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Wann Onlinezeit zur Mediensucht wird und warum die Inhalte wichtiger sind als die Stunden, mit Mel-David Tersteegen image

Wann Onlinezeit zur Mediensucht wird und warum die Inhalte wichtiger sind als die Stunden, mit Mel-David Tersteegen

S1 E6 · AGM Podcast
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5 Plays6 months ago

In dieser Folge spricht Mel-David Tersteegen von Condrobs darüber, warum Mediensucht nicht bei der Stundenzahl anfängt, sondern bei der Frage, welche Funktionen Medien im Alltag übernehmen.  Es geht um Kinder und Jugendliche, die Social Media, Gaming oder Streaming zur Stressbewältigung, zur Flucht vor Problemen oder zur Regulierung von Gefühlen nutzen - und um den Punkt, an dem aus Gewohnheit ein riskantes Muster wird. 

Wir diskutieren, weshalb der reine Fokus auf "Bildschirmzeit" in Familien und Schulen oft in die Irre führt, welche qualitativen Warnsignale wirklich zählen und wie Eltern, Lehrkräfte und Fachkräfte einen Raum schaffen können, in dem digitale Medien offen besprochen werden.  Mel-David zeigt, wie ein offener Konsumbegriff, Lebenskompetenzen und eine wertschätzende Haltung gegenüber Jugendlichen helfen, problematischer Nutzung vorzubeugen, bevor sie im klinischen Sinne zur Sucht wird. 

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Transcript

Einleitung und Vorstellung von Mehl-David Terstigen

00:00:00
Tobia Martinez
Herzlich willkommen zum Aktiv gegen Mediensucht Podcast, der Podcast über alle Probleme der digitalen Welt, sei es Cybermobbing, Fake News oder Mediensucht.
00:00:09
Tobia Martinez
Unser heutiger Gast ist Mehl-David Terstigen von Kondrops aus München, ein bayerischer Träger mit vielfältigen sozialen Hilfsangeboten in der Prävention und Suchtarbeit, in der Kinder- und Jugendhilfe sowie auch in der Hilfe für Geflüchtete.
00:00:24
Tobia Martinez
Mehl-David, herzlich willkommen beim Podcast.
00:00:28
Mel-David Tersteegen
Hi, schön dass ihr seid da.
00:00:30
Tobia Martinez
Danke, dass du mit dabei bist heute.

Übergang zur Sozialarbeit und Faszination für digitale Medien

00:00:33
Tobia Martinez
Für unsere Gäste fangen wir meistens ein bisschen an, einfach ein paar persönliche Fragen zu stellen.
00:00:38
Tobia Martinez
Zum Beispiel für dich, du bist ja vom Studium in die Praxis reingekommen.
00:00:43
Tobia Martinez
Dein Einstieg in die soziale Arbeit, was hat dich persönlich dazu bewegt, soziale Arbeit vor allem mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit und Jugendbildung zu studieren?
00:00:52
Mel-David Tersteegen
Ja, du bist gut informiert.
00:00:56
Mel-David Tersteegen
Da muss ich ganz schön weit zurückgehen.
00:00:58
Mel-David Tersteegen
Also ich wusste ziemlich lange in meiner Jugend gar nicht, was ich machen wollte.
00:01:02
Mel-David Tersteegen
Und bin dann irgendwann, also ich war auf der Realschule und bin dann auf eine Fachoberschule, also auf eine Voss gegangen und war eigentlich auch noch mal ziemlich planlos, wie man das so macht.
00:01:10
Mel-David Tersteegen
Irgendwie habe ich dann einen Sozialzweig auch gewählt, weil ich wusste vor allem, was ich nicht machen wollte.
00:01:16
Mel-David Tersteegen
Und dann über die Praktika, die man da so gemacht hat, bin ich so ein bisschen da reingerutscht.
00:01:20
Mel-David Tersteegen
Und vor allem habe ich damals ein Praktikum in der offenen Jugendarbeit gemacht, also im Jugendzentrum, wo ich davor als Jugendlicher, als Gast immer war.
00:01:29
Mel-David Tersteegen
Und ja, das hat mir damals ja zugesagt und dachte mir dann, hey, das ist irgendwie ganz cool.
00:01:33
Mel-David Tersteegen
Und bin dann über die Anstellten vor Ort so ein bisschen ins Gespräch gekommen.
00:01:38
Mel-David Tersteegen
Hey, was müsste ich denn machen, um so etwas Ähnliches vielleicht machen zu können?
00:01:42
Mel-David Tersteegen
Und dann meinten die halt, naja, soziale Arbeit zum Beispiel zu studieren.
00:01:45
Mel-David Tersteegen
Und dann war für mich so die Reise klar, hey, das ist was, was ich mir vorstellen kann.
00:01:49
Mel-David Tersteegen
Letztendlich ist es ja dann doch was ganz anderes nochmal geworden, aber das war so mein Einstieg in die soziale Arbeit.

Widerstand gegen Suchtarbeit und Fokus auf digitale Medien

00:01:56
Tobia Martinez
Gab es irgendein Schlüsselereignis, das dich so dazu geleitet hat?
00:02:01
Tobia Martinez
Ja, so Mediensucht.
00:02:02
Tobia Martinez
Das ist was Interessantes.
00:02:06
Mel-David Tersteegen
Nee, eigentlich ganz im Gegenteil, das war immer ganz spannend.
00:02:08
Mel-David Tersteegen
Also während meinem Studium, also Medien fand ich immer spannend, Jugendliche, das ganze Thema, was ich jetzt viel hier auch mache, war voll immer meins.
00:02:15
Mel-David Tersteegen
Aber ich habe vor allem während meinem Bachelorstudium eigentlich immer gesagt, ich möchte nie mit Sucht zu tun haben.
00:02:21
Mel-David Tersteegen
Weil in meinem Kopf auch viele Stigmatas da waren und auch viel Unwissen rückblickend.
00:02:26
Mel-David Tersteegen
Und wenn man dachte, nee, das sehe ich mich so gar nicht.
00:02:29
Mel-David Tersteegen
Hatte aber schon immer eine relativ hohe Aversion und hohes Interesse an Social Media, Gaming etc.
00:02:35
Mel-David Tersteegen
Habe mich da auch in meiner Bachelorarbeit, also auch in meinem Masterstudium viel damit beschäftigt.
00:02:40
Mel-David Tersteegen
Allerdings mit ein bisschen anderem Fokus, also mehr so in die Richtung, dass eigentlich Jugendarbeit in sozialen Medien aktiv sein sollte, unter anderem auch so ein bisschen in eine andere Richtung eigentlich.
00:02:51
Mel-David Tersteegen
Und bin dann durch mein, nach meinem Studium, wie das so oft ist, durch Zufall, wir sind umgezogen, ich und meine Partnerin, Job suche und dann habe ich die Stellenanzeige bei Condoms gelesen und für mich war der große Aufhänger damals, glaube ich, ich weiß nicht mehr, wie es genau formuliert war, aber etwas in der Art wie bei Voraussetzungen oder wünschenswerten Kompetenzen, irgendwie Affinität zu digitalen Medien.
00:03:13
Mel-David Tersteegen
Und das ganze Suchtthema habe ich damals eher so ein bisschen ausgeblendet dann auch und dachte mir, näher zum Bewerbungsgespräch gehe ich auf alle Fälle und schaue mir das mal an und höre mir das an.
00:03:21
Mel-David Tersteegen
Und war dann eigentlich ziemlich begeistert und war ziemlich schnell klar, dass das die Stelle ist, die ich gerne ausprobieren will.
00:03:27
Mel-David Tersteegen
Ja, und mittlerweile muss ich sagen, ist das Thema, obwohl es ja eigentlich kein schönes Thema ist, primär, finde ich es höchst spannend und es ist ein Arbeitsfeld, wo ich mich voll wieder drin finde und entdecke und täglich Neues lerne und mich total wohlfühle.
00:03:43
Tobia Martinez
Ich finde es interessant, dass du gesagt hast, sogar in deinem Bachelor der sozialen Arbeit, ich habe auch soziale Arbeit im Bachelor gehabt, hattest du immer noch das Stigma im Suchtbereich.
00:03:55
Tobia Martinez
Findest du, die Universität oder generell der akademische Bildungszweig macht eine gute Arbeit, in dem Weg das Stigma zu bereinigen?
00:04:05
Tobia Martinez
Denn obwohl du als Student hattest das ja trotzdem.
00:04:08
Mel-David Tersteegen
Ich glaube schon.
00:04:09
Mel-David Tersteegen
Ich habe aber, muss ich schon sagen, vor allem in meinem Studium war das ja viel so, also vor allem im Bachelor, Master hat sich das dann schon stark geändert.
00:04:15
Mel-David Tersteegen
Da habe ich auch mit Zucht dann mehr zu tun gehabt.
00:04:18
Mel-David Tersteegen
Aber im Bachelor, in meinem Studium, dort wo ich studiert habe, gab es ja auch einen Schwerpunktwahl.
00:04:22
Mel-David Tersteegen
Wie du gesagt hast, ich habe halt diesen Jugendschwerpunkt genommen.
00:04:25
Mel-David Tersteegen
Und ich habe dann schon versucht, mich in den Wahlmodulen, wo ich die Berührungspunkte gehabt hätte, habe ich sie, weil ich ja kein Interesse daran hatte, natürlich nicht gewählt.
00:04:35
Mel-David Tersteegen
Und bin dadurch erst relativ spät in Kontakt damit gekommen.
00:04:40
Mel-David Tersteegen
Und demnach, also ich glaube sicherlich, dass auch im Bachelorstudium da schon eine ganz tolle Arbeit geleistet wurde.
00:04:44
Mel-David Tersteegen
Aber ich habe sie nicht erlebt.
00:04:48
Tobia Martinez
Verstehe, ja, ja.

Ansatz von Condrops zu Konsumthemen

00:04:50
Tobia Martinez
Jetzt, du bist zu Condrops gekommen.
00:04:52
Tobia Martinez
Was hat dich an der Organisation denn gereizt, dass du überhaupt geblieben bist?
00:04:57
Tobia Martinez
Dass du nicht sofort nach einem Tag wieder so, ciao Leute.
00:05:01
Mel-David Tersteegen
Ja, also ich meine, bei Condops muss man mal aufpassen.
00:05:04
Mel-David Tersteegen
Condops ist ja, wie du gesagt hast, so vielfältig.
00:05:06
Mel-David Tersteegen
Also mein Träger ist ja wirklich richtig groß, hat so viele Arbeitsbereiche.
00:05:10
Mel-David Tersteegen
Ich kann jetzt, sage ich mal, nur für meinen kleinen Bereich, über meine Einrichtung sprechen.
00:05:16
Mel-David Tersteegen
Was ich total an meinem Job liebe, ist viel, also wir arbeiten ja nicht nur zu Medien, das muss man vielleicht noch dazu sagen, sondern wir arbeiten mit einem offenen Konsumbegriff.
00:05:23
Mel-David Tersteegen
Das heißt, bei uns geht es eigentlich grundsätzlich um fast alles, was wir Menschen konsumieren, also von klassischen Substanzen, wo man es noch kennt, hin aber auch über nichtstoffgebundene Sachen, Verhalten, wie eben digitale Medien.
00:05:35
Mel-David Tersteegen
Und wir arbeiten, oder ich zum Beispiel auch, arbeiten mit allen möglichen Zielgruppen.
00:05:39
Mel-David Tersteegen
Also ich arbeite mit Kindern, Jugendlichen selbst, ich arbeite aber auch mit den Eltern von diesen, arbeite aber grundsätzlich auch mit Erwachsenen, Fachkräften in allen möglichen Bereichen.
00:05:48
Mel-David Tersteegen
Das ist total schön, weil das bietet mir in meiner Arbeit auf einen total schönen Synergieeffekt.
00:05:52
Mel-David Tersteegen
Also dass ich einerseits weiß, was Jugendliche sagen, genauso wie ich Perspektive der Eltern kenne.
00:05:57
Mel-David Tersteegen
Was auch auf den Gesprächen total hilfreich ist.

