Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zero Reset, der Uhren-Podcast.
Speaker: Ich schaue hier, ich schaue gerade nicht in vier andere Augen, weil die vier Augen gerade weg gucken, aber wir sind zu sechs Augen, drei Menschen sitzen wir hier, nicht nebeneinander, aber virtuell zusammen, denn der Knut hat einen sehr tollen und interessanten Gast mitgebracht.
Speaker: Und deswegen, weil Knut so lieb war und uns den Gast mitgebracht hat, werfe ich direkt drüber zu Knut, der unseren Gast einleiten darf, der sich dann auch vorstellen darf.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Wir haben heute Albert Edelmann von Zeitwinkel bei uns.
Speaker: Und zwar ist es so, die Ohrenmarke Zeitwinkel gibt es seit 2006.
Speaker: Und deswegen müssen wir zu 20 Jahren Zeitwinkel, 2026 natürlich, mit Albert darüber sprechen, wie es so ist mit Zeitwinkel.
Speaker: Er hat die Marke nämlich 2006 mit zwei Freunden gegründet.
Speaker: Und sie betreiben das auch bis heute.
Speaker: Und die Idee von Zeitwinkel war und ist es, in Anführungszeichen ehrliche Uhren zu bauen, ganz traditionell von Grund auf entwickelt und von Hand zusammengebaut in Saint-Emilier.
Speaker: Vielleicht kennen das einige von euch, weil auch Longy daherkommt.
Speaker: Real Swiss Made nennen sie das.
Speaker: und machen eben nicht Uhren, die aus Asien kommen oder viele Teile aus Asien, die sie dann mit Made in Swiss einfach weiter verschicken.
Speaker: Es ist also alles besonders und anders an Zeitentwicklung, nicht nur der Name, den finde ich sehr rätselhaft und das müssen wir alles mit Albert aufklären.
Speaker: So und deswegen fangen wir auch mit Albert an, denn ich fand das auch spannend, dass er das mit Freunden gegründet hat und dass die das auch immer noch zusammen machen.
Speaker: Das ist schon, finde ich, eine große Geschichte.
Speaker: Albert, wenn ich es richtig verstanden habe, dann habt ihr mit der Entwicklung des Werks angefangen und dann erst später die Uhr drum gebaut.
Speaker: Das ist ja ein mutiger Ansatz und auch ziemlich besonders.
Speaker: Und ihr macht, wenn ich es richtig verstanden habe, ungefähr so 100 Uhren im Jahr, um die Qualität halten zu können.
Speaker: Das finde ich auch besonders, weil alle wollen ja immer skalieren, damit sie reich werden.
Speaker: Und mich hat das sehr an Enzo Ferrari erinnert, der immer gesagt hat, bei mir kauft man einen Motor und bekommt das Auto dazu.
Speaker: Und der vor allen Dingen einfach ganz lange einen Rennstall betrieben hat und nie Autos auf der Straße vermarktet hat.
Speaker: Der macht überhaupt keine Serienproduktion gemacht.
Speaker: Albert, bist du auch so ein Enzo Ferrari?
Speaker: Nein, also erstmal danke, dass ihr mich da aufgenommen habt in eure Arme.
Speaker: Obwohl ich, wenn ich da schon 20 Jahre auf dem Buckel habe, nicht mehr der Frischeste bin, sicherlich.
Speaker: Aber nein, ich bin kein Enzo Ferrari, keiner von uns drei Gründern ist ein Enzo Ferrari, aber wir haben mindestens genauso viel Spaß wie Enzo Ferrari, denke ich mal.
Speaker: Ja, wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Speaker: Das klingt, finde ich, in der Zusammenstellung, ich habe das jetzt sehr runtergebrochen, erst mal wie so ein Himmelfahrtskommando, also mit dem teuersten Teil anzufangen, den total ambitioniert und dann erst die Uhr hinterher und dann, ja, also wie kam das?
Speaker: Wie seid ihr drei da zusammen gestartet?
Speaker: Also erstmal gehört wahrscheinlich schon ein bisschen Naivität dazu, aber auch Erfahrung.
Speaker: Und die Erfahrung hat mein Freund Peter gehabt in der Uhrenindustrie, der für eine der Glashütter-Marken die Vertriebsrechte außerhalb Europas hatte und den ich da auf seiner Reise durch die Uhrenwelt auch immer mal wieder begleitet habe.
Speaker: Also
Speaker: auch wirklich physisch begleitet habe.
Speaker: Wir waren mal zusammen in Kuwait in quasi einer Golfkriegspause, weil jemand von ihm große Mengen Uhren gekauft hatte, die dann aber nicht zu verkaufen wusste.
Speaker: Er hatte die immer noch in Schachteln da liegen, hatte ein Geschäft für weiße Ware, also Kühlschränke, Spülmaschinen und Ähnliches und war einfach mal auf den Trichter gekommen, er will jetzt auch Uhrenverkäufer sein.
Speaker: Und ich fand das faszinierend, dass jemand dafür sechsstellige Beträge Uhren kauft, um die verkaufen zu können, aber keine Ahnung davon hatte.
Speaker: Also dieses Produkt musste eine gewisse Faszination noch haben über die reine Sammler-Tätigkeit hinaus.
Speaker: Und während Peter die Industrie-Erfahrung mitbrachte, hatte ich so ein bisschen aus dem Geschäftsleben noch Erfahrung und der dritte Gründer Max.
Speaker: Baum ist Professor für Kommunikationsdesign und kannte sich natürlich daher so ein bisschen in diesem Thema aus Darstellung nach außen.
Speaker: Du bist BWLer, ne?
Speaker: Ich bin tatsächlich BWLer, reib's nicht rein.
Speaker: Also du musst auf die Zahlen achten.
Speaker: Aber ich habe gesehen, du hast erst Geld gemacht mit erneuerbaren Energien.
Speaker: Das heißt, du bist doch irgendwie immer schon Überzeugungstäter gewesen, oder?
Speaker: Ja, also ich hatte mit erneuerbaren Energien angefangen, als das tatsächlich noch absurd war, dass das jemals irgendwas werden könnte.
Speaker: Story of your life offensichtlich.
Speaker: Ja, kann man so sehen, aber ich will mich ja nicht demotivieren.
Speaker: Also das hat auch erneuerbare Energien haben sehr viel Spaß gemacht.
Speaker: Ich bin der Branche auch bis heute verbunden, aber erneuerbare Energien wurde irgendwann so mainstream, so...
Speaker: perfektioniert, dass es mehr um das Management ging, als dass du tatsächlich was gestalten konntest.
Speaker: Also die Zeiten, wo du tatsächlich ein Solarpanel in Schweden auf der Hütte hattest, die sind ganz, ganz lange vorbei.
Speaker: Während in der Uhrenbranche kannst du tatsächlich mit einer Idee noch was bewirken.
Speaker: Und da kommen wir dann eben auch zu dem Grund, warum wir mit dem Uhrwerk angefangen haben.
Speaker: Und dann habt ihr, weiß ich nicht, 2004, also wenn ihr 2006 gestartet seid, seid ihr ein bisschen vorher angefangen, Dinge zu entwickeln, dann hattet ihr einen rotweinseligen Kaminabend und habt überlegt, man müsste das eigentlich mal machen.
Speaker: Naja, es gibt nicht den einen Startpunkt, wenn du so ein Projekt hast, das nicht dringend ist.
Speaker: Alle drei haben ja grundsätzlich auch eine Beschäftigung gehabt,
Speaker: gibt es nicht den Startpunkt, wo man sagt, wir müssen jetzt sofort anfangen, sonst wird das nie was, sondern man müsste mal.
Speaker: Ach komm, lass uns doch mal mit Ingenieuren sprechen.
Speaker: Lass uns einfach mal aufschreiben, wie würde das denn aussehen, wenn man es richtig macht.
Speaker: Und der Punkt, zu dem wir immer wieder zurückgefallen sind, war,
Speaker: vor dem Hintergrund der damaligen Landschaft, du musst dein eigenes Uhrwerk haben und du musst nicht behaupten, ich habe ein Unitas ein bisschen modifiziert und das ist jetzt mein eigenes Uhrwerk, sondern du musst wirklich ein eigenes Uhrwerk haben.
Speaker: Und dann sind Peter und ich eben auch durch die Schweiz gereist und haben uns angeschaut, wer stellt denn Uhrwerke für andere her und das war für uns nicht zufriedenstellend.
Speaker: Hattet ihr so eine Referenzuhr, wo ihr angefangen habt, dass ihr gesagt habt, also es muss mindestens so wertvoll sein wie diese oder es soll so eine ähnliche Optik haben wie dies oder wie seid ihr gestartet?
Speaker: Man hat ja bei drei Leuten auch wahrscheinlich drei unterschiedliche Vorstellungen, wie die ideale Uhr aussehen soll.
Speaker: Das ist auch der Grund, warum bei uns neben der Größe des Unternehmens alles recht lange dauert, weil wir erst einen gewissen Konsens herstellen müssen zwischen drei komplett unterschiedlichen Charakteren, was schon sehr schweizerisch klingt, extrem frustrierend sein kann, dann aber tatsächlich auch Lösungen bringt, die sehr, sehr lange halten.
Speaker: Und für uns war das so, dass wir uns angeschaut haben, wenn man ein eigenes Uhrwerk macht, wollen wir auch die Teile dafür in der Umgebung produzieren können.
Speaker: Und da ist sehr schnell sehr viel rausgefallen.
Speaker: Und wir sind, um die Geschichte abzukürzen, im Berner Jura gelandet, weil dort tatsächlich noch kleine Fertigungsbetriebe waren und bis heute sind.
Speaker: Und es ist auch dadurch dann klar geworden, wir können kein Uhr bauen für 3000 Franken.
Speaker: Also selbst wenn wir die üblichen Faktoren, die damals wie wahrscheinlich auch heute Faktor 5 bis 7 auf die reinen Produktkosten sind zum Endpreis der Uhr, das ist in unserer Sphäre nowhere near, also da bist du viel, viel, viel, viel niedriger.
