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S3-17: Erfolgreich als Psychotherapeutin (mit Angela Laimer)

In der heutigen Folge begrüße ich Psychotherapeutin Angela Laimer. Wir beleuchten gemeinsam die Anfänge ihrer eigenen Praxis und wie sie sich den Weg dorthin, neben Vollzeitberuf und Familie, schrittweise gefunden hat. Angela erzählt uns wie sie sich im täglichen Arbeitsalltag organisiert und welche Vorteile ein gutes Netzwerk bringt. Sie verrät uns auch, was beruflicher Erfolg für sie ganz persönlich bedeutet. 👉 Zu den Show-Notes [https://www.appointmed.com/blog/erfolgreich-als-psychotherapeutin-mit-angela-laimer] Links * lebensbereiche.at [https://lebensbereiche.at/]

Transcript

Speaker: Ich war immer schon jemand, der gerne unterstützt und begleitet.

Speaker: Mein Lehrtherapeut hat mir gesagt, wenn sich der erste Klient meldet bei mir, der über Weiterempfehlungen kommt, dann habe ich es geschafft.

Speaker: Ich konnte von der Selbstständigkeit noch nicht zu 100 Prozent leben und brauchte halt nebenbei noch ein paar Tätigkeiten, um da auch meine Praxis aufzubauen, weil das ist auch mit Investitionen verbunden.

Speaker: Veränderung kann nur passieren, indem wir ein Risiko eingehen.

Speaker: Und ein Tag ohne Risiko ist ein verlorener Tag.

Speaker: Also für mich steht das Finanzielle gar nicht so im Vordergrund, sondern mehr der Mensch.

Speaker: Und das ist für mich der berufliche Erfolg.

Speaker: Nur nicht den Kopf verlieren und sagen, um Gottes Willen, das wird nichts mehr.

Speaker: Es gibt immer einen Weg.

Speaker: Hallo und willkommen zu Hashtag Praxis, dem Podcast für selbstständige Therapeutinnen mit Tipps und Tricks zur erfolgreichen Praxisführung.

Speaker: In der heutigen Folge begrüße ich Psychotherapeutin Angela Leimer.

Speaker: Wir beleuchten gemeinsam die Anfänge ihrer eigenen Praxis und wie sie sich den Weg dorthin neben Vollzeitberuf und Familie schrittweise aufgebaut hat.

Speaker: Angela erzählt uns, wie sie sich im täglichen Arbeitsalltag organisiert, welche Vorteile ein gutes Netzwerk bringt und sie verrät uns auch ihre ganz persönliche Definition von beruflichem Erfolg.

Speaker: Viel Spaß beim Zuhören.

Speaker: Hallo Angela, schön, dass ich dich bei uns begrüßen darf.

Speaker: Hallo.

Speaker: Hallo, vielen Dank für die Einladung.

Speaker: Ich freue mich sehr, dass du heute bei uns im Podcast zu Gast bist und ich würde einfach sagen, wir starten los, indem du dich bitte ganz kurz unseren Hörerinnen vorstellst.

Speaker: Ja, also mein Name ist Angela Leimer, ich bin Psychotherapeutin, Lebens- und Sozialberaterin, Paar- und Sexualtherapeutin,

Speaker: Supervisorin und habe eine eigene Praxis, arbeite noch Teilzeit im Psychosomatischen Zentrum in Garsan Kamp, auch als Psychotherapeutin und betreue dort Patienten in Einzelgesprächen und auch in Gruppensettings.

Speaker: Das sind sehr, sehr viele spannende Rollen, die du in einer vereinst.

Speaker: Jetzt erzähl doch mal, wie kommt man auf

Speaker: so eine Berufung und wie bist du zu deinem Beruf gekommen?

Speaker: Ja, das ist eigentlich eine längere Geschichte.

Speaker: Ich komme aus der Wirtschaft.

Speaker: Ich habe 23 Jahre im Bankenbereich gearbeitet, vom Controlling über Personalbereich.

Speaker: Am Ende dann auch mit einer globalen Führungsposition für Personal für Österreich und Osteuropa hatte ich da die Verantwortung und habe mich immer schon nebenbei weitergebildet.

Speaker: Ich habe

Speaker: Vor vielen, vielen Jahren eine Coaching-Ausbildung gemacht, dann eine Trainerausbildung, die mich dann auch in meiner Führungsrolle sehr unterstützt hat.

Speaker: Und habe dann das Gefühl bekommen, so nach einigen Jahren Führungserfahrung, das ist nicht ganz meines und ich würde gerne mehr in die Beratung gehen.

Speaker: Da war aber von Psychotherapie noch gar nicht die Rede.

Speaker: Erst im letzten Teil von einer Zusatzausbildung zur Supervisorin ging es um psychische Erkrankungen und ich war an diesem Wochenende total geflasht und habe gesagt, das ist es, das will ich machen.

Speaker: Und zwei Wochen später bin ich dann auch schon im Probedeutikum gesessen.

Speaker: Das ist so der erste Teil der Psychotherapieausbildung und bin da durchgelaufen und ja, da bin ich jetzt.

Speaker: Kannst du dich noch an diesen Moment erinnern, was denn wirklich das Ausschlaggebende gewesen ist, was dich dann so geflasht hat, dass wirklich die entscheidende Wendung gemacht hat, dass dich in diese Richtung verschlagen hat?

Speaker: Menschen standen immer schon für mich im Vordergrund.

Speaker: Ob das jetzt in der Psychotherapie jetzt ist oder früher auch in meinen Tätigkeiten.

Speaker: Ich bin immer ein Teamplayer und später eben dann die Führungskraft.

