Transcript
Speaker: Herzlich willkommen zur mittlerweile 63.
Speaker: Folge vom Wildlife Photo Talk und heute haben wir wieder einen Gast dabei.
Speaker: Radomir, die meisten werden dich sicherlich schon kennen, aber für diejenigen, die es vielleicht doch noch nicht tun, kannst du dich mal ganz kurz vorstellen.
Speaker: Super, erstmal vielen Dank für die Einladung, ich freue mich hier dabei zu sein.
Speaker: Bei so einer geilen Seriennummer, Folge 63, gefällt mir richtig gut die Zahl.
Speaker: Von daher kann das ja heute nur gut werden.
Speaker: Mein Name ist Radom Jakubowski.
Speaker: Ich bin professioneller Natur- und Wildlife-Fotograf und beschäftige mich mit dem Thema mittlerweile seit über 20 Jahren.
Speaker: Ich glaube, professionell habe ich 2010 gegründet und habe mich natürlich vorher auch schon viele, viele Jahre damit beschäftigt.
Speaker: Von daher hoffe ich, dass ich hier gut aufgehoben bin.
Speaker: Und ich meine, ich kenne euch beiden ja auch schon etwas länger.
Speaker: Ich freue mich sehr, dass du die Zeit gefunden hast.
Speaker: Ich glaube, wir können alle noch sehr viel lernen.
Speaker: Wie gesagt, 20 Jahre.
Speaker: Von daher nehmen wir uns vielleicht mal zurück an die Anfänge von dir.
Speaker: Jetzt ist das Ganze ja schon sehr professionalisiert bei dir, habe ich so das Gefühl meistens, von einem Workshop zum anderen.
Speaker: Und wie hat es bei dir angefangen, die Leidenschaft, wie bist du zur Naturfotografie gekommen?
Speaker: Also ich glaube, so diesen Punkt, als ich sagen würde, ab hier Naturfotografie, den gab es gar nicht.
Speaker: Ich habe, glaube ich, angefangen wie die meisten irgendwie mit einer Kamera und habe gesagt, okay, cool, ich gehe mal raus fotografieren.
Speaker: Das war tatsächlich noch analog damals.
Speaker: Digital war damals noch nicht denkbar.
Speaker: Dann analog hat es mich nicht ganz gecatcht, weil es war einfach so aufwendig, ich habe mal ewig gewartet.
Speaker: Die Abzüge aus dem Media Markt von früher und Fotopost habe ich immer noch daheim.
Speaker: Es sind jetzt keine weltbewegenden Naturfotos, muss man ehrlicherweise sagen.
Speaker: Und später, als dann so die ersten Digitalkameras mit zwei Megapixeln kamen, da war ich dann voll am Start, weil da konnte man auf einmal was verändern, da konnte man was bearbeiten, da konnte man die Bilder direkt sehen.
Speaker: Und damit fing so Fotografie richtig an und ich habe ganz schnell alles mögliche probiert.
Speaker: Ich bin damals sehr intensiv auch Skateboard gefahren, habe dann auch Freunde fotografiert, dies, das, jenes.
Speaker: Aber irgendwie war ganz schnell klar, eigentlich interessiert mich nur Natur.
Speaker: Also irgendwie nach zwei Jahren habe ich nur noch Natur fotografiert.
Speaker: Damals auch ganz, ganz viel im Nahbereich.
Speaker: Das war mit Sicherheit dem geschuldet auch, dass ich natürlich keinen Führerschein hatte zu der Zeit.
Speaker: Das war ja noch bevor man überhaupt 18 war und dementsprechend waren die Reisemöglichkeiten noch stärker eingeschränkt.
Speaker: Und ich meine, Social Media und alles, was wir heute haben, um Locations zu sammeln und uns inspirieren zu lassen, das gab es ja alles nicht.
Speaker: Das heißt, du warst damals so wie auf einem weißen Blatt Papier und hast angefangen zu gucken, was du eigentlich fotografisch machen kannst.
Speaker: Ja, das tönt auf jeden Fall spannend und ich finde es auch beeindruckend, was du eigentlich so eine, was soll ich sagen, so eine Breite an der Naturfotografie hast.
Speaker: Ich meine, ich habe dich das letzte Mal in Südfrankreich gesehen, beim Vögel, beim Flamingo fotografieren im Gegenlicht, aber ich sehe von dir mindestens leicht viele Landschaften und gerade im Frühling alle möglichen Frühblüher in der Regel mit irgendwelchen exotischen Linsen wie dem 200er 2.0 ist es, glaube ich, von Canon oder sogar das 201.8, ich bin mir nicht mehr sicher.
Speaker: 2-0 hat die bessere Naheinstellgrenze.
Speaker: Ah, okay.
Speaker: Ich hätte es da schon erwartet, dass du damit zwischenringen und ich weiß nicht, was du arbeitest.
Speaker: Hast du irgend so einen von diesen Themen, die dich irgendwie am meisten reizen oder ist das bei dir alles, ja, macht es die Mischung aus?
Speaker: Also ich glaube, es macht die Mischung aus.
Speaker: Ich sage immer selber, ich bin alles, aber kein Vogelfotograf normalerweise.
Speaker: Ich mache auch mal ein Vogelprojekt im Jahr, aber ich würde mich nicht als Vogelfotografen spezifiziert bezeichnen, sondern eher diese Breite, die macht es aus, die macht mir auch Spaß.
Speaker: Und ich finde, jedes dieser Sujets catcht mich anders.
Speaker: Also ich bearbeite am liebsten so Atelier-Naturbilder, die finde ich am schönsten zum Bearbeiten.
Speaker: Den schönsten
Speaker: Der Jagdinstinkt weckt sozusagen die Tierfotografie natürlich, ist ja ganz klar.
Speaker: Dann Landschaftsfotografie ist schön zum Runterraum, die ist ganz entspannt.
Speaker: Pflanzenfotografie finde ich, was die Kreativität und die Möglichkeiten angeht, halt unglaublich interessant.
Speaker: Und das Schöne dabei ist irgendwie, die zahlen ja alle aufeinander ein oder auch alle Arten der Fotografie.
Speaker: Ich fotografiere auch noch ganz viel außer Natur im privaten Umfeld, einfach Menschen und alles, wozu ich Lust habe, ja.
Speaker: Und dementsprechend dadurch, dass ich einfach immer gerne fotografiere, hat das glaube ich immer einen Spillover-Effekt von allen Bereichen.
Speaker: Das heißt, ich lasse mich auch inspirieren, durchaus aus der Personenfotografie oder aus anderen Arten der Fotografie in die Natur und in die Tierfotografie hineingehend.
Speaker: Das finde ich sehr, sehr spannend.
Speaker: Hast du da irgendwie gerade ein Beispiel, was dich von der Personenfotografie in den letzten ein, zwei Jahren, was du so rübergenommen hast für Tierfotos?
Speaker: Also mir fallen da ganz, ganz viele Beispiele, ganz spontan.
Speaker: Also wenn du dir das Basthöpelbild, das bei dem anderen Wettbewerb von mir prämiert worden ist, anschaust, das ist ganz klassisch Hochzeitsfotografie.
Speaker: Braut trifft Bräutigam vorne und du fotografierst durch den Bräutigam, durch die Braut, mit einer Portraitbrennweite.
Speaker: Unscharfer Vordergrund, unscharfes Tier im Vordergrund und im Hintergrund sozusagen dann dein Protagonist oder deine Protagonistin in dem Beispiel.
Speaker: Ganz klassischer Kater aus der Hochzeitsfotografie.
Speaker: Oder auch, wenn du dir Bilder von Hermann Hürsch gerne anschaust,
Speaker: Wenn dir ein Tier unten im Hochformat hinsetzt, ja, angeschnitten, ja, dann ist das ein ganz klassischer Kader, Paar kommt aus der Hochzeitslocation raus, aus der Kirche, dann hast du unten das Brautpaar und oben drüber den Bogen, ja, ganz klassischer Kader, auch bei dem einen oder anderen Naturfotografen.
Speaker: Und ich schaue mir immer Bilder an und schaue, was mich inspiriert, entweder von der Technik oder vom Bildschnitt oder von der Farbsprache, von dem, was erzählt wird.
Speaker: Und wenn man dann diese kleinen Teile zusammenfügt nachher, ergibt sich ja auch interessante Aspekte für die Naturfotografie.
Speaker: Das heißt, ich bin immer der Meinung, man kann von allen was lernen.
Speaker: Und dementsprechend schaue ich mir sehr interessiert an, was andere im Endeffekt machen.
Speaker: Also nicht nur Fotografen, auch alle anderen Künstler.
Speaker: Ja, das finde ich sehr, sehr spannend bei dir, weil ich glaube, wir alle kennen so gewisse Bildstile und auch Themen von dir, die du ja eigentlich fast jedes Jahr fotografierst.
Speaker: Und ich glaube, da hast du dann auch die Möglichkeit, irgendwie auf kreative Ideen zu kommen oder musst du fast, weil du irgendwie so gewisse Motive jedes Jahr wieder vorfindest.
Speaker: Ja.
Speaker: Was machst du da, dass du da eigentlich dann wirklich immer auf neue Bildideen kommst?
Speaker: Kann das auch sein, dass du dich zum Beispiel irgendwie bei Workshop-Teilnehmenden inspirierst oder wie kommt das?
Speaker: Ich glaube,
Speaker: Du bist ja zum Beispiel viel auch in den Schweizer Alpen jedes Jahr oder bei den Gämsen und da, also ich kenne das von mir, man hat so Themen, die man jedes Jahr wieder fotografiert und trotzdem wird es nicht langweilig.
Speaker: Was ist da der Schlüssel für dich?
Speaker: Ich glaube, Natur wird nie langweilig.
Speaker: Von daher, ich glaube, das ist ganz einfach daran.
Speaker: Und ich glaube, das ist das Allerwichtigste.
Speaker: Ich meine, die Begebenheiten sind ja immer anders.
