Einführung in den Datenschutz-Podcast
00:00:10
Speaker
Hallo und willkommen zu der Privacy Podcast, deine Quelle für Sicherheit, Privatsphäre und Anonymität mit Timo und Nino.
00:00:18
Speaker
Ich freue mich heute, Timo.
00:00:19
Speaker
Wir haben eins meiner Lieblingsthemen uns auserkoren für diese Folge.
00:00:25
Speaker
Was haben wir vor?
00:00:26
Speaker
Genau, ist auch eins meiner Lieblingsthemen tatsächlich.
Vor- und Nachteile digitaler Kommunikationsmethoden
00:00:29
Speaker
Heute geht es allgemein um die digitale Kommunikation, also in den ganzen verschiedenen Bereichen, was es da alles gibt, was die Vor- und Nachteile sind und wie man auch die bisher nachteiligen Methoden der digitalen Kommunikation ein bisschen besser benutzen kann.
00:00:42
Speaker
Und wir fangen an, erstmal mit dem Thema, das die meisten verwenden, das ist eben SMS und dann auch die E-Mail.
SMS und E-Mail: Einführung und Privatsphäre-Bedenken
00:00:49
Speaker
Und dann gehen wir in die bisschen besseren Alternativen, die bisschen privater und auch sicherer sind.
00:00:54
Speaker
Und dann geht es vor allem um Messenger, also was für Messenger es gibt.
00:00:58
Speaker
Da werden wir auch natürlich auf die bisschen schlechteren davon eingehen, wie WhatsApp und auch Telegram.
00:01:02
Speaker
Und dann auch ein paar Empfehlungen geben, was da die guten Messenger sind, auf was man achten muss und so weiter.
00:01:08
Speaker
Deswegen würde ich sagen, wir starten gleich.
00:01:10
Speaker
mit der allerersten Art der Kommunikation, die es schon ziemlich, ziemlich lange gibt.
00:01:14
Speaker
Das ist SMS und dann gleich machen wir weiter mit E-Mail.
00:01:18
Speaker
Aber erstmal zu SMS, Nino.
00:01:20
Speaker
Mächstest du da dazu was sagen?
00:01:22
Speaker
Ja, die SMS gibt es seit vielen Jahrzehnten.
00:01:24
Speaker
Wir kennen die als die Kurznachrichten.
00:01:25
Speaker
Früher musste ich noch, da erinnere ich mich noch an meiner Kindheit dran, pro SMS Geld bezahlen von meiner Prepaid-Karte.
00:01:31
Speaker
Das waren noch Zeiten.
00:01:32
Speaker
Und das ist ja heute, zumindest in den deutschsprachigen Ländern, weitestgehend nicht mehr relevant.
00:01:37
Speaker
Wir verwenden alle sowas wie WhatsApp, weil das halt günstiger, schneller ist und man kann auch Bilder und Emojis verschicken und so weiter.
00:01:44
Speaker
Die SMS ist da uninteressant.
00:01:45
Speaker
Aber tatsächlich, in vielen Ländern auf der Welt ist sie noch das Hauptkommunikationsmittel,
00:01:50
Speaker
Und leider auch, mit Abstand, schlechteste Kommunikationsmittel, weil du alles, was du sagst, das könntest du auch einfach rausrufen in der Nachbarschaft, das würden alle mitbekommen.
00:02:00
Speaker
Weil auch das Mobilfunknetz, über das das übertragen wird, da wird nichts verschlüsselt.
00:02:04
Speaker
Das ist letzten Endes alles abrufbar und wird auch durchforstet mit KI mittlerweile, wenn da die Inhalte schön ausgewertet sind.
00:02:11
Speaker
Es ist also ein Tool, was ja aus seiner Zeit gefallen ist.
00:02:15
Speaker
Eigentlich ist es sinnvoll, das gar nicht mehr zu verwenden, aber ich kenne das
E-Mail-Sicherheit und Verschlüsselung
00:02:19
Speaker
Erstens, eine SIM-Karte kann ich noch nicht drauf verzichten, weil ich ein paar Sachen einfach über Mobilfunknummern mache.
00:02:26
Speaker
Und es gibt halt auch noch viele Anbieter da draußen, die den SMS schicken wollen zur Bestätigung vom Login oder Banktransaktion oder so weiter.
00:02:33
Speaker
Es gibt noch vieles über SMS.
00:02:36
Speaker
ist es in unserer Welt noch verankert und wir sollten darüber sprechen.
00:02:38
Speaker
Aber wenn es jetzt darum geht, mit Freunden, Bekannten, Familien, Kollegen, wie auch immer, deinem Netzwerk zu interagieren, ist die SMS denkbar schwierig.
00:02:46
Speaker
Ja, ich würde sagen, Timo, du machst gleich das Nächste, weil wir haben viel vor heute und ich kann nicht so viel reden.
00:02:51
Speaker
Ich habe immer noch ein bisschen Heiserkeit.
00:02:52
Speaker
Wir waren vor ein paar Tagen noch auf der größten Bitcoin-Messe Europas und ich habe da so viel gesprochen.
00:02:58
Speaker
Ich schone meine Stimme etwas.
00:02:59
Speaker
Erzähl uns doch bitte etwas von dem Thema E-Mails.
00:03:03
Speaker
Genau, also zusammengefasst, SMS sollte man, wann immer es geht, nicht verwenden.
00:03:07
Speaker
Wir haben auch in der vorletzten Folge darüber gesprochen, was für andere Zwei-Faktor-Authentifizierungsmethoden es gibt und dass eigentlich alle anderen deutlich besser sind als SMS.
00:03:15
Speaker
Deswegen zusammengefasst, SMS sollte man nicht verwenden.
00:03:18
Speaker
Dann das nächste große Thema ist die E-Mail.
00:03:21
Speaker
Die verwenden wir auch alle schon.
00:03:23
Speaker
Je nachdem, wie alt man ist, seit Jahrzehnten gibt es die auch schon.
00:03:26
Speaker
Und die E-Mail ist leider auch ziemlich schlecht, wenn es um die Privatsphäre geht.
00:03:31
Speaker
Standardmäßig ist die E-Mail nicht Ende zu Ende verschlüsselt, die ist nur im Transit verschlüsselt.
00:03:35
Speaker
Also auch an sich, alles, was man über die E-Mail schickt, wenn man das nicht verschlüsselt, ist eigentlich auch ziemlich Klartext.
Empfehlungen für sichere E-Mail-Anbieter
00:03:44
Speaker
Deswegen, jetzt kommen die Empfehlungen, wie man am besten mit E-Mail arbeitet, um dann trotzdem ein bisschen privater zu sein.
00:03:50
Speaker
Viele von uns, vor allem wenn man mit E-Mail anfängt, nimmt man einen der größten Provider.
00:03:55
Speaker
Also sowas wie zum Beispiel Gmail, GMX, Yahoo sind aus meiner Erfahrung die drei meistbenutzten, hier zumindest in Deutschland.
00:04:02
Speaker
Und die alle, die schauen sich durch die E-Mails.
00:04:05
Speaker
Das heißt zum Beispiel Google mit Gmail hat auch letztens die Funktion eingeführt, dass man eine KI durchs Postfach schauen lassen kann oder dass das sogar im Hintergrund passiert, um verschiedene Informationen eben rauszubekommen, um bessere Werbung zu schalten oder euch das Leben bequemer zu machen, wie das immer gesagt wird.
00:04:21
Speaker
Also diese drei Provider, die sind auf jeden Fall nicht so gut.
00:04:25
Speaker
Aber trotzdem, genauso wie bei SMS, ist es fast unmöglich, ohne E-Mail zu leben.
00:04:30
Speaker
Das heißt, eigentlich jeden Account, den man erstellt, da wird immer nach einer E-Mail gefragt, bis auf ein paar Ausnahmen bei Privacy-Diensten, aber E-Mail ist halt die Identifikation im Internet sozusagen.
00:04:42
Speaker
Viel Kommunikation über E-Mail passiert nicht mehr, also im Vergleich zur Vergangenheit.
00:04:47
Speaker
Also jetzt geht halt deutlich mehr über Messenger.
00:04:50
Speaker
Darüber werden wir auch später einmal reden.
00:04:52
Speaker
Aber hauptsächlich ist E-Mail jetzt eben diese Identifikation im Internet.
00:04:55
Speaker
Wenn man sich irgendwo anmeldet, wird alles halt eben auf diese E-Mail zurückgehen.
00:04:58
Speaker
Man bekommt dann diese Informationen über die Accounts, über E-Mails.
00:05:02
Speaker
Das heißt, es ist immer noch ein ziemlich wichtiger Grundstein.
00:05:04
Speaker
Und dadurch, dass es eben die Identität oder die Identifikation bereitstellt, sollte man auch
00:05:11
Speaker
besser darauf aufpassen, als dass viele machen.
00:05:14
Speaker
Deswegen die Empfehlung, die ich im Privacy-Handbuch gebe, also wenn ihr das noch nicht habt, könnt ihr das auch gerne bestellen, ist einmal einen E-Mail-Anbieter zu nehmen, der mehr auf eure Privatsphäre achtet.
00:05:26
Speaker
Und da gibt es eigentlich zwei Empfehlungen von uns.
00:05:29
Speaker
Das ist einmal Proton-Mail und einmal Tutor-Mail.
