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Darum geht es in der Masterarbeit von Nicolas!

Wildlife Foto Talk
Wildlife Foto Talk

467 plays · Feb 22, 2026

Zur Jubiläumsfolge sind wir draussen im Feld! Nicolas zeigt uns seine Masterarbeit: Mit 30 Kamerafallen untersucht er, ob Biberfamilien in dicht besiedelten Gebieten grösser werden als bisher angenommen. Er erklärt, wie Biber anhand ihrer Schwanzkellen identifiziert werden, welche Rolle KI bei der Auswertung spielt – und welche überraschenden Gäste sonst noch vor die Kamera laufen (Luchs, Otter, Waldschnepfe...). Zum Schluss checken wir gemeinsam zwei Fallen und schauen, was drauf ist.

Transcript

Speaker: Herzlich willkommen zur 60.

Speaker: Folge von Wild Life Photo Talk.

Speaker: Wir dachten, wir müssen irgendwas Spezielles liefern und darum habe ich mich Nikolas angeschlossen.

Speaker: Du hast nämlich hier in der Umgebung die Kamerafallen für deine Masterarbeit über den Biber aufgestellt.

Speaker: Ich habe bis jetzt weder eine Kamerafalle noch einen Biber gesehen.

Speaker: Aber vielleicht kannst du mal ein bisschen im Detail erzählen, um was es hier genau geht.

Speaker: Genau, eigentlich wollten wir ja auch noch ein bisschen fotografieren.

Speaker: Ja, aber der Plan.

Speaker: Während der ganzen Feldarbeit habe ich immer mal wieder super Schwanzmeisen gesehen und Wintergoldhähnchen.

Speaker: Das hat auch noch nicht so ganz geklappt.

Speaker: Ganz grundsätzlich geht es eigentlich bei der Arbeit darum, so ein bisschen die Familiengrösse wie auch die Familienstruktur der Biber etwas genauer anzuschauen.

Speaker: Das hat den Hintergrund, dass die seit der Wiedereinführung ziemlich ungebremst zunehmen konnten und sich ausbreiten konnten.

Speaker: Der grösste Teil des Wissens, den wir im Moment noch haben vom Biber, stammt aus der Zeit, wo sie einfach ungebremst überall hin konnten.

Speaker: Und entsprechend stellt sich jetzt so ein bisschen die Frage, hat sich da was irgendwie geändert?

Speaker: Jetzt, wo sie eben in gewissen Regionen, und dazu gehört eben diese Region hier auch, gibt es da irgendwelche Änderungen eben in der Familienstruktur, in der Familiengröße, weil sie einfach nicht mehr so Platz haben, um da dann direkt wieder sich ausbreiten zu können?

Speaker: Vielleicht da ein bisschen zum Hintergrund.

Speaker: Normalerweise, man geht zumindest davon aus, dass eigentlich so eine Familie aus Bibern aus ungefähr fünf Tieren besteht.

Speaker: Also wenn man so einen Bau sieht, dann sollten das ungefähr fünf Tiere sein.

Speaker: Sind das dann immer beide Eltern und drei Jungtiere?

Speaker: Genau, ja, so plus minus, kommt natürlich immer ein bisschen darauf an, aber so ein Average wären das eigentlich zwei adulte Tiere.

Speaker: Und die Jungen, die bleiben dann einfach wie zwei Jahre im Revier.

Speaker: Das heisst, es gibt eigentlich dann jedes Jahr Junge und die können dann oder helfen einmal noch mit.

Speaker: Und einfach sobald dann die übernächste Generation eigentlich an Jungen geboren wird, müssen die dann weg und sich einen Platz machen, ein eigenes Revier suchen.

Speaker: Um das einzuordnen für mich, was das auch noch spannend macht, ich fotografiere Biber jetzt auch schon seit über 10 Jahren.

Speaker: Ja, du hast ja auch da schon x Workshops.

Speaker: Genau, ja, genau.

Speaker: Und da habe ich schon relativ früh eigentlich gemerkt, dass mit diesen fünf Bibeln, was man überall liest, das geht bei mir irgendwie nicht so ganz auf.

Speaker: Also ich habe da auch schon in die Sied nach Bibel gezählt, am Abend, und habe das dann einfach mal so ein bisschen auf die Seite geschoben.

Speaker: Ich habe dann auch schon mal angefangen, so ein bisschen die Schwanzkellen zu zeichnen, um da die ein bisschen zuordnen zu können.

Speaker: Ich bin dann eben im Studium gelandet und dann so Ende Bachelor habe ich über Kontakte, auch eben über die Biber, kam es dann eben da eigentlich zur Idee, ja, ich könnte da eigentlich was machen mit Fotofallen und das eben ein bisschen genauer anzuschauen.

