Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zero Reset heißen wir, der Uhren-Podcast.
Speaker: Und ich sitze hier in einem Hotelzimmer im, ja, eher schon Norden von Deutschlands.
Speaker: Bin extra früher von einer Jubiläumsparty eines Kollegen weggegangen, damit ich hier mit dem tollen Knut sitzen kann, der ein, was trinkst du, ein Aperol, Aperol sich reinhaut.
Speaker: Und ich sitze hier mit meiner Coke Zero ohne Koffein und ohne Zucker.
Speaker: Ja, wer gewinnt, Knut?
Speaker: Meine Coke Zero oder dein Aperol?
Speaker: Kommt drauf an, was du noch reingetan hast, aber wir nehmen ja am Wochenende auf, ist ja alles kein Problem.
Speaker: Donnerstag ist Wochenende?
Speaker: Lange Geschichte.
Speaker: Die will ich hören.
Speaker: Warum ist Donnerstag Wochenende?
Speaker: Bist du gefeiert worden?
Speaker: Ich habe es immer noch nicht geschafft.
Speaker: Schade.
Speaker: Schade.
Speaker: Okay, gibt es sonst was, was du mir uns erzählen möchtest?
Speaker: Ja, ich könnte stundenlang was erzählen, aber ich habe mich gefragt, ob wir nicht vielleicht den bunten Teil an Schluss legen, sodass wir mit dem Uhrenbums anfangen und dann die Leute, die es brauchen, kriegen das bunte zum Hinten raus noch.
Speaker: Bunte hinten raus?
Speaker: Ich habe Angst, dass wir das bunte dann vergessen hinten raus.
Speaker: Nein, nein, nein, ich habe es alles notiert.
Speaker: Okay, du hast es notiert.
Speaker: Okay, dann gibt es jetzt erst den trockenen Teil, bevor es bunt wird.
Speaker: Wenn ihr uns bei Instagram folgt, habt ihr gesehen, dass wir euch gefragt haben.
Speaker: Ich muss mir den Screenshot selbst nochmal angucken, was wir genau formuliert haben.
Speaker: Wir wollen auf jeden Fall über den Beginn sprechen und wir wollten wissen, wie ihr gestartet habt.
Speaker: was wir beleuchten sollen.
Speaker: Und damit meinten wir natürlich nicht eure erste Uhr, sondern wie seid ihr in die Uhrenwelt eingetaucht?
Speaker: Das war für euch wichtig.
Speaker: Was habt ihr vielleicht im Nachhinein verstanden, was wichtig gewesen wäre?
Speaker: Was war vielleicht total unbedeutend?
Speaker: Da haben wir ein paar Antworten bekommen, auf die wollen wir auch eingehen.
Speaker: Aber ja, ich denke, wir versuchen auch allgemein darüber zu sprechen.
Speaker: Was ist wichtig am Anfang, Knut?
Speaker: Ja, ich glaube, man sollte das gar nicht auf den Anfang erstmal begrenzen, weil...
Speaker: eigentlich ja der Anfang nie aufhört, oder?
Speaker: Man ist ja nie fertig mit dem Uhrensammeln und dem Uhrenthema.
Speaker: Irgendwie finde ich, wenn man mal ehrlich ist, bleibt man eigentlich Anfänger.
Speaker: Und das ist ja auch irgendwie das Schöne da dran.
Speaker: In einem gewissen Rahmen hast du auf jeden Fall recht, ja.
Speaker: Also ich finde, es entwickelt sich immer weiter und deswegen kann man auch die Hinweise, also die von uns kommen, muss jeder für sich selbst gewichten, ob das nützlich für ihn ist,
Speaker: die hören nicht auf und sind bestimmt auch noch nützlich für Leute, die schon 100 Jahre dabei sind.
Speaker: Ich habe zumindest Leute kennengelernt, die das schon länger machen, als ich alt bin und die haben da auch immer noch Sachen entdeckt.
Speaker: Man lernt nie aus, ne?
Speaker: Das kann man, glaube ich, auf alles münzen, diesen stumpfen Satz.
Speaker: Aber mich würde trotzdem interessieren, wie hast du denn angefangen?
Speaker: Ja, das ist ja mehr so ein Unfall gewesen, weil ich mich zwar immer für Uhren interessiert habe, weil sie eben schön sind und
Speaker: Und ich mochte ja immer schon Autos und Motorräder und so ein Kram.
Speaker: Und da läuft das ja auch immer so ein bisschen mit als Thema.
Speaker: Und dann kenne ich auch aus der Auto und Motorrad, aus den verschiedenen Szenen, dass Leute eben eine oder zwei schöne Uhren haben, weil das eben so mitläuft.
Speaker: Und so war das bei mir auch lange.
Speaker: Und dann haben sich diese Hobbys aber so ein bisschen weiter in den Hintergrund verflüchtigt, weil man zum Beispiel aus meiner Sicht in Berlin einfach nicht gut Motorrad fahren kann und das mit Autos auch schwierig einfach ist.
Speaker: Okay.
Speaker: Also ich finde sie immer noch schön, aber wenn ich sie nicht benutzen kann, bringt es mir einfach nichts.
Speaker: Und dann habe ich das für mich abgespalten.
Speaker: Und umso interessanter ist das mit den Uhren geworden.
Speaker: Und dann habe ich eben festgestellt, wie vielseitiger das Uhrenhobby eigentlich ist, weil du ja ein Auto und ein Motorrad besitzen kannst.
Speaker: Im besten Fall kannst du auch dran rumschrauben und irgendwas machen.
Speaker: Du kannst dich auch mit Leuten austauschen, aber du kannst es nicht so teilen, wie man das Uhrenhobby teilt.
Speaker: Und es ist, finde ich, auch...
Speaker: nicht so ein vieldimensionales Hobby, weil...
Speaker: Ich hatte verschiedene Motorräder und selbst mit Leuten, die Ducatis gut finden und die sind schon echt speziell.
Speaker: Kannst du wahrscheinlich über irgendwelche Espressomaschinen reden und vielleicht auch noch über irgendwelche Musik und Kunst und so weiter, aber das, was du mit Uhrenleuten über Uhren besprechen kannst, über irgendwelche Krümmungen von irgendwelchen Lacks und Bändern und Werken und Winkeln und so weiter, das ist ganz schwierig.
Speaker: Das, glaube ich, kriegst du so anders nicht.
Speaker: Das geht, finde ich, in alle möglichen Richtungen.
Speaker: Da kannst du mit Leuten über Architektur reden, du kannst mit Leuten über...
Speaker: Haptik und Texturen reden, zeitgenössische Bezüge, alles.
Speaker: Das hast du nur bei Uhren.
Speaker: Ja, weil ich hätte gedacht, dass du auch bei Autos über die verschiedenen Sachen sprechen kannst.
Speaker: Dass gerade Motoren, der eine Hersteller macht das so, der andere so, der löst das so, der nennt einen Fünftakt da, der nennt einen Dreitakt da, keine Ahnung.
Speaker: Ja, aber dann bleibst du auf diesem Urforumsniveau.
Speaker: RJ von Fratello nennt das immer Specfuckers, dass die Leute einfach den ganzen Tag immer nur schreien, es muss unter 10 Millimeter sein und es muss 100 Meter wasserdicht und so.
Speaker: Das ist furchtbar, das ist einfach so Autistenquartett.
Speaker: Okay, verstehe ich.
Speaker: Also bist du, was war denn dein erster Berührungspunkt dann mit der Uhrenwelt, die dich da hingebracht hat?
Speaker: Ja, Zeitschriften.
Speaker: Ganz klar Zeitschriften.
Speaker: Du hattest früher immer diese ganzseitigen Annoncen, die habe ich sehr bewundert und das muss vielen Leuten so gehen, weil es ja in Amerika diesen Menschen gibt, der einfach immer Schrottzeitschriften von früher kauft und dann Anzeigen ausschaltet.
Speaker: Ich werde vergessen, wie der heißt, aber ich habe auch mal bei dem eine gekauft.
Speaker: Das hat, glaube ich, 120 Dollar gekostet, so eine gerahmte Anzeige von früher.
Speaker: Also da ist echt was dahinter, das mögen Leute.
Speaker: Ich weiß von Leuten, die immer noch IWC-Uhren interessant finden, weil die in den 90ern geile Werbekampagnen gemacht haben, sowas, ne?
Speaker: Das war echt der Berührungspunkt.
Speaker: Nun habe ich ja in Schleswig-Holstein ländlich gewohnt und da gab es nicht so viele.
Speaker: Also da konntest du in der nächstgrößeren Stadt Rolex, Omega, ich weiß nicht, was es sonst noch so gab, wahrscheinlich Takoya oder so sehen.
Speaker: Und ich habe dann irgendwann, natürlich war ich zwischendurch mittelloser Student, da war nicht viel.
Speaker: Und dann kannte ich aber Leute, die vielleicht nicht studiert haben, sondern eine Ausbildung gemacht haben und schon Geld verdient haben und so, die hatten dann sowas wie eine Omega Seamaster Quarz oder sowas, ne?
Speaker: Das habe ich immer sehr bewundert.
Speaker: Das war damals das Ding.
Speaker: Okay, interessant.
Speaker: Bei mir hat das 2012, 2011 circa angefangen.
Speaker: Warte, lass mich kurz.
Speaker: 2013, 2012, 2013 hat das angefangen.
Speaker: Mein Onkel hat mir eine alte Breitling-Chronomat gegeben, einfach weil er meinte, hier trage ich nicht mehr, kannst du tragen.
Speaker: Mittlerweile hat er die schon lange wieder.
Speaker: Und dadurch habe ich die bei Instagram gepostet.
Speaker: Instagram war dann noch sehr neu.
Speaker: Damals gab es noch einen chronologischen Algorithmus.
Speaker: Und dadurch habe ich ein paar Menschen kennengelernt.
Speaker: Einige von euch werden, wenn ihr auf Instagram aktiv wart, zu der Zeit werdet ihr ihn vielleicht kennen.
Speaker: TikTok war ein riesen Influencer, wobei da war das Wort Influencer noch gar nicht so bekannt.
Speaker: Aber er hat mich sehr geprägt, was Uhren anbelangt, weil ich direkt irgendwie zufällig mit ihm in Kontakt gekommen bin.
Speaker: Und auch mit Framstar zum Beispiel, der eine mega krasse Sammlung von Off-Catalog, Rolex, Patek und so weiter.
Speaker: Also ich habe den Menschen auf einer sehr coolen und entspannten Ebene begegnet und die haben mich immer tiefer in dieses Uhrengame reingezogen, vor allem auch...
Speaker: in Nischenuhren, jetzt gar nicht teurer, nicht gar nicht diese krassen Luxusmarken, sondern so 7 Friday, kennst du die Marke zufällig noch?
Speaker: Google die mal nebenbei, wenn du magst.
Speaker: Das ist so ein, die haben eigentlich viereckige Gehäuse und haben damals einfach ETH-Uhrwerke verbaut, waren aber mega gehypt in dieser Watch-Fam, die es damals halt, die so propagiert wurde.
Speaker: Und
Speaker: Dadurch bin ich immer tiefer und tiefer abgedriftet, plus dann habe ich Barry kennengelernt von anderen, der mich dann zu anderen Watches geholt hat als Job, Nebenjob.
Speaker: Und da ist es bei mir richtig losgegangen.
Speaker: Dann habe ich ganz langsam angefangen, mich zu informieren.
Speaker: Primär über die kleineren Brands, die auch dann aus dem Boden gekeimt sind, gesprossen sind.
