Ich fand das, vielleicht ist das auch, also ich möchte dieses Klischee eigentlich nicht aufmachen, vielleicht ist das auch eine Frauensache, vielleicht kann ich mich als Frau besser da hineinversetzen, weil viele der Problematiken, mit denen habe ich mich vielleicht selbst schon mal beschäftigt und fand das dann so gut, dass noch mal so auf dem
00:40:28
Speaker
Ich verstehe. Vielleicht muss ich es auch einfach noch mal in Detail lesen. Ich gebe der Sache noch mal eine Chance. Ja, vielleicht ja auch, wenn du auch noch auf der Insel bist. Wenn ich auch noch auf der Insel bin, genau. Kommen wir mal zur nächsten Frage. Und zwar einen Comic, den du dir wünschen würdest, dass er existiert. Zu einem bestimmten Thema, zu einem bestimmten Sujet, wie auch immer. Einen Comic, der dir irgendwie fehlt, von dem du meinst, dass er existieren sollte.
00:40:54
Speaker
Ja, da meine Leidenschaft ja zum einen bei Literaturadaptionen liegt und auch bei Kindern- und Jugendbuchromanen, hatte ich mir jetzt irgendwie
Wunschadaptionen und Lieblingsautoren
00:41:03
Speaker
vorgestellt, warum gibt es nicht mal so von Michael Endes Romanen Literaturadaptionen, also von Momo, der Wunschpunsch, finde ich grandios oder auch die unendliche Geschichte, auch wenn das ein bisschen umfangreich ist und davon mal so eine richtig gut gemachte Literaturadaption, äh Comic-Literatur,
00:41:23
Speaker
nicht dass ich wüsste, aber das stimmt, die unendliche Geschichte als Comic wäre ein Traum. Also ich stell's mir super toll vor, da kam auch glaube ich vor zwei Jahren so eine Illustrierte-Ausgabe raus, die auch wunderschön ist, aber ja, also irgendwie bietet das schon richtig gutes Grundmaterial für so eine super unterhaltsame Comic-Geschichte. Das würde ich unterschreiben, auf jeden Fall. Ein Comic
00:41:46
Speaker
die nur dir wünschen würdest von einem bestimmten Kreativteam, also Autor, Zeichner oder von mir aus auch noch mehr Leute, wenn du einen bestimmten Koloristen, Koloristin noch im Auge hättest. Ja, diese Frage finde ich echt sehr kompliziert und schwierig. Es fällt mir gar nicht leicht, was zu finden. Ja, das Gefühl habe ich immer, weil ich finde mich ein bisschen interessant. Aber es ist eine spannende Frage. Weil man, also ich weiß nicht, ich nähe mich Comics inzwischen vor allem über Autoren und Zeichner und ich finde es halt interessanter,
00:42:13
Speaker
Also ich lerne bei der Frage immer häufig neue Leute kennen, deshalb stelle ich sie dir auch. Ja, genau. Okay, ich habe oft drüber nachgedacht, natürlich. Und da ich total gerne Comics mag über alltägliche Geschehen und Probleme, habe ich überlegt, dass ich es eigentlich gut fände, wenn zum Beispiel Posey Simmons, die hat ja, oder Simons, die hat Gemma Boveria und Kassandra Dakey geschrieben, also eine Englische.
00:42:37
Speaker
Comic-Künstlerin und vielleicht könnte die einfach mal mit jemandem zusammenarbeiten, der ähnliche Themen behandelt. Zum Beispiel im Splitterverlager haben wir Quentin Soutillon, nennt mich Nathan, und was jetzt bald erscheinen wird, Angarde. Oder wer auch in Amerika sehr berühmt geworden ist, ist die Alison Bechtel mit Fun Home. Also die haben alle irgendwie so ein wunderbares Gespür für Gesellschaft, für alltägliche Probleme und die können so gut beobachten. Vielleicht ist es schön, wenn sich so ein Fecht
00:43:05
Speaker
Da gefällt jetzt noch jemand einer, wenn sie diese Leute mal zusammensitzen und nochmal in so ein Gemeinschaftsprojekt rausbringen würden. Also ich wäre Fan davon. Weil ja, ich mag so gut beobachtete gesellschaftliche Geschichten irgendwie gerne. Und ja, vielleicht können die sich einfach gegenseitig befruchten in den Bienen. Ich weiß auch nicht zu welchem Thema, da habe ich jetzt irgendwie keine genaue Vorstellung. Team würde bestimmt als Einfall. Genau, vielleicht würde da was Gutes bei rauskommen.