Speaker: Und genau.

Speaker: Also wäre die Hypothese eigentlich, dass die Familien grösser werden, weil die Jungen nach dem zweiten Jahr nicht mehr genug Reviere haben, die unbesetzt sind, okay?

Speaker: Genau.

Speaker: Das hat man in Norwegen, hat man das mit GPS-Tags auch schon gemacht.

Speaker: Also da diverse BIP eigentlich dann mit so kleinen

Speaker: Transmittern versetzt und da geschaut, wie die so unterwegs sind auch und dann hat man da gemerkt, hey, da gibt es Tiere, also Jungtiere, die bleiben bis zu sieben Jahre dann eigentlich immer wieder älter, bis sie dann einfach irgendwie halt verschwunden sind, GPS abgefallen, kein Strom mehr, was auch immer.

Speaker: Entsprechend haben wir das in der Schweiz noch versucht anzuschauen.

Speaker: Da gab es vorher schon ein paar Studien oder Versuche zumindest.

Speaker: Wir haben das aber dann eigentlich versucht in einem nicht geschlossenen System, aber zumindest in einem System anzuschauen und dann auch zu verstehen, wie die einzelnen Tiere sich auch unter den Revieren vielleicht mal besuchen und sich hin und her bewegen.

Speaker: Und was war der Grund eigentlich, das Ganze jetzt mit Kamerafallern zu machen und nicht mit GPS-Tracking?

Speaker: Schlussendlich gab es schon auch Studien, die dann zeigten, dass mit den GPS, das ist schon auch ein ziemlicher Stress.

Speaker: Schlussendlich, gerade weil es ein Wassertier ist, muss man die dann auf dem Rücken so festleimen.

Speaker: Und die sind dann relativ gross und sind soziale Tiere, die sich gerne auch in die Gegenseite putzen.

Speaker: Das gab dann einfach, man hat die dann gemessen und gemerkt, die nehmen einfach ziemlich schnell in Gewicht ab, wenn man da so ein GPS ran macht.

Speaker: Entsprechend war das eigentlich keine Option.

Speaker: Zudem ist natürlich auch die Sache, wir wollten dann eigentlich auch relativ viele Familien in die finden und der ganze Aufwand, um dann alle Tiere in die zu fangen,

Speaker: Ja, und potenzielle Zuzügler vielleicht noch.

Speaker: Genau, ja, ist einfach relativ schwierig.

Speaker: Plus, wo würde man die einfangen?

Speaker: Fängt man die beim Bau ein, irgendwie sonst wo, und die dann jeweils dem richtigen Territorium zuzuordnen, wäre da relativ schwierig.

Speaker: Bleibt schlussendlich auch relativ schwierig.

Speaker: Auch mit den Fotofallen ist es manchmal nicht ganz so einfach, dann die entsprechend dem richtigen Territorium zuzuordnen.

Speaker: Aber man kann das so ein bisschen

Speaker: einen passiven Blick beurteilen, ohne da aktiv ins System eingreifen zu müssen.

Speaker: Das war so ein bisschen der Hintergrund.

Speaker: Und wie viele Fallen, ich bin gespannt, du wirst mir nachher sicher noch eine zeigen, wie viele Fallen stehen hier rum?

Speaker: Im Moment stehen 30 Fotofallen rum.

Speaker: Die sind dann jeweils so aufgestellt, dass es drei Fotofallen pro Revier sind.

Speaker: Eine ist immer sehr nah beim Bau.

Speaker: Und da haben wir jeweils noch Zuckerrüben hingestellt, einfach damit wir die ein bisschen häufiger auf der Kamera haben.

Speaker: Ich erinnere mich an das Foto vor ein oder zwei Jahren als Autoshoch.

Speaker: Genau, ja.

Speaker: Ich war da auch dieses Jahr Anfang Winter mal bei einem Bauern und habe da 500, 600 Kilogramm Zuckerrüben eingekauft.

Speaker: Und dadurch haben wir einfach die Tiere, die wir eigentlich beim Bau fotografieren, da wissen wir oder gehen wir davon aus, die müssen eigentlich zu diesem Territorium gehören.

Speaker: Ein anderes Tier würde sich da ziemlich sicher nicht daran getrauen, da eine Zuckerrübe zu klauen.

Speaker: während das bei den anderen zwei Fotofallen schon eher der Fall sein kann, weil die sind dann eher etwas weiter weg vom Bau positioniert an Stellen, wo sie einfach natürlicherweise auch mal durchgehen müssen.