Speaker: War mir auch sehr wichtig, dass wir sehr menschlich auch im Team umgehen.

Speaker: Das hat mich eigentlich dorthin gebracht.

Speaker: Also ich war immer schon jemand, der

Speaker: gerne unterstützt und begleitet, aber nicht vorgibt und nicht lehrerhaft, sondern wirklich unterstützend und dem anderen Menschen dabei belässt, wie er ist.

Speaker: Und bei dieser Ausbildung waren dann eben diese psychischen Erkrankungen, wo ich mir gedacht habe, in meinem Umfeld würden mir sicher zwei, drei Leute einfallen, die in die eine oder andere Erkrankung hineinfallen würden.

Speaker: Und als Coach kann ich denen ja nicht mehr weiterhelfen, das darf ich ja nicht.

Speaker: Und deswegen war für mich dann das Ausschlaggebende, das mache ich jetzt und das ziehe ich durch.

Speaker: Das heißt, du hast deine Zusatzausbildung parallel zum Job gemacht.

Speaker: Das ist ja auch ein bisschen herausfordernd, wenn man so einen Vollzeitjob gerade mit viel Verantwortung hat.

Speaker: Wie war das denn damals für dich?

Speaker: Ja, das war schon eine Herausforderung.

Speaker: Insofern, ich habe ja auch noch zwei Kinder.

Speaker: Also Kinder, die heute jetzt schon groß sind, auf die ich unheimlich stolz bin.

Speaker: Ich bin ja auch schon Mama, also sei Oma seit einem Jahr.

Speaker: Und diese Ausbildungen konnte ich nur machen, wenn die halt am Wochenende waren oder wenn ich mir dafür Urlaub habe nehmen können.

Speaker: Anders war es nicht möglich.

Speaker: Also ein Praktikum zum Beispiel über drei, vier Monate war undenkbar und das konnte ich eben dann danach, als ich mich dann so umorientiert habe und mehr ins Coaching und mehr in die Selbstständigkeit ging, besser vereinbaren.

Speaker: Ich habe sehr viele Praktika machen müssen, auch für Lebens- und Sozialberatung noch, dann noch für das Propädeutikum, dann noch für das Fachspezifikum in der Psychotherapie.

Speaker: Das wäre also neben diesem Vollzeitjob nie machbar gewesen.

Speaker: Aber Wochenendseminare, also Wochenendblockveranstaltungen, die gingen gut.

Speaker: Hast du dann die Möglichkeit gehabt, parallel neben dem Job, neben den Ausbildungen und Praktika, dann auch die ersten Klientinnen wirklich jetzt für dich, für deine eigene selbstständige Tätigkeit zu betreuen?

Speaker: Hat sich das langsam aufgebaut oder wie konnte man sich das damals bei dir vorstellen?

Speaker: Das hat sich sehr langsam aufgebaut.

Speaker: In der Psychotherapie ist es ja so, dass man einige Stunden an Therapien machen muss und die dokumentieren muss, um eben dann mit dem Fachspezifikum fertig zu werden.

Speaker: Das heißt, da musste ich schon irgendwo arbeiten, in kleineren Institutionen,

Speaker: und dort Psychotherapie anbieten für Menschen, die sich halt einen vollen privaten Platz nicht leisten können.

Speaker: Und das habe ich gemacht.

Speaker: Und dadurch habe ich mir auch ein neues Netzwerk geschaffen, viele Kolleginnen und Kollegen, guten Kontakt zu Ärzten, also zu Psychiater, Psychiaterinnen.

Speaker: Und so hat sich das dann eigentlich weiterentwickelt.

Speaker: Mein Lehrtherapeut hat mir gesagt, wenn sich der erste Patient oder Klient meldet bei mir,

Speaker: der über Weiterempfehlungen kommt, dann habe ich es geschafft.

Speaker: Und das hat sich bewahrheitet.

Speaker: Das war dann ganz einfach so.

Speaker: Erinnerst du dich noch an das Feedback, was du bekommen hast aufgrund dieser Weiterempfehlungen oder als ein Beispiel, warum gerade Klientinnen zu dir als Therapeutin oder Beraterin gestoßen sind?

Speaker: Also ich frage nie nach, wer das war.

Speaker: Und ich frage genau die gleiche Frage, warum gerade ich?

Speaker: Und dann kommt meistens so die Antwort, ja, meiner Freundin haben sie so gut geholfen und meine Bekannte hat sich so ins Positive verändert oder meine Freundin hat ihre Ängste verloren.

Speaker: Und das sind so die Dinge, die einen dann wirklich bestärken, in meiner Tätigkeit vor allem dann, diesen Menschen Hilfe anzubieten, sie auf ihrem Weg zu begleiten, egal in welche Richtung das geht.

Speaker: Da spricht auf jeden Fall die Kompetenz und der Erfolg dann für dich.

Speaker: Und das ist ja auch eine schöne Rückmeldung zu hören für den eigenen Beruf, sage ich jetzt mal.

Speaker: Ja, weil wir Psychotherapeuten bekommen ja kein Feedback.

Speaker: Im Grunde genommen.

Speaker: Also wenn Patienten kommen und die kommen eine Zeit und dann irgendwie kommen sie nicht mehr, wir wissen ja nicht, was passiert da jetzt gerade.

Speaker: Hat sich da was verändert?

Speaker: Hat sich was verbessert?

Speaker: Hat sich was verschlechtert?

Speaker: Also da tappen wir ein bisschen im Dunkeln.

Speaker: Und deswegen freut es mich dann immer wieder, wenn ich eben genau solche Sachen höre.