00:43:29
Speaker
Super interessanter Ansatz, ja. Ja, cool. Also Alice in Bechtel kannte ich zum Glück schon, aber vielleicht muss ich auch mal Cassandra Dark lesen, wenn du das so empfiehst. Ja, das ist echt super. Die Geschichte ist sehr gut und ich mag aber auch diese unterschiedliche Gesellschaftskritik und wie genau sie die Figuren beobachtet, diese verschiedenen Milieus, das kriegt sie sehr gut hin.
00:43:50
Speaker
Wir gehen mal nahtlos weiter mit Empfehlungen oder Werbung, wie ich das auch so schon nenne. Und zwar empfiehlt uns doch mal was aus unserem Programm.
00:44:01
Speaker
Auch natürlich eine sehr schwere Frage. Ich habe mir, wie gesagt, noch nicht alles gelesen, deswegen muss man erst mal drüber nachdenken. Aber ich habe mich letztendlich dazu durchgeholt, Jeff Lemire an dieser Stelle zu nennen. Wir haben schon sehr viel von ihm veröffentlicht und ich bin so begeistert von der Vielfältigkeit, die der zu bieten hat. Er bedient so viele Genres.
00:44:23
Speaker
Und Jeff Lemire arbeitet immer mit sehr unterschiedlichen Künstlern zusammen, sodass man auch da so viele verschiedene Zeichensstile vorgelegt bekommt. Also wenn man sich mit seinem Werk beschäftigt, dann hat man wirklich eine schöne Auswahl einfach. Und genau deswegen kann ich das auf jeden Fall empfehlen. Man kann natürlich dann auch schauen, was ist mein Interessensgebiet. Ich möchte mit Science Fiction, dann lese ich vielleicht Descender. Bin ich Superhelden-Fan, lese ich Black Hammer.
00:44:48
Speaker
bin ich Horror-Fan, lese ich Gideon Falls. Es ist einfach für jeden was dabei. Es ist egal, was der anfasst. Irgendwie wird es immer gut, auf seine eigene Art und Weise. Das ist schon faszinierend an dem Autor. Das stimmt, ja, auf jeden Fall. Genau, als Redakteurin kann ich sagen, der plottet einfach unglaublich mit Geschichten. Das ist ja schon immer so, dass man irgendwann nachvollziehen kann und sagt, der Geschichtsaufbau, wie der die Erzählstränge zusammenfügt, das ist schon was ganz Besonderes.
00:45:14
Speaker
immer interessante Charaktere. Also, ich hatte bisher noch bei keiner Figur von ihm das Gefühl, dass das so eine totales Abziehbild von irgendwas anderem ist. Und sie sprechen oft auch sehr organisch. Also, ich finde, seine Dialoge sind immer relativ reduziert, nicht so ausschweifend, aber sie fühlen sich so natürlich an. Also, kommt mir zumindest immer so vor, das ist wirklich so... Leute sprechen so, wie er schreibt. Oder andersrum. Ja. Ja, ist auf jeden Fall also etwas, was immer geht, irgendwie.
00:45:44
Speaker
Gib uns eine Leseempfehlung, die kein Comic ist. Ja, da habe ich mal etwas ganz ausgefallenes mitgebracht. Nämlich der Titel ist Was nie geschehen ist von Nadja Spiegelman.