Speaker: Du hast ja immer andere Tierarten, dann kommt da noch irgendein Falke, mit dem du nicht gerechnet hast, dann kommt da noch eine Maus vorbeigelaufen, die du heute gar nicht fotografieren wolltest, dann geht mal wieder gar nichts.
Speaker: Und
Speaker: Die Faszination an der Natur und einfach das Draußensein, das inspiriert einen ja schon mal pauschal.
Speaker: Und dann ist es ja durchaus so bei mir, ich merke mal, ich habe so Bildimpulse, Bildideen, die dann irgendwie auch das Jahr manchmal dominieren.
Speaker: Und dann merke ich, okay, dann fotografiere ich mit diesen Ideen oder Techniken dann auch bestimmte Pflanzenarten, bestimmte Tierarten und dann entstehen wieder neue Bilder.
Speaker: Aber ich glaube, dieses hartnäckig immer wieder an die gleichen Stellen fahren und ähnliche Motive machen, auch wenn viele sagen, Mensch, das muss doch saulangweilig sein.
Speaker: Das ist doch eigentlich das Geile, weil dann hast du nochmal die Möglichkeit, noch ein paar andere Bilder eben von der Art zu machen, weil ansonsten hast du immer nur...
Speaker: Du kommst zu einer Location, du machst immer das gleiche Bild, keine Ahnung, du fährst auf Island alle tollen Wasserfelder, Diamond Beach oder wie gesagt, ich bin noch nie auf Island fotografisch gewesen, aber dann fahre ich alle Hotspots ab, mache meine Landschaftsbilder und dann war es das sozusagen.
Speaker: Und wenn du aber die Möglichkeit hast, immer wieder zu kehren, ja,
Speaker: privat oder auch nicht privat, dann macht das einfach Spaß.
Speaker: Und ich meine, das ist das, was einen beflügelt und was einem ja auch Freude macht.
Speaker: Ich meine, ich müsste ja nicht im Frühjahr jetzt permanent im Matsch rumlaufen, das ist ja das, was mir gut gefällt, was mir Spaß macht.
Speaker: Und ich meine, diese Matschhose, die einfach diesen besonderen Duft von Frühling hat, wenn man so richtig matschig war im Frühjahr, das hat einen ganz besonderen Duft.
Speaker: Da weiß man, das Jahr geht wieder richtig los.
Speaker: Und ich finde, das ist ganz wichtig, diesen Duft in der Hose zu haben.
Speaker: Also...
Speaker: Ich finde es cool, was du sagst.
Speaker: Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es nicht langweilig wird, sondern dass es neue Möglichkeiten eröffnet.
Speaker: Ich glaube, wenn man einen Ort das erste Mal hingeht, zumindest mir geht es so, ich traue mich dann selten, etwas Neues auszuprobieren, weil man doch die Safety-Shots haben will.
Speaker: Und man kann ja irgendwie entspannter hingehen.
Speaker: Wenn man schon zehnmal am gleichen Ort war, dann weiss man schon, welche Bilder man alles schon zu Hause hat und wo man dann eigentlich gar nicht mehr auslösen muss.
Speaker: Ob man es dann trotzdem noch macht, ist eine andere Frage, aber man kann ein bisschen freier dorthin gehen.
Speaker: Vor allem hast du auch die Möglichkeit zu experimentieren, wenn du so oft rausgehst an die gleichen Locations.
Speaker: Da hast du einfach die Möglichkeit, mal zu sagen, ich probiere es halt einfach mal mit einem Weitwinkel.
Speaker: Dann stellst du fest, es sieht halt kacke aus.
Speaker: Meine Güte, dann warst du halt einen Tag umsonst draußen.
Speaker: Das ist zwar schade, aber draußen in der Natur ist immer besser als am Computer.
Speaker: Und ich glaube, diese Möglichkeit, das auszuprobieren und das auch einfach zu machen, ich glaube, das ist das, was uns auch voranbringt, weil daraus lernen wir, das hat funktioniert oder nicht funktioniert und dann können wir es wieder übertragen auf andere Themen.
Speaker: Ja, cool.
Speaker: Du hast jetzt vorhin angesprochen, also vor 20 Jahren hat es so etwa angefangen.
Speaker: Du hast dann auch gesagt, du hast gegründet.
Speaker: Also wie, nimm uns doch mal etwas mit, wie das am Anfang bei dir ausgesehen hat.
Speaker: Hast du irgendwie von heute auf morgen gesagt, ich bin jetzt Naturfotograf und mache meine eigenen Projekte, sprich mache Workshops etc.
Speaker: Oder war das bei dir so Schritt für Schritt?
Speaker: Und wo stehst du heute vielleicht so im Schnelldurchlauf?
Speaker: Nee, also die erste Erinnerung, so bewusst, war Physikunterricht, 12.
Speaker: Klasse.
Speaker: Da kam die 1D Mark IIN raus.
Speaker: Ich hatte den Prospekt für, ich glaube, 3.249 Euro und habe mich gefragt, wo kriegst du in der Schule die Kohle her für so eine Kamera?
Speaker: Das war so, ich glaube, die erste bewusste Erinnerung.
Speaker: Erinnerung an so eine Thematik.
Speaker: Und ich wollte nie Naturfotograf werden.
Speaker: Also das war für mich immer, das will ich nicht machen.
Speaker: Also ich habe auch dann irgendwann studiert, ich habe BWL, VWL studiert, also Mathe, Statistik, da bin ich gut drin.
Speaker: Und habe eigentlich gesagt, ich will auf gar keinen Fall professionell ein Naturfotograf werden.
Speaker: Und dann habe ich im Studium damals auch schon relativ viele Artikel publiziert, damals so Naturfoto und so ein Kram und das erste Buch damals auch geschrieben mit Sandra Batocher zusammen und
Speaker: Da habe ich gedacht, okay, das ist ja cool.
Speaker: Ich habe mich ja voll da reingehängt die zehn Jahre davor, habe auch jede Menge Wettbewerbserfolge gefeiert und war für damalige Verhältnisse halt voll jung.
Speaker: Ich meine, Levi, du kannst darüber lachen, aber ich meine, damals war die, dadurch, dass es halt auf Social das Ganze nicht gab, war auch Naturphotografie nichts.
Speaker: cooles, hippes wie heute, sondern das war ja irgendwie eine andere Zeit und ich habe mich halt damit beschäftigt, ich kann mich noch erinnern, ich bin früher aus der Disco rausgegangen, um zum Sonnenaufgang zu gehen.
Speaker: Ich habe dann irgendwann gesagt, oh guck mal, es ist 4 Uhr, ich gehe jetzt und die Leute guckten dich an in der Disco, ja warum, ich gehe jetzt Sonnenaufgang fotografieren und dann bist du in dein Auto reingestiegen und bist fotografieren gefahren morgens und ich wollte halt auf gar keinen Fall Naturfotograf werden, sondern wollte mir das 100% als Hobby bewahren, also das war nicht der Plan und
Speaker: Dann war so mehr oder minder Ende vom Studium angesagt.
Speaker: Ich war fertig mit dem Studium, wollte eigentlich noch promovieren, bis es halt schon einen Promotionsplatz.
Speaker: Ich habe immer gesagt, ich habe eigentlich keinen Bock mehr auf Uni.
Speaker: Und dann habe ich die letzte Klausur einfach durchgestrichen und habe gegründet sozusagen.
Speaker: So war der Anfang von Naturfotobusiness mehr oder minder.
Speaker: Und ich habe sehr bewusst durchgestrichen, weil damit konnte ich mein Studium unbegrenzt länger ziehen und konnte mich noch ein, zwei Jahre studentisch versichern natürlich.
Speaker: Das war...
Speaker: sehr angenehm.
Speaker: Aber im Endeffekt war das so der Move damals, wie ich zur Naturfotografie so richtig gekommen bin.
Speaker: Und ich meine, ich hatte ja schon mal so ein kleines Einkommen dann über Bücher, über Magazine, über Postkarten.
Speaker: Also Postkarten waren damals super.
Speaker: Ich glaube, ich habe manchmal 10.000, 15.000 Postkarten in einem Jahr verkauft.
Speaker: Das war anders als heute, was das anging.
Speaker: Und so habe ich dann halt angefangen.
Speaker: Und ich glaube, das Ganze ist gleich ja wie bei Theo Bosboom damals 2010.
Speaker: Und so hat das alles so angefangen, mehr oder minder.
Speaker: Workshops gab es damals eigentlich auch nur ganz wenig.
Speaker: Also Fotoreisen.ch gab es noch, den Dionys.
Speaker: Und ansonsten, ey, es gab halt nichts in dem Sinn.
Speaker: Du bist ja so aus der analogen Fotografie in die digitale Welt gekommen und da war ja alles neu.
Speaker: Von da kannst du noch ausprobieren, was du wolltest.
Speaker: Da fing Facebook ja auch überhaupt erst langsam irgendwann an in der Zeit auch.
Speaker: Ich habe meine Bilder auf StudiVZ gezeigt.
Speaker: Ja, cool.
Speaker: Und vielleicht, wie sieht es heute bei dir aus?
Speaker: So ein Jahr oder nehmen wir uns mal etwas mit in deinen Alltag?
Speaker: Ich glaube, ich höre natürlich auch deinen Podcast sehr gerne und ich nehme dich als relativ strukturierten Mensch wahr,
Speaker: Was jetzt doch nicht alle Naturfotografen und Fotografinnen wahrscheinlich per se sind, weil es einfach sehr viele spezielle Zeiten mit sich bringt, wo man irgendwie draußen ist, irgendwelche Termine, die man dann auf den letzten Moment noch einhalten muss etc.
Speaker: Wie machst du das?
Speaker: Wie schaut bei dir so der Alltag aus oder so etwas das Jahr jetzt heute?
Speaker: Ja, also generell, ich würde sagen, strukturiert, ja, das unterstellen mir viele.
Speaker: Ich glaube immer, da geht noch mehr.
Speaker: Ich bin zwar chaotisch nach außen, aber ich bin, was alles rund um Business angeht, bin ich sehr strukturiert, definitiv.
