Einleitung und persönliche Anekdoten
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Speaker
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Zero Reset der Uhren-Podcast.
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Speaker
Ich gucke an das Unterkind von Knut Frederik Andresen.
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Speaker
Ich weiß nicht, ob es einen zweiten Namen ist, ich habe mir jetzt einen ausgedacht.
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Speaker
Es ist zum ersten Mal, ich mag es eigentlich nicht, wenn Menschen über das Wetter sprechen, aber bei der Aufnahme ist es zum ersten Mal dieses Jahr, dass es gefühlt Sommer wird, so richtig.
00:00:45
Speaker
Und ich merke, dass mir das gut tut.
00:00:47
Speaker
Wie sieht es bei dir aus, Frederik?
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Speaker
Mir geht es immer gut.
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Speaker
Das ist nicht wetterabhängig.
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Speaker
Mach dich frei von Konventionen.
00:00:55
Speaker
Mein Körper gibt mir das Gefühl.
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Speaker
Es ist nicht so, dass ich sage, ich muss dann gute Laune haben.
00:00:59
Speaker
Ich merke, dass ich alt werde.
00:01:01
Speaker
Ich bekomme durch Blutungsstörungen in meinen Fingern.
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Speaker
Die sind schlimmer, wenn es kalt ist.
00:01:06
Speaker
Du bist voll körperfixiert.
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Speaker
Mach dich frei davon.
00:01:11
Speaker
Aber zweitnah machst du nicht, oder?
00:01:13
Speaker
Nee, ich habe nur eine Silbe im Vornamen und das war alles, was meine Eltern mir geben konnten.
00:01:17
Speaker
Ich habe nicht geerbt und auch nur einen kurzen Namen.
00:01:20
Speaker
Kann ja manchmal auch reichen, kann ja manchmal auch reichen.
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Speaker
Okay, ich meinte gerade, dass du mich führen wirst durch diese Folge, auch wenn ich so ein bisschen der Ideengeber für die Folge war.
00:01:32
Speaker
Aber ich lasse mich von dir führen, also führe mich, Knut.
Royal Pop Kollaboration: Chancen und Herausforderungen
00:01:38
Speaker
Ja, vielleicht gehen wir erstmal darauf ein, wie du die Idee entwickelt hast, ohne dass wir zwingend Namen nennen müssen.
00:01:43
Speaker
Und zwar geht es um die Royal Pop.
00:01:47
Speaker
Und eigentlich hatte ich den Impuls, dass wir dazu nichts machen, weil wirklich jeder und auch der Hund von jedem schon was dazu gesagt hat und oft auch dasselbe.
00:01:54
Speaker
Und warum muss man das denn auch noch machen?
00:01:55
Speaker
Und ich hasse es auch, wenn man
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Speaker
so aufspringt auf das Agenda-Setting von anderen, speziell wenn das so mechanisch zusammengestoppelt ist.
00:02:03
Speaker
Aber ich fand deinen Punkt valide.
00:02:05
Speaker
Du hast gesagt, es ist so viel Schmuddelkram unterwegs dazu und das regt dich auf und man muss da was machen.
00:02:10
Speaker
Und dann habe ich gedacht, ja, aber nicht, indem man auf die Leute reagiert, die Schmuddelkram machen, sondern indem man einfach vielleicht was selber anbietet, was nachgedacht ist und nicht so aufgeregt ist.
00:02:23
Speaker
Okay, nachdenken ist nicht meine Stärke, aber du hast nachgedacht für uns.
00:02:30
Speaker
Wegen Schmuddelkram.
00:02:32
Speaker
Ich persönlich habe gesehen, dass die Thematik ein bisschen ausgenutzt wird, auch in andere Bereiche, die nichts mit Uhren zu tun haben.
00:02:42
Speaker
Und wenn dann manche Leute zwei verschiedene, ich nenne es mal Influencer-Accounts haben, die in verschiedene Richtungen gehen, das versuchen zu verknüpfen, fand ich sehr komisch.
00:02:51
Speaker
Und ja, man hat die Geschehnisse gesehen, die vor dem Laden passiert sind, aber das dann für sich zu instrumentalisieren, finde ich schwach und komisch.
00:03:02
Speaker
Nicht passend, gerade nicht mit Uhren und das dann in eine andere Richtung zu lenken.
00:03:06
Speaker
Da darf aber jeder selber denken, was er möchte, da möchte ich keinem was vorschreiben.
00:03:09
Speaker
Aber vielleicht überdenkt man mal, welchen Uhren-Influencer man sich anhört und welchen nicht.
00:03:15
Speaker
So viel dazu vielleicht von mir.
00:03:18
Speaker
Mensch, da war es ja auch schon richtig nachdenklich.
00:03:20
Speaker
Gut, fangen wir an.
00:03:23
Speaker
Was ist interessant daran?
00:03:24
Speaker
Wir haben hier eine Collabo, so eine typische High-Low-Geschichte, also eine Marke, die sehr teuer ist, von vielen Menschen gewollt wird, AP, und eine Marke, die nicht teuer ist, erklärtermaßen, und die man normalerweise, wenn es nicht gerade die Moonswatch ist oder eben diese, einfach in der Boutique kaufen kann.
00:03:42
Speaker
Und ich habe überlegt, vielleicht gucken wir uns mal an,
00:03:45
Speaker
was die einzelnen Collabo-Partner davon haben, weil das ist ja das Interessante an Collabos, dass es zwei unterschiedliche Parteien sind und dass die auch unterschiedliche Dinge einbringen und auch unterschiedlichen Nutzen davon haben.
00:03:56
Speaker
Und dann können wir mal darüber ein bisschen beraten.
00:03:58
Speaker
Ich habe auch gedacht, es ist nicht verkehrt, dass wir es jetzt mit ein bisschen Abstand machen.
00:04:02
Speaker
Das heißt, alle konnten mal ein bisschen runterschalten und ein bisschen drüber nachdenken und das mal sacken lassen, weil ich habe auch viel einfach Quatschinformationen dazu gelesen.
00:04:10
Speaker
Auch so Sachen, die wirklich, ich will die gar nicht wiederholen, weil das so offensichtlicher Quatsch war, aber es wurde alles bereitwillig immer weiter verbreitet von Leuten, weil halt alle so aufgeregt waren.
00:04:18
Speaker
Und jetzt glaube ich, wir sind alle nicht mehr so aufgeregt.
00:04:21
Speaker
So, fangen wir mit AP an.
Geschichte und Wiederaufleben der Royal Oak Uhr
00:04:24
Speaker
Wir starten mit der Royal Oak.
00:04:26
Speaker
Wenn wir uns das mal angucken und wir gucken nicht nur auf heute, sondern wir gucken überhaupt auf die Royal Oak, dann ist das erstmal ein 70er Jahre Design.
00:04:33
Speaker
Das ist am Anfang nicht sehr gut gelaufen, dann im Laufe der 70er Jahre in Mode gekommen.
00:04:38
Speaker
Dann ist es in den 80ern wieder aus der Mode gerutscht, sodass das zu einer, sagen wir mal, Operuhr geworden ist.
00:04:45
Speaker
Man hat gesagt, das ist die Mode von vor zehn Jahren gewesen, hat keine Sau mehr interessiert.
00:04:49
Speaker
Und man sieht es daran, dass Anfang der 90er Jahre dann die Royal Oak Offshore kam, weil Odomar Piguet es nötig hatte, eben was anderes zu machen.
00:04:57
Speaker
Und die Royal Oak Offshore ist ja praktisch das Gegenteil von der Royal Oak.
00:04:59
Speaker
Also sie ist nicht extra flach und elegant, sondern sie ist klopsig und bunt.
00:05:05
Speaker
Und daran, finde ich, erkennt man, dass beides eigentlich Zeitgeistuhren sind.
00:05:08
Speaker
Die eine eben 70er Jahre Zeitgeist, die andere 90er Jahre Zeitgeist.
00:05:13
Speaker
Dann ist es wieder um beide stiller geworden und die neue Relevanz ist, würde ich sagen, ungefähr Mitte der 2010er Jahre wiedergekommen.
00:05:22
Speaker
Jetzt gehen wir in den Bereich der Thesen.
