Selbstfindung durch extreme Situationen
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Speaker
Ich bin der Meinung, dass man sich am allerbesten kennenlernt, selbst kennenlernen kann in Extremsituationen. Und was könnte es für eine größere Art von Extremsituation geben, wenn man sich in einem ultimativen Kampf einem gegenüberstellt? Das ist eigentlich die beste Art und Weise, zu sich selbst zu finden.
Einführung in den Vegan Fitness Athlete Podcast
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Speaker
Willkommen zum Vegan Fitness Athlete Podcast. Hier verraten vegane Lebensathleten ihre besten Erfolgstipps. Und hier ist dein Gastgeber. Er ist ein Pflanzenfresser, wie er im Buch steht. Christian Wenzel. Herzlich willkommen im Vegan Fitness Athlete
Vorstellung von Andreas Graniotakis und sein Weg zum Veganismus
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Speaker
Podcast. Schön, dass du auch wieder dabei bist. Mein Name ist Christian Wenzel. Dein Vegan Fitness Athlete von Christian-Wenzel.com.
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Speaker
Und bei uns dreht sich alles ums Gesundsein, sexy sein, schlank und definiert auszusehen und natürlich auch mit dem veganen Lifestyle erfolgreich zu sein. Und dazu haben wir heute einen ganz, ganz super Gast hier, den Andreas Graniotakis. Grüß dich erstmal.
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Speaker
Hi, schön, dass du dabei bist. Andreas ist einer der top 5 MMA-Kämpfer hier in Deutschland. Natürlich ist er vegan und in dieser Episode lernst du, warum und weshalb Andreas überhaupt vegan wurde, welche Erfolge er seitdem er hatte und seine ganze emotionale Story zu einem der besten MMA-Kämpfer dieser Welt.
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Speaker
Und bevor wir einsteigen, möchte ich dir danken, lieber Zuhörer, dass du dich so toll mit iTunes auch bei mir connectest, hier eine Rezension. Sich mit Sportlern und Ernährungsexperten auszutauschen, die die gleiche Vision verfolgen, ist einfach super bereichernd. Danke, Christian, für diesen Podcast von Anne
Andreas' Sportlicher Werdegang
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Speaker
Mine 66. Vielen lieben Dank an dich.
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Speaker
Und wenn auch dir dieser Podcast gefällt, geh doch einfach ganz kurz rüber zu iTunes, wähl den Podcast aus und hinterlasse eine Fünf-Sterne-Rezension. Das hilft ungemein, sodass wir eben auch noch mehr Menschen erreichen können. Doch jetzt geht es sofort rüber zu Andreas Graniotakis. Andreas, stell dich doch unseren Zuhörern vielleicht in ein paar Sätzen ganz kurz vor, bevor wir ausführlicher zu deiner Story kommen.
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Speaker
Tja, was gibt's da zu sagen? Ist ja immer nicht so einfach, sich selber vorzustellen. Ich bin 34 Jahre jung, Baujahr 81, wie auch du, haben wir eben festgestellt, und bin in der Nähe von Köln beheimatet.
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Speaker
Ich bin ursprünglich in München geboren, auch wenn meine Wikipedia-Seite irgendwie was anderes sagt, keine Ahnung wer da nicht richtig gearbeitet hat und hab mich dann irgendwie Schritt für Schritt nach Norden gearbeitet, hab also auch mal in der Nähe von Aschaffenburg bei Frankfurt gewohnt und bin viel umgezogen in meiner Kindheit und Jugend und irgendwann habe ich den Kampfsport für mich entdeckt, weil ich in allen anderen Sportarten irgendwie
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Speaker
überhaupt nichts auf die Reihe bekommen habe und im Judo war das anders.
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Speaker
Ich habe meine Liebe zum Kampfsport für mich entdeckt und war immer auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, was wäre wenn. Ich habe immer versucht herauszufinden, was wäre wenn man die Grenzen des Judos überschreitet, wenn der andere mich schlagen dürfte, was man im Judo nicht darf, oder wenn der andere mich treten dürfte. Wenn man dieser Frage konsequent folgt, dann kommt man irgendwann zum
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Speaker
MMA zum Mixed Martial Arts und so bin ich dann quasi bei meinem Sport gelandet.
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Speaker
Ja, das klingt ja super interessant. Du hast es gerade angesprochen, MMA, Mixed Martial Arts. Da kommen wir gleich dazu, was das überhaupt ist. Und du hast erzählt, dass dich immer die Antwort auf die Frage rumtreibt, was wäre wenn. Und vielleicht erzählst du uns ja ganz kurz mal, wie überhaupt du eben zu diesem MMA gekommen bist, warum überhaupt Kampfsport und was du dafür auch aufgegeben hast. Ja, warum Kampfsport? Ich wollte unbedingt
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Speaker
Sport machen. Das war irgendwie immer so ein bisschen mein Fable. Ich bin aufgewachsen mit Rocky-Filmen und mit diesen ganzen alten Kampfsport-Filmen, in denen der klassische Plot war, dass irgendjemand auf die Nase bekommt und dann irgendwie trainiert mit irgendeinem tollen Supermeister und dann wird er eben zur Kampfmaschine und irgendwie fand ich das erstrebenswert. Ich weiß auch nicht, ich glaube,
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Speaker
Manche Kids gucken sich Astronauten an und finden das cool, aber ich wollte das irgendwie machen. Ich fand erst mal die Idee, Athlet zu sein, super sexy. Leider war ich aber zwischenzeitlich, ich hab's eben erwähnt, ich bin viel umgezogen, und zwischenzeitlich war ich so von acht Jahren bis 14 Jahren, wo ja dann doch viel der Entwicklung passiert, in einem kleinen Dorf, sag ich jetzt mal, gefangen.
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Speaker
Und da gab es nicht viel, außer irgendwie einen Schützenverein. Und das fand ich irgendwie nicht so ansprechend und einem Fußballverein. Aber leider habe ich überhaupt gar kein Talent im Fußball. Also ich habe angefangen irgendwie in der Verteidigung und war dann irgendwann zu schlecht dafür. Deswegen haben sie mich ins Tor gestellt und dafür war ich auch zu schlecht. Also irgendwann war ich am Ende dritter Torwart und dann habe ich gemerkt, vielleicht ist einfach Fußball nichts für mich. Und als ich dann umgezogen bin,
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Speaker
in eine größere Stadt. Dann gab es einen Judo-Verein und da habe ich irgendwie das erste Mal das Gefühl gehabt, so hey, hier bin ich wenigstens nicht ganz so scheiße wie in allem anderen. Und so kam es dazu, dass ich etwas gefunden habe, was ich auch konnte und was mir Spaß gemacht hat. Und der Kampfsport hat mir sehr viel gegeben, auch in der persönlichen Entwicklung.
