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T&T09 Mit Organizing zum Wahlerfolg

Tee & Taktik
Tee & Taktik

343 plays · Mar 27, 2025

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Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu Tee und Taktik, deinem Podcast zu strategischem Protest.

Speaker: Wir sind Lea und Lila.

Speaker: Hallo.

Speaker: Herzlich willkommen.

Speaker: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Tee und Taktik.

Speaker: Mein Name ist Lea und genau vor einem Monat saß ich hier mit Carola Rakete, EU-Abgeordnete, Kapitänin und Klimaschützende, die sich bei verschiedenen Protesten eingebracht hat.

Speaker: Und jetzt bin ich hier gerade wieder mit Dalina.

Speaker: Schön, dass wir das zusammen machen.

Speaker: Hallo, auch von meiner Seite.

Speaker: Ich freue mich, wieder hier zu sein mit dir auch, Lea.

Speaker: Ja, das war ja eigentlich nicht so richtig geplant.

Speaker: Eigentlich sollte jetzt eine Fußball-Folge mit Thomas Kessen und dem erfolgreichen Protest gegen Investoren-Deals sein.

Speaker: Aber wir haben uns dazu entschieden, die beiden Folgen zu tauschen, weil ja gerade viel los ist in Deutschland.

Speaker: Die Wahl hat stattgefunden und da gab es einen überraschenden großen Aufschwung bei den Linken.

Speaker: Und dahinter steckt unter anderem ganz viel zum Organizing und das wollen wir uns heute anschauen und das hat uns so motiviert, dass wir uns dazu entschlossen haben, die Folgen eben zu tauschen.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Und nochmal vielleicht ganz kurz als Erinnerung, was Organizing eigentlich überhaupt ist.

Speaker: Da geht es darum, tatsächlich nicht nur einfach durch Medien und Plakate und so Menschen aufzurufen, etwas zu tun, wie zu einer Demo zu gehen oder eben jemanden zu wählen, sondern wirklich mit Menschen in Kontakt zu kommen, in persönlichen Gesprächen, danach zu fragen, auch was ist das, was die Menschen wirklich bewegt, was sie brauchen, was sie stört, was sie wirklich

Speaker: Und da wirklich auch Beziehungen aufzubauen.

Speaker: Und die Idee ist daran, dass damit durch das direkte Gespräch eben Menschen auch vielleicht auch mehr dazu kommen, sich dann auch selber einzubringen und so ins Handeln zu kommen, für ihre eigenen Rechte und Interessen einzustehen.

Speaker: Genau.

Speaker: Also es geht uns in dieser Folge nicht um einzelne Parteien oder die Linke, sondern es geht uns um die Methode, also das Organizing selber, was wir uns anschauen wollen.

Speaker: Und dafür haben wir was gemacht, was wir jetzt so in dem Podcast auch noch nicht gemacht haben.

Speaker: Und zwar haben wir mit vielen, vielen verschiedenen Menschen gesprochen.

Speaker: Menschen, die selber das Organizing gemacht haben, die an Haustüren geklingelt haben, die Menschen angerufen haben, die geflyert haben, auch die mit den Linken teilweise nichts zu tun hatten.

Speaker: Und wir haben mit den Menschen gesprochen, die das ganze Organizing organisiert haben, also die sich die Pläne dahinter überlegt haben.

Speaker: Und wir haben so kleine Schnipsel von denen eingefangen, wo sie uns erzählt haben, wie das genau gelaufen ist, auch wie sie sich dabei gefühlt haben.

Speaker: Und diese Schnipsel werden wir in dieser Folge zwischendrin einspielen und dann werden wir darüber sprechen.

Speaker: Und es war echt super überwältigend, wie viel Rückmeldung da auch kam und wie offen die Menschen waren, ihre Geschichten zu teilen und auch unser Thema heute zu unterstützen.

Speaker: Und das ist überhaupt nicht selbstverständlich.

Speaker: Deswegen an dieser Stelle schon mal vielen, vielen Dank für die ganzen Menschen, die mitgewirkt haben.

Speaker: Insbesondere auch, weil die Hälfte erst mal krank war nach dem ganzen Stress vor der Wahl.

Speaker: Also ja, wir sind echt dankbar, dass wir diese Folge so machen konnten.

Speaker: Ja, vielen, vielen Dank an die ganze Arbeit, auch an dich, Lea.

Speaker: Und auch, dass das natürlich auch für die Technik viel mehr Arbeit bedeutet und dann alle spannenden Beiträge.

Speaker: Ich bin schon ganz aufgeregt.

Speaker: Bevor wir jetzt vielleicht in dieses Thema rein starten, Dalila, würde ich dich fragen, was hast du heute für einen Tee, den du trinkst?

Speaker: Ja, da wir ja über Organizing sprechen wollen, war es mir wichtig, irgendwie danach zu gucken, weil das Ganze kommt ja auch so ein bisschen von dem betrieblichen Organisieren her.

Speaker: in welcher Teesorte die Menschen am besten organisiert sind.

Speaker: Und da gibt es tatsächlich einige Schwarz- und Grünteesorten aus Indiens und Sri Lanka.

Speaker: Und da habe ich mir eins von so einer Fairtrade-Kooperative aus Sri Lanka ausgesucht.

Speaker: Und ich muss sagen, Schwarztee mag ich schon auch manchmal.

Speaker: Aber genau, ich habe schon sehr oft versucht, meinen liebgewonnenen Kaffee durch Grüntee zu ersetzen, aber da kriege ich leider manchmal Kopfschmerzen von.

Speaker: Und du, welchen Tee hast du dabei?

Speaker: Ja, ich hatte auch noch nie so einen thematisch passenden Tee wie heute.

Speaker: Und zwar habe ich mir auch den Grüntee rausgesucht, weil der braucht Geduld.

Speaker: Den darf man nicht einfach mit kochendem Wasser übergießen, was ja auch Teil vom Organizing ist.

Speaker: Also dass es Zeit braucht und auch einen langen Atem.

Speaker: Und der grüne Tee wirkt auch erhellend.

Speaker: Und das Organizing bringt ja auch immer wieder frischen Wind rein.

Speaker: Also ich dachte mir, sowohl Organizing und Tee brauchen Zeit, aber entfalten dann eine nachhaltige Wirkung.

Speaker: Sehr passend.

Speaker: Wir haben die Folge so ein bisschen in drei Teile aufgeteilt.

Speaker: Also erstmal, dass wir uns anschauen, was ist genau passiert?

Speaker: Warum hat das Organizing so gut geklappt?

Speaker: Und dann als drittes, was können andere davon lernen oder was sind auch mögliche Gefahren?

Speaker: Also falls ihr das Organizing schon kennt, dann kommen euch vielleicht einige Grundlagen bekannt vor.

Speaker: Aber uns war es halt wichtig oder ist es ja wichtig, mit diesem Podcast möglichst viele verschiedene Menschen mitzunehmen, die auch außerhalb unseres Umfelds sind.

Speaker: Und ja, insgesamt hoffen wir aber, dass für jeden was in dieser Folge dabei ist.

Speaker: Also was ist denn überhaupt passiert?

Speaker: Vielleicht machen wir nochmal eine kurze Rückschau.

Speaker: Die Linken haben im Oktober letzten Jahres noch die Prognose gehabt, dass sie deutlich unter der 5%-Hürde bleiben werden und haben dann aber tatsächlich bei den Bundestagswahlen 8,8% geholt.

Speaker: Das heißt, die haben sich verdoppelt, ne?

Speaker: Schon krass, ja.

Speaker: Genau, und sie haben sechs Direktmandate erkämpfen können.

Speaker: Also im Vergleich zu der Europawahl im Juni 2024 lagen sie zum Beispiel noch bei 2,7 Prozent, was einfach ein riesiger Zuwachs ist, nicht nur in den Prozentzahlen, sondern auch in den Mitgliedern.

