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Episode 1 – Worum es geht

S2 E1 · Bauwende Deep Dive
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121 Plays9 days ago

Bauwende Deep Dive

Im Podcast „Bauwende Deep Dive“ gehen Hinrich und Sandra der Frage nach, warum die Bauwende nicht ins Rollen kommt – und wie die notwendige Transformation gelingen kann.

Die Bauwirtschaft verursacht rund 40 % der CO₂-Emissionen und 55 % des Müllaufkommens, doch sie kann und muss Teil der Lösung werden.
Die Zukunft des Bauens liegt in einer regenerativen, gesunden und ressourcenschonenden Architektur.

Hinrich ist einer von fünf Geschäftsführern der Grassinger Emrich Architekten GmbH, die sich mitten in der Transformation von der alten in die neue Bauwelt befinden.
Er beschreibt sich selbst als „alt und naiv“ und als jemand, der bereit ist, alles zu hinterfragen und neues Wissen aufzusaugen.
In dem Podcast „Bauwende verstehen“ mit Dag, dem „bautechnischen Weltverbesserer“, führt er den Dialog nun gemeinsam mit Sandra Cabrales als Co-Host fort.
In Bauwende Deep Dive geht es tiefer: Strukturelle, psychologische und ökonomische Hindernisse der Bauwende stehen im Fokus.

Kurzprofil – Sandra Cabrales

Sandra Cabrales ist Architektin und systemische Coach, Organisationsentwicklerin und Expertin für Zusammenarbeit und Kommunikation in der Planungsbranche.
Nach 13 Jahren in Architektur- und Ingenieurbüros, in denen sie Großprojekte leitete und strukturelle Herausforderungen hautnah erlebte, gründete sie 2021 ihr eigenes Unternehmen.

Ihr Fokus liegt auf gesunder Kommunikation und der Weiterentwicklung von Führungskompetenzen in der Baubranche.

Sie plädiert dafür, den Begriff der Nachhaltigkeit zu erweitern hin zu einem Verständnis, das nicht nur Materialien und Ressourcen, sondern auch die Menschen und ihre Energiereserven einschließt.

Ihre zentrale Botschaft:

Nur wer psychologisch sichere Arbeitsumfelder schafft und Organisationen so aufstellt, dass Fachkräfte darin wirksam und langfristig arbeiten wollen, kann wirklich nachhaltig planen und bauen.

Links:

Grassinger Emrich Architekten https://www.ge-architekten.de/

Sandra Cabrales https://www.sandracabrales.de/

Bauwende verstehen, der Podcast mit Hinrich und Dag https://open.spotify.com/show/5rotJ8vDWFbTLq8Go5ff2E?si=a9bee57fe1ab4772

Shownotes:

Sandra hat 2008 an der Hochschule München ihr Diplom in Architektur erhalten.

Mc Kinsey Studie über die Bedeutung von Vielfalt für den Geschäftserfolg, 7. März 2024, https://www.mckinsey.de/news/presse/2024-03-06-diversity-matters-even-more

Laurent Ney von https://ney.partners/ sprach am 06.02.2026 im ZfBK in Dresden über Bauen für die Zukunft  – Ressourceneffiziente und materialminimierte Konstruktionen für unsere Städte, https://www.zfbk.de/programm/vortrag-neue-perspektiven-im-brueckenbau/


Sounds im Jingle:  Footsteps while running on wood by florianreichelt -- https://freesound.org/s/459965/ -- License: Creative Commons 0 

Big Splash by tdogproductionz -- https://freesound.org/s/845003/ -- License: Creative Commons 0 

footsteps boots wood planks loose jump.wav by alec_mackay -- https://freesound.org/s/463670/ -- License: Creative Commons 0

Recommended
Transcript

Herausforderung traditioneller Architektenstereotypen

00:00:00
Speaker
nicht Architektur verstehen als schwarzer Rollkragen, sagen, Hornbrille, Meister-Architekt entwirft auf der Serviette.
00:00:09
Speaker
Ja, weil man da gefordert wird.
00:00:10
Speaker
Also das ist so ein bisschen so wie der Blick in die eigenen Schatten.
00:00:14
Speaker
So komplex, vielschichtig, dass wir das Wissen aller brauchen und viele verschiedene Ansätze brauchen, um gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten.

Einführung in den Podcast Bauwende Deep Dive

00:00:43
Speaker
Bauwende Deep Dive, der Podcast mit Hinrich und Sandra.
00:00:47
Speaker
Wir sind zwei Bauwende-Aktivistinnen und wollen der Frage auf den Grund gehen, wie wir die Bauwende ins Rollen bekommen.
00:00:54
Speaker
Hallo Hinrich.
00:00:55
Speaker
Hallo Sandra, das hast du wunderschön gesagt.
00:00:59
Speaker
Danke dir.
00:00:59
Speaker
Und das ist das erste Mal, dass wir zusammensitzen hier im Podcast, völlig außerhalb der Komfortzone.
00:01:05
Speaker
Maximal.
00:01:06
Speaker
Genau, deswegen bitten wir alle Zuhörenden da ein bisschen um Nachsicht.
00:01:09
Speaker
Wir müssen das erstmal hier, dieses ganze neue Setting, dort sitzt Jakob, der die ganze Technik im Griff hat.
00:01:15
Speaker
Wir haben...
00:01:17
Speaker
Seit dem letzten Podcast, den ich zusammen mit DAK Schafharzig betrieben habe, haben wir ein bisschen nachgerüstet.
00:01:22
Speaker
Bauwände verstehen hieß der.
00:01:24
Speaker
Da ging es auch schon um die Bauwände.
00:01:26
Speaker
Jeder, der da mal reinhören mag, wir haben da unten das verlinkt.
00:01:29
Speaker
Und das waren 13 sehr harte Folgen, weil DAK ist so das Urgestein des nachhaltigen Bauens, der Bauwände.
00:01:40
Speaker
Und da haben wir sehr viel darüber gelernt, was ist das eigentlich?
00:01:43
Speaker
Und wenn man 13 Folgen lang sich mit DUCK unterhalten hat, dann braucht man jemanden, der sich mit Coaching auskennt.
00:01:49
Speaker
Das tust du, da werden wir noch drüber sprechen.
00:01:52
Speaker
Weil
00:01:54
Speaker
Ja, weil man da gefordert wird.
00:01:55
Speaker
Also das ist so ein bisschen so wie der Blick in die eigenen Schatten.
00:01:59
Speaker
Man wird damit konfrontiert, dass wir eigentlich Scheiße bauen, wenn man ehrlich ist.
00:02:04
Speaker
Und dass wir im Grunde wissen, wie man es besser machen kann.
00:02:07
Speaker
Aber wir machen es

Herausforderungen und Komplexität der nachhaltigen Bauweise

00:02:08
Speaker
nicht.
00:02:08
Speaker
Oder nicht wirklich.
00:02:10
Speaker
Manche machen es nicht.
00:02:11
Speaker
Manche machen es nicht.
00:02:13
Speaker
Aber wir sind uns, glaube ich, einig, dass es nicht so richtig ins Rollen kommt, oder?
00:02:17
Speaker
Es gibt sicherlich Menschen, die das schon ins Rollen bekommen haben, aber es gilt herauszufinden, wie die das machen und wie wir es gemeinsam noch mehr ins Rollen bekommen, würde ich sagen.
00:02:26
Speaker
Ja.
00:02:27
Speaker
Und das ist der Grund, warum wir uns jetzt zusammengetan haben und beschlossen haben, wir wollen Bauwende Deep Dive, wir wollen tief eintauchen in das Thema.
00:02:36
Speaker
Und dabei haben wir uns überlegt, wie gehen wir an das Thema ran.
00:02:40
Speaker
Ich bin total froh, dass du da mitmachst, dass du dich dem stellst und einen völlig anderen Aspekt mit reinbringst.
00:02:45
Speaker
Ich finde es super schön, mit einer Frau zu reden, weil ich glaube, dieses Thema Geschlechtergerechtigkeit in dem Thema, nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch in dem Thema Bauwende, Transformation, ist nicht zu unterschätzen.
00:02:58
Speaker
Würde ich wahnsinnig gerne darüber reden.
00:02:59
Speaker
Können wir gerne machen.
00:03:00
Speaker
Dein Bild dazu, bin super gespannt drauf.
00:03:03
Speaker
Und Deep Dive bedeutet für uns, also wir hatten auch in der ersten, in dem ersten Podcast mit Doug, war meine Rolle schon alt und naiv.
00:03:12
Speaker
Also das heißt, ich habe mir vorgenommen, ich tue gar nicht so, als wäre ich wahnsinnig weise.
00:03:18
Speaker
Weise.
00:03:19
Speaker
Weil das hindert mich ja nur daran, Fragen zu stellen, blöde Fragen zu stellen.
00:03:23
Speaker
Und das will ich einfach tun, damit wir den Dingen auf den Grund gehen.
00:03:26
Speaker
Und das ist vielleicht das, was wir teilen, oder?
00:03:27
Speaker
Wir wollen verstehen.
00:03:29
Speaker
Wir wollen es verstehen, wir wollen ein bisschen tiefer eintauchen, wir wollen wirklich nachvollziehen, wie Leute, die schon was voranbringen, das tatsächlich machen, wie es wirklich im 1 zu 1 ganz konkret aussieht.
00:03:41
Speaker
Wir wollen aber auch große Zusammenhänge verstehen und die Antriebe verstehen, die dahinterstehen und vielleicht nochmal der Frage auf den Grund gehen, was brauchen wir, um es noch besser machen zu können.

