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#6 Chaos in Freundschaften - Wie viel ist zu viel?

FrittenFunk
FrittenFunk

82 plays · Jun 18, 2025

Transcript

Speaker: Willkommen hier beim Frittenfunk, oh ja!

Speaker: Oh yeah!

Speaker: Die Ohren spitzen, es geht gleich los.

Speaker: Na klar!

Speaker: Ganz ruhig, ganz locker, wir starten geschwind.

Speaker: Der Frittenfunk läuft, also sei jetzt gespannt.

Speaker: Hallöchen, herzlich willkommen zurück beim Frittenfunk, dem Podcast für Freundschaft, Gefühle und Frittenmomente.

Speaker: Heute geht es um Chaos.

Speaker: Also innerlich, äußerlich, emotional.

Speaker: Nora ist da im mentalen Jogginganzug.

Speaker: Und Maren sowieso mit einem Thermobecher voll Empathie.

Speaker: Wir freuen uns, dass ihr da

Speaker: Ich würde sagen, wir starten direkt mit dem Mutmoment der Woche.

Speaker: Ich habe ungefragt jemandem meine Nummer gegeben.

Speaker: Weil ich mit der Person ab und zu Kontakt habe, aber eher ein bisschen kompliziert.

Speaker: Nicht in einem romantischen Sinne.

Speaker: Also es ist nicht, dass es in einem romantischen Sinne jemandem ihre Nummer gegeben hat.

Speaker: Aber sie hat jemandem ihre Nummer gegeben, ohne dass er sie danach gefragt hat.

Speaker: Krass, gell?

Speaker: Ich habe letzte Woche beim medizinischen Dienst angerufen.

Speaker: Oh ja.

Speaker: Nämlich.

Speaker: Ich hätte nämlich schon lange einen Termin haben sollen für die Höherstufung meines Pflegegrades.

Speaker: Und aus irgendeinem Grund, den ich mir nicht erklären kann, hat das nicht funktioniert mit den Telefonaten.

Speaker: Und dann musste ich da anrufen und das denen sagen.

Speaker: Und die nächsten Schritte abklären.

Speaker: Das war nice.

Speaker: Also...

Speaker: Mutig.

Speaker: Ja, für mich mutig.

Speaker: Ja gut, dann starten wir auch direkt in unser Thema ein.

Speaker: Wie viel Chaos darf man in Freundschaften zeigen?

Speaker: Also, Also, vielleicht erstmal so zu Beginn ein bisschen, was bedeutet Chaos für

Speaker: Chaos ist für mich, glaube ich, also hat wie...

Speaker: hat viele verschiedene Facetten, die du vorher im Intro auch schon angesprochen hast.

Speaker: Innerlich, äußerlich, emotional.

Speaker: Also für mich gibt es Chaos in, das andere Leute nicht unbedingt sehen, wenn man sich überfordert fühlt zum Beispiel oder gerade Schwierigkeiten hat, Prioritäten zu setzen oder keinen bestimmten Plan hat, wie es für einen weitergeht.

Speaker: Äußerliches Chaos ist für mich zum Beispiel, wenn die Wohnung unaufgeräumt ist oder

Speaker: wenn man Dinge vergisst.

Speaker: Und emotionales Chaos ist für mich irgendwie, wenn wenn die rationale Seite und die emotionale Seite nicht übereinstimmen, was Einstellungen oder Meinungen im eigenen Kopf angeht.

Speaker: Wenn ich rational weiß, ich muss eine Entscheidung treffen, sie aber emotional eigentlich gar nicht treffen möchte, das ist für mich krasser Zulassung.

Speaker: Krasses Chaos im Kopf.

Speaker: Natürlich auch, also so ganz allgemein, so Alltagsverpeiltheit ist für mich auch Chaos.

Speaker: Nee, das kenne ich gar nicht.

Speaker: Ja, ah, nee, kennen wir gar nicht.

Speaker: Weiß ich überhaupt nicht, was das ist.

Speaker: Ich kann mir prima Sachen merken und ich komme immer voll gut.

Speaker: Weißt du immer, wo deine Medi-Blister sind?

Speaker: Ja, deine 25 Medi-Blister.

Speaker: Schon gut.

Speaker: Theoretisch hatte ich mal 21, aber ich habe nicht mehr 21.

Speaker: Jetzt sind es noch 5.

Speaker: Nee, das stimmt nicht.

Speaker: 6.

Speaker: Nee, das sind mehr, aber ich habe halt 3 Sonntage und... Ja gut.

Speaker: Ja.

Speaker: du dich gerade chaotisch?

Speaker: Ja.

Speaker: Schon seit Wochen.

Speaker: Aber eigentlich würde ich sagen, ich fühle mich immer chaotisch.

Speaker: Aber eher innerlich als äußerlich.

Speaker: Also ich glaube, ich habe ganz gut hingekriegt, dass... Okay, zumindest für die meisten Leute, dass du weißt, dass ich auch äußerlich chaotisch bin.

Speaker: Das ist klar.

Speaker: Also, dass ich Termine vergesse oder...

Speaker: Wenn heute Morgen haben wir miteinander telefoniert, dann hat das Telefonat abgebrochen.

Speaker: Ich habe geguckt, ob das Telefonat abgebrochen ist und dann habe ich einfach instant vergessen, wieder zurückzurufen.

Speaker: Und habe einfach weitergemacht mit dem, was ich halt sonst gerade gemacht habe.

Speaker: Nicht irgendwie absichtlich, ich habe es einfach vergessen.

Speaker: Ich habe es einfach nicht auf die Latte gekriegt, dann einfach wieder anzurufen.

Speaker: Und das nicht, weil ich Angst habe, dich anzurufen.

Speaker: Sondern einfach weil ich halt verpeilt bin.

Speaker: Das ist einfach so passiert.

Speaker: Das ist einfach so passiert.

Speaker: Das ist so anstrengend.

Speaker: Aber ich fühle mich natürlich auch viel bedingt durch die ADHS sehr sehr oft stark chaotisch.

Speaker: Weil in meinem Kopf auch einfach immer

Speaker: 42 offene Tabs sind, in 11 von denen läuft Musik und ich weiß nicht in welchen und irgendwo kommt noch keine schöne Musik, irgendwelche blöden Ohrwürmer.

Speaker: Irgendwo kommt noch so, nee, du musst das neue Virus-Virenprogramm noch updaten und start doch mal den PC neu.

Speaker: Dauert etwa drei Minuten.

Speaker: Dauert drei Minuten.

Speaker: Kann man doch gleich jetzt machen oder in fünf Minuten.

Speaker: Oder in einer Stunde geht auch.

Speaker: Also in meinem Kopf ist immer Chaos.

Speaker: Aber im Moment finde ich das Chaos noch schlimmer als sonst.

Speaker: Ja.

Speaker: Bisschen.

Speaker: Wir möchten heute mit euch ein bisschen darüber sprechen, wie viel man einem Freund zumuten kann.

Speaker: Wie viel Chaos, egal um was für Chaos es sich jetzt handelt,

Speaker: wie man mit Momenten umgeht, in denen man sich vielleicht zu viel fühlt durch das selbst wahrgenommene Chaos und vielleicht auch der anderen Person ein paar Tipps an die Hand geben, wie die sich verhalten kann, um das Chaos der anderen Person besser wieder zu ordnen oder was man auch tun kann, um sich selbst zu schützen, wenn der andere mitten im Chaos versinkt oder zu sinken scheint.

Speaker: 20 Stunden

Speaker: Gibt's Momente in unserer Freundschaft, wo du das Gefühl hattest, du bist zu viel für mich?

Speaker: Was bedeutet Chaos für dich?

Speaker: Oh, schwierig.

Speaker: Schwierig.

Speaker: Also, mein tägliches Problem ist das, äh,

Speaker: alltägliche Chaos Leben ist ein Chaos?

Speaker: Ich weiß auch nicht so recht, aber irgendwie irgendwie ich bin eigentlich von der früheren Maren gewohnt, dass sie so sehr strukturiert ist, durchgeplant, alles im Griff hat und

Speaker: irgendwie funktioniert es schon seit längerem nicht mehr so gut.