00:05:24
Speaker
Ich denke, es ist wegen Social Media, weil die Leute angefangen haben, sehr viele Uhren Social Media zu machen und weil das vorteilhaft ist mit Uhren, die sehr leicht zu erkennen sind, dass du sie auf dem Handy gleich erkennen kannst und eine Uhr, die nicht rund ist, sondern achteckig und so Schrauben hat, das erkennt man eben.
00:05:38
Speaker
Also sie ist, sagen wir mal, besonders Instagrammable.
00:05:41
Speaker
Und das hat, glaube ich, mit dem wiederentdeckten Marken-Image-Standard zugeführt, dass es für viele Leute plötzlich interessant wurde, sich damit zu beschäftigen.
00:05:51
Speaker
Das heißt, wir haben so eine dritte Konjunktur der Uhr dann gehabt.
00:05:54
Speaker
So, und dann hat sich die Uhr ja auch verändert über die Zeit.
00:05:57
Speaker
Also sie ist in den 70ern beworben worden mit der Unique Selling Proposition, sie sei aus Stahl, also keine Golduhr.
00:06:03
Speaker
Damals waren ja Golduhren der Maßstab für eine gute Uhr, sondern sie sei aus Stahl und besonders kunstvoll und ungewöhnlich und die teuerste Stahluhr.
00:06:11
Speaker
Wo ich finde, dass auch schon so ein bisschen das Prollige an der Uhr auch damals schon mit drin war.
00:06:17
Speaker
So und das ist in den 70ern ja echt aber ein Acid gewesen, weil in der Tat erstens hat das kaum einer gemacht und es war eine Umwertung, also Stahl als Material aufzusetzen und es war damals auch technisch interessant, weil damals Stahl so zu bearbeiten auch anspruchsvoll gewesen ist.
00:06:33
Speaker
Nur ist das natürlich heute nicht mehr so.
00:06:34
Speaker
Jetzt kann jeder chinesische Klonhersteller auch ein
00:06:38
Speaker
Royal Oak Band machen, das ist keine große Sache mehr, es gibt mittlerweile CNC Maschinen, die sowas gut können und so weiter und so weiter.
00:06:44
Speaker
Das heißt, dieses sagen wir mal handwerkliche Moment daran ist weggefallen, das ist kein USB mehr.
00:06:51
Speaker
So und AP hat was gemacht?
00:06:53
Speaker
Sie haben versucht, die Uhr noch stärker kulturell aufzuladen.
00:06:56
Speaker
Das heißt, sie haben versucht, kulturelle Relevanz zu erzielen mit Tastemakern wie Rappern.
Strategien von AP und Vergleich mit Swatch
00:07:01
Speaker
Es gibt diese Course Collaboration zum Beispiel, es gibt Marvel und so weiter.
00:07:06
Speaker
Ich glaube, jeder hat da so ein Bild von diesen besonders ausgefallenen Konstruktionen.
00:07:10
Speaker
Wenn man ein bisschen böswillig sein will, könnte man sagen, dass Audemar Piguet da mit Hübleau kopiert hat.
00:07:16
Speaker
Die haben ja auch zum Beispiel mit Nespresso mal eine Uhr gemacht und auch bei Ublo finde ich es total krass, dass sie einerseits so, ich will nicht präulich sagen, aber also mit Fußball sagen, dass sie was sehr bodenständiges haben und dann andererseits irgendwelche total abgefahrenen Künstler, die glaube ich nur Leute kennen, die wirklich auch in dieser Kunstszene unterwegs sind.
00:07:33
Speaker
Also es hat eine riesen Bandbreite bei Ublo.
00:07:35
Speaker
Bei AP war das ein bisschen stärker zugespitzt, aber es ist ähnliche Masche und wenn man...
00:07:42
Speaker
noch weiter geht, kann man eigentlich sagen, dass sie nicht nur Ublo kopiert haben, sondern Ublo hat ja wiederum Swatch kopiert, weil Swatch hat schon in den 90ern diese Kollaborationen mit Künstlern gemacht.
00:07:49
Speaker
Die hatten Keith Haring und so weiter und so weiter.
00:07:52
Speaker
Das heißt, das ist eigentlich nur auf die Spitze getrieben und war auch bei AP nur damals oder jetzt, ich weiß nicht, seit fünf Jahren vielleicht so, ein Aufreger, weil du dieses High-Low-Element hast.
00:08:05
Speaker
Dass du also eine eigentlich teure, aufwendige Uhr mit so
00:08:09
Speaker
Zeitgeist Sachen auflädst, wie man das vielleicht sonst mit Sneakers machen würde.
00:08:11
Speaker
Also Dinge, die man nach zwei Jahren wieder wegschmeißen würde.
00:08:16
Speaker
Ich habe dann auch in diesem Podcast immer gesagt, dass ich nicht weiß, wie AP damit noch weitermachen will, weil du kannst natürlich, wenn du schon Marvel gemacht haben, was willst du danach noch machen?
00:08:23
Speaker
Das war schon das Maximum und dann bunt und verrückt und komisch.
00:08:28
Speaker
Und insofern finde ich, ist das eigentlich ein logischer Schritt, jetzt eine Kollabo mit Swatch zu machen, weil das einerseits
00:08:37
Speaker
weil Swatch das immer schon gemacht hat, sowas.
00:08:39
Speaker
Und zum anderen, weil für AP dieses High-Loading damit noch mal krasser ist und vielleicht, dass für AP auch das Feld wieder öffnet, dass sie ein bisschen davon wegkommen, noch einen Rapper zu gewinnen und noch einen Künstler, der besonders krass ist.
00:08:51
Speaker
Sondern mit der Swatch ist noch mal das Kategorial ein bisschen was anderes, weil das jetzt eben plötzlich eine Plastikohre ist, dass du sozusagen das Element
Royal Pop als kulturelles Symbol
00:08:59
Speaker
Und das macht es dann für AP vielleicht einfacher, wieder neue Wege zu gehen.
00:09:04
Speaker
Zudem finde ich es interessant, weil sie sich eben von diesem Stahlfinish-Ding lösen, sondern jetzt ist es bei dieser Collebo total egal, wie das Finish ist, denn es ist eine Plastikruhe.
00:09:14
Speaker
Das heißt, das, was die Royal Open ausgemacht hat, dass sie eine besonders kunstvolle Stahluhr ist, das ist egal.
00:09:20
Speaker
Es sind am Ende jetzt nur noch die acht Ecken und die ausgerichteten Schrauben übrig geblieben.
00:09:25
Speaker
Und vielleicht noch diese Tapesserie, die du aber auch schon lange...
00:09:30
Speaker
maschinell machen kannst und die ja auch bei AP ich glaube bei den meisten Mustern mittlerweile ja auch einfach gestempelt ist also das ist schon industriell auch bei den Anführungszeichen guten APs so das heißt im Ergebnis hast du aber einen ganz interessanten Effekt dass die Royal Oak damit gar nicht mehr eigentlich also die Royal Pop ist gar keine Uhr mehr als Kategorie sondern es ist eine popkulturelle Referenz nur noch das heißt
00:09:55
Speaker
Du brauchst auch die Uhr an sich nicht mehr mit einer besonderen Qualität, sondern du brauchst eigentlich nur noch das Zeichen dieser Uhr, also diese acht Ecken und die Schrauben.
00:10:03
Speaker
Und das kannst du, kannst wahrscheinlich auch eine Briefmarke machen, Hauptsache sie ist achteckig und hat acht Schrauben obendrauf abgebildet.
00:10:08
Speaker
Und mich hat das sehr erinnert, und jetzt gehen wir in den Bereich der Kunst, an Andy Warhol, der ja teure Kunst in seiner Factory als Fabrik gemacht hat, einfach durch Drucken.
00:10:18
Speaker
Und die war dann trotzdem teuer.
00:10:19
Speaker
Das heißt, auch seine richtige Kunst ist ja erstmal eine Leinwand und Farbe, also vom Material her nicht viel wert, aber der Künstler bringt etwas ein, das kann auch nicht jeder und dadurch wird sie wie arztvoll.
00:10:29
Speaker
Oder du machst es wie Andy Warhol und druckst es einfach oder lässt es auch von Dritten machen.
00:10:32
Speaker
Und so ist es hier bei dieser Royal Pop meiner Sicht aus auch, dass sie einfach nur
00:10:39
Speaker
ein kulturelles Signal senden und jemand anders setzt es billig um und es ist dann trotzdem plötzlich für Leute erstrebenswert.