Speaker: Alleine in den letzten zwei Monaten kamen 40.000 neue Menschen in die Partei dazu.

Speaker: Ja, sie feiern gerade große Mitgliederrekorde.

Speaker: Genau, und jetzt sind ja gerade ganz viele Analysen zu dieser Geschichte da.

Speaker: Warum ist die Linke jetzt gerade so erfolgreich geworden?

Speaker: Viele verschiedene Faktoren werden beleuchtet.

Speaker: Also einer der Punkte, der natürlich immer wieder genannt wird, ist die Social-Media-Kampagne von insbesondere Heidi Reichenegg, die da einfach sehr präsent war, gerade junge Wählerinnen mitgenommen hat.

Speaker: Dann Jan von Aken, der in den Talkshows unterwegs war und auch die Mission Silberlocke.

Speaker: Vielleicht hat es die eine oder andere Person mitbekommen, der drei Herren Bodo Ramelow, Gregor Gysi und Dietmar Bartsch, die auch nochmal ein anderes Publikum mitgenommen haben.

Speaker: Also es sind viele verschiedene Faktoren, die gerade beleuchtet werden, warum die Linke jetzt so erfolgreich war.

Speaker: Und einer der Punkte eben genau dieses Organizing und die Haustürgesprächen, da habe ich auch nochmal eine krasse Zahl gefunden, weil insgesamt wurden 638.123 Haustürgespräche durchgeführt von den Linken.

Speaker: Also allein diese Zahl ist verrückt.

Speaker: Ich glaube, die hatten 100.000 angepeilt und sind weit über das Ziel hinaus geschossen quasi.

Speaker: Voll gut.

Speaker: Ja, weit, weit, weit.

Speaker: Genau, und das ist halt einer der Faktoren, den wir uns heute insbesondere angucken wollen, der dazu beigetragen hat.

Speaker: Ja, und ich finde es auch nochmal echt wichtig, weil obwohl natürlich die ganzen anderen Faktoren auch eine Rolle gespielt haben und zum Beispiel auch natürlich Social-Media-Arbeit wichtig ist oder eben diese beeindruckende Rede von Heidi Reichenegg, als dieser Move da war mit Merz und AfD und wo sie halt eben diese markanten Worte gesagt hat,

Speaker: Wir sind die Brandmauer und so weiter.

Speaker: Das hat alles natürlich einen Einfluss gehabt.

Speaker: Aber wenn man das dann medial so darstellt, es ist diese eine charismatische Person, diese Rede, diese Social-Media-Präsenz etc., dann kriegt man so schon den Eindruck einfach, okay, ich bin halt nicht so als einzelner Mensch, der halt sich belastet ist von den verschiedenen Krisen und Umständen in der Gesellschaft, aber

Speaker: Und man denkt sich halt, ja, ich bin halt nicht so wie diese Heidi und ich habe nicht diese Social-Media-Präsenz und ich kann nicht so tolle Reden schwingen, also ja, lasse ich es lieber ganz bleiben irgendwie.

Speaker: Und zu sehen, dass da eben letztendlich das wirklich so ein gemeinschaftlicher Akt war, so ganz, ganz, ganz viele Menschen beteiligt waren daran und wirklich jeder sich einbringen kann, indem man eben solche direkten persönlichen Gespräche führt und dass das einen Unterschied macht.

Speaker: Und ich finde, das ermächtigt einen so ein bisschen, gibt einem so ein Gefühl von, ich kann was tun, ich kann wieder in die Handlung reinkommen, ich muss kein charismatischer Anführer dafür sein, sondern jeder kann was beitragen und das ist auch bitter nötig, weil meistens sind es kollektive Bemühungen und es sind niemals einzelne Personen und es wird oft einfach, weil es leichter ist, eine Geschichte anhand einer Person zu erzählen, oft dann medial so runtergebrochen.

Speaker: Was ja auch schön ist, so Geschichten auch zu hören, aber eben man muss immer dabei bedenken, was hat das für eine Wirkung und fühlt man sich dann weniger fähig, in die Handlung zu kommen.

Speaker: Ja, das haben wir auch letztes Mal bei der Carola-Folge gesehen, dass auch diese eine Geschichte um Carola-Rakete gebaut wurde, aber halt so viele andere Menschen schon vorher auch diesen Protest gemacht haben, den sie gemacht hat, aber damit halt nie so erfolgreich waren.

Speaker: Genau, deswegen ist es voll das wichtige Thema, eben Licht darauf zu lenken, dass da so viele Menschen dahinter stehen und dass das Ganze ja auch eine Vorgeschichte hat.

Speaker: Also es hat ja nicht nur bei diesem Wahlkampf angefangen, sondern schon vorgelegt,

Speaker: Weit vorher das erste Mal, jetzt für diesen Wahlkampf wurde das Organizing ausprobiert bei den Landtagswahlen in Leipzig, wo auch schon 50.000 Haustüren geklopft und Gespräche geführt wurden.

Speaker: Und das war so ein bisschen auch die Inspiration für diesen Wahlkampf.

Speaker: Ich habe so verstanden in den Gesprächen, die wir geführt haben, dass die Linken eigentlich einen viel größeren Plan hatten, noch mehr Gespräche zu machen und noch mehr Organizing zu machen.

Speaker: Aber dadurch, dass die Wahl dann vorgezogen wurde und es nur in so einem kurzen Zeitraum gab, gar nicht im Endeffekt alle ihre Organizing-Werkzeuge auspacken konnten.

Speaker: Aber genau, vielleicht schauen wir mal kurz darauf, was alles gemacht wurde.

Speaker: Also es wurden Haustüren geklingelt, es wurde geflyert in Briefkästen zu der Rushhour in den S- und U-Bahnhöfen.

Speaker: Es gab so Aktionstage und ganz viele andere Dinge.

Speaker: Und da haben wir einmal die

Speaker: Organiserin Lilly, die im Berliner Stadtteil Neukölln für das Direktmandat von Ferhat Kocak mit organisiert hat, gefragt, was alles passiert ist.

Speaker: Ja, also genau, ich würde sagen schon, das Herzstück und das, was so den Großteil ausgemacht hat, waren tatsächlich die Haustürgespräche.

Speaker: Ich weiß nicht, inwiefern das von außen sichtbar war, aber es gab ja außerhalb dieser Aktionstage oder Wochen, die wir hatten, auch selbstorganisierte Aktionen von Kids-Organizerinnen.

Speaker: Und das ist, würde ich sagen, mehr so die Organizing-Arbeit, die im Hintergrund stattgefunden hat, also

Speaker: Menschen zu finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen für einen gewissen Kiez, dort die Haustüren abzuklingeln und die Menschen dann dabei zu unterstützen, auszubilden, Vertiefungsschulungen mit ihnen zu machen, sie darin zu unterstützen, Leute zu mobilisieren für die Aktionen und genau, sie quasi

Speaker: mehr und mehr einbinden in diese Bewegung.

Speaker: Aber im Grunde ist das auch Haustürgespräche.

Speaker: Ansonsten wurde auch viel Telefonorganizing gemacht.

Speaker: Also wir haben ja den Haustüren immer Kontakte gesammelt und dann haben mehrmals wöchentlich Telefonaktionen stattgefunden, wo die Leute dann gezielt angerufen wurden.

Speaker: Also erstmal eingeladen wurden zur Stadtteilversammlung, wo ja die Forderungen geschlossen wurden für den Wahlkampf oder die Vorhaben.

Speaker: Dann eingeladen zum Winterfest, aber auch vor den Aktionswochen.

Speaker: Alle Leute, die angekreuzt haben beim Kontakt, sie wollen mitmachen, nochmal abtelefoniert und eingeladen, selber aktiv zu werden, zur Aktionswoche zu kommen, selber an den Haustüren zu klingeln.

Speaker: Das hat auch besser geklappt, als wir gedacht haben.

Speaker: Es sind tatsächlich einhörige Leute, die wir an den Haustüren angesprochen haben, dann auch später selber aktiv geworden.

