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Folge 21: Zwischen App und Anspruch – die Aufgabenlandschaft der (digitalen) Vermittlung in Museen

In dieser Folge spricht Jacqueline Klusik-Eckert mit Christian Gries über die Vermittlung als Aufgabenfeld im Museum und welche Rolle digitale Formate dabei heute spielen. Das Gespräch beleuchtet, wie sich die Vermittlungsarbeit durch digitale Angebote in den letzten Jahrzehnten verändert hat und welche Herausforderungen und Chancen damit verbunden sind. Dabei wird klar: Digitale Vermittlung geht längst über klassische Medienstationen oder Audioguides hinaus. Heute geht es um hybride Besucherreisen, partizipative Formate und neue Rollenbilder für Museen, die sich zunehmend als aktive Wissenssender im digitalen Raum verstehen müssen. Aus der Diskussion geht auch hervor, dass digitale Vermittlungsformate nicht einfach die analogen ersetzen können und ein Bewusstsein für die Stärken der jeweiligen Medienformen entstehen muss. Dabei zeigt sich auch, dass sich digitale Elemente wie die MuseumsApp und der schon lange tot gesagt QR-Code doch etablieren konnten. Die aktuellen Herausforderungen nach einer experimentellen Phase während der Pandemie ist es nun, nachhaltige digitale Strategien zu entwickeln. Dabei spielt die Datenpflege und -archivierung genauso eine Rolle, wie die Frage von langfristiger Softwarehaltung. Museen stets eine Balance zwischen knappen Ressourcen, technologischem Fortschritt und inhaltlicher Qualität wahren. Ein weiterer Schwerpunkt sind die aktuellen Herausforderungen im Umgang mit Plattformabhängigkeiten und der Fragmentierung von Communities. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, digitale Produkte bewusst für die langfristige Nutzung zu entwickeln. Es wird auch diskutiert, wie Museen durch Kooperationen, Open-Source-Ansätze und Community-Arbeit ihre Reichweite und Relevanz nachhaltig stärken können. Diese Folge macht deutlich: Vermittlung im digitalen Raum ist kein Zusatz, sondern eine grundlegende Aufgabe, die neue Denkweisen und Strukturen im Museum erfordert. Dr. Christian Gries [https://blog.iliou-melathron.de/uber-mich/] ist Leiter der Abteilung Digitale Museumspraxis und IT am Landesmuseum Württemberg. Begleitmaterial zu den Folgen findest du auf der Homepage unter https://www.arthistoricum.net/themen/podcasts/arthistocast. Alle Folgen des Podcasts werden bei heidICON mit Metadaten und persistentem Identifier gespeichert. Die Folgen haben die Creative-Commons-Lizenz CC BY 4.0 und können heruntergeladen werden. Du findest sie unter https://doi.org/10.11588/heidicon/1738702 Bei Fragen, Anregungen, Kritik und gerne auch Lob kannst du uns gerne per Mail kontaktieren unter podcast@digitale-kunstgeschichte.de

Transcript

Speaker: ArtistoCast, der Podcast zur digitalen Kunstgeschichte.

Speaker: Sammeln, bewahren, forschen, ausstellen, vermitteln.

Speaker: Diese Aufgaben können alle im Schlaf aufsagen, die im Museum arbeiten.

Speaker: Heute wollen wir uns auf die letzte Aufgabe konzentrieren, das Vermitteln.

Speaker: Vom Audio geht es um die Aufgabe.

Speaker: Untertitelung des ZDF für funk, 2017

Speaker: Andererseits stehen begrenzte Ressourcen, fehlendes Know-how und die Frage nach dem tatsächlichen Mehrwert digitaler Angebote im Raum.

Speaker: Große Institutionen können sich Innovation leisten, während kleinere Häuser oft scheinbar zurückbleiben.

Speaker: Und dann braucht es wohl eine Katastrophe.

Speaker: In der Corona-Pandemie wurde der digitale Raum zum Experimentierfeld für viele.

Speaker: Eine, das können wir doch auch mal machen, Mentalität macht sich breit.

Speaker: Doch was ist aus den Experimenten geworden?

Speaker: Und wie hat sich das Aufgabenfeld Vermittlung im Museum geändert?

Speaker: Welche Potenziale sind noch längst nicht erschöpft?

Speaker: Und wo sind eigentlich die ganzen VR-Stationen, die in den letzten Jahren gefördert wurden?

Speaker: Zu Gast habe ich den Kunsthistoriker und Medienentwickler Dr. Christian Kries.

Speaker: Er ist Leiter der Abteilung Digitale Museumspraxis und IT am Landesmuseum Württemberg.

Speaker: Hallo Herr Kries, schön, dass Sie da sind.

Speaker: Ja, vielen Dank für die Einladung.

Speaker: Ich habe eine Menge Fragen im Gepäck und ich fange vielleicht gleich mal mit der einfachsten, schwersten Frage an.

Speaker: Was fällt eigentlich alles unter die Aufgabe Vermitteln im Museum?

Speaker: Es ist tatsächlich eine Landschaft, die man da irgendwie aufmachen müsste.

Speaker: Wenn Vermittlung im Grunde eigentlich so die didaktische und kommunikative Praxis bezeichnet, die eigentlich darauf abzieht, ich sage mal Wissen, Bedeutung und Erlebnisse,

Speaker: zu kulturellen Objekten und Themen für verschiedene Zielgruppen zugänglich und verständlich zu machen.

Speaker: Ich glaube, da waren die wichtigsten Schlagworte letztendlich drinnen, was das große Setting von Vermittlung eigentlich bedeutet.

Speaker: Und wenn wir dann in dieses Feld hineingehen, wo findet denn hier sichtbar oder auch unsichtbar schon etwas, ich sage mal in Anführungszeichen, digital statt?

Speaker: Ja, tatsächlich ist das Sichtbare und das Unsichtbare, sind glaube ich zwei große Parameter, mit denen man in der Digitalisierung und Digitalität immer wieder hadert und mit denen man natürlich umgehen muss.

Speaker: Weil eigentlich oder über lange Zeit, Jahrzehnte würde ich beinahe sagen, hatte man so die Wahrnehmung, dass vieles von dem, was wir im Digitalen tun, in dem klassischen Setting eines Museums eher unsichtbar passiert, weil es eigentlich im Internet passiert.

Speaker: Ich brauche irgendein Hilfsmittel, um es in die eigene Wahrnehmung zu bekommen.

Speaker: Und diese Hilfsmittel, denke ich, waren dann halt der PC und irgendwann dann auch das Smartphone.

Speaker: Und heute ist es eine ganze Landschaft an Instrumentarien, auf denen letzten Endes diese Form der Vermittlung passiert.

Speaker: Ich glaube, der zweite Parameter, auch das ist in dieser Fläche von Sichtbarem und Unsichtbarem, dass man natürlich aus der Sicht der Institution sich von dem Moment lösen muss, dass ich sage, ich hätte so die volle Kontrolle auf alles, was mir sichtbar ist, denn heute haben wir mindestens eine

Speaker: Zweite Kompetenz, die natürlich auch mit den von uns bereitgestellten Inhalten interagiert, das ist das Publikum.

Speaker: Letzten Endes ist auch das Vermittlung, wenn heute immer stärker das Publikum selber die Initiative ergreift und im Museum oder vor den Objekten oder auch im Netz eigene Formen der Vermittlung aufblättert und selber mit den Inhalten ins Erzählen kommt und eigene Sichtweisen auf das Wissen transportiert.

Speaker: Da fällt mir irgendwie so dieses schöne Bild ein, als ich noch im Studium Führungen gegeben habe im Museum, nannte man sich selbst dann auch Museumsführer oder Führerin.

Speaker: Und man hat dann seine kleine Gruppe, die stillschweigend hinter einem hergelaufen ist, bloß nicht ausbrechen, also wirklich wie so eine kleine Schafherde.

Speaker: Und hat die dann zusammengehalten, schneller bitte, nicht anfassen.

Speaker: Und hat die Kontrolle sogar über die Leute vor Ort gehabt.

Speaker: Der Kontrollverlust, der dann auch mit dem Digitalen kommt, wenn sich dann auch diese Rollen umdrehen, also wenn die Leute selber was mit den Sachen machen und selber entdecken, ausschwärmen in alles und man das eben nicht mehr kontrollieren kann, stelle ich mir schon als großen Mentalitätswechsel vor.

Speaker: Wie gut haben Museen das mitgemacht?

Speaker: Oder ist man da noch dabei?

Speaker: Man ist noch dabei.

Speaker: Also ich glaube, die ersten 20 Jahre, glaube ich, wenn wir über digitale Vermittlung oder Digitalisierung gesprochen haben, landete man in allen Konferenzen nach spätestens vier Minuten bei Walter Benjamin und dem Verlust der Aura.

Speaker: Ich kann es nicht mehr hören.

Speaker: Genau.

Speaker: Das war der Kanon, der immer da war.

Speaker: Der zweite Begriff, der irgendwo relativ schnell auftauchte, waren irgendwelche rechtlichen Parameter, die sofort diskutiert wurden, die auch nur Probleme hervorgebracht haben.