Speaker: Das sind zum Beispiel zwischen zwei kleinen Teichen oder so, dann müssen sie halt irgendwie aus dem Wasser kommen und dann haben wir da auch nochmals zwei Fotofallen aufgestellt.

Speaker: Und Biber haben ja regelrecht neben dem gleichen Pfad.

Speaker: Oder wenn sie aus dem Wasser rein und raus gehen, was das wahrscheinlich ein bisschen einfacher macht in dem Sinn.

Speaker: Es hat natürlich, je nach Revier ist es immer noch relativ schwierig.

Speaker: Gerade am grossen Fluss dann eigentlich, da haben sie so viele verschiedene Stellen.

Speaker: Wenn das an kleineren Teichen, da hat es immer irgendwie so kleinere Wechsel.

Speaker: Gerade in der Nähe gibt es einen coolen Wechsel, der fängt unter Wasser an, geht dann

Speaker: wie ein Tunnel ins Uferbord rein und kommt dann eigentlich auf der anderen Seite hoch.

Speaker: Also es ist wie ein Tunnel gebaut und hinten dran, wo sie dann nicht mehr rauskommen, steht direkt eine Fotofalle.

Speaker: Oder stand zumindest eine Fotofalle bis vor kurzem.

Speaker: Und dann sind die da wirklich jede Nacht fünf bis zehn, fünfzehn Mal unten durchgelaufen.

Speaker: Und das Ding, du wirst es dann auch später noch sehen, das ist eigentlich wie so ein Gestell, fast wie ein Türrahmen eigentlich.

Speaker: Und die Fotofahne, die fotografiert eigentlich den Boden.

Speaker: Und wenn die Bibel unten durchlaufen, dann macht das einfach ein Foto oder mehrere Fotos vom Bibel, wie der unten durchläuft.

Speaker: Und eins davon hoffentlich zumindest ist dann ein Foto von der Schwanzkelle, womit wir sie dann eigentlich identifizieren können und auch gerade noch vermessen können.

Speaker: Und dadurch können wir sie einfach noch dem Alten ein bisschen besser zuordnen.

Speaker: Je älter die sind, desto grösser sind eigentlich die Schwanzkellen der Bibel.

Speaker: Was wir nicht können, ist das Geschlechtunterscheiden.

Speaker: Die sehen gleich aus und sind auch in der Regel praktisch gleich gross, zumindest was die Schwanzkelle angeht.

Speaker: Von dem wir den Faktor müssen wir eigentlich wie aussen vor lassen, aber zumindest Alter und Anzahl Tiere pro Familie können wir so eigentlich ganz gut bestimmen.

Speaker: Genau, und wenn ich mich richtig erinnere, hast du gesagt, alle 24 Tage oder so werden die Fotofallern verschoben.

Speaker: Betrifft das die zwei peripheren Fotofallen oder auch die am Bau selbst?

Speaker: Das sind alle drei Kameras.

Speaker: Hat einfach ein bisschen den Hintergrund mit drei Kameras und pro Revier und 30 Kameras insgesamt.

Speaker: Dann könnten wir da eigentlich nur zehn Reviere anschauen.

Speaker: Wir wollten da ein bisschen mehr noch machen.

Speaker: Und deshalb verschieben wir den einfach gesamthaft nach diesen 24 Tagen an ein weiteres Revier.

Speaker: Und so können wir jetzt in diesem Winter 30 Reviere schlussendlich anschauen, was dann schon ein bisschen auch eine aussagekräftigere statistische Basis zumindest hoffentlich uns geben würde.

Speaker: Wenn alles klappt zumindest.

Speaker: Ich erinnere mich, in einem von unseren letzten Podcasts hattest du erwähnt, dass mal ein Luchs drauf war.

Speaker: Was gab es sonst noch alles für Überraschungen?

Speaker: Ich glaube, Otter war zumindest so im Bachelor noch die grösste Überraschung.

Speaker: Mittlerweile muss ich fast gestehen, man gewöhnt sich daran, dass da immer mal wieder Otter drauf sind.

Speaker: Luchse mittlerweile auch schon fast entdeckt.

Speaker: Eine Gewöhnungssache.

Speaker: Aber ich glaube, die Otis waren schon relativ cool.

Speaker: Ich habe gesagt, diesen Winter hatte ich mal einen, der wirklich unter der Kamera eigentlich durchgelaufen ist und sich dann aber da im Schnee noch gewölzt hat.

Speaker: Und dann habe ich da wirklich so eine Serie an zehn Fotos, wie da so der Otter unten dran ist und in die Kamera dann auch noch hochschaut.

Speaker: Das ist generell noch witzig.

