Transcript
Speaker: Ich bin Thomas und du hörst auf dem Gracing Podcast, aber heute auf Deutsch.
Speaker: Denn heute recappen wir Badlands, das Ultradistance Gravelrennen, das vor inzwischen anderthalb Wochen in der spanischen Guraffe-Wüste und drumherum stattgefunden hat.
Speaker: Die beiden Gewinner, wer es verfolgt hat, weiß Bescheid, sind beides Deutsche, nämlich Svenja Beetz und Rick Steffen, die ich daher beide eingeladen habe, in die Show zu kommen.
Speaker: Und wir haben gesagt, hey, dann gibt es diesmal Gracing auf Deutsch.
Speaker: Ich denke, einige von euch, zumindest den Kommentaren, die wir nach wie vor bekommen, wird das sicherlich sehr freuen.
Speaker: Für alle Hörer, die nicht des Deutschen mächtig sind, tut es mir leid, aber heute Svenja und dann Rick auf Deutsch.
Speaker: Sehr, sehr spannend, wer sich dafür interessiert, wie so ein Ultradistance-Rennen funktioniert, was das drumherum bedeutet, der möge dranbleiben und springen wir doch direkt rein in meine Unterhaltung mit Svenja.
Speaker: Ich freue mich sehr, dass bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr Svenja Beetz bei mir ist, die
Speaker: Diesmal, um über Ihren Badlands-Sieg, Spoiler-Alert, zu spät, zu sprechen mit mir.
Speaker: Hallo Svenja.
Speaker: Hi, vielen Dank, dass du mich eingeladen hast.
Speaker: Mal wieder.
Speaker: Ja, sehr, sehr gerne.
Speaker: Du hast ja einiges zu berichten und erwarte ich zumindest.
Speaker: Aber bevor wir über die diesjährige Badlands-Ausgabe sprechen, by the way, endlich, wir hatten ein paar Tech-Themen, von daher haben wir uns schon mal ein bisschen warm telefonieren dürfen im Vorfeld.
Speaker: würde ich gerne ein bisschen zurückgehen, denn ich erinnere mich, als wir in unserer Folge nach Trucker Adventure gesprochen haben, dass wir auch ein ganz kleines bisschen gestriffen haben, dein Erlebnis bei Badlands im letzten Jahr, aber wir haben nicht viel darüber gesprochen und ich glaube, wir sollten fast dort anfangen.
Speaker: Gib unseren Hörern und Hörerinnen doch mal einen kleinen Überblick, wie
Speaker: dein letztjähriger Badlands-Versuch gelaufen ist.
Speaker: Ja, super gerne.
Speaker: Genau, letztes Jahr war mein erstes Mal, dass ich in Badlands teilgenommen habe.
Speaker: Und das war so ein bisschen auch aus der Idee heraus, weil ich Unbound vorher gewonnen habe und dann so ein bisschen die, ja, von außen auch der Druck kam, Unbound gewonnen, dann gewinnst du jetzt Badlands auch.
Speaker: Und natürlich hatte ich aber auch ein paar Vorbilder in meinem Kopf,
Speaker: wie zum Beispiel den Sepp Breuer, um Badlands anzugreifen und bin da auch gut vorbereitet angereist und hatte dann aber im Endeffekt ein nicht so tolles Erlebnis, weil ich einfach ganz viele Fehler gemacht habe, die...
Speaker: die dazu geführt haben, dass ich sehr gelitten habe und zweieinhalb Tage eigentlich gar keinen Spaß hatte auf dem Rad.
Speaker: Ich wollte eigentlich auch aufhören in der zweiten Nacht und hatte meine Mama angerufen und gesagt, hol mich bitte ab.
Speaker: Glücklicherweise hat die dann aber gesagt, nee, jetzt fährst du das noch weiter und du hast dich so gut darauf vorbereitet und jetzt komm, du schaffst es schon.
Speaker: Und dann bin ich das zum Glück auch ins Ziel gefahren und bin trotzdem immer noch zweite Frau geworden.
Speaker: Und für mich war das dann damals aber so ein bisschen eine Niederlage, weil ich ja eigentlich zum Gewinnen hingefahren bin und in mir brennt halt dann doch die Rennfahrerin, die gewinnen will.
Speaker: Und das hat dann ziemlich lange für mich gedauert zu realisieren, dass es eigentlich ein total toller Erfolg war, überhaupt ins Ziel zu fahren.
Speaker: Und genau, Badlands an sich, natürlich ein krasses Erlebnis, da durch die Wüste zu fahren.
Speaker: Aber wenn man irgendwie so ein bisschen das falsche Mindset hat, dann macht man sich selber ein bisschen schwierig.
Speaker: Und ich habe mich zum Beispiel schlecht versorgt.
Speaker: Ich hatte dann nicht mehr genug Wasser und war komplett dehydriert und dann hat das alles seinen Lauf genommen.
Speaker: sodass ich dann am Ende auch komplett fertig im Ziel angekommen bin und dann auch erst mal zu mir selber gesagt habe, also das mache ich nie wieder sowas und Badlands schon gar nicht und wie kann man überhaupt ein zweites Mal da zurückkommen.
Speaker: Und das Krasse war einfach, dass ich vorher mir nie hätte vorstellen können, wie hart es wird.
Speaker: Und jetzt, dieses Jahr hatte ich eben den Vorteil zu wissen, okay, es wird extrem hart, es wird extrem heiß und wusste so ein bisschen, was auf mich zukommen kann.
Speaker: Genau, deswegen ist, glaube ich, die zweite Ausgabe bei Badlands tendenziell immer die bessere.
Speaker: Was ich ganz spannend finde in deiner Erzählung,
Speaker: Nicht nur hier, sondern auch, was ich so in der Zwischenzeit in Social wahrgenommen habe, ist, dass tatsächlich das Letztjährige für dich aber wirklich so ein Erlebnis zu sein gewesen scheint, das hängen geblieben ist als was richtig Negatives, was ja mit dem zweiten Platz in so einem epischen Rennen man nicht vermuten sollte.
Speaker: Aber schreibst du das eher, du sagtest gerade, ist das Ergebnis der zweite Platz, würdest du es eher dem zuschreiben oder ist es tatsächlich, dass dich auch dein...
Speaker: in Anführungszeichen schlechter Prozess, also dehydriert zu sein, dass das für dich die eigentliche Niederlage war?
Speaker: Ganz ehrlich war es tatsächlich dann eher diese eigene Niederlage, dass ich mich so quälen musste und dass ich so ein bisschen das Gefühl hatte, mein Körper schafft es nicht zu fahren, obwohl er eigentlich das geschafft hat, aber es war halt ein komplettes Kopfschmerz.
Speaker: Ding, also es war einfach der mentale Part, der mich da so ein bisschen vernachlässigt hat und im Endeffekt ist ja ein zweiter Platz trotzdem ein tolles Ergebnis und wie gerade schon gesagt, überhaupt ins Ziel zu fahren ist bei Badlands ein absoluter Gewinn und daher glaube ich einfach, dass es
Speaker: Der Prozess war, den ich während des Badlands erlebt habe, in meinem Kopf, dass es mir gar keinen Spaß gemacht hat und ich mich da ziemlich eich quälen musste.
Speaker: Was ja eigentlich gar nicht der Sinn der Sache ist, weil eigentlich sollte es ja auch ein bisschen Spaß machen, solche Aktionen.
Speaker: Also, dass sie währenddessen sehr viel Spaß machen, das ist dann die zweite Frage.
Speaker: Aber das war wirklich eine sehr harte Geschichte damals.
Speaker: Und es dauerte wirklich sehr lange, bis ich realisiert habe, was ich überhaupt geschafft habe.
Speaker: Und wann und wie kam der Entschluss zustande, es dann nochmal zu probieren?
Speaker: So eine lustige Analogie, für mich hat es gerade so ein bisschen erinnert an ein Erlebnis diese Woche mit meinem jüngsten Sohn, der gerade Fahrradfahren gelernt hat und eine super...
Speaker: Tour mit mir und seinem Bruder unternommen hat und in so einer Unterführung steil bergab, zu wild gelenkt hat, umgefallen ist.
Speaker: Eine Minute, zwei Minuten hat er geweint und bevor wir dann aber weiterfahren konnten, ist er noch dreimal den Weg runtergefahren, in dem er zuvor gefallen ist, um dann weiterzufahren.
Speaker: Und diese Stehauf-Männchen-Mentalität scheint da
Speaker: Scheinst du da ja auch gehabt zu haben.
Speaker: Aber wann kam das?
Speaker: Eine Woche später?
Speaker: Drei Monate später?
Speaker: Nee, tatsächlich hat das schon ziemlich lange gedauert.
Speaker: Ich habe dann letztes Jahr nach Badlands auch erstmal komplett rausgenommen.
Speaker: Also ich war damals noch in meinem Master-Schreib-Prozess und habe die dann kurz nach Badlands abgegeben.
Speaker: Und damit sind dann zwei sehr, sehr große Dinge von mir abgefallen.
Speaker: Einmal eben dieses Badlands und zum Zweiten meine Masterarbeit und damit auch irgendwo mein Studium, das ich dann die letzten Jahre über gemacht habe.
Speaker: Und dann habe ich erstmal eine Pause gebraucht, auch vom Fahrradfahren extrem, vom Training.
Speaker: Einfach mal nur für mich Fahrradfahren Sachen machen, die ich die ganze Zeit irgendwie gar nicht gemacht habe.
Speaker: Und dann habe ich eigentlich auch gar nicht drüber nachgedacht, das nochmal zu machen, weil ich eben so ein schlechtes Erlebnis eigentlich hatte.
Speaker: Und ich glaube, es war dann so, dass ich gesehen habe, dass die Anmeldungen wieder offen sind.
Speaker: Das war dann, glaube ich, im November.
Speaker: Und dann hat mir der David geschrieben von der Veranstaltung, also der Organisator, und hat mich gefragt, ob ich denn wieder mitmachen will.
Speaker: Und dann habe ich gesagt, ja, eigentlich schon.
Speaker: Und dann hat er direkt gesagt, also er würde sich freuen, wenn ich wiederkomme und er gibt mir auch einen Startplatz.
Speaker: Und dann war das so, okay, ich bin jetzt mal angemeldet und habe einen Startplatz und dann gucken wir mal.
Speaker: Und dann war es ja bei mir so, dass sowieso im Januar so ein großer Change in meinem Leben kam, weil ich dann das Refendariat angefangen habe und somit das ganze Fahrradfahren so ein bisschen in den Hintergrund gerückt ist, beziehungsweise einfach jetzt der Fokus in meinem Leben gerade ein bisschen anders liegt.
Speaker: Und dann war das eigentlich auch gar nicht so präsent in meinem Kopf lange Zeit.
Speaker: Und dann war es eigentlich, glaube ich, so, dass dann ja Trakar dieses Jahr sehr gut lief und ich da gewonnen habe.
Speaker: Und ja, dann natürlich auch wieder von außen so Stimmen kommen.
Speaker: Was kommt denn als nächstes?
Speaker: Was machst du denn dieses Jahr noch vor?
Speaker: Und dann ist es auch noch so, dass ich dieses Jahr sehr viel Bikepacking-Touren gemacht habe.
Speaker: Und dann kam irgendwie schon so die Idee auf, naja, eigentlich könnte man es schon nochmal probieren.
Speaker: Und
Speaker: Dann war jetzt noch eben das große Glück, dass Badlands in die Sommerferien gefallen ist.
Speaker: Und ich jetzt quasi noch kurz danach ein bisschen Zeit habe, auch wieder klarzukommen und nicht direkt danach wieder in die Schule muss, weil sonst wäre es einfach gar nicht gegangen.
Speaker: Ja, und dann habe ich eigentlich zu meinem Trainer gesagt, lass uns das nochmal bitte machen.
Speaker: Und ich will das nochmal angreifen.
Speaker: Und eigentlich gibt es auch nur ein Ziel, wenn ich da hinfahre.
Speaker: Gewinnen.
Speaker: Genau.
Speaker: Was natürlich immer schwierig ist und es tut vielleicht auch manchmal gar nicht so gut, es so laut auszusprechen, weil man sich ja dann selber auch krass unter Druck setzt.
Speaker: Und ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich dann vorher auch wirklich gezweifelt habe, ob ich es machen soll, weil ich ein bisschen Angst hatte,
Speaker: nochmal hinzufahren und nicht zu gewinnen und dann enttäuscht zu sein.
Speaker: Ich habe mir aber auf der anderen Seite auch eingeredet, dass ich hinfahre, beziehungsweise mein Trainer hat mir dann da auch mental sehr geholfen.
Speaker: Und je nachdem, wie es läuft, aber letztendlich ist ein ins Ziel kommen auch schon ein großer Gewinn.
Speaker: Und selbst wenn es kein Sieg am Ende ist, dann ist es...
Speaker: Erlebnis und das größte Ziel war eigentlich eben aus Badlands dieses Jahr einen Goodlands zu machen und mit tollen Erlebnissen heimzugehen und das habe ich rückblickend auf jeden Fall geschafft.
Speaker: Das Gespräch mit deinem Coach, als du sagtest, wir gehen es an, ernsthaft, wann war das ungefähr, kannst du das noch verorten, zeitlich?
Speaker: Ja, es war tatsächlich in der vorletzten Schulwoche, also Ende Juli, nachdem ich, ich war ja zwischenzeitlich noch in Kenia und bin da das Migration gefahren und das lief auch eher nicht so gut, also es war im Endeffekt ein tolles Erlebnis und ich würde es, oder ich nehme sehr viel mit, aber ich würde es jetzt nicht nochmal machen und danach war ich auch so ein bisschen so, okay, vielleicht sind die längeren Rennen doch eher wieder meins und
Speaker: Mit dem Blick dann auf Badlands war es schon so, ich will das nochmal probieren.
Speaker: Und dann war es aber so, dass ich ziemlich krank war noch und auch im Krankenhaus war.
Speaker: Und in der Zeit war ich mir gar nicht sicher, ob ich meinem Körper sowas überhaupt noch antun will, weil da ging es mir wirklich ziemlich schlecht.
Speaker: Und ich war mir nicht so ganz sicher, von was das kommt und mit dem ganzen Stress und so.
Speaker: Schule und einfach alles unter einem Hut zu kriegen.
Speaker: Und genau, dann war es aber eben so, dass er mir auch dann gesagt hat, hey, so, das ist voll mein Ding und das ist eigentlich genau das, was ich gut kann und das probieren wir jetzt auch.
Speaker: Und ich weiß auch, dass er schon andere Athleten da gut vorbereitet hat, um dann gute Ergebnisse einzufahren.
Speaker: Und dann war das eigentlich gesagt und ja, dann haben wir uns darauf vorbereitet.
Speaker: Genau.
Speaker: Was ja gar nicht mal so wahnsinnig viel Zeit ist, von Juli bis September.
Speaker: Kannst du ein bisschen darüber erzählen, wie genau ihr euch dann vorbereitet habt?
Speaker: Ich habe nur bei dir auf Instagram gehört, dass du auch in den Tagen, Wochen zuvor einige Nightrides tatsächlich gemacht hast.
Speaker: Aber so vom Training einfach möglichst viel Volumen oder gab es noch ein paar andere Pricks und Kniffe, die ihr eingesetzt habt?
Speaker: Genau, also dieses Jahr ist bei mir sowieso so ein bisschen mal gucken, wie es läuft und so ein bisschen spontan schauen, was ich dann letztendlich fahre und gar nicht so krass feste Pläne machen.
Speaker: Also ich habe zum Beispiel auch für Badlands die Flüge erst ganz knapp vorher gebucht, weil ich quasi die Option haben wollte, auch notfalls kurz vorher noch zu sagen, ich schaffe es einfach nicht.
Speaker: Und das ist jetzt eigentlich so ganz gut aufgegangen.
Speaker: Und dann war es so, dass am Anfang August bin ich noch die Alps gefahren, auch ein Travel-Event vom Tegernsee an Gardasee.
Speaker: Und das sollte so ein bisschen als Vorbereitung dienen für Badlands.
Speaker: Und das war dann eigentlich auch ein ganz cooles Event.
Speaker: Also das top organisiert und richtig schöne Strecke.
Speaker: Aber da habe ich dann auch 415 Kilometer aufgehört und das war dann damals auch, oder
Speaker: Das war mein allererstes DNF, ohne dass ich jetzt gesagt habe, ich habe krasse Schmerzen oder es geht irgendwie irgendwas kaputt, sondern das war einfach wirklich ein Mental, ich habe es einfach nicht mehr geschafft, da die steilen Dinger hochzufahren.
Speaker: Und genau, das war dann erstmal so, shit, irgendwie jetzt ein DNF.
Speaker: und eigentlich will ich doch gut fahren und ja, Vorbereitung für Badlands irgendwie so ein bisschen nach hinten losgegangen.
Speaker: Aber mein Trainer hatte vorher auch gesagt, so hey, wenn du das abbrichst, ist nicht schlimm, es ist nur die Vorbereitung, es ist quasi nur das C-Rennen für das A-Rennen.
Speaker: Und genau, dann habe ich mich da wieder so ein bisschen aufgerappelt danach, hatte natürlich auch ganz viel Support von meiner Familie und von Freunden, die gesagt haben, hey Sveja, du kannst das gewinnen, mach das, du hast jetzt irgendwie so lange davon geträumt.
Speaker: Genau, und dann haben wir eigentlich ganz kurz vorher entschieden, ja, Badlands, ich buche jetzt Flüge, buche ein Apartment und dann fliege ich nach Malaga bzw.
Speaker: Granada.