Speaker: Genau.

Speaker: Und ein Element von dem Telefon-Organizing war auch so eine Art Get-out-the-Vote-Element.

Speaker: Das ist, glaube ich, in den USA eher ein Thema versuchen, dass möglichst viele Leute, die auch sonst nicht wählen oder in der Vergangenheit vielleicht nicht gewählt haben, das erste Mal wählen.

Speaker: Wir haben dafür quasi so eine Sammel-SMS kurz vor der Wahl nochmal verschickt, wo Leute nachgucken konnten, was ist bei mir das nächste Wahllokal.

Speaker: Da gibt es eine Internetseite für von Berlin.

Speaker: Und genau nochmal in ein, zwei Sätzen erklärt, warum jetzt diese Wahl wirklich wichtig ist, warum es wichtig ist, dass die morgen wählen gehen.

Speaker: Genau.

Speaker: Und dann gab es auch so Community-Organizing-Elemente, würde ich sagen, wo vor allem Ferhat selber viel in Moscheen zu Besuch war, in Kulturzentren, Vereinen.

Speaker: zu Diskussionsveranstaltungen.

Speaker: Das ist manchmal auch durch die Haustüren zustande gekommen.

Speaker: Also dass Leute zum Beispiel gesagt haben, ich bin ein sehr aktives Mitglied bei mir in der Moschee und wenn Ferhat mal mit meinem Imam telefoniert, vielleicht könnte er mal vorbeikommen.

Speaker: Genau.

Speaker: Und teilweise natürlich also größtenteils auch auf eigene Initiative von uns oder von dem Team von Ferhat, die dann angefragt haben, ob er da vorbeikommen kann.

Speaker: Und das Winterfest war die Idee auch so ein bisschen an der Inspiration von Leipzig, wo auch schon mal so eine erfolgreiche Haustürkampagne stattgefunden hat, nochmal einen Moment zu haben, wo Nachbarinnen einfach zusammenkommen, sich gegenseitig kennenlernen, man so ein bisschen mehr in der Nachbarschaft ein Gefühl etabliert von, hier ist wirklich eine Bewegung, hier ist nicht nur einmal jemand bei euch an der Haustür, sondern jetzt während der Wahl, aber auch langfristig ist die Linke einfach quasi die Partei, die hier präsent ist und quasi nah an den Menschen dran ist.

Speaker: Und auch so einen Umfeldeffekt, nennen wir das so, zu stärken.

Speaker: Also eine Person hat ein Haustürgespräch, ist vielleicht überzeugt, Ferhat zu wählen, aber wenn die Person dann nochmal mit ihren Kindern und mit ihrer Nachbarin zum Winterfest kommt, vielleicht Ferhat als Kandidat kennenlernt, mehr ein Gefühl bekommt von, was bedeutet es eigentlich, hier Politik anders zu machen und so weiter, spricht sie dann vielleicht auch nochmal mit ihren Kollegen und so weiter.

Speaker: Genau, ich glaube, dafür ist es wichtig, manchmal nicht nur inhaltlich zu überzeugen, sondern quasi auch ein Gefühl aufzubauen von, hey, das ist

Speaker: Ein Raum, wo ich mich wohlfühle, wo ich gerne mit meiner Familie hinkomme, wo ich eine gute Zeit habe, wo ich irgendwie mit meinen Nachbarinnen nicht connecten kann und so weiter.

Speaker: Ja, spannend und auch wirklich beeindruckend, was in so kurzer Zeit da auf die Beine gestellt wurde und dass man dann wirklich auch Menschen direkt aus der Nachbarschaft erreicht hat und zwar so viele auch, die dann da zusammenkommen, die vielleicht vorher echt noch nie aktiv waren.

Speaker: Sehr beeindruckend.

Speaker: Und aber man muss auch dazu sagen, dass natürlich Organizing, Methoden und Elemente für den Wahlkampf zu benutzen, jetzt auch keine Erfindung der Linken ist, also der Parteien.

Speaker: sondern dass das sogar schon 2006 in den USA zur ersten Obama-Wahl auch schon versucht wurde, Community-Mobilizing- und Organizing-Elemente zu benutzen.

Speaker: Das war federführend von Marshall Gantz, der ist in Organizing-Kreisen sehr bekannt.

Speaker: Heutzutage lehrt er an der Harvard University und der war führender Organizer bei den Farmworkers, also Weintrauben, Landwirte und Farmer in Kalifornien in den 60er, 70er Jahren, wo eben...

Speaker: Und massenhafte Streiks und Boykotte waren, die auch sehr prägend waren für viele Aktivistinnen der Zeit und von daher da auch viele gute Erfahrungen mitnehmen konnte.

Speaker: Und es wird gesagt, dass diese Organizing-Elemente eben maßgeblich auch zum Erfolg von Obama bei der ersten Wahl beigetragen haben sollen.

Speaker: Ja, ich finde nämlich, das ist auch was, was man nochmal ein bisschen weiter aufschlüsseln kann.

Speaker: Also die Organizing-Elemente quasi von dem Mobilisieren zu trennen, das ist ja etwas, worüber wir schon öfters gesprochen haben in den vorherigen Folgen, dass es eben einen Unterschied da gibt, dass man Menschen, die sowieso schon politisch aktiv sind, sehr kurzfristig mobilisieren kann für verschiedene Themen, was

Speaker: in diesem Beispiel auch stattgefunden hat, gerade bei den Aktionstagen, wo Menschen, die sich für andere Themen, feministische Klimathemen, Antirassismus oder so, sowieso schon aktiv sind, dann auf diesen Zug aufgesprungen sind und auch den Wahlkampf der Linken unterstützt haben.

Speaker: Versus wirklich dieses tiefe Organizing, wo man mit den Betroffenen in Kontakt geht, wo man quasi nicht die Aufgabe für sie übernimmt, sondern versucht sie zu ermutigen, sich selber für ihre Themen einzusetzen.

Speaker: Und das bedeutet eben, diese schwierigen Gespräche auch zu führen und diese herausfordernden Konversationen.

Speaker: Und deswegen fand ich es gut, dass es jetzt auch einige Elemente genannt wurden in Lillys Beitrag.

Speaker: die eben dieses Organizing auch widerspiegeln.

Speaker: Also das heißt, insbesondere das Winterfest, finde ich, ist ein schönes Beispiel dafür oder diese Stadtteilversammlung, wo es eben darum geht, Nachbarinnen kommen zusammen, sie lernen sich kennen und sie setzen sich zusammen für ihre Themen ein vor Ort mit einem guten strategischen Plan.

Speaker: Und ebenso Kneipenabende haben mir Menschen erzählt, die stattgefunden haben, wo langfristige Beziehungen aufgebaut wurden.

Speaker: Also man ist nicht um 17 Uhr, als man Feierabend gemacht hat, mit den Haustürgesprächen nach Hause gegangen und das war es dann, sondern die Menschen haben angefangen, sich auszutauschen und eben diese Beziehung aufzubauen, auf die man dann in der Zukunft weiter anknüpfen kann.

Speaker: Und das ist eben für mich dieses Machtverständnis auch von dem Organizing, dass es darum geht, Führungsqualitäten bei verschiedenen Leuten auch zu entwickeln und ihnen diese Arbeit eben nicht abzunehmen.

Speaker: Und gleichzeitig, finde ich, sieht man da auch wieder eine große Herausforderung bei dem Organizing, dass es halt aus dem gewerkschaftlichen Kontext kommt.

Speaker: Also Gewerkschaften, die versuchen, ihren Betrieb zu organisieren, da Mehrheiten zu

Speaker: zu erreichen und sich für ihre zum Beispiel bessere Löhne oder gegen Entlassungen einzusetzen.

Speaker: Das alles zu übersetzen und zu übertragen auf den Wahlkampf und auf andere politische Themen.

Speaker: Und ich merke das auch selber.