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Speaker
Man reift durch das Training und durch die Belastung einerseits, aber auch durch diese Erfahrungen, die man macht auf der Matte, also dieses Unterlegensein regelmäßig. Das hilft einem auf dem Boden zu bleiben und auch Vertrauen in die eigene Stärke zu bekommen, weil man eben
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Speaker
doch wehrhafter wird als der Durchschnittsmensch. Das hat mir ziemlich viel gegeben in der Entwicklungsphase meines Lebens. Und somit bin ich dem Kampfsport auch immer treu geblieben, weil für mich die persönliche Weiterentwicklung
Erste MMA-Kämpfe und Selbstentdeckung
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Speaker
zählt. Und genau aus dem Grund habe ich irgendwann auch mal meinen ersten MMA-Kampf gemacht, 2005. Das war eigentlich eher so ein... Ich habe zu der Zeit gerade Erziehungswissenschaften studiert.
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Speaker
und war so ein bisschen besessen davon, neue Erfahrungen zu machen, Dinge über mich selbst herauszufinden. Und ich bin der Meinung, dass man sich am allerbesten kennenlernt, selbst kennenlernen kann in Extremsituationen. Und was könnte es für eine größere Art von Extremsituation geben, wenn man sich in einen
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Speaker
ultimativen Kampf einem gegenüberstellt. Das ist eigentlich die beste Art und Weise, zu sich selbst zu finden. Das ist jedenfalls meine Perspektive gewesen und ist sie auch noch heute. Und ich glaube, dass ein MMA Kampf einem mehr über sich selbst verraten kann, als so der eine oder andere Meditationstrip nach Tibet. Und deswegen danke ich heute
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Speaker
meinem Leben dafür, dass es mir ermöglicht hat, diesen Weg zu gehen und ich hätte damals niemals für möglich gehalten, dass ich tatsächlich professioneller Athlet werde und dass der Sport überhaupt so groß
Entwicklung und Legitimität von MMA in Deutschland
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Speaker
wird. Damals wusste niemand irgendwas über diesen Sport in Deutschland. Wir haben wirklich angefangen in absoluten Underground-Gegenden zu kämpfen, aber es ging auch damals eigentlich nur um die Erfahrung. Jeder wollte eigentlich rausfinden,
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Speaker
was funktioniert, was funktioniert nicht. Ich meine, man muss sich vorstellen, dass diese Welt der Kampfsportarten und der Kampfkunst ganz lange von vielen Mythen geprägt war und wer sich erinnern kann, früher gab es so ganz viele Eastern-Movies, wo es hieß,
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Speaker
Ja, das Yang-Kongfu ist besser als das Li-Kongfu. Und dann haben die Meister sich irgendwie gegenseitig geprügelt, um zu beweisen, dass ihre Techniken besser sind. Und genauso war es eigentlich immer, dass man diskutiert hat, na ja, was ist denn jetzt am effizientesten? Sind es Boxer oder sind es Ringer oder sind es Leute aus dem Judo? Und jeder, der hat dann natürlich irgendwie seine eigene Meinung. Jeder hat seine eigene Kampfsportart verteidigt. Und
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Speaker
Das herauszufinden war unwahrscheinlich interessant, nicht nur für mich, sondern auch für eine ganze Generation von Leuten, die eben wie ich mit solchen Filmen aufgewachsen sind und das am eigenen Leib zu erleben und einfach auch zu erleben, wie dieser Sport, der erst 1993 so wirklich auf die Bildfläche kam, wie der sich entwickelt. Und Teil dieser Entwicklung zu sein, ist mehr, als ich mir jemals hätte erträumen lassen.
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Speaker
Ja super. Und du bist ja auch ein Riesenteil dieser Entwicklung.
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Speaker
Ja, das weiß ich nicht, das müssen ja immer noch andere beurteilen, wie groß mein Anteil da wirklich dran ist. Ich versuche den Sport auf meine Art und Weise nach vorne zu bringen und ich habe für mich entdeckt, dass die Medien sich extrem darauf konzentriert haben oder extrem darauf angesprungen sind, dass ich eben diese vermeintliche Diskrepanz aufweise zwischen
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Speaker
auf der einen Seite diesem doch sehr brachialen Sport, in dem es ganz schön zur Sache geht und auf der anderen Seite bin ich ja ausgebildeter Pädagoge, habe also einen Universitätsabschluss und das scheint erstmal ja widersprüchlich zu sein und deshalb gucken gerne Medien dahin und haben einfach eine Story, die sie erzählen können und unser Sport ist ein Sport,
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Speaker
der einfach eines zweiten Blickes bedarf. Es ist so, dass wir auf den ersten Blick für die meisten etwas abschreckend wirken, weil wir ja auch am Boden weitermachen dürfen und das verstehen nicht viele Leute. Also dieses am Boden weitermachen, die meisten Menschen haben das Gefühl, wer am Boden liegt, ist wehrlos. Aber wir trainieren ja diese Situationen und haben verschiedene Techniken entwickelt,
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Speaker
dass wir uns auch vom Rücken aus verteidigen können und teilweise kann man auch vom Rücken aus den Kampf gewinnen und da muss man einfach ein bisschen differenzieren, aber um differenzieren zu können, muss man die Leute dazu bringen zuzugucken, hinzugucken wirklich und dazu braucht es eine Story und ich habe einfach das Gefühl gehabt, dass meine Story dabei helfen kann, den Sport nach vorne zu bringen und deswegen ist das so,
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Speaker
der Weg, den ich eingeschlagen habe. Mein Ziel war es immer, den Sport möglichst in einer breiten Maße zugänglich zu machen. Und auch wenn nicht jeder jetzt ein Fan werden kann und soll von dem Sport, dass sie zumindest anerkennen, dass es ein Sport ist. Das war noch vor elf Jahren, als ich angefangen habe, nicht der Fall.
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Speaker
Okay, also und du erreicht dieses Ziel, indem du eben diese pädagogische Ausbildung eben auch hast oder, weil ich eben auch gesehen habe, du hast ja auch eine sehr bewegende Story, dass du quasi für diesen Sport auch fast alles andere aufgegeben hast.
Opfer für die MMA-Karriere und Lebensphilosophie
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Speaker
Ist das deine Story, die du meinst?