Hintergrund und Motivation der Gastgeber

00:03:53
Speaker
Was brauchen wir, um es besser machen zu können?
00:03:55
Speaker
Und da werden wir auch drüber sprechen.
00:03:58
Speaker
Also es ist ja die erste Folge.
00:03:59
Speaker
Wir stellen uns jetzt heute mal vor, was jeder von uns so macht.
00:04:04
Speaker
Auch die Frage, also in meinem Fall, ich bin Geschäftsführer mit vier weiteren Kollegen in einem Architekturbüro.
00:04:10
Speaker
Wir befinden uns mitten in der Transformation in vielerlei Hinsicht.
00:04:14
Speaker
Und für uns ist es wichtig und wahrscheinlich nicht nur für uns.
00:04:18
Speaker
Die Vorstellung ist, dass es wahrscheinlich für viele Kolleginnen und Kollegen sehr interessant sein könnte,
00:04:23
Speaker
Wie kriegen wir das denn hin?
00:04:24
Speaker
Also auch in dem Gespräch mit Doug war es eigentlich immer so, dass man gesagt hat, ja, im kleinen Maßstab, bei privaten Bauherren kann ich das alles wunderbar machen, in dem großmaßstäblichen Bauen, was wir tun.
00:04:38
Speaker
Interessiert das irgendwie niemanden so wirklich?
00:04:40
Speaker
Da kommen wir damit nicht durch.
00:04:41
Speaker
Also was sind eigentlich da die Hürden, die Hindernisse?
00:04:44
Speaker
Und es gibt ja Menschen, die es hinkriegen.
00:04:46
Speaker
Mit welcher Haltung?
00:04:48
Speaker
Mit welchen Tools, mit welchen Skills schaffen die das?
00:04:52
Speaker
Also es gibt ganz viel zu besprechen.
00:04:53
Speaker
Ich freue mich riesig darauf.
00:04:54
Speaker
Und jetzt würde ich vorstellen, fängst du mal an von dir zu erzählen.
00:04:58
Speaker
Ich fange an, von mir zu erzählen.
00:04:59
Speaker
Ja, du fängst an.
00:05:01
Speaker
Habe ich jetzt so geschlossen.
00:05:01
Speaker
Also erzähl mal, wer du bist.
00:05:04
Speaker
Du kannst auch gerne erzählen, wie wir uns kennengelernt haben, was dich für diesen Podcast motiviert hat, warum du dich darauf eingelassen hast.
00:05:12
Speaker
Und auch nochmal, was so dein Zugang zum Thema Bauwende ist.
00:05:16
Speaker
Du bestimmst die Reihenfolge.
00:05:18
Speaker
Ich bestimme die Reihenfolge.
00:05:20
Speaker
Ich bin Architektin und systemische Coach und wir haben uns kennengelernt, damit fange ich jetzt an, weil ihr euch in der Transformation befindet und gefragt habt, ob ich euch da begleiten kann.
00:05:33
Speaker
Ihr habt euch schlussendlich für jemand anders entschieden, macht aber nichts.
00:05:35
Speaker
Wir arbeiten mittlerweile auf anderen Wegen miteinander.
00:05:39
Speaker
Und ich habe viele Jahre in München in einem interdisziplinären Architektur- und Ingenieurbüro gearbeitet und habe mich dann 2020, 2021 selbstständig gemacht mit einem Beratungs- und Coaching-Unternehmen, in dem ich...
00:05:56
Speaker
ArchitektInnen, Architekturbüros berate und coache, wie sie besser zusammenarbeiten, wie sie Führung gestalten, wie sie Rollenklarheit gestalten, wie sie Transformationen bei sich im 1 zu 1, aber auch im Unternehmen besser umsetzen.
00:06:10
Speaker
Und mittlerweile gebe ich Seminare, habe einen Lehrauftrag an der TU München, auch mit dem Schwerpunkt Kommunikation und Rollen und Machtstrukturen in der Architektur.
00:06:21
Speaker
Also so viel zum Thema Gender, Gerechtigkeit auch und Sichtbarkeit.
00:06:27
Speaker
Und mir geht es natürlich immer gerne.
00:06:29
Speaker
Darf ich da gleich mal nachhaken?
00:06:32
Speaker
Also, hol doch mal bitte noch mal ein bisschen aus, wer du auch bist, wo du herkommst.
00:06:36
Speaker
Damit man so ein bisschen so ein Bild hat, mache ich dann vielleicht auch noch mal.
00:06:39
Speaker
Und mich würde natürlich interessieren, was hat dich überhaupt dazu gebracht, diesen Coaching-Weg einzuschlagen?
00:06:45
Speaker
Ja, total.
00:06:47
Speaker
Ich bin in München geboren und auf dem Land groß geworden mit einem kolumbianischen Vater und einer deutschen Mutter.
00:06:55
Speaker
Mit einem ungarischen Großvater und einer schwäbischen Großmutter.
00:07:01
Speaker
Das heißt, es gab viele verschiedene Einflüsse so in meiner Kindheit und glaube ich, das prägt so meine Werte ganz stark und meine...
00:07:11
Speaker
wie ich gerne Menschen gegenüber trete.
00:07:13
Speaker
Und natürlich durfte ich unterwegs auch viel lernen über mich.
00:07:16
Speaker
So was bringe ich mit und was kann ich gut und was kann ich noch besser machen?
00:07:20
Speaker
Wo kann ich was dazu lernen?
00:07:22
Speaker
Wo bin ich vielleicht auch mal streitbar und ecke irgendwo an und wie kommt das eigentlich?
00:07:27
Speaker
Und habe mich da viel mit mir selbst auseinandergesetzt.
00:07:31
Speaker
Und dann habe ich Architektur studiert in München und bin da relativ schnell eben in, eigentlich in so Ausführungsthemen eingestiegen, also schon auch konzeptionell, aber der Schwerpunkt war dann so leistungsweise fünf bis acht Jahre.
00:07:46
Speaker
ganz bald auch in der Projektleitung von Großprojekten mit anderen namhaften Büros zusammen.
00:07:53
Speaker
Also fünf bis acht, das heißt, du bist auch auf der Baustelle gewesen?
00:07:56
Speaker
Ich war auch auf der Baustelle, genau.
00:07:57
Speaker
Das war der Vorteil damals in diesem Büro, dass es dort auch kein Schubladendenken gab, also wir uns und ich mich sehr gut ausprobieren konnte.
00:08:07
Speaker
nach einem Projekt in der LP5 auch auf die Baustelle gehen konnte, in der Ausschreibung gearbeitet habe und dann nach ein paar Jahren schon in die Projektleitung eingestiegen bin.
00:08:17
Speaker
Und dann habe ich festgestellt, ich für mich habe da an manchen Stellen irgendwie ein Händchen, hat vielleicht auch ein paar Leute, wo ich mir das gut abgucken konnte.
00:08:26
Speaker
Und dann gibt es aber andere Projektbeteiligte oder auch Projekte, die laufen gut und die laufen rund und manchmal läuft es gar nicht.
00:08:35
Speaker
Und manchmal erfinden wir das Rad so neu in dieser Branche und ich habe mich dann relativ bald damit auseinandergesetzt, da gibt es ja draußen bestimmt Wissen, es kann ja nicht sein, dass niemand sich mit Strukturen, mit Arbeitsstrukturen auseinandersetzt, um dann festzustellen, wenn man so aus dieser Blase der Architektur so ein bisschen rausguckt, ah, da gibt es tatsächlich ganz schön viel Wissen da draußen.
00:08:59
Speaker
Und habe mich dann angefangen, da weiterzuentwickeln und weiterzubilden.
00:09:03
Speaker
Also schon während du in dem Büro warst?

Wichtigkeit der Kommunikation und der sozialen Kompetenz

00:09:16
Speaker
auch festzustellen, wenn ich meine eigenen Baustellen kenne oder die der anderen, dann muss ich nicht alles so mit nach Hause nehmen, dann kann ich mal irgendwas auch lassen.
00:09:25
Speaker
Wie kann ich denn was kommunizieren an der einen oder anderen Stelle, damit mein Gegenüber das besser aufnehmen kann.
00:09:32
Speaker
Dann gab es Dinge, wo ich gelernt habe oder auch in die Wiege gelegt habe, wenn ich irgendwo was einzahle, also mal dem Bauherrn was Gutes tue, dann kann ich an einer anderen Stelle mal abbuchen.
00:09:41
Speaker
Das waren so Dinge, die mir so lagen.
00:09:44
Speaker
Und dann habe ich aber irgendwann gemerkt, es endet hier.
00:09:47
Speaker
Also in diesem Büro endete es.
00:09:50
Speaker
Auch weil ich...
00:09:54
Speaker
wahrscheinlich für manche Projektentwickler nicht mehr arbeiten wollte.
00:09:57
Speaker
Es war eher so ein, ich möchte eigentlich was Gutes machen.
00:10:03
Speaker
Ich möchte nicht für Projektentwickler arbeiten, die... Also ich möchte Projekte umsetzen, wo Menschen sitzen, denen an dem Projekt was liegt.
00:10:14
Speaker
Oder wo auch das Projektergebnis, das Architekturprojektergebnis für einen guten Zweck ist und nicht zum Geld drucken.
00:10:24
Speaker
Und dann habe ich mich selbstständig gemacht, erst mal nur mit so einer Idee, ich könnte Menschen dabei begleiten, Architektinnen dabei begleiten, sich gut und besser zu strukturieren.
00:10:38
Speaker
Und habe dann aber eine systemische Coaching-Ausbildung gemacht und auch eine Organisationsentwicklungsausbildung nochmal gemacht.
00:10:47
Speaker
Und es hat sich dann weiterentwickelt dahingehend, dass die Kommunikation eigentlich in den Mittelpunkt getreten ist.
00:10:53
Speaker
Also die Kommunikation miteinander im Team, eine Rollenklarheit, Konfliktmanagement, Umgang mit Konflikten mit solchen Themen.
00:11:04
Speaker
Und welchen Zugang hast du dann dabei zum Thema Bauwende gehabt?
00:11:09
Speaker
Also ist das dann schon so ganze Zeit bei dir so intrinsische Motivation oder wie bist du zu dem Thema gekommen?
00:11:16
Speaker
Ich glaube, so intrinsisch war es nicht da.
00:11:20
Speaker
In der Zeit, wo ich ausgebildet wurde, jetzt müsste ich wissen, wann ich Diplom gemacht habe.
00:11:24
Speaker
Ich glaube, nee, weiß ich nicht.
00:11:26
Speaker
Müssen wir nachgucken.
00:11:27
Speaker
Genau, reichen wir nicht.
00:11:30
Speaker
Es gibt ja Menschen, die so Jahreszahlen total gut können.
00:11:32
Speaker
Das kann ich nicht so gut.
00:11:35
Speaker
Aber es hat wahrscheinlich mit diesem Ansatz zu tun, dass ich was Gutes machen will und dass das Gute nicht nur über anspruchsvolle Architektur ist, sondern schon über das Bewusstsein, dass wir irgendwie auch für die Zukunft und für die Menschen, die nach uns kommen, was dalassen und dass wir einen Fußabzug hinterlassen, der, wenn wir so viel Sachen verkleben und so viel Müll verbauen, dass das eigentlich nicht sinnvoll ist.
00:11:59
Speaker
Und zum Thema Bauwende bin ich dann gekommen, indem ich immer mehr auch auf irgendwelchen Symposien war, mir Vorzüge angehört habe und gemerkt habe, da gibt es Leute, die wirklich was vorantreiben und wirklich eine Wende anschieben, die wirklich auch dort, wo wir wirken und wir produzieren eben den größten Müll in dieser Branche, dass man das auch dort in den Architekturprojekten wirklich umsetzt.