Speaker: Wir benutzen ja auch Organizing-Methoden, gerade in der Kampagne, die wir aufbauen.

Speaker: um insbesondere Landwirtinnen und Menschen in dörflichen Gebieten zu organisieren, dass das manchmal gar nicht so einfach ist, sich das quasi umzuwandeln von dem Unternehmen auf die Situation, in der man sich gerade befindet.

Speaker: Aber ich sehe da auch viel Potenzial für die Zukunft.

Speaker: Also in Gesprächen, die ich geführt habe mit den Menschen, wurde immer wieder gesagt auch, dass diese tiefen Organizing-Elemente den Menschen sehr wichtig sind und dass sie auch in Zukunft mit den

Speaker: Nachbarschaften und den Gemeinschaften arbeiten wollen, runde Tische anbieten wollen.

Speaker: Ja, ich finde es gut, dass da auf jeden Fall ein Augenmerk draufgelegt wird.

Speaker: Auch was wir schon öfters an Demonstrationen kritisiert haben.

Speaker: Menschen kommen für eine kurze Zeit zusammen, auch sehr viele, und gehen dann aber wieder und alles zerfleddert so.

Speaker: Also das ist nochmal eine wichtige Unterscheidung für mich.

Speaker: Ja, also ja, es waren alles sehr viele wichtige, gute Punkte, die du gesagt hast, aber nochmal ganz kurz zum Festhalten.

Speaker: Also Morbilizing ist Menschen erreichen, Menschen gehen auf die Straße, die eh schon interessiert sind an den Themen.

Speaker: Organizing ist ins Gespräch zu kommen mit Menschen, die davor vielleicht keine Berührungspunkte mit den Themen hatten oder sich...

Speaker: noch nicht eingebracht haben.

Speaker: Genau, also könnte man vielleicht so ganz, ganz doll runtergebrochen.

Speaker: Also es gibt verschiedene noch weitere Charakteristika dieser beiden, aber jetzt vielleicht auf dieses Thema hier bezogen, kann man sagen, vielleicht so diese eine der grundlegenden Unterscheidungen.

Speaker: Und wenn wir jetzt so ein bisschen den Perspektivwechsel machen, hin zu den Menschen, die da tatsächlich auch mitgegangen sind, weil wir haben mal, als wir den Podcast entwickelt haben, jetzt gefragt, was interessiert Menschen an diesem Thema?

Speaker: Und da wurde oft die Frage gestellt,

Speaker: Wie sind Menschen dazu gekommen?

Speaker: Also wie kriegt man das hin, dass auf einmal Leute, die nicht mal bei der Linken organisiert sind, dann wirklich sich da auf einmal anschließen?

Speaker: Welche Leute machen das?

Speaker: Wie war der Aufruf dahinter?

Speaker: Und diese Fragen haben wir eben auch gestellt.

Speaker: Und darauf geben uns Niki und Leander, die beide in Berlin mitgelaufen sind an den Haustüren, ein paar Antworten.

Speaker: Wie bin ich zum Organizing der Linken gekommen?

Speaker: Genau, es war im November die Woche, in der Trump wieder Präsidentin in den USA wurde und dann das Ampel auskam, war irgendwie für mich total der Schock und irgendwie habe ich total viel politische Ohnmacht gefühlt.

Speaker: Und in der Woche danach bin ich eben auf die Veranstaltung von Studis gegen Rechts aufmerksam geworden.

Speaker: die an der HU stattgefunden hat, bei der Ferdad Kocak, der Direktkandidat für Neukölln, der auch das Mandat im Endeffekt gewonnen hat durch das Organizing, und Nam Su, ein Politiker aus Leipzig, bei dem das Organizing der Linken das erste Mal ausprobiert wurde und wodurch das direkte Mandat bei den Landtagswahlen gewonnen wurde in Leipzig.

Speaker: Die beiden waren dort und es wurde eine kleine Mini-Dokumentation über diesen Haustier-Wahlkampf in Leipzig gezeigt.

Speaker: Und danach war so eine Diskussion, so eine Austauschrunde und auch eben wurde erzählt, dass eben die Möglichkeit besteht, sich jetzt in Neukölln dort zu engagieren.

Speaker: Und irgendwie der ganze, es waren super viele Leute, der Raum ist quasi übergequollen vor Menschen.

Speaker: Und die Veranstaltung, was sie erzählt haben, hat irgendwie richtig kraftvoll und cool geklungen.

Speaker: Und ja, danach bin ich zum Haustier-Wahlkampf gekommen.

Speaker: Also ich habe im Wesentlichen eher Haustüren geklingelt, aber auch geflyert.

Speaker: Vor allem in der Woche vor der Wahl war nicht mehr so viel Haustüransprache, sondern da waren wir vor allem an S- und U-Bahn-Höfen in der Rushhour unterwegs und haben da nochmal Flyer verteilt und auch an anderen strategischen Orten am Wochenende, zum Beispiel am Tempo-Hufer-Feld und so weiter.

Speaker: Also ich bin zum Wahlkampf bei den Linken gekommen, weil ich einfach Ende letzten Jahres gesehen habe, dass die Linke aktuell nicht in den Bundestag kommt oder dass es zumindest sehr, sehr knapp wird.

Speaker: Und dass halt ein Rechtsruck bevorsteht, auch in den Wahlen, aber schon erkennbar auch in den Diskussionen, Medien und so weiter.

Speaker: Wie gesagt, wir brauchen unbedingt eine linke parlamentarische Kraft, die sich halt gegen den Kapitalismus ausspricht, alternative Argumente bringt und halt auch, dass die ganze Finanzierung für Gehälter, Rosa-Luxemburg-Stiftung, da hängen ja ganz viele Sozialberatungen, da hängen ganz viele Sachen dran.

Speaker: dass die praktisch bestehen bleibt und dann habe ich denen halt überall ein bisschen schon gefolgt, ein paar Kanäle.

Speaker: Und dann habe ich halt gesehen, okay, Haustürwahlkampf, Leute anrufen, das finde ich gut.

Speaker: Und dann bin ich über Instagram im Telegram-Kanal gejoint, da habe ich dann gesehen, was für Treffen angeboten wurden und bin da zu einem Anrufsession gegangen, wo praktisch Mitglieder angerufen wurden, um die zu mobilisieren für...

Speaker: Die Kampagne in Neukölln war das.

Speaker: Und dann bin ich da hin und habe angefangen Leute anzurufen und habe da sozusagen angedockt.

Speaker: Ich habe dann mehrfach Haustüren geklingelt.

Speaker: Also das konnte man eigentlich unter der Woche immer am Nachmittag machen oder am Wochenende den ganzen Tag.

Speaker: Und

Speaker: Keine Ahnung, ich war jetzt vielleicht fünfmal an den Haustüren in Berlin-Mitte und Berlin-Neukölln und einmal in Lichtenberg.

Speaker: Da war mir sozusagen klar, dass da die Direktmandate gewonnen werden können.

Speaker: Und dann habe ich vielleicht zehn Telefonaktionen mitgemacht oder selber organisiert mit Absprache mit den Leuten.

Speaker: Aber es gab auch noch andere Sachen wie Flyern, Plakate aufhängen.

Speaker: Es gab auch was wie eine rote Tafel, wo Essen verteilt wurde, mit den Leuten ins Gespräch gekommen sind.

Speaker: Das fand ich auf jeden Fall auch sehr spannend.

Speaker: Für mich war es eigentlich eine kleine Überwindung auf jeden Fall, am Anfang aus der Wahlkampf zu machen.

Speaker: Ich hatte schon am Anfang die Einstellung von, ja okay, ich weiß, es ist das Effektivste.

Speaker: Also ich habe das 2021 schon mal gemacht.

Speaker: Da wurde mir auch gesagt, dass ungefähr jede zwölfte Haustür dafür führt, dass es eine Wahl zur Saal gibt.

Speaker: Aber ich hatte mir schon gedacht, die Leute jetzt positiv drauf reagieren werden, gerade wenn man so ein bisschen ausführlicher ins Gespräch kommen will.