Speaker: als Faktor.
Speaker: Aber selbst wenn wir ganz niedrige Faktoren ansetzen, ist ein eigenes Werk derartig teuer, dass du keine Uhr für untere vierstellige Beträge bauen kannst.
Speaker: Und daraus hat sich das dann entwickelt.
Speaker: Ich war mal auf einer Messe und habe mich mit einem Inhaber einer deutschen Uhrenmarke unterhalten und er meinte,
Speaker: dass die Entwicklung eines Uhrwerks sechsstellige Beträge kosten würde, dass sie deswegen davon Abstand genommen haben, das zu machen?
Speaker: Das ist realistisch und auch optimistisch.
Speaker: Ja, das ist tatsächlich so.
Speaker: Also wir haben damals zum Beispiel davon abgesehen, ein Chronografenwerk auch nur anzudenken, weil es hieß 5 Millionen Franken und 5 Jahre, bis du in eine saubere Prototypenphase kommst.
Speaker: Die Problematik bei der Entwicklung eines eigenen Werkes, wo du eben nicht auf die Geartrain von Unitas zurückgreifst oder einfach nur zwei, drei Platinen änderst oder sowas.
Speaker: Also heute gibt es ja auch viel mehr Anbieter als damals, was aus dem Regal nimmst und sagt, dreh mir das hier um, zieh das nach vorne und dann ist es mein eigenes Werk.
Speaker: Das sind sehr hohe Beträge.
Speaker: Und das Traurige, was einem niemand erzählt, die Arbeit geht ab der Prototypenphase erst richtig los.
Speaker: Im Sinne von, dass man dann erst mal testen muss, ob der Prototyp die Jahre ohne viel Revision überlebt und so weiter, denke ich mal richtig.
Speaker: Also, dass man dann erst wirklich die Kinderkrankheiten auch wirklich erfassen kann, oder?
Speaker: Ja, also Biverr hat mal gesagt, wenn das Werk nach zehn Jahren immer noch läuft, dann weiß man, die Kinderkrankheiten sind raus.
Speaker: Wir haben die ersten Werke 2009 rausgebracht, also da sind wir auf jeden Fall raus, aber es geht ja auch deutlich weiter als die Frage, ob das einfach nur läuft, sondern du musst die Konstruktion so anpassen, dass du es auch tatsächlich fertigen kannst.
Speaker: Ich gebe dir, also wir sind jetzt schon ganz tief im Schilf drin.
Speaker: Ja, ich wollte auch vielleicht...
Speaker: Weil vielleicht hat ja noch nicht jeder in seinem Leben eine Zeitwinkeluhr gesehen.
Speaker: Vielleicht mal, damit man weiß, worauf man sich einlässt, wenn man jetzt danach googelt parallel.
Speaker: Also ich habe mal versucht, das zusammenzufassen, was so der erste Eindruck für mich ist.
Speaker: Also sie haben eine ganz besondere Optik, sehr zurückhaltende Zifferblätter.
Speaker: Ihr habt sogar eine eigene Schrift entwickelt.
Speaker: Ich finde, sie haben einen sehr technischen Look.
Speaker: Und ihr habt so Smoke Sapphire Blätter, also so durchsichtig, ein bisschen vielleicht wie so eine lange Lume.
Speaker: Sie geistert ja immer wieder so durch, also man kann so halb durchgucken.
Speaker: Dann sind sie, als ihr 2006 gestartet seid, da waren die Uhren, glaube ich, insgesamt sehr viel größer, als sie im Moment sind im Medium.
Speaker: Ihr seid mit 42,5 mm gestartet.
Speaker: Jetzt mittlerweile gibt es auch kleinere, aber es sind auf jeden Fall substanzielle Uhren, würde ich sagen.
Speaker: Also nicht filigran.
Speaker: Das Werk fand ich interessant.
Speaker: Ich weiß nicht, ob ich den Namen richtig ausspreche, aber es habt ihr mit Hilfe von Laurent Bess genannt.
Speaker: entwickelt, den ich kenne, weil der für MBNF auch die Horological Machine 1 und ich glaube auch die 4 gemacht hat.
Speaker: Also
Speaker: wirklich ganz große Kathedralen der Uhrmacherei, wo es viele Fanboys von gibt, die glaube ich nicht bewusst ist, dass ihr auch ein Nexus zu dem habt.
Speaker: Dann habt ihr eine Dreiviertelplatine aus Neusilber oder English German Silver und nicht rodiniert.
Speaker: Neusilber kennt man auch von Lange vor allen Dingen oder also Glashütte insgesamt.
Speaker: Das ist ein Material, was sehr schön warmen Ton annimmt mit der Zeit, also schön, sagen wir mal, patiniert, aber was...
Speaker: anspruchsvoll ist, weil man jedes Elend, was man darauf fabriziert, sofort sehen kann.
Speaker: Also das spricht für eure Sorgfalt, dass ihr das habt.
Speaker: Und ich habe gerade erst am 28.05. ein Video von Timosso gesehen, da hatte er eine Uhr von euch drin und nannte sie, Zitat, das Little Lange Movement.
Speaker: Das fand ich interessant, also es ist jetzt sehr viel lange mal gefallen, aber einfach, dass man sich vorstellt.
Speaker: Ihr habt nämlich auch ein Großdatum.
Speaker: ein eigenes.
Speaker: Dazu muss ich hinterher auch wissen, was ihr da patentiert habt, was das eigene ist.
Speaker: Das habe ich noch nicht herausgefunden.
Speaker: Und ihr macht sehr viele Bauteile in-house, zum Beispiel auch die Zeiger.
Speaker: Und ihr habt sehr viel Handarbeit beim Finish und auch eine zweifache Montage.
Speaker: Ehrlich gesagt, 90 Prozent von dem, was ich jetzt gesagt habe, da denke ich immer zuerst an Glashütte.
Speaker: Aber ihr seid ja eine Schweizer Uhrenfirma, die aber von drei Deutschen produziert wird.
Speaker: Und jetzt frage ich mich ein bisschen, wieso habt ihr so eine Glashütte-Expat-Uhr in der Schweiz?
Speaker: Naja, das hat sich im Zweifel ergeben, weil wir die besten Features von beiden Welten wollten.
Speaker: MyShore oder Neusilber, wie du schon erwähnt hast, weil es sehr schön ist, aber auch weil es sehr hart und stabil ist, dadurch Präzision ermöglicht und weil du jeden Fehler drauf siehst.
Speaker: Also wir vernickeln das nicht, wir rodinieren das nicht.
Speaker: Du siehst das hohe Material und wenn da jemand drauf gefasst hat, siehst du diesen Fingerabdruck nicht sofort, aber nach ein oder zwei Monaten siehst du, da hat jemand drauf gefasst.
Speaker: Wenn jemand daneben gekratzt hat irgendwo, diesen Kratzer siehst du.
Speaker: Es war für uns ein Zeichen davon, dass Präzision gefragt ist, nicht nur in der Uhr, sondern auch in der Fertigung.
Speaker: Und da ist auch die Dreiviertelplatine, die oft mit Glashütte in Verbindung gebracht wird, sicher so ein Zeichen, weil du eben sehr viele verschiedene Punkte gleichzeitig in Übereinstimmung bringen musst und nicht nur zwei oder drei Achsenpunkte wie in geteilten Platinen.
Speaker: Der Grund aber auch, warum die Uhren, wie du vorhin sagtest, vielleicht etwas solider wirken, ist, dass wir im Zweifel zwischen, wenn wir einen Kompromiss machen müssen zwischen Präzision und Stabilität und Wartungsfreundlichkeit auf der einen Seite und Optik auf der anderen Seite immer zu dem Ersteren tendieren.
Speaker: Das heißt, man kann jede Platine, jede Brücke auch nochmal ausbohren, kann einen größeren Lagerstein einbauen, ohne dass die Uhr auseinanderfällt, selbst in 50 oder 100 Jahren noch.
Speaker: Vielleicht gehen wir mal auf eine spezielle Uhr.
Speaker: Wenn ich das richtig gesehen habe, habt ihr als letztes die 173 Grad vorgestellt, die alle Features, die ihr in eurem Flagship hattet, jetzt in einer aktuell gerade modernen Größe, so um die 40 Millimeter anbietet.
Speaker: Vielleicht fangen wir mal an.
Speaker: Also warum heißt die 173 Grad?
Speaker: Ich habe wirklich doll und liebevoll geguckt.
Speaker: Erstens, was Zeitwinkel heißt.
Speaker: Das konnte man ergoogeln, aber kannst du, glaube ich, schöner sagen.
Speaker: Und zweitens, warum haben diese Uhren immer diese Gradangaben?
Speaker: Was bedeutet das?
Speaker: Das habe ich einfach nicht verstanden.
Speaker: Das musst du uns erklären.
Speaker: Gut, zunächst Zeitwinkel.
Speaker: Wir hatten überlegt, wie nennen wir denn unser kleines Abenteuer?
Speaker: Und wir waren relativ schnell klar darüber, wir wollen es nicht nach uns selbst benennen, weil wir nicht im Vordergrund stehen wollten.
Speaker: Und Zeitwinkel ist das Maß zur Bestimmung der exakten Ortszeit.
Speaker: Also ihr seid jetzt in Berlin, ich bin in St.
Speaker: Timiers in der Schweiz.
Speaker: Wir haben beide 17.22 Uhr zu dem Zeitpunkt, wo wir das aufnehmen.
Speaker: Aber in Wirklichkeit nach dem Sonnenstand ist es bei euch wahrscheinlich schon etwas später als bei mir.
Speaker: Eine Equation of Time?
Speaker: Ja, ich kann durch den Winkel des Sonnenstandes die tatsächliche Zeit bestimmen.
Speaker: Und wenn ich dann rausfinden will, also wenn ich die Zeit habe, kann ich den Ort bestimmen und umgekehrt.
Speaker: Wenn ich den Ort und den Winkel habe, kann ich wiederum die Zeit bestimmen.