00:05:32
Speaker
Meine Hauptempfehlung ist Protomail, da da die Benutzeroberfläche meiner Meinung nach ein wenig einfacher ist und es deutlich einfacher ist, damit zu arbeiten.
00:05:39
Speaker
Das ist nur meine Erfahrung.
00:05:40
Speaker
Beide sind von der Privatsphäre eigentlich gleich gut.
00:05:44
Speaker
Und dann zur Benutzung.
00:05:46
Speaker
Viele haben immer nur eine E-Mail-Adresse und verwenden diese E-Mail-Adresse für alles.
00:05:50
Speaker
Das heißt, sie haben ihren Gmail-Account oder ihren Yahoo-Account und verwenden diese E-Mail einerseits, um sich irgendwo online anzumelden bei irgendwelchen Accounts, die sie nicht brauchen.
00:05:58
Speaker
Dann verwenden Sie das, um sich bei irgendwelchen Newslettern anzumelden.
00:06:02
Speaker
Dann verwenden Sie diesen Account noch bei irgendwelchen Bankgeschichten und haben diesen E-Mail-Account bei sehr, sehr vielen verschiedenen Diensten.
00:06:10
Speaker
Und das ist nicht nur ein Problem für die Privatsphäre, weil jetzt eigentlich alles eben dieser Identität, dieser E-Mail zugeordnet werden kann, sondern ist auch eben ein Sicherheitsrisiko.
00:06:20
Speaker
Weil jetzt weiß man, dass diese E-Mail euch gehört, weil ihr euch bei irgendeinem Account online angemeldet habt mit dieser E-Mail.
00:06:27
Speaker
Und genau die gleiche E-Mail, die benutzt ihr dann auch bei eben den Bankgeschichten, bei Kryptobörsen und so weiter.
00:06:33
Speaker
Und das ist einfach ein deutlich größerer Angriffsrektor.
00:06:36
Speaker
Deswegen ist unsere Empfehlung, wenn euch Privatsphäre und Sicherheit wichtig ist, mehrere verschiedene E-Mail-Adressen zu benutzen.
00:06:44
Speaker
Das machen nicht viele und nicht viele wissen, dass es auch überhaupt geht.
00:06:48
Speaker
Aber man kann zum Beispiel eine E-Mail-Adresse nehmen, wie zum Beispiel timowolkow at protomail.com.
00:06:54
Speaker
Das wäre jetzt meine private E-Mail-Adresse.
00:06:57
Speaker
Dann erstelle ich noch eine zweite, zum Beispiel wolkow.finanzen.prutomail.com und diese E-Mail, die verwende ich dann nur für Finanzen.
00:07:05
Speaker
Und dann kann ich eine zum Beispiel internet1234567.prutomail.com verwenden und diese E-Mail, die verwende ich dann nur für irgendwelche Online-Accounts, die dann nicht unbedingt mit meiner Identität verknüpft werden müssen und habe dadurch eine höhere Privatsphäre.
00:07:21
Speaker
Dann könnte man noch eine verwenden, zum Beispiel newsletter.ananas.protamail.com und dann diese E-Mail-Adresse nur für Newsletter verwenden.
00:07:30
Speaker
Und das kann man soweit spannen, wie man möchte.
00:07:33
Speaker
Im Buch habe ich auch viele verschiedene Möglichkeiten beschrieben, was für Arten von Adressen man haben kann.
00:07:39
Speaker
Zum Beispiel, man kann auch ein Pseudonym nehmen.
00:07:41
Speaker
Aber der Vorteil dadurch ist, das ist die zusammengefasst, ist, dass man pro Anwendungsgebiet dann eine extra E-Mail-Adresse hat.
00:07:48
Speaker
Eine zum Beispiel nur für private Kommunikation, nur mit Freunden und Familie.
00:07:52
Speaker
Eine für die berufliche Kommunikation.
00:07:54
Speaker
Eine für irgendwelche Online-Dienste.
00:07:56
Speaker
Eine für Finanzen.
00:07:57
Speaker
Und dadurch, dass man das separiert,
00:07:59
Speaker
hat man einerseits eine deutlich höhere Sicherheit und auch eine deutlich höhere Privatsphäre, weil nicht mehr alles an eine E-Mail-Adresse gebunden wird.
00:08:08
Speaker
Wunderbar, da hast du jetzt ganz, ganz viele Informationen gesagt.
00:08:11
Speaker
Warum Ananas, habe ich mich gerade gefragt.
00:08:13
Speaker
Also warum nicht, vielleicht magst du die Frucht.
00:08:15
Speaker
Allerdings darf man nicht mit Pizza kombinieren, habe ich gehört.
00:08:18
Speaker
Naja, jedenfalls, also Spaß beiseite.
00:08:21
Speaker
Die E-Mail als Ergänzung von meiner Seite.
E-Mail-Verschlüsselung und Kommunikationstipps
00:08:24
Speaker
Naja, man hat das Thema Verschlüsselung heute standardmäßig in so etwas wie Thunderbird oder dem Outlook von Microsoft oder dem Apple-Mail-Programm.
00:08:35
Speaker
Ja, das wird standardmäßig auch empfohlen von den Providern.
00:08:38
Speaker
Nichtsdestotrotz, lange Zeit wurden die auch unverschlüsselt übermittelt und das kann auch jetzt noch bei den Einstellungen so sein.
00:08:44
Speaker
Also wenn ihr da mal nachschaut in den E-Mail-Server-Einstellungen, gibt es da verschiedene Protokolle, die angekreuzt sind oder keine Verschlüsselung.
00:08:52
Speaker
So oder so, E-Mail ist für sich genommen kein guter Standard, aber es ist halt ein Standard, den wir noch brauchen und wir haben auch tatsächlich noch viel Kommunikation mit E-Mail, das habe ich jetzt festgestellt in meinem familiären und privaten Umfeld, da sind mittlerweile viele auf Messenger, vor allem Signal umgestiegen.
00:09:09
Speaker
Aber wenn es darum geht, Dateien zu verschicken oder etwas, was vom Computer ausgeht, da werde ich noch ganz oft gefragt, kannst du mir das auch ins E-Mail schicken?
00:09:16
Speaker
Und dann bin ich halt in der Bredouille, weil die meisten verwenden Sie mir halt auf ihrem Handy und kennen das auch nur als Messenger auf dem Handy.
00:09:24
Speaker
Und dann ist halt, wenn ich was am Computer machen möchte, die E-Mail immer noch mein Zugangsbereich.
00:09:29
Speaker
Ja, dafür hattest du jetzt zwei Anbieter empfohlen, ProtonMail und Tutor.
00:09:34
Speaker
Tutor ist aus Deutschland.
00:09:35
Speaker
Proton ist, das kennen wir jetzt schon aus verschiedenen anderen Empfehlungen aus dem Podcast hier, ob jetzt Passportmanager oder VPN, ein Schweizer Unternehmen.
00:09:43
Speaker
Ich habe mich ein bisschen gewundert, dass du Proton bevorzugst.
00:09:45
Speaker
Das ist ja das Ökosystem, was auch ständig versucht, einem in die ganzen anderen Programme reinzunudgen, dass man dann doch Proton Unlimited sich bestellt.
00:09:54
Speaker
Ich bin deshalb hauptsächlich privat bei Tutor, aber ich verstehe, Proton ist sehr viel schöner, Stand heute, und es ist von der Benutzung her auch ein bisschen angenehmer.
00:10:03
Speaker
Tutor sieht da ein bisschen veraltet aus, ist auch langsamer, ist aber tatsächlich, das ist so wie bei den ganzen anderen Programmen auch, es gibt immer so nochmal einen besseren als Proton.
00:10:11
Speaker
Zum Beispiel bei Proton ist der Betreff nicht perfekt verschlüsselt.
00:10:15
Speaker
Problem bei der Sache ist jetzt aber...
00:10:17
Speaker
E-Mails sollten wir nie als privates Kommunikationsmittel verwenden, wenn es vermeidbar ist.
00:10:22
Speaker
Denn auch wenn Tutor und Proton richtig gute Arbeit leisten und wenn jetzt zum Beispiel Timo Proton benutzt und ich ihm mit Proton etwas schreibe, dann wird das sehr gut miteinander verschlüsselt, dass wir beide nur unsere E-Mail sehen können und Proton das nicht sehen kann und auch niemand sonst da draußen.
00:10:38
Speaker
Wenn jetzt aber ich von meiner Tutor-E-Mail an Timos Proton-E-Mail schreibe, dann habe ich schon wieder ein Problem.
00:10:43
Speaker
Dann wird nämlich das nicht standardmäßig verschlüsselt, weil die unterschiedliche Vorgehensweisen haben.
00:10:49
Speaker
Das kann sehr schnell komplex sein und man muss sich von beiden Seiten aus darauf einigen, dass man das verschlüsselt.
00:10:54
Speaker
Dann wird das Ganze sehr viel nutzerunfreundlicher.
00:10:57
Speaker
Deshalb ist so die Grundempfehlung, nutze andere Methoden, um privat zu kommunizieren.
00:11:02
Speaker
Da kommen wir aber gleich noch drauf.
00:11:03
Speaker
Jetzt hattest du doch was Letztes gesagt.
