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T&T12 End Cement: Lokale Aktionen gegen den Zementriesen

Tee & Taktik
Tee & Taktik

332 plays · Jun 26, 2025

In dieser Folge sprechen wir mit Darya Sotoodeh, einer Sprecherin von Fridays for Future Deutschland über die Kampagne End Cement, die sich mit kreativen und strategisch geplanten Aktionen gegen den zweitgrößten Zementkonzern der Welt richtet – Heidelberg Materials. Warum Zement ein oft übersehenes Klimaproblem ist, wie lokale Organisierung gegen einen globalen Player Wirkung entfalten kann und welche Rolle dabei Blockflöten, ein Kampagnenrat und ein Protestcamp spielen, erfahrt ihr in einem Gespräch über kluge Allianzen, Beharrlichkeit und die politische Kraft konkreter Orte. Magst du Tee & Taktik? Wir freuen uns über Unterstützung :) Wir haben eine neue Spendenplattform. Spende jetzt! [https://www.betterplace.org/de/projects/152667-tee-taktik-podcast-ueber-gewaltfreien-protest] Bleibt immer auf dem Laufenden bei Instagram: @dalilah_shemia [https://www.instagram.com/dalilah_shemia], @lea_bonasera [https://www.instagram.com/lea_bonasera], Buch von Lea  [https://www.fischerverlage.de/buch/lea-bonasera-die-zeit-fuer-mut-ist-jetzt-9783103975741] Bei Fragen, Kritik, Ideen: teeundtaktik@protonmail.me Danke an → alle, die uns mit einer Spende [https://www.betterplace.org/de/projects/152667-tee-taktik-podcast-ueber-gewaltfreien-protest] https://gofund.me/a8299243unterstützen → die Stiftung “Kraft der Gewaltfreiheit [https://kraft-der-gewaltfreiheit.org/]” für die finanzielle Unterstützung → unseren Partner für die Postproduktion, das Kreativstudio für Wissenschaftskommunikation Zum Staunen* [https://zum-staunen.de/] https://end-cement.earth/ Schiefe Blockflöten und andere kreative Aktionen [https://end-cement.earth/camp/rueckblick/]zum Heidelberger Frühling

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu Tee und Taktik, deinem Podcast zu strategischem Protest.

Speaker: Wir sind Lea und Lila.

Speaker: Hallo.

Speaker: Herzlich willkommen.

Speaker: Ich begrüße euch zu unserer Juni-Folge.

Speaker: Diesmal geht es um die Kampagne Endzement aus der Klimabewegung gegen den zweitgrößten Zementkonzern der Welt.

Speaker: Und mit dabei ist heute Daria Sotode.

Speaker: Hallo Daria, schön, dass du da bist.

Speaker: Hi, ja schön, dass ich dabei sein darf.

Speaker: Ja, Daria ist Sprecherin von Fridays for Future und auch Teil der Kampagne End Cement und dort auch in der Öffentlichkeitsarbeit.

Speaker: Du studierst noch Übersetzungswissenschaften an der Uni Heidelberg, wo eben auch End Cement aktiv ist und eben engagiert ist Mitglied von Fridays for Future seit 2020.

Speaker: Voll schön, dass du dir die Zeit genommen hast und heute hier bist.

Speaker: Vielleicht kennst du ja schon unsere kleine Tradition am Anfang.

Speaker: Ja.

Speaker: Was für einen Tee hast du denn heute mitgebracht für unsere Folge?

Speaker: Also tatsächlich trinke ich gerade noch gar keinen Tee, aber ich werde mir vielleicht später einen machen.

Speaker: Ich trinke aber generell gerade ziemlich gerne Ingwer-Zitronen-Tee oder vor allem im Winter war das so mein Lieblingstee.

Speaker: Genau.

Speaker: Ja, aber heute bei uns ist es jedenfalls ein regnerischer Juni-Tag.

Speaker: Da passt das auch ganz gut.

Speaker: Oh, ich habe noch gar nicht aus dem Fenster geguckt.

Speaker: Ja, in einer Zeit, in der irgendwie die politische Landschaft gar nicht mehr so das Klimathema leider beachtet und die immer weniger Beachtung finden und manche auch davon sprechen, dass so ein Möglichkeitsfenster sich geschlossen hat oder am Schließen ist, genau da ist es eben wichtig, weiter darauf aufmerksam zu machen, genau wie ihr es getan habt und tut,

Speaker: In Heidelberg mit Entzement.

Speaker: Und deswegen finde ich das auch total wichtig, nochmal zu schauen, welche neuen Wege geht denn die Klimabewegung?

Speaker: Da gibt es ja gerade verschiedene Beispiele dafür, auch wenn das vielleicht nicht ganz so immer auf nationaler Ebene oder so berichtet wird.

Speaker: Aber genau, deswegen würde ich sehr gerne ein bisschen was darüber erfahren, weil das, was ich erfahren habe, fand ich total spannend und ich finde, es ist lohnenswert, dass noch mehr Menschen davon hören.

Speaker: Deswegen, vielleicht kannst du uns mal ganz kurz erzählen, was ist denn Endsement und was wollt ihr?

Speaker: Auch wenn es bei uns immer eher um Strategien und Taktiken geht, aber vielleicht ganz kurz, weil eben diese Kampagne nicht ganz so bekannt ist.

Speaker: Mhm.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also ein Zement ist gerade noch eine eher lokal verankerte Kampagne, eine politische Kampagne.

Speaker: Wir bezeichnen das auch als Druckkampagne, die so ein bisschen zyklusartig verläuft.

Speaker: Kampagne deshalb, weil wir eben uns immer strategisch auch erstmal auf so ein Jahr festlegen mit konkreten Zielen, konkreten Veranstaltungen und bestimmte Forderungen aufgestellt haben, die wir auch verfolgen.