Speaker: Es ist ein Maß der genauen Ortszeit und die Gradzahlen ergaben sich dann für uns zugegebenermaßen auch so ein bisschen nach dem Konsensprinzip aus der Tatsache, dass wir über Winkel sprechen.
Speaker: Okay, aber jetzt habe ich nicht verstanden, warum eine Uhr 173 Grad heißt und eine heißt 273 Grad.
Speaker: Ich kenne 3er BMWs und 5er BMWs, aber das wird den Grad wegen gar nicht verstanden.
Speaker: Gut, also wir hatten am Anfang 312 Grad, 32 Grad, 273 Grad und 181 Grad.
Speaker: Also quasi so ein bisschen aus jedem Bereich unter 360 Grad etwas.
Speaker: Und die 273 Grad, die du vorhin so ein bisschen in Richtung Lange Lumen gezogen hattest mit dem Saphir-Zifferblatt, das war tatsächlich die ganze Zeit unser Bestseller.
Speaker: Die Saphir für mich.
Speaker: Wobei die auch meiner Meinung nach vor der Lange Lumen kam.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Nee, ich wollte nur, weil ich glaube, Lange Lumen...
Speaker: Leute öfter mal in der Zeitschrift gesehen.
Speaker: Genau, das kennt man.
Speaker: Und eine unserer ersten Uhren von diesem Modell ging damals auch an die Richemont-Gruppe.
Speaker: Das Herz der Finsternis.
Speaker: Nein, nein, das sind alles super nette Leute.
Speaker: Also finde ich auch wirklich gut.
Speaker: Und das belebt ja auch so ein bisschen die Bekanntheit, wenn dann Saphir-Zifferblätter, die wir ja auch nicht als erste hatten, mehr Anerkennung finden.
Speaker: Und einer der wenigen Kritikpunkte an dieser Uhr war, die ich jetzt auch gerade an meinem linken Mädchenhandgelenk trage, das sehr, sehr schmal ist, dass sie recht groß wirkt an schmaleren Handgelenken.
Speaker: sodass wir sie tatsächlich dieses Jahr endlich in einem kleineren Durchmesser herausbringen konnten, ohne dass das 8 mm hohe Uhrwerk in irgendeiner Form klobig wirkt am Handgelenk.
Speaker: Dann war für uns eigentlich klar, dass wir sie an die 273 Grad vom Namen her anlehnen wollten.
Speaker: Und weil sie eben weniger hoch wirkt und einen kleineren Durchmesser hat, haben wir uns für die 173 Grad entschieden.
Speaker: Also habt ihr die Zahlen ein bisschen gewürfelt und das ist nicht das Osterdatum von eurem Lieblingspapst oder sowas.
Speaker: Dann bin ich ja beruhigt, dass ich das nicht rausgefunden habe.
Speaker: Nein, nein, nein.
Speaker: Also da gibt es natürlich auch ganz tolle Zufälle, wofür diese Zahlen stehen, wenn man dann mal auf die Zahlen achtet.
Speaker: Also als wir rauskamen mit 181 Grad und 273 Grad,
Speaker: haben wir herausgefunden, dass es eine Universitätsstudie gibt, wie viele Menschen denn nach der Zombie-Apokalypse überleben werden.
Speaker: Und es ist tatsächlich, 181 Menschen überlegen, wenn es keine Inseln gibt.
Speaker: Wenn es aber eine Insel gibt, sind es in der Tat 273 Menschen.
Speaker: Das ist eine echte Illuminati-Uhr, die ihr da gebaut habt.
Speaker: Kommen wir mal zum Großdatum.
Speaker: Ihr habt ein eigenes Großdatum und da sind auch Dinge patentiert.
Speaker: Was ist es, erzähl mal.
Speaker: Ich habe nur gesehen, es ist an einer relativ ungewöhnlichen Position, aber vielleicht gibt es da noch mehr zu wissen.
Speaker: Genau, es ist die Position 11, also vereinfacht ausgedrückt oben links.
Speaker: Kurz vor der Apokalypse um 12.
Speaker: Jaja, also Apokalypse ist immer um 12.
Speaker: Wir sind ja immer noch in Deutschland.
Speaker: Sehr gut.
Speaker: Nein.
Speaker: Also es gibt, soweit ich weiß, es gab zum damaligen Zeitpunkt vier Patente auf Datumsverstellmechanismen Großdaten bei der ELF.
Speaker: Das eine war Lange hat ein Patent, FP John hat ein Patent und Bucherer hat ein Patent und wir haben ein Patent über einen Mechanismus, wie man an dieser relativ außergewöhnlichen Position ein Großdatum verstellen kann.
Speaker: Und Buchacher ist aus dem Spiel, weil die Marke eben nicht mehr existiert als Uhrenmarke, sodass es jetzt drei Unternehmen gibt, die einen Verstellmechanismus patentiert haben an dieser Stelle.
Speaker: Also die Position ist kompliziert zu erreichen, weil Platzverhältnisse und so.
Speaker: Die Position ist kompliziert zu erreichen.
Speaker: Wir machen das durch einen...
Speaker: Hebelsystem aber auch durch einen Ring, auf dem 31 Stifte von Hand eingesetzt werden müssen, genau senkrecht wie Tortenkerzen und dann von Hand reingedrückt werden mit einer kleinen Drehpresse.
Speaker: Und wenn du da einen Fehler machst, und das ist Teil dessen, warum es so lange dauert, bis man tatsächlich ein Uhrwerk richtig zum Laufen bekommt, dann rutschen die durch.
Speaker: Dann hast du den 33. oder...
Speaker: Am Anfang hatten wir auch mal eine Uhr, da war der Nullnullte angezeigt und hat sich nicht mehr wegbewegt.
Speaker: Apokalypse halt, das verfolgt euch auch dann.
Speaker: Das ist gut.
Speaker: Was ich auch interessant finde, ist, dass ihr sehr viel Wert darauf legt, bei eurer Internetseite, das finde ich gut, dass die so transparent ist, dass ihr eben sehr viel Handfinish macht.
Speaker: Und jetzt wollte ich dich mal fragen, woran man das bei euch sehen kann.
Speaker: Also gibt es irgendein Qualitätskriterium, weil es wird ja immer viel behauptet.
Speaker: Aber es gibt sehr wenig Leute, die sagen können, was weiß ich, so wie bei Käse oder Rotwein, woran man handwerklich gute Qualität erkennen kann.
Speaker: Kannst du das sehr plastisch an der Uhr erklären, was an der Anglage oder an den Streifen, woran man sieht, dass es besonders schön gemacht ist bei euch?
Speaker: Also zunächst mal ist das Material, das wir nutzen, Neusilber und die Konstruktion des Uhrwerks eignet sich nicht für industrielle Fertigung.
Speaker: Aber das muss gefräst werden.
Speaker: Viele Uhrwerksteile werden heutzutage gestanzt.
Speaker: Das kannst du hiermit nicht machen.
Speaker: Und allein die Tatsache, dass du es nicht anfassen kannst mit bloßen Händen, ist schon nicht geeignet für eine richtig industrialisierte Produktion.
Speaker: Das heißt, wenn wir Kapazität verdoppeln wollen, brauchen wir doppelt so viele Uhrmacher mehr oder weniger.
Speaker: Wie viele Uhren macht ihr?
Speaker: Wir haben im Moment die Kapazität, ungefähr 100 Uhren im Jahr zu machen.
Speaker: Wir haben drei Uhrmacher im Haus.
Speaker: Wir nutzen teilweise auch Partner hier vor Ort, um zum Beispiel Bauteile zu bedrucken, auch zusammenzubauen machen.
Speaker: Aber so gut es geht im Haus.
Speaker: Wir können auch Komponenten selbst herstellen.
Speaker: aber lassen viele Komponenten in der Rohform von Partnern hier im Umkreis von 50 Kilometern herstellen.
Speaker: Erkennen kannst du grundsätzlich die Handdekoration oder die handgeführte Dekoration an kleinen Unregelmäßigkeiten, an Irregularitäten, beziehungsweise dass auch Unterschiede sind.
Speaker: Also wenn du irgendwo in der Ecke musst, siehst du, in der Ecke hat jemand nochmal neu angesetzt.
Speaker: Grundsätzlich ist die CNC-Technik und seit einigen Jahren auch die Lasertechnik so weit, dass du das bis zu einem gewissen Grad auch simulieren kannst.
Speaker: Das heißt, bei geschlossenem
Speaker: Uhrengehäuse durch den Saphir-Glasboden siehst du nicht unbedingt den Unterschied.
Speaker: Wenn du das Werk in der Hand hast und geschult bist, siehst du es heute immer noch.
Speaker: Das ist interessant, da wird halt nicht viel drüber geredet.
Speaker: Ein Beispiel bei der Anglage.
Speaker: Ich weiß, es gibt Hersteller, Glashütte Original, die machen die zum Beispiel 45 Grad, das ist denen wichtig.
Speaker: Es gibt aber auch Hersteller, die machen eine Anglage, die hat so einen gerundeten Winkel, damit das Licht sich anders bricht.
Speaker: Wie ist das bei euch und wie habt ihr euch das so überlegt, welche Arten von Verzierung an ihren Werken ihr machen wollt?
Speaker: Also zunächst mal ging es uns darum, überall nach klassischen Methoden zu verzieren.
Speaker: Du hast bei uns Perlagen in verschiedenen Größen, je nachdem wie der Bereich zum Beispiel einer Platine das hergibt.
Speaker: In einem kleinen Bereich eher kleine Kreise, wobei größere Kreise sind natürlich günstiger zu produzieren, weil du weniger Kreise brauchst.
Speaker: Dort, wo das zu nervös wirken würde, haben wir größere Kreise, aber immer noch nicht so groß, dass es günstig wird.
Speaker: Wir haben dann Anglage, wir haben Strichschliff, wir haben teilweise Schwarzpolitur in den Uhren drin, alles sehr klassische Methoden.