Anpassung der Programme von Condrops für Schulen

00:06:01
Tobia Martinez
Wie sieht denn so ein Alltag aus bei dir in der Arbeit, wenn du nicht gerade im Podcast erscheinst?
00:06:01
Mel-David Tersteegen
Also es ist... Gerne du.
00:06:13
Mel-David Tersteegen
Das ist auch so eine ganz spannende und schwierige Frage, wenn wir mal wieder Stellen ausgeschrieben haben und neue potenzielle MitarbeiterInnen kommen, weil es ich echt schwer sagen kann.
00:06:23
Mel-David Tersteegen
Also wir sind sehr flexibel in unseren Arbeitstagen, weil wir eben auch so flexibel mit verschiedenen Zielgruppen arbeiten.
00:06:29
Mel-David Tersteegen
Also es gibt Tage, da komme ich ins Büro und fange klassisch um 8 Uhr an und kann um 16 Uhr gehen.
00:06:36
Mel-David Tersteegen
Es gibt aber Tage, da habe ich vielleicht einen Elternabend, der erst um 19 Uhr anfängt.
00:06:39
Mel-David Tersteegen
Da komme ich natürlich demnach später.
00:06:42
Mel-David Tersteegen
Von dem her...
00:06:43
Mel-David Tersteegen
agieren wir sehr stark im Kontakt mit unseren Kundinnen oder Klientinnen, wie auch immer.
00:06:49
Mel-David Tersteegen
Jeder Tag ist ein bisschen anders.
00:06:50
Mel-David Tersteegen
Aber grundsätzlich könnte man sagen, ich habe Gleitzeit so ein bisschen, könnte man sich das vorstellen.
00:06:54
Mel-David Tersteegen
Und ich habe da auch den Raum, mir das flexibel ein bisschen einzuteilen, um eben flexibel gegenüber verschiedenen Klientinnen zu sein, wann Angebote stattfinden.
00:07:05
Mel-David Tersteegen
Und demnach ist es immer ein bisschen unterschiedlich und jeder Tag sieht ein bisschen anders aus, was ich aber total angenehm empfinde.
00:07:13
Tobia Martinez
Wenn wir spezifisch über Kinder und Jugendliche sprechen, was für Angebote gibt es denn da so?
00:07:21
Mel-David Tersteegen
Genauso wie es schwerfällt, in ein paar wenigen Sätzen zu sagen, wann ich arbeite oder in welchen Strukturen, sind die Angebote enorm vielfältig.
00:07:31
Mel-David Tersteegen
Es beginnt ja erstmal damit, vielleicht füge ich das noch zum Folgen hinzu, es ist nicht so bei uns klassisch, dass
00:07:39
Mel-David Tersteegen
sage ich mal, eine Schule bei mir anruft oder bei uns im Büro und sagt, wir wollen Workshop und dann sagen wir, okay, passt, das und das machen wir, sondern wir führen eigentlich mit jedem, der bei uns anruft oder jeder Person oder Institution eigene, ich sage mal, Krisegespräche, um nämlich immer zu schauen, was ist euer Bedarf, was wollt ihr, was für Ressourcen habt ihr selber als Schule.
00:07:58
Mel-David Tersteegen
Das sind teilweise leider finanzielle Mittel, aber auch personelle, das wollen wir eher in die Richtung Fortbildung machen, machen wir selber Workshops.
00:08:05
Mel-David Tersteegen
Du sehst schon, da wird es schon vielfältig.
00:08:07
Mel-David Tersteegen
Und dann je nachdem welches Thema, ist es auch nochmal unterschiedlich.
00:08:08
Tobia Martinez
Ta-ta.
00:08:13
Mel-David Tersteegen
Und je nachdem, was eine Schule will, braucht, geben kann, kann ich eigentlich oder versuchen wir individuelle Angebote zu schaffen, weil was ich wirklich vor allem in der Arbeit mit Schulen gelernt habe, ist, also jede Schule ist einfach ein bisschen anders und nicht jedes Programm passt auf jede Schule gleich.
00:08:31
Mel-David Tersteegen
Und demnach sind unsere Angebote auch total breit von, ich gehe in die fünfte Klasse und mache vielleicht eher was zu digitalen Medien, wogegen ich vielleicht in der zehnten Klasse, aber nicht pauschal immer so, es gibt auch andere Sachen, vielleicht eher was in Richtung Substanzen mache.
00:08:47
Mel-David Tersteegen
Also auch sehr zielgruppenspezifisch.
00:08:51
Mel-David Tersteegen
Wir machen darüber hinaus, aber auch, wenn man sich so mit Zuchtprävention nämlich auseinandersetzt, aber das geht jetzt schon ein bisschen tiefer, dann geht es da nicht immer zwingend nur, sage ich mal, um Kompetenzen, was den Konsum angeht, sondern auch so, hat man vielleicht schon mal gehört, zu Lebenskompetenzen.
00:09:04
Mel-David Tersteegen
Also in dem Bereich sind wir auch tätig.
00:09:06
Mel-David Tersteegen
Also generell, wie kann eine Schule zum Beispiel, wenn wir es an der Schule machen, ein Ort sein, wo ich mich wohlfühle und wo es mir gut geht, weil das einfach auch ein super präventiver Schutzfaktor ist.
00:09:17
Tobia Martinez
Glaubst du, viele Schulen unterbewerten diesen Aspekt der Lebenskompetenz?
00:09:25
Mel-David Tersteegen
Ja und nein, also auch hier erlebe ich total unterschiedliche Wahrnehmungen und Perspektiven.
00:09:33
Mel-David Tersteegen
Ich erlebe hier auch Schulen mit
00:09:35
Mel-David Tersteegen
unfassbar unterschiedlichen Ressourcen und oft ist es leider Gottes, was man schon sagen muss, eine Ressourcenfrage, weil es ja auch irgendwo realistisch bleiben muss, damit es eine Schule umgesetzt bekommt.
00:09:47
Mel-David Tersteegen
Also ich kann mir ganz viele tolle Gedanken machen, auch wie Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen das Projekt noch umsetzen und das noch, aber vielleicht gerade die Schule in diesem Stadtteil mit Lehrermangel und Lehrkräftemangel so stark zu kämpfen hat, dass dieser Ansatz gar nicht funktioniert.
00:10:03
Mel-David Tersteegen
Aber tendenziell würde ich vielleicht schon ein bisschen deine Frage bejahen, also ich erlebe schon noch hin und wieder, aber nicht immer, dass wenn die Leute Suchtprävention hören, noch immer viel dieses Bild von, ich sag jetzt mal ganz stereotypisch, wir Kinder Bahnhof Zoo, da kommt jemand und erzählt den Kindern, wenn ihr dies und dies tut, dann wird es ganz schlecht für euch.
00:10:26
Mel-David Tersteegen
Und das muss man klipp und klar sagen, stimmt ja per se einfach.
00:10:29
Mel-David Tersteegen
Jetzt nicht nur in eine Richtung, es gibt ja nie nur schwarz oder weiß.

Unterscheidung zwischen Mediennutzung und -sucht

00:10:34
Tobia Martinez
Ich glaube, für viele Außenstehende in dem Bereich ist es eben wie die Kinder von Bahnhof Zoo.
00:10:39
Tobia Martinez
Wir wissen nicht wirklich, was da wirklich abgeht.
00:10:42
Tobia Martinez
Als du angefangen hast bei Controbs, deine erste Woche, dein erster Monat, vielleicht sogar dein erstes Jahr, gibt es etwas, das dich überrascht hat?
00:10:50
Tobia Martinez
Etwas, das ganz andere Problematiken, die sich bewiesen haben, andere Personen, die da erschienen sind?
00:10:59
Mel-David Tersteegen
Also was ich schon noch bis heute weiß, das war glaube ich sogar mein erster Arbeitstag, wo eine ganz tolle Kollegin von mir, die den Job schon sehr, sehr lange macht, gleich was sehr Methodisches mit mir gemacht hat.
00:11:12
Mel-David Tersteegen
Wir arbeiten sehr methodisch sehr viel über interaktiven Austausch, über Selbstreflexion.
00:11:16
Mel-David Tersteegen
Die hat im Prinzip mit mir was auch gemacht, um das selbst zu erleben, was wir mit allen möglichen Zielgruppen machen.
00:11:22
Mel-David Tersteegen
Und das ist ein Modell, was eine sehr, sage ich mal, systemische Perspektive auf das Thema Sucht gibt.
00:11:28
Mel-David Tersteegen
Dass es eben viel um Bedürfnisse geht, aber auch um Ressourcen.
00:11:31
Mel-David Tersteegen
Dass da vielleicht mehr dahinter steckt bei Abhängigkeit oder Sucht, wenn wir es so nennen wollen, als nur, sage ich mal, die Droge oder...
00:11:39
Mel-David Tersteegen
in unserem Fall heute hier vielleicht eher das Medium, also das Videospiel.
00:11:43
Mel-David Tersteegen
Und dass das darüber sich aber ganz oft zeigt und ich weiß noch, wir haben das durchgemacht und das war dann so gegen Ende, was dir dann so aufzeigt, vielleicht gibt es da ein bisschen mehr als nur das eine, das war so, ach krass, habe ich so nie drüber nachgedacht.
00:11:57
Mel-David Tersteegen
Also das war für mich ein sehr, sehr beeinprigsamer Moment.
00:12:05
Tobia Martinez
Wenn wir uns das Ganze mal ein bisschen entwicklungspsychologisch jetzt ansehen und die Stichpunkt frühe Medienexposition, ab welchem Alter beobachtest du denn heutzutage beginnt die regelmäßige Mediennutzung bei Kindern?
00:12:09
Mel-David Tersteegen
Hmm.
00:12:20
Tobia Martinez
Das wird ja immer früher, oder nicht?
00:12:24
Mel-David Tersteegen
Da müssen wir wahrscheinlich unterscheiden zwischen was ich subjektiv erlebe und was wir, sage ich mal, so ein bisschen wissen aus Studien.
00:12:28
Mel-David Tersteegen
Das ist ja, sage ich mal, schon ein Unterschied.
00:12:31
Mel-David Tersteegen
Und ich glaube, was hier auch nochmal wichtig ist, wirklich gleich vorneweg zu unterscheiden, das ist, glaube ich, auch in unserer Gesellschaft ganz, ganz wichtig, weil ich erlebe, dass es oft...
00:12:40
Mel-David Tersteegen
miteinander fast verwechselt wird oder gleich genommen wird.
00:12:43
Mel-David Tersteegen
Mediennutzung heißt nicht, dass ich süchtig bin.
00:12:46
Mel-David Tersteegen
Also ich finde, da müssen wir echt aufpassen, weil dieser Begriff Sucht oder wir sprechen ja lieber vielleicht von Abhängigkeit oder im klinischen Kontext spricht man ja oft von Störung, viel zu inflationär benutzt wird.
00:12:56
Mel-David Tersteegen
Also man sagt ganz schnell, ja, mein Kind ist doch süchtig und es nutzt es vielleicht viel und vielleicht auch
00:13:01
Mel-David Tersteegen
exzessiv und vielleicht gibt es auch Probleme, aber es ist noch nicht, sag ich mal, diese Dimension, dieses Begriffs, der eigentlich dahinter steht, das vielleicht vorangestellt.
00:13:11
Mel-David Tersteegen
Um zu deiner eigentlichen Frage zu kommen, ist es schon, also das Subjektive stark unterschiedlich, sag ich mal, das beginnt schon damit, bis in vielleicht in welcher Schulform ich mich bewege und durchaus merkt man hier vielleicht auch einen Sozialisationsaspekt, also in welchen Regionen, Stadtteilen bewege ich mich.
00:13:32
Mel-David Tersteegen
Und dann geht es aber teilweise total auseinander.
00:13:34
Mel-David Tersteegen
Es gibt Grundschulen, wo ich erlebt habe, wo es schon voll das Thema war.
00:13:38
Mel-David Tersteegen
Dann habe ich aber auch Grundschulen erlebt, wo es gar kein Thema war.
00:13:42
Mel-David Tersteegen
Wo man glaube ich aber schon so über einen Finger scheren kann, dass spätestens ab den weiterführenden Schulen wird es ziemlich schnell so, dass flächendeckend alle ein eigenes Smartphone haben.
00:14:00
Mel-David Tersteegen
haben.
00:14:03
Mel-David Tersteegen
Wenn man sich studientechnisch anschaut, dann muss man natürlich auch mal schauen, welche wie wo was.
00:14:08
Mel-David Tersteegen
Aber eigentlich
00:14:10
Mel-David Tersteegen
flächendeckend eher in den weiterführenden Schuhen, sag ich mal, aber in den Grundschuhen gibt es immer schon auch welche, die es nutzen.
00:14:15
Mel-David Tersteegen
Und dann ist natürlich auch die Frage, Medien ist ein riesiges Thema, geht es jetzt um eigene Smartphones oder geht es auch schon um YouTube Kids oder das Videoformat?
00:14:23
Mel-David Tersteegen
Da ist natürlich große Palette.
00:14:28
Tobia Martinez
Wenn jetzt jemand zuschaut, der vielleicht selber ein Kind hat oder Elternteil ist, wo kann ich denn die Differenz setzen, wie du sagst, zwischen Sucht und einfach, ja, viel Medienkonsum?
00:14:41
Mel-David Tersteegen
Das ist jetzt so schnell, vor allem ohne, sage ich mal, visuelle Materialien, die ich jetzt hier habe, schwer zu einfach zu sagen.
00:14:49
Mel-David Tersteegen
Aber woran man sich schon mal, finde ich, grob orientieren kann und das vorne weggegriffen, dass Zeit hier nicht das entscheidende Kriterium ist.
00:14:57
Mel-David Tersteegen
Also nicht ab, sage ich mal, pauschal ab fünf Stunden hat mein Kind ein Problem.
00:15:01
Mel-David Tersteegen
Also diese Antwort gibt es leider nicht.
00:15:03
Mel-David Tersteegen
Die wäre schön, wenn es sie gäbe, weil die könnte man messen.
00:15:07
Mel-David Tersteegen
Es sind eher andere Faktoren, die da eine Rolle spielen.
00:15:12
Mel-David Tersteegen
Wenn man sich das klinisch anschauen würde, stecken auch so ein bisschen die Kriterien darin.
00:15:15
Mel-David Tersteegen
Das ist sowas wie vielleicht zum Beispiel Kontrollverlust.
00:15:18
Mel-David Tersteegen
Also dass ich sehe, dass jemand gegenüber gar nicht mehr steuern kann, wie viel er dieses Medium oder diese Funktion nutzt.
00:15:24
Mel-David Tersteegen
Dass die Person nicht mehr steuern kann, vielleicht aufzuhören, obwohl sie es sich vorgenommen hat.
00:15:29
Mel-David Tersteegen
Aber auch sowas wie Interessensverlust.
00:15:30
Mel-David Tersteegen
Ich mache eigentlich nichts anderes mehr.
00:15:32
Mel-David Tersteegen
Früher bin ich gern zum Fußball gegangen, das mache ich gar nicht mehr.
00:15:35
Mel-David Tersteegen
Oder ich vernachlässige meine Freunde etc.
00:15:38
Mel-David Tersteegen
Und ich habe irgendwie Nachteile davon, also auch irgendwie negative Momente erlebe ich dadurch, Erfahrungen, dass es mir eigentlich nicht gut tut und das durchaus auch wahrnehmbar ist, aber trotzdem weitermache.
00:15:52
Mel-David Tersteegen
Und das spielt so ein bisschen mit einher, obwohl man auch gleichzeitig sagen muss, ich würde auch grundsätzlich stark davon aufpassen,
00:16:00
Mel-David Tersteegen
Und ich finde es auch schwierig und da wird auch, aber das sind andere noch Personen, die da mehr drin sind in der Forschung als ich, die streiten auch darum, ob es sinnvoll ist, dass man bei Kindern schon von Sucht generell spricht.