Speaker: Also auf jeden Fall, seit wir uns kennen.

Speaker: Aber auch schon ein bisschen davor, bin ich mir sicher.

Speaker: Ich habe aber immer noch das Selbstbewusstsein, als würde ich das hinkriegen.

Speaker: Was ich super interessant finde, weil du hast in keinem Bereich deines Lebens irgendwelches Selbstbewusstsein.

Speaker: Aber, wenn es darum geht, kann ich mir merken, ja, ja, klar, muss ich mir nicht aufschreiben, brauche keinen Zettel.

Speaker: Ja, das ist so ein bisschen, bisschen, ja, weiß ich nicht, wie Alltagschaos habe ich, ich habe mich auch schon dran gewöhnt, das finde ich manchmal ein bisschen gruselig, wenn ich so selber merke, weiß ich nicht, das Chaos, was sich Leben nennt, ähm, hat es schon so weit geschafft, dass ich, äh,

Speaker: gar nicht mehr schockiert bin, wenn ich mittlerweile viele Sachen einfach auf den letzten Drücker mache, weil so kenne ich mich selber nicht richtig.

Speaker: Nee, das darfst du gar nicht machen.

Speaker: Das bin ich eigentlich nicht.

Speaker: Ich habe immer so, weiß ich nicht, wenn ich jetzt an Schule oder Studium denke, habe ich immer noch ganz viel Profe eingeplant.

Speaker: Beim Lernen zum Beispiel, weil ich halt für die Prüfungen habe ich immer Profe eingeplant, weil ich in der Zeit voll viel Migräne hatte und dann war für mich immer klar, also mein Plan ist nicht bis zum

Speaker: letzten Tag oder in der letzten Woche vor den Prüfungen alles reinzuballern, weil das geht im Zweifel nicht.

Speaker: Und mittlerweile ist es aber so, dass ich irgendwie bei vielen Sachen nicht mehr so richtig in die Pötte komme und dann irgendwie...

Speaker: Also für mich gefühlt aus Versehen passiert, dass ich Sachen auf den letzten Drücker machen muss.

Speaker: Ja, aber ich glaube, das ist auch wegen den Auswirkungen, die die Sachen haben.

Speaker: Also ich glaube, wenn du jetzt irgendwie was machen möchtest, was dein ganzes Leben verändern könnte, zum Beispiel wenn du nochmal eine Bachelorarbeit schreiben würdest, würdest du die nicht auf den letzten Drücker schreiben.

Speaker: Nee, wahrscheinlich nicht.

Speaker: Aber das sind halt... Weiß ich nicht.

Speaker: Das sind Dinge wie Medis holen oder was weiß ich, Wäsche waschen.

Speaker: Aber da passiert nichts, wenn du es auf den letzten Drücker machst.

Speaker: Ist ja egal.

Speaker: Es ist halt für dein Gefühl nicht gut, aber im Prinzip ist es egal, wann du es machst.

Speaker: Du bist die Einzige, die dann vielleicht kurzzeitig Auswirkungen davon hat.

Speaker: Es gibt keinen Druck von außen.

Speaker: Sondern wenn, dann bin ich halt der Trottel, der es halt nicht hingekriegt hat.

Speaker: Und sich dann Druck macht.

Speaker: Unnötig.

Speaker: Ja.

Speaker: Ich brauche schon immer Druck zum Arbeiten, egal was ich machen muss.

Speaker: Ich fand es ganz furchtbar.

Speaker: Ich konnte noch, ich war noch nie in der Lage, ich habe mein Abitur gemacht, ich habe eine Ausbildung gemacht, mache jetzt ein Studium und ich war noch nie in der Lage, frühzeitig irgendwas zu machen.

Speaker: Also dass ich sage, okay, ich mache heute fünf Karteikarten und morgen mache ich fünf Karteikarten.

Speaker: Dann muss ich nicht drei Tage vorher alle 147 Karteikarten machen.

Speaker: Trotzdem mache ich in den letzten drei Tagen alle 147 Karteikarten und gehe dann in die Klausur.

Speaker: Ich weiß gar nicht, wie sich das anfühlt, gut vorbereitet irgendwo reinzugehen.

Speaker: Also, weil ich in den meisten Fällen nicht gut vorbereitet bin, weil ich auch einfach nicht genug Zeit hatte.

Speaker: Aber auch sonst in der Ausbildung und in der Schule habe ich schon...

Speaker: Hausarbeiter und sowas so am Tag vorher oder zwei Tage vorher geschrieben.

Speaker: Egal, wie viele Seiten ich abgeben musste.

Speaker: Und dann arbeite ich halt quasi die Nacht durch, mache mir aber schon Wochen vorher Gedanken, dass ich eigentlich anfangen sollte, obwohl ich weiß, ich fange ja nicht nicht an.

Speaker: So geil.

Speaker: Mach mir Druck, fange aber nicht an.

Speaker: Und was ich am allermeisten daran hasse, ist, dass ich reflektiert genug bin, um diese Situation zu erkennen und einschätzen zu können, sodass ich es eigentlich super gut planen könnte für alle kommenden Dinge, aber es läuft trotzdem jedes Mal gleich.

Speaker: Ja, und so bin ich eigentlich nicht und das ist für mich Chaos, weil ich

Speaker: Keine Ahnung, wenn ich dann auch so merke, dass sich das in meinem Leben irgendwie verändert hat, komme ich manchmal selber noch gar nicht drauf klar.

Speaker: Auch wenn ich irgendwo einen Termin habe oder so, dann bin ich eigentlich die, die meistens eine halbe Stunde vorher da ist, dann noch 20 Minuten im Auto sitzt und dann 10 Minuten zu früh reinläuft, irgendwo reinläuft, wo der Termin ist.

Speaker: Hallo, hier bin ich.

Speaker: Und ich kann mich an letzte Woche erinnern, da habe ich, bevor ich zur Physiotherapie gegangen bin, habe ich Luna bei dir vorbeigebracht und dann haben wir irgendwie gequatscht und dann war es so, ich weiß gar nicht mehr.

Speaker: Also du warst sieben Minuten vor deinem Termin noch hier.

Speaker: Ja, also ich meine, es ist nicht weit von hier, es sind so drei Minuten wahrscheinlich.

Speaker: Aber du musst ja auch noch runterlaufen und dann dort aussteigen und so.

Speaker: Also es war schon knapp und das ist sehr ungewöhnlich für mich.

Speaker: Das ist für mich Chaos.

Speaker: Emotionales Chaos weiß ich nicht.

Speaker: Gibt es Gefühle in meinem Leben auch schon immer.

Speaker: Aber ich finde, da ist der Unterschied zwischen dir und mir, dass du schon weißt, dass es emotionales Chaos gibt, aber benennen kannst du es nicht.

Speaker: Also genau sagen können, was für Gefühle in dir vorgehen.

Speaker: Oder zu sagen, zwischen was du schwankst oder sowas.

Speaker: Du weißt nur, es gibt so ein inneres Unwohlsein mit der Situation, das meistens getriggert ist durch Harmoniebedürftigkeit.

Speaker: Und dann weißt du aber nicht, was du tun sollst.

Speaker: Weil du die Gefühle, die du hast, nicht mal benennen kannst.

Speaker: Ich kann meine Gefühle sehr gut benennen.

Speaker: Bei mir ist es der Umgang mit den Gefühlen, was bei mir das Chaos auslöst.

Speaker: Weil ich meistens...

Speaker: sehr, sehr viel und sehr viele verschiedene Dinge fühle.

Speaker: Und ich habe das Gefühl, ich habe meine Gefühle einfach so vor 15 Jahren ausgeschaltet.

Speaker: Und ich schaffe es auch nicht, wieder anzuschalten.

Speaker: Ich bin auch manchmal unschlüssig, ob ich das will oder nicht.

Speaker: Einerseits schon ein bisschen, andererseits weiß ich nicht, ob mir das nicht vielleicht ein bisschen zu viel ist.

Speaker: Ich frage mich auch und ich würde mich voll freuen, wenn ihr uns da eine Zurückmeldung geben würdet.

Speaker: Ist das so ein Inni-Ding, dass man eher weniger...