Speaker: Und irgendwann bin ich dann bei den big etablierten Brands angelangt.
Speaker: Und
Speaker: Urforum zum Beispiel war ich nie aktiv, da habe ich nie Wissen herbezogen, sondern wenn, bin ich zufällig direkt ins RLX-Forum da gelandet und da konnte ich sehr, sehr viel Know-how lesen.
Speaker: Nicht nur bei Rolex, sondern allgemein, weil du da sehr viele weiße Silberrücken hast, die verdammt viel Ahnung über Uhren haben.
Speaker: Ich glaube, es gibt auch im Urforum Leute, die das wissen.
Speaker: Ich weiß nur nicht, das hat einfach eine ganz ungünstige Dynamik.
Speaker: Deswegen, ich mache mich da immer so ein bisschen lustig drüber, die Leute, die das betreiben, die verdienen ja Geld damit.
Speaker: Ich verstehe nicht, wie die das machen, weil die haben diese Berliner Höflichkeit wie so ein Busfahrer, der immer erstmal alle anschnauzt und rausschmeißt.
Speaker: Aber eigentlich ist ja der Job, dass der Busfahrer den Leuten irgendwo hinfährt.
Speaker: Und dieses Forum ist ja eigentlich dafür da, dass die Leute sich austauschen.
Speaker: Aber man hat immer das Gefühl, finde ich, dass die Moderation eigentlich allen den Spaß nehmen will und
Speaker: Ja, jemand hat ja mal gesagt, sie seien das Nordkorea der Urszene und ja, der ist dann lebenslang gesperrt worden.
Speaker: Ich meine allein schon, dass es das gibt, jemanden lebenslang zu sperren.
Speaker: Wovor haben diese Leute Angst?
Speaker: Ich weiß es nicht.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Okay, aber wir können schon mal festhalten, du hast deine ersten Informationen über Printmedien hergeholt.
Speaker: Ich habe meine Informationen, war dann ein paar Jahre nach dir wahrscheinlich, über Social Media und halt Online-Foren gesammelt.
Speaker: Das waren meine Bezugsquellen für die ersten Gehversuche in der Uhrenszene.
Speaker: Ja, es gab damals in Zeitschriften auch öfter Beilagen, so wie man das heute noch kennt von den großen Magazinen, die haben ja öfter so Uhrenbeilagen, so diese zusammengekauften Dinger mit den Hochglanzanzeigen, die mittlerweile eher schäbig sind, aber damals gab es eigentlich nichts anderes und man muss auch sagen, damals gab es ja das Internet noch nicht in dem Maß.
Speaker: Und diese ganzen Geschichten, die wir jetzt ausgenudelt finden von Mondlandung und Josefad und irgendwelche Rallyestreifen an Porsches und dann ist eine Takoya und so, das war damals noch nicht so breiterzählt, weil es noch nicht die ganzen Kanäle gab.
Speaker: Es war noch lesenswert.
Speaker: Heute ist es einfach ziemlich fertig.
Speaker: Ja.
Speaker: Erzähl.
Speaker: Du hast gesagt, du hast ja Notizen gemacht.
Speaker: Ja, ja, ja, selbstverständlich.
Speaker: Wir wollen niemanden langweilen.
Speaker: Ich habe das auch eben so verstanden, dass das immer weitergeht.
Speaker: Und dass man, finde ich...
Speaker: irgendwie immer Anfänger bleibt.
Speaker: Also im besten Sinne, dass man, so wie man das Wort Dilettant eigentlich positiv meint, dass man es aus Liebe tut und da immer offen ist und dann kann man sich die ganze Zeit entwickeln und muss aber vielleicht auch manchmal innehalten und überlegen, ob das ganz schlau ist, was man da so tut.
Speaker: Ja.
Speaker: Oder ob das noch in die richtige Richtung geht, weil ich finde, es ist eins dieser Hobbys, die wirklich hart dazu neigen, dass man einfach immer mehr Energie investiert und immer tiefer das Loch buddelt, aber irgendwann vielleicht vergessen hat, warum man das eigentlich buddelt oder ob das noch in die richtige Richtung geht.
Speaker: Ja, das passt zu dem Hobby sehr gut, ja.
Speaker: Ja, das scheint auch so ein Männerproblem zu sein.
Speaker: Ist mir schon öfter aufgefallen, dass die dann immer Riesenprojekte entwickeln und das Schlimmste sind Leute, die beruflich Projektmanagement machen.
Speaker: Die machen dann immer aus allen Projekten und vergessen irgendwann, warum sie eigentlich diese Projekte machen.
Speaker: Aber dann wird die Excel-Tabelle immer weitergefüllt, egal worum es eigentlich geht.
Speaker: Wir hatten letztens beruflich verhandelt, ich ja sehr viel, weil mein Arbeitgeber etwas verkauft und dann meinte die Gegenseite in der Verhandlung, ja, sie haben jetzt die Preise wieder erhöht und, also, sie hat einen Preisvorschlag bekommen, die Gegenseite, du wirst gleich verstehen, was ich sagen möchte, beziehungsweise ich habe was Lustiges gesagt in der Verhandlung.
Speaker: Sie haben einen Preisvorschlag bekommen, dann wurde sich weiter mit den potenziellen Kunden unterhalten und dann wurde klar, dass das Projekt bedeutend größer ist, als gedacht, man wurde das preishöher.
Speaker: Dann meinte die Gegenseite, ja, ich war da beim Vorstand schon mit und jetzt ist der Preis ja wieder gestiegen, was mache ich denn jetzt?
Speaker: Dann meinte ich, es ist so, wie wenn ich mir ein neues Fahrrad oder eine Uhr kaufe, da denke ich mir auch immer ein Budget am Anfang aus, aber ich werde das Budget niemals einhalten.
Speaker: Ja.
Speaker: Das ist auf der Gegenseite nur so.
Speaker: Einer hat ein bisschen geschmunzelt, der andere hat ein Fragezeichen auf dem Kopf.
Speaker: Aber der, der geschmunzelt hat, ich glaube, der hat mich verstanden, was ich meinte.
Speaker: Ja, du bist nicht die schwäbische Hausfrau.
Speaker: Nein.
Speaker: Eieiei.
Speaker: Ja, also ich habe versucht, es so ein bisschen zu clustern nach Sachen.
Speaker: Aber am Ende ist es genauso tentativ, wie das Hobby irgendwie auch tentativ ist.
Speaker: Also ich finde, wenn man es gut macht, ist es tentativ.
Speaker: Man tastet in jede Richtung dauernd ab.
Speaker: Ja.
Speaker: hat eher diese Kreisbewegung.
Speaker: Ich finde, die erste Sache, die wichtig ist, ist, man sollte alles kritisch hinterfragen, was man aufnimmt.
Speaker: Weil nach meiner Wahrnehmung ganz viele Sachen, die man für gesetzt hält oder wo man sich vielleicht auch, auch wenn man schon länger drin ist, so daran orientiert, sind so Großmoden, die bei näherer Betrachtung einfach stumpf sind.
Speaker: Wir hatten schon öfter das Beispiel mit den Innenwinkeln.
Speaker: Ich weiß noch, wie eine Zeit lang alle Leute ständig Innenwinkel gezählt haben.
Speaker: Das hat furchtbar genervt und das führt ja, wo die Produktionsprozesse bei Uhren immer länger sind, dazu, dass du im Moment diese ganzen Dreizeigerindies hast, die eigentlich grottenlangweilige Uhren machen, aber die eben erzählen, wie viele Stunden sie bei Mondstein investiert haben.
Speaker: Aber da ist kein Konzept dahinter.
Speaker: Und das ist furchtbar.
Speaker: Und trotzdem kriegst du das mit, wenn du im Internet unterwegs bist.
Speaker: gerade im Internet, dass du so selbst verstärkende Sachen hast, dass das so ein, Leute würden sagen, Narrativ ist, dass jemand sagt, Qualität erkennt man daran, dann sagen die anderen Leute, oh, der hat aber Ahnung und dann wird es immer weiter getrieben und weitererzählt und weitererzählt.
Speaker: So wie du halt das ganze Urforum in jedem Topic irgendwann immer einer sagt, entweder ich könnte für das Geld auch ein Rolex kaufen oder das ist aber die präziseste Uhr der Welt.
Speaker: Und dann ist die Debatte eigentlich tot.
Speaker: Also so Klischees,
Speaker: wo man eigentlich nur noch weglaufen kann.
Speaker: Das macht auch gar keinen Sinn mehr, mit den Leuten irgendwas zu sprechen.
Speaker: Weißt dann einfach, es ist jetzt eine Sackgasse geworden.
Speaker: Und das ist, glaube ich, ganz schwierig.
Speaker: Weil mein Eindruck ist, dass viele Leute Sachen nachplappern, weil es gemütlich ist.
Speaker: Weil man dann weiß, man kriegt immer Bestätigung von der Gruppe.
Speaker: Man schreibt das dann einfach rein.
Speaker: Und dann sagen alle anderen, ja genau, das ist total richtig.
Speaker: Dann war das schön, aber bringt halt nichts.
Speaker: Das ist das eine.
Speaker: Und das andere ist, dass die Szene eigentlich relativ klein ist.
Speaker: Also jedenfalls der Teil...
Speaker: der Dinge einbringt, also der Videos macht, Texte schreibt oder so, das ist gar nicht so viel.
Speaker: Vor allem, die die auch einen Mehrwert haben.
Speaker: Ja, und ganz viel ist auch gesteuert, wenn du überlegst, wie viel du siehst, wenn das Emgargo für eine neue Uhr gelüftet wird, wie viele Artikel gleichzeitig rauskommen.
Speaker: Und wenn du selber die Unterlagen vom Embargo hattest, dann siehst du auch, wer einfach Copy-Paste alles übernommen hat.
Speaker: inklusive Fotos und allem anderen.
Speaker: Manche Publikationen schreiben ja auch noch fairerweise dann eine Vorstellung und dann später noch ein Hands-on, wenn sie die Uhr wirklich auch mal gesehen haben.
Speaker: Das ist zumindest transparent.
Speaker: Ich verstehe auch, dass da Mechanismen hinter sind.
Speaker: Die müssen auch mit wenig Leuten Sachen machen, wo man digital wenig Erlösmodelle haben.
Speaker: Ist mir alles klar.
Speaker: Ich will es auch nicht verteufelt.
Speaker: Aber ich würde immer sagen, man muss sich das echt genau angucken.
Speaker: Wer ist der Absender?
Speaker: Man muss das mal gegenchecken.
Speaker: Und dann hast du einfach auch eine Szene, wo niemand oder kaum jemand irgendwas kritisch schreibt.
Speaker: Also du wirst ganz selten über eine Uhr lesen.
Speaker: Ja, sieht gut aus, aber der Rotor war laut oder so.
Speaker: Das passiert einfach nicht mehr.
Speaker: Gibt es nicht.
Speaker: Okay, warte, zwei Dinge.
Speaker: Ich mache das Erste, sonst vergesse ich es gleich.
Speaker: Also das Zweite, aber ich mache das jetzt zuerst.
Speaker: Ich denke, dass gerade das Problem ist, dass die meisten, die diese Artikel schreiben, halt relativ abhängig sind von dem Menschen, den Marken, die ihnen Sachen zur Verfügung stellen, die sie beauftragen.
Speaker: Sie bekommen diese Releases, weil sie halt auserwählt sind, in Anführungszeichen.