Speaker: Wir nutzen in der Regel gerade Anglage, weil das besser zu dem
Speaker: ja, ich würde nicht sagen eher deutsch-schweizerischen Design, aber eher klassischen, vielleicht Glashütte angelehnten Design der Uhren passt als gebogene Anglage, aber es wird trotzdem von Hand angliert.
Speaker: Also du hast teilweise handgeführte kleine Maschinen und die Endfertigung der Anglage, die passiert immer von Hand.
Speaker: Verstehe.
Speaker: Und wie habt ihr das entwickelt?
Speaker: Also ich habe jetzt gesehen, ich habe mal geguckt, was habt ihr 2006 gemacht, was habt ihr 2009 gemacht, 2016 und so weiter und man sieht, es sind...
Speaker: Da ist eine Kontinuität drin.
Speaker: Das ist eine Uhr.
Speaker: Das ist ein Idealtyp dieser einen Uhr und die wird dann kleiner oder größer oder so.
Speaker: Aber es ist im Großen und Ganzen immer die gleiche Uhr.
Speaker: Das fand ich interessant, weil wir haben ja seit 2006 mindestens drei Großmoden gehabt.
Speaker: Von groß, klein, bunt, retro.
Speaker: Vor 2009 gab es auch viel so Space-Uhren mit komischen Komplikationen und so.
Speaker: Und bei euch ist es immer gleich.
Speaker: Wie ist da euer Ansatz?
Speaker: Also wir haben tatsächlich da keine Änderungen drin und das klingt jetzt vielleicht erstmal langweilig, aber wie du sagst, es gab alle möglichen Moden, die durchgelaufen sind und wir sind einfach zu klein, um mit diesen Moden mitzulaufen.
Speaker: Und vor allem sind viele von diesen Moden nicht nur zeitgeistgeprägt, sondern auch hypegeprägt und dadurch dann auch relativ bald wieder aus der Mode.
Speaker: Wenn es langweilig klingt, dass wir die Dekoration nicht groß verändert haben, habe ich darauf zwei Antworten.
Speaker: Und die eine Antwort ist zunächst mal, wir haben sie auch nicht runtergedummt.
Speaker: Also wenn du Uhren gewisser sehr hochwertiger Marken nimmst von, sagen wir mal,
Speaker: 1990 umbaust sie auseinander und baust dasselbe Einstiegsmodell derselben Marke heute auseinander, wirst du möglicherweise überrascht werden.
Speaker: Du meinst, falls man davon spricht, dass Leute mal ein Gemfer Siegel hatten und dann irgendwann fanden, man kann auch eigene Siegel entwickeln?
Speaker: Ja, es gibt alle möglichen Marken, die eben teilweise, weil sie zu einem Konzern gehören oder teilweise, weil es geht.
Speaker: Also wenn du 70.000 Uhren im Jahr machst, kannst du nicht erwarten, dass alle 70.000 Uhren wirklich handdekoriert sind oder auch wirklich überall dekoriert sind, wo sie früher mal dekoriert waren.
Speaker: Das geht schlichtweg nicht.
Speaker: So große Gebäude gibt es in der ganzen Schweiz nicht.
Speaker: Ja, das haben wir öfter schon aufgerufen, dass solche Hersteller vielleicht auch sehr viele Stahl-Quarzuhren mit Diamanten drauf verkaufen.
Speaker: Ja, irgendwas ist ja immer.
Speaker: Und die zweite Antwort, die ich dann noch hätte, wir haben immer wieder Anfragen nach mehr sichtbarer Handdekoration, wo wir eben gefragt werden nach Inner Angles, nach zusätzlichen Dekorationen und wir sind im Moment dabei,
Speaker: sowas auch auszutesten, weil wir können das ja.
Speaker: Unsere Uhrmacher können das machen.
Speaker: Es ist nur die Frage, wie viel Zeit möchte man bezahlen?
Speaker: Ist das nicht aber vielleicht auch eine Großmode?
Speaker: Ich habe so den Eindruck, dass es in letzter Zeit sehr viele so ganz neue Independents gab von irgendwelchen 20-Jährigen, die aus der Uhrmacherschule gefallen sind und dann gesagt haben, ich habe bei Vollmond 400 Innenwinkel in dieses Zweizeigerwerk reingefummelt, gib mir 80.000 Euro und irgendwie ist mein Eindruck, das ist jetzt auch ein bisschen durch wieder.
Speaker: Ja, und das ist genau der Grund.
Speaker: Da sind wir wieder bei dem Hype bzw.
Speaker: bei den Moden.
Speaker: Du hast in den letzten Jahren, insbesondere seit der Pandemie, eben recht viele Marken, die rausgekommen sind.
Speaker: Es wurde dann irgendwann akzeptiert, dass eine Dreizeigeruhr irgendwo um die 50.000 Franken kostet.
Speaker: Natürlich schön dekoriert, aber nach dem Baukastensystem.
Speaker: Uhrwerk von Anbieter A, Gehäuse von Anbieter B, Zifferblatt von Anbieter C und erstaunlicherweise kennt die Klientel, die solche Uhren kauft, auch diese Anbieter, weil sie ihnen immer wieder wiederholt werden als das Beste, was es gibt.
Speaker: Und dann kostet die Uhr 50.000.
Speaker: Mittlerweile sind wir im Jahr 2026, dass so eine Uhr auch 80.000 kostet.
Speaker: Ja, ich habe auch gesehen, es gibt mittlerweile echt ja auch Zeitschriften B2B, wo ganzseitige Anzeigen geschaltet werden.
Speaker: Bei uns können Sie Ihr Inhouse-Chronografenwerk bekommen, rufen Sie hier an.
Speaker: Ja klar, das ist Baukastensystem.
Speaker: Ja, du sagst das so, aber du bist ja drin.
Speaker: Aber wenn wir jetzt von der Kundenseite sozusagen kommen, man müsste eigentlich nicht sehr viel recherchieren, um eben rauszufinden, wer eigentlich auch heute noch...
Speaker: ein Unitas-Kaliber eigentlich nimmt und dann da von der Seite noch eine halbe Komplikation anflanscht und eben eine andere CNC-Brücke und dann ist es plötzlich ganz was Eigenes und da fallen viele Leute drauf rein.
Speaker: Das finde ich immer erstaunlich.
Speaker: Also das war aber nicht ganz das, was ich damit sagen wollte.
Speaker: Diese 50.000 Frankenuhren,
Speaker: Das sind schon höherwertigere Uhrwerkshersteller, die eben sagen, ich habe auch ein Baukastensystem, das ich anbiete.
Speaker: Bei mir kostet das Uhrwerk halt 3000, 4000 Franken und nicht wie ein Unitas, das eben in millionenfach jedes Jahr produziert wird oder wurde.
Speaker: Und dadurch ist das schon höherwertig.
Speaker: Aber es ist eben, theoretisch wir drei könnten uns jetzt entscheiden, wir haben irgendwoher richtig viel Geld, nächstes Jahr kommt so eine Uhr raus.
Speaker: Weil wir eben zu diesen vier, fünf, also dann ist es auch immer dieselben Designer, die die Uhren dann designen.
Speaker: Und irgendwie schaffen solche Marken das immer recht gut, die erste Serie zu verkaufen.
Speaker: auch mit Hilfe von interessierten Publikationen, die dann oft Partner in dieser Veranstaltung sind, schwieriger wird immer die zweite Uhr.
Speaker: Das ist interessant.
Speaker: Ich weiß nicht, wie offen du darüber sprechen kannst, aber ich habe den Eindruck, das ist eine sehr enge Verkopplung.
Speaker: von sagen wir mal geschmacksbildenden Personen in der Szene gibt, mit Menschen, die Uhren herstellen und Vertriebskanäle und also man kriegt das manchmal mit, auch durch Periscope zum Beispiel, wie sich das gestaltet bei Vintage Uhren, also wie Preise bei Auktionen gebildet werden durch Berichterstattung und so weiter und so weiter.
Speaker: Aber ich habe zunehmend den Eindruck gewonnen, dass es auch bei neuen Uhren so ist, dass es da eine sehr kleine Szene gibt, die diese Bestätigungs-Zirkel aufbaut.
Speaker: Ich würde jetzt vermuten, dass du da erstmal ein ganz großes, stumpfes Wort Marketing wieder etwas aufziehst.
Speaker: Du kannst eine neue Marke einfach positionieren durch und dann die entsprechenden Reize bei den Menschen setzen.
Speaker: Und ich glaube gerade bei Menschen, die sich mal eben so eine Uhr für 50.000 bis 80.000 Franken, Euro, whatever kaufen können, die haben sehr viel Geld und die haben oftmals, denke ich mal auch so, den Kick nach etwas Neuem, dass du den brauchst.
Speaker: Und wenn du dann einer der Ersten sein kannst, du hast ja von einer neuen Marke, die dir ganz viel verspricht, in Klammern Marketing, diese Uhr haben kannst.
Speaker: ist es, glaube ich, fast einfach schon, so ein Ding an den Mann oder Frau zu bringen in der ersten Reihe.
Speaker: Und dann haben diese Menschen diese Uhr und dann wird, wie Albert, wie du gesagt hast, das ist in meinem Kopf immer eine Vermutung, die zweite Riege dann schwerer zu verkaufen, weil dieses I want it, dieses FOMO, ist abgedeckt.
Speaker: Und dann einen neuen Reiz zu finden und den zu triggern, ist halt doppelt schwierig.
Speaker: Warum machst du das nicht, Albert?
Speaker: Naja, also erstmal sind wir ja in, wie du vorhin schon gesagt hast, seit 20 Jahren da.
Speaker: Und da würde es jetzt sehr schwer werden, so zu machen, als haben wir da irgendwas ganz Neues, wo es ganz wichtig ist, dass du eben nicht auf der Strecke bleibst.
Speaker: Und so wird das ja auch meistens gemacht, dass du eben eine neue Marke hast.
Speaker: Dann hilft dir meinetwegen auch noch der Hersteller einer Komponente an Leute zu kommen.