Auswirkungen früher Medienexposition auf Entwicklung und Identität

00:16:14
Mel-David Tersteegen
Also gerade wenn wir sowas thematisieren wie Kontrolle, Impulskontrolle entwickelt sich ja erst und wenn ich das nie gelernt habe, wie kann ich dann die Kontrolle behalten?
00:16:21
Mel-David Tersteegen
Also da muss man auch ein bisschen aufpassen, dass man sagt, ein Achtjähriger,
00:16:26
Mel-David Tersteegen
hat hier eine Suchterkrankung und braucht, sage ich mal, eine Anführungsstrich-Therapie, was nicht heißt, dass es das nicht gibt.
00:16:33
Tobia Martinez
Kann denn früher Medienkonsum die kognitive und soziale Entwicklung insofern beeinträchtigen, dass es später dann zu erhöhtem Kontrollverlust kommt?
00:16:44
Mel-David Tersteegen
Da gäbe es wahrscheinlich andere Personen, die könnten hier da ganz tolle, ganz genaue, entsprechende Studien dazu nennen.
00:16:51
Mel-David Tersteegen
Ich weiß, was ich weiß, dass grundsätzlich erstmal sagen muss, dass die Forschungslage hier sehr in viele verschiedene, unterschiedliche Richtungen geht.
00:16:58
Mel-David Tersteegen
Das meines Wissens aber ist es schon, dass man weiß, dass hier sich gewisse Lernerfahrungen auf alle Fälle entstehen und das ist natürlich, wenn ich, auch Sozialisation, wenn ich seit acht Jahren gelernt habe, zum Beispiel, ich kann nur einschlafen mit einem Tablet, das im Hintergrund läuft oder so, dann wird es schwierig, wenn jemand kommt, wenn ich 14 Jahre alt bin und sage, jetzt ist zu viel, jetzt nehme ich es dir weg.
00:17:20
Mel-David Tersteegen
Also hier sind definitiv sicherlich, oder weiß man schon, dass es hier Tendenzen gibt.
00:17:25
Mel-David Tersteegen
Ich passe aber bei sowas immer auf, zu konkret zu sagen, so und so ist es, weil da gibt es einfach andere Personen, die können es auf einem anderen Niveau näher besser bewerten.
00:17:37
Mel-David Tersteegen
Weil wir da ja schon tief, sag ich mal, sind wir ja schnell auch in so einer neueren Psychologie, Entwicklungspsychologie drin.
00:17:37
Tobia Martinez
Um,
00:17:43
Mel-David Tersteegen
Und da würde ich eher sagen, da bin ich als Sozialarbeiter, da kenne ich mich schon ein bisschen aus, aber da lasse ich anderen Menschen den Vortritt.
00:17:50
Tobia Martinez
Ich finde es toll, wie man sofort sieht aus deiner sozialarbeiterischen Perspektive, wie der Einzelfall immer das Wichtige ist, dass man keine abstrakten Generalisierungen nehmen kann.
00:18:02
Tobia Martinez
Wenn wir versuchen, ein bisschen in die abstraktere Ebene zu gehen, du sagst ja schon, wenn man 14 ist, ist es ein bisschen anders, als wenn man ein Baby ist.
00:18:11
Tobia Martinez
Wo liegen denn die Unterschiede zwischen Grundschulkindern und Jugendlichen bei der problematischen Mediennutzung?
00:18:17
Tobia Martinez
Also wo beginnt denn Mediennutzung problematisch zu sein?
00:18:23
Mel-David Tersteegen
Das ist wahrscheinlich die erste Frage.
00:18:27
Mel-David Tersteegen
Wen fragst du?
00:18:29
Mel-David Tersteegen
Sorry, ganz kurz.
00:18:31
Mel-David Tersteegen
So, jetzt besser.
00:18:33
Mel-David Tersteegen
Wen fragst du?
00:18:34
Mel-David Tersteegen
Das Kind, den Jugendlichen oder den Elternteil?
00:18:38
Mel-David Tersteegen
Ich glaube, und wir müssen auch hier unterscheiden, Mediennutzung kann durchaus auch, glaube ich, problematisch sein, wenn Sucht keine Rolle spielt.
00:18:44
Mel-David Tersteegen
Also Medien, ein riesiges Thema, wenn es darum geht, Geld auszugeben, Datenschutz, Sexting, Cyber-Grooming.
00:18:52
Mel-David Tersteegen
Es gibt so viele Bereiche, die da...
00:18:54
Mel-David Tersteegen
Identitätsbildung, die da problematisch sein können.
00:19:00
Mel-David Tersteegen
Also da ist die erste Unterscheidung.
00:19:01
Mel-David Tersteegen
Ich glaube problematisch wird es vor allem auch immer dann,
00:19:05
Mel-David Tersteegen
Und das ist schwer jetzt zu sagen, wann das genau ist, aber wenn von negativen Aspekten das Ganze sehr stark überwiegen.
00:19:11
Mel-David Tersteegen
Also wenn ich vielleicht zwar noch Spaß habe, aber die Schule leidet, ich kann mich nicht mehr richtig konzentrieren, weil ich nur noch daran denke, ich habe ein total verzerrtes Realitätsbild, ich bin abgelenkt und erlebe eigentlich ganz wenig Positives davon und streite nur noch, dann wird es, glaube ich, generell problematisch oder dann geht es in eine problematische Richtung, je nach Ausmaß.
00:19:33
Mel-David Tersteegen
Da muss aber Sucht noch gar kein Thema sein.
00:19:34
Mel-David Tersteegen
Also wie gesagt, das kann ja viel in einem anderen Bereich sein.
00:19:36
Mel-David Tersteegen
Beispielsweise ich, vielleicht ein bisschen ältere Jugendliche, ich schicke von mir vielleicht ein Nacktbild rum, was nicht untypisch ist, was nicht gleichzeitig heißt, dass es gut ist und das landet irgendwo im Internet und wird rumgeschickt.
00:19:48
Mel-David Tersteegen
Dann sind wir wahrscheinlich deftig bei einem problematischen Medienverhalten, weil hier entsteht was Problematisches, aber die Person, die es rumschickt, hat vielleicht nicht ein Suchtthema.
00:19:58
Mel-David Tersteegen
Aber ich glaube, wenn du es so ein bisschen bildlich vorstellst, du hast eine Waage und auf der roten Seite, wir nehmen so eine rote Seite und da liegt viel, viel mehr Gewicht als auf dem, was es mir eigentlich noch gut ist, auf der grünen Seite, dann entsteht der FD, also es ist keine digitale Balance mehr da.
00:20:15
Mel-David Tersteegen
Das ist, glaube ich, so in der Mediennutzung selbst so ein bisschen vielleicht ein Bild, was dabei helfen könnte.
00:20:21
Tobia Martinez
Denkst du, der öffentliche Diskurs über dieses Thema fokussiert sich viel zu viel auf die Dauer, die Zeit und nicht auf die Dinge, die du erwähnst?
00:20:32
Mel-David Tersteegen
Habe ich schon manchmal das Gefühl, also das kam ja vorhin schon fast so ein bisschen, aber klassisch auf Elternabend ist die erste Frage oder eine der bremstendsten Fragen, die Eltern immer dabei haben, ist, wie viel ist zu viel oder wie viele Stunden soll jetzt?
00:20:48
Mel-David Tersteegen
Und die Frage ist wichtig und berechtigt und das braucht schon einen Rahmen, was Zeit angeht.
00:20:51
Mel-David Tersteegen
Das ist schon wichtig.
00:20:54
Mel-David Tersteegen
Also liebe Zuhörerinnen, nicht das Vernachlässigen.
00:20:56
Mel-David Tersteegen
Aber gleichzeitig finde ich es immer total wichtig, naja, was passiert denn in dieser Zeit?
00:21:01
Mel-David Tersteegen
Also was ist der Inhalt?
00:21:02
Mel-David Tersteegen
Weil der, finde ich, ist fast viel entscheidender.
00:21:04
Mel-David Tersteegen
Weil es für mich ein großer Unterschied ist auch, wir haben gerade auch Medienzeit.