00:11:05
Speaker
Das fand ich richtig cool mit den verschiedenen
00:11:08
Speaker
Identitäten, also verschiedene Pseudonyme, verschiedene E-Mail-Accounts, die man verwenden kann und dann mit so fünf oder zehn Identitäten durchs Internet geht und sich dort halt was aufbaut.
00:11:18
Speaker
Das hat sogar richtig viele Vorteile, weil jetzt nämlich nur noch der Ananas-Timo getrackt wird oder der Finanzen-Timo.
00:11:25
Speaker
Das sind komplett verschiedene Persönlichkeiten, kann man sich ja auch verschiedene Nutzernamen ausdenken und so weiter.
00:11:31
Speaker
Da kann man Identitäten, die glaubwürdig sind, drumherum spinnen und dadurch sich verstecken oder genau das teilen, was man möchte.
00:11:38
Speaker
Man kann das auch noch eine ganze Ecke weiter treiben und das möchte ich betonen, dass das heutzutage sehr einfach ist, vor allem wenn man so etwas wie Proton Pass und Proton Mail zusammen verwendet.
00:11:48
Speaker
Das nennt sich nämlich E-Mail Aliasing.
00:11:50
Speaker
Heißt, ich kann einfach in der Regel, das ist dann das, was wir empfehlen, mit einem Klick im Passwortmanager kann ich sagen, für diesen Account erstelle mir nicht nur ein Passwort, sondern erstelle mir eine einzigartige E-Mail-Adresse, die ich dann auch nur hierfür verwende und dann ist sie automatisch mit dem dazugehörigen Passwort im Manager gespeichert
00:12:08
Speaker
Und ich kann sehen, wenn etwas reinkommt in meine Inbox, dann kommt das an diese Alias-E-Mail-Adresse.
00:12:14
Speaker
Für mich als Bediener von meinem E-Mail-Programm ist das dann am Ende identisch, als würde mir jeder auf meine Haupt-E-Mail-Adresse schreiben.
00:12:21
Speaker
Aber ich kann halt sehen, woher kommt das, an welche Adresse ging das und wenn ich darauf antworten würde, würde auch dieser Alias nur verwendet und die andere Person würde nie meine echte dahinterstehende E-Mail-Adresse mitbekommen.
00:12:33
Speaker
Und das ist halt besonders toll für Privatsphäre.
00:12:35
Speaker
Jetzt teilen wir nämlich nur noch für jeden Account eine einzigartige E-Mail-Adresse, haben dafür keinen großen Aufwand.
00:12:40
Speaker
In der Bedienung fühlt es sich identisch an wie mit einer einzigen E-Mail-Adresse.
00:12:44
Speaker
Und falls jetzt mal irgendeine von diesen E-Mails geleakt wird, falls jemand anfängt, mir Spam zu schicken auf die gleiche E-Mail-Adresse, kann ich halt sehen,
00:12:52
Speaker
Wer hat nicht gut auf meine Daten aufgepasst?
00:12:54
Speaker
Und dann kann ich das sehr schnell ändern, dass da kein Spam mehr ankommt und ich kann mir dann überlegen, will ich mit diesem Anbieter noch weiter arbeiten?
00:13:02
Speaker
Dann kann ich eine andere Alias-E-Mail schnell erstellen und wenn nicht, dann habe ich halt das Spam-Problem nicht und ich weiß, wer nicht gut auf meine Daten aufpasst.
00:13:09
Speaker
Also ganz, ganz viele Sachen, die man machen kann mit E-Mails.
00:13:11
Speaker
Und das Schöne ist, wer Twitter verwendet oder ProtonMail, der kann da sehr schnell auch reinfinden in das Thema Aliasing, weil die das anbieten.
00:13:19
Speaker
Gerade in den günstigen Tarifen, das sind ein paar Euro im Monat, hat man da Zugriff auf entweder unendlich oder sehr, sehr viele verschiedene E-Mail-Adressen, die man erstellen kann.
00:13:30
Speaker
Timo, gibt es noch Ergänzungen zum Thema E-Mail?
00:13:31
Speaker
Ich glaube, wir hatten noch ein, zwei Gedanken dazu, bevor wir zu dem Thema Messenger übergehen.
00:13:36
Speaker
Ja, du hast es gerade angesprochen.
00:13:37
Speaker
Also Tutamail und Protamail, die bieten beide kostenfreie E-Mail-Adressen an, aber dann kriegt man nur eine E-Mail-Adresse.
00:13:44
Speaker
Deswegen ist meine Empfehlung hier auch wirklich den kostenpflichtigen Plan zu nehmen.
00:13:48
Speaker
Der günstigste Tarif, der reicht auch komplett aus.
00:13:51
Speaker
Also bei Protamail kostet er, glaube ich, 3-4 Euro pro Monat.
00:13:54
Speaker
Und dann hat man halt direkt, kann man die Möglichkeit, oder hat man die Möglichkeit, direkt 10 E-Mail-Adressen zu erstellen.
00:14:00
Speaker
Und wenn man halt eben nur eine E-Mail-Adresse hat, kann man diese ganze Strategie, die ich vorhin erklärt habe, mit den verschiedenen Adressen für die verschiedenen Zwecke, kann man dann hier halt eben nicht implementieren.
00:14:11
Speaker
Und in der letzten Folge hatten wir das Thema Open Source und das eigentlich sehr, sehr viel, wenn es um das Thema Privatsphäre geht, auch kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.
00:14:21
Speaker
Aber meiner Meinung nach gibt es eigentlich nur zwei Sachen, für die man auch wirklich gern Geld ausgeben sollte.
00:14:25
Speaker
Und das ist der VPN.
00:14:26
Speaker
Und die zweite Sache ist dann eben halt ein E-Mail-Provider, sei es Proton oder Tutor.
00:14:32
Speaker
Das heißt, dafür finde ich persönlich lohnt es sich wirklich, das Geld aufzugeben, weil die Vorteile, die man dadurch kriegt, um Privatsphäre, Sicherheit und auch Benutzerfreundlichkeit, die lohnen sich wirklich enorm.
00:14:43
Speaker
Also Preis-Leistungs-Verhältnis ist da auf jeden Fall ziemlich gut.
00:14:48
Speaker
Genau, du hattest noch angesprochen, das mit den Aliasen, also dass man durch verschiedene Anbieter halt sich komplett zufällige E-Mail-Adressen erstellen kann pro Account.
00:14:57
Speaker
Das könnte man dann auch selber implementieren und das hat Vor- und Nachteile.
00:15:02
Speaker
Denn der Nachteil ist, wenn man jetzt einen Dienst verwendet, wie eddy.io, ist es so, dass der Dienst wieder eine gewisse Macht hat.
00:15:10
Speaker
Das heißt, wenn der Dienst verschwindet, verschwinden natürlich all die Aliase, die auch damit gekommen sind.
00:15:15
Speaker
Das heißt, die andere Alternative dazu wäre, eine Catch-all-E-Mail zu verwenden.
00:15:22
Speaker
Das hat aber auch ein paar Nachteile.
00:15:24
Speaker
Und zwar einer der größten Nachteile ist, dass man eine eigene Domain braucht.
00:15:27
Speaker
Das heißt, das ist ein bisschen was für Fortgeschrittene.
00:15:30
Speaker
Man würde sich also eine Domain kaufen, wie zum Beispiel meineemail.com.
00:15:35
Speaker
Die ist natürlich nicht verfügbar.
00:15:36
Speaker
Man nimmt irgendwas, was noch da ist.
00:15:38
Speaker
Und stellt es so ein, dass dann alle, egal was man vor das Ad-Zeichen schreibt, dass das dann immer ins Postfach kommt.
00:15:46
Speaker
Das heißt, wenn jetzt jemand schreibt Info an atmeineemail.com,
00:15:50
Speaker
Bekomme ich das, wenn jemand jetzt schreibt podcast.meine-email.com oder newsletter.meine-email.com, kommt es dann immer direkt ins Postfach und es passiert komplett automatisch.
00:16:00
Speaker
Und das wäre die andere Variante, um eben pro Dienst eine E-Mail zu haben,
00:16:06
Speaker
Der Nachteil ist halt eben, dass man diese eigene Domain hat und dass man, wenn verschiedene Dienste zusammenarbeiten, dass man euch dann trotzdem wiederverfolgen oder es gibt einen Wiedererkennungswert.
00:16:18
Speaker
Das heißt, wenn ich zum Beispiel jetzt podcast.meineemail.com nehme und newsletter.meineemail.com und der Podcast und Newsletterfirma zusammenarbeiten, wissen die aufgrund der Domain hinten, dass beides mir gehört.
00:16:31
Speaker
Und das ist eben bei addy.io, bei dem jedes Mal eine zufällige E-Mail-Adresse generiert wird, nicht der Fall, weil da teilen sich sehr viele verschiedene Menschen, also tausende von Menschen, die gleiche Enddomain.
00:16:42
Speaker
Und dann kann halt nicht auch über verschiedene Anbieter getrackt werden.
00:16:47
Speaker
Das Thema Domains, das wird etwas sein, was wir in den nächsten Folgen oder in späteren Folgen mindestens mal angehen sollten.
00:16:53
Speaker
Da geht es dann auch wieder um das Thema Eigentum, um das Thema, ist das jetzt sicherer und wenn ja, ist es auch privater?