Speaker: Wenn sie das dann aber komplett zerreißen, bekommen sie es zum nächsten Mal nicht mehr.
Speaker: So ist es ja, also ist jetzt meine Fährten doch, glaube ich, mal auch mit, ich komme auf seinen Namen nicht, der die Messe in den USA aufbaut.
Speaker: Da haben wir auch ein bisschen darüber gesprochen.
Speaker: Ja, wir haben mit Roger Rüger von Watchtime darüber gesprochen.
Speaker: Wobei der noch, wir haben ja auch mit ihm gesprochen, weil der noch eine gute Haltung haben kann, weil der hat ein richtiges Magazin mit 60.000 Copies, hat er gesagt.
Speaker: Das ist was anderes als diese Kleckerpublikation, die wir so in unseren Bereichen kennen, wo wahrscheinlich das Ernöse-Mutell schwierig ist.
Speaker: Jetzt aber zu dem, was ich eigentlich am Anfang sagen wollte, weil den Punkt, den du genannt hast, finde ich sehr wichtig, das Hinterfragen.
Speaker: Gerade auch, wenn man sich im privaten Bereich, das hätte ich am Anfang vielleicht noch besser machen können, vielleicht so ein kleiner Fehler, den ich gemacht habe.
Speaker: Man fragt Leute, von denen man weiß, dass sie Ahnung haben, vermeintlich.
Speaker: in Klammern vermeintlich.
Speaker: Die Menschen geben dir dann ihre Ansicht und dann hast du diese Ansicht von diesem einen Menschen, wie du so schön gesagt hast, hinterfrage sie trotzdem, weil das ist nur eine Ansicht.
Speaker: Also möglichst, ich bin Fan davon, möglichst verschiedene, diverse Ansichten zu bekommen, um mir dann meine eigene zu bilden.
Speaker: Das mache ich eigentlich in allen Bereichen, sei es bei Uhr, Wirtschaft, Politik, whatever.
Speaker: nur dann kann ich meine eigene fundierte Meinung bilden, finde ich.
Speaker: Und deswegen mag ich jetzt auch, wenn ich in Foren oder in Unterhaltungen unterwegs bin, wo ich kontroverse Diskussionen und Meinungen mitbekomme, weil dann hast du einen Meinungsaustausch und hast du einen Argumentationsaustausch und daraus kannst du dir dann für dich selbst ableiten, was du gut findest und was nicht.
Speaker: Wenn du auf ein Rolex-Fantreffen gehst und fragst, soll ich mir diese Uhr kaufen, werden alle sagen, nee, für das Geld bekommst du eine Rolex.
Speaker: überspitzt gesagt, so wie du es gerade auch gesagt hast.
Speaker: Deswegen gerne diverse Meinungen einholen.
Speaker: Kann einem nur helfen am Anfang.
Speaker: Naja, was ich vor allen Dingen wichtig finde, ist, dass wenn du mit vielen Leuten sprichst und wenn du es schaffst, dass man Hierarchisierung rauslässt, also wenn es nicht mehr darum geht, was ist besser.
Speaker: Ich glaube, grundsätzlich ist das Herangehen, dass jemand sagt, dieses Vergleichen, dass die Leute so tun, als würde es darum gehen, einen Kühlschrank zu kaufen.
Speaker: Und dann würdest du beim Kühlschrank sagen, der ist A+.
Speaker: Was weiß ich und das Design gefällt mir und dann kann ich den kaufen.
Speaker: Das ist bei Uhren ja komplett anders, weil letztlich das Produkt ganz anders funktioniert und das soll ich ansprechen.
Speaker: Deswegen bringt es überhaupt nichts, das so Pseudo zu objektivieren und zu sagen, es muss höchstens 10 mm hoch sein und die Wasserdichte und was weiß ich.
Speaker: Am Ende ist das scheißegal.
Speaker: Wenn du das gut findest, dann wirst du das immer gut finden.
Speaker: Und das ist, glaube ich, auch ein Problem des Internets, dass man das versucht zu objektivieren.
Speaker: Denn wenn man Uhren in der Hand hat, dann merkt man sofort, findet man das gut oder findet man das nicht gut.
Speaker: Und ein Beispiel ist, wenn du mit vielen Leuten sprichst, die auch vielleicht unterschiedliche Hintergründe haben, dass du unterschiedliche Perspektiven gewinnst.
Speaker: Weil, mal jetzt ein Beispiel zu nehmen, was, glaube ich, für viele nachvollziehbar ist.
Speaker: Eine Omega Speedmaster ist zum Beispiel eine Uhr, die ist relativ hoch und relativ knobig, objektiv, von den Messwerten.
Speaker: Sie sieht aber eigentlich nicht so aus, weil sie bei Autos, würde man sagen, so eine Lichtkante hat.
Speaker: Also das Mid-Case-Modell.
Speaker: ist geschmeidig gestaltet, dadurch fällt es optisch nicht auf.
Speaker: Außerdem ist sie gut ausbalancet, deswegen fällt es auch ergonomisch nicht aus.
Speaker: Und damit ist es aus meiner Sicht eigentlich auch relativ egal, wie hoch sie dann wirklich ist, weil die wenigsten Leute eine Hemdmanschette darüber tragen werden, die so eng ist, dass es nicht geht.
Speaker: Ich glaube, ich kenne jemanden, mit dem ich einen Podcast aufnehme, der mal gesagt hat, dass er das total langweilig findet, dass das Omega so macht und so weiter.
Speaker: Mittlerweile hat diese Person mehrere Speedmaster wieder.
Speaker: Hahaha.
Speaker: Ja, darauf erstmal ein Trinken.
Speaker: Ich habe gesagt, dass meine normale Speedmaster so langweilig sind, das ist sie auch.
Speaker: Aber sie ist auch irgendwie beruhigend.
Speaker: Es gibt so Tage, da habe ich einfach auch keine Lust auf diesen ganzen exotischen Kram.
Speaker: Easy, easy, nein.
Speaker: Specs sind halt, sie klingen so faktisch, aber sie können halt auch schön kaschiert werden.
Speaker: Die Speedmaster ist das beste Beispiel.
Speaker: Die klingt verdammt hoch und ist sie so gesehen auch.
Speaker: Durch das Case-Bild wirkt sie aber halt gar nicht mehr so hoch, ja.
Speaker: Ja, und sie hat ja, und auch gutes Beispiel, sie wird immer angegeben mit 42 Millimetern, aber die 42 Millimetern beziehen sich ja darauf, dass das Gehäuse asymmetrisch ist, weil du diesen Kronenschutz integriert hast sozusagen.
Speaker: Optisch orientierst du dich aber an der Lünette und die Lünette hat 39,7 Millimeter.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich habe das auch nur rausgefunden, weil ich mit Leuten geredet habe, weil mir Sachen komisch vorkamen, weil ich dann selber mal nachgemessen habe.
Speaker: Das Internet hat es mir nicht erzählt.
Speaker: Und das rege ich immer an, dass Leute das machen.
Speaker: Ja, das ist das erste.
Speaker: Das war jetzt auch kein ganz donnernder Erkenntnis, aber man muss es zumindest einmal laut gesagt haben.
Speaker: Dann finde ich, das habe ich gesagt, mit den Hierarchisierungen wichtig.
Speaker: Ich würde immer, wenn jemand sagt, das eine ist besser als das andere, dann würde ich erstmal ganz großes Fragezeichen machen.
Speaker: Ja.
Speaker: Also klar kannst du, was weiß ich, bei irgendwelchen Metazertifizierungen und so weiter, wenn dir das wichtig ist, dann kannst du
Speaker: Meinetwegen das mit dem Magnetismus, das finde ich nachvollziehbar, weil irgendwie jeder von uns mit irgendwelchen Laptops rumhantiert und an Flughäfen rumsteht und so, das ist einfach im Alltag nützlich und na klar ist es auch nicht verkehrt, wenn nur ein bisschen wasserdicht ist, okay, aber all diese anderen Sachen würde ich jetzt mal ein großes Fragezeichen dran machen und das sind noch die, die man messen kann.
Speaker: Wenn jetzt Leute kommen und sagen, ich messe es am Wiederverkaufswert, wie gut irgendwas ist oder so, auch dann würde ich sagen, es ist weiterhin relational, weil dich das ja nur interessiert, wenn du es wirklich verkaufen willst und wenn du,
Speaker: grundsätzlich etwas tragen willst, wo es dir wichtig ist, wie relevant das für andere Leute ist.
Speaker: Richtig.
Speaker: Weil wenn du finanziell souverän genug bist, kannst du dir auch irgendwas kaufen, was du einfach extrem geil in dem Moment findest.
Speaker: Und wenn du dann noch einigermaßen rational dabei bist, kannst du versuchen, es möglichst günstig einzukaufen.
Speaker: Und dann ist es dir aber egal, ob du hinterher ein bisschen raufzahlst.
Speaker: Weil es halt deins ist und weil du Freude dran hattest.
Speaker: Hier zeigt sich aber auch wieder, was ist besser, was ist gut?
Speaker: Das ist eine Definitionssache.
Speaker: Es gibt Menschen, für die besser heißt, das ist am Markt, also am Sekundärmarkt, bekomme ich mehr Geld oder genau das gleiche Geld.
Speaker: Wenn das für sie ein Kriterium ist, ja, für mich persönlich wäre das kein Kriterium, um etwas als gut zu bezeichnen, gerade bei einer Uhr nicht.
Speaker: Das heißt nicht, dass die Uhr gut ist, das heißt nur,
Speaker: dass es genug Menschen gibt, die dafür Geld bezahlen würden, den Preis, den du gezahlt hast vielleicht.
Speaker: Ist es dadurch gut?
Speaker: Weiß ich nicht.
Speaker: Es ist einfach nur begehrt, aber begehrt muss nicht gut sein, meiner Meinung nach.
Speaker: Ja, also ich finde, man muss das, es ist ja auch okay, wenn jemand vielleicht auch gerade am Anfang ist und sagt, ich kenne mich noch nicht so gut aus, ich weiß nicht, ob ich das jetzt für immer behalten will, ich bin da unsicher und so, alles völlig okay, aber das muss man immer überlegen, ist das wirklich relevant für mich?
Speaker: Weil am Ende ist es eben eine Uhr und kein Kühlschrank, man muss das für sich beziehen.
Speaker: Ich glaube, da hast du eigentlich das jetzt gerade gesagt, das hätte ich versucht, am Ende festzuhalten.
Speaker: Wichtig ist, wenn man einsteigt und sich dann, soweit ist es, man etwas kauft, und ich glaube, das kann man dann auf alles beziehen, kauf das, was für dich richtig gut und schön ist und nicht das, was andere dir sagen, was gut und schön für dich ist.
Speaker: Ja, jedenfalls muss man das nicht als Gesetz für sich nehmen, sondern ich finde, der Anspruch
Speaker: Wäre gut, wenn man sozusagen reinkommt, dann ist man natürlich immer beeinflussbar, weil man muss anfangen, sich zu orientieren.
Speaker: Aber wenn man für sich selbst das Ziel hat, souverän zu werden und die Informationen einzusammeln und dann möglichst...
Speaker: soweit das als Mensch überhaupt möglich ist, sich da frei zu orientieren, dann hat man, glaube ich, einfach mehr Freude daran.
Speaker: Und dann kann man ja immer noch zu den Standardsachen zurückkommen oder von vornherein da bleiben.
Speaker: Aber dann hat man sich halt dafür entschieden und ist nicht am Anfang einfach stehen geblieben.