Speaker: Es gibt gewisse Arten, vor allem der Marter, ich nehme an eher der Steinmarter, ich habe sie noch gar nicht genauer angeschaut.

Speaker: Die merken oder die sehen das Infrarot, der Infrarotblitz.

Speaker: Heisst, die laufen eigentlich mal unten durch und dann merken die, da leuchtet irgendwie was von oben herab und dann schauen die so ziemlich direkt in die Kamera.

Speaker: Und die Fotofallen sind halt auch nur auf einer Höhe von 80 cm über Grund und entsprechend sind die dann auch echt nah an der Kamera dran.

Speaker: Auch die Biber kommen ab und zu mal und schauen da, was da eigentlich so oben dran ist.

Speaker: Ich hatte auch schon welche, die dann die Kamera...

Speaker: verschoben haben, was natürlich eine Katastrophe ist eigentlich für die Auswertung, weil ich dann die nicht mehr wirklich brauchen kann zum Vermessen.

Speaker: Könntest du nach dem Verschieben dann nicht nochmal ausmessen mit einem Massstab oder so?

Speaker: Ja, sie haben es noch mehrmals verschoben.

Speaker: Wird relativ blöd.

Speaker: Ich habe so wie ein Gitter, das ich zuerst unten dran lege und ein paar Fotos mache, dann kann ich das schön einfach referenzieren.

Speaker: Und dann weiss ich ja, pro Pixelfoto sind das eine gewisse Anzahl Millimeter.

Speaker: Aber wenn es dann eben verschoben wird durch Biber,

Speaker: Ich habe sogar Bissspuren an einer Kamera von einem Biber, der sich das etwas genauer anschauen wollte.

Speaker: Von dem her, es gibt schon immer mal wieder lustige Szenen auch.

Speaker: Ich habe mal zwei kämpfende Kohlmeisen gehabt unten dran.

Speaker: Die waren wahrscheinlich oben da in einem Busch und sind dann da runtergefallen und lag auf dem Boden.

Speaker: Ich hatte kürzlich mal eine Waldschnäpfe drauf.

Speaker: Das war auch sehr, sehr cool, vor allem am Tag.

Speaker: Von oben ist so ein bisschen eine blöde Perspektive.

Speaker: Da sieht man wahrscheinlich gar nicht viel, wenn man nicht genau hinschaut.

Speaker: Genau, ja.

Speaker: Man sieht halt ein relativ grosses Bild und irgendwie hat sich was bewegt.

Speaker: Aber man sieht dann schon auch, wie gut die eigentlich echt getarnt ist.

Speaker: Das war aber recht cool, weil ich die schon mal während dem Feld eigentlich, ich war da auch im Fotofallen abchecken und plötzlich da was grosses vor mir aufgeflogen, aber ich habe das nur so im Augenwinkel noch gesehen und mir war dann immer so im Hinterkopf, ja vielleicht eine Waldschnipfe hätte schon sein können.

Speaker: Aber ja, so im Winter, man sieht die sowieso nicht so häufig und vor allem eher im Flachland auch eher schwierig.

Speaker: Und das hat es dann aber bestätigt eigentlich, dass da wirklich eine da war.

Speaker: Und von dem her war es schon auch ein cooles Foto drauf.

Speaker: Es gibt natürlich diverse Vögel, die immer mal wieder durchlaufen.

Speaker: Wasserralle, Teichhuhn, Stockente, auch Höckerschwan.

Speaker: Ich denke auch, dass man so ein bisschen in Wassernähe lebt, ja.

Speaker: Du hast die Bissspuren erwähnt und die Bibel, die die Kamera ein bisschen umgestellt haben.

Speaker: Ist da auch mal eine abhandengekommen?

Speaker: Bis jetzt zum Glück noch nicht.

Speaker: Ich hatte es immer mal wieder, dass auch Menschen die Kamera nicht verschoben haben, verdreht haben.

Speaker: Wir haben die eigentlich angeschrieben.

Speaker: Auch relativ klar, dass man die nicht unbedingt berühren sollte.

Speaker: Aber offenbar ist das dann einfach doch nicht so interessant.

Speaker: Glücklicherweise, da wo sie stark verschoben wurden, das war eher das Ende dieser 24 Tage und da habe ich dann nicht allzu viel Daten verloren.

Speaker: Weil die Fotofallen so nah am Boden sind,

Speaker: hat die Schwanzkelle nicht allzu viel Platz auf dem Bild.

Speaker: Die Biber müssen von links nach rechts oder rechts nach links das Bild laufen.

Speaker: Da hatte ich schon Leute, die dann die Fotofalle um 90 Grad gedreht haben.