Speaker: Aber irgendwie schaffst du es, dass zwei, drei einflussreiche Menschen sagen, du musst diese Uhr haben.
Speaker: Das sind oft Sammler, die haben die Uhr da möglicherweise auch noch bevorzugt bekommen und dann hast du tatsächlich Fear of Missing Out.
Speaker: Das ist aber beim zweiten und dritten Mal nicht unbedingt mehr der Fall.
Speaker: Der stehende Satz ist glaube ich, das ist das neue FP Journ und bei der zweiten Uhr hat man ja gesehen, ob die erste Uhr das neue FP Journ war oder nicht.
Speaker: Ich will da nicht unfair sein.
Speaker: Da gibt es auch richtig gute Leute, die sowas machen und da gibt es auch richtig gute Ideen.
Speaker: Aber manche sind eben auch One-Trick-Ponys und es gibt halt meinetwegen einen begrenzten Markt weltweit für besonders geformte oder besonders aufgebaute Uhren in dem Bereich 50.000 bis 100.000.
Speaker: Was?
Speaker: Kannst du abschätzen, wie groß die Szene eigentlich wirklich ist?
Speaker: Weil ich habe den Eindruck, sie ist eigentlich sehr, sehr klein.
Speaker: Das sind immer dieselben Leute und gar nicht so besonders viele.
Speaker: Also es sind, ich glaube, man kann fast sagen, es sind regionale Ringe.
Speaker: Du hast regionale Hardcore-Enthusiasten, die oft auch sehr laut sind.
Speaker: Dann hast du Hardcore-Enthusiasten, die leise sind.
Speaker: Dann hast du welche, die folgen diesen verschiedenen.
Speaker: Und das hast du in Singapur, in New York, in L.A., in Miami.
Speaker: Ich muss dazu sagen, du bist überall unterwegs.
Speaker: Du bist ja auf allen Messen und kennst viele wahrscheinlich Ringe.
Speaker: Und das ist dein selbst gewonnener Eindruck.
Speaker: Gut, und teilweise gibt es eben auch globale oder global präsente Menschen.
Speaker: Ich glaube, der wahre Kern unserer Kundschaft ist in wenigen dieser Ringe vertreten.
Speaker: Das sind oftmals Leute, die sagen, ich möchte mir eine richtig gute Uhr kaufen und die gar nicht mitbekommen, was in der Uhrenszene eigentlich so abgeht.
Speaker: Das ist schon so interessant, dass es da komplett getrennte Welten gibt, wo eben, ich sage mal, der Scheinermeister...
Speaker: Ja, was für Kunden ihr im Blick habt?
Speaker: Also entwickelt ihr für diese Art von Kundschaft, für Menschen, die sehr an der Substanz dran sind, von einem Gegenstand?
Speaker: Oder habt ihr so jemand im Kopf, einen Idealkunden,
Speaker: Also wir haben als Idealkunden tatsächlich jemand im Kopf, der eine ähnliche Wertvorstellung hat wie wir.
Speaker: Und zwar Wert nicht im Sinne von irgendwelchen moralischen Werten, sondern was du bekommst für das Geld, das du für ein Produkt ausgibst.
Speaker: Und ich glaube, es ist fast nicht möglich, zu den Preisen, die wir haben, obwohl das eine Menge Geld ist für ein Objekt, das eigentlich nicht benötigt wird, ist es fast unmöglich, einen höheren Wert in eine Uhr zu diesem Preis reinzubekommen.
Speaker: Dafür ist die Uhr eben nicht gehypt, sie ist nicht flashy, aber du kannst sie auch 30 Jahre lang tragen.
Speaker: Ich finde es interessant, gerade auch mit diesem Saphir-Glas, weil das jetzt, könnte man sagen, es wirkt ein bisschen modisch, aber ihr macht es ja schon seit, ich weiß nicht, 20 Jahren oder so.
Speaker: Das Saphir-Glas macht man noch nicht ganz so lang, das ist jetzt, glaube ich, 10 Jahre.
Speaker: Na gut, aber jedenfalls deutlich länger als sozusagen diese Mode, die man da wahrnehmen könnte.
Speaker: Das finde ich spannend.
Speaker: Profitiert ihr eigentlich von diesem großen Indie-Boom?
Speaker: Ja und nein.
Speaker: Also wir an uns, weil eben viele unserer Kunden uns, ich würde fast sagen zufällig finden, sind wir etwas unabhängig davon, ob der Markt in China jetzt gerade 10% hoch oder runtergegangen ist oder ob Indies schwach sind oder stark sind.
Speaker: Wir können 100 Uhren im Jahr bauen.
Speaker: Und dadurch sind wir gar nicht so sehr davon abhängig, dass irgendein Händler in Italien jetzt gerade einen Indie-Boom ausgerufen hat.
Speaker: Okay, und ich habe gesehen, ihr habt am Anfang ja auch vor allen Dingen über Händler verkauft.
Speaker: Jetzt verkauft ihr, wenn ich es richtig verstanden habe, vor allen Dingen direkt und über einige wenige ausgewählte Händler.
Speaker: Kannst du dazu ein bisschen was sagen?
Speaker: Weil ich hätte einfach erst mal gedacht, man braucht Händler gerade für so ein bisschen nischigere Uhren, weil die ihre Kundschaft kennen und so eine Uhr erklären können und weil die Schwelle über das Internet relativ hoch ist.
Speaker: Wie macht ihr das?
Speaker: Das ist bei uns ein bisschen in Wellen verlaufen.
Speaker: Wir hatten am Anfang schon sehr, sehr gute Partner, die auch teilweise heute gar nicht mehr existieren.
Speaker: Also wir waren bei Tourneau in der Fifth Avenue in der Time Machine, wir waren bei Tenchodo auf der Ginza, waren bei vielen Partnern an wirklich guten Locations und haben gemerkt, die können keine Independence verkaufen.
Speaker: Das ist das Produkt, das erklärungsbedürftig ist, wo du eben nicht die Seite 3 Anzeige in der New York Times hast und jemand reinkommt, ich brauche diese KT-Uhr, sondern wo sie wirklich sagen müssen, du willst wirkliche Uhrmacherei und nicht nur zusammengestecktes Zeugs, dann zeige ich dir hier mal drei verschiedene Marken, die sowas machen.
Speaker: Das gab es damals nicht.
Speaker: Und wir haben dann irgendwann den ganz, ganz harten Schnitt gemacht und haben gesagt, wir ziehen uns von allen Partnern zurück.
Speaker: Es gab eine kleine Goldschmiedenwerkstatt in der Schweiz, die wir behalten haben, alles andere radikal gekappt.
Speaker: Und das war eine ganz, ganz harte Zeit, weil du musst jetzt plötzlich Endkunden ansprechen in einer Zeit, in der es Instagram noch nicht so gibt, auch die Leute erstmal nicht übers Internet irgendwas einkaufen.
Speaker: Und seitdem bauen wir ganz, ganz langsam...
Speaker: in den letzten Jahren etwas verstärkt wie der Partner auf, aber ausschließlich solche, die wirklich Independence verkaufen können.
Speaker: Ich habe das zum Beispiel gesehen bei Infinity Watches in Prag, wo ich ja auch war bei der Mikro Praha und da gibt es ja auch diesen Salon irgendwas in Prag.
Speaker: Exceptional Watches.
Speaker: Fand ich interessant, weil ich hatte so Osteuropa und Prag gar nicht so sehr auf dem Zähler, aber das scheint ein Riesenmarkt zu sein.
Speaker: Ich habe das dann aus Interesse gefunden.
Speaker: Kannst du so ein bisschen erzählen, wie das ist in Osteuropa, in Mitteleuropa, Westeuropa, Asien, USA?
Speaker: Sind die da unterschiedlich, die Leute?
Speaker: Und kaufen die unterschiedliche Uhren?
Speaker: Also natürlich, alle Menschen sind natürlich unterschiedlich, weil wir im Zweifel ja Leute ansprechen, die gar nicht so sehr auf den üblichen Hype gehen.
Speaker: Also wenn du sein willst wie alle anderen, kaufst du dir eine Rolex und am besten eine, wo klar ist, da hast du mehr für bezahlt, als der Listenpreis ist.
Speaker: Wir müssen vorsichtig sein.
Speaker: Ich glaube, Pat kann uns hören.
Speaker: Nee, der sieht für mich aus, als wäre er eingeschlafen.
Speaker: Insofern ist das völlig okay.
Speaker: Nein, er habe ich nicht gesehen.
Speaker: Ach so.
Speaker: Nee, er hört sogar Deutsch nur.
Speaker: Ich kann das an seinem Gesicht sehen.
Speaker: Nein, also der Punkt ist, wir haben ja eigentlich in der Kundschaft hauptsächlich Individualisten, weil du musst wirklich reingucken.
Speaker: Du musst ein Verständnis dafür haben, was ist Handarbeit, was ist wirkliche Uhrmacherei.
Speaker: Und wenn du mal...
Speaker: die Menschen anschaust, für die wir dann interessant sind, dann sind die schon irgendwie alle weltweit ähnlich.
Speaker: Jetzt mag es sein, dass es mehr kleinere Handgelenke in Asien gibt als in den USA.
Speaker: Aber gerade in den USA sind Menschen zum Beispiel extrem zahlengetrieben.
Speaker: Wenn du da sagst, ich habe 42,5 Millimeter, dann kriegst du erzählt, ich kaufe nichts über 40.
Speaker: Da geht es gar nicht um Passformen, sondern da geht es um irgendwelche Kennziffern und wenn die alle stimmen, dann bin ich beruhigt und fühle mich sicher.
Speaker: Ich habe da die Erfahrung gemacht, dass obwohl die Menschen in dem asiatischen Raum eher ein kleines Handgelenk haben, sogar oft sehr, sehr große Uhren tragen, gerne sogar, weil ich habe für ein Microbrand aus Hongkong mal einen Kundensupport gemacht und ich war erstaunt, dass sie halt ihren Hauptabsatzmarkt USA und der gesamte asiatische Raum hatten, gerade auch den Fokus auf Japan und Singapur sehr stark.