Speaker: Hier schmeiße ich mal direkt rein, was einer unserer Follower geschrieben hat, weil das passt, glaube ich, dazu.
Speaker: Qualität vor Quantität.
Speaker: Sprich, ich denke mal, er wollte damit sagen, lieber eine...
Speaker: teure Uhr am Anfang oder eine gute Sache als zum Beispiel zwei oder drei.
Speaker: Würde ich zustimmen, dass ich auch hier sage, dass ich mir, wenn ich ein gewisses Budget habe am Anfang, würde ich auch mit einem Ding, wo ich dann sage, ich schmeiße mein Budget für das rein, worauf ich richtig Bock habe und kaufe mir das, als es zu splitten.
Speaker: Und vor allem, ich glaube, das kann man jedem Menschen sagen, der anfängt, jetzt mal nur Uhren zu sammeln und zu kaufen,
Speaker: Hol dir keine Zwischenlösung.
Speaker: Das macht dich nicht glücklich.
Speaker: Wenn du Uhr X haben möchtest, die aber gerade etwas über dein Budget liegt, kauf dir nicht Uhr Y, die gerade erreichbar ist, weil es bringt dich weg von deiner eigentlichen Uhr, die du haben willst, so meine Erfahrung.
Speaker: Also ich habe gelernt, keine Zwischenlösung mehr kaufen, außer du kannst einen sinnvollen Schritt machen.
Speaker: Ich habe jetzt bei mir zum Beispiel, ich habe noch ein Ziel, wo ich hin will und da die Dentone, die ich mir geholt habe, ist der perfekte Zwischenschritt dafür.
Speaker: weil es mich auch weiterbringt in dem Ziel.
Speaker: Aber meistens, wenn du sagst, ich möchte eine Submarine haben als ODEX beispielsweise, und dann, ja, aber ich kann mir gerade noch eine Tudor leisten, wäre es falsch, sich eine Tudor zu kaufen, weil das bringt dich nicht weiter in dem Fall.
Speaker: Ich glaube, das ist sogar noch ein bisschen komplizierter.
Speaker: Ich würde sagen, da sind drei Themen mit drin.
Speaker: Erzähl.
Speaker: Das eine Thema ist, wenn ich glaube, ich will das haben, dann kann ich ja immer noch gucken,
Speaker: ob ich das wirklich haben will oder ob in mir drin das Bild entstanden ist, dass ich das haben will, weil ich zu lange im Internet gesurft habe und alle anderen wollten das auch haben und dann fand ich es auch gut.
Speaker: Das heißt, ich glaube, es ist wichtig, dass man immer neue...
Speaker: Eindrücke und Informationen sucht, auch an Stellen, wo man nicht damit rechnet, dass das jetzt irgendwie nützlich wäre.
Speaker: Also ich bin letztens in einer Giger Lecoultre-Boutique gewesen und dann habe ich mir einfach Atmos-Uhren angeguckt.
Speaker: Nicht, weil ich mir jetzt eine kaufen will.
Speaker: Also habe ja keine große Anwaltskanzlei oder so, wo ich sie hinstellen könnte.
Speaker: Aber ich wollte einfach mal gucken, wie das so wirkt und so weiter.
Speaker: Und das hat tatsächlich was gemacht.
Speaker: Und letztens hat ein Freund mir erzählt, seine Idee ist,
Speaker: eine schöne Taschenuhr als Tischuhr auf dem Schreibtisch zu haben.
Speaker: Und ich hatte den Use Case nicht im Kopf.
Speaker: Aber fand ich interessant.
Speaker: Und ich finde, es hilft oft, so ein bisschen links und rechts zu gucken, weil man dann überlegt, ist das jetzt wirklich das, was ich will, oder ist es nur das, was ich nachgeplappert habe, weil alle anderen das wollten.
Speaker: Und das kann auch mit uns so sein.
Speaker: Es kann ja auch eine andere Armbanduhr sein, die man vielleicht vorher einfach nicht gesehen hat.
Speaker: Dass man, was weiß ich, jemand kommt mit einer Moser Streamliner um die Ecke und man findet das Band ganz toll, aber sie ist wahnsinnig teuer.
Speaker: Und dann denkt man, aber ich mag ja auch eigentlich die 80er Jahre und warum kaufe ich mir nicht eine E-Bill mit einem Wave-Bracelet?
Speaker: Da kommt das Moser-Ding ja her vom Design.
Speaker: Ja, verstanden.
Speaker: Frage an dich.
Speaker: Kam daher da eine Idee letztens, die du mir geschrieben hast, dass du gerne mal über Tischuhren eine Folge machen würdest?
Speaker: Ja, ich finde, man muss einfach immer aus dieser Gemütlichkeitsgeschichte raus und immer, wenn irgendwo...
Speaker: Wenn ein Strohhalm ist, dass da noch eine Welt ist, die man noch nicht gesehen hat, dann muss man an den Strohhalm ziehen und gucken, ob eine Tür aufgeht.
Speaker: Kann ja sein, dass noch was passiert.
Speaker: Aber das war ja nur eine Sache.
Speaker: Also die neuen Infos.
Speaker: Das ist das.
Speaker: Jetzt muss ich mal springen in meine Aufzeichnung.
Speaker: Du hast ja gesagt, man soll immer die richtige Uhr und so weiter kaufen.
Speaker: weiß ich nicht.
Speaker: Wenn man von vornherein akzeptiert, dass wenn man lange in dem Hobby drin ist, dass sehr wahrscheinlich ist, dass Verkaufen dazugehören wird, also auch Sachen gehen lassen, verkaufen, dann ist das eigentlich okay.
Speaker: Und dann kann man, finde ich, das Verkaufen nicht als
Speaker: als einen nervigen Teil verstehen, sondern als einen Teil, der einfach dazugehört.
Speaker: So wie man ja auch immer in jedem Klischee sagt, der Tod gehört zum Leben, so gehört halt das Verkaufen von Uhren auch zum Sammeln dazu.
Speaker: Ja, warte, warte, warte, stimmt, bin ich voll bei dir.
Speaker: Was ich sagen wollte, war, ich bin von dem Szenario ausgegangen, ich habe es nicht genug dargestellt, du hast ein bestimmtes Budget, oder ja, du hast halt als Beispiel 2.000 Euro nur, du willst aber deine Submariner haben.
Speaker: Mittlerweile ist die ja weit weg von 2.000 Euro.
Speaker: Dann sagen wir, du hast 4.000 Euro, du willst aber eine Submariner haben.
Speaker: Für 4.000 bekommst du aber eine Tudor.
Speaker: Du weißt aber, dass wenn du dir jetzt eine Tudor kaufst, dauert es Ewigkeiten, bis du an deine 10K für die Submariner kommst oder 7, whatever.
Speaker: In dem Fall macht es keinen Sinn, den halben Weg zu gehen, sondern dann würde ich sagen, warte lieber.
Speaker: Und kauf dir das, was du haben möchtest, weil diese Zwischenlösung, die dann eher Richtung finale Lösung läuft, weil du dann nicht mehr die Ressourcen haben wirst, um das Große zu kaufen, das macht dich nicht glücklich.
Speaker: Dann lieber länger warten und das Große kaufen, als versuchen, sich kurzzeitig einen Kick zu holen.
Speaker: Ja, aber ich habe ja gesagt, geh doch aus dem Framing raus und hinterfrage erstmal, willst du wirklich die Submariner haben oder ist das einfach nur irgend so ein Ding, was alle haben wollen?
Speaker: Und dann bist du möglicherweise aber von der Submariner und von der Tudor weg, sondern bist du ganz wieder woanders.
Speaker: Ich hatte zum Beispiel heute eine Vintage Omega Seamaster aus den 60ern mit so ganz toll gealterten Tritium.
Speaker: die hat mich schon ganz schön geflasht.
Speaker: Und die hätte ich vorher sonst auch nicht gesehen.
Speaker: Also wenn du da offen bist, kann ja passieren.
Speaker: Und ich habe mir sagen lassen, die liegt so bei 6.000 Euro.
Speaker: Und das wäre ja dann schon wieder eine Rufweite von den 4.000 Euro.
Speaker: Ja, warte, warte, warte.
Speaker: Ersetzt die Submarine durch alle anderen Uhren, die du dir als Ziel setzt, die X kosten, du und Y momentan als Verfügung hast.
Speaker: Und du weißt, wenn du dir jetzt eine Zwischenlösung holst, dass du das X nicht erreichen wirst.
Speaker: Ja, ja, ich kann das sogar aus eigener Erfahrung.
Speaker: Ich hatte zwischendurch einen ganz unfassbaren...
Speaker: crash auf diese eine toby obriki und die war auch vom markt wie ich finde wahnsinnig unterbewertet trotzdem obwohl sie wahnsinnig unterbewertet weil sie war komplett handgraviert und alles und so weiter
Speaker: gab es nur eine davon in Hongkong für 40.000 Euro, die, finde ich, objektiv super unterbewertet ist.
Speaker: Trotzdem habe ich festgestellt, dass objektiv 40.000 Euro echt eine Menge Geld ist.
Speaker: Dann habe ich hin und her überlegt, was ich alles verkaufen kann, wo ich noch sparen kann, wo ich meiner Frau sagen kann, wir müssen jetzt vielleicht doch nicht in Urlaub fahren oder so.
Speaker: Und dann habe ich so Szenarien überlegt.
Speaker: wie ich mein ganzes Leben umschiften kann.
Speaker: Und dann habe ich irgendwann überlegt, nee, das ist unrealistisch.
Speaker: Vor allem am Ende hätte die Scheidung gestanden.
Speaker: Ja, also man musste auch eine gute Abwägung machen dann.
Speaker: Das ist eine Realkonkurrenz, würde, glaube ich, der Jurist sagen.
Speaker: Und dann habe ich für mich beschlossen, dass das wirklich eine unfassbar schöne Uhr ist.
Speaker: Und der Markt, der hat sie wirklich unterbewertet.
Speaker: Und ich weiß von vielen Leuten, die das jetzt auch erkannt haben und noch rechtzeitig eine gekauft haben.
Speaker: Das ist auch alles richtig so.
Speaker: Aber es hat dann nicht, also meine Analyse war richtig, aber ich hatte die 40.000 Euro nicht so.
Speaker: Und dann habe ich aber überlegt, was habe ich jetzt also aus der Sache gelernt und muss ich jetzt für immer traurig sein?
Speaker: Und dann habe ich festgestellt, dass ich eigentlich an der Uhr diese symmetrische Anordnung mochte und dass die Funktion in der Uhr im Konzept angelegt war.
Speaker: Und dann habe ich mir eine Brigitte Tradition gekauft, also gleiche Marke, selbe Marke und auch ein Konzept und auch eine symmetrische Anlage und man kann auch die Technik sehen und die hat mich weniger gekostet und ich war aber genauso froh.
Speaker: Okay, okay.
Speaker: Keiner musste auf Urlaub verzichten, keine Scheidung, alles gut.
Speaker: Also möglich auch mit einer Lösung B happy zu sein.
Speaker: Trotzdem mein Rat, wenn du ein Ziel hast, go for it.
Speaker: Go big or go home.
Speaker: Ja, weiß ich nicht.
Speaker: Also da sind wir dann vielleicht anderer Meinung.
Speaker: Und ich meine auch das mit dem Verkaufen ernst.
Speaker: Also nehmen wir mal an, jetzt in diesem Beispiel, du hast dir trotzdem die Tüler gekauft, irgendwann willst du sie wieder verkaufen.