00:45:56
Speaker
Das ist eine Memoire, und zwar von der Tochter von Art Spiegelman, der den Maus-Comic geschrieben hat. Und sie beschäftigt sich in diesen Memoiren mit dem Leben ihrer Mutter und ihrer Großmutter, die beide aus Frankreich kommen. Sie ist selbst in Amerika aufgewachsen, weil ihre Mutter ausgewandert ist und Art Spiegelman geheiratet hat.
00:46:17
Speaker
Und sie hat das auf so eine schöne, geschickte Art gemacht, wie sie mit dem Thema Erinnerung umgeht und auch wie sich Erinnerungen mit dem Leben verändern und auch wie verschiedene Leute unterschiedliche Erinnerungen zu demselben Ereignis haben. Das hat mich irgendwie begeistert und berührt. Also das Buch ist glaube ich auch aus letztes Jahr Schien. Sie ist auch noch relativ jung. Ich glaube sie ist so Anfang Mitte 30. Also dafür erstmal Respekt, dass sie so ein Werk abgeliefert hat.
00:46:44
Speaker
Und natürlich wird auch immer am Rande, immer gerne, deswegen bin ich auch drauf gekommen, immer gerne auch Bezüge zu ihrem Vater hergestellt, der halt Comic-Künstler ist und der sich mit ähnlichen Themen beschäftigt hat, denn der hat damals die Geschichte von seinem Vater, also von Nadja Spiegemens Großvater aufgearbeitet, der halt aus dem Dritten Reich in Deutschland nach Amerika geflüchtet ist. Und das ist natürlich auch spannend zu sehen, wie irgendwie Vater und Tochter ähnliche Themen beschäftigen, aber wie sie
00:47:14
Speaker
Und das hat mich irgendwie sehr berührt. Ich hab das sehr interessiert gelesen, aber ist natürlich jetzt eine sehr spezielle Empfehlung. Also da muss man jetzt wirklich Bock drauf haben. Ich weiß so, aber wie gesagt, es wäre gerne mal so ein Memboaren-Lies und sogar noch einen kleinen Bezug zu Comics haben möchte. Da wäre was nie geschehen, ist von Nettel Spiegelman meine Empfehlung. Magst du mir das mal ausleihen? Ja, gerne. Steht zuhause rum, bringe ich dir mit. Sehr cool. Danke, Ewan.
00:47:41
Speaker
Und dann noch eine letzte Empfehlung hätte ich gern von dir, nämlich eine allgemeine Popkultur-Nerd-Geek-Empfehlung, egal was für ein Medium, was dich in letzter Zeit fasziniert hat, begeistert hat.
00:47:52
Speaker
Ja, ein Crossover-Projekt ist mir da eingefallen. Nämlich, darauf komme ich durch die Amazon-Serie Tales from the Loop. Ich weiß nicht, wer die kennt, das ist so eine Epi. Ich nicht. Das ist auf S, vor ein paar Monaten erschienen. Das ist so eine episodenhaft erzählte Geschichte von so einem kleinen Ort.
00:48:12
Speaker
wo so ein Wissenschaftslabor ist und wo viele technische, aber sehr verrottete Gegenstände rumstehen. Und das ist irgendwie ganz interessant gemacht und das Spannende an dieser Serie ist, jetzt kommt man eigentlich an einen Tipp, die beruht auf einem Bildband von einem Künstler aus Schweden, der Simon Stalenhag heißt.
00:48:33
Speaker
Und der hat nämlich episonhafte Pichten geschrieben und anhand von diesen Bildern, die er gezeichnet hat und die nämlich diese Elemente wieder aufgreifen. Das sind wunderschöne Landschaftsbilder, in denen aber immer diese abstrakten technischen Roboter, Maschinen und so auftauchen. Und diese Bildgewalt finde ich so spannend und ich kann aber auch beides empfehlen. Also auch die Serie hat sich das Material genommen und das umgesetzt und noch mehr Erzählungen darum rumgebaut worden in seinem Buch.