00:16:59
Speaker
Geht das vielleicht gegeneinander?
00:17:00
Speaker
Für welche Funktionen sollte man das nutzen?
00:17:03
Speaker
Ich glaube, diese Catch-All-Geschichte, das hatten wir im Vorfeld auch besprochen, ich bin da wenig an freundvollen, weil wenn man eine eigene Domain hat, kann man trotzdem das für Aliasing benutzen.
00:17:11
Speaker
Kann man dann wunderbar in Proton einrichten, die eigene Domain damit verknüpfen oder in Tutor und hat sofort dort Zugriff auf die Aliases.
00:17:20
Speaker
Und dann ist der Bequemlichkeitsvorteil von der Catch-All-Adresse, also dass alle E-Mails, die auf eine bestimmte Domain enden, die einem gehört, dass die immer ankommen und man kann dann sich frei auf dem Stehgreif was Neues erfinden.
00:17:31
Speaker
Das ist vielleicht ein bisschen bequemer, aber dafür auch kein Spam-Schutz.
00:17:34
Speaker
Also dann kann jeder sich auch eine E-Mail-Adresse aussuchen mit meiner Domain und dann dorthin eine E-Mail schicken.
00:17:39
Speaker
Und dann habe ich wieder Probleme mit Spam-Filtern.
00:17:41
Speaker
Ist aber auch wieder so eine Präferenzsache und für Profis oder Fortgeschrittene ist das definitiv eine Erwähnung wert, zu sagen, wir gucken...
00:17:50
Speaker
unsere eigene Domain zu haben und die für die richtigen Zwecke einzusetzen, zumal auch dann das Problem nicht mehr besteht, dass Eddy den Geist aufgibt oder irgendein anderer Alias-Anbieter und ich dann auf einmal Zugriff auf diese E-Mails verliere, weil wenn ich die Domain beherrsche, dann kann ich diese E-Mails ganz schnell woanders nochmal neu einrichten, weil ich besitze ja das Hauptfundament davon und kann darauf immer neu aufbauen.
00:18:10
Speaker
Sind aber, wie gesagt, nicht Themen für diese Podcast-Folge, sondern jetzt geht es um den Informationsaustausch und wie man den in den Standardeinstellungen mit den einfachsten Mitteln erreichen kann, möglichst privat zu machen.
00:18:20
Speaker
Und da waren wir jetzt bei den SMS mit dem unsichersten Protokoll, dann die E-Mail mit dem zweitschlechtesten, wenn es um Privatsphäre geht.
00:18:28
Speaker
Aber es ist halt nötig und mit Tutor und ProtonMail tut man sich da sehr viele Gefallen.
00:18:33
Speaker
Und wenn du jetzt keine Ergänzungen hast, Timo, würde ich überleiten auf das Thema Messenger.
Übergang zu Messenger-Apps: Privatsphäre-Probleme
00:18:38
Speaker
Ich hätte noch eine Ergänzung.
00:18:39
Speaker
Und zwar, wir haben vorhin, also bei dem Thema E-Mail, haben wir über Alias gesprochen.
00:18:44
Speaker
Und da hatten wir zwei verschiedene Arten.
00:18:46
Speaker
Also einerseits hatten wir das, was ich vorgestellt habe, mit den verschiedenen E-Mail-Adressen für die verschiedenen Zwecke, wie eine für Privat, eine für Arbeit, eine für Finanzen.
00:18:55
Speaker
Und man hat Nino vorgestellt, Alias Dienste, bei denen man dann komplett zufällige E-Mail-Adressen für jeden Anbieter hat, die dann eben weitergeleitet wird ins Postfach.
00:19:04
Speaker
Und was ich da noch ergänzen würde,
00:19:06
Speaker
Ich würde jetzt nicht solche Aliase verwenden für irgendwelche Accounts, die einem wichtig sind.
00:19:12
Speaker
Das heißt, ich würde einen Alias nicht für irgendeinen Bankaccount verwenden oder für irgendeinen E-Mail-Account zum Einloggen.
00:19:17
Speaker
Also für Accounts, die wirklich wichtig sind, würde ich nicht so einen Alias über einen Dienst verwenden.
00:19:22
Speaker
Weil, wie gesagt, wenn der Dienst dann einmal weg ist, hat man da eben ein Risiko.
00:19:26
Speaker
Das heißt, da würde ich eher dann eine normale E-Mail-Adresse verwenden, das, was ich eben vorhin vorgestellt habe, zum Beispiel jetzt eine für die Arbeit, eine für Finanzen und die dann zu verwenden.
00:19:34
Speaker
Also Aliasse würde ich für Online-Accounts verwenden, bei denen es wirklich nicht schlimm ist, wenn man eben rauskommt.
00:19:40
Speaker
Und sonst für wichtige Accounts eben diese richtige E-Mail-Adresse.
00:19:43
Speaker
Und dann war es das auch mit dem E-Mail-Thema von mir.
00:19:47
Speaker
Und dann können wir weitermachen mit den verschiedenen Messengern.
00:19:50
Speaker
Also da gibt es ja ziemlich viele auf dem Markt.
00:19:52
Speaker
Und ein paar sind ein bisschen besser für die Privatsphäre, ein paar ein bisschen schlechter.
00:19:55
Speaker
Und das werden wir jetzt einmal im Detail besprechen.
00:19:59
Speaker
Ich musste gerade nach innen grinsen, weil ich verwende überall Aliases.
00:20:01
Speaker
Aber mit meiner eigenen Domäne, das negiert dann vielleicht das Problem wieder.
00:20:06
Speaker
Ja, meine Bank kennt meine E-Mail nicht, sondern erkennt nur die Banking-E-Mail, die ich habe und so weiter.
00:20:11
Speaker
Naja, ich bin ja ein Freund von Metapher.
00:20:13
Speaker
Man hat es mir vielleicht schon angemerkt in den letzten Folgen.
00:20:16
Speaker
Und ich finde, jetzt ist so ein guter Moment bei der Überleitung mal zu sagen, was ist denn ein gutes Äquivalent in der physischen Welt?
00:20:24
Speaker
Und ich hatte das schon mal in einer alten Podcast-Folge gesagt, E-Mails sind wie Postkarten.
00:20:27
Speaker
Jetzt will ich das Bild erweitern, dass wir eine Sekretärin haben.
00:20:31
Speaker
Und jetzt entschuldige ich bitte diese Stereotypen, aber das ist jetzt die größte Tratsch-Tante, die es gibt, diese Sekretäre.
00:20:38
Speaker
Und bei der SMS, da gebe ich der Sekretärin meine Postkarte und die verschickt die halt, kann die aber jederzeit lesen und erzählt dann auch jedem rum.
00:20:47
Speaker
Und unterwegs ist diese Postkarte halt auch für alle lesbar.
00:20:50
Speaker
Bei der E-Mail ist meine Sekretärin so nett und packt diese Postkarte noch in einen Umschlag.
00:20:55
Speaker
Das ist die Verschlüsselung im Transit, aber hat natürlich vorher die Postkarte gesehen, gelesen und dann allen davon erzählt.
00:21:00
Speaker
Bei Messengern ist das oft auch so.
00:21:03
Speaker
Also die meisten Messenger, auch die, die sich als privat verkaufen wollen, die können trotzdem deine Nachrichten sehen.
00:21:10
Speaker
Auf dem einen oder anderen Weg, deshalb würde ich die jetzt der Einfachheit halber auch alle mal in einem Topf werfen,
00:21:14
Speaker
Und da gehören so etwas wie Discord dazu, das ist sehr populär, dazu gehört Telegram, was viele denken, sei ein super anonymer Messenger, aber überhaupt nicht.
00:21:24
Speaker
Also Telegram ist tatsächlich standardmäßig nie verschlüsselt, also vielleicht im Transit, aber nicht Ende zu Ende, dass der Schlüssel bei dir bleibt und der...
00:21:31
Speaker
Anbieter hinter Telegram da nicht reingucken könnte.
00:21:34
Speaker
Es gibt eine Ausnahme bei Telegram, dass man, wenn man private Chats schickt untereinander, das ist aber sehr versteckt, die Funktion, das machen die aller, allerwenigsten, dann ist es verschlüsselt.
00:21:44
Speaker
Ansonsten ist es in Gruppenschats nie verschlüsselt und bei den normalen Chats, die man so über die App anklickt, ist es auch nicht der Fall.
00:21:52
Speaker
iMessage zähle ich auch in diesen Topf.
00:21:53
Speaker
iMessage denken viele, oh, Apple ist doch so privat.
00:21:56
Speaker
Oh, da machen wir auch nochmal eine Folge.
00:21:57
Speaker
Da habe ich viel zu meckern.
00:21:58
Speaker
Aber bei iMessage ist es so, ja, es ist Ende zu Ende verschlüsselt.
00:22:02
Speaker
Jetzt ist das Problem, nur standardmäßig hat Apple den Schlüssel genauso, nämlich durch deinen iCloud Backup.
00:22:06
Speaker
Und dann ist es überhaupt kein Problem, über deinen iCloud Backup auf alles zuzugreifen.
00:22:11
Speaker
Da gibt es dann verschiedene Sachen, die man am iPhone einstellen kann.
00:22:14
Speaker
Das machen aber die allerwenigsten.
