Transcript
Speaker: Willkommen hier beim Frittenfunk, oh ja!
Speaker: Oh yeah!
Speaker: Die Ohren spitzen, es geht gleich los.
Speaker: Na klar!
Speaker: Ganz ruhig, ganz locker, wir starten geschwind.
Speaker: Der Frittenfunk läuft, also sei jetzt gespannt.
Speaker: Hallöchen, ihr Fritten!
Speaker: Willkommen zurück bei Frittenfunk, dem Podcast für Freundschaft, Gefühle und Frittenmomente.
Speaker: Heute sprechen wir über ein Thema, das viele von uns leider nur zu gut kennen.
Speaker: die Angst, zu viel zu sein.
Speaker: Emotional, bedürftig, unruhig und oder laut, leise und chaotisch.
Speaker: Neuro-Spicy eben.
Speaker: Aber bevor wir da in die Tiefe gehen, starten wir mit unserem Mutmoment der Woche.
Speaker: Was war dein Mutmoment diese Woche?
Speaker: Ich bin vergangene Woche...
Speaker: bei meinen neuen Kollegen gewesen.
Speaker: Ich habe einen neuen Job als Werkstudent und musste dafür nach München fahren, um meine Kollegen kennenzulernen und mit denen zusammen Onboarding zu machen.
Speaker: Ich bin die einzige im Team, die chronisch krank ist oder MS hat.
Speaker: Wir sind am Dienstag, haben wir schon richtig viel gearbeitet und es war unfassbar heiß.
Speaker: Und wir hatten abgemacht, wir machen am Mittwoch nur einen halben Tag, weil ich auch noch nach Hause fahren musste.
Speaker: Und ich bin richtig stolz, dass ich auch am Mittag dann gesagt habe, ich kann nicht mehr, ich muss noch nach Hause fahren, ich muss hier, also ich muss aufhören quasi und nicht noch weitergemacht habe, weil alle anderen noch Energie gehabt hätten.
Speaker: Darauf bin ich richtig stolz.
Speaker: Mega.
Speaker: Was war dein Mutmoment?
Speaker: Also ich musste es ein bisschen kryptisch verpacken.
Speaker: Und zwar, es gab eine Situation, in der habe ich, sagen wir mal, kritisch meine Meinung geäußert.
Speaker: Oder, nee, ich habe Bedenken an der Situation geäußert.
Speaker: Und ich weiß... Bei mir.
Speaker: Bei Nora.
Speaker: Und ich weiß, weiß, dass meine Bedenken nicht gut ankamen.
Speaker: Nein, ich weiß nicht, wie ich das sagen soll.
Speaker: Also, ich weiß, dass die Bedenken berechtigt sind und dass du sie auch verstehen wirst, aber trotzdem war das nicht das, was du hören wolltest.
Speaker: Ja, ich weiß nicht, ob ich das so... Also, ob ich sagen würde, das war nicht das, was ich hören wollte.
Speaker: Ich glaube...
Speaker: du hast dir viel mehr Gedanken darüber gemacht, weil du eigentlich super supportive sein möchtest und eigentlich voll mich unterstützen bei allem, aber es gibt halt trotzdem immer mal wieder Themen, wo
Speaker: die Fähigkeit, rational zu denken, in meinem Hirn aussetzt.
Speaker: Und dann muss ich halt die Vernünftige sein.
Speaker: Und ich komme mir dann vor, wie so ein Elternteil, das sagt, ja, aber du kriegst jetzt viereckige Augen, du hast schon viel zu lang Fernsehen geguckt.
Speaker: Stell dir mal vor, wie cool das wäre, wenn es wirklich ums Fernsehen ging.
Speaker: Ja.
Speaker: Heute hast du echt zu lange Fernsehen geguckt, mach jetzt den Fernseher aus und schaff was.
Speaker: Mal Bedenken geäußert wegen dem TV-Konsum.
Speaker: Ja, also so viel können wir sagen, darum ging es nicht, aber so kam ich mir vor und habe mir auf jeden Fall Gedanken gemacht, aber obwohl ich das vorher wusste, habe ich meine Bedenken trotzdem geäußert.
Speaker: Darüber bin ich auch sehr, sehr froh.
Speaker: Und ich weiß, dass das vor nicht mal allzu langer Zeit noch nicht möglich gewesen wäre.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich weiß, dass sich das für dich in dem Moment blöd anfühlt und dass du dich blöd fühlst.
Speaker: Richtig.
Speaker: Aber ich bin dir auch unglaublich dankbar, dass du trotzdem ehrlich bist.
Speaker: Deswegen möchte ich dich eigentlich als meine Freundin haben.
Speaker: Weil du mir Sachen sagst, die vielleicht auch einfach unangenehm sind, die ich aber vielleicht auch einfach hören muss.
Speaker: Also mir wäre es ganz lieb, wenn wir solche Situationen auf ein Minimum reduzieren können.
Speaker: Ich sage dir die Wahrheit, aber müssen wir jetzt nicht zu oft machen, okay?
Speaker: Nicht zu oft, also das ist unangenehm, das möchte ich lieber nicht.
Speaker: Oder ich sage halt nur noch positive Wahrheit, nee, das ist auch kein, aber...
Speaker: Genau, das war auf jeden Fall mein Mutmoment der Woche.
Speaker: Und dann würde ich schon gleich einsteigen mit unserem Hauptthema heute und möchte zuallererst mal erklären, was Neuro Spicy überhaupt bedeutet.
Speaker: Und es ist eigentlich nur ein neudeutscheres Social Media Wort für Neurodivergenz, was im Prinzip...
Speaker: einfach nur in Anführungszeichen bedeutet, dass das Gehirn einer Person anders arbeitet, als das bei den meisten anderen Menschen.
Speaker: Also eine andere Denkweise, Wahrnehmung oder Verhaltensmuster.
Speaker: Es ist nicht unbedingt eine Krankheit, aber...
Speaker: Es gibt schon verschiedene Bedingungen, sage ich jetzt mal, dass man sich so betiteln darf.
Speaker: Das hört sich auch irgendwie blöd an, aber zum Beispiel auf dem Autismus-Spektrum zu sein, ADHS zu haben, Legasthenie, Dyskalkulie und solche Sachen.