Speaker: Und da ist so das Wichtigste eigentlich, also der Name sagt es ja schon, wir wollen die Zementindustrie in den Fokus nehmen und eben auch Druck ausüben, weil die Zementindustrie gerade einfach, also generell extrem viel CO2 ausstößt.

Speaker: Das geht auch eigentlich nicht anders beim Herstellungsprozess.

Speaker: Und gleichzeitig ist Heidelberg Zement, also Heidelberg Materials heißen sie jetzt seit ungefähr zwei Jahren, die ja eben direkt bei uns vor der Tür sitzen, der zweitgrößte Zementhersteller weltweit.

Speaker: Das wissen auch viele gar nicht, wusste ich vorher auch nicht und trägt da eben eine sehr große Verantwortung.

Speaker: Und wir machen zum einen auf den Klimaschaden aufmerksam, aber gleichzeitig begeht Heidelberg Materials auch sehr viele Menschenrechtsverletzungen und Völkerrechtsbrüche.

Speaker: in verschiedenen Ländern.

Speaker: Und wir versuchen auf beide Themen aufmerksam zu machen, also einfach auf die Zerstörungskraft, die Zementindustrie auch hat.

Speaker: Das ist so ein bisschen unsere Aufgabe, darauf aufmerksam zu machen, aber auch vor allem jetzt mit der Heidelberger Bevölkerung ins Gespräch zu kommen und Lösungen anzustoßen, wie wir ohne Zement, ohne Beton bauen können.

Speaker: Ja, total spannend.

Speaker: Ich finde es auch richtig schön, wie er so verschiedene Ebenen und Themen miteinander verknüpft.

Speaker: Also einmal den großen transnationalen Konzern, der aber eben auch lokal bei euch direkt vor Ort quasi ist und halt hat auch irgendwie so eine dekoloniale Perspektive, finde ich, eben nochmal im Blick zu nehmen.

Speaker: wie indigene Communities und Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern, die ausgebeutet werden, da mit reinigen und eben die Bauwende in Deutschland und so weiter.

Speaker: Also das ist schon sehr klug miteinander verbunden, diese verschiedenen Themen.

Speaker: Und da habt ihr ja dann im April, wo seit 97 immer dieses Klassik-Musikfestival ist, Heidelberger Frühling, habt ihr fast jeden Tag gefühlt irgendwie immer eine neue Aktion gebracht, eine kreative, also von...

Speaker: Klimakiller-Party, Guy of Beton-Demo, Banner-Drop, also so ein riesengroßes Banner aufgehangen, auch beim Klimastreik mitgemacht, eine Zementwerk-Locade, also unglaublich viel, was euch dann natürlich auch echt lokal und aber auch überregional viel Aufmerksamkeit auch in der Presse verschafft hat.

Speaker: Was ich besonders witzig fand, war so eine Aktion, und das muss man sich mal überlegen, auf einem...

Speaker: Klassik-Musikfestival so ganz schief auf so Blockflöten gespielt wurde.

Speaker: Und zwar irgendwie sogar sowas ganz Trashiges, irgendwie Titanic-Soundtrack, glaube ich, oder so.

Speaker: Und dann dazu so ein Schild Zement, Untergang der Kultur.

Speaker: Das fand ich richtig gut.

Speaker: Aber ich habe mich gefragt, du hast es aus erster Hand erlebt.

Speaker: Was war denn so vielleicht deine Lieblingsaktion oder ja, vielleicht magst du da was teilen von deinen Erfahrungen?

Speaker: Was hat dir besonders gut gefallen oder wo hattest du das Gefühl, das hat irgendwie auch Sinn gemacht, eine Wirkung gehabt?

Speaker: Ja, schwer zu sagen.

Speaker: Also ich fand schon diese Flötensache ganz, also ich habe das tatsächlich auch mal auf Video gesehen im Nachhinein, aber diesen Shitty Flute Style, das war schon irgendwie genial.

Speaker: Habe ich auch sehr gefühlt, weil ich auch selbst gar nicht so musikalisch bin.

Speaker: Und ich fand schön, dass man sich dann so einbringen könnte.

Speaker: Sonst gab es halt, es gab ja parallel auch das Camp und das war glaube ich, also das war ja sozusagen eigentlich so die Hauptaktion, dass wir dieses Protestcamp gemacht haben oder ein Zementfestival, die es, das war ja auch.

Speaker: so eine Mischung aus verschiedenen Programmpunkten da hatten.

Speaker: Also es war nicht nur ein reines Protestcamp.

Speaker: Und das lief ja auch die Woche über.

Speaker: Und parallel dazu gab es eben diese Aktionen nochmal.

Speaker: Und ich fand das Festival an sich auch einfach super stark.

Speaker: Das war direkt gegenüber von der Hauptzentrale.

Speaker: Und es war super schön.

Speaker: Wir hatten auch echt Glück mit dem Wetter.

Speaker: Also auch viele Bilder, wie wir dann direkt, also da ist dieses Hauptgebäude in diesem Weißen, also es sieht auch irgendwie so sehr touristisch aus.

Speaker: Und dann auf der Wiese gegenüber sind die Zelte und die Bühne und so und die Pavillons.

Speaker: Ja, das war irgendwie cool.

Speaker: Und auch, dass einige Menschen von außerhalb angereist sind, außerhalb Heidelbergs, teilweise auch außerhalb Deutschlands.

Speaker: Ja, voll gut.

Speaker: Ja, das kann ich mir richtig vorstellen, dass da dann auch eine gute Stimmung war und auch so, ja, was Gemeinschaftsbildendes.

Speaker: Da wäre ich gern auch dabei gewesen.

Speaker: Ja, wir wollen das nächstes Jahr wieder machen.

Speaker: Ah ja, schön.