Einfluss globaler und politischer Veränderungen

00:12:26
Speaker
Um dann festzustellen, in den Projekten, in denen wir arbeiten, schlagen wir vor, können wir nicht nachhaltig, können wir darauf achten und niemand will es bezahlen.
00:12:36
Speaker
Und dass diese Argumentationskette, die wir dann immer fahren müssen, so aufwendig ist, dass wir das im Projektalltag oft gar nicht umgesetzt bekommen und dass es oftmals an den Kosten scheitert oder oftmals auch am Wissen.
00:12:49
Speaker
Also wie schaffe ich es denn, jemanden zu überzeugen?
00:12:51
Speaker
Wie schaffe ich es denn, auch selbst mir das Wissen anzueignen?
00:12:54
Speaker
Wo finde ich denn
00:12:57
Speaker
Ressourcen, wo kann ich denn irgendwas verbauen, was schon mal eingesetzt wurde, wie geht das eigentlich und wie kann ich auch Menschen davon da mitnehmen, also gar nicht einen Schuh aufdrücken, sondern quasi wie kann ich sie mitnehmen.
00:13:11
Speaker
Ja, das wird definitiv, denke ich, eins dieser Hauptfragestellungen sein.
00:13:16
Speaker
Also mein Eindruck auch jetzt nach diesen 13 Folgen mit DAK ist, das Wissen ist da.
00:13:24
Speaker
Ganz viel Wissen ist da.
00:13:25
Speaker
Klar, es gibt ganz viel Entwicklung auch parallel dazu.
00:13:28
Speaker
Es wird auch immer neues Wissen aufgebaut, aber
00:13:31
Speaker
zu der Grundkonzeption der Bauwende, des nachhaltigen Bauens.
00:13:35
Speaker
Wir müssen ja auch noch mal ein bisschen darüber reden, was meinen wir eigentlich genau damit.
00:13:38
Speaker
Gibt es unfassbar viel Wissen.
00:13:41
Speaker
Es hapert hauptsächlich an der Umsetzung und darüber ist mein Eindruck.
00:13:44
Speaker
Und darüber kann man sich jetzt dann trefflich streiten.
00:13:47
Speaker
Was ist es denn eigentlich genau?
00:13:49
Speaker
Und dem wollen wir ja auf den Grund gehen.
00:13:51
Speaker
Aber bevor wir da einsteigen, würde mich jetzt schon noch mal so dein weiterer Weg auch jetzt interessieren.
00:13:57
Speaker
Also auch gerade so das Thema...
00:14:00
Speaker
Wir haben ja im Vorgespräch gesagt,
00:14:03
Speaker
Wir kommen, glaube ich, auch nicht dran vorbei.
00:14:04
Speaker
Also ich habe zumindest die starke Bedürfnis auch und du hast es geteilt, dass wir mal so ein bisschen einordnen, wo sind wir denn gerade?
00:14:10
Speaker
Auch in welcher politischen Landschaft bewegen wir uns?
00:14:14
Speaker
Weil wir, glaube ich, beide davon überzeugt sind, man kann das nicht isoliert betrachten.
00:14:19
Speaker
Also die Transformation der Bauwirtschaft, die viele und auch wir für absolut notwendig halten, weil wir eben ein Teil des Problems sind, was Müll, was Ressourcen, was CO2-Verbrauch und so weiter angeht.
00:14:31
Speaker
Aber auch Wohngesundheit, besser bauen und so weiter.
00:14:36
Speaker
Das kann man eigentlich nicht isoliert betrachten, wenn man sieht, wie sich die ganze Welt irgendwie dreht.
00:14:41
Speaker
Und ich habe das starke Bedürfnis, das zumindest mal zu thematisieren.
00:14:44
Speaker
Wir wollen es nicht ins Zentrum stellen, aber das würde mich jetzt schon auch noch mal interessieren.
00:14:47
Speaker
Also wie beurteilst du, wie erlebst du so diese Weltlage?
00:14:54
Speaker
Wie brichst du das für dich runter, auf das, worüber wir jetzt reden wollen?
00:14:57
Speaker
Auf die Bauwende.
00:14:59
Speaker
Also die Welt befindet sich im unfassbar großen Umbruch und das prasselt auf uns ein und zwar täglich.
00:15:08
Speaker
Und ich glaube, wir alle öffnen irgendwann am Tag die Nachrichten, das Handy, wo auch immer wir Medien konsumieren.
00:15:15
Speaker
und lesen irgendeine Nachricht, die uns in irgendeiner Weise vielleicht aus der Mitte bringt oder die uns irgendwie schockiert oder wo wir sagen, oh Gott, und ist denn jetzt hier die Weltsicherheit gerade noch gegeben oder bricht jetzt hier irgendein Krieg aus?
00:15:35
Speaker
Hat der Krieg, der da schon ist, auf uns Einwirkungen?
00:15:39
Speaker
Was macht die Politik?
00:15:43
Speaker
Ist es noch ein Sozialstaat?
00:15:44
Speaker
Wollen wir das überhaupt noch?
00:15:46
Speaker
Also ich will es schon, aber wollen das andere noch?
00:15:48
Speaker
Interessiert es überhaupt noch?
00:15:49
Speaker
Interessiert es irgendwie jemand?
00:15:52
Speaker
Es ist eigentlich, wenn ich das Thema Gendergerechtigkeit oder das Wort Feminismus in den Mund nehme, endet das in einem Streit?
00:16:01
Speaker
Also es hat was, dieses Große, die Weltlage,
00:16:06
Speaker
hat so viel mit unserem täglichen Leben und auch mit unseren Freundschaften und mit unserem Arbeitsumfeld zu tun, dass es nicht mehr das gegeben ist, was wir vielleicht so wussten und dachten, das wäre immer so.
00:16:18
Speaker
Also Amerika ist immer der große Freund und Regeln und Weltlagen sind irgendwie einigermaßen stabil und wir sind hier in einem sicheren Land und das ist alles nicht mehr so sicher.
00:16:31
Speaker
Und ich habe das Gefühl, dass das
00:16:34
Speaker
uns nicht nur im Privaten betrifft und nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, wenn wir vielleicht das Handy in der Hand haben, sondern uns eben auch im Beruf betrifft.
00:16:43
Speaker
Und wenn wir das zur Bauwende bringen, glaube ich,
00:16:47
Speaker
Und dazu, was verstehen wir eigentlich unter Bauwende?

Notwendigkeit neuer Arbeitsprinzipien in der Architektur

00:16:51
Speaker
Also wenn die Bauwende klimafreundlich, ressourcenschonend und sozial verträglich sein soll, also eine Wende der Architekturbranche, der Baubranche dorthin, dann ist die Frage, was ist sozial verträglich?
00:17:06
Speaker
Gibt es natürlich Definitionen, dass wir...
00:17:11
Speaker
jetzt fehlen mir die Worte, dass wir bezahlen, Wohnraum schaffen, dass wir die Nachbarschaftsbeteiligung machen, dass wir gendergerechte Stadt, autogerechte Städte planen etc.
00:17:22
Speaker
Und ich glaube aber, da braucht es eine soziale Kompetenz dafür.
00:17:27
Speaker
Und diese soziale Kompetenz, und da spinne ich den Bogen nochmal zu meinem Einstieg, ist eben, wie gehe ich miteinander um, was sind Führungskompetenzen, wie kommuniziere ich denn, wie kommuniziere ich auch mit Menschen, die eine ganz andere Haltung oder Werte haben.
00:17:43
Speaker
mitbringen als ich, die vielleicht einen anderen Ansatz haben als ich, die vielleicht ein ähnliches Ziel verfolgen, aber meinen, wie vielleicht eben Dack in den ersten 13 folgenden, der war ja auch sehr stark in seiner Meinung und das ist die einzige richtige.
00:17:57
Speaker
Und ich glaube, bei der Bauwende gibt es nicht eine Lösung.
00:17:59
Speaker
Es gibt viele Lösungen und die Welt ist so komplex und so, also nicht kompliziert einfach lösbar, sondern so komplex, vielschichtig,
00:18:08
Speaker
dass wir das Wissen aller brauchen und viele verschiedene Ansätze brauchen, um gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten.
00:18:15
Speaker
Und dafür braucht es soziale Kompetenz.
00:18:19
Speaker
Und die lernen wir nicht.
00:18:20
Speaker
Die haben wir vielleicht gegeben, weil wir aus einem Haushalt, aus einem Umfeld groß geworden sind, in dem wir gut kommuniziert haben.
00:18:26
Speaker
Aber in der Architekturlehre, also an der Uni,
00:18:29
Speaker
ist es an manchen Unis schon Regel, aber an vielen leider nicht, dass wir auch lernen, wie wir überhaupt miteinander arbeiten.
00:18:37
Speaker
Also in dieser Branche arbeiten wir ja ständig in Teams, ständig in Projekten, auch in ständig, wenn sich wechselnden, ändernden Projekten.
00:18:46
Speaker
Und wenn wir da nicht wissen, was sind denn eigentlich deine Trigger?
00:18:49
Speaker
Was sind denn eigentlich meine?
00:18:50
Speaker
Wie kann man denn mich auf die Palme bringen?
00:18:53
Speaker
Und was brauche ich denn, um gut arbeiten zu können?
00:18:56
Speaker
Und dann brauche ich eigentlich eine Säulenklarheit, weil wir können nicht mehr zentralisiert arbeiten über den eigenen Star-Architekten.
00:19:04
Speaker
Absichtlich nicht geteilt.
00:19:05
Speaker
Da hake ich jetzt mal kurz ein, weil das wird ein Thema sein, was mich natürlich auch so in unserem Büro interessiert.
00:19:12
Speaker
Wir wollen ja unsere
00:19:13
Speaker
unsere Strukturen ändern.
00:19:15
Speaker
Wir werden mehr, wir werden jünger werden.
00:19:17
Speaker
Und ich hatte ja in der letzten Podcast-Folge Vera Starker da, dieses Buch da, du hast glaube ich auch Kontakt da zu der Schwester, meine ich.
00:19:26
Speaker
Und die hat ja dieses Buch geschrieben, New Work in der Architektur.
00:19:28
Speaker
Ja.
00:19:29
Speaker
Und also für mich war das Thema New Work so ein bisschen neu.
00:19:32
Speaker
Für viele ist es, glaube ich, ein alter Hut, habe ich dann auch gelernt.
00:19:34
Speaker
Aber ich fand dieses Buch super spannend.
00:19:37
Speaker
Und eine der Thesen, die ja da drin, die sie formuliert, ist, dass wir die Transformationen
00:19:44
Speaker
nicht schaffen können, wenn wir nicht an der Führungskultur arbeiten, was wiederum bedeutet, dass diejenigen, die dann eben führen oder diese Rollen, sich unbedingt miteinander, also mit sich selber auseinandersetzen müssen, Persönlichkeitsentwicklung betreiben müssen,
00:20:01
Speaker
damit sie überhaupt in die Lage versetzt werden, die Transformation zu bewerkstelligen.
00:20:08
Speaker
Und da würde ich ja schon, da werden wir ja dann noch viel drüber reden, aber das würde mich schon mal interessieren, was denkst du zu dieser These und dann aber auch konkret, was bedeutet das eigentlich?
00:20:16
Speaker
Also warum...
00:20:17
Speaker
muss ich an mir arbeiten und warum muss ich meine Führungsstruktur verändern, um diesen neuen, also Transformationen, da müssen wir auch noch mal drüber reden, was meinen wir genau damit?
00:20:27
Speaker
Also wie muss denn ein Büro aufgestellt sein in dieser Theorie, damit es und worin besteht eigentlich die erforderliche Transformation?
00:20:34
Speaker
Also was verändert sich denn?
00:20:35
Speaker
Also das wäre auch nochmal wichtig, da überhaupt nochmal jetzt so eine gemeinsame Basis zu schaffen.
00:20:40
Speaker
Also am Anfang hast du jetzt die Frage gestellt, wie ich das sehe.
00:20:43
Speaker
Wir sind schon voll drin im Gespräch.
00:20:44
Speaker
Wir lassen es einfach mal laufen.
00:20:47
Speaker
Also ich glaube, also warum braucht es eigentlich ein Auseinandersetzen mit sich selbst?
00:20:52
Speaker
Du kannst natürlich führen, ohne dich mit dir selber auseinanderzusetzen.
00:20:55
Speaker
Das ist wunderbar.
00:20:56
Speaker
Das zeigen auch ein paar von den Politikern, deren Namen wir nicht genannt haben.
00:21:01
Speaker
Wenn ich führe, also es gibt ja einen autoritären Führungsstil, den kann ich gut machen, dann bin ich vielleicht auch mal cholerisch und dann bin ich vielleicht auch mal laut und dann bin ich, gehe ich auch über die Bedürfnisse von anderen Menschen hinweg.
00:21:15
Speaker
Das Problem ist, wenn ich das mache,
00:21:18
Speaker
dann schöpfe ich nicht deren Wissen.
00:21:20
Speaker
Dann involviere ich nicht das Wissen, das andere Menschen haben.
00:21:24
Speaker
Weil dann führe ich autoritär.
00:21:25
Speaker
Das heißt, Basta-Kultur, was ich sage, gilt.
00:21:30
Speaker
Das heißt, ich verfüge über weniger Informationen, über weniger...
00:21:34
Speaker
Und damit wahrscheinlich über schlechtere Ergebnisse die aneignen.
00:21:38
Speaker
Genau, es gibt ja Studien, die ganz klar zeigen, ich glaube in dem Fall ist es McKinsey, dass diverse Teams bessere Ergebnisse liefern.
00:21:49
Speaker
Können wir auch verlinken.
00:21:50
Speaker
Tatsächlich.
00:21:52
Speaker
Und wenn ich, die Welt ist so komplex geworden, dass ich nicht mehr wie im 19.
00:21:58
Speaker
Jahrhundert sagen kann, das Wissen ist zentralisiert und eine Person verfügt über alles Wissen, sondern es braucht mehr Köpfe.
00:22:06
Speaker
Und eine KI, die das Wissen einbringt.
00:22:09
Speaker
Und das Wissen ist morgen auch veraltet, das heißt, ich brauche auch frisches Wissen von anderen Menschen.
00:22:15
Speaker
Und um dieses Wissen abzuschöpfen, also es klingt jetzt ein bisschen, oder dieses Wissen zu nutzen und aus eins und eins mehr als zwei zu machen, muss ich
00:22:26
Speaker
andere Leute befähigen, sich einzubringen.
00:22:28
Speaker
Dafür muss ich Verantwortung abgeben.
00:22:30
Speaker
Dafür muss ich sie teilen.
00:22:31
Speaker
Dafür muss ich eine Rollenklarheit haben.
00:22:33
Speaker
Es gibt sicherlich Menschen, die eine andere Lösung haben.
00:22:36
Speaker
Ich glaube, dass wir dafür Verantwortung teilen müssen und dafür eine Rollenklarheit haben müssen.
00:22:42
Speaker
Und dann auch eine Eigenverantwortung einbringen lassen können von Menschen, die ja intrinsisch motiviert sind.
00:22:52
Speaker
Menschen, die von der Uni kommen oder von außen kommen und sagen, ich habe da was gelesen, ich habe da was gehört, lass uns das mal ausprobieren, die eine andere Idee haben.
00:23:01
Speaker
Und damit kriege ich in der Bauwende, zu einer Wende, wohin auch immer sie geht, mehr rein und komme damit mit einem anderen Ergebnis raus.
00:23:10
Speaker
Also wenn ich zentralistisch sage, das ist die eine Lösung.
00:23:15
Speaker
Jetzt habt ihr gerade an einem Wettbewerb gearbeitet, da ist
00:23:19
Speaker
schaffst du es nicht, wenn nur eine Person die Idee reingibt.