Elternrat: Mediennutzung der Kinder verstehen

00:21:08
Mel-David Tersteegen
So könnte man sagen.
00:21:10
Mel-David Tersteegen
Ist aber wahrscheinlich was anderes, wenn wir jetzt hier eineinhalb Stunden Podcast oder so aufnehmen, als würden wir eineinhalb Stunden, sag ich mal, FIFA zocken.
00:21:16
Mel-David Tersteegen
hat eine andere Qualität, was nicht auch heißt, dass es mal okay ist, eineinhalb Stunden FIFA zu zocken, aber der Inhalt und vor allem auch, wie geht es mir damit,
00:21:24
Mel-David Tersteegen
Das braucht es, glaube ich, ganz wichtig, dass es ganz wichtig ist zu thematisieren.
00:21:29
Mel-David Tersteegen
Und das ist auch, was mir manchmal Kinder und Jugendliche rückmelden, wenn ich ins Gespräch bin oder nachfrage.
00:21:35
Mel-David Tersteegen
Nicht alle, aber manchmal, das ist immer wieder mit dem Thema, schön, dass ich sowas auch höre.
00:21:40
Mel-David Tersteegen
Wenn ich frage, hey, wie ist das so bei euch zu Hause mit euren Eltern, wie läuft das?
00:21:45
Mel-David Tersteegen
Dann streite ich auch oft ein Thema.
00:21:46
Mel-David Tersteegen
Aber dass viele sagen, naja, meine Eltern interessiert es oft nur, wie viel ich es mache, was ich mache, ist ihnen eigentlich voll oft egal.
00:21:52
Tobia Martinez
Wie kann man diese Kluft überbrücken?
00:21:57
Mel-David Tersteegen
Ich würde sagen, das erste ist vielleicht mal, also auch Altersentsprechend, sind wir bei einem ganz unterschiedlichen Level.
00:22:01
Mel-David Tersteegen
Bei Kleineren beginnt es schon mal damit, dass ich der Meinung bin, dass sie Begleitung brauchen.
00:22:05
Mel-David Tersteegen
Das heißt, dabei sein.
00:22:07
Mel-David Tersteegen
Aber bei Älteren auch mal nachzufragen.
00:22:10
Mel-David Tersteegen
Also habe ich, also neugierig zu sein, Interesse zu zeigen,
00:22:14
Mel-David Tersteegen
Das klingt so banal, aber das passiert, glaube ich, gar nicht so häufig von dem, was ich erlebe.
00:22:21
Mel-David Tersteegen
Ich erlebe es nämlich immer im Gegenteil, wenn ich gerade Kinder und Jugendliche zu dem Thema frage, die brennen oft darauf, mir nicht zu erzählen, was da bei ihnen passiert und was sie da erleben.
00:22:32
Mel-David Tersteegen
Und ich den Eindruck habe, oder das teilweise auch mir erzählt wird, dass eben Erwachsene gar nicht so viel danach fragen.
00:22:38
Mel-David Tersteegen
Weil es vielleicht auch ganz weit weg ist von ihrer Lebenswelt oder sich denken, in der Zeit kann ich selber vielleicht mehr um mich kümmern, was ja auch absolut verständlich ist.
00:22:48
Mel-David Tersteegen
Aber dass hier oft gar nicht so ein Diskurs stattfindet.
00:22:50
Mel-David Tersteegen
Also nachzufragen, ins Gespräch zu gehen, was machst du da, was erlebst du da, wie geht es dir da, ist es immer nur alles toll.
00:22:56
Mel-David Tersteegen
Das können so ganz banale, in Anführungsstrichen banale, Fragen sein, um da überhaupt mal reinzukommen.
00:23:02
Mel-David Tersteegen
Weil ich finde, dass das ganz wichtig ist, dass da Begleitung stattfindet.
00:23:07
Mel-David Tersteegen
in unterschiedlichen Formen.
00:23:10
Tobia Martinez
Wie reagieren da die Eltern, wenn du mit ihnen diese Gespräche führst?
00:23:13
Tobia Martinez
Wenn sie da kommen mit, okay, ich habe schon meine Meinung gebildet, die Zeit ist zu viel und dann sagst du ihnen diese Dinge.
00:23:22
Mel-David Tersteegen
Ganz unterschiedlich.
00:23:24
Mel-David Tersteegen
Also das Schöne ist ja, dass ich mit Eltern ähnlich arbeite, wie ich mit Jugendlichen arbeite.
00:23:27
Mel-David Tersteegen
Also auch hier, wenn ich die Möglichkeit habe, stelle ich mich nicht vorne hin einen Vortrag, sondern ist es eher ein moderierter Erfahrungsaustausch.
00:23:36
Mel-David Tersteegen
Das sage ich jetzt mal.
00:23:39
Mel-David Tersteegen
Das bedeutet, ich arbeite in der Regel ganz viel erstmal auch auf Grund oder auf Basis der Mediennutzung der Eltern, was zweierlei Möglichkeiten mir bietet.
00:23:50
Mel-David Tersteegen
Das eine ist natürlich, da können Sie gut drüber reden und darüber kriege ich so ein bisschen ins Boot, nämlich auch so mit der Botschaft, wie hättet ihr jetzt reagiert, wenn ich euch nur erzählt hätte, dass das alles blöd ist, was ihr macht.
00:24:05
Mel-David Tersteegen
Nämlich meistens nicht so gut, weil es eben schon gute Gründe dahinter geht und darüber in Austausch kommen und das dann übertrage auf ihre Kinder, aber auch damit das Thema Vorbildfunktion aufgreife.
00:24:17
Mel-David Tersteegen
Aber das ist wahrscheinlich eh nochmal ein Extrapunkt.
00:24:20
Mel-David Tersteegen
Und dann reagieren die Masse der Eltern durchaus sehr gut, wenn sie das Gefühl haben, das finde ich bei Eltern genauso wichtig, oder Fachkräften, oder eigentlich allen Menschen wie bei Jugendlichen, dass ich mich jetzt nicht erstmal hinstelle und sage, das ist alles blöd, was ihr macht.
00:24:33
Mel-David Tersteegen
Und das hat alles keinen Grund, weil so kommt in der Regel nur Widerstand auf und es findet kein Gespräch statt und die Leute öffnen sich mir auch nicht.
00:24:43
Mel-David Tersteegen
Es gibt aber durchaus auch Eltern, die sind mit den Antworten unzufrieden, was ich auch verstehe, weil ich als Elternteil hätte auch lieber jemanden, der mir sagt, so und so ist es und dann passt es.
00:24:53
Mel-David Tersteegen
Aber die Antwort gibt es halt leider ganz schwer oder nahezu nicht.
00:24:59
Tobia Martinez
Die Antworten sind nie leicht auf große Probleme.
00:25:01
Tobia Martinez
Genau.
00:25:02
Mel-David Tersteegen
Ja, und man muss auch klipp und klar sagen, jedes Kind ist anders.
00:25:05
Mel-David Tersteegen
Es gibt ein Kind, dem tut vielleicht eine Stunde am Tag, für das Kind ist das okay.
00:25:10
Mel-David Tersteegen
Ein anderes Kind ist vielleicht vom Entwicklungsstand ganz woanders und für den wäre eine Stunde nicht gut.
00:25:17
Mel-David Tersteegen
Also hier auch das eigene Kind zu sehen, das finde ich ganz, ganz wichtig.

Medieneinflüsse auf Körperbild und Identität

00:25:22
Tobia Martinez
Ich finde deine Perspektive sehr interessant bezüglich generell, dass Zeit nicht das größte Problem ist, sondern andere Probleme.
00:25:29
Tobia Martinez
Und du hast andere genannt, wie zum Beispiel, dass man Geld ausgibt, sei es Mikrotransaktionen bei Videospielen oder sei es Sexting, Grooming, all die Themen.
00:25:39
Tobia Martinez
Aber du hast auch Identitätsbildung erwähnt.
00:25:43
Tobia Martinez
Und das ist etwas, das du schon jetzt mehrmals ein bisschen erwähnt hast und ich nicht oft irgendwo anders gehört habe.
00:25:50
Tobia Martinez
Ist das so ein kleines, geheimes Problem, das du entdeckst hast?
00:25:55
Mel-David Tersteegen
Also ich muss vielleicht noch ergänzen dazu, nicht jede Identitätsbildung ist schlecht.
00:25:59
Mel-David Tersteegen
Also dass Medien mit Identitätsbilden ist gar nicht mehr vermeidbar.
00:26:04
Mel-David Tersteegen
Sei es über Videospiele, sei es über Social Media und Co.
00:26:09
Mel-David Tersteegen
Aber was, und das ist auch eine Frage der Bewertung, wer bewertet das, aber was ich mir schon manchmal oder was ich merke,
00:26:17
Mel-David Tersteegen
Also gerade zum Thema Körperideale.
00:26:19
Mel-David Tersteegen
Wenn ich erlebe, dass ich vielleicht schon in der fünften oder sechsten Klasse nicht immer habe, aber teilweise auch den Eindruck manchmal habe, da geht es schon los, dass fünf- und sechstklässlerinnen sagen, ich muss täglich ins Fitnessstudio, weil ich brauche ein Sixpack oder ich brauche die und die Bodymaße und da schon in so einem Denken drin sind, das gibt quasi, also generell, wenn eine Identität in die Richtung entsteht, es gibt nur ein richtig oder falsch, sage ich mal, dann finde ich das schwierig.
00:26:44
Mel-David Tersteegen
Und hier spielen natürlich soziale Medien stark mit rein.
00:26:47
Mel-David Tersteegen
Also nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, es ist bei uns Erwachsenen, würde ich ja sagen, genauso.
00:26:51
Mel-David Tersteegen
Und wir können vielleicht halt noch ein bisschen besser mit umgehen.
00:26:54
Mel-David Tersteegen
Auch nicht alle, würde ich sagen.
00:26:55
Mel-David Tersteegen
Oder es sind halt, haben, sage ich mal, zumindest die Pubertät zumindest schon abgeschlossen.
00:27:01
Tobia Martinez
Weswegen ist diese Altersgruppe denn so vulnerable in dieser Hinsicht?
00:27:06
Mel-David Tersteegen
Naja, ich meine Pubertät, Identitätsentwicklung hier findet alles statt und die Ablösung des Elternhauses, hier ist total viel Unsicherheit da, ich weiß nicht, wo ich hin will.
00:27:17
Mel-David Tersteegen
Vielleicht, Körper verändert sich, da passiert ja so viel.
00:27:21
Mel-David Tersteegen
Und dann ist natürlich vielleicht jemand, der mir sagt, so und so ist es.
00:27:24
Mel-David Tersteegen
Oder eine digitale Welt, der mir auch sagt, das hier ist das Idealbild.
00:27:28
Mel-David Tersteegen
Und ich sehe vielleicht auch nur dieses Idealbild, weil hier haben wir ja auch Algorithmen, die irgendwie mitsteuern.
00:27:34
Mel-David Tersteegen
Und gar nicht sehe, dass es vielleicht auch anders sein kann.
00:27:36
Mel-David Tersteegen
Ja, natürlich passiert dann etwas.
00:27:38
Mel-David Tersteegen
Modelllernen passiert ja auch über soziale Medien.
00:27:43
Tobia Martinez
In deiner Erfahrung mit solchen Fällen, wie begegnest du diesen Leuten?
00:27:47
Tobia Martinez
Denkst du... Ja.
00:27:48
Mel-David Tersteegen
Ich glaube, ähnlich wie ich es immer mache.
00:27:56
Mel-David Tersteegen
letztendlich.
00:27:59
Mel-David Tersteegen
Und es ist auch schwer...
00:28:02
Mel-David Tersteegen
Vielleicht ist es auch schwer pauschal zu sagen, so und so gehe ich um, weil es ganz unterschiedliche Themen sind und unterschiedliche Fragen dann gibt, die mich interessieren oder Aspekte.
00:28:12
Mel-David Tersteegen
Und der Vorteil ja auch ganz oft ist, an meiner Arbeit zumindest, dass ich ja mit Gruppen arbeite.
00:28:16
Mel-David Tersteegen
Das heißt, dass wirklich alle einer Meinung sind, ist ja zum Glück eh sein.
00:28:20
Mel-David Tersteegen
Also da passiert ja dann auch viel über eine Gruppe.