Speaker: Und dann hat halt keine Schwanzkelle mehr drauf Platz.

Speaker: Das war zum Teil ein bisschen ärgerlich, aber zumindest sind im Moment noch alle Fotofallen da.

Speaker: Wir hatten bei einigen so ein bisschen das Problem, dass die nicht ganz funktionieren wollten, die Fotofallen.

Speaker: Wir hatten da ein paar Reserve dabei, dann konnte ich die austauschen.

Speaker: Aber so kleinere Probleme gibt es, glaube ich, bei jeder Feldarbeit, die man dann irgendwie doch noch lösen müsste oder muss, obwohl man eigentlich gemeint hat, man hat alles schön durchgeplant und organisiert und dann

Speaker: merkt man dann plötzlich doch, das hat man noch vergessen, das auch noch zu berücksichtigen.

Speaker: Aber ich glaube, das gehört einfach eben zum Prozess auch ein bisschen dazu.

Speaker: Das nehme ich an.

Speaker: Und du hast jetzt eigentlich die Methoden mehr oder weniger entwickelt, auch wie du es auswerten wirst.

Speaker: Und sobald dann alle Daten wirklich fertig gesammelt sind, kannst du dann die Auswertung abschliessen und dann erste Schlüsse ziehen.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, also schon endlich, dass die Methodik an und für sich, dass man mit Fotofallen die Bilder macht von Schwanzkellen, das gab es schon zu einem gewissen Grad.

Speaker: Einfach noch nicht unbedingt, ich würde jetzt mal sagen, optimiert.

Speaker: War das schon automatisiert?

Speaker: Automatisiert generell nicht.

Speaker: Aber einfach schon von der Optik her haben wir damit mit Dioptim nochmals gearbeitet, um auch einfach die Qualität der Fotos extrem zu optimieren.

Speaker: Ich kann danach noch ein paar Fotos einblenden vom Bachelor.

Speaker: Da haben wir das noch nicht gemacht.

Speaker: Da haben wir auch die Fotos von 1,5 Meter oder fast 2 Meter oben gemacht.

Speaker: Die meisten Fotofallen fokussieren aber erst auf 3, 4, 5 Meter scharf.

Speaker: Alles, was dann ins Unendliche geht.

Speaker: Entsprechend haben die Fotos einfach nicht wirklich eine Schärfe, was es dann schon mal schwierig macht bei Biber, Kellen,

Speaker: die einfach nicht so große Narben haben.

Speaker: Es gibt welche, die sind super einfach, die haben recht große Narben, einfach auch von Territorial-Kämpfen, es gibt relativ große Bissspuren manchmal, aber ein junger Biber, der hat noch nicht wirklich viele Kämpfe hinter sich, der hat noch eine schöne Schwanzkelle und entsprechend war das immer ein bisschen schwierig, sie zu erkennen.

Speaker: Und jetzt, weil wir diese Diopter brauchen, können wir da ein bisschen näher fokussieren und haben da eigentlich relativ schön die Struktur von der Schwanzkelle.

Speaker: Dann eigentlich der zweite Teil, wo ich fast ein bisschen mehr Arbeit gemacht habe, ist dann eigentlich die Auswertung.

Speaker: Die Fotos machen, das geschieht relativ leicht, das machen die Kameras von alleine.

Speaker: Meistens fast zu viel davon.

Speaker: Und dann geht es eben an die Auswertung und das braucht dann schon auch etwas viel Zeit oder hat zumindest relativ viel Zeit gebraucht im Bachelor, weil ich da einfach die meisten Schwanzkehren dann ja von Auge aus nicht beurteilen musste, ob jetzt das das gleiche Individuum ist oder ein anderes.

Speaker: Ich glaube, wenn sie dann noch Schnee drauf haben zu einem Teil oder ein bisschen Dreck, kann es schon relativ schwierig werden.

Speaker: Und auch die Vermessung, die habe ich zumindest am Anfang wirklich noch voll Hand gemacht.

Speaker: Also da ist ja mit so einem Tool die Länge eingezeichnet und die Breite.

Speaker: Und dann habe ich aber schon im Bachelor das bisschen versucht zu automatisieren.

Speaker: Zumindest mal die Vermessung.

Speaker: Ich denke, die geht ja relativ einfach, weil es einfach die zwei längsten Striche sind, die man ziehen kann, die mehr oder weniger 90 Grad Winkel haben.

Speaker: Genau, ich habe dann schon angefangen, im Bachelor da so ein bisschen eine KI zu trainieren und die eigentlich automatisch zu erkennen.

Speaker: Also quasi wie im Lightroom oder Photoshop Motive erkennen.

Speaker: Da gab es dann einfach Biberkelle erkennen.

