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Wie man ein Gravel-Business aufbaut – Teamstruktur, Wachstum & Realität mit Luis Neff

Autsaid - Gravel Podcast
Autsaid - Gravel Podcast

5,171 plays · Nov 26, 2025

In dieser Folge spricht Paul Voß mit Luis Neff, Mitgründer des Rose Racing Circle, über die geschäftliche Seite des modernen Gravel-Sports. Während sportliche Themen wie Rennkalender und Highlights nicht zu kurz kommen, liegt der Schwerpunkt dieser Episode auf den Business-Mechaniken hinter einem der derzeit spannendsten Projekte im deutschsprachigen Radsport. Luis erklärt, wie aus einer Idee ein funktionierendes Unternehmen wurde – mit Angestellten, Sponsoren, Budgetplanung, Teamentwicklung und Jahreszielen. Sie sprechen darüber, wie man Professionalität wahrt, ohne Authentizität zu verlieren, welche Herausforderungen der rasant wachsende Gravel-Markt mit sich bringt, und warum die Zukunft des Sports mehr Struktur, mehr Teamdenken und mehr Wirtschaftlichkeit braucht. 👉 Jetzt reinhören und keine Folge mehr verpassen – abonniere den Autsaid Podcast überall, wo es Podcasts gibt! Paul auf Instagram https://www.instagram.com/paul_voss/ Luis auf Instagram https://www.instagram.com/luis_neff/

Transcript

Speaker: Ja, hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Outside Podcasts.

Speaker: Mein Name ist Paul Voss.

Speaker: Mein heutiger Gast ist der Co-Gründer und Geschäftsführer, wie er sich selber nennt.

Speaker: Das stimmt.

Speaker: Nein, nein, das habe ich ihm vorne rausgeleitet.

Speaker: Ich habe ihn gefragt, was seine Position ist und dann musste er mir irgendwas nennen.

Speaker: Vom Rose Racing Circle.

Speaker: Aber er kann gleich nochmal aufschlüsseln, wie viele Leute da eigentlich beteiligt sind an dieser Renngemeinschaft und an dieser Firma.

Speaker: Auf jeden Fall heute der Gast, Luis Neff.

Speaker: Hallo Luis.

Speaker: Hallo, danke, dass ich wiederkommen durfte.

Speaker: Ja, du warst ja letztes Jahr, glaube ich, im Sommer schon mal zu Gast.

Speaker: Genau, also wir gehen heute nicht so tief auf Luis, seine Vergangenheit ein.

Speaker: Das könnt ihr euch gerne mal anhören.

Speaker: In der letztjährigen Folge verlinke ich auch unten.

Speaker: Aber heute soll es so ein bisschen darum gehen, wie so deine Saison war, aber auch

Speaker: wie sich Rose Racing Circle so entwickelt hat, wo es in der Zukunft so hingeht, weil ja die Team-Thematik immer größeres Thema im Gravel-Spektrum wird und ihr wart ja so eins der ersten Teams eigentlich auch in dem Segment.

Speaker: Plus, ihr seid ja nicht nur im Gravel unterwegs, sondern auch noch auf der Straße, vor allem gerade im Crit-Bereich, aber da kommen wir dann gleich dazu.

Speaker: Lass uns aber erst mal reingehen, wie verlief so dein Jahr 2025 so rein sportlich gesehen?

Speaker: Es war auf jeden Fall ein sehr neues Jahr für mich, weil das das erste Jahr war, in dem ich mehr oder weniger Vollzeit gearbeitet habe neben dem Radfahren.

Speaker: Was hast du gemacht?

Speaker: Ich glaube, wir hatten da im letzten Podcast darüber gesprochen.

Speaker: Da hatte ich gesagt, dass ich nach Zürich gehe für eine Promotionsstelle.

Speaker: Und das habe ich dann tatsächlich auch gemacht.

Speaker: Also die haben mir nicht kurzfristig noch abgesagt.

Speaker: Ja, und das mache ich nebenher.

Speaker: Deswegen war es für mich auf jeden Fall viel Neues und viel Verstehen, wie das funktionieren kann, ob das funktionieren kann.

Speaker: Alles in allem bin ich schon super zufrieden, dass ich eigentlich weiterhin noch besser wurde, weil ich dachte anfangs schon so, ja okay, noch ein Jahr mitnehmen, neben arbeiten und dann muss ich mich wahrscheinlich auf die Promotion konzentrieren.

Speaker: Aber jetzt sieht es so aus, als ob das doch etwas nachhaltiger wäre mit dem Sport.

Speaker: Viele neue Rennen auch.

Speaker: Zum ersten Mal in den USA gewesen in meinem Leben.

Speaker: Etappenrennen auf Gravel gefahren zum ersten Mal.

Speaker: Was war noch?

Speaker: Island nochmal gefahren.

Speaker: Also viele Highlight-Rennen.

Speaker: Ich glaube, ein bisschen schade für mich persönlich, dass es gerade bei den ganz großen Rennen wie Unbound oder The Rift ich immer irgendwie technischen Defekt hatte und deswegen das Ergebnis dann nie heimbringen konnte.

Speaker: Aber

Speaker: Also was motiviert ja auch immer, dass man dann nochmal zurückkommt.

Speaker: Ja, aber was meinst du damit, dass du, also hast du wirklich gedacht, dass dieses so dein letztes volles Jahr wird, irgendwie auch als, ich weiß nicht, hast du dich als Radprofi gesehen?

Speaker: Also ich weiß, dass du noch nie bei Arbeit bist, aber Profi bezeichnet auch immer so die Umgebung, ob man dann mit dem Sport auch Geld verdient und all diese Dinge.

Speaker: Hast du das für dich dieses Jahr gesehen?

Speaker: Habe ich nicht gesehen.

Speaker: Ich habe mich eigentlich noch nie als Radprofi gesehen.

Speaker: Maximal Semi-Profi würde ich sagen, weil für mich ist Profi schon, wenn man halt einfach komplett davon leben könnte und nichts anderes mehr macht.

Speaker: Das ist bei mir nicht der Fall.

Speaker: Ja, ich wusste einfach nicht, wie das funktioniert, weil ich komme ja aus dem Mountainbikesport.

Speaker: Ich habe jetzt nicht irgendwie zehn Jahre Worldtour-Erfahrung, wo man sagen kann, okay, da ist genug Grundlage da, dass man einfach davon noch profitieren kann und dann noch ein paar Jahre Gravel fährt.

Speaker: Ich hatte das Gefühl, ich musste immer schon auch über die Jahre mit mehr Umfang arbeiten und das konnte ich dieses Jahr nicht.

Speaker: Deswegen war ich mir nicht sicher, ob ich nochmal so viel besser werden kann, wie ich die Jahre davor besser wurde.

Speaker: Und du meinst ja jetzt, okay, jetzt geht es ja anscheinend doch weiter für dich, auch in 26 auf dieser Ebene.

Speaker: Also hast du quasi Anfang des Jahres gedacht, okay, jetzt noch dieses eine Jahr, mache ich diesen Mix und danach gehe ich voll in den Job rein und kümmere mich vielleicht auch noch mehr um RAC.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also das waren halt einfach nur so

Speaker: Optionen.

Speaker: Ich wusste ja nicht, wie es läuft.

Speaker: Also natürlich war mein Wunsch, dass es so läuft, wie es jetzt gelaufen ist und ich weiterhin auch sportlich noch irgendwie besser werde.

Speaker: Aber ich habe schon darüber nachgedacht, dass wenn ich jetzt nur gestresst bin durch das Reisen, nur gestresst bin durch das Training und dann auch noch hinterher fahre, dann hätte ich mir schon überlegt, ob ich noch weiter Rennen auf dem Niveau fahren will.

Speaker: Weil eigentlich hatte ich mir immer vorgenommen, dann aufzuhören, wenn ich nicht mehr an die Ergebnisse vom Vorjahr anknüpfen kann.

Speaker: Ja, okay.

Speaker: Also sehe ich dich weiterhin in 26 und in 26 lässt du dann auch die Deutsche Meisterschaft aus, wie ich mir hoffentlich vorstellen kann.

Speaker: Ich werde die Deutsche Meisterschaft hoffentlich nicht auslassen, außer mein Kumpel heiratet nochmal.

Speaker: Ich muss nämlich auf eine Hochzeit als Trauzeuge.

Speaker: Ich wünsche ihm aber, dass er nicht nächstes Jahr nochmal heiratet.

Speaker: Sehr gut.

Speaker: Was waren dann so deine Highlights in diesem Jahr?

Speaker: Also die Rennen, auf die ich mich am meisten vorbereitet habe, waren sicher The Trucker, Unbound,

Speaker: Der Rift und jetzt die WM plus irgendwie Gravelburn in Südafrika.