Speaker: wir möchten nicht, dass das Wort irgendwie, wir möchten nicht dazu beitragen, dass das Wort zu inflationär benutzt wird und dass plötzlich jeder irgendwie sagt, ich bin nur spicy.
Speaker: Ähm,
Speaker: Aber ich glaube, dass, also bei mir ist es unter anderem ADHS, was mich neurodivergent macht.
Speaker: Ich glaube aber, dass man viele Dinge übertragen kann auf andere psychische Erkrankungen oder andere Denkmuster.
Speaker: Und deswegen haben wir uns dazu entschieden, das einfach Neuro Spicy zu nennen, damit das jetzt quasi keine Folge über ADHS wird.
Speaker: Ja, weil wir uns, glaube ich, auch manchmal bei uns selber gar nicht sicher sind.
Speaker: Es ist voll schwer zu definieren.
Speaker: Ist das mein Charakter?
Speaker: Ist das Teil von der Erkrankung, die ich habe?
Speaker: Also es sind auf jeden Fall, natürlich wissen wir das, wir haben bestimmte Diagnosen, die dazu beitragen, aber bei manchen, weiß ich nicht, Verhaltensweisen oder so, fragen wir uns manchmal auch einfach, also bin das vielleicht auch einfach ich?
Speaker: Oder ist das irgendwie Part von der Krankheit und da das für uns auch so schwer zu trennen ist, ist das eigentlich ein ganz guter Begriff für... Es gibt natürlich auch Verhaltensweisen, die einfach aus Trauma herrühren oder Dinge, die man gelernt hat in der Kindheit.
Speaker: Und um damit umzugehen, hat man bestimmte Verhaltensmuster entwickelt, die...
Speaker: im späteren Leben vielleicht als nicht unbedingt normal oder gesund eingestuft werden würden.
Speaker: Genau.
Speaker: Ich möchte dann beginnen mit der Frage, was es überhaupt bedeutet, zu viel zu sein.
Speaker: Ich habe ganz oft das Gefühl, dass dieses zu viel sein gar nicht so objektiv betrachtet werden kann, sondern gerade wenn ich uns beide anschaue, wir sind so unterschiedlich und für dich habe ich oft das Gefühl, ich bin leise, ich bin...
Speaker: ich sage wenig, ich bin eher zurückhaltend, aber das bedeutet nicht, dass ich deshalb nicht quasi nicht das Gefühl haben kann, dass ich zu viel bin.
Speaker: Weißt du, wie ich meine?
Speaker: Ja.
Speaker: Die Grenzen sind andere.
Speaker: Ja, die Grenzen sind andere und jeder von uns kann auf seine Art das so wahrnehmen oder sich fragen, bin ich gerade zu viel?
Speaker: Und da geht es halt auch eher einfach um ein Gefühl, das in einem selber entsteht,
Speaker: Weil wir das aber auch, hat Nora vorher auch schon gesagt, in der Kindheit oder in Verhaltensmustern, die wir uns antrainiert haben, einfach so gelernt haben, dass es halt schon Leute gab, die quasi gesagt haben, so wie wir uns verhalten, sind wir zu viel.
Speaker: Wir haben das schon gehört und deswegen sitzt das halt auch einfach so ein bisschen drin, würde ich sagen.
Speaker: Mhm.
Speaker: Besonders als neurodivergente Person, das hat sich immer so richtig fancy an, kenne ich das extrem gut.
Speaker: Ich denke ganz oft, dass das Chaos in meinem Kopf und meine Gefühle oder auch das Bedürfnis nach Rückmeldung für andere super anstrengend sein könnte, was tatsächlich auch ein bisschen zum Teil dazu führt, dass ich mich einfach insgesamt zurückziehe und
Speaker: quasi gar nicht erst versuche, mit Menschen engeren Kontakt zu haben, weil ich sehr schnell das Gefühl habe, dass ich so überbordend bin, so zu viel einfach.
Speaker: Ja.
Speaker: Und dann fängt halt irgendwie das Gedankenkarussell an.
Speaker: Habe ich mich zu oft gemeldet?
Speaker: Bin ich zu emotional?
Speaker: Erzähle ich zu oft das Gleiche?
Speaker: Rede ich überhaupt insgesamt zu viel?
Speaker: Bin ich gerade eine Belastung für den anderen?
Speaker: Und...
Speaker: Ich finde, ihr habt bestimmt schon in den vorherigen Folgen so ein bisschen rausgehört, dass ich am Anfang die war, die sich auch nicht getraut hat anzurufen oder so.
Speaker: Aber das hat sich auch in unserer Freundschaft ein bisschen verändert.
Speaker: Ich kann mich jetzt daran erinnern, dass ich, Nora und ich haben uns am Wochenende nicht gesehen, weil Nora sich auch einfach erholen musste.
Speaker: Und ja, jeder von uns hat einfach seine Ruhe gebraucht ein bisschen.
Speaker: Und ich habe dann aber halt voll oft angerufen und mir war langweilig am Wochenende.
Speaker: Und dann war ich immer so, hallo, mir ist langweilig, erzähl mir was.
Speaker: Und dann, also...
Speaker: Ich kann das dann schon so witzig formulieren, aber in meinem Kopf ist dann trotzdem schon auch manchmal das Gefühl, ja, gehe ich hier gerade eigentlich richtig auf den Zacken, sie will sich nur erholen und ich rufe ständig an und sage, hallo, mir ist langweilig, gibt es was Neues, erzähl mir was, was machen wir jetzt?
Speaker: Und ich liege den ganzen Tag im Bett und es gibt definitiv nichts Neues zu erzählen seit den letzten zwei Stunden.
Speaker: Ich glaube, da sind wir aber auch, und da springen wir auch schon ein bisschen zu weit nach vorne wahrscheinlich,
Speaker: dass wir mittlerweile an einem Punkt sind, wo ich auch sagen kann, also wenn mir das jetzt zu viel wäre, wenn sie das 15.
Speaker: Mal anruft, dann gehe ich halt einfach nicht dran.
Speaker: Oder ich gehe dran und sage, ich kann gerade nicht oder ich penne gleich ein oder also und dann ist keiner von uns sauer auf den anderen.
