Transcript
Speaker: Hallo und willkommen zu der Privacy-Podcast, deine Quelle für Sicherheit, Privatsphäre und Anonymität mit Timo und Nino.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Wir schauen einfach mal, was haben wir uns heute vorgenommen, Timo?
Speaker: Magst du uns einführen?
Speaker: Also die heutige Folge ist nicht eine Praxisfolge, wie die letzte Folge mit den VPNs, sondern es geht in dieser Folge um Privacy-Mythen.
Speaker: Also was die allergrößten Privacy-Mythen sind, wenn man mal jemanden überzeugen möchte, ein bisschen mehr für seine Privatsphäre zu machen, was daran die Hauptargumente sind und vielleicht auch, wie man die am besten entkräftigen kann.
Speaker: Wenn man weiß, dass die Privatsphäre für einen selber wichtig ist, dann möchte auch man seine Nächsten, wie Freunde und Familie, auch ein wenig überzeugen, ein bisschen mehr für die Privatsphäre zu machen.
Speaker: Und meistens kommen dann dieselben Phrasen, dieselben Mythen von eben diesen anderen Personen.
Speaker: Und durch die wollen wir heute einmal durchgehen und ein paar von unseren Gedanken dazu sagen.
Speaker: Fangen wir mal an mit wahrscheinlich dem bekanntesten Spruch, wenn man jemand überzeugen möchte, irgendwas für die Privatsphäre zu machen.
Speaker: Und ich leite auch das Privacy-Handbuch genau mit diesem Spruch an.
Speaker: Das ist, ich habe nichts zu verbergen.
Speaker: Wieso sollte ich irgendwas für meine Privatsphäre machen, wenn ich eben nichts zu verbergen habe?
Speaker: Achso, ich soll gleich rein?
Speaker: Ja, gerne, gerne.
Speaker: Also das ist für mich ein Thema, was immer wieder Aggressionen hervorruft, wenn jemand das behauptet.
Speaker: Aber ich habe es früher selber gedacht.
Speaker: Also ich bin da nicht unschuldig.
Speaker: Wir werden da ja auch oft indoktriniert, das zu denken.
Speaker: Es klingt auch erstmal logisch.
Speaker: Hey, du hast doch nichts zu verbergen, dann muss es dich doch nicht kümmern.
Speaker: Und das hat ja sogar ein paar Vorteile, wenn du alles teilst.
Speaker: Weil dann kann man dir besser helfen, wenn du was Bestimmtes suchst oder brauchst.
Speaker: Dann kann man sich darauf beziehen.
Speaker: Und Google ist dein Freund und will dir...
Speaker: nur die besten Sachen anbieten oder Amazon oder Apple oder Microsoft und so weiter.
Speaker: Ja, Pustekuchen, die Sache ist nämlich, tatsächlich haben wir alle was zu verbergen.
Speaker: Jeder Mensch hat Geheimnisse, das ist total normal und auch sehr, sehr wichtig für uns, sowohl als Person, für unsere Identität, für unsere Persönlichkeitsentwicklung und auch für unsere Gesellschaft.
Speaker: Beispiel, machst du die Toilettentür zu, wenn du aufs Klo gehst.
Speaker: Also seid ihr da alle im Bad öffentlich und habt die Fenster weit auf und die Vorhänge auf und lasst jeden zugucken oder nicht?
Speaker: Wenn ich jemanden frage, wärst du denn damit einverstanden, wenn deine Bundestagswahl einfach bekannt wäre, wenn es da gar keine Kabinen mehr gäbe, dieses Wahlgeheimnis wird einfach aufgelöst, wäre das dann gut gewesen.
Speaker: Oder du sitzt im Bus oder im Zug und gibst jetzt einfach den Fremden, der dir gegenüber sitzt, dein Smartphone entsperrt und lässt den ein bisschen machen.
Speaker: Fühlt sich das gut an?
Speaker: Ich glaube nicht.
Speaker: Und so kann man von einem ins nächste kommen.
Speaker: Ein anderes Beispiel, was ich immer noch sehr, sehr, sehr gut finde, ist, wenn man Unternehmer ist oder auch angestellt, aber halt sehr von seinem Gehalt abhängt.
Speaker: Wie wäre es denn, wenn dein Chef deine Patientenakte lesen könnte?
Speaker: Oder dein Geschäftspartner, wenn der das einfach könnte?
Speaker: wenn du dem all deine Krankheiten und deine medizinischen Vorfälle offenlegst.
Speaker: Fändest du das gut oder hätte das vielleicht negative Konsequenzen in deinem Leben?
Speaker: Also kurzum, da gibt es ganz viele Beispiele und je mehr wir davon nennen, desto mehr wird uns wahrscheinlich auch klar, naja, ich habe ja eigentlich Geheimnisse, es ist sogar wertvoll, wenn wir die bei uns behalten.
Speaker: Ja, das ist, glaube ich, der erste Punkt, der relevant ist.
Speaker: Timo, hast du den nächsten für uns?
Speaker: Ja, also Nino hat schon ein paar Beispiele genannt und jeder ist irgendwo auf dem Spektrum zwischen Badezimmertür zu sperren oder halt eben komplett in Abgeschiedenheit leben in einer Hütte im Wald und jeder bewegt sich da irgendwo.
Speaker: Und man kann nicht sagen, ich habe nichts zu verbergen und mir ist die Privatsphäre egal, weil alle irgendwas für ihre Privatsphäre machen.
Speaker: Auch im digitalen Leben, was ich auch immer öfter sehe, ist, dass Personen, die einen PIN auf dem Handy haben, das ist eigentlich der Standard, damit eben nicht einfach so jeder reinschauen kann, aber dann auch noch extra die Apps mit einer PIN oder Face-ID oder mit dem Fingerabdrucksperren.
Speaker: Das heißt,
Speaker: Meistens ist der Grund dahinter, dass wenn man jemandem das Handy gibt, möchte man nicht unbedingt, dass diese Person in den Messenger reinschaut.
Speaker: Und da kommen dann halt eben mehr Sicherheitsstufen dazu.
Speaker: Aber ich glaube, der Hauptgrund ist nicht die Sicherheit, die eben dieser Pin vor dem Messenger gibt, sondern eben die Privatsphäre.
Speaker: Das heißt, auch wenn wir jetzt in der normalen Welt rumschauen, jeder macht enorm viel für seine Privatsphäre, auch wenn das nicht direkt bewusst ist.
Speaker: Und die Personen, die mit diesem Spruch kommen, ich habe doch nichts zu verbergen, die haben meistens ein bisschen falsches Bild auf die Privatsphäre und denken, dass Privatsphäre halt eben nur für Kriminelle ist, was eine zweite Mythos ist.