Speaker: Danke auch, dass du meinen Podcast erwähnst.
Speaker: Von daher, falls ihr mal reinhören wollt, den Bohnensack gibt es überall, wo es Podcasts gibt, dann kann man sich sozusagen ja auch schon mal hier hin und her austauschen.
Speaker: Aber wie sieht so ein Jahr aus?
Speaker: Nun, ich habe auf der einen Seite das Thema Vertrieb immer auf der Uhr.
Speaker: Das heißt, ich glaube, das, was vielen Fotografen fehlt, ist, dass sie sich überlegen, mit wem kann man zusammenarbeiten und warum.
Speaker: Das heißt, die meisten Kooperationen, die ich fahre, fahre ich sehr bewusst und weil ich mir die Partner ausgesucht habe dazu.
Speaker: Das heißt,
Speaker: Ich habe selten eine Anfrage aus China, wo ich aus dem Höschen springe und sage, ich wollte schon immer mal chinesisches Deo ausprobieren.
Speaker: Das ist einfach genau das Ding für Naturfotografen, sondern ich gehe da sehr bewusst und sehr langwierig rein.
Speaker: Das heißt, ich habe auf der einen Seite die vielen Partnerschaften, wo ich auch mit an den Produkten arbeite,
Speaker: teilweise entwickle oder wo ich auch eigene Produkte gemeinsam mit den Firmen entwickle und am Ende des Tages ja auch am Umsatz beteiligt werde über verschiedenste Modelle.
Speaker: Das ist durchaus ein Thema, das, denke ich, wichtig ist, um bereit aufgestellt zu sein.
Speaker: Also ich will ja nicht nur von Workshops leben, beziehungsweise Workshops waren
Speaker: ist heute ein wichtigerer Teil, als es früher mal war, aber im Gesamtmix finde ich, ist es wichtig, verschiedene Standbeine zu betreuen.
Speaker: Dann hast du den ganzen Artikelkram, den kannst du auch relativ früh planen, das heißt, normalerweise weiß ich ein Jahr im Voraus die ganzen Deadlines, also dann stehen die da auf der To-Do-Liste, wann müssen welche Artikel fertig sein, da landen dann die Wettbewerbe drauf, wann müssen welche Wettbewerbe besendet sein, wenn die oft genug Reminders schicken, dann schicke ich da Bilder hin, mehr oder minder.
Speaker: Und drumherum plane ich dann sozusagen die Workshops, die eigenen Reisen, das, was mir gefällt.
Speaker: Und ich muss halt auch ehrlich zugeben, mittlerweile habe ich halt auch relativ hohe Opportunitätskosten im Alltag.
Speaker: Das heißt, ich stelle einfach fest, dass
Speaker: Für mich Zeit mit der Familie verbringen, ja, ist tatsächlich oft wichtiger geworden von meiner Empfindung, als jetzt nur fotografieren zu gehen.
Speaker: Das heißt, so bescheuert, wie das klingt, aber bevor man das nicht kennengelernt hat, dass da ein kleiner Mensch ist, den man sehr lieb hat, ja, gibt es diese Opportunitätskosten nicht.
Speaker: Und dann liegst du auf einmal im Wald abends und denkst, boah,
Speaker: Ich kann mich jetzt auch super anschreien lassen beim ins Bett bringen und auf einmal ist das eine ganz attraktive Alternative zur Naturfotografie.
Speaker: Das glaubt man gar nicht, dass das eine attraktive Alternative sein kann, aber dann stellt man auf einmal fest, okay, jetzt probierst du halt all diese Stränge irgendwie zusammenzubringen und ich erwische mich da natürlich auch.
Speaker: beziehungsweise ich plane da halt auch ganz ganz viel gemeinsam.
Speaker: Also ich fahre in die Vogesen mit Dachzelt, dann fotografiere ich nur zum Sonnenaufgang mit Familie und am Abend bin ich mit denen unterwegs und den ganzen Abend bade sie erst mal.
Speaker: Das funktioniert.
Speaker: Das heißt, ich muss halt gucken, wie kriege ich das irgendwie unter einen Hut.
Speaker: Oder wenn ich nach Lünen aufs Internationale Naturfotografen Festival fahre, dann nehme ich einfach die Family mit.
Speaker: Und dann kannst du halt nicht mehr wie früher bis um vier Uhr morgens im Harlequin in der Bar unten sitzen mit dem Natufu drauf und dann gehst du um zwei ins Bett und zwar ohne Alkohol, weil du eben um sechs Uhr schon wieder in den Pool gehen musst mit dem Nachwuchs.
Speaker: Das ist halt, es verändert sich halt.
Speaker: Das ist überhaupt nicht negativ gemeint, aber es kostet mich persönlich viel Kraft, um zu sagen, ich will Sport, ich will Familie, ich will Natur, ich will Business, ich will alles unter einen Hut bringen.
Speaker: Das kostet viel Kraft jetzt nach den ersten fünf Jahren, kann ich sagen, es ist anstrengender als vorher.
Speaker: Das kann ich mir gut vorstellen, so wie du das schilderst.
Speaker: Vor allem denke ich, weil wir als selbstständige Fotografen da ja, wie Levi schon gesagt hat, erstens mal komische Arbeitszeiten haben und zweitens wahrscheinlich nicht eine 40-Stunden-Woche haben, sondern weil wir es ja
Speaker: Also ich glaube, dir geht es ja auch so, was ich ausgehört habe.
Speaker: Du versuchst es immer noch als Hobby zu sehen, wenn du einfach jetzt sagen wir ohne Kunden einfach rausgehst und fotografierst, dass du es einfach geniesst.
Speaker: Und dann merkt man gar nicht, finde ich manchmal, wie viel Zeit da drauf geht.
Speaker: Ich finde das ganz wichtig, dass man es als Hobby sieht, weil ich habe so nach fünf Jahren Selbstständigkeit das Gefühl gehabt, dass das umschlägt in Arbeit.
Speaker: Und ich habe mir das ganz bewusst wieder eingeredet, dass es mein Hobby ist.
Speaker: Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich das auch genauso anderen gegenüber äußere.
Speaker: Aber ich finde das ganz wichtig, weil sonst bist du gar nicht mehr bereit, für dich selber einfach fotografieren zu gehen.
Speaker: Und ich meine, ich gehe ständig für mich selber raus fotografieren.
Speaker: Und wenn man dann aber sagt, das ist aber mein Job, das ist mein Beruf, ich will das nur noch machen wegen Geld, dann wird zwangsläufig die Qualität, die Kreativität leiden, aber vor allem die Einstellung leidet darunter.
Speaker: Dann ist das nicht mehr, boah geil, heute könnte was Geiles passieren, sondern boah ey, heute schon wieder fotografieren gehen und das darf auf gar keinen Fall passieren, glaube ich.
Speaker: Dann ist das Feuer am Arsch, dann ist es nicht mehr so, dass ihr freiwillig rausgeht, weil man
Speaker: Trotz allem, was ich gesagt habe, dass es mir viel Energie kostet und viel Aufwand, ist es ja trotzdem so, dass ich das absolut liebe, die Naturfotografie.
Speaker: Und das ist, glaube ich, auch ein ganz wichtiger Aspekt, weil Levi, du hast ja gefragt, wie hat das alles so angefangen?
Speaker: Und ich glaube, dass wenn man nicht aus diesem studentischen Leben in die Naturfotografie startet,
Speaker: Es ist verdammt schwer, irgendwie in der Naturfotografie zu landen, weil man einfach ewig braucht, um da aufzubauen.
Speaker: Und wenn man schon einen Lebensstatus hat, dann wird man den in der Regel nicht mal eben mit Naturfotografie auffüllen können, wenn man sagt, okay, ich habe jetzt gekündigt, ich will das nicht mehr erarbeiten, was ich gearbeitet habe und jetzt will ich plötzlich Naturfotograf werden.
Speaker: Ich kann mir nicht vorstellen,
Speaker: Es kann funktionieren, aber es kann nur sehr, sehr schwer funktionieren.
Speaker: Ich meine, es gibt ja Fälle, wo es funktioniert hat, aber es ist, glaube ich, schon so, dass es einfacher ist, wenn man aus einfachen Verhältnissen startet im Endeffekt.
Speaker: Ja, das glaube ich total und schön oder auch irgendwie, wie du das dann im Vorhinein so schön aufgleisen konntest.
Speaker: Trotzdem finde ich es irgendwie spannend und habe ich dir ja im Vorfeld auch gesagt, dass ich es spannend fände, darüber zu sprechen, wie du irgendwie alle diese Dinge unter einen Hut bringst.
Speaker: Du hast jetzt angesprochen, dass du sehr viel Zeit für dich draußen bist.
Speaker: Das ist etwas, was ich auch versuche, ich glaube Fabian auch, und trotzdem ist man da immer so etwas im Trade-off, wann zum Beispiel jetzt du mit deinen Workshops, du denkst ja dann vielleicht immer, okay, in der Zeit könnte man vielleicht noch einen Workshop reinbringen oder die es auch noch machen.
Speaker: Also ich sehe das bei mir, ist das manchmal einfach schwierig, in den letzten zwei Jahren war es zumindest so, weil im Moment, wo ich eine Idee habe, da bin ich Feuer und Flamme dafür und denke mir, ja da möchte ich dieses Projekt noch reinnehmen.
Speaker: Und jetzt bin ich auch so etwas an dem Punkt, wo ich manchmal merke, okay,
Speaker: Da habe ich zwar zwei Wochen, aber wenn ich da jetzt zwei Wochen ein Projekt reinboxe, dann sind die komplett weg und dann versuche ich irgendwie, da im Vornherein wirklich bewusst Zeit frei zu behalten, dass ich die dann auch wirklich frei fotografieren kann, ohne irgendwie mit dem Hinterkopf, im Hinterkopf zu haben, dass es ein Projekt ist oder für irgendetwas dienen muss.
Speaker: Wie machst du das?