Speaker: Also, weil eigentlich wusste sie es ja, als sie angerufen hat, dass ich super müde bin.
Speaker: Und es kommt dann auch nicht überraschend, wenn ich sage, ja, aber ich kann jetzt nicht sprechen.
Speaker: Aber ich glaube, da wir einfach so krass Bezugspersonen für den anderen sind, sind wir beim jeweils anderen halt immer die Erste, an die wir denken, wenn uns langweilig ist, wenn irgendwas besprochen werden muss, wenn wir unterhalten werden wollen oder eigentlich in egal welcher Situation.
Speaker: Deswegen, wir rufen uns so oft auf den ganzen Tag.
Speaker: Das ist echt ein bisschen abnormal.
Speaker: Aber naja...
Speaker: Was ist schon normal bei uns?
Speaker: Wir haben uns auch überlegt, wie das überhaupt kommt und warum wir glauben, dass wir zu viel sein könnten.
Speaker: Und ich glaube, dass viele von uns früh gelernt haben, dass Gefühle zeigen eher eine Schwäche ist.
Speaker: Dass Bedürfnisse haben egoistisch ist und dass man auch darauf besteht, diese Bedürfnisse zu bekommen.
Speaker: Und dass, wenn man nach Hilfe fragt, dass man dann lästig ist.
Speaker: Dass man eher alles für sich alleine ausmacht und dass es nicht gut ist oder dass es eher abschreckend ist, wenn man Gefühle auch kommuniziert und sagt, ich brauche mehr Rückmeldungen von dir, ich...
Speaker: bin ich dir gerade zu viel, kann ich irgendwas tun, bin ich, gehe ich dir auf den Keks?
Speaker: Ja, und ich finde, dass wir das so früh gelernt haben, das setzt sich dann irgendwie einfach auch im Erwachsenenleben fort.
Speaker: Besonders halt in Freundschaften, wenn man eigentlich, eigentlich will man ja so offen sein, offen miteinander umgehen, sich gegenseitig alles erzählen können, aber
Speaker: Trotzdem hat man halt das Gefühl so im Hinterkopf, ist das überhaupt okay?
Speaker: Bin ich zu viel?
Speaker: Muss ich mir Gedanken darüber machen?
Speaker: Muss ich meine Bedürfnisse zurückhalten?
Speaker: bin?
Speaker: Ich habe oft das Gefühl, ich muss meine Bedürftigkeit portionieren.
Speaker: um bloß nicht zu nerven, bloß nicht auffallen und das ist super anstrengend, auch irgendwie das Gefühl zu haben, dass ich als Person, so wie ich bin, zu viel bin, ohne jetzt irgendwie einen besonders lauten Tag zu haben oder so.
Speaker: Einfach irgendwie eine, also im Vergleich zu Maren, bin ich eine super laute, aufgeweckte Person, die halt ständig labert,
Speaker: Und irgendwie, ich habe immer einen Ohrwurm, ich fange immer an zu singen, ich fange an zu tanzen, ich muss irgendwie energielos werden, also eher so mentale Energie.
Speaker: Und ich habe so oft das Gefühl, dass es einfach, dass es unfassbar anstrengend sein muss, vor allem für jemanden, der
Speaker: sowieso eher eine kleine soziale Batterie hat, sag ich jetzt mal, der das genießt, Zeit alleine zu verbringen, muss ich doch unfassbar anstrengend sein.
Speaker: Und dann kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass jemand sich aktiv dazu entscheidet, mit mir Zeit zu verbringen.
Speaker: Und mit mir so viel Zeit zu verbringen, wie Maren es tut.
Speaker: Aber ich glaube, das ist auch was, das haben wir irgendwie einfach früh in der Freundschaft gelernt, dass
Speaker: dass wenn wir zusammen sind und du das Bedürfnis hast oder den Drang, dich zu bewegen, Energie loszulassen, irgendwas zu machen, weil du halt vielleicht gerade nicht ruhig sitzen kannst oder so, brauche ich mich aber nicht unter Druck gesetzt fühlen und das Gefühl haben, ich muss auch was machen, sondern es ist völlig okay, wenn du in der Wohnung rumläufst, irgendwelche Sachen von A nach B räumst und ich halt einfach auf dem Sofa liege, weil ich halt, äh,
Speaker: eher ruhig bin und keinen Bewegungsdrang habe und vielleicht eher Ruhe brauche.
Speaker: Aber deswegen können wir trotzdem Zeit miteinander verbringen und wir können uns genauso gut unterhalten, wenn wir nebeneinander sitzen und aktiv mit uns reden.
Speaker: wie wenn du in der Wohnung rumlöscht und halt Sachen machst, dann können wir uns genauso gut unterhalten.
Speaker: Und ich finde, das merkt man auch, wenn es so aufgezwungen wäre, das funktioniert irgendwie gar nicht richtig.
Speaker: Weil, also ich mag dann richtig, wenn du quasi gezwungen so neben mir sitzt, dass du unruhig bist, das tut dir nicht gut und dann kann ich mich auch nicht gut mit dir unterhalten.
Speaker: Ja, ich weiß, was du meinst.
Speaker: Und das sind einfach so, das ist ganz großer Teil, ähm,
Speaker: Ich würde sagen, es ist sowohl meine Persönlichkeit als auch einfach meine Krankheiten, die da rauskommen, dass ich so hebelig bin und mich nicht auf ein Thema konzentrieren kann oder nur sehr schwer bei einem Thema bleiben kann.
Speaker: Und dann kann es einfach sein, dass mein Kopf sich entscheidet, irgendwie an was anderes zu denken, abzuschweifen.
Speaker: Und dann kann es sein, dass mein Kopf sich einfach dazu entscheidet, an was anderes zu denken,
Speaker: Und irgendwie auf einen anderen Zug aufzuspringen.
Speaker: Und dann kann ich nicht mehr richtig zuhören und bin nicht mehr aufmerksam.
Speaker: Und das tut mir so leid.
Speaker: Vor allem, wenn ich merke, dass Maren mir was erzählt, was ihr super wichtig ist.
Speaker: Oder gerade ein ganz großes Anliegen ist.