Speaker: Und die Uhren waren alle über 42 Millimeter.
Speaker: Und die sind da weggegangen wie warme Semmel, kannst du sagen.
Speaker: Und ja, was wir hier, glaube ich, im mitteleuropäischen Raum in Deutschland eher als, das ist viel zu groß für ein Handgelenk empfinden würden, haben die da super easy getragen, aber durch die Bank weg.
Speaker: Also das fand ich sehr interessant.
Speaker: Das hat mich persönlich überrascht.
Speaker: Ja, also das ist auch bei uns so, als wir die 39 Millimeter Version rausgebracht hatten, 2018,
Speaker: ich glaube auch 12 oder 13, dann wurden wir da so ein bisschen angefeindet, macht ihr jetzt nur noch Mädchenuhren?
Speaker: Was soll denn das?
Speaker: Wer trägt denn sowas Kleines?
Speaker: Und wenn ich heute in den USA mit den 39-Millimeter-Uhren antrete, dann kriege ich erzählt, die sind aber arg groß und habt ihr dennoch irgendwie 36 Millimeter?
Speaker: Auch wieder ein Trend, ne?
Speaker: Haben wir nicht, haben wir nicht.
Speaker: Also merkt ihr auch, dass die Leute bedeuten kleinere Uhren gerade anfangen in letzter Zeit?
Speaker: Ja, das läuft ja immer in Wellen, wie Knut vorhin sagte.
Speaker: Das sind ja alles Moden, die da durchlaufen.
Speaker: Die werden oft von jemandem gemacht, der Leuten, die sich da vielleicht gar nicht so sehr trauen, das zu kaufen, was sie gut finden, ein falsches Gefühl von Sicherheit geben.
Speaker: Also ich habe alles richtig gemacht.
Speaker: Guck mal, ich habe die Uhr, die jetzt alle kaufen wollen, habe ich kaufen können.
Speaker: Wobei ich mich immer frage, klar Mode und Style, das kann man machen wie man will und wie das so ist, aber jetzt rein ergonomisch auf ein Handgelenk.
Speaker: Wenn man jetzt annimmt ein durchschnittliches Handgelenk hat zwischen was weiß ich 16,5 und 18 Zentimeter.
Speaker: dann kann man ja trotzdem vermuten, dass bestimmte Größen einfach sich nicht mehr so ganz gut tragen lassen, egal wie gut man die Hörner macht, weil die einfach anfangen irgendwann zu kippeln, weil sie top-heavy werden und so weiter und so weiter.
Speaker: Also das frage ich mich manchmal, ob das nicht doch irgendwann dazu führt, dass die meisten Uhren zwischen 38 und 41 oder so sind.
Speaker: Ja, nur hast du dann ja allein schon in der Form des Handgelenks unterschiedliche Ausprägungen.
Speaker: Es gibt welche, die sind tatsächlich fast kreisrund.
Speaker: Da würde ich sagen, musst du tatsächlich eine kleinere Uhr tragen.
Speaker: Und dann gibt es welche, die haben denselben Umfang, sind aber eher flach.
Speaker: Also ich habe ein kleines Handgelenk und ich habe eine 42,5.
Speaker: Millimeteruhr an, die dann auch noch ordentlich hoch ist.
Speaker: Die passt, weil die Hörnchen sehr stark runtergeführt werden und weil die Bandanstöße relativ weit nach innen gezogen sind.
Speaker: Ja, das habe ich gesehen, dass auch früher, als die Uhren so groß waren, zum Beispiel bei so älteren Gérard Perregaux, ist das auch oft so, dass die Anstöße so eingerückt sind, dass die Hörner optisch größer wirken, aber der Anstoß.
Speaker: Okay, was ich mich gefragt habe, wenn ihr 100 Uhren ungefähr macht,
Speaker: Habt ihr dann auch so Personalisierungswünsche und was ist der verrückteste Wunsch, der schon mal bei euch ankam?
Speaker: Ich glaube nicht, dass der schon angekommen ist, weil das immer steigerbar.
Speaker: Aber ja, wir haben solche Wünsche.
Speaker: Gelegentlich machen wir das.
Speaker: Also wir haben auch schon für Sammlerclubs zum Beispiel eigene Varianten gemacht, wo dann...
Speaker: Auch zum Beispiel der Wunsch kam, beim Gehäuse statt 20 mm Breite des Anschlags 21 mm zu machen.
Speaker: Oftmals sind es Zifferblättergeschichten, wo wir dann aussteigen, wenn jemand ein Handaufzugswerk mag oder eben irgendwelche Modifikationen im Werk.
Speaker: Das sei doch kein Problem, das könnte man doch eben mal schnell machen.
Speaker: Das ist halt so, sobald wir anfangen etwas zu modifizieren, egal ob wir es könnten oder nicht, bauen wir dafür in der Regel zwei oder drei andere Uhren nicht.
Speaker: Und wenn jetzt einer kommt und ganz lieb guckt und sagt, ich möchte gerne ein Bild von meinem toten Hund aufs Zifferblatt gelasert bekommen oder so, was macht ihr dann?
Speaker: Naja, dann geht es halt, also sag mal den, was weiß ich, den größten Fisch, den er jemals gefangen hat, um da nicht von der Haustier-Lobby dann jede Menge Laserbriefe zu bekommen.
Speaker: Dann geht es natürlich um feine, geschmackliche Nuancen, dann geht es ewig hin und her, das Projektmanagement treibt dich in den Irrsinn und dann musst du oftmals tatsächlich noch solche Banalitäten wie UV-Tests machen.
Speaker: Also ihr macht das?
Speaker: Das ist eigentlich die Frage.
Speaker: Wir könnten es machen.
Speaker: Wir haben zum Beispiel mal eine gelbe Uhr in einer Porsche-Farbe für einen Kunden in den USA gemacht.
Speaker: Gelbe Uhr, gelbes Band, sieht sensationell gut aus.
Speaker: Aber da mussten wir zum Beispiel einen UV-Test machen, weil du in Kalifornien für einen neuen Farbton natürlich gewisser Strahlung ausgesetzt bist.
Speaker: Und wenn das dann nach dem Jahr verblasst ist, sieht doof aus.
Speaker: Heißt, kostet eine Menge Geld.
Speaker: Die Hersteller von Zifferblättern sitzen nicht darum und sagen, hurra, endlich kommt mal einer und beschäftigt uns.
Speaker: Da redest du möglicherweise über ein Jahr und länger, drei, vier Iterationen, weil der Ton nicht gestimmt hat, weil irgendwas nicht funktioniert hat.
Speaker: Und du willst es auf keinen Fall nochmal machen.
Speaker: Ja, aber es ist eine schöne Geschichte, weil das sagt viel über euch aus, finde ich, dass ihr euch da so Mühe mitgebt.
Speaker: Fände ich aber auch mega interessant, weil das sind, glaube ich, so Dinge, an die der Kunde im ersten Moment gar nicht denkt, was man dann alles berücksichtigen muss.
Speaker: Und ich glaube, der normale Kunde denkt sich auch, ja, dann greifen die einfach in den Farbtopf, nehmen Gelb und fertig ist.
Speaker: Aber du weißt ja nie, ich kenne das, weil mein Onkel, mein Stiefvater hat eine Druckerei und dann geht es auch mal um Farbmischen für...
Speaker: wenn der Kunde eine spezielle Farbe haben möchte oder zum Beispiel, er hat glaube ich mal für Telekom gedrückt, dieses Magenta Pink zu machen, das auf dem richtigen Papier, da musst du eine spezielle Farbmischung haben.
Speaker: Das hat auch echt lange gedauert, bis sie den richtigen Ton hatten, um auf diesem Papier diese Farbe hinzubekommen.
Speaker: Das sind dann so Kleinigkeiten, an die denkt der Mensch, der das Ding dann in der Hand hat, denkt da am Ende meistens oder weiß gar nicht und versteht gar nicht, was da für Denkprozesse hinterstecken.
Speaker: Genau, und da hast du jetzt nur die Farbe geändert.
Speaker: Wenn du jetzt zum Beispiel sagst, ich hätte gerne abgestumpfte Indizes, dann muss der Hersteller des Zifferblattes die Form der Indizes ändern für ein Zifferblatt.
Speaker: Der Batch Indizes kostet genauso viel, als würde er Indizes bauen für 500 Zifferblätter.
Speaker: Weil er die Werkzeuge ändert, ne?
Speaker: weil er die Werkzeuge ändert, weil er eben seine gesamte Produktion anhält und sagt, jetzt mache ich einen Satz, sagen wir mal, du brauchst zwölf, du machst 50, nur für diesen einen Kunden.
Speaker: Das ist ein Irrsinnsaufwand und es gibt Unternehmen oder Uhrenmarken, die sich darauf spezialisiert haben und es gibt welche, die haben es früher gemacht und die ziehen sich stillschweigend und leise aus diesem Angebot zurück.
Speaker: Wie ist das denn Thema Individualisierung?
Speaker: Bei so kleineren Firmen ist ja auch ein Punkt, warum viele das mögen, dass man direkten Kontakt hat.
Speaker: Also dass das nicht ein E-Mail-Postfach ist und dann ist da ein Konzern dahinter, sondern da sind Menschen dahinter und zum Beispiel dich habe ich jetzt schon öfter bei Messen und so weiter gesehen.
Speaker: Also das menschliche Antlitz dieses Unternehmens.
Speaker: Was ist, wenn ich jetzt euch bei Instagram schreibe oder eine E-Mail?
Speaker: Wer geht dann da ran?
Speaker: Ja, einer von uns dreien, oftmals ich.
Speaker: Und du hast dann tatsächlich auch mit einem der Gründer zu tun.
Speaker: Es kann natürlich sein, dass in der Abwicklung dann auch mal die FedEx mit dir spricht, wenn du in den USA bist.
Speaker: Es geht darum, den aktuellen Tariff dann zu entrichten.