Speaker: vielleicht fühlt oder, also ich weiß nicht so richtig, ich will nicht sagen, du bist gefühlskalt, weil das stimmt nicht.

Speaker: Ich weiß schon, dass du fühlst, aber dass du Gefühle auf jeden Fall anders wahrnimmst als andere Menschen.

Speaker: Und ich als ambivertierter, manchmal extrovertierter Mensch, je nach Situation, fühle halt enorm viel.

Speaker: Und immer alles super stark.

Speaker: Was auch mega belastend ist.

Speaker: Ich wünschte manchmal, ich könnte das einfach abgeben.

Speaker: So ein Spisschen, weißt du, die Hälfte meiner Gefühle an dich abgeben.

Speaker: Puh, mein sicher.

Speaker: Ich glaube, das schmeckt zu viel.

Speaker: Ja, schön.

Speaker: Ja, aber keine Ahnung.

Speaker: Ich weiß es auch gar nicht.

Speaker: Ich habe oft das Gefühl, also... also... Ich habe oft den Eindruck, dass es nicht...

Speaker: was mich in einem Zustand irgendwie fühlen lässt, sind oft auch vielleicht gar nicht Gefühle selber, sondern eher so rationale Argumente, Fakten.

Speaker: Ja.

Speaker: Die dann irgendwie Unsicherheiten auslösen.

Speaker: Zum Beispiel, wenn Maren dran denkt, dass sie in drei Tagen irgendwas abgeben muss oder so, dann ist es Unwohlsein, das sie fühlt.

Speaker: Am allerersten.

Speaker: Mhm.

Speaker: Anstatt irgendwie Angst, dass was passiert, wenn sie es nicht rechtzeitig fertig macht.

Speaker: Oder, was weiß ich, Nervosität, dass sie es nicht gut macht.

Speaker: Oder ich hätte dann 15 Gefühle im Kopf, die ich benenne könnte, wo ich sagen kann, genau deswegen geht es mir jetzt scheiße.

Speaker: Und Maren ist halt so, ich fühle mich irgendwie komisch heute.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber was genau, weiß ich jetzt auch nicht.

Speaker: Es ist komisch.

Speaker: Es ist komisch.

Speaker: Es ist nicht so wie sonst.

Speaker: sondern anders.

Speaker: Also sonst ist quasi nichts fühlen.

Speaker: Genau.

Speaker: Und heute fühle ich schon was, aber es ist unangenehm.

Speaker: Ich mag es nicht.

Speaker: Mach, dass das aufhört.

Speaker: Ja.

Speaker: Hast du deswegen manchmal das Gefühl, dass es zu viel ist?

Speaker: Also dass dein, ich sag mal, wenig sein

Speaker: Das hört sich auch blöd an.

Speaker: Aber Machst du dir Gedanken darüber, wie ich damit umgehe?

Speaker: Nee, das wäre ja auch schon wieder Gefühle.

Speaker: Nee, manchmal.

Speaker: Das kommt ein bisschen drauf an.

Speaker: Ich weiß nicht, ob ich das gut erklären kann, aber... Also, ich habe schon...

Speaker: öfter mal die Gedanken, dass ich mir überleg, ist das gerade nicht zu viel?

Speaker: Bin ich gerade nicht zu viel, aber, ich glaub, anders, wie du das denken würdest.

Speaker: In was für Situationen hast du das Gefühl, zu viel zu sein?

Speaker: Als ich ins Krankenhaus musste und ich wusste, du musst auf Luna aufpassen.

Speaker: Obwohl ja dann nicht du das bist, was mir zu viel ist.

Speaker: Oder zu viel sein könnte.

Speaker: Aber die Tatsache, dass ich dann in dem Moment quasi handlungsunfähig bin und nichts daran tun kann, wenn du jetzt sagen würdest, keine Ahnung, am dritten Tag, als ich im Krankenhaus war, wenn du da morgens aufwachst und sagst, mir geht's halt so beschissen, ich kann nichts machen, ich kann mich nicht bewegen, ich bleib hier halt liegen, dann sitze ich im Krankenhaus und kann nichts dagegen tun.

Speaker: Ja, aber du weißt immer, dass wenn so ein Tag eingetreten wäre, dann habe ich auch immer noch einen eigenen Hund, der auch raus muss zum Beispiel.

Speaker: Ja, das ist aber egal.

Speaker: Das spielt in meinem Kopf keine Rolle.

Speaker: Weil ob ich jetzt den Furz dabei habe oder nicht, ist für mich jetzt kein so großer Unterschied.

Speaker: Ja, ich weiß.

Speaker: Das sagst du immer, aber... Ja, aber weil das ist halt so.

Speaker: Naja, aber es ist für dich halt belastend.

Speaker: Für mich ist die Situation nicht belastend, weil ich auf Luna aufpassen muss, sondern weil ich mir Sorgen mache, weil meine beste Freundin im Krankenhaus liegt.

Speaker: Also es geht mir nicht darum, dass ich dann denke, oh fuck, jetzt habe ich eine Woche den Hund an der Backe.

Speaker: Sondern das ist dann halt meine Anforderung an mich selber als Freundin, dass ich dich quasi jeden Tag besuchen komme, dass ich schaue, dass du Essen hast, dass dir schmeckt, damit du diesen Krankenhaus-Fraß nicht in dich reinstopfen musst.

Speaker: Ich will wissen, wie du deine Behandlung verträgst, ich will wissen, wie es weitergeht, ich mach mir dann Sorge.

Speaker: Das ist das, was für mich dann viel ist.

Speaker: Aber das ist ja weitestgehend ein Me-Problem.

Speaker: Und ich weiß auch, dass es dir genauso gehen würde, wenn ich im Krankenhaus wäre, dann wäre für dich absolut... Es steht außer Frage, dass du auf Juro aufpasst.

Speaker: Das ist ganz klar.

Speaker: Als ich letztes Jahr im Krankenhaus war, in der Woche hast du auch auf Juro aufgepasst.

Speaker: Und da musste ich nicht extra fragen, kannst du auf Juro aufpassen?

Speaker: Ja.

Speaker: Natürlich habe ich mich unfassbar schlecht gefühlt.

Speaker: Zu der Zeit hattest du selber noch keinen Hund und musstest dann auch mit meinem Hund raus.

Speaker: Und das hat deinen Alltag komplett über der Haufe geworfen, weil also keinen Hund zu haben oder Hiro bei sich zu haben, ist ein großer Unterschied.

Speaker: Ich kann mich noch daran erinnern, er hat Steine auf meinen Likoden zu fressen.

Speaker: Ja, gut.

Speaker: Supplements und so.

Speaker: Vielleicht könnten wir Hiro auch mal so einen Instagram-Account machen, so Tipps von Hiro, wie man auf seine Gesundheit achtet.

Speaker: Ist manchmal ein Kieselstein, aber das war

Speaker: Das tut ganz gut.

Speaker: ist.

Speaker: Das ist mit Sicherheit viel für die Zeit, in der es dann so ist, aber

Speaker: Ich weiß nicht, das ist so... Ja, aber dann ist es halt so.

Speaker: Dann ist jetzt halt meine Woche richtig hart.

Speaker: Und dann ist ja auch alles wieder mehr oder weniger back to normal.

Speaker: Ja, also ich hab... Ja, das stimmt irgendwie, ist mir grad so aufgefallen, also ich hab selten bzw.

Speaker: nie das Gefühl, dass meine Gefühle zu viel sind.

Speaker: Weil, welche Gefühle?

Speaker: Dafür müsstest du sie halt auch kommunizieren, um das Gefühl zu haben, dass sie zu viel sein könnten.

Speaker: Das ist der Punkt, wo ich immer das Gefühl habe, ich bin zu viel.

Speaker: Weil ich weiß, Maren hat schon Schwierigkeiten, ihre eigenen Gefühle anzunehmen, sie zu benennen, sie zu kommunizieren.

Speaker: Und dann belabere ich sie unter Umständen stundenlang mit meinen Gefühlen.

Speaker: Und denkt mir permanent, was tue ich ihr damit eigentlich an?

Speaker: Ich weiß, dass sie noch weniger mit meinen Gefühlen umgehen kann, als ich selbst.