Speaker: Und ich fühle mich wie eine richtig schlechte Freundin, wenn ich dann nicht mal richtig zuhören kann.
Speaker: Also das ist für mich auch quasi ein Gefühl von zu viel sein, wenn...
Speaker: sie sich dem quasi anpassen muss, weil es nicht viel gibt, was ich tun kann, um das zu ändern.
Speaker: Also entweder sie akzeptiert das halt so oder, weiß ich nicht, sie erzählt es mir halt nicht oder sucht sich andere Frauen.
Speaker: Ganz offensichtlich habe ich das noch nicht gemacht, weil es für mir auch super leicht fällt, neue Freunde zu finden.
Speaker: Ich habe das noch gehört.
Speaker: Siehst du mich in naher Zukunft neue Freunde finden?
Speaker: Ich nicht.
Speaker: Siehst du mich überhaupt neue Freunde finden?
Speaker: Ich will mir keine neuen Freunde suchen.
Speaker: Ja.
Speaker: Nee.
Speaker: Ich bin so ein Typ Mensch, ich muss gefunden und adoptiert werden.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich weiß, dass grundsätzlich würde ich behaupten, dass bei uns das eher so ist, dass ich die Konversation trage.
Speaker: Also ich beginne über irgendwas zu erzählen oder ich fange an von was zu reden oder was auch immer.
Speaker: Und dann habe ich ganz oft das Gefühl...
Speaker: dass ich Maren das Gefühl gebe, dass sie nicht reden darf?
Speaker: Also ich weiß nicht so richtig, weil ich bin das so gewohnt,
Speaker: dass ich immer die bin, die labert.
Speaker: Und erstens denke ich nicht mal so richtig drüber nach, so interessiert die das überhaupt?
Speaker: Hat die überhaupt gerade Bock, dass ich ihr irgendwas erzähle?
Speaker: Aber ich weiß, wenn ich nichts erzählen würde, dann wäre es halt einfach ruhig.
Speaker: Und damit kann ich nicht umgehen.
Speaker: Und ich will aber auch, dass sie weiß, dass sie immer sagen kann, hey, jetzt halt mal deine Schnauze.
Speaker: Mach das Geräusch, du machst, wenn du deine Schnauze hältst.
Speaker: Ich will jetzt auch was erzählen.
Speaker: Aber das ist halt schwierig, wenn da halt so eine Brabbelbacke da die ganze Zeit dabei ist, die halt über Schneckenhäuschen und...
Speaker: Bäume und was auch immer labert.
Speaker: Ich glaube, manchmal ist es bei uns auch deshalb ein bisschen schwierig, beziehungsweise wir haben manchmal, glaube ich, beide so einen inneren Konflikt.
Speaker: Vor allem, wenn, ich sage jetzt mal, jeder irgendwie ein Anliegen hat und ich habe immer das Gefühl, ich muss Sachen schnell erzählen, weil ich viele Details schnell vergesse.
Speaker: Oder nicht nur Details, weil ich viele Sachen einfach vergesse.
Speaker: Das ist so eine Katastrophe.
Speaker: Und
Speaker: Ich weiß nicht, ob das bei dir ist, wie du gesagt hast, dass es so ein bisschen aus der Gewohnheit ist, weil du halt meistens die bist, die das Gespräch führt, oder ob es noch ein anderes Bedürfnis ist, was dahinter steckt, aber ich habe manchmal das Gefühl, du hast dann auch so einen Konflikt und dann sind wir so am, ich muss dir unbedingt was erzählen, aber wer darf jetzt zuerst reden?
Speaker: Welches Anliegen ist gerade dringender?
Speaker: Und die Antwort ist eigentlich meistens, das, was ich zu erzählen habe, ist nicht dringend.
Speaker: warum?
Speaker: Wie kommst du da drauf?
Speaker: Weil du es mir vielleicht schon 20 Mal erzählt hast.
Speaker: Ja, möglich.
Speaker: Und vergess noch, dass ich es dir schon 20 Mal erzählt habe.
Speaker: Und selten ist es mal was Wichtiges.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber wenn es mal was gibt, bei dem du das Gefühl hast, du musst es mit mir teilen, also excuse me, damit es mal ja ein Kreuzchen im Kalender macht.
Speaker: Ja, das stimmt auch.
Speaker: Ja, dann, wenn du mal was erzählen willst, dann
Speaker: Muschstum hoch auf die Böhne.
Speaker: Okay, let's go.
Speaker: Ich habe auch oft irgendwie noch, ja, weiß ich nicht, fühle ich mich schlecht, Sachen zu erzählen.
Speaker: Das ist auch irgendwie eine komische Situation, wenn ich quasi was Positives zu erzählen habe, aber ich weiß, dir geht es gerade nicht gut.
Speaker: Dann fühle ich mich manchmal auch in so einer Zwickmühle, weil ich dann denke,
Speaker: Also eigentlich bräuchte ich jetzt jemanden, der zuhört und der voll, keine Ahnung, der Hype-Man ist für das, was ich gerade erzählen will.
Speaker: Aber ich weiß, egal ob psychisch oder körperlich, ist das gerade nicht drin.
Speaker: Und dann ist es so voll der innere Konflikt.
Speaker: Will ich das dann gerade überhaupt erzählen?
Speaker: Weil ich weiß, du kannst gerade vielleicht der Hype-Man nicht sein, den ich brauche.
Speaker: Oder erzähle ich es aber trotzdem, weil ich kann auch nicht jedes Mal nichts erzählen, wenn es dir nicht gut geht.
Speaker: Ist das gemeint?
Speaker: Ja, ich habe schon verstanden.
Speaker: Aber ich glaube, da ist es auch wichtig, dass ich sagen kann,
Speaker: Ich freue mich mega, aber zeigen oder hier groß Hypeman spielen kann ich gerade nicht.
Speaker: Ich glaube, das haben wir voneinander aber auch ganz gut gelernt und ich glaube, es ist auch immer abhängig davon, in was für einer Situation es mir nicht gut geht, was da gerade passiert ist und auch was du zu erzählen hast.