Speaker: Vielleicht schaffe ich es dann mal nach Heidelberg.

Speaker: Und zwar geht es ja bei uns auch viel darum, nicht nur welche Aktionsformen, also welche Methoden des Widerstands, welche Taktiken, sondern eben auch die Wirkung.

Speaker: Also was bezweckt man genau damit?

Speaker: Und

Speaker: Und von daher jetzt auch einmal die Frage, was habt ihr denn schon so erreichen können?

Speaker: Hattet ihr schon konkrete Erfolge?

Speaker: Also was ich auf jeden Fall mitbekommen habe, ist eben, es ist schon ein Erfolg, sich auf jeden Fall dann auch so eine breit mediale Öffentlichkeit zu haben.

Speaker: Das war jetzt nicht so sehr, wie gesagt, bundesweit, aber in der lokalen Presse war ihr schon ziemlich viel vertreten.

Speaker: Also viele Aktionen wurden da, glaube ich, begleitet.

Speaker: Und was ich auch mitbekommen habe, ist, dass der Konzern wohl lange nicht auf Briefe von euch reagiert hat und dann aber nach diesen verschiedenen Aktionen sich endlich mal tatsächlich mit einem offenen Brief zurückgemeldet hat.

Speaker: Das zeigt ja dann, dass irgendwie der Druck schon was gebracht hat.

Speaker: Aber genau, vielleicht magst du auch zu dieser Dynamik was erzählen mit dem Brief.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also das ist tatsächlich so, dass wir, es ist seit Jahren immer so ein Gespräch im öffentlichen Raum steht.

Speaker: Also genau, wer als auch Fridays for Future vor ein paar Jahren hat eben immer wieder gesagt, wir würden gerne ein Gespräch führen mit Heidelberg Materials oder dem Vorstand.

Speaker: Und sobald es dann konkret wurde, kam da irgendwie nichts.

Speaker: Und jetzt eben auch, glaube ich, durch diese ganze öffentliche Aufmerksamkeit auf das Festival und die Aktionen und durch den Druck, der dadurch entstanden ist, kam dann und durch den offenen Brief, den wir zusätzlich noch geschrieben haben, kam dann eben auch eine offizielle Antwort auf den Brief.

Speaker: Und zusätzlich dazu hat dann Hadeberg Materials erstmal in einer Zeitung, in einer Lokalzeitung, in der RNZ angekündigt, dass sie uns zu einem Gespräch einladen werden und das dann auch tatsächlich gemacht.

Speaker: Genau, also da sind wir irgendwie schon ein Stückchen weitergekommen und auch, dass sie sich öffentlich mal positioniert haben.

Speaker: Und in dem Gespräch, wie verlief das?

Speaker: Also konnte man da gut Argumente vorbringen oder war das dann doch irgendwie so konstruiert, dass da nicht so viel Raum war?

Speaker: Ja, schon.

Speaker: Also wir haben auf jeden Fall auch gemerkt, da ist noch mehr Raum, um zu sprechen.

Speaker: Ja, so ein Gespräch ist ja dann doch relativ kurz meistens und zeitlich beschränkt.

Speaker: Und wir haben auch klar gesagt, wir würden gern nochmal sprechen, weil es einfach noch viel mehr zu teilen gibt und zu besprechen gibt auch von unserer Seite aus und auch viele offene Fragen.

Speaker: Und was wollt ihr eigentlich genau konkret erreichen?

Speaker: Also wenn ihr euer Ziel für dieses Jahr erreicht habt, wie sähe das aus?

Speaker: Und vor allem, wie versucht ihr das zu erreichen?

Speaker: Also ist der Plan quasi einmal, also jedes Jahr einfach zum Heidelberger Frühling diese Aktion zu machen?

Speaker: Oder genau, habt ihr dann noch irgendwie mehr so einen längerfristigen Plan?

Speaker: Also ich würde sagen beides.

Speaker: Wir wollen zum einen einfach diesen Zyklus auch, diesen regelmäßigen,

Speaker: immer wieder kommenden Termin von, wir haben dieses Festival und das dann eben auch parallel zum Heidelberger Frühling immer veranstaltet wird, dass Leute das dann, also wir hoffen auch, dass das einfach noch größer wird und nächstes Jahr noch mehr Menschen kommen.

Speaker: Und dieses Konstante irgendwie zu haben, dieses Bekannte ist einerseits wichtig, aber wir machen natürlich dazwischen in dem Gesamten ja auch sehr viele verschiedene Sachen,

Speaker: Wir richten uns ja mit den Forderungen zum einen an den Konzern, aber es braucht natürlich auch ganz klar politische Maßnahmen, Rahmenbedingungen, die eben so Unternehmen, Konzerne auch irgendwo einschränken.

Speaker: dass man da jetzt nicht ihre Freiwilligkeit setzen kann.

Speaker: Und deshalb richten wir uns, und da haben wir auch gesagt, wir setzen erst mal lokal an, weil wir hier vor Ort sind.

Speaker: Und es uns auch wichtig ist, gerade mit der Heidelberger Gesellschaft, mit den BürgerInnen in den Austausch zu treten, weil natürlich Baupolitik auch ein Thema ist, was uns irgendwie alle betrifft am Ende.

Speaker: Also mit welchen Stoffen wird gebaut, aber auch wie wird gebaut, für wen.

Speaker: Wohnungsmangel ist ja ein riesiges Thema.

Speaker: Und wir fordern, dass wir,

Speaker: die Stadt Heidelberg einen Bürgerinrat zur Bauwende, also zu einer nachhaltigen und auch sozial gerechten Bauwende im besten Fall, einberuft.

Speaker: Und dazu sammeln wir gerade Unterschriften.

Speaker: Also das ist noch so eine Sache, die wir gerade fahren.