Positive und negative Effekte der Medien auf die psychische Gesundheit

00:28:23
Tobia Martinez
Wie du schon sagst, ich meine, das ist ja eine Welt des permanenten Vergleichs, in der diese Leute sich befinden.
00:28:32
Tobia Martinez
Er endet nicht nur, wenn die Schulglocke läutet um 13 Uhr, sondern du kommst nach Hause und der Vergleich geht stetig weiter.
00:28:40
Tobia Martinez
Das wurde natürlich immer durchgekaut, die Sinnbilder der Likes und alles, aber trotzdem, trotz des ganzen Kauens, glaube ich, gesellschaftlich ist das nicht verdaut worden.
00:28:52
Tobia Martinez
Wie wirkt sich denn dieser permanente Vergleich auf die Psyche aus?
00:28:57
Tobia Martinez
Es ist ja sehr viel weitreichender, glaube ich, als nur, oh, ich muss dünner werden, sondern wirklich im Kern geschieht da etwas.
00:28:59
Mel-David Tersteegen
Vielen Dank.
00:29:04
Tobia Martinez
Merkst du da was?
00:29:07
Mel-David Tersteegen
Spannende Frage.
00:29:07
Mel-David Tersteegen
Ich wünschte, ich hätte eine konkrete Antwort.
00:29:12
Mel-David Tersteegen
Das ist, wie du gesagt hast, irgendwas macht.
00:29:15
Mel-David Tersteegen
Ich glaube, das ist bei uns allen so.
00:29:18
Mel-David Tersteegen
Hier ist halt, glaube ich, auch wieder wichtig, das einzelne Individuum zu sehen, die Person.
00:29:22
Mel-David Tersteegen
Ich glaube, es gibt Menschen, die können gut damit umgehen und die betrifft es relativ wenig.
00:29:27
Mel-David Tersteegen
Und es gibt andere Menschen, vor allem vielleicht in gewissen Lebenslagen, die sind besonders empfänglich für solche Ideale oder...
00:29:34
Mel-David Tersteegen
was auch immer es sein mag.
00:29:36
Mel-David Tersteegen
Also auch der Zeitpunkt, wenn ich vielleicht so etwas sehe, spielt eine Rolle.
00:29:41
Mel-David Tersteegen
Was es genau macht, es hat ja auch viele positive Faktoren, das darf man ja auch nicht vergessen.
00:29:44
Mel-David Tersteegen
Es bietet mir vielleicht auch die Möglichkeit, wenn ich in einer Minderheit lebe oder irgendwie Struggle habe, irgendwie auch irgendwo Zugehörigkeit zu finden im Internet.
00:29:53
Mel-David Tersteegen
Also das finde ich auch immer wichtig.
00:29:54
Mel-David Tersteegen
Es hat ja nicht nur negative Aspekte.
00:29:57
Mel-David Tersteegen
Ich glaube auch hier wird jetzt die Frage, wie gehe ich damit um und was passiert in meinem Leben auch drumherum?
00:30:03
Mel-David Tersteegen
Aber so eine konkrete Antwort, was macht das mit uns, kann ich dir in dem Sinne schwer beantworten.
00:30:10
Tobia Martinez
Ich bin ja auch von der Generation, vermutlich wie du, die mit dem Internet groß geworden sind.
00:30:15
Tobia Martinez
Ich kann mich erinnern, mit drei Jahren war ich schon auf dem PC in Chatrooms.
00:30:20
Tobia Martinez
Bevor ich überhaupt schreiben konnte, habe ich meinem Bruder gesagt, ja, schreib das und das.
00:30:24
Tobia Martinez
Lies zurück, was ist da los?
00:30:26
Tobia Martinez
Alles.
00:30:27
Tobia Martinez
Und verschiedene soziale Spiele.
00:30:29
Tobia Martinez
Von daher, klar, es gibt sehr viele große, tolle Eigenschaften davon.
00:30:37
Tobia Martinez
Oft ist ja auch sehr bemerkenswert, wie bewusst sich die Nutzer der negativen Folgen sind, der positiven und negativen.
00:30:46
Mel-David Tersteegen
Hmm.
00:30:47
Mel-David Tersteegen
Hmm.
00:30:47
Tobia Martinez
Jetzt, wenn ich mich in so einer Lage befinde von, ja, ich habe Freunde, ich habe Zugehörigkeit, ich habe eine tolle Zeit im Internet, aber trotzdem merke ich,
00:30:58
Tobia Martinez
dass all diese negativen Folgen auch entstehen.
00:31:00
Tobia Martinez
Nicht nur das Positive, sondern auch das Negative.
00:31:02
Tobia Martinez
Aber ich kann einfach nicht loslassen.
00:31:04
Tobia Martinez
Ich weiß einfach nicht, wie ich mich davor schützen kann.
00:31:08
Tobia Martinez
Was macht man denn da?
00:31:09
Tobia Martinez
Ich glaube, das ist ja so der Kern.

Strategien zur Balance der Mediennutzung für Jugendliche

00:31:12
Mel-David Tersteegen
Ich meine, da setzt ja letztendlich genau unter anderem meine, unsere Arbeit an.
00:31:16
Mel-David Tersteegen
Wenn ich genau ins Gespräch gehe, zum Beispiel mit einer Schulklasse, sag, hey, was ist das Tolle für euch?
00:31:20
Mel-David Tersteegen
Warum macht ihr das?
00:31:21
Mel-David Tersteegen
Okay, okay, dann sammeln wir das.
00:31:23
Mel-David Tersteegen
Und dann, wie du schon gesagt hast, also meistens, das ist ganz spannend, muss ich gar nicht nach dem Negativen fragen, sondern es kommt irgendwann automatisch, weil dann irgendwie jemand sitzt und sagt, hey, halt, stopp, das ist nicht nur toll, weil das ist das, das und das.
00:31:36
Mel-David Tersteegen
Und dann genauso die, sag ich mal, die rote Seite, wenn ich mir dieser Wahrgedenken sammle.
00:31:40
Mel-David Tersteegen
Und dann irgendwann kommen wir zum Punkt, wenn wir viel darüber gesprochen haben, wo ich mal frage, okay, wenn wir wie dieser Waage denken, was macht ihr denn, damit sich ein Gleichgewicht entstehen kann?
00:31:48
Mel-David Tersteegen
Oder im Idealfall natürlich gar kein Gegengewicht mehr auf der roten Seite ist.
00:31:53
Mel-David Tersteegen
Und dann gehe ich letztendlich ins Arbeiten.
00:31:55
Mel-David Tersteegen
Also dann überlegen wir uns, das könnte man fachlich natürlich sagen, hier überlegen wir, was für Kompetenzen habt ihr, braucht ihr, könntet ihr ausprobieren?
00:32:03
Mel-David Tersteegen
Und die Antworten sind hier wirklich immer komplett unterschiedlich.
00:32:05
Mel-David Tersteegen
Das beginnt mit so Dingen wie zum Beispiel,
00:32:09
Mel-David Tersteegen
ist ja ein Thema heutzutage, was viele kennen mit Bildschirmnutzungszeiten, dass ich mir die einstelle.
00:32:13
Mel-David Tersteegen
Das beginnt mit so Dingen wie, okay, ich weiß, ich tue mir total schwer zu lernen immer oder rechtzeitig danach noch zu lernen, dann muss ich wohl zuerst lernen.
00:32:23
Mel-David Tersteegen
Also ich stelle mir sozusagen Prioritäten ein.
00:32:28
Mel-David Tersteegen
Ich habe vielleicht feste Orte, wo ich das Handy auch mal hinlege, also noch bewusst freie Zeiten.
00:32:34
Mel-David Tersteegen
Und hier kommt wirklich, also ich weiß noch, ich hatte mal einen Jugendlichen, der hat mir erzählt, bei dem war es YouTube, was er sehr exzessiv genutzt hat und der war aber technisch recht affin.
00:32:44
Mel-David Tersteegen
Der hat, aber frag mich bitte nicht genau wie, da bin ich dann auch mit meiner Medienkompetenz am Ende.
00:32:49
Mel-David Tersteegen
Der hat sich letztendlich die YouTube-Seite auch so umgeändert und so umgebaut, dass nichts mehr da war außer das Suchfeld und er aktiv Videos selber suchen musste.
00:32:59
Mel-David Tersteegen
Also es gab auch keine Vorschläge mehr etc.
00:33:02
Mel-David Tersteegen
Und das war glaube ich schon bevor es diesen Moduswort gab.
00:33:06
Mel-David Tersteegen
Also was hier für Kompetenzen gefunden werden, ist ganz unterschiedlich.
00:33:10
Mel-David Tersteegen
Und ich glaube genau da beginnt zum Beispiel meine Arbeit als Fachkraft, aber vielleicht auch die Arbeit von erwachsenen Personen, die Kinder und Jugendliche begleiten, zu überlegen, okay, wie kriegst du das hin mit unserer Unterstützung, damit es für dich schon noch irgendwie positiv bleibt und nicht die ganze Zeit in diese andere Seite rüberrutscht.
00:33:29
Mel-David Tersteegen
Und manche Kinder oder Jugendliche brauchen hier auch mehr Support von außen als andere.
00:33:34
Mel-David Tersteegen
Aber es braucht definitiv einen.
00:33:35
Mel-David Tersteegen
Es braucht jemand, vielleicht jetzt nicht in so einer fachlichen Art und Weise, wie ich das mache, aber der schon einfach mit Menschen in Kontakt bleibt und im Gespräch bleibt.
00:33:44
Mel-David Tersteegen
Weil mich alleine zu Hause hinzusetzen und mir, sage ich mal, diese Gedanken zu machen, ist halt, es gibt vielleicht auch welche, die das machen, aber es ist deutlich hoher Schwelliger.
00:33:56
Tobia Martinez
Ich finde das bemerkenswert, auch dieses Beispiel, das du genannt hast mit dem YouTube.
00:33:59
Tobia Martinez
Ich glaube, es wird wirklich unterschätzt, wie sehr sich die junge Generation der negativen Folgen bewusst ist.
00:34:06
Tobia Martinez
Vielleicht sogar mehr als die ältere Generation.
00:34:09
Tobia Martinez
Und trotzdem sitzen sie in diesem Käfig da, in dem sie sich selbst eingeschlossen haben und den Schlüssel weggeworfen haben.
00:34:18
Tobia Martinez
Glaubst du, es gibt, wie du sagst, es ist schwierig, sich hinzuhocken im Zimmer alleine und hier einen Plan auszuhäkeln?
00:34:27
Tobia Martinez
Es gibt Wege alleine, selbstständig, sich dabei zu helfen?
00:34:33
Tobia Martinez
Oder muss ich da zu einer Stelle wie bei euch gehen?
00:34:39
Mel-David Tersteegen
Also es gibt wahrscheinlich keine richtige Antwort in beide Richtungen.
00:34:44
Mel-David Tersteegen
sicherlich welche, die werden auch ohne, sage ich mal, präventive Workshops durch ihre Schulzeit kommen und werden das alleine hinkriegen.
00:34:52
Mel-David Tersteegen
Ist aber natürlich deutlich schwieriger und schwerer.
00:34:54
Mel-David Tersteegen
Ich glaube, man muss hier auch nochmal unterscheiden, ich habe es vorhin nochmal gesagt, aber ich finde es schon wichtig zwischen dem Thema, sage ich mal, Suchtprävention und generell einfach hier Förderung, nenne ich es mal auf einer anderen Ebene, oder Kompetenzvermittlung.
00:35:07
Mel-David Tersteegen
Das beinhaltet ja im Bereich der Medien so unfassbar viel, was ja auch wir nicht mehr ansatzweise auch decken.
00:35:12
Mel-David Tersteegen
Ich glaube aber grundsätzlich schon, und auch hier nochmal Alter, müssen wir auch unterscheiden, dass es wichtig ist, dass hier junge Menschen Begleitung erfahren und nicht alleine diesem Prozess ausgesetzt werden.
00:35:24
Mel-David Tersteegen
Und du hast auch gesagt, dass nämlich ein anderer Aspekt, den ich schon, finde ich, auch mit hier reinnehmen will, ist, du hast gesagt, die haben sich selber in den Käfig gesperrt.
00:35:24
Tobia Martinez
Vielen Dank.
00:35:31
Mel-David Tersteegen
Man könnte es auch pro Kant ein bisschen umdrehen und sagen, dass sie eigentlich wie als Gesamtgesellschaft sie da reingesteckt haben.
00:35:37
Mel-David Tersteegen
Also natürlich fordern sie es irgendwann ein, aber warum?
00:35:40
Mel-David Tersteegen
Naja,
00:35:41
Mel-David Tersteegen
weil sie es ja auch von uns Erwachsenen sehen, wir vorleben und dementsprechend ja auch nicht, sage ich mal, ja, also Maßnahmen dagegen untergreifen.
00:35:51
Mel-David Tersteegen
Manche schon, aber jetzt nicht pauschal.
00:35:54
Mel-David Tersteegen
Ich meine, da tut sich zwar gerade auch viel, aber genau.
00:35:58
Tobia Martinez
Wie sehen denn so die frühen Warnsignale aus, wenn ich ein Elternteil bin und merke, okay, ja, meine Mediennutzung ist selber vielleicht nicht problematisch und unsere Kinder sind in gewisser Weise ja oft Klone von uns selber, kopieren, wie wir einfach damit umgehen.
00:36:19
Tobia Martinez
Aber ich bin selber im Schlamassel, dass ich das nicht wirklich von heute auf morgen lösen kann.
00:36:25
Tobia Martinez
Was sind die Warnsignale, dass ich merke, okay, mein Kind geht da ein bisschen so in meine Richtung rein?
00:36:32
Mel-David Tersteegen
Also im Prinzip geht es ein bisschen, könnte man sagen, einher mit dem, was ich schon so ein bisschen versucht habe zu klären, aber so, wenn ich mitkriege, hey, irgendwie, mein Kind verändert sich.
00:36:42
Mel-David Tersteegen
Das, was ihm früher Spaß gemacht hat, will es gar nicht mehr in Anspruch nehmen.
00:36:46
Mel-David Tersteegen
Es versucht nur noch eigentlich, also es geht nur noch die ganze Zeit um die Medien auch nur noch.
00:36:51
Mel-David Tersteegen
Früher hat es Spaß beim Fußball gehabt, auch wie ein Fußballbeispiel oder ein anderer Sport oder beim Basteln.
00:36:56
Mel-David Tersteegen
Aber auch das, da ist es nicht mehr bei der Sache, wenn es überhaupt noch wacht.
00:36:59
Mel-David Tersteegen
Oder fragt gleich, können wir aufhören und ich würde gerne wieder zocken?
00:37:03
Mel-David Tersteegen
Wenn ich da merke, dass eine Wesensveränderung stattfindet, wenn ich merke, mein Kind, die Zeit reicht ihm auf alle Fälle nicht mehr.
00:37:09
Mel-David Tersteegen
Es braucht immer mehr, es braucht immer mehr, es kann nicht mehr aufhören.
00:37:15
Mel-David Tersteegen
Also das finde ich, können so Anzeigen sein, wenn
00:37:21
Mel-David Tersteegen
trotzdem noch Dinge macht.
00:37:22
Mel-David Tersteegen
Aber wichtig, du siehst schon sowas gerade so wie verheimlich und da sind Kinder auch manchmal von Natur aus, das heißt nicht, dass es immer direkt ein Kind ein Problem hat.
00:37:30
Mel-David Tersteegen
Aber das finde ich, können so Indikatoren sein.
00:37:32
Mel-David Tersteegen
Grundsätzlich, und das würde ich ganz vielen Eltern unterstellen an der Stelle, haben die für sowas ein gutes Bauchgefühl.
00:37:39
Mel-David Tersteegen
Also wenn ich als Elternteil anfange, mir wirklich Sorgen zu machen, und jetzt nicht per se, weil ich die ganze Entwicklung schlimm finde, sondern wirklich bei meinem Kind konkret, dann sind das auf alle Fälle, sage ich mal, Alarmzeichen, die ich immer zumindest ernst nehmen würde, dahingehend, dass ich sie nicht ignorieren würde in so einem Workshop.
00:37:56
Mel-David Tersteegen
Also wenn ich eine Mutter habe, die wirklich sagt, hey, ich mache mir eine krasse Sorgen, mein Sohn, dann würde ich immer fangen, warum?
00:38:01
Mel-David Tersteegen
Und nicht sagen, naja, müssen sie sich nicht.
00:38:03
Mel-David Tersteegen
Weil ich schon der Meinung bin, so elterliche Intuition spielt da stark mit rein.