Speaker: wo eben durch Weiterempfehlung Patienten zu mir kommen oder auch im psychosomatischen Zentrum in Gazamkamp.

Speaker: Das finde ich toll.

Speaker: Da gibt es Möglichkeiten, dass man eben da ein Feedback gibt an die Geschäftsführung mit Feedbackkarten und die sammle ich alle.

Speaker: Also das ist auch immer schön, wenn man da ein schönes Feedback bekommt nach sechs Wochen oder ein bisschen länger von den Patienten, die man betreut.

Speaker: Natürlich, da kann man dann drauf aufbauen, Dinge ändern oder sogar beibehalten, wenn es ja gut klappt und dann weiß man, woran man dran ist.

Speaker: Kannst du dich noch erinnern, wie lange ungefähr diese Zeitspanne war, ab dem Punkt, wo du deine ersten Fachausbildungen beendet hattest, bis zu dem Zeitpunkt, wo es wirklich so weit war, dass du dich komplett in der eigenen Praxis selbstständig machen konntest oder gemacht hast?

Speaker: Also ganz selbstständig in meiner eigenen Praxis, muss ich sagen, es hat etwa gedauert drei Jahre, bis ich davon leben konnte, sagen wir so.

Speaker: Der finanzielle Aspekt ist natürlich ein großer, weil die Ausbildung lange dauert, sehr kostenintensiv ist, aber ab dem Zeitpunkt, wo man arbeiten darf, also man darf schon im Status, nennt sich das in der Psychotherapie,

Speaker: Da ist man schon fast fertig und braucht dann eben als letzten Teil noch die Erfahrung mit den Patienten.

Speaker: Und ab da, ja, also muss ich sagen, zwei bis drei Jahre dauert es dann, bis man wirklich davon auch leben kann, selbstständig.

Speaker: Jetzt ist das natürlich auch eine total individuelle Sache, ob jemand auch vom eigenen Typ her drauf brennt, endlich loszulegen, endlich komplett sich seiner eigenen Arbeit zu widmen.

Speaker: Auf der anderen Seite gibt es dann natürlich auch Menschen, die ganz anders ticken und dann lieber sich parallel, eher im sicheren Bereich, alles langsam Schritt für Schritt aufbauen.

Speaker: Erzähl uns einmal, wie ist das denn bei dir gewesen?

Speaker: Also ich hatte in der schlimmsten Zeit drei Jobs.

Speaker: Ich war überall Teilzeit beschäftigt.

Speaker: Eines war ein Controller-Job, das andere war ein Job im Projektmanagement und das dritte war eben dann die Psychotherapie.

Speaker: Und das war die herausforderndste Zeit für mich eigentlich.

Speaker: Weil ich konnte von der Selbstständigkeit noch nicht zu 100% leben und brauchte halt nebenbei noch ein paar Tätigkeiten, um da auch meine Praxis aufzubauen, weil das ist auch mit Investitionen verbunden.

Speaker: Und dann sukzessive habe ich immer wieder einen Teilzeitjob gekündigt und habe immer wieder geschaut, dass meine Praxis mehr in den Vordergrund kommt, bis ich dann, ja, das war eh vor einigen Jahren dann, wo ich gesagt habe, jetzt ist es okay und jetzt komme ich mit der Tätigkeit sehr gut finanziell über die Runden zurück.

Speaker: Nur ganz kurz Werbung in eigener Sache.

Speaker: Dieser Podcast wird dir präsentiert von AppointMate, der unkomplizierten Praxissoftware für Therapeutinnen.

Speaker: Mit dem Code PODCAST10 erhältst du jetzt minus 10% auf die monatliche Gebühr.

Speaker: Interessiert?

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Speaker: Und jetzt zurück zum Interview.

Speaker: Was denkst du denn, worauf kommt es besonders an, wenn man sich in so einer doch herausfordernden Phase befindet, dass man da einfach durchbeißt und dranbleibt, um diesen Schritt auch gut über die Bühne zu bringen?

Speaker: Also im Zuge der Ausbildung und von mir aus freiwillig habe ich sehr viel Selbsterfahrung gemacht.

Speaker: Das war schon vor mehr als zehn Jahren.

Speaker: Und ich hatte da einen Trainer-Mentor,

Speaker: Der hat gesagt, Veränderung kann nur passieren, indem wir ein Risiko eingehen.

Speaker: Und ein Tag ohne Risiko ist ein verlorener Tag.

Speaker: Und um diese Veränderung umzusetzen, braucht es viel Mut und Geduld.

Speaker: Und ich glaube, dieses Mut und Geduld, das war für mich das Ausschlaggebende, zu sagen, das mache ich jetzt einfach.

Speaker: Also es war für mich auch nie ein Zweifel, da rauszugehen aus diesen...

Speaker: sicheren Job sozusagen und er war ja auch gut dotiert, weil viele Kolleginnen zu mir gesagt haben, boah, du traust dir was in dem Alter und jetzt den Sprung in die Selbstständigkeit.

Speaker: Aber ich habe nie daran gezweifelt, dass das nichts werden könnte.

Speaker: Es war von mir immer so der Glaube daran, ja, das schaffe ich und das geht.

Speaker: Also manche Kolleginnen und Kollegen sagen dann auch zu mir, die fliegt eh immer alles so zu.

Speaker: Aber es war für mich so, weiß ich nicht, ich habe da nie daran gezweifelt, dass da nur irgendetwas schiefgehen könnte dabei.

Speaker: Also da war keine Angst da, da war nur Zuversicht und das wird.