Speaker: Gleichzeitig machen wir auch konstant Aktionen.

Speaker: Also wir wollen einfach zum einen immer wieder in die Öffentlichkeit treten, auf das Thema Zement aufmerksam machen und auf Heidelberg, Zement, Heidelberg Materials aufmerksam machen.

Speaker: aber gleichzeitig auch immer wieder offen sein für Verhandlungen mit denjenigen, die am Ende auch Entscheidungen treffen können.

Speaker: Und wenn du sagst, dass ihr auch die BürgerInnen mehr mit reinbringen wollt und jetzt auch Unterschriften sammeln, kann man sich das so vorstellen wie Stand auf einer Straße oder eher wirklich Haustüren klopfen, Einzelgespräche führen und also so eher im Sinne von Organizing Menschen tatsächlich längerfristig auch

Speaker: da abzuholen, wo sie sind und zu organisieren?

Speaker: Oder was ist da so eure Vorgehensweise?

Speaker: Auch beides.

Speaker: Also bisher haben wir, wir haben ab und zu wirklich einfach auf der Straße gesammelt, aber auch ziemlich oft einfach auf Veranstaltungen.

Speaker: Vor allem erstmal haben wir angefangen natürlich so mit dem, was, denke ich mal, am einfachsten war, auch auf Demos, auf Veranstaltungen, die im weitesten Sinne mit Klima zu tun haben.

Speaker: Also wo wir auch einfach wussten, da sind Menschen, die finden das vielleicht schon gut.

Speaker: Aber natürlich organisiert und wir haben auch versucht, Menschen nicht nur, also es ist auch wichtig, dass es verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten gibt und dass Menschen, die sagen, ich habe die Zeit und die Lust, jetzt sich nicht nur mit einer Unterschrift beteiligen, sondern auch aktiv in die Kampagne mit eingebunden werden, also zum Beispiel zu den wöchentlichen Treffen kommen können.

Speaker: Und das versuchen wir auch immer weiter, also auch einfach immer offen zu sein und Menschen auch aktiv dazu einzusetzen.

Speaker: einzuladen, mehr mitzumachen.

Speaker: Was so, ja, man könnte jetzt sagen Community Organizing angeht, das ist auf jeden Fall auch was, was wir noch weiter ausbauen wollen.

Speaker: Also wir würden gern, wir sind auch auf Veranstaltungen gezielt gegangen, wo wir das Gefühl hatten, wir versuchen mal, oder haben uns mal in die Hauptstraße gestellt und so, um eben nicht nur, ich sag mal, klimabewegte Personen, die von sich aus zu einer Demo kommen oder so,

Speaker: anzusprechen und da auch das Thema Bauwende irgendwie einzubringen.

Speaker: Wir würden auch gern noch mehr, also zum Beispiel Haustürgespräche und so verfolgen.

Speaker: Also das steht auf jeden Fall jetzt für das nächste Kampagnenjahr auf dem Plan.

Speaker: Und der Heidelberger Frühling, also dieses Klassik-Musik-Festival, wurde ja von Anbeginn an finanziert von diesem Konzern, also jetzt Heidelberg Materials.

Speaker: Und ich glaube, ihr wolltet das, ihr habt das auch so ein bisschen zur Sprache gebracht, dass das irgendwie schwierig ist.

Speaker: Und da habe ich mich gefragt, ob ihr da auch weiter seid, also dieses Konzern,

Speaker: Unternehmen zu delegitimieren und dass es da vielleicht mehr Stimmen auch gab, zu sagen, nee, die sollten das nicht weiter finanzieren?

Speaker: Oder genau, gab es da irgendwie eine Veränderung?

Speaker: Ja, ich habe es vor allem beim Festival selbst gemerkt, also bei unserem Festival, beim Alternativen-Festival, dass da einfach viele Menschen, genau, wir standen da ja auch, das ist so eine Art kleiner Park und das war so eine der ersten warmen Wochen,

Speaker: Hier im Frühling und da sind einfach auch viele SpaziergängerInnen und Menschen vorbeigekommen, die da einfach nur ein bisschen rumhängen wollten und ihre Freizeit genießen wollten und sind aber auch sehr interessiert stehen geblieben.

Speaker: Und waren auch von sich aus direkt so, ah ja, ja, also dieses Bewusstsein von Beton ist irgendwie extrem klimaschädlich.

Speaker: Das war schon da.

Speaker: Und sie haben dann auch wirklich gefragt, wie sie uns unterstützen können.

Speaker: Auch ganz unterschiedlich, also so Familien, Kinder, wo die Kinder dann auch was zu sagen hatten und so.

Speaker: Also da habe ich es vor allem gemerkt, würde ich sagen.

Speaker: Da war auch mehr Raum für Austausch.

Speaker: Und ihr seid jetzt an dem Thema auch als Fridays for Future aufgeteilt.

Speaker: Schon seit fünf Jahren dran?

Speaker: Ja, beziehungsweise Fridays for Future und Endzement als Bündnis.

Speaker: Die letzten Jahre haben wir das eben vor allem dadurch gemacht, dass wir eben einmal im Jahr zur Hauptaktionärsversammlung eine Demo machen oder eine Kundgebung.

Speaker: Und im letzten Jahr haben wir dann eben nochmal eine Gruppe beschlossen, dass wir jetzt aktiver da rangehen.

Speaker: Und was ist so eben so der hauptstrategische Ansatz, also im Sinne von eher möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen, damit möglichst viele Menschen anfangen, Druck zu machen?

Speaker: Also was ist da so die Hauptlogik in den Aktionen?

Speaker: Weil zum Beispiel die Blockade war ja auch letztendlich auch nur ein Tag von dem Zementwerk und dann sowas als also wirtschaftlicher Schaden ist ja dann wahrscheinlich nicht so sehr das Ziel, sondern eher so eine Delegitimierung in der Öffentlichkeit, oder?