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Speaker
Ja, das ist eigentlich eher eine Sache, die interessiert die Medien weniger. Das ist eine Sache, die aber Leute in meiner Umgebung inspiriert oder Leute, die mir jetzt in den sozialen Medien folgen oder so. Die haben natürlich mitbekommen, was ich alles geopfert habe und immer noch opfere, um diesen Traum zu leben. Und das inspiriert viele Leute und bringt sie auch dazu, darüber nachzudenken, was sie vielleicht
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Speaker
selbst anders machen könnten. Ich bin mit vielen Leuten zur Schule gegangen, die zwar mit Mitte 20 dann schon angefangen haben, ihr Häuschen abzubezahlen, weil sie sofort in den Berufsalltag gegangen sind. Ich weiß nicht, die haben sich auf jeden Fall besser finanziell gesettelt als ich. Und ich habe zwischendurch eben nach dem Studium gesagt,
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Speaker
Ich möchte einfach alles auf eine Karte setzen und wissen, wie weit kann ich es diesem Sport bringen. Und ich hätte natürlich auch den sicheren Weg gehen können und mir einen Job suchen im Bereich, den ich auch studiert habe. Dann wäre ich mit Sicherheit finanziell besser dargestanden. Also mit meinem Sport Geld zu verdienen, ist heute noch schwer. Aber 2009, als ich meinen Abschluss gemacht habe,
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Speaker
waren eigentlich alle davon überzeugt, dass es unmöglich ist, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Und ich habe gesagt, okay, dann mache ich es eben so gut wie möglich, habe alles verkauft, was ich so an Besitztümern hatte, bin in mein damaliges Gym gezogen, habe da ein kleines Räumchen.
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Speaker
für mich hinter dem Trainingsbereich. Ich habe mir meine Logie durch das Training geben verdient und habe dann alle Möglichkeiten genutzt, die ich hatte, um irgendwo auf der Welt zu trainieren, weil damals gab es einfach noch nicht genug Leute, die
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Speaker
entsprechendes Wissen hatten in Deutschland und dadurch war es wichtig auch zu reisen, um mit anderen Leuten zu trainieren, um diese Techniken zu erlernen, die es damals einfach in Deutschland nicht zu lernen gab. Und ich habe schon relativ viel riskiert und aufgegeben, um heute da sein zu können, wo ich bin und das ist eine Story, die mit Sicherheit vielen Leuten etwas gibt, weil
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Speaker
Es gibt schon viele Menschen da draußen, die einen gewissen Traum haben und natürlich träumt nicht jeder davon irgendwie MMA-Kämpfer zu sein und im Käfig zu stehen und sich zu prügeln, aber sich selbstständig zu machen zum Beispiel. Und viele Leute trauen sich einfach nicht, weil man immer wieder beigebracht bekommt und suggeriert bekommt, dass es wichtig ist,
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Speaker
Sicherheiten zu haben und dass es wichtig ist irgendwie ein Bankkonto zu haben, wo mindestens so viel drauf ist und dann auf jeden Fall braucht man sein Wohneigentum und das sind natürlich alles auch erstrebenswerte Dinge, aber wenn man dafür seinen Traum
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Speaker
Also wenn man in sich dieses Gefühl hat zu wissen, was man machen möchte und das nur nicht tut aus Sicherheitsbedenken, ich glaube, dann da geht man den falschen Weg und das wird sich irgendwann rächen. Und man sieht es auch an den Reaktionen der Leute, mit denen ich rede, die mich eigentlich meistens zu jeder Zeit beneidet haben. Selbst als ich noch im Gym gewohnt habe und die hatten vielleicht schon ihr eigenes Haus, in dem sie wohnten.
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Speaker
haben die mich beneidet und meine Freiheit, denn nichts anderes ist es, wenn man seinen Traum verfolgt. Und das hilft natürlich mir auch, mich weiter zu motivieren, meinen Weg zu gehen, wenn ich merke, dass andere Leute
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Speaker
durch meinen Tun motiviert werden. Ja,
Wichtigkeit der Unterstützung durch Angehörige
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Speaker
wow. Also ich habe richtig verstanden, du hast dann wirklich alles verkauft und hast im Gym gewohnt, wie so in seiner kleinen Umkleide hinter dem Trainingsraum und hast dann quasi deine Kosten durch Training geben verdient. Das ist ja absolut der Wahnsinn. Meinen größten Respekt. Und heute hast du aber schon zumindest eine Wohnung, in der du lebst.
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Speaker
Ja, das ist richtig. Ich habe irgendwann meine Frau kennengelernt und mein minimalistischer Lebensstil hat ihr nichts ausgemacht. Das ist erst mal auch eine der Tatsachen oder eine der Umstände, warum sie sich überhaupt dafür qualifiziert hat, meine Frau zu werden. Denn ich bin der Meinung, dass im Palast kann einen jeder lieben. Aber wenn man irgendwo in einer kleinen Abstellkammer wohnt, dann geliebt zu werden, das bedeutet sehr viel mehr. Und nichtsdestotrotz ist es so, dass ich natürlich
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Speaker
hier gegenüber auch eine gewisse Verpflichtung habe und deswegen wohne ich dann heute doch schon etwas biederer oder normaler.
Balance zwischen MMA und Bildungsinitiativen
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Speaker
Also wir haben eine normale Wohnung und nichtsdestotrotz ist es heute noch so, dass man sich viele Dinge nicht
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Speaker
die andere Leute vielleicht als normal empfinden, weil es einfach viele Investitionen gibt, die man tätigen muss. Also Trainingsreisen zum Beispiel oder die Tatsache, dass man irgendwie davon absieht, noch irgendwo anders viel zu arbeiten, weil man eben einfach sich auf das Training konzentriert und das hat mit Abstrichen zu tun und ich bin froh, jemanden gefunden zu haben, der diese
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Speaker
diesen Traum mit mir teilt und nicht versucht irgendwie mehr Druck zu machen in diesem Bereich. Das ist richtig einfach, dass man seine Leute um sich herum hat, die einen supporten. Denn alleine schafft man es nicht, selbst wenn man in einer Sportart unterwegs ist, in der man am Ende des Tages irgendwie alleine in einem Käfig steht, braucht man sein Team um sich herum.
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Speaker
Ja, das ist natürlich eine tolle Erfolgsweisheit. Vielen Dank, dass du dir mit uns teilst und liebe Grüße an deine Frau an dieser Stelle. Und mein Respekt, dass sie eben dich liebt aufgrund der, der du bist und nicht aufgrund der Dinge, die du hast. Und ich glaube, das ist ein schöner Appell an alle da draußen. Hast du eine Familie?
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Speaker
noch nicht. Ich habe noch keine Kinder, wenn das jetzt die Frage war. Das ist in der Mache und ich kann es aber kaum erwarten. Ich glaube ehrlich gesagt, dass viele in meinem Bekanntenkreis am
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Speaker
immer wieder dieselbe Argumentationsstruktur, die sagen, Kinder kann man erst haben, wenn man irgendwie gefestigt ist und auch angekommen ist im Beruf und weiß, wie es weitergeht. Und ich bin gar nicht der Meinung, ich finde, dass das nicht das ist, was Kinder brauchen.