Speaker: Ist das bei dir wirklich dann oft so, dass diese freie Zeit,
Speaker: sehr spontan passiert oder musst du die trotzdem irgendwie einplanen?
Speaker: Naja, das Gefühl, wie du das beschreibst, habe ich tatsächlich überhaupt nicht, weil ich nie darüber denke, boah, könnte ich da noch einen Workshop mehr machen oder könnte ich da mehr machen.
Speaker: Ich plane für mich das ja.
Speaker: Also ich habe einen Forecast, da bist du im Bereich Struktur.
Speaker: Ich habe einen Forecast, ich habe einen Forecast, was die Umsätze angeht.
Speaker: Ich
Speaker: Gucke auch, wo die Umsätze herkommen.
Speaker: Ich überlege mir auch, was ist Plan, was es ist, wo wird das eventuell aufgefüllt.
Speaker: Das heißt, ich habe es sehr genau im Blick und ich würde nie auf die Idee kommen, im laufenden Jahr zu sagen, ich mache jetzt einen Workshop mehr, den ich nicht vorher geplant habe.
Speaker: Wozu auch?
Speaker: Da bin ich eher schon gedanklich im nächsten Jahr von der Planung.
Speaker: Und dann kann ich ja einfach sagen, okay, hey, an dem Wochenende gehe ich jetzt einfach fotografieren oder treffe mich mit Freunden oder mache was auch immer.
Speaker: Ich habe da eher so den Trade-off, wenn ich sehe, dass das Licht gut ist, dann denke ich so, boah, jetzt muss ich doch nochmal raus, noch was machen fotografisch, aber grundlegend plane ich sehr weit im Voraus und deswegen
Speaker: Und die Herausforderung, dieses Thema habe ich gar nicht so sehr, wie du das jetzt hast.
Speaker: Aber ich glaube, das war früher auch anders.
Speaker: Und ich glaube, dadurch, dass ich jetzt mittlerweile so weit im Voraus alles plane, ist es nicht mehr so.
Speaker: Und jetzt kommen die Opportunitätskosten.
Speaker: Ja.
Speaker: Wenn ich ein Wochenende mehr habe mit Family, bin ich da gar nicht böse drum.
Speaker: Das heißt, wenn mir mal was aushält, wenn ich früher geärgert habe, Mensch, der Umsatz ist weg, dann denke ich mir so, ist mir auch egal, habe ich einen Tag, kann ich Fahrradfahren üben mit Kind oder was auch immer oder ins Schwimmbad gehen oder an den See fahren.
Speaker: Das heißt, auf einmal, das, was auf der einen Seite auch eine Herausforderung ist, führt halt dazu, dass es gar nicht mehr so tragisch oder so schlimm ist im Endeffekt, wenn das passiert.
Speaker: Ja, voll.
Speaker: Das macht Sinn.
Speaker: Das Beispiel mit den Workshops war jetzt auch etwas unüberlegt, weil ich zum Beispiel kaum Workshops mache.
Speaker: Bei mir sind es dann eher Projekte, wie zum Beispiel jetzt an einem Buch dran zu sein oder irgendwie so größere freie Projekte.
Speaker: Du hast ja auch schon Bücher geschrieben oder wenn du für Vorträge etwas machst oder so, dann hast du ja trotzdem immer
Speaker: dieses größere Projekt im Hinterkopf.
Speaker: Workshops sind relativ strukturiert, das sehe ich auch.
Speaker: Da hast du, okay, diese Woche bist du weg, die ist fix geplant.
Speaker: So jetzt die Grenze zwischen freien Projekten und trotzdem möchtest du ja ein Buch machen, was am Schluss fertig sein muss und du arbeitest darauf hin, dass du da Schritt für Schritt weiterkommst.
Speaker: Ich wollte mehr noch etwas darauf hinaus, weil ich glaube, jetzt mit Familie hast du sicher einen sehr, sehr guten Ausgleich oder einen guten Grund, wenn du zu Hause bleibst, dass du trotzdem sehr erfüllt bist und trotzdem
Speaker: Das ist, glaube ich, mir das, was ich manchmal sehr schwierig finde, wenn es solche Projekte sind, die einfach nicht so einfach zu strukturieren sind.
Speaker: Oder schaffst du es, ein Buch sehr, sehr klar zu strukturieren?
Speaker: Oder kommen dann diese Projekte bei dir erst, nachdem du lange frei fotografiert hast und eigentlich schon die Arbeit vorgeleistet hast, ohne das Projekt im Hinterkopf?
Speaker: Also ich glaube, auf der einen Seite, ich bin die meisten Projekte von der anderen Seite angegangen.
Speaker: Ich habe erst fotografiert und irgendwann habe ich festgestellt, okay, da fehlt noch ABC und habe irgendwann probiert, ABC noch zu finden, so ungefähr.
Speaker: Das heißt, da fehlt mir noch was.
Speaker: Und dann, ich bin aber ganz selten, also
Speaker: Man unterstellt ja immer so, das ist jetzt alles so genau geplant und da kommt das eine zum anderen und da gibt es den geheimen Masterplan.
Speaker: Aber eigentlich ist es genau umgekehrt.
Speaker: Ich habe immer fotografiert, wozu ich Lust habe und Projekte gemacht, wie ich spaßig bin.
Speaker: Und wenn was daraus wird, ist es nett und wenn nicht, dann hatte ich auch eine gute Zeit.
Speaker: Also ich habe unendlich viele Sachen anfotografiert, die nie viel geworden sind, einfach weil ich dann auch kein Konzept dahinter hatte, außer ich schaue mir das mal an, ich probiere das mal aus, ich gucke mir das an.
Speaker: Da entstehen dann oftmals ein paar schöne Bilder, dann reicht es wenigstens für den Blog oder für einen Zeitungsartikel oder dann reicht es auch mal für ein Wettbewerbsbild und so weiter.
Speaker: Dafür reicht das ja alles, aber dann die Stufe weiterzugehen, passiert halt ganz vielen Fällen nicht, weil ich einfach festgehe, okay, dafür taugt das nicht, aber ich habe es halt jetzt gesehen, ich habe es wahrgenommen, ich habe die Erfahrung damit gemacht.
Speaker: Ja, sehr cool.
Speaker: Du hast auch schon öfters darüber gesprochen in deinem Podcast, wir haben auch schon darüber gesprochen, Thema Wettbewerbe.
Speaker: Hast du da vielleicht noch zwei, drei Tipps zum Mitmachen?
Speaker: Und du meinst in Bezug auf die Bildauswahl oder was meinst du konkret?
Speaker: Genau, also man hat die Herausforderung, man hat irgendwie über das ganze Jahr fotografiert, hat im Idealfall vielleicht irgendwie zwei, drei hundert Bilder, wo man irgendwie findet, die haben Potenzial.
Speaker: Wie gehst du dann vor?
Speaker: Erstmal Respekt, dass du 200-300 Bilder hast, die Potenzial haben.
Speaker: Weil mein Ziel ist immer, fünf gute Bilder im Jahr zu machen und ich schaffe das jedes Jahr nicht.
Speaker: Von daher Respekt, dass du 200-300 gute raushaust, Levi.
Speaker: Da muss ich aber sagen, bist du mir meilenweit voraus.
Speaker: Also ich habe gar nicht so viele gute Bilder, wo ich sagen würde, die würde ich überhaupt auf die Idee kommen, zum Wettbewerb zu schicken.
Speaker: Ich bin da tatsächlich...
Speaker: Also ich glaube, da muss man unterscheiden, ich vor 15 Jahren, als ich heiß auf Wettbewerbe war und ich heute, das sind glaube ich zwei verschiedene Paar Schuhe, weil früher war mir das schon sehr wichtig, deshalb habe ich auch überlegt, wie ich das Thema umsetzen kann, was so die Trends sind in der Naturfotografie, wie bringe ich die in meine Bildsprache unter.
Speaker: Und heute fotografiere ich so, wie es mir gefällt und wenn dabei was rauskommt, was meiner Meinung nach zum Wettbewerb passt oder Potenzial dafür hat,
Speaker: dann nehme ich das sozusagen auf in meinen Wettbewerbsordner.
Speaker: Ich habe einen Wettbewerbsordner, da landen dann, wenn es hochkommt, zehn Bilder im Jahr, von denen, wie gesagt, alle nicht das Potenzial haben, weil Bilder, wo ich sage, die haben das Potenzial wirklich zu gewinnen, das weiß man ja, wenn man auf den Auslöser gedrückt hat, mehr oder minder.
Speaker: Also zumindest geht es mir so, ich weiß dann, okay, aus der Serie, das wird funktionieren im Endeffekt.
Speaker: Bei der Bildauswahl für Wettbewerbe,
Speaker: Da habe ich ja tatsächlich gerade eine relativ gemeine Podcast-Folge rausgehauen.
Speaker: Also ich glaube, die letzte Podcast-Episode bei mir im Bohnensack ging ja so ein bisschen in diese Richtung.
Speaker: Ich glaube, es ist ganz wichtig, entweder sich zu überlegen, was ist die Zukunft, da wo sich den Trend hingeht, um...
Speaker: seine Bilder dahingehend zu gestalten und zu sagen, okay, ich nehme die.
Speaker: Oder zu sagen, das ist das, was aus mir rauskommt, das ist meine Ästhetik, so will ich fotografieren.
Speaker: Aber zu sagen, ich mache jetzt, ganz blöd gesagt, den zehnten nichtssagenden ICM oder ich mache
Speaker: Das 20.
Speaker: Mal durch irgendwas durchfotografieren oder ich nehme 30 afrikanische Katzen, weil afrikanische Katzen anscheinend immer in der Säugeticker-Kategorie gewinnen.
Speaker: Das funktioniert halt nicht, sondern ich würde eher das Pferd von der anderen Seite aufzügeln.
Speaker: Ich würde mir überlegen, okay.
Speaker: Was ist denn das überhaupt für eine Konstellation der Jury?
Speaker: Also wenn ich wirklich den Wettbewerb gewinnen wollen würde, würde ich mir den Jurierungsprozess angucken.