Speaker: In erster Linie schon.

Speaker: Also der Konzern macht hier so enorm hohe Gewinne, 21 Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

Speaker: Das heißt so einen krassen finanziellen Schaden, dass sie da irgendwie aufhören müssten oder weniger produzieren.

Speaker: Ich glaube, das sind Dimensionen, die sind leider für uns erstmal unerreichbar.

Speaker: Aber genau, wir wollen dann eher über Delegitimierung gehen und einfach...

Speaker: in der Gesellschaft das Bewusstsein darüber stärken, wie schädlich Zement ist und aber auch gleichzeitig, dass es Lösungen gibt, also dass es nicht so alternativlos ist, wie es immer dargestellt wird und gleichzeitig auch Druck auf die Politik machen, also jetzt vor allem auf den Heidelberger Gemeinderat, aber auch deutschlandweit.

Speaker: Es gibt ja auch andere Gruppen, die zu gerechtem Wohnen oder

Speaker: Und irgendwelchen Themen arbeiten, die was mit Bauwende zu tun haben und auch da versuchen wir uns zu vernetzen.

Speaker: Ja, das ist so wichtig, einfach möglichst große, breite Bündnisse, um gut aufgestellt zu sein und dann ist man auch schlagkräftiger, also zeigen einfach auch so historische Erfahrungen.

Speaker: Was ich halt besonders spannend finde an deiner persönlichen Arbeit, jetzt auch über Endzement hinausdenkend, ist eben, dass du so die Klimabewegung, eben genau das versuchst, irgendwie so die Fühle auszustrecken, BündnispartnerInnen in verschiedenen Bereichen zu finden und eben soziale Gerechtigkeit zum Beispiel auch so mitzudenken.

Speaker: Und es sind einige Dinge, die ich jetzt hier auch spannend finde, weil ich eben auch zum Bereich gewaltfreien zivilen Widerstand gegen transnationale Konzerne promoviert habe, aber eben aus dieser Motivation heraus für mehr soziale Gerechtigkeit irgendwie auch gewaltfreien Widerstand und Bewegung einzusetzen.

Speaker: Und ich habe gesehen, dass du eben auch bei dieser Kampagne Wir fahren zusammen zwischen Fridays for Future und Verdi mit dabei warst.

Speaker: Und da ging es ja darum,

Speaker: die den Streik und den Arbeitskampf von ÖPNV-Personal, also BusfahrerInnen zum Beispiel unter anderem auch so zu unterstützen.

Speaker: Denn für wirklich guten Klimaschutz ist es eben wichtig, da auch eine Verkehrswende zu haben und mehr zu investieren, auch einfach in einen guten Klimaschutz.

Speaker: Personennahverkehr und von daher ist das, und das ist halt einfach auch wichtig, mehr Menschen mitzunehmen und auf diese Art und Weise kann man tatsächlich ja eben Rückhalt auch sich organisieren und das finde ich richtig cool, aber genau, vielleicht magst du darüber auch nochmal ein bisschen was erzählen, was dein Learning daraus war, was hat da besonders gut funktioniert, gibt es etwas, was du vielleicht sogar aus der Erfahrung

Speaker: Ja, also zum einen habe ich, ich meine, wir fahren zusammen, war ja auch sehr wichtige Bündnisarbeit einfach.

Speaker: Also diese große Zusammenarbeit, diese Allianz zwischen Klimabewegung und Beschäftigtenarbeit im weitesten Sinne, also beziehungsweise halt Verdi und Freddy's for Future.

Speaker: Und das war erstmal auch für mich eine neue Erfahrung, weil das natürlich was ist, was...

Speaker: Wo wir immer wussten, das ist wichtig, weil natürlich Klima, Klimabewegung, Klimaschutz ganz klar nicht die gesamte Bevölkerung in dem Sinne oder zumindest nicht so krass anspricht, dass sie sich da jetzt irgendwie organisieren lassen, würde ich sagen.

Speaker: Und bei dieser Frage, und wir wussten, oder da würden ja viele auch zustimmen, Klima hängt ja mit anderen gesellschaftlichen Themen zusammen, aber wie können wir das zusammenbringen?

Speaker: Und dass die Umsetzung tatsächlich auch recht viel Zeit braucht, auch wenn wir, also jetzt, ich sag mal, die Fakten auf dem Tisch liegen und wir vor allem, weil wir waren zusammen, war das ja irgendwie erstmal sehr naheliegend.

Speaker: So okay, mehr ÖPNV, mehr Bus und Bahn ist besser fürs Klima, ist sozial gerechter und trotzdem war es jahrelange Arbeit, sich da auch wirklich zu vernetzen und Vertrauen aufzubauen und auch Vorbehalte abzubauen.

Speaker: Und auch sehr viel, was wir voneinander gelernt haben, was wir von den Kolleginnen, den Bus und Bahnfahrern gelernt haben.

Speaker: Also das war wirklich etwas, was ich auf jeden Fall mitnehmen würde, dass einfach

Speaker: so eine Vernetzung sehr wichtig ist, aber gleichzeitig auch sehr viel Zeit beansprucht und sehr viel auch Bewusstsein darüber, wie wir uns verhalten, wie wir auf andere wirken, was vielleicht auch teilweise berechtigte Sorgen sind, auch von anderen Menschen uns gegenüber, uns als Klimaaktivistinnen.

Speaker: Genau, aber dass es auch sehr, sehr schöne Momente geben kann, also

Speaker: Ich habe einige Kolleginnen kennengelernt, mit denen wir sehr lange zusammengearbeitet haben und wo auch einfach eine schöne Grundlage entstanden ist, auch für weitere Zusammenarbeit.

Speaker: Und das war dann auch wieder motivierend, würde ich sagen.