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Speaker
es den Kindern sehr viel mehr gibt, wenn die Eltern ihr Leben auf einer Art und Weise gelebt haben, bis zu dem Zeitpunkt, wo sie da sind, dass sie sich selber kennengelernt haben und dass sie Erfahrungen gesammelt haben. Und es ist sehr viel wertvoller für mein Kind. Denke ich, hoffe ich, dass ich ihm die Weisheiten, die ich auf meinem Weg
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Speaker
gelernt habe mitgeben kann, als wenn ich ihm ein dickes Bankkonto überschreiben kann mit 18 Jahren. Davon hat er glaube ich sehr viel mehr. Finde ich auch wieder eine klasse Einstellung und das spricht ja auch für deinen pädagogischen Hintergrund. Ich habe es dabei richtig verstanden, dass du jetzt quasi 100 Prozent für das MMA lebst und dir eine pädagogische Ausbildung im Moment nicht weiter beruflich verfolgst.
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Speaker
Ich bin Vollblutathlet und trainiere zweimal täglich, aber ich mache trotzdem einzelne Projekte, in denen ich auch mein pädagogisches Wissen einsetze. Zum Beispiel habe ich einem Bekannten oder einem guten Freund von mir geholfen, vor zwei Jahren ein sogenanntes Deeskalationsteam zu gründen. Das sind also Leute, die
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Speaker
in Jugendeinrichtungen arbeiten und sich da um die Jugendlichen kümmern, die so aggressiv sind, dass die Pädagogen nicht alleine mit denen klarkommen und dass auch eine Arbeit mit den anderen Jugendlichen nicht mehr anständig möglich ist. Und die Leute, die in diesem Team
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Speaker
sind, helfen eben den Pädagogen dabei, mit diesen schwer aggressiven Jugendlichen umzugehen. Und die müssen natürlich ausgebildet werden. Da muss ein Konzept zuher. Die Idee war es sozusagen, eine Art Hybrid-Lösung zu schaffen zwischen pädagogischer Hilfskraft oder pädagogischer Kraft und einer Art Sicherheitskraft. Und dieser Hybrid ist uns relativ gut geglückt. Wir sind
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Speaker
extrem gewachsen seitdem, also in den letzten zwei Jahren wirklich einen kometenhaften Aufstieg hingelegt und das macht so viel Spaß, dass ich dann schon ab und zu noch was mache in dem Bereich, aber mein Hauptfokus liegt tatsächlich auf dem Sport. Ich mache ja auch noch ein paar andere Sachen nebenbei. Ich sage immer so schön, ich mache nur Dinge, die mir Spaß machen. Ich habe auch ein Kinderbuch geschrieben bzw. veröffentlicht. Mein zweites Kinderbuch ist auch schon geschrieben. Das kommt wahrscheinlich um
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Speaker
Ostern 2017 raus und bin auch noch Kommentator für Pro 7 Sat 1, also für Run Fighting. Da kommentiere ich unsere
00:21:22
Speaker
Champions League quasi, die UFC, die Ultimate Fighting Championship. Und mir wird nicht langweilig. Also ich hab immer neue Projekte. Auch da muss ich meiner Frau danken, dass sie nicht irgendwann einfach verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hat und gesagt hat, ey, dieser Mann hat ständig irgendwelche neuen fixen Ideen. Sondern dass sie mich da auch immer supportet. Sie ist natürlich auch meine größte Kritikerin, aber auch das ist wichtig, dass
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Speaker
Sie, wenn ich mit einem neuen Projekt um die Ecke komme, erst mal sag zu, muss das jetzt wirklich sein? Und wenn ich das vor ihr argumentativ...
00:21:56
Speaker
darstellen kann, dann weiß ich auch, dass ich da wirklich Lust drauf habe und dass es auch wirklich gut ist.
Vielfältige Interessen und Projekte als Inspiration
00:22:01
Speaker
Es sind viele Dinge in der Pipeline, die ich mache, viele Projekte an denen ich arbeite, aber so bin ich eben. Ich bin so ein Projektmensch und ich bin vielseitig interessiert und ich finde es immer schade, wenn die Leute das nicht sind. Ich finde es schade, wenn jemand kein Interesse an irgendetwas hat oder kein Interesse daran hat, sich weiterzuentwickeln und über seinen eigenen Tellerrand hinauszusehen.
00:22:24
Speaker
Das ist für mich mein Reichtum in meinem Leben, dass ich meinen Alltag so gestalten kann, dass ich Dinge mache, die mir Spaß machen und dass ich mich auch immer weiterentwickeln kann.
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Speaker
Ja, schön gesagt. Und da hast du ja auch völlig recht, und dafür gibt es ja eben auch solche Sachen wie den Podcast hier, dass du eben als erfolgreiches Vorbild Menschen Inspiration gibst, auch mal über den Tellerrand rauszuschauen. Und ich finde, mit deinen ganzen Erfahrungen, die du auch hier teilst, wirklich bewundernswert, wahres Gold. Vielen, vielen Dank, dass du ja so ausführlich darüber berichtest.
00:22:56
Speaker
und finde es auch total klasse. Du hast ein Kinderbuch geschrieben, das ist ja für den einen oder anderen Eltern auch interessant. Worum geht es da drin? Also in meinem ersten Kinderbuch geht es um einen afrikanischen Jungen, der
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Speaker
Abenteurer ist, der möchte gerne ein Held sein und Abenteuer erleben und der macht immer so Streifzüge durch die Savanne und eines Tages erfährt er, dass das Dorf, aus dem er kommt, also wo auch seine Eltern leben und alle seine Freunde, dass das angegriffen wurde und dass er nicht zurück kam. Und dann macht er sich auf in die Welt und bekommt
00:23:38
Speaker
an einer Stadt mit einem Hafen und sieht da ein Schiff und kommt dann übers Mittelmeer nach Europa. Das ist natürlich eine relativ verrückte Geschichte aus meiner jetzigen Perspektive betrachtet, denn die Geschichte ist entstanden lange bevor dieses Flüchtlingsthema überhaupt medial aktuell wurde und ich
00:24:02
Speaker
hätte mir auch gewünscht, dass diese Aktualität niemals gegeben gewesen wäre, aber tatsächlich ist es so, dass es eigentlich eine Flüchtlingsgeschichte ist und so ein bisschen Verständnis erzeugen soll bei Leuten, die das lesen, für die Menschen, die Geflüchtete aufnehmen einerseits und auch andererseits für die Geflüchteten selbst. Also der kleine Mo, so heißt der,
00:24:31
Speaker
Charakter in meinem Buch, der Protagonist, der schafft es eben dann doch, sich in der sehr neuen Welt durchzusetzen. Einfach aufgrund der Tatsache, dass er ein reines Herz behält und seine guten Absichten immer vorne anstellt und dadurch schafft es auch seinen größten Traum zu verwirklichen, nämlich ein Ritter werden zu dürfen. Und deswegen heißt das Buch auch Der Schwarze Ritter.