Speaker: Ja, und dann waren aber eigentlich...

Speaker: Einige Erfahrungen erstaunlich positiv, also dass Leute wirklich sich Zeit genommen haben, Leute, die halt nicht politisch waren.

Speaker: Natürlich vor allem halt auch viele Leute, die eh schnell mit sympathisiert haben, dass die sozusagen sich die Zeit genommen haben, da nochmal ins Gespräch zu gehen.

Speaker: Aber selbst die, da wussten die Leute halt ganz oft nicht, wer die Direktkandidatin sind, wie die strategische Wahlsituation ist oder was die Linke so generell strategisch gerade macht.

Speaker: Ja, also super spannend.

Speaker: Gerade bei Niki, finde ich, benennt sie eben genau das, was ja auch oft als ein Erfolgsfaktor für Protest genannt wird, wenn sich sogenannte Möglichkeitsfenster öffnen.

Speaker: Also wenn man darauf schaut, wie die Umstände gerade in dem Land sind.

Speaker: Es gab die riesigen Demonstrationen gegen den

Speaker: Das Aufweichen der Brandmauer gegen rechts, es gab das Ampel aus, Trump wurde gewählt.

Speaker: Das sind Umstände, die, glaube ich, viele Menschen bewegt haben und die dann eben auch dazu führen können, dass sich Menschen schneller engagieren oder dann wirklich auch diesen Schritt wagen, wo sonst vielleicht nochmal eine größere Hürde ist, Teil davon zu werden.

Speaker: Und was ich auch sehr spannend fand, was Leander nochmal gesagt hatte, und das hat sich in vielen Gesprächen, die ich geführt habe, wiedergespiegelt, dass es natürlich am Anfang eine Überwindung war.

Speaker: Also wenn man einfach bei einem fremden Menschen an die Haustür klingelt, es ist

Speaker: eine krasse Überbindung, gerade wenn man dann Positionen vertreten muss, die man vielleicht, ja, wenn man nicht Teil der Linken ist, nicht zu 100 Prozent vertritt oder auch gar nicht so viel erstmal darüber weiß, dass sich aber häufig oder in den meisten Fällen mit den Menschen, mit denen ich gesprochen habe, dann das als sehr positiv herausgestellt hat.

Speaker: Und auch wenn es ein paar negative Erfahrungen gab, insgesamt die Erlebnisse und die Erfahrung durchweg eigentlich positiv waren und die Menschen

Speaker: sehr viel Motivation dazu bekommen haben.

Speaker: Das fand ich irgendwie schön, weil häufig hat man ja doch einfach sehr viel Angst davor.

Speaker: Ja, das kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass es ein bisschen Überwindung auf jeden Fall schon kostet.

Speaker: Aber ich glaube, das führt mich definitiv auch so zu einer anderen Frage, die ich hatte.

Speaker: Wie haben sie das geschafft?

Speaker: Also warum hat es geklappt?

Speaker: Und einen Punkt hat ja eben auch Leander schon gesagt, dieses Gefühl von Dringlichkeit, dieses Gefühl.

Speaker: Und ich glaube, beide haben es auch angesprochen, auch die allgemeine ganze politische Situation, dieses Gefühl von

Speaker: okay, man muss irgendwas tun, weil der Rechtsruck steht vor der Tür quasi und tatenlos zuzusehen ist keine Option.

Speaker: Und dass das dann, glaube ich, sehr viele Menschen auch motiviert hat, sich daran zu beteiligen und somit eben das auch möglich war, so viele Haustüren dann auch zu bespielen, sage ich mal.

Speaker: Also das war auf jeden Fall ein Faktor, aber ich kann mir vorstellen, dass da noch ein paar andere Sachen auch eine Rolle gespielt haben für diesen Erfolg des Organisings.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Du hast ja gesagt, die moralen Schocks nennt man die ja auch.

Speaker: Also wenn wirklich was passiert, was dann ganz viel, also ein großes Ungerechtigkeitsgefühl auch auslöst bei den Menschen.

Speaker: Das ist auf jeden Fall eine Sache.

Speaker: In den Gesprächen wurde auch immer wieder genannt, dass die Linke einfach einen sehr überzeugenden Plan hatte.

Speaker: Also gesagt hat, hier vor Ort in diesem Bezirk in Berlin, gerade zum Beispiel auch in Lichtenberg,

Speaker: geht es echt um die Wurst.

Speaker: Wir können hier das Direktmandat holen und wir können gleichzeitig das Direktmandat der AfD verhindern, die so Kopf von Kopf waren auch in dem Bezirk.

Speaker: Und ich glaube, das hat viele Menschen einfach auch überzeugt, dieses wir haben einen Plan, schließe ich uns an und dieses Selbstbewusstsein, selbst wenn man auch die Umfragewerte so niedrig waren, aber trotzdem viele einfach daran geglaubt haben, viele Menschen da auch mitzureißen.

Speaker: Und dann natürlich halt die Quintessenz des Organisings ist ja das Anliegen der Menschen wie du, ich, alle möglichen unsere Familien quasi zu vertreten.

Speaker: Und das wurde halt durch diese Haustüren ja insbesondere geschafft, dass man den Menschen wirklich zugehört hat.

Speaker: Das ist ja auch ein großer Kritikpunkt am politischen System ist, dass es sehr entfernt ist, die Leute, die im Bundestag sitzen, von dem, was die Menschen zu Hause auf dem Sofa

Speaker: für Probleme haben und da anzudocken, auch mit Menschen ins Gespräch zu kommen, mit denen man sonst nicht spricht und sie dann umstimmen zu können, das hat, glaube ich, weil es auch an vielen Stellen sehr erfolgreich war, einen großen Hype ausgelöst.

Speaker: Und da hat uns nämlich Willem, der in Leipzig das Organizing mitgemacht hat, eine Geschichte erzählt.

Speaker: Vielleicht an der Stelle nochmal auch zu den anderen Schnipseln.

Speaker: Viele davon waren einfach Sprachnachrichten, die uns die Menschen geschickt haben.

Speaker: Also falls ihr euch wundert, dass das vielleicht ein bisschen anders klingt, als ihr es gewohnt seid von unserem Podcast, ist das einfach der Grund.

Speaker: Aber wir wollten das halt auch möglichst einfach machen, dass Menschen einfach ihre Geschichten mit uns teilen können.

Speaker: Aber jetzt lass uns einmal Willem zuhören.

Speaker: Das erste war, das war eine Protestwählerin, die sich für die AfD entschieden hatte.

Speaker: Da war viel Wut, viel Frust.

Speaker: Erst mal nach dem Öffnen der Tür, sehr Ablehnung.

Speaker: Ja, letztendlich auch dann auch Fremdenfeindlichkeit erst mal zu spüren und zu hören.

Speaker: Und dann hat das aber eine 180-Grad-Wendung gemacht, würde ich sagen.

Speaker: Und das war, das war dann vielleicht nach zwei, drei Minuten oder sowas.

Speaker: Also diese Person hat auch sehr schnell angefangen zu reden.

Speaker: Und sehr laut und hat dann angefangen, von ihrem Leben zu erzählen, von Miete, von Einsamkeit, von keinem Kontakt zu Kindern, von Dingen, die sehr...

Speaker: letztlich sehr traurig waren.

Speaker: Und vor allem deshalb auch, weil dann die Person auch angefangen hat zu weinen.

Speaker: Wir haben dann auch zusammen geweint und schlussendlich hat sich die Person bedankt fürs Zuhören.

Speaker: Ich habe mich auch bedankt.

Speaker: Und genau, letztlich, also das war, glaube ich, dann nochmal irgendwie auch irgendwie fast, also eher überraschend so.