Speaker: Das war ja so dicht aufeinander, da macht man dann ein Highlight draus.

Speaker: Und warst du auch überrascht von dem, wie das Niveau, also erstmal vom 24, 25 gestiegen ist und dann, ich finde ja auch noch fast innerhalb vom 25 auch nochmal nach oben gegangen ist zum Ende der Saison?

Speaker: Ja, das ist mir gar nicht so aufgefallen.

Speaker: Mir ist aufgefallen, dass von 23 auf 24 sich komplett geändert hat.

Speaker: Dieses Jahr fand ich es jetzt gar nicht so krass.

Speaker: Nee?

Speaker: Nee.

Speaker: Okay, krass.

Speaker: Also ich fand schon den Sprung in der Breite extrem.

Speaker: Also Rennen, wo früher man einfach mit dem Bein, ja, da wärst du Richtung Podium mehr gefahren.

Speaker: Jetzt ist halt

Speaker: da war ein Bauer nicht mehr da und jetzt hast du halt ganz viele Rennen, die früher einer Gruppe, zweier Gruppe angekommen sind, sind jetzt halt so Sprints.

Speaker: Okay, da gebe ich dir recht, ja.

Speaker: Also, ja, ich würde es auch so beschreiben, dass die guten Leute waren eigentlich schon immer da oder zumindest ab 2024, aber dieses Jahr

Speaker: war die Dichte sicherlich höher an guten Leuten.

Speaker: Aber es gibt eigentlich kein Gravelrennen mehr, das leicht zu gewinnen ist oder leicht aufs Podium zu fahren.

Speaker: Aber klar, da wo man früher sonst immer mit einem Top Ten irgendwie heimgegangen ist, selbst an einem schlechten Tag, ist es jetzt sehr schwierig, noch Top 20 zu fahren, wenn man einen schlechten Tag hat.

Speaker: Was waren so deine Learnings aus dem Jahr?

Speaker: Ja, das erste Learning war natürlich, dass es doch irgendwie funktioniert mit auch noch mentaler Belastung auf der Arbeit und ja auch einen Haufen Zeit, dass da irgendwie drauf geht.

Speaker: So ganz persönlich für mich, aber das ist jetzt sicher was, was nur für meinen Spezialfall gilt, da habe ich schon gelernt, dass

Speaker: dass Reisen auch einfach extrem viel Stress ist, wo man sich schon ganz genau überlegen muss, ob man das machen möchte.

Speaker: Und dass man vielleicht gar nicht so viele Rennen fahren muss, um dann bei den Highlights gut zu sein.

Speaker: Also zumindest, wenn man mal so ein bisschen in die Saison gekommen ist, da würde ich für nächstes Jahr eigentlich gern noch mehr Highlights setzen und nicht ganz so viele Rennen fahren, zumindest nicht so viele, die mit viel Reisen verbunden sind.

Speaker: Ja, was noch?

Speaker: Aber da, weil ich kurz einhaken darf, das ist aber auch ein Learning, also dieses Thema, das Reisen stresst, also viele sagen ja, das ist ein Privileg, das ist doch schön, dass man das machen kann, irgendwie, also indirekt wird man dafür auch noch bezahlt oder kriegt es bezahlt, wie auch immer, aber es ist halt dann schon, wie du schon sagst, es ist schon echt sehr aufreibend und

Speaker: Ich finde ja dann immer die Reise an sich geht ja noch, aber halt alles, was drumherum ja auch dann irgendwie ist, auch gerade in deiner Position.

Speaker: Ich weiß nicht, wie sehr du involviert bist auch in die Reisepläne von anderen Athletinnen bei euch im Team.

Speaker: Kommen wir nachher nochmal zu.

Speaker: Aber der Schlauch dann schon...

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also das, was dann halt immer bei den Rennen auch so drumherum los ist, da wollen natürlich immer extrem viele Leute und Sponsoren auch was von einem, was ja irgendwie auch cool ist, weil man freut sich ja, wenn die Leute sich dann für das Team oder für einen selber interessieren.

Speaker: Aber das ist natürlich dann schon nochmal eine zusätzliche Belastung.

Speaker: Ja.

Speaker: Und du wolltest gerade noch ein Learning nennen oder vielleicht noch nicht?

Speaker: Ja, ich habe überlegt, ob ich noch was gelernt habe.

Speaker: Also ich habe auf jeden Fall gelernt, dass auch wenn man sechs Stunden Rennen fährt, man ab und zu mal eine Minute All-Out trainieren muss.

Speaker: Zumindest ich.

Speaker: Und ich habe auch gelernt, dass es vielleicht manchmal besser ist,

Speaker: beim Equipment die sichere Wahl zu machen als irgendwie so eine komplett Harakiri-Aktion.

Speaker: Also ein paar Sachen werde ich für nächstes Jahr da sicher auch nochmal überdenken, was ich die letzten Jahre irgendwie anders gemacht habe.

Speaker: Ich glaube, da überschätzt man oft, wie viel Unterschied so Equipment macht.

Speaker: Also im Ziel defektfrei ankommen ist immer noch mehr wert, als vielleicht zwei Watt zu sparen.

Speaker: Aber es kommt halt einfach sehr auf den Kurs an.

Speaker: Ja, und was ganz oft ja auch ein Thema ist, ist ja auch gerade so Reifen, Luftdruck und so, dass du ja, wenn man eine Recon macht und Dinge festlegt, wie man sie irgendwie handhabt, also Reifen, Luftdruck, Reifenwahl, immer eigentlich dann macht, wenn man allein unterwegs ist, vielleicht mit einer Gruppe, aber man hat nie das Rennszenario, wo du halt nichts siehst und einfach folgen musst.

Speaker: Und das, ja, das hat sich auch über die Jahre so krass geändert, 23 oder 24, ich finde, jetzt kommt man noch mehr

Speaker: auch wählen, was man, also konntest ideales Setup aber nicht wählen, bis man durchgekommen ist.

Speaker: 25 war schon viermal, wo du einfach zu viel Blindflug hast, wo die Menge an Rennfahrern mittlerweile so groß ist, dass du halt so viele Kämpfe und Positionen hast, dass man da, wie du schon sagst, eher eigentlich die sichere Variante wählen sollte als die risikoreiche.

Speaker: Außer man heißt Mats wird schmitz und weiß eh, dass man irgendwo losfährt und den ganzen Tag alleine ankommt.

Speaker: Dann kann man die zwei Watt auch sparen.

Speaker: Ja, aber selbst dann ist man ja im Rennen schon oft auch 5 bis 10 kmh schneller, als man im Training da langfahren würde, außer man fährt da jetzt gerade irgendwie einen Intervall.

Speaker: Und in den Impuls geht halt nicht nur die Masse vom Fahrer ein, sondern auch die Geschwindigkeit.

Speaker: Und wenn man einfach viel schneller ist, als man im Training fährt, dann fährt man halt auch leicht an Platten.

Speaker: Das stimmt, ja.

Speaker: Ich hatte vor vier, sechs Wochen, auf jeden Fall direkt nach der WM, den guten Lukas Pöstlberger hier, Pösti.

Speaker: Und er war quasi auch gerade auf dem Sprung von seinem Trainerlehrgang ab nach Südafrika, um dann mit dir da auch unterwegs zu sein.

Speaker: Erzähl mal ein bisschen, wie war es?

Speaker: Ist es empfehlenswert?

Speaker: Ist was empfehlenswert?

Speaker: Der Trainerlehrgang?

Speaker: Nee, nee.

Speaker: Gravel Burn.

Speaker: Ist Gravel Burn empfehlenswert?

Speaker: Ja, ich finde, es ist ein extrem cooles Event und auch was ganz anderes, als was wir bisher so ein Gravelrennen gewohnt sind.

Speaker: Ich mag es Etappenrennen ja eh, aber dort hat man halt noch mal

Speaker: Also zum einen ist es wo ganz anders in Südafrika als zum Beispiel das Cape Epic und dadurch auch nochmal viel verlassender.

Speaker: Da ist einfach nur Steppe.

Speaker: Ich meine, es gab auf einer Etappe einen Supermarkt in der Nähe.

Speaker: Auf allen anderen Etappen gab es halt nichts.

Speaker: Und dann haben die da echt so riesige Camps aus dem Boden gestampft.

Speaker: für, ich weiß nicht, wie viele Starter waren, das ist 500, 600 oder so, würde ich schätzen.

Speaker: Jeden Tag an einem neuen Ort und das ist extrem cool.

Speaker: Dann gibt es ja immer lokales Essen und es wird eigentlich echt sich um alles gesorgt für einen.

Speaker: Klar, man muss irgendwie im Camper pennen oder im Zelt.