Speaker: Auch das muss man sich natürlich beim Nachdenken über Digitalisierung und Digitalität mal klar machen.

Speaker: Hat es eine Katastrophe gebraucht, um uns von dieser Folie zu lösen?

Speaker: Denn es war letzten Endes erst die Pandemie, die, glaube ich, ich sage mal auch Walter Benjamin aus diesem Setting rausgelöscht hat.

Speaker: Denn seitdem wir mit der Pandemie oder durch diesen Prozess gelaufen sind, ist Walter Benjamin nicht mehr die beherrschende Figur in den Diskussionen, sondern die Diskussion öffnet sich plötzlich ganz anderen Bereichen.

Speaker: Also insofern, das war ein langer Weg, den die Institutionen dabei gegangen sind.

Speaker: Der war für viele schmerzhaft, der ist es glaube ich auch heute noch, aber er hat zumindest schon mal Strecke gemacht.

Speaker: Ja, auch langer Weg zeitlich.

Speaker: Ich habe jetzt nochmal nachgeschaut in der Vorbereitung.

Speaker: Es gibt ja diese Mai-Tagung, die immer am Mai anfängt, mit grob immer das Thema irgendwas mit Museum und dem Internet.

Speaker: Also es geht um das Digitale.

Speaker: Die gibt es ja auch schon seit 2001.

Speaker: Dann kam die Pandemie.

Speaker: Viele sind in so ein Experimentierfeld gegangen, hatte ich so das Gefühl.

Speaker: Also so nach dem Motto, wenn wir jetzt eh die Füße stillhalten müssen, dann können wir die Leute ja wenigstens so beschäftigen.

Speaker: Welche digitalen Vermittlungsformate haben sich denn da herauskristallisiert?

Speaker: Oder vielleicht gab es die auch schon vorher und haben sich etabliert.

Speaker: Kann man das eigentlich so generell sagen?

Speaker: Also auch das, glaube ich, sind gleich mehrere Fragen, die man da irgendwie zusammennehmen würde.

Speaker: Im Grunde ist es ein langer Weg gewesen, der verschiedene Peaks hatte.

Speaker: Es gab oftmals technische Themen, die bestimmte Dimensionen gesetzt haben.

Speaker: Wenn wir am Anfang über das Web nachgedacht haben, das klassische Internet, irgendwann kam das Jahrzehnt der Online-Sammlungen, dann kam irgendwann der Zeitraum der sozialen Medien, dann kamen irgendwann die Apps, man wird kleinteiliger.

Speaker: Diese Setzungen, die kommen ja oftmals von außen und sind so natürlich auch von außen den Museen zugegangen.

Speaker: Deshalb ist es immer so ein bisschen eine Frage, ist es ein Weg, den man wirklich aktiv geht?

Speaker: Ich denke, wir haben sehr lange über Leuchtturmhäuser gesprochen, die diesen Weg auch ganz bewusst gegangen sind.

Speaker: Gerade im Blick auf die Pandemie, glaube ich, sind wir aber mehr geworfen worden, als dass wir ihn gegangen haben.

Speaker: Denn plötzlich waren die Häuser zu und man musste jetzt aus dem

Speaker: nichts heraus im Grunde in eine Lösung kommen.

Speaker: Was bieten wir denn jetzt eigentlich an?

Speaker: Und das war ja eine Explosion letzten Endes auch an Kreativität, die sich da frei machte, die viele Häuser in ganz andere Bereiche, in denen sie vorher noch keine Erfahrungen hatten, getrieben hat.

Speaker: Und so kam man letzten Endes zu der Landschaft, mit der wir dann durch diese zwei Jahre durchgesiedelt sind.

Speaker: Spannend wäre die Frage, was passiert

Speaker: Die Zeit ist vorbei.

Speaker: Was nehmen wir jetzt aus dieser Zeit letzten Endes eigentlich mit?

Speaker: Was waren denn die kreativsten Entwicklungen, mit denen Sie vielleicht auch nicht gerechnet hatten, die da in der Pandemie entstanden sind?

Speaker: Ich glaube, wenn ich daran denke, auch nach innen wirkend, hat noch gar nichts mit digitaler Vermittlung, aber ich glaube, die Kompetenz zur Videokonferenz, die existierte vor der Pandemie definitiv bei Null.

Speaker: Und mittlerweile ist sie maximal da.

Speaker: Also ganz sicher dann

Speaker: Da haben wir ja gemerkt, es gibt schöne Studien.

Speaker: Der Österreichische Museumsbund hat dazu eine sehr frühe Studie gemacht, mittlerweile auch der Deutsche Museumsbund, dass sehr viel Initiative und Zeit in die Anreicherung, in die eigentliche Digitalisierung von Objekten reingegangen sind.

Speaker: Es sind viele Häuser in die sozialen Medien gestartet.

Speaker: Wir haben spannende Erfahrungen, glaube ich, auch mit sogenannten virtuellen Rundgängen gemacht, wo man im Grunde das Publikum in die entsprechenden digitalen Architekturen auslöst.

Speaker: hineingeführt hat, weil man dachte, das wäre ein Angebot, das auch angenommen wird.

Speaker: Ich glaube, für viele Häuser ist die Erkenntnis dann nachgezogen, dass diese virtuellen Angebote vielfach leer geblieben sind.

Speaker: Und man gesagt hat, offensichtlich ist der einfache Übertrag einer analogen Besuchserfahrung ins Digitale nicht das richtige Setting, was man braucht, um digitale Vermittlung zu betreiben.

Speaker: Und alleine dieser Moment ist schon spannend, weil dieser Moment ist, glaube ich, eine ganz wichtige Erkenntnis, dass wir andere Parameter steuern, wenn wir heute über digitale Vermittlung sprechen.

Speaker: Das heißt ja auch, dass sich jetzt so langsam auch wirklich das Bewusstsein herauskristallisiert, dass man im Digitalen nicht einfach genau das machen kann, was man vor Ort in einem Raum mit den Leuten einen Meter, zwei Meter vor einem selber machen kann, sondern dass es, Sie sagten, andere Parameter gibt, also andere Spielregeln auch oder einfach den Vorteil von digitalen Medien.

Speaker: Welche Formate haben sich denn da entwickelt, die genau diese Vorteile ausspielen?

Speaker: Also zum einen glaube ich, würde ich Sie gar nicht so sehr auf das rein digitale Erleben fokussieren, denn verstanden haben wir schon alle, dass die klassische Visitor Journey, also die Reise im Grunde eines Museumsbesuchers von dem Moment, wo er sich erstmal orientiert, wo gehe ich überhaupt hin, über den Moment, wo er plant bis zum Aufschlag im Museum und auch der Nachbereitung ein hybrides Erlebnis.

Speaker: Es fängt oftmals an.

Speaker: im digitalen Ansatz, da vielleicht auch mit vermittelnden Angeboten bereits einführt, dann ins Haus.

Speaker: Dort gibt es Vertiefungsebenen, die das Digitale und das Analoge miteinander verschrauben, bis zu dem Moment, wo das Museum verlässt und vielleicht auch wieder ein digitales Feedback hinterlässt.

Speaker: Also diese hybride Konstruktion ist die Wahrheit, mit der wir sozusagen agieren müssen.

Speaker: Innerhalb dieses Wahrheitsraumes, würde ich mal sagen, gibt es natürlich verschiedene Formate, von denen man sagen kann, okay, die haben sich etabliert.

Speaker: Ich finde den Begriff immer schwierig.

Speaker: Man müsste wirklich mal darüber sprechen, was heißt etablieren eigentlich, gerade im Kontext auch von digitaler Vermittlung.

Speaker: Aber bevor wir vielleicht der Frage der Etablierung nachgehen, noch mal kurz der Blick auf die Formate, die da irgendwo relevant sind.

Speaker: Und ich glaube schon, dass...

Speaker: die klassische App ein Format ist, wenn man so möchte, ein Produkt, das sich durchgesetzt hat.

Speaker: Also von dem man sagen kann, natürlich auch die App hat verschiedene Höhen und Tiefen durchlaufen, aber mittlerweile würde ich sagen, das ist ein Produkt, das sich fest in den Häusern etabliert hat und das im

Speaker: in der Planung oftmals also dann auch schon ernst genommen wird und automatisch mit angesteuert wird.

Speaker: Das zweite Format, glaube ich, sind für mich so immersive Erlebnisse, VR, AR, XR, alles das, ist sicherlich ein Raum, der ebenfalls relevant ist,

Speaker: bei dem ich aber finde, da muss man drüber diskutieren.

Speaker: Der kommt in einer bestimmten Selbstverständlichkeit an, ist in bestimmten Häusern sicherlich auch schon Usus, wo er tatsächlich echten Mehrwert bringt und Funktionen beinhaltet.

Speaker: Ich darf das für das Landesmuseum Württemberg einmal sagen, wir haben gerade einen neuen Faktor,

Speaker: VR-Raum freigeschaltet und schaffen da immersive Erlebnisse, die eine besondere Qualität haben.

Speaker: Das ist die positive Seite der Medaille.

Speaker: Die negative könnte man aber auch gleich aus dem gleichen Haus heraus bedeuten.