Speaker: Und genau, um nochmal auf deine Frage einzugehen im Training, das ist ja jetzt bei mir dieses Jahr auch so, dass ich relativ wenig Umfang fahren kann, weil es einfach zeitintensiv ist und mein Trainer da auch sehr viel so V2 Max Intervalle dann mit mir macht oder halt
Speaker: Irgendwie mal eineinhalb Stunden und dafür halt kurz und knackig.
Speaker: Und da muss ich aber auch sagen, das hat dieses Jahr gut funktioniert.
Speaker: Ich sage immer, ich bringe viele Basic-Miles von den vorherigen Jahren mit, wo ich wirklich viel Umfang gefahren bin.
Speaker: Und dann war es jetzt eben noch so, dass ich ja dann quasi Beginn der Sommerferien hatte und damit dann auch gesagt habe, hey, ich habe jetzt ein bisschen mehr Zeit, schreibe mir mal ein paar längere Einheiten auf.
Speaker: Und dann habe ich noch ein, zwei längere Einheiten fahren können, war auch dann nochmal Bikepacken, was natürlich immer eine richtig coole Vorbereitung ist, weil es super viel Spaß macht und man ja indirekt dann auch trainiert und ein bisschen in der Nacht fährt, was immer gute Erfahrungen bringt, ein bisschen Equipment testen und so.
Speaker: Und genau, dann habe ich noch so ein paar längere Einheiten gemacht, aber im Vergleich zu den letzten Jahren und auch dafür, dass ich dann eigentlich 820 Kilometer fahren will, waren es trotzdem nicht viele Stunden auf dem Fahrrad.
Speaker: Spannend.
Speaker: Dann lass uns mal ein bisschen weiter Richtung Rennen gucken.
Speaker: Die Route dieses Jahr, gab es signifikante Unterschiede zum letzten Jahr?
Speaker: Also es wurde auch so mit ein bisschen beworben, irgendwie 250 neue Kilometer.
Speaker: Und die waren auch komplett neu, also die gab es in den vorherigen Versionen noch nicht.
Speaker: Und die ganzen letzten, ich glaube 150 Kilometer oder sogar 200 Kilometer, ich glaube 200 sogar, die waren quasi im Vergleich zu letztem Jahr ganz neu.
Speaker: Und ich habe jetzt gestern nochmal geguckt, es war so ein bisschen ein Mix aus den vorherigen Jahren und letztem Jahr.
Speaker: Aber für mich waren es auch sehr viele neue Kilometer.
Speaker: Und
Speaker: Was aber sehr gut war, streckentechnisch, ist, dass die letztjährige Version hatte eben diese letzten 100 Kilometer, wo es nochmal über 1000 Höhenmeter hoch geht, extrem steil, die mich letztes Jahr auch ziemlich zermürbt haben, weil ich einfach die ganze Zeit wusste, ich muss irgendwie da noch hoch und ich kenne genau den Anstieg und wie soll ich das schaffen.
Speaker: Und dieses Jahr war es so ein bisschen so, hey, die letzten 100 Kilometer sind nur noch ein paar Anstiege drin, aber auch noch relativ viel bergab.
Speaker: Und das hat dann für den Kopf schon richtig gut getan.
Speaker: Du bist nicht dankbar.
Speaker: Ja, definitiv.
Speaker: Also ich habe auch dieses Jahr die Route tatsächlich gar nicht so gut angeguckt vorher, weil wie gesagt die Zeit einfach dann zu knapp war und habe dann nur so das allergröbste an Streckenplanung gemacht und war dann auch manchmal so ein bisschen überrascht.
Speaker: So, ach, das kenne ich ja vom letzten Jahr und warte mal, ist das das Gleiche?
Speaker: Ja, da könnte danach der und der Anstieg kommen.
Speaker: Also es war dann auch so ein bisschen eine Überraschung.
Speaker: Und genau, ein paar Sektionen kannte ich und es waren aber auch ein paar neue dabei.
Speaker: Badlands im Freestyle-Modus.
Speaker: Halbwegs.
Speaker: Aber gerade Wasserpassagen, ich kann mich erinnern, letztes Jahr haben wir den Kurs mit Paul gepreviewt und in seiner Erinnerung sagt er, es kann auch echt längere Passagen geben, wo es gar keine Möglichkeit gibt, Wasser aufzufüllen und so weiter.
Speaker: Das hattest du dir schon noch genauer angeschaut?
Speaker: Wo gibt es Stops oder hast du auch da ein bisschen gegambelt?
Speaker: Nee, also gegampelt habe ich da dieses Jahr echt nicht, weil ich den Fehler eben letztes Jahr gemacht habe.
Speaker: Und ich hatte zwar genug Wasserkapacity dabei, letztes Jahr auch, aber ich habe dann zum Beispiel einmal eine Quelle überfahren, weil ich irgendwie noch fast voll hatte.
Speaker: Und im Nachhinein bin ich komplett dehydriert.
Speaker: Und da gab es wirklich über hunderte oder hundert Kilometer kein Wasser.
Speaker: Und den Fehler wollte ich dieses Jahr auf jeden Fall nicht nochmal machen und hatte dementsprechend auch wieder viel Wasserplatz dabei, also große Flaschen, einen großen Rucksack und habe mir dann schon so grob angeguckt, wo man anhalten kann.
Speaker: Und jetzt hatte ich ja auch den Vorteil, dass ich schon viele Stellen kannte, wo ich wusste, okay, da ist ein Brunnen oder da ist ein Supermarkt.
Speaker: Und habe mir Stellen rausgeschrieben, wo ich auf jeden Fall auffüllen kann und dann dieses Jahr eigentlich auch ziemlich oft angehalten, um einfach eine Flasche wieder voll zu machen, selbst wenn sie noch gar nicht leer war und hatte auch immer genug Wasser dabei.
Speaker: und habe auch ein paar Quellen quasi überfahren, weil ich wusste, okay, da kommt wieder eine.
Speaker: Aber viele Fehler, die ich diesbezüglich letztes Jahr gemacht habe, die habe ich dieses Jahr nicht mehr gemacht und da wusste ich schon auch grob, wann was kommt.
Speaker: Also das muss man quasi für Badlands, glaube ich, auch schon machen, weil sonst kann es wirklich passieren, dass man komplett trocken läuft und da gibt es halt auch wirklich keinen Schatten und nichts und dann steht man da.
Speaker: Also das sollte man wirklich vermeiden.
Speaker: Einer der wichtigsten Aspekte ist natürlich das Fueling.
Speaker: Wie bekommst du deine Kohlenhydrate?
Speaker: Und für mich eine interessante Frage, bei der Distanz fährst du das pur, oder nicht nur die Distanz, sondern du brauchst ja gar nicht mal so viele Stunden, aber doch schon ein paar Stunden.
Speaker: Machst du das mit nur Carbs oder schaust du, dass du auch andere Sachen, feste Nahrung oder sind deine Carbs auch zum Teil fest?
Speaker: Wie bist du da rangegangen dieses Jahr?
Speaker: Ich habe das tatsächlich dieses Jahr probiert, hauptsächlich über Gels und Pulver abzudecken.
Speaker: Und hatte so wie bei Trucker auch eigentlich meinen ganzen Gepäckträger voller Gels.
Speaker: Und also wirklich viele Kilos dann auch rumgefahren.
Speaker: Aber ich war dann halt dementsprechend auch unabhängig von irgendwelchen Supermärkten.
Speaker: Ich wusste, ich muss nur irgendwelche Wasserquellen finden und bin eigentlich gut versorgt.
Speaker: Das war mein Plan und das ist so auch gut aufgegangen.
Speaker: Und die Flaschen sind dann pures Wasser?
Speaker: Genau, ich hatte immer unterschiedlich.
Speaker: Ich hatte meistens eine Flasche mit Wasser zum auch ein bisschen abkühlen und einfach auch spülen und dann eine Flasche mit Pulver und Elektrolyten.
Speaker: Und im Rucksack hatte ich immer so einen Mix.
Speaker: Und dann hatte ich eben Gels, die konnten wir ganz gut auch einfach so trinken oder essen und hatte auf jeden Fall immer welche quasi noch notfallmäßig übrig.
Speaker: Und habe es dann aber auch so gemacht, dass ich zweimal an einem Supermarkt angehalten habe und dann habe ich mir noch...
Speaker: Ich glaube, ich habe mir noch eine Packung Chips geholt und eine Banane und irgendwie nochmal ein Baguette.
Speaker: Aber tatsächlich, dieses Mal wirklich fast nur über Gels die Kohlenhydrate nachgeschoben und eben über Pulver.
Speaker: Klar, so Cola und so dann auch immer, süße Getränke einfach zum Abkühlen.
Speaker: Aber ich habe das eigentlich so versucht, hauptsächlich über Sportlernahrung dann zu decken.
Speaker: Und dann ging es los.
Speaker: Granada, Startlinie.
Speaker: Wie viel Uhr ist die Abfahrt immer?
Speaker: Ich habe irgendwie im Kopf, dass es noch dunkel ist, wenn es losgeht.
Speaker: Die ist sonntags um acht und man fährt dann meistens noch so im leicht Dunklen hin.
Speaker: Und bis man dann aber startet, ist es dann schon hell.
Speaker: Also die Lampen sind eigentlich alle aus.
Speaker: Alright.
Speaker: Was war deine...
Speaker: Rennstrategie oder dein Plan?
Speaker: Gas von Anfang an?
Speaker: Ich glaube, bei Trakka hast du erzählt, du gibst gerne mal anfangs ordentlich Gas.
Speaker: Hast du das bei Badlands auch so gemacht?
Speaker: Genau, also eigentlich bin ich schon immer lieber von Anfang an irgendwo führend oder wenn es nicht führend ist, aber irgendwo vorne dabei.
Speaker: Ich wusste aber auch, dass es bei Badlands am Anfang 18 Kilometer gut berghoch geht und das ist definitiv nicht meine Stärke, wenn es direkt so viel berghoch geht.
Speaker: Und habe es dieses Mal wirklich so gemacht, dass ich meinen Tempo gefahren bin.
Speaker: Ich habe die anderen fahren lassen.
Speaker: Mich haben auch sehr viele Frauen überholt, wo ich dann im ersten Moment erst mal so, shit, wie fliegen die denn den Berg da hoch und warum bin ich so langsam?
Speaker: Aber ich habe es diesmal wirklich so gemacht, dass ich gesagt habe, ich fahre das in meinem Tempo los, ich lasse mich davon niemanden hetzen.
Speaker: Und insbesondere die ersten Kilometer, wo es so viel berghoch geht und ich irgendwie auch noch nicht so richtig warm gelaufen bin, muss ich auf mich und meinen Körper hören.
Speaker: Und das ging dieses Mal wirklich gut auf.
Speaker: Also eigentlich entgegen meiner normalen Race-Strategie.
Speaker: habe ich diesmal ein bisschen anders gemacht.
Speaker: Und ja, eigentlich mag ich das gar nicht, wenn ich weiß, ich bin irgendwie nur zehnte oder achte Frau und es sind so viele Frauen vor mir.
Speaker: Aber ja, ich glaube, auf so lange Distanzen ist es dann vielleicht manchmal gar nicht so schlecht, wirklich auf seinen eigenen Körper zu hören und nicht ganz so zu überpacen.
Speaker: Und dann hast du sie eine nach der anderen angefangen einzusammeln wieder.
Speaker: Ja genau, es war dann eben so, dass ich einfach mein Tempo gefahren bin.
Speaker: Hab auch gar nicht so viel drauf geachtet, wer jetzt wo ist.
Speaker: Am Anfang natürlich auch den Trecker überhaupt nicht angeguckt.
Speaker: Und ich hatte dann halt so ein bisschen auch einfach die Erfahrungen von letztem Jahr, diese verschiedenen Punkte im Kopf, bis wo man hinkommt, um dann wieder aufzufüllen, irgendwie ein Refill machen kann, nochmal an kalte Getränke kommt.
Speaker: Und dann ist eben dieses Goraffe so ein erster Point nach 130 Kilometern, wo man nochmal in so einem kleinen, die bauen da so ein, wie so ein Kiosk auf, eigentlich auch nur für die Veranstaltung, das ist total cool.
Speaker: Und dann kriegst du da nochmal kalte Cola und irgendwie...
Speaker: auch was zu essen.
Speaker: Und dann geht es eben in diesen Wüstenloop nochmal auf über 100 Kilometer und dann kommt eben Goa und Goa ist dann so die erste große Stadt, wo es dann wirklich alles gibt mit Restaurant und wo man auch schlafen kann und Brunnen und Supermarkt.
Speaker: Und genau, da war so ein bisschen meine Strategie, dass ich da auf jeden Fall ankomme, ohne komplett zerstört zu sein, weil das war
Speaker: eben letztes Jahr so, dass ich da schon relativ kaputt war.
Speaker: Und dieses Jahr kam ich da an und mir ging es eigentlich super gut.
Speaker: Klar habe ich vorher auch gut gelitten und auch in der Sonne, wenn es so heiß war, das ist eigentlich gar nicht meine Temperatur.
Speaker: Also ich komme da eigentlich auch gar nicht gut klar, wenn es so eich heiß ist.
Speaker: Aber habe mich da überhaupt nicht...
Speaker: ja, außer Ruhe bringen lassen und habe dann auch schon gemerkt, dass ich wieder eine Frau überholt habe.
Speaker: Genau, und dann in Goa war meine Mama, also die war ja auch wieder dabei und hat mich supportet.
Speaker: Und irgendwann habe ich dann auch mal aufs Handy geguckt und dann hat sie mir eben geschrieben, dass ich irgendwie, keine Ahnung, fünfte Frau bin oder so.
Speaker: Und genau, so ein bisschen hatte ich dann schon noch Überblick, wer vor mir war.
Speaker: Ja, und dann bin ich aber eigentlich immer weiter gefahren und dann hat man ja auch so ein bisschen vorher geguckt, okay, was für Frauen sind da, wie stark sind die vielleicht, muss ich die auf dem Schirm haben, wobei bei solchen Rennen weiß man nie, da kann wirklich alles passieren.
Speaker: Und dann bin ich wirklich eigentlich die ersten, ja, ich würde schon sagen, die ersten zwei Tage bin ich einfach gefahren.
Speaker: Und dann war ich irgendwann auf dem zweiten Platz.
Speaker: Und dann war es so, dass ich Montagabend mich dazu entschieden habe, okay, jetzt ist Verfolgungsjagd angesagt.
Speaker: Jetzt gebe ich nochmal ein bisschen Gas und gucke, dass ich die erste einhole.
Speaker: Und das war dann so die Mission für die zweite Nacht.
Speaker: Und dann...
Speaker: ging das auch auf und bin die zweite Nacht tatsächlich nochmal ziemlich gut zurechtgekommen, habe mich richtig gut gefühlt, habe dann fast gar nicht mehr angehalten und als ich sie dann gecatcht habe und wusste, okay, jetzt bin ich irgendwie führende Frau, dann bin ich wirklich nochmal zwei Stunden geflogen gefühlt.
Speaker: Genau.
Speaker: Und ja, dann habe ich sie so nach und nach allein gesammelt.
Speaker: Und ich wusste ja auch, dass ich, wenn ich weiterfahre und mein Kopf gut bleibt und ich mich gut versorge, dass ich dann nach hinten raus stark sein kann und dann auch nichts unmöglich ist.
Speaker: Du bist in knapp unter 52 Stunden unterwegs.
Speaker: Badlands durchgefahren.
Speaker: Ich glaube, bei den Männern ist es heute so, wenn du Badlands gewinnen willst, dann kannst du eigentlich gar nicht schlafen und musst fast ohne Pause durchfahren.
Speaker: Hast du
Speaker: Und wie ist deine Herangehensweise an Pausen bei der Distanz?
Speaker: Du wirst dir eine Zeitspanne im Kopf gehabt haben, die du für realistisch hältst.
Speaker: Was ist bei der Länge von Event deine Herangehensweise?
Speaker: Genau, also bei den Frauen ist es tatsächlich auch so, dass wenn du gewinnen willst, eigentlich auch nicht mehr viel schlafen kannst.
Speaker: Vielleicht nochmal einen Tacken mehr als bei den Männern, aber eigentlich schon auch ohne Schlaf durchkommen solltest.
Speaker: Und das war auch meine Herangehensweise.
Speaker: Aber gibt es Naps?
Speaker: Also Power-Naps, 20 Minuten?
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Also kann man schon machen.
Speaker: Mein Plan war eigentlich, so wenig Stoppzeit wie möglich zu haben und dementsprechend auch wenig zu schlafen.
Speaker: Ich habe es jetzt tatsächlich noch nie ausprobiert, wie es ist, wenn ich jetzt mich eine Stunde hinlege, ob ich danach tendenziell wieder schneller bin.
Speaker: Es ging bis jetzt irgendwie so immer gut auf.
Speaker: Ich weiß es nicht, wie es sich verhält von der Geschwindigkeit, von den Wattzahlen her.
Speaker: Dafür brauche ich einfach noch ein bisschen mehr Erfahrung und noch mehr solche Events, um es auch mal auszuprobieren.
Speaker: Oder vielleicht sogar, wenn ich drei Stunden schlafe.
Speaker: Wobei ich glaube, da brauchst du bei Badlands nicht mal vorne mitzufahren.
Speaker: Dafür ist es dann wiederum zu kurz.
Speaker: Ich glaube, wenn es dann halt länger geht, wenn es dann um die 1000 Kilometer ist, dann kommt es schon viel besser, wenn man eben auch kurz schläft.
Speaker: Und genau, meine Herangehensweise war aber eben zu versuchen, ganz ohne Schlaf durchzukommen.
Speaker: Ich wusste, dass ich auf jeden Fall die erste Nacht durchkomme ohne Schlaf und mich in der zweiten dann eventuell halt nochmal hinlegen oder notfalls auch unter dem Tag einfach in den Schatten legen.