Speaker: Das ist schon nochmal eine andere, ja nochmal eine zusätzliche Belastung, wenn man das nicht gerade gewohnt ist.

Speaker: Aber auf jeden Fall empfehlenswert.

Speaker: Ist halt super hart.

Speaker: Nicht von den, ja, vom Profil jetzt nicht unbedingt, aber die Strecken sind einfach hart.

Speaker: Also ich hatte echt so arg Rückenschmerzen.

Speaker: Das ist nicht normal.

Speaker: Und dann hast du auch, morgens fährst du halt los.

Speaker: Ich meine, an manchen Morgenden war es ja noch gefroren.

Speaker: Ich habe das gesehen in den Videos, wie dann immer so die Räder irgendwie an dem Feuer aufgewärmt wurden.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also da gab es echt ein paar lustige Videos, dann war es halt morgens teilweise gefroren, dann fährst du um 7 Uhr los bei 3 Grad oder so, machst hier 1,6 Bar in den Reifen und nachmittags bei 28 Grad mit voller Sonneneinstrahlung hast du halt 2,5 Bar drin.

Speaker: Also das ist wirklich crazy und dann bist du teilweise noch 600 Meter höher ins Ziel gefahren, als du losgefahren bist.

Speaker: Das ist echt auch nochmal eine ganz andere Komponente, die man da mit bedenken muss, wenn man morgens losfährt und dadurch hast du halt am Anfang, wenn du nicht gerade mit viel zu wenig Luft losgefahren bist, hast du halt am Ende ein komplett hartes Setup.

Speaker: Ja, okay.

Speaker: Ja, aber die Strecke sah anspruchsvoll aus.

Speaker: Manchmal hat man sich gefragt, warum ihr nicht sprintet und nicht mehr aus dem Sattel geht.

Speaker: Ja, wir waren einfach.

Speaker: Ich glaube, wir waren alle, genau.

Speaker: Das hat man euch dann auch im Ziel angesehen.

Speaker: Ich meine, nächstes Jahr mit der WM in Australien ist es halt dann schon eine komplexe, also nicht komplex, aber es ist auf jeden Fall nochmal eher so eine Hürde, dann zurückzukommen und dann auch nach Südafrika zu gehen.

Speaker: Ja, gut, das ist nicht mehr so weit dann, oder?

Speaker: Naja, ich glaube, weit ist es immer noch, oder?

Speaker: Ja, ich habe jetzt auch nicht geschaut, wie viel Reisezeit das dann wäre.

Speaker: Ich habe schon gemerkt, dass ich mir zur Zeitzone und sowas nicht so richtig gut klarkomme.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Wir haben einen Termin ausgemacht.

Speaker: Dann hat er gesagt, 20 Uhr.

Speaker: Dann habe ich 20 Uhr eingestellt, aber er war zu dem Zeitpunkt in London.

Speaker: Und bei ihm wurde 19 Uhr angezeigt.

Speaker: Und da habe ich geschrieben, ich habe ja mitbekommen, dass du in London bist.

Speaker: Deswegen hast du wahrscheinlich eine Stunde vorher.

Speaker: Aber ich dachte, er hat es dann gecheckt, aber du hast es halt erst einen Tag später wirklich gecheckt.

Speaker: Ich habe es gar nicht gedacht.

Speaker: Ich dachte, du hast es für die Falte.

Speaker: Aber...

Speaker: Ich weiß nicht, wie oft ich noch das versuchen kann, in einer anderen Zeit so einen Termin in meinem Kalender richtig einzutragen.

Speaker: Ich habe das noch nie geschafft.

Speaker: Ja, scheiße, wenn du in den USA einen Termin vereinbarst mit jemandem aus Europa und dann 15 Uhr einträgst, also USA-Zeit und dann, ja, okay, das geht dann in die Hose auf jeden Fall.

Speaker: Wenn du wieder zurückkommst.

Speaker: Okay, aber jetzt gehen wir mal rüber zum Eingemachten.

Speaker: Wie ja die Leute schon wissen, bist Mitgründer vom, eigentlich hieß es ja am Anfang nur Racing Circle, ne?

Speaker: Und

Speaker: Nee, das hieß von Anfang an Rose Racing Circle.

Speaker: Rose hat uns von Anfang an unterstützt.

Speaker: Das erste Jahr war 22 oder 23?

Speaker: Ja, wir haben es gegründet 2022 im Winter.

Speaker: Also 23 war die erste Rennsaison.

Speaker: Okay.

Speaker: Und wie...

Speaker: Wie ging es jetzt quasi dann weiter?

Speaker: Ihr habt das getründet zu vier, ne?

Speaker: Also du, dein Bruder?

Speaker: Genau, mein Bruder Noah, Ole und Tim.

Speaker: Genau, und ihr seid alle vier jetzt quasi auch noch an der neuen Firma, ihr habt jetzt eine Firma gegründet, ne?

Speaker: Im letzten Jahr?

Speaker: Nein, von Anfang an.

Speaker: Ah, ihr hattet von Anfang an eine Firma?

Speaker: Ja.

Speaker: Ah, okay, das wusste ich ja.

Speaker: Ich dachte, ihr wart einfach quasi ein...

Speaker: Eine Renngemeinschaft, habt ihr euch so organisiert?

Speaker: Ne, wir haben am Anfang überlegt, was wir gründen, ob eher einen Verein oder eine Firma und haben uns dann schlussendlich für eine Firma entschieden, weil wir glaube alle daran geglaubt haben, dass so ein bisschen mehr daraus entstehen kann.

Speaker: Ja.

Speaker: Okay, nice.

Speaker: Und ja, daraus mehr entstehen, davon könnte man quasi sprechen, also zumindest von außen sieht es so aus.

Speaker: Habt ihr quasi an der Gründung schon, wie gesagt, gedacht, das geht in eine gewisse Richtung, aber jetzt zumindest von außen wirkt das so, als wenn es jetzt schon so ein richtiges Business war.

Speaker: Ihr macht ein bisschen Merch, klar, jetzt noch nicht mega viel, ihr macht das, ihr organisiert irgendwie auch Events, ihr habt jetzt das zweite Mal miteinander so eine After-Season-Party gemacht oder so eine End-of-Season-Party.

Speaker: Klar ist das jetzt kein Riesending, aber da habt ihr jetzt in diesem Jahr auch Sponsoren irgendwie an Land gezogen.

Speaker: Da ist nicht auf einmal viel Schein wahrscheinlich oder auch nicht.

Speaker: Ja, die Party muss man auch so sehen, dass wir alle nicht so gern auf die Sponsorengelder Steuern zahlen und deswegen geben wir das lieber für unsere Community in Form von so einer Party aus.

Speaker: Sehr gut, damit der Null steht am Ende des Jahres.

Speaker: Ja, auf rote Zahlen zahlt man keine Steuern.

Speaker: Ein guter Geschäftsmann.

Speaker: Genau, habt ihr das quasi gemacht und es passiert jetzt bei euch auch so ein bisschen was auf dem Transfermarkt.

Speaker: Dazu können wir jetzt noch nicht so viel sagen an dieser Stelle, aber es geschieht ja einiges.

Speaker: Wie, oder hättet ihr wirklich gedacht, dass es jetzt so schnell irgendwie so groß auch irgendwie wird oder überrascht euch dasselbe auch?

Speaker: Das hat uns schon überrascht.

Speaker: Also dass da auch so eine Resonanz drauf kam auf das, was wir gemacht haben, das war richtig krass.

Speaker: Das haben ja so viele Leute oder feiern immer noch so viele Leute.

Speaker: Und für uns war es einfach irgendwie...

Speaker: Wir haben das ja nicht so aufgebaut und gesagt, lass mal so machen, das finden die Leute bestimmt cool, sondern es war halt so und dann fanden das die Leute cool.

Speaker: Und das ist auch, was mich irgendwie stolz macht an der Sache, dass niemand sich da verstellen muss im Racing Circle, sondern das halt so gezeigt wird, wie es ist.

Speaker: Natürlich wird da immer mal was überspitzt und irgendwie so dargestellt, dass es lustig ist, aber das ist alles nicht gespielt.

Speaker: Ja, ihr habt halt auch ein extrem kreatives Umfeld, ne?

Speaker: Also ihr habt irgendwie einen, also ich weiß nicht, wie viele Leute, die im Grafik-Design-Bereich... Termine zu machen und so strukturiert zu arbeiten, ja.

Speaker: Aber wenn man jetzt euren Instagram-Auftritt so sieht und auch natürlich die Grafiken vom Trikot und allgemein die Kommunikation, ist jetzt

Speaker: Klar, also diese Uni bei Rose Rockets, von denen jetzt auch vielen Resen, wo Rose jetzt auch eingestiegen ist mit als Sponsor des Straßenteams, die ja alles über YouTube viel machen, natürlich auch Social Media, aber YouTube ist deren Hauptding.