Ressourcen und Unterstützung für Medienkompetenz in Schulen

00:38:10
Tobia Martinez
Ich merke, du sprichst sehr viel über generell Medienbildung, auch als Gemeinschaftsaufgabe der ganzen Gesellschaft.
00:38:18
Tobia Martinez
Jetzt, wenn Lehrkräfte und Fachkräfte generell Schlüsselpersonen in diesem Bereich sind, dann was brauchen denn Lehrerinnen und Lehrer, um die Medienbildung effektiv zu vermitteln?
00:38:32
Mel-David Tersteegen
Ja, gesamtgesellschaftliche Aufgabe, da sprichst du vieles an, da will ich vielleicht schon noch vorneweg stellen, dass ich der Meinung bin, dass es auch nicht nur Aufgaben von Personen ist.
00:38:39
Mel-David Tersteegen
Also wir sprechen immer viel über Verhaltensprävention.
00:38:41
Tobia Martinez
Vielen Dank.
00:38:42
Mel-David Tersteegen
Es braucht schon auch hier Verhältnisprävention, also eben Regulierungen.
00:38:46
Mel-David Tersteegen
Da tut sich ja auch viel gerade im öffentlichen Diskurs
00:38:50
Mel-David Tersteegen
Was auch immer da kommen wird, bleibt noch abzuwarten.
00:38:52
Mel-David Tersteegen
Ich glaube schon, dass irgendwas kommen wird.
00:38:54
Mel-David Tersteegen
Dass irgendeine Regulierung, Gesetz, wie auch immer.
00:38:57
Mel-David Tersteegen
Weil ich finde, das ist schon auch was, was man sehen muss.
00:39:00
Mel-David Tersteegen
Also irgendwo braucht es schon auch auf dieser anderen Ebene was.
00:39:04
Mel-David Tersteegen
um zu deiner eigentlichen Frage aber zurückzukommen.
00:39:07
Mel-David Tersteegen
Die erste Frage, die man natürlich schon auch stellen kann, müssen es unbedingt Lehrer sein oder können es auch externe Fachkräfte sein?
00:39:14
Mel-David Tersteegen
Grundsätzlich braucht es aber, und das ist vielleicht ein unbeliebtes Thema, aber es braucht Ressourcen.
00:39:19
Mel-David Tersteegen
Und vor allem muss man fairerweise sagen, oft auch finanzielle Ressourcen und zeitliche Ressourcen.
00:39:26
Mel-David Tersteegen
Ich bin viel im Bildungssektor mit Schulen im Austausch und ich finde den Ansatz über Lehrkräfte viel zu machen super sinnvoll und schön und wichtig.
00:39:34
Mel-David Tersteegen
Gleichzeitig denke ich mir aber auch, es gibt Schulen und Kollegen, die ich kenne, wo ich mir denke, wenn die jetzt noch hören, dass die jetzt noch zusätzlich aus Eigeninitiative hier noch dieses neue Schulfoch anbieten sollen, aber sie niemand darauf vorbereitet und sagt, macht es mal obendrauf.
00:39:49
Mel-David Tersteegen
dann wird das auch nicht funktionieren.
00:39:51
Mel-David Tersteegen
Also ich glaube, es muss hier auch wieder ein Gesetz geben, das vorschreibt, das und jenes irgendwie.
00:39:56
Mel-David Tersteegen
Dafür habt ihr Zeit und die Zeit müsst ihr auch nehmen.
00:40:00
Mel-David Tersteegen
Also ich glaube, man muss hier sich nicht nur Gedanken machen, dies und jenes sollen sie inhaltlich machen, sondern wie gibt es Möglichkeiten, das überhaupt zu gestalten.
00:40:04
Tobia Martinez
Vielen Dank.
00:40:07
Mel-David Tersteegen
Weil da lebe ich, wenn das nicht auch mitgedacht wird, dann wird es auch irgendwie halbscharig und nicht gut umgesetzt.
00:40:16
Mel-David Tersteegen
Letztendlich braucht es hier vor allem auch finanzielle Mütter.
00:40:19
Mel-David Tersteegen
Das muss man auch klar so sagen.
00:40:20
Mel-David Tersteegen
Zum Beispiel gerade wie bei uns, wenn wir in eine Schule kommen, je nachdem vom Projekt zu Projekt unterschiedlich, gibt es nicht unbedingt eine Vollfinanzierung.
00:40:28
Mel-David Tersteegen
Das ist für manche Schulen einfach schwierig bis nicht möglich.
00:40:31
Mel-David Tersteegen
Und das ist eigentlich katastrophal.
00:40:34
Mel-David Tersteegen
Und hier hat aber gerade die Ebene der Prävention auch manchmal einen schwierigen Stand.
00:40:40
Tobia Martinez
Gibt es denn Lösungsansätze oder Ideen für Lösungsansätze, falls es mehr Ressourcen gäbe?
00:40:46
Tobia Martinez
Denn ich stimme dir zu, natürlich die Lehrkräfte, die müssen immer, immer mehr auf ihren Teller legen.
00:40:48
Mel-David Tersteegen
Vielen Dank.
00:40:52
Tobia Martinez
Irgendwann, der Punkt ist jetzt schon da, dass es nicht mehr klappt.
00:40:57
Tobia Martinez
Sagen wir, es gibt diese Ressourcen auf einmal, nach denen du fragst, was würde man machen können mit denen?
00:41:03
Mel-David Tersteegen
Ich glaube, dass hier so viele Ideen und Kreativität schon da ist, dass es ganz viele verschiedene Modelle und Möglichkeiten gibt, wie wir es ja auch gemacht haben, das habe ich am Anfang erzählt, dass externe Fachkräfte kommen, wie wir Workshops machen, dass wir ein Kollegium fortbilden, damit die so eine Art Medienpräventionsteam bilden, um dann zum Beispiel in der ganzen entsprechenden Jahrestufe dieses Thema anzubieten.
00:41:23
Mel-David Tersteegen
Dass wir mit Peer-Projekten arbeiten, was wir zum Beispiel auch machen, wo wir ältere Jugendliche ausbilden, die dann in jüngere Altersstufen gehen.
00:41:32
Mel-David Tersteegen
dass wir bei der Konzeptbegleitung Schulen begleiten, um individuelle Lösungen zu finden, dass wir ergänzt zu diesem Ganzen auch Elternarbeit machen, dass von Grund zu weiterführende Schulen das nochmal unterschiedlich ist.
00:41:43
Mel-David Tersteegen
Also du siehst schon, die Möglichkeiten sind hier riesig.
00:41:50
Mel-David Tersteegen
Von mir aus darf sich auch jemand Gedanken machen und sagen, genau so und so soll es für alle Schulen stattfinden.
00:41:55
Mel-David Tersteegen
Dann werde ich da auch erstmal mitgehen.
00:42:00
Mel-David Tersteegen
Genau, also hier gäbe es, glaube ich, ganz viele tolle Ideen, wenn wirklich diese Ressourcen da wären.
00:42:06
Tobia Martinez
Gibt es eine spezifische Schule, die du nennen kannst oder Erfahrung hast und denkst, ja, die macht das besonders, weil sie es ein bisschen anders macht?
00:42:17
Mel-David Tersteegen
Also natürlich jetzt eine spezifische Schule zu benennen, vor allem nur Rücksprache, sage ich mal, ist schwierig.
00:42:23
Mel-David Tersteegen
Aber ich erlebe hier ganz viele unterschiedliche Schulen, die ganz tolle Arbeit leisten, die super motiviert sind, manche mehr umsetzen als andere.
00:42:30
Mel-David Tersteegen
Aber hier erlebe ich auch total viele, sage ich mal, Best-Practice-Beispiele, die das echt im Rahmen ihrer Aufgabe super machen.
00:42:39
Mel-David Tersteegen
die sich wirklich mit uns begleiten durften und wirklich Konzepte, die von der, nehmen wir als Beispiel von der weiterführenden Schule, von der 5. bis zur 10.
00:42:48
Mel-David Tersteegen
Klasse überlegt haben, was machen wir in Prävention, was für Regeln haben wir, hey, und wie helfen wir Kindern und Jugendlichen, also wie intervenieren wir, wenn das alles nicht reicht.
00:43:01
Mel-David Tersteegen
Aber dahin zu kommen, ist Arbeit.
00:43:03
Mel-David Tersteegen
Und das ist auch immer, was ich Schulen sage, wenn sie bei uns anrufen, nehmen wir wieder Schulen als Beispiel, wir können viel machen bei euch, aber was euch klar sein muss, von der Größe des Projekts unterschiedlich, das wird gewisse Ressourcen fressen.
00:43:16
Mel-David Tersteegen
Sei es, es fällt Unterricht aus, sei es, ihr müsst Lehrkräfte stellen oder es kostet vielleicht auch Geld.
00:43:26
Mel-David Tersteegen
Wenn man es zumindest ernst nimmt, sage ich mal.