Speaker: Ich finde es okay.
Speaker: Ich finde, gut, bei Naturo ist es schwierig, weil das ist ein Convenient-Artikel, von dem es viele gibt.
Speaker: Aber nehmen wir mal an, du hast dich jetzt irgendwie verrannt in so eine Uhr, hast sie gekauft, irgendwann stellst du fest, aus irgendwelchen Gründen geht das jetzt doch nicht.
Speaker: Ich hatte zum Beispiel diese Gérard Perregaux Laureato Keramik Schwarz, 38 mm, super speziell, an sich eine schöne Uhr, aber habe sie einfach das Band nicht eingestellt bekommen.
Speaker: Ich habe jetzt festgestellt, mein Arm hat jetzt an diesen Tagen, wo es immer kalt und warm war, zwischendurch über einen Tag einen Zentimeter gewechselt im Umfang.
Speaker: Das heißt, Integrated Bracelet kannst du vergessen, also kann ich vergessen.
Speaker: Also ich konnte sie objektiv nicht tragen, also musste sie weg.
Speaker: Super kompliziert, ist keine Uhr, wo jetzt so sehr exzessiv nachgesucht wird.
Speaker: Und irgendwie gehört es aber auch zum Spiel dazu.
Speaker: Und irgendwie war es auch schön und am Ende ist sie nach Japan verkauft worden.
Speaker: Und man lernt dann auch oft im Prozess interessante Leute kennen und so weiter.
Speaker: Also wenn man sich von dieser Vorstellung des schnellen Geldes verabschiedet und das einfach, so wie die Suche lange dauert, auch der Verkauf vielleicht lange dauert, aber am Ende schön ist, wenn man das mit einpreist, ist es nicht schlecht.
Speaker: Ja, verstanden.
Speaker: Es setzt nur voraus, dass man sich nicht vielleicht komplett übernommen hat mit seinen ganzen Hobbys.
Speaker: Okay.
Speaker: Und das wäre auch eine Sache, die ich allen Leuten an die Hand geben wollen würde, weil ich merke, dass diese Selbstradikalisierung viele Leute trifft.
Speaker: Und dann kann das natürlich schnell passieren, dass man vielleicht, wie hast du gesagt, go big or go home, also dass man das dann macht.
Speaker: Und deswegen wäre mein Hinweis auch in Kenntnis von Leuten, die das so betreiben, dass
Speaker: Man sollte, wenn man nachts bei Krone rumsurft, und ich glaube, das tun 99 Prozent der Hörer, ja, ich merke das, dass jetzt alle rot zwischen den Ohren werden, man sollte dann nicht betrunken kaufen.
Speaker: Ich weiß von Menschen, die das machen, die auch glückliche, glaube ich, Fänge dabei gemacht haben.
Speaker: Aber das ist eine Hochrisikostrategie, das muss man sich echt überlegen.
Speaker: Allgemein ist es vielleicht, das kann man, warte, ich hole anders aus.
Speaker: Ich hatte mal mit meinem Hund ein Training und die Hundetrainerin meinte, weil ich meinte dann zu ihr, am Anfang macht der Hund noch alles, was ich möchte und irgendwann erreichst du ihn nicht mehr.
Speaker: Ganz banales Beispiel oder plakativ dargestellt, der Hund hat 100 Murmeln in seinem Kopf.
Speaker: Mit 100 Murmeln ist er voll empfangsbereit und für jedes Kommando verbraucht er ein bis fünf Murmeln, je nachdem, was du von ihm möchtest.
Speaker: Irgendwann hat er keine Murmeln mehr und dann ist er wild im Kopf.
Speaker: Das Gleiche ist auch bei uns.
Speaker: Morgens sind wir sehr diszipliniert und je später es wird am Tag, desto undisziplinierter werden wir.
Speaker: Sei es bei mir momentan meine Ernährung.
Speaker: Ich neige dazu abends, mir bedeutend mehr Süßes reinzupfeifen als den Tag über, wo ich sehr stark bleiben kann.
Speaker: Abends schaffe ich es nicht mehr.
Speaker: Das gleiche merke ich auch, wenn ich Online-Shopping mache.
Speaker: Tagsüber denke ich mir, nee, brauche ich nicht.
Speaker: Wenn abends gekauft, gekauft, gekauft, das gleiche, wenn du dann noch Alkohol dazu konsumierst, abends, nachts, ja, dann hast du den doppelten Effekt.
Speaker: Einerseits Hemmung weg wegen Alkohol, andererseits sind deine Murmeln aus dem Kopf weg und du neigst eher dazu, mal eben was zu kaufen.
Speaker: Also ja, das ist gar nicht so ungefährlich.
Speaker: Ja, lass uns noch kurz zu dem Punkt mit dem schönen Verkaufen übergehen.
Speaker: Bitte.
Speaker: Weil, also ich denke mittlerweile Uhren nicht mehr nur als Produkt, also die Uhr, sondern ich denke mir die Geschichte zu der Uhr.
Speaker: Also welche Geschichte erzählt die Uhr selber?
Speaker: Welche Geschichte erlebe ich mit der Uhr?
Speaker: Was hat mich zu der Uhr geführt?
Speaker: Und auch der Verkauf kann Teil dieser Geschichte sein.
Speaker: Ich habe das auch bei Autos gehabt.
Speaker: Ich habe ja das Auto- und Motorrad-Hobby auch relativ doll betrieben.
Speaker: Und ich hatte, also beim Ohrenverkauf, ich habe einfach auch schöne Geschichten erlebt von Leuten, die ihrer Frau gesagt haben, sie müssen einen Romantiktrip nach Berlin machen, um zu tarnen, dass sie eigentlich die Uhr nur abholen wollten.
Speaker: Und dann der Frau gesagt haben, mach dich mal schön im Hotel.
Speaker: Und dann sind wir heimlich schnell losgezogen und haben das mit der Uhr bei der Bank gemacht.
Speaker: Innerhalb von den 40 Minuten, wo die Frau beim Duschen und Schminken war.
Speaker: Solche Geschichten.
Speaker: Und du erlebst ja auch immer...
Speaker: Du siehst ja auch immer Menschen.
Speaker: Ich hatte eine krasse Geschichte, das war allerdings ein Auto, da habe ich mal einen Porsche gekauft von so einem Typen.
Speaker: Der war sehr erkennbar erbe, der wohnte in so einer Villa in Potsdam mit so Kies-Auffahrt, so wie in so einer ZDR-Vorabend-Serie.
Speaker: Und dann bin ich das eine Weile gefahren und als ich wieder verkauft habe, da war so ein richtiger Trading-Down-Prozess und die Autos waren gerade out.
Speaker: Und dann hat das so ein Typ gekauft, der war komplett tätowiert, hatte lange Haare und hat erzählt, dass er mit seiner Freundin irgendwie eine Europareise machen will für Onlyfans und da wollen sie ein schönes Auto haben.
Speaker: Und da habe ich gedacht, Alter, dieses Auto, das sieht viel von der Welt.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Aber es hat dann gepasst.
Speaker: War ein netter Mensch.
Speaker: Bisschen ungewöhnlich vielleicht für mein Lebensumfeld.
Speaker: Aber naja, man erlebt jedenfalls was.
Speaker: Also ich würde das jetzt immer einpreisen.
Speaker: Kann alles nett sein.
Speaker: Und auch noch eine Sache ist, man muss auch nicht alles besitzen, um Freude dran zu haben.
Speaker: Ich habe das jetzt sehr oft in letzter Zeit erlebt, dass ich so...
Speaker: Ja, bei Autos sagt man Supercars.
Speaker: Also so Uhren für 350, 400.000 Euro in der Hand hatte jeder im Raum, wusste, ich werde sie nicht kaufen.
Speaker: Das war allen klar.
Speaker: Ich habe sie anständig bewundert.
Speaker: Ich habe keine Kratzer reingemacht.
Speaker: Ich hatte eine schöne Zeit.
Speaker: Ich habe was gelernt.
Speaker: Das war einfach gut.
Speaker: Und ich glaube, man kann das vergleichen mit anderen Sachen.
Speaker: Wenn du ins Theater gehst, gehört dir auch nicht das Theater.
Speaker: Und wenn du zum Fußball gehst, gehört dir auch nicht der Fußballverein.
Speaker: Und trotzdem hast du Freude dran.
Speaker: Verstanden.
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Man muss auch realistisch sein.
Speaker: Also diese Superwatches, Supercars, whatever, sind halt für die meisten, so für mich, out of reach.
Speaker: Und ja, muss man nicht besitzen.
Speaker: Man muss auch keine Rolex besitzen.
Speaker: Man kann auch ohne Rolex glücklich werden oder ohne Breguet.
Speaker: Na, das glaube ich nicht.
Speaker: Ich habe keine BG und bin glücklich.
Speaker: Ja, guck dich mal an, du hast keine Haare und alles.
Speaker: Danke.
Speaker: Und dieses zwanghafte Rumgepumpe in irgendwelchen Studios, das sind doch irgendwelche Sachen, da versuchst du doch was gerade zu biegen, was du mit einer BG ganz einfach kaufen könntest.
Speaker: Richtig, richtig.
Speaker: Ich versuche meine, nicht vorhandene BG zu kompensieren, deswegen gehe ich ins Fitnessstudio.
Speaker: Eigentlich wollte ich das für den Schluss aufheben, aber gut, jetzt haben wir natürlich schon das Bonbon gehabt.
Speaker: Nein, so, also das wäre eine Sache.
Speaker: Dann finde ich auch eine Sache, die aber tatsächlich extrem kompliziert eigentlich ist.
Speaker: Du hast, wenn du mit uns zu tun hast, ganz viel mit Leuten zu tun, die unterschiedliche Interessen haben.
Speaker: Und letztlich ist da ganz oft auch so eine finanzielle Ebene mit verwoben.
Speaker: Und es ist, finde ich, schwierig bei so einer letztlich emotional aufgeladenen Sache, die einem viel bedeutet, das trotzdem im Blick zu behalten, dass das auch eine transaktionale Ebene hat.
Speaker: Da sind viele Leute drin, die auch einfach, das ist einfach deren Job.
Speaker: Und am Ende muss irgendwo Geld fließen und das ist auch total in Ordnung.
Speaker: Und man muss das aber für sich irgendwie und auch die müssen das für sich sauber ziehen, dass man ordentlich miteinander umgeht, dass man das wahrscheinlich am besten regelt, indem man das transparent macht, wer welche Interessen hat und so weiter und dass das dann okay ist, weil du alleine ja schon dieses Konzessionärserlebnis basiert ja darauf, dass der dich betüdelt.
Speaker: Aber am Ende bezahlst du das ja auch.
Speaker: Das ist ja der Unterschied zum Grauhändler, wo du was weiß ich, 30% weniger oder 25% oder so bezahlst, aber dann kriegst du eben kein Champagner und dann wird keiner deinen Namen wissen und keiner schickt dir Weihnachten noch eine Flasche Champagner oder so.
Speaker: Aber du hast es auch bezahlt.
Speaker: Das gehört dazu.
Speaker: Das ist, finde ich, wichtig, dass man achtsam miteinander umgeht.
Speaker: Auch das ist wieder so ein Urführungsding, dass es da Leute gibt, die immer glauben, dass das beschiss ist und so weiter.
Speaker: Nein, ich finde...