00:22:15
Speaker
Advanced Data Protection heißt das, glaube ich, auf Englisch.
00:22:18
Speaker
Und dann gibt es noch den Lockdown-Mode oder so.
00:22:19
Speaker
Das ist aber für eine iPhone-Folge mal geeignet.
00:22:22
Speaker
Also standardmäßig die, ich sag mal 99 Prozent, die iMessage benutzen, die sind nicht privat.
00:22:28
Speaker
Da kann jederzeit Apple oder halt jemand, der bei Apple nachfragt, auf die Nachrichten zugreifen.
00:22:34
Speaker
Und bei iMessage ist noch das Problem, wenn ich jetzt als iPhone-Nutzer jemanden, der Android benutzt, eine
00:22:40
Speaker
iMessage-Nachricht schicke, dann wird das in eine SMS umgewandelt und dann habe ich wieder das Schlechteste aller Welten.
00:22:46
Speaker
Also iMessage ist nicht geeignet, da gibt es noch sowas wie Weiber und noch ein paar andere Sachen, also ich würde jetzt nicht die Kleinen nennen, aber so die bekanntesten, die nicht gut oder gar nicht verschlüsseln und deshalb eher so die Sekretärin sind, die den Briefumschlag verwendet, aber nicht aufhört meine
00:23:02
Speaker
Postkarten zu lesen und das allen zu erzählen.
00:23:05
Speaker
Und damit sind wir auf einem Niveau mit der E-Mail.
00:23:08
Speaker
Da würde ich tatsächlich gar keine großen Abstriche machen, weil man zu sehr darauf aufpassen müsste.
WhatsApp und Metadaten: Datenschutzbedenken
00:23:12
Speaker
Und ich möchte ja, dass es einfach ist und privat, dass es auch Freunde, die nicht so technisch affin sind, dass die das alles wunderbar benutzen können.
00:23:20
Speaker
Da kommen wir jetzt zu dem nächsten.
00:23:22
Speaker
Das ist so eine Zwischenwelt, das ist WhatsApp.
00:23:24
Speaker
WhatsApp verschlüsselt Ende zu Ende, aber dahinter steckt Facebook.
00:23:28
Speaker
Also da ist dann halt diese Sekretärin, die kann diese Postkarte nicht sehen, weil sie ihr schon in einem Briefumschlag gegeben wird, aber die macht halt alles, um an die Informationen ranzukommen und durchleuchtet das mit einer Kerze oder versucht irgendwie anhand des Gewichts des Umschlags zu erkennen, ist da viel drin, ist da Geld drin, ist da irgendeine dicke Karte drin oder mehrere Briefe.
00:23:47
Speaker
Und versucht anhand der Metadaten, also alles, was nicht der Text der Nachricht ist, sondern alles drumherum, die Größe der Nachricht, die versendet wird, mit wem ich was, wann schreibe, das alles zu korrelieren und damit möglichst viel über mich rauszufinden.
00:24:00
Speaker
Und das ist heutzutage überhaupt nicht mehr gut.
00:24:02
Speaker
Also da kann man auch nicht sagen, sind ja nur Metadaten.
00:24:05
Speaker
Ein ehemaliger Director von der CIA, der hat schon bestätigt, dass Menschen getötet werden auf Basis von Metadaten alleine, dass man gar nicht weiß, was wurde besprochen, sondern nur, aha, diese Person hat mit dieser Person diese Nachrichten dann in der Größenordnung ausgeteilt, hat dieses Netzwerk, das ist ein Terrorist, den töten wir jetzt.
00:24:22
Speaker
Ich hoffe nicht, dass uns das passiert, Timo.
00:24:23
Speaker
Wir sind da vielleicht auf der Verdachtsliste ein bisschen weiter oben als der Durchschnitt.
00:24:27
Speaker
Aber das ist halt ernstzunehmend das Thema.
00:24:29
Speaker
Und da gibt es auch eine schöne Geschichte zu.
00:24:31
Speaker
Also eine schöne ist die nicht, aber ich habe die gehört und fand die sehr einprägsam.
00:24:36
Speaker
Nämlich stellt euch vor, dass jemand, dessen Nachrichten ihr nicht sehen könnt.
00:24:40
Speaker
Ihr könnt also keine Daten erfassen, aber ihr könnt Metadaten erfassen.
00:24:44
Speaker
Und ihr findet raus, diese Person, die war jetzt in einem Schwangerschaftsforum.
00:24:48
Speaker
Dann hat sie eine Abteilungshotline angerufen.
00:24:51
Speaker
Dann hat sie sich nochmal in eine andere Schwangerschaftsberatungswebseite eingeloggt oder sie hat irgendwas mit Aids-Hilfe gegoogelt und dann befindet sie sich auf einer Brücke und ruft die Selbstmordhilfe-Hotline an.
00:25:03
Speaker
Das sind alles Sachen.
00:25:03
Speaker
Ich weiß nicht, was diese Frau gerade schreibt, was sie genau sucht, was sie eintippt in Google und so weiter.
00:25:09
Speaker
Aber ich habe eine ganz klare Geschichte und ich kann mir vorstellen, was hier passiert.
00:25:12
Speaker
Solche Sachen möchtest du vielleicht nicht, dass die über dich gesammelt werden, dass die dann auch anderen zur Verfügung stehen, dass dein Arbeitgeber, deine Liebsten oder auch völlig fremde Menschen, die dir vielleicht schaden wollen, dass die davon mitbekommen.
00:25:24
Speaker
Ja, das erstmal dazu, vielleicht damit, Timo, du auch wieder was reden kannst und meine Stimme ein bisschen geschont wird.
00:25:29
Speaker
Was ist denn so die nächste Kategorie Messenger, wo wir sogar sagen können, das empfehlen wir.
00:25:34
Speaker
Das ist etwas, das lohnt sich zu benutzen, auch wenn es nicht nur Vorteile hat.
00:25:38
Speaker
Ja, vielleicht noch zu dem Punkt von Metadaten bei WhatsApp.
00:25:41
Speaker
Dadurch, dass halt eben jeder oder gefühlt jeder, 95 Prozent oder sogar mehr der Weltbevölkerung WhatsApp verwendet, hat Facebook halt eben die Metadaten von genau diesem großen Anteil der Bevölkerung.
Signal als sicherer Messenger
00:25:54
Speaker
Und wenn man die Metadaten nicht nur von einer Person hat, sondern halt von eben vielen verschiedenen und schaut, wie die miteinander interagieren, dieses ganze Netzwerk,
00:26:02
Speaker
Durch dieses Netzwerk und diese verschiedenen Datenpunkte, die eben nur durch diese Metadaten zusammenkommen, kann man auch dadurch halt deutlich mehr Informationen herausfinden, als wäre es nur eine Person.
00:26:12
Speaker
Und das ist halt auch ein Riesenproblem bei WhatsApp, dass halt eben so viel verwendet wird und so viele Menschen da einen Account haben und so viel miteinander schreiben, dass aufgrund dieses Netzwerks und einfach dieser Informationen, Metadateninformationen über so viele verschiedene Menschen, dann halt dadurch auch noch deutlich mehr rauskommen kann.
00:26:30
Speaker
Und vielleicht, was auch viele nicht glauben, ist, dass die SMS tatsächlich auch schlechter ist als WhatsApp.
00:26:36
Speaker
Also viele sagen, ich möchte weg von WhatsApp und möchte private kommunizieren.
00:26:40
Speaker
Und anstelle dann zu einem privaten Messenger zu wechseln, gehen die halt wieder einen Schritt zurück zu der SMS.
00:26:48
Speaker
Und tatsächlich ist die SMS nochmal deutlich schlechter von der Privatsphäre her.
00:26:54
Speaker
Die Empfehlung würde ich nicht geben, aber da wäre sogar WhatsApp die bessere Variante, als halt wieder zurückzuwechseln zur SMS.
00:27:00
Speaker
Vielleicht noch als kleiner Abschluss zum Punkt WhatsApp.
00:27:04
Speaker
Und dann kommt es jetzt zu unserer Empfehlung, was man jetzt als Messenger benutzen könnte oder was wir empfehlen.
00:27:11
Speaker
Und das ist jetzt nicht das allerbeste von der Privatsphäre, nicht das allerbeste von der Sicherheitssphäre, aber das ist schon ziemlich gut.
00:27:18
Speaker
Das ist ziemlich gut obendran.
00:27:20
Speaker
Aber das Problem ist, desto mehr wir halt ins Thema extreme Privatsphäre und extreme Sicherheit gehen, desto Benutzer unfreundlicher wird es.
00:27:29
Speaker
Und die Messenger, die leben alle aufgrund des Netzwerke-Facts.
00:27:32
Speaker
Das heißt, wenn es jetzt einen Messenger gibt, den aber nur eine Person benutzt, der dafür aber sehr, sehr sicher und sehr, sehr privat ist, bringt das natürlich alles nichts.
00:27:40
Speaker
Und wenn zehn Personen das benutzen, ist es schon ein bisschen besser, aber wirklich viel nutzen kann man den dann halt eben nicht, bis auf diese Gruppe.
00:27:47
Speaker
Das heißt, die Messenger, die leben allgemein davon, dass sie halt eben diesen Netzwerkeffekt haben.