Speaker: Das sind so ein bisschen die Situationen, die uns jetzt so eingefallen sind, wo wir das Gefühl haben, vielleicht gerade in dem Moment zu needy zu zu viele Bedürfnisse zu haben, zu egoistisch zu sein, jetzt quasi auf seine Bedürfnisse zu bestehen.
Speaker: Das hört sich viel zu krass an, weil so ist es nie, aber...
Speaker: Ja, weil wir, glaube ich, ähnliche Bedürfnisse haben.
Speaker: Das macht es einfacher, die vom anderen zu erfüllen, würde ich jetzt mal behaupten.
Speaker: Ja.
Speaker: Und...
Speaker: Ich finde es super beeindruckend, zu sehen, wie du dich verändert hast im Verhalten mir gegenüber.
Speaker: Also was Impulsivität angeht zum Beispiel, wenn ich mal wieder das Gefühl habe, ich muss jetzt irgendwas machen oder ich kann nicht mehr richtig zuhören oder was auch immer.
Speaker: Ich glaube, das...
Speaker: du größere Schritte gemacht hast, akzeptieren, dass wenn ich zum Beispiel nicht richtig zuhören kann, dann liegt das nicht an dem, was du erzählst.
Speaker: Es ist nicht, dass du langweilig bist oder ich keine Lust habe, dir zuzuhören, sondern dass ich einfach nicht in der Lage bin, dir zuzuhören und dass es mir auch unfassbar leid tut.
Speaker: Und dass ich wünschte, ich könnte mich einfach mal mit dir auf die Couch setzen, so mit einer Tasse Tee.
Speaker: Wir reden einfach stundenlang und ich kann einfach sitzen und nichts tun.
Speaker: Ich glaube, das gab es einfach noch nie.
Speaker: Ja, so funktioniert dein Gehirn halt nicht.
Speaker: Nein, absolut überhaupt nicht.
Speaker: Also so fünf Minuten still sitzen heißt dann, Nora hat keinen Nagelnack mehr auf den Fingernägeln, weil alles abgeknibbelt wurde oder keine Ahnung.
Speaker: Und das ist dann auch, das meinte ich vorher, ich mag dann richtig, wie das dir auch einfach nicht gut tut.
Speaker: Und das macht mich dann auch unruhig, da kann ich dann auch nicht...
Speaker: Also das klappt einfach nicht, aber das haben wir ja auch einfach rausgefunden und ist ja völlig okay so.
Speaker: Wir kriegen es anders hin, das muss auch nicht so sein, dass du mit einer Tasse Tee neben mir sitzt und wir da ein stundenlanges Gespräch führen.
Speaker: Das ist eh nicht über was.
Speaker: Sag ich da, weißt du, ich sag ja auch, ich weiß nicht, über was wir reden können und dann, wenn ich so zurückgucke über die letzten Jahre, dass wir quasi jeden Tag, den ganzen Tag geredet haben und ich habe keine Ahnung über was,
Speaker: Ich habe auch, es gibt Situationen, da muss ich immer an den Pflegegrad denken, da fühle ich wahnsinnige Hemmungen.
Speaker: Zum Beispiel, wenn es darum geht, Briefe zu öffnen.
Speaker: Das ist für mich was wahnsinnig Schwieriges.
Speaker: Ich kann nicht erklären, warum das so ist, aber es ist so.
Speaker: Ich bin, als wäre ich körperlich nicht in der Lage, Briefe zu öffnen.
Speaker: Und dann warte ich immer, bis ein paar Briefe da sind und dann muss Maren kommen, um mir die aufzumachen.
Speaker: Oder ich habe bei manchen Themen das Gefühl, ich brauche jetzt ihren Input.
Speaker: Ich kann selber gerade nicht rational denken.
Speaker: Ich brauche jemanden, der mich kennt, der weiß, was ich mag, der mich und meine Impulsivität kennt und dann mir helfen kann, eine Entscheidung zu treffen.
Speaker: Und
Speaker: ja, dann kommt es zu Situationen, wie wir vorher schon erzählt haben, dass sie mir vielleicht auch einfach Dinge sagt, die ich nicht hören möchte oder die vielleicht nicht schön und angenehm sind, aber es ist für mich trotzdem unglaublich wichtig, dass sie ehrlich bleibt und trotzdem das sagt, was ich hören muss und nicht das, was ich hören will.
Speaker: Und ich glaube, das ist mittlerweile auch so eine
Speaker: so eine unausgesprochene Bedingung, dass wir uns nicht irgendwie hypen, wenn es gerade nicht angebracht ist oder dass wir uns schon gar nicht belügen.
Speaker: Und ich weiß auch, dass wenn ich Bedenken hätte wegen irgendwas oder ich brauche gerade einfach irgendwie eine Rückmeldung, also so
Speaker: Ja, es ist alles in Ordnung.
Speaker: Ja, wir kriegen das hin.
Speaker: Ja, ich habe dich noch lieb.
Speaker: Ja, ich hätte dich auch noch lieb, wenn du ein Wurm wärst.
Speaker: Und so weiter.
Speaker: Weil ich mache das nicht mit Absicht.
Speaker: Und das ist auch nicht irgendwie so Fishing for Compliments oder sowas.
Speaker: Das ist einfach eine wahnsinnig tiefsitzende Unsicherheit.
Speaker: bei der sie mir so oft hilft.
Speaker: In so vielen Situationen in meinem Alltag hilft sie mir und es ist ihr überhaupt gar nicht bewusst, dass sie hilft.
Speaker: Gar nicht.
Speaker: Also, es gibt so viele Dinge, die ich nicht alleine schaffen könnte, weil mein Kopf dafür irgendwie nicht ausgelegt ist.
Speaker: Das hört sich echt ganz furchtbar an, aber es ist so.
Speaker: Und
Speaker: Das macht es so viel einfacher, dass ich nicht ständig das Gefühl haben muss, zu viel zu sein.
Speaker: Also, dass ich nicht denke, jetzt muss ich heute wieder meine Briefe aufmachen.
Speaker: Was denkt die denn wieder von mir?
Speaker: I'm a creep.
Speaker: Natürlich ist mir das super unangenehm.
Speaker: Und ich glaube, es war mir am Anfang auch noch viel unangenehmer, als es jetzt ist.