Kritik am Star-Architektenmodell und Teamarbeit

00:23:22
Speaker
Das ist ja das Tolle an dieser Branche, dass wir eigentlich schon wissen, wenn wir zu dritt oder zu viert an einem Entwurf arbeiten, dass das Ergebnis besser wird.
00:23:31
Speaker
Das wird anstrengend, weil ich das ausdiskutieren muss, aber das Ergebnis wird wahrscheinlich nochmal einen Schritt größer.
00:23:38
Speaker
Also das ist ja, also ich hinterfrage das jetzt einfach mal, das ist ja bewusst die These, aber wir kommen ja aus einer Zeit, ich nenne es jetzt mal sehr platt formuliert, der Autorenarchitekten, also der großen Stararchitekten und da gibt es ja zweifelsohne tolle Ergebnisse.
00:23:56
Speaker
Auch da wird man wahrscheinlich ehrlicherweise sagen müssen, das ist Teamarbeit gewesen, aber es gab immer so diesen Star-Architekten und da ist mein Bild so diese Vorstellung, The Fountainhead, also so der schnipp, schnapp, schnupp, da kommt der Architekt, der zeichnet das auf die Serviette und dann ist es einfach von Haus aus genial und die anderen sind eigentlich nur die Indianer, die es ausführen.
00:24:16
Speaker
Hat ja irgendwie auch funktioniert.
00:24:19
Speaker
Warum ist diese Haltung denn nicht geeignet, die Transformation zu schaffen?
00:24:23
Speaker
Haltung wäre jetzt, wenn ich sage, das I-Wort sagen wir nicht mehr,
00:24:26
Speaker
Das E-Wort jetzt muss ich... Das E-Wort Indigene.
00:24:28
Speaker
Achso.
00:24:30
Speaker
Also, aber... Stimmt, sorry dafür.
00:24:32
Speaker
Das wird es noch häufiger geben.
00:24:33
Speaker
Ich bin da noch nicht so bewandert, aber ich bin bemüht, besser zu werden.
00:24:38
Speaker
Karin Hartmann hat dazu ja auch ein Buch geschrieben, schwarzer Rolli-Hornbrille.
00:24:42
Speaker
Da hat sie sehr schön aufgedröselt und sehr schön geschildert, wie dieses Star-Architektentum auch ein Stück weit ein Mythos ist.
00:24:52
Speaker
Weil du ja gerade eben schon gesagt hast, sehr wahrscheinlich...
00:24:55
Speaker
hat Le Corbusier nicht alleine oder hat Norman Forster nicht alleine, sondern da waren irgendwie 20, 30 Menschen, Arbeitsbienchen, despektierlich genannt, die das Ganze umgesetzt haben.
00:25:13
Speaker
Und wie das Klima in dem Büro war, wissen wir nicht, können wir sicherlich irgendwo nachlesen, aber das wissen wir nicht.
00:25:22
Speaker
Aber es ist die Frage, brauchen wir das heute noch?
00:25:25
Speaker
Also ich kann jetzt persönlich natürlich nur sagen, das ist ja auch der Grund, warum wir hier zusammensitzen, dass ich persönlich mir das wünsche.
00:25:32
Speaker
Ich wünsche es mir, weil es mir selber mehr Spaß macht.
00:25:34
Speaker
Du wünschst dir, Star-Architect zu sein?
00:25:37
Speaker
Nein.
00:25:37
Speaker
Also ja, klar.
00:25:38
Speaker
Natürlich, wenn ich ehrlich bin, würde ich ein Star-Architect sein.
00:25:40
Speaker
Nein, ich wünsche mir dieses Co-Kreation im Idealfall.
00:25:45
Speaker
Also die Vorstellung, dass man in einem Team im Flow kommt und voll ins Werfen kommt, finde ich super.
00:25:54
Speaker
Die Frage ist, ist das notwendig?
00:25:55
Speaker
Also das wäre ja, um die Transformation zu schaffen.
00:25:57
Speaker
Das ist ja die These.
00:25:58
Speaker
Das ist die These.
00:25:59
Speaker
Und ich würde dem gerne noch ein bisschen auf den Grund gehen, warum soll das notwendig sein?
00:26:03
Speaker
Also ich persönlich kann jetzt sagen, mir gefällt das besser, weil ich das Gefühl habe, dass alle sich wohler fühlen.
00:26:10
Speaker
Weil jeder... Also ich stelle es mir so vor, wenn ich motiviert bin, wenn mir der Raum gegeben wird, mich zu entfalten...
00:26:19
Speaker
Wenn ich wirklich da, wenn ich die Gelegenheit habe, Fehler zu machen, ohne in die Pfanne gehauen zu werden, wenn ich in einer Atmosphäre arbeite, die eben keine Atmosphäre der Angst ist, sondern der Aufforderung, dann weiß ich von mir selber, dass ich mich da viel wohler fühlen werde.
00:26:37
Speaker
Es ist gleichzeitig schon auch herausfordernd.
00:26:39
Speaker
Aber die Frage ist, warum ist das besser für die Transformation, für die Bauwende?
00:26:44
Speaker
Also was...
00:26:45
Speaker
Du hast gesagt, man bekommt bessere Ergebnisse.
00:26:49
Speaker
Das finde ich einleuchtend.
00:26:53
Speaker
Vor allem, weil ich eben aus mehr Perspektiven das Objekt sozusagen betrachte.
00:26:59
Speaker
Und weil wahrscheinlich eben diese multidimensionalen Blickwinkel ja einfach näher an die Realität kommen als nur ein Blickwinkel.
00:27:08
Speaker
Ja.
00:27:10
Speaker
Oder?
00:27:10
Speaker
Also ich glaube, wenn wir jetzt, also wir können es ja mal ganz kruxet machen, wenn wir jetzt hier diesen Podcast aufnehmen und wir beide das gemacht hätten, ohne den Jakob, dann würden wir hier nicht in diesem Raum sitzen mit dieser tollen Technik und dann würde der Jakob jetzt, also würde niemand irgendwie gucken, wie die Bilder aussehen.
00:27:28
Speaker
Wir wissen noch nicht, wie sie aussehen, aber so.
00:27:30
Speaker
Wir hätten hier auf jeden Fall nicht drei Kameras, wir hätten kein gutes Licht, wir hätten hier nicht diese...
00:27:35
Speaker
Headphones, wir hätten hier nicht diese Technik, weil du hast darauf zwar ein bisschen Interesse, aber keine Zeit dafür.
00:27:42
Speaker
Ich finde es super, dass die Technik funktioniert, hätte nie und niemals die Muße, mich da allein zu denken.
00:27:50
Speaker
Und wenn wir jetzt das Ganze transformieren auf die Bauwende, wenn wir sagen, wir brauchen einen Materialkatalog, finde ich das super.
00:27:57
Speaker
Aber das anzulegen, wie wir das machen, wie wir das so strukturieren, dass wir da in einem halben Jahr, in einem Jahr, in zwei Jahren noch drauf zugreifen können oder in 30 Jahren ja auch wieder Materialpässe haben und wie wir jetzt die KI tatsächlich nutzen, um das mit dem BIM zu machen und wie wir das zusammenbringen, glaube ich schon, dass da irgendwo die Lösung steckt, aber die ist nicht bei mir.
00:28:20
Speaker
Wir können uns gerne darüber unterhalten, wie wir zusammen arbeiten.
00:28:23
Speaker
Wir können uns auch gerne darüber unterhalten, wie das wirklich baubar ist.
00:28:27
Speaker
Was wären für tolle Ideen?
00:28:29
Speaker
Darauf habe ich Lust.
00:28:31
Speaker
Und ich habe Lust, dass es da drüben jemanden gibt, der diese Anselösung entwickelt, die es auch braucht.
00:28:36
Speaker
Aber wenn ich die mache, dann bleibt das eine Idee.
00:28:39
Speaker
dann wird das irgendwann in Zukunft umgesetzt.
00:28:42
Speaker
Da teile ich jetzt sehr viel von mir.
00:28:43
Speaker
Es gibt sicherlich andere Menschen, die andere Sachen besser können.
00:28:46
Speaker
Aber bei dir, jetzt kennen wir uns schon eine Weile, gibt es auch Dinge, wenn es darum geht, ganz perfekt dies und das zu machen und bis ins kleinste Detail auf den Mikrometer genau zu sein, dann ist es vielleicht...
00:28:59
Speaker
Deins oder nicht deins, weiß ich nicht.
00:29:01
Speaker
Ich kann ja jetzt auch gleich mal ein bisschen die Gelegenheit nutzen, so meinen Hintergrund damit reinzubringen.
00:29:06
Speaker
Perfektion gehört eigentlich, glaube ich, nicht dazu, aber kann ich gleich nochmal überlegen.
00:29:12
Speaker
Ja, klingt total einleuchtend, dass wir eben dieses komplexe Werk kann nur von vielen gelöst werden.
00:29:21
Speaker
Und erst recht die Bauwende, die vielleicht, ich meine die Komplexität war wahrscheinlich schon immer da, aber sie ist jetzt halt vielleicht nochmal noch größer geworden, weil das, was es zu berücksichtigen gilt, derartig vielschichtig ist, dass es für einen Menschen wahrscheinlich schlicht und ergreifend gar nicht möglich ist, dass sie diesen Maßstab umsetzen.
00:29:41
Speaker
Und mich würde jetzt noch interessieren, bevor ich dann vielleicht auch mal aushole, was für eine Haltung braucht es?