Speaker: Das war eigentlich eher meine Strategie, wenn ich schlafe, dann tagsüber im Schatten, weil nachts die Zeit nutze ich besser auf dem Fahrrad.
Speaker: Und dann war es aber so, dass ich in der ersten Nacht durchgefahren bin und dann früh schon relativ müde war und auch so ein bisschen überlegt habe, okay, lege ich mich hin, mache ich ein Power-Nap.
Speaker: Aber ich habe wirklich gedacht, okay, wenn ich mich jetzt hinlege, dann wache ich glaube ich nicht mehr auf oder will gar nicht mehr weiterfahren.
Speaker: Weil ich natürlich auch so ein bisschen, du bist irgendwo im Feld und es sind einige Frauen vor dir und gewinnen wirst du eh nicht mehr.
Speaker: Und ob du jetzt in 52 Stunden ins Ziel kommst oder in 62, ist dir dann auch egal.
Speaker: Und habe mich dann aber nicht hingelegt, bin weitergefahren.
Speaker: Und in der zweiten Nacht gab es dann gar keinen Gedanken mehr daran, dass ich überhaupt nicht hinlege.
Speaker: Also da war ich ja dann eh auf Flugmodus Verfolgungsjagd.
Speaker: Und da habe ich dann gar nicht mehr drüber nachgedacht.
Speaker: Und da war es dann aber auch wirklich so...
Speaker: dass ich, wenn ich nicht daran gedacht habe, dass ich schon so lange auf dem Rad bin und so lange keinen Schlaf hatte, habe ich es eigentlich gar nicht gemerkt.
Speaker: Also ich habe mich dann immer gut versorgt mit viel Zucker und Gels und dann ging das echt richtig gut, auch ohne Schlaf.
Speaker: Was man schon relativ regelmäßig hört, sind dann Berichte von halluzinierenden Fahrern und Fahrerinnen.
Speaker: Bist du dafür anfällig oder auch gar nicht?
Speaker: Ja, tatsächlich.
Speaker: Ich glaube, die allermeisten haben dann so ein bisschen, dass sie irgendwelche Sachen sehen.
Speaker: Und ich kenne das auch schon aus meiner Kindheit, als ich früher immer mit meinem Papa auf Jagd war, dass man dann so überall Tiere sieht.
Speaker: Und es war tatsächlich auch wieder so, dass man an den Wegrennen, dann sind immer so Büsche.
Speaker: Und da habe ich wirklich alle Tiere der Welt gesehen.
Speaker: Also Schildkröten, Tiger, Bären, alles Mögliche hat da irgendwie gelauert.
Speaker: Und dann bin ich dran vorbei.
Speaker: Und dann war es auch, nee, warte mal, ist ja nur ein Busch.
Speaker: Manchmal sieht man auch irgendwie Menschen.
Speaker: Aber es war jetzt nie so, dass ich krass übermüdet war oder das Gefühl hatte, ich schlafe gleich ein.
Speaker: Spannend.
Speaker: Also ich habe Bedlines ja tatsächlich auch auf meiner persönlichen To-Do-Liste, aber garantiert nicht, um die vor der neuen Platzierungen mitzufahren.
Speaker: Von daher werde ich sicherlich schlafen.
Speaker: Aber so diesen sleep-deprived Zustand auf dem Rad zu erleben, würde ich dann schon auch gerne schlafen.
Speaker: Ja, also es hat schon irgendwie was Besonderes, vor allem, wenn man dann halt so ganz alleine ist und man nur seinen Lichtpegel vor sich hat.
Speaker: Und also bei Badlands ist es auch wirklich so, da ist irgendwie nichts.
Speaker: Also ich habe mal ein paar Füchse gesehen und dann so ein paar Kanigel.
Speaker: Aber sonst, da bewegt sich irgendwie auch nicht viel.
Speaker: Da ist kein Baumrauschen, da sind irgendwie wenig Vögel.
Speaker: Also es ist wirklich so komplette Stille und dann fängt es
Speaker: Gehirn halt irgendwie an, sich da irgendwie seine Welt zusammen zu malen.
Speaker: Und es hat schon irgendwie so auch seinen Reiz, seine Besonderheit.
Speaker: Ja, vor allen Dingen, all das passiert ja in der Regel nachts, wenn es dunkel ist.
Speaker: Sprich, du hast ja, wenn du eh nur noch schemenhaft die Dinge erkennst und dadurch durch die Gegend flitzt, dann hat das ja nicht nur was mit Halluzination zu tun, sondern auch damit, wie Augen und Köpfe funktionieren.
Speaker: Also das ist ja nicht
Speaker: Du kannst ja auch abends durch den Wald gehen, ohne komplett übermüdet zu sein und gerade schon hunderte Kilometer in den Beinen zu haben und erkennst trotzdem, denkst irgendwelche Dinge zu sehen, ne?
Speaker: Ja, genau, das stimmt natürlich.
Speaker: Dafür muss man gar nicht an dem Müdigkeitslimit sein, das stimmt.
Speaker: Aber die Kombination von beidem ist dann natürlich der interessante Zustand.
Speaker: Wie...
Speaker: Und wann hast du die letzte Frau, die vor dir war, überholt?
Speaker: Also ist es dann in der letzten, in der zweiten Nacht wahrscheinlich irgendwann?
Speaker: Genau, ich habe die, also Montagabend, als ich dann entschlossen habe, okay, jetzt gehe ich auf Verfolgungsjagd, war sie noch so eine Stunde vor mir.
Speaker: Und dann habe ich sie früh so gegen 6 Uhr, 6.30 Uhr, so in den Sonnenaufgangsstunden, habe ich sie dann überholt.
Speaker: Und ab da war dein Ziel, die Ziellinie wahrscheinlich ganz klar.
Speaker: Hattest du noch Sorge, dass es jetzt ein spannender Kopf-an-Kopf-Wettkampf wird?
Speaker: Oder ich schätze mal, man guckt sich dann die andere Fahrerin auch etwas genauer an.
Speaker: Wie tritt sie gerade?
Speaker: Wie sieht sie aus?
Speaker: Was war der Zustand?
Speaker: Genau, also das Ding ist, dass sie meine Teamkollegin von letztem Jahr war, also auch eine gute Freundin.
Speaker: Und es war schon krass, sie überhaupt zu wissen, dass sie die ganze Zeit vorne ist und auch mit einem richtig guten Abstand.
Speaker: Sie hat jetzt auch vor kurzem einen Ultra gewonnen gehabt und ich konnte da nicht so genau einschätzen, wie stark sie vielleicht gerade ist.
Speaker: Und dann habe ich mir die ganze Zeit schon überlegt, okay, wie mache ich es, wenn ich jetzt an ihr vorbeifahre?
Speaker: Überhole ich sie direkt?
Speaker: Bleibe ich erstmal noch eine Weile hinter ihr?
Speaker: Oder fahre ich mit ihr?
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: Und dann war es aber so, dass ich sie quasi schlafend überholt habe.
Speaker: Und ich aber kurz in dem Moment dachte, es ist was passiert.
Speaker: Und sie angesprochen habe.
Speaker: Und in dem Moment hat sie mich quasi angesprochen.
Speaker: Und dann waren wir so, ah, okay.
Speaker: Und dann sind wir zusammen weitergefahren.
Speaker: Und dann hatte ich aber natürlich im Kopf, naja, okay, das war jetzt irgendwie ein bisschen ungeschickt, ich wollte sie doch aber holen und ich will doch als erstes über die Ziellinie fahren.
Speaker: Und ich meine, wenn du 700 Kilometer ein Ultra-Rennen anführst und eventuell auch schon den Gedanken im Kopf hast, das Ding zu gewinnen,
Speaker: Und dann kommt da irgendwie doch jemand noch von hinten.
Speaker: Dann kann man doch vielleicht auch noch mal Kräfte ans Licht bringen, die man vielleicht nicht unbedingt auspacken kann.
Speaker: Und dann war ich mir nicht so ganz sicher, vielleicht kann die doch noch ganz gut treten.
Speaker: Und hatte dann ja auch scheinbar kurz geschlafen.
Speaker: Ich hatte keinen Schlaf, deswegen war ich dann auch so ein bisschen so...
Speaker: Okay, aber sie hat dann auch direkt gesagt, sie ist irgendwie out of food und hat gar nichts mehr zu trinken.
Speaker: Und dann habe ich ihr sogar noch ein Gil gegeben.
Speaker: Also habe ich sie dann noch unterstützt, dass sie halt weiterfahren kann.
Speaker: Und dann habe ich sie aber, sie musste dann nochmal anhalten an dem Brunnen.
Speaker: Und dann bin ich weitergefahren, weil ich das extra vorher dann auch schon so geplant habe, dass wenn ich sie überhole, dann möglichst nicht mehr anhalten muss.
Speaker: Das ging dann auch gut auf.
Speaker: Ich musste dann nicht anhalten, sie hat angehalten.
Speaker: Und dann habe ich aber auch schon fast so eine Attacke rangelegt.
Speaker: Also ich wollte dann schon möglichst schnell von ihr wegkommen und bin dann da auch echt nochmal richtig geflogen.
Speaker: Also ich habe dann auf meinem Hammerhead auch nur rote Stellen gesehen irgendwie und da bin ich drüber getreten.
Speaker: Das konnte ich dann selber fast nicht glauben.
Speaker: Aber also das hat einfach richtig viel Spaß gemacht.
Speaker: Und dann war es schon so, dass ich mir immer wieder in den Kopf geredet habe, so hey Svenja, jetzt bringt das Ding erst zu Ende, es kommen noch ein paar Anstiege, es kommen auch noch Abfahrten, es können noch Dinge passieren, die du nicht unter Kontrolle hast, wie Blatt oder Stürze oder keine Ahnung, andere Sachen, die einen einfach dann zurückwerfen und es kann auch genauso gut sein, dass sie jetzt nochmal Kraft hat und dich noch überholt.
Speaker: Und dann irgendwann habe ich nochmal auf Slot-Watching geguckt und dann habe ich aber gesehen, okay, sie ist über zehn Kilometer hinter mir.
Speaker: Und dann war ich schon so, okay, also wenn jetzt nichts mehr passiert, wenn ich nicht mehr stürze, wenn ich nicht mehr irgendwie einen Platten habe oder eine sonstige Panne, dann kann das jetzt eigentlich nicht mehr schief gehen.
Speaker: Und genau, dann hat sich das zwar noch ziemlich lange gezogen, bis ich dann endlich in Granada am Ziel war, aber es war dann sehr gut und dann auch mit einem großen Abstand zu ihr.
Speaker: Also sie ist dann auch noch zweite Frau geworden.
Speaker: Die geht jetzt von Annouche Gago, oder?
Speaker: Genau.
Speaker: Und sie ist dann auch noch zweite Frau geworden, hat aber noch, ich glaube, über drei Stunden auf mich verloren.
Speaker: Genau.
Speaker: Okay.
Speaker: Man kann auch noch scheinbar sehr, sehr gute Beine haben nach 700 Kilometern plus minus.
Speaker: Beeindruckend.
Speaker: Und
Speaker: Das heißt, du hattest dann aber nach deiner ersten Attacke durchaus erstmal eine ganze Weile nochmal Adrenalin.
Speaker: Das, glaube ich, hilft dann ja wahrscheinlich auch dabei, nicht mehr müde zu sein.
Speaker: Ja, also das hat, glaube ich, wirklich...
Speaker: nochmal sehr geholfen, auch eigentlich die ganze Nacht durch, habe ich dann zwischenzeitlich auch nochmal auf den Trecker geguckt und habe dann gesehen, ich komme ihr ein bisschen näher und das hat dann schon richtig gepusht, einfach das Gefühl zu haben, okay, ich bin gerade auf Aufholjagd und irgendwie glaube ich schon, dass mein Punkt sich dahin bewegt.
Speaker: Man kann dem nicht immer so ganz vertrauen, das ist immer so ein bisschen guess, ob es wirklich stimmt, wie groß die Abstände sind.
Speaker: Aber das war dann schon echt voller Adrenalin und dann eben, als ich sie überholt habe, hat das glaube ich schon auch nochmal sehr viel dazu beigetragen, dass ich da nochmal Gas geben konnte und einfach diesen mentalen Vorteil hatte, dass ich die ganze Zeit die Jagende war und dann aber plötzlich halt führende Frau und dann ja auch wusste, okay, wenn ich jetzt so weiterfahre, dann kann ich das gewinnen und
Speaker: ja dann auch irgendwie mir damit ein großes Ziel erfüllen kann, wenn ich das wirklich schaffe.
Speaker: Wann war die Einfahrt in Granada Richtung Ziel?
Speaker: Kurz nach 12 Uhr mittags.
Speaker: Wahrscheinlich sengende Hitze.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Also tagsüber wurde es echt wieder richtig heiß.
Speaker: Also die Tage vorher ja auch.
Speaker: Es war zwar vorher so ein bisschen angekündigt, es wird wohl nicht ganz so heiß wie die letzten Jahre.
Speaker: Aber es war trotzdem mega heiß, eine extrem heiße Sonne.
Speaker: Und dann eben bei der Zielumkunft auch nochmal richtige Hitze.
Speaker: Wie war der Moment, als du dann in Granada übers Ziel bist für dich?
Speaker: Konntest du es realisieren?
Speaker: Warst du nur K.O.?
Speaker: Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie nach so einer Anstrengung dieser Moment ist.
Speaker: Es war tatsächlich so ein bisschen unreal, also so, ja okay, jetzt bist du hier im Ziel.
Speaker: Es war das leider so ein bisschen plötzlich, weil es war vorher so beschrieben, dass quasi am Stadteingang ist die Zeitnahme und Zieleinfahrt ist dann quasi aber an dem Ort, wo auch der Start ist, also etwas weiter in der Stadt.
Speaker: Und ich hatte dann die ganze Zeit auf diesen...
Speaker: Punkt gewartet, wo die Zeit genommen wird und dann dachte, okay, und jetzt rolle ich halt noch ins Ziel und dann auch so überlegt, okay, wie mache ich es, nehme ich meine Brille ab, lasse ich sie drauf, wie freue ich mich und plötzlich hat es geklatscht und alle standen da und ich habe es gar nicht realisiert, dass ich jetzt irgendwie hier im Ziel bin.
Speaker: Dann habe ich nur meine Mama gesehen und dachte so, warte mal.
Speaker: Hä, ist jetzt doch hier Ziel?
Speaker: Und dann habe ich das Badlands-Schild gesehen und David und die ganzen Leute, die eben zu Badlands dazugehören und dann war ich erstmal so, aber warte mal, jetzt bin ich im Ziel und dann habe ich es wirklich erstmal so gar nicht realisiert.
Speaker: Dann hat mich David auch direkt irgendwie was gefragt, wie es war und Bilder gemacht und dann natürlich im Rampenlicht gestanden.
Speaker: Und dann habe ich es, also ich habe es bis jetzt eigentlich noch gar nicht richtig realisiert.
Speaker: Es ging dann natürlich auch alles super schnell.
Speaker: Dann wollte ich ganz schnell aus meinen Klamotten raus, irgendwie Wasser ins Gesicht kippen, Zähne musste ich ganz schnell putzen und irgendwie was essen.
Speaker: Und ja, dann ist man da irgendwie im Ziel.
Speaker: Und das Verrückte bei solchen Ultra-Events ist ja, dass du dann da hinrollst.
Speaker: Und wenn du Glück hast, sind da vier, fünf Leute, die klatschen.
Speaker: Und in dem Fall waren jetzt auch Fotografen noch da und
Speaker: so gekriegt, aber du bist dann halt da und dann bist du im Ziel und dann ist es auch wieder gut.
Speaker: Das ist dann halt schon so ein bisschen so, okay, gut, dann gehen wir halt jetzt wieder in den Alltag über.
Speaker: Genau, das ist schon so ein bisschen wild auch, aber es war natürlich schon richtig schön und die ganzen Veranstalter von Badlands haben dann auch alle gesagt, sie haben sich super gefreut, als ich dann die führende Frau wurde und dass ich es jetzt gewonnen habe, weil natürlich haben sie schon auch mitgekriegt, dass ich letztes Jahr ziemlich enttäuscht war und das war dann natürlich auch sehr schön mitzukriegen, dass ich
Speaker: Nicht nur ich mich freue, sondern ganz viele Leute um mich rum und natürlich auch meine Familie und meine Freunde von zu Hause, die mich die ganze Zeit angefeuert haben und mir ganz liebe Nachrichten geschickt haben.
Speaker: Und dann war es irgendwie nur so, okay, ich bin jetzt hier, aber so richtig realisiert ist es irgendwie immer noch nicht.
Speaker: Jetzt hast du Unbound XL, Trucker, Adventure und Badlands gewonnen.
Speaker: Vielleicht könnte man fast von der Triple Crown der kurzen Ultras sprechen oder sowas.
Speaker: Wie war denn nach Badlands die mediale Resonanz, die Social Media Resonanz, gerade auch im Vergleich mit den anderen beiden Rennen?
Speaker: Denn für mich, ich habe kürzlich in meinem Newsletter ein kleines Gimmick gemacht, die Monumente des Gravels und habe dann lange Zeit Badlands in meiner Shortlist gehabt als Monument, eines von fünf und habe dann aber am Ende den Status im Rennen nicht gegeben, aus verschiedenen Gründen.
Speaker: Gleichzeitig, glaube ich, ist es hier in Europa schon eines der renommiertesten Gravel-Events und Rennen, auch wenn es offiziell kein Rennen ist, die wir so haben.
Speaker: Wie war das im Anschluss für dich in der Wahrnehmung?