Speaker: Und ihr nutzt ja sehr viel Instagram einfach zur Kommunikation und habt da ja euren persönlichen Stil.

Speaker: Guckt ihr auch so ein bisschen auf die, was die machen, was so funktioniert oder hat das aus anderen Bereichen so gar keine Relevanz für euch, sondern ihr macht so komplett euer eigenes Ding, habt so eigene Ideen und geht dann in die Richtung?

Speaker: Boah, ich glaube, man lässt sich immer irgendwo inspirieren von dem, was andere machen.

Speaker: Jetzt die Rockets kannte ich tatsächlich bis vor irgendwie so einem halben Jahr gar nicht wirklich.

Speaker: Ernsthaft?

Speaker: Ja.

Speaker: Okay, krass.

Speaker: Oder ich meine, dass du mir das gesagt hast letztes Mal, als wir den Podcast aufgenommen haben und dann habe ich das mal angeschaut.

Speaker: Aber ich komme halt auch gar nicht aus dem Straßensport.

Speaker: Deswegen kenne ich mich da nicht aus.

Speaker: Aber natürlich schaut man jetzt, was andere machen und lässt sich inspirieren.

Speaker: Aber ich glaube nicht, dass jemals bei uns jemand was gesehen hat und gesagt hat, das müssen wir auch so machen.

Speaker: Also da haben wir wirklich Glück.

Speaker: Die Leute, die bei uns für Design und Social Media zuständig sind, die haben selber so krass dumme Ideen.

Speaker: Da brauchen wir nichts von außen.

Speaker: Sind die eigentlich bei euch angestellt oder auf Selbstständigenbasis?

Speaker: Also ich will irgendwie das Konstrukt so ein bisschen verstehen.

Speaker: Also klar, euch vier gibt es.

Speaker: Da gibt es bei euch Fahrerinnen, die sind unter Vertrag.

Speaker: Ich weiß auch nicht, ob das für alle zutrifft.

Speaker: Aber dann so diese ganze Kreativabteilung quasi.

Speaker: Es ist ja auch nicht nur eine Person.

Speaker: Nee, genau.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Über die ganzen Verträge will ich eigentlich nicht sprechen, aber das Konstrukt ist schon interessant und das kann ich auch gerne erklären, wie das funktioniert.

Speaker: Also die vier, die es gegründet haben, sind alle bei uns angestellt und dann sind noch ein paar mehr Leute bei uns angestellt, die andere kleinere Aufgaben im Team übernehmen.

Speaker: sind dann oft die Leute ja selber noch Studenten und machen dann irgendwas fürs Team und werden dafür halt ein bisschen entlohnt und ich glaube das ist auch ziemlich cool, weil als ich Student war, hätte ich mich mega darüber gefreut, noch so in einem Team was machen zu können und da von mir ein bisschen Studium zu finanzieren.

Speaker: Und dann Simon, der unseren Social Media Account macht, der ist jetzt sogar bei Rose festangestellt.

Speaker: Aber ich glaube, dass er jetzt in seinen 40 Stunden Arbeitszeit nicht nur auf Rose Racing Circle Instagram rumhängen darf, sondern auch auf und zu ein paar richtige Sachen arbeiten muss.

Speaker: Aber das ist auf jeden Fall Teil seines Jobs, das ist schon ziemlich cool.

Speaker: Okay, nice.

Speaker: Habt ihr euch irgendwann eigentlich so Milestones gesetzt, die ihr erreichen wollt?

Speaker: Ja, was wir immer machen ist, wir machen am Anfang vom Jahr mit allen, die jetzt so irgendwie im Management-Team, würde ich mal sagen, sind,

Speaker: Und so ein paar Sessions, wo wir uns zusammensetzen und überlegen, was sind unsere Ziele, zum einen für das Team, also was wollen wir mit dem Team erreicht haben am Ende vom Jahr und was wollen wir persönlich jeder in seinem Aufgabenbereich erreicht haben.

Speaker: Da machen wir meistens in der Mitte vom Jahr einmal so ein Meeting, wo wir halt tracken, okay, wo stehen wir da, dass man es nicht komplett aus den Augen verliert.

Speaker: Und dann am Ende vom Jahr nochmal Recap, um auch zu verstehen, ob man vielleicht da was falsch gemacht hat oder ob man sich irgendwo neu ausrichten muss.

Speaker: Das machen wir schon, aber es ist jetzt nicht so wie im Business-Kontext, dass es da so harte KPIs gibt, an denen wir uns messen.

Speaker: Ja, aber seht ihr euch, das ist ein bisschen eine provokante Frage, aber als Rennteam oder eher auch so ein bisschen als Content-Creator?

Speaker: Ich finde die Frage gar nicht so provokant eigentlich.

Speaker: Also klar sehen wir uns als Rennteam

Speaker: Aber halt nicht als reines Rennteam.

Speaker: Also ich glaube, wir wissen schon alle, dass das, was wir machen, nur funktioniert, weil wir davon auch gut auf Instagram berichten können.

Speaker: Mit nur den Ergebnissen, die wir einfahren, wäre es sicherlich schwierig, so einen Auftritt zu haben.

Speaker: Also da gibt es auch andere Teams, die ähnliche Ergebnisse einfahren.

Speaker: Das muss man, glaube ich, fairerweise schon sagen.

Speaker: Ja, also, okay, also ist bei euch einfach so ein Mix und wird das in Zukunft auch immer so ein Mix bleiben oder seid ihr auch so ein bisschen so an der Crossroad, wo man vielleicht auch so eine gewisse Richtung vorgeben muss, was jetzt vielleicht auch Performance angeht, um so ein Ding substanziell irgendwie auch am Laufen zu halten?

Speaker: Ja, das ist auf jeden Fall ein guter Punkt.

Speaker: Ähm,

Speaker: Das ist schon so.

Speaker: Man muss irgendwann überlegen, was ist einem wichtig und in welche Richtung möchte man gehen.

Speaker: Und da muss man dann irgendwann auch irgendwelche Richtlinien festlegen, wo man sagt, okay, das wollen wir im nächsten Jahr ausbauen.

Speaker: Aber genau dafür machen wir eben diese jährlichen Meetings oder dann eher so alles halbe Jahr, wo man halt sagt, okay, ich persönlich möchte den und den Teil ausbauen und jemand anders sagt, ich persönlich möchte das und das ausbauen und

Speaker: Ich zum Beispiel hatte da jetzt schon auch die ganzen Performance-Themen irgendwie auf meiner Agenda.

Speaker: Bei mir ist es wichtig, dass wir da die

Speaker: die Legitimation irgendwie nicht verlieren, weil am Ende, wenn du halt nur noch ein Verein bist, der halt irgendwie Spaß hat am Rennen fahren, dann interessiert es halt irgendwann auch keinen mehr, dass es cool aussieht und so.

Speaker: Also so ein bisschen Performance muss man, also in Anführungszeichen jetzt, ich glaube die Jungs und Mädels bei uns ist nicht nur ein bisschen Performance, was die abliefern, aber

Speaker: Du weißt, wie ich meine, man kann jetzt nicht nur so Larifari rumfahren und ein gutes Instagram machen, man braucht schon beides.

Speaker: Und das hebt uns ja auch ab von den anderen, dass wir sagen, okay, wir wollen trotzdem auf Weltklasseniveau mitfahren, aber wir wollen das auch nicht so ernst nehmen.

Speaker: Ja.

Speaker: Oder also die Rennen schon ernst nehmen und auch alle anderen ernst nehmen, aber wir wollen da halt mit einer gewissen Lockerheit ein bisschen Spaß dabei sein.

Speaker: Die Balance ist schon schwierig, ne?

Speaker: Also, das auszunehmen.

Speaker: Also, klar, ihr habt auf jeden Fall auch die Charaktere im Team, die beide Spektren abbilden können.

Speaker: Ich meine, ihr seid ja auch aufgestellt in Gravel und, ich würde schon sagen, vorwiegend so Quit Racing und Rundstrecke, ne?

Speaker: Ja, voll.

Speaker: Steckenpferd und da seid ihr ja, ich würde ja auch behaupten, seid fast erfolgreicher bei Rundstrecke und Crit, so was die Ergebnisse angeht.

Speaker: Klar, es ist keine UCI-Crit-Rennen jetzt, aber jetzt rein von dem, also wir sind schon auf viele Siege und Podien dabei halt immer, ne?

Speaker: Ja klar, aber es ist halt, also gut, es gibt jetzt keine Crit-World-Tour.

Speaker: Aber das sind ja schon eher lokale bis nationale Rennen, die wir da fahren.