Speaker: Aber ansonsten hast du einen von uns Gründern dran.
Speaker: Und wenn uns jemand hier besuchen kommt, wir haben auch keine Showproduktion, wo den ganzen Tag hinter einer Glasscheibe dasselbe Uhrwerk zusammengebaut und wieder auseinandergebaut wird, sondern du stehst dann mittendrin und da wird dann auch genau das gemacht, was für den Tag geplant war.
Speaker: Das kann von hinten hinter dem Uhrmacher extrem langweilig aussehen.
Speaker: Ihr habt ja jetzt schon beide öfter mal gesagt, dass ihr 100 Uhren pro Jahr macht.
Speaker: Reicht euch das finanziell?
Speaker: Interessiert mich sehr, Künder, sondern ist vielleicht der Anspruch, dass ihr noch mehr Menschen mit den Uhren befriedigen wollt oder sagt ihr 100 ist genau das, was für uns zeitlich, finanziell als auch von der Ambition her passt?
Speaker: Also von der jetzigen Mannschaft her sind 100 Uhren das, was wir komfortabel tatsächlich vertreten können.
Speaker: Wenn wir mehr machen wollen, brauchen wir mehr Uhrmacher.
Speaker: Und wir wollen durchaus ganz, ganz sachte skalieren.
Speaker: Wir wollen auch teilweise ein bisschen mehr komplexere Sachen anbieten, wie ich vorhin erwähnte, bei Dekorationen.
Speaker: Aber jetzt stell dir vor, du machst eine Dekoration, die nochmal...
Speaker: eine Woche dauert für einen Uhrmacher.
Speaker: Der sitzt eine Woche lang nur an zwei Platinen dran, die er zusätzlich dekoriert.
Speaker: In der Zeit können wir andere Uhren nicht bauen.
Speaker: Das heißt, wir müssen für solche Sachen dann preislich auch entsprechend das kompensiert bekommen.
Speaker: Und eines der Probleme, das wir tatsächlich in der Schweiz wie auch in anderen Ländern haben, ist, dass wirkliche Uhrmacher kaum noch ausgebildet werden.
Speaker: Es werden aber jede Menge Uhrfachkräfte ausgebildet.
Speaker: Also die Uhrmacherschulen bilden hier in der Schweiz zumindest aus, Leute, die gut in den Uhrenkonzernen in der Serienfertigung arbeiten können.
Speaker: Verstanden, ja.
Speaker: Aber wenn du denen dann...
Speaker: Wenn du denen dann sagst, aber guck mal hier, der Lagerstein sitzt nicht richtig, das musst du also ausbohren und musst einen neuen Stein setzen oder dekorier das hier mal eben, das wird schwierig.
Speaker: Also die Leute werden auf böse Masse getrimmt, aber das feine Handwerk wird ihnen gar nicht mehr beigesetzt.
Speaker: Auf Fließband habe ich verstanden.
Speaker: Ja, es ist ja auch, wenn du eine Seelenproduktion hast, nicht mehr notwendig.
Speaker: Also wir sind hier in einer ehemaligen Zifferblattfabrik.
Speaker: Den Namen darf ich nennen, Flückiger.
Speaker: Das ist die Zifferblattfabrik von Patik Philipp.
Speaker: Die sind auf die andere Seite von Saint-Dimier gezogen.
Speaker: Schöner, alter Industriebetrieb.
Speaker: Das Ding ist relativ riesig.
Speaker: Wir haben eine Etage, weil hier sehr, sehr viel von Hand gemacht wurde früher.
Speaker: Egal in welchem Segment du tätig bist, du kannst viele Sachen automatisieren, wenn du nur auf Stückzahlen kommst.
Speaker: Das heißt, du brauchst heute keinen mehr, der an einer Schaublin irgendwas nachbohren kann oder irgendwas passend machen kann.
Speaker: Du musst aber Leute haben, die im Akkord zwei Schrauben festziehen können.
Speaker: Und die Teile, die du da festschraubst, die kommen per Fließband aus der fünften Etage des Hochregallagers.
Speaker: Geht so ein bisschen in die Richtung, dass, dann unterhalten Knut und ich uns öfter darüber, dass Knut ein sehr, das meine ich gar nicht negativ, dass er die Uhrenszene sehr romantisiert und sagt, dass das, dieses Handwerk, mega, mega wichtig ist und mega schön ist.
Speaker: Ein klar meine ich Stimme zu, jetzt kommt das Aber.
Speaker: Ich BWL-getrieben in meinem Kopf ein bisschen.
Speaker: Und gerade auch die größte Kundschaft, denen ist dieses ganz krasse, schöne Handwerk egal.
Speaker: Die wollen die Marke.
Speaker: Und dann ist denen egal, ob das Hand gemacht ist, ob das Band handgemacht ist.
Speaker: Die wollen einfach in Anführungszeichen nur die Marke und dass die Leute sehen, ich habe hier was Teures, Tolles am Handgelenk.
Speaker: Das ist auch sehr, sehr okay, wenn Sie für Ihre Sackgasse des Sammler-Evolutionsbaums, ja, wir sind ja auch in einer anderen Sackgasse des Sammler-Evolutionsbaus, aber wenn du sagst, ich will zum Beispiel immer die neueste Stahl-Rolex haben, solange diese neueste Stahl-Rolex tatsächlich den Wert repräsentiert, für den Sie auch bezahlen, ist das völlig okay.
Speaker: Und wenn wir bei dem Beispiel Rolex bleiben, das sind Top-Uhren,
Speaker: Richtig gut gemacht, sensationelle Markenführung, optimierte Fertigung, alles top.
Speaker: Ist aber eben nicht vergleichbar mit einer Uhr von Paul Gerber, der Sachen von Hand macht.
Speaker: Die würden die meisten Leute, die bei Rolex schon zehn Jahre arbeiten, da würden die daran scheitern.
Speaker: Ist einfach ein komplett anderes Produkt.
Speaker: Das ist der Golf gegenüber.
Speaker: Ja, das ist spannend.
Speaker: Wir hatten Paul Gerber auch...
Speaker: auch mal hier in Berlin zu einem Event.
Speaker: Das ist wirklich ganz was anderes, wenn man das so gegenüberstellt.
Speaker: Das hast du sehr preisgemacht.
Speaker: Ich habe eine Frage noch, die mich ein bisschen umtreibt.
Speaker: Ihr macht das ja jetzt seit 20 Jahren.
Speaker: Das ist ja auch ein bisschen unser Aufhänger.
Speaker: Ich habe auch alte Kataloge ausgewertet.
Speaker: Ihr habt ja am Anfang auch noch Uhren für unter 10.000 Euro angeboten.
Speaker: Jetzt würde ich vermuten, der Preispunkt fängt so bei 18.000 Euro vielleicht an mit Steuern inklusive in Deutschland an.
Speaker: Kannst du das ein bisschen beschreiben und erzählen, was sich so entwickelt hat?
Speaker: 14.900 Franken plus Mehrwertsteuer.
Speaker: Und gut, über 20 Jahre ändern sich natürlich Preise.
Speaker: Das sind zwei Faktoren, die damit reingekommen sind.
Speaker: Das eine ist, wir sind am Anfang viel, viel zu optimistisch reingegangen mit den Preisen.
Speaker: Ich hatte ja vorhin gesagt, Faktor 5 bis 7 war normal.
Speaker: Wir sind unter Faktor 1 reingegangen, weil wir dachten, Economies of Scale werden schon irgendwie funktionieren und hatten eben nicht auf dem Schirm, wie teuer alle möglichen Sachen in der Schweiz sind.
Speaker: Jetzt ist der Ton gerade weg.
Speaker: Ja, ich bin auch gerade.
Speaker: So, jetzt drei, zwei, eins und es geht weiter.
Speaker: Ja, wir hatten damals unterschätzt, wie teuer alle möglichen Sachen in der Schweiz sind und was du an Kosten in so einem in der Uhrenmanufaktur hast, die erstmal gar nicht die reinen Materialkosten betreffen.
Speaker: Und das Zweite ist, neben den allgemeinen Lohnsteigerungen, die wir über 20 Jahre hatten, in den letzten Jahren auch richtig krass, hast du
Speaker: auch so ein bisschen durch den Boom der Independence ein Problem für die Schweizer Uhrenindustrie und das ist, dass wirklich die Preise für Komponenten durch die Decke gegangen sind.
Speaker: Wir haben Komponenten, also wir lassen uns, sagen wir mal, Platinen roh fertigen, wir lassen uns Stifte zum Beispiel roh fertigen.
Speaker: Bei manchen Komponenten sind in den letzten fünf bis sieben Jahren haben sich die Preise verdreifacht.
Speaker: Da sind wir völlig abgehoben von irgendeiner Energiepreis- oder Inflationslogik, sondern da geht es einfach nur darum, offensichtlich ist das ja nachgefragt, was wir hier herstellen, also ich brauche jetzt einen Porsche.
Speaker: Und das ist auch, eigentlich, wenn man das Ganze schon länger macht, ist das ganz witzig.
Speaker: Ich bin morgen früh wieder, übermorgen früh bin ich wieder bei einem Zulieferer und der fährt einen 9-11er.
Speaker: Und dieses 9-11er-Phänomen bei Uhren-Teilzulieferern ist immer so, dass, wenn es richtig gut läuft, ist der Parkplatz voll und vorne sind die ganzen 9-11er der Geschäftsführer.
Speaker: Und wenn es dann etwas schlechter läuft, stehen irgendwann um 15 Uhr nur noch die 9-11er da.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Und dann irgendwann, wenn es noch schlechter läuft, stehen dann irgendwelche Audis da gebraucht, schon ein bisschen älter, aber die Neun-Elfer wurden verkauft.
Speaker: Und dann zieht es wieder irgendwie an und dann steht ein dickerer Neun-Elfer da.