Speaker: Aber es ist nicht wirklich so der Fall, denn auch die Sachen, die wir heute machen,
Speaker: können in Zukunft irgendwann nachteilig auf uns zurückkommen.
Speaker: Zum Beispiel, wenn wir jetzt den Zweiten Weltkrieg anschauen.
Speaker: Ich glaube, das war Norwegen.
Speaker: Die waren sehr dafür bekannt, dass sie wirklich eine Akte hatten von allen Personen, die dort leben und auch welche Religion die hatten.
Speaker: Und vor dem Krieg haben viele Länder da hingeschaut und haben danach gestrebt.
Speaker: Und es war niemandem bewusst, dass es irgendwie nachteilig sein könnte, wenn man eine Religion hat, wie zum Beispiel den Judentum.
Speaker: Aber dann, ein paar Jahre später, als dann die Nazis eben diese Akte zu sich bekommen haben, konnten sie ganz genau sehen, wer war jüdisch, welche Familien waren jüdisch und konnten so wirklich gezielt diese Personen raussuchen.
Speaker: Das heißt, auch wenn die Sachen, die wir heute machen, komplett legal sind, man weiß nicht, was für eine Regierung in der Zukunft kommt, was für Regeln in der Zukunft kommen und da das Internet nie was vergisst, können auch die Sachen, die heute legal sind, in der Zukunft nachteilig auf einen zurückkommen.
Speaker: Wir können da auch ein bisschen in die jüngere Geschichte gucken.
Speaker: Ich sage nur DDR und Stasi-Akten.
Speaker: Wir wissen halt nicht, ob alles das, was wir heute sagen, was heute vielleicht auch okay ist, ob das dann gegen uns verwendet werden kann später.
Speaker: Und ich denke da auch an zukünftige Job- und Karrierechancen, wenn dann so ein fünf Jahre alter Post auf Instagram oder so rauskommt und dein Arbeitgeber feststellt im Bewerbungsgespräch, kurz davor bereitet sich der Personaler,
Speaker: ... vor und sieht deine alte Facebook-Seite, sieht da irgendwelche Fotos von dir, wie du Bier trinken gehst oder wie du besoffen in der Ecke liegst, weil du da getaggt wurdest.
Speaker: Das kriegst du halt nicht mehr so schnell weg und das kann dir schaden und auch nicht nur dir, sondern wenn du dieses Thema für dich verstehst und einordnen kannst und dann vorsichtiger mit deinen Daten umgehst, hast du ja auch eine Vorbildfunktion für dein Umfeld, insbesondere wenn du Kinder hast oder vorhast, Kinder zu haben, weil die können damit noch nicht gut umgehen, ist ja klar.
Speaker: Die wachsen mit dem Internet auf,...
Speaker: Und verstehen, dass sie zu Hause vertrauen können und alles teilen können, dann denken sie, im Internet ist das genauso, weil da kenne ich ja nur meine Freunde und die interagieren mit mir.
Speaker: Ja, und dann läufst du halt in ganz, ganz viele Gefahren, weil da gibt es Millionen von Menschen und einige davon haben schlechte Absichten mit dir und deinen Daten.
Speaker: und werden das gegen dich verwenden.
Speaker: So oder so auf die eine oder andere Weise werden deine Kinder dann Opfer von digitaler Gewalt, sag ich mal.
Speaker: Also insofern, als dass deine Informationen, die du früher sofort vergessen hast, die einfach ein paar Tage da waren, da wurde es in der Nachbarschaft, wurde darüber geredet oder in der Schulklasse und dann wurde es vergessen, die sind jetzt ewig gespeichert und können dir auch noch Jahrzehnte später Schaden zufügen und das willst du wahrscheinlich auch deinen Liebsten nicht antun.
Speaker: Ja, da stimme ich vollkommen zu.
Speaker: Zu Kindern müssen wir, glaube ich, auch noch eine extra Folge machen, irgendwann in der Zukunft, weil ich werde wirklich enorm viel gefragt, wie man damit umgehen soll und wie man das am besten angeht, die Privatsphäre und Sicherheit mit eben eigenen Kindern.
Speaker: Aber das ist ein Thema für eine zukünftige Folge.
Speaker: Ein anderes Argument ist, dass sich Menschen sehr verändern, wenn sie überwacht werden.
Speaker: Und das allererste Gedankenexperiment dazu war im 18.
Speaker: Jahrhundert von Jeremy Benfer.
Speaker: Und er hat ein sogenanntes Panopticon entworfen.
Speaker: Denn zu dieser Zeit gab es ein großes Problem, dass die Institutionen alle zu groß geworden sind, um alle zu überwachen.
Speaker: Und es war primär in Gefängnissen ein großes Problem, weil man einfach nicht genug Wächter einstellen konnte, um jeden Gefangenen zu jeder Zeit zu überwachen.
Speaker: Deswegen, was entworfen worden ist, dieses Panoptikum?
Speaker: Das ist ein Gefängnis, bei dem die Gefangenen, also die Zellen, man kann reinsehen, aber man kann nicht raussehen.
Speaker: Das heißt, ähnlich wie bei so einer Spiegelwand, wie bei Verhören auch.
Speaker: Und der Vorteil davon ist, dass die Gefangenen jetzt nicht wissen, ob auf der anderen Seite jetzt jemand steht und gerade in die Zelle schaut.
Speaker: Deswegen müssen sie annehmen.
Speaker: dass zu jeder Zeit dort ein Gefängniswärter sein muss oder sein könnte, obwohl das nicht mal möglich ist.
Speaker: Das heißt, man kann ein Gefängnis mit wahrscheinlich hunderten von Insassen mit einfach einer Person jederzeit überwachen, weil die Gefangenen nie herausfinden können, ob gerade jemand reinschaut oder nicht.
Speaker: Und genau diese Überwachung oder diese mögliche Überwachung schafft ein Gefängnis im Kopf.
Speaker: Und die Gefangenen müssen dann zu jeder Zeit sehr gehorsam
Speaker: Und jederzeit so handeln, als würde jemand überwacht werden.
Speaker: Und im Gefängnis ist das vielleicht auch ein guter Punkt.
Speaker: Aber wenn wir jetzt in der echten Welt schauen, wenn Google überwacht, wenn verschiedene Unternehmen uns überwachen, vielleicht auch die Regierung überwacht, wie frei kann man dann seine Meinung äußern?
Speaker: Und wie frei kann man handeln?
Speaker: Ob man selber handelt, das was man machen möchte, oder ob man das macht, was jemand anderer von einem erwartet?