Speaker: Okay, vielleicht mal in Zürich-Ritt, aber da ist jetzt nicht die ganze Weltspitze am Start.

Speaker: Ja, das stimmt.

Speaker: Ja, klar, das stimmt natürlich.

Speaker: Ich wollte jetzt auch die Querbesparte nicht kleinreden, weil natürlich so ein Fred und sowas dieses Jahr auch schon ziemlich gute Ergebnisse eingefahren hat, kann man glaube ich so sagen.

Speaker: Wie...

Speaker: wie stelle ich die Frage richtig?

Speaker: Es passiert gerade so eine Evolution eigentlich im Gravel-Sport.

Speaker: Es gibt immer mehr Teams und es wird immer mehr Teams geben, wie man weiß, man darf natürlich darüber sprechen, weil noch keiner was offiziell gemacht hat, aber alle wissen, was passiert so irgendwie.

Speaker: Und ihr seid ja schon ganz lange da.

Speaker: Fühlst du dich da drunter daher so ein bisschen unter Druck gesetzt, da in die Richtung, auch gerade in diesen performativen Bereich noch viel, viel mehr reinzupushen?

Speaker: weil halt jetzt auf einmal von allen Seiten noch so ein gewisser Druck irgendwie entsteht oder empfindest du den gar nicht so?

Speaker: Also zum Beispiel ich als Privatier sag mir halt jetzt noch jetzt quasi, wenn ich jetzt sagen würde, ich würde jetzt noch vier Jahre als Privatier fahren, kann man machen, aber irgendwann kriegst du halt nur noch auf die Fresse, weil halt das ist so, als wenn du zu einem World Tour Rennen fährst irgendwann, also im Gravel Kontext und jede Gruppe alleine zurückholen musst.

Speaker: Also ja,

Speaker: Ja, sollen die erstmal machen, würde ich sagen.

Speaker: Also ich weiß noch nicht, ob die alle wirklich Gravel-Teams machen oder ob die Individualathleten mit dem gleichen Trikot haben.

Speaker: Und das macht für mich einen riesen Unterschied.

Speaker: Ja, auf jeden Fall.

Speaker: Und

Speaker: Aktuell sehe ich eher Letzteres.

Speaker: Ich hoffe, es wird auch Ersteres passieren, aber das sehe ich aktuell noch nicht so richtig.

Speaker: Weil wenn man, ich meine, du bist ja genauso in der Szene drin und wenn man sich so anschaut, wie die Strukturen in diesem Team sind und wie die Verträge gemacht werden, dann kann das ja eigentlich nicht funktionieren, wenn jeder Sportler in dem Team einen eigenen Bonus hat und es keinen Teambonus gibt.

Speaker: Also warum sollte dann der eine für den anderen fahren?

Speaker: Ja, das wäre übrigens auch eins der ersten Dinge, die ich ändern würde, weil ich finde das, ich verliebt.

Speaker: Ja, bei uns gibt es das auch.

Speaker: Ja, das ist halt auch so eine, das ist halt wieder das Ding, man weiß halt relativ viel, was natürlich auch woanders passiert so und da den Punkt sehe ich aus, ich glaube, dass wenn du es erreichen willst, dass Leute als Team agieren, musst du, klar, du kannst generell über das Zollehr einfach schon mal regeln und so.

Speaker: Und da auch eine Hierarchie reinbringen in ein Team, was unweigerlich eh entsteht.

Speaker: Das kommt eh irgendwann automatisch.

Speaker: Aber halt das Belohnungssystem in Anführungsstrichen halt auch gerecht aufteilen.

Speaker: Und das ist halt auf jeden Fall nicht gerecht, wenn du eventuell weniger verdienst und dann, wenn jemanden fährst, der ohnehin schon mehr verdient und der kriegt dann auch noch die große Prämie oder die Verdopplung des Gehaltes.

Speaker: Also das ist halt ein Ding, was langfristig nicht funktionieren wird.

Speaker: Aber ich glaube,

Speaker: Da wird es einige auch ein bisschen, die werden ein bisschen auf die Finger bekommen, glaube ich, mit der Sache.

Speaker: Und das wird sich dann auch ändern, aber ja.

Speaker: Ja, Leistungssport wird nie fair sein, oder?

Speaker: Es ist halt immer so, dass halt der Erste unverhältnismäßig mehr verdient als der Zweite, weil halt am Ende nur der Sieg so richtig zählt.

Speaker: Aber ich bin schon der Meinung, dass man ein bisschen Team-Performance auch incentivieren kann seitens des Team-Managements.

Speaker: Also ja, ich glaube, ich fühle mich schon ein bisschen unter Druck, dass man da in dieser Performance-Richtung jetzt einfach nachziehen muss.

Speaker: Also dass man nicht ewig lang das Konzept von uns fahren kann, sagt ja, okay, wir haben alle Spaß an der Sache und wenn wir Glück haben, sind wir auch irgendwo mal gut, sondern dass man da auch aktiv was dafür tun muss und jedes Jahr schauen muss, okay, haben wir genug gute Leute für die nächsten Jahre.

Speaker: Das glaube ich schon, aber ich glaube auch nicht, dass es so einfach ist, wie alle denken, dass man sagt, ich mache jetzt mal ein Team und dann nehmen wir alles auseinander.

Speaker: Auch du weißt ja, wie die Rennen ablaufen.

Speaker: Jetzt wenn du mal so ein Rennen wie Traka anguckst, ich weiß nicht, ist das schon mal passiert, dass zwei Leute von einem Team noch in der Spitzengruppe waren nach den ersten Bergen?

Speaker: Das ist halt auch super schwierig.

Speaker: Ja, klar, also das ist am Ende, das ist dann halt wie eine krasse Bergetappe oder ein krasses Bergrennen.

Speaker: Das ist halt, also auch das Gleiche, Mats Wurt-Schmidt zum letzten Jahr, aber in diesem Jahr, der bei vielen Reihen einfach vorneweg gefahren ist, das ist, ich will jetzt nicht mit Pugelschaft vergleichen, aber auch damit die Leute ein Bild haben, der, wenn der halt losgefahren ist, der halt losgefahren.

Speaker: Also, irgendwie, du kannst mitfahren oder nicht und da ist dann erstmal auch das Team egal, weil in der Regel sind die auch schlechter.

Speaker: Ja, aber es ist auch egal, ob du am Hinterrad warst oder nicht, weil er ist halt einfach weitergefahren und irgendwann warst du nicht mehr da.

Speaker: Genau.

Speaker: Aber ich glaube, solche Rennen wie Unbound kann ein Team einen enormen Einfluss haben.

Speaker: Das ist ein Rennen, wo man es groß sehen wird.

Speaker: Da bin ich auch gespannt, wie jetzt die Konstellationen sind.

Speaker: Aber ja, klar, ich glaube, sowas wie Traka kann immer noch komplex sein.

Speaker: Aber ich glaube, auch da können wir ganz schnell ein Wandel sehen, weil

Speaker: Und wie gesagt, ich meine, wir fahren ja zum Beispiel auch das gleiche Rad.

Speaker: Es würde ja auch schon reichen, wenn wir eine gewisse, wenn, sagen wir mal so, wenn Rose eine gewisse Interesse hätte, dass ein Rose-Athlet vorne ist, dann kann Rose auch dafür sorgen, dass alle gleichzeitig was davon haben, wenn etwas passiert.

Speaker: Und ich glaube, da gibt es schon auch immer Möglichkeiten, Dinge irgendwie möglich zu machen.

Speaker: Aber es ist ganz viel Kommunikation.

Speaker: Im Körper habe ich das Gefühl, man macht erstmal, ohne miteinander zu reden.

Speaker: Also auf allen Ebenen.

Speaker: Und dann hofft man, dass dabei was Gutes rumkommt.

Speaker: Aber ganz oft, ja, wie du schon sagst, ist es vielleicht das gleiche Trikot, aber kommt nicht so viel dabei raus.

Speaker: Aber

Speaker: Wir hatten uns ja irgendwann mal gesagt, wir müssen ja nicht die gleichen Fehler machen, wie die Straßenteams oder wie der Straßenaussport aufgestellt ist.

Speaker: Aber ich glaube, unweigerlich wirst du, sobald es um Geld geht und um High-Performance wirst du immer

Speaker: wirst du immer in dieses Ding so ein bisschen reinrutschen, dass du agierst, wie auch der Straßensport agiert auf einem gewissen Niveau.

Speaker: Leider.

Speaker: Also ich finde, man sieht es im Frauenradsport auch, die ja auch so vor ein paar Jahren noch die Möglichkeit hatten, den Sport anders entwickeln zu lassen, die jetzt auch die Tendenzen haben, so wie der Männersport läuft.