Speaker: Die Person hat über das Zuhören, also für mich überraschend zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall, hat sich dann im Laufe dieses Gesprächs von 20 Minuten, in der ihr einfach zugehört wurde, hauptsächlich, quasi dahin, es ist dann ein Schritt, es ist weg von der AfD gegangen und hat am Ende gesagt,

Speaker: dass sie jetzt die Linke wählen wird.

Speaker: Ich glaube vor allem für mich deshalb überraschend, weil, und das war auch ein Grund, warum ich das gemacht habe oder angefangen hatte tatsächlich, das war vor allem diese Verhärtung, diese gesellschaftliche Verhärtung, die natürlich dann auch in mir stattgefunden hat.

Speaker: Das heißt natürlich, aber sie hat bei mir auf jeden Fall stattgefunden.

Speaker: Und über so ein Persönlichesgespräch eine gemeinsame Nähe zu schaffen, das hat uns beiden in dem Moment sehr beeindruckt.

Speaker: sehr viel geholfen und das war eine sehr eindrückliche Erfahrung.

Speaker: Ja, das berührt einen schön, wenn man sowas hört und ich bin wirklich davon überzeugt, dass wenn Menschen sich gehört fühlen, dass das echt sehr, sehr, sehr viel ändern kann, sowohl gesellschaftlich als zwischenmenschlich.

Speaker: Das ist einfach total wichtig, sich nicht so über Menschen zu stellen, sondern irgendwie ins Gespräch zu kommen und zuzuhören.

Speaker: Ja, ich war auch total überrascht davon.

Speaker: Ich habe es mir anders vorgestellt, dass Leute einfach an die Haustür gehen und ein sehr sachliches Gespräch führen.

Speaker: Aber das ist wirklich, neben Willem haben ja noch so viele andere Menschen Geschichten darüber erzählt, dass es wirklich emotional berührende Momente waren und auch krass diese Geschichten zu hören, wenn Menschen chronische Krankheiten haben oder...

Speaker: Auch die ganzen Lebensmittel, die teurer werden, die sich das nicht mehr leisten können.

Speaker: Und da eben anzusetzen, mit den Menschen gemeinsam zuzuhören und dann daran zu arbeiten, das ist, glaube ich, eine große Stärke des Organisings.

Speaker: Und warum auch jetzt die Linke so viel Erfolg hatte.

Speaker: Sie entwickeln ja auch ihr Wahlprogramm oder Teile des Wahlprogramms daraus.

Speaker: Ja, das macht das Ganze einfach sehr authentisch und nahbar.

Speaker: Und ein letzter Punkt vielleicht zu der Analyse, warum es so erfolgreich war.

Speaker: Den hatte ich nicht so auf dem Schirm, aber klar, das ist eine der ersten Sachen, wenn man sich mit Widerstandsliteratur beschäftigt, dann sieht man, dass wenn Bewegungen und Kampagnen gut trainiert sind, dass natürlich die Erfolgschance auch viel größer ist, dass sie viel disziplinierter sind, koordinierter, auch widerstandsfähiger gegen Repression.

Speaker: Und da fand ich es richtig spannend zu hören, wie das Training von Menschen,

Speaker: den Menschen, die jetzt an den Haustür waren, abgelaufen ist, weil es sehr kurz war.

Speaker: Also es hat mich sehr überrascht, 30 Minuten nur, war da so ein Training und das hatte aber auch einen ganz gewissen Grund, den uns jetzt nochmal Liddy von der Kampagne aus Neukölln kurz schildern wird.

Speaker: Ja, ich glaube, die Trainings sind deswegen so kurz ein bisschen auch aus der Überzeugung heraus, dass man viel mehr lernt über Gesprächsführung, wenn man einfach die Gespräche führt.

Speaker: Also man kann noch so gut darauf vorbereiten.

Speaker: Also wenn das Training länger dauert, werden die Fragen mehr, aber ich glaube nicht unbedingt, dass man mehr lernt dabei.

Speaker: Und ich habe auch viel die Rückmeldung bekommen, dass wenn wir dieses Gespräch, was wir immer gemacht haben, ihr übt jetzt einmal das Gespräch und tauscht dann, wenn wir das weggelassen haben, dann war das total verunsichern für Leute.

Speaker: Und das hat mich nochmal irgendwie darin bestätigt, dass es einfach viel mehr bringt, wenn man direkt an die Haustüren geht und dann aber auch es am Ende auswertet und nochmal darüber spricht.

Speaker: Genau, wir haben...

Speaker: Versucht so Vertiefungsschulungen anzubieten.

Speaker: Also für die Kiez-Organizerin gab es sowieso unter der Woche zweimal eine Vertiefungsschulung zu gewissen Einwänden, zu schwierigen Situationen an der Haustür, bestimmten Argumenten, die wir durchgearbeitet haben.

Speaker: Aber auch darüber kann man nur sprechen, wenn man schon in den Haustüren war.

Speaker: Und wir haben auch gemerkt, dass

Speaker: Leute sicherer werden in den Gesprächen, einfach je häufiger sie kommen und nicht unbedingt, je länger die Schulung ist.

Speaker: Und deswegen war unser Fokus mehr darauf, zu versuchen, dass die Leute an den Haustüren bleiben, mehrmals kommen und so weiter, als dass sie irgendwie einmal kommen, eine Zwei-Stunden-Ausbildung haben und dann irgendwie nie wieder.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich glaube, es war auch manchmal eine Schwierigkeit, also dass Leute dann an die Haustüren gehen, nicht zur Auswertung kommen und dann nicht wieder kommen.

Speaker: Das liegt auch ein bisschen an Großstadt und alle haben viel zu tun, aber das ist auf jeden Fall eine Herausforderung gewesen.

Speaker: Und dann, glaube ich, muss man auch einfach damit leben, wenn man so eine Masse an Haustünen schaffen will, dass viele Leute Gespräche führen, die nicht genauso, wie sich das vielleicht eine zweijährig ausgebildete Organiserin vorstellen würde, das Gespräch perfekt führen.

Speaker: Ich glaube, es ist auch total in Ordnung und die Gespräche waren auch deswegen authentisch, weil da häufig Leute waren, denen man angemerkt hat, dass sie das sonst nicht machen, dass sie irgendwie die andere Person an der Haustür gemerkt hat.

Speaker: Da steht jetzt jemand vor mir, die macht das gerade in ihrer Freizeit zum ersten Mal.

Speaker: Die muss ja wirklich davon überzeugt sein, dass Ferhat ein krass guter Kandidat ist.

Speaker: Weißt du, wie ich meine?

Speaker: Ja, das ist also auf jeden Fall schon beeindruckend, mit einem halbstündigen Training sowas dann irgendwie hinbekommen zu haben und auf die Beine gestellt zu haben.

Speaker: Weil ich erinnere mich, unsere betrieblichen Organizing-Trainings waren immer so ein ganzes Wochenende, zum Teil von Freitagabend bis Sonntag.

Speaker: Und das war immer sehr überwältigend und erschlagend.

Speaker: Und da weiß ich nicht genau eben, ob das nicht dann doch viel effizienter ist und letztendlich die gleiche Wirkung hatte,

Speaker: Mit dem Halbstündigen.

Speaker: Also das finde ich schon gut zu wissen, dass es auch kürzer geht.

Speaker: Ja und von daher, genau, ich versuche ja auch jetzt so Schlüsse für mich draus zu ziehen und ich denke da aus der ganzen Erfahrung, jetzt nicht nur wie das Training war, sondern eben die ganzen Organizing-Methoden, die da verwendet wurden,

Speaker: dass da schon auch andere Gruppen und Bewegungen was daraus lernen können, also dass das schon angewandt werden kann.

Speaker: Also das hatte ich damals auch schon das Gefühl, als ich im betrieblichen Organizing war, dass ich das Gefühl habe, das kann man auch für größere gesellschaftliche Krisen und Probleme und Herausforderungen anwenden und benutzen.