Speaker: Und das ist auch ein Punkt, wieso Privatsphäre wichtig ist, um wirklich frei leben zu können.
Speaker: Ich denke, abschließend zu diesem Mythos, ich glaube, da könnten wir nächtelang verbringen, Timo, du und ich, mit der Diskussion, warum das Quatsch ist, dieses Ich-hab-nicht zu verbergen.
Speaker: Ein Punkt, der aber für euch alle da draußen noch relevant sein könnte, wenn ihr soziale Wesen seid, wenn ihr einfach sagt, ey, mein Gott, ich bin mir relativ egal oder ich habe alles für mich so gut entschieden,
Speaker: Ihr macht etwas Unsolidarisches, wenn ihr eure Privacy nicht schützt.
Speaker: Warum?
Speaker: Weil dann das Narrativ sich verbreitet, dass Privacy nichts Schützenswertes ist.
Speaker: Es gibt aber, wenn wir wieder an die Kategorien mit Journalisten und Aktivisten denken, die wir mal aufgezählt haben, gibt es Leute da draußen, die sind darauf angewiesen, dass ihre Privatsphäre geschützt wird.
Speaker: Und wenn der Ruf der Privatsphäre schon der ist, dass sie nicht schützenswert ist und dass man sie nicht schützen braucht, dann stechen diese Menschen halt immer mehr heraus, wenn sie etwas verbergen wollen.
Speaker: Dann kann man sie leichter fassen, leichter identifizieren oder auch zumindest stigmatisieren.
Speaker: Die machen doch irgendwas Schmutziges.
Speaker: Und das ist gefährlich.
Speaker: Ja, für unsere Demokratie, für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt ist es, glaube ich, sehr wertvoll, wenn du sagst, ich möchte solidarisch sein mit meiner Gemeinde, mit meinen Nachbarn und mit meiner Gesellschaft.
Speaker: Dann tust du gut daran, auch deine Privatsphäre zu schützen.
Speaker: Das war so mein Abschluss.
Speaker: Vielleicht hast du noch was dazu, Timor.
Speaker: Ansonsten leid doch gerne das nächste ein, den nächsten großen Mythos.
Speaker: Der nächste große Mythos, den wir jetzt geplant haben, ich würde sagen, der fällt sehr auch in die Kategorie Ich habe nichts zu verbergen.
Speaker: Und zwar, dass es Ich habe oder Ich mache nichts Verbotenes.
Speaker: Und das habe ich ja schon vorhin ein wenig angesprochen.
Speaker: Deswegen können wir jetzt, würde ich sagen, ein, zwei Sätze dazu sagen und wieder weitergehen.
Speaker: Aber wie gesagt, auch wenn man jetzt noch nichts Verbotenes macht,
Speaker: Einerseits ist eben diese Überwachung, ändert wie man handelt oder was man macht, was man machen möchte und wie man handelt.
Speaker: Und andererseits in der Zukunft weiß man nicht, was verboten ist und was nicht.
Speaker: Und irgendwann kann auch das, was heute komplett legal ist, gegen einen verwendet werden.
Speaker: Ja, mit den ein, zwei Sätzen werde ich mir schwer tun, weil ich habe da ein paar Sachen vorbereitet.
Speaker: Ich habe da mal was vorbereitet.
Speaker: Und zwar, nein, ich habe einen Satz mal gehört, das ist schon Jahre her.
Speaker: Ich habe mir den extra aufgeschrieben, der ist auf Englisch, weil ich den so unfassbar wertvoll fand.
Speaker: Vielleicht macht er ja auch was mit euch, deshalb sage ich ihn hier mal kurz.
Speaker: I need privacy not because my actions are questionable, but because your judgment and intentions are.
Speaker: Also frei übersetzt, ich brauche Privatsphäre nicht, weil meine Handlungen verdächtig sind, sondern ich brauche Privatsphäre, weil deine Bewertung von meinen Handlungen, deine Absichten sind verdächtig.
Speaker: Das ist, glaube ich, sehr relevant zu verstehen, dass wir nicht Privatsphäre nutzen, um irgendwas Illegales zu verbergen.
Speaker: Es geht nicht um Geheimniskrämerei, darum, das, was wir nicht tun sollten, von dem wir auch wissen, dass es falsch ist, dass wir das dann verstecken können und trotzdem tun können, unseren Trieben nachgehen können oder uns irgendwie unverbereichern können oder so weitergehen.
Speaker: Das hat damit überhaupt nichts zu tun, ist aber gerne ein Bild, was uns präsentiert wird im Sinne von, hey, du machst doch nichts Verbotenes, ja, dann brauchst du doch Privatsphäre nicht.
Speaker: Und alles, was wir teilen, landet in irgendeiner Datenbank, weil es sehr wertvoll ist.
Speaker: Unternehmen speichern unsere Daten, weil sie damit später Geld verdienen können, ob es jetzt durch gezielte Werbung ist oder dadurch, dass sie das an Data Broker weiterverkaufen oder auch einfach, weil sie damit dich gezielter in ein höheres Abonnement schicken können, weil sie jetzt deine Bedürfnisse besser einschätzen können oder dein Verhalten und dir dann ein gutes Produkt verkaufen können oder nochmal ein Upgrade geben können.
Speaker: Das lohnt sich, das macht auch spieltheoretisch total Sinn.
Speaker: Aber alle Unternehmer werden früher oder später ihre Daten verlieren.
Speaker: Also das ist leider unausweichlich, denn die Daten, die sie über dich speichern, die können auf so vielen Wegen die Firma verlassen, aber sie können nur auf einem Wege drinnen bleiben.
Speaker: Wie so ein umgekehrtes Fischernetz.
Speaker: Man kommt leichter raus als rein in dem Fall.
Speaker: Zum Beispiel könnten Unternehmen gehackt werden, das ist ja das erste, woran wir denken und die können sich dagegen absichern und das vielleicht auch jahrzehntelang schaffen, aber das ist noch nicht mal das, wo am meisten passiert, sondern es kann ja auch einfach sein, dass jemand in der Firma bestochen wird, dann sind deine Daten auch weg, ohne dass das Unternehmen irgendwas an seinen digitalen Sicherheitsbarrieren und Firewalls falsch gemacht hat.
Speaker: Ja, und Unternehmen können auch noch von Regierungen gezwungen werden zur Herausgabe von Daten, wenn sie Daten speichern.
Speaker: Deshalb achten ja privatsphärefreundliche Unternehmen auch darauf, möglichst wenig Daten tatsächlich bei sich zu speichern.
Speaker: Wir hatten das bei VPNs besprochen mit MULWAT.