Speaker: Wie kann man sich so eine Haltung aneignen?

Speaker: Ist es etwas, dass man sehr viel, wie du gesagt hast, sehr selbstreflektiert ist, weiß, was man kann, wo seine Stärken liegen, was man dafür getan hat?

Speaker: Ist es etwas in die Richtung, weil dann kann ich ja sozusagen dieses Selbstvertrauen und Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse dann hernehmen als Basis dafür?

Speaker: Ich muss sagen, da haben mir meine Kinder...

Speaker: vor vielen Jahren gesagt, Mama, warum gehst du nicht in so eine Beratung wie?

Speaker: Weil die waren im Firmenunterricht damals und mein Sohn hat zu mir gesagt, das wäre doch was, das wäre doch der Job für dich, Mama.

Speaker: Und ich habe mir damals gedacht, nein, also sicher nicht.

Speaker: Und je älter die Kinder geworden sind, desto mehr habe ich mir gedacht, also so Jugendliche haben schon recht.

Speaker: Also die sagen ja das, was sie denken, hoffentlich den Eltern.

Speaker: Oder leider manches Mal.

Speaker: Und da habe ich mir dann gedacht, ja, vielleicht hat das was.

Speaker: Ja, und...

Speaker: Ich habe dann eine ganz liebe Freundin gehabt, die eine schwere Krebserkrankung gehabt hat, die ich da begleitet habe und die immer noch meine beste Freundin ist und die hat gesagt,

Speaker: die Art und Weise, wie ich sie da mitnehmen konnte, also nicht in dieses Negative, sondern immer das Positive zu sehen dabei, das hat ihr irrsinnig geholfen.

Speaker: Und damit war für mich klar, okay, das ist der Job für mich.

Speaker: Und ich muss sagen, ich möchte jetzt gar nichts anderes mehr machen.

Speaker: Also es ist voll meins.

Speaker: Jetzt ist es natürlich so, als selbstständige Therapeutin in eigener Praxis ist ja neben dem eigenen Fachthema und der Klientinnen- und Patientinnenbetreuung einerseits natürlich die ganze Thematik der Organisation, Administration, Steuern, Marketing und so weiter ja auch die zweite Welt, sage ich jetzt mal.

Speaker: Wie konntest du dann plötzlich alles unter einen Hut bringen?

Speaker: Also ich traue mir das ja gar nicht laut sagen.

Speaker: Ich habe ja begonnen mit meiner Selbstständigkeit, mit Rechnungen zu schreiben in Word, mit Serienbrieftechnik, wo ich zurückgreifen konnte auf die Namen und Adressen.

Speaker: Und im Excel habe ich dann diese Liste vervollständigt, welche Rechnung habe ich wann abgeschickt und ist wann bezahlt worden.

Speaker: Das ist natürlich...

Speaker: In einem Zeitalter, wo es schon andere Möglichkeiten gibt, stehen manchen Leuten dann schon die Haare zu Berge.

Speaker: Relativ schnell dann bin ich auf Appointment gekommen.

Speaker: Mit dem war es plötzlich so viel leichter.

Speaker: Also die Leute waren angelegt und ich brauche nur zwei Mausklicks machen, ich habe die Rechnung fertig.

Speaker: Steuerlich muss ich ja sagen, dadurch, dass ich sehr viel in der Wirtschaft gearbeitet habe, ich mache mir meine Steuer auch selbst.

Speaker: Aber...

Speaker: Mit Appointment ist das natürlich um einiges leichter, weil ich kann dort die Termine verwalten, ich kann mir ausrechnen, wie hoch die Umsätze in einem Monat waren, das ist ein Mausklick.

Speaker: Und das ist natürlich jetzt nichts gegen das, was es früher war, also im ersten Jahr, wo ich eben mit Excel und mit Word herum getan habe.

Speaker: Aber das war so der Anfang für mich.

Speaker: Ja.

Speaker: Würdest du dann sagen, dass dein wirtschaftlicher Background auch im Konzern und im Controlling, das du vorher hattest, dir bei diesen ganzen unternehmerischen Themen auch geholfen hat in eigener Praxis, wenn ich das jetzt auch raushöre?

Speaker: Ja, auf jeden Fall.

Speaker: Weil ich kenne viele Psychotherapeuten, Psychotherapeutinnen, die sich da schwer tun, die halt da gar keinen Konnex dazu haben.

Speaker: Eh klar, ich meine, das ist halt, ja, wenn man da die Erfahrung dazu nicht hat oder das

Speaker: Oder ein Basiswissen, weil Steuern ändert sich ja ununterbrochen.

Speaker: Aber es gibt genug Möglichkeiten über diverse Homepages, wo man sich diese Informationen holen kann.

Speaker: Aber wenn man da die Basis nicht hat, dann ist es halt wirklich gescheit, sich einen Steuerberater zu nehmen.

Speaker: Das und zudem auch noch das Mindset, dass man ja als Unternehmerin gewisse Ziele in dem Sinne erreichen möchte, um

Speaker: am Ende alle Rechnungen auch zahlen zu können, daneben, dass man seine eigene Berufung natürlich lebt, die einem irrsinnig viel Spaß macht.

Speaker: Das ist ja dann auch etwas, sage ich jetzt mal, was am Anfang nicht immer so ganz klar ist, aber mit dem Thema muss man sich dann ja auch auseinandersetzen.

Speaker: Definitiv, ja.

Speaker: Ich meine, in der Psychotherapie ist es ja Gott sei Dank so, dass wir nicht umsatzsteuerpflichtig sind und da fällt natürlich ein großer Teil weg, ja.