00:49:03
Speaker
Es ist tatsächlich eher so kleine, visionhafte Texte und die haben die Geschichte noch ein bisschen ausgeweitet. Ich glaube, das ist so was ich aktuell echt spannend finde.
00:49:15
Speaker
Ich hab mir auch noch ein zweites Buch von ihm schon geholt, das heißt die Electric State. Das soll noch ein bisschen wissenerzählerischer sein, aber der Zeitungsvieh von ihm ist auch unglaublich. Und wer jetzt aber, wie gesagt, ist kein Comicist, was illustriert ist. Eigentlich ein Bildband oder eine Bilderzählung. Alter, super spannend. Kann ich dir auch ausleihen. Ja, ich glaub der wird, der werde ich auch nie drauf gekommen. Sonst, wie kommt man auf sowas?
00:49:38
Speaker
Ne, cool, vielen Dank. Dann darfst du dir zum Schluss noch eine Sache wünschen, die jeder Gast hier in dem Podcast einen Nerd-E-Pop-Kultur-Wunsch, den du jetzt freierst, egal was es ist. Wenn du einen Wunsch hättest, was wäre das? Oh ja, ich hätte unglaublich gerne einen gut sortierten, kundenfreundlichen Comic Laden hier in Bielefeld. Wir sitzen hier in Bielefeld als Comic-Buchverlag und es gibt keinen, meiner Meinung nach, vernünftigen Comic-Buchladen.
00:50:08
Speaker
Das tust du wahrscheinlich trotzdem, aber ist okay. Es gibt ein paar sehr kleine Comic-Läden mit schlechten Öffnungszeiten hier. Das ist allerdings wahr. Sehr kleine Auswahl. Und ich würde mir einfach in der Innenstadt einen wirklich gut zugänglichen und super Auswahl Comic-Laden wünschen. Ja, das fehlt mir ein bisschen. Falls ihr Lust darauf habt, ich wäre ein regelmäßiger Kunde. Ich auch. Also zwei Kunden sind schon mal im Stamm. Los geht's.
00:50:38
Speaker
Super. Damit, glaube ich, machen wir einen kleinen Rap an der Stelle. Vielen lieben Dank, Aline, dass du dir die Zeit genommen hast, hier mitzumachen. Ich hoffe, ihr hattet einen kleinen oder auch größeren Einblick, so einen ersten Einblick hinter die Kulissen. Mir hat das auf jeden Fall Spaß gemacht, auch mal zu versuchen, das alles so ein bisschen zu... Weiß nicht, ich habe noch nie versucht, das so zu ordnen in meinem Kopf, was wir hier eigentlich tun. War eigentlich auch mal ganz interessant. Ja, auf jeden Fall.
00:51:06
Speaker
Wenn ihr Interesse daran habt, noch ein paar Mehrlese-Empfehlungen, Crossover oder wie auch immer, von Eileen zu haben, du hast einen kleinen Instagram-Account, meine ich. Ja, noch nicht lange, aber es macht mir Spaß auch mal außerhalb vom Beruf.
00:51:21
Speaker
etwas zu schreiben. Genau, wo auch tatsächlich nicht nur Comics, sondern alles Mögliche drin vorkommen. Add Lesefragmente. Ja, wie man geschrieben, wie man's spricht. Genau, ohne irgendwelche Zeichen dazwischen. Einfach klein geschrieben. Lesefragmente. Und uns könnt ihr natürlich auch folgen. Add Splitter Verlag. Auch geschrieben, wie man's spricht. Auf Facebook, Instagram und Twitter.
00:51:43
Speaker
Lasst uns Kommentare da, Anregungen, Kritiken, Vorschläge, was auch immer. Lasst uns sehr gerne ein Abo da, wenn euch gefallen hat, was ihr hört. Und schaut vorbei beim Comic-Salon Erlang digital. Hashtag cse-digital und auf der Website des Comic-Salon Erlangs. Sollte sich eigentlich einfach finden lassen. Vielen lieben Dank fürs Zuhören und wir hören uns beim nächsten Mal.