Speaker: Wir haben einen VR-Raum, der jetzt schon viele Jahre da ist, mehrere Jahre da ist und bei dem wir einfach merken, die Nachhaltigkeit solcher aufwendigen technischen Konstruktionen ist kritisch zu betrachten.

Speaker: Da gehen die VR-Brillen kaputt,

Speaker: Auch die Art der Umsetzung ist etwas, was sehr schnell veraltet und dann vom Publikum auch nicht gutiert wird, weil es halt veraltet wirkt.

Speaker: Die Produktion war sehr aufwendig.

Speaker: Das kannst du nicht einfach irgendwo nachstellen.

Speaker: Aber trotzdem gehört VRAR, glaube ich, in den zweiten Formatslot, der zu nennen wäre.

Speaker: Das dritte wären natürlich virtuelle Ausstellungen.

Speaker: Auch das, glaube ich, mittlerweile ist,

Speaker: Viele Formen, Varianten der Online-Rundgänge oder der digitalisierten Exponate, die man auch anbietet.

Speaker: Die vierte Ebene ist sicherlich Social Media, was ich im Grunde eigentlich gleich mit dem Thema Storytelling verbinden würde.

Speaker: Also auch da natürlich eine Landschaftspolitik.

Speaker: Twitter haben wir alle verlassen, aber wir sind bei Instagram und TikTok oder YouTube gelandet.

Speaker: Auch da könnte man mittlerweile über einen Kanon der Selbstverständlichkeit sprechen.

Speaker: Wir haben Gamification, interaktive Lernplattformen, Serious Games.

Speaker: Auch da sehr spannende Anwendungen mittlerweile, die sehr profilierte Umsetzungen erfahren und stehen natürlich im Moment vor dem großen Thema KI, das sich über Chatbots oder solche Räume letzten Endes aufmacht.

Speaker: personalisierte, sehr stark personalisierte Museumserfahrungen, die durch KI laufen können.

Speaker: Das würde ich mal sagen, ist so der Raum, um den es da irgendwo geht.

Speaker: Ja, dadurch auch extrem vielseitig.

Speaker: Was Sie jetzt gar nicht genannt hatten, ist die digitale Medienstation im Museum.

Speaker: Ja, die ist schon fast in der Selbstverständlichkeit anzunehmen, klar.

Speaker: Ja, korrekt.

Speaker: Also das gibt es ja auch noch.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Das heißt, wir haben diese große Bandbreite und natürlich ist es so, wenn man vermittelt, kommt es natürlich auch immer darauf an, was man vermitteln möchte.

Speaker: Und je nachdem, was man vermitteln möchte, wählt man auch das Medium der Vermittlung.

Speaker: Also die Dinge existieren ja nicht um ihrer selbst willen.

Speaker: Also keiner investiert oder kein Haus kann große Mediengestaltung für eine Homepage oder für eine App investieren, Geld investieren, ohne dass man Zielvorstellungen damit hat.

Speaker: Wie sind denn diese Zielvorstellungen von diesen unterschiedlichen digitalen Vermittlungsformaten?

Speaker: Also weiß man, ich möchte mehr Leute ins Museum kriegen, wir brauchen einen Insta-Walk, wo eine Besucherbetreuerin mit den Leuten immer eine Live-Schaltung durch ein Haus geht und Anekdoten erzählt oder...

Speaker: Wir wollen zeigen, wie innovativ und technisch wir sind.

Speaker: Wir brauchen einen VR-Raum.

Speaker: Also was sind die Zielvorsetzungen, die auch mit den unterschiedlichen Aktivitäten verbunden sind eigentlich?

Speaker: Also auch im Grunde der Weg zur Erklärung dieser Zielvorstellung überhaupt ist ja schon ein weiter.

Speaker: Also ich hatte...

Speaker: In den ersten Jahrzehnten, sage ich mal, der Digitalisierung oftmals das Gefühl, dass man sich in ein Digitalkomplex geworfen hat, ohne klare Zielvorstellungen zu haben.

Speaker: Was will ich damit eigentlich erreichen?

Speaker: Außer, dass ich dort irgendwie auch dann tatsächlich präsent bin.

Speaker: Dann kam man schnell zu Reichweiten, dass man halt irgendwie große Zahlen sich vor Augen geführt hat.

Speaker: Meine Erfahrung ist, aber man hat es nicht gemessen.

Speaker: Also ist ja bis heute so.

Speaker: dass ich die Erfahrung mache, wenn ich mit Kultureinrichtungen spreche und frage, was wisst ihr denn über euer digitales Zielpublikum, messt ihr den Erfolg?

Speaker: Also jetzt ganz einfaches Tracking auf digitalen Angeboten, wie viele Besucher ihr habt, wie lange die bleiben etc.

Speaker: Da herrscht immer noch, glaube ich, relativ starke Orientierungslosigkeit, die natürlich manchmal auch Gründe hat, denn wir hängen zusammen,

Speaker: Manche Häuser in Trägerkonstruktionen, die beispielsweise Tracking-Systeme gar nicht möglich machen, dann haben wir das große Themenkomplex des Datenschutzes.

Speaker: Das heißt, ich kann auch nicht immer alles das tracken, was ich eigentlich tracken wollte, aber trotzdem glaube ich, dass natürlich das Nachdenken,

Speaker: über Erfolgskriterien im Grunde bei jedem Projekt am Anfang stehen sollte.

Speaker: Meine Wahrnehmung ist aber, dass bei vielen Projekten die klare Definition von Erfolgskriterien nicht immer zwingend am Anfang steht.

Speaker: Ich glaube, dass wir mittlerweile eine Vorstellung haben über Zielgruppen, die wir erreichen wollen.

Speaker: Aber je nachdem, aus welcher Abteilung, sage ich mal, der Impuls kommt, kann eine völlig divergierende Zielvorstellung sein.

Speaker: Denn die einen sagen,

Speaker: Da kommen wir eben an diese Schnittstelle, wo digitale Vermittlung oder digitale Formate zwischen Marketing und Vermittlung geheimatet sind.

Speaker: Der eine sagt, ja, ich mache das, um mehr ein analoges Publikum ins Museum zu ziehen.

Speaker: Der andere sagt, nee, ich habe schon, das Haus braucht auch im Netz eine gewisse Reichweite, einen Impact, eine Wirkung und die ist womöglich auch unabhängig zu denken,

Speaker: von den Besuchen, die ich damit letzten Endes anleite.

Speaker: Je nachdem, mit welcher Abteilung Sie sprechen, ist sie eher kaufmännischer orientiert.

Speaker: Dann braucht sie eigentlich irgendeine Relevanz, einen Bezug auf analoge Besuchszahlen, weil zumindest wirklich erfolgreiche digitale Produkte, die auch einen Erlös bringen im Netz, eher schwierig, zumindest in der Museumslandschaft zu erkennen sind.

Speaker: Und andere sagen, nee, mir geht es um den Impact, um die Sichtbarkeit, um die Reichweite des Hauses, um die Verbindung mit, und das ist, glaube ich, der modernste und wichtigste Impuls mit bestimmten Communities, die mit bestimmten Themen verbunden sind und in denen möchte ich sichtbar werden, mit denen möchte ich auch in einen Teilhabeprozess kommen.

Speaker: Ich glaube, da gibt es ganz unterschiedliche Ansätze dafür.

Speaker: Und da gibt es noch die Kuratorinnen und Kuratoren da draußen, die gerne einen Aufsatz über ihr Lieblingswerk schreiben möchten und damit verzweifelt zur Abteilung gehen, die dafür zuständig ist und gesagt bekommen, die Texte sind zu lang.

Speaker: Richtig.

Speaker: Das geht zu tief.

Speaker: Also wie geht man auch damit um?

Speaker: Weil die erste Idee bei Vermittlungen, die viele ja haben, auch aus der eigenen kulturhistorischen Prägung oder aus dem Studium, ist natürlich dieses Sprechen über...

Speaker: Die Zahlen, Jahreszahlen, Material, die Objektbiografie, auch was man sich dann vorstellt in dem Moment, in dem man zum Beispiel eine digitale Ausstellung macht, wie das Ganze dann auch zusammengestellt wird.

Speaker: Wissen die Leute,

Speaker: die diese Texte schreiben, auch ob die anderen das lesen wollen oder andersrum sollen.

Speaker: Wie stelle ich die Frage, ohne mich selber am Kopf von Kragen zu bringen?

Speaker: Ich möchte natürlich mit einem sehr großen wissenschaftlichen Anspruch meine eigene Ausstellung präsentieren, digital und online.

Speaker: Sprechen die Leute in Museen eigentlich noch die Sprache von den Leuten, die sich vielleicht dafür interessieren könnten und den Zugang vielleicht noch gar nicht haben?

Speaker: Ja, unter Umständen sind es unterschiedliche Zielgruppen, über die wir uns da letzten Endes auseinandersetzen.

Speaker: Und meine Wahrnehmung ist, dass die Leute, die aus der Wissenschaft kommen, mittlerweile mit immer mehr Expertise, sich auch diesen eher strategischen, nachdenken.

Speaker: Zielsetzungen annähern, die sagen, mit meinen Inhalten auch die richtigen Zielgruppen zu erreichen und überhaupt erstmal eine Orientierung zu bekommen, welche Zielgruppen sind es denn eigentlich, die da überhaupt greifbar sind.