Speaker: Aber ich muss sagen, wenn ich das machen müsste und im Coaching ist es ja sehr wohl umsatzsteuerpflichtig bis zu einem gewissen Rahmen, dann würde ich mir das sehr wohl überlegen, wo ich das nicht gleich an den Steuerberater übergib, weil das wäre mir dann zu stressig, glaube ich.

Speaker: Und hast du dann dich gleich in Räume eingemietet oder hattest du schon dein Netzwerk bezüglich Räume, wo du mit Klientinnen arbeitest, beziehungsweise dann noch Richtung Online-Beratung?

Speaker: Habe ich auch gesehen, dass du dich in die Richtung weiterentwickelt hast.

Speaker: Kannst du uns da ein bisschen erzählen, was der Vor- und Nachteil bei dem einen oder bei dem anderen ist oder wie du das jetzt auch am Anfang deiner eigenen Praxis gestaltet hast?

Speaker: Begonnen habe ich, ich habe mich mit einer Ausbildungskollegin zusammen eingemietet in eine kleine Praxis, wo wir zu dritt waren und war dort eben zwei oder drei Tage die Woche eingemietet.

Speaker: Und erst später, wo ich gemerkt habe, ich bin halt ein bisschen reglementiert, wenn ich da jetzt nur ein oder zwei Tage arbeiten kann, habe ich mich dann umgeschaut um was Eigenes, weil manche Klienten haben nur an einem Tag Zeit, zu einer gewissen Uhrzeit Zeit und ich wollte da flexibel sein in dem Angebot.

Speaker: Und das ist jetzt eben in meiner eigenen Praxis so.

Speaker: Ich bin relativ frei, flexibel, außer meinen Tagen, die ich eben nicht da in Wien bin, sondern in Gas am Kamp.

Speaker: Aber diese Flexibilität, die bedeutet mir sehr viel, weil ich halt die Freiheit dann habe zu gestalten und zu sagen, ja, geht da an dem Abend auch noch.

Speaker: Und da muss ich nicht dann jedes Mal den Mieter oder den Vermieter fragen, hast du da vielleicht noch für zwei Stunden einen Raum irgendwo frei?

Speaker: Und das habe ich jetzt, also mit meiner eigenen Praxis brauche ich das jetzt nicht mehr.

Speaker: Und hast du bemerkt in den Jahren, dass die Nachfrage hin zu vielleicht niederschwelligerem Online-Therapie-Sessions auch bei dir, auch bei deinen Klientinnen irgendwie gestiegen ist?

Speaker: Ja, durch Corona hat sich da vieles getan.

Speaker: Und es ist witzig, weil manche Patientinnen, Klientinnen ins Ausland gehen für ein Auslandssemester, für...

Speaker: oder wie auch immer.

Speaker: Und ich habe oder hatte Patienten in Amerika online betreut, in Brüssel, in London, in Prag oder in Linz.

Speaker: Also völlig unterschiedlich.

Speaker: Es etabliert sich langsam als auch ein Tool, wo man natürlich auch jemanden unterstützen kann,

Speaker: In der Psychotherapie merke ich aber auch, dass man da ein bisschen an seine Grenzen stößt, weil die integrative Gestalttherapie aus der Schule, der ich komme, ist eine sehr kreative Therapieform.

Speaker: Und da tut man sich halt schwer mit Bild, weil da kann man ja nicht wirklich so am Tisch arbeiten mit Kärtchen und auflegen oder einen Stuhl sich herholen oder so.

Speaker: Und das funktioniert da nicht.

Speaker: Also deswegen meine ich, da kommt man schon ein bisschen an die Grenzen.

Speaker: Aber grundsätzlich, also gerade in Notsituationen, finde ich es ein super Tool, wo man halt jemanden kurzfristig und schnell wieder auf die Sprünge helfen kann.

Speaker: Jetzt

Speaker: Also nur um jetzt zum Thema Freiheit wieder zurückzukommen und Flexibilität, was du vorher angesprochen hast, mit dem, dass du jetzt auch die Möglichkeit hast, ein bisschen flexibler dir deine Arbeitswoche auch zu gestalten.

Speaker: Würde es mich vielleicht noch interessieren, dass wir darüber sprechen, wie du so deinen Arbeitsalltag im Hinblick auf

Speaker: wirkliche Klientinnen- und Patientinnengespräche, aber dann auch Miete, Räumlichkeiten, vielleicht Kunden- oder Patientenakquirierung, wie auch immer das man nennen möchte, hier einfach unterteilst oder aufteilst.

Speaker: Hast du da für dich eine gewisse Struktur gefunden?

Speaker: Jein, sage ich einmal, ganz ehrlich.

Speaker: In puncto Patienten- oder Klientenverwaltung, das geht relativ schnell noch am gleichen Tag.

Speaker: Also wenn ich jetzt meine Patienten gehabt habe an dem Arbeitstag am Abend, dann setze ich mich hin, mache dort die Abrechnungen, vielleicht eine Neuanlage oder andere Dokumente, die ich dann noch dazuhänge.

Speaker: Also das Organisatorische mache ich am gleichen Tag am Abend.

Speaker: Akquisition in dem Sinn mache ich eigentlich nicht.

Speaker: Also

Speaker: Also ich habe schon einen gewissen Stock an Klienten oder Patienten, die halt unterschiedlich in den Intervallen kommen.

Speaker: Manche kommen wöchentlich, manche kommen 14-tägig, manche einmal im Monat.

Speaker: Es gibt Paare, die kommen einmal im Monat, 14 Tage Unterschied.

Speaker: Also das ist völlig unterschiedlich.