Speaker: Und ja, das war einfach auch schon spannend mal zu sehen, wie viel Trainingsdaten das eigentlich braucht, um so einen Algorithmus hinzukriegen und wie viel da eigentlich schief gehen kann und wie wenig es da manchmal braucht, dass das eben dann plötzlich nicht mehr erkannt wird, was mir zumindest schon mal extrem viel Respekt auch dann verschafft hat, was da so die Kameras auch hinzukriegen.

Speaker: Ab Massen habe ich dann eigentlich versucht, das Ganze wirklich von A bis Z zu optimieren.

Speaker: Das heisst wirklich, wenn ich die Speicherkarte eigentlich in den Laptop packe, habe ich natürlich etliche Serien an Fotos, die halt von Mäusen, also kleinere Säugetiere irgendwie ausgelöst wurden.

Speaker: Manchmal auch der Wind, der da irgendwie an der Kamerafalle zürttelt.

Speaker: Und dann habe ich einen Algorithmus, der generell verfügbar ist, der auf ganz viele Tiere trainiert wurde und der sortiert mir das schon mal nach Biberfotos.

Speaker: Ich kann da aber manuell dann auch noch schauen.

Speaker: Und das funktioniert auch, wenn da nur die Kelle drauf ist?

Speaker: Ja.

Speaker: Okay.

Speaker: Vor allem die Kelle funktioniert erstaunlich gut.

Speaker: Ist so ein bisschen das Problem, die allermeisten Fotofallenprojekte, die es so gibt, haben halt die Fotofallen eher in der anderen Richtung, genau, dass es eher von zeitlich in die fotografiert wird.

Speaker: Und entsprechend sind die meisten Algorithmen da auch eher eigentlich auf das trainiert.

Speaker: Von dem her funktioniert das natürlich auch nicht bei jedem Tier genau gleich gut.

Speaker: Ja.

Speaker: Gerade die Unterscheidung Biber und Otter ist manchmal so eine schwierige Sache.

Speaker: Wenn schon mal der ganze Rest draussen ist, ist das wahrscheinlich schon eine grosse Erleichterung.

Speaker: Genau, also ich kann relativ schnell dann eigentlich durchschauen, ob jetzt das Biber sind oder Otter.

Speaker: Und die leeren Fotos oder eben Mäuse oder so, die gehen relativ schnell eigentlich dann weg.

Speaker: Ja.

Speaker: Und was ich dann einfach machen muss, ich selektiere mir einfach die Fotos, wo ich wirklich ganz klar die Schwanzkelle drauf sehe.

Speaker: Und das wird dann automatisch erkennt durch eine KI.

Speaker: Da habe ich natürlich jetzt durch den Bachelor und auch durch den Master schon viel mehr Trainingsdaten auch, dass das schön wirklich maskiert wird, vermessen wird.

Speaker: Und dann im dritten Schritt werden dann eigentlich all die Fotos von diesen Schwanzkellen, also quasi einfach ausmarkiert, werden die versucht, irgendwie einander zugeordnet zu werden.

Speaker: Und das ist dann eigentlich ein ähnlicher Algorithmus im Moment, wie wenn man irgendwie einen Fingerabdruck miteinander vergleichen möchte.

Speaker: Und dann habe ich einfach hier so eine Heatmap, eine Karte, eigentlich ein Overlay, was mir dann anzeigt, okay, der linke Teil von der Schwanzkelle, der hat jetzt einen relativ grossen Overlap, also sehr ähnlich wie auch das zweite Foto.

Speaker: Und dann kann ich die wie vergleichen und wenn ich finde, hey,

Speaker: Das sollte das gleiche Individuum sein, dann kann ich da hinterdrücken, dann wird das zusammengepackt.

Speaker: Und so kann ich relativ schnell eigentlich durch alle Fotos durchkommen, um da die Reviere zu bearbeiten.

Speaker: Jetzt hatte ich gerade eine Frage, die mir eingefallen ist.

Speaker: Wie viele Gigabyte an Daten sind bis jetzt schon zusammengekommen mit den ganzen Trainingsdaten, mit den eigentlichen Bildern?

Speaker: Und ich nehme an,

Speaker: Und Zwischenprodukte?

Speaker: Gute Frage, kann ich das gar nicht unbedingt beantworten, weil ich das schon länger nicht mehr angeschaut habe.

Speaker: Schlussendlich die Bilder sind relativ klein.

Speaker: Die meisten sind schwarz-weiss und die haben auch nur drei Megapixel.

Speaker: Von dem her ist das natürlich schon auch relativ effizient.