Speaker: Weil sie die Fähigkeiten bei sich ja schon nicht hat.

Speaker: Wie soll sie denn mit meinen Gefühlen umgehen?

Speaker: Ich weiß auch, dass es ihr unfassbar schwer fällt, darauf was zu sagen.

Speaker: Und ich weiß, dass wir beide hart daran gearbeitet haben, weil wir da viel auch drüber sprechen, dass wir auch einfach sagen können, ich weiß nicht, was ich sagen soll.

Speaker: Mir fällt nichts ein.

Speaker: Und ich weiß, weil Maren ist eher so ein Handlungsmensch.

Speaker: Also wenn jemand ihr sagt, mir geht es nicht gut, dann würde sie gern was tun aktiv, was das Befinden von dieser Person verbessert.

Speaker: Zum Beispiel, kauf mir dieses und jenes.

Speaker: Bastel mir irgendwas.

Speaker: Ruf mich an.

Speaker: Komm vorbei.

Speaker: Was auch immer.

Speaker: Wenn es aber in dieser Hinsicht nichts gibt,

Speaker: ist diese Situation für Maren fast nicht auszuhalten.

Speaker: richtig.

Speaker: Und die Situation, in denen ich vor allem auch im Moment wieder stecke, verlange von Maren sehr, sehr viel ab und mir ist das bewusst.

Speaker: Und auf der anderen Seite denke ich mir, aber ohne sie schaffe ich es halt nicht.

Speaker: Also ich habe so das Gefühl, ich will sie eigentlich nicht belasten

Speaker: obwohl es sie auch belaschen würde, wenn ich sie nicht aktiv erzählen würde, weil ich glaube, wir sind an einem Punkt, wenn du mich morgens FaceTimest und mein Gesicht siehst, weißt du ganz genau, wie es mir geht.

Speaker: Und Maren ist wahrscheinlich die einzige Person in meinem Leben, bei der ich nicht maskieren muss oder nicht das Gefühl habe, dass ich maskieren muss.

Speaker: Also ich kann bei ihr zeigen, wie es mir gerade geht.

Speaker: Ansonsten habe ich die letzten 28 Jahre sehr, sehr hart daran gearbeitet, dass

Speaker: ich quasi für die Außenwelt immer gleich aussehe, dass mein Chaos in mir drinnen bleibt und ich weiß, was zum Beispiel, ich sag mal, Warnsignale für andere wären und dann gebe ich alle Energie darauf, dass das niemand sieht.

Speaker: Ob das gut ist?

Speaker: Wahrscheinlich nicht.

Speaker: Würde ich das jemandem empfehle?

Speaker: Nein, definitiv nicht.

Speaker: Aber ich habe für mich noch keinen anderen Weg gefunden, damit umzugehen.

Speaker: prima.

Speaker: dir.

Speaker: Und ich weiß, ich könnte das bei Maren auch machen, aber Maren würde mir nicht glauben.

Speaker: Ja.

Speaker: Schon allein das, weil am besten normalen Tag würde ich niemals sagen, mir geht's bestens.

Speaker: Mal abgesehen davon.

Speaker: Ja, das wäre normaler Indiz.

Speaker: Aber ich fühle mich dann auch immer in der Situation, als wäre ich keine gute Freundin, weil ich, erstens habe ich das Gefühl, ich belasche sie zu sehr mit meinen Problemen, mit meinen psychischen Krankheiten, obwohl sie eigentlich gar nichts damit zu tun hat.

Speaker: Also das ist ja nicht ihr Problem, es ist meins.

Speaker: Und eigentlich muss ich daran arbeiten und ich verlange von ihr quasi ab, dass sie sich dem aussetzt und das mit mir aussitzt.

Speaker: Und dann habe ich auch das Gefühl, ganz arg, dass ich in der Zeit zu viel Aufmerksamkeit brauche.

Speaker: Also nicht, dass es jetzt die ganze Zeit um mich geht, aber

Speaker: Ich bin dann emotional nicht in der Lage, mich auf die Probleme oder Schwierigkeiten anderer einzulassen.

Speaker: Dafür ist einfach keine Kapazität in meinem Kopf.

Speaker: nicht.

Speaker: Und dann bin ich in einem Zwiespalt, erzähle ich ihr das weiter, also erzähle ich ihr immer, wie es mir geht, rufe ich sie ständig an, wenn ich das Gefühl habe, ich schaffe es nicht alleine oder was ist dann der beste Weg,

Speaker: damit umzugehen.

Speaker: Ja, aber das hast du ja gerade schon selber gesagt.

Speaker: Also, nicht anzurufen ist halt auch keine Option.

Speaker: Wenn du dich jetzt ewig lang nicht bei mir melden würdest, dann wüsste ich auch, dass was nicht stimmt.

Speaker: Es ist jetzt nicht so, dass ich da nicht checken würde und denken würde, oh, Nora hat jetzt wohl gerade keinen Bock auf mich.

Speaker: Oder die hat gerade eine richtig gute Zeit jetzt.

Speaker: Sie kann sich gerade nicht melden.

Speaker: Aber das hängt halt auch damit zusammen, dass ich mir quasi permanent in Kontakt stehe.

Speaker: Wenn wir nicht beieinander sind, dann telefonieren wir oder wir schreiben uns in sehr, sehr regelmäßigen Abständen, was gerade passiert.

Speaker: Wir wissen eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit, wo der andere sich gerade befindet.

Speaker: Auch zum Schutz von uns gegenseitig.

Speaker: Muss man da mal noch.

Speaker: Hallo Toxic Männer.

Speaker: Also in dem Fall, ich muss euch sagen, ich bin so froh, dass es kein Thema ist zwischen uns, dass wir uns den Standort teilen, dass wir uns sagen, was wir machen, wenn wir irgendwo hingehen, dass wir wissen, wann der andere wiederkommt oder wann er sich wieder meldet und wissen, wann man sich Sorgen machen muss, wenn man, keine Ahnung, so oder so lange nichts vom anderen hört.

Speaker: Und das hat auch absolut nichts mit Kontrolle zu tun, dass einer von uns sagen würde, ich will wissen, wo du bist, weil ich habe Angst oder ich bin eifersüchtig oder was auch immer, sondern einfach, ich will, dass ich weiß, dass es ihr gut geht.

Speaker: Und wenn sie sich zum Beispiel mit jemandem trifft, mit dem sie sich vorher noch nie getroffen hat, will ich wissen, wo sie sich treffen, mit wem sie sich da trifft, damit ich den Namen weiß, den ich dann der Polizei sagen muss, wenn ich nach...

Speaker: hätte.

Speaker: Ich finde das voll gut, dass wir das machen, dass wir auch so ehrlich miteinander sein können.

Speaker: Ich könnte mich nicht daran erinnern, erinnern, gab es eine Zeit, wo wir

Speaker: den Standort mal ausgemacht haben?

Speaker: Ich glaube auch nicht.

Speaker: Also seit wir ihn zum ersten Mal angemacht haben, gab es keinen Zeitpunkt mehr, wo das mal nicht so war.

Speaker: Dass ich immer hätte sagen können, wo du bist.

Speaker: Ich habe den Standort von jedem deiner Geräte.

Speaker: Also ich kann gucken, wo dein iPad ist, wo dein Schlüssel ist, wo deine Uhr ist, wo dein Handy ist.

Speaker: Da muss auch ich sein meistens.

Speaker: Also ich kann auch gucken, wenn Luna ihren AirTag...

Speaker: ist.

Speaker: Also das ist das, ja, aber ich finde, also für uns hat es nichts mit Kontrolle zu tun und für uns gibt es gegenseitig ein gutes Gefühl, das zu wissen.

Speaker: Vielleicht mag es daran liegen, dass wir beide halt auch hin und wieder uns mit fremden Menschen treffen.

Speaker: Ja.

Speaker: Auf Dates.

Speaker: Oder

Speaker: Freundschaftsdates oder warum auch immer.

Speaker: Und wir fühlen uns einfach besser, wenn wir dann wissen, wo der andere ist.

Speaker: Oder, keine Ahnung, wenn halt dann mal drei Stunden sich niemand meldet, zu wissen, okay, ich kann gucken, wenn ich mir Sorgen mache, wo ist sie.