Speaker: Aber...
Speaker: Ich versuche schon auch aktiv Dinge zu finden, bei denen ich ihr im Alltag beistehen kann oder unter die Arme greifen, zum Beispiel, dass ich ihre Medikamente richte.
Speaker: Das finde ich ganz furchtbar.
Speaker: Das zu richten oder dass ich es mache?
Speaker: Dass du es machst.
Speaker: Also nicht, weil du du bist, sondern...
Speaker: Das ist, keine Ahnung, ich kann das gar nicht richtig erklären, das ist für mich voll der krasse Schritt, da die Kontrolle abzugeben oder dann, da haben wir auch schon drüber geredet, dann macht mich das richtig fuchsig und ich weiß, und du sagst das auch immer, das hat nichts damit zu tun, aber ich habe voll das schlechte Gefühl, wenn ich weiß, du hast es geschafft, meine Mädels zu richten, aber deine eigenen nicht.
Speaker: Und dann denke ich mir so, ja, nee, komm, lass mich lieber selber machen, kümmer du dich um deine Sachen.
Speaker: Du dich aber halt nicht.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und das sagst du mir dann auch immer.
Speaker: Aber da ist dann wieder so, die Denkweise, die ist in meinem Kopf nicht so richtig angekommen.
Speaker: Und ich denke mir so, nee, also, dann komm, kümmer dich lieber um deine Sachen, ich mach das wieder.
Speaker: Und ich weiß, du sagst es mir, ich verstehe das in der Theorie, aber nee.
Speaker: Es fällt mir auch so viel einfacher, Dinge in meinem Alltag, die mich betreffen, zu schaffen, wenn ich auch noch Dinge für jemand anderen machen muss.
Speaker: Ich wünschte, ich könnte psychologisch verstehen, warum das so ist, aber...
Speaker: Das werde ich wahrscheinlich nie hinkriegen.
Speaker: Selbst wenn ich meinen Bachelor schaffe, bevor ich 42 bin.
Speaker: Du schaffst es, bevor du 42 bist.
Speaker: Ich bin mir sicher.
Speaker: Wir schaffen das.
Speaker: Es ist auch ganz egal, was ich Maren erzähle.
Speaker: Ich bekomme nie ein... Stell dich an, du bist noch faul auf der Haut.
Speaker: Das ist...
Speaker: du machst nicht genug oder so.
Speaker: Ich kann sagen, ich bin mir selber gerade zu viel, weil manchmal komme ich einfach mit mir selber nicht klar.
Speaker: Also ich weiß einfach nicht mehr,
Speaker: Ich sitze vor einem Berg voll Aufgaben, ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll.
Speaker: Ich kann sie schon gar nicht in kleinere Aufgabengruppen aufteilen und dann auch noch Prioritäten setzen, welche davon jetzt wichtiger sind als andere.
Speaker: Ja, absolut, gar keine.
Speaker: Null Chance.
Speaker: Null Chance.
Speaker: Und dann weiß ich, dass ich Maren anrufen kann und sagen kann, ich sitze gerade in der Paralyse und ich weiß nicht weiter.
Speaker: Was muss ich als nächstes machen?
Speaker: Ja, dann haben wir zum Beispiel einfach ein Notionboard mit geschertem Zugriff erstellt, wo wir dann halt Sachen daraus sortiert haben.
Speaker: Und dann klappt es sogar so, wenn ich gar nicht mal hier bin.
Speaker: Also wir haben das teilweise am Telefon gemacht, weil du gesagt hast, ich sitze jetzt hier und ich brauche jetzt Hilfe.
Speaker: Und dann haben wir das so halt einfach...
Speaker: trotzdem hinbekommen.
Speaker: Also, ich glaube, was man so zusammenfassend sagen könnte, ist, dass mit dem richtigen Menschen bist du nie zu viel.
Speaker: Ja.
Speaker: Punkt.
Speaker: Du musst die eine Person finden oder mehrere Personen, wenn du richtig glücklich bist, die sagen, es
Speaker: Nimm dich genauso, wie du bist und es ist alles in Ordnung.
Speaker: hin.
Speaker: Und wenn irgendjemand mal zu dir sagt, du bist zu viel, wegen was auch immer, renn weg.
Speaker: Du bist nie zu viel.
Speaker: Lass dir das von jemandem gesagt sein, der wirklich sehr viel ist.
Speaker: Da muss ich noch kurz einen anderen Punkt einbringen.
Speaker: Wir haben, bevor wir die Aufnahme gestartet haben, schon kurz drüber geredet und es gibt manchmal so Situationen, wo ich eigentlich sagen will, ich bin zu viel, aber ich habe das Gefühl, ich bin eigentlich eher zu wenig.
Speaker: Also...
Speaker: Ja, ich weiß gar nicht richtig, wie ich das erklären kann.
Speaker: Ja, zu viel, um damit umzugehen.
Speaker: Ja.
Speaker: Dass es halt eigentlich zu wenig ist, in deiner Auffassung.
Speaker: Dass ich vielleicht zu wenig erzähle oder, ja, das hat mir auch schon öfter gesprochen, dass Nora oft das Gefühl hat, sie muss mir alles aus der Nase ziehen, aber, ja, dann habe ich...
Speaker: Aber es wird besser.
Speaker: Also in ihrem Gefühl wird es besser.
Speaker: In meiner Wahrnehmung wird es noch nicht besser.
Speaker: Aber lassen wir es jetzt mal so stehen.
Speaker: Es verändert sich.
Speaker: Also insgesamt habe ich das Gefühl, Sachen verändern sich.
Speaker: Weil ich auf einmal auch das Gefühl habe, das macht mich in letzter Zeit richtig fuchsig, dass ich früher nie einen Ohrwurm hatte.
Speaker: Nie.
Speaker: Und ich habe mich immer über Nora, naja, lustig gemacht.
Speaker: Würde ich so nicht sagen, aber wir sehen halt sowieso...
Speaker: Wir gehen mit unseren Krankheiten halt einfach mit Humor um und machen da auch Witze drüber.
Speaker: Und für uns ist das in Ordnung.