00:27:52
Speaker
Und mit anderen Worten heißt dieser Netzwerkeffekt, dass sehr, sehr viele verschiedene Personen diesen Messenger nutzen.
00:27:58
Speaker
Und wie vorhin gesagt, WhatsApp hat diesen Netzwerkeffekt, weil ein Großteil der Bevölkerung halt eben WhatsApp verwendet.
00:28:04
Speaker
Und deswegen wird es auch so oft verwendet.
00:28:06
Speaker
Und dann halt bei diesen zu extremen Messengern, die benutzerunfreundlich sind, werden wir auch ein bisschen später darauf eingehen, wieso die dann aber dafür deutlich sicherer und deutlich privater sind und was für Abstriche man da machen muss.
00:28:19
Speaker
Die verwendet halt niemand und deswegen ist meine Empfehlung oder unsere Empfehlung, Signal zu verwenden, weil Signal verwenden schon ziemlich viele, sogar im Mainstream ist das jetzt ziemlich weit verbreitet, das heißt, der Netzwerkeffekt ist da und meine Einstellung zu den Messengern ist, ich könnte jetzt irgendwelchen Kunden, die enorme Privatsphäre haben wollen, empfehlen jetzt nur mit mir über zum Beispiel Briar oder SimpleX oder Quitch zu schreiben, aber das halt dann
00:28:44
Speaker
schreibe ich nur mit denen, aber nicht das ganze andere Netzwerk.
00:28:47
Speaker
Deswegen meine Empfehlung ist, eben Signal zu verwenden, aufgrund eben dessen, dass die Privatsphäre und Sicherheit da schon enorm gut ist, es schon sehr, sehr viele Personen verwenden und dass das eigentlich eine deutlich bessere Alternative dann zu WhatsApp wäre und dann für extreme Fälle kann man halt eben einmal weiterschauen.
00:29:05
Speaker
Und in die Kategorie von Signal fällt auch zum Beispiel Freema.
00:29:09
Speaker
Aber da bin ich kein großer Fan davon.
00:29:12
Speaker
Also generell, das Protokoll finde ich super.
00:29:14
Speaker
Die Idee finde ich auch super.
00:29:15
Speaker
Das Problem ist halt eben, das kostet was.
00:29:18
Speaker
Und ich persönlich habe damit gar kein Problem.
00:29:20
Speaker
Ich bin bereit, halt eben für solche Dienste Geld auszugeben.
00:29:23
Speaker
Aber wenn wir uns jetzt die gesamte Bevölkerung anschauen, ziemlich viele werden sich denken, ist mir jetzt zu viel, diese 3, 4 Euro auszugeben, obwohl es eigentlich komplett irrelevant ist und bei vielen keinen Unterschied macht finanziell.
00:29:35
Speaker
Und es ist auch nur eine einmalige Zahlung.
00:29:37
Speaker
Das heißt, ich habe damit gar kein Problem.
00:29:38
Speaker
Aber dadurch, dass viele sagen, sie wollen das nicht machen, ist halt da eben der Netzwerkeffekt auch kleiner.
00:29:44
Speaker
Und dann findet man da halt eben nicht so viele Personen dazu.
00:29:48
Speaker
Ja, also dieser Netzwerkeffekt, um das nochmal so plastisch darzustellen.
00:29:52
Speaker
Ein Messenger lebt davon, dass ihn viele nutzen.
00:29:55
Speaker
Wenn ich der Einzige bin, der einen tollen Messenger benutzt, dann bringt es nichts.
00:29:58
Speaker
Wenn das der allerbeste Messenger ist, ich kann mir nur selber Notizen schreiben.
00:30:01
Speaker
Wenn jetzt eine andere Person, zum Beispiel Timo, den gleichen Messenger benutzt, dann kann ich ihm schreiben und er mir und dann haben wir schon einen viel größeren Mehrwert, weil wir uns jetzt toll und sicher und privat austauschen können.
00:30:11
Speaker
Wenn jetzt aber die ganze Welt diesen Messenger nutzt, dann kann ich meine ganze Kommunikation darüber machen und mit allen alles absprechen und wir sind alle privat und sicher.
00:30:18
Speaker
Das wäre wunderschön.
00:30:20
Speaker
Für die Messenger, die das aber besonders gut machen, funktioniert das leider nicht.
00:30:24
Speaker
Ich habe das jetzt auch gemerkt, ich benutze tatsächlich selber wieder WhatsApp und wieder Telegram.
00:30:29
Speaker
Ich habe mich da eine Zeit lang von komplett distanzieren können.
00:30:32
Speaker
Aber in meiner Dorf-Community ist halt WhatsApp der Standard.
00:30:35
Speaker
Da kriege ich als Neuzuzügler auch nicht was anderes durchgesetzt.
00:30:39
Speaker
Das wäre wahnsinnig zu glauben.
00:30:40
Speaker
Und da muss ich halt entscheiden und kann dann sagen, okay, für diese Gruppe an Menschen verwende ich WhatsApp.
00:30:46
Speaker
Da habe ich auch das Thema Bereichsteilung wieder, dass ich sage, auf dem einen Handy kommt mir WhatsApp drauf, auf dem anderen nicht.
00:30:51
Speaker
Da geht dann wieder das Thema Threadmodeling los, was wir in der zweiten Folge hatten, dass wir uns bewusst werden wollen, was wollen wir und wo sind wir bereit, Kompromisse einzugehen.
00:30:58
Speaker
Telegram das gleiche Problem mit der Bitcoin-Community, die sich hauptsächlich über Telegram austauscht und da will ich aber Teil von sein und deshalb nutze ich diesen Messenger dann auch, aber auch wieder nur eingeschränkt.
00:31:09
Speaker
Und so wird es in eurer Welt auch immer aussehen.
00:31:11
Speaker
Es gibt Leute, die wollen halt nicht den super-duper-Ultra-Messenger benutzen und kennen das gar nicht und es ist auch unbequem.
00:31:19
Speaker
Und Signal hat so das Beste aus allen Welten vereint, bietet so diesen Sweetspot in der Mitte.
00:31:25
Speaker
Man hat nicht die allerbeste Privatsphäre, aber viel, viel besser, als wir es jetzt bei Apple, bei Facebook, bei WhatsApp und so weiter hätten.
00:31:34
Speaker
Und es hat diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, also in meinem Sekretärinnenbild würde ich jetzt die Sekretärin ersetzen mit einem Briefkasten und würde auch nur Briefe versiegeln und an andere Briefkästen senden, dass ich sicher bin, da gibt es niemanden, der da reinschaut und das allen weiter verrät.
00:31:48
Speaker
Da habe ich dann einen sehr guten Standard.
00:31:51
Speaker
Und Signal ist von allen Messhintern, die gut sind, ist es...
00:31:54
Speaker
der am weitesten verbreitet.
00:31:56
Speaker
Deshalb können wir sagen, das ist das, was empfehlenswert ist.
00:31:58
Speaker
Alles, was noch weiter verbreitet ist, ob das jetzt WhatsApp ist, ob das Discord ist, ob das Telegram ist, da würden wir sagen, eher Finger weg, wenn möglich.
00:32:05
Speaker
Ansonsten genaues Bedrohungsmodell erstellen und überlegen, mit wem will ich was teilen.
00:32:10
Speaker
Ja, und dann gibt es noch ein paar andere, die dort in der gleichen Liga spielen.
00:32:14
Speaker
Threema hatte Timo gerade super genannt, allerdings leider kostet es ein paar Euro und dann werden es wieder die meisten nicht nutzen, dann habe ich wieder das Problem mit dem Netzwerkeffekt.
00:32:21
Speaker
Session ist noch so ein Kandidat.
00:32:23
Speaker
Ich würde SimpleX auch da reinstehen.
00:32:25
Speaker
Du hast es gerade in eine noch höhere Kategorie gebracht.
00:32:28
Speaker
Vielleicht ist es auch eine Stufe drüber, aber es hat ähnliche Herausforderungen.
00:32:31
Speaker
Bei Signal ist zum Beispiel eine der Herausforderungen, dass man
00:32:34
Speaker
eine Telefonnummer braucht und die Telefonnummer ist in vielen Ländern an die eigene Identität geknüpft, wenn man sich registrieren muss dafür.
00:32:40
Speaker
Das ist ärgerlich.
00:32:41
Speaker
Signal nutzt das, um möglichst schnell sich verbreiten zu können.
00:32:44
Speaker
Hat ja auch gut geklappt und hat da aber einen großen Privacy-Nachteil.
00:32:49
Speaker
Ein paar andere, wie zum Beispiel SimpleX, nutzen das nicht, haben aber immer noch das Problem, dass sie über das Internet kommunizieren, das KI-Attacken oder Timing-Attacken, dass man genau schaut, wann wurde eine Message gesendet in der Größe, wann wurde sie auf einer anderen Seite empfangen.
00:33:02
Speaker
Dann kann man halt genau sehen,
00:33:04
Speaker
Wer schickt wem hier was?
00:33:05
Speaker
Also wenn man da viel Aufwand betreibt, dann ist davor auch SimpleX nicht geschützt.
00:33:09
Speaker
Und die, die sich dort toll herausstellen und sagen, wir haben unsere eigenen implementierten Lösungen, Threema gehört da auch zu, die funktionieren halt nicht besonders gut gegen übermächtige Gegner wie Regierungen.