Speaker: Da kam die Regierung mehrfach an und hat aber nichts bekommen, nichts Relevantes, weil MULWAT von vornherein gesagt hat, wir speichern das nicht.
Speaker: Und dadurch konnte das verhindert werden.
Speaker: Aber es kommt immer wieder vor, entweder vor all unseren Augen, weil es bekannt wird, oder auch in Amerika gibt es einen...
Speaker: Gesetz, das wird auch Gag Order genannt, umgangssprachlich, dass Unternehmen dazu gezwungen werden, Daten herauszugeben und darüber aber nicht sprechen dürfen.
Speaker: Es also nicht weitergeben dürfen, dass sie das gerade tun.
Speaker: In Europa ist das noch nicht so, aber da kann man auch einfach auf dem Markt natürlich gucken, wenn man möchte, dass man die Daten kauft von Databrokern und da muss man gar nicht erst zum Unternehmen mit einem Gerichtsdokument, dass man jetzt Zugriff auf die Daten fordern darf, sondern dann holt man das nicht halt auf dem freien Markt in Anführungszeichen.
Speaker: Ja, vielleicht noch ein Beispiel zu eben diesen Mitarbeitern, die verschiedene Daten weiterkaufen.
Speaker: Das war jetzt sehr theoretisch, aber es gibt wirklich sehr viele praktische Beispiele auch.
Speaker: Vielleicht eins der Schlimmeren war in Frankreich 2025, also letztes Jahr.
Speaker: Und da hat ein Mitarbeiter der Steuerbehörde verschiedene Daten über Kryptoanleger verkauft, direkt an Entführer.
Speaker: Und das hat, man konnte es nachverfolgen, wirklich zu mehreren Entführungen auch geführt.
Speaker: Und hier geht es jetzt nicht mehr nur um Privatsphäre und wer was über sein Leben weiß, sondern es geht wirklich um physische Gefahr, den man aus dem Weg gehen könnte, wenn man ein wenig von Anfang an auf seine Privatsphäre achtet.
Speaker: Das heißt, sogar die staatlichen Institutionen, da wo auch Sicherheit wahrscheinlich auf einer sehr hohen Stelle steht,
Speaker: Fraglich ist, wie gut das implementiert ist.
Speaker: Aber auch dort ist es so, dass die verschiedenen ziemlich privaten Daten, wie wer wie viel Geld hält, auch dann mal direkt verkauft werden können, weil sich ein paar Leute, wie du schon gesagt hast, etwas dazu verdienen wollen.
Speaker: Ich denke mal, den ersten Mythos kann man so zusammenfassen, ich habe nichts zu verbergen.
Speaker: Doch, jeder hat Geheimnisse und dann wird uns schnell klar, ja stimmt.
Speaker: Und beim zweiten ist es so, ich mache doch nichts Verbotenes.
Speaker: Nee, machst du nicht, aber alles, was wir digital teilen, wird irgendwann öffentlich sein und dann kann es gegen dich verwendet werden.
Speaker: Ja, was haben wir denn noch, Timo?
Speaker: Genau, das waren jetzt die zwei Anfangsmythen, die eher darum gingen, die Personen hauptsächlich als Argument bringen, die noch nicht wirklich viel für Privatsphäre machen.
Speaker: Jetzt gehen wir weiter zu einem Mythos, der von Personen kommt, die schon wissen, dass ihnen Privatsphäre wichtig ist, die schon was für ihre Privatsphäre machen wollen, aber trotzdem noch nicht den optimalen Weg gehen.
Speaker: Und dieser Mythos ist, ich benutze doch schon diese Lösung X,
Speaker: Und die schützen mich.
Speaker: Wieso soll ich jetzt noch mehr machen?
Speaker: Und als Lösung X kann man wirklich alles Mögliche da reinpacken.
Speaker: Aus meiner Erfahrung, was da am meisten kommt, ist ein, ich habe doch schon einen VPN.
Speaker: Wieso soll ich jetzt mehr machen?
Speaker: Oder ich benutze doch schon den Brave Browser.
Speaker: Wieso sollte ich jetzt noch andere Sachen implementieren?
Speaker: Und dieser Mythos ist, wenn man ein wenig darüber nachdenkt, auch ziemlich einfach zu entkräftigen.
Speaker: Denn
Speaker: Die Privatsphäre, die man bekommt, die Sicherheit, die man bekommt, kommt nicht von den Tools oder von der Software, die man benutzt, sondern eher durch Gewohnheiten.
Speaker: Also wie man vor allem mit dem Internet umgeht und nicht was genau man für Tools oder für Software verwendet.
Speaker: Denn ich könnte behaupten vielleicht, dass ich, wenn ich wirklich aktiv auf meine Privatsphäre achte,
Speaker: besser dabei bin als eine Person, die von ihren Gewohnheiten nichts für ihre Privatsphäre macht, aber dafür irgendeinen VPN verwenden.
Speaker: Das heißt hier, dieser Mythos ist deutlich wichtiger, Gewohnheiten zu implementieren und deutlich wichtiger darauf zu achten, was man macht, als einfach irgendeine Software herunterzuladen und dann zu denken, dass man komplett privat ist.
Speaker: Weil das kann dann auch nach hinten losgehen, wenn man denkt, man ist komplett privat.
Speaker: Und dann ist man das eben doch nicht.
Speaker: Ich hoffe wirklich, dass nicht einige hier die erste Folge hören und dann sagen, alles klar, Brave Bowser installiert, fertig.
Speaker: Ich muss nichts mehr machen.
Speaker: Das wäre kritisch, weil Tools tatsächlich, die sind wie Pflaster am Ende, können die wunderbar eine Wunde abkleben, können auch ein bisschen zur Heilung beitragen.
Speaker: Aber es ist am Ende nur ein Werkzeug.
Speaker: Wir erinnern uns, in der ersten Folge haben wir darüber gesprochen, was denn der Unterschied ist von Privatsphäre und Sicherheit und Anonymität.
Speaker: Und Privatsphäre war da als einziges dieses breite Spektrum, weil du bewusst Entscheidungen triffst.
Speaker: Mit wem teile ich was?
Speaker: Du möchtest Dinge teilen, aber nicht mit jedem und auch nicht mit jedem das Gleiche und auch nicht in jedem Kontext das Gleiche.
Speaker: Und so brauchst du vielleicht eine andere Lösung für deinen Beruf, als du privat brauchst.
Speaker: Eine andere Lösung für dein soziales Umfeld, als für dein erweitertes Umfeld.
Speaker: Oder eine andere Lösung für deinen Verein.
Speaker: Oder, oder, oder.