Speaker: Es gab aber schon eben auch Kameras, die dann irgendwie 60.000, 70.000 Fotos gemacht haben.

Speaker: Ich müsste mal nachschauen, aber wir können es dann sicherlich noch einblenden lassen.

Speaker: Oder ist der Titel von der Folge?

Speaker: Genau, ja.

Speaker: Eine Million Bilder, Biberbilder.

Speaker: Ja, ich habe eben auch einfach so die, oder vom Programm her, wie ich das aufgestellt habe, die ganze Software, habe ich dann eigentlich noch ein letztes Tool, wo ich dann einfach nur noch so einen Knopf habe, wo ich dann sagen kann, ja, analysieren wir das jetzt?

Speaker: Und das sollte dann einfach einen Ordner geben mit etlichen schönen Diagrammen und Grafen und alles Mögliche.

Speaker: Und dann kann ich da schauen, dass ich da auch noch so eine Grafik machen kann, wie viele Fotos das genau waren.

Speaker: Aber weil ich eben noch dran bin mit Bearbeiten, habe ich diesen Knopf noch nicht gedrückt.

Speaker: Könnt ihr Sie mal drücken?

Speaker: Ich könnte den schon drücken, ja.

Speaker: Ob dein Algorithmus überhaupt funktioniert.

Speaker: Ich habe ein bisschen Angst davor, darum habe ich das noch ein bisschen vor mich hingeschoben.

Speaker: Also wenn ihr keine Zahl irgendwo eingeblendet seht, dann wisst ihr, dass es nicht geklappt hat.

Speaker: Ja, cool.

Speaker: Wollen wir mal die Fallen anschauen und den Luchs dort fotografieren?

Speaker: Mal schauen, was drauf ist.

Speaker: Die erste Falle, da war es relativ lange noch gefroren.

Speaker: Da bin ich nicht so ganz sicher, ob da wirklich was drauf ist.

Speaker: Ja, es hat ja auch über Nacht noch fast bis hier runtergeschneidert.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Darum mal schauen.

Speaker: Bei der zweiten Falle bin ich etwas optimistischer.

Speaker: Da sollten zumindest relativ viele Biber drauf sein.

Speaker: Aber man weiss natürlich nie, von dem wir müssen hier mal schauen gehen.

Speaker: Ja.

Speaker: Wir schauen uns mal eine Fotofalle an.

Speaker: Unten ist das Gitter, das ich brauche, um das zu vermessen.

Speaker: Wenn ich die Fotofalle wieder schräg hinstelle, kann ich das nachher noch korrigieren.

Speaker: Da unten habe ich noch den Diopter verklebt.

Speaker: Je nach Kamera konnte ich das nicht so gut anschrauben.

Speaker: Dann habe ich da ein Schloss, dass man das nicht so gut wegnehmen kann.

Speaker: Das ist ein bisschen schwierig, das aufzukriegen.

Speaker: Mal schauen ob ich das jetzt vorführeffekt im ersten mal hinkriege.

Speaker: Dann könnt ihr schon mal sehen ob da was passiert oder nicht.

Speaker: Und das zeigt mir dann jetzt an.

Speaker: Wenn ich die Speicherkarte lesen kann.

Speaker: Ist keine Angel Bird Karte?

Speaker: Ne, das ist keine Angel Bird Karte.

Speaker: Ich nehme sie jetzt nicht raus, um da schlechte Wirkung zu machen.

Speaker: Da sieht man jetzt, die Kamera hat insgesamt in diesen, ja es waren zwei Wochen, 1500 Fotos gemacht.

Speaker: Das ist eher auf der kleineren Seite.

Speaker: Aber da es eben noch relativ lange gefroren war, war das eigentlich zu erwarten.

Speaker: Es nimmt mich jetzt aber trotzdem noch Wunder, was da alles so auf dieser Karte drauf ist.

Speaker: Von dem her nehme ich die jetzt mal noch raus und dann können wir uns mal ansehen, was da so zu finden ist.

Speaker: Sind also doch auch ein paar Biber drauf.

Speaker: immer mal wieder relativ viele leere Fotos.

Speaker: Das sieht man dann jeweils nicht so gut, ob es da Mäuse drauf sind oder einfach sonst mal ausgelöst wurde.

Speaker: Es hat aber doch auch immer mal wieder Fotos von Bibern drauf.

Speaker: Man sieht das halt jetzt auf dem Monitor da nicht allzu gut.

Speaker: Wir können die dann noch einblenden.

Speaker: Wir haben jetzt noch ein wenig Glück gehabt.

Speaker: Die letzte Zeit hat es doch auch immer mal wieder geregnet und mein MacBook hat auch immer mal wieder gelitten.