Speaker: Welches Stand-Empfond ist das?
Speaker: Ja genau, also natürlich, mein Handy steht gerade überhaupt nicht still und ich habe sehr viele Nachrichten, sowohl über Instagram als auch über WhatsApp und das ist natürlich wunderschön.
Speaker: Natürlich auch viel Arbeit, aber ich freue mich natürlich über jede einzelne Nachricht und konnte auch noch nicht jede einzelne irgendwie beantworten.
Speaker: Und dementsprechend ist es schon groß im Sinne von den Leuten, die mich irgendwie kennen und die mir folgen.
Speaker: Aber im Vergleich zu Unbound zum Beispiel ist es schon viel kleiner.
Speaker: Also da ist jetzt Unbound und auch Trucker, glaube ich, fast größer.
Speaker: Könnte aber halt auch daran liegen, dass ich meine bei Trucker alleine mit dem ganzen Event von den 50 Kilometern bis über 200, über 360 sind ja schon viel, viel, viel mehr Leute vor Ort und am Start und die wissen irgendwie, was mit Trucker anzufangen.
Speaker: Und obwohl Trucker Adventure ja noch so ein bisschen so ein Side-Event ist,
Speaker: ist es trotzdem viel größer.
Speaker: Und bei Badlands, das kennen halt die Insider, die sich da in der Sazene befinden, die so in diese Richtung gehen.
Speaker: Vielleicht auch jetzt, wo es immer größer wird, ein paar mehr, die eher, ich sag jetzt mal, in den kürzeren Quirrell-Rennen aktiv sind.
Speaker: Aber so...
Speaker: Ich glaube schon, dass der Stellenwert extrem hoch ist bei Badlands.
Speaker: Ich glaube auch, dass Sponsoren da immer mehr einsteigen und das für die auch immer wichtiger wird.
Speaker: Und ich meine, der Gewinner dieses Jahr war irgendwie 38 Stunden unterwegs.
Speaker: Das ist schon krass schnell.
Speaker: Und das wird halt auch immer schneller und immer kompetitiver und wie du gerade schon sagtest, eigentlich ist es ja kein Rennen, eigentlich ist es ja ein Event, aber wir fahren es halt als Rennen und wir gehen halt ans Äußerste und Equipment wird bis aufs Äußerste getestet und...
Speaker: Das ist schon richtig krass, diese Entwicklung auch in den Ultras.
Speaker: Und ja, also es ist jetzt schon irgendwie diese drei, ja wie du gerade sagtest, kürzeren Ultras auf meiner Seite zu haben, schon auch ein cooles Gefühl.
Speaker: Irgendwie war es dann, nachdem ich Trucker gewonnen habe, war es dann so, jetzt musst du noch Badlands gewinnen, dann hast du alle drei.
Speaker: Aber ja, mal gucken, wo sich das auch hin entwickelt.
Speaker: Also ich meine, bei Traka zum Beispiel ist das neue Traka 200 das neue Traka 360, es wird immer länger.
Speaker: Und irgendwann sind die 820 bei Badlands wahrscheinlich auch nicht mehr Ultra, sondern das ist halt auch so.
Speaker: Kurzdistanz.
Speaker: Bei Badlands ist halt noch das Besondere, dass es einfach in so einer extrem krassen Landschaft ist und durch die Hitze auch einfach extrem ist.
Speaker: Aber ich glaube, das ist fast bei allen Ultras so.
Speaker: Also
Speaker: Irgendwo sind sie alle extrem.
Speaker: Genau.
Speaker: Ist Badlands die längste Distanz, die du bis dato kompetitiv gemacht hast?
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Dieses Jahr Badlands war die längste Strecke, die ich gefahren bin.
Speaker: Hast du ein Interesse an den ganz langen Dingern?
Speaker: Tour de Vite etc.
Speaker: pp.
Speaker: oder...
Speaker: Ja, also natürlich, man kriegt es ja auch immer so ein bisschen von außen dann zugetragen, so ja, was kommt als nächstes und du bist ja irgendwie nicht zu stoppen, da musst du doch noch einen drauflegen.
Speaker: Und ich dachte jetzt auch, nachdem ich Badlands letztes Jahr ja nicht, oder für mich selber nicht so ein gutes Ergebnis gefahren bin oder mir selber es nicht so gut ging, war ich so ein bisschen, okay, vielleicht ist dieses so eine Nacht durchfahren gerade die perfekte Länge.
Speaker: Und war dann auch schon so ein bisschen oder bin so ein bisschen, hab schon einen riesen Respekt vor noch länger auf dem Fahrrad.
Speaker: Also währenddessen denke ich mir auch so, wie soll ich denn jetzt noch eine Nacht weiterfahren?
Speaker: Aber da kommt dann halt eben schon der Punkt dazu, dass man dann ein paar Stunden schläft und vielleicht auch doch noch mal ein, zwei Sachen mehr dabei hat.
Speaker: Sei es irgendwie noch mal eine neue Bip-Short oder auch zwischendurch mal seine Klamotten wäscht, weil das ist halt schon richtig eklig und
Speaker: Dann denke ich mir, das ist jetzt nochmal doppelt so lang, wie es jetzt zum Beispiel bei Atlas Mountain Race ist, wo du über vier Tage unterwegs bist oder fünf, habe ich schon echt noch großen Respekt vor.
Speaker: Und gerade im Moment halt auch wirklich schwierig, es zeitlich zu machen, weil es halt einfach gerade noch in die Ferien fallen muss.
Speaker: Und ja, wenn ich halt fünf Tage auf dem Fahrrad bin, dann sind die Ferien halt auch schnell vorbei.
Speaker: Aber ja, so ich würde schon sagen,
Speaker: dass ich da in diese Richtung auch gehen wollen würde und das ein oder andere große Event oder lange Ultra fahren wollen würde.
Speaker: Definitiv.
Speaker: Jetzt haben wir noch gar nicht so richtig über dein Fahrrad gesprochen, das sehr...
Speaker: dezent beziehungsweise gar nicht richtig gebrandet war, wenn ich es richtig gesehen habe, zumindest aus den Winkeln, die ich gesehen habe.
Speaker: Ich habe eine Vermutung, was du gefahren bist, aber vielleicht magst du selber mal kurz etwas dazu sagen.
Speaker: Ja, also tatsächlich, ich werde sehr oft gefragt, was für ein Fahrrad das ist und wir haben uns auch selber ehrlich gesagt schon gewundert, warum Rose sich da so zurückhält in Sachen Branding, weil eigentlich ist es ja top Platz, seinen Namen hinzuschreiben auf den Rahmen.
Speaker: Aber nee, ich habe ein schlichtes Rose-Bike, ich bin das Backroad FF gefahren und habe mir da aber breitere Reifen reingemacht.
Speaker: Mit der Adventure-Kabel.
Speaker: Und das war auf jeden Fall ein Top-Fahrrad.
Speaker: Und bin damit wirklich sehr zufrieden.
Speaker: Es ist eigentlich eher ein Race-Bike.
Speaker: Aber nachdem man Battle-Ins ja mittlerweile auch racet als Ultra-Fahrerin, war es auf jeden Fall ein gutes Setup.
Speaker: Aber nee, es ist ein große Bike.
Speaker: Gut, Rose war zumindest für Eingeweihte natürlich.
Speaker: Aber meine Vermutung war tatsächlich nicht, dass es das FF, sondern das neue Backroad ist, was ja auch gerade rausgekommen ist.
Speaker: Aber dann bist du es gar nicht gefahren.
Speaker: Dann kann ich dich auch zu dem Bike gar nicht befragen, weil das so ein, zwei interessante Bikepacking-Features hat, die vielleicht auch bei super langen Rennen interessant werden.
Speaker: So eingebauten USB-C-Ports und so.
Speaker: Also tatsächlich, ich glaube, das kam ja irgendwie ein paar Tage vorher raus und ich habe mich dann auch fast so ein bisschen gewundert, warum Rose mich nicht fragt, ob ich das fahren will für Badlands, weil ich meine, Rose weiß ja schon auch, dass ich mit einem Ziel nach Spanien geflogen bin.
Speaker: und ich meine, was wäre das für ein cooles Ding gewesen, direkt ein Rennen zu gewinnen auf einem neuen Fahrrad, aber ich bin im Endeffekt froh, dass es jetzt so gekommen ist, weil dann bin ich mein gewohntes Fahrrad gefahren, musste mich jetzt nicht umstellen und es mag tolle Features haben für Adventures, aber zum Beispiel ein Dynamo braucht man für Badlands einfach nicht, weil eine Akkulampe für zwei Nächte reicht und die dritte Nacht wollte ich eh nicht unterwegs sein
Speaker: Von daher passt alles.
Speaker: Aber ich bin auch mal gespannt auf das Rad und für meine Zukunft mit viel Bikepacking und eventuell auch noch längerem Rennen, wo man dann auch wirklich ein Dynamo zum Beispiel gut gebrauchen kann oder eine Ladestation.
Speaker: Bin ich sehr gespannt und freue mich dann auch drauf, das Rad irgendwann mal fahren zu dürfen.
Speaker: Cool.
Speaker: Gibt es denn noch irgendwelche besonderen Momente, die wir aus der diesjährigen Edition noch nicht gestriffen haben?
Speaker: Ja, also für mich persönlich waren auf jeden Fall ganz besondere Momente die Nächte, einfach weil es dann kühler wurde und die Sonne immer so krass runtergeschieden hat und ich persönlich dann auch einfach viel leistungsstärker bin.
Speaker: Und ich vorher ja auch schon auf Instagram so ein bisschen gesagt habe, ich freue mich auf die Nacht und vor allem die Sterne.
Speaker: Und das war wirklich unreal.
Speaker: Also wie nah man an diesem Sternenhimmel dran war und wie krass viele Sterne da übereingeschienen haben.
Speaker: Also das habe ich total genossen.
Speaker: Und ich glaube, das war auch so mein absolutes Highlight, vor allem in der zweiten Nacht, wo ich so einen extrem steilen Berg hochgefahren bin und gefühlt ist man mit jeder Seventeen irgendwie den Sternen näher gekommen.
Speaker: Das war schon wirklich richtig, richtig schön.
Speaker: Und dann war es natürlich auch wieder total toll, dass meine Mama dabei war und mich so ein bisschen von außen supportet hat.
Speaker: Und die ganzen Nachrichten, die ich währenddessen gelesen habe.
Speaker: Also dieses Mal habe ich auch wirklich mein Handy öfter mal rausgeholt, habe drauf geguckt, habe auch Videos zwischendurch gemacht, habe irgendwie mal Selfies gemacht in mein geschwitztes Gesicht rein.
Speaker: Aber da bin ich richtig froh, dass ich da jetzt ein paar Erinnerungen habe.
Speaker: Und im Endeffekt ist es jetzt wirklich ein gutes Ending mit Badlands.
Speaker: Und ich bin richtig froh, dass ich es nochmal gemacht habe.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Ja, dass ich da jetzt auch tatsächlich halt mit einem Sieg nach Hause bin.
Speaker: Du hast jetzt einige Male deine Mama schon erwähnt, insbesondere auch mit der netten Anekdote vom letzten Versuch, als sie dich dazu gezwungen hat, dir jetzt nicht zu DNF'n.
Speaker: Welche Rolle spielt denn deine Mama in deiner ganzen Radsportkarriere und Entwicklung?
Speaker: Ist sie da schon so ein bisschen auch treibende Kraft gewesen oder primär Supporterin?
Speaker: Ja, total.
Speaker: Also meine Familie hat mich von Anfang an in meiner Radsportkarriere immer unterstützt.
Speaker: Und als ich damit angefangen habe, also vorher kannte meine Familie kein Fahrradfahren.
Speaker: Also klar, halt das normale Fahrradfahren, aber so dieses Rennradfahren war ein absolutes Problem.
Speaker: Einfach ein unbekanntes Ding.
Speaker: Und als ich das dann so ein bisschen mit in die Familie gebracht habe, waren da schon alle angefixt und mein Papa ist dann auch oft viel mit zu Rennen gekommen.
Speaker: Und das war dann natürlich auch schön zu sehen, weil ich habe teilweise Rennen gewinnen können.
Speaker: Irgendwie wurde ich immer besser.
Speaker: Und meine Mama war eigentlich von Anfang an immer schon so eine treibende Kraft, das auch weiterzumachen.
Speaker: Und auch wenn es dann mal hieß, okay, jetzt vielleicht ein bisschen mehr Fokus auf Job oder Studium.
Speaker: Und sie dann schon auch immer so ein bisschen Kraft gegeben hat.
Speaker: Und von wegen, ja, aber Radfahren läuft doch auch gut und du kannst es und du gibst doch auch so viel Zeit da rein.
Speaker: Und sie fährt halt total gerne mit und ist dabei und unterstützt mich da in allen Bereichen.
Speaker: allen Sachen.
Speaker: Also am allerliebsten ist eigentlich direkt dabei und insbesondere jetzt bei Badlands, weil dieses Jahr konnten wir halt noch nicht so viele Events zusammen machen, weil ich einerseits noch nicht so viele gefahren bin und andererseits nach Kenia mitfliegen war halt auch einfach ein bisschen schwierig.
Speaker: Aber das war jetzt für sie dieses Jahr auch echt nochmal ein Highlight und für sie auch irgendwie nochmal so ein paar Tage Urlaub und ich sage immer, sie ist auch Badlands gefahren.
Speaker: Und ja, genau, also da ist sie auf jeden Fall ein großer Support und meine ganze Familie steht da auch voll hinter mir und finden es natürlich manchmal auch extrem oder es ist dann manchmal nicht ganz so toll zu sehen, wenn ich mich da irgendwie durchquälen muss und würden sich dann vielleicht auch lieber wünschen, dass ich daheim bin und netzwerke Sachen mache.
Speaker: Aber im Prinzip supporten sie mich, wo sie können.
Speaker: Das ist auch super cool.
Speaker: Konntest du die beiden auch anfixen, selber aufs Rad zu steigen?
Speaker: Ne, so weit bin ich noch nicht.
Speaker: Also meine Mama fährt schon auch überall so mit dem Fahrrad hin.
Speaker: Aber jetzt so richtige Radtouren, das weiß ich nicht, ob das noch passieren wird.
Speaker: Noch kein Dropperlenker?
Speaker: Ne, aber mit meiner Schwester zusammen fahre ich schon auch sehr gerne Fahrrad und das ist auch echt immer richtige Quality Time, wenn wir dann zusammen unterwegs sind.
Speaker: Und irgendwie gehört es ja jetzt schon so dazu, das Radfahren.
Speaker: Gibt es für dieses Jahr noch Sachen in deinem Kalender?
Speaker: Tatsächlich gerade im Moment nicht.
Speaker: Ich habe jetzt aber auch bewusst gesagt, ich will jetzt erstmal nichts mehr planen und vornehmen, weil ich jetzt dann am 15.
Speaker: September gehe die Schule wieder los und dann habe ich auch einfach meine eigenen Klassen und bin dann da in der Schule viel und meinen Unterricht muss ich irgendwie vorbereiten und ich möchte jetzt dann auch einfach Zeit fürs Reff haben und mich da fokussieren drauf und deswegen, ich meine, das sind jetzt gar nicht mehr so viele Events,
Speaker: Und über ein Wochenende dann irgendwo hinzufliegen oder hinzufahren ist auch einfach viel zu knapp.
Speaker: Deswegen wird es jetzt wahrscheinlich erstmal ein bisschen ruhiger bei mir werden.
Speaker: Ich möchte ganz viel Bikepacken, das geht natürlich auch übers Wochenende.
Speaker: Aber ansonsten steht jetzt gerade im Moment kein neues Event an und dann für nächstes Jahr ist auch noch so ein bisschen offen, was ich dann wirklich fahren kann.
Speaker: Das heißt, wer interessiert ist, was in Frage kommt, kann ja jetzt mal schauen, was ist einerseits in den Schulferien und andererseits vielleicht auch dann etwas länger als Badlands, wenn man das so richtig raushören konnte.
Speaker: Genau, also natürlich jetzt zum Beispiel...
Speaker: muss ich gucken, was in die Ferien fällt.
Speaker: Zum Beispiel Atlas Mountain Race.
Speaker: Natürlich steht es irgendwie ganz weit oben und auch so wäre schon cool, es irgendwie zu fahren, aber das fällt nächstes Jahr halt erstens nicht in meine Ferien und zweitens ist es mitten im Prüfungszeitraum.
Speaker: Also da muss man auch auf jeden Fall bis 2027 noch warten, bis ich das fahren kann.
Speaker: Und ansonsten muss man gucken, was in die Ferien fällt für nächstes Jahr.
Speaker: Bis Juli mache ich auf jeden Fall noch das Ref.
Speaker: Und dann
Speaker: Schauen wir mal, wie das dann weitergeht.
Speaker: Aber jetzt ruhe ich mich auch erst mal auf meinen zwei Erfolgen dieses Jahr aus.
Speaker: Ich glaube, das darf ich mit gutem Gewissen tun.
Speaker: Und manchmal, wenn ich es dann so zurückdenke und jetzt habe ich das doch alles während dem Ref noch hingekriegt, dann ist es schon irgendwie was Besonderes und irgendwie ganz besonders, weil der Fokus halt natürlich auch teilweise nicht mehr nur auf dem Radfahren liegt.
Speaker: Einer meiner besten Freunde ist auch inzwischen Lehrer und ich kann mich gut daran erinnern, als er sein Ref gemacht hat, da hat er nicht mehr viel anderes geschafft.
Speaker: Da war schon den Hund zum Gassigehen regelmäßig bringen, eine Herausforderung.