Speaker: Oder wenn ich weiß, Marens Großeltern wohnen 400 Kilometer von hier entfernt.

Speaker: 650 Kilometer von hier entfernt und wenn sie da alleine hinfährt, gucke ich immer mal wieder, wo sie ist, damit ich weiß, wie lange sie noch hat und weil ich auch weiß, lange Autofahrten sind für sie schwierig.

Speaker: Das gehört für mich auch zu Chaos, dass man dann in solchen Situationen, wenn man weiß, es geht dem anderen nicht gut, der sich aber vielleicht gerade nicht traut, nach Hilfe zu fragen,

Speaker: oder zu sagen, hey, kannst du ab und zu mal gucken, wo ich bin, damit du weißt, es ist noch alles in Ordnung, oder damit, also, wenn ich weiß, sie ist halt zum 15.

Speaker: Mal rausgefahren, dann rufe ich sie vielleicht halt mal an, damit sie während dem Fahren nicht einschläft.

Speaker: Ja.

Speaker: Vielleicht benutze ich manchmal auch den Standard, um meinen inneren Monk zu befriedigen, wenn ich das Gefühl habe, oh Gott, unangenehm.

Speaker: Es gibt so Momente,

Speaker: wenn aufgrund von Medikamenten oder irgendwas, weil es mir nicht gut geht, ich nicht selber Auto fahr, weil ich es nicht sollte und auch nicht mach.

Speaker: Und dann gibt es Termine, wo Nora mich halt hinfährt.

Speaker: Abholt und hinfährt.

Speaker: Und Nora weiß, dass ich halt gern...

Speaker: Früher da bin.

Speaker: Früher da bin.

Speaker: Aber manchmal ist das halt schwierig, wenn das dann Termine sind, die so gleich morgens sind und ich weiß manchmal nicht.

Speaker: Also es kann sein, ich höre dann vor dem Termin nichts mehr von ihr, weil Nora halt die zehn Minuten, die sie dann morgens hat, für alles braucht, was sie morgens machen muss und keine Zeit hat, sich für mich zu melden.

Speaker: Und dann kann das schon mal sein, dass ich bei Wo ist gucke, ach,

Speaker: Sie ist losgefahren, ganz offensichtlich ist sie wach, alles klar, sie wird gleich da sein, ich brauche keine Panik kriegen, ich muss kein Taxi rufen, ich werde abgeholt.

Speaker: Wenn sie mich dann anrufen würde, wenn ich sie zum Beispiel irgendwo hinfahren muss, ich habe aber selber keine Termine, dann stehe ich so auf, dass ich quasi meinen Schlüssel nehme, ich packe den Hund und dann setze ich mich sofort ins Auto.

Speaker: Ich stehe dann nicht eine Stunde früher auf und mache mir einen ganz langsamen Start in den Morgen,

Speaker: Je nachdem, wann das ist, weil zum Beispiel, wenn wir eine Infusion bekommen alle halbe Jahr, muss sie um 7.45 Uhr im Krankenhaus sein.

Speaker: Und ich fahre bei dem, also um die Uhrzeit etwa 20 Minuten von mir zu ihr.

Speaker: Ja, dann stehe ich doch nicht um 6 auf, das mache ich am Leben nicht.

Speaker: Da würde ich ja nochmal einschlafen, bevor ich losfahren müsste.

Speaker: Und das wäre ganz gefährlich.

Speaker: Und ich habe

Speaker: manchmal Schwierigkeiten so mit Weckern und keine Ahnung seit ich nicht mehr so einen richtigen Wecker hab wie man früher hatte wo man so oben drauf datscht der piept so dass quasi das ganze Haus wach wird aber ich weiß wie wichtig ihr das ist früher da zu sein und dann planen wir auch dementsprechend also dass ich jetzt eben beim Infusionstermin zum Beispiel da wissen wir beide

Speaker: wenn der Termin ist um 7.45 Uhr, ist wahrscheinlich weder die MFA noch der Doktor da.

Speaker: Also da muss man keine Viertelstunde früher da sein, weil das macht absolut keinen Sinn.

Speaker: Dann wartet man halt eine halbe Stunde anstatt eine Viertelstunde.

Speaker: Aber bei jedem anderen Termin weiß ich, ich weiß noch, als wir Wohnungen besichtigt haben und ich weiß, wie lange wir brauchen, um zu dieser Wohnung zu fahren, sie aber nicht.

Speaker: Und ich weiß, wir kommen rechtzeitig an.

Speaker: Dann ist es für sie wahnsinnig schwierig,

Speaker: Weil sie permanent Angst hat, wir könnten vielleicht zu spät kommen.

Speaker: Ja, das ist so das größte Chaos im Mahlungsleben.

Speaker: an?

Speaker: Und dann ist es halt richtig witzig, wenn ich dann auf einmal so, wie letzte Woche im Auto sitze und mir denke, oh ja, in drei Minuten bekommt der Physiotermin.

Speaker: Haha.

Speaker: Vielleicht hast du das ein bisschen von mir übernommen.

Speaker: Ich bin normalerweise, ich würde sagen, ich bin ein pünktlicher Mensch oder mir ist Pünktlichkeit wichtig, aber Pünktlichkeit bedeutet für mich halt, wenn ich um 8 einen Termin habe, dann bin ich um 8 da.

Speaker: Und nicht um 17 Minuten vor 8, weil ich um 8 den Termin habe.

Speaker: Zu früh da zu sein, ist auch unpünktlich sein.

Speaker: Nicht bei mir.

Speaker: Aber, aber, ich weiß, mein Papa ist ein sehr, sehr, sehr, sehr pünktlicher Mensch.

Speaker: Meine Mama so gar nicht.

Speaker: Und ich glaube, von meinem Papa habe ich das mitgekriegt, dass mir das schon auch wichtig ist, weil ich finde das respektlos, je nachdem, wo man sich, mit wem man sich trifft, wenn man zu spät kommt.

Speaker: Ich mag das

Speaker: Abgesehen darf, also außer man hat ein Kind, ich finde, mit einem Baby hat man immer das Recht, zu spät zu kommen, weil da können immer unvorhergesehenes Dinge passieren, weswegen man zu spät kommt.

Speaker: Also wenn ich mich mit jemandem triffe, der ein Baby hat, dann, also

Speaker: Ordnung.

Speaker: Ich bin jetzt nicht, also bei uns sagt man Dipfelschießer, ich bin jetzt nicht so penibel und sag, wenn du um 8... Kleinkariert.

Speaker: Kleinkariert.

Speaker: Wenn du um 2 Uhr, äh, um 2 Minuten nach 8 dann ankommst, dann sag ich nicht, du bist zu spät.

Speaker: Immer dasselbe mit dir.

Speaker: Also wenn ich mich mit Freunden treffe, von denen ich auch weiß, wenn ich halt fünf Minuten später komme, dann schreibe ich halt kurz, hey, ich komme fünf Minuten später.

Speaker: Aber ansonsten, ich meine, wenn wir uns treffen, dann machen wir ja nicht mal eine Zeit aus.

Speaker: Du sagst halt, du kommst irgendwann.

Speaker: Und irgendwann geht halt die Haustür auf.

Speaker: Und so ein kleiner, dreibeiniger Furz kommt auf mich zu, gerannt.

Speaker: Also da gibt es keinen...

Speaker: Um 14 Uhr bist du da.

Speaker: Und wenn du um 14 Uhr nicht da bist, dann bin ich sauer.

Speaker: Na Gott sei Dank.

Speaker: So, ja.

Speaker: Es Es ist ein bisschen vom Thema abgekommen.

Speaker: Nur klein.

Speaker: Es gibt auch wirklich viele, es gab schon sehr viele Situationen und wir stecken auch jetzt gerade in einer Situation, wo ich mich schäme dafür, was ich Maran zumute.

Speaker: Weil ich das Gefühl habe, ich überfordere sie.

Speaker: Ich überfordere mich aber auch selbst.

Speaker: Und ich weiß, da ich nicht weiß, wie ich die Last von mir selber heben kann, kann ich ihr auch nicht sagen, wie sie damit umgehen soll oder wie ich es für sie einfacher machen soll, weil ich selber nicht wirklich weiß oder verstehe, was passiert.