Speaker: Wir brauchen am Ende nicht die eine perfekte Lösung, sondern wir brauchen eine Werkzeugkiste, an der wir uns frei bedienen können und dann zur richtigen Methode das richtige Werkzeug am Ende herausholen.
Speaker: Gleich kennt ihr den Satz von Sebastian Kneipp, dem wird dazu geschrieben, Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel.
Speaker: Das kann man auch so viele Dinge im Leben übertragen, auch auf das Thema Privatsphäre.
Speaker: Ja, das ist ein ziemlich guter Spruch.
Speaker: Und vielleicht noch ein Minimythos, der meiner Meinung nach ziemlich gut dazu passt, ist, dass viele denken, dass Privatsphäre 0 oder 1 ist.
Speaker: Also entweder man hat komplette Privatsphäre oder man hat gar keine Privatsphäre.
Speaker: Und genauso wie Nino gesagt hat,
Speaker: Man kann verschiedene Werkzeuge benutzen und das ist meiner Meinung nach eher ein Weg, den man geht, anstelle von ich habe jetzt Privatsphäre oder nicht.
Speaker: Man fängt eben an, wie in der ersten Folge, man installiert den Brave Browser und hat ein wenig bessere Privatsphäre.
Speaker: Und wenn wir uns den Strahleimer anschauen von ich bin komplett privat und sicher oder ich bin irgendwo sehr bequem und sehr einfach, man kann langsam mit den Schritten eben nach vorne gehen.
Speaker: Und genauso sind halt diese verschiedenen Werkzeuge, also die Tools, die Software, die man benutzt, auch ein kleiner Schritt, den man geht, aber eben auch nur ein kleiner Schritt.
Speaker: Und dazu, um diesen Weg komplett zu Ende zu gehen, zu dem Punkt, an dem man sein möchte, kommen halt viele verschiedene Werkzeuge mit ins Spiel und auch verschiedene Gewohnheiten.
Speaker: Das heißt, man sollte alles als kleinen Schritt sehen und nicht als ich habe einen VPN und ich bin jetzt sicher und privat.
Speaker: sondern eben wirklich darauf achten, in welchen verschiedenen Lebensbereichen bin ich gerade, was möchte ich erreichen und was sind die verschiedenen Gewohnheiten, die ich dafür brauche oder die verschiedenen Werkzeuge.
Speaker: Ganz genau.
Speaker: Ich denke auch, wenn ich nur einen VPN nutze oder nur ganz viele Tools bei mir angeschaltet habe, ohne zu wissen, was sie tun oder wie die funktionieren, dann laufe ich halt auch sehr schnell Gefahr, Fehler zu machen.
Speaker: Also selbst wenn diese Tools hilfreich wären, kann es sein, dass ich sie nicht korrekt bediene und dadurch trotzdem alle möglichen Sachen herausrufe in die weite Welt, die ich gar nicht teilen möchte.
Speaker: Und bei MULWAT wäre das zum Beispiel, wenn ich fundamental nicht weiß, was MULWAT macht und wofür es gut ist und wofür nicht,
Speaker: dann kann es sein, dass ich eine falsche Einstellung habe und dann ist der VPN auf einmal aus oder er teilt Daten, die ich nicht teilen will oder er blockiert Dinge, die ich eigentlich gar nicht blockieren möchte.
Speaker: Solche Sachen können dann passieren und das führt dann auch sehr viel schnell zu Frust.
Speaker: Ja, und dann würden viele Menschen da draußen einfach sagen, okay, ich schalte den jetzt einfach aus oder ich schalte ihn zumindest...
Speaker: immer mal wieder aus und dann anstatt das Problem zu erforschen und zu verstehen, woran das liegt, sagt man dann einfach, okay, VPN an, gleich Problem, VPN aus, gleich kein Problem, dann mache ich immer dann, wenn ich mich in meine Bank einlogge, den VPN aus.
Speaker: Ja, und dann in dem Moment, in diesen fünf Minuten, die ich in der Bank bin, teilen alle anderen Apps über Slearnet deine IP-Adresse.
Speaker: Das ist auch doof.
Speaker: Deshalb da einfach dieses Verständnis,
Speaker: sich aneignen oder den Wunsch haben, bessere Gewohnheiten und ein besseres, tieferes Verständnis sich zu erwerben mit der Zeit.
Speaker: Ja, das ist eine Reise, das macht ihr jahrelang.
Speaker: Bleibt einfach dran, hört den Podcast weiter, werdet vielleicht auch Member in unserem Member-Club, weil da können wir diese Reise gemeinsam machen und euch immer wieder an jedem Punkt im Leben, wo ihr seid, weiterhelfen und ein paar neue Infos oder Tipps geben, die dann auch besser zu euch passen, weil wir euch besser verstehen können, wenn wir mit euch interagieren.
Speaker: Ja, kleiner Werbeblock hier.
Speaker: Ja, also zusammengefasst ist es leider nicht so einfach, einfach eine Software zu installieren.
Speaker: Die Lösung X, die wird nicht alle eure Probleme lösen und ihr werdet nicht von einem Tag auf den anderen dann wirklich eine komplette Privatsphäre haben, sondern es ist eher ein Weg mit verschiedenen Gewohnheiten, die man implementiert.
Speaker: Und man sollte sich nicht zu sehr auf die Tools blind verlassen, sondern halt eben das Gesamtkonzept sehen.
Speaker: Und der nächste Mythos ist ziemlich nah an dem vorherigen.
Speaker: Und zwar, ich muss alles auf einmal machen.
Speaker: Ich muss alles auf einmal implementieren.
Speaker: Denn das ist auch, was sehr viele Leute denken.
Speaker: Und das haben wir auch in der vorherigen Folge kurz besprochen.
Speaker: Und das ist wirklich gar nicht der Fall, sondern wie gerade gesagt, es ist ein Weg, den man geht mit kleinen Schritten, mit verschiedenen Gewohnheiten, die man implementiert, verschiedener Software, die man verwendet.
Speaker: Und dadurch ist Privatsphäre eher ein Weg und nicht, wie vorhin gesagt, dieses 0 oder 1, sondern man geht.
Speaker: Geht langsam voran, man implementiert zum Beispiel den Brave Browser, dann einen VPN, dann einen Passwort Manager und so kommt man näher und näher an sein Ziel der optimalen Privatsphäre zu diesem eben FRAD-Modell, das wir auch in der vorherigen Folge hatten und dann hat man eben das erreicht.
Speaker: Ich denke auch, unterwegs werden viele Fehler passieren und das ist ganz normal.