Speaker: So fair muss man sein.
Speaker: Das heißt, ist das eine Jury, die sich trifft oder nicht?
Speaker: Das macht einen riesigen Unterschied im Jurierungsprozess.
Speaker: Auch für die Bildauswahl theoretisch.
Speaker: Und ich würde da gucken, also wenn ich jetzt konkrete Tipps aushauen müsste, dann klickt eure 500 besten Bilder aus einem Jahr durch, ja, innerhalb von, sagen wir mal, 0,5 Sekunden pro Bild.
Speaker: Also in 250 Sekunden 500 Bilder durchklicken, ja.
Speaker: Und die drei Bilder, an denen euer Auge hängen bleibt, das sind eure drei Bilder, die ihr in einen anderen Ordner reinnehmen solltet, dann müsst ihr gucken, hat das im ersten Moment einen Aha-Effekt, dass die Jury das in der ersten Sekunde weiterlässt überhaupt.
Speaker: Und wenn es dann einen Aha-Effekt hat, dann muss halt alles weitere stimmen.
Speaker: Aber es macht überhaupt gar keinen Sinn, so wie Fotografen immer davor sitzen und träumerisch sich überlegen, boah, ich arbeite da mal an der Wolke ein bisschen aus und dies und jenes und
Speaker: Also ich glaube, die Realität ist halt eine andere.
Speaker: Du hast dann 50.000 Bilder, 30.000 Bilder zu sehen in der Jury und da fliegt ein Bild, das nicht im ersten Moment schon mal wenigstens ein grobes Aha-Erlebnis hat, schon mal raus.
Speaker: Das heißt, darüber muss man sich klar sein, sonst kommt man schon mal nicht in die nächste Runde.
Speaker: Und du willst erst mal in die nächste Runde kommen, das ist das erste Ziel.
Speaker: Und danach brauchst du ein Bild, das halt
Speaker: Und tatsächlich ist es so, dass meiner Meinung nach absolut unterbewertet alltägliche Arten sind.
Speaker: Also so bescheuert, wie das klingt.
Speaker: Ich würde total gerne mal geile Auerhahnbilder machen, so wie du, Levi.
Speaker: Aber dann siehst du die 30 geilsten Auerhahnbilder an so einer Jury und denkst dir, boah, so eine Blaumeise schön fotografiert wäre auch mal geil.
Speaker: Also es ist durchaus so, dass...
Speaker: Ich glaube, das Ergebnis von Wettbewerben zeigt ja immer so eine Richtung an von Dingen, die dann andere auch einreichen.
Speaker: Aber ich würde gar nicht das einreichen, was im letzten Jahr gewonnen hat, sondern mir halt auch einfach überlegen, was gut ist.
Speaker: Nur weil es im Wettbewerb nicht gezeigt wird, heißt das ja nicht, dass es nicht prämiert worden ist, weil es Bild schlecht ist, sondern ganz oft, weil es diese Bilder gar nicht gibt.
Speaker: Mit unseren heutigen Kameras kann man richtig geile Actionbilder machen.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber es gibt verdammt wenige richtig geile Action-Bilder.
Speaker: Das letzte richtig geile Action-Bild, das ich im Kopf habe, ist von Ingo Arndt.
Speaker: Das eine Bild aus Chile, wo er, was war das?
Speaker: Das war der Puma.
Speaker: Ich weiß nicht mehr, was das für ein Tierschläger war.
Speaker: Richtig geiles Action-Bild, das Beispiel.
Speaker: Und wo sind denn die richtig geilen Säugetier-Action-Fotos?
Speaker: Die gewinnen deshalb nicht, weil die nicht eingereicht worden sind.
Speaker: Die gab es effektiv nicht.
Speaker: Ich sehe das ja dann in so Jury-Rührungsprozessen.
Speaker: Oder wenn du dir vorstellst, dass alle in eine Richtung rennen, in einem Trend.
Speaker: Alle fahren in den Süden.
Speaker: Dann fahr halt in den Norden und fotografier im Norden.
Speaker: Oder fahr gar nicht weg.
Speaker: Fotografier halt kreativ das, was du gesehen hast.
Speaker: Überleg dir, wie du Dinge...
Speaker: umsetzen kannst, die noch nicht gezeigt worden sind.
Speaker: Ich meine, du kannst auch mit einer Küchenschelle beim Wettbewerb gewinnen.
Speaker: Und die kann jeder effektiv irgendwo bei sich in der Region fotografieren.
Speaker: Es muss halt einfach am Ende überzeugend sein im Gesamtkonzept.
Speaker: Und das braucht halt eine gewisse Ästhetik.
Speaker: Und ich glaube, die meisten Fotografen stehen sich einfach selber in den Füßen,
Speaker: A, bei der Bildauswahl, weil sie sehr stark auch an ihrem Gefühl hängen.
Speaker: Das ist etwas, was ich ganz, ganz oft sehe.
Speaker: Es war aber schwer, das zu fotografieren.
Speaker: Das hat aber nichts zu sagen.
Speaker: Nur weil es bei mir Tannenheere im Garten nicht gibt, dann gibt es trotzdem bei Fabian Tannenheere, die ich mit der Hand füttern kann.
Speaker: Dann werde ich bei Fabian tausendmal geilere Tannenheer-Fotos machen können, als bei mir im Garten, wo es nie einen gibt.
Speaker: Und wenn dann immer einer da war, nur weil ich den fotografiert habe, ist das kein geiles Bild.
Speaker: Und das Zweite, was, glaube ich, eine riesige Herausforderung ist, ist, sich von der technischen Seite zu trennen, dass man sagt, boah, da habe ich aber die und die Technik umgesetzt.
Speaker: Ach, das war aber mein erster guter Wischer.
Speaker: Oder boah, da habe ich ja richtig schön durch etwas durchfotografiert.
Speaker: Das ist aber wertlos, wenn die Bildaussagen das Bild nicht geil ist.
Speaker: Und da tun wir uns alle schwer, weil so geht es einem doch immer.
Speaker: Da hat man sich ein neues Objektiv und eine neue Kamera kauft, dann rennt man raus und ist ganz begeistert und fotografiert damit sein Lieblingsbild.
Speaker: Das mache ich ja auch.
Speaker: Aber
Speaker: Zwei Jahre später ist das Bild halt nicht besser dadurch.
Speaker: Also, ist einfach so.
Speaker: Ja, das ist sehr spannend, das von dir zu hören, weil einige Sachen waren mir bewusst, andere nicht so.
Speaker: Gleichzeitig finde ich es selber schwierig, sich das Emotionale eben so trennen, weil
Speaker: Du hast Beispiele genannt, eben das, was extrem schwierig war zu fotografieren.
Speaker: Es kann ja auch sein, dass es einen emotional berührt hat.
Speaker: Und wie du sagst, der Jury kommt natürlich im Bild in den wenigsten Fällen rüber.
Speaker: Ausser man schafft es im Bild, das so rüberzubringen.
Speaker: Aber ich kann schon nachvollziehen, dass das nicht so einfach ist, dass man das wirklich trennt.
Speaker: Hat das bei dir da ein bisschen gebraucht oder ging das für dich recht einfach, dass du das Emotionale so ein bisschen wegschieben konntest?
Speaker: Ich glaube, ich bin recht radikal in der Bildauswahl und sehr nüchtern, was das angeht.
Speaker: Also nicht nur bei meinen Bildern, sondern auch bei Fremdenbildern.
Speaker: Ich sehe das immer bei meinen Workshops, wenn wir so Bildbesprechungen machen, gerade auch, also mich interessieren gerade auf die mitgebrachten Bilder auch von den Teilnehmenden.
Speaker: Und manchmal ist dann so ein Ordner B drauf.
Speaker: Also nicht nur die A-Bilder, die man mir zeigen will, sondern auch B. Da klicke ich am liebsten rein.
Speaker: Und da entdecke ich manchmal wirklich Schätze, wo ich sage, boah, das ist richtig geil.
Speaker: Und manche Fotografen wissen gar nicht um die Perlen auf ihrer Festplatte, weil sie genau andere Bilder aussuchen würden.
Speaker: Und
Speaker: Das ist auch ein Prozess der Entwicklung, weil früher habe ich ganz oft noch Wettbewerbsbilder auf meiner Festplatte gefunden, fünf Jahre später, weil ich festgehe, oh guck mal, das geht in die Richtung, ach davon habe ich ja einen Haufen, aber im Endeffekt geht es ja darum, sich so ein bisschen zu überlegen, was ist denn auch interessant, in welche Richtung entwickeln sich die,
Speaker: Und auf der anderen Seite, was fühle ich denn auch bei dem Bild als solches?
Speaker: Also momentan ist es ja unglaublich, wenn wir uns die Kategorie Pflanz und Pilze anschauen.
Speaker: Sandra hat mir neulich vorgeworfen, Sandra Badhocher, damit ihr dann auch ihren E-Mail schreiben könnt mit den Vorwürfen an mich.
Speaker: Sandra hat mir ja vorgeworfen, dass dieser ganze Trend von Waldbildern in den Wettbewerben geht ja zurück auf mein Nebelbild aus dem Bayerischen Wald.
Speaker: Aber
Speaker: Ich habe das damals aus einem Pflanzen- und Pilzenbild gefühlt.
Speaker: Warum?
Speaker: Weil dieser eine lebendige Baum aus dem Nebel rauskommt und alle anderen noch tot sind.
Speaker: Das war für mich so schön zu sehen, das ist der neue Baum, der ist einer, der anders ist, das neue Leben und der Rest ist halt tot durch den Borkenkäferbefall und dazu die schöne Lichtstimmung, die schöne Nebelstimmung.
Speaker: Das hat ja alles, was ein Wettbewerbsbild braucht, weil im Endeffekt hat es gut in die Zeit gepasst, es war technisch gut, es hatte einen schönen Kalt-Warm-Kontrast.
Speaker: Damit können alle normalen Menschen, die nicht fotografieren, etwas anfangen, nämlich eine Emotion.