Speaker: Und ja, ich habe das früher belächelt und dann habe ich mir schon angehört, wenn sie mir gesagt hat, weiß ich nicht, sie hat mir mal so verrückte Sachen erzählt, wie irgendwelche Zahlen haben Farben oder haben eine Richtung.
Speaker: Und ich war so, bitte was?
Speaker: Ja, in meinem Kopf ist das so, die Zahl, die ist lila.
Speaker: Und dann war ich so, hä?
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Wie kommst du da drauf?
Speaker: Ja, ich fühle das, ich weiß das einfach.
Speaker: Das ist sowas da... Ich habe keine Ahnung, wovon du redest.
Speaker: Für mich hört sich das an, als hättest du irgendwelche halluzinogenen Drogen genommen.
Speaker: Aber du darfst mir das gerne erzählen.
Speaker: Ich finde es interessant.
Speaker: Ich finde es auch interessant, dass bei dir 42 Tabs offen sind und in drei davon läuft irgendwie Musik.
Speaker: In einem läuft Rolf Zukowski irgendein Lied.
Speaker: Im anderen...
Speaker: kommt irgendeine Werbung.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ja, also ich finde es interessant, aber ich kannte das früher so nicht.
Speaker: Und ich habe jetzt das Gefühl, also das ist niemals so krass, aber zum Beispiel...
Speaker: Nora singt immer, den ganzen Tag.
Speaker: Egal, was du sagst, bei irgendeinem Wort, was du sagst, fällt ihr irgendein Lied dazu ein.
Speaker: Ich kann nichts sagen und auf einmal sagt sie, oh Mann, du hast das gesagt, jetzt habe ich ein Ohrwurm wegen dir und ich habe, weiß ich nicht, einfach ein ganz normales Wort benutzt, so, Entschuldigung, dass ich rede.
Speaker: Und
Speaker: Jetzt auf einmal habe ich auch Ohrwürmer die ganze Zeit.
Speaker: Entweder weil Nora was singt oder auch wenn, keine Ahnung, einer am Handy kurz ist und irgendwo im Hintergrund Musik an ist und das macht mich wahnsinnig.
Speaker: Ich werde verrückt.
Speaker: Ich kenne das nicht.
Speaker: Und auf einmal habe ich den ganzen Tag geprabbelt in meinem Kopf.
Speaker: Ja, zischte mal, wie sich das angefühlt.
Speaker: Bei mir spielt ja nicht nur Musik, da reden ja auch Leute.
Speaker: Moment, Moment.
Speaker: Wir müssen mit solchen Aussagen ja vorsichtig sein.
Speaker: Also
Speaker: In meinem Kopf reden schon Menschen oder Stimmen, aber ich bin also nicht auf eine schizophrene Ahnung.
Speaker: Nur so, dass wir das mal klargestellt haben.
Speaker: Ja, so ein kleines Männchen.
Speaker: Mittlerweile wissen wir auch, dass es, glaube ich, Synesthesie heißt, wenn man Farben mit Buchstaben oder Zahlen verbindet und auch Richtungen.
Speaker: Das ist zum Beispiel auch etwas, das ich nicht wusste, bis vor kurzem.
Speaker: Also gibt es auch noch andere Leute, die Zahlen mit Farben verbinden und das einfach quasi deren Wahrheit ist.
Speaker: Und das ist mal Neuro-Spicy, würde ich sagen.
Speaker: Also wenn das nicht Neuro-Spicy ist, dann weiß ich aber halt auch nicht, gell?
Speaker: Nee, ich muss mich einfach nur anstrengen.
Speaker: Besser.
Speaker: Nicht so faul sein.
Speaker: Gib dir halt mal ein bisschen Mühe.
Speaker: Reiß dich mal zusammen.
Speaker: Ich war schon draußen an der Sonne.
Speaker: Hast auch genug getrunken.
Speaker: Vitamin D haben wir auch genug genommen.
Speaker: Getrunken.
Speaker: Ja.
Speaker: So, jetzt sind wir nochmal ein bisschen abgeschweift, aber...
Speaker: ja, was wir für uns noch rausgefunden haben, was auch einfach dagegen hilft, gegen dieses Gefühl zu viel zu sein, ist einfach wie immer, wir sagen es jede Folge, Kommunikation ist das A und O, einfach ehrlich sagen, was man braucht, sich nicht dafür zu schämen oder einfach auch mal direkt zu fragen, ist das gerade zu viel für dich und
Speaker: Es ist so eine Bereicherung, wenn dann einfach ein ehrliches Nein kommt.
Speaker: Das heilt einen schon fast ein bisschen.
Speaker: Und auch ein ehrliches Ja ist okay.
Speaker: Und solange es liebevoll passiert.
Speaker: Das bedeutet nicht, dass wir falsch sind.
Speaker: Nur, dass die andere Person einfach vielleicht gerade keine Kapazitäten mehr hat.
Speaker: Und darüber haben wir vorher auch schon gesprochen.
Speaker: Ich finde es schön, dass wir das so rumgesagt haben, weil Maren mit Sicherheit nicht die Person ist, die fragt, bin ich gerade zu viel für dich?
Speaker: Sondern wenn das jemand fragt, dann bin ich das.
Speaker: Und es gab auch schon Situationen, wo ich richtig stolz bin, wo sie einfach ehrlich mit Ja geantwortet hat.
Speaker: Und trotzdem hat sie mich aber nicht alleine gelassen.
Speaker: Also es gibt immer ein Ja, aber...
Speaker: wir schaffen das trotzdem zusammen.
Speaker: Ja.
Speaker: Und manchmal gibt es auch ein, ja, eigentlich ist mir das gerade zu viel, aber wir machen das jetzt halt trotzdem.
Speaker: Ja.
Speaker: Weil wir...
Speaker: glaube ich, beide so sind, dass wir, wenn ich weiß, dass es ihr nicht gut geht und ja, es ist mir eigentlich zu viel, aber wenn ich... Dann hat das Prio eins, dass es dem anderen nicht gut geht.
Speaker: Egal, was mit einem selber ist.
Speaker: Ich kann dann auch nicht zu Hause sitzen und sagen, ja, okay, ich muss mich jetzt auf mich konzentrieren.
Speaker: Nein, das geht einfach nicht.
Speaker: Punkt.