Hilfe für Jugendliche bei Medienproblemen suchen

00:43:30
Tobia Martinez
Alles klar, ich bin jetzt ein Jugendlicher, der merkt, okay, ja, ich habe vielleicht nicht so dieses Zeitproblem, aber ich habe Probleme in der problematischen Mediennutzung.
00:43:44
Tobia Martinez
Ich bin in diesem Käfig.
00:43:46
Tobia Martinez
ob die Gesellschaft mich da reingesetzt hat oder ich mich selber.
00:43:48
Mel-David Tersteegen
Ja.
00:43:48
Tobia Martinez
Aber ich fühle mich, als wäre ich Teil davon in diesem Käfig.
00:43:52
Tobia Martinez
Ich brauche die Hilfe.
00:43:53
Tobia Martinez
Ich brauche die Hilfe von Controbs.
00:43:55
Tobia Martinez
Wie sieht das aus?
00:43:57
Tobia Martinez
Schicke ich eine E-Mail?
00:43:58
Tobia Martinez
Muss ich mein Leben erzählen?
00:43:59
Tobia Martinez
Und mir wird jetzt sofort einfach gesagt, wie ich zu leben habe?
00:44:03
Tobia Martinez
Oder wie sieht es denn praktisch aus?
00:44:06
Mel-David Tersteegen
Nee, also du, du, es ist ganz niedrigschwellig.
00:44:09
Mel-David Tersteegen
Also wenn du auch noch, sage ich mal, das ist ja die Traumvorstellung für mich oder für meine Arbeit, wenn du auch noch aktiv auf mich zukommst, also dass nicht mehr ich dich anspreche und wirklich auch sagst, hey Mel, heute nach dem Workshop, ich bin mir da echt unsicher, ich glaube, ich habe da ein echtes Problem, mir geht es nicht gut.
00:44:25
Mel-David Tersteegen
Gibt es da irgendwen, der mit mir sprechen kann?
00:44:27
Mel-David Tersteegen
Dann würde ich sagen, ja, gibt es und das ist cool, dass ich dich bei mir melde.
00:44:31
Mel-David Tersteegen
Das ist stark, weil das ist mutig und das braucht viel Mut.
00:44:33
Mel-David Tersteegen
Und beim Beispiel, wir wären jetzt auch in München, dann würde ich, gibt es ganz tolle Kolleginnen von Easy Contact heißen, die machen ganz niedrigschwellige Beratungen.
00:44:43
Mel-David Tersteegen
Da kann man auch erstmal nur anrufen, kann man sogar erstmal nur hinschreiben.
00:44:46
Mel-David Tersteegen
Das kann bei denen im Büro sein, man kann
00:44:51
Mel-David Tersteegen
einfach mal nur reden, komplett unter Schweigepflicht, komplett anonym geht das alles, da fahren auch die Eltern erstmal nichts und das wäre der Weg, den ich gehen würde.
00:45:00
Mel-David Tersteegen
Also da muss ich auch sagen, endet meine Arbeit, meine Arbeit endet spätestens, dass wenn ich
00:45:06
Mel-David Tersteegen
Personen sehe, die vielleicht Probleme haben könnten, weitervermitteln.
00:45:10
Mel-David Tersteegen
Also ich mache sozusagen eine Frühintervention, also das ist ja ganz oft so, dass ich ein Workshop habe und mir vielleicht denkt, hm, weiß nicht, dass ich dann weitervermittel, aber die konkrete Beratung und das, was dann alles kommt, da gliedert sich die Suchthilfe ja auch von der Präventionen, nur ein ganz kleiner Bereich, einer von vier großen Säulen.
00:45:30
Tobia Martinez
Kommen die meisten Leute zu dir oder musst du zu ihnen hingehen und sagen, hey, ich glaube, da ist vielleicht mehr dahinter?
00:45:35
Tobia Martinez
Mhm.
00:45:36
Mel-David Tersteegen
Das ist ganz unterschiedlich.
00:45:38
Mel-David Tersteegen
Also ich würde sagen, die wenigsten oder weniger kommen direkt danach so zu mir und sagen das so wie du.
00:45:46
Mel-David Tersteegen
Jetzt gerade ein Beispiel.
00:45:47
Mel-David Tersteegen
Die kommen vielleicht dann schon nochmal hin und fragen nochmal nach oder fragen dem Workshop nach.
00:45:53
Mel-David Tersteegen
Deswegen finde ich es immer ganz wichtig, wenn wir zu so Themen arbeiten, ich sammle dann auch mit der Gruppe, weil dann ist es, sage ich mal, auch nicht so entblößend, so hey, mal angenommen, ihr hättet irgendwann ein Problem hypothetisch oder da wird irgendwas, dann sammle ich mit denen Anlaufstellen und informiere sie auch darüber.
00:46:07
Mel-David Tersteegen
Das heißt, ich erfahre vielleicht auch gar nicht, wenn sich jemand Hilfe holt oder Unterstützung holt, weil ich im Idealfall, denen das schon gesagt habe, und sie müssen es mir gar nicht erst sagen, sondern können da ganz niedrigschwellig selber anrufen, hingehen, schreiben etc.
00:46:22
Tobia Martinez
Viele Jugendliche sind sich ja bewusst der negativen Folgen, wie wir schon gesagt haben und sagen das auch ihren Freunden.
00:46:28
Tobia Martinez
Die Freunde wissen es auch.
00:46:29
Tobia Martinez
Sie machen vielleicht Posts sogar, Social Media Kills, sowas auf sozialen Medien selber posten.
00:46:35
Tobia Martinez
Und trotzdem ist es so eine Hürde, sich Hilfe zu suchen, auch wenn sie sogar so niedrigschwellig ist.
00:46:43
Tobia Martinez
Wieso besteht diese Hürde und wie können wir sie ein bisschen kleiner machen?
00:46:50
Mel-David Tersteegen
Da könnten wir jetzt, glaube ich, wahrscheinlich allein schon den ganzen Podcast füllen.
00:46:54
Mel-David Tersteegen
Ich glaube, das beginnt ja damit, also jetzt auch nochmal ganz unterschiedlich, über welche Suchterkrankungen wir sprechen.
00:46:59
Mel-David Tersteegen
Da haben wir auch nochmal bei den unterschiedlichen Substanzen ganz große Unterschiede.
00:47:03
Mel-David Tersteegen
Aber wir sind hier auf einer super Entwicklung, glaube ich, grundsätzlich in unserer Gesellschaft.
00:47:08
Mel-David Tersteegen
Das muss ich auch sagen.
00:47:09
Mel-David Tersteegen
Aber es ist schon noch immer so, oder habe ich oft das Gefühl, dieses Thema, der
00:47:14
Mel-David Tersteegen
Ich habe ein Problem, mir geht es nicht gut, ich bin anscheinend zu schwach, ich habe einen Fehler.
00:47:18
Mel-David Tersteegen
Also dass es noch immer gleichzeitig so ein bisschen mit, ich sage mal, Charakterschwäche gleichgesetzt wird, weil es einfach, wie wir am Anfang hatten, so viele Stigmatas und Stereotype und einfach Unwissen bei diesem Thema, bei Sucht herrscht, auch so noch immer so, ja, hä, dir geht es nicht gut, dann hör doch auf.
00:47:34
Mel-David Tersteegen
Oder dann hat er ja noch nicht gelitten.
00:47:36
Mel-David Tersteegen
Oder du hast es selber nicht im Griff.
00:47:39
Mel-David Tersteegen
Also hier spielt Scham auch unglaublich stark mit rein.
00:47:45
Mel-David Tersteegen
Da gibt es glaube ich ganz viele Facetten, die da mit rein spielen.
00:47:48
Mel-David Tersteegen
Also generell dieses Thema, ich hole mir Hilfe oder ich suche mir Unterstützung, fällt ja bei vielen Bereichen, vielen Menschen heutzutage leider noch immer nicht leicht.