Speaker: Und in gerade so super depressiven Phasen ist es für alle, die zuhören und auch Depressionen haben, wahrscheinlich nachvollziehbar.

Speaker: Es ist wahnsinnig schwer, sich auf die Gefühle anderer Menschen einzulassen, weil man mit den eigenen nicht klarkommt.

Speaker: Und dann komme ich mir erst recht wie eine superschlechte Freundin vor, weil ich so viel Verständnis von ihr abverlange und so viel insgesamt, das ist so krass für ihren Mental Load, mit was ich sie da belasche.

Speaker: Und

Speaker: bin jedes Mal, wenn was Schlechtes passiert, so schockiert wirklich, dass sie immer noch da ist.

Speaker: Also mittlerweile am Anfang habe ich immer damit gerechnet, dass sie irgendwann sagt, boah, du bist mir einfach zu viel, ich habe keinen Bock drauf.

Speaker: Also nicht, dass ich es so sagen würde, aber dann hätte sie sich vielleicht immer mal wieder lang, also weniger gemeldet oder sich vielleicht ein bisschen mehr distanziert.

Speaker: Also so, dass ich im Moment jetzt keine Angst mehr habe, dass sie jetzt einfach sagt, okay,

Speaker: immer.

Speaker: Das aber trotzdem beschäftigt mich das sehr, was sie alles aushalten muss, weil es mir nicht gut geht.

Speaker: Und meine Psyche ist dann schon eher so, dass ich dann irgendwie sage, ja gut, wenn du nicht möchtest, dass du jemanden belastest, dann erzähl es einfach niemandem.

Speaker: Aber haben wir auch schon gesagt, das funktioniert halt jetzt nicht mehr so.

Speaker: Nee.

Speaker: Geht halt nicht.

Speaker: Weil selbst wenn ich mich dann irgendwie länger nicht melden würde, wüsste Maren sofort irgendwas isch.

Speaker: Und dann wird halt auch die Tür einfach aufgehen, ob man das dann will oder nicht.

Speaker: Und dann kommt so ein kleiner, dreibeiniger Furz reingerannt und sagt Hallo!

Speaker: Hallo!

Speaker: Möchtest du mich dreicheln?

Speaker: Möchtest du küsse?

Speaker: Und ich werde auch nie...

Speaker: Was mir wahnsinnig viel bedeutet, dass ich nie Angst haben muss, dass sie sich irgendwie, dass sie runterredet, was ich ihr erzähle.

Speaker: Und es gibt Dinge, alle guten Freunde, die uns zuhören können, das nachvollziehen.

Speaker: Die habe ich Maren schon 7.423 Mal erzählt.

Speaker: Dieselbe Sache.

Speaker: Wir sprechen über dieselbe Sache seit einem Jahr quasi jeden Tag.

Speaker: Und Maren hält aus,

Speaker: dass ich es ihr immer und immer wieder erzähle.

Speaker: Manchmal ist es ein bisschen was anderes, aber im Prinzip ist es eigentlich immer dasselbe Problem, aus dem ich nicht rauskomme.

Speaker: Und Maren hört es sich trotzdem an.

Speaker: Und das sagen wir in jeder Folge.

Speaker: Es gibt immer ein, möchtest du ein Rat oder möchtest du einfach, dass ich zuhöre?

Speaker: Und ich weiß, dass sie gar kein Rat mehr hat.

Speaker: Ich weiß ganz genau, was sie über die Situation denkt.

Speaker: Ich muss sie da auch gar nicht fragen, was denkst du jetzt?

Speaker: Weil sie dasselbe denkt, wie sie gestern und vorgestern und vorvorgestern auch gedacht hat.

Speaker: Weil sich die rationale Situation auch nicht verändert hat.

Speaker: Auf sachlicher Ebene hat sich nichts verändert.

Speaker: Aber es gibt Dinge, ich finde das wie beim Abnehmer auch,

Speaker: Da bringt es nichts, wenn dir jemand 15 Mal sagt, du musst abnehmen.

Speaker: Du musst deine Ernährung verändern, du musst mehr Sport machen.

Speaker: Du musst an einen Punkt kommen, wo du selber realisierst, ich muss was verändern, das tut mir nicht gut.

Speaker: Und erst dann bist du bereit, wirklich diesen Schritt zu gehen.

Speaker: Vorher

Speaker: Und dass sie quasi da war und gewartet hat mit mir, bis ich soweit bin,

Speaker: das zu realisieren, was sie quasi seit Tag 1 weiß.

Speaker: ist manchmal anstrengend.

Speaker: Kann ich voll nachvollziehen.

Speaker: Glaubt ihr das?

Speaker: Ich will gar nicht sagen, ach komm, jetzt hab dich nicht so, das ist halt das, was Freunde machen.

Speaker: Du hast gesagt, du bist mit mir befreundet, da musst du jetzt durch.

Speaker: Jetzt gehört er dazu.

Speaker: Lass uns mal einen JGB-Teaser fragen, der sagt das bestimmt auch.

Speaker: 100 Mal zu hören.

Speaker: Und

Speaker: Ich weiß auch, dass das für sie super belaschend ist, wenn sie weiß, dass es mir damit nicht gut

Speaker: Ohne, ich muss ihr das ja nicht mal sagen.

Speaker: Sie weiß es ja auch so.

Speaker: Aber es muss halt manchmal und so ist es in vielen Situationen und ich kann das jetzt halt irgendwie die Situation gut von außen betrachten, weil ich halt auch

Speaker: Hast du das Gefühl, die Art und Weise, wie du mit

Speaker: meiner Gefühlswelt oder mit meinem Chaos umgehst, hat sich verändert in den letzten

Speaker: Ich glaube schon, ja.

Speaker: Du kannst aber nicht sagen, wie.

Speaker: Keine Ahnung.

Speaker: Ja, mir fällt es schwer, sowas in Worte zu fassen.

Speaker: Ich kann es nicht gut.

Speaker: Aber ich glaube, es hat sich verändert, weil ich zum einen, weil ich weiß, dass ich dir

Speaker: Also, dass du mich nicht fragst oder mir Sachen erzählst, damit ich sage, ja, das machst du toll, prima, ganz klasse, hier kriegst du noch einen Kegel.

Speaker: Das funktioniert mit den Hunden so, aber halt.

Speaker: Nee, Konditionierung ist bei mir schwierig.

Speaker: Ja, das funktioniert eher medium gut.

Speaker: Deswegen, also ich weiß, wenn du mir Sachen erzählst,

Speaker: oder willst, dass ich mit dir über was rede, dann willst du auch meine ehrliche Meinung wissen und nicht, nicht, dass ich dich quasi bestätige in dem, was du tust.

Speaker: Ja.

Speaker: Ich weiß, dass es für dich in Ordnung ist, wenn ich anderer Meinung bin.

Speaker: Und es auch ehrlich kommuniziere.

Speaker: Und ich das auch ehrlich sagen kann.

Speaker: Deswegen glaube ich schon, dass sich da was verändert hat, weil ich glaube, ich früher, früher, ich weiß nicht,

Speaker: Du warst nicht so ehrlich und direkt, wie du es jetzt bist.

Speaker: Ja, weil ich einfach jetzt halt dann auch das sage, was ich denke, weil ich aber auch weiß, du bist mir nicht böse drum, sondern das ist eigentlich das, was du wissen willst, weil du mich nicht fragst, damit ich sage, ja, das machst du super.

Speaker: Das würde ich genauso machen.

Speaker: Und wenn ich genau diese Bestätigung brauche, für was auch immer es ist, dann sage ich ihr das und dann sagt sie das auch zurück.

Speaker: Also es ist manchmal so,

Speaker: ich will das kaufen und ich will, dass du sagst, ja, das ist eine gute Idee.

Speaker: Und dann sagt Maren, das ist eine gute Idee.

Speaker: Und das ist alles, was ich brauche.

Speaker: Ob das dann ernst gemeint ist, in dem Moment, kackegal, aber dann kann ich mir sagen, Maren hat gesagt, das ist eine gute Idee, wenn wir das kaufen.

Speaker: Ja.