Speaker: Und vielleicht geht das auch gar nicht anders.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, das glaube ich schon auch.

Speaker: Ich meine, damit kommen ja auch viele Vorteile.

Speaker: Es können mehr Leute davon leben.

Speaker: Der ganze Sport wird größer.

Speaker: Ich glaube, das gehört einfach dazu, wenn sich irgendwas professionalisiert.

Speaker: Und wir sind ja hier eher der Meinung, dass der Spirit of Gravel schon lange tot ist.

Speaker: Ja, also ja, als ich mein Schlüsselbein gebrochen hatte und Leute auf Platz 15 gefragt habe, ob sie mir ihr Handy geben können, wo ich wusste, sie haben eins dabei und einfach weitergefahren sind.

Speaker: Spielspiel ist ein Star, wusste ich.

Speaker: Das ist geil.

Speaker: Spielspiel ist ein Star, wusste ich.

Speaker: Das war so geil, ich bin ja durch den Wald zurückgelaufen.

Speaker: Also wirklich so, die eine Schulter war nur noch die Hälfte von der Länge, das hast du auch von außen einfach gesehen.

Speaker: und ich halte meinen Arm und schiebe mein Rad an die Gegengesetz-Rennstrecke und alle fragen nur, savoir, savoir und ich sage, nee, ich brauche halt ein Handy und alle fahren vorbei.

Speaker: Ich dachte auch, hey, with the spirit of gravel, fuck it.

Speaker: Den gab es jetzt hier nicht mehr.

Speaker: Was ist denn so deine Vision auf der Business-Ebene für das Team?

Speaker: Hast du so einen Grandplan, hast du gesagt, das hätte ich gerne, das wäre so meine Wunschvorstellung?

Speaker: Ja, das ist jetzt, glaube ich, weniger konkret, als du dir das wünschst.

Speaker: Muss ja auch gar nicht konkret sein.

Speaker: Aber was ich, also natürlich hat man, vorhin habe ich das mit der Season-Closing-Party gesagt,

Speaker: Natürlich hängt an diesem Team einfach zu viel dran.

Speaker: Wir müssen natürlich irgendwie schauen, dass wir auch wirtschaftlich agieren und am Ende irgendwie ein paar Euro übrig bleiben.

Speaker: Und wir wollen ja auch die Leute, die bei uns angestellt sind, bezahlen können und nicht nach einem Jahr rausschmeißen müssen.

Speaker: Deswegen ist natürlich schon ein grundsätzliches Ziel zu wachsen mit dem Projekt.

Speaker: Aber was mir ganz wichtig ist, dass wir bei dem ganzen Wachstum beibehalten, ist diese Nahbarkeit, die wir, glaube ich, aktuell haben und dass wir nicht so kommerziell getrieben sind wie andere Projekte.

Speaker: Also da gibt es ja auch, ja, will ich jetzt eigentlich nicht sagen, aber es gibt auch andere Projekte im Radsport, die irgendwie mal cool waren und dann nach ein paar Jahren nur noch ein Geschäftsmodell waren oder sind.

Speaker: Und da möchte ich eigentlich nicht hinkommen.

Speaker: Also wir versuchen ja bei allem, was wir machen, natürlich wollen wir mit unserem Merch auch Geld verdienen.

Speaker: Aber wir haben zum Beispiel dieses Jahr unser Trikot für 60 Euro weniger verkauft, als das Trikot im originalen Shop verkauft wird.

Speaker: Weil wir gesagt haben, wir wollen nicht, dass ein Racing Circle Trikot 180 Euro kostet.

Speaker: Weil es gibt genug elitäre Radsportmarken, die sich kein Mensch leisten kann, vor allem nicht Leute leisten können, die vielleicht mit dem Radsport anfangen und studieren oder keine Ahnung, nicht reiche Eltern haben.

Speaker: Und dann muss es nicht sein, dass man ein 180 Euro Trikot mit unserem Vibe irgendwie vermarktet.

Speaker: Und das würde ich mir eigentlich gerne bei allem Wachstum beibehalten, dass wir immer noch den Sport zugänglich machen oder zugänglicher machen für jeder Mann und Frau.

Speaker: Also ich glaube, ich weiß, wen du meinst.

Speaker: Da gibt es ja auch gerade im deutschsprachigen Raum sehr viele Beispiele.

Speaker: Also so viele sind es nicht, aber auf jeden Fall ein paar.

Speaker: Und ist da nicht eigentlich da der einzige Weg, Wachstum irgendwann zu stoppen?

Speaker: Weil mit... Also, keine Ahnung, ich bin jetzt kein Antikapitalist, offensichtlich.

Speaker: Aber es ist ja, mit mehr Wachstum kommen ja auch mehr Verbindlichkeiten, höhere Overhead und all diese Dinge, die einfach zwangsweise wieder zu füllen, dass man eigentlich immer weiter wachsen muss, um das, was man da quasi aufgebaut hat, am Laufen zu halten.

Speaker: Und...

Speaker: Ich frage mich das manchmal auch.

Speaker: Ich finde euer Projekt mega interessant und ich kenne so ein paar Hintergründe für die Verbindung zu Rose und denke mir, ist halt so, wie weit kann es eigentlich wachsen, dass es so real bleibt, wie es ist und nicht in quasi diesen anderen Weg einsteigt, den du gerade meintest, wo irgendwann werden Angebote einfach verlockend und dann macht man vielleicht Dinge, die man jetzt gerade in dem Moment, wo wir sprechen, noch eher ablehnt, aber die

Speaker: wo die Summe halt vielleicht auch schön ist.

Speaker: Und wie lange sagt man halt zu sowas nein, frage ich mich dann immer.

Speaker: Und ich glaube, das ist halt echt eine, also an dem Punkt seid ihr noch nicht, aber wenn man an dem Punkt ist, dasselbe zu erkennen, dass man an dem Punkt ist, ist glaube ich das Erste.

Speaker: Und das ist ja auch schon nicht so einfach.

Speaker: Aber diese Schwelle überschreitet man schon mal schnell.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also das sehe ich auch.

Speaker: Das ist sicher irgendwann mal eine Challenge.

Speaker: Wir sind zum Glück noch nicht an dem Punkt, wo es irgendwie um so viel Geld geht, dass man sagt, da muss ich jetzt eine Entscheidung treffen.

Speaker: Und ich glaube, da ist unser großes Glück auch, dass alle von uns das nebenher machen.

Speaker: Das heißt, niemand muss jetzt von diesem Projekt leben können.

Speaker: Also klar, die Profiathleten schon.

Speaker: Aber niemand im Management muss davon leben können, weil alle noch was anderes machen.

Speaker: Und das ist schon ein riesen Vorteil, weil man dann viel weniger inzentiviert ist, so eine Entscheidung zu treffen.

Speaker: Und wir alle wollen halt immer noch ein cooles Team haben.

Speaker: Die Summe, die ihr jetzt irgendwie Anfang des Jahres über Visum bekommt oder wann auch immer, wird jetzt wahrscheinlich nicht mehr so klein sein.

Speaker: Macht dir das manchmal auch so ein bisschen Angst, wo du denkst, okay, krass, das ist jetzt irgendwie auch viel Verantwortung auf einmal?

Speaker: Mir macht es eher Angst, wenn das Geld nicht mehr auf dem Konto ist, als wenn das auf dem Konto ist.

Speaker: Ja, fair nach, okay, gut.

Speaker: Also wir mussten irgendwann mal, mussten wir schon, wir vier die Firma, also das war jetzt nicht tragisch, aber wir mussten auf jeden Fall alle vier der Firma schon mal ein Darlehen geben, weil das Geld schon mal weg war.

Speaker: Ja gut, aber das gehört zu jeder Firma zu.

Speaker: Ja klar, aber als Student hat man jetzt nicht gerade 10.000 Euro rumliegen.

Speaker: Ja, das stimmt natürlich.

Speaker: Und man sagt, ja gut, brauche ich erstmal nicht.

Speaker: Ich hoffe, ihr habt es alle wiederbekommen.

Speaker: Ja.

Speaker: Sehr schön.

Speaker: Gut, wie wird dein nächstes Jahr aussehen?

Speaker: Hast du schon ungefähr einen Plan?

Speaker: Nee.

Speaker: Nee.

Speaker: Gar nicht.

Speaker: Also so ein paar Highlights, ja.

Speaker: Also die Klassiker.

Speaker: Ja, genau, die Klassiker.

Speaker: Wir haben mal mit der Idee geliebäugelt, nach Anbauend zu Tulsa zu gehen und dann noch unsere...

Speaker: unsere Grid-Maschinen einzufliegen.

Speaker: Dann hätten wir da, glaube ich, ein ganz gutes Team und es wäre, glaube ich, auch echt ein cooler Trip.