Speaker: Und an sich, glaube ich, ist ein wichtiger, wichtiger Punkt dieses nicht nur versuchen, quasi die Massen zu erreichen über eben Plakate, über Massenmedien oder soziale Medien, sondern wirklich, dass für alle Bewegungen und für alle Zwecke es wichtig ist, den direkten, persönlichen,

Speaker: Kontakt zu suchen und das Gespräch und auch dieses Zuhören.

Speaker: Ich glaube, das ist auch ein wichtiger Aspekt.

Speaker: Erstmal zuhören, was bewegt die Menschen, was braucht sie und sie da vielleicht dann abzuholen, das aufzugreifen und tatsächlich dann auch was damit zu machen.

Speaker: Und ich glaube schon, dass das etwas ist, was in anderen Kontexten auch funktioniert.

Speaker: weiterhin fehlt und was auch weiterhin angewandt werden könnte.

Speaker: Aber klar, ich meine, Gefahren sind da auch.

Speaker: Also ich glaube eben nicht nur, dass zum Beispiel die Klimabewegung, wie ihr jetzt, das Organizing benutzt, sondern eben auch andere soziale Kräfte.

Speaker: Das ist ähnlich, wie wir es in den vorherigen Folgen in der ersten Staffel auch schon gesagt hatten zum zivilen Widerstand.

Speaker: Also es ist einfach ein wirksames Tool, was für andere Interessen auch genutzt werden kann.

Speaker: Also ich würde sagen, die

Speaker: Basisarbeit der AfD da.

Speaker: Die sind ja auch viel in Jugendvereinen und so weiter und so fort unterwegs.

Speaker: Und da versuchen sie auch natürlich auch was Ähnliches.

Speaker: Und von daher, ja, es ist halt ein Werkzeug.

Speaker: Und wenn das erstmal entdeckt wird, die Wirksamkeit, kann das natürlich für alle möglichen Zwecke verwendet werden.

Speaker: Das ist so eine Gefahr, die ich sehe.

Speaker: Ich weiß nicht, was für Gefahren siehst du denn noch so unter Risiken in Bezug auf Organizing für andere Gruppen und andere Belange zu verwenden?

Speaker: Ja, auf jeden Fall das, was du gesagt hast.

Speaker: Und ich denke darüber hinaus noch zwei weitere Punkte, die ich als Gefahren einordne, wenn man auch nochmal so ein bisschen auf die Geschichte guckt, an ähnliche Kampagnen, Wahlkampagnen.

Speaker: Zum Beispiel hast du die von Obama 2008 genannt.

Speaker: wo eben zwei Punkte aufkamen.

Speaker: Und zwar einmal hat eine der bekannten Organiserinnen, Jane McAlevey, die wir auch schon öfters hier genannt haben, auch gesagt, dass es immer eine große Gefahr ist, dass zu dieser Wahl hin, also bevor quasi gewählt wird und was jetzt passiert ist mit den Linken, dass da die

Speaker: interessantesten, die wichtigsten Gespräche stattgefunden haben und da die ganze Energie und die Aufregung und der Spirit, dass der in diese Zeit reingeflossen ist und dass aber man dazu neigt, also dass keine Prognose, was bei den Linken passiert ist, das kann ich nicht beurteilen, aber eine generelle Gefahr ist halt, dass es nach der Wahl wieder so ein bisschen hinten runterfällt, diese Energie halt abflacht und dass

Speaker: einfach weil die Dringlichkeit auch ein Stück weit wegfällt, eben nicht mehr so dieses Krisengefühl hat und dranbleibt.

Speaker: Und das sehe ich auf jeden Fall als einfach eine Herausforderung, diese ganze Arbeit über einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten und jetzt auch gerade nach der Wahl immer wieder auch in

Speaker: das politische Geschehen einzubringen.

Speaker: Und das leitet auch ganz gut über zu einer zweiten Gefahr, die ich sehe, die tatsächlich Marshall Gantz, hast du vorhin auch genannt, der war ja sehr enttäuscht nach der Obama-Kampagne und hat darüber gesprochen, dass Barack Obama von einem Transformational-Empfrag

Speaker: zu einem Transactional-Anführer geworden ist.

Speaker: Also jetzt englische Begriffe, ich ordne das mal kurz ein.

Speaker: Und zwar hatte er quasi geäußert, die Kritik geäußert, dass am Anfang, gerade während dieser Wahlkampf lief, Barack Obama aufgetreten ist als eine Person, die sich viel für die Anliegen aus der Bevölkerung eingesetzt hat, große Visionen gesponnen hat, sehr mutig, hoffnungsvoll aufgetreten ist und auch einfach sehr verwurzelt in der Bewegung war.

Speaker: Was man jetzt ja gerade bei vielen linken Politikern auch sieht, die jetzt gewählt wurden, dass eben diese Basisarbeit überhaupt dazu beigetragen hat, dass sie jetzt gewählt werden konnten.

Speaker: Und Marshall Gans übt da eben Kritik und sagt, das hat sich aber nach der Wahl total verändert gehabt.

Speaker: Die Organisation, die vorher das Organizing gemacht hat, wurde überführt in eine quasi NGO, die dann nur noch für Fundraising da war, also Geld zu gewinnen und so ein paar nette Kampagnen zu fahren, aber hat total ihren Zahn verloren.

Speaker: Und auch Barack Obama hat seinen Stil, seinen Führungsstil komplett geändert und hat eben nicht mehr mit diesen Menschen gemeinsam an den Themen gearbeitet, sondern sehr, ist in dieses politische System sehr eingetaucht, hat verhandelt, hat mediiert, hat quasi die, ja, den Kampfgeist, den er am Anfang hatte, auch ein bisschen fallen lassen.

Speaker: Und klar, ich meine, ich bin,

Speaker: Es wäre politisch naiv zu sagen, man kann regieren, wenn man jetzt keine Kompromisse macht oder auch mit anderen Parteien quasi nicht kooperiert.

Speaker: Das ist nicht das, was ich sagen will, sondern der Punkt ist einfach, dass es ein anderes Machtverständnis ist, dass er, als er gewählt wurde, dann gesehen hat oder gedacht hat, dass er nicht mehr auf diese Bewegung angewiesen ist, während Marcia Gans sich sehr gewünscht hätte eigentlich, dass die Bewegung da mehr mit einbezogen worden wäre.

Speaker: Und ja, da sehe ich auf jeden Fall eine Gefahr, dass diese ganzen Organiserinnen jetzt quasi links liegen gelassen werden könnten, wenn man sich auf dieses politische Geschehen so einstellt und ja, das große Machtverständnis, was ja eben diese Menschen mit sich bringen, missachtet.

Speaker: Also nochmal kurz zusammengefasst, das ist ein langer Punkt.

Speaker: Einmal eben, dass die Energie verloren geht und auf der anderen Seite, dass die Organiserinnen politisch quasi unwichtig gemacht werden, weil sich jetzt auf das normale Verhandeln zwischen den Parteien fokussiert wird, obwohl das ja eigentlich wichtig wäre, die mit einzubeziehen.

Speaker: Ja, das erinnert mich auch ein bisschen an die vorherige Folge mit Carola Rackete, die auch meinte, dass es schade ist, wenn es so gegeneinander ausgespielt wird, sondern dass es sich gut ergänzen sollte.

Speaker: Also dass es natürlich gut ist, wenn Bewegungen so den Rückhalt geben und die gesellschaftliche Verwurzelung und die Parteipolitik dann so der parlamentarische Ausdruck ist von dem Willen der Menschen.

Speaker: So sollte es ja eigentlich auch sein.

Speaker: Aber zu Obama wollte ich auch nochmal eine Sache sagen, was einige auch nicht wissen, dass er selber ja auch Community Organizer war und da ist es dann doppelt enttäuschend, wenn jemand quasi diese ganze Logik auch durch hatte und selber an der Stelle schon gewesen ist und dann trotzdem in der entsprechenden politischen Position dann anders handelt.

Speaker: Ja, das ist dann natürlich bitter.