Persönliche Motivationen und Herausforderungen

00:29:46
Speaker
Also ich stelle es mir ja so vor, wir haben ja immer mit diesem Ego zu tun oder ich habe zumindest mit diesem Ego zu tun und ich habe so den Verdacht, dass es auch anderen Menschen so geht, dass so dieser Monkey-Mind, der einen immer so reinquatscht und sagt,
00:30:00
Speaker
ich will jetzt aber dieses, ich will jenes und das verstehe ich nicht, was die da drüben wollen und außerdem will ich Anerkennung und ich will, dass man mir Aufmerksamkeit gibt und ich will irgendwie der Chef sein und ich will das Geile, Chef zu sein und so weiter und so weiter.
00:30:13
Speaker
Also permanent ist man so verstrickt mit, weiß ich auch nicht so genau, was das alles sein kann, können wir ja nochmal drüber reden.
00:30:23
Speaker
Und so verstehe ich diese Aufgabe,
00:30:26
Speaker
Auch im Kontext mit Führung.
00:30:27
Speaker
Also mich würde das Thema Führung interessieren.
00:30:30
Speaker
Führung hat für mich immer so zwei Ebenen.
00:30:33
Speaker
Also vielleicht hole ich mal kurz aus, wie ich groß geworden bin.
00:30:35
Speaker
Also ich bin auf einer Waldorfschule gewesen und in so einer, man würde sagen, linksgrün versifften Szene groß geworden in Lübeck.
00:30:45
Speaker
Und da war so dieses Thema Selbstverwaltung, war da sehr groß geschrieben.
00:30:50
Speaker
Also Waldorfschulen verwalten sich selbst oder versuchen es.
00:30:54
Speaker
Und da gab es ganz viele Horrorgeschichten darüber, wie schlecht das funktioniert hat, diese Selbstverwaltung.
00:31:00
Speaker
Also wahnsinnig idealistisch.
00:31:02
Speaker
Wir sind alle gleich und machen das alles selber.
00:31:04
Speaker
Jetzt sehr plakativ formuliert.
00:31:07
Speaker
Aber es war oft extrem mühselig, extrem zäh.
00:31:11
Speaker
Zumindest ist es das Bild, was so rüberkam.
00:31:14
Speaker
Man kann sich jetzt über dieses Waldorfpädagogik natürlich auch trefflich streiten.
00:31:18
Speaker
Also darüber will ich jetzt eigentlich auch gar nicht so viele Worte verlieren.
00:31:20
Speaker
Das hat in meinen Augen ihre Vorzüge, aber auch definitiv ihre Nachteile.
00:31:25
Speaker
Ich brauchte danach dann auch erstmal Ruhe.
00:31:27
Speaker
Aber so dieses Thema, ich sag mal, dieses Basisdemokratisch fand ich immer faszinierend.
00:31:35
Speaker
Ich wollte Schauspieler werden.
00:31:36
Speaker
Das ist natürlich jeder Waldhof-Schüler will Schauspieler werden.
00:31:39
Speaker
Bin dann rumgezogen, ein Jahr lang.
00:31:41
Speaker
Hab versucht Schauspieler zu werden.
00:31:42
Speaker
Bin es dann Gott sei Dank nicht geworden.
00:31:44
Speaker
Und hab dann Architektur studiert, weil ich mir so dachte, das ist irgendwie eigentlich so das Beste aus der praktischen Welt.
00:31:51
Speaker
Ist der konkreten, aber auch der konzeptionellen und so weiter, der Kunst.
00:31:55
Speaker
Und hab mich nie als
00:31:58
Speaker
Beruf eine Architekt gefühlt.
00:32:00
Speaker
Also das war immer so ein bisschen mein persönlicher Makel, den ich mir auch immer vorgehalten habe.
00:32:03
Speaker
Ich habe mich immer so ein bisschen artfremd gefühlt.
00:32:06
Speaker
Ich dachte immer, eigentlich habe ich hier nichts verloren, weil ich bin... Wie kommt das?
00:32:11
Speaker
Ja, weil ich so ein Bild von Architektur, also ich so ein Bild von Architektur oder eines Architekten wahrgenommen habe, wo ich mich nicht wiedergefunden habe.
00:32:20
Speaker
Ist es dieser Star-Architekt?
00:32:22
Speaker
Könnte sein, ja.
00:32:23
Speaker
Also ich habe mich vielleicht auch oft ein bisschen minderwertig gefühlt.
00:32:26
Speaker
Also so dieses, ich stehe vor einem Gebäude und jetzt wird von mir erwartet, dass ich dazu was sage und ich, wenn ich ganz ehrlich bin, empfinde gerade mal gar nichts.
00:32:36
Speaker
Und es wird auch von mir erwartet, weil ich doch Architekt bin, da muss ich was dazu sagen.
00:32:41
Speaker
Und bin dann da einen langen Weg gegangen und habe festgestellt, dass Architektur so viel ist eben und auch ein Part hat, den ich glaube ich ganz gut kann und wo ich einen Beitrag leisten kann.
00:32:52
Speaker
Und gleichzeitig parallel dazu hat mich immer dieses Thema, weil ich eben so groß geworden bin, Umweltschutz, regenerative Energien und dann eben Bauwende, hat mich immer begleitet und auch interessiert.
00:33:05
Speaker
Auch da muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich jetzt nicht so der Öko bin, der das zu Hause alles umsetzt.
00:33:11
Speaker
Also weit gefehlt.
00:33:12
Speaker
Da ist viel Luft nach oben, zweifelsohne.
00:33:15
Speaker
Aber es hat mich immer interessiert.
00:33:16
Speaker
Und es hat mich dann in der Baubranche wirklich interessiert.
00:33:21
Speaker
Und da...

Anpassung traditioneller Praktiken an Bauwende-Prinzipien

00:33:22
Speaker
habe ich auf allen möglichen Wegen versucht, das immer wieder dazu zu kommen.
00:33:27
Speaker
Bin da große Umwege gegangen, bin dann bei Grassinger-Emrich-Architekten dann schließlich gelandet und dann auch Partner geworden.
00:33:33
Speaker
Und würde sagen, wir sind so ein, als ich da kam, ganz konventionelles Architekturbüro.
00:33:37
Speaker
Also was meine ich damit?
00:33:38
Speaker
Wir sind im Schwerpunkt Wohnungsbau unterwegs, Beton und da mit einem Verbundsystem.
00:33:44
Speaker
Und dieses Thema Bauwende hat einfach gar keine Rolle gespielt.
00:33:49
Speaker
Auch nicht bei den Bauherren.
00:33:51
Speaker
Das hat einfach wirklich niemanden interessiert.
00:33:53
Speaker
Und wenn man, also insbesondere auf Bauherrenseite auch, also wenn man da mit diesen Vorschlägen kam, dann wurde man so groß angeschaut und so.
00:34:01
Speaker
Das hat jetzt ja nichts mit uns zu tun, oder?
00:34:02
Speaker
Kann keiner bezahlen und jetzt, hör mal auf, jetzt sagen wir realistisch, wir wollen jetzt hier umsetzen.
00:34:09
Speaker
Und ich glaube, diese Erfahrung haben auch viele gemacht.
00:34:11
Speaker
Das hat sich ja insgesamt doch spürbar geändert.
00:34:15
Speaker
Ich höre jetzt Dack im Hintergrund, der sagt, gar nichts hat sich geändert.
00:34:18
Speaker
Aber in meiner Wahrnehmung hat sich da was verändert.
00:34:21
Speaker
Aber es ist schon so dabei geblieben, dass wenn man diese Themen wirklich umsetzen will, wie kreislauffähiges Bauen ist,
00:34:32
Speaker
dann funktioniert eben die alte Art zu planen nicht mehr.
00:34:36
Speaker
Das stimmt.
00:34:36
Speaker
Also das funktioniert einfach nicht mehr.
00:34:37
Speaker
Wir brauchen völlig neue Strukturen.
00:34:41
Speaker
Wir sind gar nicht darauf vorbereitet, vorhandene Materialien wirklich einzubauen.
00:34:45
Speaker
Es gibt Pioniere und auch Firmen, die sich immer mehr damit beschäftigen.
00:34:48
Speaker
Aber es bedeutet in jedem Fall immer, ich muss mich etwas Neuem auseinandersetzen als Architekturbüro.
00:34:53
Speaker
Das kenne ich nicht.
00:34:54
Speaker
Es ist was Neues.
00:34:55
Speaker
Ich muss meine Komfortzone verlassen.
00:34:58
Speaker
Die Struktur in einem Architekturbüro empfinde ich oft so, dass sie überhaupt nicht dafür geeignet ist, sich auf etwas Neues einzulassen.
00:35:06
Speaker
Es gibt in meiner Wahrnehmung extreme Beharrungskräfte, die ich auch schätzen gelernt habe, weil es hat ja einen Grund, dass man Dinge so macht, wie man sie immer gemacht hat.
00:35:16
Speaker
vor allem wenn es funktioniert.
00:35:18
Speaker
Das ist ja jetzt erstmal nichts Schlechtes und nur weil ich der Innovator bin oder so, heißt das ja noch lange nicht, dass es irgendwie eine tolle Idee ist.
00:35:25
Speaker
Also man verbreitet ja auch viel heiße Luft.
00:35:28
Speaker
Also muss ich jetzt ehrlicherweise auch gestehen.
00:35:31
Speaker
Aber das ist mir immer so ein Rätselraten.
00:35:35
Speaker
Wie schaffe ich es, ein Droh auch ein bisschen schneller?
00:35:38
Speaker
Es dauert alles so wahnsinnig lang.
00:35:43
Speaker
Das ist deine Ungeduld, ne?
00:35:45
Speaker
Aber es ist auch die Ungeduld, die es wahrscheinlich braucht, um diese Bauwende für anzuzahlen.
00:35:49
Speaker
Was du aber beschreibst, ist ja so eine Struktur, die quasi auf Altbewerten basiert und auch sagt, ein Projektablauf oder wie er in der HUAI steht oder wie auch immer, wie wir das schon immer machen, die ist gut, aber der ist eben nicht flexibel, der ist nicht, was wird, agil.
00:36:07
Speaker
Und diese Bauwende braucht eben mal, wenn ich eben von den Ressourcen anfange und von einem
00:36:13
Speaker
von einem Mining anfange, dann beginne ich ja den Entwurf nicht mit dem Stift, sondern dann beginne ich den Entwurf ja mit den Materialien und dem Ort.
00:36:21
Speaker
Und dann beginne ich irgendwie mit der LP5, während ich die Null mache.
00:36:26
Speaker
Und dann muss ich anders denken.
00:36:28
Speaker
Und dafür braucht es Strukturen, jetzt habe ich dir das Wort weggenommen, ne?
00:36:32
Speaker
Dafür braucht es Strukturen, die flexibel reagieren können, die eben nicht mehr so starr sind.
00:36:38
Speaker
die nicht auf einem System aufbauen, das zentralisiert bei einem Star-Architekten angeheftet sind.