Gesellschaftliche Fortschritte und Stereotypen in der Mediennutzung

00:47:58
Mel-David Tersteegen
Ganz im Gegenteil.
00:48:01
Tobia Martinez
Wenn ich dreckig bin, kann ich in die Dusche gehen und mich selber abwaschen.
00:48:05
Tobia Martinez
Aber wenn ich mit Scham bedreckt bin, dann kann oft nur jemand anderes helfen, mir das wegzunehmen.
00:48:11
Tobia Martinez
Wenn mir jeder sagt, oh, das ist deine Schuld, das ist dein Fehlverhalten, ist es schwer, sich selber des Schams zu bereinigen.
00:48:22
Tobia Martinez
Was würdest du jemandem sagen, der das vielleicht hier anschaut, nur Leute im Umfeld hat, der sagt, ja, sei halt nicht so faul, geh halt weg vom PC, geh halt weg vom Handy.
00:48:33
Tobia Martinez
Der vielleicht selber weiß, eigentlich, ich glaube nicht, dass es mein Fehler ist, aber wenn mir das jeder sagt, vielleicht ist es so.
00:48:43
Tobia Martinez
Was kann man der Person sagen?
00:48:45
Mel-David Tersteegen
Also auch wenn es abgedroschen ist und irgendwie vielleicht auch nicht ganz glaubwürdig so oft ist, weil wir es vielleicht auch schon gehört haben, aber ich sage schon immer, dass wenn es euch oder es kann auch sein, dass ich mich so etwas mal treffen wird oder bereits getroffen habe, dass es ein Thema ist, wofür man sich nicht schämen muss.
00:49:04
Mel-David Tersteegen
Und ich abde hier manchmal schon gerne mit dem Beispiel, man muss ein bisschen für mich aufpassen, weil ich will es damit auch nicht relativieren, aber
00:49:16
Mel-David Tersteegen
Und wenn ich, keine Ahnung, hinfalle und mir in den Arm breche, dann schäme ich mich ja auch nicht zum Arzt zu gehen und mir Hilfe zu holen, weil es mir schlecht geht.
00:49:24
Mel-David Tersteegen
Und ich finde, hier bräuchten wir, aber das haben wir generell bei psychischen Erkrankungen, ein ähnliches Verständnis.
00:49:30
Mel-David Tersteegen
Natürlich entscheide ich mich mal irgendwie dazu, diese Sachen zu nutzen.
00:49:33
Mel-David Tersteegen
Das ist bei Substanzen ja ganz ähnlich.
00:49:35
Mel-David Tersteegen
Und irgendwo habe ich natürlich Verantwortung für mein Verhalten, aber gerade so Aspekte, die mir vielleicht auch irgendwo auf meiner Personenebene mitgegeben werden, in was für eine Familie ich aufwachse, in was für einem sozialen Umfeld, was für Krisen ich vielleicht in meinem Leben erlebt habe, auf die habe ich oft gar keinen Einfluss.
00:49:51
Mel-David Tersteegen
Und die spielen aber bei Suchtentwicklungen ganz stark mit rein.
00:49:57
Mel-David Tersteegen
Und für die trage ich definitiv keine Schuld.
00:50:01
Tobia Martinez
Ich glaube, in dieser Hinsicht bewegt sich auch gesellschaftlich viel die Anerkenntnis dieses Fakts.
00:50:08
Tobia Martinez
Aber auch in anderen Aspekten, hast du gesagt, bewegt sich momentan sehr viel.
00:50:12
Tobia Martinez
Ja, trotz aller Herausforderungen, die es gerade gibt.
00:50:14
Tobia Martinez
Was macht dir Hoffnung?
00:50:15
Tobia Martinez
Was stimmt dich optimistisch?
00:50:21
Mel-David Tersteegen
Also was mich immer wieder optimistisch stimmt, vor allem in Bezug zu Kindern und Jugendlichen ist, dass wenn man das ernst nimmt und sie ernst nimmt und wirklich ins Gespräch geht,
00:50:31
Mel-David Tersteegen
dass sie sich einfach immer wieder öffnen und dass es eigentlich selten bis fast nie passiert, dass ich wirklich jemanden vor mir sitzen habe und der drei Stunden sagt, ich rede nicht mit dir.
00:50:40
Mel-David Tersteegen
Also habe ich generell noch nie erlebt.
00:50:41
Tobia Martinez
Mhm.
00:50:43
Mel-David Tersteegen
Gott sei Dank.
00:50:44
Mel-David Tersteegen
Also dass es vielleicht ein, zwei Themen gibt, wo jemand sagt, nee, der möchte ich gerade nicht, aber dass eigentlich, wenn ich wirklich einem Menschen, die über Wertschätzung da in Kontakt gehe, dass da eigentlich immer Gesprächsbereitschaft besteht.
00:50:55
Mel-David Tersteegen
Das ist so das eine, was mir grundsätzlich, was ich einfach schön finde und was ich schon gut finde in einem gewissen Rahmen, was das heutige Thema auch nochmal konkret angeht, dass hier, was diese verhältnispräventive Ebene angeht, dass hier zumindest mal gerade wirklich gesellschaftlicher, starker, teilweise auch ein bisschen, finde ich, zu überhitzter Diskurs stattfindet.
00:51:16
Mel-David Tersteegen
Aber ich glaube, der Diskurs, dass der überhaupt mal da ist, und das ist auch, also auch da steht mein Arbeitgeber, weiß ich auch, hinter mir, begrüßt das total, das hier mal überhaupt erst, dass dieses Thema noch mal hochkommt und dass das Thema mehr Aufmerksamkeit kriegt, weil das braucht es unbedingt.
00:51:32
Tobia Martinez
In welche Richtung würdest du am besten den Diskurs lenken?
00:51:38
Mel-David Tersteegen
Also was ich mir auf einmal wünschen würde, aber ich glaube das wünsche ich mir in vielen Bereichen, ist, dass er nicht mit Polemik geführt wird oder in zwei Extremen, sondern wie es ja so oft ist, dass wahrscheinlich die Wahrheit irgendwo im mitten liegt.
00:51:49
Mel-David Tersteegen
Also es geht nicht darum, per se den Kindern und Juden alles wegzunehmen und dass es nur schlimm ist.
00:51:56
Mel-David Tersteegen
Es ist aber auch nicht so, dass es total unbedenklich ist und dass es hier irgendwie keine Regulation braucht, weil ja dann nur Ausgrenzung stattfinden würde.
00:52:07
Mel-David Tersteegen
Ich mag deswegen das Wort Regulation auch viel lieber als Verbote.
00:52:11
Mel-David Tersteegen
Also ich finde, dass es und ich glaube, dass sich heutzutage auch zum Glück dann doch fast alle einig, wenn man wirklich ein bisschen schafft, die Emotionen rauszunehmen, dass es irgendeine Form der Regulation braucht.
00:52:22
Mel-David Tersteegen
Wie die aussehen wird und was überhaupt, sag ich mal, auch von der politischen Ebene oben dann kommen wird, ist unterschiedlich oder wissen wir ja auch noch gar nicht.
00:52:31
Mel-David Tersteegen
Aber dass überhaupt mal darüber gesprochen wird hier in der Richtung, finde ich total gut und wichtig.
00:52:36
Tobia Martinez
Vor allem, wenn man in der politischen Ebene schaut, sei es auch die Tagesschau oder alle anderen Programme.
00:52:42
Tobia Martinez
Sobald über das Thema gesprochen wird, sind es Szenen mit dunklen Räumen und großer Bildschirm beleuchtet und überall liegen die Energydrinks auf dem Boden.
00:52:55
Tobia Martinez
Wie würdest du, wenn du das ein bisschen ändern könntest, die Haltung gegenüber Betroffenen als Gesellschaft einnehmen?
00:53:06
Mel-David Tersteegen
Ich muss da vorne noch was einschieben, weil mit diesem Bild, was du gerade gezeichnet hast, das ist so treffend und ich arbeite mit diesem Bild, also gerne ist ja immer ein bisschen schwierig in diesem Kontext, aber eigentlich schon echt gerne, weil wenn ich auch in einer Fachkräfteschuhe sitze oder egal wo, dann zeige ich ganz oft die
00:53:20
Mel-David Tersteegen
Stellen Sie sich mal eine Person vor, die so richtig, sag ich mal, plakativ medien-internetzüchtig ist.
00:53:26
Mel-David Tersteegen
Und ganz oft denken wir in der Gesellschaft an dieses Bild, meistens den männlichen, jugendlichen, jungen Erwachsenen, der in seinem dunklen Zimmer sitzt, irgendwie nur Fertigpizza isst, Energydrinks trinkt, nicht mehr rausgeht, nicht mehr duscht.
00:53:37
Mel-David Tersteegen
Dieses stereotype Bild hat ja vielleicht auch irgendwo seinen Ursprung, der ja nicht falsch ist.
00:53:41
Mel-David Tersteegen
Aber gleichzeitig, was dann vielleicht mit der Care-Seite, mit jetzt stereotypisch, aufpassen, Stereotype sind immer schwierig, aber gegengebensätzlich gedacht, das Mädchen, das die ganze Zeit draußen steht, die junge Frau, Selfies postet und die ganze Zeit live auf Social Media ist und da die ganze Zeit aktiv ist.
00:53:56
Mel-David Tersteegen
Also wir denken hier auch immer sehr, also es gibt nämlich im Bereich von, sage ich mal, Mediensucht, den Begriff gibt es ja in dem Sinne eigentlich nicht, aber wir nutzen ihn mal hierfür, haben ja ganz viele Bereiche, die eine Rolle spielen können.
00:54:09
Mel-David Tersteegen
Und ich glaube, da geht es schon los, Stück für Stück zu versuchen, diese Stereotype aufzubrechen.
00:54:15
Mel-David Tersteegen
Das haben wir jetzt, um das Thema mal zu weiten, ist es ja auch nicht jeder, nicht jeder ist alkoholabhängig, der, sage ich mal, obdachlos ist, auf der Straße sitzt und eine Flasche Doppelkorn am Tag trinkt.
00:54:26
Mel-David Tersteegen
Harte Stereotyp, aber das haben vielleicht wir Menschen auch manchmal im Kopf.
00:54:30
Mel-David Tersteegen
Weil Stereotype natürlich normal sind und ja auch irgendwo grundsätzlich wichtig sind für Menschen, damit unsere Welt irgendwie eingeordnet werden kann.
00:54:37
Mel-David Tersteegen
Aber wenn wir diese Stereotype als wahr annehmen, wird es ja ganz schwierig.
00:54:41
Mel-David Tersteegen
Und ich glaube, wie wir hier schon sind, allein solche kleinen Podcasts, Aufklärung, Information, ist super wichtig.
00:54:49
Mel-David Tersteegen
Wie es ja generell bei psychischen Erkrankungen, bei allen möglichen wichtig ist.
00:54:57
Tobia Martinez
Ja, wow.
00:54:58
Tobia Martinez
Ich glaube, wir haben sehr viele wichtige Themen angesprochen, neue Perspektiven.
00:55:03
Tobia Martinez
Ich glaube auch viele Leute, die auch schon andere Podcasts anschauen oder generell in der Thematik unterwegs sind, denken oft nicht an so vielleicht in Retrospektiv eindeutige Dinge, aber sie müssen ja auch mal ausgesprochen werden.
00:55:08
Mel-David Tersteegen
Vielen Dank.
00:55:22
Tobia Martinez
für dich persönlich, wenn du noch eine Sache den Zuhörerinnen und Zuhörern des Podcasts sagen könntest, und das sind selber Kinder und Jugendliche, das sind Leute, die überhaupt keine Probleme haben und einfach nur vielleicht sogar Fachkräfte oder Lehrkräfte sind, Eltern von Betroffenen, jedem.
00:55:39
Tobia Martinez
Was könntest du dieser diversen Gruppe an Menschen so sagen?
00:55:44
Tobia Martinez
Deine letzten Worte.
00:55:46
Mel-David Tersteegen
meine letzten Worte, die muss ich weise wählen.
00:55:48
Tobia Martinez
Hahaha.
00:55:50
Mel-David Tersteegen
Es gäbe so viel, was spannend ist und was ich sagen könnte.
00:55:52
Mel-David Tersteegen
Ich glaube, was aber schon nochmal wichtig ist und das ist mir auch meiner Arbeit wichtig.
00:55:57
Mel-David Tersteegen
Medien an sich spielen damit rein, dass vielleicht das in eine negative Richtung geht, aber wir vergessen wirklich ganz oft, glaube ich, das Leben.
00:56:05
Mel-David Tersteegen
Also, dass es eben nicht nur das Videospiel ist, das mich da im Ohr 1
00:56:14
Mel-David Tersteegen
und ganz viel um Bedürfnisse und Gefühle geht, um Ressourcen, um ein bisschen mehr als nur, sage ich mal, das Medium selbst.
00:56:25
Mel-David Tersteegen
ist.
00:56:29
Mel-David Tersteegen
So in etwa würde ich es versuchen, in der Kürze zu sagen.
00:56:33
Mel-David Tersteegen
Aber es ist schwierig, weil man kann so viel dazu erzählen.
00:56:35
Mel-David Tersteegen
Man könnte wahrscheinlich in der Woche einen Podcast machen und wir wären auch immer nicht am Ende gewesen.
00:56:40
Mel-David Tersteegen
Übrigens auch einer der Themen, warum ich die Arbeit so spannend finde und so liebe, weil sie nie auserzählt ist.
00:56:45
Mel-David Tersteegen
Gerne.
00:56:46
Tobia Martinez
Total.
00:56:46
Tobia Martinez
Und hey, ich glaube, das sind trotzdem sehr gute letzte Worte gewesen.
00:56:50
Tobia Martinez
Auch wenn es sehr viele gute letzte Worte geben kann.
00:56:51
Mel-David Tersteegen
Total gerne.
00:56:52
Tobia Martinez
Mel David, vielen, vielen lieben Dank für deine tollen und einzigartigen Perspektiven.
00:56:57
Tobia Martinez
Und ja, wir freuen uns alle, vielleicht in der Zukunft noch mehr von dir zu hören.
00:57:01
Tobia Martinez
Vielen lieben Dank.
00:57:01
Tobia Martinez
Alles klar.
00:57:03
Mel-David Tersteegen
Vielen Dank dir.