Speaker: Ich glaube, wenn man runterbrechen würde, wie viele wissenschaftliche Autoren einen bestimmten Aufsatz, an dem ich zwei Jahre lese, gelesen haben, tatsächlich kann ich das nicht einfach auf die

Speaker: Die Freistellung eines entsprechenden Beitrags im Netz-Mappen, das sind völlig unterschiedliche Zielstellungen, die da verfolgt werden, andere Zielgruppen, die adressiert werden und das ist ein ganz anderer Rahmen, in dem das tatsächlich irgendwo passiert.

Speaker: Aber meine Wahrnehmung ist, dass in der Kuratoren schafft immer mehr Expertise, auch was das Digitale angeht.

Speaker: Und das ist das wissenschaftliche Kommunizieren, genauso wie es natürlich auch der Umgang mit vermittelnden Angeboten.

Speaker: Sie erzähle ich eine Ausstellung eigentlich korrekt im Netz, bis zu dem Moment, wo ich sage, exklusive Inhalte.

Speaker: für den Transport im Netz auf den Weg zu bringen, die überhaupt gar keine Referenz auf ein analoges Erlebnis mehr haben, weil sie dann vielleicht auch im Netz besser erzählt werden können oder eben effektiver erzählt werden können.

Speaker: Damit ist ja auch verbunden, dass man jetzt nicht nur von einer Richtung aus Wissen nach draußen sendet, also das Museum als Wissensressort und sendet nach außen alles, was wir forschen, bewahren und wie sie nicht alle heißen.

Speaker: Sondern die Idee ist ja auch nun, gerade auch mit so einem veränderten Besucherbild, in so eine partizipative Kommunikationssituation reinzugehen.

Speaker: Wie funktioniert das?

Speaker: Also was kommt von außen in Museen rein?

Speaker: Oder gibt es Beispiele, wodurch sich dadurch auch das Museum selbst geändert hat?

Speaker: Also wie viel Partizipation ist da wirklich möglich?

Speaker: Oder bleibt es der Kommentar und das Like auf Social Media?

Speaker: Ich glaube, dass es schon auch Aneignung gibt.

Speaker: Also das ist dieser Moment, wo ich glaube, gerade derzeit passiert so etwas, dass sehr viel Vermittlungsübernahme durch den Außenraum geleistet wird.

Speaker: Also wir finden immer mehr

Speaker: um den Begriff zu nutzen, so Kulturinfluencerinnen, die in den Häusern selber anfangen, einen Kontext oder eine Erklärung auf den Weg zu bringen und diese Objekte, die sie in den Museen erleben, auch selber darzustellen.

Speaker: Das ist genau dieser Moment, da habe ich als Museum auch gar keinen Einfluss mehr drauf.

Speaker: Ich kann sowas fördern, ich kann sowas auch untersagen.

Speaker: Früher hat man Fotoverbote in den Häusern gehabt.

Speaker: Dieses Fotoverbot hat sich in den Häusern, in denen es geht und unproblematisch ist, denke ich, maximal aufgelöst.

Speaker: Man hat verstanden, dass der Effekt, der da eintritt, dass jemand anders über meine Objekte in seine Community hinein erzählt, eigentlich ein sehr wertvoller ist.

Speaker: Und das sind ja dann auch letzten Endes, wir nähern uns, glaube ich, diesem Bild, wo wir die klaren Vorteile digitaler Formate irgendwo mal benennen müssen.

Speaker: Wenn ich sage, dass diese Teilhabe da viel differenzierter möglich ist, dass Hürden aufgelöst werden, weil barrierefreie Umsetzungen letzten Endes passieren, plötzlich Inhalte, Räume,

Speaker: Objekte erreichbar werden, und zwar ehrlich gesagt 24-7.

Speaker: Also sie werden aus der baulichen Architektur herausgelöst, was wir vorher nicht in dem Maße möglich hatten.

Speaker: Dass sich damit letzten Endes Zielgruppen natürlich auch automatisch vergrößern, dass wir durch dieses Ermöglichen von Interaktivität und Engagement, dass die Leute auseinandersetzen, in eine andere Wertigkeit kommen, die Personalisierung der Inhalte letzten Endes.

Speaker: möglich wird, ja auch oftmals innovative Vermittlungsansätze entstehen, die wir selber gar nicht gedacht hatten.

Speaker: Also klar habe ich als Kurator und als Vermittler eine bestimmte Sicht, wie ich meine, wie man ein Objekt optimal darstellen und kontextualisieren muss.

Speaker: Und ich erlebe es manchmal sehr spannend, dass ich merke, da kommt jemand von außen, der hat eine unverstellte Sicht und kommt aus einem ganz anderen Kontext, er blickt auf dieses Objekt und

Speaker: Diese fremde Kontextualisierung ist sehr wertvoll und löst in mir auch neue Bilder aus.

Speaker: Also da ist es ja durchaus spannend, innovative Prozesse zu initiieren, die eine andere Sicht ermöglichen.

Speaker: Da kenne ich auch so ein Beispiel aus meinem Freundeskreis.

Speaker: Sehr, sehr viele Leute, die nie in Museen gehen.

Speaker: Während der Pandemie gab es ja, kurz nach der Pandemie gab es ja diese Doppelgänger-Hashtags.

Speaker: Also man hat im Museum ein Foto mit einem Gemälde oder mit einer Skulptur gemacht, die einem selber ähnlich sieht.

Speaker: Also man ist selber der Doppelgänger von...

Speaker: dieser historischen Figur oder diesem Gemälde, sonst irgendwas.

Speaker: Da haben sich Leute dann auch genauso angezogen und den Doppelgänger erzwungen.

Speaker: Aber seitdem gibt es einfach Freunde von mir, die jetzt ins Museum gehen, um ihre Doppelgänger zu suchen.

Speaker: Die nicht wissen, wo sie sind oder wo sie sie finden können, aber einfach jetzt in die Häuser reinrennen und auf einmal Interesse bekommen.

Speaker: Also wenn man schon mal da ist, also diese Hürde der Türschwelle, Kulturmuseum, Kunstmuseum, ist da irgendwie

Speaker: niedergerissen worden.

Speaker: Einfach nur durch diesen spielerischen Spaß.

Speaker: Ich suche meinen Doppelgänger.

Speaker: Es gab früher, als wir viele so digitale Formate, vor allem in den sozialen Medien hatten auf Instagram, den sogenannten Insta-Swap.

Speaker: Den gab es im angloamerikanischen Raum.

Speaker: Wir haben den mit den Kulturkonsorten damals aber auch in München versucht.

Speaker: Und das war sehr spannend, weil man im Grunde sieben Häuser, ich glaube, das NS-Doku-Zentrum macht solche Formate bis heute, um

Speaker: in das Dokuzentrum in München, in dem man verschiedene Häuser dazu motiviert hat, sich gegenseitig zu besuchen.

Speaker: Und wenn natürlich ein Naturkundemuseum durch ein Kunstmuseum läuft und das Kunstmuseum wiederum im Depot des Theaters unterwegs ist, dann blicken die völlig anders auf Objekte und Zusammenhänge, als wenn es immer nur die Vermittler des eigenen Hauses sind.

Speaker: Und dieser Seitenblick, der da entsteht, ist etwas sehr Spannendes.

Speaker: Und das, denke ich, hat sich heute, wir haben sehr viele Seitenblicke entwickelt,

Speaker: die im Netz umgesetzt werden und die einfach inspirierend sind, denke ich.

Speaker: Und weil wir jetzt gerade viel bei Instagram gesprochen haben, Twitter, JetztX, hatten sie ja auch schon erwähnt.

Speaker: Ein Museum ist ja dann in diesem Moment, wenn es in die Kommunikation mit den Leuten da draußen geht, Plattformen nach, die man nicht selber kontrollieren kann.

Speaker: Also es ist jetzt nicht so wie die eigene Homepage, das ist was sehr Kontrolliertes.

Speaker: Oder ein Digitalformat, das man vom Haus aus autorisiert freigibt,

Speaker: Kann man auch noch kontrollieren.

Speaker: Aber wie geht man um mit diesen Plattformen, die ja einem nicht gehören, die durch die Algorithmen unsichtbare Richtlinien haben oder auch Wege gehen, die man nicht kontrollieren kann?

Speaker: Plattformen, die von Leuten jetzt besessen werden, wie bei X, denen man vielleicht jetzt nicht gerade noch mehr Content und Stream schenken möchte.

Speaker: Also ich hatte so ein bisschen das Gefühl, deswegen meine Frage auch, in dem Moment, in dem die Museen sich getraut haben, online zu gehen, in die Plattformen reinzugehen, Social-Media-Kanäle zu bespielen.

Speaker: war irgendwie schon so fast das Ende von Social Media ein bisschen erreicht, wie ich es noch vor fünf oder sechs Jahren kannte.

Speaker: Also im Sinne eines demokratischen Miteinanders.

Speaker: Also wie gehen Häuser damit jetzt um?

Speaker: Also gibt es da Stellungnahmen vielleicht auch vom Museumsbund, wie man sich da positioniert?