00:24:56
Speaker
Oh wow, wie passend, ja super. Also das klingt ja hervorragend und das ist quasi so eine Art Bilderbuch oder eher ein Sachbuch?
Rezension von Christians Buch und Veganismusförderung
00:25:04
Speaker
Es gibt 50 illustrierte Seiten mit meiner Meinung nach sehr schönen Illustrationen von Kurt Rochas, der das Ganze wirklich mit der Hand gemalt hat. Es ist also nicht irgendwelche
00:25:18
Speaker
digitalen Sachen, die man relativ leicht umsetzen kann, sondern das ist alles. Jedes einzelne Bild ist von Hand gemalt, mehrfach irgendwie mit mir besprochen und da steckt sehr viel Liebe drin und dazu gibt es eben den entsprechenden Text.
00:25:36
Speaker
Okay, war auch stark. Kann man das bei Amazon beziehen? Dann schieben wir den Link in die Show Notes natürlich. Ja genau, das bekommt man bei Amazon und wenn man sich das holt und es einem gefällt, dann würde ich mich genauso wie du dich auch bei deinem Podcast über eine gute Bewertung freuen. Also bis jetzt habe ich nur
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Speaker
5 Sterne Bewertungen und jeder, der dazukommt, ist natürlich immer herzlich willkommen. Ja, klasse. Also das werde ich mir auf jeden Fall holen und dir eine Bewertung geben. Und umgekehrt hast du ja auch mein Buch gekauft, das Vegan kochen mit Lupine.
00:26:08
Speaker
Konntest du denn schon mal reinschauen in der Zwischenzeit? Ja, tatsächlich. Ich habe reingeschaut und es sind echt ein paar super Rezepte drin und ich habe es leider erst diese Woche bekommen, weil ich war im Urlaub und deswegen konnte ich es noch nicht so früh vorbestellen, wie ich es eigentlich gerne gemacht hätte. Und da sind aber viele Dinge dabei, die ich schon ganz heiß bin auszuprobieren. Ich hatte es gestern
00:26:32
Speaker
mal ein bisschen länger in der hand und habe mir schon ein paar rezepte angekreuzt und ich finde die message dahinter auch super und ich finde deine
00:26:44
Speaker
Mission cool, dass du versuchst, einfach dieses Lebensmittel nach vorne zu bringen, damit gleichzeitig den veganen Lebensstil auch bisschen bekannter zu machen und auch den Leuten klar zu machen, hey, man muss nicht auf was verzichten, wenn man vegan leben möchte. Weil das ist ja eigentlich immer so das größte Problem. Die Leute, mit denen ich rede, die herausfinden, dass ich mich vegan ernähre, die sind erst mal total
00:27:12
Speaker
Ja, unmütig. Und man merkt, dass sie sich das einfach nicht vorstellen können. Vielleicht auch eine kleine Anekdote oder Erfahrungsbericht von mir. Wenn man sich jetzt vorstellt, man muss seinen Freunden und seiner Familie sagen, hört mal zu, ich entscheide mich dafür, Käfigkämpfer zu werden, dann kann man sich mit Sicherheit lebhaft vorstellen, dass das nicht nur auf Begeisterungsstürme trifft. Also die meisten Leute hielten mich in der Zeit echt für wahnsinnig.
00:27:42
Speaker
Meine Tante zum Beispiel, die ist schon über 70 und die hat im übertragenen Sinne sowas gesagt wie, ja Mensch, du warst doch immer so ein toller Junge und so vernünftig, warum machst du denn jetzt sowas?
00:28:00
Speaker
Diese Reaktion hat sich dann irgendwann abgemildert, weil die Leute gesehen haben, dass es mich glücklich macht, dass es ein Sport ist, dass es nicht darum geht, sich einfach nur gegenseitig auf die Mappe zu hauen. Und warum ich das erzähle ist, meine Entscheidung mich vegan zu ernähren.
00:28:15
Speaker
ist verglichen mit der Entscheidung Käfigkämpfer zu werden sehr sehr viel intensiver aufgenommen worden also die Leute diskutieren mehr mit mir über das vegan sein als über den Käfigkampf obwohl das ihnen eigentlich
00:28:32
Speaker
vertrauter sein sollte. Und die Leute verstehen diesen Lebensweg nicht. Und ich glaube, einer der wichtigsten Dinge, die man da machen kann, ist erstmal kein Arschloch sein. Entschuldigung für die Wortwahl, aber es gibt halt auch einfach viele Veganer, die super militant sind.
00:28:49
Speaker
Leute versuchen vorzuschreiben, was sie machen sollen. Und ich glaube, dass das der falsche Weg ist. Damit kriegt man die Leute nicht auf seine Seite, sondern damit schiebt man die einfach immer noch weiter weg. Also tolerant sein und den Leuten auch klar machen, dass man sich so ernähren kann, ohne dass man auch was verzichten muss. Und dafür sind eben auch
00:29:08
Speaker
Rezepte wichtig und damit leistest du wirklich einen guten Beitrag mit deinem Buch. Das einfach auch zeigt, dass man Dinge wie Burger hast du ja auch da drin oder
00:29:20
Speaker
einfach alltägliche Dinge, wie Carbonara-Spaghetti, die ich gesehen habe, essen kann, die dann lecker sind, die dann gesund sind und trotzdem vegan. Und auch da ist es eben so, dass ich nicht nur meinen Sport versuche, nach vorne zu bringen durch meinen Standing als Pädagoge und Sportler, sondern dass ich natürlich auch als Veganer und Sportler so ein bisschen zeigen kann, dass es möglich ist, damit Leistungen zu bringen, die so ein Otto-Normalverbraucher nicht bringen muss.
00:29:50
Speaker
Und somit diese Aussage oder die Überlegung von vielen, ja, aber dann fehlt mir ja die Kraft. Wenn ich kein Fleisch esse, kann man einfach negieren, indem man ihnen vorlebt, dass es nicht zwangsläufig notwendig ist.
Übergang zum Veganismus und ethische Überlegungen
00:30:05
Speaker
Und das ist auch so ein bisschen meine Mission geworden seitdem. Wie gesagt, ich versuche, ohne erhobenen Zeigefinger das Ganze zu propagieren, aber trotzdem denke ich, dass das
00:30:16
Speaker
Gut ist so Botschafter zu haben, die einfach sagen können, hört mal zu, ich prügele mich in Käfigen und mir reicht die vegane Ernährung mehr als aus und verbessert sogar meine Leistung. Also mit deinem Bürojob hast du keinen Grund zu sagen, ich kann mich nicht vegan ernähren, weil mir sonst die Power fehlt.