Speaker: Ich würde eigentlich gern wieder The Rift fahren.

Speaker: Fanden die ein super cooles Rennen.

Speaker: Weiß aber gerade, irgendwie ist es ja auch ein bisschen weird, da gibt es jetzt ja noch ein Rennen in Island, zwei Wochen vorher oder so, dass jetzt Gravel Earth ist.

Speaker: The Rift ist nicht mehr Gravel Earth.

Speaker: Also da hätte ich mir gewünscht, dass...

Speaker: die vielleicht das ein bisschen besser absprechen, aber ich denke, dass da auch eher so kapitalistische Gründe dafür gab, das so zu machen.

Speaker: Das ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass man im relativ guten Momentum eigentlich was Schönes aufbaut, was weltweit gefeiert wird und kriegt Sinn, mit einer Pressemitteilung alles einzureißen.

Speaker: Ja.

Speaker: Das ist extrem schade, ja.

Speaker: Das ist echt ganz so, ich bin auch...

Speaker: ja, ich weiß auch gar nicht, wie, wer jetzt eine Meinung schreiben müsste, oder irgendwie so eine Meinung schreiben müsste, könnte ich es gar nicht so richtig.

Speaker: Aber ich finde es halt extrem schade, dass eigentlich so etwas, was so ein krasses Momentum hatte, das komplett verloren hat, weil man gewisse Entscheidungen getroffen hat, also als Gravel-Earth-Series, die definitiv zum Nachteil der Rennserie sind.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Ich habe auch dieses Jahr so ein bisschen unter der Saison gedacht, boah, ich weiß nicht, auf wie viel so World Series ich noch Bock habe.

Speaker: Da gibt es jetzt mittlerweile irgendwie 35 pro Jahr.

Speaker: Nächste 43.

Speaker: 43, ja.

Speaker: Teilweise am gleichen Wochenende und sowas.

Speaker: In Chile und Namibia zeitgleich.

Speaker: Ja, was soll sowas?

Speaker: Also der Wert von den einzelnen Rennen geht ja auch voll kaputt und ist auch super inhomogen, weil bei manchen Rennen in Europa ist halt ein ganz anderes Starterfeld als...

Speaker: Weiß ich nicht, in Namibia.

Speaker: Also die sollen ja auch ein Rennen haben.

Speaker: Und alle gleichgewichtig halt, ne?

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Aber man müsste halt entweder Kategorien einführen oder es müssten halt insgesamt weniger Rennen sein, sodass man wirklich die Möglichkeit hat, die komplette Serie zu fahren.

Speaker: Aber so ergibt es irgendwie für mich nicht so viel Sinn.

Speaker: Da dachte ich, okay, ich fokussiere mich vielleicht mehr so auf die Gravel-Earth-Series.

Speaker: Aber da muss ich jetzt sagen, wo ich den Kalender gecheckt habe und auch so, wie das jetzt so ein bisschen wurde, finde ich auch nicht mehr so geil.

Speaker: Also, ja, vielleicht... Ja, jetzt gerade auch mit der Entwicklung im Gravel, keine Ahnung, wie das dann 2027, glaube ich, wird.

Speaker: Wenn es auch World Tour UCI-Punkte gibt für Gravel, oder?

Speaker: Aber ich würde fast glauben, dass...

Speaker: Ja, das wird interessant, aber dass die Teams, die relevant sind, also die auch wirklich viel Budget haben für auch teure Fahrer, die brauchen die Punkte nicht.

Speaker: Und ich glaube, dass unten die Teams, die dann um die Punkte kämpfen, dann eher...

Speaker: Also es gibt ja auch schon manche Gravel-Profis, die verdienen schon sehr gutes Geld.

Speaker: Und ich glaube, die würden das nicht in so einem Team verdienen.

Speaker: Kann ich mir nicht vorstellen, weil dann würden sie mehr verdienen als einige von diesen Straßenprofis da.

Speaker: Deswegen glaube ich, da muss man nochmal gucken.

Speaker: Ich glaube eher, dass die Bahn und das Cyclecross das interessanter wird.

Speaker: Weil da irgendwie Cyclecross ist im Winter, du kannst die Rennfahrer dann auch, also du kannst einfach das viel mehr nutzen und Bahn und

Speaker: Straße ist jetzt eh schon viel gemixt, dass ich weiß gar nicht, ob Gravel da so einen krass relevanten Einfluss hat auf die Rennfahrer.

Speaker: Gerade bei den Teams bei uns im Gravel-Bereich ja auch zu nehmen.

Speaker: Ja, ja, ich weiß, was du meinst.

Speaker: Dass die quasi die Tier-2, Tier-3-Fahrer aus den World-Tour-Teams, das wären ja die, die man dann vielleicht in so einen World-Tour-Gravel-Team stecken würde.

Speaker: Genau.

Speaker: Und die würden dann aber, wenn sie halt die Ergebnisse fahren von den Top-Gravel-Leuten, mehr verdienen als die Tier-One-Leute im World Tour-Team.

Speaker: Ja, das wird vermutlich nicht passieren dann.

Speaker: Aber die müssen ja auch erst mal zeigen, dass sie gut Gravel fahren können.

Speaker: Also es gibt ja viele Beispiele, bei denen es nicht funktioniert hat.

Speaker: Ja, also ich finde auch immer wieder, wenn ich dann so, Seahort, da ist ein gutes Beispiel, da fahren natürlich sehr viele Straßenprofis, aber die, klar, die gewinnen dann irgendwie auch und so, aber ist jetzt nicht so, als wenn die einen da richtig vermöbeln, als zumindest die Mal, wo ich gefahren bin, es ist nicht so, dass man dann sagt, man schleudert damit den Knien.

Speaker: Klar, eine WM, wollen wir uns beide nichts vormachen, die ist ja das wahr.

Speaker: Ich glaube, da haben wir alle keinen Spaß.

Speaker: Ja klar, aber war das jetzt näher an einem Paris-Roubaix oder näher an einem richtigen Gravel-Rennen?

Speaker: Weiß ich nicht.

Speaker: Also von daher, da müssen wir nochmal gucken, wie sich da die Sache ändert.

Speaker: Aber jetzt habe ich doch noch eine Frage.

Speaker: Und zwar Thema Preisgeld.

Speaker: Siehst du es kritisch, dass in dem Sport, der mittlerweile so hohe Bedeutung hat, auch so viel Geld von allen Seiten reinkommt, immer noch nicht da sind, dass es bei OCE-Rennen preisgegibt, aber gleichzeitig man...

Speaker: absurde Starkgeld auch.

Speaker: Ich glaube, bei Ambon waren jetzt irgendwie, Ambon kriegt man mittlerweile Preisgeld, muss man sagen, seit diesem Jahr.

Speaker: Aber was war jetzt Starkgeld?

Speaker: 350 Euro, 360 Euro wird ja auch jedes Jahr teurer.

Speaker: Und ich finde es mittlerweile eine Frechheit, dass außer die Gravel-Earth-Serien auch einfach kein Starkgeld, es schon kein Preisgeld geben.

Speaker: Das ist schon hart.

Speaker: Ja, die müssen halt nicht, oder?

Speaker: Ja, die müssen nicht, weil es halt keiner gibt, der das Regel, wäre übrigens auch mal so ein Ding, eigentlich brauchen wir eine Fahrerunion, eine Gravel Riders Union.

Speaker: Ja, du kannst ja eine aufmachen.

Speaker: Ich habe schon genug zu tun.

Speaker: Habe ich tatsächlich schon mal drüber nachgedacht, ich habe momentan auch noch genug zu tun, werde auch glaube ich auch in den nächsten Jahren noch gut zu tun haben, aber vielleicht irgendein anderer Retired Gravel Pro macht das irgendwann mal.

Speaker: Ja, das wäre vielleicht nicht schlecht, weil es gibt schon einige super schwachsinnige Regeln.

Speaker: Also jetzt letztes Jahr habe ich mich echt auch bei Traka ein bisschen aufgeregt, dass die es nicht hinkriegen, die Route auszuschildern.

Speaker: Ich habe das dann dem Veranstalter auch gesagt, wo sie gefragt haben, so ja, Feedback.

Speaker: Und dann war das Argument, ja, ihr solltet nicht so schnell fahren.

Speaker: Und deswegen machen wir es nicht, weil sonst wäre es zu gefährlich.

Speaker: Aber hey, wenn ich bei 45 kmh auf meinen Wahuda rumklicken muss mit einer Hand, um zu sehen, wo man abbiegen muss, und das ist ja nicht wie auf der Straße, wo es ganz klar ist, wo der Weg lang geht.

Speaker: Das sind ja manchmal fünf verschiedene Abzweige.