Speaker: Hat zwar dabei mit den Augen gerollt, aber ja, das ist eine gute Idee, wenn wir das kaufen.

Speaker: Das ist eine richtig gute Idee.

Speaker: Ja, aber...

Speaker: kann.

Speaker: Ich glaube, das kann ich jetzt schon besser aushalten.

Speaker: Es fällt mir trotzdem oft genug schwer, so ist es nicht, aber trotzdem glaube ich, ich fühle mich weniger hilflos damit, wie vielleicht früher.

Speaker: Ja, was auch enorm hilft, ist, dass dass sie auch wirklich darauf hört, nach was ich sie frage.

Speaker: Also sie bringt mir nicht irgendwie ungefragt irgendwas, von dem sie denkt, dass es bestimmt meine Situation jetzt besser macht oder sie versucht nicht, irgendwas einzureden, was mir jetzt guttun würde, ähm,

Speaker: Also ich glaube so die Alltagstipps bei Depressionen zum Beispiel sind, dass man sich mit Menschen trifft, dass man sich richtet, dass man rausgeht an die frische Luft, an die Sonne, dass man viel trinkt und sowas.

Speaker: sagen.

Speaker: Sie achtet vielleicht im Alltag dann eher darauf, dass ich, keine Ahnung, dass ich was trinke oder dass ich halt nicht alleine zu Hause rumhocke in einer Ecke und heule.

Speaker: Aber... Nicht, weil ich sage, du musst jetzt rausgehen.

Speaker: Ja.

Speaker: es wird mir nichts aufgezwängt, sondern ich habe immer das Gefühl, dass es in Ordnung ist, wie es gerade ist.

Speaker: Also ich muss nie denken, fuck, wenn Maren da ist, muss ich irgendwie so tun, als wäre alles in Ordnung.

Speaker: Sondern ich kann einfach so sein, wie ich mich gerade fühle.

Speaker: Und ich werde weder belustigt noch runtergemacht oder noch kommt irgendwann ein Kommentar, hast du mir das schon hundertmal erzählt, musst du mir das jetzt nochmal anhören?

Speaker: Hast du das jetzt nicht so langsam verstanden?

Speaker: Ich glaube nur, was in so Situationen sehr schwierig ist, wenn schlechte Zeiten von einer Person lange anhalten, dass man trotzdem auf sich selbst Acht gibt.

Speaker: Also in unserer Situation momentan wäre das zum Beispiel super wichtig, dass Maren auch auf sich achtet.

Speaker: Ich weiß aber auch, dass solange sie weiß, dass es mir nicht gut geht, kann sie das nicht.

Speaker: Da kann sie nicht sagen, okay, ich brauche jetzt mal eine Pause von dem allem und ich glaube, das ist noch was, an dem wir arbeiten müssen, dass wir uns von sowas auch distanzieren können.

Speaker: Ja, das kann sie überhaupt nicht.

Speaker: Ich auch nicht.

Speaker: Zumindest zeitweise irgendwie das loslassen, weil wir wissen oder weil Maren weiß, sie kann nichts tun.

Speaker: Es gibt nichts, was sie in dem Moment besser tun könnte,

Speaker: Oder so.

Speaker: Es ist vollkommen in Ordnung, wenn sie jetzt einfach mal nachmittags sagt, ich gucke jetzt einfach nur auf mich.

Speaker: Weil das, was wir wollen, wenn wir sagen, wir gucken auf uns, ist meistens, dass es dem anderen gut geht.

Speaker: Und dann ist es schwierig, dass man wirklich mal nur auf sich achtet.

Speaker: Ich glaube, das können wir grundsätzlich irgendwie nicht.

Speaker: Ich habe das Gefühl, wir sind so tief drin, dass keiner von uns sagen kann,

Speaker: ich muss mich jetzt mal kurz distanzieren, das tut mir nicht gut.

Speaker: Ob das positiv ist, weiß ich

Speaker: Wahrscheinlich nicht.

Speaker: Vermutlich nicht.

Speaker: Aber wir können euch auch nur das erzählen, was bei uns halt los ist.

Speaker: Wir können euch keinen Leitfaden mit an die Hand geben und so müsst ihr es machen und so ist es richtig.

Speaker: Dafür sind wir alle einfach zu unterschiedlich, mit zu unterschiedlichen Problemen.

Speaker: Und ich glaube...

Speaker: dass ganz arg wichtig ist, dass Maren in vielen Situationen zum Beispiel auch weiß oder ich sie auch daran erinnere, dass sie nichts damit zu tun hat oder dass Verhalten von mir typisch ist für was auch immer Krankheit gerade rauskommt und dass sie sich auch damit beschäftigt, was für Krankheiten ich habe.

Speaker: Also dass

Speaker: dass sie nicht genervt ist von irgendeinem Verhalten von mir, sondern dass sie einordnen kann, da kann sie nichts dafür.

Speaker: so.

Speaker: Und natürlich ist, also man darf, Krankheiten sind niemals eine Entschuldigung, um jemanden schlecht zu behandeln.

Speaker: Das will ich damit gar nicht sagen.

Speaker: Ich behandle hoffentlich, ist sie nicht der Meinung, dass sie sie schlecht behandelt.

Speaker: sie hat mir im Kopf geschüttelt.

Speaker: Ich muss sie ganz kurz sagen, sie hat mir im Kopf geschüttelt.

Speaker: Trotzdem habe ich ganz oft das Gefühl, ich bin einfach zu viel.

Speaker: Ich bin mir ja selbst zu viel.

Speaker: Und dann gebe ich auch noch quasi alles ab an jemanden, dem schon viel, viel weniger zu viel ist.

Speaker: Und der muss dann quasi mit meiner Mental Load auch noch klarkommen.

Speaker: Und fühlt sich...

Speaker: leider verantwortlich für mein Wohlbefinde.

Speaker: Naja, leider.

Speaker: Ja, doch, das ist schon so.

Speaker: Ja.

Speaker: Es ist so.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber nicht leider.

Speaker: Ja, das ist aber... Ich meine, es kommt immer auf die Situation drauf an, an, dass zum Beispiel wenn es um

Speaker: was auch immer, selbstverletzendes Verhalten geht, in was für einem Kontext auch immer, dass es wichtig ist, dass die andere Person das weiß, es hat nichts mit ihr zu tun.

Speaker: jetzt als Beispiel, ich verletze mich nicht selbst, weil Maren irgendwas falsch gemacht hat oder zu wenig gemacht hat oder es hätte nichts geben können, was sie...

Speaker: es hätte nichts gegeben, was sie tun können, damit ich es nicht mache.

Speaker: verhalte.

Speaker: Und es ist auch nicht deine Verantwortung, was ich grundsätzlich mache.

Speaker: Aber leider fühlen wir uns, ich finde, da ist leider schon angebracht, fühlen wir uns so

Speaker: aneinander gebunden, dass es manchmal schwierig ist, das abzuheben.

Speaker: Ja, das stimmt.

Speaker: Also das so zu trennen, das geht eigentlich nicht.

Speaker: Also bei mir, in meinem Kopf geht es zumindest nicht.

Speaker: Also das ist, und ich verstehe das auch, dass als jemand, der

Speaker: quasi nur der ist, der ablädt und selten derjenige sein muss, auf dem abgeladen werden muss und wenn Maren ablädt, dann passt das immer noch in meine Körper und ich kann mit sowas irgendwie, glaube ich, besser einfach leben, weil ich selber so viel mentales Chaos in meinem Kopf habe, dass ich mir so denke, ja, komm, auf das, was du jetzt hast, da kommt es jetzt auch nicht drauf an.

Speaker: Nicht, dass das weniger wert ist, was sie mir erzählt, aber sie erzählt halt grundsätzlich weniger,

Speaker: Und dadurch, dass Emotionen für sie schwierig sind, ist das halt, da gibt es nicht so viele emotionale Aussprachen bei uns auf der Couch, wo Maren heulend da sitzt und sagt, das geht mir gerade so schlecht.

Speaker: Das ist meistens eher so ein, ich muss dir was erzählen.

Speaker: So und so und so.

Speaker: Und dann war Laura so, und was ist jetzt das Problem, von dem du mir erzählen wolltest?