00:30:34
Speaker
Ja, vollkommen. Und vielen Dank für das kleine Einblick in das Buch. Wenn du lieber Zuhörer Interesse an dem Buch hast, geh einfach auf die Show Notes unter christianwenzel.com slash podcast und dort findest du auch die Show Notes zu dieser Episode. Und da sind natürlich auch alle Links drin, sowie auch zu dem Buch von Andreas.
00:30:53
Speaker
Und du hast es angesprochen, vegane Ernährung gibt mehr Power, gibt sogar mehr Kraft. Du kannst deine Leistung damit bringen und vielleicht sogar steigern und es hat nichts mit Verzicht zu tun. Nun hast du mir gesagt, du bist erst seit kurzem vegan. Erzähl doch ganz kurz, warum bist du dann eben vegan geworden und was hat sich seither verändert? Du hast auch schon gesagt, deine Leistung hat sich vielleicht sogar dadurch erhöht.
00:31:19
Speaker
Ja, warum bin ich vegan geworden? Das ist eigentlich ein Prozess. Ich glaube, wir sind alle in einem Prozess begriffen und viele Leute blockieren diesen Prozess der eigenen Entwicklung.
00:31:32
Speaker
indem sie einfach für sich selber sagen, naja, ich bin halt so oder ich bin schon angekommen. Und für mich war es immer wichtig, mich weiterzuentwickeln und einfach die beste Version meines selbst zu erzeugen. Und als Sportler habe ich natürlich immer schon auf meine Ernährung geachtet. Und wie viele Leute in den 90ern geprägt von der Bodybuilding-Welle,
00:31:58
Speaker
war ich natürlich auch so ein Eiweiß-Junkie und habe
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Speaker
einfach das geglaubt, was man mir erzählt hat. Ich bin nachts um vier aufgestanden und hab mir einen Eiweisshake gemacht, weil ich das Gefühl hatte, ich bin sonst unterversorgt in den acht Stunden, in denen ich schlafe. Das ist natürlich aus heutiger Perspektive nicht allzu sinnig. Vor allen Dingen, wenn man überlegt, welche Eiweisshakes ich genommen habe und hab immer weiter rumprobiert, jede mögliche Form der Ernährung für mich ausprobiert. Und dadurch, dass meine Frau
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Speaker
Praktikum gemacht hatte im Zoo. Nach ihrem Studium hat sie die Möglichkeit bekommen ein Eichhörnchen aufzuziehen und das haben wir gemeinsam gemacht. Das ist also aus dem Nest geflogen und
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Speaker
Dann nehmen die Eltern das nicht mehr an und dieses Eichhörnchen, wir haben ihn Woody genannt damals. Leute, die mich auf Facebook verfolgt haben, die kennen diese Geschichte auch schon, weil ich das eins zu eins da protokolliert habe und habe auch ein YouTube Video dazu gemacht. Dieses Eichhörnchen hat mir eigentlich die Augen geöffnet, denn zur damaligen Zeit war es so, dass ich wirklich
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Speaker
Sechs bis acht Mahlzeiten am Tag hatte und wenn kein Fisch oder Fleisch dabei war, war es für mich keine vollwertige Mahlzeit. Und dieses Eichhörnchen hat mir einfach gezeigt, dass es schon mit irgendwie vier Wochen
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Speaker
eine eigene Persönlichkeit hatte und dann ist in mir so ein bisschen eine Tür aufgegangen, dass ich mir überlegt habe, Mensch, so ein Eichhörnchen hat vielleicht ein Gehirn, das ist noch nicht mal so groß wie eine Erbse und ist mit vier Wochen schon so weit ausgeprägt, dass es so empfindsam ist und so individuell ist, dass es einen eigenen Charakter hat und warum
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Speaker
nehme ich mir überhaupt heraus, jeden Tag Fleisch zu essen oder Fisch zu essen und dafür müssen Tiere sterben, die vielleicht sogar weitaus empfindsamer und intelligenter noch sind als dieses kleine Geschöpf, das du hier in deiner Hand hältst. Und diese Überlegung, diese aufgestoßene Tür hat eben dazu geführt, dass ich mich mehr beschäftigt habe mit dem Thema Fleischkonsum. Und ich bin der festen Überzeugung, dass
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Speaker
man nur Fleisch essen kann in unserer Zeit, solange man sich nicht wirklich intensiv damit auseinandersetzt. Wenn man anfängt, sich damit auseinanderzusetzen, dann wird relativ schnell klar, dass es
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Speaker
kaum Argumente dafür gibt, außer es ist halt einfacher, weil es es überall gibt und es schmeckt mir halt und ich bin es halt so gewöhnt, gibt es keine Argumente, Fleisch zu essen. Und die Argumente, die auf der anderen Seite stehen, die sind einfach riesengroß von ethischen, moralischen Überlegungen angefangen über ökologische Überlegungen bis hin zu tatsächlichen gesundheitlichen Faktoren, die wichtig sind. Und
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Speaker
Ja, da bin ich eben zum Vegetarier geworden. Das war jetzt vor über vier Jahren.
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Speaker
Und dieser Prozess hat mich natürlich irgendwann dahin geführt, dass ich Schritt für Schritt auch Milchprodukte weggelassen habe, Eier weggelassen habe und so weiter und so fort. Allerdings, wie gesagt, ich glaube, dass es wichtig ist, das als Prozess zu begreifen. Wenn man sich jetzt vorstellt, wenn ich jetzt mit Leuten rede und denen von meiner Ernährungsweise erzähle, dann merke ich einfach, wie bei denen sofort eine Schranke runtergeht, wenn die sich vorstellen müssen, von jetzt auf gleich,
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Speaker
auf alles zu verzichten, was sie jeden Tag essen, seitdem sie leben. Und ich glaube, wenn man sich selber erlaubt, auch das Ganze ein bisschen prozesshaft zu betrachten und zu sagen, okay, ich suche mir jetzt erstmal eine Alternative zum Fleisch. Und wenn ich das habe, dann kann ich ja mal gucken, wie ich mich fühle. Und wenn ich mich besser fühle, dann überlege ich, ob ich Alternativen finde zu Milch und Milchprodukten. Und wenn das so ist,
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Speaker
dann gucke ich, wie ich auf Eier verzichten kann oder eben andersrum. Und da kommen eben wieder die Rezepte ins Spiel. Man muss den Leuten einfach klar machen, dass es durchaus möglich ist, dass es natürlich anspruchsvoller ist, als sich jetzt irgendwie ständig irgendeinen Fast-Food-Kram reinzuziehen. Aber das ist jede bewusste Ernährung, ob sie jetzt fleischfrei ist oder nicht. Und wenn man den Leuten einfach nur
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Speaker
eingesteht auch, dass die das Ganze prozesshaft angehen können und erstmal ausprobieren können. Ich glaube, dann kriegt man auch mehr Leute dazu, sich zu öffnen für diesen veganen Lebensstil, als wenn man eben von vornherein mit erhobenen Zeigefinger da sitzt und sagt, was ist du denn da und wie kannst du nur diesen Kadaver in dich reinschlingen und das sind halt alles Dinge, die nicht wirklich dazu beihelfen, einen Beitrag leisten, dass die Kommunikation stattfindet.