00:10:45
Speaker
Und das erinnert mich auch ein bisschen daran, dass ohne Ende Leute zum Beispiel diese Klimposter zu Hause haben mit irgendwelchen küssenden Leuten oder eine Mona Lisa aufs Klo hängen oder beim Zahnarzt irgendein Monet-Ding hängt mit so pointillistischen Dingen.
00:11:02
Speaker
Aber das Interessante ist,
00:11:04
Speaker
Du hast es überall, es ist allgegenwärtig in billiger Form und die Originale sind aber dadurch noch wertvoller und teurer geworden.
00:11:10
Speaker
Die werden natürlich nicht gehandelt, weil die schon in Museen sind, deswegen weiß man es nicht, aber es sind Dinge, die für die Menschheit relevant sind und sie werden eigentlich nur noch relevanter, je mehr billige Poster auf WG-Klos hängen.
00:11:23
Speaker
Ja, du verstehe ich komplett, lass mich da kurz einhangen.
00:11:25
Speaker
Also erstmal, ich kann dir komplett folgen und ich finde deine Gedanken mega und
00:11:31
Speaker
Auf der Arbeit würde ich sagen, du hast dich sehr gut vorbereitet.
00:11:34
Speaker
Hier im Podcast sage ich dir das auch.
00:11:36
Speaker
Vor allem macht es mega Sinn.
00:11:39
Speaker
Und das ist eine Ebene, glaube ich, die viele Menschen nicht sehen.
00:11:42
Speaker
Ich war, zu dem Thema habe ich mich, ich habe gedacht, ich schaue mal in Foren rein.
00:11:46
Speaker
Und natürlich liest man da, was die alten weißen Männer schreiben.
00:11:50
Speaker
Und ich denke, hier kann man alte weiße Männer sagen, weil ich glaube, ein Prozent der Forenmitglieder in Uhrenforen sind Frauen.
00:11:55
Speaker
Deswegen sind das meistens Männer.
00:11:56
Speaker
Und meistens sind sie über 50.
00:12:00
Speaker
Und dann so ein klassischer Satz war halt immer, exklusive Marke oder mal Piqué verwässert.
00:12:06
Speaker
Jetzt kaufe ich mir die nicht mehr.
00:12:08
Speaker
Oh nein, was soll der Scheiß?
00:12:09
Speaker
Und jetzt begräbt sich oder mal selbst und sowas.
00:12:13
Speaker
Aber das sind halt Dinge, die viel zu kurz gedacht sind.
00:12:16
Speaker
Im ersten Moment, denke ich, kann man das verstehen.
00:12:19
Speaker
Viele Sammler denken sich eben genau das Gegenteil von dem, was du gesagt hast.
00:12:23
Speaker
Oh mein Gott, jetzt macht die Marke sich billig.
00:12:25
Speaker
Aber nee, es passiert genau das Gegenteil.
00:12:28
Speaker
Weil du eröffnest dir einen krassen Massenmarkt.
00:12:33
Speaker
Ja, dieser Massenmarkt kann dich, also dich, die Marke nicht kaufen, das Produkt nicht kaufen, weil sie das Geld dafür nicht haben und vielleicht auch, weil das bei deinen Bilderbeispielen gibt es halt auch einfach nicht so viele Bilder, deswegen kann es niemals einen Massenmarkt dafür geben.
00:12:47
Speaker
Und bei der Odomar ist es zum Beispiel auch so, wenn man mit deiner Eingangsfrage auch ein bisschen das verknüpft, was haben die Marken davon?
00:12:52
Speaker
Bei Odomar ist es für mich ganz klar, dass sie das junge Publikum für die Marke interessieren.
00:12:59
Speaker
20- bis 25-Jährige haben im Normalfall, außer sie haben vor fünf Jahren in Krypto investiert, obwohl sie es nicht durften,
00:13:06
Speaker
Nicht das Geld, um sich eine, oder vielleicht um sich Geld, egal.
00:13:09
Speaker
Im Normalfall hat dieser Mensch mit 20 bis 25 Jahren nicht das Geld, sich eine Uhr für 20, 30, 40.000 Euro zu kaufen.
00:13:15
Speaker
Aber durch diese Royal Pop bekommt er Bock auf diese Uhr und hat vielleicht ein Ziel, das zu sparen.
00:13:20
Speaker
Und dann sehr langfristig gedacht, in 10 Jahren vielleicht, hat er das Geld und dann hat...
00:13:27
Speaker
hat die Marke neue Kunden.
00:13:30
Speaker
Und das, was du gerade gesagt hast, auch schon.
00:13:32
Speaker
Man kann, glaube ich, blöd sagen, dass Oda Mar immer so ein bisschen von den großen Marken
00:13:38
Speaker
übro zähle ich jetzt noch nicht dazu, so eine rebellische Marke war, wegen dieser krassen Collapse, die sie gemacht haben.
00:13:46
Speaker
Und vielleicht auch dieses, die einen sagen, Gold ist der Standard, wir sagen, Stahl ist der Standard und wir sind genauso toll.
00:13:52
Speaker
Was ja in der heutigen Zeit sehr anders gedacht wird, dass ja Gold momentan zumindest sehr gehypt ist und eher über Stahluhren
00:14:01
Speaker
über Stahluhren bezogen wird.
00:14:03
Speaker
Und wie du gesagt hast, Marvel-Kollaps, die Hip-Hop-Kollaps, Sportler-Celebrities ist das AP ja sehr groß und wir haben uns ja selbst auch schon darüber enthalten und gesagt, dass wir eher glauben, dass das ein bisschen zu Ende geht mit den Rappern und so weiter, dass das ausgelutscht ist.
00:14:18
Speaker
Und ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht,
00:14:20
Speaker
dass sie diesen Schritt mit Swatch gehen.
00:14:23
Speaker
Ich hatte eher auch drei Fragezeichen.
00:14:26
Speaker
Besinnen sie sich einfach wieder auf das Traditionelle zurück und weg von den Rappern und den krassen Marvel-Dingern.
00:14:32
Speaker
Und deswegen habe ich auch in den Foren geschrieben, ich finde den Schritt, auch wenn ich die Uhr mir, glaube ich, nicht kaufen werde, mega interessant und mega gut, was sie gemacht haben.
00:14:43
Speaker
Ich bin noch nicht ganz fertig.
00:14:45
Speaker
Lass mich noch kurz weitermachen.
00:14:47
Speaker
Nee, es ist ja alles gut.
00:14:49
Speaker
Auch, dass wir mal so ein Recap gleich gemacht haben.
00:14:51
Speaker
Was ich interessant finde, ist zum einen, also bei den Rappern ist es ja an eine Person gebunden.
00:14:55
Speaker
Der Rapper, irgendwann ist die Karriere zu Ende.
00:14:57
Speaker
Selbst die Rolling Stones werden irgendwann ihre Karriere beenden.
00:15:00
Speaker
Das heißt, auch der Schritt zu Marvel war schon klug, weil Marvel gibt es seit was weiß ich, 30er Jahre oder so, das wird länger geben, weil es ist ja auch schon eine Kunstfigur.
00:15:08
Speaker
Aber das mit der Swatch ist noch besser, weil das dann komplett entkoppelt ist.
00:15:12
Speaker
Das ist sozusagen jetzt im Archiv der Gesellschaft, weil das jetzt einfach die Awareness hat bei so vielen Leuten, die sich auch gar nicht für normale Ohren interessieren, sondern es ist jetzt ein popkulturelles Phänomen und ich glaube, dass die
Swatchs Rolle in der Zusammenarbeit mit AP
00:15:28
Speaker
Oak, also nicht AP, aber Royal Oak, die ist dadurch ins kulturelle Gedächtnis der Gesellschaft gewandert.
00:15:33
Speaker
Die ist da jetzt für immer drin.
00:15:34
Speaker
Die ist sozusagen wie die Mona Lisa.
00:15:36
Speaker
Das ist jetzt eine Referenz.
00:15:37
Speaker
Wenn du jemanden fragst, sagt man Kunstwerk, wird er sagen Mona Lisa.
00:15:41
Speaker
Oder wenn eine ältere Frau ist und romantisch, dann wird er Klimt sagen.
00:15:44
Speaker
Und auf diesem Niveau ist jetzt die Royal Oak.
00:15:46
Speaker
Das finde ich total interessant.