Speaker: Da möchte ich jetzt jeden ermutigen, der schon mal so einen Rückschlag erlebt hat und dachte, oh, ich habe doch eigentlich wissen müssen, wie es geht und dann habe ich hier diesen Fehler gemacht und jetzt ist alles ruiniert.
Speaker: Nein, genauso wie du nicht alles auf einen Schlag umstellen musst, musst du auch nicht alles auf einen Schlag richtig machen.
Speaker: Fehler sind am Ende des Tages Geschenke, wenn sie dich nicht umbringen, ja, das ist sonst kritisch, aber wenn sie dir weiterhelfen können, wenn du aus ihnen lernen kannst.
Speaker: Also ich weiß, das erste, nee, das zweite Handy, was ich mir geholt habe, um GrapheneOS zu installieren, da kommen wir später nochmal drauf, in einer anderen Folge ein Betriebssystem auf dem Handy, was deine Sicherheit und Privatsphäre massiv erhöhen kann.
Speaker: Und ich wollte halt gleich alles richtig machen, wollte das Gerät mit Bargeld kaufen im Mediamarkt, da mit einer Kapuze und einer Maske, war noch Covid-Zeit, reingehen war nicht verdächtig und konnte dann von vornherein versuchen, Google auszusperren.
Speaker: Und was mache ich im Heimnetzwerk?
Speaker: Und dann aktiviere ich das, damit ich überhaupt Kofi-Noise installieren kann.
Speaker: Und ab dem Moment konnte Google meine IP dem Gerät zuordnen.
Speaker: Und ich dachte, ah nee, die ganze Mühe und jetzt umsonst.
Speaker: Aber umsonst war es ja nicht, weil ich habe ja trotzdem viele Datenpunkte nicht geteilt im Media Markt.
Speaker: Und ich habe auch danach viele Sachen richtig gemacht.
Speaker: Und das nächste, was ich mir danach gekauft habe,
Speaker: habe ich dann richtig eingerichtet.
Speaker: Und so kommst du Stück für Stück über die nächsten Wochen, Monate, Jahre an das richtige Ziel für dich.
Speaker: Wir kommen alle an unsere perfekte Privacy, die wir aber erreichen durch Erfahrungswerte.
Speaker: Und wenn ihr da schon diesen
Speaker: Fehler mal gemacht habt oder irgendwo sowas erlebt habt, wo ihr erstmal total enttäuscht wart von euch selber und kurz davor wart, das Handtuch zu werfen, das ist eigentlich genau der Moment, an dem ihr euch später glücklich erinnert, weil diesen Fehler macht man einmal, vor allem, wenn er einen großen Impact hat, wenn er euch emotional belastet und dann macht man ihn nie wieder, weil man sich daran erinnern kann, was das mit einem gemacht hat.
Speaker: Genau.
Speaker: Und vielleicht auch noch zu den Fehlern, was ich sehe, dass wirklich viele sehr emotional an den Fehlern hängen und dass sie dann wirklich komplett aufgeben mit ihrer Privatsuche, wenn sie einen kleinen Fehler gemacht haben.
Speaker: Aber das ist wirklich gar nicht der Fall, denn einerseits sind die Fehler, auch wenn man denkt, dass die wirklich enorm groß sind, eigentlich nicht so schlimm.
Speaker: Und auch mit der Zeit verlieren die immer mehr und mehr an Relevanz.
Speaker: egal ob es jetzt ein Riesenfehler war, wie über mehrere Jahre die E-Mail über Google, über Gmail laufen zu lassen, wenn man das als Fehler sieht und in seiner Vergangenheit eben das gemacht hat, wenn man in Zukunft dann zum Beispiel zu Proton-Mail wechselt, dann verliert eben dieser Fehler an Relevanz.
Speaker: Und was wichtig ist in dieser modernen Welt oder was den Unternehmen wichtig ist, sind wirklich die komplett relevanten Daten, die von heute.
Speaker: Und wenn man dann einen Fehler macht, dann ist es halt schlimm für ein, zwei Tage, aber man hat daraus gelernt.
Speaker: Und eben sie verlieren immer mehr und mehr an Relevanz.
Speaker: Deswegen macht gerne Fehler, probiert viel aus und dann wisst ihr zumindest, wie man besser damit umgeht und habt dadurch dann eine bessere Zukunft, wenn es um Privatsphäre und Sicherheit geht.
Speaker: Ich muss gerade grinsen, weil mein Beispiel war, glaube ich, nicht so gut gewählt mit Graphene Rays und dem Smartphone und da war ich schon sehr im Extremen drin.
Speaker: Und wer von euch hat gerade gedacht, Janino, das war wirklich ein massiver Fehler, den hätte ich ja nie gemacht.
Speaker: Also, ja, das mit den E-Mails ist ein viel besseres Beispiel, weil...
Speaker: viele von uns schon Google Mail benutzt haben, weil es halt auch das beste kostenlose Produkt ist, wenn es um E-Mail geht.
Speaker: Google ist ja besonders gut darin, dir eine der besten Dienstleistungen zu geben und das völlig kostenlos, so scheint es zumindest.
Speaker: Deshalb nutzen wir da auch viel von, wenn wir uns nicht mit Privatsphäre auseinandersetzen.
Speaker: Gibt es da noch weitere Mythen, die wir besprechen wollen, Timo?
Speaker: Oder wollen wir mal schauen?
Speaker: Beispiel aus meiner Welt, eine Kundin, der ich geholfen habe, den VPN auf all den Geräten zu installieren.
Speaker: Ich bin dann zukünftig nochmal zu einem Termin gefahren und habe gesehen, dass der VPN auf dem Laptop einfach aus ist.
Speaker: Also der ist nicht an, wird nicht verwendet und so weiter.
Speaker: Und habe ich ihr dann gesagt und sie ist wirklich, dachte es wäre ein Riesenfehler, dass sie einen Monat lang komplett ohne VPN gelebt hat, obwohl sie davor ihre ganze Lebenszeit ohne VPN gelebt hat.
Speaker: Und wie du gesagt hast vorhin, das Beispiel mit, man verwendet einen VPN, mach den eben kurz aus, damit die Banking-App funktioniert und dann vergisst man den wieder anzumachen.
Speaker: Das war genau auch der Fall bei meiner Kundin, die dann halt das eben vergessen hat und
Speaker: Dieser Fehler ist nicht so schlimm.
Speaker: Zwar hat man jetzt halt eben einen Monat kein VPN verwendet, ist jetzt auch nicht das Schlimmste der Welt, denn jetzt weiß man, dass man am besten oben in seiner oder unten in seine Leiste schaut auf den Desktop oder auf seinem Handy, um wirklich einmal nochmal doppelt zu checken, ob der VPN an ist.