Speaker: Aber akquirieren in dem Sinn mache ich eigentlich gar nichts.

Speaker: So Marketing wie ich mache einen Podcast oder sowas, das habe ich mir noch gar nicht wirklich überlegt und ich hätte im Moment auch gar nicht die Zeit dazu.

Speaker: Aber sicherlich, also für die nahe Zukunft ist es auf jeden Fall ein Tool, was man verwenden kann, was auch viele Kolleginnen und Kollegen von mir auch verwenden, um da zu neuen Patienten oder Klienten zu kommen.

Speaker: Das stimmt, ja.

Speaker: Das ist vielleicht auch in der Zukunft etwas, nachdem der ganze Bereich mentale Gesundheit ja immer präsenter wird und immer wichtiger wird und es auch Gott sei Dank an Angeboten so ist, dass das immer mehr wird.

Speaker: Sicher auch etwas, wo man dann in Zukunft, denke ich mir, als

Speaker: Therapeutin auch überlegen könnte, wie kann ich so stärker mit meinem USB hinausgehen, damit mich auch die richtigen, nicht nur die Klientinnen, sondern wirklich auch die richtigen, zu mir passenden Klientinnen mich finden.

Speaker: Jetzt haben wir kurz über Feedback vorhin gesprochen, aber was glaubst du denn, wenn du jetzt im Erstgespräch mit einer Klientin wärst,

Speaker: Und das Thema wäre, was deine USPs sind oder was du auch noch ganz besonders gut in dem Bereich Beratung mitbringen kannst als Therapeutin.

Speaker: Also da unterscheide ich jetzt die Beratung von der Psychotherapie.

Speaker: In der Beratung arbeite ich sehr zielorientiert.

Speaker: Also es wird ein Ziel vereinbart und nach diesem Ziel orientiere ich mich dann in der Beratung.

Speaker: In der Psychotherapie werden für mich genauso Ziele vereinbart, aber in der Psychotherapie würde ich eher sagen, dass ich ein großes Spektrum habe an einer Werkzeugkiste, wenn man so in Metaphern spricht.

Speaker: Eine große Werkzeugkiste, wo sich jeder oder jede das mitnimmt, was er oder sie braucht.

Speaker: In Krisensituationen

Speaker: ist das sowieso irrelevant, weil da muss man mal schauen, dass man diese Leute stabilisiert und dann erst kann man zum Arbeiten beginnen.

Speaker: Diese Zielorientierung zieht sich natürlich auch ein bisschen in die Psychotherapie, aber ist, würde ich sagen, mehr in der Beratung beheimatet.

Speaker: als in der Psychotherapie, weil es da oft Themen gibt, die momentan aufpoppen, die vielleicht mit dem Ziel selbst, was wir formuliert haben, gemeinsam gar nicht wirklich was zu tun hat.

Speaker: Aber das ist jetzt im Moment präsent und das hat für mich Vorrang einfach.

Speaker: Also Krisen sind immer Teile, die für mich Vorrang haben und bearbeitet werden können.

Speaker: Man findet dich ja unter lebensbereiche.at.

Speaker: War das dein Einfall, dass du dich so präsentierst mit dem Hintergrund, mit dem Namen, mit dem Logo oder was hat dich dazu inspiriert?

Speaker: Also ich habe sehr lange überlegt, was ich da für einen Namen nehme.

Speaker: Und habe mich da schon sehr, sehr früh entschieden.

Speaker: Also da war ich noch im Bankenbereich tätig.

Speaker: Für mich war es immer so, wenn ich Patienten oder damals noch Klienten hatte, dass die eben in ihren gesamten

Speaker: Ob das jetzt Partner war, wo Probleme waren, ob das der Job war, ob das Entscheidungen waren, ob das Familie war, ob das was Finanzielles war.

Speaker: Und im Endeffekt sind das alles Bereiche aus unserem Leben, die uns halt beschäftigen.

Speaker: Dadurch ist eigentlich erst Lebensbereiche entstanden und hat sich durch die Psychotherapie dann eigentlich zu einem schönen, runden Bild entwickelt.

Speaker: Und deswegen auch dieses runde Bild mit diesen unterschiedlichen Teilen eben Coaching, Therapie und Supervision.

Speaker: Was verstehst du denn für dich persönlich unter beruflichem Erfolg?

Speaker: Ich denke, und ich habe das eh auch schon gesagt, wenn man so seinen Träumen nachgehen kann,

Speaker: und die in Wirklichkeit bringen kann.

Speaker: Also das ist für mich persönlich der größte Erfolg.

Speaker: Und wenn dann noch das Feedback kommt, sie haben mir so viel geholfen und ich habe so viel gelernt und in diesen sechs Wochen zum Beispiel habe ich mich total verändert und das merkt man ja auch, dass diese Menschen da verändert rausgehen, als was sie gekommen sind.

Speaker: Das ist für mich der Erfolg.

Speaker: Also für mich steht das Finanzielle gar nicht so im Vordergrund, sondern mehr der Mensch.

Speaker: Und ja, das ist für mich der berufliche Erfolg, der für mich eigentlich das treibende Rat ist, weiterzumachen.

Speaker: Und gibt es irgendetwas, das du jetzt rückblickend, wenn du das ganze Revue passieren lässt, hättest anders machen wollen?

Speaker: Also ich denke, ich habe meine Entscheidungen immer mit bestem Wissen und Gewissen getroffen.

Speaker: wenn auch noch nicht zu diesem Zeitpunkt vielleicht alle Informationen da waren, aber zu diesem Zeitpunkt war es für mich die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können.