Speaker: Und gleichzeitig konnten die Fotografen was damit anfangen.
Speaker: Das ist immer eine gute Basis, wenn alle was damit anfangen können mit einem Foto, dann funktioniert das Bild eben oft auch in der breiten Masse und in Wettbewerben hinterher.
Speaker: Cool.
Speaker: Jetzt habe ich noch eine kurze Nachfrage beziehungsweise bezüglich Wettbewerb, weil du gesagt hast, es macht einen Unterschied, ob sich die Jury trifft oder nicht, wenn ich das richtig verstanden habe.
Speaker: Genau, das macht einen riesigen Unterschied.
Speaker: Inwiefern kannst du... Also, ich kann jetzt mathematisch-statistisch sagen, es ist relativ einfach.
Speaker: Stell dir vor, du hast einen Online-Jury-Prozess, ja, und da ist es so, da verteilst du ja Sterne in der Regel oder was auch immer, kannst du auch Kekse verteilen.
Speaker: Fünf Kekse ist besonders gut, ein Keks ist nicht so gut.
Speaker: Und jetzt ist es geschickt, Bilder zu nehmen, die knallen, für die du mindestens drei bis vier Kekse kriegst.
Speaker: Jetzt spiel das mal durch.
Speaker: Nehmen wir an, es gibt fünf Juroren, ja,
Speaker: Jeder gibt dir nur drei Kekse.
Speaker: Da hast du 15 Kekse.
Speaker: Jetzt hast du ein stark polarisierendes Bild, das du richtig geil findest, aber das ein bisschen erklärungsbedürftig ist und so weiter.
Speaker: Vielleicht nicht so mainstreamig.
Speaker: Jetzt erkennen das zwei.
Speaker: Zwei geben dir fünf Kekse und die drei anderen nur einen, weil die haben es nicht gecheckt in der Jury.
Speaker: Jetzt hast du 13 Kekse.
Speaker: Das heißt, dein durchschnittliches Bild hat in dieser Online-Jury
Speaker: 15 Kekse gekriegt und der Banger, der hat nur 13 Kekse gekriegt.
Speaker: Und was ich damit sagen will, ist, bei einem reinen Online-Jury-Thema, es sind Bilder, die sozusagen stark sind, einen Aha-Effekt haben und irgendwie im Mainstream untergehen, pauschal wesentlich stärker als bei einer Jury, wo die Jury miteinander redet und sich tatsächlich trifft.
Speaker: Weil dann entwickeln sich sozusagen
Speaker: Gespräche, dann entwickeln sich Diskussionen zu Bildern.
Speaker: Und dann haben auch Bilder, die wesentlich leiser sind oder auch wesentlich unscheinbarer sind, eine viel höhere Möglichkeit zu gewinnen, also wirklich zu gewinnen als Kategoriesieger, als Wettbewerbssieger, weil diese Menschen miteinander reden.
Speaker: Und ich merke das ja auch selber.
Speaker: Ich kann mich erinnern, als ich in der Jügel vom Fritz-Pölk im Preis saß, da habe ich
Speaker: Da habe ich Plädoyers für ein Portfolio gehalten.
Speaker: Ich hätte gesagt, das wäre von Erlend Habeck aus dem Gefühl heraus, war von Florian Smit damals aus dem Norden ein Portfolio, das richtig stark war.
Speaker: Und da diskutierst du, da gehst du rein und dann am Ende…
Speaker: Und wirklich, da entsteht halt eine Eigendynamik einer Jury und dann trennt sich sozusagen das Feld auf von diesem einfachen Bild, das vorher gewonnen hätte, sozusagen, das jedem so ein bisschen gefällig ist, hin zu tatsächlich auch Bildern, die polarisieren können.
Speaker: Und deswegen ist da ein ganz großer Unterschied zwischen einer Jury, wie zum Beispiel vom Wildlife Photographer of the Year oder vom European Wildlife Photographer of the Year,
Speaker: im Vergleich zu einem Aspherico zum Beispiel, der heute leider noch online stattfindet.
Speaker: Sehr spannend.
Speaker: Ich habe eine Frage, die mich noch sehr, sehr interessiert, bevor wir noch etwas auf den Ausblick gehen und was so deine nächsten persönlichen Projekte vielleicht auch sind.
Speaker: Du hast es schon ein, zwei Mal angesprochen, dass es so diese Trends gibt, wo sich dann irgendwie alle in eine Richtung entwickeln.
Speaker: Du kannst das sicher deutlich besser als jetzt ich oder vielleicht auch Fabian, gut Fabian ist auch schon lange dabei, aber nochmals besser abschätzen, wie sich das so über die Jahre entwickelt hat.
Speaker: Du hast auch gesagt, als du angefangen hast, war da...
Speaker: War es noch nicht so ein Trend, Naturfotograf zu sein oder so?
Speaker: Daher nimmst du mich einfach Wunder, was denkst du, wie entwickelt sich die Naturfotografie?
Speaker: Klar, ich denke, wir alle wissen am Schluss, im Vordergrund steht irgendwie die persönliche Freude, die man daran hat, aber trotzdem nimmst du mich auch etwas Wunder, was du so denkst.
Speaker: Wird das immer so bleiben, dass es irgendwie so Trends gibt, wo dann irgendwie alle Wischer machen?
Speaker: Was kommt nach dem Wischer?
Speaker: Und allgemein so die Zukunft der Tier- und Naturfotografie, wo du denkst, dass die vielleicht hingehen könnte?
Speaker: Ich glaube halt, ganz wichtig ist, es gibt nur ganz selten mal was Neues in der Naturfotografie.
Speaker: Ich glaube, es gab in der Zeit, die ich fotografiere, vielleicht zweimal Fotografen, wo ich gesagt habe, boah, Outstanding, das hat man so noch nicht gesehen oder dreimal.
Speaker: Und
Speaker: Zum einen war es Audun Rickardson, als der angefangen hat, Splitscreen unter Wasser mit Polarlichtern zu machen.
Speaker: Das hat man damals noch nie gesehen, deswegen hat er auch alles einfach gewonnen damals.
Speaker: Das war einfach so, wow, krass, sowas hat man noch nie gesehen.
Speaker: Benzema hatte das damals im Hype noch vor langer Zeit mit seinem Vogelhals.
Speaker: Ich würde sagen, auch David Meitland hat das zum Beispiel eine Zeit lang mit seinen Bildern aus dem Mikroskop.
Speaker: Aber es gab ganz selten diesen Aha-Effekt, dass was Neues da ist.
Speaker: Weil keine dieser Techniken, die wir heute gezeigt bekommen, ist was Neues.
Speaker: Ich meine, mit ICM war Vinny Wichnewski Naturfotograf des Jahres 2008 oder 2009 mit dem Mitzieher vom Sterntaucher als Beispiel.
Speaker: Ja.
Speaker: Und egal, welche Technik man heute sieht und welche im Hype ist, die war schon mal vor 10, 15 Jahren im Trend und bestimmt war die davor auch schon nochmal vor 15, also vor 30 Jahren im Trend.
Speaker: Das heißt, das ist ja alles nur neu aufgekocht von irgendeiner Partei, die gerade vielleicht trendet in irgendeiner Form.
Speaker: Aber dass man da wirklich mal was krasses Neues sieht.
Speaker: Also krasse Neues, da siehst du ja natürlich ab und zu einfach Momente der Natur,
Speaker: die du so noch nie gesehen hast.
Speaker: Und da stehst du einfach da vorne und sagst, boah, krass, geil.
Speaker: Und das heißt ja immer mal, wenn du durch den Wettbewerb klickst und sagst, boah, das habe ich so noch nicht gesehen oder man hatte deren Glück.
Speaker: Also ich habe gerade ein Bild im Kopf von der Kategorie Job Landschaft, Glanzlichter dieses Jahr.
Speaker: Da ist einfach so eine gelbe Birke von oben im Nebel.
Speaker: Und dieser Regenbogen, der geworfen wird, wenn das Licht von hinten einem in den Bergen draufhält, das ist ja so eine sehr seltene Erscheinung.
Speaker: Und die geht aber dann einmal im Kreis um diesen Baum drum.
Speaker: Und dann denkst du so, boah, mega geil, weißt du, bei mir hat es immer nur für ein Handyfoto gereicht, wenn ich das in den Bergen erlebt habe.
Speaker: Aber da ist noch ein Tier oder ein Steinbogen oder sonst was reinzusetzen als Beispiel in dieses...
Speaker: in dieses Wetterphänomen, das wäre ja total geil.
Speaker: Also es gibt ja zum einen diese Naturerlebnisse, wo du einfach so denkst, boah, der hatte ja mal ein mega geiles Naturerlebnis, ja.
Speaker: Aber so, dass du sagst, dass da wirklich mal was krass Neues kommt, dass du sagst, boah, das hat die Welt noch nicht gesehen, diese Art der Naturfotografie.
Speaker: Das gab es nur ganz, ganz selten und das ist nie eine Technik gewesen nach dem Motto, ich mache irgendwas anders.
Speaker: Vielleicht werden wir auch das Comeback des normalen Tierportraits sehen, wer weiß.
Speaker: Deswegen, das bewegt sich ja immer in Wellen und dementsprechend
Speaker: sieht man ja immer so Andeutungen.
Speaker: Das entwickelt sich ja immer.
Speaker: Und wenn du dann feststrahlst, okay, im letzten Jahr ging es so in die Richtung.
Speaker: Ich kann mir vorstellen, dass man auch die Facette mit dazu nimmt und dann entsteht ein neues Bild.
Speaker: Und dann bist du ja genau in diese Richtung unterwegs.
Speaker: Aber es geht ja nicht darum, Wettbewerbe zu gewinnen oder für Wettbewerbe zu fotografieren.
Speaker: Das ist etwas, was ich persönlich viel zu spät gelernt habe, meiner Meinung nach, auch wenn viele Fotografen davon nach wie vor fasziniert und begeistert sind.