Speaker: Das ist halt Service und wenn du in ein gutes Restaurant gehst, ist es ja auch so, dass du das gute Essen voraussetzt, aber dass der eigentliche Qualitätsunterschied ist, fühlst du dich da wohl, ist der Service gut, haben die eine gute Raumakustik gemacht, ist die Stimmung einfach gut und so weiter und das bezahlt man dann eben mit.
Speaker: Und so ist es bei Juhren auch, finde ich.
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Voll bei dir.
Speaker: Vielleicht einmal ein kleiner Drift dahingehend, was ein User uns geschrieben hat.
Speaker: Er hätte gerne Tipps zum Verkaufen und Verhandeln mit Verkäufern auf Plattformen wie Krono24, da wir gerade schon von unseren Betrugten an Einkäufen gesprochen haben.
Speaker: Gutes Beispiel, ja.
Speaker: Und wir allgemein schon ein bisschen in der Ecke sind.
Speaker: Und du ja letztens gerade auf diesen Plattformen unterwegs warst.
Speaker: Wie hast du verhandelt mit deinen Omegas?
Speaker: Also ich kann überhaupt nicht gut verkaufen.
Speaker: Wenn ich emotional für mich entschieden habe, dass das jetzt gemacht werden muss, dann will ich das einfach schnell geregelt haben.
Speaker: Und damit bin ich natürlich das leichte Opfer von Leuten, die sagen zack Preis runter und so weiter.
Speaker: Deswegen finde ich eigentlich am schönsten,
Speaker: Trade-In-Geschäfte, also dass du zum Händler gehst und sagst, diese Uhr soll weg, du hast eine andere Uhr, die ich haben will und dann gibt es halt, was weiß ich, einen Differenzausgleich und so, weil dann ist es schnell geregelt, es ist auch komplett transparent, alle sind net fertig.
Speaker: Ja.
Speaker: Das passt aber natürlich nicht immer, sondern manchmal muss man auch mehrere Sachen wegnehmen oder was auch immer.
Speaker: Das ist schwierig.
Speaker: Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass du bei so speziellen Uhren manchmal über das Hobby vernetzt bist, sodass du weißt, wo noch andere spezielle Leute sind und dann geht das so unter der Hand.
Speaker: Dann ist es gut.
Speaker: Oder du musst es, finde ich, über den Händler machen.
Speaker: Außer du hast so eine super Convenient Uhr wie eine Rolex oder viele Omegas und Cartiers oder so, die kannst du natürlich auch selber inserieren.
Speaker: Ich hatte ja mal eine Rolex, das ist ja mal eine düstere Vergangenheit, dass mir das auch mal passiert ist.
Speaker: Vielleicht war ich auch neugierig.
Speaker: Also ich habe mal eine gekauft, um das auch gemacht zu haben und dann hatte ich die halt.
Speaker: Und dann war ich auch super froh, aber das hat ungefähr eine Woche angehalten und dann war ich ein bisschen gelangweilt.
Speaker: Welche hattest du denn?
Speaker: Ich hatte eine aktuelle Rolex Datejust Silber mit Weißgold-Lunette, Jubilä-Band und silber im Blatt.
Speaker: Okay.
Speaker: Nummer habe ich vergessen und da hatte ich zu der Zeit auf so einer Insel hier in Berlin so einen Anteil an so einer Datsche oder was und dann sind wir immer mit dem Schiff hingefahren und aus dem Schiff hatten fünf Leute auch so eine Rolex Datejust an, weil sie für die Gartenarbeit adäquat war.
Speaker: Und dann habe ich gedacht, wieso habe ich jetzt eigentlich so viel Geld für eine Uhr ausgegeben, die die anderen auch alle haben und die interessieren sich eigentlich gar nicht für Uhren.
Speaker: Muss ich das jetzt auch machen?
Speaker: Und dann wollte ich sie schnell loswerden.
Speaker: Und das war auch ganz einfach.
Speaker: Das war allerdings auch noch zu der Zeit, als das irgendwie beliebt war mit den Uhren.
Speaker: Und die habe ich einfach aus reiner Neugiere dann bei eBay Kleinanzeigen inseriert.
Speaker: Und dann haben sich ganz viele unseriöse Leute gemeldet und habe ich gedacht, man soll keine Vorurteile haben.
Speaker: Dann habe ich also jemanden mit so einem...
Speaker: Und einen Namen geschrieben, ja klar, kein Problem, machen wir.
Speaker: Und dann hat der gesagt, ja, wir treffen uns am Cottbusser Tor.
Speaker: Das ist in Berlin der Kriminalitäts-Hotspot.
Speaker: Das ist neben diesem Park, wo man immer alle Drogen jederzeit bekommt.
Speaker: Ja.
Speaker: Und wo einfach Fail State Berlin völlig Fail State ist.
Speaker: Und da habe ich gedacht, naja gut, aber man soll ja keine Vorurteile haben.
Speaker: Und dann bin ich da einfach hingefahren und habe die dem da verkauft und der war auch total nett.
Speaker: Gut, das ist geklappt, dann freut mich.
Speaker: Okay, dann vielleicht aus meiner Erfahrung heraus, wie kann man verhandeln?
Speaker: Du hast erstmal schon ein ganz gutes Ding genannt, was schwierig ist, wenn du etwas loswerden willst, dann bin ich ähnlich wie du, dann will ich es loswerden.
Speaker: Da muss man sich erstmal
Speaker: Ähnlich wie bei Aktien, man sollte sich Limits setzen und sich an diese Limits auch halten, zumindest am Anfang.
Speaker: Ich gehe jetzt mal davon aus, es ist kein Notverkauf, sondern man sagt einfach, ich möchte es verkaufen und ich habe Zeit.
Speaker: Dann Limits setzen.
Speaker: Ich stelle sie für X ein.
Speaker: Mein nächster Schritt zum Beispiel, wenn du einen Spielraum von 500 Euro nach unten hast, dann kannst du immer sagen...
Speaker: Ich gebe zuerst einen Rabatt von zum Beispiel 200 Euro, der nächste Schritt sind dann nur noch 100 Euro, dass die Schritte immer kleiner werden, das macht man so.
Speaker: Genauso nach oben das Gleiche, wenn du was kaufen möchtest, der will aber mehr, als du eigentlich geben willst, dann setze dir auch ein ganz klares Limit und taste dich an dein Limit ran.
Speaker: Man hat auch Breaking Points.
Speaker: Und am besten ist immer, du findest heraus, was ist der Breaking Point der Gegenseite.
Speaker: Und wie findest du den Breaking Point der Gegenseite bei Uhren heraus?
Speaker: Am besten, du kennst einen Graumarkthändler und du kennst die Einkaufspreise der Händler, zumindest ganz grob.
Speaker: Wenn du zum Beispiel, ich überlege gerade, was...
Speaker: Mir würde zum Beispiel einfallen eine GMT, die zum Beispiel für 14.000 verkauft wird.
Speaker: Dann geh mal davon aus, dass der Einkaufspreis des Händlers unter 12.000 Euro liegen wird.
Speaker: Und dann musst du dann noch eine gewisse Marge draufrechnen, die er auf jeden Fall haben will.
Speaker: Aber dann kannst du dir auch grob so ein bisschen den Breaking Point errechnen, wo du ihn eventuell hindrücken kannst.
Speaker: Also wenn du sie für 14.000 drin hast, gehen auf jeden Fall...
Speaker: Eine 13,3 würde ich immer, also 700 Euro sollten da drin sein noch zu verhandeln.
Speaker: So 5% sollten locker drin sein bei sowas.
Speaker: Margen der Händler sind meistens zwischen 7 bis 20%, sind so Graumarkthändler Margen circa und 20% ist schon heavy.
Speaker: Aber dann weiß der Händler auch meistens, die Ware liegt länger, aber wenn er sie dann verkauft, hat das halt, da führt auch weniger Arbeit.
Speaker: So rechtfertigen die das.
Speaker: Wenn du in einer Vor-Ort-Verhandlung bist, ist einfach ein sehr gutes Zielmittel, Schweigen.
Speaker: Und vor allem keine weiche Sprache.
Speaker: Ich könnte mir vorstellen, 5000 Euro zu zahlen.
Speaker: Nein, relativ hart.
Speaker: Ich gebe dir 5000 Euro und dann Schweigen.
Speaker: Dann sagt die Gegenseite was und dann kannst du erstmal Schweigen darauf.
Speaker: Und dann musst du die still aber auch aushalten.
Speaker: Wer zuerst spricht, verliert.
Speaker: Wenn die Gegenseite dann wieder was sagt, ja, ich hatte das letztens auch mal bei einer anderen Sache, da wollte die Gegenseite Preis X haben, ich meinte, ich kann aber nur das zahlen und dann war ich auch relativ hart und dann meinte ich, okay, ich überlege mir das, aber ich glaube, das wird nichts.
Speaker: Da habe ich etwas härter formuliert, aber trotzdem nett und dann wurde ich 10 Minuten später angerufen, ja komm, machen wir.
Speaker: Also da habe ich quasi indirekt schweigend signalisiert, weil ich meinte, das ist außerhalb meiner Range, kann ich nicht machen, ich melde mich in einer Stunde nochmal, aber wird nichts, denke ich.
Speaker: Ich übergebe es immer in mich.
Speaker: Das ist ja verbündend.
Speaker: Ja, ich kann es jetzt, ich möchte es gerade nicht ganz genau wiedergeben, aus Gründen.
Speaker: Aber dann wurde ich dann angerufen und dann war es okay.
Speaker: Also harte Sprache, weiche Sprache ist immer verräterisch, da könnt ihr auch die Gegenseite erkennen.
Speaker: Ein guter Verkäufer wird aber nicht weich, weil keine weiche Sprache wählen.
Speaker: Also eigentlich, ich möchte, ich könnte mir vorstellen, das ist weiche Sprache.
Speaker: Immer klare Fakten.
Speaker: Ich kann sie dafür 8000 verkaufen.
Speaker: Punkt.
Speaker: So was.
Speaker: Ja, das sind so die Tipps, die ich geben könnte.
Speaker: Und online.
Speaker: wäre schweigen, nicht reagieren auf Antworten oder nicht reagieren wäre vielleicht schon falsch in manchen Fällen, sondern wenn mir jemand einen Preis nimmt, der zu hoch für mich ist, das vielleicht würde ich das signalisieren.
Speaker: Verstanden?
Speaker: Ist zu hoch für mich, sehr schade.
Speaker: Ich hätte mich gefreut, wenn wir ins Geschäft gekommen wären.
Speaker: So, das dann abschicken.
Speaker: Damit signalisiert man im Unterton immer noch, dass da Interesse ist, aber dass das, was gesagt wurde, immer noch zu hoch ist.
Speaker: Wenn du einfach sagst, danke, tschüss, dann würde ich mich auch nicht mehr melden als Verkäufer.
Speaker: Aber wenn du das nett schreibst, danke, auch verstehe das Entgegenkommen, ist aber zu hoch für mich, hätte mich gefreut, wenn wir ins Geschäft gekommen wären.
Speaker: das Abschicken, dann hast du, glaube ich, noch eine Chance, dass der Verkäufer versteht, der will kaufen, kann aber nicht für den Preis und dann geht der vielleicht nochmal runter.
Speaker: So würde ich es persönlich machen.
Speaker: Ja, ich habe jetzt viele Uhrenbücher und sowas über Kleinanzeigen verkauft von Marken, wo ich nicht mehr so interessiert war.
Speaker: Und ja, mag sein.
Speaker: Also die Leute, die nett geschrieben haben, da habe ich dann auch immer nett zurückgeschrieben und am Ende ging es mir an.