Speaker: Das heißt, auch so ein Fehler, zwar hat man jetzt halt einen halben Monat oder einen Monat gedacht, man hat einen VPN ohne einen zu haben, aber dafür ist in der Zukunft die VPN-Nutzung deutlich sicherer, da man weiß, auf was man achten muss.
Speaker: Und dieser Fehler passiert wahrscheinlich nicht noch einmal.
Speaker: Timo möchte seine Kunden schützen, deshalb sagt er jetzt, das war eine Kundin, in Wahrheit war es ein Typ und der hieß Edward Snowden und der war völlig am Boden zerstört, als sein VPN auf einmal raus war.
Speaker: Das wäre natürlich ein anderes Beispiel, da wäre es natürlich deutlich, deutlich schlimmer.
Speaker: Aber das hatten wir ja auch in der letzten Folge schon, dass je nachdem, in welcher Lebensphase man ist oder was man gerade in seinem Leben macht, ist halt so ein Fehler entweder...
Speaker: kleines Kopfschmerzen, das man hat, oder halt eben, man kommt in den Knast und wird von allen gefunden und das Leben ist zerstört.
Speaker: Aber ich nehme an, bei den meisten wird so ein Fehler nur ein ganz kleiner Fehler sein und man lernt daraus und man zerstört sein Leben nicht dadurch.
Speaker: Wollen wir mal in die Praxis überleiten, was können wir denn jetzt machen?
Speaker: Jetzt haben wir so viele Mythen aus dem Kopf vielleicht verbannen können.
Speaker: Wie kann ich das denn in Aktionen umgießen, in echten Mehrwert, den ich für mich und für meine Freunde und Familie tun kann?
Speaker: Timo, was machst du denn, wenn du diese Mythen bekämpfst oder wenn du gegen diese Mythen verstößt?
Speaker: Ja, also ich glaube, da können wir aus allen Mythen ein bisschen was mitnehmen.
Speaker: Und zwar, ich würde sagen, der Hauptpunkt dieser Folge, auf den man sich fokussieren sollte, ist eben neue Gewohnheiten zu machen.
Speaker: Egal, ob es jetzt eine neue Gewohnheit ist, die man gelernt hat, dadurch, dass man einen Fehler gemacht hat.
Speaker: Eine neue Gewohnheit, die man hat, weil man dachte, dass der VPN einen komplett schützt, aber doch nicht schützt.
Speaker: Oder eine neue Gewohnheit, weil man eben sich doch zweimal überlegt, was man alles postet, weil man jetzt weiß, dass es auch in Zukunft übereinverwendet wird.
Speaker: Oder eine neue Gewohnheit, um eben doch was zu verbergen, um doch mehr Privatsphäre zu haben, um halt eben...
Speaker: freier leben zu können und selber zu entscheiden, was man teilt und was man nicht hat.
Speaker: Deswegen, ich würde sagen, der Fokus dieser Folge sollte sein, neue Gewohnheiten zu machen.
Speaker: Und das ist für einen Anfänger ein genauso guter Tipp wie für die Fortgeschrittenen.
Speaker: Jeder hat irgendwas, an was er arbeiten könnte.
Speaker: Und es könnte die Gewohnheit sein, einmal zu checken, ob der VPN an ist oder halt eben die Gewohnheit zu schauen, dass man wirklich nie mit der IP-Adresse, wie bei Mino jetzt der Fall, irgendwie ins Internet kommt, ohne VPN anzuhaben.
Speaker: Zum Beispiel, genau.
Speaker: Ihr könnt auch jetzt euch vornehmen, in Zukunft gar keine oder so wenig Daten wie möglich zu teilen für alle weiteren Aktionen, die ihr im Internet macht, wenn ihr einen neuen Account anlegt.
Speaker: Könnt ihr euch überlegen, brauche ich den überhaupt?
Speaker: Und wenn ja, dann kann ich weniger Informationen teilen.
Speaker: Es ist super schwierig, versehentlich zu wenig Daten zu teilen, also macht euch da keine Sorgen, da werdet ihr früh darauf hingewiesen, wenn etwas mehr nötig ist.
Speaker: Ich habe zum Beispiel mir angewöhnt, wann immer möglich, nicht mit meinem echten Namen oder meiner echten Telefonnummer oder einer primären E-Mail-Adresse mich irgendwo zu registrieren oder zu melden.
Speaker: Ihr könnt euch einfach irgendeine Person ausdenken, die darf nicht existieren, das ist ganz wichtig.
Speaker: Macht euch da nicht strafbar, indem ihr jemanden anders kopiert und so tut, als wärt ihr eine Person, die es wirklich gibt, sondern erfindet einfach eine Person, die es nicht gibt oder verwendet Spitznamen von euch.
Speaker: Wenn ihr Alex sagt, dann weiß niemand, heißt ihr jetzt Alexander oder heißt ihr Alexandra und seid eigentlich weiblich.
Speaker: So kann man sich auch schön verstecken.
Speaker: Oder wenn ich mit Kreditkarte zahle, ist auch so ein Beispiel, dass ich Initialien eingebe und nicht meinen vollen Namen.
Speaker: Wer wird zwar immer nach dem vollen Namen gefragt und es ist auch immer ein Pflichtfeld mit so einem Sternchen dran.
Speaker: Und trotzdem wurde noch nie irgendwo, wurde sich da beschwert, dass das falsch wäre.
Speaker: Wahrscheinlich überprüfen die nur den Anfangsbuchstaben oder so, wollen nur wissen, dass die Initialien stimmen.
Speaker: Wenn ihr bei einer Bank seid und ein Konto eröffnet, dann müsst ihr euren echten Perso vorhalten.
Speaker: Wenn ihr umzieht und dann euch eure Wohnung anmeldet, müsst ihr euch mit euren echten Daten dort registrieren.
Speaker: Das ist einfach so.
Speaker: Da kann man sich aber auch überlegen, was kann ich denn, wenn das Ganze online zum Beispiel mit einer Webcam ist, was kann ich da tun?
Speaker: Kann ich vielleicht ein paar Bereiche abkleben mit einer Post-it-Note auf der ID, wo ich dann draufschreibe, nur für Anmeldung Bank XY?
Speaker: Solche Sachen funktionieren zum Beispiel auch ganz gut.
Speaker: In der Regel wird das akzeptiert und wenn dann jemand an euer Bild kommt von eurer ID, dann kann er damit nicht so viel anfangen und gibt vielleicht auf, weil er tausend andere IDs hat, wo keinen Sticker draufklebt, den er nicht irgendwie aufwendig entfernen muss und so wichtig seid ihr ihm dann auch nicht.