00:33:20
Speaker
Deshalb würde ich sagen, an der Stelle, ja, Signal hat seine Flaws, aber ist von allen Faktoren, die uns wichtig sind, kann man sagen, ist es so das Beste aus allen Welten.
00:33:29
Speaker
Wenn man aber sagt, ich möchte jetzt tief rein und möchte wirklich, zum Beispiel, weil ich Journalist bin oder weil ich bedroht bin, was auch immer, ich möchte möglichst anonym mit anderen schreiben, dann geht es halt nicht, dass ich meine Telefonnummer hergebe und dann geht es auch nicht, dass ich irgendwie über das Internet kommuniziere, dann muss ich ins Tor-Netzwerk gehen, ins Darknet-Netzwerk.
00:33:46
Speaker
Und da gibt es eigentlich nur noch zwei Messenger, die das erfüllen.
00:33:49
Speaker
Und da hatte Timo auch schon den Namen genannt, nämlich einmal Buaya und Quatsch nenne ich das.
00:33:55
Speaker
Das wird C-W-T-C-H geschrieben.
00:33:57
Speaker
Wir schicken euch all die Infos in die Shownotes, weil das kann man sich sehr schwer merken jetzt.
00:34:02
Speaker
Die gehen über das Tor-Netzwerk.
00:34:04
Speaker
Also da hatten wir auch schon mal bei dem Thema Browsern drüber gesprochen.
00:34:07
Speaker
Das ist ein Netzwerk, was...
00:34:09
Speaker
das zielverfolgt, dich anonym zu machen und wenn man es richtig nutzt, gelingt das auch und
Alternative Apps für extreme Privatsphäre-Bedürfnisse
00:34:14
Speaker
die nutzen das halt richtig.
00:34:14
Speaker
Also in den Standardeinstellungen wirst du merken, das ist hässlich, ich kann hier nicht viel machen, ich kann hier Texte schreiben, ich kann nicht groß Emojis, Videos, Bilder schicken.
00:34:22
Speaker
Bei Briar ist es glaube ich so, dass sogar beide gleichzeitig online sein müssen, damit das funktioniert oder in einer Gruppe muss mindestens einer online sein, damit das überhaupt gesendet wird und empfangen werden kann.
00:34:30
Speaker
Also es ist richtig komplex, aber dafür ist es für sowas wie Aktivismus unglaublich gut geeignet, denn niemand wird merken, wer ist hier dahinter, wer schickt hier wem was.
00:34:39
Speaker
Und es funktioniert sogar, wenn das ganze Internet gestört wird oder ausfällt.
00:34:42
Speaker
Zumindest bei Baya ist es so, über Bluetooth oder über Wi-Fi kann man Nachrichten verschicken, wenn man nicht zu weit auseinander steht.
00:34:49
Speaker
Und das ist, denke ich, besonders toll.
00:34:51
Speaker
Also es verdient echt die Erwähnung.
00:34:53
Speaker
Aber ich glaube, wenn ich überlege, in meinem Freundeskreis würde ich feststellen, da ist vielleicht Timo noch drin und dann vielleicht noch ein, zwei andere und das war's.
00:35:01
Speaker
Also das funktioniert nicht für den Alltag.
00:35:04
Speaker
Deshalb nach wie vor Signal als Empfehlung.
00:35:06
Speaker
Ich kann es bei mir sagen, die meisten Leute nutzen WhatsApp.
00:35:09
Speaker
Ich kann sagen, hey Signal, das ist wie WhatsApp, du wirst kaum einen Unterschied mehr haben, das sieht ein bisschen schöner aus, kannst damit alles machen, was du bei WhatsApp machst und Facebook hat deine Daten nicht.
00:35:17
Speaker
Gut, jetzt habe ich genug geredet.
00:35:18
Speaker
Timo, vielleicht abschließende Worte zu den Messengern oder Ergänzungen von deiner Seite und dann könnten wir auch in das Thema Praxisempfehlung nochmal tiefer reingehen.
00:35:27
Speaker
Genau, ich würde einfach zwei Punkte noch von vorhin aufgreifen.
00:35:30
Speaker
Einerseits verwenden wir noch viele E-Mail einfach noch, um von verschiedenen Geräten eben Dateien hin und her zu schicken oder halt um verschiedene Dateien auf dem Computer auch zuzugreifen.
00:35:40
Speaker
Aber all diese Messenger, die wir genannt haben oder der Großteil davon, also auf jeden Fall Signal,
00:35:45
Speaker
hat auch eine Desktop-Version.
00:35:47
Speaker
Das heißt, man kann die Desktop-Version herunterladen und kann dann von seinem Waptop, von seinem Computer eben auf diesen Messenger zugreifen und muss nicht mehr das schlechtere Protokoll der E-Mail benutzen, sondern kann die bessere Möglichkeit, wie zum Beispiel das Signal verwenden.
00:36:01
Speaker
Und dann, du hast es angesprochen, du bist in vielen Communities drin, in der Bitcoin-Community.
00:36:06
Speaker
Da ist zum Beispiel Telegram sehr, sehr weit verbreitet.
00:36:09
Speaker
Und langsam wechseln die auch zu Signalgruppen, die Bitcoin-Community.
Öffentliche Gruppen und Metadaten in sicherer Kommunikation
00:36:13
Speaker
Und die sind dann von der Privatsphäre deutlich besser.
00:36:16
Speaker
Aber was vielen nicht klar ist, auch wenn die Gruppe an sich und der Messenger, das Protokoll dahinter, ziemlich gut verschlüsselt ist, mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und ziemlich privat ist,
00:36:25
Speaker
Wenn die Gruppe aber trotzdem öffentlich ist und jeder in diese Gruppe reingehen darf, muss man davon ausgehen, dass diese Gruppe nicht mehr privat ist.
00:36:32
Speaker
Weil wenn jeder von außen einfach so mit dem Link in die Gruppe reinkommen kann, muss man davon ausgehen, dass auch irgendwer mit bösen Absichten in die Gruppe geht und dass irgendwer in der Gruppe ist, der einfach alle Nachrichten abspeichert und irgendwo ins Internet teilt.
00:36:46
Speaker
Das heißt, immer wenn es irgendwelche öffentlichen Chats sind, in die man per Link
00:36:50
Speaker
durch das Internet reinkommt, also nicht durch eine private Einladung, sondern durch eben einen öffentlichen Link, sind diese Chats, egal auf welcher Plattform die sind, nicht privat.
00:36:57
Speaker
Auch wenn im Hintergrund halt eben alles perfekt verschlüsselt ist, wenn jemand einfach so rein kann, muss man davon ausgehen, dass die nicht privat sind.
00:37:05
Speaker
Und vor allem in der Bitcoin-Community habe ich das oft gesehen, dass Leute dann eben irgendwelche Fotos von Stammtischen reinsenden, irgendwelche Fotos von Konferenzen, wo man eben das Gesicht von diesen Personen sieht.
00:37:16
Speaker
Ich persönlich würde das nicht machen und ich empfehle das niemandem, weil eben dadurch, dass diese Chats komplett öffentlich sind, können diese Informationen halt eben auch in schlechte Hände gelangen.
00:37:27
Speaker
Das wäre jetzt mein Abschluss auch zu dem Thema Messenger, zu Gruppen und so weiter.
00:37:32
Speaker
Und dann die Preisdosempfehlung.
00:37:35
Speaker
hatten wir oder hatte ich schon angesprochen, wäre das einmal Signal zu installieren.
00:37:39
Speaker
Und dann, das ist die Nummer 1 Empfehlung, wenn ihr das noch nicht habt, einmal Signal zu installieren, mal auch zu schauen, wer von euren Kontakten schon auf Signal ist und dort einmal auch mit diesen zu schreiben.
00:37:50
Speaker
Und dann die zweite Empfehlung, die ist nicht so einfach wie das mit dem Installieren von Signal, weil das dauert 1, 2, 3, 4, 5 Minuten maximal, bis man das hat, ist eben die ganze E-Mail-Strategie umzusetzen oder einen Teil davon umzusetzen, so wie wir es schon erwähnt haben.
00:38:05
Speaker
Eben mit Proton-Mail oder mit Tutor-Mail, dort dann eben diese verschiedenen E-Mails für die verschiedenen Lebensbereiche, die man hat oder digitale Bereiche, die man hat.
00:38:13
Speaker
Dann vielleicht auch noch mit einem Alias-Service.
00:38:16
Speaker
Und das wäre unsere zweite Praxisempfehlung, eben dieses ganze E-Mail-Thema einmal ein wenig aufzuräumen.
00:38:24
Speaker
Jetzt habe ich noch eine Ergänzung zu dem Thema Signal.
00:38:27
Speaker
Du hast gerade was Cooles gesagt, mit dem sich selber Informationen schicken.
00:38:30
Speaker
Bei Signal gibt es sogar einen eigenen Kontakt, der heißt Note to Save oder Notiz an mich.
00:38:35
Speaker
Da kann man das genau nutzen.
00:38:37
Speaker
Und es hat auch den Vorteil, wenn ich mir etwas schicke, zum Beispiel ein Foto, dann werden dort automatisch die Metadaten draus gelöscht, dass man nicht mehr den Standort innerhalb des Bildes abrufen kann.