Speaker: Ja, aber dieses Community Organizing, das erlebt ja seit, ja, ich würde schon sagen, seit der Obama-Wahl immer mehr Bekanntheit und ist irgendwie so eine Renaissance, wie gesagt, in den 60er, 70ern war das ja auch sehr verbreitet.

Speaker: Und jetzt sogar die Naumann Stiftung, die ja FDP nah ist, bietet ja jetzt auch Community Organizing Seminare an, was ich sehr, sehr spannend finde.

Speaker: Ich frage mich, ob die FDP dann im nächsten Wahlkampf auch auf solche Mittel zurückgreift.

Speaker: Das werden wir dann sehen.

Speaker: Aber ich will nur sagen, es ist wie gesagt ein Tool.

Speaker: Die Wirksamkeit wird entdeckt und kann von allen möglichen Leuten verwendet werden.

Speaker: Ja, ich finde, das ist eigentlich eine gute Überleitung jetzt zu unserem Schlusszitat, was heute tatsächlich auch von einer der Organiserinnen aus dem Wahlkampf selbst kommt.

Speaker: Wir hören nochmal zu Niki.

Speaker: Also für mich war generell Teil des Haustür-Wahlkampfs von der Linken zu sein eine total positive und so empowernde und so hoffnunggebende Erfahrung, wie gesagt.

Speaker: Also es ist wirklich so kraftvoll und wichtig und

Speaker: Ja, so ein wichtiges, spannendes Tool, so mit Menschen ins Gespräch zu kommen und ja, quasi für diese sozialen Kämpfe sich so aufzustellen und das mit diesen Methoden zu machen.

Speaker: Und das war irgendwie für mich voll die politisierende so...

Speaker: Schlüsselerfahrungen auch irgendwie so total spannend, das zu lernen und zu erfahren.

Speaker: Und ich meine, es wurde auch konkret unser Wahlkampf mit Erfolg gekrönt.

Speaker: Ferbert Kordak ist als Direktmandat für Neukölln in den Bundestag eingezogen und ich freue mich voll, dass jetzt auch diese Bewegung und dieses Community Engagement auch weitergeführt wird über den Wahlkampf hinaus.

Speaker: Und ich glaube auf jeden Fall, dass Organizing ein super kraftvolles Tool ist, um eben

Speaker: Ja, Macht von unten aufzubauen.

Speaker: Ja, also Niki hat es jetzt nochmal gesagt, es ist ein sehr mächtiges Werkzeug, um von unten Kraft aufzubauen und Macht und Stärke.

Speaker: Und wir hoffen, dass diese Folge dazu beiträgt, dass dieses Thema auch außerhalb unserer gewohnten Kreise weiter für Begeisterung sorgen kann und eben diese Motivation auch weitergetragen wird.

Speaker: Und wenn ihr jetzt das Gefühl habt, das klingt schon nach einer spannenden Sache, da würde ich mich gerne weiter mit beschäftigen, mehr darüber erfahren.

Speaker: Es gibt ja diesen Organizing for Power-Kurs, den wir auch schon mal angesprochen hatten von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Speaker: Ich hatte den damals 2019 mitgemacht, als es losging damit, damals mit Jane McAlevey.

Speaker: Und seitdem wurden wirklich, glaube ich, über 40.000 Menschen von über 1.800 Gewerkschaften, aber eben auch Organisationen aus Bewegungen aus 115 Ländern darin geschult.

Speaker: Und das ist einfach wirklich eine sehr inspirierende Erfahrung.

Speaker: Ich hatte damals auch zivilen Friedensdienst, tatsächlich andere Friedensfachkräfte auch motiviert, da mal reinzuschauen, weil wir auch versucht hatten, Community Organizing und Mobilizing Elemente und diese Denkweise so ein bisschen auch zu erinnern.

Speaker: reinzubringen in unsere Arbeit.

Speaker: Ich kann mich erinnern, du hattest das letztes Jahr gemacht, Lea, oder?

Speaker: Wann war das?

Speaker: Genau, letztes Jahr im Mai.

Speaker: Ich mache ihn jetzt tatsächlich gerade nochmal mit der Kampagne, weil jetzt nochmal viele neue Menschen dazugekommen sind, die auch da drin trainiert werden.

Speaker: Also das wird so eine regelmäßige Sache bei uns werden, um immer neue Leute darin zu trainieren.

Speaker: Ah ja, schön, voll gut, richtig, richtig gut, dass ihr das macht.

Speaker: Ja und genau, das läuft jetzt noch oder kann man da einfach so einsteigen?

Speaker: Vielleicht weißt du, kannst du da was dazu sagen, Lea?

Speaker: Ich glaube, es ist am besten vielleicht beim, also man kann jetzt auf jeden Fall reinschnuppern, aber es sind so Sessions, die aufeinander aufbauen, wenn man sich für den nächsten Kurs anmeldet, dann kriegt man alles von vorne mit.

Speaker: Okay, dann, also wir packen euch den Link auf jeden Fall in die Shownotes, das heißt also unter die Beschreibung der Folge, da sind ja immer so verschiedene Links, Organizing for Power, Rosa Luxemburg Stiftung kann man aber auch googeln, genau, aber da könnt ihr das auf jeden Fall finden, wenn ihr euch das mal anschauen wollt.

Speaker: Und ja, das war es dann erstmal zu diesem Thema, zu dieser Folge.

Speaker: Das nächste Mal machen wir dann tatsächlich die Fußball-Fan-Proteste mit Thomas Kessen über die erfolgreich abgewendeten Investoren-Deals.

Speaker: Aber ja, zur heutigen Folge vielleicht auch noch wäre es total schön, wenn ihr möchtet, das auch gerne zu verbreiten und an bekannte Freunde, Verwandte oder auch Journalistinnen zu schicken, die über den Erfolg der Linken geschrieben haben, aber halt zum Beispiel noch nicht den Organizing-Aspekt auf dem Schirm hatten bei der Analyse.

Speaker: Da würden wir uns total freuen.

Speaker: Und natürlich weiterhin, wenn ihr uns folgt, Sterne gebt bei Spotify, Apple Podcast und Co.

Speaker: oder auch gerne auch bei

Speaker: Instagram schreiben oder folgen, wenn ihr da mehr auch erfahren wollt über diese Themen.

Speaker: Wir freuen uns sehr über euren Support und eure Unterstützung und natürlich auch weiterhin gerne, gerne, gerne bei der GoFundMe Spendenkampagne

Speaker: was da lassen, damit wir weiterhin solche Folgen produzieren können.

Speaker: Für Schnitt und Technik und Sound und so weiter und so fort sind das, natürlich muss das auch alles irgendwie finanziert werden und da sind wir sehr, sehr, sehr, sehr dankbar.

Speaker: Jeder Euro hilft da sehr, sehr weiter.

Speaker: Aber auch da tun wir den Link unter die Folgenbeschreibung rein, da könnt ihr das da aufrufen.

Speaker: Ja, und danke auch nochmal an alle, die an dieser Folge mitgewirkt haben, also neben dem Studio zum Staunen, insbesondere auch an die Menschen, die mit uns gesprochen haben, deren Schnipsel wir jetzt verwenden durften.

Speaker: Also ein großes Dankeschön geht an Lilly, Antonia, Niki, Patricia, Leander, Willem und Fanny.

Speaker: Danke, dass ihr mit T-Taktik gesprochen habt.

Speaker: Vielen, vielen, vielen, vielen Dank.

Speaker: Und danke an alle, die Organizing anwenden, das Ausprobieren, sich trauen und weitermachen.

Speaker: Genau.

Speaker: Und weiterhin auch danke an die Stiftung Kraft der Gewaltfreiheit auch für die Unterstützung.

Speaker: Und ja, alles, alles Gute, liebe Leute.

Speaker: Bis zum nächsten Mal.

Speaker: Dann wieder letzten Donnerstag im April dann.

Speaker: Macht's gut.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Tschüss.

Speaker: This fight is one that you can win.

Speaker

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