Speaker: Ja, das ist auch, also wird ja manchmal auch gesagt, dass Klimabewegung tendenziell eher aus, ja, eher weißer und eher aus gebildeteren Schichten sich zusammensetzt und von daher fand ich, das zeigt das auch, so eine Selbstreflexion und so ein, okay, wie können wir das überwinden, wie

Speaker: kommen wir eben mit Menschen aus anderen gesellschaftlichen Bereichen und Schichten zusammen.

Speaker: Also einfach nicht da stehen zu bleiben bei der Kritik, sondern wirklich da Lösungen zu finden.

Speaker: Und das finde ich auch eben sehr lobenswert und bewundernswert.

Speaker: Und allgemein habe ich mich gefragt bei Encement, ob da so Lernerfahrungen aus den verschiedenen Klimabewegungsgruppen einfließen.

Speaker: Also das setzt sich ja zusammen aus Fridays for Future.

Speaker: Und auch, ich habe gehört, dass da auch so...

Speaker: Eben Extinction Rebellion und auch Leute, die vorher quasi in der letzten Generation waren, jetzt halt Widerstandskollektiv.

Speaker: Also da kommt ja so einiges zusammen und von daher kommt ja auch einiges an Lernerfahrung zusammen.

Speaker: Ja, würdest du sagen, das ist so ein bisschen ein instrumentes Ergebnis von Lernerfahrung aus den verschiedenen Klimabewegungsgruppen?

Speaker: Also ich würde sagen, wir bringen schon alle was mit rein.

Speaker: Es sind ja auch sogar nicht nur Klimagerechtigkeitsgruppen, es ist ja auch die Werkstatt für gewaltfreie Aktionen zum Beispiel.

Speaker: Und wir haben alle ziemlich unterschiedliche Erfahrungen, habe ich gemerkt.

Speaker: Und ich habe viel...

Speaker: Insights, also Einblicke, Erfahrungen gehört über Aktionsformen und Gruppen, über die ich bisher vor allem irgendwie von außen über Social Media und Presse und so erfahren habe.

Speaker: Und das finde ich auf jeden Fall richtig cool.

Speaker: Also da haben wir, also ich glaube, dass unsere gesamte Strategie

Speaker: auch von allen ein bisschen was mitnimmt und auch generell einfach immer offen ist.

Speaker: Also wir tauschen uns auch viel aus, wenn wir entscheiden, wie geht es weiter, was machen wir und da fließen dann die verschiedenen Erfahrungen mit rein.

Speaker: Ich glaube aber, also es ist nicht nur ein, also ich würde sagen, dass wir auch einfach da sind, um nochmal, also der Unterschied ist ja, dass die meisten von uns aus Bewegung kommen und ein Zement ist ja eine Kampagne, also nochmal ein bisschen anders zu

Speaker: Und wir da einfach in verschiedene Richtungen, glaube ich, gegenseitig und uns zusammen weiterentwickeln, was das angeht.

Speaker: Also auch jetzt noch Erfahrungen machen und schauen, wie es läuft.

Speaker: Ja, interessant, dass du das auch so siehst, weil wir hatten hier auch schon öfter so Begriffsfragen und haben dann auch von HörerInnen Rückmeldungen bekommen dazu, also ob jetzt Fridays for Future, Letzte Generation, Extinction Rebellion, ob das jetzt...

Speaker: Bewegungen sind oder nicht.

Speaker: Finde ich jetzt auch spannend, dass du das dann auch so siehst von intern.

Speaker: Aber was ich auf jeden Fall nochmal nachfragen wollte und interessant finde, ist, was du sagst eben, dass ihr euch da so auch so austauscht.

Speaker: Und ihr habt ja auch so einen Kampagnenrat.

Speaker: Und das ist, das fände ich einfach nochmal interessant zu hören, wie ihr so organisiert seid und was dieser Kampagnenrat eigentlich so genau ist.

Speaker: Genau, und weil du meintest ja auch, ihr habt diese zyklischen Kampagnenplanungen.

Speaker: Also vielleicht kannst du uns da nochmal ein bisschen mitnehmen.

Speaker: Ja, also Kampagnenrat klingt natürlich sehr mysteriös erstmal für viele, aber im Prinzip heißt es einfach, dass wir uns einmal die Woche treffen und so ein bisschen die gesamte Kampagne im Überblick haben, also so, was passiert gerade und das ist auch der Ort, in dem wir

Speaker: die meisten Entscheidungen getroffen werden, so gesamtstrategisch.

Speaker: Was machen wir für große Aktionen?

Speaker: Da ist auch die Idee mit dem Camp, also dem Festival entstanden.

Speaker: Der Kampagnenrat ist aber auch immer offen für Neuzugänge, also ist keine feste Gruppe und ist vor allem für Leute, die eben sagen, ich habe gerade so Zeit und Energie, mich da zu committen.

Speaker: auch möglichst einmal die Woche zu kommen.

Speaker: Wir haben aber dann eben drumherum auch erstens verschiedene Arbeitsgruppen, die nochmal getrennt davon oder extra zusätzlich arbeiten, also zum Beispiel Social Media und Presse oder Gruppe zu inhaltlichen Forderungen.

Speaker: Und wir haben auch noch so ein, ich sag mal,

Speaker: Und wie seid ihr auf diese coole Strukturidee mit dem Kampagnenrat gekommen?

Speaker: dass es gab so ein paar Menschen, die die Kampagne angestoßen haben und die haben das quasi so vorgeschlagen.

Speaker: Ich denke, das ist auch so eine Idee.

Speaker: Ich habe da jetzt keine konkreten Namen und Theorien im Kopf tatsächlich, wenn ich sehr aus der Praxis komme, aber ich glaube auch so eine Idee von, wie organisieren wir Leute, um aktiv zu bleiben in der Kampagne und

Speaker: Da hat sich das wohl bewährt, dass es eben diesen, ich sag mal, engeren Kreis gibt von Menschen, die sehr oder relativ intensiv arbeiten.