Speaker: Ich glaube,
Speaker: Es ist einfach viel, viel wichtiger zu fotografieren und die Freude daran zu haben und die Begeisterung dafür zu leben.
Speaker: Ich glaube, das ist viel, viel wichtiger.
Speaker: Und dann ist auch egal, ob das Bild gut ist oder nicht, weil wir haben eigentlich viel zu wenig Zeit hier auf dem Planeten.
Speaker: Und dann, wenn wir das nur fotografiert haben für andere und gar nicht dafür, dass wir es gefühlt und dass wir es gelebt haben, dann
Speaker: hat sich das, glaube ich, gar nicht so sehr gelohnt.
Speaker: Aber vielleicht auch die Perspektive eines älter werdenden Fotografen, weil das ist ja die Frage auch, wo steht man gerade?
Speaker: Aber von der Perspektive, wo geht das Ganze hin?
Speaker: Ich glaube, Naturfotografie wird oder ist ja generell eine Nische.
Speaker: Also Naturfotografie ist schon eine krasse Nische.
Speaker: Also schon sehr, sehr nischig.
Speaker: Ich glaube, das vergessen viele, die diesen Podcast hören, weil die ja auch schon leider hier in dieses Rabbit-Hall abgetaucht sind.
Speaker: Aber das ist schon nischig, nischig.
Speaker: Ich meine, ich kenne viele Hochzeitsfotografen, Eventfotografen, unterschiedlichste Fotografen, mit denen ich mich austausche.
Speaker: Und die gucken dir mal, was Naturfotografie?
Speaker: Echt jetzt?
Speaker: Das ist so, für die ist das so.
Speaker: Ich nehme meinen 85er von der Hochzeit und mache ein paar Blümchen da auf der Kuhwiese.
Speaker: Das ist Naturfotografie so ungefähr.
Speaker: Und das dürfen wir nicht vergessen, dass es schon nischig, nischig ist.
Speaker: Und dann ist die Frage, welchen Einfluss wird die KI letztendlich haben, auch in der Bildgenerierung, weil da haben wir mit der Authentizitätsfrage massiv zu kämpfen mit Sicherheit in den kommenden Jahren.
Speaker: Also ist das authentisch, ist das entstanden, gab es das wirklich, gibt es diese Art vielleicht überhaupt, weil selbst erfahrene Fotografen und Editor-Systems immer, immer schwieriger haben, das heißt in der Auswahl, was ist denn überhaupt noch authentisch, was ist nicht mehr authentisch,
Speaker: gibt es diese Art überhaupt vielleicht?
Speaker: Also keine Ahnung.
Speaker: Gibt es die geringelte Regenbogenschlange in der Schweiz oder nicht?
Speaker: Aber mit einem Prompt kann es die durchaus geben.
Speaker: Das heißt, wir werden halt vor der Herausforderung stehen und mit Sicherheit wird es dann auch einen Gegentrend wieder geben in Richtung Authentizität.
Speaker: Die Frage ist aber halt am Ende, wie groß wird denn die Community sein?
Speaker: Ich glaube tatsächlich,
Speaker: Also meine These, ich habe darüber noch nie nachgedacht, meine These ist, dass wir in zehn Jahren weniger Naturfotografen haben werden als heute.
Speaker: Einfach aus dem Grund, also aus dem Frustrationsgrund.
Speaker: Also aktuelle Studien zeigen, dass wir nächstes Jahr 2027, das soll man vielleicht im Kontext noch sagen,
Speaker: wird es mehr Bots geben im Internet als Menschen.
Speaker: Das heißt, wir werden immer noch frustrierter sein über soziale Medien, als wir jetzt schon sind, weil ich meine, man hört ja ständig, mein Instagram funktioniert, mein Facebook geht nicht.
Speaker: Das heißt,
Speaker: Wir werden eine zunehmende Frustration, glaube ich, haben aus dem Bereich kommend.
Speaker: Und was passiert dann?
Speaker: Dann wird es vielleicht einen gegenläufigen Trend geben, so wie Analogfotografie nenne ich es mal, dass man sich dann wieder in echt trifft, so mit GDT-Regionalgruppen treffen oder was weiß ich, Internetforen treffen oder was auch immer es dann geben wird.
Speaker: Und dann erreichen wir aber viel, viel weniger Leute.
Speaker: Und ich glaube, dann verlieren wir diejenigen, die sozusagen Naturfotografie gemacht haben,
Speaker: um irgendeine Form der Bestätigung zu erhalten im Internet.
Speaker: Und dadurch, das ist einfach nur eine These hier in den Raum gesprochen, ihr dürft mir permanent bitte widersprechen, aber wenn ich mir das so vorstelle, dann wird dieses echte naturfotografische Erlebnis in der Peergroup
Speaker: wichtiger sein, weil genau den gleichen Stellenwert haben wie heute, aber die Nische wird sozusagen noch kleiner geworden sein.
Speaker: Und dabei ist die Nische der Fotografen, also richtig Leute, die sich so eine Vollformatkamera kaufen, so bescheuert wie das klingt, diese Nische ist schon sehr nischig, weil ich kenne kaum noch Menschen, die sich nicht intensiv mit Fotografie beschäftigen, die etwas haben, was über ein Mobiltelefon hinausgeht, wenn wir ehrlich sind.
Speaker: Das heißt, das ist schon nischig, nischig dann.
Speaker: Ja, ist sehr spannend, dir dazu zuzuhören.
Speaker: Und ich meine, mit der Nische, das ist auch so etwas, glaube ich, wo man sich bewusst sein muss, wenn ich jetzt ein bisschen so Technikrichtung, ich kenne Nikon, Sony gehe und alle sagen, ja, wieso bringen die nicht Objektiv XY, das wäre unter den Naturfotografen oder so.
Speaker: Noch nischiger vielleicht, das wäre unter den Vogelfotografen doch der Renner.
Speaker: Und da ist, glaube ich, genau der Punkt, es ist ein Nischenmarkt.
Speaker: Die ganzen Objektive sind wohl primär, also die, die wir für die Tierfotografie brauchen, die meisten vermutlich einfach für Sport, für Pressefotografie entwickelt.
Speaker: Und ich glaube, vielen Leuten ist es nicht so wirklich bewusst, dass da die Tierfotografen nicht unbedingt komplett im Zentrum stehen.
Speaker: Ich glaube, das ist damit zusammenhängig.
Speaker: Ich will damit eine witzige Anekdote noch erzählen und eine ganz wichtige Erkenntnis, die ich so als Kennenambassador auch gewonnen habe.
Speaker: Also...
Speaker: Eine witzige Anekdote ist früher, da gab es immer diesen Markenbettel Nikon und Canon damals, Sony gab es da noch gar nicht, das war noch Minolta, im Bayerischen Wald am Gehege, da standen dann die Canon-Fotografen 20 Minuten länger, weil die High-ISO-Performance besser war.
Speaker: Da war dann die 1D Mark III das heiße Ding und dann kam die Nikon D3s und dann haben die Nikon-Fotografen länger dargestellt, weil das Rauschverhalten wieder besser war, so ungefähr.
Speaker: Also ich kann mich da noch daran erinnern an die Witze sozusagen unter den Fotografen.
Speaker: Aber so war es ja auch immer.
Speaker: Also dann hat halt Canon gerade neue Super-Teleobjektive rausgebracht und dann hat ja fünf Jahre später Nikon neue rausgebaut und haben wieder Canon und das war ja ganz normal.
Speaker: Und heute, ja, beschweren sich dann Leute wie du darüber, dass der eine das hat und der andere das nicht, aber
Speaker: Von der Timeline hat sich nichts verändert, nur die Wahrnehmung der Zeit, dass Leute heute keine zwei Sekunden mehr aushalten können in einem Raum, ohne aufs Handy zu gucken, führt halt dazu, dass du sofort jetzt auf jeden Fall gleich dieses Täler auch für dein Bajonett haben willst.
Speaker: Aber ich meine, die Produktzyklen waren immer gleich und da steckt ja auch eine Menge Entwicklungsarbeit dahinter, geschweige auch, wie man das einbindet in so eine Produktion und deswegen glaube ich einfach,
Speaker: Dass sich da gar nicht viel verändert hat, außer die Nervosität im Markt sozusagen, dass die Leute schneller ihren Kram haben wollen.
Speaker: Ich glaube, das ist eher eine subjektive Empfindung.
Speaker: Und damit zusammenhängend, was ich sagen wollte, was ich so als Kennenambassador festgestellt habe, dadurch, dass ich ja unheimlich viel über die Jahre mit anderen Fotografen in Kontakt habe, ja.
Speaker: Ich finde es immer so vermessen zu sagen, dass wir der Nabel der Welt sind.
Speaker: Wir, noch nicht mal Naturfotograf, ich Tierfotograf.
Speaker: Und ich weiß es besonders gut.
Speaker: Das ist ja immer so.
Speaker: Aber die Realität ist, schaut mal, da wird eine Kamera gebaut oder zwei Kameras, zwei Profimodelle.
Speaker: Eine R5 und eine R1 zum Beispiel.
Speaker: Oder bei Sony bleiben es keiner.
Speaker: Da wird eine A7R, eine A7 und eine A1 gebaut und noch eine A9.
Speaker: Aber das sind...
Speaker: Zwei, drei Kameras, die den gesamten Markt abfrühstücken müssen.
Speaker: Das heißt, damit musst du zum Beispiel Hochzeiten machen, damit musst du Sport fotografieren, damit musst du Wissenschaft fotografieren.
Speaker: Davon musst du vielleicht 100 Stück zusammenstecken in einer komischen Kabine, damit du bei mobile.de mit deiner Karre reinfährst und sofort siehst, ob da Bollen drin sind.
Speaker: Kann sein, dass du dafür 100 von den Kameras da zusammenschalten musst.
Speaker: Dann gibt es den nächsten Fotografen, der einfach noch was anderes da macht.
Speaker: Das heißt, erstmal die Bandbreite ist unfassbar breit und es gibt Produkte, die sind gar nicht dafür gedacht, dass du die benutzt.