Speaker: Also gut, es waren auch keine Uhren, sondern Bücher, da geht es natürlich nicht um so eine ganz Riesensumme.
Speaker: Da ging es mir eher um Wertschätzung als jetzt um die letzte Eurosumme.
Speaker: Aber das ist, glaube ich, gerade privat, wenn du von Mensch zu Mensch verkaufst, also kein Händler, sondern privat zu privat, ist das oftmals.
Speaker: Ich habe letztens auch hier eine Micro-Brand verkauft und in der Anfrage, die doch etwas unter meiner eigentlichen Preisforderung war, liebe Grüße aus Tirol und damit hat er mich gehabt.
Speaker: weil Tirol quasi meine zweite Heimat ist.
Speaker: Ich so, komm, wenn es nach Tirol geht, passt für mich, machen wir.
Speaker: Manchmal kannst du mit so einem Scheiß Glück haben, aber vielleicht war ich auch einfach zu nett und war, vielleicht war ich auch betrunken, ich weiß es nicht.
Speaker: Ja, das weiß man ja nicht ganz so genau.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber das wären so die Tipp-Verhandlungstipps, die ich geben würde.
Speaker: Ich würde anschließend an meine andere Sache auch sagen, es ist eigentlich schön über Händler zu verkaufen und wenn die sagen, also Kommissionsverkauf ist in der Regel 10% plus Bruttogeschichten.
Speaker: Ich finde, das ist 10% wert.
Speaker: Wenn du einen netten Service hast, der kümmert sich um den Versand, der redet mit den Leuten, der gibt dir ein gutes Gefühl bei der Sache und du hast diese ganzen Tire-Kickers nicht und so, dann finde ich, ist 10% eigentlich nicht viel.
Speaker: Das soll der haben.
Speaker: Bin ich voll bei dir.
Speaker: Es hat immer die Frage, kann man sich diese 10% leisten?
Speaker: Möchte man sie sich leisten?
Speaker: Ich persönlich denke mir auch, wenn ich was in Kommission gebe oder zum Beispiel dem Peter meine Uhren gebe, dann geht das schnell, unkompliziert und ich habe mein Geld innerhalb von wenigen Stunden oder am nächsten Tag.
Speaker: Ich habe keinen Heckmeck und ich muss nicht zum Cottbusser Platz oder Cottbusser Tor und habe Angst, dass da irgendwas passiert.
Speaker: Ich bin auch ein Fan davon, das überhändler zu machen.
Speaker: Die profitieren, ich profitiere, weil es schnell geht.
Speaker: Das ist okay für mich.
Speaker: Ja, und man muss das auch als Geschäft sehen, insofern als dass man oft ja auch bei denen was kauft.
Speaker: Und irgendwie bleibt es dann immer im Kreislauf.
Speaker: Ja, bin ich persönlich voll bei dir.
Speaker: Also ich mache das auch gerne so, weil gerade wenn du teurere Uhren über kleine Anzeigen selbst verkaufst, hast du doch oft Heckmeck.
Speaker: Also die Uhren, die ich teurer hatte, die ich da inseriert hatte, da habe ich so viel Zeit reingeschmissen.
Speaker: Zum Beispiel die Chapec-Series,
Speaker: Da habe ich so viel mit Menschen geschrieben und mich auch mit denen getroffen, die am Ende irgendwie immer einen komischen Rückzieher gemacht haben oder dann auf einmal mit sehr komischen Angeboten ankamen, wo ich mir dachte, Junge, wenn du mir das voll geschrieben hättest, hätten wir das nicht getroffen.
Speaker: Solche Sachen.
Speaker: Also viel Zeit und Zeit ist Geld.
Speaker: Im Sehensinn, dass du die Zeit halt besser nutzen kannst, als für irgend so ein Humbug, Heckmeck.
Speaker: Ja, das soll ja auch ein schönes Hobby sein.
Speaker: Gut, da sind wir auf jeden Fall einer Meinung.
Speaker: So, jetzt überlege ich noch.
Speaker: Achso, genau.
Speaker: Eine Sache, die ich noch gut finden würde und dann sind meine großen Punkte oben und ist ja auch schon sehr viel Zeit oben und wir haben noch nicht deine weichen Punkte gemacht.
Speaker: Ich glaube, es geht bei Uhren gar nicht so sehr darum, die Uhren zu verstehen, sondern es geht eher darum, sich selber zu verstehen, warum man das gut findet.
Speaker: Das wird philosophisch jetzt.
Speaker: Erzähl.
Speaker: Ja, aber man kann das kurz abbiegen und da ist immer mit drin, dass das sich auch ändern kann und dass das total okay ist.
Speaker: Vielleicht sogar interessant, dass sich das ändern kann.
Speaker: Und dann macht das ein, finde ich, auch ein bisschen gelassener mit dem ganzen Hobby, weil das auch nicht diese Endlichkeitsvorstellung haben muss.
Speaker: Also ich kann auch das Wort Grail nicht leiden.
Speaker: Wenn man überlegt, dass das aus der mittelhochdeutschen Literatur kommt und etwas bezeichnet, was der Ritter auf Aventüre niemals finden wird, dann finde ich das schon so dumm, wenn Leute das so ranziehen.
Speaker: Und darum geht es glaube ich auch gar nicht, sondern es geht darum, dass man sich mit Dingen beschäftigt, die einem gut tun und die Freude machen und die können auch jeden Tag andere sein.
Speaker: Und auch mit den Uhren kann sich das ändern und man kann mal Sportuhren gut finden, man kann mal Retrouhren gut finden, man kann mal Indie-Watches gut finden, man kann auch irgendwelche anderen Sachen, das ist egal.
Speaker: Das muss einem Freude machen und das kann sich immer ändern.
Speaker: Bin ich voll bei dir.
Speaker: Und ich glaube, du hast recht mit dem, was du sagst, dass man sehr viel über sich selbst lernt, wenn man während dieser Reise in sich hineinhört.
Speaker: Also ich selbst kann jetzt rückblickend auch sagen, ich verstehe, warum ich Dinge gemacht habe, warum ich mir Uhren gekauft habe.
Speaker: Und wenn man das versteht, warum man sich die Uhren kauft, mir ganz egal, welche Beweggründe man hat, jeder darf seine Beweggründe haben.
Speaker: Und ich kann ganz offen sagen, dass ich selbst auch mal Uhren aus Minderwertigkeitskomplexen herausgekauft habe.
Speaker: Und das ist für mich auch ein voll okayer Grund, wenn man sich dessen bewusst ist, bitte mach es.
Speaker: Wenn man sich Uhren kauft, weil sie 20 Innenwinkel hat oder whatever, wenn man sich dessen bewusst ist, finde ich das gut.
Speaker: Und dann kann man noch etwas über sich lernen, wenn man darüber reflektiert, weil es ist dann zwar nur eine Uhr, aber der Beweggrund, sie zu kaufen, kann sehr viel über dich selbst aussagen, dir selbst vor allem auch.
Speaker: Deswegen fand ich das gar nicht schlimm, dass du philosophisch wirst, weil ich drifte gerne diese Ecke dann auch mal ab.
Speaker: Es kann einen ja auch motivieren, Sachen rauszufinden.
Speaker: Ich kann sagen, als wir letztens zu Breguet gefahren sind, war ja schon die Anreise auch toll.
Speaker: Und ich wäre sonst nicht durch dieses Tal in der Schweiz gefahren.
Speaker: Das ist einfach ein ganzheitliches Erlebnis.
Speaker: Das kann nett sein.
Speaker: Du lernst ja auch Leute kennen, die du sonst vielleicht nicht kennengelernt hättest.
Speaker: Ich habe Leute kennengelernt, die berufliche Kontexte haben, die ich niemals getroffen hätte über meine beruflichen Kontexte.
Speaker: Und du hast diesen Uhrenangehundungspunkt, das ist total faszinierend und das hat meinen Horizont extrem erweitert und ich versuche auch immer rauszufinden, was die spannend finden, um dann rauszufinden, ob das irgendwie vielleicht bei mir irgendwas bewegt, dass ich das dann auch spannend finde.
Speaker: Zum Beispiel früher habe ich immer gedacht, die Ulysse Nadin Freak ist ein interessantes Konzept, aber was hat das mit mir zu tun?
Speaker: Und mittlerweile finde ich es richtig gut.
Speaker: Und dann demnächst verkaufst du alle deines Speedys und dann kommt eine Freak.
Speaker: Nee, ich habe ja jetzt für mich das so austariert im wörtlichen Sinne, dass ich einfach versuche, wie in einer Waagschale, einfach auf beiden Seiten Uhren zu sammeln, sodass ich immer beides habe.
Speaker: Das heißt, ich habe jetzt diese liebevoll kuratierte Mainstream-Speedmaster-Sammlung und so ein bisschen die anderen Sachen.
Speaker: Und jetzt könnte ich eben immer in jeder Waagschale noch eins drauflegen und dann wäre immer alles da.
Speaker: Okay, also in der Waage im Gleichgewicht bleiben.
Speaker: Lass uns aber vielleicht nochmal, bevor wir zu dem bunten Teilabdegen versuchen,
Speaker: es festzuhalten, was wir festhalten können, ob wir etwas festhalten können für diesen Beginners Guide, den, weil ich habe irgendwie das Gefühl, dass wir viel erzählt haben, aber keinen richtigen, die einzige Quintessenz, die ich rausziehe, für Stichwort Beginners Guide, sammeln möglichst viele Informationen, differente Informationen aus verschiedenen Quellen, sei es online, Medien oder Podcasts,
Speaker: von verschiedenen Menschen, verlass dich nicht nur auf eine Bubble, nicht nur auf einen Menschen und höre auf deine innere Stimme, was für dich wichtig ist.
Speaker: Habe ich das so ganz grob zusammengefasst?
Speaker: Naja, ich würde nicht auf die innere Stimme hören, weil die innere Stimme plappert ja nur das nach, was sie so mitkriegt, sondern ich würde versuchen, sie zu kultivieren.
Speaker: die innere Stimme, sich nicht mitreißen zu lassen, gerade in Social Media, weil das einen hohen Konvergenzeffekt hat.
Speaker: Ich würde mit echten Menschen sprechen und auch mit Leuten, die emotional investiert sind und die auch Uhren gekauft haben, weil das immer noch was anderes ist, als wenn man jetzt irgendein Magazin liest.
Speaker: Und selbst wenn man hinterher findet, dass man das ganz anders sieht als diese Leute, ist es extrem interessant, wenn die davon erzählen, weil dann hat man einfach einen anderen Blick darauf.
Speaker: Okay.
Speaker: Und das kann außerdem interessant sein und ich glaube, wichtig ist, dass man nicht auf die Specs der Uhlen guckt, sondern auf seine eigenen Specs.
Speaker: Das ist so, da bin ich bei dir.
Speaker: Und wie du, glaube ich, zwischendurch richtig gesagt hast, akzeptiere, dass dein Geschmack sich ändert und das, was du heute gut findest, du in einem Jahr vielleicht gar nicht mehr toll findest und das verkaufen möchtest oder musst dann sogar, um etwas anderes zu holen.
Speaker: Also ist es nicht verkehrt, mal ein Jahr lang Dresswatches zu tragen und im nächsten Jahr eher Diver?
Speaker: Das macht das, worauf du Bock hast.
Speaker: Ja, kultiviere es.
Speaker: Also mach es bewusst.
Speaker: Sei nicht wahllos.
Speaker: Das ist ja auch beim Leben so, dass es wertvoll ist, weil es begrenzt ist.