Veganismus und sportliche Leistung
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Speaker
Das ist jedenfalls meine Perspektive.
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Speaker
Also super Story zu deiner veganen Lebensweise, finde ich klasse mit dem Eichhörnchen, unglaublich gut. Und hast du denn am Anfang gemerkt, also als du dann vegetarisch wurdest und später auch vegan, hattest du auch Angst gehabt, dass sich deine Leistung jetzt verschlechtert bzw. hast du irgendwas gemerkt oder hat sich sofort eine Verbesserung eingestellt im Sport jetzt?
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Speaker
Tatsächlich ist es so, dass ich auch von vornherein kommuniziert habe mit meiner Frau zum Beispiel, die natürlich relativ intensiv diesen Umstieg mitbekommen hat, dass ich, sobald ich merke, dass es meine Leistung negativ beeinflusst, kann ich das nicht machen. Also ich muss ja mal Leistung bringen, das ist ja mein Job. Und wenn ich gemerkt hätte, dass das nicht möglich wäre ohne Fleisch, dann hätte ich einfach wieder angefangen Fleisch zu essen, weil
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Speaker
das für mich die oberste Priorität hat. Tatsächlich ist es so, dass ich es in allererster Linie dadurch gemerkt habe, dass ich jetzt eine bessere Regeneration habe und das hat im Prinzip schon
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Speaker
Zehn Tage nachdem ich aufgehört habe Fleisch zu essen hat das angefangen. Also ich trainiere schon seit sehr langer Zeit mehrfach am Tag und es war immer so für mich, ich kannte das nicht anders, es war für mich der Standard, dass wenn ich mein erstes Training absolviert hatte und dann ins zweite Training gehe, dass ich einfach nicht mehr dieselbe Leistungsfähigkeit habe wie beim ersten Training. Selbst wenn dazwischen irgendwie sechs Stunden liegen und
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Speaker
Durch den Verzicht auf Fleisch hat sich das wirklich schlagartig geändert. Also meine Regenerationsfähigkeit, meine Anfälligkeit für Verletzungen, das ist alles sehr viel geringer geworden.
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Speaker
Ich sag mal so, ich bin hier auch älter geworden in der Zwischenzeit. Und ich fühle mich besser denn je. Ich fühle mich jünger denn je. Ich bin fitter denn je. Ich brauche weniger Schlaf als vorher. Und der größte Pluspunkt, den ich da rausziehen kann, ist tatsächlich die erhöhte Regenerationsfähigkeit. Und ich hab in der Zwischenzeit auch tatsächlich ein bisschen was abgenommen, weil ich meine Gewichtsklasse tiefer gekämpft habe. Und hab dann eben versucht, auch wieder
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Speaker
auf dem fleischfreien und veganen Weg, Muskulatur zuzunehmen. Und das funktioniert genauso. Also es ist nicht nur so, als könnte man da jetzt irgendwie eine Ausdauerleistung steigern und man könnte Muskulatur nicht aufbauen für all die Leute, die irgendwie Fitness, Sport betreiben. Das ist genauso möglich. Man muss eben nur wissen, wie. Und dazu leistest du ja mit deinem Podcast oder mit dem Buch ja auch einen Beitrag. Und deswegen
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Speaker
begrüße ich diese Beiträge ebenso und habe mir auch dein Buch geholt und bin auch bei dem Podcast, weil ich glaube, dass das der richtige Weg ist. Ja, klasse. Auch nochmal an dieser Stelle vielen lieben Dank, dass du dabei bist. Vielleicht magst du den Zuhörern dann einen kleinen Einblick geben, wie es eben möglich ist Muskeln aufzubauen, auch eben vegan und einfach mal deinen Ernährungsplan vielleicht einfach einen Beispielstag einfach mal skizzieren.
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Speaker
Ja, das kommt ein bisschen drauf an. Jetzt gerade bin ich wieder in einer Diätphase, weil ich Anfang des Jahres in einer Gewichtsklasse tiefer kämpfe. Aber ich glaube, interessant ist es vielleicht, wenn ich davon erzähle, wie ich mich im Normalfall ernähre, wenn ich eben versuche, im Schwergewicht zu bleiben. Also das Schwergewicht ist ja eine Gewichtsklasse, die nach oben hin mehr oder weniger offen ist, jedenfalls für mich.
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Speaker
eigentlich ein leichtes Schwergewicht ist. Also ich bin, wenn ich nicht auf meine Ernährung jetzt auf meine Kalorien zu vor achten würde, wäre ich relativ schnell so um die 104, 105 Kilo und ich muss aber gucken, dass ich nicht zu leicht werde, weil das sonst für mich problematisch ist, weil meine Gegner eben dann doch ein paar Kilo mehr haben und das merkt man natürlich in der Schlagkraft und in allem anderen auch. Und deswegen stehe ich morgens auf und trinke erst mal zwei Gläser lauwarmes Wasser.
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Speaker
um so ein bisschen das ganze System in Gang zu bringen und dann fange ich eigentlich an mit so einem Brei. Es gibt ja verschiedene vegane Breie, die ich mir anmische mit Mandelmilch und das als ersten Input. Dann mache ich meistens so ein bisschen Arbeit am Computer, schreibe ein bisschen was oder beantworte E-Mails oder so und dann mache ich mir ein Müsli.
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Speaker
das aus frischen Früchten besteht, je nachdem was eben da ist, was saisonal irgendwie gerade zur Hand ist. Und dazu gibt es eben Dinkelflocken, Amarantgepufften, Chiasamen und so. Und das auch mit Mandelmilch, das ist sozusagen mein zweites Frühstück. Dann gehe ich meistens ins Training. Nach dem Training nehme ich einen veganen Shake zu mir.