Speaker: Und ich traue da eigentlich gar nichts nach.

Speaker: Ich denke mir, das Leben ist auch Teil meiner Handlung, die ich da an den Tag lege.

Speaker: Und meine damalige Entscheidung war eben, in die Psychotherapie zu gehen.

Speaker: Und das war, glaube ich, meine beste Entscheidung, die ich in meinem Leben treffen hätte können.

Speaker: Wenn jetzt jemand selbst an so einer Schwelle dieser Entscheidung zu treffen steht, welchen Tipp würdest du dieser Person dann an die Hand geben?

Speaker: Ja, ich würde ihn oder sie fragen, was so ihre Träume sind oder was seine Träume sind, wo er oder sie hin will.

Speaker: Und ich glaube, dass einem das Bauchgefühl, jetzt nicht nur das Bauchgefühl, ich sage immer mit Herz und Verstand entscheiden, da schon hinbringt, wo es gut ist.

Speaker: Ich habe auch oft Klienten da, die sich nicht entscheiden können.

Speaker: Ja, da habe ich jetzt einen Job und das ist ein Angebot und soll ich das annehmen, aber mein jetziger Job hat die und die und die Vorteile.

Speaker: Da versuche ich auch immer ein bisschen so das Bauchgefühl mitzubringen, also mit hineinzunehmen, nicht nur das Kognitive, sondern wir haben ja auch eine Emotion, die gehört werden möchte.

Speaker: Und das, glaube ich, trifft es jetzt eigentlich so.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Manchmal nicht so einfach.

Speaker: Nein, manchmal nicht.

Speaker: Ich sage nicht, dass es nicht einfach ist.

Speaker: Ja, da lohnt es sich auf jeden Fall vielleicht, wenn man einen guten Sparingspartner oder Sparingspartnerin hat, wo man da nochmal gemeinsam darüber reflektieren kann oder sich vielleicht im Netzwerk da einfach Hilfe holen kann bei solchen Entscheidungen, denke ich mal.

Speaker: Ja, richtig, ja.

Speaker: Also ich finde, ein Netzwerk ist wirklich etwas, was man sich aufbauen sollte.

Speaker: nicht nur die Ausbildungskandidaten, sondern sich auch umhören, zu anderen Gruppen gehen oder in der Selbsterfahrung lernt man auch viele Leute kennen, die den gleichen Ansatz haben vielleicht.

Speaker: Also ich finde das sehr, sehr, sehr wichtig, dass man da sich ein gutes Netzwerk aufbaut, wo man dann auch immer wieder zurückgreifen kann.

Speaker: Was sind denn so aus deiner Sicht Fragen?

Speaker: ein paar konkrete wichtige Vorteile, von denen man profitiert einfach, wenn man sehr viele Personen im Netzwerk, vielleicht auch interdisziplinär mit anderen Fachbereichen einfach kennt in seinem Umfeld?

Speaker: Naja, es bringt sehr viel Sicherheit.

Speaker: Also man ist sicher gerade bei den ersten Schritten in eine neue Praxis, die selbstständig machen, das ist ja mit sehr viel Unsicherheit auch verbunden.

Speaker: Und man holt sich da die mentale Unterstützung von lieben Kolleginnen und Kollegen, von lieben Ärzten, die man kennt oder Freunde.

Speaker: Und das ist total wichtig, weil ich denke, ohne einem Netzwerk, ohne Freundschaften,

Speaker: fällt einem halt so, da trägt man alles so alleine auf seinen Schultern und das ist halt schon sehr belastend.

Speaker: Und wenn man sich so ein bisschen ausreden kann und sagen, hey, wie machst du das, wie hast du das gemacht, wie war das erste Mal für dich in einer eigenen Praxis, gibt es etwas, worüber ich nachdenken muss, worüber ich noch achten muss, das hilft einem schon sehr über die Runden.

Speaker: Jetzt ist es natürlich genauso wichtig, ständig am Ball zu bleiben, was die neuesten Entwicklungen oder Forschungsergebnisse sind, gerade im eigenen Fachbereich.

Speaker: Hast du da einen Tipp, wie du das schaffst, dass du dich da regelmäßig auf dem neuesten Stand behältst?

Speaker: Also einerseits müssen wir als Psychotherapeuten uns ja weiterbilden.

Speaker: Wir sind ja verpflichtet, eine gewisse Stundenanzahl in einem gewissen Zeitraum zu absolvieren.

Speaker: Auf der anderen Seite, ich bin ein neugieriger Mensch und ich war nicht einmal noch mit meiner Fachausbildung fertig zur Psychotherapie, bin ich schon in der Paar- und Sexualtherapie gesessen und habe mich dort weitergebildet und sozusagen ein zweites Standbein für Paartherapie und Sexualtherapie gemacht.

Speaker: Und jetzt im Moment stecke ich mitten in der Ausbildung für Somatic Experience.

Speaker: Das ist eine Trauma-Ausbildung für Menschen, die traumatisiert durchs Leben gehen müssen.

Speaker: Und so kommt man fast vom einen ins andere.

Speaker: Ich finde halt Trauma ist ein wichtiger Punkt, weil viele Menschen traumatisiert durch die Welt gehen.

Speaker: Dann kommt noch eine Angst oder eine Depression dazu und man versucht dann immer an der Angst und an der Depression zu arbeiten und lässt eigentlich das Trauma was so im Grunde genommen.

Speaker: noch schlummert, so ganz beiseite.

Speaker: Und deswegen habe ich mich jetzt da entschlossen, jetzt bin ich gerade mittendrin, die dauert auch drei Jahre, diese Ausbildung, und habe ich mich entschlossen, eben diese Ausbildung zu machen.