00:15:48
Speaker
Das heißt aber, dass der Wert der echten Royal Oak dadurch nochmal exponentiell steigt, so wie bei der Kunst, wie ich das vorhin gesagt habe, weil je mehr Leute davon wissen und es für relevant halten,
00:15:58
Speaker
desto bedeutender werden diese Uhren.
00:16:00
Speaker
Und es gibt ja im Gegensatz zu Mona Lisa Royal Oaks dann doch relativ viele unterm Strich.
00:16:05
Speaker
Und die sind jetzt alle plötzlich sozusagen die Mona Lisa der Uhrenwelt, weil jeder Hans Wurst weiß, was das ist.
00:16:11
Speaker
Sogar über die Leute, die sich dafür interessiert haben.
00:16:14
Speaker
Das ist der erste Effekt.
00:16:15
Speaker
Und der zweite ist, es geht jetzt nur noch um dieses kulturelle Signal.
00:16:18
Speaker
Also diese acht Ecken und die Schrauben und vielleicht noch die Tapisserie.
00:16:22
Speaker
Das heißt, sie müssen eigentlich gar keine richtige Uhr mehr bauen können.
00:16:26
Speaker
Sie muss nicht mehr extra flach sein, sie muss keine Autorologie haben, sie muss keine Innenwinkel haben, sie muss keinen ewigen Kalender haben.
00:16:32
Speaker
Es ist völlig egal mittlerweile.
00:16:34
Speaker
Du kannst es einfach, wie du eine Mona Lisa drucken kannst, als Plakat, so kannst du jetzt auch eine Royal Oak drucken.
00:16:42
Speaker
Und dann gibt es noch einen Nebeneffekt, der ist, glaube ich, völlig unterbelichtet in der Debatte.
00:16:46
Speaker
AP hat ja gesagt, dass sie das Geld, was damit eingenommen wird, spenden wollen.
00:16:50
Speaker
Wenn man jetzt guckt, wo sie es hinspenden, dann spenden sie es an sich selbst, also an ihre eigene Stiftung.
00:16:55
Speaker
Das finde ich schon mal einen lustigen Funfact.
00:16:57
Speaker
Aber diese Stiftung hat zumindest als Teilaspekt ja, dass sie den Nachwuchs für Urmacherkunst sichert.
00:17:04
Speaker
Und das finde ich interessant.
00:17:05
Speaker
Du verkaufst also, ich überspitze jetzt stark, ein Stück Plastik, was maschinell zusammengefummelt wurde in der Fabrik.
00:17:12
Speaker
Das ist ja das System 51-Werk.
00:17:14
Speaker
Und mit dem Geld, was du damit machst, sicherst du etwas, was im normalen Verständnis eigentlich kaputt gehen würde durch den Massenkonsum.
00:17:20
Speaker
Und du hast aber jetzt eine Situation, dass der Massenkonsum von Plunder,
00:17:27
Speaker
sozusagen sicher dass das gute Zeug weiter gibt weil das Problem in der Urindustrie ist ja dass du bestimmte Skaleneffekte brauchst damit es sich lohnt so eine Handwerker auszubilden damit es sich lohnt die vorzuhalten und es ist ja jetzt schon so dass hinter den Kulissen viele Marken Dinge gar nicht mehr selber machen sondern an spezielle Leute weggehen zum Beispiel auch AP
00:17:46
Speaker
macht ja Sachen mit Philippe Navelle, der auch eine eigene Uhrenfirma hat, die machen dann Komplikationen für die, weil es sich selbst für AP schon nicht mehr lohnt, alles vorzuhalten, was man eigentlich den Leuten verkauft, weil der Markt für richtig aufwendige Uhren eigentlich sehr klein ist.
00:18:01
Speaker
Wir haben das ja schon bei Patek besprochen, dass das, was man mit Patek verbindet, eigentlich nur einen kleinen Prozentsatz ausmacht von dem, was die eigentlich herstellen und dass der Markt auch noch nie groß war.
00:18:10
Speaker
Vintage und Neo-Vintage-Uhren, wie wenig ewige Kalender eigentlich wirklich gebaut worden sind.
00:18:15
Speaker
Das war also noch nie eine große Szene.
00:18:16
Speaker
Und jetzt könnte man denken, das stirbt also aus.
00:18:20
Speaker
Aber durch diese Plastikuhr wird es weiter am Leben erhalten.
00:18:23
Speaker
Das finde ich auch interessant.
00:18:26
Speaker
Und das ist ein bisschen, also meine These war ja immer, dass du in der Swatch Group so eine Umverteilung hast, also dass mit jeder Tissot PRX, die verkauft wird, irgendwie auch eine Breguet quer subventioniert wird, weil die eben noch viel Handarbeit haben an den Uhren.
00:18:37
Speaker
Und AP konnte das nicht haben, weil AP ja nur AP ist.
00:18:40
Speaker
Aber mit dieser Swatch Collabo haben die einen ähnlichen Effekt, dass sie also umschichten.
00:18:45
Speaker
Dass der Maschenmarkt die Spitze mitfinanziert.
00:18:50
Speaker
Stößt ja ein bisschen in die gleiche Richtung, die ich gerade auch meinte, dass man sich die Kundschaft für morgen, dass man langfristig denkt.
00:18:58
Speaker
Weil dadurch, dass du das Geld in deine Stiftung in Anführungszeichen fließen lässt und die Uhrmacher schließen,
00:19:04
Speaker
Damit subventionierst, drücken wir es mal so aus, investierst du in das Morgen.
00:19:08
Speaker
Genauso wie die Bekanntmachung der Marke, weil alles, was du gesagt hast, dass diese Marke im Gedächtnis bleibt, gerade das Modell, ja, wann...
00:19:19
Speaker
Also eigentlich war es eine mega günstige Publicity für sie, weil wenn du auf einschlägige Internetseiten
Kulturelle Auswirkungen und Konsumentenverhalten
00:19:26
Speaker
gegangen bist, die eigentlich Nachrichten zeigen, hattest du da Ausführungen, ja, die waren negativ behaftet, vermeintlich, dass sich Leute vor irgendwelchen Läden anstellen, dass es zu Tumulten kommt auf der ganzen Welt, weil sie diese Uhr haben wollen.
00:19:38
Speaker
Dann wurde der Name der Marke genannt.
00:19:43
Speaker
Und so bleibst du drin.
00:19:44
Speaker
Plus, du erreichst auch Menschen, eben wie wir es gesagt haben schon, die nicht die Mittel haben, sich das Original in Anführungszeichen zu kaufen, sich aber jetzt diese Marke holen, diese Uhr holen.
00:19:54
Speaker
Also da hat Oda Mar aus markentechnischer Sicht und auch Erhaltung des Brands, also jetzt nicht nur des Namens, sondern eben dadurch, dass du Geld in deine Uhrmacher fließen lassen kannst, haben sie eigentlich alles richtig gemacht.
00:20:10
Speaker
Ja, ich versuche übrigens, die Dramaturgie so zu machen, dass ich die steilen Thesen immer noch ein bisschen steiler mache.
00:20:16
Speaker
Also bis jetzt findest du es ja alles ganz gut.
00:20:19
Speaker
Das heißt, ich lege noch einen drauf.
00:20:21
Speaker
Ich behaupte jetzt, dass der eigentliche Teil mit dem großen Vorteil dieser Kollabo auf das Watch ist.
00:20:28
Speaker
Klar, also natürlich sind die der größere Nutznießer.
00:20:33
Speaker
Oder Mare bekommt...
00:20:36
Speaker
keinen direkten Einfluss, weil das ist alles eher langfristig für Swatch.
00:20:42
Speaker
Ich glaube mittlerweile, ich weiß es nicht, ich kenne die Zahlen nicht, aber es sieht ein bisschen so aus, als würde Swatch halt sehr auf das Ding getrimmt werden.
00:20:51
Speaker
Du hast die Moon Swatch, dann hast du die Blanc-Pan-Collab, jetzt hast du Oromar, dass Swatch in diese Richtung gedrückt wird, dass sie
00:21:00
Speaker
Sie haben eine neue Nische entwickelt und entdeckt und machen sich da jetzt breit.
00:21:06
Speaker
Ja, also neu ist es insofern nicht, weil Collabos haben die eben immer schon gemacht.
00:21:09
Speaker
Auch in den 90ern hatten sie ja dieses Kithering und so weiter.