Speaker: Oder gibt es so ein internes Go und No?

Speaker: Also...

Speaker: Ich denke, gerade die Geschichte von Twitter oder X hat viele Häuser nochmal sensibilisiert, wie problematisch es ist, sich mit...

Speaker: viel Ressourcenaufwand womöglich, ich sag mal, jahrelange Posting auf eine Plattform einzulassen, die von heute auf morgen einfach kaputt ist.

Speaker: Weil was anders ist es nicht.

Speaker: Und ich glaube, es gibt dazu keine definierte Leitlinie oder Standard, die ich kenne.

Speaker: Es gibt vielleicht auch wieder Effekte, die dadurch irgendwo nach oben gekommen sind, dass man schon sieht, eigentlich müssten wir selber in eine Verantwortung gehen und auf Plattformen agieren, die wir auch selber kontrollieren.

Speaker: Die Idee des Fettiverse ist, denke ich, eine solche.

Speaker: Gerade in dem Moment, als die meisten Kultureinrichtungen die frühere Plattform Twitter verlassen haben, tauchte diese Idee des Fettiverse sehr stark auf.

Speaker: Sie hat sich aber, denke ich, trotz auch ambitionierter Initiativen nicht durchsetzen können.

Speaker: Heute taumeln wir irgendwie so ein bisschen orientierungslos zwischen Blue Sky und anderen Plattformen,

Speaker: letzten Endes rum und es ist eigentlich das passiert, was man früher eine Fragmentierung genannt hat.

Speaker: Wir sind auf vielen verschiedenen Plattformen unterwegs und haben noch keine klare Orientierung,

Speaker: oder einen Kanon im Grunde der Plattformen, von denen man sagt, die sind heute eigentlich die Relevanten.

Speaker: Ich glaube, im Blick auf Communities, die Einrichtungen sind erfahrener geworden.

Speaker: Sie sind auch gebrannte Kinder, denke ich.

Speaker: Jeder hat Investitionen in einer Plattform gehabt, die er dann verloren hat.

Speaker: Und

Speaker: Daraus leitet man bestimmte Maßnahmen ab.

Speaker: Aber ich glaube, letzten Endes muss man sich immer darüber klar sein, das hat so ein bisschen Lab-Charakter.

Speaker: Ich probiere das eine Zeit lang auf dieser Plattform, solange sie Effekte hat, die für mich dienlich sind, solange meine Zielgruppen dort unterwegs sind und sich bestimmte Erzählkontexte dort gut abbilden lassen, dann

Speaker: Ich glaube, dass wir heute schon darüber reden können, dass YouTube, Instagram, für manche auch noch TikTok, so die stabilen Player sind.

Speaker: LinkedIn wächst da, glaube ich, gerade mit rein.

Speaker: Das wäre im Grunde so das kleine Triumvirat oder Quartett, die da irgendwie benannt sind.

Speaker: Aber da würden viele...

Speaker: die andere Themen setzen, wie beispielsweise eben Open Access, die sind eher im Fading World unterwegs.

Speaker: Das ist die Fragmentierung.

Speaker: Viele verschiedene Communities auf vielen verschiedenen Plattformen und als Institution muss ich mir klar sein, dass meine Investition von gestern und von heute, morgen womöglich schon eine Investition ist, die nicht mehr greifbar ist, weil die Plattform verkauft wurde oder aufgelöst oder geheuschreckt wurde.

Speaker: Das ist...

Speaker: Das gehört zum digitalen letzten Endes mit dazu.

Speaker: Es sind ja auch unglaublich schnelle Bewegungen, die da passieren und sehr agile Veränderungen, die auch innerhalb eines Monats teilweise passieren können, gerade auch was Trends angeht.

Speaker: Wie kann ein Haus das hinkriegen, gerade öffentliche Institutionen, die mehrere Entscheidungsebenen haben?

Speaker: Also weiß ich nicht, bis dann die Entscheidung durch ist für ein Format, kann es ja sein, dass das schon Schnee von gestern ist.

Speaker: Das ist korrekt.

Speaker: Das ist tatsächlich auch ein Problem, denke ich, was einfach da ist.

Speaker: Da brauchen wir in den Häusern, glaube ich, schon noch immer auch die Bereitschaft und den Mut und das Vertrauen in die Expertise der entsprechenden Abteilungen, dass die da schon auch den richtigen Weg gehen.

Speaker: Ich glaube, das war einer der Gründe, warum man digitale Strategien formuliert hat, um im Grunde Leitlinien irgendwo für das Haus aufzugleisen, die dann aber auch einen

Speaker: einen vertrauensvollen Umgang mit den entsprechenden Produkten ermöglichen, aber der auch in einer gewissen Eigenverantwortung liegt.

Speaker: An das, glaube ich, kann man dieses System nicht leben.

Speaker: Wenn ein Post, ich kenne diese Geschichten von Häusern, ein Post drei Abnahmeschleifen durch das Haus braucht, ist er eigentlich von der vorletzten Woche und damit kann man ihn eigentlich gleich in die Rundablage legen.

Speaker: Er ist nichts mehr wert.

Speaker: Wir brauchen hier schnelle Zyklen, ja.

Speaker: Da können wir jetzt auch mal drüber reden, wer das eigentlich macht.

Speaker: Wir hatten die ganze Zeit nur die Perspektive, was man macht, an Technik und an Formaten.

Speaker: Mich interessiert auch, wer macht das eigentlich?

Speaker: Das sind Abteilungen, manchmal sitzen die in Vermittlungsabteilungen wahrscheinlich mit dabei oder Kommunikationen.

Speaker: Manchmal sind das auch, ja, wer ist das denn?

Speaker: Sind das die VolontärInnen der Sammlungsabteilungen?

Speaker: Nein, ich glaube, über die Zeit sind wir raus, dass man gesagt hat, weil die jungen Leute, die VolontärInnen oder die PraktikantInnen die Expertise des Digitalen mitgebracht haben, über die Zeit sind wir raus.

Speaker: Ich glaube, dass wir das vielfach mal heute in

Speaker: professionellen Händen haben, dass die mitunter in unterschiedlichen Abteilungen sitzen.

Speaker: Ich kann es nur für Baden-Württemberg sagen, da sind es mal Stabsstellen, mal der Vermittlung, mal der Kommunikation zugeordnet.

Speaker: Manche sind auch oder vielfach sind es Projektstellen natürlich.

Speaker: Das heißt, auch das ist ein Problem, was wir dabei haben.

Speaker: Nach zwei Jahren oder drei Jahren ist die Expertise wieder weg und ich fange unter Umständen wieder von vorne an.

Speaker: Aber es läuft, glaube ich, auf einer anderen Expertise,

Speaker: Und auch da, wie gesagt, in den Fachabteilungen erlebe ich mittlerweile doch auch deutliche Kenntnis.

Speaker: Also die Kuratorinnen, die mir begegnen, vielfach sind selber schon mit einer großen Reichweite auf LinkedIn unterwegs oder sind unterwegs.

Speaker: Heavy Influencer sogar auf irgendwelchen Digitalplattformen.

Speaker: Und das ist eine Expertise, die da heute vorhanden ist.

Speaker: Die ist gewaltig gewachsen.

Speaker: Und das ist wertvoll.

Speaker: Damit muss man letzten Endes agieren.

Speaker: Dass die festen Stellen, die in den Abteilungen eigentlich notwendig sind, doch nicht feststellen.

Speaker: da sind.

Speaker: Das ist ein Defizit, mit dem wir tatsächlich im Moment hantieren müssen und das muss man auch tatsächlich lösen.

Speaker: Das bedeutet ja auch einen großen Ressourceneinsatz.

Speaker: Wenn man sich entscheidet, eine Ausstellung digital zu begleiten, also mit Vorbereitung, mit Nachbereitung, vielleicht wirklich noch irgendwie so eine tiefergehende Wissensvermittlung über eine digitale Ausstellung, virtuelle Ausstellung, die auch bleiben soll, dann bedeutet das ja auch Server-Einsatz, die Updates müssen gepflegt werden.

Speaker: es muss ja auch irgendwie weiter in das Homepage-System eingebunden bleiben.

Speaker: Und wie geht man da jetzt vor, gerade wenn das Projekt gebunden ist?

Speaker: Also hat man jetzt eher so die Mentalität,

Speaker: Eine Ausstellung, also gerade eine Wechselausstellung ist halt vorbei, dann sind die digitalen Inhalte auch vorbei.

Speaker: Oder gibt es schon Überlegungen, wie man so etwas langfristig speichern kann?

Speaker: Ich habe noch nie so eine DOI-Zertifizierung für eine digitale Ausstellung gesehen, mit dem Versprechen, dass die bleibt.

Speaker: Ich glaube, dass es sogar ein Problem ist, dass die Forschung hat sich mit dem Thema digitale Ausstellungen beschäftigt, dass die halt forschen und plötzlich feststellen, nach zwei Jahren ist die Ausstellung plötzlich weg.

Speaker: Also aus Chemnitz, glaube ich, habe ich solche Signale aufgefangen, wo ein entsprechendes Forschungsvorhaben einfach da ist.

Speaker: Das heißt, da in eine Nachhaltigkeit zu kommen, technische Nachhaltigkeit, ist, glaube ich, eine der großen Herausforderungen.