Wirtschaftliche Hindernisse bei nachhaltigen Praktiken

00:36:45
Speaker
Okay, jetzt wir bewegen uns immer, die Gefahr ist ja immer sehr groß, dass wir uns auf einer abstrakten Ebene bewegen.
00:36:50
Speaker
Also ich finde es gut, was du sagst, aber ich will das konkret verstehen.
00:36:53
Speaker
Also was heißt denn das konkret?
00:36:55
Speaker
Also bei uns ist es so, wir haben unsere Auftraggeber, die uns unser Brot- und Buttergeschäft und wir sind auch stolz drauf, wir schaffen Wohnraum.
00:37:06
Speaker
Wir haben wahrscheinlich für 10.000 Menschen Wohnraum geschaffen und den braucht es bezahlbarer Wohnraum, geförterter Wohnraum.
00:37:12
Speaker
So, und jetzt will ich da...
00:37:15
Speaker
Kreislauffähig bauen.
00:37:17
Speaker
Also eins ist mir völlig klar, das ist jetzt nicht so, als würde der Bauherr sagen, ja, juhu, wir wollen unbedingt Kreislauffähig bauen.
00:37:24
Speaker
Nein, ist nicht so.
00:37:26
Speaker
Es ist auch eigentlich im Grunde genommen gar nicht vorgesehen.
00:37:29
Speaker
Also wenn, dann ist es irgendwo politisch vielleicht so ein bisschen motiviert, dann wird es hier so ein bisschen, hier ein bisschen, da ein bisschen gemacht.
00:37:35
Speaker
Aber ganz bestimmt nicht intrinsisch.
00:37:37
Speaker
Ich würde fast behaupten, in dieser Konstellation teilweise fast unmöglich.
00:37:42
Speaker
Weil sowohl die Art, wie ich an den Auftrag komme, nämlich diese öffentlichen Ausschreibungen, als auch die Art, wie diese Firmen gestrickt sind, das eigentlich nicht zulassen.
00:37:51
Speaker
Weil die haben ihre Aufgabe, die wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen.
00:37:53
Speaker
Die sind auch froh, wenn sie das irgendwie hinkriegen.
00:37:56
Speaker
Das Marktumfeld ist extrem schwierig.
00:37:58
Speaker
Da habe ich auch großes Verständnis dafür.
00:38:01
Speaker
Also wir scheitern da regelmäßig.
00:38:02
Speaker
Und das zweite Thema ist, es bedarf eines Mehraufwandes.
00:38:07
Speaker
Auf jeden Fall.
00:38:07
Speaker
Der auch nicht bezahlt wird in der Regel.
00:38:10
Speaker
Zunächst nicht.
00:38:11
Speaker
Zunächst nicht.
00:38:13
Speaker
Deswegen bin ich sehr gespannt.
00:38:14
Speaker
Aber reagieren wir drauf.
00:38:14
Speaker
Wir wollen ja einen Deep Dive machen.
00:38:16
Speaker
Wir wollen ja einen Deep Dive machen.
00:38:17
Speaker
Und wir wollen ja aber auch Gäste einladen.
00:38:19
Speaker
Genau.
00:38:20
Speaker
die uns sagen, wie sie es schaffen.
00:38:21
Speaker
Jetzt habe ich selber nicht die Weisheit hier parat, aber ich habe eine Idee.
00:38:27
Speaker
Ich war am Freitag auf einer Podiumsdiskussion, beziehungsweise einem Vortrag.
00:38:32
Speaker
Und jetzt wäre gut, wenn ich vorher den Namen nochmal geguckt hätte.
00:38:38
Speaker
Das war sein Vorname, ein Ingenieur aus Brüssel, der Brücken baut.
00:38:43
Speaker
Und der hat gesagt, die tollen Projekte,
00:38:46
Speaker
Ganz ehrlich, diese großartigen Projekte, die sind nicht auf mich zugekommen.
00:38:50
Speaker
Da war nicht der Bauherr, die Bauherrnschaft, die gesagt hat, bau uns eine außerordentlich nachhaltige Brücke, die ressourcenschonend hier diese tolle Idee umsetzt.
00:39:02
Speaker
Das haben wir selbst gemacht.
00:39:04
Speaker
Und es hat einen unfassbar langen Atem gebraucht, diese Projekte toll zu machen.
00:39:07
Speaker
Die muss ich selber toll machen.
00:39:09
Speaker
Und ich glaube, da steckt ein Stück der Antwort.
00:39:12
Speaker
Und das ist natürlich das, was du gesagt hast.
00:39:14
Speaker
Das braucht ein Stück mehr Aufwand.
00:39:16
Speaker
Und auch Ausprobieren von verschiedenen Methoden und verschiedenen Ansätzen, wie schaffe ich es denn,
00:39:24
Speaker
Und da suchen wir die Antworten, indem wir Leute einladen.
00:39:28
Speaker
Wie schaffe ich es denn Menschen und Auftraggebende davon zu überzeugen, dass das für sie gut ist?
00:39:36
Speaker
Und wie schaffe ich es, das zu machen?
00:39:38
Speaker
Weil auch Florian Nagler mit Einfachbauen und den Studien, die sie dazu führen, die haben sie ja auch geschafft, einen Bauherrn zu finden,
00:39:49
Speaker
der gesagt hat, ich mache da mit.
00:39:52
Speaker
Ich schaffe Verträge, ich schaffe Mietverträge, die ermöglichen, dass wir die Normen nicht einhalten.
00:39:58
Speaker
Jetzt haben wir mit dem Gebäudetyp E ja dann auch gleich eine Möglichkeit, zum Beispiel auf Normen zu verzichten oder zumindest die zu reduzieren.
00:40:11
Speaker
Und auch alle, die es schaffen, was voranzutreiben, das, was ich höre, ist,
00:40:16
Speaker
dass ich Argumente brauche, wie ich es schaffe, die Menschen dazu zu bringen, die Auftraggebenden dazu zu bringen, mitzumachen.
00:40:24
Speaker
Ich brauche gute Argumente und dafür braucht es Best Practices und die müssen wir teilen, weil du vorher gesagt hast, das Wissen ist da, das Wissen muss geteilt werden.

Zukünftige Themen und politische Einflüsse

00:40:33
Speaker
Wie ich argumentiere, wie ich Menschen, wie ich Projekte dahin entwickle, weil ausgeschrieben werden die kaum so.
00:40:43
Speaker
Wir werden da tief eintauchen.
00:40:45
Speaker
Du hast ein paar Beispiele genannt.
00:40:46
Speaker
Der Best-Practice-Weg wird immer genannt.
00:40:50
Speaker
Es gibt ja auch die Stimmen.
00:40:51
Speaker
Ich glaube auch die Wittger Ahuus hat es gesagt.
00:40:54
Speaker
Wir müssen raus aus dieser Zeit der Best-Practice.
00:40:56
Speaker
Das muss in den Standard reinkommen.
00:40:58
Speaker
Das wäre auch meine Ungeduld, die ich da durchaus auch mal vorbringen würde.
00:41:02
Speaker
Aber natürlich, klar, das Thema der Eigeninitiative ist ein Weg.
00:41:07
Speaker
Ich möchte jetzt ein paar Dinge noch anteasern, weil wir sind ja in der
00:41:11
Speaker
ersten Vorstellungsrunde, wo wir auch ein bisschen zeigen wollen, was wollen wir so erörtern, wo wollen wir eintauchen, den Deep Dive machen.
00:41:19
Speaker
Also mich beschäftigen dabei neben diesem Thema der Führung, da werden wir drüber reden und warum ist New Work, warum ist die agile Führung
00:41:29
Speaker
möglicherweise Voraussetzung für das Gelingen der Transformation.
00:41:32
Speaker
Ein paar Dinge haben wir da angeteasert, da wollen wir mit Gästen drüber sprechen, die sowas vielleicht auch schon umgesetzt haben und auch zeigen, wie sie ihre Bros da, welche Organisationsformen diese Bros haben und was gute Führung vielleicht dann auch bedeutet.
00:41:46
Speaker
Ich vermute, es kann sehr vielfältig sein.
00:41:49
Speaker
Aber was mich eben interessiert, und da mache ich jetzt einen kurzen Exkurs, weil das eben in der Folge mit dem Duck, beziehungsweise in den 16 Episoden mit Duck, bei mir ein sehr großes Thema war, auch immer noch ist, das ich dieses Mal auch nicht so ausbreiten werde, das ist das Geldsystem und Bitcoin.
00:42:04
Speaker
Und dazu muss und will ich jetzt aber dennoch zwei Dinge sagen.
00:42:09
Speaker
Also das Erste ist, ich bin nach wie vor überzeugt, es muss irgendwas mit Geld zu tun haben, die Transformation, weil das Hauptargument, das zumindest uns begegnet, ist eigentlich immer ein wirtschaftliches.
00:42:19
Speaker
Also sicher oft vorgeschoben, aber es macht zumindest Sinn, in meinen Augen zu verstehen, warum.
00:42:25
Speaker
Also wir waren jetzt neulich bei einem Holzsystembauer, der eigentlich selber sehr nachhaltig motiviert, viele Jahre war.
00:42:35
Speaker
Und wer hat das formuliert?
00:42:35
Speaker
Er hat gesagt,
00:42:37
Speaker
er ist auf den Boden der Realität aufgeknallt.
00:42:42
Speaker
In seinem Erleben spielt dieses Thema in seinem Job einfach keine Rolle.
00:42:48
Speaker
Es geht ausschließlich um Ökonomie.
00:42:52
Speaker
Also deswegen glaube ich, wir werden auch mit Gästen
00:42:55
Speaker
über die Frage der Ökonomie reden.
00:42:57
Speaker
Das so am Rande.
00:42:58
Speaker
Und mich persönlich, ich möchte auf das Thema Bitcoin nochmal eingehen.
00:43:02
Speaker
Wir wollen auch versuchen, eine Episode mit Bruce, heißt er, der aus dem Bitcoin-Space kommt, zu haben, um nochmal zu verstehen, warum ich das glaube.
00:43:12
Speaker
Aber ich möchte eine Sache dazu sagen, weil
00:43:15
Speaker
Und da positioniere ich mich jetzt politisch, weil Bitcoin leider, leider in Zusammenhang mit Menschen mittlerweile gebracht wird, mit denen ich gar nichts anfangen kann und mit deren politischer Haltung will ich auch nichts anfangen.
00:43:27
Speaker
Also namentlich natürlich Trump.
00:43:30
Speaker
Aber auch in diesem sogenannten Bitcoin-Space gibt es ganz viele Haltungen oder politische Tendenzen, von denen ich mich absolut ganz klar distanziere.
00:43:41
Speaker
Ich bin der festen Überzeugung, das hat eigentlich auch nichts mit Bitcoin zu tun.
00:43:46
Speaker
Und um so mal den Wertekanon einfach mal genannt zu haben, mir geht es ja mittlerweile schon so, ich bin ja schon froh, wenn Menschen sagen, sie finden die Menschenrechte gut und das Grundgesetz.
00:43:57
Speaker
Und das geht mir so und das möchte ich auch überhaupt nicht in Frage stellen.
00:44:01
Speaker
Und ich möchte auch ganz klar diese politische Positionierung vornehmen.
00:44:07
Speaker
Wir haben ein Problem mit rechts und das durchdringt alles und leider eben auch
00:44:13
Speaker
Die Diskussion und zwar auch in allen Bereichen.
00:44:16
Speaker
Also es betrifft den Energiebereich.
00:44:19
Speaker
Plötzlich werden regenerative Energien infrage gestellt und zwar nur in meiner Wahrnehmung aus einer politischen Motivation heraus, die nichts mit der Realität zu tun hat.
00:44:29
Speaker
Also deswegen ist es mir ganz wichtig, dass ich mich hier nochmal positioniere, auch wenn ich ein Bitcoin-Fan bin, was ich bin.
00:44:37
Speaker
bin ich linksgrün versifft, würde ich wahrscheinlich so sagen, ja.
00:44:40
Speaker
Was nicht bedeutet, dass ich viele Dinge jetzt unter der anderen Brille sehe.
00:44:44
Speaker
Also am liebsten würde ich mich gar nicht zuordnen, aber ich mag das Grundgesetz, ich mag Demokratie und das ist die Basis, auf der ich hier diskutieren will.
00:44:52
Speaker
Klingt vielleicht ein bisschen absurd, dass ich dieses Bedürfnis so habe, aber mittlerweile spielt sich die Diskussion oft auf so einer Ebene ab, wo ich mir dann bei vielen Menschen nicht mehr so sicher bin, ob die noch auf diesem Boden stehen.
00:45:04
Speaker
Ich will auf diesem Boden stehen.
00:45:05
Speaker
Es ist schön, dass du da stehst.
00:45:10
Speaker
Ich würde gern, und vielleicht kannst du es für Menschen wie mich, die das noch nicht ganz verstanden haben, in so ein paar Sätzen runterbrechen, warum du, also warum, also das Geld, was mit der Bauwende zu tun hat, bin ich voll dabei.
00:45:23
Speaker
Ich glaube, das verstehen wir, das verstehen viele, weil eben nachhaltig bauen
00:45:28
Speaker
oftmals als teurer wahrgenommen oder es auch so wird und dann wird so diskutiert.
00:45:34
Speaker
Aber was hat das Thema Bitcoin damit zu tun?
00:45:36
Speaker
Das würde ich tatsächlich ganz ehrlich auf eine eigene Folge verschieben wollen, weil ich das nicht in der Geschwindigkeit tun kann und will, weil das wahrscheinlich zu Missverständnissen führt, weil ich es, ich glaube, ich habe es verstanden, aber es gibt einfach andere Menschen, die das wesentlich besser erläutern können vor allem.
00:45:55
Speaker
Aber vielleicht kann ich so zwei Worte dazu verlieren, dass man vielleicht gar nicht so sehr über Bitcoin redet oder Bitcoin als Vehikel nutzt, um sich mit dem bestehenden Geldsystem auseinanderzusetzen.
00:46:04
Speaker
Einfach die Frage, wie funktioniert unser Geldsystem?
00:46:07
Speaker
Und ein ganz krasses Beispiel, das jetzt auch in Amerika ja sichtbar wird, aber auch in vielen anderen Ländern.
00:46:12
Speaker
Es gab jetzt einen Artikel in der Süddeutschen zu den negativen Folgen von Inflationen.
00:46:17
Speaker
Und das ist am Ende des Tages eine der sichtbarsten Folgen des sogenannten Fiat-Geldsystems.
00:46:22
Speaker
Das ist kein Begriff, den haben Ökonomen geschaffen.
00:46:25
Speaker
Also Geld, Fiat ist Geschehe, Geld, das aus dem Nichts erschaffen wird.
00:46:29
Speaker
Das sind schon komplexe Prozesse, die ich jetzt auch nicht hier erläutern werde.
00:46:33
Speaker
Aber prinzipiell steht die These im Raum, dass dieses Fiat-Geldsystem und das Inflationen,
00:46:40
Speaker
zu einer unnachhaltigen Lebensweise und Wirtschaft