00:21:13
Speaker
Warte, warte, ja sorry, ich meinte mit neu, dass sie Luxusmarken, also nicht nur Collabs mit irgendwelchen Künstlern und sonst was, sondern wirklich, dass sie Luxusuhrenmarken mit einer günstigen Uhrenmarke verbinden.
00:21:24
Speaker
Ja, und das ist, glaube ich, der eigentliche Punkt.
00:21:26
Speaker
Und jetzt bin ich wieder bei meinem Kunstbeispiel.
00:21:29
Speaker
Wenn man mal drüber nachdenkt, was passiert ist, dann ist es doch so, dass diese Uhr dinglich eine Swatch-Uhr ist, also System 51, eine Art veredeltes Plastik, Swatch.
00:21:40
Speaker
Aber Swatch hat es geschafft, nur den Design-Code einer berühmtesten Uhren zu nehmen und einer der teuersten Uhrenmarken und dann mit in der Substanz Plastik durchzuführen.
00:21:49
Speaker
das zu mischen und dadurch ist aber AP nochmal wertvoller geworden.
00:21:53
Speaker
Also die Marke AP und zwar durch Swatch.
00:21:55
Speaker
Also Swatch hat etwas Billiges entwickelt, was am Ende beide wertvoller macht.
00:22:01
Speaker
Und das ist, also man kann sozusagen aus Dreck Gold machen.
00:22:04
Speaker
Und das ist eine kulturelle Leistung, eine Verwandlung, Transformation und das kann nur Swatch.
00:22:08
Speaker
Es gibt auch keinen Wettbewerber, der das kann.
00:22:10
Speaker
Und das, was ich interessant finde, ist, dass Swatch ja auch nicht kopiert, sondern immer eine kulturelle Transferleistung erbringt.
00:22:17
Speaker
Also sie haben eben nicht einfach eine Kopie der Royal Oak gemacht, die dann für billig im Plastik hergestellt wird, sondern sie haben diese Idee der Pendant Watch nochmal eingebracht.
00:22:25
Speaker
Sie hatten ja früher auch schon so Taschenuhren und all so ein Kram, das gab es bei Swatch schon.
00:22:30
Speaker
Aber sie haben vor allen Dingen, glaube ich, das auch übersetzt.
00:22:34
Speaker
weil sie verstanden haben, dass Uhren für diese Art der Zielgruppe ja gar keinen, also nicht den Nutzwert Uhr bieten, sondern sind ein Accessoire.
00:22:42
Speaker
Und wenn du gerade auch Frauen mit reinnimmst, dann machst du ein Accessoire, was du an Gegenstände rantüllen kannst.
00:22:46
Speaker
Und die Idee ist ja, dass du es zum Beispiel an deine MS-Handtasche ranmachst, damit du einerseits signalisieren kannst, ich habe eine MS-Handtasche, ich bin super rich, aber ich bin auch noch super individuell, weil ich habe jetzt diese bunte Swords auch noch da dran.
00:22:58
Speaker
So wie in Labubu oder so.
00:22:59
Speaker
Das war auch ja eine Idee, die man öfter gelesen hat.
00:23:02
Speaker
Und ich finde, da ist was dran.
00:23:04
Speaker
Und das ist großartig, dass Swords jetzt dadurch mehr bietet für AP als Cores oder Marvel.
00:23:12
Speaker
Ja, aber, warte, ein kleines Aber, beziehungsweise ein Zusatz.
00:23:15
Speaker
Ich sehe jetzt schon ganz viele Strap-Hersteller, die noch in diesem Monat, spätestens im Juni, Straps rausbringen werden, dass du diese Uhr, egal ob sie die Kronen auf 12 oder auf 3 Uhr hat, ans Handgelenk packen kannst.
00:23:27
Speaker
Also, das wird auch kommen.
00:23:28
Speaker
Ja, das wird mit Sicherheit kommen und ich glaube, ehrlich gesagt, das haben die sich auch schon überlegt, weil das das auch nochmal stärker macht, weil das alles unbezahlter Noise ist, den du kriegst.
00:23:38
Speaker
Immer noch mehr Bass.
00:23:39
Speaker
Das sind einfach Schockwellen, die schon mitgeplant sind.
00:23:42
Speaker
Ja, es ist waffiniert.
00:23:45
Speaker
Sie wären dumm, wenn sie das nicht eingeplant hätten, dass es irgendwelche Strap-Hersteller geben wird, die das machen würden.
00:23:51
Speaker
glaube ich schon, dass das Marketing-Design-Team das auf dem Schirm gehabt haben.
00:23:55
Speaker
Also AP hat jetzt die Royal Oak als Marke noch stärker gemacht.
00:24:01
Speaker
Nicht AP, aber Royal Oak als Marke.
00:24:03
Speaker
Viel relevanter, ist eine kulturelle Relevanz jetzt.
00:24:06
Speaker
So wie die Mona Lisa im Kunstbuch ist, so wird die Royal Oak jetzt für immer das Referenzding sein.
00:24:11
Speaker
Im Moment sagen ja die Leute, meine Submariner ist die Uhr, die jeder kennt und so die Uhr, das Uhrmeter muss nach Braunschweig.
00:24:18
Speaker
Vielleicht wird das jetzt die Royal Oak dadurch.
00:24:22
Speaker
Aber Swatch ist kein normaler Collabo-Partner, sondern Swatch ist eine Plattform für Marken, die Disruption machen kann.
00:24:31
Speaker
Und das ist, glaube ich, das eigentliche Ding.
Motivationen im Luxusmarkt
00:24:33
Speaker
ist Swatch noch der größere Nutznießer.
00:24:34
Speaker
Und nicht nur im Sinne von, dass sie sehr viele Uhren verkaufen werden, die in der Herstellung, was weiß ich, 1,20 Euro kosten und jetzt 400 im Verkauf, sondern auch, dass sie, Swatch, als Marke wieder relevant sind und dass jetzt eigentlich jeder diese Art machen muss und er muss es mit Swatch machen, weil niemand sonst das bieten kann.
00:24:52
Speaker
So, und jetzt bin ich noch steiler in der These, weil eine Collabo besteht nie aus zwei Partnern, sondern es ist immer noch ein dritter, nämlich... Der Kunde.
00:25:02
Speaker
Und irgendwie ist der die ganze Zeit ausgeblendet worden, das wundert mich, weil eigentlich muss man jetzt mal überlegen, wenn das so ist, wie wir es jetzt besprochen haben, was sagt das eigentlich über uns als Konsumenten aus?
00:25:15
Speaker
Gehen wir mal vom Sichtbaren aus.
00:25:16
Speaker
Also wir haben erstmal die Schlangen vor den Boutiquen gesehen.
00:25:19
Speaker
Jetzt kann man sich fragen, wer ist das?
00:25:21
Speaker
Ist das der traurige dritte Stand im Kapitalismus, der leicht zu beeindrucken ist, weil er denkt, er kauft hier Luxus und er kauft Luxus, wenn er was hat, was die anderen nicht haben und es ist am Ende auch scheißegal, was es ist.
00:25:32
Speaker
Es kann halt auch ein Haufen Plastik sein, Hauptsache hinter ihm stehen mehr Leute in der Schlange als vor ihm und dann ist er glücklich.
00:25:38
Speaker
Bestimmt teilweise.
00:25:40
Speaker
Oder ist es, also sagt was über den Kapitalismus auch aus, oder auch Kapitalismus interessant, sind es Leute, die wirklich, was weiß ich, für 1000 Euro zwei Nächte irgendwo rumstehen und dann diesen Resale Value einsacken, was dann aber ja ein Tagessatz von 500 Euro wäre.
00:26:16
Speaker
Damit finanzieren, dass einige wenige wieder Uhrmacher haben, die ihnen die guten Roll-Ocs zusammenfummeln können.
00:26:23
Speaker
Das finde ich interessant.
00:26:24
Speaker
Und wenn man jetzt mit dem Kunstbeispiel macht, nehmen wir mal so ein bisschen komische Kunst.
00:26:29
Speaker
Also Joseph Beuys, auch in jedem Schulbuch drin, kennt jeder.
00:26:34
Speaker
Hast du mal die Kunst von Joseph Beuys angeguckt?
00:26:37
Speaker
Ja, aber ich glaube jetzt nicht ganz, also auf jeden Fall, ich kenne den Namen, ich habe auch schon was gesehen, aber nicht ganz bewusst von ihm an.
00:26:42
Speaker
Also ich habe es geguckt, aber nicht ganz bewusst.