Speaker: Ich weiß nicht, ob das dann nicht gefährlicher ist.

Speaker: Ja, und der Zeitnotracker ist in dem Sinne ja auch ein illegales Event, wenn man es mal ganz klar sieht, weil es ist offiziell kein Rennen.

Speaker: Und was wir da eigentlich machen, ist, ja, es darf eigentlich auch so nicht stattfinden, auch laut den Regeln, deren eigenen Regeln.

Speaker: Das finde ich eh das Absurdeste.

Speaker: Also das...

Speaker: Ja genau, also ich glaube da, das wäre mir zum Beispiel lieber, wenn die da bei der Organisation ein bisschen

Speaker: upgraden würden und das einfach mal wie ein ordentliches Rennen organisieren würden, bevor sie Preisgeld zahlen, weil das, ich meine, da waren Traktoren auf der Strecke und sowas, das kann ja nicht sein.

Speaker: Da denken die, ja, ihr müsst langsam fahren, dass ihr es sehen könnt und ihr dürft die Kurven nicht schneiden.

Speaker: Ja, aber wenn derjenige, der gewinnt, dann 10.000 Euro von seinem Sponsor kriegt und im nächsten Jahr halt einen sechsstelligen Vertrag, dann kann man das nicht von den Leuten erwarten, dass sie nicht Rennen fahren.

Speaker: Richtig, richtig.

Speaker: Also vor allem wollen sie auch, dass wir Renn fahren.

Speaker: Also das sind ja auch die Storys, die sie am Ende erzählen und die heroischen Bilder und sowas.

Speaker: Also es ist halt auf allen Ebenen.

Speaker: Es ist momentan einfach noch eine Shitshow zum Teil.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also das wäre mir persönlich ein größeres Anliegen als Preisgeld.

Speaker: Das stimmt natürlich.

Speaker: Also Thema Sicherheit im Allgemeinen.

Speaker: Ja.

Speaker: Genau, gut.

Speaker: Also dann sehen wir uns wahrscheinlich in Santa Ball, oder?

Speaker: Weiß ich noch nicht.

Speaker: Das ist schon immer früh.

Speaker: Da ist noch saukalt in Girona.

Speaker: Es ist so geil.

Speaker: Du hast halt echt keinen, also ich habe auch keinen Druck von Sponsoren, aber ich fühle schon den Druck, dass ich da starten muss, wo irgendwie alle da sind.

Speaker: Aber für die ist es halt so, ja, entweder mache ich es oder ich mache es nicht.

Speaker: Aber dir gehört halt auch der Bums, ne?

Speaker: Ja, zumindest zu einem Viertel.

Speaker: Zu einem Viertel, ja.

Speaker: Das macht es dann einfacher.

Speaker: Ich kenne auch keinen anderen bei uns im Team, der da jetzt Druck verschwimmt.

Speaker: Bock haben die alle.

Speaker: Die muss man eher zurückhalten, dass sie da nicht hinwollen.

Speaker: Aber ich denke mir auch immer, also Budgets sind ja auch endlich, Rennbudgets.

Speaker: Und dadurch, dass wir eh versuchen, alles auszugeben, ist halt so, wenn wir, wenn ich jetzt nicht nach Santa Val gehe, dann gehe ich halt woanders hin.

Speaker: Also nicht so, dass das Geld dann übrig bleibt.

Speaker: Deswegen, ja,

Speaker: Letztes Jahr bin ich es nicht gefahren, vor zwei Jahren bin ich es gefahren, keine Ahnung.

Speaker: Wenn man es verbinden kann mit einem Trainingslager, ist es glaube ich echt cool.

Speaker: Es gibt noch ein UC-Rennen eine Woche später, nur drei Stunden oder vier Stunden weg.

Speaker: Ah ja?

Speaker: Ja okay, das ist natürlich schon interessant, aber es ist halt auch so früh, dass man es nicht so richtig gut kombinieren kann mit einem anderen...

Speaker: Also man kann da noch nicht in Shape sein.

Speaker: Nee, also im März fängt es natürlich dann an mit der Hiltz und du hast noch ein UC-Rennen in Belgien und so.

Speaker: Ich bin jetzt ja auch in Düsseldorf und das ist schon krass.

Speaker: Also aus Berlin ist ja immer weit.

Speaker: Also da ist ja manchmal nach Girona fliegen schneller als irgendwie ein Radrennen in Holland fahren.

Speaker: Und jetzt ist halt einfach so viel ist um die Ecke hier.

Speaker: Ich kann einfach mit dem Auto morgens hinfahren.

Speaker: Ja, das ist geil.

Speaker: Aber bei mir ist halt auch immer so ein Abwägen dann noch mit Urlaubstagen.

Speaker: Ich habe ja nur 20 Urlaubstage.

Speaker: Stimmt, wenn du ein bisschen richtig arbeiten darf.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Dann weiß ich halt, wenn ich da, ich kann ja nicht Freitagabends ankommen, Samstag, Sonntag Rennen fahren und Sonntagabend wieder heimfliegen.

Speaker: Deswegen, ich denke, da wird auf jeden Fall jemand von uns starten.

Speaker: Aber ich weiß noch nicht, ob ich hingehe.

Speaker: Okay, dann sind wir mal gespannt, wer die Neuverpflichtungen sind.

Speaker: Eine können wir schon nennen, meintest du?

Speaker: Und zwar die legendäre Mieke Krüger kommt zu euch.

Speaker: Allerdings für Straße, oder?

Speaker: Nee, die möchte schon auch mal Gravel fahren.

Speaker: Ich weiß, die ist ja auch damals Aachen gefahren, wo ich gewonnen habe.

Speaker: Ich weiß gar nicht, wie sie da so performt hat.

Speaker: Die hat schon Power.

Speaker: Ja, also Power hat die.

Speaker: Ich weiß nicht, wie sie lenken kann.

Speaker: Ähm,

Speaker: Ja, die ist ja auch jetzt Zürich-Ritt gefahren.

Speaker: Gut, ich weiß jetzt auch nicht, wie gut sie so mit, wie Nepro sagt ja immer, wenn es kriselt unterm Reifen.

Speaker: dann ist es immer ein bisschen schwierig für Straßenfahrer, aber... Ja, bei ihm auch.

Speaker: Ja, ja, aber ey, der wurde echt richtig gut.

Speaker: Der hat dieses Jahr richtig viel Gravel trainiert und jetzt kann der auch gut Gravelberg abfahren.

Speaker: Aber Nepu ist halt, also das ist ja irgendwie, ich mag den, aber gleichzeitig, der macht mich auch fertig, ne?

Speaker: Also einfach seine Anwesenheit, so.

Speaker: Und, ähm,

Speaker: was der bei der Deutschen da abgezogen hat, wie der zum Teil um die Kurven gefahren ist, leck um hier, ey.

Speaker: Also so Kurven, wo du denkst, die sind nicht gefährlich, die wurden halt gefährlich.

Speaker: Den muss ich für dich immer mitbringen.

Speaker: Den musst du nur mitbringen und einfach nur vor mich setzen.

Speaker: Und der labert einen ja auch immer zu im Rennen.

Speaker: Die Grüße, falls du das hörst.

Speaker: Wie gesagt, ich mag ihn, aber das ist, der ist schon speziell.

Speaker: Aber davon habt ihr ja einige Karte.

Speaker: Ja, Nebo ist ein super Typ, ja.

Speaker: Ne, auf jeden Fall.

Speaker: Das war jetzt auch gar nicht negativ gemeint.

Speaker: Ja, also ich glaube, dass Mieke relativ gut Rad fahren kann.

Speaker: Sowohl Skills als auch Power hat.

Speaker: Wie gesagt, ich weiß nicht, wie gut sie fährt, wenn es kriselt unterm Reifen, aber... Aber dann ist sie bei euch quasi auch im Team im Vorbeutung auf L.A., also auf Olympische Spieler.

Speaker: Ja.

Speaker: Ich glaube, dass es eigentlich ganz gut funktioniert.

Speaker: Ja, ist ja voll cool, auch für euch.

Speaker: Ich denke nicht, dass ihr dort im Racing Circle Suit starten könnt.

Speaker: Nein, natürlich, aber ist ja trotzdem auch eine geile Geschichte, die man so erzählen kann.

Speaker: Passt dann auch wieder gut ins Bild bei euch.

Speaker: Okay, top.

Speaker: Dann, Luis, vielen Dank.

Speaker: Ja, danke dir.

Speaker: Und wir hören uns und sehen uns irgendwann nächstes Jahr.

Speaker: Yes.

Speaker: Gut, mach's gut, Paul.

Speaker: Danke dir.

Speaker: Ciao.

Speaker: Ciao.

Speaker: Ciao.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

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