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Speaker
Da gibt es ja auch verschiedene gute Firmen mittlerweile, war ja auch lange nicht so. Und daraufhin mache ich meistens noch so eine Brotzeit, also tatsächlich Brot mit entsprechenden veganen Aufstrichen oder mit Avocado oder
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Speaker
oder andere Dinge, die mir eben dabei helfen, den erhöhten Energiebedarf, den ich habe, auch zu decken. Und dann kommt die Mittagszeit, in der ich irgendetwas esse, was ich eben in meinem reichhaltigen Rezepterepertoire habe. Also da gibt es sehr, sehr viel. Natürlich versuche ich auch hier Hülsenfrüchte,
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Speaker
vermehrt zu verwenden. Ich esse und koche auch sehr viel mit Nüssen zum Beispiel. Das hilft mir auch dabei den Eiweißbedarf zu decken und Luffine sind natürlich auch immer ganz oben mit dabei und da gibt es eben entsprechendes
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Speaker
Mittagessen, dann geht es meistens zum zweiten Training. Nach dem zweiten Training werde ich meistens direkt danach, weil da muss ich nach Köln fahren, da bin ich ungefähr 20-30 Minuten unterwegs, erstmal ein Malzbier, um den Glykogenspeicher sofort wieder aufzufüllen auf der Fahrt und wenn ich nach Hause komme, eben dann nochmal das
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Speaker
am Mittag gekochte. Ich bin tatsächlich der Meinung, dass man nichts essen sollte, was vor mehr als 24 Stunden zubereitet wurde. Und deswegen koche ich eigentlich immer so, dass ich den Mittag was zu essen habe, am Abend noch was zu essen habe und eventuell für den nächsten Mittag noch oder so. Aber nie länger als bis dahin. Und
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Speaker
Damit fahre ich wirklich sehr, sehr gut und das hat mir geholfen, meine Leistung aufrechtzuhalten und auch mein Körpergewicht so zu regulieren, wie ich es gerne möchte. Man hat ja schon die Tendenz eigentlich eher abzunehmen, wenn man sich vegan ernährt, wenn man eben nicht weiß, wie man sein Gewicht oben halten kann.
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Speaker
Ja, das ist mir gelungen, dies zu vermeiden. Und das ist also auch möglich.
Aufruf zur Podcast-Bewertung und Community-Förderung
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Speaker
Das ist ja auch eine Message, die man irgendwie transportieren kann an viele Leute, die wie gesagt zum Beispiel im Fitnessbereich unterwegs sind. Die wollen eben teilweise dann auch zunehmen, insbesondere auf Muskulatur. Und das ist auch möglich. Man muss eben nur wissen, wie.
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Speaker
Ja stark, also das sehe ich genauso. Das heißt, wenn ich dir jetzt nochmal ein bisschen genauer nachfragen kann, dein veganer Brei mit Mandelmilch, also nach deinen zwei lauwarmen Wassergläsern, sind das auch so wie so Instant Oats oder was genau ist das? Ja auch da hatte ich das Glück, dass ich relativ gute Produkte gefunden habe und natürlich ist
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Mittelfristig muss es das Ziel sein, das selber zu machen, also den Brei auch selber zu machen, aber im Moment benutze ich eben noch so.
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Instant Breihe, die man dann eben mit der warmen Mandelmilch vermischt und dann ist das auch relativ schnell gemacht. Also ich möchte auch gerne, nachdem ich eben meinen Körper so lange nicht versorgt habe während des Schlafes, möchte ich auch relativ schnell wieder Nährstoffe zufügen und ich glaube, dass das relativ gut geeignet ist, wenn man dann etwas hat, das auch schon ein bisschen warm ist. Deswegen eben diese warme Mandelmilch, mit der ich das vermische und das eben schon relativ gut
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Speaker
zerkleinert ist. Besser zerkleinert als so ein Brei ist die Nahrung ja selten und deswegen eben das als erste Mahlzeit des Tages. Superstark. Und das habe ich dann richtig verstanden. Nach deinem zweiten Training holst du dir ein Malzbier, um die Glockenspeiche sofort wieder zu befüllen und wenn du zu Hause angekommen bist, isst du dann quasi das Mittag als Abendessen und danach hast du dann nichts mehr.
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Speaker
Ja, danach ist es eben so, dann meistens entweder setze ich mich auf die Couch und schaue meiner Frau noch irgendwie ein Filmchen oder ich entspanne bei einer Runde Playstation und da gibt es eben verschiedene Möglichkeiten, weil da bekommt man ja immer Hunger, da gibt es verschiedene Möglichkeiten irgendwie noch zu snacken. Am allerliebsten mache ich so eine Rohkostrunde, also mit entsprechenden Gemüse, Karotten, Gurke,
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Speaker
Was auch immer. Und das sättigt extrem für mich. Und auch da kommen Nüsse eben noch ins Spiel. Also Nüsse sind für mich wirklich allgegenwärtig. Ich liebe Cashewkerne und alles, was irgendwie mit Nüssen zu tun hat. Und deswegen sind die natürlich auch immer gerne gesehen in diesem Moment.
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Speaker
Und eine vollwertige Mahlzeit danach nehme ich aber nicht mehr zu mir. Liebe Andreas, wow! Vielen lieben Dank für deine ganzen Insights. Ich habe mir so viel mitgenommen aus diesem Podcast. Und wenn auch dir, lieber Zuhörer, der Podcast so gut gefallen hat, dann geh doch jetzt zu iTunes, klick auf den Rezensionsbutton auf unserem Podcast und hinterlasse uns eine 5-Sterne-Review und schreibe einfach ein, zwei Sätze dazu, was genau dir an dem Podcast so gut gefällt.
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Speaker
Du tust dem Andreas und mir damit einen Riesen gefallen und hilfst damit auch anderen, vielen anderen Zuhörern, dass sie diesen Podcast finden und von dem Wissen profitieren können. Denn wir sind eine Community und ich bin stolz darauf, dass du dabei bist. Und deswegen möchten wir auch wissen, was dich zum Blühen bringt, was du mitnimmst und auch welche Themen du hören möchtest.
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Speaker
Dies ist eine interaktive Show und wir nehmen jeden Kommentar ernst. Ich persönlich lese jeden Kommentar und wir werden dann dementsprechend diese Kommentare und die Anregungen in den folgenden Shows begutachten und natürlich eben auch mit aufnehmen.
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Speaker
Vielen lieben Dank, dass du auch heute wieder zugehört hast. Wenn dir der Podcast was gebracht hat, dann kannst du dir jetzt die Show Notes durchlesen unter christian-wenzel.com slash podcast. Dort findest du die Show Notes zu allen verfügbaren Podcasts, kannst dir alle Show Notes anschauen und dort findest du auch einen Button für Amazon.
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Speaker
und wenn du unseren Podcast etwas unterstützen möchtest, dass wir zumindest die Selbstkosten wieder draus haben möchten, dann klick da einfach auf den Amazon-Button und dein Nxtac rauf. Davon kriegen wir eine ganz kleine Prozentzahl an Provision, ohne dass du natürlich mehr erfährst.
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Speaker
Wir freuen uns auf das nächste Mal. Das nächste Mal haben wir veganen Läufer zu Gast. Wir haben einen veganen Rennradfahrer zu Gast, der mit als einziger Deutschler Paris Brest Paris fährt. Wir haben ganz, ganz viele spannende Themen noch vor uns. Freue dich auf die nächsten Episoden, immer Dienstags, immer Dienstags früh. Wir freuen uns auf dich, liebe Zuhörer. Bis bald, dein Christian.