Speaker: Aber es ist doch recht cool was jetzt da drauf ist.

Speaker: Ich habe da auch noch offenbar eine Ratte.

Speaker: Habe ich jetzt auch noch nicht so oft drauf gehabt.

Speaker: Aber erstaunlich viele Biberfotos für das ich eigentlich erwartet hätte, dass da relativ wenig drauf ist.

Speaker: und die bessere Fotofalle eigentlich da noch an einer anderen Stelle ist.

Speaker: Es ist nicht jede Fotofalle genau gleich gut pro Revier.

Speaker: Es ist immer ganz optimal, wenn so zwei von drei Fotofallen einigermassen an einer guten Stelle sind und eine kann da manchmal so ein bisschen an einer schlechten Stelle sein.

Speaker: Es gibt halt nicht überall optimale Positionen.

Speaker: Aber das ist schon mal schön, dass die da hier gut geklappt hat.

Speaker: Aber wir können mal noch weiter bei der anderen vorbeischauen, ob die ein bisschen besser funktioniert hat.

Speaker: Ich muss aber jetzt zuerst noch wieder die Speicherkarte hinpacken.

Speaker: Und das Wichtigste ist dann jeweils einfach auch die Kamera wieder einzuschalten.

Speaker: Ich glaube, alle, die mit Fotofallen in die Arbeiten, die kennen das so ein bisschen.

Speaker: Die Panik, dass man dann eh nie vergessen hat, die Kamera wieder einzuschalten.

Speaker: Ich dachte, es tönt schon so, als ob du da aus Erfahrung redest.

Speaker: Genau.

Speaker: Also ich habe bis jetzt, glaube ich, immer hingekriegt, die einzerschalten.

Speaker: Aber ja, einfach so, man stellt die dann hin, Speicherkarte rein, anschalten, packt die zusammen, macht das Schloss wieder hin und dann plötzlich überlegt man sich, ja, hat man jetzt denn wirklich alles gemacht?

Speaker: Oder hat man irgendwas vergessen?

Speaker: Und dann macht man wieder alles auf und merkt, ah, die wäre eigentlich gelaufen.

Speaker: Kein Signal.

Speaker: Ich hatte mal eine, die hat in den ersten 30 Sekunden noch ein Licht gegeben.

Speaker: Genau, sie macht eigentlich Licht, aber das Licht zündet halt nach unten und das ist relativ schwierig, das wenig zu sehen.

Speaker: Von dem her, ja, ich habe die schon öfters irgendwie wieder aufgemacht, wieder zugemacht und dann habe ich wieder das Gefühl gehabt, vielleicht habe ich was vergessen.

Speaker: Mit der Zeit versuche ich das einfach möglichst schnell zu vergessen und zu hoffen, dass das schon irgendwie geklappt hat.

Speaker: Dann würde ich sagen, gehen wir zur nächsten Falle und schauen, ob du da dran gedacht hast.

Speaker: Ja.

Speaker: Jetzt waren wir noch schnell bei der zweiten Fotofalle und haben dann noch kurz geschaut, was da so los ist.

Speaker: Und wie ihr so seht, geht es eine ziemliche Strasse eigentlich da so durch.

Speaker: Also hinter der Kamera ist ein zweiter kleiner Teich und die Biber haben gerade da hinten dann ihre Burg und entsprechend laufen die schon auch einige Male hier durch.

Speaker: Jetzt auch hier war das, glaube ich, relativ lange noch gefroren, von dem her waren auch da nicht allzu viele Fotos drauf.

Speaker: Wobei das eben, ich glaube, zweieinhalbtausend Fotos

Speaker: Wobei das eigentlich gar nicht so schlecht ist, dann habe ich etwas weniger zu analysieren.

Speaker: Plus kommt es auch immer noch darauf an, wie viele Fotos vom Biber sind und wie viele Mäuse da sonst noch durchgelaufen sind.

Speaker: Oder Ratten.

Speaker: Von dem her bin ich ganz zufrieden und schon gespannt, was sonst noch so drauf ist in den letzten paar Wochen.

Speaker: Und dann geht es dann eben schon bald daran, da diesen magischen Button mal zu drücken.

Speaker: Da bin ich gespannt.

Speaker: Vielen Dank für den Einblick.

Speaker: Und ja, dann schauen wir, ob wir noch irgendwelche Vögel finden.

Speaker: Ja, klingt doch gut.

Speaker: Und wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr euch gerne auch in den Kommentaren melden.

Speaker: Und dann sehen wir uns dann beim nächsten Mal, wenn wir mal wieder etwas mehr mit der richtigen Kamera unterwegs sind.

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