Speaker: Insofern, ja, ich glaube, da kannst du in der Tat stolz sein, wenn das Ref ungefähr ähnlich intensiv ist, plus alles drum und dran, dann ist das kein Zuckerschlecken oder kein Pappenstiel.
Speaker: Tatsächlich gibt ja egal über welche Distanzen im Gravel-Sport wir reden, doch den und die ein oder andere, die noch einen Job nebenbei wuppt und das Ganze dann in Anführungszeichen nebenbei macht und gleichzeitig so mal eben nebenbei geht es dann ja de facto nicht, also Hut ab.
Speaker: Ja, es ist tatsächlich halt immer mehr Aufwand, als man irgendwie denkt.
Speaker: Und es kommen so viele Sachen dazu, die man so auf den ersten Blick gar nicht sieht.
Speaker: Und genau, ich wurde gestern gefragt, was zeitaufwendiger ist, irgendwie so lange Rennen zu fahren oder kurze Rennen zu fahren.
Speaker: Und wenn ich jetzt so zurückdenke, wie viel ich unterwegs war, wenn ich diese, ich sage mal in Anführungszeichen, kürzere Gravelrennen gefahren bin,
Speaker: wo ich eigentlich fast jedes Wochenende irgendwo anders war, dann ist das natürlich in der Summe schon nochmal um einiges mehr Zeitaufwand.
Speaker: Und auch was Sache Job und so nebenher angeht, glaube ich, dass sich der Gravel Sport gerade schon ziemlich dazu entwickelt, dass man in diesen UCI-Rennen, Gravel Air Series Rennen, wenn man da vorne mitfahren will, dann muss man das wirklich gerade professionell machen.
Speaker: Also sei es als Mann oder als Frau.
Speaker: Ich glaube, da führt gerade kein anderer Weg dran vorbei.
Speaker: Und in der Gravel-Szene habe ich aber schon das Gefühl, dass man da auch als arbeitende Person noch gut mitfahren kann.
Speaker: Und ich glaube auch, dass da die allermeisten einen Job haben und ihr Geld mit einem, in Anführungszeichen, richtigen Job verdienen und die allerwenigsten leben da von dem Fahrrad fahren.
Speaker: Also ich glaube, in dem Sinne ist es für mich jetzt auch ganz cool, dass ich so ein bisschen in
Speaker: in diese Ultraszene gerutscht bin, um einfach beides zu haben.
Speaker: Also sowohl einen Beruf und gleichzeitig aber auch Fahrrad fahren.
Speaker: Svenja, vielen Dank für deine Zeit und für die Berichte aus der spanischen Wüste.
Speaker: Ich hoffe, wir sprechen dann im nächsten Jahr nach weiteren spannenden Erlebnissen wieder, spätestens.
Speaker: Ja, vielen Dank und das hoffe ich natürlich auch, weil wenn wir so weiterführen, dass wir immer nach einem Sieg von mir uns treffen, dann hoffe ich, dass wir uns nächstes Jahr auch auf jeden Fall wieder ein paar Mal hören.
Speaker: Das können wir gerne so weitermachen.
Speaker: Super, mach's gut, bis dann.
Speaker: Vielen Dank, ciao.
Speaker: So, jetzt sitze ich hier mit Rick Steffen, seines Zeichens 2025 Badlands-Gewinner.
Speaker: Hi Rick, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst.
Speaker: Hi Thomas, freut mich da zu sein.
Speaker: Ich freue mich.
Speaker: Wenn deine Story, die ich eben noch auf Instagram gesehen habe, die Wahrheit spricht, dann warst du bis vor vier Stunden etwa auf deiner Arbeit.
Speaker: Du bist deines Zeichens Feuerwehrmann, hast eine 24-Stunden-Schicht hinter dir und bist dann im strömenden Regen nach Hause Fahrrad gefahren.
Speaker: Stimmt das?
Speaker: Ja, genau, stimmt.
Speaker: Leider Gottes sehr genau.
Speaker: Ich war diesmal nicht auf dem Löschfahrzeug, sondern auf dem Notarztwagen eingeteilt.
Speaker: Und ja, in der Nacht sind wir ein paar Mal rausgefahren und das wurde mir dann gedankt mit einem riesigen Regen am nächsten Morgen.
Speaker: Und dann habe ich die 25 Kilometer nach Hause dann noch mit dem Fahrrad gefahren.
Speaker: 25 Kilometer.
Speaker: Das wäre meine nächste Frage gewesen, wie viel, wie weit das ist.
Speaker: Naja, da kann man sich Besseres vorstellen.
Speaker: Ich glaube, du bist damit offiziell der erste Podcast-Gast, den meine Kinder spannend fänden, die mit dreieinhalb Jahren große Feuerwehr-Fans sind.
Speaker: Ja, schön, freut mich.
Speaker: Wenn du möchtest, kannst du gerne mal mit denen irgendwie an einem Sonntag vorbeikommen, dann kann ich denen mal die Löschfahrzeuge zeigen.
Speaker: Da freuen sie sich.
Speaker: Das haben sie zwar bei ihren Großeltern erlebt, aber noch nicht in Mettmann.
Speaker: Von daher, ich nehme dich im Zweifel beim Wort.
Speaker: Aber die Strecke ist ein bisschen weit von Heidelberg.
Speaker: Also schauen wir mal wann.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Aber lass uns kurz darüber reden.
Speaker: Du bist offensichtlich sehr gut darin, Ultradistance-Rad zu fahren.
Speaker: Und auf der anderen Seite hast du einen ziemlich intensiven Job,
Speaker: Wie kombinierst du überhaupt dein Radfahren mit dem Job?
Speaker: Ja, es ist ein bisschen was, ein Hin- und Hergestruggled, das schon, weil die Schichten, die ich fahre, oftmals nicht so ganz einzuschätzen sind von der Belastung her.
Speaker: Das heißt, es kann sein, dass wir in der Nacht ein riesengroßes Feuer haben und dann habe ich gar nicht geschlafen und irgendwie am nächsten Tag hat der Trainer mir eine dicke Einheit aufgeschrieben, die würde dann zum Beispiel nicht funktionieren.
Speaker: Also es ist irgendwie alles so ein bisschen spontan reagieren und
Speaker: eher gucken, was man draus macht.
Speaker: ein bisschen hin und her jonglieren.
Speaker: Aber ansonsten ist der Job eigentlich recht fahrradfahrerfreundlich, denn wenn ich die Nächte mal nicht so arg rausgefahren bin und nicht so viel zu tun hatte, dann habe ich schon die Möglichkeit, am nächsten Tag auch echt gut zu trainieren.
Speaker: Ich habe da wieder einen ganzen Tag frei und auch auf der Arbeit habe ich die Möglichkeit zu trainieren.
Speaker: Es ist immer einsatzbezogen, je nachdem, wie viel zu tun ist, aber wenn halt
Speaker: weil nicht viel zu tun ist, dann habe ich auch echt viele Möglichkeiten, sehr, sehr gut meinen Sport auch während der Arbeitszeit auszuführen.
Speaker: Das wäre meine nächste Frage gewesen, weil aus den Feuerwehrbüchern meiner Kids kenne ich die Bilder, wie die Feuerwehrprofis trainieren, wenn sie nicht im Einsatz sind.
Speaker: Das heißt, da habt ihr wahrscheinlich dann eine ganz gute Infrastruktur, um Ausdauer und anderes Training zu machen.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Wir haben einen eigenen Sportraum bei uns auf der Wache.
Speaker: Den habe ich so ein bisschen mit selber eingerichtet.
Speaker: Da sind es ein paar Langhantelstangen, wo ich ein bisschen Krafttraining mitmachen kann.
Speaker: Dann habe ich tatsächlich mein eigenes Radergometer da auch stehen, wo ich auch während der Arbeitszeit, wenn der Arbeitsdienst an sich in dieser Schicht dann vorbei ist, kann ich dann abends auf das eigene Ergometer drauf und dann mache ich da echt...
Speaker: gute Rolleneinheiten.
Speaker: Wenn dann der Einsatz kommt, springe ich sofort runter und renne dann nassgeschwitzt Richtung Löschfahrzeug, aber das funktioniert schon durchschnittlich ganz gut, ja.
Speaker: Wann und wie bist du überhaupt, bevor wir gleich auf Badlands kommen, zum Ultra-Racing gekommen?
Speaker: Ich bin mal dein Instagram-Account bis zum Anfang zurückgescrollt und habe dich vor allen Dingen früher viel auf dem Mountainbike gesehen, auch jetzt glaube ich immer noch auf dem Mountainbike bisweilen unterwegs.
Speaker: Wann hast du die Ultradistanz für dich entdeckt?
Speaker: Ja, es ein bisschen entdeckt war, dass ich glaube, also allgemein war es ein recht schleichender Prozess, aber so diesen Übergang habe ich gefunden vor zwei bis drei Jahren, würde ich sagen.
Speaker: Also ich bezeichne mich eigentlich heute auch immer noch so als Mountainbike-Marathon-Fahrer und da ist eigentlich auch so ein bisschen noch meine Leidenschaft.
Speaker: Ich habe echt Bock darauf, Trails zu fahren, Mountainbike zu fahren, durch die Wälder durch.
Speaker: Und so Gravelbike ist auch geil, aber so harte Trails, die mit dem Gravelbike halt einfach nicht mehr zu fahren sind, die finde ich eigentlich irgendwie cooler.
Speaker: Jetzt hast du auf dem Mountainbike nicht so ganz so viele Ultradistanzen, deswegen da der Sprung zum Gravelbike.
Speaker: Radfahren tue ich seit 15, 20 Jahren ungefähr und hauptsächlich dann am Anfang Mountainbike und mit den Ultradistanzen hat es dann angefangen, dass ich da so ein bisschen den Schwung gekriegt habe aufs Gravelbike dann drauf.
Speaker: Glaubst du, dass dein Job dir fast schon einen Vorteil gibt, weil du es gewohnt bist, im Zweifel auch mit wenig Schlaf auszukommen, was ja immer wichtiger wird, um bei den Rennen vorne mit dabei zu sein?
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, das haben mich schon sehr, sehr viele gefragt.
Speaker: Ich glaube nicht, dass ich durch meinen Job einen Vorteil habe, aber ich komme durch die Eigenschaft, dass ich ganz gut auch ohne Schlaf mal 24 Stunden durchfahren kann.
Speaker: Das kommt mir meinem Job zugute, aber halt auch eben bei den Ultradistanzen.
Speaker: Aber ich glaube, diese Fähigkeit habe ich persönlich nicht durch den Job erlangt, sondern die wurde mir einfach so ein bisschen mitgegeben.
Speaker: Und ich denke auch, dass ich eher so durch den Job, dass das ein bisschen ein Nachteil ist durch die Regenerationszeit, die mir da so ein bisschen verloren geht, weil durch eine
Speaker: Durch eine harte 24-Stunden-Schicht verschiebt sich so eine Regenerationszeit von einer harten Einheit oder von einem Rennen vielleicht auch extrem.
Speaker: Und dann ist sowas eher so von Nachteil anstatt von Vorteil, so nach dem Motto, ich habe jetzt drei Schichten die Woche nicht geschlafen, das war jetzt ein total geiles Training für mich, um das nächste 24-Stunden-Rennen durchzufahren.
Speaker: So ist das irgendwie nicht, das ist eher ein bisschen nachteilig.
Speaker: Ja klar, das kann ich mir vorstellen.
Speaker: Vor allen Dingen die Improvisationskünste, die dein Coach und du haben müssen, sind sicher ausgeprägt.
Speaker: Um mal so langsam ein bisschen in Richtung Badlands zu kommen, wie war denn deine Vorbereitung?
Speaker: Ich hatte gelesen, letztes Jahr vor Badlands hast du darüber geschrieben, dass du dich nie so gut und so intensiv auf ein Rennen vorbereitet hast.
Speaker: Dazu kommen wir dann auch gleich noch, was letztes Jahr passiert ist.
Speaker: Aber dieses Jahr in deiner Vorbereitung, wenn wir eh schon gerade beim Training sind, Svenja hat mir nämlich erzählt, dass sie jobbedingt jetzt dieses Jahr eigentlich vergleichsweise wenig Volumen, viel Intensität gemacht hat, um sich vorzubereiten, was augenscheinlich dennoch ziemlich gut funktioniert hat.
Speaker: Wie war dein Ansatz?
Speaker: Mein Einsatz war am Anfang eigentlich erstmal irgendwie gucken, was geht so an Training, weil ich auch ziemlich viel zu tun hatte.
Speaker: Nach der letzten L-Ansruhenfahrt, wo wir ja dann gleich nochmal drauf zu sprechen kommen, war es recht turbulent.
Speaker: Ich hatte im Job recht viel zu tun und der war auch recht anstrengend, weil tatsächlich diese Schichten, wovon ich da so geredet habe, über den Winter hinweg echt ziemlich zag waren und ordentlich Regenerationszeit geraubt haben, somit
Speaker: bin ich schlecht über den Winter drüber hinweggekommen und hatte da irgendwie nicht so die Hoffnung, dass ich da nochmal fit werde.
Speaker: Zum Februar hin war dann so das erste Mal Trainingslager in Mallorca, da habe ich mich wieder ein bisschen gut gefühlt und ich hatte auch wieder Bock mit den schönen Sommerzeiten da auf Mallorca.
Speaker: Und kurz darauf habe ich dann auch als Guide ebenfalls wieder auf Mallorca bei Hürzler gearbeitet für vier Wochen.
Speaker: Und das hat auch gut funktioniert.
Speaker: Und als ich dann wieder nach Hause gekommen bin, habe ich aber auch gemerkt, dass der Umfang, den ich da reingehauen habe, mit teilweise 30, 35 Stunden Wochen, dass das zu schnell zu viel gewesen ist und ich in so ein kleines Loch wieder reingefallen bin.
Speaker: Und dann war die Motivation auch wieder so ein bisschen weg und die Leistung war auch wieder ein bisschen weg und mir ging es irgendwie nicht so ganz so gut.
Speaker: Ich war die ganze Zeit so ein bisschen kränklich.
Speaker: Aber ich habe auch gesehen, gut, Badlands, es dauert noch so ein bisschen.
Speaker: Wie kriegst du das jetzt hin, dass du das Training, was du da gemacht hast, dass du das auch vernünftig verwenden kannst?
Speaker: Und da habe ich dann gesagt, gut, jetzt wird es Zeit, vielleicht auch mal einen Trainer zurate zu ziehen.
Speaker: Und da habe ich dann den Niklas genommen, den ich auch von früher eben kenne, habe gesagt so, hey, ich habe viele Kilometer gefahren, ich kann es aber irgendwie nicht so richtig abrufen, was machen wir jetzt?
Speaker: Und dann hat er mir einen Plan geschrieben.
Speaker: Wann sind wir da ungefähr im Jahr?
Speaker: Da sind wir drei Monate vor Badlands war das.
Speaker: Drei bis vier Monate vor Badlands.
Speaker: Das müsste so...
Speaker: Und da war dir auch schon klar, dass Badlands für dich, klingt jetzt zumindest in der Schilderung, quasi dein A-Race dieses Jahr ist?
Speaker: Ja, das war schon Anfang des Jahres ist das klar gewesen, weil ich habe mich ja im Grunde genommen im November schon angemeldet.
Speaker: Da war ja die offizielle Anmeldung und da war klar, okay, das wird das Ding von nächstem Jahr.
Speaker: In dem Moment war mir aber auch noch nicht so ganz klar, wie bereite ich mich darauf vor, weil ich wusste schon, da ist irgendwie ziemlich viel zu tun.
Speaker: Aber gucken wir mal, wie es läuft.
Speaker: Und dann war es halt eben so ein bisschen holprig, aber letztendlich dann halt eben auch mit dem Niklas als Trainer zusammen.
Speaker: Der hat da sich einfach darum gekümmert, dass ich mir um mein Training keine Gedanken mehr machen musste.
Speaker: Also war das aus meinem Kopf raus.
Speaker: Ich habe ihm einfach immer gesagt, so die und die Zeit habe ich.
Speaker: Versuch mal irgendwie was rauszuholen.
Speaker: Und dazu kam dann auch, dass ich gesagt habe, ich setze jetzt so ein paar Prioritäten, habe ziemlich viel von den Terminen einfach nach Badlands gelegt, weshalb ich jetzt im Moment auch wieder extrem viel zu tun habe.
Speaker: Aber so war die Vorbereitung speziell vor dem Wettkampf gar nicht so schlecht und ich konnte mich ganz gut regenerieren und ich konnte auch ganz gut trainieren.
Speaker: Dann lass uns mal über letztes Jahr sprechen, dass nach acht Stunden, wenn mich nicht alles täuscht, in erster Position liegend für dich mit einem Crash zu Ende ging.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Vielleicht kannst du das nochmal erzählen, wie und was passiert ist in deinen kurzen Bedlands.
Speaker: Ja, es war echt ein bisschen Mist und ich habe mich auch im letzten Jahr ziemlich genau so darauf vorbereitet, wie jetzt auch dieses Jahr.
Speaker: Ich war echt sehr, sehr fit.
Speaker: Ich habe echt sehr, sehr viel trainiert und das hat auch eigentlich, das ganze Training davor hat super funktioniert.
Speaker: Ich war echt, ich habe richtig, richtig gut am Start gestanden und
Speaker: Klar, ich wäre jetzt niemals davon ausgegangen, dass ich da irgendwie in Führung irgendwo lande oder da vielleicht auch unter den ersten fünf irgendwie unterwegs bin.
Speaker: Aber ich wusste, ich bin fit und ich kann das Rennen gut bestreiten.
Speaker: Und dann bin ich dann auch losgefahren, konnte mich recht schnell sehr einfach eigentlich absetzen, ohne extrem viel zu investieren.