Speaker: Aber eben, also ich hab da so ein Modell mit so verschiedenen Ringen im Kopf und dann der Mittel ist der Kampagnenrad und dann der Unterstützer im Kreis und geht immer weiter, aber da ist eben auch alles miteinander vernetzt.

Speaker: Also es sind keine geschlossenen Kreise.

Speaker: Ja, so.

Speaker: Das ist ja spannend.

Speaker: Ich habe das Gefühl, das könnten bestimmt auch andere Gruppen sich von dieser Organisationsweise inspirieren lassen.

Speaker: Und auch irgendwie, was auch so empowernd ist, ist tatsächlich dieses Gefühl irgendwie, ihr habt es einfach lokal vor Ort mit dem, was da ist.

Speaker: Also eben, ihr seid direkt konfrontiert mit diesem Riesenkonzern.

Speaker: Dort, wo ihr seid und habt da was auf die Beine gestellt.

Speaker: Und das ermutigt irgendwie auch, dass man muss jetzt nicht in Berlin sein oder so, um was Großes auf die Beine zu stellen, sondern an jedem Ort kann man eigentlich anfangen, ja, sowas, eine Bewegung aufzubauen, eine Kampagne.

Speaker: Das finde ich irgendwie so, ja, sehr...

Speaker: Sehr inspirierend und ermutigend.

Speaker: Und ich habe mich gefragt, was du das Gefühl hast, was vielleicht auch andere Bewegungen oder Kampagnengruppen von euch und euren Erfahrungen lernen könnten.

Speaker: Genau, also was hast du das Gefühl, das ist so etwas, ja, das kann man definitiv weitergeben?

Speaker: Ich meine, was ja gerade so oft passiert in der politischen Debatte, die wir im Fernsehen sehen und in den Nachrichten, ist ja das...

Speaker: Themen auch bewusst voneinander getrennt werden, dass Klima gegen soziale Gerechtigkeit ausgespielt wird, gegen Migration und gerade von konservativen Parteien oder auch rechten Parteien eben sehr klar diese Spaltungstaktik gefahren wird.

Speaker: Und die beste Antwort darauf ist, die Themen zu verbinden mit solchen Kampagnen wie, jetzt wir waren zusammen, war ein gutes Beispiel, aber wir versuchen das ja auch, dass wir eben

Speaker: die Bauwände damit reinbringen.

Speaker: Also es geht nicht nur um CO2-Emissionen, sondern auch eine Lösung, wie könnte ein besseres Leben für uns alle aussehen.

Speaker: Also auch dann gerecht bezahlbare Mieten, nachhaltiges Wohnen und so weiter und auch eine andere Gestaltung von Städten, die eben auf die Bedürfnisse von Menschen ausgelegt ist.

Speaker: Und ich glaube, das ist auch was, was ich gelernt habe, ist einfach super wichtig,

Speaker: unsere Lebensrealität, das, was wir jeden Tag sehen, was uns jeden Tag beschäftigt, mit dem Thema Klima zusammenzubringen oder mit politischen Themen, also das einfach auch greifbar und spürbar zu machen, weil wie wir wohnen und wie da die Lage ist, wie der Wohnungsmarkt, das ist ja was, was sehr viele von uns sich auch einfach merken und Menschen ja auch berechtigterweise sehr eingenommen sind von diesen Sorgen und deswegen braucht es einfach gemeinsame Lösungen und konkrete Lösungen.

Speaker: Das finde ich immer sehr inspirierend, wenn es Aktionen und Projekte gibt, die das schaffen.

Speaker: Das ist es in der Tat auf jeden Fall und ich finde den Hinweis auch nochmal echt wichtig, darauf zu achten, wenn die PolitikerInnen und andere EntscheidungsträgerInnen das wirklich versuchen, so taktisch.

Speaker: die verschiedenen Gruppen gegeneinander auszuspielen, da irgendwie auch vorbereitet zu sein und nicht in diese Falle zu tappen und auch anderen dabei zu helfen, nicht in diese Falle zu tappen, auch eben aber durch die Bündnisarbeit, die man macht und die Aktionen.

Speaker: Also eben nicht nur

Speaker: nicht rhetorisch versuchen, das zu erklären, sondern eben durch die Art und Weise, wie man die Kampagne organisiert.

Speaker: Das finde ich halt sehr spannend, auch in deiner bisherigen Arbeit und finde ich voll gut.

Speaker: Also vielen, vielen, vielen Dank für deine Arbeit.

Speaker: Eine Frage hätte ich da schon noch, weil eben genau gerade in den aktuellen Zeiten ist es ja einfach so schwer, dieses Thema anzusehen.

Speaker: zu platzieren und viele der Themen, die du auch genannt hast.

Speaker: Und von daher ist die Frage, wie geht ihr denn damit um mit diesem Gefühl des Scheiterns, sage ich mal?

Speaker: Ja, also wenn dann mal ein Ziel, eine Forderung nicht erreicht wird, was ist

Speaker: euer Umgang damit, um weiterzumachen?

Speaker: Ich glaube zum einen würde ich sagen, einfach eine Gruppe, die einen auffängt und in der wir uns im besten Fall, würde ich sagen, wirklich gerade auch sehr wohl fühlen und in die wir immer wieder gern zurückkommen, egal was gerade passiert an Aktionen und wie die Reaktionen darauf sind.

Speaker: Aber ich glaube auch einfach mit einem anderen Anspruch

Speaker: Also ich habe den Eindruck, dass im Aktivismus, vor allem im Klimaaktivismus, ein sehr großer Selbstanspruch besteht, immer alles richtig zu machen.