Langfristige Kosten und Nutzen nachhaltiger Baupraktiken

00:46:43
Speaker
führt.
00:46:43
Speaker
Weil wir durch die Tatsache, dass wir Geld schaffen, dass es eigentlich gar nicht gibt, Ressourcen aus der Zukunft verbrauchen.
00:46:50
Speaker
So, dabei will ich es jetzt aber auch mal belasten.
00:46:52
Speaker
Wir werden dem eine eigene, ich will es ja nur anteasern.
00:46:55
Speaker
Also ich glaube, es kann niemand leugnen, dass die Transformation und die Bauwende irgendwas mit Ökonomie und Geld zu tun hat.
00:47:02
Speaker
Also zumindest wir erleben das als der Hauptargumente.
00:47:07
Speaker
Wir können diese Lehmwand nicht einbauen, viel zu teuer, kostet das Doppelte.
00:47:10
Speaker
Aber das sind ja auch Argumente, die man sich schlicht und ergreifend nicht verschließen kann.
00:47:14
Speaker
Also jeder, der selber mal gebaut hat, ich habe das getan, ich wollte ein Holzhaus bauen, ist es nicht geworden, weil es war damals einfach teurer.
00:47:21
Speaker
Punkt.
00:47:22
Speaker
Jetzt würde DAX sagen, ja, wenn man das richtig weiß und kann, dann kann man das auch günstig bauen.
00:47:26
Speaker
Ich wusste es damals halt nicht.
00:47:28
Speaker
Ich hatte sogar überlegt, ein Strohhaus zu bauen, dann habe ich dann aber ein bisschen Schiss davor bekommen.
00:47:31
Speaker
Muss ich offen zugeben.
00:47:33
Speaker
Also es geht oft und fast immer um Geld.
00:47:37
Speaker
Und das begleitet uns ja in der Architektur in jedem Projekt und immer.
00:47:41
Speaker
Also müssen wir immer sagen, mit jeder Kostenschätzung und Kostenbesrechnung und mit jedem Honosar und mit jeder Entscheidung und mit jeder wird uns das ja immer betreffen.
00:47:50
Speaker
Und was wird zuerst gestrichen?
00:47:52
Speaker
Also wir hatten eine Ausschreibung einer städtischen Wohnbaugesellschaft, da stand drin, ja, man soll sich mit nachhaltigen Materialien und so weiter beschäftigen, aber es darf halt nicht mehr kosten.
00:48:02
Speaker
Exakt.
00:48:03
Speaker
Kosten soll es nichts.
00:48:04
Speaker
Ja, das ist das eine Argument, aber dann würde ich ja sagen, ja, je nach der Art, wie man die Kosten betrachtet, kostet es auch nicht mehr.
00:48:14
Speaker
Aber das sind eben Betrachtungszeiträume, die vielleicht so lang sind, dass sie nicht mit einfließen.
00:48:18
Speaker
Oder ich muss ein Risiko dafür eingehen.
00:48:20
Speaker
Ich muss etwas ausprobieren, was ich noch nicht gemacht habe.
00:48:24
Speaker
Oder ich muss auch die anderen Kosten betrachten.
00:48:28
Speaker
Also welche Kosten kommen in 30 Jahren auf uns zu?
00:48:32
Speaker
Wenn wir das machen, ist es jetzt in der Milchmädchenrechnung günstiger.
00:48:38
Speaker
Aber was heißt Milchmädchenrechnung?
00:48:41
Speaker
Also
00:48:42
Speaker
Also in diesem bestehenden Anreizsystem, so wie die Wirtschaft funktioniert, ist es ja auch tatsächlich jetzt ein Vorteil.
00:48:51
Speaker
Es ist jetzt ein Vorteil.
00:48:52
Speaker
Aber die Frage ist natürlich, ist der Unterhalt, ist das Rückbauen, ist das Umbauen dann immer noch günstiger?
00:48:59
Speaker
Also wir werden darüber reden.
00:49:00
Speaker
Wir diskutieren da auf jeden Fall.
00:49:01
Speaker
Und da wollen wir versuchen, also wir wissen natürlich noch nicht, ob wir überhaupt so attraktiv sein werden, dass wir die Gäste, die wir alle haben wollen, auch gewinnen.
00:49:08
Speaker
Aber einen Teaser ich trotzdem schon mal.
00:49:09
Speaker
Also Annabelle von Reutern würde ich wahnsinnig gerne gewinnen, weil die hat ja genau diesen Switch gemacht.
00:49:14
Speaker
Die ist ja...
00:49:15
Speaker
auf die Seite der Bauherren gewechselt.
00:49:18
Speaker
Und das finde ich super spannend.
00:49:19
Speaker
Also das ist ja ihr Kerngeschäft dann.
00:49:22
Speaker
Sie muss sich ja mit diesen ökonomischen Aspekten tagtäglich auseinandersetzen.
00:49:26
Speaker
Und das würde ich wahnsinnig gerne mit ihr diskutieren.
00:49:31
Speaker
Schauen wir, ob wir sie mit diesem Ausschnitt dazu bekommen.
00:49:36
Speaker
Was ich dich noch fragen wollte, Hinrich, was bedeutet eigentlich Bauwende für dich?
00:49:41
Speaker
Ja, stimmt.
00:49:42
Speaker
Das sollten wir mal definieren.
00:49:43
Speaker
Also
00:49:47
Speaker
Die Bauwirtschaft ist Teil des Problems im Hinblick auf Ressourcenverbrauch, auf CO2-Verbrauch, auf Müll, der anfällt, auf Gifte, die wir in der Umwelt freisetzen, mit denen wir unserer Gesundheit schaden.
00:50:00
Speaker
Und...
00:50:02
Speaker
Bauwende würde bedeuten, dass es uns gelingt, Teil der Lösung zu werden auf all diesen Handlungsfeldern, also kreislauffähiges Bauen, Materialien möglichst lang im Kreislauf zu halten, solange wie eigentlich irgendwie möglich von Haus aus ressourcenschonend überhaupt zu denken und zu bauen, also diese Nachhaltigkeitsstrategien bis hin zur Suffizienz auch tatsächlich anzuwenden.
00:50:26
Speaker
die Frage zu stellen, was müssen wir überhaupt bauen, was brauchen wir?
00:50:31
Speaker
Das Thema der Bestandsnutzung, Jakob hier, abbrechen, abbrechen, Riesenthema, das ist ja in aller Munde.
00:50:37
Speaker
Also ich sage mal, diese Themen, die ich aufzähle, sind in aller Munde und das gehört für mich alles mit dazu.
00:50:42
Speaker
Für mich ist eben auch Bauwende auch das, worüber wir jetzt reden.
00:50:45
Speaker
Also das eine ist der soziale Aspekt, klar.
00:50:49
Speaker
Also den decken wir mit unserem Büro, glaube ich, auch ganz gut ab.
00:50:53
Speaker
Wir schaffen bezahlbaren Wohnraum.
00:50:56
Speaker
Aber mir geht es auch um die Art, wie wir arbeiten.
00:51:01
Speaker
Und zwar aus Eigeninteresse möchte ich das so gestalten, dass ich Spaß habe, wenn ich in die Arbeit gehe.
00:51:06
Speaker
Ich verbringe so viel Zeit in der Arbeit, da will ich Freude an dieser Arbeit haben.