Speaker: Und diese Zyklen, das ist, also um aus dem Nähkästchen so ein bisschen zu plaudern, ich habe noch keine Branche gesehen, wo die Lernkurve derartig wieder auf Null gesetzt wird, wenn irgendwas passiert ist, wie die Uhrenindustrie.
Speaker: Das ist interessant.
Speaker: Woran liegt es?
Speaker: Woran liegt es?
Speaker: Was glaubst du?
Speaker: Ja, es liegt teilweise daran, dass in den Konzernen relativ wenig Markenloyalität ist.
Speaker: Also wer in Marke 1 eine Position inne hatte, dem kann es passieren, dass er die nach zwei Jahren dann bei einer anderen Marke inne hat und dann erst aufsteigt, sodass du eigentlich konstante Wechsel hast und viel Wissen verloren geht.
Speaker: Interessant.
Speaker: Und für mich auch eine Überleitung.
Speaker: Wenn du, Pat, nichts mehr hast, würde ich nämlich gerne zum Schluss von dir, Albert, wissen wollen, was ihr die nächsten 20 Jahre vorhabt.
Speaker: Doch, ich hatte gerade was, aber dann war gerade auf meinem Handy was mit der Arbeit.
Speaker: Das war, glaube ich, auch gar nicht so uninteressant.
Speaker: Aber frag mal nach den 20 Jahren.
Speaker: Mir fällt es gleich bestimmt wieder ein.
Speaker: Ja, Albert, wie macht ihr das?
Speaker: Ihr seid jetzt 20 Jahre drei Freunde.
Speaker: Was macht ihr drei Freunde in den nächsten 20 Jahren?
Speaker: Also zunächst mal grenzt es ja an ein Wunder, dass wir immer noch Freunde sind.
Speaker: Ich glaube, das ist schon mal wichtig.
Speaker: Irgendwas müssen wir da richtig machen, hoffentlich.
Speaker: Und das ist auch das oberste Ziel, dass wir in den nächsten 20 Jahren weiter Freunde sind und dass wir Spaß daran haben, Uhren zu bauen, die dementsprechend, was wir kaufen würden, wenn wir das Geld dafür hätten.
Speaker: und nicht eine Uhrenmanufaktur gegründet hätten.
Speaker: Und einfach schöne Uhren bauen, die auf altem Handwerk basieren.
Speaker: Finde ich richtig schön.
Speaker: Mir ist es wieder eingefallen, weil das, was du gesagt hast mit der Marge, wir hatten mal im Podcast, ich weiß nicht, ob du es kennst, Sherpa Watches, den Martin.
Speaker: Und ich habe selbst mal Kontakt zu einem Gründer aus den USA gehabt, zu dem ist der Kontakt leider eingeschlafen, der mir genau das gleiche, oder sie haben genau das gleiche erzählt, was du gesagt hast, dass sie halt nicht annähernd diese Margen mitgehen konnten und auch am Anfang,
Speaker: einen Struggle hatten mit den Preisen, dass sie dann sehr überrascht waren, wie teuer das Ganze eigentlich er mir wird.
Speaker: Vor allem dann, Martin ist ja, glaube ich, ein bisschen ähnlich, er wollte ja am Anfang komplett Swiss-Made haben und hat sich dann aber dafür entschieden, European-Made, wenn ich mich recht entsinne.
Speaker: Er lässt manche Sachen in Deutschland machen, ja.
Speaker: Genau, genau.
Speaker: Weil er gemerkt hat, dass wenn er nur Swiss-Made macht, dass er nicht annähernd den Preis halten kann, den er sich vorgestellt hat, sondern halt dann in Preisklassen kommt, die
Speaker: wahrscheinlich die Kunden noch weniger zahlen würden, als das, was er am Anfang aufgerufen hat.
Speaker: Also das ist auch den Kunden und den Endverbrauchern gar nicht so sehr bewusst, wie teuer das Ganze dann ist und vor allem, was oft, glaube ich, außer Acht gelassen wird, dass die Menschen wie du, die das dann ihr Herz mit da reinstecken, auch von irgendwas leben wollen und auch irgendwo Geld verdienen möchten.
Speaker: Ja, also selbst wenn man diese Leute, also die Gründer außen vor lässt, du musst dir überlegen, wenn du ein neues Modell rausbringen möchtest, dann gehst du in Vorleistung, ja?
Speaker: dann hast du ein Jahr vorher Prototypen fertigen lassen.
Speaker: Das kostet mal eben 30.000 Prototypen, 50.000 teilweise, weil du noch irgendwelche Zifferblätter von Hand machen lassen musst.
Speaker: Das sind alles irrsinnige Kosten hier in der Schweiz, die sich natürlich durchreichen auf viele verschiedene Ebenen, die aber nicht vergleichbar sind, wenn jemand nach dem Plug-and-Play-Prinzip sich über Alibaba was zusammenstecken lässt und dann...
Speaker: eine Serie Micro Brand.
Speaker: Ist völlig okay, ist auch ein cooles Segment.
Speaker: Aber das ist nicht dasselbe Business.
Speaker: Verstanden.
Speaker: Eine Frage vielleicht von mir noch, weil du gesagt hast, aus dem Saarland kommst du, bist aber in der Schweiz.
Speaker: Wie viel mehr bringt das eurer Marke, dass ihr zum Beispiel nicht in Glashütte sitzt, sondern in der Schweiz?
Speaker: Oder würdest du am Ende sagen, das wäre eigentlich fast egal?
Speaker: Nein, das ist nicht egal, weil wir ja diesen Ansatz haben, dass tatsächlich die Dinge, die wir fertigen können,
Speaker: oder die sinnvoll bei uns im Haus gefertigt werden können, von erfahrenen Uhrmachern gefertigt werden und dass alles, was wir nicht selbst machen, möglichst aus direktem Umkreis kommt.
Speaker: Und als wir angefangen haben, wurde in Glashütte fast nichts gefertigt.
Speaker: Da gab es keine wirklichen Zulieferbetriebe.
Speaker: War also für uns wirklich extrem wichtig, dass wir in dieses Ökosystem hier reinkommen.
Speaker: Und nach 20 Jahren sind wir hier auch akzeptiert.
Speaker: Hier gibt es Betriebe, wir haben hier in Saint-Imier einen, da muss ich morgen hin, der bedruckt unsere Großdatumsscheiben.
Speaker: Der macht sonst nichts für uns, der macht nur die Drucke für die Großdatumsscheiben.
Speaker: Das findest du in anderen Regionen der Welt nicht.
Speaker: Glaube ich.
Speaker: Das haben wir auch von Superluminova gehört, von Martin hat das von Sherpa Watch auch erzählt, dass er da sehr viele kleine Kontakte hat.
Speaker: Ich finde, das klingt immer so idyllisch, wenn ihr davon erzählt, also ich sage jetzt mal ihr, was für eine kleine, schöne, große Familie das in der Schweiz ist.
Speaker: Dass du so kleine Familienbetriebe hast, die das seit 20, 30 Jahren machen und alle gehen dann zu dem, weil der gut da drin ist und sowas, finde ich, klingt immer, klingt so idyllisch und so schön.
Speaker: Ja.
Speaker: Naja, das ist halt, ich meine, denk an deine eigene Familie nicht, das muss nicht unbedingt immer idyllisch und schön sein.
Speaker: Am zweiten Weihnachtsfeiertag wird es dann auch manchmal etwas anstrengend, aber ja, das ist tatsächlich so, dass das ein Ökosystem ist und natürlich gibt es da auch wieder verschiedene Ringe und Schichten, aber das sind oft kleine Betriebe.
Speaker: Der Betrieb, der uns die Datumscheiben betrugt, das sind drei Menschen.
Speaker: Ja, die bedrucken Zifferblätter und Datumschreiben.
Speaker: Fertig.
Speaker: Finde ich mega schön.
Speaker: So, und ich erstmal danke dir, Albert, für deine echte Offenheit.
Speaker: Die Infos waren sehr schön.
Speaker: Deswegen bin ich eingeschlafen, ich habe euch zugehört und Informationen, damit ich am Ende Fragen stellen kann.
Speaker: Wir sagen auf der Arbeit immer, am Ende kackt die Ente.
Speaker: Deswegen habe ich Knut jetzt den Drang abgelaufen, so ein bisschen.
Speaker: Nein.
Speaker: Was Knut nicht mag, was ich immer gerne mache und jetzt haben wir die Stunde voll, vielleicht für mir die Abschlussfrage.
Speaker: Gibt es etwas, was du den Zuhörern empfehlen könntest oder auch nicht empfehlen könntest, was du in letzter Zeit erlebt hast, sei es Essen, Film, Serie, eine Reise, irgendetwas, was du irgendwie mitgeben kannst, das ist mega gut oder das auf gar keinen Fall zu machen?
Speaker: Auf gar keinen Fall zu machen, ich möchte nicht noch drei Stunden dranhängen, wenn ich meine ganzen Lebensfehler raushaue.
Speaker: Aber was ich immer gerne empfehle, ist Finnland.
Speaker: Wir hatten jetzt gerade die Messe in Helsinki und die Watch of Finland ist einfach super cool.
Speaker: Wenn ihr, eigentlich immer im Mai, wenn ich es recht habe, einfach da mal hin und Helsinki genießen, wenn der Frühling losgeht.
Speaker: Das lohnt sich auf jeden Fall.
Speaker: Das werde ich mir auf jeden Fall mal merken und angucken, weil das kann mir zu überraschen.
Speaker: Positiv, also finde ich cool, interessant, werde ich mir angucken.
Speaker: Danke dir dafür.
Speaker: Und Knut, wenn du nichts mehr zu sagen hast, gebühren dir die letzte Worte, Albert.
Speaker: Ja, vielen Dank, dass ihr mich gehabt habt.
Speaker: Hat Spaß gemacht, war natürlich jetzt ein Querschnitt und ein paar Vorstritt durch verschiedene Themen, aber zeigt vielleicht auch, dass wir uns immer freuen, wenn uns Leute auf Uhrmacherei ansprechen und einfach nur mit uns reden wollen.
Speaker: Danke dir, Albert.