Speaker: Aber so haben wir Digitalisierung und Digitalität in vielen Häusern ohnehin eigentlich falsch gelebt und ich

Speaker: würde sogar so weit gehen, bis zu einem bestimmten Punkt verantwortungslos, dass wir diese Nachhaltigkeit nicht mit reinbezogen haben.

Speaker: Ich glaube, die ersten Instrumente, die versuchen, auch gerade mit Blick auf die sozialen Medien, in eine Erfassung von dem Output, dem Rollout irgendwo zu kommen, was da an digitalen Initiativen umgesetzt werden, sodass die nachhaltig archiviert werden.

Speaker: Wir sind ja eigentlich sogar dazu verpflichtet, zumindest die

Speaker: staatlichen Einrichtungen, Langzeitarchivierung auch für solche Produkte anzustreben.

Speaker: Dieses Bewusstsein, glaube ich, entsteht jetzt erst langsam oder die ersten Maßnahmen sind auf dem Weg, die sowas tatsächlich auch ermöglichen.

Speaker: Aber das ist auch an der Stelle ein Prozess, der sicherlich viel zu spät begonnen wurde und einer Verantwortung, der wir uns aktiv stellen müssen, genau jetzt.

Speaker: Ja.

Speaker: Und welche Personen oder Persona bräuchten denn jetzt Museen, um genau das anzugehen?

Speaker: Also wie sollte man sich jetzt als junge Kunsthistorikerin oder Kunsthistoriker aufstellen, wenn man sagt, ja, ich finde, Vermittlung ist genau mein Ding.

Speaker: Jetzt nehme ich die digitale Vermittlung noch mit und führe die Leute nicht nur fünf Hansel durch mein kleines Museum, sondern ich will jetzt auch alle erreichen oder viel mehr erreichen.

Speaker: Ich glaube, dass mit den Digital Humanities da natürlich schon ein Hintergrund entstanden ist, der wertvoll ist.

Speaker: Wir bringen immer das Schlagwort der Digital Literacy, also der eigenen Medienkompetenz, die da irgendwo entwickelt werden muss.

Speaker: Die ist bei uns in den Ausbildungen noch nicht in dem Maße vorhanden, wie man es sich wünschen würde.

Speaker: Wir sehen das tatsächlich eher als Aufgabe auch eines Hauses, die Digital Literacy der eigenen Mitarbeiterinnen irgendwo aktiv zu entwickeln und zu entwickeln.

Speaker: Das bedeutet jetzt zum Beispiel ganz konkret das Promptenlernen, eine Perspektive dafür entwickeln, was es heißt, mithilfe einer KI auch in die Vermittlung hineinzuarbeiten.

Speaker: Das ist, glaube ich, eine Kompetenz, die es heute braucht, dass ich...

Speaker: Es ist wie beim Publizieren letzten Endes auch, dass ich die Instrumente kennenlerne, mit denen man heute eigentlich digital publiziert, die Plattformen, die Strukturen, die Prozesse, die entsprechende Software.

Speaker: Da braucht es Kompetenz, das muss funktionieren.

Speaker: glaube ich auch viel stärker in die Verantwortung der, ich bleibe mal bei dem Begriff der Ausbildungen, mit rein, dass wir da entsprechende Strukturen tatsächlich entwickeln, dass da mit einer anderen Expertise die jungen Leute kommen.

Speaker: Ich glaube, einen Studiengang digitaler Vermittlung gibt es auch gar nicht.

Speaker: Es gibt natürlich in der Museologie entsprechende Qualifikationen.

Speaker: Ich kenne das aus der HTWK in Leipzig, wo im Grunde in der Museologie entsprechende Dinge gebracht werden.

Speaker: Ich denke, das gibt es in anderen Fällen tatsächlich auch.

Speaker: Aber es ist nur eine Aufgabe, die im Januar im Grunde ansetzt.

Speaker: Da liegt, glaube ich, auch viel bei jedem Einzelnen.

Speaker: sich auf sowas tatsächlich einzulassen.

Speaker: Und weil Sie die Aufwände angesprochen haben, also ich kann das jetzt nur bei unseren Projekten hier im Landesmuseum zum Bauern kriegen, beschreiben im Grunde das Digitalprojekt ist mit dem gleichen zeitlichen Aufwand vorbereitet und durchgeführt worden, den die Ausstellungen hatten.

Speaker: Also auch da haben wir im Grunde, um in das Storytelling zu kommen, das wir jetzt umsetzen, um den Prozess zu haben etc.,

Speaker: Ebenfalls fast zweieinhalb Jahre Vorbereitungszeit gehabt oder Laufzeit, bis das Projekt dann irgendwann startet.

Speaker: Und das braucht ganz klar auch ein gewisses Budget.

Speaker: Es braucht Man- und Woman-Power, um eine gehobene Qualität letzten Endes anzunehmen.

Speaker: auch reinzukommen.

Speaker: Und da darf man, glaube ich, auch immer nicht nur flankierend denken, dass ich sage, ich mache eine Ausstellung und dazu ein flankierendes digitales Produkt, sondern da würde ich ja mal weiterdenken und sagen, wir machen mal keine Ausstellung, sondern wir machen nur ein digitales Produkt.

Speaker: Vielleicht müssen wir über so eine Anforderung mal konkreter nachdenken.

Speaker: Was würde das eigentlich bedeuten?

Speaker: Das klingt für mich aber auch so ein bisschen, als ob sich im Museum dann doch nicht so viel geändert hat.

Speaker: Ich hatte damals im Studio mal einen Rundgang durch ein Museum und die Leitung der Vermittlungsabteilung meinte dann irgendwann so, als wir über die neuen Ausstellungskonzepte, da eine Sonderausstellung gesprochen hatten, naja,

Speaker: Also hätten die uns in der Vermittlung gefragt, hätten wir das ja alles ein bisschen anders gemacht.

Speaker: Wie soll ich denn hier in dem Haufen führen?

Speaker: Also was sind denn das jetzt für Themen und wie soll ich denn die Besuche durchführen?

Speaker: Oder eckt doch jeder an und da kann sich keiner hinsetzen.

Speaker: Also hat es vielleicht auch ein bisschen was damit zu tun, dass bei den großen Aufgabenfeldern, die Museum haben, die Vermittlung...

Speaker: die ja eigentlich immer und überall stattfindet als Form von Kommunikation, dann doch noch ein bisschen weiter zurücktritt hinter Forschen und Ausstellung und Bewahren.

Speaker: Da kann ich mir jetzt im Kopf und Kragen reden.

Speaker: Aber ich glaube, der Prozess der Etablierung, der Vermittlung in den Häusern ist ja auch noch kein so richtig alter.

Speaker: Und dass die Vermittlung heute auf dem Niveau stattfindet und auch angesetzt wird, auf dem sie passiert, ist auch ein mühsamer Kampf gewesen.

Speaker: Und ich glaube, dass wir an verschiedenen Punkten auch mit dem Digitalen gerade einen ähnlichen Kampf haben.

Speaker: Besser, dass der Kopf unter Kragen dranbleibt.

Speaker: Jetzt sind es natürlich auch ganz schön große Mammutaufgaben, zu sagen, man hat eine Digitalstrategie, man möchte ein gewisses Standing auch haben, Dinge auf dem neuesten technischen Stand zu liefern ist,

Speaker: weil die Konkurrenz auch einfach so groß ist.

Speaker: Also VR hatten sie angesprochen.

Speaker: Wir kennen Computergrafiken von Ubisoft oder von diesen AAA-Games.

Speaker: Das sind ja im Prinzip die ästhetische Messlatte, an die Museen überhaupt nicht herankommen können, weil man kein Team von 400 Entwicklerinnen hat, die das aufbaut, sondern halt vielleicht nur eine Person.

Speaker: Und auch nicht Hochleistungsrechner, sondern halt nur einen Rechner im Büro.

Speaker: Wie schaffen Museen das eigentlich, die Sachen, die sie jetzt schon machen, also diese Prototypen, Medienstationen, aber auch alles, was digital sichtbar ist, an Formaten selbst zu entwickeln?

Speaker: Machen die Museen das eigentlich selber oder arbeitet man da mit Firmen schon zusammen?

Speaker: Also ich denke, dass die wenigsten Häuser im deutschen Sprachraum es tatsächlich selber machen, weil sie eine entsprechende Abteilung haben, die sowas umsetzt, sondern dass man das vielfach in partnerschaftlichen Verhältnissen oder im Auftragsverhältnis mit Agenturen tatsächlich irgendwo umsetzt und sich dann diese Expertise und Kompetenz tatsächlich einkauft.

Speaker: Es gibt aber auch Verfahren, wo man versucht, natürlich anders damit umzugehen.

Speaker: Also

Speaker: Sei es, dass beispielsweise Museumsberatungsstellen entsprechende Instrumente aufsetzen und die den Häusern sozusagen finanzieren oder vorfinanzieren und damit auch ein technisches Setting verfügbar machen, dass sich die kleinen Häuser jetzt mal vermitteln.

Speaker: zum Beispiel gar nicht selber leisten könnten, halte ich für eine sehr kluge und sehr richtige Strategie.