00:26:43
Speaker
Jetzt gucke ich mir Joseph Beuys an, aber ja.
00:26:46
Speaker
Ja, das finde ich interessant, weil Joseph Beuys ist ein Name, mit dem fast jeder was anfangen kann.
00:26:50
Speaker
Wenn man sich das aber anguckt, dann ist er zum Beispiel berühmt für Kunst aus Fett.
00:26:54
Speaker
So, da wird jetzt der normale Nicht-Kunstkenner sich da vorstellen und sagen, was soll das?
00:27:00
Speaker
Ein riesiger Fettberg.
00:27:02
Speaker
Jemand, der sich mit Kunst beschäftigt, wird sagen, naja, das muss so sein, weil Josef Beuys im Zweiten Weltkrieg mit seiner Messerschmitt 109 irgendwo über Russland abgestürzt ist und dann haben ihn irgendwelche Menschen, die in Jurten wohnen, in Fett eingewickelt und er hat überlebt und dadurch, durch dieses Einschneiderlebnis, hat er danach Fettkunst gemacht.
00:27:17
Speaker
Wenn du die Geschichte kennst und interessant findest,
00:27:20
Speaker
Ob es Sinn macht, weiß ich nicht, aber es ist auf jeden Fall eine schöne Geschichte und sie ist super originell und dadurch wird irgendwas daraus.
00:27:26
Speaker
Nun ist es aber so, dass ja kein normaler Mensch, also in Anführungszeichen ein durchschnittlicher Mensch würde sich das kaufen und trotzdem ist das im Museum ausgestellt und das Museum wird von Steuern bezahlt.
00:27:38
Speaker
Das heißt, du hast ein ganz spezielles Produkt, was eigentlich, sagen wir mal, vielleicht 5% der Leute interessiert, aber 100% zahlen es.
00:27:49
Speaker
So, und das hast du hier eigentlich auch, dass diese ganzen Leute, die da in der Schlange stehen und diesen Firlefanz mitmachen, eigentlich für die 5% das machen.
00:27:57
Speaker
Das finde ich interessant.
00:27:58
Speaker
Und dann hast du die, die die niedrigste Tätigkeit machen, die sich verprügeln lassen und am Ende einen schrottigen, plumpen Plastik kaufen, machen das für die anderen und nicht nur wegen der Ohrmacher, sondern am Ende ja auch, weil die Leute, die wenigen, die wirklich eine Royal Oak haben, die wird dann ja auch wertvoller,
00:28:14
Speaker
Das heißt, auch das ist, finde ich, interessant im Kapitalismus so, wenn du Firmenanteile hältst und die Leute kaufen und machen und tun und du sitzt zu Hause und sackst einfach deinen Anteil am Gewinn ein.
00:28:26
Speaker
So ist das jetzt auch bei den Leuten, die die Royal Oak haben.
00:28:28
Speaker
Die sacken jetzt den Mehrwert ein, dass die anderen dieses Tupperbu veranstalten.
00:28:33
Speaker
Sehen aber viele, ja, stimmt dazu, sehen aber viele Leute derer, wenn man die Foren so durchliest, der Leute nicht, die eine Railroad zu Hause haben und am Arm tragen, weil sie zu kurz denken.
00:28:43
Speaker
Ja, ich denke, es ist aber der Effekt, der kommen wird.
00:28:46
Speaker
Bin ich bei dir, bin ich komplett bei dir, aber es wird halt noch nicht gesehen.
00:28:50
Speaker
Ich glaube, du hast, warte, erst mal die Menschen, die davorstehen, ich glaube, du hast da alles.
00:28:56
Speaker
Du hast da den Uhrensammler, der sagt, boah, geil, ich will dieses Ding haben, weil ich es sammeln will.
00:29:00
Speaker
Du hast den, der den
00:29:02
Speaker
Quick Win haben will, der sagt, ich kann dir das Ding für 400 kaufen und ich kann es dann direkt wieder für 800 verkaufen und du hast einfach den, der sagt, oh, ich kann endlich mir ein bisschen vermeintliches Luxus an irgendeine Tasche dranklemmen.
00:29:13
Speaker
Also ich glaube, du hast da alle Leute vertreten in der Gruppe, die davor stehen und da randalieren oder nicht randalieren, wie auch immer.
00:29:21
Speaker
Ja, aber interessant ist doch, dass die Nutznießer eigentlich die sind, die nicht da sind, nämlich die, die schon eine echte Royal Oak haben oder vielleicht eine kaufen werden.
00:29:27
Speaker
Das sind die Eigentlichen.
00:29:28
Speaker
Die sind unsichtbar sozusagen, ganz vorne an der Schlange dran.
00:29:30
Speaker
Und das ist der Punkt, den ich eigentlich am interessantesten fand.
00:29:34
Speaker
Jetzt muss man überlegen, wer steht eigentlich nicht in der Schlange?
00:29:38
Speaker
Also die Leute, die einfach in die Royal O, in die Boutique reingehen, in die AP-Boutique und die Royal O kaufen, die stehen natürlich nicht in der Schlange.
00:29:44
Speaker
Nee, die werden wahrscheinlich auch so bekommen.
00:29:47
Speaker
Geschenkt bekommen.
00:29:48
Speaker
Ja, und jetzt ist aber die Frage, muss man da jetzt ein Snob sein und sagen, die anderen sind eben der dritte Stand und die sind alle dumm und das sind die Lemminge, die den anderen nutzen und ich frage mich,
00:30:01
Speaker
die diese Royal Oak natürlich jetzt aber die echte gekauft haben oder kaufen werden, tun die das nicht auch, weil sie es so geil finden, dass die anderen Leute in der Schlange stehen für etwas und sie können die dann haben.
00:30:12
Speaker
Und ist das denn nicht auch ein bisschen traurig für diese Leute und ist das denn nicht auch...
00:30:19
Speaker
interessant, dass das so ein selbstreferenzielles System ist, also dass der Mensch nicht etwas tut, weil er direkt daraus Freude hat, sondern er muss sehen, dass andere Leute das haben wollen oder leiden oder was und dann hat es erst einen Wert für ihn.
00:30:33
Speaker
Okay, wir reden sehr philosophisch und sehr sozialpsychologisch.
00:30:38
Speaker
Ich stimme dir dem, was du sagst, zu.
00:30:40
Speaker
Ich denke aber, ich bin mir sehr sicher, dass das sehr viel davon läuft unterbewusst in uns ab.
00:30:45
Speaker
Das merken wir nicht, dass wir das tun.
00:30:47
Speaker
Und ich denke, es gibt genug Menschen, die sagen, nein, deswegen mache ich das nicht.
00:30:50
Speaker
Aber eigentlich machen sie es genau deswegen, nur sie wissen es nicht.
00:30:53
Speaker
So ticken wir einfach, weil wir so, gerade der Kapitalismus, jetzt ganz großes Wort oben drüber und ich finde ihn gar nicht schlimm, hat uns aber so sehr sozial und kulturell geprägt über die Jahrzehnte, Jahrhunderte, dass genau solche Sachen in uns drin sind.
00:31:09
Speaker
Plus ist auch viel Biologie mit drin, einfach biologische Prozesse und ganz stumpfe Triebe, dass wir natürlich cooler und uns toll finden, wenn wir ein Gut haben, was andere nicht bekommen oder dass wir etwas leichter bekommen, dass wir
00:31:22
Speaker
einen besseren Zugang zu etwas haben oder privilegierter sind.
00:31:27
Speaker
Jetzt einfach nur Buzzwords reingeschmissen, aber ich denke, du verstehst mich und ihr versteht mich.
00:31:32
Speaker
Das spielt da alles, was du sagst, spielt da auf jeden Fall mit rein, aber das ist eine sehr tiefe Ebene und auf der einen Seite frage ich mich,
00:31:40
Speaker
Haben sich die Leute, die das Produkt an den Start gemacht haben, haben die so tief echt gedacht?
00:31:46
Speaker
Oder ist es einfach nur, dass quasi was rauspurzelt, wenn man halt so ein Produkt in den Markt schmeißt und einfach dann der Mensch das tut, was der Mensch tut?
00:31:55
Speaker
Also was die bei Swatch gedacht haben, weiß ich nicht, weil die konnten nur gewinnen mit dem Projekt.
00:31:59
Speaker
Das ist praktisch egal, was die gedacht haben.