Speaker: Und dann musst du damit fein sein und nicht sagen, ich hätte das anders gemacht.
Speaker: Also
Speaker: Und das ist etwas, das ist mir zum Beispiel auch gefallen, als der Alex zu mir gesagt hat, der Game Changer ist, ich kann Bilder übertragen und Sprachnotizen dafür aufzeichnen.
Speaker: Mit der 1DX Mark III ging das erstmals.
Speaker: Und dann habe ich gesagt, so what?
Speaker: Ich habe doch nie eine Sprachnachricht auf mein Foto gequatscht.
Speaker: Für den ist es der Game Changer, weil der am Spielfeldrand sitzt.
Speaker: Der quatscht da drauf.
Speaker: Was weiß ich, Nummer 5 liegt auf Nummer 6, das wird ja auf Englisch.
Speaker: Nummer 5 ist lying und Nummer 7.
Speaker: Und dann
Speaker: kann der schneller die Bilder in die Redaktion schicken.
Speaker: Game-Changer für den.
Speaker: Für mich absolut irrelevant.
Speaker: Oder auch dieses legendäre Sigma 200 bis 500 mm 2.8.
Speaker: Das ist ein Objektiv, das ist nicht für den Konsumenten gedacht.
Speaker: Das hat einen einzigen Zweck.
Speaker: Dafür wird es gebaut.
Speaker: Das steht in den Flughäfen drin, um die Flugkabinen abzufilmen von den Flugzeugen.
Speaker: Das wird da starr eingerichtet.
Speaker: So viele, wie man davon eben braucht.
Speaker: Und das ist der ganze Use Case damit.
Speaker: Und dann ist es dem, der das gebaut hat, auch vollkommen egal, was ich, Naturfotograf, dazu zu sagen habe.
Speaker: Und wenn man sich einfach bewusst macht, für wie viele Leute das passen muss, dieses Werkzeug, dann ist es eh ein Wunder, dass man mit einer Kamera so viele verrückte Sachen machen kann, unterm Strich.
Speaker: Das war ein langer Punkt, sorry.
Speaker: Es ist gut, es ist gut.
Speaker: Jetzt wollte ich noch fragen, weil du hast einerseits gesagt, du fotografierst eigentlich nicht mehr für die Wettbewerbe, du fotografierst, was dir Spass macht und ich denke auch ganz allgemein, das Erlebnis Naturfotografie wird in Zukunft an Gewicht gewinnen.
Speaker: Vermutlich auch durch die KI wird das Erlebnis wieder wichtiger sein.
Speaker: Gleichzeitig bist du ein sehr strukturierter Mensch und sagst, du bist planmässig eh schon im nächsten Jahr
Speaker: Was hast du denn so ganz grob vor?
Speaker: Hast du eine Idee, wie sich deine Fotografie entwickeln wird?
Speaker: Oder sagst du jetzt einfach, du lässt darauf ankommen, solange es dir Spass macht, ist gut, du experimentierst und wir reden in einem Jahr nochmal.
Speaker: Das ist eine gute Frage.
Speaker: Wie wird sich die Fotografie entwickeln?
Speaker: Ich sehe einen stetigen Fortschritt in meiner Fotografie.
Speaker: Natürlich habe ich eine bestimmte Art, wie ich fotografiere und wie mein Stil ist.
Speaker: Ich glaube, zumindest sagen viele extra, dass man meine Bilder erkennt, so wie ich sie fotografiere.
Speaker: Aber ich sehe da immer Unterschiede, weil ich wahrnehme, okay, ich verändere mich.
Speaker: in die Richtung oder ich verändere die Nuancen oder ich habe mir überlegt, so und so zu fotografieren.
Speaker: Und da sehe ich immer eine Veränderung und eine fotografische Entwicklung.
Speaker: Und da ist es gar nicht so, dass es so eine Planung ist übers Jahr, sondern es kann ja einfach sein, dass morgen ist die Idee da.
Speaker: Also ich mache ein ganz blödes Beispiel.
Speaker: Bei uns gibt es Flohmarken immer auf der Straße, so mehr oder minder.
Speaker: Da stellt jeder raus, was er gerade mehr haben will.
Speaker: Und die Nachbarschaft nimmt sich mit, was man so gerade braucht, so mehr oder minder.
Speaker: Und dann stand bei der Nachbar noch immer so ein geiles Bierglas.
Speaker: Da Krokusse durchfotografieren, das ist bestimmt geil.
Speaker: Dann habe ich das Glas genommen und einfach in die Einfahrt gestellt und bin weggefahren.
Speaker: Wo ist denn das Glas hin, Schatz?
Speaker: Und das habe ich wieder zurückgestellt.
Speaker: Das habe ich mir geholt.
Speaker: Und das heißt, was ich damit sagen will, ganz oft ist es ja Zufall, der entscheidet, ob ein Bild funktioniert oder eine Technik funktioniert.
Speaker: Das kann ich ja noch so strukturiert sagen.
Speaker: Aber ich habe so ein Bild im Kopf gehabt vom Mannsknamkraut mit einem Tintenfleck Weißling drauf.
Speaker: mit Unschärfekreisen und einem Spiegeltäle.
Speaker: Also habe ich mir einen Spiegeltäle geholt vor zehn Jahren.
Speaker: 15 Jahre, also ewig her.
Speaker: Es hat fünf Jahre gedauert, bis der blöde Schmetterling da drauf gehockt hat.
Speaker: Fünf Jahre.
Speaker: Und Tautropfen davon, dass ich das machen konnte.
Speaker: Aber immer wenn ich das Gefühl hatte, ich fahre jetzt da auf die Orchideenwiese und das könnte der Fall sein mit Tau, ich nehme mal dieses Objektiv mit und habe dann diese Bildidee.
Speaker: Das heißt, ich habe ganz viele Bildideen,
Speaker: die einfach fotografisch noch nie umsetzbar waren oder wo ich noch hoffe, dass ich die umsetzen kann, die einfach nur deshalb nicht funktionieren, weil die Natur halt ein Eigenleben hat.
Speaker: Das heißt, da haben wir ja noch ein paar Jahre vor uns, die wir ein oder das gleiche fotografieren können, bis wir es halt so haben, wie wir es im Endeffekt haben wollen.
Speaker: Und ich bin da ja, wie gesagt, eher auf dieser Seite, dass ich das Erlebnis haben möchte, das mir jetzt wichtig ist,
Speaker: Und früher habe ich so gesagt, boah, nee, man muss ja bestimmte Ziele damit folgen, aber heute würde ich sagen, ich bin da einfach ganz egoistisch und sage, das muss in erster Linie, muss mir das persönlich auch das Erlebnis taugen.
Speaker: Also jetzt gar nicht aus der Perspektive der Nachhaltigkeit oder sonst irgendwas, sondern einfach
Speaker: Mir muss das Spaß machen, sonst will ich das nicht machen, sonst will ich das nicht erleben.
Speaker: Das muss ich einfach ganz egoistisch und hart sagen, weil ich meine damit jetzt nicht, dass ich jetzt rausgehe und alles kaputt mache, weil ich das erleben will, sondern...
Speaker: Den Egoismus sehe ich einfach darin, dass ich jetzt nicht sagen will, boah, ich will damit jetzt das und das erreichen, sondern ich bin einfach der Meinung, wenn wir Dinge machen, die uns Freude bereiten und die uns berühren, dann haben wir auch die Chance, andere Menschen damit zu berühren und die Sachen gut zu machen und nur dann.
Speaker: Oder Wettbewerbe gewinnen, wie man es nimmt.
Speaker: Das war ja vorher ein bisschen auch dein Punkt, oder?
Speaker: Dass man denen nicht hinterherrennen soll.
Speaker: Ja, aber ich verstehe das ja.
Speaker: Ich meine, mir ging es auch so mit dem Wettbewerber hinterherrennen.
Speaker: Und anscheinend ist das etwas, was ganz viele Fotografen oder Menschen triggert.
Speaker: Also ich meine, es gibt ja auch so unwichtige Wettbewerbe wie Olympiade oder Fußball-Weltmeisterschaft.
Speaker: Da ist natürlich nichts gegen Naturfotowettbewerbe, aber
Speaker: Erscheinend ist der Mensch jemand, der kompetitiv ist und gerne sich challenget.
Speaker: Ja, aber schön.
Speaker: Ich glaube, wir können das als sehr, sehr schönes Schlusswort nehmen.
Speaker: Ich will es auch gar nicht als egoistisch darstellen, sondern vielmehr als schön, wenn du auch die Möglichkeit hast und die Freiheit irgendwie so sehr dem nachzugehen, auch in Zukunft, was dich wirklich interessiert und begeistert.
Speaker: Und ich glaube, das ist ja irgendwie so der Traum von jedem Naturfotograf, weil das der Grund ist, weshalb wir es ursprünglich machen.
Speaker: In diesem Sinne glaube ich, ich habe keine Frage mehr, aber ich würde dir gerne noch die Möglichkeit bieten, falls du irgendetwas loswerden möchtest oder noch kurz schnell sagen, wo man dich am besten überall so verfolgen kann, dann wäre das noch dein kurzer Werbespot zum Schluss.
Speaker: Also mich findest du am einfachsten unter naturfotocamp.de oder indem du Radomir Jakubowski googlest.
Speaker: Aber viel wichtiger, es gab gerade eine Stunde gratis Content.
Speaker: Du hast es bis zum Ende gehört.
Speaker: Jetzt musst du das teilen, dort wo du gerade unterwegs bist.
Speaker: Egal ob Instagram oder wo auch immer auf Social Media.
Speaker: Vertag die Jungs und schaut, dass dann der Podcast dadurch wächst.
Speaker: Weil du als Hörer hast die Chance, das hier groß zu machen.
Speaker: Vielen Dank für die Einladung.
Speaker: Danke dir viel, vielmals.
Speaker: Alles Gute.
Speaker: Ciao, Waddu.
Speaker: Bis dahin.
Speaker: Ciao.