Speaker: Und deswegen, glaube ich, macht es auch keinen Sinn, eine Uhrensammlung mit 1000 Uhren zu haben.
Speaker: Sondern man muss es kuratieren im Sinne, dass man es pflegt und bewusst macht.
Speaker: Aber das kann dynamisch sein und das kann man nicht als Niederlage sehen, wenn irgendwas nicht geklappt hat, sondern man kann es, wie ihr jungen Leute sagt, embracen.
Speaker: Man hat nur was erlebt.
Speaker: Ist okay.
Speaker: Es ist schön, dass du mich als junge Leute bezeichnest.
Speaker: Aber okay, dann lass uns jetzt zu dem bunten Part kommen.
Speaker: Was für einen bunten Part möchtest du mir erzählen?
Speaker: Ich habe gute Sachen erlebt und schlechte Sachen.
Speaker: Also, was ich ganz rührend fand, wir hatten letztens wieder einen Stammtisch von Berlin Watch Circle und die haben heimlich eine Extragruppe gemacht, das kann man offensichtlich mit diesen digitalen Sachen.
Speaker: Und da haben die gesammelt und dann haben die mir einen Gutschein gegeben und Simon, indem ich das ja aufgezogen habe, auch.
Speaker: Wir haben jeder einen Gutschein bekommen mit unserer, also bei mir stand drauf für dich und deine Frau, geht mal schön im Grill Royale essen.
Speaker: Und das war total lieb, weil ich nicht damit gerechnet habe.
Speaker: Ich konnte ja dann auch nichts sagen, weil ich so berührt war.
Speaker: Und das war auch psychologisch extrem schlau, weil meine Frau auch so glücklich darüber war, weil die muss natürlich immer, wenn ich diesen Uhrenbums mache den ganzen Tag, muss sie immer alles andere machen.
Speaker: Das war echt schlau.
Speaker: Gut.
Speaker: Und was war nicht schön bei dir?
Speaker: Ja, ich muss auch zugeben, dass manchmal Sachen schief gehen.
Speaker: Ich trage das ja immer so für mich her, dass ich gerne Sachen ausprobiere, so wie nach Wacken fahren und so.
Speaker: Und dass das immer hilfreich ist.
Speaker: Aber ich habe letztens was gemacht, da habe ich auch mal wieder was ausprobiert und das ist total nach hinten losgegangen.
Speaker: Das war total dumm.
Speaker: Ich hatte zum 1.
Speaker: Mai Besuch von Freunden vom Land aus Kiel.
Speaker: Das sind sehr anständige Leute, die waren wegen Westbrochobby da.
Speaker: Und jetzt die Maikrawalle mitgenommen in Berlin?
Speaker: Genau, dann habe ich gesagt, wir machen jetzt mal Lokalkolorit und wir machen jetzt mal so.
Speaker: Und dann habe ich jemanden gefragt, der im Blaulichtmilieu unterwegs ist, wo ist dann am meisten los am 30.04.
Speaker: Und dann hat der gesagt, geh mal nach Neukölln.
Speaker: Da habe ich schon innerlich gezittert, weil niemand, also auf keinen Fall geht man nach Neukölln.
Speaker: Das letzte Mal, als ich da war, war dann die Schießerei.
Speaker: Das ist einfach ein versifter Schrottstadtteil.
Speaker: So, aber dann habe ich gesagt, okay, das machen wir halt, muss gemacht werden.
Speaker: Und ich fand es auch ein bisschen witzig, weil da sollte eine queer-feministische Demo sein gegen sexualisierte Gewalt oder so.
Speaker: Und dann habe ich gesagt, alles klar, wir gehen zu der Feministendemo und gucken uns das einfach mal an, weil ich dachte, das wäre exotisch.
Speaker: Aber es ist komplett schief gegangen.
Speaker: Das war einfach furchtbar.
Speaker: Das waren Klassentreffen von irgendwelchen Leuten, die von staatlichen Drittmitteln finanziert sind.
Speaker: Und es war eine reine, volksverhetzende, pro-Palästina-Demo mit Sachen, die man auch nicht sagen darf, wo ich wirklich schockiert war.
Speaker: Das hat überhaupt keine Freude gemacht.
Speaker: Ich habe auch überhaupt nichts gelernt.
Speaker: Ich fand es nicht gut.
Speaker: Und dann bist du eingekesselt worden und bist in einen Mannschaftswagen reingedrückt worden?
Speaker: Nee, überhaupt nicht.
Speaker: Die Polizei hat auch überhaupt nichts gemacht, obwohl da eben Sachen gemacht worden sind, die verboten sind in Deutschland.
Speaker: Und das fand ich alles nicht in Ordnung.
Speaker: Es hat mein Vertrauen in die drittmittelfinanzierte Zivilgesellschaft erschüttert.
Speaker: Es hat mein Vertrauen in die Polizei erschüttert und es war alles nicht schön.
Speaker: Aber es hat natürlich meine Vorteile gegenüber Neukölln bestätigt.
Speaker: Okay, ja, ich denke mal, die Polizei hat nichts gemacht wegen Deeskalation, aber anderes Thema.
Speaker: Ja, okay, schade, wenn dieses Mittel der Demonstration und von mir aus auch sehr gerne für Feminismus und whatever, wenn das dann so missbraucht wird für solche nicht mehr staatlichen Aussagen.
Speaker: Ja, aber sehr staatlich.
Speaker: Also es war Zivilgesellschaft im Sinne von blöd.
Speaker: Wir wollen ja keinen Politik-Podcast machen.
Speaker: Ich wollte nur selbstkritisch einräumen, dass man manchmal auch neugierig sein kann und das hat aber trotzdem nicht funktioniert.
Speaker: Aber deswegen muss man weiterhin neugierig bleiben.
Speaker: Ich überlege gerade leider bei mir, oder gab es nicht, was ich erzählen kann, ist, ich mache, habe ich das erzählt, dass ich Muay Thai mache jetzt?
Speaker: Habe ich das schon mal erzählt?
Speaker: Ich weiß gar nicht, was das ist.
Speaker: Kann man das essen?
Speaker: Das meinte ich zu meiner Mutter.
Speaker: Ich habe geschrieben, ich kann nicht vorbeikommen.
Speaker: Ich meine Muay Thai am nächsten Tag fragt sie, wie war das Essen?
Speaker: Ich so, hä?
Speaker: Was machst du jetzt?
Speaker: Das ist ein Kampfsport.
Speaker: Bis sie dann gecheckt hat, sie dachte wirklich, ich wäre in dieses Essen gegangen oder so.
Speaker: Oder thailändisch.
Speaker: Das ist ein Kampfsport, der noch ein bisschen mehr Ellbogeneinsatz hat und vielleicht zu Kickboxen also ein bisschen härter ist als Kickboxen.
Speaker: Das mache ich jetzt in knappen Monaten ein bisschen mehr, weil ich, da habe ich gelernt, dass ich zwar schon viel Sport mache, aber dass ich keinen Sport mache, weil ich spüre Körperteile und Körperregionen.
Speaker: die ich zwar im Fitnessstudio trainiere, aber scheinbar nicht richtig.
Speaker: Das fand ich sehr, sehr cool und sehr interessant.
Speaker: Und da auch ausprobieren, weil ich habe drei Anläufe gebraucht, zum ersten Mal zu diesem Training hinzugehen, weil Kampfsport ist Neuland für mich.
Speaker: Vor allem Muay Thai ist da, glaube ich, auch ein etwas, heftig ist das falsche Wort, etwas
Speaker: etwas aktiverer Kampfsport.
Speaker: Das ist kein Judo oder Karate, wo du eher so für dich trainierst, sondern du gehst direkt ins Sparring, du kloppt direkt auf dich ein, in Anführungszeichen, aber natürlich nicht direkt ins Gesicht, sondern halt auf die Handschuhe und auf den Körper mit Schutz ein bisschen.
Speaker: Aber dieser Körperkontakt ist cool, weil es immer ein ganz anderes Mindset für mich ist, weil ich sonst immer auf Deeskalation getrimmt wurde, was auch richtig ist.
Speaker: Aber jetzt merke ich auch, dass ich keine Angst vor einer Eskalation haben müsste, weil
Speaker: Ich jetzt kenne, in Anführungszeichen.
Speaker: Und das kann ich jedem empfehlen.
Speaker: Allgemein bekomme ich im Bekanntenkreis jetzt auch mit, wo, wenn man darüber spricht, wenn sie sehen, dass ich halt zum Training gehe, dass ihre Kiddies auch im Kampfsport sind.
Speaker: Wenn ich Kinder hätte, würde ich das auch direkt in den Kampfsport reinschmeißen, weil das macht was mit dir positiv.
Speaker: Nicht, dass du auf die Straße gehst, nicht prügelt, sondern dass du
Speaker: gestärkt wirst und auch eine Haltung entwickelst, wirklich eine Haltung, Körperhaltung, Körpersprache, dass du selbstbewusster wirst, weil du halt weißt, ich kann was im Zweifel.
Speaker: Haben mir viele erzählt, dass sie auch extra ihre Töchter da reinschicken in den Judo und so weiter.
Speaker: Das verstehe ich, finde ich gut.
Speaker: Also das habe ich positiv erlebt.
Speaker: Muay Thai macht Spaß.
Speaker: Ich frage mich, wenn ich das erste Mal mit irgendwas Kaputten nach Hause komme, aber das gehört dazu.
Speaker: Und negativ
Speaker: War bei mir in letzter Zeit zum Glück, wüsste ich gerade nichts zu erzählen.
Speaker: Hm, das ist doch eine gute Entwicklung.
Speaker: Ich habe nichts Schlechtes erlebt in letzter Zeit.
Speaker: Besser geht es in diesen Tagen nicht.
Speaker: Nein, das stimmt.
Speaker: Achso, vielleicht noch random, was ich mich immer frage, Aktien.
Speaker: Ich hatte zwei Aktien, die richtig gut gelaufen sind und dann habe ich mir einen Stop Loss gesetzt, der eigentlich ganz gut gesetzt war und beide Aktien, unabhängig voneinander, Tag 1, Tag 2, auf einmal dippen die ein bisschen, aber nur bis zu meinem Stop Loss und dann gehen sie wieder hoch.
Speaker: Das hat mich geärgert, weil die richtig gut gelaufen sind, aber ich dann halt Gewinne sichern wollte und dann dippen die beiden Aktien genau zu meinem Stop-Loss, genau auf den Cent und gehen dann beide wieder hoch.
Speaker: Ich denke, das darf nicht wahr sein.
Speaker: Also irgendwie, aber ich glaube, das kennen viele Leute, die Aktien haben, als würden die, das würde der Chart wissen, da diesen Peter, den Patrick, den will ich rauskicken und deswegen dippe ich einmal kurz runter und gehe dann direkt wieder hoch.
Speaker: Ja, furchtbar.
Speaker: Das ist das Einzige, was mich genervt hat die letzten Tage.
Speaker: Aber das ist ja mal noch auf hohem Niveau.
Speaker: Und man sieht, dass Knut gelangweilt ist von dem Thema.
Speaker: Ich sehe es.
Speaker: Okay.
Speaker: Wir haben Beginnersguide, wir haben ein bisschen Aktien, wir haben ein bisschen Kampfsport, wir haben Krawall-Demos mit Einkesselung.
Speaker: Ich glaube, das reicht für heute, oder?
Speaker: Ja, alles dabei.
Speaker: Danke euch.
Speaker: Peace.