00:32:01
Speaker
Entscheidend ist eigentlich nur, was die bei AP gedacht haben.
00:32:03
Speaker
Und da weiß man ja, dass der Herr Ben Amiers, der das vorher gemacht hat, und wir gehen mal davon ein, dass es noch zu seiner Zeit eingestellt worden ist, dass der auch Swatch-Sammler war.
00:32:10
Speaker
Und der hat ja sowieso im Prinzip, wie ich vorhin ausgeführt hatte, im Prinzip eine Idee von Swatch, die der Nybloge übernommen hat, auch nochmal übernommen.
00:32:18
Speaker
Also ich sehe da einen Zusammenhang.
00:32:20
Speaker
Und er muss ja gedacht haben, dass seine Marke dadurch wertvoller wird, weil einfach sozusagen sich die Schlange noch weiter verlängert und noch mehr Leute in der Schlange stehen.
00:32:28
Speaker
Und das passt auch zu dem Bild, finde ich.
00:32:31
Speaker
Wir hatten uns ja gefragt, warum AP einen Stand auf der Watches & Wonders macht, obwohl sie ja nur Boutiquen haben und eigentlich ist es eine Retailermesse.
00:32:38
Speaker
Und dann habe ich ja erzählt, dass der Stand daraus bestand, dass er im Prinzip keine Schaufenster hatte, sondern eine harte Wand und eine harte Tür und dass sie ein eigenes System hatten, um Schlangen zu erzeugen davor.
00:32:47
Speaker
Also für mich besteht die Marke AP nicht mehr darin, Uhren zu produzieren, sondern es geht nur noch darum, Schlangen zu produzieren und Begehrlichkeiten damit zu
APs Strategie der Exklusivität
00:32:59
Speaker
Und klar, das ist nur menschlich, es ist auch sogar vorkapitalistisch.
00:33:02
Speaker
Es gibt, was weiß ich, Soziologen wie Norbert Elias, die haben ja auch das höfische System analysiert und du hast immer, wenn Menschen zusammenkommen,
00:33:10
Speaker
ein System, wo es Hierarchien gibt und die Hierarchien werden mit Symbolen ausgedrückt.
00:33:14
Speaker
Deswegen hat der Kaffee nicht auch einen Hermelinmantel und so weiter.
00:33:17
Speaker
Früher ist das ja auch festgelegt worden, wer Schnabelschuhe tragen darf und wer welche Art von Pelz tragen darf.
00:33:23
Speaker
Selbst in der Schule ist es so, dass nur der Direktor mit der einen Farbe Tinte unterschreibt und so weiter.
00:33:27
Speaker
Das gibt es überall und du hast es jetzt hier auch.
00:33:30
Speaker
Ich frage mich nur, wenn wir jetzt zum Fazit kommen, was können wir daraus lernen?
00:33:34
Speaker
Also ich finde, man kann daraus lernen, erstens,
00:33:37
Speaker
Die Uhr ist schon lange keine Uhr mehr, ist klar.
00:33:40
Speaker
Es gibt keine Toolwatches mehr.
00:33:43
Speaker
Aber mittlerweile nicht nur mehr Schmuck und Accessoire, sondern ich glaube, es ist ein kulturelles Referenzprojekt und so ein Hierarchisierungsding, womit du Tribalismus hast, Gruppen zusammenfindest und so weiter.
00:33:56
Speaker
So, dann glaube ich, ist es jetzt literally ein Anhänger geworden.
00:34:00
Speaker
Also es ist, diese Uhr ist ein Anhänger, so wie jede Uhr irgendwie auch ein Anhänger ist, aber diese ist literally ein Anhänger.
00:34:06
Speaker
Das ist vielleicht ein Turning Point, aber das können wir in zehn Jahren mal gucken.
00:34:10
Speaker
Dann finde ich, kann man sehen, das eigentlich interessant an der Kollabo ist Swatch, weil die können keinen Fehler mehr machen, finde ich interessant.
00:34:18
Speaker
Das ist eine Position, die dem Kapitalismus viel wert ist.
00:34:21
Speaker
Und dann, was sagt das über uns aus als Szene?
00:34:25
Speaker
Und da habe ich mich gefragt, vielleicht verabschieden wir uns jetzt alle mal davon, Klimt-Poster aufs Klo zu hängen.
00:34:33
Speaker
Und wir können alle keinen echten Klimt kaufen, oder ich vermute, die meisten unserer Hörer können keinen Klimt kaufen.
00:34:39
Speaker
Aber vielleicht suchen wir dann echte Sachen.
00:34:41
Speaker
Ich sehe schon einen Trend, dass viele Leute entweder independent kaufen, weil sie dann eben sehen, wer das macht und mit ihnen interagieren können.
00:34:46
Speaker
Leute, die nicht so viel Geld haben, kaufen oft Microbrands, weil du da auch mit den Leuten interagieren kannst und den Gründer kennenlernen kannst und so weiter.
00:34:52
Speaker
Und das ist für mich ein Zeichen, dass die Leute was Echtes haben wollen.
00:34:57
Speaker
Und einen echten Austausch und darüber die Relevanz ziehen und nicht über acht Ecken und Schrauben, die jeder erkennt.
00:35:03
Speaker
Und ich könnte mir vorstellen, dass das der gesündere Weg für alle ist, da muss man sich zumindest nicht hauen.
00:35:13
Speaker
Ich würde gerne noch die Perspektive einbringen, nochmal zu vermeintlichen Risiken, dass du Sammler hast von Odomar, die sagen, oh mein Gott, jetzt läuft jeder Hans Franz mit einer 400-Euro-Uhr rum, die meine Royal Oak Siolette hat und währenddessen ich hier 60, 100, whatever, 1000 Euro ausgegeben habe.
00:35:33
Speaker
Und dadurch verwässert sich mein Produkt am Handgelenk.
00:35:37
Speaker
Erstens, das, was du gesagt hast mit, dadurch steigert es den Wert sogar.
00:35:41
Speaker
Zweitens, bestes Beispiel, guck dir die Speedmaster oder auch Blancpain an.
00:35:47
Speaker
Dadurch hat keine der beiden Originaluhren, nenne ich es jetzt mal, irgendwie einen Wert verloren.
00:35:52
Speaker
Ich empfinde sogar genau das, was du gesagt hast, dass die Speedmaster dadurch sogar noch bekannter geworden ist.
00:35:58
Speaker
Vom Blancpain bin ich zu weit weg.
00:36:00
Speaker
Also bei der Speedmaster, kurzer Einschub, sagen Leute, die es wissen müssen und die Kontakt zur Omega haben, dass sich die Verkäufe verdoppelt haben, der richtige Speedmaster in der Zeit.
00:36:09
Speaker
Und da ist aber der Unterschied, du kannst ja kaufen.
00:36:11
Speaker
Du kannst ja jederzeit in eine Boutique gehen und den Speedmaster kaufen.
00:36:13
Speaker
Insofern finde ich das gar nicht zynisch.
00:36:16
Speaker
Hier ist es ja insofern zynisch, weil du kannst die Uhr nicht kaufen, auf die referenziert wird.
00:36:21
Speaker
Ja, wobei, okay, ich glaube mittlerweile ist die Verfügbarkeit etwas besser geworden, aber ich meine noch, dass AP 50.000 im Jahr herstellt und da ist das Maximum erreicht und ich glaube, so viel mehr wollen sie gar nicht machen, weil dann hätten sie eher das Problem, dass sie ihre Marke verwässern würden und nicht durch so eine Plastikuhr.
00:36:39
Speaker
Bei Blompen, gerade bin ich zu weit weg, habe ich eher das Gefühl, dass diese Collab wirklich nur für Watch and to the Justin gemacht wurde, weil Blompen zu unbekannt war im Allgemeinen, aber vielleicht liege ich da auch komplett falsch, dafür bin ich zu weit weg von der Marke, weil sie mich nie so richtig gecatcht hat.
00:36:57
Speaker
Aber man sieht halt, Beispiel Speedmaster ist ein Erfolg für Omega als auch für Swatch und das Gleiche, bin ich mir sicher, wird bei der Royal Pop passieren, wenn nicht sogar in einem noch größeren Ausmaß.