00:38:47
Speaker
Klar, was auf dem Bild gezeigt wird, wenn ich das in eine öffentliche Gruppe poste, dann sieht man vielleicht am Hintergrund, wo ich gerade bin.
00:38:53
Speaker
Aber man kann dem Bild selber aus den Metadaten nicht entnehmen, welcher Standort dahinter steckt, welcher Zeitcode und so weiter.
00:39:00
Speaker
Das wird von Signal entfernt.
00:39:01
Speaker
Das finde ich sehr schön.
00:39:02
Speaker
Dadurch ist die Bildqualität dann immer ein bisschen schlechter, weil dafür muss Signal das Bild ja erstmal bearbeiten und dann in der Regel auch komprimieren.
00:39:10
Speaker
Das ist noch so der letzte Infopunkt, beziehungsweise der vorletzte, weil was Timo gerade gesagt hat, war genau richtig.
00:39:15
Speaker
Wir empfehlen Signal.
00:39:16
Speaker
Ist einfach das, was am meisten sich durchsetzen kann in eurem Umfeld.
00:39:20
Speaker
Und wir empfehlen dann Proton-Mail oder Tutor mit den entsprechenden Vorkehrungen.
00:39:25
Speaker
Und zu schauen, kann ich jetzt auch in meinem Umfeld nutzen da vielleicht viel mehr Proton oder viel mehr Tutor, dann wäre das auch eine Möglichkeit.
00:39:31
Speaker
Weil wenn ich dann mal eine E-Mail in mein Umfeld schicke, dann ist es cool, wenn die den gleichen Provider haben.
00:39:36
Speaker
Dadurch wird es besser verschlüsselt.
00:39:38
Speaker
Und wenn wir jetzt Apple-Nutzer sind, dann kann ich Signal auf dem iPhone installieren.
00:39:44
Speaker
Ich kann auf dem MacBook die Signal-Desktop-Version installieren und auf dem iPad gibt es sogar eine extra Signal-Version für iPads.
00:39:51
Speaker
Die haben den Vorteil, dass die miteinander verknüffbar sind und dann alle über den gleichen Account laufen und alles, was dort ist, wird synchronisiert und das auch verschlüsselt.
00:39:59
Speaker
Die Desktop-Versionen von Signal sind ein bisschen kritisch, aber es ist ein Übel, was wir, glaube ich, eingehen sollten, weil auf dem Desktop ist alles andere schlechter, ob wir jetzt dann wieder zur E-Mail zurückgreifen oder so.
00:40:09
Speaker
Aber die Verschlüsselung auf dem Desktop, die ist nicht so gut abgesichert, weil der Schlüssel zu deinen Nachrichten, der ist bei dem Handy in einem abgesicherten Bereich und Handys sind ja grundsätzlich viel, viel besser auch nochmal verschlüsselt.
00:40:19
Speaker
Und beim Desktop wird diese Datei einfach gespeichert in einem Ordner und wenn da jemand drauf zugreifen kann, dann kann er mit ganz viel Aufwand auch
00:40:26
Speaker
in dein Signal eindringen, ist halt ärgerlich.
00:40:28
Speaker
Deshalb empfehlen auch einige Maxis dort, die sagen, Signal nicht auf dem Desktop installieren, für die Bequemlichkeit.
00:40:33
Speaker
Und wenn man denn Daten zwischen Computer und Handy austauscht, ist es aber trotzdem noch die nutzbarste Version von dem, was wir dem allgemeinen Leuten empfehlen würden.
00:40:44
Speaker
Wenn du jetzt Android-Nutzer bist, dann hast du einen Vorteil, nämlich alle Android-Nutzer haben Zugriff nicht nur auf Signal als App, sondern auch auf MOLI.
Empfehlungen und Community-Interaktion
00:40:53
Speaker
MOLI ist eine Ableitung von Signal, ist ein Fork von anderen Entwicklern, die gesagt haben, wir finden Signal gut, aber wir finden da fehlen noch ein paar tolle Funktionen und die fügen wir jetzt unserem Messenger hinzu.
00:41:04
Speaker
Und du kannst, das ist das Schöne wieder, du kannst auch beides parallel installieren.
00:41:08
Speaker
Wenn wir jetzt auf dem Handy zum Beispiel zwei verschiedene Telefonnummern haben, können wir eine davon für Signal nutzen und eine dann installieren wir Molly und haben da eine andere Nummer und landen Kontakt.
00:41:18
Speaker
Oder wie ich das mache, ich habe mein Berufssignal auf meinem privaten Handy geklont mit Molly, weil ich auch ein privates Signal habe und dann kann ich auf dem privaten Handy trotzdem beides abrufen, ja gleichzeitig, wenn ich das möchte.
00:41:30
Speaker
Und ein Vorteil noch, den Molly hat, ist, also neben vielen anderen technischen Sachen, dass wenn ich bei Signal ein zweites Gerät hinzufügen will, dann geht das nur mit Signal Desktop oder Signal for iPads und dann kann ich halt nur Computer oder iPads daran anknüpfen und nicht ein zweites Handy, weil auf dem Handy will Signal immer einen neuen Account haben und der Hauptaccount sein von den ganzen Geräten, die verknüpft sind.
00:41:53
Speaker
Molli kann sich aber als Computer ausgeben und sagen, ich möchte gerne mit dem Signal-Account verknüpft werden und dann kannst du auf dem Handy auch einen Signal-Account nutzen, den du auf einem anderen Handy eingerichtet hast und auf beiden Handys parallel nutzen willst, wie ich das jetzt mit meinem Berufs- oder öffentlichen Handy mache, dass ich das auf dem privaten spiegeln kann, obwohl ich auf dem privaten Handy auch Signal installiert habe.
00:42:13
Speaker
So, jetzt genug abgenerdet, weil über Molly kann man noch viel mehr erzählen.
00:42:16
Speaker
Ich habe, glaube ich, alles gesagt, was mir wichtig war im Bereich Praxis.
00:42:20
Speaker
Signal, Protonmail und Tutor.
00:42:24
Speaker
Gibt es noch irgendwas anderes, was wir vergessen haben?
00:42:27
Speaker
Oder wollen wir zum Abschluss kommen, Timo?
00:42:29
Speaker
Wo wir uns auch ein, zwei Sachen vorgenommen haben.
00:42:32
Speaker
Nein, also wir sind durch alle Themen durchgegangen, um die Hauptthemen der digitalen Kommunikation, also E-Mail haben wir uns einmal angeschaut, Vor- und Nachteile, SMS, eigentlich nur die Nachteile angeschaut und dann halt eben bei den Messengern, was für Messenger es gibt und was dort eben die bisschen schlechteren sind und die bisschen besseren.
00:42:49
Speaker
Und dann jetzt, um die Folge abzuschließen, unsere erste Praxisempfehlung war ja Signal zu installieren.
00:42:54
Speaker
Und wir haben jetzt auch eine Signal-Gruppe gegründet.
00:42:57
Speaker
Und die ist halt eben komplett kostenfrei für den Austausch, für die Community und einfach zum Connecten unter anderen Leuten, denen auch Privatsphäre und Sicherheit wichtig ist.
00:43:07
Speaker
Und dort könnt ihr dann auch die ganze Zeit irgendwelche Fragen stellen.
00:43:09
Speaker
Und da packen wir den Link auch einmal in die Shownotes.
00:43:12
Speaker
Und dann würden wir uns natürlich freuen, wenn ihr einmal diesen Podcast abonnieren könntet und auch eine gute Bewertung dalassen.
00:43:19
Speaker
weil den findet man gerade noch nicht so gut, zum Beispiel bei Spotify oder bei Apple Podcasts.
00:43:23
Speaker
Und wenn euch der Podcast gefällt, würde es uns sehr freuen und würde es uns sehr weiterhelfen, wenn ihr da einmal eine gute Bewertung da lassen könnt.
00:43:31
Speaker
Und sonst von meiner Seite wäre es dann auch und dann hast du einmal diesmal das letzte Wort, Nino.
00:43:36
Speaker
Ich habe aber nichts mehr zu sagen.
00:43:38
Speaker
Es ist sehr gut ausgeführt.
00:43:40
Speaker
Die Signal-Gruppe, hat Timo hier gerade erwähnt, ist keine private, ist eine öffentliche Gruppe.
00:43:44
Speaker
Deshalb auch aufpassen, was ihr da teilt.
00:43:46
Speaker
Aber wenn ihr Fragen habt, wenn ihr euch austauschen wollt, wenn ihr euch vernetzen wollt, ist das so ein Community-Gedanke, den wir mal starten wollen.
00:43:51
Speaker
So die Privatopia-Community.
00:43:53
Speaker
Schauen, was draus wird.
00:43:54
Speaker
Link ist in den Shownotes.
00:43:56
Speaker
Und Bewertungen freuen uns immer.
00:43:57
Speaker
Wir wünschen, dass möglichst viele Menschen diesen Podcast hören.
00:44:01
Speaker
Das hilft der ganzen Welt.
00:44:03
Speaker
Ich würde mich sehr freuen, wenn euch das gefallen hat.
00:44:05
Speaker
Einmal fünf Sterne geben oder die Best-
00:44:06
Speaker
Bestbewertung von der App, die ihr dafür benutzt und dann sehen wir uns in einer Woche wieder oder hören uns in einer Woche wieder.