Speaker: Also ich glaube, ein gewisses Maß an Neugier am ewigen Lernen oder am lebenslangen Lernen, das braucht man auch für so einen Job.

Speaker: neben den eigenen Leistungen, die du anbietest und den Fortbildungen und natürlich jetzt dein Privatleben, wo bleibt dann nämlich irgendwie Zeit auch noch für die Selbstfürsorge oder dass du deine Batterien wieder aufladest?

Speaker: Wie machst du das denn?

Speaker: Ja, wie mache ich das?

Speaker: Ich habe einen Garten.

Speaker: Einen Garten und ja, es klingt jetzt so, ja im Garten und da muss ich und da tue ich, aber für mich ist das Garten, im Gartenarbeiten etwas sehr Meditatives.

Speaker: Und da komme ich wieder zu mir.

Speaker: Da bin ich bei mir, da bin ich in der Erde wühlen und im Unkraut ausjäten und im Tomaten ernten oder was auch immer gerade anfällt.

Speaker: Und das ist eigentlich eine meiner Energietankstellen und natürlich auch meine Familie.

Speaker: Also das ist für mich auch ein großer Punkt.

Speaker: Also mein Partner, meine Kinder, meine Familie im Großen.

Speaker: die ist für mich auch ein Punkt, wo ich sehr viel Energie tanken kann und das nutze ich auch.

Speaker: Bevor wir vielleicht das Gespräch abschließen, gibt es noch ein Thema oder einen Bereich, den ich jetzt noch nicht gefragt hatte, aber wo du dir denkst, ja, das würdest du irgendwie noch gern zu dem Thema Therapeutin in eigener Praxis, Herausforderungen oder Erfolgstipps noch teilen, was dir vielleicht noch in den Kopf gekommen ist während unseres Gesprächs?

Speaker: Also das Einzige, was mir noch einfällt, ist der Tipp an alle angehenden Therapeutinnen und Therapeuten, diese Entscheidung, so eine sehr lange und fast lebenslange Ausbildung zu machen, ist sicherlich keine leichte.

Speaker: Aber wenn man einmal darüber nachdenkt, was das für mich als Therapeut oder als Therapeutin für Vorteile hat und wenn man dafür leben kann, dann ist es die beste Entscheidung, die man treffen kann.

Speaker: Sicherlich gibt es auch Phasen, die nicht so gut laufen, wo man dann schon sagt, wie schaffe ich das jetzt?

Speaker: Und in dem Monat haben drei Patienten bei mir ein Abschlussgespräch gehabt.

Speaker: Wie komme ich jetzt wieder zu neuen Patienten?

Speaker: Sich gar nicht so viel Gedanken über diese Dinge, die vielleicht nicht so gut laufen könnten, machen, sondern mehr in, wie es gut gehen kann.

Speaker: Ich hatte das ja natürlich auch in den ersten Jahren, wo dann die Patienten langsam sagen, so und ich glaube, jetzt bin ich auf einem guten Weg und ich brauche jetzt keine Unterstützung mehr und die machen jetzt ein Abschlussgespräch und ich stelle meine Patienten und Klienten immer frei, dass sie wieder kommen können, wenn sie möchten, was viele auch wieder tun.

Speaker: Aber ab dem Zeitpunkt, wo ihm dann in einem Monat zum Beispiel drei Patienten gesagt haben, danke, mir geht es gut und ich möchte mich gerne wieder melden, aber im Moment passt es für mich.

Speaker: ist so auch schon im Hintergrund dann, puh, wie fülle ich denn den Platz wieder auf?

Speaker: Wo bekomme ich denn da wieder neue Patienten her?

Speaker: Und dann wieder eben zum Netzwerk zurückgreifen und sagen, ja, ich habe wieder zwei Neufzwei-Plätze.

Speaker: Wenn ihr jemanden wisst, könnt ihr mir gerne jemanden schicken oder Ärzte in der Umgebung ansprechen.

Speaker: Es wird immer, also es geht immer und es geht immer wieder bergauf.

Speaker: Also sie sind auf und ab und nur nicht den Kopf verlieren und sagen, oh, Gottes Willen, das wird nichts mehr.

Speaker: Es gibt immer einen Weg.

Speaker: Das würde ich gerne meinen angehenden Kolleginnen und Kollegen gerne weiterleiten.

Speaker: Sehr schön, das möchten wir natürlich auch gerne mit allen unseren Hörerinnen teilen.

Speaker: Und am Ende jetzt noch vielleicht die Frage, wo kann man denn mehr über deine Arbeit und über dich als Person finden?

Speaker: Also auf meiner Homepage, auf lebensbereiche.at, die ist vielleicht auch etwas überarbeitungswürdig im Moment, aber die Psychotherapie ist ein Steckenpferd von mir, da kann man auch einiges drüber lesen und in der Parasexualtherapie natürlich auch.

Speaker: Und dann noch im Coaching oder in der Lebens- und Sozialberatung.

Speaker: Das sind so meine drei Steckenpferde, wo man da ein bisschen mehr auch über mich erfahren kann.

Speaker: Ja, das ist im Moment alles.

Speaker: Wir verlinken alle Infos zu dir, damit dich alle auch noch gut finden können, selbstverständlich.

Speaker: Und damit sage ich vielen, vielen Dank, liebe Angela, dass du heute bei uns zu Gast warst und deine Erfahrungen geteilt hast.

Speaker: Vielen, vielen Dank für die Einladung.

Speaker: Bis dahin, danke.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Danke, tschüss.

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