Speaker: Ich kann das nicht.
Speaker: Ich muss dann für sie da sein oder mit ihr da sein.
Speaker: Und auch wenn das bedeutet, dass wir...
Speaker: uns was überlegen müssen, wie wir damit umgehen und wie wir das jetzt schaffen, damit wir den anderen wieder ein bisschen besser dastehen lassen, ohne dass es jetzt ultra viel Kapper kostet.
Speaker: Ähm,
Speaker: wir können uns nicht alleine lassen.
Speaker: Und trotzdem finde ich, ist es wichtig zu wissen, wo der andere gerade steht.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Und deswegen, ja, und wenn das manchmal ein Ja, Aber oder Nein ist, dann, also es ist alles richtig, jede Antwort ist richtig, es gibt keine falsche Antwort darauf.
Speaker: Wir wünschen uns da in der Freundschaft eigentlich auch einfach nur, ähm,
Speaker: Offenheit, das klar zu kommunizieren, zu wissen, wo der andere steht, dass man dem anderen dann gegebenenfalls entweder Raum geben kann, damit er sich zurückziehen kann oder auch, dass das Chaos mal herrscht.
Speaker: Und auch wenn vielleicht die Kapazitäten gerade nicht da sind, wissen wir trotzdem, dass keiner von uns sich kleiner machen muss, nur um sich dem anderen anzupassen.
Speaker: Und dass wir dem anderen immer wieder versichern, du darfst sein, so wie du bist und es ist alles in Ordnung.
Speaker: Auch wenn du dich gerade vielleicht nicht so gut im Griff hast, ich liebe dich genauso wie du bist, auch wenn du dich needy fühlst.
Speaker: Und ich habe gerade das Gefühl, das ist kein so ein richtiger Abschluss, aber ja, vielleicht hat euch das einfach geholfen, ein bisschen zu hören, wie wir damit umgehen, wie wir das miteinander kommunizieren und dass es auch völlig in Ordnung ist, wenn man mal das Gefühl hat, ich bin gerade needy oder
Speaker: Ich brauche gerade vielleicht Sachen, weiß aber, dass der andere sie vielleicht nicht erfüllen kann oder nicht so, wie ich mir das vorstelle, aber dass man da einfach ehrlich ist, einen guten Weg gemeinsam findet.
Speaker: Dass wir uns nicht kleiner machen müssen, um zu passen und dass jeder genau so, okay klingt schon wieder viel zu negativ, aber dass jeder so wie er ist, richtig gut ist und dass niemand sich da verändern muss.
Speaker: Es geht dabei auch nicht, ob du dich... Also Maren ist technically nicht Neuro-Spicy und sie kann sich trotzdem zu viel fühlen.
Speaker: Es ist nur dadurch, dass ich so ein chaotischer, aufgeweckter Mensch bin, Strudel wollte ich gerade schon sagen, ist es bei mir, glaube ich, häufiger, dass...
Speaker: das Auftritt, das Gefühl zu viel zu sein, weil ich einfach viel mehr bin.
Speaker: Das hört sich so blöd an, aber ich mache so den Tag über mehr wuselige Sachen und Maren ist halt einfach das komplette Gegenteil davon.
Speaker: Die ist, glaube ich, nie wuselig.
Speaker: Ich glaube auch nicht.
Speaker: Und
Speaker: Deswegen wollten wir das auch einfach daran ein bisschen anlehnen, da es damit einfach viel zu tun hat.
Speaker: Aber auch nicht nur spicy Menschen können sich zu needy, zu viel fühlen.
Speaker: So oder so.
Speaker: Du bist aber genauso richtig, wie du bist.
Speaker: Und das ist auch wichtig, in einer Freundschaft zu wissen.
Speaker: Ja, ich würde sagen, dann schließen wir unser Hauptthema ab und dann kommen wir jetzt zu unserem Freundschaftsdate der Woche.
Speaker: Da habe ich mir ein bisschen was ausgesucht, was ich irgendwie eine verrückte Idee finde, aber ganz cool.
Speaker: Wenn man sich einfach mal zu einem Filmabend verabredet, bei dem man aber nur Trailer anschaut und dann
Speaker: die einfach knallhart bewertet und sich daraus mal einen witzigen Abend macht und einfach mal ein bisschen was anderes machen.
Speaker: Ja, mit Popcorn und Decken und ganz viel.
Speaker: Also das ist schon mal definitiv ein 3 von 10.
Speaker: Der Trailer verrät vielleicht schon viel zu viel.
Speaker: Der Trailer war so viel besser als der Film.
Speaker: Ja.
Speaker: Also ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, wir würden daraus richtig was Gutes machen.
Speaker: Jetzt bräuchte ich nur noch einen Fernseher.
Speaker: Ja, das kommt bestimmt wieder, aber auf jeden Fall eine richtig gute Idee, finde ich.
Speaker: Und habe ich auch richtig Bock drauf, das einfach mal zu machen.
Speaker: Und ich glaube, das könnte uns auch voll aus...
Speaker: Mal wieder was Besonderes.
Speaker: Ja, ich wollte gerade fast sagen erden, aber eigentlich so ein bisschen das Gegenteil, einfach mal wieder ein bisschen auflockern, ein bisschen was Witziges machen, wo man aber auch nichts Anstrengendes dafür machen muss.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Also, vielen Dank fürs Zuhören und wenn du dich mal zu viel fühlst, dann bist du hier bei uns genau richtig, denn hier darfst du laut denken, dich weich fühlen, überreagieren und trotzdem geliebt sein.
Speaker: Vielen herzlichen Dank fürs Zuhören.
Speaker: Schreibt uns gerne, wie ihr mit dem Gefühl umgeht, zu viel zu sein und denkt immer daran, es ist okay, Bedürfnisse zu haben und es ist auch okay, sie auszusprechen.
Speaker: Wir freuen euch, wir freuen uns, wir freuen uns, wenn ihr nächste Woche wieder dabei seid.
Speaker: Ähm,
Speaker: Und bis dahin wünschen wir euch eine wunderschöne Woche.
Speaker: Bis nächste Woche beim Fretenfunk.
Speaker: Gruß und Kuss.
Speaker: Bye.