Speaker: Aber das ist auch immer, also so Widerstand ist auch manchmal ein Probieren und Ausprobieren.

Speaker: Wir sind ja in der deutlich schwierigeren Position als zum Beispiel die Konzerne oder Unternehmen.

Speaker: die Politik und das System, gegen das wir kämpfen.

Speaker: Und wir dürfen auch Fehler machen.

Speaker: Wichtig ist, dass wir wissen, wie wir damit umgehen und dass wir uns auffangen und dass wir wissen, wie es weitergeht.

Speaker: Voll gut.

Speaker: Ich finde es auch voll schön, was du sagst, mit dem eine Gruppe zu haben,

Speaker: die einen aufwängt.

Speaker: Das ist, finde ich, ein ganz wichtiger Hinweis.

Speaker: Weil oft wird dann so eben aufs Äußere geguckt, auf Struktur, Strategie, Ziele und so.

Speaker: Und sowas ist aber einfach so wichtig, um eben die Kraft zu haben, weiterzumachen.

Speaker: Also so das Innere auch.

Speaker: Das finde ich einen ganz, ganz wichtigen Hinweis.

Speaker: Und gleichzeitig auch die Fehlertoleranz und Freundlichkeit gefällt mir auch sehr gut.

Speaker: Und ich meine, Encement ist ja auch ein Zeichen davon, dass vielleicht Scheitern auch gar nicht so eine Kategorie ist.

Speaker: Vielleicht ist das eben dann auch so ein medialer Begriff, der da benutzt wird.

Speaker: Weil in dem Sinne Fridays for Future gibt es schon seit einigen Jahren Extinction Rebellion, letzte Generation, jetzt auch in verschiedensten Phasen.

Speaker: Und genau, also die Menschen machen weiter, probieren Neues aus, lernen eben aus den Erfahrungen,

Speaker: Und passen dann eben die Vorgehensweisen an durch das Gelernte.

Speaker: Also es geht gar nicht so sehr darum, ums, genau, das ist ja im Endeffekt kein Scheitern, sondern ein Lernprozess.

Speaker: Und es geht ja weiter.

Speaker: Und genau, also klar kann es natürlich sein, dass dann ein Ziel nicht erreicht ist, aber das ist ja dann nicht gleich irgendwie so komplett eine Niederlage in dem Sinne, sondern es ist ein Feedback, okay, auf diese Art und Weise funktioniert es nicht ganz so gut, okay, wie können wir es anders machen?

Speaker: Und das finde ich auch irgendwie ganz schön an dieser Konstellation dann dabei bei Encement.

Speaker: Ja, Daria, voll schön, dass du heute da warst und deine Einblicke, Erkenntnisse und Erfahrungen geteilt hast.

Speaker: Gibt es noch etwas, was du vielleicht gerne unseren HörerInnen mitgeben wollen würdest?

Speaker: Ja, ich fand es auch sehr nett.

Speaker: Ich habe so ein witziges Zitat rausgesucht von einem Schriftsteller, der heißt Anselm Jappe, ich hoffe, ich spreche es richtig aus, der hat ein Buch über Beton geschrieben und wir haben ein Zitat gefunden, das ist jetzt nicht so super deep, was politische Strategie angeht, aber ich finde es einfach lustig mit dem Wortspiel, weil er sagt, Beton ist die konkrete Seite der kapitalistischen Produktionsweise.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, konkret auf Englisch, genau.

Speaker: Ja, sehr gut.

Speaker: Genau, und wegen so konkret.

Speaker: Keine Ahnung, ich fand es irgendwie gut, um einfach auch nochmal, weil wir immer wieder gefragt werden, was ist eigentlich das Problem an Beton?

Speaker: Wir brauchen Beton und irgendwie, finde ich, es bringt so ein bisschen auf den Punkt.

Speaker: Kann man das mal auf den Sticker schreiben oder so?

Speaker: Mal gucken.

Speaker: Vielen Dank dafür, Daria.

Speaker: Ja, schön, dass du da warst.

Speaker: Viel Kraft weiterhin bei all euren Bemühungen und ich bin total gespannt zu sehen, wie es weitergeht.

Speaker: Und vielleicht sehen wir uns ja dann in Heidelberg nächsten Frühling.

Speaker: Ja, gerne.

Speaker: Könnt alle sehr gern kommen.

Speaker: Ciao.

Speaker: Das war es für diese Folge von Tee und Taktik.

Speaker: Wenn euch das Gespräch gefallen hat, dann teilt es gerne und folgt uns für weitere spannende Einblicke in gewaltfreien Protest.

Speaker: Wir haben ja jetzt auch seit ein paar Folgen schon eine E-Mail und freuen uns auf Anmerkungen, Themenvorschläge und so weiter.

Speaker: Das ist Tee und Taktik in einem Wort at protonmail.me.

Speaker: Aber ihr findet das auch nochmal in der Beschreibung.

Speaker: Und wenn ihr uns unterstützen wollt, dann schaut doch mal auf unseren Spenden-Link, der ist auch in der Beschreibung, damit wir auch in Zukunft wichtige Themen wie diese behandeln können.

Speaker: Danke an alle, die uns bisher mit einer Spende unterstützt haben und danke an die Stiftung Kraft der Gewaltfreiheit, die uns fördert.

Speaker: Allerdings deckt das nicht alle Kosten für Schnitt und Technik.

Speaker: Danke auch an unseren Partner für die Postproduktion, das Kreativstudio für Wissenschaftskommunikation zum Staunen.

Speaker: Bis zum nächsten Mal.

Speaker: Und wie immer in diesem Jahr ist das der letzte Donnerstag im Monat.

Speaker: Alles, alles Liebe.

Speaker: Macht's gut.

Speaker: Bis bald.

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