Speaker: Oder so, und dann ist das Thema erledigt.

Speaker: Meistens.

Speaker: Oft ist es auch, also ich meine, wenn man irgendwie Probleme hat oder Missverständnisse mit anderen Menschen, dann ist oft auch einfach die Sichtweise einer außenstehenden Person das, was man gebraucht hat.

Speaker: denken.

Speaker: Ich glaube aber auch in der Art und Weise, wie wir sprechen, merkt der andere, was wir gerade brauchen.

Speaker: Also wenn du mir erzählst, irgendjemand hat dich verletzt,

Speaker: Dann... Puh... Ja?

Speaker: Okay, mal abgesehen davon, dass dann die Löwenmama rauskommt, die quasi... Ich pack den vor die Tür und zünd das an!

Speaker: Dann würde ich nicht sagen, ja, aber du musst auch mal auf seine Situation achten.

Speaker: Weißt du, der weiß auch nicht besser, was er machen soll.

Speaker: Er lebt auch zum ersten Mal.

Speaker: Ja, nee.

Speaker: Da wird einfach gleich vor die Tür

Speaker: Wie glaubst du, schaffen wir das?

Speaker: Oder was hilft uns dabei, dass, wenn es einem von uns schlecht geht, dass wir uns trotzdem verbunden fühlen?

Speaker: Und dass wir trotzdem das Gefühl haben, der andere bleibt und wir sind nicht zu viel.

Speaker: Das hört sich richtig lächerlich, glaub, an, aber wir schicken uns ganz oft Reels und Memes.

Speaker: So... Ich glaub, das hatte gar nichts mit emotionalen Sachen zu tun, aber neulich hab ich dir, glaub ich, ein Reel geschickt, wo irgendwie so drüber stand, wenn du bei einem neuen Arzt bist und der dich fragt, wie es dir geht,

Speaker: Und dann wird danach direkt eine Sequenz eingeblendet, wo so ein Auto bremst und auf einmal komplett auseinanderfällt.

Speaker: Oder, keine Ahnung, irgendwelche, irgendwelche, weiß ich nicht, ich würde sagen, Zitate, irgendwelche netten Worte, die halt gerade zur Situation passen, manchmal aber auch völlig unpassend sind irgendwie.

Speaker: Ich glaube, das hilft uns gut.

Speaker: Auch wenn ich das erzähle, ich das Gefühl habe, dass es richtig lächerlich ist und wie kann das was sein, was uns hilft?

Speaker: Ja.

Speaker: Aber ich glaube, das hilft.

Speaker: Ja.

Speaker: Weil das auch immer irgendwie so ein kurzer Reminder ist, ich habe an dich gedacht.

Speaker: Du bist in meinen Gedanken, du bist mir nicht egal und ich weiß, ich sehe, dass du da bist.

Speaker: Auch wenn du nicht physisch neben mir sitzt, obwohl wir uns auch genug Reels schicken, wenn wir nebeneinander sitzen.

Speaker: So ist es nicht.

Speaker: Ja.

Speaker: Doch, ich glaube, das ist schon was, was uns hilft.

Speaker: mehr?

Speaker: Ich gucke mich zu Fragen dann.

Speaker: Ja, ich überlege gerade selber.

Speaker: miteinander.

Speaker: Also egal...

Speaker: wie unangenehm ich vielleicht vor fünf Jahren gedacht habe, dass es ist, wenn ich dir irgendwas erzähle oder wenn ich meiner Freundin irgendwas erzähle, das Gefühl gibt es nicht mehr.

Speaker: Dass ich dann denke, oh je, was denkt die jetzt von mir und geht die jetzt oder was auch immer, sondern wenn ich Bedenken habe, in irgendeiner Form, weiß ich, ich kann die immer äußern und sie werden immer ernst genommen und gehört.

Speaker: Stimmt, ja.

Speaker: Finde ich auch voll

Speaker: Wir haben uns einen richtig schönen Satz aufgeschrieben.

Speaker: Den würde ich euch zum Abschluss von unserem Hauptthema noch gerne mit auf den Weg geben.

Speaker: Gute FreundInnen erkennt man daran, dass sie dich auch lieben, wenn du scheiße drauf bist.

Speaker: dann.

Speaker: Es gibt bei uns kein Ich hab dich trotzdem lieb.

Speaker: weiß, dass du krank bist, aber ich habe dich trotzdem

Speaker: Das gehört zu dir und ich habe dich genauso lieb, wie du

Speaker: Ich finde das voll wichtig und interessant, weil das ist, glaube ich, so ein Gefühl, was man man eher von außen oft bekommt.

Speaker: Also jetzt

Speaker: aus.

Speaker: Jetzt gerade bei so Krankheiten oder so.

Speaker: Ja, ich habe dich trotzdem noch lieb.

Speaker: Nee, nicht trotzdem.

Speaker: Ja.

Speaker: Weil unsere Krankheiten uns nicht weniger wert

Speaker: Wenn sich das oft nicht so anfühlt.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber es ist so.

Speaker: Was ich super, super schön fand, ist, dass mein kleiner Bruder mir gestern gesagt hat, dass er mich mit jemandem verbindet, der anderen genau solche Affirmationen mit auf den Weg gibt.

Speaker: Und dass er es schade findet, dass ich sie nicht selber verinnerlichen kann.

Speaker: Und ich glaube, immer wenn wir solche Dinge sagen, ist das nicht, weil wir die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, sondern weil wir uns genau in solchen Momenten versuchen, selbst daran zu erinnern, dass es stimmt.

Speaker: dass wir rational wissen, dass das richtig ist, was wir sagen, aber es oft genug Situationen gibt, in denen wir das emotional vergessen oder nicht annehmen können.

Speaker: Kurze für alle Gedanken und Gefühle.

Speaker: Eine abschließende Frage habe ich doch noch.

Speaker: Gibt es Situationen, in denen du das Gefühl hast, es ist zu viel, du kannst nicht damit umgehen und du bräuchtest eigentlich Abstand und kannst es aber nicht?

Speaker: Gibt es.

Speaker: Was machst du dann?

Speaker: behalten.

Speaker: Das ist eine richtig krasse Weisheit, die wir euch auch mit auf den Weg geben.

Speaker: Alter.

Speaker: Nicht so sein.

Speaker: Nicht so sein.

Speaker: hilft.

Speaker: Das ist auf jeden Fall ein Thema, das wir besprechen werden, wenn die Folge zu Ende ist.

Speaker: Ja.

Speaker: Das ist anstrengend.

Speaker: Hause.

Speaker: Bevor wir uns aber von euch verabschieden, erzählt Maren euch noch das Freundschaftsdate der Woche.

Speaker: Und zwar haben wir uns überlegt, oder machen wir auch manchmal einfach so, nicht, dass wir uns da großartig aus der Nase ziehen mussten, aber

Speaker: dass man sich einfach verabredet, um einen Film abend zu machen.

Speaker: Ich meine, wer uns ein bisschen kennt, der weiß, dass wir das eh oft genug machen, aber mal mit der Bedingung, dass es ein mittelmäßiger oder trashiger Film sein muss, der nicht irgendwie anspruchsvoll ist oder oder wo nichts Deepes drinsteckt irgendwie, sondern einfach, ja, dass wir

Speaker: lachen können und vielleicht gemeinsam immer Sachen lustig machen können.

Speaker: Irgendwie mal die Seele baumeln lassen.

Speaker: Ja.

Speaker: Ist einfach wichtig.

Speaker: Zusätzlich zur Therapie.

Speaker: Genau.

Speaker: In dem Sinne würde ich sagen, sagen, wenn du gerade chaotisch bist,

Speaker: Denkt dran, wir sind es auch.

Speaker: Freundschaft ist nicht perfekt, sondern soll echt sein.

Speaker: zeigen.

Speaker: Wir freuen uns ganz arg, dass ihr wieder zugehört habt und bedanken uns, dass ihr da wart.

Speaker: Wir freuen uns, euch bei der nächsten Folge wieder zu hören.

Speaker: Mit Fritten, Gefühl und eine große Portion Unordnung.

Speaker: Bis dann.

Speaker: Gruß und Kuss.

Speaker: Bye.

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