Speaker: Und das geht es womöglich nicht.

Speaker: Das machen große Häuser letzten Endes auch so.

Speaker: Und da spielt natürlich auch der Open-Source-Gedanke dann auch mit rein, weil man schon sagen muss, es gibt, wenn man es richtig gut macht, auch als großes Haus, dann entwickle ich ein Produkt,

Speaker: und stelle später die Software des Produktes als Open-Source-Produkt auch in ein entsprechendes Repositorium und regle es zur Nachnutzung an.

Speaker: Sowas passiert.

Speaker: Es gibt Häuser, die das tun.

Speaker: Wir finden auf GitHub entsprechende Codes bereits und können die nachnutzen.

Speaker: Es gibt schöne Beispiele dafür und deshalb ist es natürlich auch auf der einen Seite so wertvoll gewesen und auch wieder so schmerzhaft, dass solche

Speaker: Kristallisationspunkte des Gemeinsamen, wie es das Projektmuseum 4.0 gewesen ist über viele Jahre, wie es aber auch der Coding da Vinci beispielsweise gewesen ist, also ein Kulturhackathon, der genau so ein Miteinander zusammengebracht hat, dass das immer wieder Projekte sind, die dann halt doch auch nur

Speaker: temporär befristet sind und sich dann auch wieder auflösen.

Speaker: Dann braucht es wieder eine Zeit, bis man in irgendein neues Setting kommt.

Speaker: Aber dieses Miteinander ist, glaube ich, die einzige Chance, die wir an der Stelle haben.

Speaker: Sonst bleibt das Ganze auf Projektniveau und man macht es zwei Jahre und dann

Speaker: ist es innerhalb von kürzester Zeit wieder veraltet.

Speaker: Das wäre genau die Definition, um zu dem, was wir eingangs gesprochen haben, was eigentlich etabliert bedeutet.

Speaker: Weil wenn ich dann eigentlich sage, hier ist eine langfristige Finanzierung gesichert, da ist eine

Speaker: Nachhaltigkeit des Produkts gesichert.

Speaker: Da ist eine technologische Standardisierung mit drinnen, wo auch da eine Nachhaltigkeit mit drinnen liegt.

Speaker: Alle diese Parameter gehören eigentlich mit dazu, auch wissenschaftliche Auseinandersetzung und Evaluation des Produktes.

Speaker: Alles das gehört in den Kontext.

Speaker: Ich höre da auch so ein bisschen im Subtext eine leichte Kritik an Fördergeber heraus.

Speaker: Was ja in den letzten Jahren viel gefördert wurde, sind natürlich Neuentwicklungen.

Speaker: Das habe ich so ein bisschen verfolgen können.

Speaker: Und was auch extrem viel gefördert wurde, ist Virtual Reality, Augmented Reality.

Speaker: Ist das ein Problem, dass es einfach zu trendy war?

Speaker: Oder dass man eben genau diese Kooperation und Zusammenarbeit und Weiterentwicklung von Bestehenden, dass das eben nicht so förderungsfähig war in den Projekten wie neue App, neuer VR-Raum, 20 Brillen und irgendwie ein Computer?

Speaker: Das ist immer die Frage, wo kommt die Idee für ein entsprechendes Projekt tatsächlich her?

Speaker: Ich glaube leider schon, dass es vielfach, wie man so schön sagt, der heiße Scheiß ist, der gerade durch den Ort getrieben wird, der dann eine entsprechende Fördermaßnahme auslöst.

Speaker: Also wenn ich an die erste Blütezeit der Apps denke, die ich wahrgenommen habe, dann war es vielfach der Impulsgeber, dass irgendein...

Speaker: technisch affiner Geldgeber ein Museum überredet hat, in ein entsprechendes Produkt zu investieren, ohne dass man vorher wirklich evaluiert hat, passt die App zu meinem Haus, kann ich sie nachhaltig betreiben, ist sie für das entsprechende Thema und Produkt tatsächlich angemessen und man hat auf mehr die Technologie gesetzt, als dass man irgendeine strategische Orientierung da tatsächlich hat.

Speaker: auch abgeleitet hat, weil man eigentlich für die eigene Digitalisierung und Digitalität noch gar kein Gesamtgerüst hatte.

Speaker: Wie passt das eigentlich zum Rest des Hauses?

Speaker: Also ich würde da schon sagen, dass viele Themen, die entwickelt wurden, genau solchen Settings folgten.

Speaker: Und bei allem, was bei VR und AR, vor allen Dingen im archäologischen Kontext und überall da, wo wir

Speaker: Bodendenkmäler oder verlorenes Kulturgut haben, das plötzlich sichtbar wird.

Speaker: Was da an Wertigkeit einfach da ist, gibt es andere Kontexte, wo das Thema VR und AR vielleicht eher weniger Sinn macht, vor allen Dingen, weil es in der Produktion teuer ist und auch im nachhaltigen Betrieb.

Speaker: Da käme man womöglich anders auch zu Lösungen her.

Speaker: Ich habe auf meinem Handy so einen Ordner mit Museums-Apps und ich sammle da auch die ganzen Toten.

Speaker: Das ist ziemlich spannend.

Speaker: Es gab so einen App-Trend und jetzt habe ich eher so, ich zucke dann immer zusammen, wenn ein Museum sagt, wir haben da auch so eine App.

Speaker: Das ist fast schon wie der Benjamin-Aura-Effekt.

Speaker: Also

Speaker: weil sie manchmal auch einfach nicht mehr gut gepflegt sind.

Speaker: Ja, also deshalb braucht es eine technische Lösung, eine Perspektive dafür.

Speaker: Das war ja einer der Gründe, warum damals die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern gesagt hat, wir gehen in dieses Thema rein.

Speaker: um eine nachhaltige Konstruktion auf den Weg zu bringen, um es vielen Häusern in so ein Produkt, das technisch aufwendig ist, irrsinnig aufwendig, viel komplexer als der Betrieb einer Webseite letzten Endes, weil man halt abhängig ist von anderen Parametern, wenn sich neue Betriebssysteme irgendwie ändern und schwuppdiwupp ist die App kaputt, die Vielzahl der Webseite.

Speaker: Apps auf dem Kuschelfriedhof war legendär in der Zeit.

Speaker: Und deshalb zu sagen, wir schaffen da eine Abhilfe mit einem gemeinsamen Produkt, war ein strategisches Setting, das bis heute letzten Endes ja auch zu Ergebnissen führt, finde ich den richtigen Ansatz.

Speaker: Gleichwohl glaube ich, dass die App, ich habe es vorhin gesagt, die gehört für mich zu den etablierten Produkten.

Speaker: Und das hat natürlich auch mit den Gewohnheiten des Publikums zu tun, wenn ich sage, heute hat jeder sein Handy in der Hand, in der Hosentasche, auch wenn er durchs Museum läuft.

Speaker: Wir haben doch schon in den meisten Häusern das Thema WLAN gelöst oder die meisten haben eine Flatrate und früher war es Problem, überhaupt eine LAN- oder WLAN-Verbindung herzustellen.

Speaker: ist es heute, denke ich, nicht mehr.

Speaker: Alle diese vielen Parameter, warum im Grunde auch das Handy eine Tür sein kann zur Vermittlung, die heute mit großer Selbstverständlichkeit gegangen wird, finde ich überzeugend.

Speaker: Genauso wie der Einsatz von QR-Codes.

Speaker: Ich glaube, der QR-Code war vor der Pandemie eigentlich tot.

Speaker: Niemand hat ihn benutzt.

Speaker: Man hat gelächelt, wenn man in Museen unterwegs gewesen ist, wo ein QR-Code an der Scheibe klebte, weil man brauchte einen QR-Code wieder auf jedem Handy, den kaum einer hatte.

Speaker: Heute ist der QR-Code über die Foto-App umsetzbar und das Agieren mit QR-Codes ist eine Selbstverständlichkeit geworden, weil man damit auch seinen E-Roller oder was auch immer bucht.

Speaker: In der Stadt und dieses Instrument ist auch, also da merken wir dieses Periodische, diese Abhängigkeit von anderen Strukturen, auf die wir dann in den Häusern natürlich reagieren müssen.

Speaker: Und dieses Mitgehen ist ja schon eine enorme Herausforderung, die man hat, weil man das, was heute passiert.

Speaker: dass gestern klappte morgen dann eben womöglich schon wieder ein alter Hut ist.

Speaker: Ja, also schön, dass Sie das sagen.

Speaker: Man hat ja allein in diesen letzten fünf Jahren so kleine Mini-Renaissancen gehabt.

Speaker: Also der QR-Code natürlich, mir ist noch der Newsletter eingefallen.

Speaker: Auf einmal hat jeder wieder ein Newsletter.

Speaker: Die Apps werden auch wieder besser, die ich eigentlich schon auf dem Friedhof beerdigt hatte oder im Resteordner.

Speaker: Podcast hören die Leute jetzt auch wieder besser.

Speaker: Hieß ja auch, 2013 ist tot.

Speaker: Genau so ist es.

Speaker: Dafür ist das Block gestorben, würde ich beinahe sagen.