Speaker: Und
Speaker: Bin dann hinter der Guraffe-Wüste in einer fiesen Schotterkurve bin ich dann echt gestürzt.
Speaker: Und ja, da bin ich dann auf Knie- und Ellenbogenhüfte gefallen.
Speaker: Es war alles offen, hat auch fies geblutet und war eine echt blöde Verletzung.
Speaker: Fahrrad war auch komplett im Eimer, also es wäre für mich da keine Möglichkeit mehr gewesen, weiterzufahren.
Speaker: Ja und so war der Traum von Badlands, Sieg würde ich noch nicht mal sagen, aber so Badlands richtig gut fahren war dann da vorbei und das war echt schon ziemlich ermisst.
Speaker: War Badlands, ich habe gesehen, dass du auf Straße längere Sachen auf jeden Fall gemacht hast, aber war Badlands dein längstes Offroad-Rennen?
Speaker: Naja, das längste Offroad nicht.
Speaker: Ich habe mal das Bohemian Border Bash mitgefahren, habe ich auch damals gewonnen.
Speaker: Das war das längste Offroad-Rennen.
Speaker: Ich würde auch sogar sagen, das ist noch so ein bisschen härter, kann man nicht sagen.
Speaker: Wie viele Tage?
Speaker: Das geht über vier Tage.
Speaker: Ich hatte da 95 Stunden, glaube ich.
Speaker: Ja genau, knapp unter 100 Stunden Fahrzeit hatte ich da gehabt.
Speaker: da ist ein sehr, sehr großer Straßeneinteil dran, aber auch ein bisschen was Offroad und das Offroad, was ist, ist unglaublich hart.
Speaker: Also da fährst du irgendwie durch den Bikepark durch und sowas, also komplett verrückt.
Speaker: Also entweder, da könntest du quasi eigentlich eher mit dem Mountainbike fahren.
Speaker: Ich habe jetzt da das Gravelbike gewählt.
Speaker: Also es ist auf jeden Fall ein mega hartes und roughes Rennen auch.
Speaker: Ja, da bin ich super vertraut damit, aber ich habe so das eine oder andere auf Instagram auch gesehen in den letzten Jahren oder auf YouTube.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Also das war das erste Offroad-Rennen, würde ich so sagen.
Speaker: Davor so ein paar Erfahrungen gemacht, Paris-Bresse-Paris.
Speaker: War auch so ein sehr, sehr langes Ding.
Speaker: Also als Unsupported kann man das ja sowieso nicht betrachten, aber es ist auf jeden Fall ein Ultra-Race.
Speaker: Das war glaube ich das 1200 Schießmichtoden-Hilometer-Rennen.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Ist ja eigentlich kein richtiges Rennen, ist ja eher so ein Brevet.
Speaker: Es gibt ja auch kein offizielles Ranking oder irgendwie sowas.
Speaker: Deswegen kann ich, also ich bin da jetzt als sechstschnellster von diesen 8000 Fahrern reingekommen, aber eine offizielle Platzierung oder sowas gibt es da nicht.
Speaker: Also da gibt es keinen ersten, zweiten oder dritten Platz.
Speaker: Da habe ich so ein bisschen die Erfahrung.
Speaker: Also noch weniger offiziell ein Rennen, als Badlands offiziell kein Rennen ist.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Ja, richtig.
Speaker: Da habe ich so ein bisschen die Erfahrung dann gesammelt und dann ging es dann eigentlich nach Badlands.
Speaker: Wie ist dein Ansatz, wenn du jetzt ein Badlands vorbereitest, jenseits des Trainings?
Speaker: Gehörst du zu denen, die schon ziemlich präzise in der Vorbereitung sind, genau wissen, welche Water Stations, wo kannst du einkaufen?
Speaker: Was ja gerade bei Badlands wohl auch sinnvoll sein muss, weil es zum Teil auch echt Abschnitte gibt, wo du dann in der Wüste für 100 Kilometer und mehr keine Möglichkeit hast, Wasser zu kaufen.
Speaker: mehr aufzunehmen oder bist du eher Freestyle unterwegs?
Speaker: Ja, also ich bin alles andere als Freestyle unterwegs und ich glaube, dass es auch speziell jetzt in dem Rennen ein richtig, richtig krasser Vorteil von mir gewesen, dass ich einfach diesen Track zu 1000% studiert habe.
Speaker: Ich wusste auf Komoot, also erstmal war es im letzten Jahr so, ich hatte mit meinem Kollegen Sascha, als ich da gestürzt bin, da haben wir sogar einen Bikepacking-Urlaub vorher da gemacht und hatten geplant, die Strecke abzufahren.
Speaker: Das haben wir auch zwei Tage geschafft, danach ist er gestürzt und dann sind wir Richtung Krankenhaus gefahren, mussten das abbrechen.
Speaker: Aber, ähm... Das hast du ihm dann nachgemacht, im echten Rennen.
Speaker: Genau, dann im echten Rennen habe ich ihm dann nachgemacht und ich war im Krankenhaus.
Speaker: Das war ein Jahr mit unglaublich vielen verrückten Storys.
Speaker: Ähm...
Speaker: Ja, aber was ich damit sagen will, ist, ich habe da den Track wirklich unfassbar gut studiert.
Speaker: Ich hatte mir alles angeschaut, da die ersten 300 Kilometer, die wir da abgefahren haben, das waren auch tatsächlich ungefähr die gleichen, wie es dieses Jahr gewesen sind.
Speaker: Somit kannte ich sehr, sehr genau wirklich ausschließlich jeden Brunnen auf der Strecke.
Speaker: Und ich habe vorher mir einen kleinen Zettel gemacht, wo ganz genau hart drauf stand, wo sind die Brunnen, wie viel Wasser muss ich einladen von Brunnen zu Brunnen, wie viel Maltodextrin bzw.
Speaker: einfach Nutrition-Power-Brunnen.
Speaker: muss ich in meine Flaschen füllen, habe mir ganz genau ausgerechnet, wie viele Gramm sind das, die ich da von Station zu Station brauche, habe ganz genau geguckt, wie viele Stunden brauche ich da so ungefähr, also habe wirklich die Höhenmeter, alles hundertprozentig recherchiert,
Speaker: Und im Grunde genommen bis zum Ziel.
Speaker: Letztendlich war ich dann doch vier, fünf Stunden schneller, weil ich gar nicht gedacht hätte, dass ich da so eine große Durchschnittsgeschwindigkeit fahre.
Speaker: Aber alles in allem war der Plan, der stand zu 100 Prozent.
Speaker: Bei Nutrition ist wahrscheinlich bei der Distanz für dich alles ausschließlich Carbs und wahrscheinlich dann, du sagtest gerade, Maltodextrin, Powder, alles in den Bottles oder auch Gels.
Speaker: Ja, das war auch so ein bisschen so eine Taktik, die ich da gefahren habe, die sich vielleicht, die extrem krass ist gegebenenfalls und sich vielleicht auch unterscheidet zu denen, wie es viele andere machen.
Speaker: Aber ich weiß halt einfach, dass ich mit puren Carbs, also Nutrition Powder, was ich mir so ein bisschen selber zusammengestellt habe, im Grunde genommen Maltodextrin, Fructose, Elektrolyte und das dann in so entsprechenden Mengen, dass es für mich dann passt,
Speaker: Krass, ja.
Speaker: Und somit hatte ich so eine in Anführungsstrichen perfekte Ernährung für die ersten Stunden, wo ich sehr, sehr gut drauf fahren konnte und habe das dann so beigemischt im Nachhinein einfach mit Cola und so.
Speaker: Ja.
Speaker: Es ist nichts Kulinarisches dran und das muss man auch irgendwie können, über so einen langen Zeitraum nur dieses Pulver sich zu nehmen.
Speaker: Aber das funktioniert bei mir gut.
Speaker: Also wenn ich da zwischendurch mir irgendwie so ein Schinkensandwich da reinhauen würde, das würde gar nicht funktionieren.
Speaker: Das kommt so wieder raus, das wird der Körper gar nicht verarbeiten.
Speaker: Dafür bin ich da viel zu krass unterwegs irgendwie.
Speaker: Ja, ich glaube, da musst du es für deinen Magen minimal halten und ich schätze, du trainierst das Ganze.
Speaker: Auf wie viel Gramm pro Stunde zielst du ab?
Speaker: Ja, das ist auch so eine Sache gewesen, die ich vorher mit meinem Trainer so zusammen trainiert habe.
Speaker: Wir haben vorher ein paar Tempoeinheiten gefahren, die wir dann sogar auf 150 Gramm die Stunde gemacht haben, einfach um mal so das Extreme rauszukitzeln.
Speaker: Und das hat auf drei Stunden gut funktioniert, da hatte ich keine Probleme.
Speaker: Dann Trainingseinheiten, also im höheren Grundlagenbereich, die dann bis zu zehn Stunden gehen, habe ich mit 120 Gramm versorgt.
Speaker: Das hat auch gut funktioniert, aber auch wirklich dann nur, wenn ich das Pulver so genommen habe, da irgendwie mal eine Tüte Haribo oder sowas dazwischen war schon wieder irgendwie nicht so gut.
Speaker: Geht nicht mehr.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und im Rennen war es dann auch so, dass ich die ersten zehn Stunden geplant hatte, mit 120 Gramm zu versorgen, wo aber letztendlich nur 100 Gramm bei rausgekommen sind, weil ich das vom Zumischen her nicht so...
Speaker: perfekt umgesetzt hatte, wie ich es geplant hatte.
Speaker: Deswegen war das ein bisschen was weniger, aber hat trotzdem... Das hat ja noch ganz gut funktioniert zu haben.
Speaker: Ja, ja, ja, absolut.
Speaker: Und hast du dann noch extra irgendwas pures, Wasser oder Hydration?
Speaker: Ich meine, es wird ja richtig heiß zwischendurch am Tag, mitten in der Wüste, in Spanien.
Speaker: Ja.
Speaker: Oder sind alle Flaschen voll mit Carbs?
Speaker: Ja, nee, ganz am Anfang, die ersten paar Stunden habe ich das so gemacht, dass ich die Trinkblase schon immer so angemischt hatte.
Speaker: Also ich hatte vom Setup her war es halt eine Abidura Trinkblase, die ich in meinem Rahmendreieck drin hatte und eine...
Speaker: 950 Milliliter normale Fahrradflasche.
Speaker: Somit bin ich dann immer so auf knapp 4 Liter gekommen.
Speaker: Was auch immer ganz gut gepasst hat von Brunnen zu Brunnen.
Speaker: Weniger wäre da für mich nicht möglich gewesen.
Speaker: Und so war das am Anfang, dass ich da so gut, also am ersten Tag gut 1 Liter Flüssigkeit auf eine Stunde verbraucht habe.
Speaker: Das hatte ich am Anfang auch immer so angemischt, dass ich im Grunde genommen die gesamte Flüssigkeit, dass da Karpz drin gewesen sind.
Speaker: Im Nachhinein bin ich dann eher so darauf geschwenkt, dass ich mir in meiner Radflasche eine sehr, sehr dickflüssige Mischung angemischt hatte.
Speaker: wo ich dann eher so schlückchenweise die Karpse dann rausgeholt habe und das dann mit normalem, klarem Brunnenwasser aus der Trinkblase nachgespült habe.
Speaker: Weil so, dass du dann nicht immer ausschließlich den Mund voll mit süßen Karpse irgendwie hast, sondern lieber einen so dicken Schluck aus der Pulle raus und dann nochmal mit Wasser nachspülen.
Speaker: Bike-Setup.
Speaker: Vielleicht erzählst du den Leuten, auf welchem Rad du unterwegs warst und ob du jenseits der, du hast schon gerade die Blase erwähnt, die du an deinem Frame montiert hattest, ob du noch so ein paar andere Tricks, Kniffe, Hacks hattest.
Speaker: Ja, also das ganze Setup war im Allgemeinen schon extrem gut durchdacht und hat auch sehr, sehr gut funktioniert.
Speaker: Unterwegs gewesen bin ich auf dem Rose Backroad FF.
Speaker: Das war nicht ganz serienmäßig ausgestattet, da hatte ich ein paar andere Laufräder von BikeAd drin.
Speaker: so eine Darimo Lenkereinheit vorne drauf, dann Deda Aerobars zusätzlich, tatsächlich einen sehr, sehr leichten Karbonsattel.
Speaker: Als Rahmentasche hatte ich dann von Zeiglight so eine halbe Rahmentasche, wo ich zusätzlich dann unten halt in den Rahmen noch diese 950 Milliliter Radflasche reinmachen konnte und dann hinterm Sattel eine kleine Werkzeugtasche,
Speaker: Dann Windjacke dabei, Windweste dabei, Armlänge dabei.
Speaker: Dann hatte ich ein paar Salze, also dieses Maltol-Extrempulver, was ich mir da angemischt habe, da ist schon Salz komplett mit drin gewesen.
Speaker: Zusätzlich dazu habe ich aber nochmal so bei Bedarf noch ein paar Elektrolyt-Tabletten zusätzlich dann einfach dazu gehabt.
Speaker: Ja, dann Koffeintabletten noch, so ein Energy Booster, im Grunde genommen, wie man den in so einem
Speaker: Pumpergeschäft irgendwo kaufen kann.
Speaker: Ja, und das war es dann eigentlich auch soweit.
Speaker: Von Garmin das Edge 1040 war auch sehr, sehr gut.
Speaker: Habe ich nicht einmal nachgeladen.
Speaker: Hat gut funktioniert.
Speaker: Was für ein Kettenblatt und was für Übersetzung bist du gefahren?
Speaker: Ja, Kettenblatt und Übersetzung ist bei dem Rennen auch unfassbar relevant.
Speaker: Da muss man sich ganz, ganz genau Gedanken drüber machen.
Speaker: ob das, was man da fährt, ob das auch für einen selber passt und ob die Strecke dann dafür auch so gemacht ist.
Speaker: Und ich habe mich dafür entschieden, eine Mountainbike-Übersetzung zu fahren, also eine SRAM XX1.
Speaker: Nicht die X-Pro, sondern die normale XX1, also quasi in die Mountainbike-Schaltung.
Speaker: 10 auf 51 ist es, glaube ich, oder 52.
Speaker: Und dazu dann ein 40er-Kettenblatt vorne.
Speaker: Und das hat gut funktioniert.
Speaker: Da bin ich fast jeden Berg mit hochgekommen und auch auf den Geraden konnte ich eigentlich mal alles sehr, sehr gut mittreten.
Speaker: So, wir wurden kurz unterbrochen durch Tech-Probleme und ich denke, alle Zuhörer und Zuhörerinnen hören auch den Unterschied, gerade in meiner Stimme, warum auch immer funktioniert mein eigentliches Mic nicht mehr und wir müssen hier mit dem Plan B weitermachen.
Speaker: Kommen wir zum eigentlichen Rennen.
Speaker: Ihr fahrt
Speaker: Bloß in Granada, du stehst an der Startlinie.
Speaker: Was ist dein Mindset?
Speaker: Bist du überzeugt, dass du gewinnen kannst?
Speaker: Nein.
Speaker: Oder ist es wie letztes Jahr eher mal schauen, was drin ist?
Speaker: Nein, also überzeugt, dass ich gewinnen kann, sowieso schon mal überhaupt nicht, weil ich weiß, was für eine unglaubliche Konkurrenz da am Start ist.
Speaker: Und ich weiß auch, dass das ziemlich viel alles passiert.
Speaker: viel von Profis auch durchspickt ist, die halt neben ihrem Fahrradfahren keinen Job haben und sich da auch so ein bisschen mehr aufs Training fokussieren können und so weiter.
Speaker: Und das ist bei mir nicht so.
Speaker: Und auch um einen klaren Kopf zu haben, ist das, glaube ich, besser.
Speaker: Vor allem gerade so ein bisschen für mich auch,
Speaker: Nicht mit einem Mindset da reinzugehen, ich kann das jetzt hier gewinnen.
Speaker: Klar kann man sich vor solchen Gedanken nicht irgendwie komplett befreien, weil ich weiß halt, im letzten Jahr hat das irgendwie bis Stunde acht gut funktioniert und irgendwie eine Leistung ist da, um vorne mitzufahren, aber...
Speaker: An den Start zu gehen und zu sagen, das Ding mache ich jetzt hier auf Sieg, ist bei so einem Ultrarennen, glaube ich, falsch.
Speaker: Da muss man immer eher sagen, ich fahre das Ding auf Ankommen und so schnell wie möglich ankommen und dann mal schauen, was passiert.
Speaker: Und dann kann man mal gucken, ob man irgendwie auf Gegner oder so, die da sind, so ein bisschen reagiert.
Speaker: Aber wenn man sich schon auf den ersten zehn Stunden irgendwie verrückt machen lässt, weil vielleicht ein Fahrer vorne wegfährt um zwei Stunden und man über seine Verhältnisse hinterherfährt, dann wird sich das hinten rausrechen.
Speaker: Und ja, trotzdem bin ich recht zügig losgefahren und ich habe mich auch etwas beeinflussen lassen durch den Franzosen Max auf den ersten acht bis zehn Stunden, der vorne weggefahren ist.
Speaker: Ich habe ihn allerdings nach Guraffe dort in dem Wüstenabschnitt, habe ich ihn das erste Mal wieder gesehen an einer Bude, da er sich dann das erste Mal verpflegt.
Speaker: Und da wusste ich dann, okay, wir sind beide auf Platz eins und zwei.
Speaker: Und nach hinten hin muss irgendwie was um die fünf bis sechs Minuten Abstand sein.
Speaker: Und nach vorne hin, der Max, der ist auch nicht so weit weg.
Speaker: Also ich habe dann da aufgefüllt, der war so zwei, drei Minuten weg.