Visionen für eine nachhaltige und inklusive Zukunft

00:51:11
Speaker
Und ich möchte da eigentlich auch, ich gehe sehr viele Kompromisse sicher ein, aber ich möchte diese
00:51:18
Speaker
diesen Grundkompromiss, ich möchte spüren, dass ich auf dem Weg bin, also dass das nicht alles immer sofort gelingt und dass ich mich in Widersprüche verstricke, die ich selber aufgebaut habe, geschenkt, das gehört dazu, also das ist ja auch dieser Weg, Thema Fehler, also natürlich, ich mache Fehler.
00:51:37
Speaker
Aber ich wünsche mir einen, ich habe Bock morgens und es gelingt mir auch tatsächlich aufzustehen und zu denken, was für ein cooler Job.
00:51:45
Speaker
Und sowas wie diesen Podcast, wahnsinnig aufregend natürlich, ist ja nicht unser Kerngeschäft, aber probieren wir halt mal, probieren wir mal aus.
00:51:54
Speaker
Mein Gott, was kann schon passieren.
00:51:56
Speaker
Und diese Haltung wünsche ich mir und das bedeutet auch,
00:52:02
Speaker
dass eben das unter den Menschen gelingt, mit denen man zusammenarbeitet.
00:52:06
Speaker
Dass es gelingt, sich auch so etwas wie eine gemeinsame Vision zu entwickeln, was wollen wir eigentlich.
00:52:13
Speaker
Ich hole jetzt sehr weit aus, aber wir sind ja ein Podcast.
00:52:16
Speaker
Was ich eben auch glaube,
00:52:18
Speaker
dass einer unserer Hauptjobs eigentlich sein wird vor dem Hintergrund, dass sehr, sehr viele Tätigkeiten möglicherweise durch KI ersetzt werden könnten, auch bei uns in der Architektur, vielleicht mehr als wir denken.
00:52:31
Speaker
Diese Entwicklungen sind ja völlig irre, die da so passieren.
00:52:36
Speaker
Dass die Frage danach,
00:52:38
Speaker
Was wollen wir eigentlich?
00:52:40
Speaker
Also in was für einer Welt wollen wir leben?
00:52:42
Speaker
Also ich hatte ja mal diese Gelegenheit, vor Erstsemestern einen Vortrag zu halten, der genau das zum Thema hatte.
00:52:48
Speaker
Also in welcher Welt wollen wir leben?
00:52:50
Speaker
IWWL.
00:52:53
Speaker
Und das ist eigentlich die zentrale Frage.
00:52:54
Speaker
Ich finde, darüber muss die ganze Menschheit reden.
00:52:56
Speaker
In welcher Welt wollen wir leben?
00:52:59
Speaker
Wie stellen wir uns das eigentlich vor?
00:53:00
Speaker
Weil es geht ja nicht darum, dass KI uns die Welt besiedelt, sondern wir wollen leben.
00:53:05
Speaker
Und wie stellen wir uns das baulich vor?
00:53:07
Speaker
Wie stellen wir uns das gesellschaftlich vor?
00:53:09
Speaker
Es wird ja alles infrage gestellt.
00:53:11
Speaker
Demokratie wird infrage gestellt.
00:53:13
Speaker
Das Bauen wird infrage gestellt.
00:53:14
Speaker
Mobilität wird infrage gestellt.
00:53:15
Speaker
Es wird einfach alles infrage gestellt.
00:53:18
Speaker
Unsere natürliche Umwelt wird infrage gestellt.
00:53:21
Speaker
Also müssen wir doch dringend, da möchte ich, nicht müssen wir, sondern möchte ich dringend darüber nachdenken, in welcher Welt wollen wir leben und daran mitwirken, dass uns das gelingt.
00:53:30
Speaker
Und dafür, glaubst du, ist die Bauwende?
00:53:33
Speaker
Das ist die Bauwende.
00:53:34
Speaker
Jetzt bezogen auf unseren Betier, das Bauen, ist das für mich die Bauwende.
00:53:38
Speaker
Es gibt ja Entwicklungen, die sagen, Bauturbo, da steht Bauwende im Weg, werden wir langsamer.
00:53:46
Speaker
Ist nicht die Lösung.
00:53:48
Speaker
Bin ich auch so ein bisschen aneckend mit Weihnachtsstrage.
00:53:51
Speaker
Nee, vollkommen richtig.
00:53:51
Speaker
Ist ja richtig.
00:53:52
Speaker
Also es gibt immer diesen Clash mit der Realität.
00:53:55
Speaker
Also ich träume hier rum, ich stelle mir die rosarote Wolke vor und dann komme ich in die Realität und knalle auf dem Boden der Tatsachen auf.
00:54:06
Speaker
Und dennoch gibt es Büros, gibt es tolle Beispiele, die machen das und es funktioniert und die verdienen damit Geld, die werden berühmt und haben Erfolg.
00:54:16
Speaker
Und haben Spaß.
00:54:17
Speaker
Und haben Spaß.
00:54:18
Speaker
Also es geht anscheinend.
00:54:20
Speaker
Und deswegen denke ich immer, wenn es geht, dann warum soll das bei uns nicht auch funktionieren?
00:54:28
Speaker
Aber jetzt stelle ich dir die gleiche Frage natürlich.
00:54:30
Speaker
Ich habe ja vorher schon so ein bisschen gehört.
00:54:32
Speaker
Ja, aber nochmal so ganz konkret.
00:54:33
Speaker
Was ist für dich, also
00:54:38
Speaker
Wahrscheinlich, also ich habe mir natürlich vorher Gedanken gemacht.
00:54:42
Speaker
Und es geht mir schon um...
00:54:46
Speaker
Also ähnlich wie du sagst, in welcher Welt wollen wir leben?
00:54:51
Speaker
Und ich finde, und das ist wahrscheinlich auch so eine politische oder eine Wertehaltung, dass wir, wir haben eine Welt, die sollte für alle Menschen da sein.
00:55:02
Speaker
Und damit meine ich alle.
00:55:03
Speaker
Also auch die, die politisch eine andere Meinung haben als ich, auch die, die auf einem anderen Kontinent leben, auch die, die größer, kleiner, anders, einfach anders sind als ich oder du.
00:55:15
Speaker
Und für diese Welt, die wird es nicht geben, wenn wir so weitermachen, wie wir es jetzt machen.
00:55:22
Speaker
Die wird es nicht geben, wenn wir gegeneinander arbeiten.
00:55:24
Speaker
Die wird es nicht geben, wenn wir Ressourcen verbrauchen, die uns gar nicht zur Verfügung stehen.
00:55:28
Speaker
Die wird es auch nicht geben, wenn wir Müll hinstellen, wo wir sagen, deine Enkel werden sich schon drum kümmern.
00:55:37
Speaker
Das wird nicht funktionieren.
00:55:39
Speaker
Ich glaube, dass die Welt mehr kann und eine bessere Umwelt schaffen kann.
00:55:43
Speaker
Und Bauwende heißt für mich natürlich, dass es ressourcenschonend und kreislauffähig sozial verträglich ist.
00:55:52
Speaker
Und ich glaube, dass wir das schaffen und dass wir die Fähigkeiten dazu haben, die Welt ein Stückchen besser zu machen, als sie jetzt gerade ist.
00:56:01
Speaker
Und dass sie dafür da ist, dass sie gendergerecht ist, dass sie nachhaltig ist, dass sie wohngesund ist, dass wir gerne in die Arbeit gehen und uns auch in der Arbeit ärgern dürfen und auch nicht jeden Tag gerne hingehen.
00:56:14
Speaker
Aber dass wir gerne nach Hause gehen, dass wir auch sagen können, ja, die Woche, ich habe was geschafft, ich habe was Gutes bewegt und ich habe jetzt aber auch Lust, meine Freundin, meine Familie zu treffen und habe noch ein bisschen Energie über.
00:56:29
Speaker
Und lebe dann vielleicht sogar in einem Haus, das mir nicht schadet.
00:56:33
Speaker
Kann auf einem Gehweg gehen mit dem Kinderwagen und dem Kleinkind nebendran, der breit genug ist.
00:56:38
Speaker
Ich kann auf dem Heimweg, habe ich genügend Licht, sodass ich mich sicher fühle.
00:56:44
Speaker
Ich habe so wenig Licht, dass sich die Tiere auch noch sicher fühlen.
00:56:47
Speaker
Ich glaube, dass es für all das eine Lösung gibt und auch Wissen gibt.
00:56:51
Speaker
Und dass wir, wenn wir das alles einfließen lassen, bessere Lösungen finden.

Unternehmerischer Geist und konkrete Lösungen

00:56:57
Speaker
Sehr pathetisch wahrscheinlich.
00:56:58
Speaker
Ja, supergeil.
00:56:59
Speaker
Wir müssen ein bisschen rumträumen, um denen dann auf den Grund zu gehen und das auf den Prüfstand zu stellen.
00:57:03
Speaker
Und ich würde gerne noch eine Sache ergänzen, die mich so umtreibt.
00:57:08
Speaker
Ich habe so eine pathetische Begeisterung für Unternehmertum.
00:57:12
Speaker
Ich finde Unternehmertum was Wunderbares.
00:57:16
Speaker
Und es wird ja auch oft drüber geschimpft, dass wir gar nicht mehr so richtig Unternehmer sein können aufgrund von Überregulierung und so weiter.
00:57:22
Speaker
Aber das fällt für mich auch so ein bisschen in diese Kategorie von
00:57:26
Speaker
Jammern.
00:57:27
Speaker
Also auch ich jammere sehr gern und kann mich auch hervorragend über alles Mögliche aufregen und das ist vielleicht auch berechtigt zum Teil.
00:57:34
Speaker
Aber prinzipiell würde ich gerne diesen Gedanken des Unternehmertums kultivieren.
00:57:38
Speaker
Also was meine ich damit?
00:57:39
Speaker
Irgendjemand hat mal gesagt, das Beste, was einem Unternehmer passieren kann, sind Probleme, die er lösen kann.
00:57:46
Speaker
Weil das ist eigentlich sein Job.
00:57:48
Speaker
Also Probleme lösen.
00:57:49
Speaker
Ich glaube, wir haben echt ordentlich Probleme in der Baubranche.
00:57:53
Speaker
Also insofern gäbe es richtig Herausforderungen.
00:57:56
Speaker
Noch besser.
00:57:58
Speaker
Und es gibt eigentlich unfassbar viel zu tun.
00:58:01
Speaker
Ja, aber wie cool.
00:58:03
Speaker
Genau.
00:58:05
Speaker
Und vielleicht hören wir jetzt damit auch heute auf, oder?
00:58:07
Speaker
Wir haben jetzt mal das große Bild und du sagst gleich das Schlusswort, aber ich sage auch noch ein paar Dinge.
00:58:12
Speaker
Also vielen Dank, dass ihr uns so lange gefolgt seid.
00:58:16
Speaker
Wir machen jetzt einfach mal weiter, wir quatschen.
00:58:19
Speaker
Wir haben so ein großes Bild gemalt und es ist schon mein Anspruch, und das war es auch mit DAK, aus diesen dann oftmals allgemeinen Thesen dann auch wirklich konkret zu werden.
00:58:29
Speaker
Was bedeutet das ganz konkret im Alltag eines Büros beispielsweise, wenn ich solche neuen Strukturen einführe?
00:58:36
Speaker
Also ich will diesen Podcast auch nutzen, um die Transformation in unserem Büro dafür zu lernen.
00:58:43
Speaker
Also das Konkrete ist uns, glaube ich, auch sehr wichtig und damit übergebe ich dir das Schlusswort.
00:58:50
Speaker
Ja, Hintrich, ich freue mich sehr, dass wir jetzt hier eine ganze Weile gesprochen haben und dass wir uns auch so die Bälle hin und her werfen.
00:58:58
Speaker
Und ich freue mich darauf, dass wir gemeinsam herausfinden, wo der Spaß und die Freude liegt, dabei diese Wände zu gestalten und dabei uns gegenseitig herausfordern, noch ein bisschen tiefer einzutauchen.
00:59:12
Speaker
Cool.
00:59:13
Speaker
Ich danke dir.
00:59:14
Speaker
Ich danke dir.
00:59:15
Speaker
Ciao.
00:59:16
Speaker
Ciao.
00:59:16
Speaker
Ciao.