Speaker: Deshalb könnt ihr da einfach eins nach dem anderen machen.
Speaker: Das sind jetzt so meine ersten Gedanken, vielleicht teilweise auch schon zu extrem, weiß ich nicht.
Speaker: Timo, was hast du denn noch für Tipps, wie du im Internet deine Daten möglichst minimiert hast?
Speaker: Ich finde, das war eine wirklich sehr, sehr gute Gewohnheit und ich glaube, Anfänger und auch Fortgeschrittene konnten sich da abschauen.
Speaker: Vielleicht die Fortgeschrittenen eher ein bisschen weniger beim Ausweis zeigen oder zum Beispiel, wenn man irgendwo seinen Ausweis hochladen muss, dass man wirklich einen Schriftzug drauf macht, nur eine Kopie, nicht zur Wiederverwendung oder Kopie für eben Hotelkette zum Beispiel, weil dort ist es oft der Fall, dass man seinen Ausweis angeben muss.
Speaker: Oder halt eben als Anfänger, dass man einfach, wenn man einen Account macht und nach einem Namen gefragt wird, einfach irgendwas eingibt, weil das ist komplett egal.
Speaker: was man da für einen Namen eingibt.
Speaker: Es gibt auch verschiedene Webseiten, bei denen man sich einen zufälligen Namen generieren lassen kann.
Speaker: Da muss man sich nicht darüber zu viele Gedanken machen, weil das ist auch ein Punkt, den ich sehr oft sehe, dass Personen einen Pseudonym verwenden wollen und dann ein halbes Jahr darüber nachdenken, was das beste Pseudonym ist für sie.
Speaker: Deswegen da einfach irgendwas nehmen, irgendwas zufällig Generiertes und dann weiß auch schon die Website deutlich weniger über euch.
Speaker: Oder wenn es ein kurzfristiger Account ist, den ihr haben wollt, um zum Beispiel jetzt einen Artikel zu lesen und den kann man nur lesen, wenn man einen Account hat, kann man auch sowas wie eine temporäre E-Mail-Adresse verwenden.
Speaker: Als letzter Tipp, den ich geben könnte.
Speaker: Könnt ihr einfach suchen in eurer Suchmaschine nach temporäre E-Mail-Adresse und dann auf eine Seite gehen und diese Seite zeigt euch dann eine E-Mail-Adresse an, die ihr kopieren könnt, eben bei diesem Account einfügen.
Speaker: Ihr bekommt dann auch die Bestätigung dort auf dieser Seite.
Speaker: Wir können auch gerne ein paar verlinken.
Speaker: Und dann gebt ihr den Code ein und wenn ihr den Tab schließt, ist auch die E-Mail-Adresse komplett weg.
Speaker: Das heißt für einmalige Sachen, bei denen man weiß, man wird den Account wahrscheinlich nicht öfter wiederverwenden, kann man genau sowas verwenden mit einem Pseudonym und dann hat eben das Unternehmen gar keine Daten dazu.
Speaker: Als letzten kleinen Tipp von mir.
Speaker: Und dann würde ich sagen, das waren die größten Mythen für diese Folge.
Speaker: Und auch mit einem kleinen Praxistipp, einer kleinen Gewohnheit, die man implementieren kann am Ende.
Speaker: Und in der nächsten Folge schauen wir uns genauer die Browser an.
Speaker: Das ist auch ein ziemlich, ziemlich großes Thema.
Speaker: Es gibt auch sehr, sehr viel dazu im Internet, was man verwenden sollte.
Speaker: Und sehr, sehr viele Personen sind auch sehr evangelisch, zu welchen Browser man verwenden sollte und sehr negativ gegenüber anderen eingestellt.
Speaker: Und genau das wollen wir in der nächsten Folge einmal besser aufklären.
Speaker: Ich habe noch was, Timo.
Speaker: Tut mir leid, du hast es so schön abmoderiert, die Folge.
Speaker: Und jetzt komme ich doch noch mal mit einem schnellen Gedankengang.
Speaker: Es gibt da draußen Menschen, die fühlen sich unwohl.
Speaker: Als du gesagt hast, ihr könnt ja irgendwas eingeben, irgendeinen Namen eingeben.
Speaker: Da dachte ich gerade, okay, früher hätte mich das gestört, dieser Gedanke, weil ich möchte mich doch nicht, als wer anders ausgeht, möchte doch nicht lügen.
Speaker: Freunde und Verwandte und so wollen wir auch nicht belügen, vor allem nicht bei so einfachen Dingen.
Speaker: Wenn ihr dort noch Herausforderungen habt, da mit einem Pseudonym zu arbeiten, dann macht etwas, das nennt sich plausible deniability, also nachvollziehbarer Fehler zum Beispiel, oder eine glaubwürdige Erklärung zu haben, eine Entschuldigung zu haben dafür, wenn ihr Falschangaben macht.
Speaker: Beispiel Deutsche Bahn geht nicht an, wer ich bin und meine genauen Daten und so weiter, aber vielleicht kommt der Ticketkontrolleur und wundert sich dann, dass da ein anderer Name auf dem Ticket steht als in meinem Perso und dann habe ich Probleme und deshalb wäre da mein Hinweis, macht doch einfach bewusst Faktoren.
Speaker: Bei meinem Smartphone ist es oft so, dass mein Name Nino, der wird in Nico korrigiert, autokorrekt.
Speaker: Und dann nutze ich das halt und sage einfach, okay, ich bin dann einfach überall Nico, wo ich nicht komplett ein anderer Name sein sollte oder möchte,
Speaker: Und dann kann ich behaupten, oh ja, das muss mein Auto korrekt sein, mein Keyboard spinnt da manchmal.
Speaker: Ist sofort glaubwürdig, kauft mir jeder ab.
Speaker: Oder wenn mein Geburtstag um eine Jahressahl oder einen Tag verschoben ist, dann habe ich halt dicke Finger gehabt und am Smartphone das eingerichtet.
Speaker: Und so kannst du erzeugen, dass du Brausable Deniability für dich nutzt.
Speaker: Und das fühlt sich dann vielleicht besser an, du lügst nicht komplett, sondern du hast eine gute Erklärung, falls jemand nachfragt.
Speaker: Okay, jetzt habe ich aber alles gesagt, was ich sagen wollte.
Speaker: Und Timo, gebe ich dir diesmal das letzte Wort.
Speaker: Ich sage schon mal, ciao, macht's gut, bis zum nächsten Mal.
Speaker: Ja, ciao, bis zum nächsten Mal und zur nächsten Folge mit den Browser-Details.
Speaker: Ciao.