Speaker: Und dann habe ich da eigentlich schon die Verfolgung aufgenommen.
Speaker: Hattest du eher einen Pacing-Plan oder eher eine Rennstrategie für das Rennen?
Speaker: Du hast eben erzählt, du hattest mit fünf Stunden mehr gerechnet.
Speaker: Ich glaube, mit 38, 15 bist du de facto gefahren.
Speaker: Das heißt, du hattest so 43 Stunden plus minus gedacht zu glauben?
Speaker: Ja, ich bin so mit 43, 44 Stunden ungefähr so ausgegangen.
Speaker: Habe dann aber letztendlich, glaube ich, 36 oder sowas gebraucht.
Speaker: Ja, ich war bedeutend schneller.
Speaker: Das hat aber eigentlich nichts so an meiner Strategie geändert.
Speaker: Das Rennen ist dann einfach nur ein bisschen was kürzer geworden.
Speaker: Ja, wie bin ich das gefahren?
Speaker: Eigentlich eher so...
Speaker: Also nicht irgendwie auf einen Pacing, sondern eher auf Wattzahlen.
Speaker: Also ich hatte meine, das war auch mit meinem Trainer vorher so abgesprochen, ich hatte so ein bisschen meine Wattbereiche, die ich treten kann und auch einfach treten darf.
Speaker: Und darüber hinaus hätte ich einfach zu viele Kohlenhydrate verbrannt und wäre da irgendwie in der Nacht irgendwann kaputt gegangen.
Speaker: Deswegen...
Speaker: das war so mein Pacing-Plan und da habe ich mich am Anfang auf jeden Fall oben an der Spitze verhalten, um halt diesen Max nicht wegfahren zu lassen, aber ich habe es auch nicht übertrieben.
Speaker: Trotzdem wäre es, glaube ich, für das gesamte Rennen sicherlich etwas besser gewesen, wenn ich mich am Anfang etwas mehr kontrolliert hätte.
Speaker: Man könnte auch sagen, hat ja auch so geklappt.
Speaker: Hat auch so geklappt, ja.
Speaker: Und
Speaker: Oft hast du ja, wenn du einen Pacing-Plan machst für alles, was abhillt ist, andere Watzahlen als im flachen.
Speaker: Aber gleichzeitig fährt man, und ich schätze, das war dieses Jahr ähnlich wie in den vergangenen Jahren in der Wüste, ja auch durch diese Ramblers, wie sie heißen.
Speaker: Also diese Sand.
Speaker: Ich bin nie dort gefahren, aber weiß, dass ich letztes Jahr, als wir es gepreviewt haben mit Paul,
Speaker: haben wir ein bisschen über die Ramblers gesprochen und er hat auch geschrieben, das ist verrückt, das ist auch nicht wie Sand in einem Cyclocross-Rennen oder so, sondern es ist was anderes und deshalb musst du eigentlich auch hart treten und kommst langsam voran.
Speaker: Ja, ja, das ist richtig.
Speaker: Das ist irgendwie so ein grober, loser Schotter, aber irgendwie dann doch auch so ein bisschen fest, einfach mega hart und rough irgendwie.
Speaker: Du wirst die ganze Zeit so mega durchgeschlagen und speziell diese Abschnitte sind auch meiner Meinung nach überhaupt gar nichts für ein Gravelbike.
Speaker: Da wäre ein Mountainbike und eher sogar ein Fully Mountainbike eher die richtige Wahl.
Speaker: Im Nachhinein kommst du natürlich dann wieder auf
Speaker: Straßenabschnitte, wo du auch so ein bisschen gerade fahren kannst, dann legst du dich wieder in die Aerobars rein, dann zahlt sich das Gravelbike wieder aus.
Speaker: Aber so gerade dieser Wüstenteil dahinter, Guraffe, ist mega hart und man muss unglaublich konzentriert sein die ganze Zeit.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Was ja nach zig Stunden auf dem Bike auch gar nicht so einfach ist.
Speaker: Wie hast du es mit...
Speaker: Pausen gehalten?
Speaker: Also geschlafen wird ja sowieso nicht.
Speaker: Aber hast du dir mal so ein 10-Minuten-Nepp unterwegs gegönnt oder auch das nicht?
Speaker: Nee, richtig Pause war eigentlich gar nicht.
Speaker: Ich kann mich genau an 5 Minuten erinnern, wo ich einfach nur auf dem Boden gesessen habe und nichts gemacht habe.
Speaker: Das waren, denke ich, die einzigen 5 Minuten, die man als Pause so beschreiben kann.
Speaker: Der Rest laut dem...
Speaker: Laut dem GPX-File habe ich wohl eine Stunde Standzeit gehabt.
Speaker: Ich glaube aber, dass es etwas mehr gewesen ist, weil ich hatte auch zwischendurch ein bisschen mit einer Platte zu kämpfen hinten.
Speaker: Das waren wirklich so 25 Minuten, die das gekostet hat und dazu einfach auffüllen am Brunnen und in den Supermärkten am zweiten Tag.
Speaker: Du hast zwar die Standzeit, aber dann machst du keine Pause.
Speaker: Du rennst in den Supermarkt rein, auffüllen, alles mega schnell, Kohlenhydrate wieder neu anmischen, gucken, dass dein Rad frisch ist.
Speaker: Dann zwischendurch hätte ich auch einmal noch mal Kette nachgeölt und dann Hygiene am Hintern auch zwei, dreimal, das ist auch nicht zu unterschätzen, auch gemacht und dann geht es weiter.
Speaker: Also
Speaker: Pause in dem Sinne, wo ich sage, ich setze mich auf einen Parkbank und gucke in die Gegend, war nicht.
Speaker: Also fünf Minuten Pause ist, wenn man Badlands gewinnen will, das kann man notieren.
Speaker: Mehr ist ja heute nicht mehr.
Speaker: Leider nicht.
Speaker: Ja, aber es ist...
Speaker: Es ist, was heute erfordert ist.
Speaker: Ich bin ja tatsächlich fast Fan davon, ich weiß nicht, die Bedlands-Distanz ist vielleicht so an der Grenze, aber alles, was dann länger wird, ich bin für Zwangsstandzeiten.
Speaker: Ja, da gibt es ja auch so ein paar, oder gibt es ja auch heiße Diskussionen drüber, wie weit es notwendig ist, seinen Körper da irgendwo hinzutreiben zu irgendwas und so eine Zwangsstandzeit finde ich
Speaker: glaube ich, gar nicht so verkehrt, weil ich denke, dass viele Leute es gar nicht mehr so richtig einschätzen können, bis wohin sie gehen können und irgendwann wird es dann auch gefährlich.
Speaker: Auf der anderen Seite ist ja jeder seines Glückes Schmied und muss halt lernen, sich selber auch irgendwie einzuschätzen.
Speaker: Ich habe jetzt so einen Transcontinental Race oder sowas noch nicht gefahren, wo man dann sagen kann, an Tag 5 oder Tag 6, wie viel schlafe ich jetzt hier noch brauche oder wie viel halt eben nicht.
Speaker: Ja, es kann natürlich sein, oder ich hoffe es nicht, dass irgendwann mal ein schwerer Unfall passiert bei so einem Rennen, der ganz klar auf eine starke Ermüdung von einem Fahrer zurückzuführen ist.
Speaker: Ja.
Speaker: Ob man sowas einführen sollte, weiß ich nicht.
Speaker: Es ist schwierig, die Frage.
Speaker: Ich will sie nicht beantworten, ehrlich gesagt.
Speaker: Fair enough ist ja auch wie bei allem im Leben gibt es Für und Wider.
Speaker: Ja.
Speaker: Wie anfällig bist du für Halluzinationen?
Speaker: Wenn ich eine Nacht durchfahre, dann nicht.
Speaker: Wenn ich zwei Nächte durchfahre, dann fängt es langsam an.
Speaker: Es sind aber keine krassen Halluzinationen.
Speaker: Also das erste Mal habe ich das ein bisschen durchlebt bei Paris, Brest, Paris.
Speaker: Da startest du halt eben am Nachmittag und fährst durch die erste Nacht und
Speaker: musst zwangsläufig auch durch die zweite Nacht durchfahren und kommst dann morgens, also ich bin dann morgens glaube ich so gegen 10 Uhr, irgendwann bin ich dann angekommen und in der zweiten Nacht gerade so morgens 3 Uhr hatte ich schon Halluzinationen, das ist dann einfach
Speaker: Deine Gedanken sind einfach unglaublich langsam.
Speaker: Speziell da war es dann so, dass ich, ganz geile Story, ich habe halt sehr traumatisiert die ganze Zeit auf meinen Vorderreifen geschaut, währenddessen ich gefahren bin.
Speaker: Und irgendwann habe ich gedacht, hey, mein Vorderreifen, warum fahre ich denn hier mit dem Mountainbike-Reifen?
Speaker: Das ist ja kompletter Quatsch.
Speaker: Und ich habe so lange darüber nachgedacht, warum ich denn so doof war, auf mein Rennrad ein Mountainbike-Reifen draufzuziehen.
Speaker: Und das sind so ganz komische Gedankengänge, die man da hat, bis man dann irgendwann nochmal wach wird und realisiert, was denkst du denn da gerade für ein Quatsch?
Speaker: Ist doch völliger Mumpitz.
Speaker: Und dann geht das dann irgendwie weiter, dass du dann glaubst, dass die ganze Zeit ein Fahrer hinter dir ist, obwohl eigentlich gar keiner da ist.
Speaker: Das war auch so.
Speaker: Ich habe mich tierisch darüber aufgeregt, über diesen Fahrer, der gar nicht da war, warum er die ganze Zeit bei mir im Hinlinschatten hängt.
Speaker: Ja, das ist ein bisschen verrückt, aber bei Badlands war das jetzt gar nicht.
Speaker: Ich hatte auch sehr, sehr wenig Koffein zu mir genommen.
Speaker: Das war nur in der ersten Nacht insgesamt 400 Milligramm und in der zweiten Nacht, wenn man es denn so nennen darf, ich bin ja schon um...
Speaker: 10.30 Uhr, glaube ich, bin ich angekommen.
Speaker: Da habe ich gar nichts mehr zu mir genommen.
Speaker: Auch am Tag überhaupt nicht, weil am Tag, da ist die Sonne da, da hatte ich eigentlich nichts mit Müdigkeit zu tun.
Speaker: Und auch der Max, der war mir ja die ganze Zeit auf den Fersen.
Speaker: Das hat mich schon wachgehalten.
Speaker: Ja, das kann ich mir vorstellen.
Speaker: Ab wie vielen Stunden im Race liegst du an erster Position?
Speaker: Das war kurz vor der Stadt Goa, also quasi das Stückchen dieser Wüstenabschnitt zwischen Goraffe und Goa.
Speaker: Da war der Max unglaublich schnell unterwegs und ich war die ganze Zeit eigentlich eher so ein bisschen hinter ihm.
Speaker: Und der hat die Anstiege extrem schnell gefahren und ich bin eigentlich gar nicht hinterher gekommen, aber kurz vor Korps hat man dann doch gemerkt, dass er da ein bisschen was über seine Verhältnisse gegangen ist, denn am letzten Abschnitt ist er stark zurückgefallen, ich habe ihn überholt, habe dann zwei Minuten nach hinten geguckt später und er ist dann plötzlich schon wieder weg gewesen.
Speaker: Und ich gehe mal davon aus, dass er wahrscheinlich da so ein bisschen Probleme mit Flüssigkeit hatte, dass er da sich nicht so ganz richtig eingeteilt hatte oder sein Setup da vielleicht nicht perfekt gewesen ist.
Speaker: Und das hat ihn da kaputt gemacht.
Speaker: Und somit bin ich dann nach Goa reingefahren mit sechs, sieben Kilometer Vorsprung.
Speaker: und habe dann da für zehn Minuten an einem Supermarkt, der da gewesen ist, habe ich dann Wasser nachgefüllt, das Maltodextrin nochmal neu angemischt und weitergefahren und ich habe ihn in den zehn oder ich glaube sogar 15 Minuten habe ich ihn nicht gesehen.
Speaker: Also er war da auf jeden Fall schon 15 Minuten hinter mir und ich glaube auch die Pause, die er da gemacht hatte, war länger.
Speaker: Ja.
Speaker: Ab dem Moment, wie viel guckst du auf den Tracker?
Speaker: Ja, das ist eine sehr, sehr gute Frage, denn du denkst die ganze Zeit in der Nacht darüber nach, wo ist dieser Zweitplatzierte, dieser Max Argot, der Franzose, wo ist der, ist der, hat der aufgeholt oder nicht?
Speaker: Und der Blick auf den Tracker, der braucht ja auch immer Zeit.
Speaker: Auf den Schotterabschnitten kannst du es sowieso nicht machen, da ein Handy in die Hand nehmen und drauf gucken.
Speaker: Also müsstest du abschneigen, auf den Berg aufstehen irgendwie auch nicht.
Speaker: Und du bist dann unkonzentriert, also machst du es am besten gar nicht.
Speaker: Ich habe das immer dann gemacht, wenn ich an die Brunnen dran gefahren bin.
Speaker: Und das waren in der Nacht genau zwei.
Speaker: Da habe ich dann einmal die Brunnenpause gemacht, habe auf den Tracker drauf geschaut und habe dann gesehen, der Max, der ist ja echt noch da.
Speaker: Und das Gleiche habe ich dann um drei Uhr morgens bei dem nächsten Brunnen nochmal gemacht und habe dann wieder gesehen, boah krass, der ist immer noch da.
Speaker: Das waren die Zeitpunkte, wo ich auf den Tracker geguckt habe, ansonsten zwischendurch gar nicht, weil es einfach die Zeit nicht hergibt.
Speaker: Wie viel Adrenalin hast du verfolgt zu sein durch die Nacht und den nächsten Tag?
Speaker: Ja, extrem viel Adrenalin und ich würde auch sagen, dass das für mich die psychisch anstrengendste Phase auch gewesen ist, weil ich war in Führung und diese Führung, die will ich natürlich nicht abgeben, weil es ist halt auch einfach ein extrem prestigeträchtiges Rennen, wo ich auch mega viel für trainier.
Speaker: habe und du denkst dir so, boah krass, du bist jetzt hier gerade in Führung und wenn du das gewinnst, das wäre richtig, richtig geil, das willst du dir nicht wegnehmen lassen, aber trotzdem weißt du auch, da ist ein Zweitplatzhitter hinter dir, der das ganz genau das Gleiche denkt, der weiß genau, boah, der Erstplatzhitter, der ist da vorne, der ist noch 10, 15 Kilometer ist der weg, ich bleib jetzt dran, wenn der einen Platten kriegt, wenn der eingeht oder sonst was, dann hab ich den.
Speaker: Und so hat er mich durch die ganze Nacht durchgejagt und auch eigentlich durch den großen Teil des zweiten Tages.
Speaker: Das war für mich schon psychisch echt hart, weil du denkst die ganze Zeit darüber nach, wo ist der und wann kommt der und ist der kaputt oder ist der frisch oder hat der Probleme oder nicht.
Speaker: Das ist crazy.
Speaker: Hattest du dir im Vorfeld eine Liste gemacht mit Namen, die du auf dem Schirm hattest?
Speaker: Eine Liste hatte ich eigentlich nicht.
Speaker: Ich habe mir natürlich so ein paar Namen angeguckt.
Speaker: Aber ich würde fast sagen, dass sich das gar nicht lohnt, weil Badlands hat natürlich vorher so fünf Favoriten, haben die immer gekürt und da war ich nicht drauf.
Speaker: Und der Max, der war übrigens auch nicht drauf.
Speaker: Und letztendlich haben wir Platz 1 und Platz 2 belegt.
Speaker: Ich glaube, 3 und 4, ich meine, die waren schon auf der Liste drauf.
Speaker: Aber gerade bei so Rennen wie Badlands kann das echt sehr gut sein, dass da Fahrer am Start sind, die man komplett
Speaker: unterschätzt, die man einfach gar nicht auf dem Schirm hatte und plötzlich sind sie da.
Speaker: Ja, einen Namen habe ich mir nicht rausgeguckt und ich glaube auch, dass das gar keinen Sinn macht.
Speaker: Keine Wheels, an denen man dranbleiben muss bei 38 Stunden Rennen.
Speaker: Nee, nicht wirklich.
Speaker: Sehr gut.
Speaker: Ab wann hast du geglaubt, dass du es gewinnst?
Speaker: Auch wenn du natürlich nur der erste Finisher bist.
Speaker: Ja, den Gedanken habe ich eigentlich schon gefasst, dass ich es gewinnen kann.
Speaker: Den Gedanken habe ich schon in Gore gefasst.
Speaker: Also im Grunde genommen schon nach zehn Stunden.
Speaker: Da habe ich mir überlegt, wenn jetzt nichts mehr schief geht, dann hast du echt einen guten Vorsprung rausgefahren, weil mir ging es auch gut in dem Moment.
Speaker: dann wusste ich, das kann ich irgendwie nach Hause fahren, wenn das alles jetzt so weiterläuft.
Speaker: Der Gedanke, der festigt sich dann so ein bisschen über die Nacht, weil es immer noch weiterhin ganz gut gelaufen hat.
Speaker: Aber so ein sehr sicheres Gefühl hatte ich eigentlich erst, als es in die zweite Nacht reinging.
Speaker: Ich würde so sagen,
Speaker: drei, vier Stunden vor dem Ziel.
Speaker: Da wusste ich, das sind jetzt noch zwei Anstiege.
Speaker: Ich habe da auch immer teilweise sehr weit nach hinten gucken können.
Speaker: An einem Anstieg war das, das war der vorletzte.
Speaker: Da konnte man so gut 15, 20 Minuten nach hinten schauen.