Speaker: Also die Renaissance war auch deutlich vor der Pandemie, aber das Block hat schon viele Tode gehabt, glaube ich.

Speaker: Es wird zurückkehren, denke ich.

Speaker: Spätestens an der Stelle, wenn ich merke, dass ich da auf einer eigenen gehosteten Plattform im Idealfall komplexe Dinge vermitteln kann und sie liegen in meiner eigenen Verantwortung.

Speaker: Ich muss nicht Angst davor haben, dass der nächste Milliardär oder Billardär irgendwas aufkauft und dann ist diese Plattform wieder weg.

Speaker: Also wir werden da, glaube ich, durch Zähler und über Höhen laufen.

Speaker: Jetzt ist es ja schon schwierig, den aktuellen Trends hinterherzulaufen.

Speaker: Wie schafft man es denn, den Sprung zu wagen, schneller zu sein als der Trend?

Speaker: Also gibt es etwas, was jetzt in naher Zukunft oder in ferner Zukunft die großen Aufgaben sind oder Formate, die jetzt noch entwickelt werden können oder sollten, dass das Museum mal das Erste ist, das die Sachen macht und nicht irgendwie hinterherhängt?

Speaker: Ist schwierig, weil also im Grunde, wir haben früher immer über Leuchtturmuseen gesprochen, wo wir gesagt haben, da auf die haben wir geguckt und die waren stellvertretend, die haben immer gezeigt, wo es lang geht.

Speaker: Ich glaube, wir haben mittlerweile eine ganze Phalanx an Leuchttürmen und wir gucken gar nicht mehr auf einzelne Häuser, sondern mittlerweile auf einzelne Formate oder Projekte, die einfach vorbildlich sind, um

Speaker: Ich würde immer, wenn man den Blick auf diese Landschaft führen möchte und fragt, was sind denn eigentlich so dann die besten, dann können wir ja zumindest für den deutschen Sprachraum auch auf so Produkte wie den Digamuse Award, der die besten Projekte immer auszeichnet.

Speaker: Auf die kann man, glaube ich, ganz gut verweisen, weil man da auch den Blick auf die Landschaft ganz gut antransportiert bekommt.

Speaker: Wenn ich dann merke, dass es gar nicht eben so flankierende Produkte sind, um die es geht, sondern im Grunde ein anderes Verständnis der Rolle des Museums.

Speaker: Das glaube ich, ich glaube, Sie haben es vorhin mal angesprochen, auch sehr stark in die Rolle des Broadcasters vorgelegt.

Speaker: also verantwortlich zum Sender wird.

Speaker: Das Vertrauen, das das Publikum dem Museum ja offensichtlich belegt, immer noch entgegenbringt, wenn es sich um das Thema Wissen dreht, wenn es darum geht, wo stehen denn die echten Fakten und wer agiert mit denen.

Speaker: Und diese Rolle, die wir da, glaube ich, bekommen, diese noch weiter auszudeuten.

Speaker: Und das tue ich, glaube ich, nicht,

Speaker: Das wäre mein Blick in die Zukunft nicht, indem ich ein flankierendes Format habe, sondern dass das Museum selber zum Sender wird, zum Sender einer Expertise und bestimmter Botschaften und dafür in die entsprechenden Plattformen natürlich auch investieren muss und das womöglich dann eben auch nachhaltig.

Speaker: Wenn ich heute gucke, wer Wissen transportiert, dann gucke ich an der Stelle gar nicht mehr ins lineare Fernsehen, sondern ich sehe das eher auf YouTube und merke, dass dort bestimmte Akteure, Followerschaften aufbauen, die Zehntausende, Hunderttausende von Menschen interessieren, um manchmal sehr skurrile Themen, die aber ganz gut

Speaker: besonders mit den musealen Inhalten zu tun haben, mit denen auch agieren.

Speaker: Und ich finde es schwierig, wenn wir als Häuser da immer nur zuschauen und merken, da drüben entsteht eine Expertise und diese Expertise dreht sich auch um die Themen, die wir eigentlich mit Qualität und mit Wissen und mit Expertise besetzen.

Speaker: Und das Publikum ist aber eigentlich mehr da drüben.

Speaker: Und wir haben solche Effekte auch bei uns im Haus, dass wir merken, wenn der Influencer da drüben eine Aussage macht, dann wird die, die kriegt mehr Nachhall als tatsächlich das, was wir als Museum dazu eigentlich äußern, weil wir es eigentlich nur ein paar Randgruppen erzählen, wenn ich jetzt ganz hart bin.

Speaker: Also wie bringen wir uns auf der anderen Seite, wie machen wir uns da auch sichtbar?

Speaker: Und deshalb glaube ich schon, dass Museen,

Speaker: sichtbar werden auf den entsprechenden Plattformen.

Speaker: Es gibt Beispiele, das Naturkundemuseum Berlin, glaube ich, ist ein gutes Beispiel.

Speaker: Im Ausland würde ich immer auf Smithsonian irgendwo setzen.

Speaker: Ich glaube deshalb auch der Podcast tatsächlich, das ist die Renaissance des Podcasts, denn auch dort wird man

Speaker: zum Sender.

Speaker: Und das, was das Stadtmuseum München gerade macht mit seinem Podcast, finde ich, hat ein ganz anderes Niveau als das, was wir früher da gehört haben.

Speaker: Und auf YouTube-Channels dann in entsprechende Investitionen zu setzen und da zum Wissenssender zu werden.

Speaker: Ich weiß, dass es schwierig ist, wenn ich sage zum permanenten Wissensländer.

Speaker: Aber vielleicht erzählt der heute was über den Bauernkrieg und morgen über Barock.

Speaker: Aber die Expertise und die Glaubwürdigkeit, die wir als Museum haben, wird dort transportiert.

Speaker: Das wäre, glaube ich, eine Herausforderung, der wir uns, glaube ich, stellen müssten.

Speaker: Das nächste MyLab aus dem Naturkundemuseum oder Rezo twitcht aus einer Kunsthalle heraus.

Speaker: Ja, genau so ist es.

Speaker: Aber vielleicht müssen wir da nicht nur unsere eigenen Formate finden, sondern auch unseren eigenen Influencer.

Speaker: Ja, auch miteinander.

Speaker: Das Miteinander ist, glaube ich, ein ganz entscheidender Punkt.

Speaker: Also auch die anderen ernst nehmen und sie in unsere Prozesse einbinden.

Speaker: Das wäre im Grunde, wenn ich jetzt sage, am Schluss, was wir bei unserem Lautzeit 1525 gelernt haben, dann ist das...

Speaker: schon auch das Agieren mit Communities gemeinsam, weil man dann einfach tatsächlich wesentlich deutlicher sichtbar werden kann.

Speaker: Bei einem Video 87.000 Mal ist der abgespielt worden.

Speaker: Das ist eine Qualität, die ich als Museum unter Umständen gar nicht so alleine erreiche, jedenfalls als normales Museum,

Speaker: Wenn ich aber sage, da hängen verschiedene Communities mit drinnen, die eine eigene Community immer mitbringen und in diesem Miteinander entsteht der Effekt, den ich eigentlich haben möchte, dann ist es der Wert, um den es da letzten Endes geht.

Speaker: Das Aufgabenfeld Vermittlung im Museum hat sich zu einer komplexen Landschaft gewandelt und ist mehr als die klassische Highlight-Führung.

Speaker: Mit ihrem Kommunikationsauftrag durchtrinkt sie zunehmend alle Bereiche eines Hauses, von der Forschung über die Öffentlichkeitsarbeit bis zur IT und wird zur gemeinsamen Aufgabe aller Abteilungen.

Speaker: In einer Zeit, in der klassische Formate wie die Museums-App, der Newsletter, QR-Codes und Podcasts scheinbar schon zum Standardrepertoire der Institutionen gehören, entwickeln sich Museen zu aktiven Wissenssendern.

Speaker: Und sie senden zu einer breiten Öffentlichkeit.

Speaker: Eins zeigt sich deutlich im Gespräch mit Christian Gries.

Speaker: Vermittlung ist längst nicht mehr ein Anhängsel, sondern eher eine Brücke zwischen Sammlung, Forschung und dem Publikum.

Speaker: Den BesucherInnen.

Speaker: Wer die digitale Transformation gestalten will, muss Vermittlung als zentrale und abteilungsübergreifende Praxis verstehen.

Speaker: Offen, nachhaltig und nah an den Menschen.

Speaker: Diese Folge von Artistocast, der Podcast für digitale Kunstgeschichte, wurde von Jacqueline Klusig-Eckert produziert, im Auftrag des Arbeitskreises Digitale Kunstgeschichte.

Speaker: Unterstützt wird sie durch die Redaktion der Arbeitskreismitglieder Peter Bell, Lisa Diekmann, Peggy Große, Waltraud von Pippich und Holger Simon.

Speaker: Finanziert wird der Podcast von NFDI for Culture, dem Konsortium für Forschungsdateninfrastrukturen, das sich mit materiellen und immateriellen Kulturgütern beschäftigt.

Speaker: Unterstützt wird Artistocast zudem vom Deutschen Verband für Kunstgeschichte und vom Verband DHD Digital Humanities im deutschsprachigen Raum.

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Speaker: Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge von Artistocast.

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