00:37:08
Speaker
Gerade die Absätze, vor allem, wenn diese Straps, die jetzt gerade aufkommen, wenn die massenmarktauglich werden, also jetzt gerade sind das ja Straphersteller,
00:37:18
Speaker
die man eigentlich nur kennt, wenn du im Uhrengame drin bist, weil das so Strap-Hersteller sind, die für die Speedmaster oder für die teuren Uhren halt so extra Straps basteln, die ein bisschen günstiger sind als die Originalen von den Marken, aber vielleicht von der Qualität her sogar besser.
00:37:33
Speaker
Aber wenn du das in den Massenmarkt bekommst,
00:37:35
Speaker
Also wenn das Publikum wird, dass es da einen Hersteller gibt, die dir diese Uhr für 50 Dollar, Euro extra nochmal dir einen Strap dazu gibt, dass du sie am Handgelenk tragen kannst, dann wird das Ding nochmal größer und dann hat das noch einen größeren Effekt für Swatch als auch für...
00:37:50
Speaker
Also ich sehe eigentlich gar keine Risiken da dran, weil die fünf Menschen, die dann sagen, oh mein Gott, jetzt gibt es eine Plastik-Ufer-Mein-Uhr, ich trage sie nicht mehr, ich verkaufe sie, ich kaufe nie wieder bei Odermar, dafür kommen 50 Leute, die erst recht bei Odermar dann kaufen.
00:38:04
Speaker
Deswegen sehe ich gar kein Risiko dafür, die Marken, sondern echt nur positive Skalierungseffekte.
Markteinflüsse durch die Royal Pop Veröffentlichung
00:38:11
Speaker
das einzige Risiko, was ich sehe, ist, dass du jetzt jungen Leuten, die vielleicht noch leicht zu beeindrucken sind, vermittelst, dass bei einer Uhr es nur darauf ankommt, dass sie schnell erkennbar ist.
00:38:21
Speaker
Und das ist eigentlich schade, weil wir, die wahrscheinlich auch die Hörer dieses Podcasts, ja Uhren aus ganz verschiedenen Gründen gut finden und viele haben damit zu tun, dass sie eben so...
00:38:32
Speaker
tolle Schriftfonds haben, dass sie tolle Werke haben, interessante Zifferblätter, Gehäuse, was auch immer.
00:38:37
Speaker
Und das ist ja eigentlich das Gegenteil, dass man da das Detail sucht und das auch vielleicht den individuelleren Zugang.
00:38:43
Speaker
Ich war gerade diese Woche bei Gégère LeCoutre und hatte diesen Duometre-Chronographen
00:38:50
Speaker
Mal zum Rumspielen.
00:38:51
Speaker
Hab da auch ein Video gemacht, schon live.
00:38:54
Speaker
Und das fand ich wieder faszinierend, einfach, dass in einer Uhr so verschiedene Ebenen von Zeit abgebildet sind.
00:38:59
Speaker
Also du hast einen Chrono, dann hast du so eine Sekunde für Drillante, ein Sechstel Sekunde und dann hast du aber auch die Mondphase und dadurch, finde ich, durch die Staffelung wird dieses am Ende ja auch kulturelle Konstrukt Zeit nochmal anders sichtbar.
00:39:14
Speaker
Ich verstehe dich.
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Speaker
okay, ich verstehe dich, du bist sehr romantisierend, das meine ich nicht negativ, das ist schön.
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Speaker
Dann geht dir die Hose auf, ne?
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Speaker
Ja, dann geht mir die Hose auf.
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Speaker
Das Problem daran ist, da geht sehr wenigen Menschen die Hose bei auf, weil die meisten Menschen eben genauso denken, wie du, was du gerade als negativ dargestellt hast.
00:39:33
Speaker
Das ist eigentlich nur um, hey, erkenn bitte, dass ich diese Uhr am Handgelenk trage.
00:39:38
Speaker
Darum geht es halt leider den meisten Menschen, dieses Romantisierende.
00:39:42
Speaker
Das ist halt für die Nerds und Geeks, die wir sind.
00:39:44
Speaker
Und wir sind wichtig für
00:39:48
Speaker
viele Marken, aber für diese Marken, die in den Weltmarkt hineindrängen, da sind wir relativ unbedeutend für, was den Absatz und den Erhalt der Marke anbelangt.
00:39:57
Speaker
Wenn wir wegfallen, ist das Oda mal relativ egal.
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Speaker
Das merken die nicht in ihren Zahlen, würde ich jetzt mal sagen.
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Speaker
Belehrt mich eines Besseren, bitte, immer.
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Speaker
Aber ich sage, wir sind für viele Marken wichtig und für viele Marken essentiell, aber für solche Marken wie Rolex oder mal Patek, bla bla bla, sind wir nicht mehr relevant.
Philosophische Reflexionen und langfristige Effekte
00:40:17
Speaker
Aber dann sind wir wieder bei so einer Frage zum Kapitalismus.
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Speaker
Geht es nur darum, erstmal diesen Absatz zu machen oder geht es auch darum,
00:40:24
Speaker
Du brauchst ja eine kulturelle Echokammer, in der Dinge stattfinden, damit sie überhaupt erst attraktiv werden.
00:40:29
Speaker
Der Absatz, also das Kaufen, das ist ja am Ende eines Entscheidungsprozesses.
00:40:34
Speaker
Und ich glaube, du brauchst auch Leute, die vorangehen und die Dinge entdecken und machen.
00:40:37
Speaker
Und vielleicht sind wir sozusagen die Gentrifizierer.
00:40:41
Speaker
So wie Gentrifizierer in komische Stadtteile ziehen, weil es da bunt und laut ist und interessantes Essen gibt und dann steigen die Mieten, weil alle Leute erkennen, dass es attraktiv ist.
00:40:50
Speaker
So sind wir ja auch ein bisschen mit Uhrenmodellen und Uhrenmarken und so weiter.
00:40:53
Speaker
Wir entdecken Dinge, erzählen ganz vielen, warum das so toll ist und dann werden die ja zum Teil auch gekauft und dann nachgebaut und so weiter.
00:40:59
Speaker
Deswegen werden ja jetzt so Uhren wieder kleiner, weil Leute ständig darüber rumschwadroniert haben, dass das so schön ist.
00:41:05
Speaker
Ja, also komplett richtig meine Meinung, was du sagst.
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Speaker
Jetzt das Aber dazu.
00:41:09
Speaker
Die Marken, die ich gerade benannt habe, da haben wir diesen Effekt, diese Gentifizierer haben ihren Job schon getan.
00:41:14
Speaker
Die Marken sind schon da, wo sie sind.
00:41:16
Speaker
Also zumindest sagen wir mal, kurz bis mittelfristig würde der Wegfall von uns denen nicht wehtun.
00:41:21
Speaker
Vielleicht irgendwann, wenn der Markt sich komplett shiftet, dann.
00:41:24
Speaker
Aber aktuell, ich denke mal, auf eine Sicht von ein bis fünf Jahren mindestens, wäre der Wegfall von uns für diese Marken nicht spürbar.
00:41:34
Speaker
Aber ich kann auch komplett falsch liegen.
00:41:36
Speaker
Schreibt es in die Kommentare.
00:41:38
Speaker
Das kann man die Leute catchen.
00:41:44
Speaker
Oder mal mega Erfolg, vor allem langfristig.
00:41:47
Speaker
Sie schaffen es, laut unserer Ausführung, ihr Produkt, ihr Produkt Royal Oak, sehr tief in der Gesellschaft zu verankern.
00:41:55
Speaker
Das ist Richtung neuer Goldstandard für, das ist eine Uhr, die muss so und so aussehen, gedrückt werden kann.
00:42:04
Speaker
der Wert der Marke und gerade der Royal Oaks, der richtigen in Anführungszeichen, dadurch in der nächsten Zeit signifikant steigern kann, siehe Beispiel auch
00:42:15
Speaker
Omega, dass das keinen Abbruch getan hat, sondern der Marke Omega sehr geholfen hat.
00:42:19
Speaker
Und das Gleiche wird sehr wahrscheinlich auch hier passieren.
00:42:21
Speaker
Und ein paar philosophische Fragen zum Nachdenken aufgeworfen, die ich jetzt nicht wieder rekapitulieren möchte.
00:42:28
Speaker
Und wir freuen uns auch tatsächlich dann über alle Kritik, die uns über Instagram oder sonst wo erreicht.
00:42:34
Speaker
Das ist immer spannend zu hören, was angekommen ist, was nicht angekommen ist.
00:42:39
Speaker
Wollen wir alles wissen.