Speaker: Und er war nie da gewesen.
Speaker: Und da glaube ich, dass das ausgehen konnte.
Speaker: Obwohl ich aber auch da nie so richtig sicher sein konnte.
Speaker: Also ich hatte schon, also ich habe auch am letzten Anstieg noch im Dunkeln immer mal ängstlich über die Schulter drüber geguckt, um doch sicher zu sein, ob da nicht doch irgendwie einer aus dem Gebüsch rausgesprungen kommt und mich plötzlich hier überholt.
Speaker: Ähm...
Speaker: Die Angst sitzt immer auf der Schulter.
Speaker: Ja, die Angst, die war die ganze Zeit dabei.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Und ich war auch doch sehr verwundert, als ich dann hörte im Ziel, dass er zwei Stunden oder wohl noch zwei Stunden braucht ungefähr.
Speaker: Ja, dann fährst du ein und wahrscheinlich ist es auch für den ersten Finisher verhältnismäßig antiklimaktisch und nicht so wahnsinnig viel los.
Speaker: Bei Badlands, also es ist sicherlich nicht so, wie wenn man irgendwo in eine deutsche Marathonmeisterschaft oder sowas reinfährt, dass man da von beiden Seiten an der Ziellinie bejubelt wird.
Speaker: Aber es ist definitiv wesentlich mehr wie bei irgendwelchen anderen Ultrarennen.
Speaker: Selbst so bekannt, wie sie sind, stehen da vielleicht drei, vier Leute vom Organisator und beglückwünschen dich und sonst ist da gar keiner.
Speaker: Da ist es schon anders.
Speaker: Also es waren sicherlich 20, 30 Leute sind da gewesen und Veranstalter hat auch so ein bisschen nach so einem Interview gefragt und
Speaker: Meine Frau ist da gewesen, mein Papa ist da gewesen, die ebenfalls mit angereist sind.
Speaker: Für mich war der Zieleinlauf schon echt sehr, sehr cool, auch wenn ich nicht wirklich viel so davon mitgekriegt habe.
Speaker: Also ich war echt kaputt in dem Moment.
Speaker: Ich wollte auch eigentlich nur noch irgendwie ins Bett.
Speaker: Essen wollte ich irgendwie nicht.
Speaker: Ich wollte auch nicht trinken.
Speaker: Ich wollte...
Speaker: Teilweise auch einfach nur da sitzen und einfach mal gar nichts machen.
Speaker: Als Anekdote von der anderen Seite des Bildschirms.
Speaker: Das sagte Interview hast du ja dann auch tatsächlich gegeben und das wurde dann über Instagram live gestreamt.
Speaker: Ach wirklich?
Speaker: Ja, es wird live gestreamt.
Speaker: Es gibt das nicht mehr.
Speaker: Ich glaube nicht, weil diese Livestreams nicht aufgerechnet werden.
Speaker: Zumindest habe ich es nicht mehr, aber ich habe es live gesehen.
Speaker: Und jetzt hast du ja gerade bei Radrennen auch nach einer Coup de France Etappe ist vielleicht nicht der beste Moment, um Menschen zu interviewen, weil man fertig ist.
Speaker: Aber dein Finish Line Interview war auf jeden Fall eines derer, die ich gesehen habe, wo der Athlet, wie du sagtest, du warst gut fertig.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Sehr geil.
Speaker: Ach, schade.
Speaker: Du erinnerst mich daran, dass du es gegeben hast?
Speaker: Ich erinnere mich daran, dass ich es gegeben habe, aber das, was ich da gesagt habe, weiß ich nicht.
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: Also das hätte ich mir sehr gerne angeschaut.
Speaker: Ich sage mal so, du bist heute eloquenter und das nach einer 24-Stunden-Schicht.
Speaker: Okay, die war auch nicht so anstrengend.
Speaker: Ich weiß nicht, ob du seither geschlafen hast.
Speaker: Ja doch, so ein bisschen.
Speaker: Auch wenn die ganze Rückreise und die Tage danach auch mega anstrengend waren, weil ich zwei Tage später hatte ich Geburtstag.
Speaker: Also an dem Mittwoch danach hatte ich dann Geburtstag.
Speaker: Da sind wir morgens nach Hause geflogen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Da gab es dann abends noch Kuchenessen und am nächsten Tag bin ich dann schon auf der Arbeit gefahren.
Speaker: Und seitdem habe ich dann auch schon drei Schichten wieder fertig gemacht.
Speaker: Strammes Programm.
Speaker: Wie war die Medioresonanz auf dem Sieg?
Speaker: Ich weiß nicht, ob du es als den größten, wichtigsten Sieg deiner Radsportkarriere verbuchen würdest.
Speaker: Ich glaube, es ist auf jeden Fall ab der.
Speaker: Ja, es war definitiv der krasseste Moment in meiner Karriere, würde ich sagen.
Speaker: Auch der, der die meiste Aufmerksamkeit mit sich gebracht hat, im Ideal gesehen auch.
Speaker: Sponsoren, die jetzt plötzlich mich anfragen, ob ich denn Helme oder Klamotten, irgendwie was von ihnen tragen möchte.
Speaker: Das ist schon irgendwie verrückt.
Speaker: Ehrt mich auch total.
Speaker: weiß ich auch bis jetzt irgendwie nicht so richtig, wie ich damit umzugehen habe, ob ich da jetzt alles irgendwie rausholen soll, was ich kann oder ob ich mich eher so ein bisschen zurückhalten soll und einfach so ein bisschen meinen Job einfach weitermache und so weiter.
Speaker: Ja, keine Ahnung, ist ein bisschen so ein Prozess, wo ich gerade so gucken muss, was mache ich draus.
Speaker: Klaro.
Speaker: Wo kategorisierst du denn bis dato den Radsport für dich ein?
Speaker: Also auch wenn man dein Instagram durchschaut, dann gehörst du nicht zu den Leuten, die versuchen jeden Tag mindestens einen Post rauszuhauen.
Speaker: Auf der anderen Seite hast du einen wichtigen Job, den du, glaube ich, ernst nimmst und ernsthaft betreibst.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, ja, ja, absolut.
Speaker: Ja, an erster Stelle kommt natürlich sowieso erstmal so ein bisschen Familie und Frau, klar, so und danach muss der Job kommen, weil da verdiene ich mein Geld, das ist auch ein geiler Job, den mache ich grundsätzlich gerne.
Speaker: Noch cooler wäre es natürlich, wenn man jetzt Profifahrradfahrer wird, aber da muss man vielleicht auch ein bisschen realistisch irgendwie bleiben.
Speaker: Ich würde jetzt gerne so viel rausholen, wie ich kann, um meinen Sport, den ich sowieso ja ausübe, einfach noch vielleicht ein bisschen besser oder einfacher auszuüben und noch mehr Freude daran zu haben mit den Marken, die mich da unterstützen,
Speaker: Aber ich denke, dass ich weiterhin trotzdem Feuerwehrmann bleibe und nebenbei viel Fahrrad fahre.
Speaker: Vielleicht auch in Zukunft etwas mehr wie bis jetzt, weil mir die Möglichkeiten dann auch einfach noch etwas mehr gegeben werden.
Speaker: Aber erstmal Bock dabei haben bei dem, was man da macht.
Speaker: Und dann kommt der Rest da glaube ich irgendwie auch von selber.
Speaker: Hast du schon ein bisschen über, ich meine, dieses Jahr ist vorbei, die Saison, ich weiß nicht, ob es noch irgendwas gibt, was du dieses Jahr machst, aber die großen Highlights, glaube ich, sind durch, außer du solltest qualifiziert sein für sowas wie UCI World Championships, aber das ist doch ein anderes Genre.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Hast du für nächstes Jahr schon Ziele und Pläne?
Speaker: Ich habe ein paar Gedanken in meinem Kopf, aber Ziel habe ich nicht und Pläne habe ich leider auch nicht, weil im nächsten Jahr auch ziemlich viel privat zu tun ist.
Speaker: Mit meiner Frau zusammen bauen wir jetzt ein Haus.
Speaker: Das wird auch ziemlich Thema sein über das Jahr hinweg, nächstes Jahr.
Speaker: Deswegen weiß ich gar nicht, wie ich so ein bisschen meinen Urlaub planen soll.
Speaker: welche Rennen ich auch fahren kann.
Speaker: Ich habe natürlich jetzt mega Bock und ich habe natürlich auch schon den Kalender reingeguckt und habe mir die richtig coolen Rennen schon irgendwie so rausgesucht, die man irgendwie so fahren sollte, nachdem man Badlands gewonnen hat.
Speaker: Aber ob ich die echt fahren kann, weiß ich bis jetzt noch nicht.
Speaker: Ich denke, das wird sich in den nächsten zwei bis drei Monaten irgendwie rausstellen, weil irgendwann muss man sich natürlich auch anmelden.
Speaker: Irgendwann muss man einen Gameplan haben für nächstes Jahr.
Speaker: Aber den habe ich jetzt noch nicht.
Speaker: Ist so von der Distanz eher die kürzere Ultra, Mitteldistanz Ultra, das, wo du dich wohlfühlst, oder schielst du auch auf noch längeres?
Speaker: Also es gäbe ja noch sowas wie Trucker Adventure, Unbound XL, das du noch nicht gewinnen konntest.
Speaker: Und dann klar gibt es die Transatlantic, Tour Divide etc.
Speaker: in der Welt.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Es gibt diverse...
Speaker: Also ich mache ja auch sehr gerne einfach viel Bikepacking und sowas und bin da einfach auch viel und lange unterwegs, was dann wieder dem...
Speaker: fast ein bisschen gleichkommt, wenn man so einen Anbau, äh nicht einen Anbau, einen True Divide fährt oder sowas, wo einfach so ein bisschen Abenteuer auch ziemlich viel eine Rolle spielt, genauso wie beim Transcontinental Race zum Beispiel.
Speaker: Auf der anderen Seite bin ich aber auch doch noch ein ziemlicher Performance-Sportler, der irgendwie vom Mountainbike-Marathon kommt, wo ich auch glaube, dass ich bei einem Traka 560 sehr gute Chancen hätte, weil so eine
Speaker: auch sehr, sehr gut.
Speaker: Da weiß ich, dass ich da echt ziemlich gut, sehr konzentriert eine sehr hohe Leistung geben kann.
Speaker: Dann hätte ich natürlich Bock, Tour de Vibe zu fahren, irgendwie Silk Road Mountain Race oder sowas, weil das halt auch echt
Speaker: krasse Abenteuer sind, die man irgendwie mal gemacht haben muss.
Speaker: Aber ich weiß auch, dass das ein unfassbarer Aufwand ist, solche Rennen anzugehen.
Speaker: Vor allen Dingen auch schnell anzugehen.
Speaker: Das ist ja auch wieder so ein bisschen so ein Problem, was ich habe.
Speaker: Wenn ich da an den Start gehe, dann will ich ja perfekt vorbereitet sein.
Speaker: Dann muss die Strecke, die
Speaker: Material, das muss hundertprozentig stimmen.
Speaker: Mein Körper muss hundertprozentig perfekt trainiert sein.
Speaker: Also das kostet alles mega viel Zeit.
Speaker: Und da weiß ich gar nicht, ob ich die habe.
Speaker: Und da muss ich dann gucken, was geht und was irgendwie nicht.
Speaker: Ja, also was du eigentlich sagst, am liebsten alles.
Speaker: Ja.
Speaker: Vielleicht auch nicht alles in einem Jahr, was ja gerade bei den richtig langen Sachen, auch wenn es der ein oder andere, glaube ich, ja zwei Stück im Jahr, weiß nicht, Bursoni,
Speaker: Die machen ja auch ein paar im Jahr.
Speaker: Ja, ich weiß ja tatsächlich auch gar nicht.
Speaker: Man sieht es ja sehr oft auch bei den Sportlern, keine Ahnung, ob es jetzt bei dem Victor zum Beispiel, der ist ja relativ jung.
Speaker: Was hat der gerade für einen Lebensabschnitt?
Speaker: Kann der sich es vielleicht leisten, wenn er jetzt meinetwegen einfach ein Studium oder sowas zu sagen, okay, ich mache ein bisschen Studiumspause, ich mache mal zwei Jahre komplett Fahrradfahren?
Speaker: Ja.
Speaker: Und dann ist es ja oftmals so, dass solche Leute dann für zwei Jahre sehr, sehr gut sind, plötzlich da sind und dann aber doch irgendwie merken, ja, ich muss jetzt doch mal irgendwie gucken, dass ich im Job nach vorne komme, dass ich irgendwie eine Ausbildung mache oder was weiß ich nicht, Familie und alles mal in die Gänge kriege.
Speaker: Und dann sind die auch wieder so ein bisschen weg von der Bildfläche.
Speaker: Ja, klar, das ist, glaube ich, die Ultra-Realität heute, dass es sehr, sehr wenige, wenn überhaupt, gibt, die wirklich leben können, nur von Ultra-Racing.
Speaker: dass selbst die ziemlich großen Namen haben.
Speaker: Oder sind, wie du sagtest, gerade in einem Lebensabschnitt, wo man halt einfach Uni nebenbei und a facto primär Radrennen fahren macht.
Speaker: Was ja auch eher eine neue Entwicklung ist, dass man relativ junge Leute gibt.
Speaker: Ich hatte Busoni, nachdem er
Speaker: Trakka gewonnen hat, auch im Podcast.
Speaker: Er gehört zu den Jüngeren definitiv in der Weltdurchszene.
Speaker: Aber es kommen immer mehr.
Speaker: Auch ein Chris Mehlmann, der Dritter geworden ist, ist ja auch noch, glaube ich, deutlich unter 30.
Speaker: Ein sehr netter Typ, mit dem habe ich zwischendurch mal ein bisschen gequatscht und auf der Strecke haben wir zwar nicht gequatscht, aber wir haben uns mal ganz am Anfang tief in die Augen geblickt, wer denn da jetzt hier die schnelleren Beine hat.
Speaker: Ja, doch, ist ein geiler Typ.
Speaker: Ja, kann ich von meinen Online-Interaktionen mit ihm bestätigen.
Speaker: Aber auch er arbeitet nebenbei noch in der Agentur und hat seinen Dayjob.
Speaker: der sehr fahrerfreundlich ist, aber... Und das hört ja selbst im Prestige-Eintages-Grabble noch nicht auf.
Speaker: Also selbst jemand wie Carolina Megon hatte noch ihren Fulltime-Job bis...
Speaker: Anfang dieses Jahres.
Speaker: Es ist ja auch irgendwie wichtig, dass du da erstmal guckst, dass du eine Ausbildung hast, dass du vielleicht irgendwo auch in einem Job drin bist und wenn du das so ein bisschen gefestigt hast, dann kannst du ja überlegen, hey, habe ich da die Möglichkeit, mal vielleicht 50 Prozent zu machen oder kann ich mal zwei, drei Jahre irgendwie mal ganz rausgehen, dann mache ich mal so, wie ich Bock habe, mal richtig, richtig krass Fahrrad fahren und danach nehme ich mal wieder raus und
Speaker: gehe in den gesicherten Job und habe dann auch was für die Rente.
Speaker: Und mit 60 machen wir alle keine Ultra-Rennen mehr.
Speaker: Und Geld verdienten wir damit dann sowieso nicht mehr.
Speaker: Dann musst du irgendwie was haben, was funktioniert.
Speaker: Und ich denke, die Anzahl der Fahrer und Fahrerinnen, die so viel verdienen, dass sie mal ein paar Jahre überbrücken können im Gravel, es gibt sie...
Speaker: Je nachdem, wie sie mit ihrem Geld haushalten.
Speaker: Aber sie ist definitiv nicht groß.
Speaker: Das gehört auch zur Realität.
Speaker: Und gemessen in anderen Sportkategorien ist ja auch ein Pugacar mit plus minus 8 Millionen Jahresgehalt kein Großverdiener.
Speaker: Im Grunde genommen, ja.
Speaker: Weit weg von allem, was Offroad zu verdienen.
Speaker: Also mit 8 Millionen wäre ich schon zufrieden.
Speaker: Also es wäre jetzt schon okay, da würde ich mit auskommen.
Speaker: Wenn du dir dann NBA-Gehälter und so weiter anguckst, was in der Weltspitze in anderen Sportarten verdient wird, die natürlich auch ungleich populärer sind, dann ist es natürlich, sagen wir so, der Bankspieler in der NBA verdient das im Jahr.
Speaker: Ja, definitiv.
Speaker: So ist die Radsportwelt.
Speaker: Ja.
Speaker: Ich danke dir sehr für deine Zeit und auch dafür, dass du die ganzen Tech-Probleme mitgemacht hast.
Speaker: Gar kein Problem.
Speaker: Bin gespannt, was man in Zukunft sieht, zu welchen Abenteuern oder intensiven Performances über 24 Stunden du dich dann 26 selbst verhaftest.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Ich weiß es auch noch ganz genau.
Speaker: Kann man auf jeden Fall alles irgendwie bei Instagram bei mir verfolgen.
Speaker: Ja,
Speaker: Wir werden auch sicherstellen, wie immer, die Links in die Shownotes zu packen, sodass der Rick dann dort ganz einfach mit zwei Klicks folgen könnte.
Speaker: Perfekt, sehr gut.
Speaker: Hey, hat mich sehr gefreut.
Speaker: Schönen Tag, hoffe, du bekommst eine Mütze Schlaf vor der nächsten 24-Stunden-Schicht.
Speaker: Ja, definitiv.
Speaker: Ich gebe alles.
Speaker: Heute geht es früh ins Bett.
Speaker: Sehr gut.
Speaker: Ciao.
Speaker: Ciao, mach's gut.






